MorgenausgaSe Nr 141 A 21 49. Jahrgang Wöchentlich TB Ps> monatlich 3.25 M (davon 87 Ps monatlich für Zuftel- lunz ins Sans) im voraus jambar. Postbezug 3.97 M. einschließlich 60 Pf. Potzertungs- und 72 Pf.Poltdestello«» bühren-Aiislandsabonnement 5.65 M. pro Monat: für Länder mit ermäßig- trm Drucksachenvorto 4.SS M. Der„Dormärts' erscheint mochentäg» lich zweimal. Sonnlag, und Montag, einmal, die ÄbendauSgabe für Berlin und im Sandel mit dem Titel„De, Abend'. Illustrierte Sonntagsbeilaae »Boll und Zeit' Xhttütm Voissblatt Dsonerskag 24. März 1932 Groß-Äerlln 10 Pf- Auswärts 15 pf, zeigen" das fettgedruckte Wort ZV Pf. lzuläMg zwei fenqedrnckteWorte.lebe, weitere Wort>0 Pf. Raban lt. Tarif. Worte über Id Buchstaben zähle» für i Worte Arbeitsmarkt Millimeter» «wet zeile 25 Ps. Familienanzeigen Milli» meterzeile 16 Pf. Anzeigenannabm» im Sauptgeschäs» Lindenstraße S, wochentäglich von 8-/, bis l7 Uhr. Der Leriag behält sich dasRecht der Ab- lohnung nicht genehmer Anzeige» mtl Benteawvsa« der GosialdemokeaMche« Oavtei DeMOSmsds Redoktion und Verlag: Berlin SW 68. Lindenstr. 3 ßernsp?.. Dönbost'AT) 2�2— 297 Telegramm-Adr. �o�ialdemokrai Berlin. Vorwärts-Verlaa G. m. b. H. Postfcheckkomo:BerIllt375SS.— Bankkonto: BankderArbelter.ÄngeNelltcn und Beamtrn.Lindenftr.S Dt B.u Dikl.-Gel.. Depositenk..Zerulalemkr Str Kö-KS. Land Braunschweig unter Terror. WLMM'? Gesehlose Zustände.— Klagges GA. terroristeri das Land. i Branuschweig. 23. März. lEIgenbcricht.) Einem wüste« Naziterror, der für die heutige« Ber- Hältnisse i« kUaggeston bezeichnend ist, war die Ein- Wohnerschaft des Arbeiterortes Kaierde bei Kreieuse« während eines ganze« Tages ansgeseNt. Ei» durchkommender Nazimaua will von Schul» kinder« mit Steinen beworfen worden sein. Er alarmierte eine auswärtige SA.. Abteilung in Stärke von 8V Maun. die eine regelrechte Ab- riegeluug der Ortschaft vornahmen und die Arbeiterhäuser belagerte. Besonders hatte mau es auf die Wohnungen der Funktionäre abgesehen. Die SA., die sich das Recht zu Haussuchungen anmaßte, ging gewalttatig vor. Das zu spät kommende Laudjägerkowmaudo versuchte gar nicht, sich gegen die Nazihorden durchzusehen, sonder» untersuchte auf Anregung des SA.-Fnhrers die Überfallenen Arbeiter auf Waffen. Die Bolkspartei, die bisher sede Gesehwidrigkeit und jeden Verfassungsbruch der Naziregierung gedeckt hat. fängt an. Bedenken zu äußern. Der Landtags» «bgeordneteBrandes, der volkspartekliche Führer im Sunde Bbaunschweig. erklärte, daß er die Regierung Küchental vor einer Klage beim Staats» gerichtshof wegen Aufhebung des Öfter» frledeus gewarnt habe. Statt sich einseitiger Parteiwüusche anzunehmen.> hätte die Regierung die Klage den Nazis überlassen sollen. Sie liefe nur auf eine„Bloßstellung des Landes" hinaus. Trotz dieser Kritik ist jedoch kaum anzunehmen, daß die Volks» Partei weitere Bloßstellungen nicht decken wird. Klagges gibi klein bei. Hitler-Kundgedung zu Ostern findet nicht statt. Der zwischen dem Reich und dem braunschweigi» scheu Naziministcr Klagges drohende Konflikt ist erledigt. Nazi-5llagges hat klein beigegeben. Das Reichsministerium des Innern hatte die braunschtueigische Staatsregierung am Mittwoch mündlich und telegraphisch wissen lassen, daß die für Sonntag in Braunschweig beabsichtigte Kund- gebung der Hitler-Iugend der Burgfrieden-Verordnung des Reichs- Präsidenten widerspricht und deshalb in dem geplanten Umfang unter allen Umständen untersagt werden muß. Klagges, der bis dahin den starken Mann mimte, hat das Reichsitinenministerium sofort dahin nerständigt, daß er„durchaus legal" fei. Er ließ zugleich erkennen. daß er bereit ist, einzulenken und die Sache nicht auf die Spitze zu treiben: Die geplante Veranstaltung sei eine Angelegenheit, über deren Möglichkeit oder Unmöglichkeit er die Entscheidung bisher dem Polizeipräsidenten in Braunschweig überlasten habe Dieser sei der Meinung, daß die Veranstaltung der Hitler-Iugend mit der Burg. srieden-Verordnung des Reichspräsidenten im Einklang stehe. Wenn das Reichsinnenminifterium dennoch anderer Auffassung sei, möge es Herrn Klagges informieren. Das Reichsinnenminifterium hat daraufhin den Länder-Regie- rungen durch Polizeisunk nochmals eins eingehende Darstellung über die suristische Auslegungder Burgfrieden-Verordnung zugehen lasten und darin ausdrücklich bewnt, daß eine De- monstration. w>e sie die Hltlsr-Jugend für Sonntag in Braunschweig plante, dieser Verordnung widerspricht. Nazi-Klagges erhielt zu- gleich � die Mitteilung, daß. gegen«ine streng geschlossene Versammlung von etwa 60 Delegierten, wie es anfänglich geplant war und zu der weder die Preste noch an sich unbeteiligte Personen zugelassen werden, nichts einzuwende» sei. Dieser Mitteilung gemäß hat Klagges noch am Mitt- woch den Sffentlickzen Karteuverkauf für die Nazi- Veranstaltung untersagt und erklärt, daß er die Tagung der Hitler-Iugend nur in dem vom Reichs- minister des Innern gebilligten Rahme» zulassen werde. Wahrscheinlich, weil er sich davon überzeugt halle daß die Reichs- regierunz entschlossen war. unter allen Umständen.ihrö Autorität. zu wahren und weil die Veranstaltung, selbst wenn sie Klckgges in dem geplanten Ausmaß zugelassen hätte, aus Grund des Artikels 43 Abs. 1 der Reichsverfassung mit den er» forderlichen Mitteln verhindert worden wäre. Mit dem Verzicht auf die Hiller-Demonstration in Braunschweig hat Klagges innerhalb 24 Stunden zwei Niederlagen erlebt. Hitlers Mobilmachung. Die putfchpläne der braunen Armee. München, ZZ. März.(Eigenbericht.) Aus zuverlässigen Berichten, die von dem Beobachiungsdienst der Eisernen Jtoni den zuständigen Stellen zugeleitet wurden, er- geben sich immer nene Beweise für die Mobilijierungs- Pläne, di« Hitler» Privaiarmec für die Rocht zum 14. März auch in Bayern getroffen hatte. Zn Nürnberg waren zahlreiche Lastautos mit verfchlosseaen Kisten aufgestellt. Außerdem war ein Motorradfahrerrelaisdienst eingerichtet. Die SA-Scharjührer halten an bestimmlea Plätzen Tornister in großen Mengen aufgestapelt, die heute noch dort liegen. Im benachbarten Günzenhausen wurden einige töll SA.-Levte für den Marsch nach Berlin eigens vereidigt. Der milltärischs Leiter der Nürnberger SZl. hatte vorher in einer Versammlung offen zu den Sturmführern geäußert: Bielleicht schlage» wir heute Nach» los. Am Mahlsonntag musterte Reichstagsabgeordneter Stegmann auf einem Platz in Nürnberg 1200 SA.-Leute in Reih und Glied, ohne daß die Polizei etwas dagegen unternahm. Nach Treuchtlingen kamen am Mahlsonntag Hakenkreuzler aus der weiten Umgebung zu einer Siegesseier, feldmarschmäßig mit Tornistern, Schanzzeug und Proviant angerückt. Auch aus schwäbischen Orten häufen sich die Nachrichten über ähnliche Vürgerkriegsvorbercituagen. 3u Nördlingeu befanden sich am Mahlsonntag sämtliche SA.-Leute in höchster Alarmbereitschaft. Bis Montag früh stand ein Omnibus zu Truppeakransporlzwsckea bereit. 3n der Güozburger Gegend hallen sich die Nazis auf den Hitler-llwschwung dadurch besonders vorbei eitei. daß sie einen vier- zehntägigen Ansbtldungskursos für Nazigcudarmen halten, zu dem ans dem ganzen Bezirk Leute zusammengezogen waren. E4n Tele- grapheuarbeiter bei der Oberpostdirekiion Augsburg verschaffte sich zur Teilnahme einen besondere» Urlaub. Die Exerzierstunden dieses Kurses wurden von Lehrern geleitet, was zeigt, daß gerade im Ve- amtenkörper des bayerisch-schwäbischen Regierungsbezirks die meisten rechtsradikalen Unruhestifter sitzen. Der Lehrer von Autenried besaß die llnoerschämthei». das der Schule gehärende Hlndenburg-Sild aus dem Rahmen zu schneiden, vor die Schule zu hängen und plakal- artig mit der Unlerschrist zu versehen:„Laßt doch dem alten Mann seine Ruhe." 3n Augsburg wird sich Oberstadlamtmanu und Sühnerichter Dr. Frank wegen Vcschmierens von Häusern mit Naziabzeicheu vor dem Richter zu verantworten haben. 3a Mcmmingen wurden bei einer polizeNicheu Haussuchung in Naziguoriierea Massen gefunden und beschlagnahmt. Auch in 3mmenstadt hakie sich die SA. auf Abruf bereitgehalten und aus ihren Schlupfwinkeln Uniformen. Tornister. Schlag- und Schießzeug aller Art hervorgeholt. Erst am Morgen des 14. März wurde die vürgertriegsgarnitur wieder weggeräumt. als der Durchfall des Lsas das Tageslicht erblickte. Protest wegen Kowno. Gegen die Auflösung des memelländifcken Landtages. Die Reichsregierung hat am Mittwoch wegen der Auflösung des Memelländischen Landtags bei der Regierung in Kowno und bei den Regierungen der Signatarmächte Vorstellungen erheben lasse». Im Berlaus der Borstellungen wurden die Signatarmöchte an die große Verantwortung erinnert, die sie gegenüber den Zuständen im Memelland tragen, und zwar insbesondere nach der Richtung, daß die Neuwahlen zum Memelländischen Landtag ordnungsgemäß und unbeeinflußt durchgeführt werden können Die deutsche Regie» rung hat die Signatarmächte ferner daran erinnern lassen, daß schon die Einsetzung des neuen Direkteriums ungesetzlich war, weil sie nicht im Einvernehmen der Mehrheitsparteien des Landtags in Memel erfolgt ist. Aus diesem Grunde wünscht Deutschland, daß der Fall Böttcher vor dem Haager Schiedsgertchtshos geklärt wird. Schließ- lich wurde im Verlaus der Vorstellungen noch daraus aufmerksam gemacht, daß die Signatarmächte kürzlich selbst in ihrer nach Kowno gerichteten Note angekündigt haben, daß eine etwaige Auflösung des Landtags in Memel nach Erteilung eines Mißtrauensvotums an das Direktorium von ihnen als nicht vereinbar mit dem Memelstatut angesehen würde. Kammerwahlen Anfang Mai? E.n Vorschlag der Regierungsparteien. Paris. ZZ. März.(Eigenbericht.) Abgeordnete der gemäßigten Parteien und der Rechtsparteien ersuchten de« französischen Ministerpräsidenten am Mittwoch, die Termine für die Kammerwahl auf den 1. und L. Mai festzusehen. Die Regierung hat eine Entschließung über die Termiue bisher uoch nicht geiroffeu. Sie haben sich gefunden! In den Armen liegen sich beide Und weinen vor Schmerz und vor Freude. Jetzt ist es heraus. Der Bundesvorstand des Reichsland» bundes hat die Parole für Hitler ausgegeben. Im erste» Wahlgang hat der Landbund auf eine Parole noch verzichtet. Er überließ„bewußt den anderen Gruppen der Nationalen Front die Herausstellung der Persönlichkeiten". Jetzt ist Hitler der offtzielle Kandidat der Herren von Kalckreuth, von R o h r, des Fürsten von Eulenburg und der übrigen dreitausend bankerotten Großgrundbesitzer des Ostens. Daß der Reichslandbund eine neutrale Organisation zur Bertre» tung von Wirtschaftsinteressen sein soll— diese Klippe wurde leicht umschifft.„In der Stimmabgabe für Hitler sieht der Reichslandbund eine starke kämpferische Kundgebung." Hitler, der Führer der Nationalsozialistischen Deutschen „Arbeite r"partei, ist schon der Steigbügelhalter der fozia- len Reaktion des Westens. Er ist jetzt auch zum Vorkämpfer für die Sozialreaktionäre des agrarischen Ostens geworden. Aber die Partei Hitler kann ja alles! Sie kann den Arbeitern gegen die schwerindustrielle Reaktion hohe Löhne und den Bauernsöhnen gegen die ostelbischen Bankerotteure Sied- lungsland versprechen; warum soll sie den ostelbischen Groß- agrariern nicht neue Besitzerhaltungsfubventionen und Zölle versprechen, die den Arbeiter und den Bauern gleichermaßen schädige»? Die Herren im Osten haben sich von Hitler versicher» lassen, daß er nichts gegen sie unternehmen wird, daß er gc- willt ist, sein Wirtschaftsprogramm, nach dem Grund und Boden im Prinzip dem Volk als Gesamtheit gehören und durch Enteignung eine große Zahl lebensfähiger kleinerer und mittlerer Bauernstellen neben den Großbetrieb zu stellen ist/ als einen Fetzen Papier zu betrachten. Fürst Eulenburg- Herlefeld aus Liebenberg i. d. Mark hat sich von Hitler per- sönlich versichern lassen, daß dieser„nie und nimmer eine Zerschlagung oder Enteignung größerer Güter zulassen" werde.„Ich denke nicht daran", so erklärte Hitler dem Fürsten Eulenburg,„den ererbten oder sonstwie rechtmäßig erworbenen Grundbesitz zu zerstören. Ich habe auch nicht die Absicht, in breiterem Umfange auf dem deutschen Boden zu siedeln." Hitler wird also die deutschen Bauernsöhne ebenso nasführen wie die Arbeiter, die ihm nachlaufen. Aber die Herren des Reichslandbundes denken gar nicht daran, daß Hitler die Wahlschlachten vom 10. und 24. April wirklich gewinnen wird. Mit Hugenberg sind sie nach dem 13. März die betrogenen Betrüger der Nationalen Front, und ihr Ziel ist, die soziale Reaktion in Deutschland, wenn sie schon nicht siegen kann, mit HUfe Hitlers wenigstens so stark wie möglich zu machen. Und außerdem: die Futterkrippe der hochbezahlten Landbundbürokraten ist in Gefahr! Die W a h» len zu den Landwirtschaftskammern haben die Herrschaft des Reichslandbundes schwer erschüttert, und Hitler hat erklären lassen, daß die Nationalsozialisten„an einer rentablen Landwirtschaft kein Interesse haben, wenn die heutige Agrarkrisis nicht auch zur Lösung des nationalen und sozialen Problems" im Sinne seines Dritten Reiches führen wird. Die Bükokratie des Reichslandbundes hat wol?l verstanden, was das heißt: Ohne das Parteibuch gibt es kein Bleiben an der Futterkrippe. Es ist auch die Angst um die Posten, die den Bundesvorstand des Reichslandbundes zu seiner Parole für Hitler veranlaßt hat. Otto Braun, der preußische Ministerpräsident, hat in seiner großen Etatrede vor acht Tagen zu den Wahlergeb- nissen im agrarischen Osten gesagt, man müsse sich heutzutage beinahe schämen, einO st preuße zu sein. Der Reichs- landbund hat die Parole für Hitler gegen Hindenburg aus- gegeben. Was kümmert es die ostdeutschen Junker, daß Hindenburg der S i e g e r v o n T a n n e n b e r g ist? Was kümmert es sie, daß die Reichsregierung unter Hindenburg als Reichspräsidenten dem deutschen Volke Opfer für die Landwirtschaft zugemutet hat, wie sie in der Geschichte aller Zeiten unerhört sind? Was kümmert es sie. daß die letzte Notverordnung gerade den ostelbischen Großgrundbesitz von dem Opfergang des Volkes für die Erhaltung der wirt- schaftlichen Existenz Deutschlands wieder ausgenommen hat und daß Hindenburg persönlich sich für die schonendste Be» Handlung der ostelbischen Großgüter einsetzte? Wie die Groß- agrarier des Ostens das nationale Interesse nur im Munde führen, so kennen sie auch keinen Dank Reichspräsident von Hindenburg ist Ehrenmitglied des Reichsland- bundes. Das Präsidium des Reichslandbundes hat bei de» Fememord vor der SA.- Kaserne. Düsseldorfer Prozeß über die Ermordung eines SA.-Mannes durch einen Kameraden beleuchtet die Zustände in der SA. Am 4. September 1931 griffen Kommunisten in Düff elbotf| die Nazikaserne in der Klosterstrahe an. Die SA.-Leute machten einen Ausfall aus der Kaserne. Nach dem Ausfall wurde der S A.- M a n n Vobis 70 Vieler von der Kaserne enlfernk, mik einem IS Zenkimeker liefen ködlichen Stich im Rücken aufgefunden. Zu den Verdacht der Täterfchaft gerieten zunächst j Kommunisten, die in hast genommen wurden und längere Zeil in Untersuchungshaft sahen. Vobis wurde als Opfer der„Mord. fomtnnnc" beerdigt, noch heute steht er auf den Listen, die die NSDAP, ihrer Mitglieder führt, die angeblich für die Bewegung den Heldentod gestorben sind. Acht Wochen nach der Tat übergab der Nazi�Sauleiter Florian den SA.-M a n n Scholl als Täler der Polizei. Die national. sozialistische presse behauptete dreist, Scholl sei ein Spitzel der KPD„ er sei niemals SA..Maun gewesen. Der Prozeß gegen Scholl, der nunmehr vor dem Düsseldorfer Schwurgericht stattgefunden hat, ergab klar, daß Scholl, wie auch die Urteilsbegründung hervorhob, keine Beziehungen zur KPD. gehabt hat, daß er vielmehr feit Wochen SA.- Mann war, für den die NSDAP, die SA.-Versicherung bezahlte. Wie ein Hiiler-Goldat aussieht. Was für ein Mensch war nun dieser Hitlersoldat Scholl? Körperlich und geistig gab der Gerichtsarzt folgendes Bild von chm: Scholl leidet an einer angeborenen Syphilis. Cr ist Epileptiker. Er ist lungenkrank. Er Ist geistig außer- ordentlich minderwertig. Und fein Verteidiger ergänzte dieses Bild dadurch, daß er bekanntgab, fein Mandant habe ihm wiederholt gesagt, er verstehe gar nichts von Politik. Er wisse nicht, was eine SA. fei. Er habe da nur mitgemacht, weil es so oft Freibier gab und weil er in der Kaserne freies Logis und Essen bekam. Dieses Musterbeispiel eines naziotifchen Edelariers konnte wochenlang hitlerfoldat fein. An jenem Tage war dieser Freibierschnorrer mit einem anderen SA.-Mann zu der Beerdigung eines Kameraden in Elberfeld gewesen. Es hatte unendlich viel Freibier gegeben. Nach der Rückkehr war man auch in Düssel- darf noch ein paarmal eingekehrt. Im heim glaubte er„ er bekomme einen epileptischen Anfall und nahm dagegen eine große Dosts Luminal. Plötzlich wurde die Besatzung alarmiert. Scholl behauplet, der Stubenälteste Krämer habe Waffen verkeilt. Einige hätten Pistolen bekommen. Zhm habe mau ein großes Lrolweffer in die Hand gedrückt. Der Stubenälteste suchte später unter Eid abzustreiten, baß er die Waffen in Verwahr hatte, aber der Vorsitzende erwiderte ihm: „Na, Na! Man hat ja bei der Haussuchung nach» her allerhand bei euch gefunden!" Scholl will nun auf die Straße gelaufen sein. Dort fei ihm ein Mann mit einer Pistole entgegengetreten. Plötzlich fei von links ein anderer Mann gekommen, der ihn mit einem Gegenstand bedrohte. Den Mann habe er für einen Kommunisten gehalten. Um sich ein« Gasse zu bahnen, habe er zugestochen. Ins SA.-Heim habe er nämlich nicht zurücklaufen können, weil daraus geschossen wurde. SA.-Leute von der Besatzung bekundeten, daß sie später Scholl mit dem blutigen Messer zurückkommen sahen. Scholl reinigte das Messer in der Küche von Blut. SA..Leuke Hörken, wie Scholl bramarbasierke:„Da Hab ich einem eine geflickt, daß er sobald nicht wiederkommt!" And zu einem anderen:»Da Hab ich einem gehörig das Fett abgefchäpft!" Sie fanden das ganz in der Ordnung. Denn sie waren ja weit davon entfernt, anzunehmen, der SA.-Mann Scholl könne einen Käme- raden, eben den Vobis, erstochen haben Sie rieten vielmehr Scholl, sofort das schwarze Hemd auszuziehen und dafür«in weißes Hemd eines anderen S2l.-Mannes anzuziehen, damit er bei de? Haussuchung durch die Polizei nicht wieder» erkannt würde. ' Wochenlang schwiegen diese S A.-L e u t e. Konse- quent behaupteten sie bei Untersuchungen. Kommunisten müßten die Täter fein. Erst als Scholl der Polizei übergeben war, wollen chnen Bedenken aufgestiegen sein. Und nun belasteten sie plötzlich Scholl nach Strich und Faden. Einmal hielt der Vorsitzende einem Zeugen vor:„Bei den ersten Vernehmungen Hot niemand etwas davon gesagt, daß Scholl mit einem blutigen Messer zurückkam." Und dieser Zeuge erwiderte ganz selbstverständlich:„J ch hielt eben Scholl für einen SA.-Mann und Nazi", was wohl soviel heißen sollte: deswegen habe ich ihn nicht verraten. Scholl wurde wegen vorsätzlicher Körperverletzung mit töd- lichem Ausgang zu drei Jahren Gefängnis verurteilt. Das Gericht billigte Scholl mildernde Umstände zu. Es sagte, daß Scholl nicht aus verbrecherischer Neigung gehandelt habe, sondern, verführt durch die Atmosphäre der Kaserne, um einmal zu be- weisen, daß er auch ein„rauher Kämpe" sei. Der Verteidiger Schölls, der Freispruch beantragte, drückte es wesentlich deutlicher aus:„Dieser schwächliche Mensch hätte nie ein Messer in die Hand genommen, wenn der Stadtverordnete Schwarz nicht, wie die Zeugenvernehmung ergeben hat. gesagt hätte:„Wenn die Kommuni st en angreisen, dann nehmt die Waffen, die ihr kriegen könnt! Es liegen hier genug!" Fememord? Mit dieser Verurteilung ist jedoch der Fall noch nicht ein« wandfrei geklärt. Es bleibt immer noch unklar, ob Scholl wirklich der Täler gewesen ist. ferner wie es kommt, daß Vobis in diesen Zusammenstoß hineingeraten ist. Vobis war nämlich nicht in der Nazikaserne. Ein früherer SA.-Mann bekundete, daß er Vobis unterwegs traf und daß ihm Vobis erklärte, er komme vom Schlageter-Heim und gehe zur Kaserne. E» besteht die Möglichkeit, daß er zur Kaserne kommandiert worden war. Nun ist ausfällig, daß vor einiger Zeil ein SA.-Mann namens Hilmerich unter fellfamen Umfläuden ermordet wurde. Er war in später Nacht- stunde zur Geschäftsstelle der NSDAP, komman« diert worden, auf dem Wege dahin erhielt er einen Schuß in den Rücken, au dem er verstarb. Vobis war ein berüchtigter Schläger, eine dunkle persönlichkeil, der zu einer über die Grenzen Düsseldorfs hinaus bekannten Verbrecherfamilie gehört. Auffällig ist ferner, daß Vobis plötzlich von der Sa- ferne fort flüchtete, an deren Tor er stand, statt in der Kaserne Schutz zu suchen. Zerner ist ausfällig, daß der SA.- Mann namens Varek, der zuletzt neben Vobis gestanden hat. feit einigen Wochen flüchtig ist und deshalb auch nicht als Zeuge vor Gericht gebracht werden tonnte. 3n Düsseldorf ist deshalb der verdacht laut geworden, daß Vobis einem national- sozialistischen Fememord zum Opfer gefallen sei. Oer Geist der Nazikasernen. Auf seden Fall hat dieser Prozeß tief in die Geheimnisse der SA. hineingeleuchtet. Cr zeigt, aus was für Menschen sich die braune Armee des Herrn Hitler zusammensetzt. Er zeigt, daß die Nazikasernen bewaffnet sind und daß sie eine stete Gefahr für die Bevölkerung bedeuten. Man hat nichts davon gehört, daß die be- teiligten SA.-Leute und ihr« Führer von Hitler- aus der Partei ausgeschlossen worden wären. Durch diesen Prozeß hat der Legalitätsschwindel abermalz einen sehr heftigen Stoß erlitten. letzten Landbundtagungen ehrfurchtsvolle Huldigungstele- gramme an sein Ehrenmitglied Hindenburg gesandt. Der Kandidat des Reichslandbundes aber ist nicht Hindenburg, sondern der Führer der Nationalsozialisten, die Hindenburg beschimpfen. Natürlich geht es dem Reichslandbunde in erster Linie auch um die Niederringung des„roten marxistischen Preußen". Die Parole der Großagrarier für Hitler ist die Parole gegenBraun undSevering. Mit einem Siege über Preußen möchte die oereinigte schwerindustrielle und großagrarische Reaktion der sozialen Reaktion in Deutsch- land die Bahn freimachen. Der Kampf gegen die angebliche Landwirtfeindlichkeit der Sozialdemokratie ist Schwindel und ein Köder für den Dummenfang. Es hat noch keine königlich preußische Regierung gegeben. unter der auch nur annähernd soviel für die Landwirtschaft und für den Osten ge» schehen wäre wie unter der preußischen Regierung Otto Brauns undSevering s. Aber eines bedeutet freilich das Preußen Otto Brauns: Dieses Preußen ist der Hüter der Volksrechte gegen die Bergewalti- gung durch den sozialreaktionären Geist des Westens und des Ostens. Wir können es deshalb, da von nationaler Dank- barkeit und politischem Anstand bei den Großagrariern nicht die Rede sein kann, ihnen auch nicht verübeln, daß sie dieses Preußen hassen und vernichten wollen. Aber wie die reaktionäre Schwerindustrie, so macht auch der Reichslandbund seine Rechnung ohne das Volk. Es hat den Herren an der Ruhr nichts genützt, daß sie Hitler be- zahlten. Es wird den Herren im Osten nichts nützen, daß sie für Hitler Hindenburg verraten. Das flache Land im Süden, im Westen und in der Mitte Deutschlands ist Hitler schon am 13. März nicht gefolgt. Hier haben sich schon am 13. März Vernunft und Freiheitswille stärker erwiesen als skrupellose Verhetzung und Vertröstungen auf das Dritte Reich. Am 10. und am 24. April wird man aber auch im Osten und Norden noch einiges erleben. Die Eisern« Front war noch nicht auf dem flachen Lande, sie war es besonders nicht im Norden und im Osten. Die politischen Reserven der Republik und der Gesetzmäßigkeit sind hier, wo Hitlers Lügen- walze schon vorübergerauscht ist, noch unberührt. Auch der Bauer, der Pächter und der Landarbeiter im Norden und im Osten, die unter dem Druck und den Drohungen der Grund- Herren und Arbeitgeber seufzen und des politischen Schutzes bedürfen, werden dem Rufe der Vernunft und der Freiheit und nicht der Bauernfängerei des Reichslandbundes und Hitlers folgen, wenn sie die Eiserne Front zur Stimmabgabe für die republikanische Verfassung und für ein volksfreund- liches Preußen rufen wird. Wird also der Landbund an seiner Parole für Hitler keine Freude erleben, so wird Hitler die offene Parteinahme des reaktionären Großagrariertums für ihn erst recht teuer zu bezahlen haben. Hitler geht als Kandidat des lückenlosen Agrarzolls. als Kandidat des brutalsten Interessentenhaufens in den. zweiten Wahlgang. Wir werden dafür sorgen, daß die städtische Bevölkerung ihm die richtige Antwort daraus erteilt! Maismonopol verlängeri. Beschluß des NeichSratS. Der Reichsrai stimmte am Mittwochabend der Verordnung zu. durch die das Maisgesetz um zwei Jahre verlängert wird. Der Volkswirtschaftliche Ausschuß des Reichstag, hatte seine Zustimmung bereits mittags gegeben, die Verordnung kann also mit dem 1. April in Kraft treten. Von oen Reichsralsausschüssen ist in der Vorlag« nur das Konkursprioileg für die Ansprüche der Retchs-Maisstelle gestrichen worden. Diese Aenderung hatte der Volkswirtschaftliche Ausschuß des Reichstags bereits berücksichtigt. Die Ausschüsse des Reichsrats waren in ihrer überwiegenden Mehr- h«it der Auffassung, daß sowohl vom agmrpolitischen wie vom handelspolitischen Standpunkt aus an dem Maismonopol festzuhalten sei. Ländliche Eigenheimer in Not. Sofortige Hilfe unentbehrlich. Aus dem Gebiet des ländlichen Eigenheimwesens haben sich höchst unerfreuliche und die maßgebenden Stellen zum sofortigen Eingreisen zwingende Mißstände herausgebildet. Das ländliche Eigenheimwesen ist ein Kind der Nachkriegszeit. Es basiert auf dem Gedanken, die Landorbeiter durch die Beschaffung eines Eigenheims verbunden mit einem Stück Land von den land- wirtschaftlichen Besitzern unabhängig zu machen und zur Besierung der reichlich rückständigen, zum Teil sogar empörenden Wohnungs- ' Verhältnisse auf dem Lande beizutragen. Den zuzüglichen Lebens- unterhalt sollen sich die Eigenheimer als Fxeiarbeiter in der Landwirtschast erwerben. Diese Rechnung ist ohne die landwirtschaftlichen Besitzer gemacht worden. Sie lehnen es vielfach selbst in der besten Beschäftigunoszeit ab, Cigenheimer zu beschäftigen. Slm übelsten wird den Eigenheimern mitgespielt, die sich zum heutigen Staat bekennen. Die Folge ist, daß viele von ihnen der Verzweiflung nah« sind, well sie die Teilzahlungen für das Eigenheim nicht leisten können. Die Derzweiflungsstimmung wird durch den Umstand gefördert, daß einigen Eigenheimern bereits mitgeteilt wurde, daß sie für den Fall der weiteren Nichtentrichtung der Teil- Zahlungen das Eigenheim abgeben müssen, damit e« anderen Landarbeitern übertragen wenden könne. Einen ähnlichen Bescheid hat auch der Regierung«. Präsident Dr. von Bahrfeld kürzlich einem Landarbeiter aus dem Kreise Fischhausen zugehen lassen, für den der Deutsche Landarbeiter-Verband die Stundung des Iahresbetrages in höhe von 214,67 M. beantragt hat. Den oft preußischen Großgrundbesitzern gegenüber verfährt man nicht derartig kleinlich! Ihnen stundet man selbst Beträge, die hundertmal größer find. Noch mehr! Man schlägt Beträge sogar nieder. Die Eigenbeimer fragen mit Reibt, wo da die Gerechtigkeit und die Unparteilichkeit bleiben, deren Hüter die behördlichen Stellen doch sein sollen! Die brlkische Unabhängige Arbdlerparlei wird sich auf ihrer Generalratssitzung am Karfreitag in Blackpool mit dem Gegensatz zur Lsbour Party befassen, besonders mit der Fraktionsinfziplin. Anfang mtt Hiller-Hngenbcrg! Kommanisleaparole für fiie Preuftenwahlen „Schluß mit Braun- Severing!" laulei die kommunistische Parole für den 24. April. Das heißt das? heißk das:„Sozialdemokraleu heraus aus der Regierung und Kommunisten hinein?" Nein, da» heißt es uichlt Die Sommuaisie« habe» nicht die Mehrheit. Sie bilden auch nicht mit anderen Parteien Regleruvgskoalikionen.„Schluß mit den Sozialdemokraten in der Regierung", heißt also auf keinen Fall„Anfang mit den Kommunisten in der Regierung". wer kommt, wenn die Sozialdemokraken aus der Re- gierung gehen? Zeder weiß es! Dann kommen»icht die Sommunistea. sondern die Nationalsozialisten, die Deutsch- nationalen und die Volksparkei. Das heißt also die Parole:«Schluß mit Braun- Severins?" Sie heißt nichts andere», sie kann gar nicht» anderes heißen als:„Anfang mit Hitler- Hugeaberg." Parole: Braun-Gevering. „Gin Symbol und ein Programm." Zu dem Beschluß des Parteiausschusies, bei den Preußen- wählen an die Spitze aller Wahllisten die Namen Braun und Seoering zu stellen, schreibt die großagrarische „Deutsche Tageszeitung": Das ist ein Beschluß, den man zur Klärung der Situation nur begrüßen kann. Die Sozialdemokratie gibt bewußt die Namen ihrer besten Vertreter in Preußen als Wahlparole aus. Braun-Severiug, das ist ein S y m b o l und ein Programm... Die Parole Braun-Severing muß und wird die nationalen Kräfte zur äußersten Anstrengung anspornen, ihr den Siez zu entreißen, wieder gut zu machen, rva, fest der Revolution an echten preußischen Werten zerschlagen ist. Preußengeist gegen System Braun-Severing, das ist ein guter Kampfruf, der in allen nationalen herzen seinen Widerhall finden wird. „Preußengeist" im Sinne der„Deutschen Tageszeitung" ist Geist des Dreiklassenwahlrechts. Geist der schrankenlosen Junkerherrschaft. Gegen diesen„Preußengeist" kämpfen wir mit der Parole Braun-Severing! Nazis gegen Zentrumsversammlung. Ilm die Versammlungsfreiheit auf dem flachen Lande. Zentrumsmitglieder des Preußischen Staatsrat» hatten in einer förmlichen Anfrage an die Staatsrsgierung Beschwerde darüber ge- führt, daß ein« geschlossene Zentrumsoersammlung in Eckersdorf(Kreis Ramslau) dadurch gestört worden sei. daß Nationalsozialisten gewaltsam in das Versammlungslokal eingedrungen wären. Auf ihre Frage, wie das Etaatsminiilerium die Versammlungsftecheit namentlich in kleineren Orten und auf dem flachen Lande gegen solche Ausschreitungen schüren wolle, erwidert der preußische Innenmini st er. die Polizeibehörden seien wiederholt aus die Möglichkeit hingewiesen worden, die hilj«- mittel der ordentlichen Gesetze und Notverordnungen gegen politisch« Ausschreitungen anzuwenden. Die Polizeibehörden machten von den Bestimmungen auch den gebotenen Gebrauch, so daß für weitere allgemeine Anweisungen zur Zeit kein Bedürfnis bestehe. Leider ließen sich bei der Hemmungslosigkeit der politischen Verhetzung und der dadurch zu erklärenden Neigung gewisser politischer Parteien und Organisationen zu politischen Aueschreitungen Vorkommnisse der geschilderten Art selbst bei höchster Wachsamkeit der Polizei nicht völlig vermeiden. Oer Amtsrichter in der Kleinstadt. Vas Hakenkreuz in der Justiz. Der Ortsgruppenleiter der NSDAP, in Schwerin, Marth«, Dr. med. Frieoag, schuldete der Stadtverwaltung Gebühren für elektrischen Strom in erheblichem Umfange. Ws der republikanische Bürgermeister pflichtgemäß einschritt, um der Stadt Schwerin zu ihrem Gelde 5» verhelfen, schickte der Naziführer dem Bürgermeister einen grob beleid igendenBri es und schloß eine Drohung an seine Ausführungen. Als darauf der Regierungspräsident in Schneidemühl für den beleidigten und bedrohten Bürgermeister Strafantrag gestellt hatte, wurde der Aufsichtsrichter in Schwerin, der Landgsrichtsrat Dr. Draeger. von der Staatsanwaltschaft in Meseritz ersucht, den Noziführer Friedaz zu zwei Sätzen seines Beleidigungsschreibens zu vernehmen. Dieser Richter aber gab dem Beschuldigten ohne weiteres den ganzen Akteninhalt zur Kenntnis, also auch die An» träge des Bürgermeisters bei seiner vorgesetzten Behörde. Wegen dieses Vorfalls wandle sich die Republikanische Bs« schwerdestelle Berlin an den Landgerichlspräsidenten in Meseritz und erhielt nunmehr den Bescheid, daß in der betressendeu Ange, legenhett„das Erforderlich» veraiüaht ist". Zwei Llnversohnliche. Sicherem Vernehmen nach Hai dieser Tage ein Duell zwischen dem Reichsinnen- minister und dem Reichswehrminister stattgesunden. O:e Gegner schieden unversöhnt. Schiedsgericht England-Irland? Ltm den irischen Treueid. £ o n 2> o n, 23. März.((ElgeobeiichL) Der Minister für die Dominien, Thomas, hatte am MUlwoch mit dem König eine Audienz. Später berichtete er in einer Kabinetts- sihung über die Lage, die durch Irlands beabsichtigte Ab- lehnung des Treueids geschaffen wird. In der irischen Jtote wird diese Ablehnung damit begründet, dajz das irische Volk durch de» Ausgang der Wahlen den Treueid abgelehnt habe. Dieser Treueid sei ein Teil der irischen Verfassung, die von Irland allein abgeändert werden könne. Der Treueid sei nicht als ein Teil des anglo-irifchen Vertrages anzusehen. Die englische Rsglerimg teilt diese Auffassung nicht und ist der Meinung, daß der Eid als eine vertraglich vereinbarte Bestimmung nur auf vertraglichem Wege abgeschafft oder modifiziert worden kann. Im Unterhaus erklärte Minister Thomas zu dieser Frage: „Wir senden der irischen Regierung eine Note, die unseren Stand- punkt über jeden Zweifel hinaus klarmachen wird." Ueder die Landannuitätsn liegt der englischen Regierung keine offi» zielle Mitteilung von Irland aus vor. Die nächste Rate wird erst im Juni fällig. Aber auch in dieser Frage betrachtet sich die eng- lische Regierung nicht weniger als in der Frage des Eides vertrag- lich gebunden. Aber selbst wenn der Treueid der Parlamentsmitglieder in Lr- land, als er 1921 in den anglo-irischen aufgenommen wurde, eine vertragsmäßige Vereinbarung des Staates war, so hat doch das Statut von West min st er, das im letzten Jahr vom eng- tischen Parlament razifiziert wurde, die Lage völlig verändert. Es räumt den Dominions das theoretische Recht zur völligen Unabhängigkeit vom Mutterlande ein. Irland kann in dieser Beziehung nicht schlechter gestellt werden als andere Dominions. Um derartig« verfassungsrechtliche Streitfragen zwischen Mitgliodarn de» britischen Staatenbundes zu schlichten, hat die letzte Empire- Konferenz besondere, von Fall zu Fall einzusetzende Gerichts- Höfe vorgesehen, die schiedsgerichtlich entscheiden sollen. Es ist zu erwarten, daß die konservative Regierung auf diese Losung hin- steuern wird, mit der sich vermutlich auch Irland einverstanden er- klären wird. Jugend und Sozialdemokraiie. Kommunistische Verhetzungsversucke. Will man die schmutzige Verlogenheit der kommunistischen Pro- pazanda an einem klassischen Beispiel studieren, so muß man nur lesen, was jetzt in c«r kommunistischen Presse über die Sozialdemo- kratie und das Wahlrecht der Jugendlichen zu lesen steht. Mit den dicksten Lettern, mit einer Stimme, die sich vor Entrüstung überschlägt, wird hinausgeschrien, daß die Sozialdemokratie einen schimpflichen, schandlichen, ungeheuerlichen Wahlrechtsraub an den Jugendlichen begehen will. Was ist der Tatbestand? Jeder aufmerksame Zeitungsleser kennt ihn. Die Mittelparteien des Preußischen Landtags hatten eine Her- aufsetzung des Wahlalters, das setzt mit dem 20. Geburtstag beginnt, angeregt. Die Sozialdemokraten haben diese Anregung zurück» gewiesen, so daß es bei den bisherigen Beftnmnungen bleibt. Wenn der KPD. das Wahlrecht der Jugendlichen so lieb und teuer ist, so müßte sie der sozialdemokratischen Landtagsfraktion eigentlich einen Lorbeerkranz schicken: denn an ihrem Widerstand ist ja die Heraufsetzung des Wahlalters gescheitert Weiter! Angenommen, das Wahlrecht vom 20. Geburtstag an ist für die Jugendlichen eine so wertvolle Errungenschast, wie die Kommunistische Partei es jetzt darstellt! Dann ist es doch eins Pflicht der Gerechtigkeit, einmal auch zu sagen, wem sie diese Er- rungenschoft verdanken! Kann die Kommunistische Partei be- streiten, daß die Verleihung des vollen Staatsbürgerrechts an die Jugendlichen vom 20. Geburtstag ab einzig und allein das Werk der Sozialdemo.t ratio ist? Kann sie bestreiten, daß diese Forderung aus dem Erfurter Programm der Sozial- demokratie übernommen und erfüllt worden ist? Während die Kommunisten die ganze Verfassung, die ganze Demokratie, das ganze ollgemeine Wahlrecht und damit auch die Verleihung der gleichen Staatsbürgerrechte an die Jugendlichen wütend bekämpften? Das Wahlrecht der Jugendlichen ist der KPD. vollkommen gleichgültig. Wichtig ist es ihr erst geworden in dem Augenblick, in dem sie glaubte, den richtigen Lügendreh gefunden zu haben, um die Jugend gegen die Sozialdemokratie aufzuhetzen. Das kann sie aber nur, indem sie im Vertrauen auf die bodenlose Unwissenheit und Leichtgläubigkeit ihres Publikums die Tatsachen auf den Kopf stellt. Der Fall ist an sich ja typisch! Jedesmal, wenn die Arbeiter- klaffe etwas an Rechten und Errungenschaften verloren hat oder ihr etwas davon verloren zu gehen droht, gibt die KPD. an dem ein- getretenen oder drohenden Verlust der Sozialdemokratie die Schuld. Daß all« Rechte der Arbeiter, alle Erhöhungen der Löhne, der So- zialleistungen in der Zeit der besseren Kpnjunktur von der So» zialdemokratie erkämpft waren, davon erfährt man kein Wort. Bekommen die Jugendlichen, die Frauen das Wahlrecht, werden in guten Zeiten Löhne erhöht, Sozialleistungen verbessert, so kommt das alles nach kommunistischer Auffassung ganz von selbst. Geht davon etwas verloren odei� droht nur irgend etwas verloren zu geben, dann hat„die verruchte SPD.* die Schuld daran! Wir bedauern die armen unwissenden Menschen, die auf einen so blöden Schwindel hereinfallen, aber wir geben die Hoffnung nicht auf. daß es gelingen wird, sie aufzuklären. Vor allem aber ist jetzt der Arbeiterjugend Gelegenheit gegeben, eine Probe chrer Intelligenz abzulegen. Wer geht den kommunistischen Schwindlern aus den Leim? Durchgreifen gegen Zeiiungshetze. Massenverbole In Preußen und Bayern. -- Süstriu, 23. März. Der Oberpräfident der Provinz Brandenburg hat die im Zei- tungsverlag Neumann- Neiwawm erscheinenden brandenburgi» schen Provinzzeitungen Lü striner Zeitung* und „Oderblatt* in Küstrin,„Neudammer Tageblatt* in Neudamm, �Der Fürstenwalder* in Fürstenwalde(Spree), .Baerwalder Tageblatt* in Basrwalde,.Leitung für Bad Schönsließ* in Bad Schönfließ,„Zehdener Zeitung* in Zehben a. d. O.,„Ne u m ä r t i s ch e s O 0« r b l a t t* in Küstrin und„Lebuser Heimatzettung* in Küstrin auf die Dauer von zwei Wochen mit sosortiger Wirkung verboten. Als Grund für das Verbot wird ein am 14. März veröffentlichter Leitartikel„Niederlage des Systems* angegeben, in welchem der Oberpräsident eine Beschimpfung und bös- willige Verächtlichmachung des R« i ch s p r ä f i 0 e n» t«n, des Reichskanzlers und der amtierenden Reichsminister er« blickt. Breslau, 23. März. Durch den Oberpräsidenten der Provinz Nisderschlesion wurde heut« die nationalsozialistische„Schle fische Tageszeitung* nebst ihren K o p f b l ä t t e r n für die Dauer von fünf Tagen vom 24. März bis zum 28. März oerboten. Anlaß dazu gab ein Aufruf, der schwere Beschimpfungen der preußischen Polizei enthielt. Gleichzeitg wurde wegen Beschimpfung des preußischen Innen- Ministers und der Polizei gegen die Wochenblätter„S ch l e f i f ch« r Beobachter* und„Deutsche Ostfront* für die Zeit vom 24. März bis zum 6. April ein Verbot ausgesprochen. Zkürnberg, 23. März. Auf Veranlassung der Polizeidirektwn Nürnberg wurde die neueste Nummer der nationalsozialistischen Wochen. fchrift der„Stürmer* beschlagnahmt und die Zettfchrist bis zum 3. April verboten. München, 23. März. Die kommunistisch«„Neue Zeitung* wurde wegen Beschimpfung des Reichspräsidenten, des Reichs- tanzler» und leitender Beamter de» preußischen Staates auf die Dauer van einer Woche verboten. Die nationalsozialistische Wochenschrift„Der S A.-M a n n* wurde wegen Beschimpfung des preußischen Innen» minister» aus die Dauer von zwei Wochen verboten. Augsburg. 23. März. Von der Polizekdirektton Augsburg ist das Erscheinen der „Neuen Nationolzeitung* auf fünf Tag« verboten worden wegen eines Artikels, in dem ein« Beleidigung des preußischen Innenminister Severing erblickt wird. -Role Fahne" auf fünf Tage verboten. Der Berliner Polizeipräsident hat die kommunistisch« Zettung „Die Rot« Fahne* auf die Dauer von fünf Tagen verboten. Vankpleite im Michael-Konzeru. Zahlungseinstellung der Industrie« und Privatbank. Die zum Michael-Konzern gehörende Industrie» und Privatbank hat ihre Zahlungen eingestellt und das gerichtliche Vergleichsverfahren beantragt. Die Börscitoerpslich- -ungen des Unternehmens sollen dem Bernehmen nach nicht sehr umfangreich seinc Vor«inigen Tagen hat die Bank bereits die Böchnwrten dem Borstand der Berliner Börse zurückgegeben. Völkerbund und Südostpleiteu. Hilfsmaßnahmen für Oesterreich, tlnaaru, Bulgarien und Griechenland empfohlen. Bari». 23. März. Der Finanzausschuß des Völkerbundes wird am Mittwochabend oder Donnerstagoormittag seine Beratungen über die finanziell« Lage Oesterreichs, Ungarns, Bulgariens und Griechenlands nach 23tägig«r Dauer zum Abschluß bringen. Dem Wlkerbund-rat wird ein Bericht übersandt werden. Der Rat tritt wahrscheinlich am 1ö. April in Genf zusammen statt am IS. Mai, wie ursprünglich vorgesehen war. Der Bericht enthäll außer allgemeinen Betrachtungen über die wirtschaftliche Lage in den vier Staaten und über die Notwendigkeit der grundsätzlichen Aufrechterhaltung des Vorranges der Völker- bnndsanlethe folgende Empfehlungen an die Regierungen: Für Oe st erreich die Zkotwendigkeil einer hilfsauleihe, die der österreichischen Regierung gc statten soll, das Ende der Krise ohne Einstellung des ausländischen Schuldendieustes abzuwarten. Für Ungarn Aufrechterhaltung des Moralorlum». das bereits gewährt worden ist. in Erwartung einer Besserung der wlrt- schaftlichco Lage, die später eine neue Vereinbarung mU den Gläubigern ermöglicht. Für B u l g a r l e a Verminderung de« ausläudischea Schuldeudienstes um 50 Proz.. solange die gegeuwärttgeu Transfer-Schwierigkeiteo fortbestehen. Für Griecheulaud ebenfalls eine hllfs au leihe zur Aufrechterhaltung des ausländischen Schuldeudienstes, aber Eiastel- lung der Rückzahlung dieser Anleihe. Der Bericht des Finanzausschusses soll auch dem europäischen Ausschuß des Völkerbundes, der gleichzeitig mit dem Rat zusammen- tritt, als Unterlage für die Beratungen über das Wirtschafts- abkommen zwischen den Donaustaaten dienen. Der pariser Theaterstreik. Großer Tag im Rathaus. Paris, 23. Marz. Den Theatern ist durch Gesetz di« Zahlung einer Armen- steuer auferlegt. Die Streikdrohung der Theaterbesitzer hat«ine Debatte im Pariser Stadtrat hervorgerufen. Mehrer« Stäidträte verlangten vom Präfekten die Ersetzung dieser Armensteuer durch eine soziale Steuer. Das Stadttatsmstglied D u f r e n n«, von Beruf Theaterdirektor, erklärt«, daß die Schließung der Theater 100 000 Personen arbeitslos machen werde. Der Seine-Präfekt erklärte, er könne die Abschaffung der Armensteuer nicht vornehmen, wenn man ihm nicht für den Cinnahmeausfall andere entsprechende Einnahmen verschaff«. Der Präfekt erNärte sich sedoch bereit, zusammen mit einer Abordnung des Stadtrats heute mit dem Finanzminister zu oerhandeln. Erhöhung der amerikanischen Erbschailssleucr. Ein Gesetz- entwurf, der in Anlehnung an das englische Erbschastsfteuergesetz den Höchstsatz der Erbschaftssteuer von 2S Proz. aus 4S Proz für Vermögen über zehn Millionen erhöht, wurde im Repräsentanten- Haus mit 190 gegen 149 Stimmen angenommen. Die Sicherung des Osterfriedens. (Sin Erlaß des preußischen Ministers des Innern. Der preußische Minister des Innern hat in einem Runderlaß di« Polizeibehörden zur Durchführung der Verordnung des Reichs» Präsidenten zum Schutze des inneren Friedens vom 17. März 1932 besonders auf folgende Punkte hingewiesen: 1. In der Zeit vom 20. März bis zum 3. April 1932, mittags 12 Uhr, sind öffentliche politische Versammlungen sowie alle pali. ttschen Versammlungen und Aufzüge unter freiem Himmel verboten. 2. Für die Zeit des Osterfriedens ist jede Art dar öffentlichen Verbreitung von Plakaten, Flugblättern und Flugschriften poli- tischen Inhalts oerboten. Diese Bestimmung unterscheidet sich von der entsprechenden Bestimmung über den Wechnachtsfriedsn dadurch. daß auch die sogenannte Hauspropaganda getroffen wird. 3. Oeffentliche politische Versammlungen sowie poittische Vcr- sammlungen und Aufzüge unter freiem Himmel, die nach Ablauf der Osterfriedenszeit stattfinden sollen, dürfen bereits vom 1. April 1932 ab öffenllich angekündigt werden. Ferner weist der Minister des Innern in dem gleichen Rund- erlaß darauf hin, daß durch die Verordnung vom 17. März 1932 die entsprechenden Vorschriften der Ersten Notoerordnung vom 28. März 1931 infofeni eine Aenderung erfahren haben, als in Zukunft alle Plakate und Flugblätter politischen Inhalts, ehe sie in irgendeiner Art öffentlich verbreitet werden, der zuständigen Polizeibehörde mindestens 24 Stunden vor- her zur Kenntnisnahme vorzulegen sind. Nach den bisherigen Ae- stimmungen unterlagen der Vorlagepflicht nur solche Plakate und Flugblätter politischen Inhalts, di« an oder auf 5ff«nttichsn Wegen. Straßen oder Plätzen angeschlagen, ausgestellt, verbreitet oder sonst der Oeffentlichkeit zugänglich gemacht werden sollten, dagegen nicht solche Plakate und Flugblätter, die auf andere Weise, insbesondere durch Hausvropaganda verbreitet werden sollten. Durch die Aendc- rung der Bestimmungen wird öie Borlagepslicht also auch auf nur für die H a u s p r o p a g a n d a bestimmte Plakate und Flugblätter politischen Inhalts erstreckt. Demgemäß fft auch die polizeiliche Befugnis zur Beschlagnahm« und Einziehung solcher Plakate und Flugblätter erweitert worden. Vier Kinder durch Gas vergiftet. Von einem kragsschen Unglücksfall wurde das Ehepaar Knötsch aus Vuchholz. Haupt st rahe 27. heimgesucht. K. war mit seiner Frau außerhalb setner Wohnung. Vi? vier Kinder im Atter von 15. 8, S und 5 Zahren gingen schlafen und müssen vergessen haben, das Gas ordnungsgemäß abzustellen. Die Eltern fanden bei ihrer Rückkehr zu ihrem Entsetzen die Kinder bewußtlos vor. Sie rissen die Fenster aus und benachrichtigten dann die Feuerwehr. Der Rettungswagen der Feuerwehr aus der Paukstraße sowie die Feuerwehren vuchholz und Pankow eilten an die Uaglücksstätte. Die vier Kinder wurden ins Krankenhaus Pankow überfghri. Ob bei einem der Kinder Lebensgefahr vorliegt, war bis zur Stunde des Redaktionsschlusses nicht festzustellen. Der„Solr*. das einzige Pariser Abendblatt der Linken, Hot wegen finanzieller Schwierigkeiten fein Erscheinen einstellen müssen, Wurst 88, Wiener Würstchen Pfand w pi. Fleisch- u. Dampfwurst Pfand 0.70 Lanaleberwurst Pfand i.ie 0.82 Mettwurst ßmunsch«. Art Pfand 0.85 Feine Leberwurst pw.».20 0.98 Zervelatwurst u. Salami Fid. 1.10 Teewurst i«u>« und grobe, Pfand 1.18 Zervclat t F«id. a Filetwurst 1.25 Speck fett. Pid 0 CS mager Pfand 0,84 Schinkenspeck m störten Pfand 1.20 Nubschinkenca�rid.tdi*..pid. 1.45 Käse 63, Ste>nbuscher ronrea. Pfand vv pt. Camembert rollleti. Halbmond 0.24 LimburgerkäscroiiLO.i4haibi 0.44 Block käse(TUalla ArOhalbt. Pfd. 0.56 Dan. Schweizer'.«e». Pfand 0.60 Tilsiter pid. 0.72 BriekSse 0.68 Dän. Couctekäse»oiu.. Pfand 0.74 Schweizerkäse baz,.«>m.�tan 0.98 Margarine, hokoslett Pfand 0.32 Molkereibutter..... Pfand 1.38 Markenbutter......Pfand 1.56 Pf. Kolcitiaiwam» Eier-Schnittnudeln Pfand Mehl S-pfrLBeoid 1.35 1.45 1.55 Auszugmehl.. Pfand 0.26 0.28 Kartoffelmehl... Pfand 0.18 Sultaninen Pfand 0.38 0.58 0.78 Korinthen.... Pfund 0.55 0.65 Zitronat........ Pfand 0.95 Mandeln Pfand 1.30 1.78 1.98 Reis. Pfand 0.15 0.21 Brn* 0.12 Pflaumen nd. 0.24 0.35 o stet. 0.52 Backobst gemiKhi 0.38 0.58 0.78 Aprikosen icaiu 0.55 0.66 0.98 Fr.s'h gebrannter Kaffee Pfd. 1.80 2.20 2.60 3.00 3.40 3.60 WERTHEIN Zusendung, soweit Vorrät, von 5M an. Leicht verderbliche Artikel werden nicht zugesandt. Fische 10, OOrSCh• a• a.Pfand B Pf, Seelachs....... Pfand 0.14 KabeljaUohnelCepf.(LPlKfae. Pfd. 0.16 Filet v. Seelachs.... Pfand 0.18 Filet v. Kabeljau.... Pfand 0.26 Schellfisch....... Pfand 0.28 Rotbars ebne Kopf....Pfand 0.26 Kochschollen...... Pfand 0.28 Grüne Heringe.... 3 Pfand 0.32 Bratschollen. 3 Pfand 0.32 0.42 Zander gefroren, ganze Ftadie. Pfd. 0.38 Lebende Bleie....Pfand 0.38 Leb. Karpfen u. Schleie Pfd. 0.68 Lebende Forellen.. Pfand 1.60 Ranmerwaren 22 Bücklinge..ptmi dbOBkn Sprotten... Kute 0.26 Pfand 0.26 Seelachs in stocken.... Pfand 0.32 Schellfische o. Flundern ptmd 0.32 Fleckberinge...... Pfand 0.38 Matjesheringe..... 3 stod, 0.25 Spickaal...Pfand 1,70 Bond 0.34 Lachs in Stocken...... Pfand 1.20 Oelsardinen..... 5 vom-, 0.88 Fisdimarinad.'�*0.38''ifa�0.60 Fettheringe in Oel n. Tome ci 2 Dosen 0.78 Gänse gefroren Pfund 48 Pf. Kalbskeule Pfund Pf. Schwelneschinken 68 Pfund • PI. Weißwein es Rheinpfälzer,.Liter Pf. Königskuchen 0.48 mü SA m. Schokolade A KÄ Ananas unj Rosinen"e�" Baumkuchen StOck« Q/k elrka 4 QO ca. Vi Pfd. i.WW an den Folgen einer Oeeration geiiorden tli. Die B etdiquna findet am Donnere. tag, dem 24 Märe nachm S Uhr von der Leich-ndqy.e dxs Pantom.r Kirchhoiea. Bak>ai>oistrahe, all» stall. ifiege BeteMiguNg rotrd erwartet"" Nachruf Den Kollegen jn' Nachricht, daß unser Kollege, der Schlosser, Heinrich Knscbke oeb 6 Fefauar 1865, am 15. März gestorben ,fl Die Beerdigung hat bereits statt- gesunden. Ehre ihrem Andenken Die Ortzvenralhmo. Leibwäsche billig, sauber Wäsche- Fliess pünktlich NW. 87 KiOPStOCkStr. 4 Moab. 884» Gegen Husten UiiriGhaCa.,ufeiQens8e Plstoriusstr. 102 a Telephon. Woißensee 12SS Ueberau erhältlich Osterwein �9 1* «o ßMO 1 Oer Wein zu Stäiknng I NahtlofeGummiivaren Tücht ger Weikmeister ode, Voiarbe ter I der d e Fahr kniion von Fingerl ngen,' rivenuvmii einetc behei, seht, wird lür kleine schwedische Fab.i t verlang-. Der.| wd gher mit de, Fabrikation(ibti-er eohnlscher Präparate ve, traut ist wird1 bevorzugt Offenen unter„Naht, ose» Gamm, waren" an Cnmacllnz An- ooaccn-BCro, Stodcbolm, Sdiwcdcn.. riftmftinnfltzinßSiBdinnnsnßnnssenschaft „licöteBbeFfler ßafteflheim'e.fi.m.b.H. j ueme I Berlin- fahisdorf, Melantchibonztrehe 0 4'' Bilanz paP 31. Dezember 1931 Aktiv» Kasse nbasiand.................................. Bank-Konto 2397............... 1RM 69 201.62 Bank-Konto 2106............... � 102 905.43 Sparkassen-Konto 217$.........•« 26 Ld8LL Bank-Konto 434...................» 3 521,87 Bank-Konto 4449...............». 4 300�0 Postsdheck-Konto i Grundstücke und Gebäude...... RM 43 535�6 Abschreibung RM 1 439.64 206 797.98 105,31 3 000.- 40 535.56 Mobilar.......................... RM Absdireibung.................. Material(Warenbestand) 1 527.92 1 300.— 727.92 KLEINE ANZEIGEN HiunuinniinnminmiiiuiiiiuiuniiiiiHUininHiiiuniuiniuiniiiouiiniiiiiiiiiuitui Preise: Uberschriftswert 20 Pf., Textwort 10 Pf. Wiedorholungsrabaft; 2 mal 5%, 8 mal 7Vt%» 12 mal 10%. oder 10�0 Worte Abschluß 10%. 2000 Worte 15%, 000 Wort© 20%. Annahme durch den Verlag. . Undenstr. 3(Vi 9 bis.5 Uhr), sämtliche Vorwärts-Filialen u.- Ausgabestellen, sowie alle Annoncen-Expeditionen Photoapparate, GeTegel'~* mas::- nntrumsnA Prachtpiano-, ige Daran. genh-it-n.Pris. mengläser Eelegen. �... d'iun, Rietenaus, brauchte 250,-. 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Templiner. 059.80 Hill! 36 000.- strafte vierzehn, 0 842 30 Weidendamm 8182. Berkaus bis Frei» tag nachmittag. , kauft»ufl1 Schulz. j Ziigaersnmfte 102.<8 RM 27 367,— 8 000,— 17 270.30 HiBidungsstüciu. ujasche im Garantietüchlage................................ 21 186,12. taufe Reduiungsrttckrsge............................ 10 305.481 3a Wenig getragen« Hezrengarbgrobe, teils auf Seide, oe Bubirad, W guterhalten, kauft Bunge, Schön«. weide, Soethestr. 4, Radaaedifie. Pialinad'älle Queckstlber Rin» Silben» Recknuögeröd Kiurmksnds biralleodaulood« spottbilligt Ziadln, Eprechmaschinen, Zietzanschluftaulag«, komplett mit Roh. ren, Lautsprecher, anschluftsertig, 46,—, Macher 4.75., �-,7 Ij50'»'«pn"?-«,-; schmeUe Selbfdimel» Z A,' � Ebriftwaat» bot« so s w«ovenickerkraft, 39. Än, fob ZL5, 4,40, 4,95. Reft.j . anoden 13,—. Bast. . Itrmaterial. Sprech. Hausspargelder,............................... Hypothekonsdiuldeo(Konsum)................ Gcfiag-Beteiligung............................. Sackettanzstge, 4 3002)0] Smokingauziiae, 60 201 ch2! Paletots. Ulster, l? 050.03 Beinkleider sowie ä;| ünepricm 1 -, 12,-. I i I nuischwen apparate f 15,—. Schrankaopa.! rat» 28,—. 32o 17 650/12 erstklassige neu«'H'.TV. t4 1 78.06' SazbetoM,. Ersatz I sdinZlsördernd Bri. ................................ 2019,62 475 352.44 Gewinn, und Verlustrechnunq Ausgaben Wirtsdiafts-Konto............... Unkösten-Konto.................. Abschreibung für Grundstück...... Abschreibung für Mobilar........ Gewinn............:............ Gewinn- Vortrag au» Wirtscbafts-Konto..... Haftpflicht und anderes Warenverbleib....... 2insen-Konto......... Hauszinsen........... Einnahmen RM 3 466,15 7 042,17 3 000.— 1 300... JM)19.62 16 847.94 RM »j-euag-Dctctugung............................. i* is-o.uo vstiug fi rrtw,t« S,. Krediiozcn-Mitgiieder.......................... 241 751.21! für Maß. Patrick, Hauszinsen. Velkskürsorge...... RM 354.37 tüt: Bauchnnzüge. Fruchtstraße 4._ t3 Wohnungsfürsorge............„ 15 410.- 15 964�7. Pfandleibe----- Gewinn........................................ 9 010.62 Prinzen, Zar. I traft« 83._ strafte 93.>in. Zieanderstr. S. Bau SUnalieten Maschinenbau, Elek» wenig getragen« I. Irntechnik, Heizung. und neue Herren. I fljll süSSC fllnBfl i Hochbau, Tiefbau.- anzstg», Ulster.' i �. Paletots, sede Fi. Sur passenb, oer. uft enorm billig Elekiroschnl« Siahmaschinea. und Laboratorium: zfte Auowabi Friedrichstrafte eirw ,t( 85,— an. in undzwanzig. fftcU A-tt... v— MUILL 0 ftub Me. Walter Stargarberftraft» achtzehn. Sein La. den> Sleifer. prerswerte Möbel fabrikneu, 34,—, an, mit Freilaus und Rücktrittbremse jetzt 42,-. 45.-. 55.-. Ballonräder. Marke Brennabor. 70,— Ballonräder Marl« Stern. 68,— 75/— Areona jetzt 95,—. Machnow. 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Die Straßen und Häuser am westlichen Teil der Stadtmauer und am See sind von dem Brande verschont geblieben. Hier sind die Straßen schmal und krumm und unregelmäßig gebaut. Viele Häuser reichen bis in die Zeit des Dreißigjährigen Kneges zurück. Hier steht auch das älteste Gebäude der Stadt, die Klosterkirche, in der noch Teile vom ursprünglichen Bau von 1248 erhalten sind, und in deren Nähe die Siechenhauskapell«, erbaut am Ende des IS. Jahrhunderts. Äeuruppin- Altruppin Berühmt war in vergangener Zeit das Ruppiner Bier,„für Krank« und Altersschwache eine so wohltätige, ja unentbehrliche Labung"' In neuerer Zeit ist Neuruppin in der ganzen Welt durch sein» Bilderbogen bekannt geworden. Neuruppin ist der Ge- burtsort des Baumeisters und Architekten Schinkel und des Alt- meistere märkischer Wanderei Theodor Fontane. Beiden hat man hier ein Denkmal gesetzt Neuruppin liegt am Westuser des 13 Kilometer langen, bis zu 800 Meter breiten Ruppiner Sees. Der See gehört zu den Binnenseen, wie sie die Eiszeit dem nord- deutschen Tiefland vielsach beschert hat. An einer der schmälsten Stellen, wo der Seegrund sich über die Wasseroberfläche zu einer SKIoflerruine Xindoir 1 Insel erhebt, wurde der Bahndamm durch den See gelegt. Auf dem | Westufer des Sees führt eine schöne Promenade nordwärts zu dem etwa 4 Kilometer entfernten Städtchen Altruppin, an der Nordspitze de» Ruppiner Sees gelegen. Hier befand sich ehemals eine starke Burg, und auch zur Wendenzeit war schon eine Burg- i anläge vorhanden. Jetzt sind deren Mauern verschwunden. Nur die kleine Stadt, deren Bewohner einst der Burg hörig waren, träumt noch ihr stilles Dasein, umgeben von Wald und Wiesen, bespült von den Wassern des Sees und des Rhins, der hier in zwei Armen in den See fließt.-Auch Altruppin wurde 1791 von einem großen Brande heimgesucht. Die Ruppiner Gckweiz. Zunächst gehts von Altruppin gen Nord durch Kiefernwald zur Niederung des Rhin». Ueber Neumühle erreichen wir Malchow am Ostufer des Molchowfees. Das Dorf ist ein ausgeprägter Rund» ling mit großem freien Dorfplatz, der in der Mitte etwas erhöht ist und von Eichen, Kastanien, Linden und Akazien beschattet wird. Wir überschreiten das Derbindungsgewässer zwischen Malchow- und Teetzensee und wenden uns sogleich rechts ab, auf dem W e st u f e r des Teetzensees gen Nord. Der Weg führt anfangs am Rand I des Kiefernwaldes entlang, der von Laubgebüsch und Birken ein- gefaßt wird, die jetzt allerdings noch ohne Blätterschmuck dastehen. Dann geht es durch schönen Mischwald mit vielen Eichen. Weiter- hin entfernt sich der Weg vom See. An der Kolonie S t e n d e n I tz vorbei kommen wir zum Zermützellee. Dieser reich gegliederte See wird von bewaldeten Höhen umrahmt, die prächtige Aus- blicke aus die Buchten und Halbinseln bieten. Gleich hinter der Brück« über ein kleines Fließ auf dem Westufer des Sees folgen wir dem Fußsteig nach links zum Ufer der Kellen, zwei kleine Seen von liefern, und buchenbestandenen Höhen umgeben. Vom Nordend« der Kellen gehen wir an den Hauptweg zurück und kommen westlich vom Forsthaus Stendenitz vorbei zur Niederung, ' die den Tornowsee mit dem Zermützelse« verbindet und vom Rott- stielfließ durchflössen wird. Beim Forsthaus Rottstiel überschreiten wir das Fließ. Bald biegen wir von der Straße nach links ab und wandern am Tornowsee hin. Der Wald, der bisher reine Kiefernbestände bildete oder ein Mischwald war. geht jetzt in reinen Buchenwald über Auf halber Höhe der Buchenhänge kommen wir zum Nordende des Tornowsees. Hier liegt die Boltenmühle, ' die uns so recht den stillen Zauber der Waiiermühlen im Waldes- gründe in das Bewußtlein ruft. In der Nähe liegt ein kltiner Friedhof Im Tal der Line wandern wir gen Nord. Im tiefen Einschnitt schlängelt sich das Fließ zwischen den buchenbestandenen Höhen hin. Der Boden weist häufig guellige Stellen auf, umqe- stürzte Baumstämme liegen quer über Weg und Fließ, vom Wasser murmelnd umspült Wir bleiben„eben dem Birenbach bis zum Kal.kf««., dessen Abfluß er bildet Am Nordufer des Sees liegt Binenwalde, unser nächstes Ziel fvon Neuruppin 20 Kilometer). Von Binenwalde steigen wir nordöstlich durch einen Hohlweg aus die Hochfläche hinauf. Der Weg führt durch sehr hügliges Ge- Zeppelin gelandet. Nach dreitägiger Fahrt in pernambuco. New York. 2». Marz. Wie Associated Preß ans Pernambuco berichtet, ist das Luftschiff„Graf Zeppelin" dort um S0.4V Uhr MEZ. glatt gelandet. lände nach Zühlen. Wir befinden uns hier in einem Endmoränen- gebiet der letzten Vereisung der Eiszeit. Auf den Ackerrainen und an der Straße sind oft große Haufen von Feldsteinen aufgeschichtet, die auf dem Acker zusammengelesen wurden. Sie wurden von dem Eis aus ihrer skandinavischen Heimat hierher verfrachtet und sanken zu Boden, als das Eis abschmolz. Von Zühlen aus ist das Gelände waldsrei. Nur in unserem Rücken befinden sich die ausgedehnten Forsten zwischen Neuruppin, Wittstock und Zechlin. Weithin schweift der Blick. Rechts liegen die Krähenberge, die mit 118 Meter zu den höchsten Erhebungen des Ruppiner Landes gehören. Dahinter taucht der Leuchtturm auf Die Straße senkt sich, und bald haben wir das freundliche Rheinsberg erreicht(von Binenwalde 10 Kilometer). Unmerklich geht der alte Schloßpark in den Buberowwold über. Alte Linden stehen an den durch den Wald führenden Wegen Bald haben wir den Böbereckensee erreicht, ein echtes märkisches Waldauge, von dem uns das Scheiden schwer fällt ' Onstow. Von Rheinsberg geht es gen Süden zum Leuchtturm, einem Ziegelbau, der schon recht baufällig ist Dann wandern wir durch Wald nach Zechow und wester in der Nähe des Rhins über die Rheinshagenmühle nach Zippelsförde. Hier nehmen wir Ab- schied vom Rhin und gehen gen Ost zum Gudelacksee. den wir entweder südlich oder nördlich umwandern, um nach Lindow zu kommen(von Rheinsberg 2S Kilometer).„Lindow ist so schön wie sein Name. Zwischen drei Seen wächst es auf, und alte Linden nehmen es an mehr als einer Stelle unter ihren Schatten", so sagt Fontane. Saubere Straßen, schmucke Häuschen, und allenthalben ir:'-*-*-_.. Am tomoiriee das Geäst der vielen Linden, fürwahr ein schönes Wanderziel. Am Wutzfe« liegt die Runie des Klo st er» Lindow, das als Nonnenkloster um 1300 an der Stelle eines wendischen, dem Gott Joduth geweihten Tempels errichtet wurde. Auch dieses Kloster wurde zerstört und verfiel, und so sind schließlich nur noch die Ruinen übriggeblieben, die wir heute sehen. Von Lindow treten wir unsere Heimfahrt über Löwenberg an(Zuschlagskorte lösen). Für die Wanderung werden die Reichs- karten(1: 100 000) 214 Wittstock, 21S Rheinsderg, 242 Neuruppin und 243 Oranienburg gebraucht. /Ui» ctem Russischen übertragen von Werner Bergengruen. Der arme Kerl tonnte ganze Tage lang vor sich hin schluchzen. Bei der Ablösung' kamen der bisherige und der neue Wachthabende in unsere Zelle, zwei Oberleutnants... Sie kontrollierten die Gefangenen, der neue Wachthabende fragte sie, wie lange sie schon hier seien, was sie angestellt hätten und so weiter. Als sein Blick auf mich siel, fragte er mich. warum ich so blaß aussähe, so unrasiert wäre und so ver- krümmt dastände. Ich erklärte ihm, ich sei soundso lange auf dem Transport, habe viel Hunger gelitten und sei krank. Er blieb noch einen Augenblick stehen, dann sah er den an- deren Oberleutnant an. beide fingen an zu lachen und gingen. Diese» überraschende idiotische Gelächter kann ich mir bis auf den heutigen Tag nicht erklären. Selbst die Mitgefangenen, die doch allerhand erlebt hatten und denen so ziemlich alles einerlei war, sprachen noch lange von diesem Vorfall und suchten vergeblich zu ergründen, was wohl das dumme Ge- lächter der Herren Offiziere hervorgerufen haben könnte. In der Militärarrestanstalt waren Bauernjungen aus den südrussischen Gouvernements, aus Cherson. Tarien, Podolien, Leute, die lesen und schreiben tonnten und manche Ersah- rung gesammelt hatten. Daneben gab es Leute aus den Gouvernements Tobolsk und Tomfk. aus Dörfern, die fünf bis sechshundert Werst von der nächsten Bahnstation lagen, Leute, die keinen einzigen Buchstaben kannten und auf der denkbar niedrigsten Entwicklungsstufe standen. Da war der Tartar aus dem Kasanschcn Gouvernement, von dem ich be- richtet habe. Sein Gruppenführer hatte ihn im Dienst bis zur Raserei gereizt und ihm schließlich eine Ohrfeige gegeben. Der Grusinier hatte ihn verprügell und sollte jetzt für sein stürmisches und leicht erregbares Temperament büßen. Er erzählte mir: »Ich sage ihm: Hau mich nicht in die Fresse, hast �ein Recht dazu. Aber er kommt immer näher auf mich zu, drängt mich gegen die Mauer, haut mich in die Fresse. Ich kriege Nebel in den Kopf, vor den Augen wird es mir dunkel, kann nichts mehr sehen, mit einer Hand nehme ich ihn bei der Gurgel und mit der andern ihm in die Fresse, immer in die Fresse! Dann schmeiße ich ihn weit weg und schreie Trau dich nicht näher, ich bringe dich um! Trau dich nicht näher!" Während des Erzählens erlebte er alles von neuem, flammte auf und zitterte vor Zorn und Empörung. Seine Augen funkelten, gesprungene Aederchen füllte sie mit Blut, seine weißen Zähne, die klein und regelmäßig waren, hoben sich prachtvoll von seinem dunklen Schnurrbart und seinen leuchtenden roten Lippen ab,— ein herrliches Bild lodernder Empörung. Während dieser Tage in der Militärarrestanstalt fütterte ich mich ein klein wenig heraus, denn die Berpsiegung kam aus der Kasernenküche und bestand aus den üblichen Sol- datenkohlsuppen und Buchweizengrützen: das war eine recht nahrhafte und nach dem Gefängnismischmasch durchaus wohl- schmeckende Kost. Ich bekam hier bereits eine einigermaßen deutliche Bor- stellung davon, was für ein Leben der Soldat in der Kaserne führt, besonders in den ersten Monaten, wenn ihm die Grund- begriffe der militärischen Gelahrtheit beigebracht und ihm „die Zioilistenknochen zurechtgebogen" werden. Es war ent- setzlich zu denken, daß mir noch all das bevorstand, was meine Kameraden in der Militärarrestanstalt bereits hinter sich hatten. Bor allem würde ich meine sämtlichen Kräfte zu- sammenrelßen müssen, um allen nur zu leicht möglichen Ver» stößen aus dem Wege zu gehen und nicht in Konflikt mit dem Militärreglement und sämtlichen geschriebenen und un- geschriebenen Militärgesetzen zu geraten Ich hatte kein Ber- langen danach, n?' länger im Gefängnis zu sitzen. Alles, was H-, wn meinen Pritschennachborn in der Krasnosarsker Mililärarrestonstalt hörte, war trostlos. Alle meine Krasnoiarsker Tage waren angefüllt mit Erzählungen von ausgestandenen Schindereien und Beschimpfungen, von grausamen Verfolgungen durch Zugführer, Feldwebel und Offiziere, von den qualvollen Stunden des„Unter-Gewehr- Stehen-Müsfens", endlosem„Lausschritt, marsch! marsch!" in feldmarschmäßiger Ausrüstung, von Schlägen in die Fresse seitens der Korporalschaftsführer und Abrichter. Als wir von Krasnosarsk nach Irkutst weiterfuhren, da hatte ich, wie mir scheinen wollte, schon etwas wie eine theoretische militärische Borbereitungsschule absolviert und das Militärleben sozusagen bereits mit dem Ellbogen gestreift. Am liebsten hätte ich mich mit diesen in Krasnojarsk errungenen militärischen Kenntnissen begnügt, aber das Leben fügte es anders... Auf den Bahnhof brachten mich nicht Mannschaften vom Cskortekommando, sondern Soldaten von der Wachtabteilung der Militärarrestanstalt, die mich dem aus dem Gefängnis kommenden Transportkommando zu übergeben hatten. Das Transportkommando war noch nicht da. und wir setzten uns so lange in den Wartesaal dritter Klosse. Ich war kaum mehr an den Anblick freier Menschen gewöhnt, an das Durchein- anderhasten von Menschenmengen, an all die Geschäftigkeit und den Lärm eines dem Publikum offenstehenden Ortes, und musterte daher neugierig meine Umgebung. Unangenehm war es. daß manche stehen blieben und mich als den von zwei bewaffneten Soldaten begleiteten Arrestanten interessiert anstarrten. Reben uns saß auf der Bant eine Bauernfrau mit drei kleinen Kindern. Das eine, ein Säugling, hatte sie auf dem Arm, während die beiden anderen— sie mochten vier und sechs Jahre alt sein— um sie herumspielten. Ich hatte schon seit langer Zeit keine Kinder mehr aus der Nähe gesehen, ihre hellen Stimmen nicht mehr gehört, nicht mehr mit ihnen ge- spielt. Der ältere Junge starrte mich hartnäckig an, als fiele ihm irgend etwas auf. Seine hübschen und gescheiten Augen musterten mich mit Interesse und Neugier. Das Mädchen betrachtete mich ebenfalls, hielt sich aber hinter dem Rücken des Bruders versteckt. „Na. Kleiner, was siehst du denn den Onkel fo an?" Der Junge wurde ein wenig verlegen, sah zu Boden und gab keine Antwort. „Wie heißt du denn? Na, komm doch ein bißchen näher!" „Kostfo heiße ich. Bist du ein Soldat?" „9a." „Aber warum haben diese Onkel jeder ein Gewehr, nur du nicht?" „Ich habe kein Geld. Ich kann mir keins kaufen." „Gewehre kauft man nicht. Gewehre gibt der Zar." „Aber mir hat er eben keins gegeben.' „Aber warum haben dies« Onkels keine Bärte, und du Haft einen?" „Ihnen hat der Zar keine gegeben, ich habe einen von ihm gekriegt." �. . �...(Fortsetzung folgt.) j Gn Goldschatz-Schwindel. 16000 Mark von Taschenspielern erbeutet. Das Geld ist rar geworden, und man müßte annehmen, daß Leute, die noch über Reichtümer verfügen, sie ängstlich hüten. Was allerdings nicht auszuschließen scheint, daß diese Besitzenden auf jeden Schwindel hereinfallen, der ihnen zur scheiirbar mühelosen � Bereicherung geschickt serviert wird. So ging es einem russischen Diplomingenieur, der in Berlin seinen Wohnsitz hat. Der russische Ingenieur ging vor kurzem in den Abendstunden mit einem Bekannten, einem gewissen R a j c z u ck aus Wilna dessen Bekanntschaft er in Jstambul gemacht hatte, über den Kur- fürstendamm. An der Gedächtniskirche trat ihm ein Mann entgegen, der ihn in gebrochenem Deutsch fragte:„Wo ist die russische Kirche?" Der Mann war sehr abgerissen gekleidet. Der Ingenieur gab dem Manne Auskunft. Plötzlich spielte sich da auf dem Platz vor der Kirche folgende Szene ab: Der Mann fiel in die Knie, küßte die Hände des Ingenieurs und sagte:„Gott hat Sie uns zur rechten Zeit gesandt!" Aus dem Warum und Woher ergab sich, daß man es mit einem Armenier zu tun hatte, der«inen Goldschatz verkaufen wollte. Der Ingenieur wollte 16 000 Mark zahlen und machte sein Geld flüssig. Rajczuck wollte sich ebenfalls an dem Kauf mit SO englischen Pfunden betelligen. Am nächsten Tage erschien der Onkel des Armeniers mit einem schweren Koffer in der Wohnung des Ingenieurs. Es wurden Proben gemacht, aus denen sich ergab, daß es taffächlich einige Goldstücke in dem Koffer gab. Der Schatz mußte jetzt in blaue Tücher gewickelt und in einem Handkoffer im Schreibtisch des Ingenieurs eingeschlossen werden. Zuvor allerdings mußte der Ingenieur dielSOOOMark Kaufgeld in den Koffer legen. Der Koffer konnte in dem Schreibtisch bleiben, die Schlüstel jedoch zu diesem und dem Koffer nahm der Onkel— Barnabar— mit. Am darauffolgenden Tage sollte sich der Armenier Jana den Rest in englischem Gelde abholen. Als er nicht kam, stieg dem Ingenieur ein unheimlicher Verdacht auf. Er erbrach seinen eigenen Schreibtisch und den Koffer und stellte fest, daß sich in ihm weiße Bohnen, Salz und P a p i e r s ch n i tz e l befanden. Er war einem raffinierten Taschen- spielertrick zum Opfer gefallen. Auch der Mann aus Wilna, Rajczuck, war plötzlich spurlos verschwunden. Der Ingenieur behauptet, daß der Mann mit zu der Bande gehörte. Bei den Armeniern handelt es sich um«inen etwa SS bis 60 Jahre alten Mann— Barnabar—, und dem 40 bis 4S Jahre alten Jana. Auf die Wiederherbeischaffung des Geldes hat der Ingenieur eine Belohmmg von 10 Prag, des Wertes, also 1600 Mark, ausgesetzt. Tragödien der Gchulexamen. Drei junge Menschen gehen in den Tod. Die Schülerzcugnisse und Abiluriumsprüfungen zu Ostern haben auch in diesem Zahre wieder erschütternde Tragödien Zugendlicher zur Aalge gehabt. So brachte sich in A n k l a m(Pommern) der achtzehn- jährige Sohn eines Lehrers einen schweren Kopfschuß bei, weil er als Unterprimaner nicht versetzt worden war. Er wurde ins Krankenhaus eingeliefert, wo er starb. In der Nähe eines Forsthauses bei Münden(Provinz .Hannover) erschoß sich die siebzehnjährige Tochter eines höheren Beamten. Sie hatte nach Ansicht des Kollegiums das Ziel der Klasse nicht erreicht und war im Lyzeum nicht versetzt worden. TfB t( u t, n t. Er»»II, liin 5j«m,n i-sl-xi.n..rtfärt, JE, in ÄÄ�SMiiNWik emem Brief an seine Eltern, daß er aus dem Leben scheide, weil dos Dasein immer neue Schwierigkeiten bringe. ösrlins neuer Etat Defizit herabgedrückt, aber neue Einschränkungen- Beratung im Magistrat DerZNagistralunddievezirksburgermeister nahmen gestern in einer gemeinsamen Sitzung den Vortrag des Stadtkämmerers über den Haushaltsenlwurs 1332 - entgegen. Das Jahr 1930 hatte mit. einem bisher ungedeckten Fehl- betrag von 63 Millionen Mark abgeschlossen. In dem Etat 1931 ergab sich ein weiterer voranschlagsmäßiger Fehlbetrag von 67 Millionen Mark, das tatsächliche Defizit des laufenden Jahres dürfte allerdings etwas niedriger sein. Die K a s s e n l a g e wurde entlastet durch die Veräußerung der Bewag, die etwa 190 Millionen Mark erbrachte und zu einer erheblichen Verringerung der schwebenden Schuld führte. Im Jahre 1931 wurden neue Kassenkredite von rund 42 Millionen Mark aufgenommen, gleich- zeitig aber nicht unerhebliche Teile der lang- und kurzfristigen Ver- pflichtungen getilgt. Der Haushalt 1932 ist mit äußersten Einschränkungen der Aus- gaben aufgestellt und bringt schwerwiegende Maßnahmen auf allen Gebieten der kommunalen Arbeit. Während die Iahresrcchnung 1930 Ausgaben in Höhe von 1184,3 Millionen Mark— nach Abzug der Lasten für Wohlfahrts- erwerbslose 1104 Millionen Mark— auswies, sind im Etat 1932 ohne Wohlfahrtserwerbslose rund 820 Millionen Mark vorgesehen, also 284 Millionen Mark weniger als im Haushalt 1930. Davon werden besonders betroffen das Bauwesen und der W o h- nungsbau, aber auch alle übrigen Zweige der städtischen Ber- wallung, bei. denen die erheblichen Kürzungen an Beamten- g e h ä l t e r und A r b e i t e r l ö h n e n sich nunmehr für ein volles Jahr auswirken. Für varunterftühungen der Wohlfahrtserwerbslosen sind 193 Millionen Mark vorgesehen, an Stell- einer Zstousgabe für 1930 von 80,3 Millionen Mark. Außerdem belief sich der städtische Anteil an der Reich skrisen» f ü r s o r g e 1930 auf nur 11 Millionen Mark, während er im neuen Haushaltsjahr 21 Millionen Mark betragen wird. �Hierzu kommt. daß im Haushaltsjahr 1931 498 Millionen Mark Steuern ver- anschlagt werden konnten, während für 1932 trotz erhöhter Abgaben (Erhöhung der Umsatzsteuer, Gewerbelohnsummensteuer) nur 426 Millionen Mark erwartet werden Ueber die Höhe des oorausfichllichen Fehlbetrages für 1932 konnte der Kämmerer noch keine abschließenden Zahlen vor- tragen, da die Frage der Zuschüsse des Reichs zu den Wohlfahrts- lasten noch nicht abschließend geklärt werden konnte und auch wegen der Verteilung der Hauszinssteuer noch keine endgültigen Ent- scheidungen vorliegen. Angesichts dieser Tatsache beschloß der Magistrat zunächst, von dem Vorschlag des Kämmerers Kenntnis zu nehmen, im Rahmen der vorgesehenen Ausgaben vorläufig zu wirt- schaften und wegen des zu erwartenden Fehlbetrags und seiner Deckung unverzüglich nach Ostern dringendste Verhandlungen mit der preußischen Staatsregierung und der Reichsregierung aufzu- nehmen. Die beabsichtigte Vorlage an die Stadtverordnetenver- sammlung wird unter diesen Umständen leider eine Verzögerung erfahren müssen. Brand im Königsberger Opernhaus. Keine Personen verletzt. Königsberg, 23. März. Während einer Aufführung der„Drei Musketiere" brach am Mittwochabend im Sönigsberger Opernhaus Feuer aus. Der Zu- schauerraum war gut beseht, das Publikum bewahrte jedoch vollständige Ruhe, als der Znsp'zient die Mitteilung machte, daß ein Brand ausgebrochen sei. Während die Oper in aller Ruhe geräumt wurde und der Eiserne Vorhang siel, schlugen die hellen Flammen aus dem Dachstuhl des Bühnengebäudes. Die Feuerwehr rückte sehr schnell an und nahm kurz vor 22 Uhr die Löscharbeiten auf. wie es heißt, hat ein Scheinwerfer den Brand verursacht. Personen sollen nicht zu Schaden gekommen sein. � Ostern auf dem Flughafen Tempelhof. Für die beiden Osterfeiertage hat die Berliner Flughafen- Gesellschaft volkstümliche Veranstaltungen mit reichhaltigem und besonders wechsewollein Programm vorbereitet. Mit Bobby Weichet, Richard Kern, Hans Albrecht und H. Knoetzsch erscheinen vier bekannte Kunstflieger auf dem Rollfeld und jeder für sich wird Deutscher Arbeiter»Z>Iaodoli»ist«n-Buud, im Saalbau Fricdrichshain, anläßlich der«. Vundcstagung, 10. 400 Mitwirkende. Eintritt im Borvertaus 75 Ps. Anfang IS llhr. Spezial-Segelstartwagen, um über Tempelhof seine Kreise zu ziehen. j Fräulein Lucie Bieczkowsky und Kläre Lange werden Fallschirm- abspränge ausführen. Und dann 300 Luftreifen über Berlin für S Mark mit den, modernsten Verkehrsmaschinen. Kunstflüge, ' Seg'lflüg«. Segelwettstr'eit zwischen einem Segelflugzeug und einem Motorflugzeug aus 500 Meter Hohe mit abgestelltem Propeller, Republikhasser im Wehrministerium Beschimpfung der Reichsfarben und der Kriegsteilnehmer— Milde Strafe Herrn Fritz Arndt, Zivilangestellten im Reichswehr- Ministerium, war die Rüstwoche der Eisernen Front auf die Nerven gegangen. Also machte er am 7. Februar seinem bedrängten republikfeindlichen Herzen vor dein Lokal der Gausammelstelle, Potsdamer Straße 131, Luft. Vor dem Schaufenster des Lokals, das Bildnisse von Ebert, Lobe und Rathenau schmückten, ging er auf und ab und schimpfte wie ein Rohrspatz. Ein Reichsbannermann M. hörte, wie der aufgeregte Herr, ins Innere des Lokals weisend, wüste Schimpfereien von sich gab und u. a. rief:„Geschminkte Juden- bengels vertreten heute Deutschland." Der Kamerad verbat sich der- artige Ausdrücke, der aufgeregte Herr wiederholte sie. Die einzige richtige Antwort darauf war die Feststellung seiner Personalien durch die Schupobeamten. Jetzt machte sich aber der Herr mausig. Er gab sich als Angestellter des Reichswehrministeriums zu erkennen und erklärte, Ihm könne ja doch nichts passieren, er würde morgen früh gleich den Vorfall im Reichswehrministerium melden. Beim Fort- gehen meinte er noch, auf die an der Tür des Rüstlokals angebrachte Reichssahne weisend,„diese Farben in ü's s e n j a auf- reizend wirken auf denjenigen, der zwölf Jahre unter den anderen Farben Soldat gewesen ist und für die unzählige Soldaten ihr Leben gelassen haben". In der gestrigen Verhandlung vor dem Schöffengericht Be r l i n- M i t t e, vor der sich Herr Fritz Arndt, Zivilangestellter im Rcichswehrministerium wegen Beschimpfung der Reichssarben und öffentlicbcr Beleidigung zu verantworten hatte, erklärte der famose Aufstellte der Republik, er habe sich in größter Erregung befunden, weil doch das Reichsbanner ständig die Reichswehr be- schimpfe. Seine Worte über die Reichsfarben feien so zu verstehen, daß sie in diesem Milieu in unwürdiger Form gezeigt würden. Auf eine Frage des Vorsitzenden mußte der Angeklagte zu- geben, daß er in dem allen Heer gar nichl gedient habe, sondern, daß er ISIS vor Ende des Krieges nur kurze Zeil in einem Rekrulendepot ausgebildet war. Der Staatsanwalt beantragte 3� Monate G e f ä n g n i s für Beschimpfung der Reichssarben und wegen'Beleidigung. Der als Rebenkläger zugelassene Kamerad M. erklärte, daß er bloß aus dem Grunde Strafantrag gestellt habe, weil er als republikanischer Frontkämpfer, der im Kriege als Flieger gedient habe und dessen älterer Bruder nach achtmaliger Verwundung als Leut- nont gefallen sei und dessen zweiter Bruder als Meldereiter der Jäger an der Frynt seine Pflicht getan habe, sich nicht von einem Mann, der den Krieg bloß vom Rekrulendepot her kennt, beschimpfen lassen wollte..... Da» Gericht mutteiUe den Angenagten wegen öffentlicher Beleidigung zu der mehr als milden Strafe von 100 Mk. In der Urtellsbegründung hieß es: Eine Be- schimpfung der Reichsfarben habe laut reichsgerichtlichor Judikatur nicht vorgelegen, da diese Beschimpfung nicht in einer besonders rohen und verletzenden Form stattgefunden habe: im übrigen hätte der Angeklagte als Angestellter des Reichswehrministcrwms allen Anlaß gehabt, sich maßvoller zu benehmen. Verunglimpfung des Reichsbanners. Der Angeklagte hat erklärt, daß feine Wut beim Anblick des Rüstlokals deshalb besonders stark gewesen sei, weil das Reichs- banner die Reichswehr dauernd beschimpfe. Er ist den Beweis für feine Behauptung schuldig geblieben. Er hätte ihn nicht erbringen können, weil das Gegenteil Wahrheit ist! In dem „W e g w e i s e r", dem Handbuch aller Mitglieder des Reichs- banners Schwarz-Rot-Gold, heißt es:„Unser Bund soll zusammen- wachsen mit den republikanischen Behörden. Er soll nicht zuletzt auch den Nachwuchs stellen für das Beamtentum, für Polizei und Reichswehr der Republik. Mit Kritik allein ist es nicht getan. In alle Behörden..., in Polizei, Reichswehr. Reichsmarine..., gehören nicht nur einzelne Republikaner, sondern letzten Endes nur Republikaner. Das Reichsbanner Schwarz-Rot-Gold ist nicht Selbst- zweck, sondern Dienst am Volke, Dienst am Staate..." Im Vor- wort sür„Das I u n g b a n n e r" ist zu lesen:„Der Grundsatz der Landesverteidigung ist in der Verfassung von Weimar verankert. Auch die deutsche Wehrmacht, für die bis auf weiteres die Bestimmungen von Versailles gelten, wird noch viel- fältige Umformung erfahren müssen. Je mehr wir ihr unsere Reichsbannerjugend als Ersatz zuzuführen vermögen, desto mehr wird... ihr demokratischer Charakter sichergestellt... sein." Im Ab- schnitt„Das R e i ch s h e e r" wird nach einer Einleitung, die im gleichen Geiste gehalten ist, veröffentlicht, welche Bestimmungen sür den Eintritt in die Reichswehr gelten. Es wird eine„plan- mäßige Rachführung zuverlässigen republikanischen Nachwuchses" befürwortet. Das gleiche gllt für die R e i ch s m a r i n e. Wann hat ein Bund, der sich in dieser Weise zur Wehrmacht des Reiches äußert,„beschimpft"? Am 12. Februar 1932 sagte der geschäfts- führende Bundesvorsitzende des Reichsbanners, Höltermann. in Dessau:„Unsere Kamerade marcn es, die sich 1923 den ver- sassungstreuen Machtmitteln des Staates zur Verfügung stellten, als das Gefüg« der Wehrmacht durch den Ungeist der Schwarzen Reichswehr zerrüttet war." Ist das etws ein« Beschimpfung? Das Reichsbanner Schwarz-Rot-Gold steht der Reichswehr n ich t frstiklo'aber-kf.'neswsgs ablehnend oder gar de» schimpfend gegenüber. Das fei einmal klargestellt. Ballonrammen, Zielwerfen auf fahrende Kraftwagen, Fallschirm- absprünge, kurz gesagt: Querschnitt der Luftfahrt. Be- ginn 15 Uhr, Eintrittspreise sür alle Plätze 0,50 M., Terrasse 1 M. Tragödie junger Menschen. Bluttat in Alt-Buchhorst vor Gericht. In der Nacht vom 3. zum 4. Jul: erschoß in einem Hotel in Alt-Buchhorst der 2l jährige kaufmännische Angestellte Franz D. die lOsährige Dekorateurin Gertrud H. Durch einen zweiten Schuß brachte er sich eine schwere Kopfverletzung bei. In einem Briefe, den man bei ihm fand, hieß es: Liebe Eltern! Es ist das letztemal, daß ich euch belästige. Ick) weiß, die Mutter hat Werner sehr gern, er ist das Gegenteil von mir. ich bin auf Abwege geraten. Vati hat immer airf meiner Seite gestanden, bloß die Mutter hätte es zu gern gesehen, daß ich gehe. Und geht es immer nach deinem Willen, ich gche ins Jenseits. Muttchen, Bat! und Werner, seid deshalb nicht böse. Ich war stets darauf bedacht, euch keinen Kummer zu be- reiten... Gestern stand Franz D. unter der Anklage des Totschlags vor dem Landgericht III, verteidigt von Rechtsanwalt Dr. Sidneg Mendel, begutachtet von den Gerichtsürzten Dr. Leppmann und Dr. Dyrensurth. Am 30. Januar 1930 hatte der Ange- klagte auf.der Fahrt.. nach. Berlür. die..lWhrigx n Gertrud H. kennengelernt. D. war bald ständiger Täst bei Gertruds Eltern, zwischen ihm und dem Mädchen bestand ein intimes Verhältnis. das aber oft durch Eifersuchtsszenen getrübt wurde. Eine entscheidende Rolle spielte dabei u. a. der Umstand, daß Gertrud ffeundschastliche Beziehungen zu einem früheren Freunde wieder auf- genommen hatte. Gertrud sprach bei den Zusammenkünften immer wieder von» gemeinsamen Sterben, ein von ihr auch schon srüher beliebtes Thema. Sie schrieb auch einmal Abschiedsbriefe an ihre Eltern und ihrem ersten Freund. Unmittelbar nach Niederschrift dieser beiden Ab- schiedsbriese kam es zu stürmischen Auseinandersetzungen zwischen den zioei Freunden des Mädchen*. Alles endete aber schließlich mit einer Versöhnung. Die beiden Männer und das Mädchen fuhren gemeinsam nach Alt-Buchhorst. man übernachtete hier in einem gemeinsamen Zimmer. Es war die verhängnisvolle Nacht vom 3. zum 4. Juki. D. hatte bereits im Lause des Abends seinen Abschiedsbrief an die Eltern geschrieben und als L. gegen Morgen sür kürzere Zell das Zimmer verließ, schoß D., indem er Gertrud mit einer Hand umsaßt hielt, ihr mit der anderen Hand eine Kugel in die Schläfe. Die zweite Kugel jagte er sich selbst in den Kops. Er blieb am Leben, aus dem rechten'Auge hat er die Seh- krost verloren. Der Angeklagte, der keinen unsynrpathischen Eindruck macht, schilderte die Tat so, als sei Gertrud die treibende Kraft zur Tat ge- wesen. Zur Verhandlung sind 35 Zeugen geladen. Wohnungsbraud in Neu-Tempelhof. In den gestrigen Abendstunden wurde die Tempelhofer Feuer« wehr nach dem Hohenzollernkorso 53 c alarmiert, wo in einem Mansardenzimmer offenbar durch linoorsichtigkeit Feuer ausgebrochen war. Da der starke Qualm den Feuerwehr- leuten jede Sicht nahm, würfe über das Dach gegen den Brand- Herd vorgegangen. Unter Zuhilfenahme einer«Schlauchleitung konnte das Feuer, das die Einrichtung eines Mädchenzimmers er- griffen hatte, verhältnismäßig schnell gelöscht werden. Wie die Nachforschungen über die Entstehungsursache des Brandes ergaben, war vergessen worden, einen elektrischen Kocher auszuschal- ten. Der Glühkörper hatte«inen Tisch in Brand gesetzt, von wo sich dann das Feuer unbemerkt weiter ausdehnte. Rur ernste Filme am karsreilag. Der Polizeipräsident nimmt Veranlassung, nochmals darauf hinzuweisen, daß am Karfreitag nur Filme, die wegen ihres religiösen oder weihevollen Charakters von der Bildstelle des Preußischen Instituts für Erziehung und Unterricht als geignet anerkannt worden sind, vorgesührt werden dürfen. Wochenschauen, Lehrfilme, Kulturfilme sowie Landschasts» filme sind hiervon nicht ausgenommen. Die Ordner der Proletarischen Feierstunden treffen sich morgen, Karsreitag, 1% Uhr früh(pünktlich), in der Volksbühne zum Dienst bei den Jugendweihen. Die Staaksbibliolhek ist bestimmungsgemäß vom 24. März, 12 Uhr(Gründonnerstag), bis 28. März(Ostermontag) geschlossen. Die Schalter der Baak der Arbeiter. Angestellten und Beamten A.-G. bleiben infolge der Osterfeiertage am Soimabend, 26. März, geschlossen. SSS. Rcpllblik, Oeji Berlii>.»ra»de»borg. Freitag. 25. März, 9 Uhr, Sau» generalversammlung im Saubitro, Sebaftianstr. 87—80. Soratag, 27. März. Sauschießen auf dem EpartPlaß FriedrichafelSc. Rege Beteiligung nller Kruppen Hoffnung aus Sonne! Da gibt es viele, die in diesen Tagen so eifrig und interessiert wie noch nie das Barometer studieren, die Wetterberichte lesen, mit einem Wort, ganz und gar auf„Wetter" eingestellt sind. Aber in diesem Jahr, wo Ostern auf ein allzu frühes Datum fällt, mit einer Temperatur winterlicher Kühle, wird draußen im Freien leider wenig oder gar kein Ausflugsverkehr sein. Auf dem Nachweis für Gast wirtspersonal sieht es ebenso trübe und frostig aus, wie am Gimmel, und wenn nicht noch ein metereologisches Wunder geschieht, dann fällt das Ostergefchäft wieder einmal ins Wasser. Die Lokale in der Stadt, die Ostern verstärkten Betrieb erwarten, beHelsen sich meist mit dem vorhandenen Personal, das sie lieber ileber'tunden machen lassen, statt den vielen arbeitslosen Berufsangehörigen ein wenig Verdienstmöglichkeit zu bieten. Wenn die Kellner Arbeit kriegen, dann fällt auch etwas für die Musiker ab, wenn sich auch hier immer wieder die Beamten- und Dilettanten- Orchesterkonkurrenz allzu unliebsam bemerkbar macht. Da gibt es aber noch welche, die des Sonnenstrahls harren, das sind die S t r a ß e n h ä n d l e r, die an den belebten Ausflugsorten Obst und Erfrischungen feilbieten;„ja, im Vorjahr", erzählt einer, „da hatten wir glänzenden Absatz an Speiseeis, Limonade, Milch und allen möglichen Erfrischungen, man schrieb allerdings schon den 22. April, also genau vier Wochen später, in diesem Jahr wird? wohl Essig sein, da. kann höchstens noch der Wurstmaxe mit seinen heißen Wienern etwas werden. Auf gute Einnahmen hatte ja so- wieso keiner von uns gerechnet, dafür ist heute kein Geld mehr vor- Händen und wenn man eine ganze Reichsmark nach jzause trägt, dann muß man auch schon zufrieden sein. Nun macht uns aber das miese Wetter einen ganz dicken Strich durch die Rechnung!" Noch hoffnungsloser ist der Mann mit den Luftballons, für den sonst auch Ostern den Saisonanfang bedeutete, mit ihm der Blitz- photograph, auf dessen Bilder man gleich warten kann Etwa 25000 statistisch erfaßte Straßenhändler zählt Berlin, die Durchgänger, die sich bloß eine kurze Zeit lang von der Aussichts- losigkeit auch dieser allerletzten Verdienstmöglichkeit überzeugten, nicht mit eingerechnet Erschreckend. groß, wie noch nie. ist die Zahl der erwerbslosen Gastwirtsangestellten. Nun lichten sich wieder nicht ihre Reihen und ihre sorgenvollen Mienen, wenn nicht der Himmel zu guter Letzt doch noch ein freundlicheres Gesicht zeigt. Wandernde Bogelschuhausstellung. Eine lehrreiche Ausstellung, die von einheimischen Singvögeln Kunde gibt und zugleich praktische Vogelschutzgeräte zeigt, wird jetzt aus die Wanderschaft gehen. Ihr erstes Heim fand sie in Lichten- b e r g in der schönen neuen Schule an der Schlichtallee Ecke Fischerstraße. Die Städtische Stelle für Naturdenkmalpflege will hauptsächlich die Berliner Außenbezirke beschicken, damit die Ausstellung in erster Linie von Kindern der Siedler und Klein- gärtner besichtigt werden kann Die Ausstellung ist gut beschriftet und ein aufmerksames Kind kann auch ohne Führung des Lehrers von sich aus alles erfassen. Durch prächtiges Bildmaterial wird die Bekanntschaft mit den einzelnen Vögeln vermittelt. Dann sieht man künstliche Nisthöhlen wie sie sein und wie sie nicht sein sollen. Die gleiche, unbedingt notwendige Gegenüberstellung findet man bei den Geräten(Meisenglocken, Futtertischen, Futter- Häuschen usw.) für die Winterfütterung. Das Futter, das man dem Vogel streut, muß vor allen Dingen gegen die Witterungseinflüsse geschützt fem. Ist das nicht der Fall, wird der Wohltäter zum Mörder. Alle Vorrichtungen für Futter» und Nistgelegenheiten Sklareks Wcchseirciier. Gefälligkeitsunterscfariften für mehr als 100 Millionen. 3n der Nachmillagsverhaadlung wurden wieder Scheck- uud Wechselreiter als Zeugen gehört. Der Delikatessenhändler Hennersdorf, der Hoflieferant von Max Sklarek, hat für 4 Millionen Mark Schecks unterschrieben, auf die dann von der Stadtbank Krebste gegeben wurden. Auf Befragen des Vorsitzenden erklärte er. daß er auch nach der Verhaftung Lebens- und Genußmittel an Max Sklarek geliefert habe, aber nie mehr als für 40 bis 60 Mark pro Monat. Staatsanwalt: Bei der Haussuchung bei Max Sklarek haben wir einige Rechnungen gefunden, aus denen hervorgeht, daß allein in einem Monat für. über 200 Mark Delikatessen bezogen wurden.(Bewegung.) Vors.(zum Zeugen): Ihre Aussage, daß niemals für über 60 Mark im Monat gekauft wurde, ist also falsch. Hennersdorf bekundete dann weiter, daßerdieSchecks auf Veranlassung von Max Sklarek ausgestellt habe. Hierbei mußten ihm der Vorsitzende und der Staatsanwalt vorhalten, daß er in der Voruntersuchung niemals Max Sklarek, sondern immer Leo und Willy Sklarek erwähnt habe. Hennersdorf blieb unvereidigt, ebenso wie der nächste Zeuge, der Tuch» Vertreter Wende, bei dem die Sklareks Stöfs« kauften und der für 65 Millionen Mark Schecks aus Gefälligkeit unterschrieb. Er hat aber, wie er gestern betonte, dieser Ge- fülligkeit kein großes Gewicht beigelegt und angenommen, daß yur Schecks in Höhe von etwa 300 000 Mark auf feinen Namen laufen würden. Cr mußte zugeben, daß er sich extra für diese Zwecke ein Konto bei der Mitteldeutschen Kredstbonk eröffnen ließ: seine ganze Arbeit bestand aber nur darin, daß er sämtliche Schecks seines Scheckheftes unterschrieb und den Sklareks gab, die dann die Sum- nren ausfüllten. Auch er wollle das auf Veranlassung von Max Sklarek getan haben, während er in der Voruntersuchung stets von Leo und Willy Sklarek gesprochen hatte. Recht amüsant gestaltete sich auch die Vernehmung des Kaufmanns Moritz Warschauer, > der früher Angestellter bei den Sklareks war, und dessen Ehefrau � Adele, die eine Pfandleihe besitzt, Gefälligkeitswechsel in Höhe von 33 Millionen Mark blanko girierte. Der Zeuge hatte in der Vor» Untersuchung Leo Sklarek ziemlich stark belastet, dieser hatte im Verlauf des Prozesses aber erklärt, Warschauer hätte ihm gegenüber zugegeben, daß er nur auf die' Sklareks vor dem Unterfuchungs» richter eingehauen hätte, well alle anderen das taten. Warschauer bestritt das jetzt und erklärte, was er vor dem Untersuchungsrichter gesagt habe, könne er beschwören. In eigenartiger Uebereinstimmung mit den vor ihm vernommenen Zeugen erklärte auch Warschauer, daß Max Sklarek ihn gebeten habe, die Schecks und Wechsel zu unterschreiben, obwohl auch er früher nur Leo und Willy Sklarek belastet hätte. Zeuge Warschauer:„Ich habe aber gar nicht gewußt, daß die Schecks, auf Millionen lauteten. Bin ich gut für 83 Mil» lionen Mark?"(Heiterkeit.) Auf Befragen des Vorsitzenden mußte der Zeuge aber bestätigen, daß er zusammen mit anderen Sklarek» Angestellten von der Stadtbank auf die Schecks Geld abgeholt hat, und zwar wartete er in einem Restaurant gegenüber dem Tank- gebäude an der Schleuse am Mühlendamm. Der Zeuge belastete dann den Stadtbankdirektor Hoffmann. Dieser habe ihn einmal im Geschäftshaus der Sklareks gefragt, ob er der Warschauer fei, der die Schecks unterschreibe, worauf er geantwortet habe, daß es seine Frau sei. Wenn Hoffmnan zu den Sklareks gekommen sei« was etwa zweimal in der Woche der Fall war, dann seien entweder Kaffee und Kuchen oder Pasteten von Pelzer für ihn geholt worden. Hoffmann: Ich bestreste das mit aller Entschiedenheit. Leo Sklarek(zu Hoffmann, der immer wieder die Behauptungen .Warschauers in Abrede stellte): Wie Sie sich verstellen können, Herr Hoffmann.(Zum Vorsitzenden): Hoffmann war doch bei uns so gut, als ob er unser Kompagnon war.(Heiterkeit.) Di« Verhandlung wurde dann auf Donnerstag früh S Uhr ver» tagt, und zwar ist der Stadtbankdirektor Dr. Zetzel als Zeug« I geladen. können die Kinder selbst basteln. Da gibt es Nistgelegenhesten für unsere Höhlenbrüter,(Meisen, Spechte usw.), für unsere Halb- Höhlenbrüter(z. B. Hausrotschwanz. Bachstelze und Fliegen- schnäpper) und die durch Vogelhecken erzielte Hilfe für Freibrüter. Weißdorn ist für einen solchen Zweck sehr praktisch, da die Dornen einen natürlichen Schutz gegen das Raubzeug abgeben. Man soll nie für Nistgelegenheiten Ton verwenden und auch keine Aeste vor dem Flugloch anbringen: denn der Ast bietet dem Räuber den ge- wünschten Halt bei seinem Uebersall auf die Brut. Um die Bäume kann man Katzenringe legen, die dem Tier das Anspringen un- niöglich machen. Alle künstlichen Nistgelegenheiten müssen zum Frühjahr gereinigt werden. In letzter Zeit ist man mit dem künst- lichen Raubtierschutz der Nischöhlen durch einen herunterklappenden Deckel sehr viel weiter gekommen: der hungrige Räuber wird nicht beschädigt und der Vogel nicht beunruhigt. ttirchenauskrilt! Wer es verabsäumt, bis Ende März seinen Kirchenausttitt zu erklären, ist noch bis zum 1. April 1933 kirchensteuerpflichtig. Möglichkeit zum Kirchenausttitt: Montag und Donnerstag, Freidenkerhaus, Gneisenoustr. 4l, 19 bis 20 Uhr: Dienstag und Freitag, Große Frankfurter Str. 141, 19 bis 20 Uhr: Montag und Freitag. Dr. Pick, Klopstockstr. 3, 17 bis 19 Uhr; Montags bei Rößler, Schivelbeiner Str. 3, 17 bis 19 Uhr; Sonn- abend im Jugendheim Charlottenburg, Rosinenstr. 4, 17 bis 18 Uhr. Büroschließuna bei den städtischen Werten am Ostersonnabend. Di« Berliner Städtische Gaswerke A.-G. teilt mit, daß ihre Ge- schäftsstellen uiD Kassen am Ostersonnabend geschlossen bleiben..Für Entgegennahme eiliger Meldungen bleibt der Fernsprechdienst auf- rechterhallen. Die Büros und Kassen der' Berliner Städtische Wasserwerke A.-G. sind am Ostersonnabend ebenfalls für den Ver. kehr mit dem Publikum geschlossen. Straßenbahnlinie lS7 wieder bis Rahnsdorf. Ab 27. Marz (1. Osterfeiertag) wird die Straßenbahnlinie 187 wieder bis Röhns- dorf durchgeführt(unter Aufhebung des Pendelverkehrs zwischen Bahnhof Friedrichshagen und Rahnsdorf). Die Wagen verkehren von Hirschgarten über Köpenicker Straße(statt über Berliner Straße, Seestraßc, Friedrichstraße). Die Linie 84 wird über See- straßc, Friedrichftraße bis Bahnhof Friedrichshagen geführt(statt bisher Köpenicker Straße, Friedrichstraße, Seestraße, Wasserwerk). dTi« Q«aW «-H«ebrachti � � Beilehun«** *„xut XU trug.".«W«r- „ Anforderungen g«�«hcn � tn«enOhielt. aHerhen« (Allerdings mH ein* Wund.' der �onxtoerung 1*~ « Jurchgreifonden° ,nen gen«»» här,Ste sie heute bei»n»- füt„en «enn S'®"„ Anzug sc° uteoden •n v®' e unglaublleh® hönnen. f�ele B �- -- rttxen. der m � wer e�ew ■en nicbts xu"�„rxugt." nd*«*- lieh nur«enig.» , nur wenigen Bevo, Zis lca,j!"zJugetragen' -da- keilAprvbs 0ranlenstr.40 Ab OraaltaolA« Chaimeetfr.113 Könlssl Besuchsreisen zu Ostern. Tin? ganze Anzahl Reilelustiger wird die Ostertage wieder außerhalb Berlins oerleben Im.,Mer". in den Reilebüros der Kaufhäuser und>onst>gen Karlenoerkaufsslellen herrsch! reger Be» trieb, der jetzt seinen Höhepunkt erreicht Es machen sich in diesem Jahre besonder» viel Le> s u ch s r e i s e n bemerkbar Nicht die traditionellen Ausflugsgebiete dominieren, weitaus mehr Fahrtarten werden nach allen möglichen größeren und kleineren Orten des Reiches verlangt Auf der einen Seite mag dies seinen ÖJrund in dem reichlich herben Frühlings- weiter haben, aus der anderen Seite hat die ZZ�prozentige Fahr- Preisermäßigung aus sämtliche'. Strecken die Reiselust günstig be> einflußt Die Sportbegeisterten fahren meist nach dem Riesengebirge, wo noch Schnee und möglichst beständiges Wetter zu erhofsen ist: alle hochgelegenen Bauden und sonstigen Unterkunftsstälten sind für da» Fest ausoerkaust Infolge de» früh fallenden Osterfestes sind die beliebten Reiseziel«, unter anderem die Sächsische Schweiz, arg ins Hintertreffen geraten; auch der Harz ist nicht allzu stark gefragt. Aus der Partei. Die dänische Partei in der Krise. Sopeahagen. 23. März.(Eigenbericht.) Der Jahresbericht der dänischen Sozialdemo» kratie für das Jahr lS31 stellt fest, daß die Partei bei einer Gesamtbeoölkerung des Landes von 3 Millionen Menschen 174 000 Mitglieder, darunter 59 000 Frauen, zählt. Die dänischen Sozialdemokraten sind unter Führung Staunings feit drei Iahren maßgebend an der Regierung beteiligt- Während nun aber im allgemeinen die Rekrutierungsmöglichkeiten der Sozial- demokratie größer sind, wenn die Partei in der Opposition steht, hat die dänische Sozialdemokratie in diesen drei Iahren einen Mit- gliederzuwachs von rund 23000 zu verzeichnen. Trotz der Wirtschaftskrise, die auch in Dänemark wütet, sind dort der Sozialdemokratischen Partei im letzten Jahr 3000 neue Mitglieder beigetreten. Ii m Sozialistische Arbeiterjugend Groß-V erlin SinlenDiinaen für 6wtt ätubnf nur an da» SugcnM'fietactat Berlin SJ? 68 LindentlraZ» 2. Dorn I Trenne recht» Abteilungsleiter, reicht umgehend die Monntsnrogramme für April ein! * Achtung! Sa» Sekretariat bleibt ab Sarfreitag bis einschließlich Dienstag. gen. Alle Ankündigungen für den..vormärt»� müssen bis Sez. 16 Uhr. eingereicht fein. Steglin- r de bezirk Ritte >elhcf: Werbebezirk Temnethef- KM. Uhr Ringbhf. Tempelhof. Sonnabend, 26. März. Arnswalder Plag I: 1» Uhr Bhf. Welfunfee.— Südwesten! 17 Uhr und 30 Uhr Schlestscher Bahnhof«blostnppel).— SieuUHn VXI: Iii, Uhr Bhf. Kaiser- Friedrich-Straße.- Steglitz: 20 Uhr Bhf. Steglitz. Werb. bezirk Ritte: I» Uhr. 39. März, zeschloffi Donnerstag. 24. M heute, Donnerstag, lg>4 Uhr. Tegel: SchSneberger ygtr. 8: Uebungsabend.— Norden: Lortzingstraß«: Schachlpielabend.— Arrnnmlder Plag U: Rastcnburger Str. 16: Lickitbilder» abend.— Fallplatz I: Sonnendurger Str. 20;„Die Entstehung eines Tonfilms".— Aordosten II: Danziger Str. 62: Lichtbilderabend.— Köpenicker Biertcl: Man. teuffelstr. 7: Heimabend.— Schöneberg III: Hauptstr. IS:„Materialistische De. schichlsauffassung".— Sportpalast: Genthiner Str. 17: Fahrtdefprechung. Werbebezirk Mitte: Vorstandssttzung 20 Uhr Köpenicker Str. 92. Treffpunkte für Osterfahrten. heute, Donnerstag: Helmholtzplatz: 18 Uhr Bhf. Prenzlauer Allee.— Hnmannplatz: 18 Uhr Bhf. Prenzlauer Allee.— Südwesten: 18 Uhr Schlestscher Bahnhof(Slaskuppeli. - Neukölln v,: ig Uhr Bhf.«aiser.Frledrich.Straße.- Neukölln VII: 18� Uhr Bhf. Kaiser.FrieLrich.Stratz«. Morgen, Karfreitag. Hanf». Moabit I: Uhr Turm- Ecke Stromstraße. Abfahrt 6.48 Uhr Stettiner Bahnhof.— Reukölln VIII: 6 Uhr Weichsel. Eck« Kaifer.Friedrich. Straße.-- Steglitz: 6", Uhr�Phk. SlegN»."-............ WWWWWiM M Jugendweihen eTer Sozialisten, Freidenker und Gewerkschaften Berlins Morgen. Kaifrcitag, den Z5 März Berlin: Vo ksbflhne. Theater em Bfllowplat*. Beginn 9H Uhr Berlin: Volksbühne, Theater am BülowplaU. Beginn 12 Uhr Berün: Grobes Schauspielhaus, Karlstra&e Beginn 1t Uhr PAOORAMM- Musik, Oefanes-, Sprech- ord Beuegunpschöre. Reriiatlonen, Weiherede la üer VollnbObne: Auf'lhrung des lucendweihespiels von Waller May: .Zun Lande der Gerechten".Der Junge Choi". Leitung stein- Tiessen co Grein» f chaoipletbao- 1 Aufführung des Jugendwerhespiels von Bruno Sciönlanh Seid g.vieihtr Eintriirspreis: rasigarten 90 PI, Kindetkarten 50 Pt Eintrittskarten sind am Tage der Weihen an den Kassen erhiltlich. Alle Rüume»erden '/, Stunde vor Beginn ieö((net. parieinachrichten für Groß-Verlin Elniendungen für dtef» Nndrtk lind Berlin SB«6. Linden Irraß« d stet» an da» Pez>rk»letretact« i. Hat. t Treppen recht», zu rtchtm Denffcher Freidenker-Verband E. V. 17. Kreis Lichtenberg. Donnerstag, 24. Mälz, 18�—20 Uhr. in der Bibliothek, Weichfelstr. 28, KirchcnanstiitL Notar anwesend. Sebllhi 2 W. * 8. Kreis Achtung. Ecwerbslosenzufamwenkunft l Dir diesmalige Beranstal. tuna findet Donnerofag. 24. März, ab 16 Uhr im gelben Saal der Loch, fchulbrauerel statt. Thema:„Ostern" Die Frauen unserer erwerbslosen Genossen haben ebenfall» freien Zutritt. Mitgliedsbuch und-karte dienen als Ausweis. 68. Abt. Sämtlich« Bezirksfllhrer rechnen Sonnabend mit dem Abteilung,. kafsterer ab oon 17—20 Uhr im Lokal de» Genossen Quandt. Moltkeltr. 81, Ecke Hindenburgdomm. Kartothekkarten sind mitzubringen. Die Sammel- listen der„Eisernen Front" sind fllr die Landtagswahlen weiter zu de- nutzen und ist tatkräftige» Sammeln Ehrenlache. «i. Abt. Freitag, 26. März. S-z, Uhr, bei Keil, Prlnz.H-ndfery.Srr. 88, et. »citetf« Borstandssitzung. 130. AbL Donnerstag, 24. März, 20 Uhr, Funktionärsttzung bei Schwarz, Eaprioialle« 104. Arbeitsgemeinschaft der Sinderfreuade Groh-Derlin. Friedrichshain. Abteilung Landsberger Platz: Heute Treffen zur Osterfahrt 14 Uhr Falienecke. Decke. Schlafsack. Waschzeug, Löffel Nars mitbringen. Mitte: Alle Abteilungen, die sich an der«reisosterf-Hrt mit der SAJ. beteiligen, treffen sich Freitag pünktlich um 8 Uhr am Schlefi- ng. Abt...... Abt. Trmp«! fallen au». en Bahnhof,' Haupteingäng. Abt. Fritz Wille: Treffpunkt zur 'erfahrt Freitag, 26. März. 714 Uhr FaNenecke. .m Dienstag Heimabend« der Nest, und gung» n: «Ute, Donnerstag, 11 lleukälln.«»->-«: Heute 15 Uhr Bhf. ieufälln. S inqaoll: Freitag T% Uhr R-thau, Bhf. Neukölln, vnelle: Heute 18 Uhr Bhf. Hermannstraß». Ende der Fahii Montag gegen 20 Uhr. Lichtlämpfrr: Heule 18 Uhr Bhf. Neukölln. Wimpel mltbring. Hehcnfchönhans«»: Treffpunkt zur Fahrt heut» Itzitz Uhr Stettiner Fernbahn- Hof. Nächster Gruppenabend Donnerstag, 81. März. Sterbetafel der Groß-Derliner Partei«Organisation 8. Abt. Am 19. März verstarb Im 70. Lebenssahre unser treuer Genosse Armin Perl», Michaelklrchstr. 14. Ehre seinem Andenken! 84. Abt. Am 21. Mär» verstarb unser Genosse Sottlieb(Bruta, Romintener Str. 82. Ehr« feinem Andenken I Die Beerdigung findet am Donnerstag. 24. März, 11 Uhr, auf dem Friedhof In Friebrichsfelde statt. Um rege Beteiligung wird gebeten. 47. Abt. Unser Genosse Richard Hanck« ist am 20. März verstorben. Ehr« seinem Andenken! Die Beerdigung findet am 26. März, 12 Uhr, in Baum. -schsknweg statt-------------—-----—————......... 79a. Abt. Unser Genosse Balter LIeslrke, Harkortsstr. 8, ist am Montag verstorben. Beisetzung findet am Donnerstag, 24. März, 11 Uhr, auf dem II. Städt. Friedhof, Eythstraße, statt. wekleraussichlen für Berlin. Teils heiter, teils wolkig, meist trocken, Temperoturen wenig verändert.— Zür Deutschland. Nirgends wesentliche Aenderung. Doriräge, Vereine und Versammlungen # Reichsbanner..Schwarz-Rot-Eold". Gelchätisft-lle: Perlin S>4 Sehalltirnstr 37—38 Ho« 2 Tr. Mitte, 3ungde.nner: Harzsahrertresfpunkt Freitag 26. März, 6 Uhrt Sonnabend, 26. März. 19 Uhr. Potsdamer Pahtrhof.- Ortsverci» Fri— richsdain: Kamerad Gcttlieo Srttda Ist verstorben. Beerdigung Donners» tag. 2t. März, ll Uhr, Friedhof Licht-nderx.Friedrichoseld«. Diensureie Kam». radcn haben zu erscheinen.— Neutdllv.Lritz. 1. Kameradschaft. 2. Zug: Freitag, 26. März, UH Uhr. Zugserfammlung bei Jahn, Weferstr. 41. Berantwonlich fllr Politik: Oletat Schiff; Birtfchuft: H. KlingelhSIer; Gewerifchasladewegung: z. Steincr; Feuilleton: Dr. Zohn Schiioweki; Lotales und Sonstige«: Fritz Karstädt, Anzeigen: Th. Glocke; lämtlich tn Berlin Perlag: Porwart». Perleg GmbH. Berlin Druck: Parwärts-Puchoruckerei und Perlagsanftalt Paul Srnger u Co.. Berlin SB 68 Lindenstratze 8. Hier,» 2 Beilagen. -■••v.v i Wt...<--.�5.�5. I r- a. V-\,. Nur Erste Qual itaten MM':-.-.v a'V-V-?. V. Lltep PeinsterNordhtusar Branntwein„RIchter.berger" 2.95 Fuselfreier Tafel-Aquavit..... ca. 35% S.20 Prima Weinbrand Verschnitt„**•" Feinster reiner Weinbrand„Masue' Extra prima Weinbrand..Esue"...... Feinster Privatbrand ganz mild....... Garantiert gam reiner Getreidekorn ca.<0% Feinster Jamaika-Rum-Verschnitt... 38% Erstki. Jamalka-Rum-Verschnitt„Teerum" Ganz feiner Arak-Verschnitt..... Prima Edel-Llköre nur In l/j Flaschen. Feinste Edel-Llköre L K aue..... 35-38% Reiner Eier-Likör aus 15 Eidottern p. 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Fl, 1.10 26 er Zelter idiwzJCotz m.FI, 1.25 26er Macon..... m Fl. 1.80 23er Sauternes m Fi. 1.95 23er HautSaute rnes m.Fl. 2.95 Rohschmalz....... Pfd. 0.42 Brafenschmalz....Pfd 0.42 Margar. o. Kokoslstt 3 Pfd. 0,95 Molkereibutler....Pid. I 38 Talelbufier........ pfa 1.48 Markenbutter...... Pfd. 1.58 Romadour.. 20„ Stck. 0.15 Doppelrahmkäse Stck. 0.15 Harzer.... ea. I istd. Pak. 0.28 Allg Limburger 20%F'd. 0.33 Emmen rha sr 0. K... Sditl. 0.58 ff fiter 0. 0...ca. I Pfd. Pak. 0,80 Til$irer3s%......... rfa. 0.80 Briekäse vohfett.... Pfd. 0,63 Limburger 40%.... Pfd.i.68 Eda n.o. Holländ. 40% Pfd. 0,73 Emmenthalare.lid 45%P'd. 0,96 Beyr. Schweiz voll'.anPfd. 1»95 CamembertvoiKlSdni. 0.35 Auszugmehl... an Pfd. 0.23 Kartoffelmehl..an Pid. 0 18 Woizenpudsr..an Pfd. 0.4 J Mandeln süß...an Pfd. 1.33 Sultaninen...... an Pfd. 0.3 J Korinthen......... pid. P.L8 Rosinen............ pfa. 0.63 Zitronat o. Orangeat. Ptd. 0,95 Caeosrasoei.... Pia. 0.33 Oms.'Roastbeet, idt.er Ptd. 1.43 Ochsan.Brustm.Knoch Pfd. 0,63 Kalbs-Fritandaau..an Ptd. 1.43 Kalbs-Rollbrat..en Ptd. 1.23 Kaibs-FricasseeanPfd. 0.93 Ofer-Lammbratan an Pfd. 1.23 Hammelkeule.an Ptd. 0.93 Schweine-Srhuiter....Pfd. 0.68 Schweine-Kamm.Pia. 0.74 Ka�Fas..... an Pfd 1,80 Keßlar mild an Pfd. 0.73 E M U S E OBST Obstschaumwaln PI 1.25,1.30 Eier, vo Ufr Ischan(OStdc. 0.75 Rotkoh!...... Blumenkohl.. Rosenkohl,,., Möhren...... Scnwarzwurreln, Spinat......... Soiatqurken. Tomaten...... Malta- Kartaffaln. ..... Ptd. 0.07 an Kopf 0,25 .... Ptd. 0.15 ....Z Ptd 0.12 ..... Pfd 0.16 ..... Ptd. 0.43 .an S de 0.32 ..... Ptd- 0.33 ...3 Pfd. 0.44 Apfelsinen an 3 Ptd. 0,43 Blu'oval-Orang. 3 ptd. 0.09 Jaffa-Orangen. 3 Pfd. 0.72 Boscoop........ 2 Pfd.>.53 Tatel-Äpfel...... 3 Ptd. 0.88 Kochäpfel........ 2 rfd. 0.28 Bananen........ an Pfd. 0.23 Ananas......... an Pfd. 0,8 J Zitronen....an Ou>-and 0,28 Z t G A R R E N BLUMEN TROCKENOBST TROCKENOBST Fürstentafei...... Stud.A«». 0.22 Seelochs gGräuch«rt?rd. 0.22 Aptslmus. tofall.rflg D«. 0,48 Apfelmus«zto...>/, O». 0.72 Pflaumen m. Stein>ii Di. C.5B Pflaumen«. S'ein>/, v«. 0.72 Stachelbeeren Ds. 0.75 Kirschen rotm.z.ln'f.v, 0.03 Kirschen ra>o.Kt.ln>:,Ds. 0.93 Reineclauden..•/, d«. t.93 Mirabellen.......>/, d». 1.13 Aprikosen i'jPruehiri.O» 0.95 Johannisbeeren>/, D». 1 23 Quitten zaib.....'1,0«. 1.50 Pfirsiche uPruchi..'), D». 1.75 Oostsalaf eall»...'/10». 1.95 Rote Beete......•„ o».( 33 Seltene.........>,, o». 0.9 Z Senfgurken....."/, Ds. 0.73 Kürbis Et Wolgahühner, an Pfd.'—5 Fr.iupaenhöhn. an Pfd. 0.72 Fr.Bra'hahnch..an Pfd. 0.75 Ig Brotenten.. an Pfd. 0,83 Fr. Puten........ an Pid. t.73 Tauben........ anStde. 0.50 Hasen gestr....«» Pid. 0.58 Kaninchen..... an Pid. 0.60 Rehkeule______ an Ptd. 0,93 Hirschspickbraten Ptd. 1.33 .'ii Dom 0.48 uttTTEr GEMUSE KONSERVEN Rotkohl...........»(,0». f. 42 Grünkohl........ o» 0.50 Spinat I..........«/.o». 0.£8 Jung» Karotten.>,, o» 0.54 Jg. kleine Korott.>l, O«. 1.72 Gnm. Gemüse...>i, v, 0.83 G.m.G»mö»amlt«.lt,>1, v». 0.03 Gam.Gemüsa i«ln'i, Os. 1.25 Junge Erbsen... o, v. 3 Jg. Erbsen Mlrralt. r, o» l.74 Jg. Erbsen».hr i.in, v», 1.15 Kaiserschoren,,>/, v» 1.33 tg.erbs.n t.ln m.kar. U, Ds. 0.83 Stangsnsparg. stark Ds. 1.83 Srachsparg axtra stark/ Di. 2.00 Sparge.kösie grün...'JgOt.' 75 Spara-Ikpf. sehrs ark Ds 2. 3 Brochspa gal dünn Ds. 1,13 m.imcyjiiicUi Spon.Olsord 220g-Di 0.50 Fellheringe mTom. Ds. 0.53 Dlv. Pisdimarinad. 1 Ltr.-Ds. 0.72 Sismardthe-inga I. Rem. Ds. 0.75 Filefhaopen i. Rem. Os. 0,33 Span. Sardellen, pa 0.65 Mixed-Pickle» i pfd.-Ds. 0.75 Italien, od. Kenngssal. Pid. 0.55 Mayonnaise........ Pia. 0.73 Remoulade..... T. Pid. 0.7J KU CHE N 4• Hefakuchen.... Marmorkuchen. Ananaskuchen. Königskuchen.. Sandkuch n.... an St 1.00 an St. 2.53 ... S» 0.73 ....St. f. 83 ... St 2.53 Stoff-Hasen n Rfl stück. U.3Ü Klrsctikuclien...... St. 1*03 Os'«rbrote...St 1.20- C.SJ Monnstr«ifen........ f. 5 3 Streu Sei(uchen.. Strf. C.53 Blenensttch... Strf. �.58 Gummibälle 1 QQ bunt, 14 cm Durchm Bestellungen Ober 5 Mark unter F 6 Boerwald 0012 werden prompt erledigt• Mengenobgabe vorbehalten In den Dachhaflen spielen die Kapellen Otto Kermbach und Emil Ro6sz0im Erfrischungsraum III. Stock spielt die Zigeuner-Kapelle Bloch M A N N P L A T Z K> A. R'-St T<�A; D T- B A H N H O F« 3lr. i4i• 49. Jahrgang 2. Beilage des Vorwärts Oonnersiag. 24. März 1932 Die Lage bei Borsig. Leber tausend Diana wieder im Betrieb. Vor der Ent« scheidung der Gläubiger. Am 12. April wird es sich entscheiden, ob der Vergleichsvorschlag der 2L Bors ig(5. m. b. h. in Tegel von den Gläubigern an- genommen und die weitersührung des Werkes gesichert wird, oder ob es zum Konkurs kommt. Da die Hcuptaktiven der Firma in den Halbfabrikaten für in Arbeit befindliche Aufträge siegen und diese bei einem Konkurs nur Schrottwert hätten, andererseits noch gar nicht absehbare Schadenersahforderungen der Kundschaft für nicht ausgeführte Aufträge eintreten würden, wäre bei einem Konkurse eine Quote von nur 0— 5 Proz. zu erwarten. Da zur Aeit mit der Abwicklung der etwa 12 Mill. M de- tragenden Austräge rund 1050 Mann auf sechs bis sieben Monate voll beschäftigt sind, außerdem aber der Vergleichs» vorschlug für alle Gläubiger günstiger ist als ein Konkurs mir ver» schwindend kleiner Quote, läge ein« Annahme des Vergleiches nicht nur im sozialen Interesse, fondern auch im persön- lichen Interesse sämtlicher Gläubiger. Wie wir hierzu noch er» fahren, hätte Vorsig bei einer bereits erfolgten Klärung der Zukunft des Betriebes in den letzten Monaten über 6 Millionen Mark neue Aufträge hereinnehmen können, deren Finanzierung keine Schwierig- leiten bereitet hätte, wodurch mindestens weitere 500 Mann auf sechs bis acht Monate Arbeit gefunden hätten. Da aber vor der Entscheidung der Gläubiger die Zukunft des Werkes noch völlig ungewiß ist, konnten diese Millionenaufträge nicht ab» geschlosien werden. Die Belastung auf den Grundstücken der Bauernheide, die den Spargläubigern zur endgültigen Befriedigung ihrer Forderunzen gegeben werden sollen, wird durch Gelder, die oon dritter Seite zur Verfügung gestellt werden, abgedeckt. Das Siedlungsgelände würde also danach den Spargläubigern lastenfrei übereignet werden. 37 proz. Dividende beschlossen! Interessante Einzelheiten vom AcmnmlatorewAbfchlnß. Daß die Accumulatorcnfabrik A..G. für das Geschäftsjahr 1931 nicht weniger als 37 Proz. Dioidende verteilt, wurde von uns bereits mitgeteilt. Bei einem solchen Ergebnis hatten die Aktionäre natürlich keine Beranlaflung, in der Generalversammlung irgend etwas zu sagen. Im Geschäftsbericht wird unser« Vermutung bestätigt, daß die zur Ausschüttung kommende stille Reserve unter Kredi» toren oerbucht war. Da aus diesem Konto noch weitere.ansehnlich« stille Reserven" verbucht sind, mutz bezweifelt werden, ob die Gesellschaft überbaupt Schulden bat(ausaewiefen sind 12,5 Millionen Mark.) Bankschulden sind sedcnsalls nicht darunter, denn es fehlt jeder chiiuveis, während bei den Debitoren(21,5 Millionen Mark) ein Teil ausdrücklich als Bankguthaben bezeichnet wird. Im A u s s i ch t s» rat sitzen aber nicht weniger als sechs Bankleut«: jedes Mitglied hat für 1931 etwa 35 000 Mk. er- halten, der Aufsichtsratsoorsitzende sogar -10 00.0 Mk. Zur Herrn GüntherQuandt, dem Aufsichtsratsoorsitzenhen. ist diese Summe freilich nichts weiter als ein Handgeld. Da er etwa 75 Proz. des SO'Millionen-Mark-Kapitals besitzt, wird er jetzt für ein einziges Jahr die runde Summe von 5.5 Millionen Mark als Dividende einstreichen. Aus dem Geschäftsbericht ersieht man auch, daß Herr Quandt Deutschland den Rücken gekehrt und seinen Sitz von Neubabelsberg nach Zürich oer» legt hat. Welche Gründe Herrn Quandt zum Verlassen seines Vater. landes gezwungen haben, das wird— wie wir hoffen— das zuständige Finanzamt festgestellt haben. Preußens Montanbetriebe. Der Krisenabschluß der preußaa. Die preußische Bergwerks- und f>ütteu-A.-0., in der die ftaak- Ilchen Blontanbelriebe zum größten Teil zusammengefaßt sind. schließt das krifenfahr 1931 mit einem Betriebsverlust von 1.4 Millionen Mark ab. Zm vorhergehenden Jahre konnte noch ein Reingewinn von 5,56 Millionen Mark erzielt werden, ans dem 4 proz. Dioidende gezahlt wurde«. Unter Hinzuziehung des Ge- winuvortrages aus ISA vermindert sich der Verlust auf 8C0 090 M. Für verschiedene Verlustbetriebe, in erster Linie die ostpreußischeu Bernstein- und die harzer Bergbaubetriebe, waren noch Sonder- abschreibuugen in höhe von 4,77 Millionen notwendig, die ans dem außerordentlichen Reservesonds gedeckt wurden. Der Gesamtumsatz des Unternehmens ging im Berichts- jähr von 122,7 auf 97 Millionen Mark zurück. Besonders betroffen wurden von diesem Umfatzschwund die Steinkohlenzechei, in hinden- bürg sowie die Erz- und Kalkbetnebe. Auch der Absatzrückgang des Kalisyndikats um 30 Proz. wirkte sich bei den Kaliwerken der Preußag aus, wozu noch der teilweise Verlust der Quote für den seinerzeit ersoffenen Kalischacht Vienenburg tritt. Der erzielle Be- triebsgewnn verringerte sich von 17,6 auf 10,4 Millionen, woraus sich nach Abfetzung von 4.1 Millionen Unkosten und 7,7 Millionen normale Abschreibungen der bereits genannte Betriebsverlust ergibt. Allerdings sind vorweg Sonderrückstellungen von rund 2,4 Millionen Mark für verschiedene Risiken vorgenommen worden. Die Widerstandsfähigkeit des staatseigenen Montanumer- nehmens in der Krise ist um so mehr hervorzuheben, als die Preußag eine Reihe von Verlu st betrieben aus sozialpolitischen Gründen durchschleppt, die von der Privatindustrie längst stillgelegt worden wären Es Handell sich hier hauptsächlich um die Unterharzer Bsrgbauunternehmungen und die ostpreußische Bernfteinmanufaktur, gegen deren völlige Stillegung die besondere Notlage der dortigen Industriebezirke spricht. Wenn es auch der Preußag gelungen ist. die Verlufte aus chrc» Zufchußbetriebsn bis auf rund 4 Millionen gegen 0,2 Millionen im Jahre 1929 zu drücken, so bleibt die Auf- rechterhaltung dieser Werke doch eine schwere Belastung. Die Preußag hat daher den oerständlichen Wunsch, daß der Staat Preußen, der dies« Betriebe weiter erhalten will, auch die Kasten übernimmt. Neuinoestitionen sind im Berichtsjahr auf 11,3 Millionen einschließlich einer Pachtsumme von 3 Millionen für wert- volle Kohl-nseld-r in Ostoberschlesien gegen 13B Millionen gesunken. Insgesamt hat die Preußag seit 1924 19 7 Millionen Mars neu in die Anlagen gesteckt. Das Ausbauprpgramm kann hiermit eis beendet angesehen werden. Die Belegschast verringerte sich von 22 257 auf 24 657 Mann. Reichsbank und Kapitalflucht. Immer noch Lücken im Oevisengesetz.- Man kann und muß noch schärfer zupacken. Die letzten Reichsbankausweise mft ihrem Abstoppen der Devisenverluste haben die Besorgnis um die Entwicklung der Gold- und Devisenbestände nicht beseitigen können; dazu waren die Per- luste der Dcckungsreseroen der Reichsbank zu groß; die Zunahme in einigen Wochen zu gering, und vor allem sind die Aussichten für eine kräftigere Wiederauffüllung in der nächsten Zeit—wenn man die bisherigen Erfahrungen zugrunde legt— noch recht un- sicher. Gerade deshalb aber muß die Reichsbank zusammen mik den Devlsenbewirkschaf- tu ngs stellen die größten Anstrengungen machen, um alle aus den Exportüberschüssen der vergan- genen Monate stammenden Devisen restlos in ihre Kassen zu brin- gen. Das ist ihr trotz aller Verschärfungen der Devisenbestimmungen bis jetzt n i ch t g e l u n g e n. Vom August vorigen Jahres bis einschließlich Januar dieses Jahres hat Deutschland für 1636 Millionen mehr Waren an das Ausland verkauft als von dort eingeführt. Nach roher Rechnung hätten also diese 1636 Millionen unter dem gesetz- lichen Deoisenablieferungszwang nach Bezahlung der Einfuhr voll verfügbar sein müssen. Selbst wenn man berücksichtigt, daß unter der Herrschast des Stillhalteabkommens mit den aus- ländtschen Gläubigern der normale Zins- und Tilgungsdienst für ausländisch« Anleihen und darüber hinaus die gesetzlich erlaubte Teilrückzahlung auf die gekündigten Auslands gelder noch etwa 159 bis 299 Millionen monatlich aufgezehrt haben dürften, so müßte dennoch rein rechnungsmäßig ein größerer Ueberjchuß an Devisen herauskommen, um so mehr, als das Devisenaufkommen aus den Exportüberschüssen noch durch den bekannten Kredit der Reichsbank und Golddiskontbank mit rund 639 Millionen sich erhöht hat. Stall dessen aber haben die Bestände der Reichsbank an Gold und deckungsfähigen Devisen vom 31. Juli bis zum 29. Februar von 1699 Millionen auf 1977 Millionen abge- nommen. Wo find dies« Devisen geblieben? Zur Beantwortung dieser Frage muß die eben ausgemachte Rechnung in wichtigen Punkten berichtigt werden. Der errechnete Exportüberschuß oermindert sich zunächst um die Qieferungsbeträg», die den ausländischen Abnehmern, hauptsächlich in Rußland, längerfristig gestundet wurden. Aber auch dann decken sich die aus der Gegenüberstellung des Ausfuhrüberschusses med der gesetzlich erlaubten Kapifclübertragungen an das Ausland ermillelten Ziffern noch nicht mll der Wirklichkell. Ferner liegt zwischen dem Ver- kauf bzw. dem Versand der Ware ins Ausland und der schließ. lichen Bezahlung jeweils ein größerer oder geringerer Zeit- räum, den man etwa im Durchschnitt— oon größeren Lieferanten- krediten abgesehen— auf zwei bis drei Monate oeranschlagen darf, während die Einfuhr nach Erklärungen amtlicher Stellen sell dem Ausbruch der Äreditkrife im allgemeinen sofort bezahlt werden muß. Das würde bedeuten, daß beispielsweise die Einfuhr oom Oktober mit den Eingängen aus den deutschen Auslandsverkäufen vom«ÜKiP"müßte. Selbst wenn es aber so ist. daß K' De ossen schere sich gegen früher stark geöffnet hat. so hätten sich inzwischen aber unseres Erachtens die hohen Exportüberschüsse der Sommer- und herbstmouake aus- wirken müssen. Sie betrugen im August 323, im September 364, Oktober 383. November 252, Dezember 224 und Januar 1932 immer noch 99 Millionen Mark. Inzwischen sind aber die Devisenanforderungen für die Rückzahlung von Auslandskrediten sicherlich geringer geworden, nachdem die im alten Stillhalteabkommen freigegebenen Reiche ma r kguth ab e n abgedeckt sind und die Abzahlung unter dem neuen Stillhalteabkommen sich zunächst nur auf die üb- lichen Zins, und regelmäßigen Tilgungszahlen erstreckt. Gleichwohl läßt sich daraus«in ziffernmäßiger Anhalt nach nicht dafür gewinnen, wie sich die Devifenbilanz der Reichsbank Hölle entwickeln müssen, selbst wenn alles mit rechten Dingen zu- gegangen wäre; denn in Wirklichkell kommen weder die ganzen Exporterlöse in Devisenform nach Deutschland, noch werden die ein- geführten Waren sämtlich mll ausländischen Zahlungsmitteln(d.s. Devisen) bezahlt. Ein großer Teil des deutschen Außenhandels wird— auf beiden Sellen— in Reichsmark abgerechnet, d. h. die Berkaufserlöse werden jeweils den Exporteuren bzw. Importeuren auf ihren Bankkonten in dem betreffenden Ausfuhr- lande in Reichsmark gutgeschrieben. Vom Standpunkt der deutschen Zahlungsbilanz und der Wechsel- kursregulierung aus wäre normalerweise gegen dieses Ver- fahren nichts einzuwenden. Der ausländische Käufer deutscher Waren muß sich zur Bezahlung seiner auf Reichsmark lautenden Rechnung die erforderlichen Reichsmarkbsträge gegen Hingabe einheimischer Zahlungsmillel beschaffen, so daß durch seine Nachfrage der Mark- kurs im Ausland günstig beeinflußt werden müßte, wäh» rcitd andererseits die Reichsbank durch Befriedigung der ausländ'.« schen Martnachfrage dafür Devisen eintauscht. Aber diese Reichsmarkbeträge aus den ausländischen Bankkonten känueu von den deutschen Devisenbewirtschastüngestellen nicht voll ersaßt werdeu; es besteht zur Zeit keine Kontrolle darüber, mann und ob überhaupt die Erlöse für die gegen Reichsmark ius Ausland verkausteu Waren in Devisenform umgewandelt und nach Deutschland geschickt werden. Hier ist eine Lücke in der Deviseubewlrtschaslung, durch die noch immer laudesslüchtiges Kapital hindurchschlüpseu kann. Zweifellos spielt bei der Kapitalflucht das Stehenlassen der Exporterlöse im Auslande noch immer eine große Rolle. Das ist aber nicht die einzige Lücke in dem freilich immer dichter ge- zogenen Zaune der deutschen Devisenbestimmungen. Z. B. ist— auch nach der Anordnung der Cxportvaluta- erklärungen— keine zuverlässige zeitliche Kontrolle für das Devisenaufkommen in den ziemlich häufigen Fällen möglich, in denen deutsche Waren über die Grenze geschickt werden, die erst' noch kommissionsweise v e r k a u s t werden sollen, wenn sie das Bestimmungsland erreiäst haben. Das geht besonders die ganz großen Firmen an. Es genügt uns heute, auf diese Lücken in der Deoisenerfossung hinzuweisen, obwohl sie unter den noch immer offenstehenden Umgehungsmöglich- kellen der deurschen Deoisengefetzgebung nicht die einzigen sind. Der schwerfällige bürokratische Apparat ist gegenüber der Wendigkeit der Kapitalflüchtlinge, die immer wieder neue Wege finden, sicherlich im Nachteil. Das darf die Tevisenerfassungsstellen nicht entmutigen, noch mehr als bisher die vielen Schleichwege der Kapital- flucht gründlich zu verlegen. Die oorausstchllich ungünstige Devisenentwicklung der nächsten Wochen und Monate zwingt dazu. Die monatlichen Exportüberschüsse sind seit Oktober(383 Millionen Marl) rückgängig, und es besteht die Befürchtung, daß die ständig verschärften Exporterschwe- runxen des Auslandes: /diele ungünstige �Entwicklung noch weiter treiben. Die Reichsbank hat inzwischen ja auch noch 19 Proz. des Notenbankkredits aus ihretz Gold, und Deoisenbeständen zurückzahlen müssen. Handelspolitisch drohen die gefährlichsten Äonfe- quenzen, weil der Kapllalflucht immer noch zu viel Wege offen geblieben sind. Daraus ergibt sich für das Notentnstitut die unab weisliche Pflicht, zur Kapllalfluchtbekämpfung ihre wirksamste, bisher viel zu wenig in Anwendung gebrachte Waffe der Kre» ditentziehung einzusetzen. Wenn ihr Einblick in die Auslandsgeschäfte ihrer Kunden auf Grund ihres normalen Kunden- Verkehrs nicht ausreichen sollte, um die restlose Erfassung der Aus- landserlöse zu verbürgen, dann müßte sie unseres Erachtens dazu übergehen, sich den erforderlichen lleberblick durch Nachprüfungen geeigneter Bücherrevisoren bei den Werken selbst zu verschaffen. Das Millel, das man zunächst bei bekannten Großunternehmungen erproben könnte, würde wahr- fcheinlich Wunder wirken, gerade weil bei diesen die wahren Berhältnisse durch Tochtergesellschaften im Auslande ziemlich oer- schleiert erscheinen. 1999 Arbeitnehmer entfallen aber hiervon auf die an Oberhüllen abgetretenen Betriebe Gleiwitz und Malapan«. Die Lohnsumme sank von 67,5 auf 53,7 Millionen, worin sich auch die vielfache Kurzarbell auswirkt. Der Lohnantsil am Umsatz betrug 53,4 Proz. gegen 5%9 Proz. im Vorjahr. Wassermann zur Bankenkrise. Nachlese von der Generalversammlung der DO-Bank. Aus der wirffchaftspolllischen Rede des leitenden Direktors der DD.-Bank Wassermann auf der gestrigen Generalversammlung ist im Anschluß an unseren Bericht vom Mittwochabend noch sol- gendes zu ergänzen: Auf die vielfachen Vorwürfe, die im Zusammenhang mit den Ereignissen des 13. Juli gegen die Deutsche Bank und Diskonto- gesellschast erhoben wurden, erklärte Wassermann, daß man sich in der Verwaltung der DD.-Bank völlig im klaren über die Folgen war, die bei dem Schalterschluß einer großen Bank eintreten mußten. Die scharfe Konkurrenz, die bis dahin unter den Banken bestand. hätte die Verwaltung der DD.-Bank aber keinen Augenblick ab- gehalten zu Helsen, wenn man hätte Helsen können. Man mußte zufrieden sein, wenn man die Bankenkrise lokalisieren konnte. Es sei bekannt, daß die Banken ihre stillen Reserven berells in den Iahren 1929 und 1930 in hohem Grade mobilisieren mußten, und daß sie gezwungen waren, in den beiden vergangenen Jahren /große Posten eigene Aktien aufzunehmen. Tatsache sei es, daß der Barmer Bankoerein 65,3 Proz., die Danatbank 58,3 Proz., die Dresdner Pank 55 9 Proz., die Adca(Allgemeine Credit-Anstall, Leipzig) 55 Proz., die Commerz- und Privatbank 49,6 Proz., und die DD-Bank 36 8 Proz. ihres Aktienkapitals in eigenen Be- s i tz gebracht hätten.— Die Stützungskäufe der Großbanken haben also dazu geführt, baß bei einem Gefamtkapllal von 596 Mil- lionen Mark rund 27 8 Millionen Mark eigenerAktiea ausgekauft Purdcn.(Rad. d.„Bonn.")— Dieser teilweisen Kapital- nickzohlung und der Verminderung der eigenen Millel durch Re- servenschwund standen aber, wie Wassermann weller betonte, . wachjende Verluste und Ris ikeu gegenüber. Wenn sich Wassermann gegen die verschärften gesetzlichen Bs- stimmungen wendet, welche den Unternehmungsleitern Publikativns- pflichten auferlegen, die über das Ziel hinausschießen(?) und mehr schaden müssen als nützen können, und der Redner ferner einwendet, daß die sthematische Beschränkung der Mitgliederzahl des Auffichts- rates und der Zahl ihrer Mandate ein Öffentliches Vertrauen n i cht e r z w i n g e n könne, so ist ihm entgegenzuhalten, daß das Umsichgreifen der wirtschaftlichen Unmoral derartige Zwangsmaß. nahmen notwendig gemacht hat. da dem gegenwärtigen Wirtschaft- lichen System in Deutschlaad eine maralische Heilung aus eigener Kraft nicht mehr zuzutrauen war. Die neuen gesetzlichen Bestimmungen über eine Beschränkung der aufgeblähten Aufsichtsratsgruppen werden bei der DD.-Bank durch die Schaffung eines sogenannten H a u p t a u s s ch u f s e s umgangen. Der eigentliche Auffichtsrat wird nur noch aus 16 Mitgliedern bestehen, daneben aber wird ein sogenannter Haupt- ausschuß geschaffen, der im Grunde nichts anderes als ein gc- t a r n t e r A u f f i ch t s r a t ist. Dieser Hauptausschuß wird hundert Herren Anfassen, die pro Jahre je Kopf 3999 Mark erhalten und ähnlich wie die meisten AufsichtsrÄe bisher keine Kontrollfunktionen ausüben, sondern der Bank neue Kunden oerschaffen sollen. Da in dem eigentlichen Auffichtsrat sich jetzt auch die ausgeschiedenen Direk- toren S t a u ß und Schütter befinden, wird der bedenkliche Zu- stand geschaffen, daß in dem verengerten Kontrollorgan der größten deutschen Bank sich die Hälfte der Mitglieder aus früheren Bar- standsdirettoren zusammensetzt, die nach den traurigen Erfahrungen der letzten zwei Jahre zur Beaufsichtigung ihrer ehemaligen Kol- legen im Vorstände kaum die notwendige Energie bzw. nicht einmal den Willen zu einer rückhaltlosen Kontrolle auf- bringen dürsten._ Die Schweinezwischeuzähluag vom 1. März. Das Preußische Statistische Landesamt hat in Preußen am 1. März 1982 wieder eine Schwelnezwischenzählung durchgeführt. �Wieder Amtliche Preußislbe Pressedienst mitteilt, hat hiernach der Schweinebestand in Preußen gegenüber dem 1. Dezember 1931 um 13,1.Proz. und gegenüber dem 2. März 1931 um 4,9 Proz. abgenommen. Am 2. März 1931 betrug die Zunahme gegenüber dem 1. März 1930 15,8 Proz. — Das Ergebnis bestätigt die Erwartung einer kommenden Stei» gerung der Schweinepretje. Kampfruf des LGB. Leiparts Rede in Bern. Der Ausschuß des Znieruatioualeu Gewerkschaftsbundes nahm dieser Tage in Lern er- »eut zu dem Samps der Arbeiterklasse gegeu dieWeltkrise Stellung. Die Lerner Beratungen sanden in der deutschen presse, soweit man steht, nicht die Beachtung, die fle verdienen. In Deutschland muß man stch mit Hitlers Vorbereitungen zum Bürgerkrieg und seinem ewigen Klamauk in Braunschweig befassen. Da bleibt nicht genügend Zeit, um den Anstrengungen der Gewerk- schaftsinternationale im Kampf um Arbeit und Brot einige Aufmerk- samksit zu schenken. Dabei wächst die Not, die die Wirtschaftskrise über die Welt gebracht hat, allmählich ins Gigantische In allen Ländern sind ganze Gruppen von Arbeitslosen aus der Arbeitslosen- nersicherung ausgeschaltet worden, Hunderttausende, ja Millionen hungernder und darbender Menschen werden von den amtlichen Stati- stlken nicht oder nicht mehr gezählt, und trotzdem ist die Zahl der statistisch errfaßten Arbeitslosen im Zeitraum eines Jahres von 20 auf 23 Millionen angewachsen. Noch immer blutet die Wunde der Re- parationen. Der Faschismus und die Sozialreaktion machen sich überall breit und nirgends zeigen sich in der zusammengebrochenen Wirtschaft Selbstheilungskräfte. Angesichts dieses erschütternden Tatbestandes rief L e i p a r t, der Führer der freien Gewerkschaften Deutschlands, aus der Ausschuß- tagung in Bern aus: Muß die Menschheit tatenlos zu- sehen, wie' sich die Produktion von Monat zu Monat verringert, wie der Handel einschrumpft, wie Arbeitslosigkeit und Kurzarbeit zu- nehmen? Sind wir diesem Wirtschaftssystem wehr- los preisgegeben? Sind die Gesetze der Wirtschaft stärker als der Wille des Menschen? Oder gibt es Möglichkesten, den Schrump- fungsprozeß zu überwinden, in dem die Wirtschaft sich verfangen hat? Ist es wirklich unabänderliches Gesetz, daß die Mrlschast den Menschen beherrscht, oder kann der Mensch vermöge seine» Willens und seiner Kraft die Wirtschast lenken? Diese Z ragen sind für die Gewerkschaften so bedeutungsvoll, weil es die A r b e i t n e h m e r s ch a s t ist. die am schwersten durch die Wirtschastskalastrophe betroffen wird, und deshalb haben wir die Pflicht, die Wege aufzuspüren, die ausdem Dunkel der Weltkrise führen. Das Wirtschaftsprogramm de« JGB., betonte Leipart, fordert »die volle Durchführung der Stabilisierung der Währun- gen als Voraussetzung der Gesundung der nationalen und inter- nationalen Wirtschaft". Seit der Vertrauenskrise des letzten Sommers hoben jedoch berests mehr als 20 Länder— in der Mehrzahl dem Beispiel Englands folgend— die Verpflichtung aufgehoben, ihre Noten in Gold einzulöfen, mit der Folge, daß bei fast allen eine Entipertung ihrer Währung eingetreten ist. Wir müssen die uns an- geschlossenen Landeszentralen mit aller Eindringlichkest an die Stellung des Wirtschaftsprogromms des JGB. zur Währungsfrage erinnern. Unsere größt« Sorge gill selbstverständlich den Arbeits- losen. In Madrid haben wir auf der Ausschußsitzung die 40-Stunden-Woche verlangt. Jetzt müssen wir vielleicht die Stundenhöchstzahl noch weiter herabsetzen. Die Unternehmer sträuben sich immer noch gegen die<0-Stunden»Woche, well sie nicht aus die MLgkichkest verzichten wollen, bei günstigerer Äonjunktur die Ar» bestszeit wieder zu verlängern, obwohl es offenkundig ist, daß auch ..in besseren Zeiten längst nicht alle Arbeiter, die fetzt erwerbslos sind, bei mehr alz Wstündiger Arbeitszeit wieder in Arbeit gebracht werden können. Soweit man sieht, ist nur in der Tschechoflowakei infolge der Bemühungen des dortigen sozialdemokratischen Arbeits- Münsters ein Gesetzentwurf zur Verkürzung der Arbeitszeit ein- gebracht worden, aber auch das Schicksal dieses Entwurfs ist noch ungewiß.— Verkürzung der Arbeitszest bedeutet noch keine un- mittelbare Belebung der Wirtschaft. NeueArbeit muß geschaffen werden. Wir begrüßen deshalb lebhaft den vom Direktor des Internationalen Arbeitsamts Albert Thomas entwickelten Plan, auf internationalem Wege zu einem großen Arbeits» beschaffungsprogramm zu gelangen. Bitter enttäuscht aber müssen wir feststellen, daß Kleinmut und Verzagthest, vielleicht auch die gegenseitige Konkurrenz der Nationen die weitere Verfol- gung des Planes gefährden. Die Finanzierung des Plans von Albert Thomas ist— wir leugnen das nicht— ein schweres Stück Arbeit Aus diesem Grunde haben wir uns bemüht, unsererseits Vorschläge zur Beschaffung des Kapitals für die Durchführung des internationalen Arbeits- beschafsungsprogramms vorzubereiten. Iouhaux hat mit seinen Freunden einen Plan ausgearbeitet, wonach die Notenbanken derjenigen europäischen Länder, die einen Goldüberschuß besitzen. verpflichtet werden, einen Teil dieses Ueberschusses zum Zwecke einer Arbeitsbeschaffungsanleihe zur Verfügung zu stellen. Ein weiter- gehender Plan, der die aktive Mitwirkung auch der übrigen Länder vorsteht, die keinen Goldüberschuß ausweisen, ist von einigen Sach- oerständigen im Auftrage des JGB.-Vorstandes ausgearbeitet worden. Einzelheiten über die von uns beratenen Pläne schon jetzt mitzuteilen, ist unzweckmäßig. Ich richte aber an alle Landes- zentralen die Aufforderung, unsere Arbeiten dadurch zu unter- stützen, daß sie immer wieder von ihren Regierungen ein Arbetts- beschaffungsprogramm fordern, daß sie unablässig auf die Be- mühungen des Internationalen Arbeitsamtes hinweisen und die rege Mitarbeit ihrer Regierungen vor allem in der Frage der Finan- zierung fordern. Aus eigener Kraft kann das kapitalistische System diese Krise nicht mehr überwinden. Sein Automalismus hat versagt. Seine Selbstheilungskräfle find unwirksam geworden. Itureiueplaamäßige Bewirtschaftung der produktiven Kräfte wird die Krise über- winden. Bei dem Kampf nach einem Ausweg aus der Krise haben wir mit immer stärker werdendem widerstand der sozialen Reaktion sowie der nationalistischen und faschistischen Kreise zu rechnen: denn diese wollen ja die Krise dazu benutzen, um das Befreiungswerk der Arbeiterklasse ein für allemal unmöglich zu machen. Gefährlich und bedenklich sind auch die Versuche der Politiker, die Wirtschaft ihren polttischen Zielen dienstbar zu izpchen. Daher richte ich an die Politiker die dringende Mahnung: zerstört nicht die Grundlagen des Wohlstandes eurer Völker, indem ihr ver- sucht, Hnen auf dem Wege politischer Machtentfaltung Vorteile zu erringen, die sie letzten Endes mit schweren wirtschaftlichen Nach- teilen bezahlen müssen. An olle verantwortlichen Leiter der Politik, die trotz einer erstaunlichen Reisetätigkeit und persönlicher Fühlungnahme und freundlichen Reden nicht einmal eine Ab- schwächung der Wirtschaftskrise erreichten, richten wir mit den Worten des Baseler Sonderausschusses den Appell, ohne Verzug zu Entschekdungen zu kommen, um eine Besserung der Krise herbeizuführen, die gleichermaßen auf allen kästet. Wir brauchen keine Worte mehr, wir wollen endlich Taten sehen. Wortchrifientum. Auf der Suche nach einem Stützpunkt. Denn eben, wo Begriffe fehlen, Da stellt ein Wort zur rechten Zeit sich«in. Mit Worten läßt ssck trefflich streiten, Mit Worten ein System bereiten... Herr Wassermann« der leitende Mann im Vorstaich der DD.-Bank, stellt resigniert und melancholisch fest, daß der Glaub« an das kapitalistische System erschüttert ist. llnd I m b u s ch, der Vorsitzende des christlichen Deutschen Gewerkschaftsbundes, fordert die Enteignung der Kohlenmagnaten, die Verstaatlichung des Kohlen- bergbaus. Sogar der Zulauf zur Hiller-Partsi ist nicht zum gering- sten Teil auf das sozialistische Aushängeschild zurückzuführen, mit der die NSDAP, ihre reaktionären Diktaturabsichten maskiert. In dieser Zeit des Zusammenbruchs der kapitalistischen Jdeo- logie als Folge des Zusammenbruchs der kapitalistischen Wirtschaft. unternimmt es der Leitartikel des„Deutschen",«ine Attacke gegen den Sozialismus zu retten. Was er so unter Sozia- lismus versteht. Mtt einer einfältigen Wortklauberei sängt er an: „Proletarier! Wir hassen das Wort Proletarier. In der christlich-nationalen Gewerkschaftsbewegung hat es nie Fuß fassen können. Die hier organisierten Arbeiter wollen keine Proletarier sein. Zwar tt»ien auch sie alle Härten, alle materiellen, geistigen und seelischen Nöte des modernen Lohnarbeiters wie ihre Standes- genossen, die sich mehr oder weniger laut zu den Proletariern zählen-, aber sie wollen trogdem keine Proletarier sein und sind es infolgedessen auch nicht." Na also, damit wäre die Sache ausgestanden. Die Arbeitslosen brauchen nicht mehr Arbeitslose sein zu wollen— und schon ist die Arbeitslosigkeit beseitigt. Die Textilproleten brauchen nur mehr der Ueberzeugung sein, daß es ihnen bester geht— alle Tage besser und besser— als den Textilfabrikanten, und alle Gewerkschaften, auch die christlichen, sind überflüssig. Warum sind wir von diesem Ädealzustand allgemeiner Per- blödung noch so weit entfernt? Auch darüber weiß der Leitartikler d«s„Deittschen" Bescheid. Seit den Aposteln weiß man es: es sind Juden zumeist, die unter uns gesät den Geist der Rebellion. Die „jüdische Intelligenz" und.Larl Marx, der Jude, der zum Arbeiter gär keine äußere und innere Beziehung hatte, standen an der Wiege der deutschen Arbetterbewegung." Der„artfremde Marxismus", wie die Nazis sagen, der ist ver- aniwortlich für das„System". Ganz egal, ob es das„System Brüning" oder das..System Ssvsring" ist, an dem Zusammenbruch der kapitalistischen Wirtschaft ist eben das„marxistisch« System" sckiuld. Ganz im Httlerstil— von Geist kann man da nicht reden— ruft der Leitartikler des„Deutschen" daher zum Schluß aus: „Nun stehen wir an einem Abschnttt unseres deutschen Le b e n s, wo bei vielen Einsichtigen die Erkenntnis vorherrscht, daß es so nicht weitergehen kann. Der Zusammen- b r u ch ist fast auf allen Gebieten komplett. Die Trag- pfeiler der neuen Welt, die nach der Lehre der modernen Heilsapostel die glückbringende Well sein sollte, sind z e r- brechen. Statt der Erlösung sehen wir Auflösung überall, nicht das Gesetz der Lieb-, das des Hasses tx-iuinphiert, nicht der Fried«, der Unfriede dik&ert die Stunde." Und auf wen beruft sich der„Deutsche" bei seinem Versuch. eine Synthese von Nazi- und Christentum zu schassen?— Auf Herrn Winnig— in seiner neuesten Gestalt als Prediger gegen den Materialismus und für christtich-ncttionale Gesittung. A u s g e- rechnetWinnig!...'\ Wir verstehen, daß gewisse„Führer" der christlichen Gewerk-, schaften sich arg bedrängt fühlen. Sie wissen, daß ihre Behoup-> tungen von der antireligiösen Sozialdemokratie und den glaubens- feindlichen freien Gewerkschaften nicht zu halten sind. Sie sehen, daß die Bewegung zum Sozialismus nicht aufzuhalten ist. Ver- zweifell suchen sie nach einer Abgrenzung zwischen christlichen und freien Gewerkschaften. Zwischen dem Arbeiter, der den Sozialis- mus will, ohne diese wirtschaftliche Neuordnung mtt religiösen Glaubensfragen zu verquicken, und dem Arbeiter, der die Not- wendigkeit dieser Neuordnung bejaht, aber noch fürchtet— wie lange noch?—, diese Neuordnung könnte vielleicht dem Christentum gefährlich werden. Wir glauben nicht, daß diese Abgrenzung von Dauer sein kann. Mit den von HUler und Winnig entliehenen Worten am allerwenigsten. Schon wieder die Brauereien! Störrischer Kampf gegen Fünftagewoche. Sett einigen Wochen schon oersucht der Verein Berliner Brauereien, mtt dem tO-Stund«n-Abkonimen zu experimentieren. Das Abkommen regell die wöchentliche Arbeitszeit in den Berliner Brauereien derart, vaß das gesamt« Personal am Mittwoch jeder Woche aussetzen muß. Kurz nach Bellegung des Konflikts, über den wir berichtet haben, führten die Brauereien schon wieder Verhandlungen über «ine Aenderung des Kurzarbeitsabkommens herbei. Jetzt verlang- ten sie die Zustimmung, daß der Fuhrpark während der ganzen Woche beschäftigt werden könne. Das Fahrpersonal soll zwar nach wie vor fünf Tage arbeiten, doch sollen an zwei Tagen in der Woche die Gespann« nicht doppelt bemannt werden. Eine solche Arbeitezeitregelung würve die 40-Stunden-Wvche bei einem Teil der Vetriebsarbetter illusorisch machen, da eine Konttoll« über die Einhallung der tariflichen. Arbettszettbestimmun- gen überhaupt nicht mehr möglich wäre. Die Gründe, die von den Brauereien für die angeblich« Notwendigkett dieser Maßnahme ins Feld geführt wurden, waren so fadenscheinig, daß cie Tarifgewerkschaften das Ansinnen der Brauereien rundweg ablehnten. Die zu Mittwochabend einberufene Funktivnärkonferenz aller frsigewerkfchafllich organisierten Berliner Brauereiarheiter, in der Genosse Schmitz vom Verband der Nahrungsmittel- und Ge- tränkearbeiter die Situation schilderte, stellte sich einmütig hinter 0'e Verhandlungskommission und ihre Organisationen. E i n st i m m i g lehnten die Funktionäre die Zumutung der Brauereien ab. In einer Entschließung brachten sie zum Auedruck, daß sie die Not- wendigkett der A»nderuna des Kurzarbellerabkommens nicht ein- sehen. Die Funktionäre ließen azeiter keinen Zweifel darüber, daß die Berliner Brauereiarbeiter die Ankündigung der Brauunter- nehmer, die von ihnen gewünschte Arbeitszeitänderung«oe'ttuell diktatorisch durchzuführen, mit den schär s sten Gegenmaß- nahmen beantworten würben. Beriitter Bauarbeiier in der Krise. Unverbrüchliche Solidarität. Die Befürchtungen, die auf Grund der verheerenden Arbeits- lofigkett im Baugewerbe hinsichtlich der Mitgliederbewe« gung der Bauarbetteroerbände gehegt wurden, haben sich im Baugewerksbund, Baugewerkschaft Berlin, erfteulicherweisa als unbegründet erwiesen. Die Baugewerkschäft Berlin hat. obwohl un vorigen Jahre im Durchschnitt jedes ihrer Mitglieder einen Ausfall von 197 Arbeitstagen hatte, nur rund 2000 Mitglieder verloren. Sie zählte am Schluß des Berichtsjahres 25 387 Mttglieder gegenüber 27376 Mitglieder Ende 1930. Dieser verhältnismäßig geringe Mitgliederoerluft beweist, daß der Organ:- sationsgedanke in der Berliner Bauarbeiterfchaft io fest verankert ist, daß selbst eine so schwere Krise auf dem Baum rkt, wie die des vergangenen Jahres, den Mitgliederbestand nick zu erschüttern vermag. Dieser feste organisatorische Zusammcnhall ist um so ertteulicher, als auch die Berliner Bauarbeiter trotz der guten Rückendeckung durch ihre Organisation nicht verhindern konnten, daß im vorigen Jahr ein erheblicher Teil ihrer Löhne der Abbauwut der Bauunternehmer zum Opfer siel. Für die Finanzen der Organisation war das Berichtsjahr eine schwere Belastung. Einer oerminderten Beitrag»- einnähme infolge der hohen Arbeitslosigkett stand eine starke Er- höhung der Ausgaben für Unter st ützungszwecke gegen- über. So wurden z. B. für die Bundeskasse nur rund l H Millionen Mark eingenommen gegenüber 2,18 Millionen Mark im voraus- gegangenen Jahr. An Unterstützungen aller Art wurden im vorigen Jahr runv IZä Millionen Mark ausgezahlt, davon allein an Arbeitslosenunterstützung rund% Millionen Mark. Für Abwehr- maßnahmen, Streiks, Bausperren usw. wurden mehr als 200 00(1 Mark verausgabt. Zu der Tätigkeit des Vorstande« der Baugewerkschaft Berlin im Jahre 1931 nahmen zwei Generalversammlungen Stellung, in denen der Vorsitzende, Genosse Ebert, den Rechenlchaftsbertcht gab. In beiden Versammlungen wurde die Tätigkeit des Vor« standes vollauf anerkannt. Der bisherige Vorstand wurde entsprechend den Borschlägen der Bezirke gegen 8 Stimme« wiedergewählt. Auf Grund der Tatsach«, daß Im vorigen Jahre rund 73 000 Mark Restlohngelder den Mitgliedern durch zahlungsunfähige Bau» Unternehmer verloren gingen, erhoben die Delegierten die Forde- rung auf gesetzliche Sicher st ellung des Arbeits- l o h n« s. Weiter wurde in einer Entschließung oerlangt, den 8 77 des Gerichtskostengesetzes dahin zu ändern, daß die um ihren Rest, lohn klagenden Arbeiter nicht als Zweitschuldner die Gerichtskostcn für zahlungsfähige Unternehmer aufbringen müssen. Zieht die Konsequenzen! Die politische Entscheidung. Die Iahresvollversammlung der Betriebsräte im Gesamtverband am Dienstag in den Kammersälcn ge» staltete sich zu einer eindrucksvollen Kundgebung für die arbeits» markt- und wirtschaftspolitischen Forderungen, die von den Spitzen- körperschaften der freien Gewerkschaften an die Regierung gestellt werden. Der Bevollmächtigte, Genosse Schaum, legte in großen Zügen die programmatischen Forderungen der Gewerkschaften dar, deren Ziel es ist, die Arbeitslosigkeit einzudämmen und«ine plan» mäßigere Wirtschaft herbeizuführen. Die privat kapitalistische Wirtschaft, die zum Kostgänger der öffentlichen Hand geworden, ist. hat ihre Existenzberechtigung verloren. Die freien Gewerkschaften werden jetzt mit allen Mitteln versuchen, eine Umgestaltung der Wirtschaft herbeizuführen. Der Zustand daß der Staat nur die Pleiten der Privatkapitalisten sozialisiert, kann von den freien Gewerkschaften nicht mehr länger geduldet werden. Aus der Erkenntnis, daß die Erreichung der Ziel« der freien Gewerkschaften mehr eine politische als«ine gewertfchaft- l i ch e Machtfrag« ist. muß die Arbetterschaft aber auch die richtigen Schlußfolgerungen ziehen. Von der politischen Aktivttat der Arbeiterschaft in der nächsten Zeit wird es abhängen. ob und inwiewett die wirtschaftspolitischen Forderungen der Ge« werkschaften verwirklicht werden können. Die Versammlung brachte mehrfach durch Beifallskundgebungen ihre Uebereinstimmung mit den Ausführungen des Referenten zum Ausdruck Die nach einem kurzen Bericht über die Tätigkeit des Betriebsrätefekretanats des Gefanuverbandes im vorigen Jahr durch Genossen S e h n e r vorgenommene Wahl ergab die einstimmige Wiederwahl des Genossen Sehner zum Betrtebsrätefettetär. Christliche Arbeiter gegen die Aazis. Köln. 23. März.(Eigenbericht.) Die Kölner christlichen Gewerkschaften er» klären in dem Geschäftsbericht ihres Bezirkskartells,„daß sie stch schärfftens gegen jene Kreise und Parteien weichen, die einen n a t i o- nalistischen Ueberschwang frönen und mit chrem natio» nalen Aushängeschild Zielsttebungen verdecken, die Volk und Nation dem Chaos und die Arbeiterschaft neuer Knechtung ent- gcgensühre. Die christlichen Gewerkschaften lehnen den Natio» nalsozialismus schärf st ens ab. Ein christlicher Gewerkschafter kann nicht Mitglied der National» sozialisten sein, wie überhaupt die Mttgliedschast bei jeder Umsturzpartei grundsätzlich unmöglich ist". Auf den gleichen Ton war auch die Gencralversamm- lung des Bezirkskartells der christlichen Gewerkschaften Kölns gestimmt. Der Vorsitzende des Kartells erklärte u. a.: Der 13. März habe nicht zuletzt durch die entschlossene Haltung der westdeutschen Arbeiterschaft das Ziel polttifch- und fozialreattionärer Kreise schei» tern lassen. Die christtiche Arbetterschaft sei willens, die Abrech- nung am 10. April endgültig zu vollziehen, weil sie«Mich die innere Riche wolle. Di« Srlchäftrftelca d«, vrt»1»rtell« Berlin»ad de« Bezirksiartells Branden» t~XB de««llgem-inea freie» A»g«ftcltend»»d«», Sagel-fcr Zt—-ZZ. bleibe»»am 25. bi» einschließlich 23. März geschloffen. Bereis Gewerkschafis-�usend Nerlin Heute. Tonuerstog, 24. März, llm 19Vi Uhr. tagen die Gruppen! gär alle Srnpae»: Wir sind auf tsterkahrt.— Zngenagrnppe des DenUche» Textilarbetter-Berbande«: Sugendhewl Sngl-luser 2l— 25. Aufgang ß, 3 Sc.; Brettsptelabsnd.— uugendgruppe de» Vcrdande» der Nahrungsmittel- nnd SetrSnkearboiter: Jugendheim Sitzungssaal Reue Schönhauser Str.»—5: Heimabend. Faciendaruppe des Zentralverbandes der Angestellten «S/l Heut». Donnerstag, folgende Beransialtungcn; Panlaw-Riederschön- � ha»s«-! Jugendhelm Gdrschs:;. 14(grotzez Zimmert. Bortrag:..Die ersten Versuch: einer Planwirtschaft in Eum>a". Rekerent: Huhn.— Rardea: Jugend» d-im Lartzinastr. IS. Aussprache:..Der Jugendliche fragt- dar älter» Genosse oidt ihm Antwort". VlUtt: Rachaw.— Ostt-n: Jugendheim der Schule Litauer Straße 13. Bortrag:„OrgonUiemz Kapital" s Konzerne. Trusts. Monopolel, Refarent: Dunz-l.— tagt das Tr tagt heute MWWWWWI ach dem Sportplatz Lichtenberg, Normannen» Gcke"Ruschestaaß«.' Oiarl Ulloeller: S}eiCifißi HCSSF Frau Niedermeyer lebte lelt dreizehn Jahren friedlich mit ihrem Manne zusammen. Nun plötzlich Halle ihn eine Wahnidee befallen: er wollte unbedingt einen Hund haben. Kinder hallen Nieder- meyers nicht, und die Frau Halle fich schon so an das gemütliche und abgeschlossene Alleinleben gewöhnt, daß sie sich entschieden gegen den geplanten Zuwachs wehrte, selbst wenn es nur eine beschei- dene chundeseele sein sollte. Vergeblich versuchte Herr Oberinspektor Niedermeyer seine Frau umzustimmen. Sie wollte nichts von dem schmutzigen Viehzeug wissen, wie sie sich ausdrückte. Aber so rasch ließ sich chres Gatten Hundefreundschast nicht unterkriegen. Da der Geburtstag der Gnädigen bevorstand, wurde die Geschenkfräge er- örtert.„Ich kauf dir einen extra schönen Pinscher, mit dem du den Neid deiner Kaffeetanten erregen wirst", meinte Niedermeyer in friedlichem Tone, worauf sie ihm wild in die Haare fuhr:„Nie und nimmer! Einen Köter hat heute jede Gans. Einen Pelz- mantel will ich haben." Wenige Tage später brachte Niedermeyer, vom Amte kommend, einen kleinen Dackel mit nach Hause. Seelenruhig setzte er das noch junge Tier auf das Sofa und streichelte es zärtlich. Nachdem sich feine bessere Ehehälfte etwas von dem Schrecken erholt hatte. kreischte sie auf:„Das Biest oersaut mir meine ganzen Decken. Raus mit ihm!" Worauf ihr Gatte ruhig erwiderte:„Entweder bleibt mein Lobby hier, oder du kriegst deinen Pelz nicht." Zähne- knirschend und mit düsteren Racheplänen zog sie sich zurück. Nach zwei Wochen halle sie sich bereits so an den zierlichen, lustig wackelnden Waldmann gewöhnt, daß sie gern mit chm spa- zieren ging und vor den Nachbarn prahlte:„Na ja, irgendein Ver- gnügen muß man doch haben." Am Nachmittage, pünktlich wie immer, kam Herr Niedermeyer nach Hause, tätschelte seinen Hunde- liebling und meinte traurig:„Ich werde ihn wohl heute abend zu- rückgeben müsien." Wie von der Tarantel gestochen sprang seine Frau auf:„Was, du Scheusal, jetzt nimmst du mir noch meinen letzten Trost weg? Ach, ich wußte ja immer, daß du nichts für mich übrig hast." „Wenn du fo großen Wert auf Bobby legst, will ich heute abend versuchen, meinen Skatbruder umzustimmen, der mir ihn für ein paar Wochen in Pflege gegeben hat. Vielleicht kann ich ihn käuflich erwerben", lenkte Niedermeyer ein. Seine Frau blieb an diesem Abend gegen alle Gewohnheit in der Wohnstube sitzen, bis ihr Mann von seinem Stammtisch in an- geheiterter Stimmung zurückkam. Zu ihren Füßen lag der nichts- ahnende Dackel und wälzte sich wohlig in den weichen Kissen seiner Herrin Armes Tierchen, dachte die dick« Alte, ich lasse dich nicht wieder fort zu den bösen Menschen, die dir nichts Gutes antun wollen.. Kaum hörte sie ein Knirschen im Schlüsselloch, so eilte sie an die Türe:„Was ist mit meinem Bobby? Sag schnell. Manne, bleibt er hier?" „Nu ja", knurrt» der in Bierlaune,„aber verflucht teuer ist mir der Spaß gekommen. Hundert Mark wollte Wendler für das Mistvieh haben. Da wird wohl aus deinem Pelzmantel nichts werden." „Den opfere ich gerne", antwortete heroisch Frau Niedermeyer und ging mit ihrem Butzi zu Bett. So weit wäre der Familienfriede zur beiderseitigen Zufrieden- heit wiederhergestellt gewesen, wenn des Oberinspektors Gattin nicht auf Schritt und Tritt ihren Schutzbefohlenen mitgenommen hätte. Wo sie ging, trabte auch Bobby nebenher, der bald genau so rund- .llch und erhaben wurde wte seine Besitzerin Drei Tage vor ihrem Wiegenfeste begab sich Frau Niedermeyer in die Zentralmarkthalle, um einen guten Braten zu holen. Der kluge Dackel zog wie besessen an der Leine. Sicher erwartete er einen guten Abfallknochen. Aber so toll wie heute hatte er sich noch nie gezeigt. Schließlich mußte ihn Frau Niedermeyer auf den Arm nehmen, weil er nicht mehr zu bändigen war. Unauf- hörlich Halle er nach einer Richtung gestrebt, wohin„Frauchen" vorläustg noch nicht wollte Doch auch mit Streicheln war er nicht zur Ruhe zu bringen. Immer noch schnupperte er in der Luft herum, als gäbe es da was Besondere» außer dem Geruch von verdorrtem Kohl, schimmeligem Käse und blutigem Fleisch Plötzlich ballerte er mit einem mächtigen Gekläffe los, sprang auf den Boden und war in wenigen Sekunden hinter einem Stande verschwunden. Ratlos lief seine Herrin hinterher und mußte ihren treuen Bobby in den Annen eines riesigen Schlächtermeisters wiederfinden. Fauchend ging sie auf den los:„Was fällt Ihnen denn ein? Das ist mein Hund." „Schön, mein« Gnädigste, das mag ja sein", antwortete der Angegriffene gutmütig.„Aber wollen Sie dem Tierlein verwehren, seinen alten Herrn zu begrüßen?" „Wie? Was sagen Sie? Von Ihnen stammt der Hund?" „Na ja, ganz richtig, da» war mein kleiner, goldiger Beppt. Da hinten liegt seine Mutter. Damit deutete der biedere Mann in eine Kiste in der eine ängstlich sorgende Hündin zu ihrem kaum noch erkennbaren Kinde ausblickte. Frau Niedermeyer war sprach- los. Schließlich faßte sie Mut und fragte:„Und wem haben Sie das Tier verkaust?" JSM)'. meinte der andere,„es war eigentlich nur eine Gefällig- teit. Da kommt all« paar Monate der Inspektor vom Amt und prüft unsere Genehmigungen. Das letztemal erzählte er mir, daß er gern einen Hund haben möchte, und da habe ich chm unseren kleinen Beppi überlassen. Wissen Sie, nur, um mich gut mll dem Manne zu stellen, denn der kann einem doch allerhand helfen. Ge- schenkt haben wollte er ihn nicht. Er meinte, das wäre Beamten- bestechung. Da habe ich chm halb pro korma zwei Mark abge- nommen. Jetzt hat der Gauner Ihnen das Tier wohl sicher zu einem hohen Preise verkaust, he?" Frau Niedermeyer wollte sagen:„Ja, zu einem schändlichen Wucherpreise. Aber sie verkniff sich rasch die Bemerkung, entriß dem erstaunten Manne chren Dackel und eiste wutschnaubend nach Hause Herr Oberinspektor Niedermeyer aber mußte nun den Pelz- mantel doch noch taufen, und seine Frau spaziert jetzt wie eine Fürstin zum wöchentlichen Kaffeekränzchen: mit Dackel und Pelz. Eine SieMri&Hälsremluimn? Vor einer Reche von Jahren war der Name Anton Flettners in aller Mund«. Flellner wollte nicht nur die Segelfchiffahrt revo- lutionieren, sondern auch die Kraftwirtschaft. Die Versuche im Göt- tinger Windkanal, die die fabelhafte Wirkung de» Flettner-Rotors zu bestätigen schienen, ergaben in der Praxis nicht den gewünschten und erhofften Nutzeffekt. Es ist heute sehr füll um Flellner geworden. Sein großes Windkraftwerk, das damals in Aussicht gestellt wurde, ist auch nicht zustande gekommen. Geblieben ist von allen Ver- heißungen nichts als der kleine sich lustig drehende Fletwerlüfter, den man bei zahlreichen Stragenbahnwazen und Omnibussen sehen kann. Es soll hier nicht untersucht werden, wie sich diese Entwicklung voll- zogen hat. Aber an dies« Dinge muß man denken, wenn man die neuen Pläne des bekannten Bauingenieurs Honnef hört, der ebenfalls aus dem Wind die in der Zukunft nötigen Elektrizitätsmengen erzeugen will. Honnef hat in der letzten Zeit eine Reihe von Borträgen gehalten, in denen er seine bis ins einzelne ausgearbeiteten Pläne mitteilte. Seine ganze Art. sich für feine Sache einzusetzen, ist sym- pathisch. Er macht nicht viele Worte, sondern ist bemüht, die vielen grundlegenden Untersuchungen für seine Arbeit und feine Gedanken sprechen zu lassen. E» hat gar keinen Zweck, Honnef mit einer Hand- bewegung abtun zu wollen. Alle großen technischen Neuerungen. und um eine solche handelt es sich hier, haben den Widerstand der sogenannten Fachleute gefunden. Wer will sich auf diesem Neuland, das Honnef mit kühner, aber begründeter Phantasie zeigt, als„Fach- mann" produzieren, wer will die Verantwortung auf sich nehmen, frühere Mißerfolge als beweiskräftig dafür hinzustellen, daß die konstruktiven Gedanken Honnefs undurchführbar seien? Was will Honnef? Honnef will die Elekllizitätswirtfchast durch Ausnutzung'der in Höhen von 300 bis 500 Meter ziemlich gleichmäßig wehenden Winde so umgestalten, daß sich daraus ein hoher volkswirtschaftlicher Nutzen ergibt. Er schlägt den Bau von Türmen vor. die gewaltige gegen- läufige Windräder tragen sollen, die gleichzeitig als Dynamos wir- ken und so ohne die Dazwischenschaltung von irgendwelcken krast- vergeudenden Getrieben elektrischen Sllom erzeugen. Honnef hat Er- fahrungen iin Bau von hohen Türmen. Zahlreiche Funktürme, die die Bewunderung der Beschauer erregen, sind sein Werk. Aber seine neuen Pläne gehen west über den einfachen Aufbau eines Turmes hinaus. Er will seinen Turm als Diagonalversteifungen und Hori- zontalverspannungen errichten, so daß er gegen alle aus Verdrehung der Konstruktion gerichteten Kräfte gefeit ist. Der von Honnef ge- plante Versucheturm soll auf einer Grundfläche von 120 Meter Durchmesser mst einer Höhe von 250 Meter errichtet werden. Auf dem Unterbau soll dann das eigentliche Kraftwerk mit drei oder mehr Windrädern von 60 bis 80 Meter Durchmesser aufgebaut werden. Um diese Anlage bei Sturm vor dem Zerstören zu schützen, soll sie automatisch auf den Wind gedreht werden, so daß sie den anstürmenden Luftmassen den geringsten Widerstand entgegensetzt. Das ganze Kraftwerk ist zu diesem Zweck dreh- und kippbar angeordnet. Da es sich hierbei um gewallige Lasten handelt, sind Zweifel laut geworden, ob es überhaupt möglich sei, diese Kräfte zu beherrschen. Es wird auch auf die großen Temperaturspanmingen hingewiesen, denen die als Dynamos arbeitenden gegenläufigen Windräder ausgesetzt sein werden. Honnef glaubt mit gutem Ge- wissen jagen zu können, daß die durch Temperäturschwankungen verursachten Maßänderungen in erträglichen Grenzen bleiben wer- den. Um welche Stahlmassen es sich hier handelt, zeigt die Tatsache. daß das Gesamtgewicht der Anlage auf 5,6 Millionen Kilogramm berechnet wurde. Davon kommen aus das eigentliche Kraftwerk allein 1,8 Millionen Kilogramm. Die von Honnef in Vorschlag ge- brachte Einheitsanlage soll eine Leistung von rund 22 000 Kilowatt haben. Die von ihr erzeugten 126 Millionen Kilowattstunden wür- den etwa zur Hälfte verkäuflich sein, da die Clektrizitätsabnahme ja von dem Bedürfnis abhängig ist. Nach dem Bau des ersten Bersuchsturmes, bei dem dann weitere Erfahrungen gesammelt werden sollen, will Honnef das ganze Land mit einem System von Windkrafttürmen bedecken und so eine jeder- zeit leistungsfähige, von Zufällen unbeeinflußte Stromlieferung sicherstellen. Honnes hat sich natürlich auch über die Aufbringung der Mittel Gedanken gemacht und sie auf Grund praktischer in Amerika ge- wonnener Beispiele mll der ihm eigenen Eindringlichkeit propagiert. In Amerika, so führte er aus, habe sich die sogenannte Customer Ownership, eine Berbrauchergenossenschaft durch die Edison Company gebildet, die die Bevölkerung mll Sllom versorgt und dabei den Anteilzeichnern gewisie Vorteile gewährt Er schlägt daher vor, daß die in Deutschland vorhandenen 5 Millionen Kleinbauern sich zu einer Elektrizitätsgenossenschaft zusammenschließen, die bei einem Antell von 200 Mark je Kopf die stattliche Summe von 1 Milliarde Mark aufbringen könnten, vorausgesetzt, daß die Versuchsanlage den gewünschten Nutzesfekt zeigt. Wer unser« Bauern kennt, wird hier natürlich skeptisch sein. Aber diese Frage ist im Augenblick noch gar nicht zu erörtern. Wichtiger ist. daß trotz der starken Gegen- Wirkung von Interessenten und ewigen Besserwissern die Versuchs. anlag« gebaut wird. Erst dann wird man zu weiteren Plänen und weiteren Ueberlegungen kommen können. Sicher ist. daß unsere Wasserkraftwerk« mit ihren unregelmäßigen Betriebszeiten, die hvnch die Jahreszellen bedingt werden, keine regelmäßige ElettriziM. lieferung garantieren können, ganz abgesehen von den sehr Hohen Baukosten, die der Wirtschastlichkell erheblich herabsetzen. Sicher ist, daß unsere auf der Ausnutzung von Kohl« errichteten W/rke e'y«-- Tages keinen Brennstoff mehr haben werden. Dieser Tag wird kommen, wenn er auch heute noch unendlich fern er'/heinen maa Es ist zu begrüßen, daß endlich ein hervorragender Ingenieur den Mut gefunden hat. der Frage der Windnutzung s�e ganz« Kraft zu widmen. Die hier geleistete Arbeit wird auch dann, wenn' noch Jahre bis zur praktischen Vollendung vergehen sollten, nicht nutzlos gewesen sein. Wer die kraftvolle Gestalt Hon>.e-sz gesehen hat weiß daß dieser Mann sich nicht durch Widerstehe entmutigen läßt, die nun einsnal alle neuen, zutunftswelseill�a Ideen gefunden haben und immer wieder finden werden. Asoer auch der Widerstand hat sein Gutes: Er zwingt zu sorglichster Ueberlegung. Und oft hat gerade der Widerstand gelehrt. Fester zu vermeiden und damit zum endlichen Erfolg beigetragen. Möbus. 4�� J-'i-«ÄtsMWW AsLWWL. . dmm vm OPEL WW denn schon in den letzten Tagen des vergangenen Jahres wurden die Preise für 1932 gesenkt.„Das Gebot der Stunde hieß es damals, und Opel erbrachte damit einen neuen Beweis für die bekannte Tatsache, daß sich die größte Automobilfabrik Deutschlands immer den Erfordernissen des Marktes anpassen kann und anpaßt. Das trifft auch für die Wagen zu. Wirtschaftlichkeit bei hoher Leistung, bei Bequemlichkeit, Schönheit und Komfort ist heute vernünftigerweise Grundbedingung für jeden Autokauf. Opelwagen sind wirtschaftlich! 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Ich setze Ihnen vor, was Gott mir beschieden hat. Christus ist sozusagen auferstanden!" „Er ist in Wahrheit auferstanden," erwiderten die Gäste mit lüsterner Miene, rieben sich die Hände und traten an den Tisch heran. „Nehmen Sie Platz, Bürger, nchmen Sie Platz," rief Kukujew aufgeregt,„ich bitte ergebenst. Pawel Wassilfewitsch, was haben Tie denn, mein Lieber. Schenken Sie sich ein wenig Subrowka ein, Sachar Sacharytsch. Einen Schluck Sapekanka gefällig, Sofja Nau» mowna? Meine Herrschaften, ich empfehle Ihnen ganz besonders, von dem geweihten Kulitfchkuchen zu kosten... Er ist im Haus« gebacken. Aber Mitja. was fitzest du denn da und isiest nichts, als wärest du ein Bräutigam! Iß nur, Mitja! Futtre dich heraus. Doch vielleicht will irgend jemand geweihte Eierchen essen? Hier ist ein hübsches grünes, hier ein nettes rptes. Marja Iwanowna und ich haben sie persönlich zur Kirch« getragen... Christus ist aufer..." In diesem Augenblick ertönte im Vorzimmer die Glocke, und kurz darauf kam das aufgeregte Töchterchen ins Speisezimmer gelaufen: „Papachen! Dort draußen fragt jemand nach euch." „Wer könnte das fein?" fragte sich Kukujew erstaunt,„es scheinen doch alle oersammelt zu sein. Hm... Sie entschuldigen, Bürger, ich bin gleich wieder da." Mit diesen Worten begab sich Kukujew ins Vorzimmer— und geriet vor Schreck.ins Taumeln: vor dem Spiegel stand der Partei- genosie Merinosow in höchsteigener Person und legte gerade seinen Mantel ab. „Ich komme zu dir zu Besuch, Liebster," sagte er vergnügt. „Meinen Glückwunsch zum ersten Mai! Ein herrliches Wetter, Bruderherz. Sonne, Gezwitscher, Solidarität. Kehre ich da gerade, verstehst du wohl, von der Demonstration zurück und es kommt mir der Einfall, den alten Freund Kukujew zu besuchen. Wollte mal sehen, ob er nicht etwa krank fei. Willst du mir nicht ein Gläschen Tee vorsetzen?" „Essigessenz würde ich dir gern vorsetzen," dacht« sich Kukujew verdrossen, rief jedoch laut und freudig aus: .„Gewiß, ein Gläschen Tee. Dein Besuch erfreut mich sehr. Meinen Glückwunsch zum ersten Mai, wie man jetzt so sagt. In Wahrheit! Zum ersten Mai, zum ersten Glück. Hi. hi..." „Na, Bruderherz, zeig mir mal deine Höhle." „Meine Wohnung ist. mußt du wissen, nicht aufgeräumt..." „Unsinn. Alles nur Vorurteile. Führe mich herein, mein Lieber." Mit diesen Worten stieß Merinosow die Tür des Speisezimmers weit auf— und erstarrte zur Säule. ,Hm..." sagte er mit bedrohlich finsterer Miene.„Was geht denn bei dir hier vor, mein Lieber? Das scheint ja eine Ostertafel zu sein? Religiöse Vorurteile? Kleinbürgerliche Gäste? Ei, ei, ei! Das hätte ich von dir nicht erwartet, wenn du auch Parteiloser bist!" „Aber ich bitte Sie, Genosse!" stammelle Kukujew bleich und aufgeregt.„Das ist doch, Sie verzeihen schon, keine antireligiöse Osterta�tl. Das sind doch(«ine lleinbürgeilichen Gäste. Sie versetzen M'ch durth derartige Wort« geradezu in Erstaunen." '„Was sollte es dehstIönst'stitf?"........ „Dies bi\? Nun so. Eine klein«... hm... Versammlung an- läßlich des erten Mai... Ein Zirkel sozusagen." „Ein Zirkel" „Ja, ja....Ein Zirkel... Ein Zirkel gewissermaßen zum Studium der Qualität der Produktion. He, he... Und das hier. Genosse Merinosow, stvd lauter Kursusteilnehmer." Kukujew schlug sich auf die Schenkel tyck» rief freudig:„Ja. ja, ein Zirkel anläßlich des ersten Mai. Zum StMum der Produktion."» Merinosow trat argwöhnisch an den Ostertisch und fragte mit sinsterer Miene: „Warum aber sind hier Osterkuchen aufgestellt?" „Aber ich bitte Sie. Genosse Merinosow! Das sind doch keine Osterkuchen, sondern Muster der staatlichen Kondlwreiproduktion. Als Gegenstand der Untersuchung..." ,chm... Schon gut. Warum aber steht auf diesem Gegenstand der Untersuchung ein Lämmchen aus Zuckerguß? Was soll das be- deuten?" „Ein Lämmchen? Wieso denn ein Lämmchen? Ist das etwa ein Lämmchen! Eine nette Geschichte! Wissen Sie. ich habe das in der Eile gar nicht gemerkt. Uebrigens ist es kein Lämmchen, sondern das Modell eines turkestanischen Feinwollschafes." Merinosow setzte sich. „Darf ich bitten, vielleicht besteben Sie ein Stückchen Schinken zu essen!" „Warum denn Schinken? Wa eist das für ein Zirkel, in dem die Äurfusteilnehmer mit Schinken bewirtet werden?" „Aber ich bitte Sie! Warum denn unbedingt bewirtet werden? Man bewirtet sie nicht, sondern gibt ihnen den Schinken zur Exper- tise. Zur Feststellung der Qualität. Wollen Sie nicht zum Beispiel die Qualität dieses Preßkaviars feststellen? Astrachaner Produktion. Exportware. Doch vorher empfehle ich Ihnen ganz besonders, ein Reogensgläschen Subrowka zu analysieren." „Das Reagensgläschen möchte ich eigentlich nicht ablehnen." sagte Merinosow mürrisch. „Na, sehen Sie, das ist vortrefflich. Und ich werde zur Gesell- schaft eine kleine Rewrte Ebereschenlikör untersuchen. Auf Ihre Ge- sundheit! Aus den wirtschaftlichen Aufbau!" „Auf den wahrhaften Aufbau!" „Meine Her... Genossen. Warum haben Sie denn mst dem Analysieren aufgehört? Nun, Genosse Merinosow, wie finden Sie die Qualität der Subrowka?" „Eine unschädliche Qualität. Nur scheint mir der Alkoholgehalt dieses Produktes etwas zu gering zu sein. Auch meine ich, daß ein gewisser Prozentsatz von Fuselbeimischung zu merken ist." „So nehmen Sie doch eine kleine Probe eingesalzener Pilze zur Analyse. Die vertreiben jeden Fusclgeschmack. Dielleicht unter- suchen Sie auch ein Stückchen Spanferkel der landwirtschaftlichen Produktion." .Mein, lassen Sie mich schon lieber etwas von der Fischtonserve dort untersuchen." „Und für mich rücken Sie mal bitte das Muster der Produktion des staatlichen Sprittrusts herüber. Schenken Sie mir ein« kleine Retorte ein. Auf Ihr Wohl.." „Bürger! Warum genieren Sie sich?... Analysieren Sie doch das Spanferkel mit Meerrettichtunke! Je ein Dleßgläschen der Weinhandelszentrale..." „Ent— schul—»dt— gung! Was haben Sie denn da auf der Platte? Gefärbte Eier, nicht wahr? Opium fürs Volk? Religiöses Borurtell?" „Aber ich bitte Sie! Sind denn Eier ein Vorurtell?" „ Ab... aber... wa... warum sind sie denn bu... bunt? Rot. blau, ge... gelb und g... g... grün?" „Das sind Farbenmuster aus der Produktion des Anilintrusts." „Aha! Wenn es sich damit so verhält, dann geben Sie mir mal jenes lila Müsterchen dort. Merci. Auch würde es nichts schaden, noch ein Reagensgläzchev des Cberoschenllkörs zu untersuchen. Es scheint mir nämlich, yah e? mit'ihres Pr �7".' Pr i Prodstktion etwas so... so.. sonderbares auf sich hat. Auf Ihr Wohl! Ent— schul— di— gung! Wa... warum steht denn hier dieses Grün- zeug in Gestalt eines kleinen Berges?... Religiöse Borurteile, was?" „Ein Mustergräschen, Genosse Merinosow. Es ist Klee." „Ich wünsche das Mu... Mustergräschen zu ans... analy- sieren." „Aber ich bitte Sie! Wer wird denn Klee analysieren wollen. Das ist doch keine Wurst. Analysieren Sie doch ein Stückchen Kalbsbraten. Ich empfehle es Ihnen. Eine vortreffliche Qualität!" „Der Pr... Produktion?" „Jawohl, der Produktion." „Nun.. so analysieren wir aus diesem Anlaß noch je ein Retörtchen Schnaps." „Paß auf, Waßja, du hast dich schon tüchtig oollanalysiert!.. „lln.. sinn! Christus ist auf... auferstanden... Ein Aufbau in Wahrheit! Es lebe der erste M.. M.. Mai!" Spät am Abend, beim Verlassen der Wohnung Kukujews, hielt sich der Genosse Merinosow im Vorzimmer lange am Kleiderhaken fest und stammelte: „Ich habe d.. d... deinen wahren Kern gleich er... er... raten, Kukujew. Es ist eigentlich so... In Wirklichkeit aber ist es eigentlich wieder so! Ich durchschau dich bi... bi... bis aufs Ma.. Ma.. Mark. Du hast alle Qualitäten der Pr... Pr... Produktion im Gedächtnis... Hast dir ein exper— im— momen» tales Kabinett eingerichtet! Willst dich wohl verdient ma... ma... machen? Mach nur so weiter, Bruderherz! Fachleute können wir immer brauchen... Hupp!..." Irgendwo in der Ferne dröhnten die Glocken des ersten Mai... Xip.be ohne tKinderfegen? Der englische Ethnologe Bronislao Malinowski berichtet in seinem Werk Was Geschlechtsleben der Primitiven" von den Be- wohnern der Trobriand-Jnseln(östlich von Neuguinea): Der ursäch- liche Zusammenhang zwischen Zeugung und Geburt ist den Insu- lanern nicht bekannt, was übrigens bei Naturvölkern keine Selten- heit ist. Sie stellen sich die Sache so vor: Kinder sind Geister, die sich im Schöße der Frauen am wohlsten fühlen, ihn deshalb mit Vorliebe aufsuchen und nach einiger Zeit als Babys wieder oer- lassen. M. suchte den guten Trobriandern das Unbefriedigende an ihrer Deutung des Gedurtsphänomens klarzumachen: zu seinem Erstaunen bekam er aber ein Argument zu hören, das ihn schlechthin entwaffpete und am Werte seiner westeuropäisch-naturwissenschaft- lichen Bildung zweifeln ließ.„Alle unser« lungen Männer," erklärte ihm seelenruhig ein würdiger, bejahrter Inselbewohner,„und Jung- frauen lieben einander: nie aber bekommt eine ein Kind: stets suchen die Geister sich Frauen, bei denen ein Mann ist, der das Kind in die Arme nimmt." Der Europäer vennochte chn in keiner Weise zu widerlegen. Was der Alle sagte, war Tatsache, und Anti- kovzeptionsmittel oder Perversionen sind auf den Inseln nicht bekannt. Die Naturvölker haben uns in den letzten Jahrzehnten manchen Blick in ihre Seelen tun lassen: aber ihre Schlafzimmer entziehen naturgemäß auch sie der forscherischen Neugier Europas beharrlich. Die Liebe ohne Kindersegen wird deshalb, wahrscheinlich für immer. chr Geheimnis bleiben. Sie behalten uns damit eine Fertigkeit voraus, die vielleicht die Lösung eines Riesenproblems der Kultur- Völker, nämlich der Geburtenregelung, richtunggebend und günstig beeinflussen könnte.'?aul Tborwirth. Sechzehn Frauen arbeilen zwei Jahre lang au einer einzigen Handarbeit. Im bulgarischen Städtchen Panagiuriste, wo die Tep- pichindustrie eine Heimstätte bat ist kürzlich ein Tevvich hergestellt worden, dessen Gewicht und Größe wohl nicht so bald von anderen seinesgleichen erreicht werden dürfte. Zu seiner Herstellung waren 800 Kilogramm Wolle nötig und 16 Arbeiterinnen waren zwei Jahre lang damit beschäftigt. Im ganzen Städtchen war kein Raum. wo man diesen Riesenteppich hätte zur Schau stellen können. Man räumte schließlich das Theater aus und stellte ihn dort mit anderen Prachtexemplaren der Teppichmacherei aus Der Teppich ist von einem Amerikaner bestellt worden und wird dieser Tage seine Reise über das große Wasser antreten. Sein Preis ist verhältnismäßig gering, mit 800 000 Lewa(etwa 24 247 Mark). Der Geiser ans der Rheininsel Namedy schleudert alle vier Stunden eine Wassersäule� von ZZ �enttnieter Durchmesser bis zü 60 Mxter hoch' empor. Da das Bohrloch»SO Meter tief ist, st, betragt die absolute Höhe des Strahles über 400 Meter. Di« Menge des bei einem Ausbruch herausgeschleuderten kohlensäureholtigan Mineralwassers wird auf 40 000 Liter geschätzt. Unter der Oberhaut d�s Chamäleons liegen verschiedene Schichten von Zellen, die mit Farbstoffen gefüllt sind. Diese Zellen kann das Tier willkürlich beeinflussen, so daß sie dieselbe Farbe aeben wie die Umgebung. Dadurch kann das Chamäleon sich oo? seinen Feinden oder seiner Beute verbergen. Gras Brühl, der berühmte sächsische Minister, besaß 300 ver- schieden« Anzüge und jeden doppelt. Er zog sich mindestens zweimal täglich um und erschien erst nach zwei Monaten in demselben Ge- wand«. «7 Wurstwaren Dqmpfwvrst............. Pfd.0,70 FieiscEiwuot.............. pü 0,70 Jagowurst............... Pta 0,80 Mettwurst Br»nTi*cllw.ATt Pfd 0,83 Wiener Würstchen..... ptd. 0,88 ff. Leberwurst............ Pia. 0,98 Teewurst................. Pfd. 0,98 Terve�ot od. Salami....Pta 0,98 Schinkenpolnische...... ptd 7,03 Fetter Speck.............. Pid. 0,00 Mogerer Speck.......... F(d.0,84 Nuss-Schinken........... ptd 7.49 Gänsekeule rnsoebert Stack 0,63 Fette und Käse Aller.alnits Ceuttch* Markenbutter........... m 7,36 A!!erfs!ns>e deu'scha Molkereibutter..........ptd 7,58 ftiolkere.butter.......... m. 7,38 Margarine......... Pfd. voa 0.32 Bratenschmalz........... m 0,42 Allg.Stangankäsaao>i„Pfd v. t ,42 Düniseh. Schweizer so Ptd 0,63 Briekäse vonfett....w.....ptd 0 68 Steinbuscher vouiett..... Pfd. 0,68 Tiisiter voUieit.............. Pfd. 0,72 H3lländ.od Edamer vour.Ptd 0,70 Bayr. Schweizer voUfett,mv. 0,93 Räucherwaren Bücklinge................. p/d.0,22 Schellfisch................. pfd 0,32 Seelachs................... pfd. 0.38 Stückenfluncfern........ Pf d. O 34 Sardinen.............. 4 Dosen 0,88 Ffsehmcrinaden->iuc.uose 0,38 OsterkonfitDren Marzipan-Eier n st 0,23 sst 0,23 Scho.:oladen-Eier/oiimieh.s$t 0,23 Dragee-Eier............... Pfd 0,60 Pralinen-Packung mit Osteibilii. ca. 400 g Snxlt...... 0,93 Creme-Eier 7 Stack im Kanon 0,35 Voümilch-Schokotade Osierniiftknn» 50»» g............... Schokolade Vollmtleh Herb___ o�er Nns-j. s Tatein 100g.......... Ofi9 Konserven Kaiif.Stangenspargel... 7,98 itangenspargei extra stuh 2, SC Brechspargel mittel........ 7, CO Brechsparpel dann......... 7,25 Kaiserei bsen............... 7,30 Junge Erbsen mittelfein.... 0,74 Sellerie m Rcheiben........... 0,CI Leipziger Allerlei......... 0,!3 Preise nur Conners'oz und Sonnabend. Mengenabgabe vorbehalten. Verkaut soweit Vorrat. Flelscn u. ietch;verserbl. Waren sind vom Vcrs-nd eusqaschlessen. Zusendurg von Lebensmitteln bei Bestellung von 5,00 M. an. Frische Fische iToÄÄ Grüne Heringe......... 3 pfd 0,32 Bratschoilen..............spidO,32 Seelachs sr. o. s., t z.........Pfd.0,14 Kabeif cu gr. e. k. l*....... m 0,1 6 Merlan 1. e, m- k............... m0,18 Schelifisch oder Rotbars Pfd.0,28 Kabeüfcufilet...............Pfd0{28 Eishechte..................... p.m 0,35 Zander pelrorrn, im gatireo, Pfd von C,3S Leb. Spiegelkarpfen ptd von 0,68 Leb. Schleie................. ptd. 0,68 Backartikel Weizenmehl.......... pp. 0,22 Auszugmehl................. pk 0,26 Kartoffelmehl.............pfd 0,18 Malspuder................... ph. 0,39 Korinthen..................... p«. 0,56 Rosinen........................ pid 0,50 KokOSraSpelod.Sultan!nen,Pfd. 0,38 Z'tronat........................ pid 0,95 Süsse Mandeln........... pm 1 ,50 Vanillezucker.....« Päckchen 0,24 KckaO stark entslt............. Pfd. 0,58 Kromai-Schokoiadenpulv.pfd 0,85 Kaffee frlacb gebrannt.......... Ptd 1 ,80 ■huum— wiitMaroM— Frisches Fleisch Kaibskamm cbreBeiiag&Pfd.T. 0,40 Kaibabrust od. blicken, Pfd. v. 0,52 Kalbs: oulade eeioiu, m von 4,06 Schweinebauch o.Beüag. Pfd 0 56 Kassler mtld......... Pfd. von 0,76 Schweinekoteiett.. ptd von( ,76 Schweineköpfe m. Backe. Pfd 0,32 Eisbein m. Spi;z!ieln,sop6kelt. Pfd 0,42 kückenfett iintferäg...... Pfd 0,54 Hamme:vorderfl....pfd. von 0,t8 Suppenfleisch....... ptd von 0,40 Schmorfleisch o.Enocb., p.dv. 0,56 Koastbeef ohneKnocb., Ptd von 7 ,03 Guiasch gcmiscbt......... Pfd. O 60 Gehacktes................ Ptd 0,50 Obst und Gemüse AJme. ia-Wein.......... p.d0,48 Apfelsinen.............. 3 ptd t ,46 Blutapfelsinen........ 3 Pfd. 0,56 Amsrlk. Tafeläpfel..3 Pfd. 0 98 Zitronen............ vi-d von t ,2 s Erdnüsse................... p.u 0,25 Bananen................... pid 0,28 Rots Rüben............... Pia. r.06 Kossnkohi................ ptd 0,46 Blumenkohl........ Kopf von t, 5 Schwarzwurzeln........ ua. 0,13 Malta-Kartoffeln..... 3 P.d. 0,44 Rot-, WelJS-o«i.Winlrgkohl Pid. 0,97 W eine Ptsii» ebne Plnacb» H 30.r Edenkobener...... n. 0.68 SOoi Alsterweli.-Letten nC,S5 30. r Liebtraumüch Cjtoro.pi 7,23 25er Careler Herrenbg, kl 7,60 29crZellerschw.Hcrrg. Fi7,Si» 2I«r Haut Sautern. eordcaii>.Fi 3,60 OopErm.-Cob.TraiitMtehaunw.Fl. 3,2b „Cinzcno'Orai5.Vjrmoijlli diTorlm|'1 1' Alter Dauro-Portwein ICC Altar V.a'OjQ elrer.(told.n I J'Ct» 30 I Rheinpf. Weissw. Li 0,68 Rot. Jahanniskeerw.sQaaLtr.0,68 Deut jeher Wermut..... Ltr.7,C0 Oria. Insel Lo.t.os....... itr.7,45 Sonnengartn.vrnimncitfw.Ltr.l�S Deutscher Weinbrand Ltr.<,60