Morgenausgabe 7tr. 143 A 22 49.Iahrgang WZchmlNch 78 Pf, monatlich 8.98 M. fdavon 87 Pf monatlich für Zuftrl- kung in«£>aus) im oocaus /ablbaz, Postbezug 3,87 M. einschließlich 60 Pf. jeftung«- und 72 Pf- Postbestellge- dühren. Auslandsadonnenienl �.88 M. pro Monat! für Länder mit ermäßigtem Drucksachenport» 4.68 M. Der»Sotmätts* erscheint wvchentäg» sich zweimal. Sonntag« und Montag» «inmai. die Abendauegabe für Perm, und im bandet mit dem Titel.Der Sffitafi". Illustrierte Sonntaazdeilaai �Bolf und Seit" Vevttuev Vottsblatt Ärel'as 25 März 1932 Groß-Äerlin 10 Pf- Auswärts 15 pf. Die einlvalt. Milllmelerz-Ue liv Pf. «leflamezele 2.-■Di„JUcine An. (eigen" da» fettgednnkte Wort 20 Pf. (zulässig zwei settaedruiileWorte.iede» weitere Wort ist Pi. Nabati lt. Tarif. Worte über ld Buchstaben zählen sue zwel Worte Arbeitsmarft Millimeter» zelle 25 Pf. Familienanzeigen Millimeterzeile I?-----------"— Im»au vta meterzeile IS Pf. Anzeigenannahm, zeschitt Lindenstraße 3. von 8v, bis 17 Uhr, Der Verlag behält sich dasRecht der Ab- Uhnung mcht genehmer Anzeigen vvel Jentealovgcm der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands Redaktion und B erlag: Berlin SW K8. Lindenstr 3 krernspi. Tönboff(A 7) 291!— 291 Stiegromm-Stbi.: SoltaRirrrrfrat Berlin Vorwärts-Verlaa G. m. b. H. Bostlchelkfvmv! Berlin Z7 SZS.— Bankkonto! Bankder Ärbeiter. ÄnzelleUren und Beamten. Lindenstr. S Dt B.n Didc.-Gei.. Dcvos!tenk..ZeruiaIemerStr Groener befürchtete SA-Putsch Ein Brief vom S.März, der Gevering zu Maßnahmen aufforderte. Bekanntgabe vor dem Gtaatsgerichtshof. Die Hitler-Partei hat gestern zwei Schläge erhallen, in Dcaunschweig und in Leipzig. In Braunschweig Halle Herr Klagges den Versuch unternommen, trog der Notverordnung über den Osterfrieden eine Hitler-Kundgebung stattfinden zu lassen. Auf eine Cr- Mahnung durch dos Reichsinnenministerium hin halte er wieder abgeblasen, dann jedoch, wie es heißt, auf besondere Anweisung von Hitler hin. wieder versucht, diese ungesetzliche Kundgebung dennoch stallfinden zu lassen. Am Donnerstag» morgen sah es aus, als wollte Herr Klagges in Braunschweig die Haltung kopieren, die Herr K a h r in Bayern im Herbst 1S23 gegenüber dem Reich eingenommen hat. Diesem zwei- deutigen Spiel hat gestern das Reichsinnenministerium ein Ende bereitet, indem es kurz und ganz unmißverständlich Herrn Klagges zu erkennen gab, daß es gegen den Versuch einer Fronde gegen das Reich energisch einschreiten werde. Daraufhin hat Klagges am Donnerstagabend �10 Uhr an das Reichsinnenministerium telegraphiert, daß er die Kundgebung verboten habe. In Leipzig haben die Nationalsozialisten beim Staats- Gerichtshof ein« einstweilige Verfügung gegen Preußen he- lantragt. Preußen fgllle verpflichtet werden, das bei den Haussuchungen, beschlagnahmte Material- an die NSDAP. wieder herauszugeben. Dieser Antrag sollte dazu dienen, die Aktion der preußischen Polizei als ein Wahlmanöver gegen die NSDAP, hinzustellen. Dieser Versuch ist gründlich verunglückt. Der Vertreter Preußens, Ministerialdirektor Ladt, gab dem Staats- gerichtshof Kenntnis von einem Briefe des Reichs- innenmini st ers vom 8. März, dessen Inhalt allein Anlaß genug zu der Haussuchungsaktion gewesen wäre, und der nach unserer Auffassung Anlaß für den Oberreichsanwalt fein sollte, sich für die Treibereien der braunen Armee des Herrn Hitlsr zu interessieren, und zwar etwas intensiver als im Falle Best. Die außerordentlich schwere Belastung der braunen Armee des Herrn Hitler wird durch diesen Brief klargestellt. Di« Oeffentl'.chkeit wird nun erkennen, daß die Dinge viel ernsthafter sind, als bisher be- kannt war, und wie dringend es notwendig war, daß die Polizei einschritt! Gewisse Stellen in diesem Briefe des Reichsinnen- Ministers, der zugleich Reichswehrminister ist, lassen erkennen, daß über den bloßen Bericht seines Gewährsmannes hinaus ihm Tatsachen bekannt sind, die diesen Bericht stützen und die bereits zu aintlichen Gegenmaßnahmen gegen Putschabsichten geführt haben. Nach der Bekanntgabe dieses Briefes nahm die Ver- Handlung vor dem Slaatsgerichtshof ein unerwartetes Ende: es kam überhaupt nicht mehr zu einem Spruch d e s G e r i ch t s h o fs, d i e V e r t r e t e r H i t- lers ließen ihren Antrag auf eine einst- weilige Bcrfllgung fallen, und der Präfi- dent des Reichsgerichts schloß die Ver- Handlung. Es wurde sichtbar, daß die Vertreter Hitlers furchtbar klein wurden, sie baten um direkte Verhandlungen mit den preußischen Vertretern. Sie fühlten, daß sie und ihre Partei eine schwere moralische Niederlage erlitten hatten. Wie der Präsident des Reichsgerichts mitteilte, sollen die Parteien über einen Ausgleich verhandeln. Ueber den Inhalt dieser Verhandlungen ist bisher nichts bekannt, aber es läßt sich unschwer voraussehen, worum es dabei geht: Preußen hat nicht den mindesten Anlaß, unter den ob- waltenden Umständen auch nur in einem Punkte von seiner bisherigen Haltung abzugehen. Soweit unter dem bsschlag- nahinten Material Dinge sind, die für den Fortgang der Untersuchung nicht mehr wichtig sind, werden sie zurück- gegeben werden, während das gravierende Material in der Hand der Behörden bleibt. Es ist s e h r gravis- rendes Material in der Hand der Behörden, und den Nationalsozialisten wird sehr bald die Lust zu Täuschungs- Manövern vergehen! Die Verhandlung vor dem Staatsgerichtshof. Leipzig, 24. Marz. Im weiteren Verlauf der Verhcmblung des Staatsgerichtshofes für das Deutsche Reich in der Streitsache NSDAP.— Preußen wurden aus Anregung des Vorsitzenden zunächst die Prozeßvoraus- setzungen erörtert. Zu der Frage, ob der Staatsgerichtshos eine einstwellige Verfügung in Verfassungsslleittgkeiten innerhalb des Landes erlassen dürfe, erklärte Ministerialdirektor Dr. Badt, daß die preußische Regierung nach wie vor aus ihrem ablehnenden StandpunU beharre, auf den sich neuerdings auch das Reich, ebenso der Bayerische und Thüringische Staatsgerichtshos ge- stellt hätten. Zur Frage der Parteifähigkeit und Sachbefugnis führte Rechtsanwatt Dr. Frank l I aus, Wolf Hitler sei sowohl als Oer Wortlaut des Groener-Briefes. Der Brief des Neichsinnenminifters Groener an die preußische Ltaatsregierung hat folgenden Wortlaut: „Eine Person, die mit den Vorgänge« bei den Natto- nalsozialisten und insbesondere bei den Sturmabteilungen vertraut ist. hat mir mitgeteilt: In den Sturmabteilungen seien in letzter Zeit Beobailstungeu zu wachen, die zu besonderer Vorsicht Anlaß gäben. Zunächst habe man mit auffälligem Juteresse dafür gesorgt, daß für alle SA.-Leutc die vorgeschriebene Ausrüstung beschafft würde, bau« habe man sich, besonders in Schlesien, mit großem Eifer bemüht, die Wasfeulager der siieichswehr zu erfahre«. Zwar habe die Reichswehr besondere Vor- sichtsmaßregeln getroffen, wie z. V. die getrennte Lagerung von Gewehren und Schlösser», aber auch das zur Neberwiudung dieser Schwierigkeiten Gebotene sei veranlaßt worden. Besonders bedenklich mache auch die Feststellung, daß an wichtigen Stelle« die Führer, die nicht ehemalige Qffiziere waren, plötzlich durch ehemalige Lfsiziere ausgewechselt worden seien. Alles das lasse darauf schließen, daß mit einem Handstreich zu rechneu sei. Fri-k, Goebbels und Straßer hätten die letzte Chauee gehabt, sich legal in den Sattel zu setzen. Sollte sich nach Beendigung der Wahl herausstellen, daß der Sieg Hitlers ausgeschlossen sei, so sei mit einem Losschlagen zu rechne». Ich gebe davon Kenntnis mit der Bitte um ent- sprechend« Veranlassung." Kandidat für die Reichsprösidentschast als auch als Vorsitzender des Rationalen Deutschen Arbeitervereins zu München, der mit der Partei identisch sei, aktiv legitimiert. Die Partei als solche und die nationalsozialistische Reichstagsfraktion feien zweifellos ebenfalls aktiv legitimiert. Der Landtagsabgeordnete Kube sei als unmittel- barer legittmierter Wahlleiter am Ausgang des Streitverfahrens' be- sonders legitimiert und interessiert. Bevor die Vertreter der preußischen Regierung zu dieser Frage Stellung nahmen, warf Reichsgerichtspräsident Dr. Bumke die Frage auf, ob die Sichtung des Materials inzwischen so weit vorgeschritten sei, daß mit der Freigabe gerechnet werden könne. Seiner Ansicht nach tonne heute der Hauptpunkt nicht geklärt werden. Die verlangte einstweilige Verfügung bezwecke auch nur. das für die Durchführung der Wahl erforderliche Materiol freizu- bekommen. Wenn in dieser Hinsicht positive Zusagen von der preu- ßischen Regierung gemacht werden könnten, erübrige sich vielleicht der Antrag auf einstweilige Verfügung. Ministerialdirektor Dr. Badt erklärte hierzu, die Sichtung sei noch nicht beendet, es fei aber Anweisung gegeben worden, alles Material, das für das Ziel der Polizeiaktion nicht in Frag« komme, herauszu- geben. Diesg Beschränkung sei auch bereits in der Anweisung vom lS, März qn die Landeskpimjnalstslleii verfügt wanden. JMe Behinderung des Wahlkampfes sollte danach ausdrücklich ousge- schlössen werden. Auch sollten die Durchsuchungen nicht in Gau- büros, die ja die Vorbereitung zur Wahl, vorzunehmen hattiut, son- dern in Büros der SA.- und SS.-Formationen vorgenommen werden. Die preußische Regierung müsse der Behauptung wider- sprechen, daß die Polizeiaktion nur eine Tarnung sein sollte, um die Partei im Wahlkampse zu hindern. Karteien und dergleichen seien nur an zwei Stellen beschlagnahmt worden. Oer Brief Groenerö. Mnisterialdirektor Dr. Badt erklärt« nach längeren weiteren Auseinandersetzungen, der konkrete Anlaß zu der preußischen Polizei- attion seieinBriefdesReichswehrministers und Innen» Ministers Dr. Groener vom 8. März an den preußischen Innen- minister. Diesem Brief zufolge habe eine Persönlichkeit, die mit den Verhältnissen in der SA. genau vertraut sei, dem Minister Groener mitgeteilt, daß in der SA. in der letzte« Zeit Wahrnehmungen zu machen seien, die zu Besorgnissen Anlaß gäben. So habe man besonders Lappo verboten! Gvinhufoud wird energisch. Helsingfors, 24. März. Der Innenminister hat den Lappoorganisatiouen bis auf weiteres ihre Tätigkeit untersagt, da die Unter- suchung der Vorgänge bei Maentsaelae ergeben habe, daß die Handlungen der Lappobeweguug ungesetzlich gewesen seien. Tie Polizei hat heute in Verbindung mit der Untersuchung vier weitere hervorragende Mitglieder der Bewegung verhaftet. 4- Die Regierung und Staatspräsident Svinhufoud haben bei dem jüngsten Putschversuch der Lappoleute mehr Energie gezeigt als bei früheren Unternehmungen dieser ab- getakelten Offiziere, denen zu folgen militärsüchlig« Bauern geistig anspruchslos genug sind Mit dem althergebrachten, in � schwachen Nachbarländern Sowjetrußlands noch besonders wirksamen Mittel des Bolschewistenschreckens haben diese Abenteurer die Bauern am Zügel, reden ihnen ein, die par- lamentarische Demokratie müsse weg und die Bauern müsten allein das Land beherrschen— welche Herrschaft natürlich von den Herren Offizieren und Oberlapponern zu höchsteigenem Nutzen und Vergnügen auszuüben wäre. Von Zeit zu Zeit Muß mau einer jolchsu Terrorgruppe uumer Beschäftigung geben, teils um sie zu üben, teils um sie von der hohen Not» wendigkeit ihres Bestehens zu überzeugen. Anderswo dienen dazu Judenpogrome aus feudalen Straßen oder Feuerüber- fälle auf Moskowiterlokale— in Finnland mußten die Arbeiterheime und sozialistischen Druckereien in den entlegenen Landstädtchen herhalten. Der feine Sport, wehrlose Einzel- menschen zu überfallen und unter Prügeln an die Sowjet- grenze zu karren, ist außer Mode gekommen, seitdem der damalige Generaloberst Vallenius sogar den früheren Staats- Präsidenten S t a h l b e r g einer solchen Prozedur unter- worfen hatte. Jetzt werden auch die sonstigen Aktionen verboten. Ob das Betäliaungsverbot mit der gewiß hinzugefügten Straf- drohung für Zuwiderhandlung ausreichen wird, bleibt abzu- warten. Vielleicht ist ein solches Verbot sogar besser als eine Auflösung, die die Betroffenen sich und ihren Freunden als Märtyrer der großen Sache erscheinen läßt. Neben dem Verbot dürften aber die Verhaftungen von Lappo- führern eindringlich zur Besinnung und Einkchr mahnen'. Schließlich wird das finnische Volk doch inne werden, daß es nicht den Russifizisrungsoersuchen des Zarismus Helden- mutig widerstanden und sich nicht von Sowjetrußland— mit Lenins Zustimmung— getrennt hat, um sich von einem TeÄ seiner selbst Lyrannisieren zu lassen! fit Schlesie« blc Waffenlager der Reichswehr festgestellt u«d alles vorbereitet. um sie durch Handstreich zw a,ehmeu. Alles lasse darauf schließen, daß mit einem Handstreich der S A. zu rechneu sei. Aach den Informationen des Gewährsmannes hätten Dr. Goebbels. Göriug» Nöhm und andere Hitler für die Reichspräsidenten» wähl zum lebten Male Gelegenheit gegeben, legal zur Macht zu kommen. Sollte sich nach Bertünduug des Wahlergebnisses herausstellen, daß die Kandidatur Hitler aussichtslos sei, wäre schon am folgenden Tage mit dem Losschlagen z» rechnen. Der Brief des Reichsinmenministers schließe, er gebe dem preußischen Minister hiervon Kenntnis mit der Bitte, das Notwendige zu veranlassen. Als sich nach der Wahl die Nachrichten häuften, daß die Unterführer losschlagen wollten, daß Waffen» und Munitionstrausporte statt- fänden usw., habe der Minister am 15. März es für seine Pflicht gehalten, dieser Gefahr vorzubeugen. Ministerialdirektor Badt erklärte dann noch, daßalles Material, das mit dieser Aktion in Zusam» meuhang st ehe. nicht herausgegeben werden könne. Das gesamte andere Material werde sedoch so- fort wieder ausgehändigt werden. Nachdem Rechtsauwalt Frank II sich noch eingehend über den Brief des Reichsinnenmknisters Groener ver» breitet hatte, wurde in eine eiustündige Mittagspause eingetreten. Um 3.15 Uhr werden zu einer Vergleichsaus» spräche zwei Herren mit Reichsgerichtspräsident Dr. Bumke verhandeln. Alsdann soll die Verhandlung wieder ihren Fortgang nehme«. Kein Llrieil- keine einstweilige Verfügung. Nach Wiedereröffnung der Sitzuirg gegen 16.25 Uhr gab der Lorsitzende. Reichsgerichtsprästdent Dr. Bumke. folgende Erklärung ab: ,. Rechtsanwalt Frank II hat heute vormittag eine Zleußerung getan, die dahin gedeutet werden konnte, als wolle er dem preußischen Innenminister den Vorwurf einer Täuschung der Oeffentlichkeit machen. Nach Erörterungen über diesen Punkt hat sich ergeben, daß Herrn Frank diese Beschuldigung ferngelegen hat. Die Sache ist damit erledigt. Zm übrigen habe ich mich auf Grund der Erklärungen, die im Cause der Verhandlungen gemacht sind, entschlossen, zu versuchen, den Antrag auf Erlaß einer einstweilige« Verfügung durch einen Vergleichsvorschlag zu erledigen. Ueber den Inhalt dieses Vergleichsvorschlages und die Aussicht des Zustande- kommen» vermag ich im Augenblick nichts zu sagen. Ich kann aber seslstellen. daß ich mit den beiden Skrellleiken darin einig Mo, daß es sich mit Rücksicht auf die schwebenden Ver- Handlungen nicht empfiehlt, in dem jetzigen Streilverfahrcn über den Erlaß einer elnskweilige« Verfügung fortzufahren. Ich habe daher jetzt nur die Sitzung zu schließen.� Die Verhandlung war damit beendet. soooo statt 40000. Zlenderung des Wahlquotienten in Preußen. Me der Amtliche Preußische Pressedienst mitteilt, wird in Nr. 18 der Preußischen Gesetzsammlung ein« Verordnung des preußischen Staatsmini st erjums zur Aenderung des Landeswahlgesetzes veröffentlicht, die folgenden Wort- laut hat: § 1. Das Gesetz über die Wahlen zum Preußischen Landtag (Üandeswahlgesetz) in der Fassung der Bekamckmachung vom 28. Oktober 1924 �Gesetzsammlung S. 871) und des Gesetzes zur Aenderung des Landeswahlgesetzes vom II. April 1928(Gesetz- sammlung S. 55) wird wie folgt geändert: In den§§ 30, 31 und 32 wird die Zahl„40 000" durch die Zahl ,£0 000" und im§ 32 die Aechl„20000" durch die Zahl„25 000" ersetzt. § 2. Die Verordnung tritt mit dem Tage in Kraft, an dem die nächsten Hauptwahlen zum Preußischen Landtag bestimmt werden. Das Ltrteil des Gegners. | An der Disziplin der soz aidemokratifchen Massen ist nicht zu zweifeln. Di« glänzend« und vorbildlich« Haltung der Angehörigen ver sreien Gewerkschaften und der Sozialdemokratischen Partei anläß- sich des ersten Wahlganges der Reichspräsidentenwahl, die sich in der geschlossenen Befolgung der Porole für Hindenburg kuno tat, hat selbst den P o m m« r f ch e n 2 a n d b u n d, der sich in immer stärkerem Maße zu einer Filiale der Hitlerpartei entwickelt, in Cr- staunen versetzt. In dem Kommentar, das der Pommerfche Land» bund in Nr. 10 feines gleichnamigen Organs zur Reichspräsidenten» wähl bringt, heißt es wörtlich: „An der Disziplin der sozialdemokratischen Massen hat man— wie das Ergebnis zeigt— mit Recht nie- mals gezweifelt. Man kann nur immer wieder mit Erschütterung feststellen, welche wundervollen Kräfte in der beut» kchen Arbeiterschaft— Kräfte, die einst im deutschen Heer für Dolk und Baterland nutzbar gemacht wurden— jetzt für die marxistischen Illusionen gegen das eigen« Volk wüten. Immer wieder drängt sich einem verantwortlich Fühlenden die Aufgabe auf, diese Kräfte für das Deutschtum in Wirtschast und Politik zu gewinnen." Es ist viel Resignation und Enttäuschung, die aus diesen Zeilen spricht. Sorgen wir dafür, daß die Herrschaften anläßlich des zweiten Wahlganges der Reichspräsidentenwahl und der Neuwahl des Preußischen Landtags weitere wirksame Proben der Disziplin und Geschlossenheit der sozialdemokratischen Arbeiter geliefert be» kommen! Wer ist der Hochverräter? Oer Befehl für die SA. von Gchneidemühl.— Ein Befehl von oben. Der Amtlüche Preußische Pressedienst teilt mit: Der SA.- Führer Manthey, der Führer der sogenannten Standarte 149 in Schaeidemühl, veröffentlicht in Rum» mer 72 der„Natwnalpost" einen offenen Brief an de» Preußischen Minister des Innern, in dem er sich mit der schwer belastenden Veröffentlichung des Ministers vom 14. März beschäftigt. Herr Manthey hat die Kühnheit, de» in Frage stehen- den Befehl zu bestreiten, in welchem Aufmarsch- und Mobilmachungspläue für Transport, und Berpflegnugs- organisation, Anweisungen zur Verhaftung von Ge- -meindevorstehern und Landjägerposte» und zur Beschlag- nähme von Waffen der Landesverteidigung enthalten sind. Der Amtliche Preußische Pressedienst bemerkt dazu: Was von dem Dementi des Herrn Manthey zu halten ist, ergibt sich daraus, daß sich nicht nur die not- wendige» Unterlagen im Besitz der Behörden befinden, sondern daß auch der„Augriff" in seiner Nnm» mer 57 vom 18. März d. F. die Echtheit jenes Be- fehls nicht bestritten, sondern nur seinen Wert herabzusetzen versucht hat. In der Erklärung des Herrn Manthey ist jedoch folgender Satz von Interesse: „Wenn auch nur ein Bruchteil erwiesen wäre von dem, was mir an Ungerechtem vorgeworfen wurde, Herr Minister, würde ich mich dann noch auf freiem Fuß be- finden?" Herr Manthey würde sich höchstwahrscheinlich nicht so stchcr fühlen, wenn er der Verfasser des sogenannten Schneidemühler Befehls wäre. Tatsächlich ist jedoch jener Befehl nicht eine Arbeit der Standarte 149. sondern ein der Standarte übermittelter Befehl. Die Kühnheit des Herrn Manthey. der seine Verhaftung� so- zusagen selbst anbietet, ist demnach nicht so hoch zu be- werten, wie es scheinen könnte, da ihm der wahre Sach- verhalt gewiß bekannt ist." Oer Braunschweiger Konflikt. Klagges hat seine eigenen Absichten verboten. Uazi-ülagges hat dem Reichsministerium des Innern am Donnerstagabend um 21 X Uhr lelegraphisch mitgeteilt, daß er die für Sonntag in Vraunschweig geplante Kundgebung der Hitler- Zugend verboten hat. Im Gegensah dazu hat der brauoschwei- gische Polizeipräsident auf Veranlassung des Herrn Klagges in einer für die Oeffentlichkeit bestimmten Nachricht verlantbaren lassen, daß die Kundgebung vom Reich verboten sei. Der zwischen dem Reich und vraunschweig drohende Konflikt findet also seine Erledigung mit zwei Verlauibarnngen. Davon ist die eine für den internen Gebrauch bestimmt, die andere für die Oeffenklichkell. In der einen gibt Klagge» zu. daß er die Nazi-Kundgebung verboten hat. in der anderen wird versucht, die Schuld für dieses Verbotdes herraklaggesaufdas Reich abzuwälzen. In der einen gibt sich klagges legal und friedlich, in der anderen versucht klagges die Tatsache zu verbergen, daß er selbst Nein beigegeben hat. ehe eine Anordnung durch das Reich erfolgte. Anträge gegen Klagges. Beschlüsse der sozialdemokratischen Fraktion in Brannschweig vraunschweig, 24. März.(Eigenbericht.) Die braunschweigische Landtagsfraktion der Sozialdemokratie beschäftigte sich am Donnerstag mit schweben- den Problemen. Sie beschloß u. a., eine Denkschrift über die Vorfälle in Braunschweig an den Reichsinnenminister weiterzuleiten. Weiter richtete sie zwei Anträge an den Landtag. Der erste Antrag lautet:„Der braunschweigische Minister des Innern forderte am 11. März 1932 den„Volksfreund" auf, als amt- liche Entgegnung auf einen am 9. März veröffentlichten Artikel, der Vorwürfe gegen hen nationalsozialistischen Hauptmann a. D. Röhm enthielt, eine Erklärung des Rechts- anwalts Luetgsbrune zu bringen. Dieser Befehl widerspricht Wort- laut und Sinn der zweiten Notverordnung des Reichspräsidenten zur Verhütung politischer Ausschreitungen vom 10. August 1931. Wir beantragen daher: Der Landtag mißbilligt da« Vorgehen des braunschweigische« Ministers des Innern und fordert für die Zukunft strenge Beachtung der gesetzlichen Vorschriften." Ein zweiter Antrag beschäftigte sich mit der Klage des Ministers Klagges gegen das Reich vor dem Staatsgerichtshof, wegen Ver- kürzung bzw. Abschaffung des Osterfriedens. Der Antrag lautet: „Das Staatsministerium hat beim Staatsgerichtshos für das Deutsche Reich Verwaltungsklage erhoben und beantragt, die Verordnung zum Schutze des inneren Friedens vom 17. März(Sicherung des Osterfriedens) aufzuheben bzw. deren Gültigkeit auf die Dauer vom 20. bis 28. März 1932 zu beschränken. Wir beantragen: Der Land- tag mißbilligt die Klage des Staatsministeriums beim Staats- gerichtshof gegen den Osterfrieden und ersucht das Staatsministerium, die Klage sofort zurückzunehmen." Wettliche Schulen abgeschafft. Natürlich in Braunfchwng. vraunschweig. 24. März.(Eigenbericht.) Nazi-Minister K l a g g es hat am Donnerstag die im Jahre 1926 von her deutschnational-volksparteMchen Regierung begründeten Sammelschulen(weltliche Schulen) mit einem Feder st rich aufgehoben. Er hat folgende Verfügung er- lasten: „Mit Ablauf des Schuljahres 1931 wird in Vraunschweig. Wolfenbüttel und Schöningen die Errichtung von Sammelklasten sowie die Neuaufnahme von Schulkindern in Sammelschulen«in- gestellt. Die Ein- und Umschulung der für das Schuljahr 1932 in Sammelschulen angemeldeten Kinder erfolgt in die Bürgerschule, in deren Bezirk das einzelne Kind wohnt. Die verbleibenden Sammeltlasten werden mit der Maßgabe weitergeführt, daß mit Schluß jedes Schuljahres die Klaffen des jeweils jüngsten Jahr- ganges fortfallen." Auf Grund dieses Erlasses werden sämtlich« dissidentischen Lehrer, die bisher an weltlichen Schulen unterrichteten, allmählich an christliche Schulen versetzt. Klagges wird dann voraussichtlich einen Erlaß herausgeben, nach dem an christlichen Schulen nur christlich« Lehrer geduldet werden können Auf diese Weise beabsichtigt er auch die letzten freiheitlich gesinnten Lehrer aus den braunschwei- gischen Schulen zu entfernen. Hilfe! Bolschewismus! Panik hei der„Börfenzeitu�g".. Die Leser der„Berliner Börsenzeitung" werden hofient- lich am Mittwoch nicht zu stark zu Abend gegessen haben, sonst hätte ihnen der Schreck, den ihnen das folgende Morgenblatt ihres Leibblattes eingejagt hat, Schaden bringen können. Sie erfahren nämlich aus ihm, daß in Deutschland der Bolsche- wismus auszubrechen droht. Träger dieser schrecklichen Ge- fahr ist kein anderer als der A f a- V u n d, der sich, sicherem Vernehmen nach, gänzlich zum Bolschewismus gewandelt haben soll. Sein Programm, das es als Material für die Vereinigung aller gewerkschaftlichen Spitzenoerbände zu einer einheitlichen Wirtschaftspolitik veröffentlicht hat,„trägt rein bolschewistische Züge". Das Berliner Unternehmerblatt ringt fassungslos die Hände und schreit: Bankenamt, Monopolamt, öffentliche Wirt- s ch a f t und Außenhandelsmonopol— das sind die Ziele. die hier von den Gewerkschaften propagiert werden. Sie sollen ihr« Krönung finden in einer zentralen P l a n st e l l e, die„insbe- sondere die Aufgabe hat. die verschiedenen Zweige der öffentlichen Wirtschaft zusammenzufassen und nach einem über mehrere Jahre reichenden Plan zu leiten". Wer denkt da nicht an die Wirtschaft Sowjetrußlandsl Das, was der AsA-Bnad jetzt als Programm der Oeffentlichkeit darbietet, ist reinster Bolschewismus. Demgegenüber muß die Forderung der Stunde, von deren Er- siittung der Fortbestand von Wirtschast und Staat abhängt, die sein. daß ein eindeutiges Abschwenken der deutschen Wirtschaftspolitik im Sinne einer Wiederherstellung der Voraussetzungen für eine freie individualistische, von Verantworwngsbewu�tsein getragene Wirtschaftstätigkeit sich vollzieht. Nach dem oöllrgS, sozialen und wirtschaftlichen Versagen aller bisherigen kollektivistischen Versuche kann und darf die Entscheidung nur nach der Seite des lndwidualisti- schen Wirtschaftssystems fallen. Eben noch höhnte die„Rote Fahne" über„Sozialismus k la Aufhäufer"; sie versicherte, das Ganze sei nur„eine widerliche Komödie zur Täuschung der rebellierenden Mit- gliedsrmassen"— und heute ist das alles in der„Börsen- zeitung"„reinster Bolschewismus". Die„Börsenzeitung" sollte frellich lieber nicht vom„voll i- gen sozialen und wirtschaftlichen Versagen" sprechen, denn wer denkt da nicht an das offenkundige Ver- sagen des privatkapitalistischen Systems und seiner verant- wortlichen Führer? Sie soll auch nicht glauben, daß sie mit ihrer bolschewistschen Vogelscheuche heutzutage auch nur einen Spatzen schrecken kann. Sie wird keinem halbwegs unter- richteten Menschen einreden können, der aufbauende Sozialismus der Gewerkschaften und der Sozialdemo- kratie sei gleichbedeutend mit der sowjetrussischen Experi- mentalwirtschaft. Von ihr unterscheidet sich der deutsche und der europäische Sozialismus grundsätzlich schon dadurch, daß er das Element der demokratischen Kontrolle nicht ausschalten will. Partei und Gewerkschaften befinden sich schon auf dem richtigen Weg. und es ist nur fraglich, wer von chren Kriti- kern die lächerlichere Rolle spielt. Grotesk wirkt die groß- kapitalistische Panikmache gegen den angeblichen„Bolsche- wismus".'Aber beinahe noch grotesker wirkt die hoff- nungslofe Verblödung der KPD-, die nicht sieht und nicht sehen will, daß die Sozialdemokratie und die Ge- werkschaften im Kampf um den Sozialismus stehen, während sie selbst sich damit begnügt, für den real- tionärsten Teil der deutschen Kapitalistenklasse den SchÄ- Halter zu spielen. Der Tag kann nicht mehr fern sein, an dem alle deutschen Arbeiter die wahre Sachlage erkennen und über den sogenannten„Kommunismus" zur Tagesordnung übergehen werden! Grenzen der Hitlerei. Ein Nachbarland schützt sich. Prag. 24. März.(Eigenbericht.)' Das tschechisch« Innenministerium hat das Tragen des Haken- kreuze» als Abzeichen verboten. Der Verein Jugendoerband, der die Tätigkeit der aufgelösten SA.-Tarnung„Volkssport" fortführte, wurde ausgelöst. In Prag sitzen bereits 50 verhaftete Nazrs: Protest- Versammlungen dagegen wurden überall oerboten. Zeichnet die Sammellisten der Eisernen F ront! Beträge können auch auf das Konto der Eisernen Front Berlin, Nr. 626, Depositenkasse Lindenstraße 3 der Bank der Arbeiter, Angestellten und Beamten eingezahlt werden fer,''• Der trotzige Held. Oer mimt auch nur solange den Geschwollenen, wie der im Hintergrund bloß zusieht! Englands Antwort an Irland. Verhandlungen nicht abgelehnt. condou. 24 März.(Eigenbericht.) Die englische Note an Irland zur Beantwortung der Erklärung, dah Irland den Treueid nicht als Teil des Vertrages mit England ansehe, wurde am Donnerstag in Dublin überreicht. Die Note bezieht sich, wie aus Dublin gemeldet wird, nicht nur auf die Frage des Eides. Die englische Regierung stellt in ihr auch ihren Standpunkt hinsichtlich der Landannuitäten fest, ob- wohl Irland in dieser Beziehung noch keine offiziellen Schritte in London unternommen hat. Was bisher vorgeht, dürfte im wesentlichen em M a n ö v e» r i e r e n um die günstigste Position zu Verhandlungen sein. So scharf auch von einem überwiegenden Teil der öffentlichen Meinung Englands der einseitige Schritt Irlands abgelehnt wird, so finden sich doch selbst in der konservativen Presse keinerlei .Drohungen mit Gewaltmaßnahmen gegen Irland. Immerhin ist man sich dessen bewußt, daß Irlands starke wirtschaftliche Abhängigkeit von England der englischen Negierung«ine wirtsame Waffe m die Hand gibt. Wenn Irland au« dem britischen Verband« auetreten würde, so etwa argumentieren die„Time s". so müsse das von England mtt einem form säen P r o t« st und ohne bittere Worte hingenommen werden. Selbstverständlich gehe Irland dann der zahlreichen Bevorzugungen verlustig, die sein Handel mtt England und die seine zahlreichen in England lebenden Staats- angehörigen genießen. Aber selbst diese Repressalien gegen Irland waren nur ein letzter Ausweg. Vielmehr ist anzunehmen, daß England durch seine Note den Weg zu Verhandlungen nicht versperrt hat. Im Unterhaus warsen mehrere Abgeordnete der Regierung überstürztes und oberflächliches Handeln in der irischen Frage vor. Irland sei«ine freie Nation und habe das Recht, Barträge abzuschließen und Verträge zu brechen. Dem Parlo- ment werde überhaupt keine Gelegenheit zur Meinungsäußerung gegeben. Der Regierungsvertreter erklärt«, einer eingehenden Parlamentsaussprache stehe nasch Ostern nichts im Wege. An- schließend vertagte sich das Haus bis zum S. April. Ministerpräsident Macdonald der beabsichtigt hatte, während der Osterfeiertoge nach Lossiemouth zu fliegen, bleibt in London. Er wird sich als Vorsitzender des neu gebildeten Kabinettsausschusses für irische Angelegenheiten eingehend mit der irischen Frage befassen. Am Ostersonntag werden in sämtlichen irischen Städten re- publikäiilsche Masssensunbgebungen stattfinden, in denen zur Frage der Abschaffung des Treueides und der Einstellung der Zahlungen an England Stellung genommen werden soll. Kriminelle Wirischastssührung. Ein Schlußwort zu Favag und Schultheiß. Die Urteile in den großen Prozessen Favag und Schult» heiß sind in erster Instanz gefällt. Die Schuld der Ange- klagten hat ihre gerichtliche Sühne gefunden. Sie muß als unendlich milde erscheinen, wenn man sie an den Der- deerungen mißt, die durch die Schuldigen angerichtet wurden. Besonders kraß ist das Mißverhältnis im Falle Favag. Ein großer angesehener Dersicherungskonzern wird durch eine beispiellose betrügerische Mißwirtschast Hab- gieriger Hasardeure in Grund und Boden gewirt- schaftet: der restlose Zusammenbruch des Riesenkonzerns er- schütterts den deutschen Kredit im In- und Ausland und entfesselte damit jene schwere Vertrauenskrise gegenüber Deutschland, die zur heutigen Situation geführt hat. Die Angeklagten aber kommen mit Gefängnisstrafen von einigen Jahren ohne Ehrverlust davon. Im Falle Schultheiß ein ähnliches Bild der Miß- Wirtschaft. Eine tollkühne Generaldirektoren- Wirtschaft setzt sich über alle Schranken der Publizitäts- Vorschriften hinweg und bringt das Unternehmen in schwere Verluste, verglichen mit der gegenüber Favag gewiß ge- ringeren Schuld erscheint die dreimonatige Gefängnisstrafe mehr als milde. Ein Vergleich drängt sich auf. In England, einem Lande, dessen Behörden man sicher nicht übertriebene Ab- neigung gegen die Großkapitalisten vorwerfen kann, ereig- neten sich zwei Fälle, die große Aehnlichkeit mit den beiden deutschen Prozessen haben. In dem einen Fall, dem Prozeß H a t r y. handelte es sich um einen Großkapitalisten, der große Konzerne zusammengebaut und zusammengerafft hatte und, als ihm die Lust auszugehen drohte, Wertpapiere zu fälschen begann. Er wurde zu 14 Jahren Zuchthaus verurteilt. Im anderen Fall, dem Prozeß Lord Kylsaet, handelte es sich um einen angesehenen Lord, Mitglied des Oberhauses, Beherrscher des größten britischen Schiffahrts- konzerns, der sich Bilanz- und Prospektoerschleierungen hatte zuschulden kommen lassen. Er wurde trotz seiner 76 Jahre zu einem Jahr Gefängnis verurteilt. Also betrügerische Handlungen hier und dort. Aber hier einige— im Höchstfall vier— Jahre Gefängnis, dort vier- zehn Jahre Zuchthaus. Bilanz- und Prospektverschleierungen hier und dort, aber hier drei Monate und dort ein Jahr Ge- sängnis. Wie läßt sich dieses Mißverhältnis erklären. Gewiß können in zwei verschiedenen Ländern nicht alle Gesetze und Strafen gleich sein. Aber man sollte doch meinen, daß schwere Verstöße gegen die gesetzlichen Verpflichtungen, denen ein Unternehmungsleiter als verantwortlicher Hüter wichtiger volkswirtschaftlicher Werte und Arbeitsgelegenheiten unter- liegt, in jedem Land äußerst streng geahndet werden müßten. Aber was erlebten wir bei diesen Prozessen, besonders beim Prozeß gegen Katzenellsnbogen? Das Gericht billigte Katzenellenbogen zu. daß er nicht zum Schaden der Gesellschaft zu handeln glaubte, obzwar seine waghalsigen Geschäfte letzten Endes doch mit schweren Verlusten für die Gesellschaft endigten. Es billigte ihm zu, daß er die Bilanzwahrheit gröblich verletzen durfte. weil er es angeblich im Interesse der Gesellschaft tat. Es schloß sich ohne Rot dem unmöglichen Standpunkt des Reichsgerichts an, daß Profpektbetrug im Falle der Ver- breitung des Prospekts durch die Presse genau so schnell ver- jährt wie Presseoergehen. Und dank dieser milden Aus- legung aller dem Angeklagten zur Last gelegten Handlungen durste dann die Strafe so milde auefallen, daß selbst der , Staatsanwalt Berufung einlegte. Wir ssnd die Letzten, die eine Gesundung der Wirtschaft allein von scharfen Strafbestimmungen und Strafverfolgungen erwarten. Aber die Milde des Gesetzes und die Milde des Gerichts erleichterten die Entstehung einer Atmosphäre, in der die Mißachtung des Rechtes und aller Grundbegriffe von kaufmännischer Moral zur Maxime des Handelns der Unternehmer werden konnten. Die Fälle Favag und Schultheiß sind noch in anderer Beziehung von besonderer Bedeutung. Sie zeigten nicht bloß das Versagen des Strafopparates des Staates, sondern auch das Versagen des staatlich vorgeschriebe- nen Kontrollapparats. Die Regierung hat in der Notverordnung über die Aktienrechtsreform die P u b l i z i- tätsvorschriften, speziell für die Aufstellung der Bilanzen wesentlich verschärft. Aber natürlich sind auch ' die eingehendsten Publizstätsvorschrrften gegenüber einer ge- wissenlosen Unternehmungsleitung so lange wertlos, als ihre Durchführung nicht genügend überwacht wird. Deshalb bleibt die innere Kontrolle der Unternehmungen doch die wichtigste Aufgabe, und ihr Träger ist in erster Linie der A u f s i ch t s- rat. Hier haben aber die Fälle Favag und Schultheiß gerade das schwerste Versagen offenbart. Bei der Favag hat der Aufsichtsrat. in dem die größten Banken vertreten waren, jahrelang einfach geschlafen. Die Rioalstät der Banken hat gerade dem unfähigsten Mitglied des Aufsichtsrates den Borsitz ausgeliefert. So konnte es geschehen, daß der Aufsichtsrat keine blaffe Ahnung von den haarsträubenden Vorgängen hatte, die sich vor seinen Augen abspiesten, und bis zum vollständigen Zusammenbruch ein ahnungsloser Engel blieb. Eine noch schlimmere Rolle spieste der Auffichts- rat im Falle Schultheiß. Hier vollzogen die einzelnen Groß- danken, die im Äufsichtsrat vertreten waren, jede für sich mit Katzenellenbogen wichtige Kapitastransaktionen und hüteten sich ängstlich, ihre Aufsichtsratskollegen, die ja gleichzeitig ihre Konkurrenten waren, etwas davon wissen zu lassen. So konnte Katzenellenbogen nebeneinander mit Hilfe der Danat» dank und mit, Hilfe der Commerzbank eigene Aktien des Unternehmens aufkaufen, ohne daß die eine Bank von der anderen wußte. Natürlich war erst recht keine Rede davon. daß sie oder Katzenellenbogen selbst den Aufsichtsrat oder auch nur feinen Borsitzenden informierten, obwohl es sich um gewaltige und risikoreiche Millionenverpflichtungen Handeste, die die Gesellschaft mit diesen Geschäften einging. Die Institution des Auffichtsrats hat also vollständig ver- sagt. Und die Tatsache, daß in keinem der beiden Prozesse gegen ein Aufsichtsratsmitglied Anklage erhoben wurde, beweist, daß auch Strafdrohun- gen des Staates bei Aufsichtsräten, die ihre Pflicht vernach- lässigen, so gut wie völlig unwirksam sind. Die Rotoerord- nung über die Aktienrechtsreform versuchte nun, durch die Einrichtung einer unabhängigen Revisionsinstanz die Kontrolle der Untsrnehmungsverwastungen wirksam zu machen: Jede Aktiengesellschaft mit einem Stammkapital von mindestens 3 Millionen Mark ist verpflichtet, ihren Jahres- gbichluß regelmäßig durch unabhängige Prüfer revidieren zu lassen. Die Anhänger einer gründlichen Aktienrechtsreform, j zu denen in erster Linie die freien Gewerkschaftenund dieSozialdemokratie gehören, mußten einen jähre- langen Kampf um die Einführung der Pflichtrevision führen. Die furchtbaren Erfahrungen dieser Wirtschaftskrise. das vernichtende Urteil, das die Geschichte über die deutschen Aktiengesellschaften ausgesprochen hat— ein Urteil, das wesentlich härter ist als das Urteil der Strafgerichte—, hat den Vorkämpfern der Aktienrechtsreform recht gegeben unh ihren Forderungen wenigstens teilweise zum Siege verhelfen. Beim Versagen auch dieser Kontrolleinrichtungen steht heute der Gesellschaft und dem Staat nur der umständliche und nicht immer gangbare Weg des Strafverfahrens offen. Der Staat hat noch keine Möglichkeit, etwa durch ein A k t i e n a m t selbst revidierend bei Aktiengesellschaften ein- zu greifen, wo ihm dies im gesamtwirtschaftlichen Jnter- esse notwendig erscheint. Nach dieser Richtung ist also die Aktienrechtsreform noch ein Torso geblieben, und hier bleibt für die Gesetzgebung noch ein wichtiges Feld. Ein düsteres Kapitel der deutschen Wirtschaftsgeschichte kst— wenn man von dem noch bevorstehenden Lahusqn- Prozeß absieht— mit den Prozessen Favag und Schultheiß zu Ende gegangen. An den Früchten dieser privatkapstalisti- schen Wirtschafts., führung" zehren wir noch jetzt und werden wir, wie zu fürchten ist. noch lange zu zehren haben. Ngr das eine Gute haben diese Borgänge gehabt: Sie haben auch dem Letzten, der es noch nicht wußte, die Augen darüber ge- öffnet, was es mit den vielgerühmten Segnungen der privatkapitalistischen Initiative und Wirtschaftsführung auf sich hat. und sie haben den Willen der Massen gestärkt, intensiver noch als bisher dafür zu kämpfen, daß die Wirtschaft immer stärker der Kontrolle und Führung durch die Allge- m e i n h e i t unterstellt wird. Erst wenn dieses Ziel erreicht ist. wird es statt der Wirtschaftsstandale eine wirkliche Wirt- �schaftsführung geben.___ Rumänischer Gtudenienradau. Zahlreiche Schwer- und Leickiwerlehte. Bukarest. 24. Marz.(Eigenbericht.) In Bukarest, wo die Studenten fett Montag wegen Berjchär- fung der Studienordnung streiken, kam es am Dienstagabend und am Mtttwochnachmittag zu blutigen Zusammenstößen zwischen �Studenten und der Polizei. Auf beiden Seiten gab es zahlreiche Schwer- und Leichtverletzte. Der Zustand mehrerer Gendarmen, die schwer« Schädelbrüche erlitten, ist hoff- nungslos. Am Mittwachnachmittag versuchten etwa JA) Studenten die Polizeipräfektur zu stürmen, um verhaftete Kollegen zu befreien. Die Studenten warfen Tränengasbomben: die Polizei antwortete mtt gleichen Abwehrmitteln. Di« llnioersität wurde von dem Rektor gesperrt. � Protestkundgebungen in Iassy, wobei die Synagoge s zerstört und zahlreiche Wohnungsfenstern und Ladentüren singe- schlagen wurden, führten zu schweren Zusammenstößen mtt der Staatsgewall, wobei auch scharf geschossen wurde. Die Zahl der Schwerverletzten beider Kampfparteien ist erheblich. Gozialistenrazzia in Memel. Riesenstrafe für eine Wahlrede. Memel. 24. Marz. Frühmorgens hat die Polttische Polizei mehrere Führer der Arbetterpartei verhastet, darunter zwei Mitglieder des aufgelösten Landtags, die Stadtverordneten Suhrau, Szardening. Marien, Reu- mann, Pippir« und der Buchdrucker Rößler. Bei sämtlichen Ver- hafteten wurden Haussuchungen vorgenommen. Dem Borsitzenden der Landwirtepartei. Rillergutsbesttzer Conrad, hat der Kriegs- kommandant 500 Lit Strafe, ersatzweise zwei Wochen Gefängnis. auferlegt, da er in einer Versammlung gegen das neue Direktorium „gehetzt" habe Dies« Arbeiterpartei ist nicht identisch mtt der Sozialdemokratie: sie hat im Landtag mit allen Deutschen gegen Simaitis gestimmt. WahlrechlSdreh geplant? Memel. 24. Marz. Es wird mtt einer neuen Auslegung des Artikel 76 des Sejm- Wahlgesetzes gerechnet. Die Reststimmen sollen nicht mehr, wie bisher, den Parteien zusallen, welche die meisten Stimmen auf- gebracht haben, sondern sie sollen auf eine Minderheiten- partei vereinigt werden können. Die Bekämpfung der Hehpreffe. Ttene Zeitungsverbote. Steltin. 24. März. Die Pressestelle des Oberpräsidiums in Stettin teilt mtt: Der Oberpräsident der Provinz Pommern hat aus Grund der Verorh- nungen zur Bekämpfung polttifcher Ausschreitunzen vcm 2ß. Marz und 10. August 1931 die„Belg arder Zeitung", die„Kos- liner Zeitung", die„Naugarder Kreiszeitung" und d!«„Norddeutsche Presse" in Neustettin aus die Dauer von fünf Tagen mtt Wirkung vom 26. März ab verboten Das Verbot ist erfolgt wegen der Veröffentlichung einer Er- klärunz Adolf Httlers zum Vorgehen des preußischen Ännenministe'-s gegen die Nationalsozialistische Deutsche Arbetterpartei Frankfurt a. All. 24. Marz. Der Oberpräsident der Provinz Hessen-Nassau hat die hier erscheinend« deutschnational«„Frankfurter Post" wegen Vergehens gegen die Verordnung des Reichspräsidenten zur Bekämpfung politischer Ausschreitungen für die Zeit vom 26. bis einschließlich 31. März verboten. Das Verböt erfolgte, weil die„Frankfurter Post" ein« Erklärung Hitlers über die vor kurzem statt- gefundenen polizeilichen Durchsuchungen der Geschäftsräume der SS., und SA.-Formatione« der NSDAP, veröffentlicht hat. Gtegerwald gegen Lohnsenkung Löhne sollen nicht weiter abgebaut werden Zu der Notiz in einer großen Berliner Tageszeitung, wonach in Aussicht genommen sein soll, die Laufdauer der Lohntarisverträge für bestimmte Gewerle durch Verordnung über den 30. April 1932 hinaus zu verlängern, weist, das Reichsarbeitsministerium darauf hm. daß eine solch« Maßnahme sich offenbar schon deshalb e r- ü b r i g l, weil die Parteien, wie schon jetzt mit Sicherheit anzu. nehmen ist, von der Kündigungebefugnis der Lohntarifoerträge zum 30 April nur ausnahmsweise Gebrauch machen werden(?) Ein solches Verhalten entspricht auch der Auffassung des Reichsarbeitsmimsteriums. Nach der erheblichen Senkung der Löhne und Gehälter durch die vierte Notverordnung erscheint eine erneute allgemeine Herabsetzung nicht tragbar und bei der stegenden Bedeutung des Binnenmarktes für die deutsche Wirtschaft auch nicht wünschenswert. Berechtigt erscheint lediglich in einzelnen Berufszweigen die An- pafsung der bisher gegenüber dem allgemeinen Lohnstand noch überhöhten Löhne und Gehälter.(!) Bei der gegenwärtigen Lage Deutschlands sollte jede vermeid!, are Beunruhigung durch Tarif- tündigungen unterbleiben. Soweit Aenderungen erforderlich sind, sollten die Verhandlungen der Beteiligten baldigst eingeleitet werden, um auch von der Lohnseite her die Voraussetzung für eine wirtschaftliche Belebung zu schaffen. Im übrigen sind in der letzten Zeit vereinzelte Zweifel ge- äußert worden, ob nicht Tarifverträge, die zu ihrem Ablauf der Kündigung bedürfen, auch wenn diese nicht erfolgt, gleichwohl auf Grund der Notoerordnung vom 8. Dezember 1931 mit dem 30. April 1932 von selbst ablaufen. Diese Zweifel sind, wie das Reichsarbeits- Ministerium weiter mitteilt, nach Wortlaut und Zweck der frag- lichen Vorschrift der Notverordnung nicht berechtigt. Danach laufen Tarifverträge nur dann ohne Kündigung mit dem 30. April 1932 ab. mpnn sie nicht auf längere Dauer abgeschlossen sind.„Auf längere Dauer"— nämlich für unbestimmte Zeit— sind ober auch solche Tarifverträge abgeschlossen, die nach ihrem Inhalt zum Ab- lauf der Kündigung bedürten. Das Reichsarbeitsministerium nimmt ferner, ohne damit der arbeitsgerichtlichen Entscheidung im Einzelfalle vorgreifen zu wollen, an. daß Kündigungen von Lohn- und Gehaltstarifverträgen. die vor dem Inkrafttreten der Notverordnung, also vor dem 9. De- zember 1931, ausgesprochen und später nicht wiederholt wur- den, mit Rücksicht auf die durch die Vorschriften der Notverord- nung grundlegend veränderte Lage nicht mehr als wirksam angesehen werden können, falls nicht besondere Um- stände, wie die Tatsache, daß der Tarifvertrag nur einmal jährlich gekündigt werden kann, ausnahmsweise eine andere Auffassung bedingen. Arbeitsbeschaffung. Korderungen desIniernaiionalen Gewerkschastsbundes. Der vom 16. bis IS. März ISZZ in Bern tagende Ans- schuh de» Internationalen Gewerkschaftsbundes hat nach einem Bericht Leiparts über die Wirtschaftslage folgende Resolution gesaht: Mehr als 2S Millionen Arbeitslose in der Welt sind der furcht- bare Beweis für die Tatsache, daß der Kapitalismus nicht imstande ist, einen Ausweg aus der durch ihn oerschuldeten Wirt- schaftskrise zu finden. Produktion und Umsatz sind in nie dagewesenem Maße zu- sammengeschrumpft, Kreditkrise und Währungsverfall haben die Zer- reißung der wellwirtfchaftlichen Bindungen beschleunigt. Zollkrieg herrscht an Stelle der notwendigen handelspolitischen Abrüstung, Pro- tektionismus in all seinen Fozrmen verschärst das Tempo der Wirt- schaftsdrosselung. Die Anarchie des kapitalistischen Systems endete im Chaos der Krise, deren politische Begleiterscheinungen die Freiheit der Arbeiter- klaffe bedrohen. Seit mehr als 10 Jahren hat der JGB. die Forderungen aufgestellt und vertreten, deren Erfüllung die ungeheure Notlage der Welt verhindert hätte; in den wirtschaftspolitischen Richtlinien, zuletzt im Züricher Programm 1931, sind diese Forderungen klar formuliert. Im Namen seiner 14 Millionen Mitglieder und für die 25 Mil- lionen Arbeitslosen in der Welt fordert der JGB., daß endlich die Folgerungen aus dem Versagen der kapitalistischen Wirtschaft ge- zogen werden.und.- T i.1: T. v.:.. 3-U'■ 1 der Umbau der Wirlschasl• erfolgt, ohne den es keinen Ausweg aus der Krise gibt. Im Vordergrunde der sofortigen Maßnahmen zur Krisenbekämpfung muß Arbeitsbeschaffung für das Mil» lionenhesr der Erwerbslosen stehen. Der LEB. verlangt mit allem Nachdruck, daß dfe vorhandenen Kreditmöglichkeiten nicht mehr für Rüstungszwecke und die Subventionierung fehlrationali» sierter und bankrotter Wirtschaftsbetriebe verschleudert, sondern zur Finanzierung großzügiger Arbeitsbeschaffung verwendet werden. Gleichzeitig muß endlich die Konsequenz aus der Tatsache ge- zogen werden, daß die vorhandene Arbeit in der Welt nicht mehr ausreicht, um alle Arbeiter und Angestellten voll zu beschäftigen. Rationalisierung und Krise zwingen gebieterisch, die 40-Stunden- bzw. die S-Tage-woche als Höchstdauer der Arbeitszeit in allen Betrieben und allen Ländern endlich gesetzlich durchzuführen. Zugleich mit diesen unmittelbaren Maßnahmen zur Linderung der Krise muß damit begonnen werden, die Wirtschaft umzubauen. Die letzten Jahre lassen eindeutig erkennen, daß die Entwicklung in der Welt zur Formierung großer in sich geschlossener Wirtschafts- einheiten führt. Besonders dringlich ist die Aufgabe, Europa als Wirtschaftseinheit zu organisieren. unbeschadet ob und wann andere Teile der Welt sich zu planmäßiger Wirtschaftsführung zusammenfinden. Diese großen Wirtschaftsgebiete dürfen nicht zu neuen Hoch- bürgen für den Monopolkapitalismus werden. Aufgabe der Arbeiter- klaffe ist es, sie mit ihrem ganzen Einfluß zu Planfeldern ge» regelter Produtt ion unter dem Gesichtspunkt der Bedarfs- deckung zu gestalten. Mit der Umformung der Gesamtwirtschaft, die das Gefüge der Welt neu entwickelt, muß daher die Erweiterung des Einflusses der öffentlichen Hand auf allen wichtigen Gebieten des Wirtschaftslebens parallel gehen. 5. Der JGB w i e d e»h o l t.e. i n d r i u g l i ch d i e w i ch t i g st e n ittte rn a t i'o n ä l e n Ford t'rü n g e n d e's"Ta«j e.?: Plan- mähige Rohstoffgewinnung— planmäßige Güterverteilung— Planwirtschaft im Kreditwesen durch Vereinheitlichung des Notenbank- wefens— Regelung des Geldwesens durch Schaffung einer einheit- lichen internationalen Währung— schärfste Aufsicht über Banken und Börsen durch demokratische Kontrollämter— Brechung der kapitalistischen Monopolgewalten durch schärfste Monckpolkontrolle. Mehr als je ist es heute die Pflicht aller Arbeiterorganisationen, diese unbedingt notwendigen Forderungen im Interesse der inter- nationalen Eesamtlösung solidarisch und ohne Rücksichtnahme auf die zeitweisen engeren Interessen eines einzelnen Landes mit allem Nachdruck zu verfechten. Aus der Praxis der Betriebsstillegungen Vom Deutschen Bekleidungsarbeiter-Verband wird uns geschrieben: „Die Betriebsstillegungs-Verordnung sollt« ursprünglich den Charakter eines Schutzes für die Arbeitnehmer dar- stellen. Wie dieser Schutz wahrgenommen wird, sei der Oefsentlich- keit hiermit unterbrestet. Ein Wäsche-Detallgeschäft, das eine eigene Nähstube befaß, in der 1? Personen beschäftigt wurden, stellte einen Antrag auf Betriebsabbruch. Die Firma beabsichtigt, ihre Nähwerkstatt aufzugeben, da sie durch Zwischenmeister und Heim- arbeiterinnen die Oderhemden billiger hergestellt erhält. Der Antrag der Firma führte zu Verhandlungen, an denen auch ein Vertreter unserer Organisation teilnahm. Der Antrag der Firma war zu spät gestellt und zwar insofern, als ihr Mietvertrag am 31. März 1932 abläuft, die Sperrfrist aber bis zum 11. April läuft. Die Firma erklärte sich berest, die zur Entlassung kommenden Näherinnen für die Zeit vom 1. bis 11. April als Heimarbeiterinnen zu beschäftigen. Unser Vertreter widersprach dem. indem er darauf hinwies, daß die Näherinnen selbst keine Nähmaschine besitzen, andererseits auch die Räumlichkeiten in ihrer Häuslichkeit viel zu beengt sind, um Heimarbeit verrichten zu können. Der Antrag der Firma wurde mit Schreiben vom 1(3. März 1932 vom Oberpräsidenten genehmigt und hat folgen- den Wortlaut: „Bei der festgestellten Sachlage erschemt eine Mkürzung der in der Verordnung betr. Maßnahmen gegenüber Betriebs- abbrächen und Stillegung vom 8. November 1920(RGBl. S. 1901) mit den Zusätzen der Verordnung über Betriebsstillegung und Arbeitsstrcckung vom 15. Oktober 1923(RGBl. S.j)83) festgelegten, im vorliegenden Falle geltenden sechswöchigen Sperrfrist für die zum 31. dieses Monats benachrichtigte Entlassung von 17 Arbeitern nicht angängig, zumal es möglich sein dürfte, die zu Entlassenen bis zum Ablauf der Sperrfrist in der Heimarbeit zu beschäftigen. Für die nach Ablauf der Sperrfrist stattfindenden Entlassungen der 17 gewerblichen Arbeitnehmer ist eine Genehmigung aus Grund der angeführten Verordnung nicht erforderlich. Ich weise jedoch darauf hin, daß diese Maßnahme bei mir erneut anzu- zeigen ist, sosern sie nicht innerhalb eines Monats nach Ablauf der Sperrfrist getroffen fein sollte. Die sechswöchige Sperrfrist läuft vom 29. Februar(Tag des Eingangs des obenbezeichnetsn Antrages) bis zum 11. April ein- schließlich.. Dieser Entscheid geht zunächst dahin, daß eine Verkürzung der Sperrfrist nicht angängig ist. Diese Auffassung testen wir grund- sätzlich: denn die Firma hat ja ihren Mietvertrag schon lange vorher gekündigt und konnte dementsprschcnd ihren Antrag auf Betriebsabbruch beizeiten stellen, um nicht in Verzug zu geraten. Warum aber der Herr Oberpräsident bzw. sein Vertreter aus dieser Nachlässigkeit der Firma den ständig im Be- trieb arbeitenden Näherinnen zumutet, Heimarbeit zu ver- richten, ist sein Geheimnis! Wir wissen zwar nicht, ob das Ober- Präsidium bereit wäre, den in Frage kommenden Näherinnen Ar- beitsräume und Nähmaschinen für die Heimarbeit zur Verfügung zu stellen. Der Entscheid stellt eine bürokratische Weisheit dar, die erst wieder im arbeitsgerichtlichen Verfahren geklärt werden muh, wenn sich die Firma nicht dazu berestfindet, den Näherinnen die 11 Tage zu bezahlen. Aufgabe des Sparkommissars wäre es, zu oerhüten, daß eine Behörde der anderen Nüsse zu knacken gibt. Die Hammerschast der Reichsdruckerei. Eine sehr gut besuchte Versammlung der Hammerschast der Reichsdruckerei am 22. März beschäftigte sich mit dem weiteren Aus- bau und der Vervollständigung der Hammerschaft. In einem ein- stündigen Referat veranschaulichte Genosse Heide mann das Wirken und die Aufgaben der Hanimerschaften, welche, kaum ge- schaffen, sich schon in vielen Großbetrieben eines regen Anwachsens erfreuen. Redner ging näher auf die bevorstehenden Wahlen ein, die durch die„Eiserne Front" zum Siege der arbeitenden Klasse und zur Vernichtung der faschistischen Gefahr geführt werden müssen Mit der Erwartung, daß alle noch ab setisstehenden Arbeitskolleginnen und Kollegen recht bald den Weg zur Hammerschait finden, ging die eindrucksvolle Zusammenkunft auseinander. Großer Sympachie und Nachfrage erfreuten sich die von der örtlichen Kampfleitung herausgebrachten Hammerfchaftsabzeichen. Arbeitsdienst und Landsiedlung. Eines soll durch das andere gefördert werden. Die Frage einer engereu Verbindung von freiwilligen Arbeits- dienst und ländlicher Siedlung war Gegenstand einer Aussprache, zu der das R e i ch s o r v e i t s m i n i st e r i u m außer den betei- ligten Ressorts Vertreter der Landeskulturämter und der Landes- arbeitsomter aus dem Osten des Reiches sowie einzelne Persönlich- leiten aus der Praxis der Siedlung und des Arbeitsdienstes geladen hatte . In der Aussprache wurde insbesondere gefordert, daß der Ar- bestsdienst den besonderen Bedürfnissen der ländlichen Siedlung durch Vereinfachung des Förderungsoersahrens und durch Erweiterung der Förderungsmöglichkeiten angepaßt werde. Vom Reichsarbeitsministerium wurde zum Ausdruck gebracht, daß es diese Forderungen unter st ütze, soweit dies im Rahmen der zunächst verfügbaren Mittel durchführbar erscheint. Das Reichs- arbeitsministerium wird die hiernach erforderlichen Matznahmen de- schleunig! in die Wege leiten. Ist das eine Aniwort? Was leistet das Internationale Arbeitsamt? Im Oberhaus wandte Lord Lovat sich gegen die hohen Kosten für das Internationale Arbeitsamt. Er fragte die Regie- rung. welche Vorteile England bisher eigenstich durch diese Einrichtung gehabt habe. Der Regierungsvertreter beantwortete die Frage mit dem Hinweis aus die moralische Derpslichtung Englands, den Völkerbund als Friedens- Organisation zu unterstützen. Der englisch« Beitrag für dieses Büro belaufe sich jetzt auf 54 000 Pfund. Der Direktor des Büros be- komme ein Gehalt von 90000 Schweizer Franken und außerdem noch eine Repräsentatwnszulage von 30 000 Franken. ♦ Es ist nicht die Schuld des Internationalen Arbeitsamts/ daß England bis heute noch nicht einmal das Washingtoner Achtstunden- togob kommen ratifiziert und so den Regierungen der übrigen Industrieländen auch Deutschland, die Gelegenheit gegeben hat, sich auf die Quertreibereien in England zu berufen, um unter Bor- behalt oder überhaupt nicht zu ratifizieren. Das ist nur ein Bei- spiel, allerdings ein markantes Beispiel dafür, wie wenig die Tätig» keit des Internationalen Arbeitsamts unterstützt wird. Die Rück- sichten auf die privatkapitalistischen Interessen des Unternehmertums find überall weit größer als die Rückficht auf Leben und Gesundheit der großen Masse der Arbeitnehmer. Der„S t o h l h e l m" hat diese„Antwort" aufgegriffen und seiner unmaßgeblichen Meinung dal)in Ausdruck gegeben, für Deutsch- land sei bei seiner großen Arbeitslosigkeit die einzig richtige Spare Methode, aus dem Internationalen Arbeitsamt auszutreten. Was das Internationale Arbeitsamt auf dem Gebiete der sozialen Gesetzgebung, auf dem der wissenschaftlichen Forschung untz. nicht zuletzt auf humanilärem Gebiet leistet,. das läßt sich allerding?: nicht in Mark und Pfennig berechnen. Für die Gegner der Arbeitet lchaft mag es überhaupt nichts wert sein, was das Internationale. Arbeitsamt leistet. Um so höher schlägt die Arbeiterschaft jeden Versuch an ihre Arbeitskraft in jeder Weise zu schützen, ihr Mensch» tum zu würdigen und ihr Kulturnioeau zu erhöhen. Schiedsspruch für Küfer. Sobleuz, 23. März. Im Weinhandel des Moselbezirks herrscht seit Oktober ein tarifloser Zustand. Jetzt ist vom Schlichter ein Schiedsspruch dahin» gehend gefällt worden, daß in Zukunft der Spitzenwochen- lohn für Küfer und erfahrene Kellerarbeiter 30.60 Mark, für Hilfsarbeiter 24,70 Mark und für Arbeiterinnen 16,10 Mark beträgt. Für die Löhne im Weinbau besteht noch kein Tarif. Verhand- kungen haben bisher noch zu keinem Ergebnis geführt. Streik gegen Massenkündigungen. Im norvwestböhmischen Kohlenrevier. Prag, 24. März.(Eigenbericht.) Im nordweslböhmischen Kohlenrevier ist wegen Massen- tündigungen ein Streik ausgebrochen. Am Donnerstag zogen demonstrier mde Bergarbeiter mit Frauen und Kiir- d e r n durch die Straßen von B r ü ck und erzwangen die Arbeitz- einstellung in zwei staatlichen und mehreren privaten Kohlenschächten. Bisher wird in 12 Schächten gestreikt. �reie Gewerkschafts-�ugend Berlin HiiU«, ISv, Uhr, tagen dt« Gruppen: Säften: Sugenftheim Wässerter. ftraZc 9.„ein Etieifzug durch das Berliner Naturschutzgebiet."— NeutblUi: Jugendheim Treptuiver Str. 96. Wir sind auf Osseriahrt.— Hermannplatz: Jugendheim Eanderstr. 11, Gcke Hcdrechtstrasie. Wir sind aus Fahrt.— ssngenftgruppe des g-ntralverbanfte, der Schuhmacher: Besuch des Märkischen Museums. Die Teilnehmer treffen sich pünktlich 10ZH Uhr am Muleum,.ssallnischer Park(nahe Waisenbrücke).— Finghalen: Wir sind aus flahrt.— Maraen, Sonnabend, sind sclgende Peranstaliungen: Säften: Wir gehen auf üslermbrt.— Ingcndgruppe ftes Deutschen Äelleiftnngeaefteiter-Ver. vanftes: Osterwanderung»ach Buckow fMäekische Schwel,).— Ingenftaruppe des(aejamtperftanftes, Fachgruppe Gärtnerei und Binderei: Fahrt nach Freien- raalde. ©Iuaendqruppe des Zentralverbandes der Angestellten Unser Singekreis übt am Sonnabend pon 20— 22 Uhr im Jugendheim Tllsiter Skr. 4. Berantwortlich für Politik: Bietae Schiss: Wirtschutt: S. jllingclhZser; Gewerkschaltsbemrguna: Z. Steiner: Feuilleton: Dr. Sohn Schiiomski; Laiales und sonstiges: Frin fiarftäftt, Anzeigen: Th. Glocke; sämtlich in Berlin. Berlaa: Barwärto-Berlaa<5. rn. b. H. Berlin. Druck: Borwärts-Buchdruckerei und Berlagsanstalt Paul Einger u So. Berlin EW. 68 Lindenftratze 3. Hieran 2 Beilagen. ?lr. 143» 49. Jahrgang �00<��01*10611*�0 Kreltag, Z5. März 1S32 �W��»M»»�M»W»»»»>»«»»»a2»M>«>m>s»>U»«!»>»«MWM-»«»»»»-»»»M»»>»»W»>»»M»»»»»>»i»»!»Wii>»ii»ii>>.............................................................. M'M Zwei Leben zerbrochen... �UAen6, die sich nicht zurechtfindet— Ersehnter Tod Das tandgerlchk III oerurWIlf den ZZZahrlgen kcrufmänn'schen Angestellten Franz v.. der in der Nacht vom Z aus den 4. Zult vorigen Zahre« in Alt-Buchhorst bei Fangschleuss die ISjährige Dekoratcurin Gertrud h. durch einen Kopsschuß tötete und sich selbst schwer vertchte. wegen Tötung ans verlangen und unbefugter» wasseubesitzc» zu Z Zähren 6 Monaten Gesäugais. Die Antersuchungehast wurde ihm angerechnet. Die Tragödie der beiden jungen Leute, in so mancher chinsicht typisch für die heutige Großstadtjugend, wirb erst verständlich aus den Besonderheiten de« Falle», Ein erhellich schwer belasteter. von Kindheit aus kranker Junge, verschloflen und unzugänglich, fühlt sich von der Mutter zurückgesetzt und hängt sich mit seinem ganzen Lieb««- und Zärtlichkeitsbedürfnis an die drei Jahre jüngere Detorateurin Gertrud S). Sie ist seine e r st e Liebe, die erst« Frau, die er kennenlernt. Sie ist in Liebesdingen erfahrener als er. täuscht ihm ober die Unschuld vor Tochter eines braven Ar- beiters, löst sie ihr jahrelanges Verhältnis zu einem nicht minder braven Arbeiter: es lockt sie die höher» soziale Stellung des Archi- tektensohnes und kaufmännischen Angestellten. Ihr« Eltern siitd nicht gegen den Berkehr mit dem ernsten, höflichen und netten jungen Menschen, der«? mit der Gertrud nicht minder ernjt zu meinen scheint al» früher der Wagenwäscher. Die Tochter soll sich jedoch bis zur Eh«.rein' halten. Daß die Tochter das schon längst nicht ernst nimmt, ahnen sie nicht. Als sie es erfahren, kommt es zu heftigen Auftritten. In die Liebe der jungen Leute hat sich aber schon längst der Untertan des L«' d s gemischt. Sie passen nicht in den Charak- teven zusammen. E- gibt Zerwürfnis, Zank, Tränen. Auseinander- setzungen zwischen dem jungen Mann und Gertruds Bater, zwischen diesem und den Eltern des Einundzwanzigjährigen. Urtd eines Tages ist es zwischen den beiden jungen Leuten aus. Gertrud kehrt zu ihrem Freund, dem Arbeiter, zurück. Auf Drängen des Baters verlobt sich Gertrud mst Bruno. Franz D. versucht in einem anderen jungen Mädchen Ersatz zu finden, stößt es aber durch sein« ständigen Gespräch« über Gertrud ab. Und dann finden sich Gertrud und Franz wieder. Beide zerrisse- n e r denn je. An i h m nagt« die Eifersucht gegen den anderen, an ihr das Bewußtsein der Verpflichtung gegen den ersten Freund Oesters denn je spricht sie vom gemeinsamen Sterben: sie schreibt Abschiedsbriefe an ihre Eltern und an ihren Freund Bruno. Unmittelbar danach aber geht sie mit ihrem Verlobten auf ein« U r l a u b s r e i s e in die Nähe von Berlin. Kaum angelangt, übermittelt sie Franz D. in einem Brief an«in? Freundin Grütze. Sie kann ihn nicht aufgeben, ebensowenig wie er sie. Er fährt ihr nach. Ihr seid beide meine Freunde, klammert sich Gertrud an den«inen wie den anderen. Der innere Konflikt spitzt sich zur Katastrmph« zu. Nach durchzechtem Abend, als Franz in der Katerstimmung des Morgens seine Freundin und deren Verlobten im gemeinsamen Zimmer nebeneinander sieht, faßt er den Gntschluh.„Willst du jetzt?" fragt er Gertrud.„Ja, ich will sterben. Bitte schieße."— „Ist dies dein letztes Wort?"—„Ja. aber, ach, du bist ja zu feige." Das hatte sie auch früher des öfteren gesagt, als er ihr den Selbstmord ausredete. Jetzt versagten die Hemmungen. Di« Vernunftgründe waren ausgeschaltet. Er schießt ihr in die Schläfe und dann sich selbst«in« Kugel in den Kopf.... In der Verhandlung bedroht« der Vater der Getöteten den Angeklagten mit der Faust. Die Mutter des unglücklichen jungen Menschen vergoß Tränen darüber, daß sie ihren Sohn früher nicht richtig verstanden hat. Er aber saß teilnahmslos da, ein Mensch, der das L a ch e n nie richtig gekannt und es nun endgüllig verlernt hat. Er lauschte angestrengt mit dem einen heilen Ohr und blickt« mst dem«inen übriggebliebenen Auge— dos andere hatte er sich weggeschossen— schwermütig zum Gericht hinüber, das sein Schick- jal in Händen hielt. Er wird seines Lebens nie mehr froh werden. Beim Angeln ertrunken. Vergebliche Rettungsversuche des Freundes. Auf dem Erossinsee bei werusdorf spielte sich gestern nach. mittag ein tragischer Unfall ab, bei dem der 52 Zahre alte Arbeiter Wilhelm Haupt au, der Pestalozzistraße t? tu Köpenick den Tod fand. t). war zusammen mit einem Freunde mittags zum Crofsinse« gelaufen, um dort zu angeln. Obgleich das Eis schon stark brüch'g ist, wagten sich die Männer ziemlich west hinaus, um vom Rande des Eises die Angel ins offene Wasser zu werfen. Die beiden Freunde hatten schon eine Weil» geangelt, als sich. plMich. ein �st der Eis- schalle, aus der Haupt stand, koslöft«.' Das- Eisftück tri�b ab und durch die ungleichmäßige Belastung kippt« es um H. stürzte in die eisig« Flut und ging sofort unter. Sein Freund versuchte ihm Hilfe zu bringen, er konnte von dem Verunglückten aber keine Spur mehr entdecken. Erst der alarmierten Feuerwehr gelang es, den leblosen Körper des Ertrunkenen zu bergen. * Bei einem Wohnungsbrand in der Kaiserallee erlitt die 81 Jahre Krau Martha von W t n n i n g eine schwere Rauchvergiftung. Die Greisin, die ziemlich hilflos ist, wurde von Nachbarsleuten in ihrem »ölltg oerqualmten Zimmer bewußtlos ausgesunden. Durch das Städtisch« Rettungsamt wurde die Unglückliche in das Wilmers- dorfer Krankenhaus nach der Achenbachstraße gebracht, wo sie bald nach ihrer Aufnahme gestorben ist. Das Feuer in dem Zimmer ist vermutlich durch herausgefallene glühende Kohletellchen entstanden, die den Fußboden in Brand gesetzt hatten. Ein drstter tödlicher Unfall ereignete sich vor dem Hause Mühlen- praße 17/18. Dort geriet der 18 Jahre alte Bot« Walter Ebel aus der Caprioistr. 3 mit seinem Fahrrad beim Ueberholen eines anderen Fahrzeugs m die Straßenbahnschienen. E. kam zu Fall und stürzte so unglücklich, daß er unter die Räder eines nachfolgen- den Lastautos geriet. Der junge Mann erlitt so schwere Verletzungen, daß der Tod aus der Stelle eintrat. Winter ade! fange zieht sidi dieser anfangs so laue Winter hinaus. Viele, die sich freuten, an ihren Kohlenoorr&ten sparen zu können, müssen bei dieser Kälte auch noch das Letzte aus dem Keller holen, soroeit überhaupt noch etwas darin ist. Aber die Vorboten des endlich doch durchkommenden Frühlings melden ydi schon. Im Mittagssonnensehein promenieren die Kinderwagenfrauen in den Anlagen, Gärtner bereiten die Beete für den neuen FriUijahrsschmudc oor und unser Bild läßt schon Sommerstimmung aufkommen. Erfrischungen und Getränke", das erinnert an heiße Sommertage, und es ist ein leiser Trost in diesen chaotischen Tagen, daß uns die eine Gewißheit geblieben ist: Es muß doch Frühling werden.... Schmuggel mit Panzerauto. Wiide Zustände au der deutschen Westgrenze. Merkwürdige Zustände herrschen au der deutsch-hollSa- dijchen Grenze, vor kurzem wurde bekannt, daß die Zoll- behörden in zwei Dachen nicht weniger al» 10 0C0 junge Schweine beschlagnahmt hat. Zetzt hat man da» mit 12 Zentnern Kaffee und Tabak belodeue holländische panzerauko einer Schmngglerbande be- schlagnahmt. Das Panzerauto war schon öfter über die Grenz« gekommen. In der letzten Rocht wurde es endlich in eine Falle gelockt. Zoll» beomte aus Krefeld und Geldern, die an der Landstraße bei Luellingen in einem Versteck auf der Lauer lagen, beschossen das Paazerauw, ohne daß es sich in seiner Fahrt beirren ließ. Dar- aufhin stellte sich ein Zollbeamter dem Schmugglergefährt mst einem Kraftwagen in den Weg und ließ seinen Scheinwerfer so stark spielen, daß die Fahrer des Panzerautos geblen» det wurden, die Sicherheit verloren und gegen einen Straßenmast fuhren, wo der Wagen beschädigt stehen blieb. Den Insassen ge- lang es, in der Dunkelheit zu entkommen. Der Wagen ist mit 12-Millimeter-Stahlplatten gepanzert: er enthielt etwa 12 Zentner Kaffee und Tabak. Das Panzerauto wurde zur Hanptzollfahndungsstelle in Krefeld geschleppt. Brolat beurlaubt.. BVG«Aufsichtsrat geuehmigt das Urlaubsgesuch. Der Anfflchtsral der Verliner verkehrsgesevschoft nahm ta seiner gestrigen Sitzung von dem. von uns bereits in der gestrigen Abend- ausgäbe im Wortlaut mitgeteilten Brief de» Direktor» L r o l a l an den Anfsichlsralsvorsitzenden Bürgermeister Dr. E l f a s Kenntnis. Das in dem Brief ausgesprochene Urlaubsgesuch wurde von der Mehrheil des Avffichlsrates genehmigt. Direktor Lrolal ist daraufhin unter angemessener Kürzung seiner Bezüge bis zur ge- richtlichen Klärung beurlaubt worden. Ltngeireuer Angestellter festgenommen. In drei Iahren über 20000 Merk unterschlagen. Bei der Allgemeinen Ortskrankenkasse Berlin-Rord, Abteilung Wittenau, ist man gestern auf die Spur van umfangreichen Unter» schlagungen gekommen, die bis in das Jahr 1829 zurückreichen. Bor etwa 5 Jahren wurde bei der Ortskrankenkasse der ehe- malige Bankbeamte Oskar F. aus der Cuorystraße angestellt. Dl« Leiwng der Abteilung Nord hatte von dem Angestellten den Ein- druck eines pflichtgetreuen Beamten. Dieses Vertrauen hat nun F. auf das schändlichste getäuscht. Seit 1929 nahm er fortlaufen!» äußerst geschickte Fälschungen oor und veruntreute im Lause der drei Zahre 21 SOG Mark. Bei den Revisionen wurden die Be- trügereien nicht entdeckt, erst als sickz jetzt erhebliche Unstiminig- leiten zeigten und eine genaue Buchprüfung erfolgte, kamen die Verfehlungen des Angestellten ans Tageslicht. Wie die krimmal» polizellichen Ermittlungen-ergeben haben, hat F. dos Geld für Rennwetten ausgegeben oder verspielt. Der ungetreue Angestellte, der in vollem Umfange geständig ist, wurde ins Polizeipräsidium eingeliefert. Dachftuhlbrand in der Dircksenstraste. Die Feuerwehr wurde in den gestrigen späten Abend- stunden nach der Dircksenstraße SO alarmiert, wo im Dach» stuhl Feuer ausgebrochen war. Starter Qualm, der den oberen Teil des Gebäudes«inhüllte, ließ zunächst eil» Großfcuer oermuten. Aus diesem Grunde eilten fünf Löschzüge an die Brandstell«. Bald stellte sich aber heraus, daß der Brand noch keinen allzu großen Umfang gewonnen hatte. Das Feuer konnte verhältnismäßig schnell gelöscht werden. Die 2. Möbel- und Einrichtuugsschau in den Funkturmhallen am Kaiserdamm, der auch die Kunstsonderschau„Das Bild im Raum" mit der Abteilung für Raum- und Werk» k u n st angegliedert ist, wird auch am Karfreitag von 10 Uhr vormittags bis 8 Uhr abends geöffnet fein. Die Beieiliguiig der Ausstellungsbesucher an der Gratisverlosung der Dreizimm«reinrick»> tungen aus der Sonderschau„Dia billige Wohnung" ist außerordent» lich reg«. Und alle Zeit werden wir dafür eintreten: Jeder Pfennig Ersparnis kommt dem Tabak zugute! Jede Zugade würde die Qualität verringern! 37 dahw Judt3wsvsfdm wa&skimm&i vet&pTvttwn Jmti Höchsten Genul]! enthält keine Zugaben, wie Gulsch ein e, Werl marken oder Stickereien. Sie bietet dafür höchste Qualität und volles Format! König der Rekordtänzer. Oer Ehrgeiz des Herrn Enrico.- Er wollte sich tot tanzen. Mit einem originellen Rechtsstreit mußte sich das Arbeits- g c r i ch t beschästigen. Als Kläger trat der BerufstSnzcr Enrico de Gastro aus, der sich das Ziel gesteckt hatte, den bestehenden Wellretord im D a u e r t a n z e n von 367 auf 370 Stunden zu er- höhen und so,.KönigdcrRekordtänzer" werden wollte. Der„Reichsverband Deutscher Sporttänzer", der mit ganzen 23 Mitgliedern die Standesvertretung der Dauertänzer ist, wurde mn die Genehmigung zu diesem Match ersucht, die er auch erteilte. In einem Luxuslokal am Kurfürstendamm erfolgte dann am 8. Fe- bruar der Start. Nachdem der Tänzer mit der Direktion des Be- triebes einen Vertrag abgeschlossen hatte, wonach er eine tägliche Gag« von 30 M. und einig« weitere Vergütungen erhalten sollte, begann er programmgemäß seine Arbeit. Aber bereits am vierten Tage erlitt der Welttekordanwärter einen Schwächeanfall. Der sofort hinzugezogene Arzt stellte«ine Herzaffektion fest und lehnte die Verantwortung für die Fortsetzung des Dauertanzes ab. Enrico de Castro war aber nicht zu bewegen, seinen Rekord- versuch abzubrechen, nachdem er bereits 2000 Damen als Tanzpart- »«rinnen„oerbraucht" hatte. Auf Grund des ärztlichen Attestes brach die Direktion des Etablissements vernünftigerweise die Veranstaltung ab, allerdings gegen den Einspruch des Dauertänzers. der. ohne auf seine Gesundheit Rücksicht zu nehmen, weitertanzen wollte. Gestern klagte er nun vor dem Arbeitsgericht den ent- gangenen Verdienst ein. Das Gericht billigte ihm die Gage für vier Tage zu, wies ihn aber mit einer Mehrforderung ab. Der Vor- sitzende stellle sich auf den Standpunkt, daß es der Direktion nicht zu- zuniuten sei, den Tänzer weiter„arbeiten" zu lassen, nachdem der Arzt Herzschwäche festgestellt hatte. Lugend und deutscher Osten. Der Seedienst Ostpreußen und das Lngendwandern. Die für den S e e d i e n st O st p r e u ß e n zuständigen Stellen haben für das Reisejahr 1932 in diesen Tagen den Gesamtfahrplan herausgegeben. Es sind insgesamt 57 Rundreisen in diesem Sommer vorgesehen. Der Seedienst Ostpreußen, der mit seinen ungewöhnlich billigen Sondertarifcn seit langem eine seiner Hauptaufgaben in der Heranziehung von Jugendwandercrn in den deutschen Osten sieht, bedarf deshalb im besonderen Maße der Unterstützung durch die Jugendfachprcsse und Jugendorganisationen. Der weite deutsche Osten, wo noch viele lohnende Ziele warten, besonders das urwüchsige Gebiet vom Weichsel- bis zum M c m e l st r o m richtet in erster Linie seinen Ruf an die unternehmungssrohe und bedürfnislose deutsche Jugend. Der Fahrplan mit ausführlichem Auskunftsheft ist demnächst in allen Reisebüros kostenlos erhältlich. Hackebeil auf freiem Kuß. Dem früheren Generaldirektor Guido Hackebeil ist es ge- hingen, einen Bürgen zu finden, der für die vom Gericht geforderte Sicherheitsleistung in Höhe von 100 VOV M. die selbstschuldnerische Bürgschaft übernommen hat. Die entsprechenden Formalitäten wurden gestern erledigt, so daß Hackebeil im Verlauf der frühen Nachmittagsstunden das Untersuchungsgefängnis verlassen dürste. „Wie eiusl im Wai." In der Plaza ist die alte Posse von B c r n a u e r und S ch a n z e r mit der Musik von Kollo und B r e d ts ch n c i d e r„Wie einst im Mai" auf neu frisiert worden und übt, einschließlich der alten, offenbar nicht umzubringenden Schlager wie:„Die Männer sind alle Verbrecher" und„Es war in Schöne- berg im Monat Mai" auf das gutwilliae Publikum des Ostens eine ganz erstaunliche Wirkung aus. Eine Wirkung, die so stark ist, daß selbst harte Männer in Tränen der Rührung verschmelzen, weNn ei» volkstümlicher Reißer von seliger Jugend und Liebes- und Glückszeit schwärmt. Gespiett und gesungen wird durchweg famos. Allen voran Heidi E i s l e r, dann Werner G i l l e, Erich G a ft, Albert I h l e, Kurt von M ö l l c n d o r f f, der auch Regie führt. Bertri; S t a h l b e r g und Leonore Boje. Schöne Bühnenbilder, eine nette Tanzszene. Alles in allem eine treffliche Fortsetzung der Erfolgsserie der Plaza-Operetten. Die billige Wohnung Spitzenleistungen auf der 2. Berliner Möbelmesse Wem die politischen Wahltage noch nicht genügen, kann in der Messe st adt am Funkturm zwei Wochen lang jeden Tag wählen gehen. Jeder Besucher der Möbel- und Einrichtungsschau Berlin 1932 kann drei Stimmzettel abgeben, welche drei Wohnungs- einrichtungen ihm von der Sonderabtellung„Die billige Woh- n u n g" am besten gefallen. Und von irgendwelcher Wahlmüdigkett ist. auf der Möbelmesse keine Spur zu entdecken. Mit dem Bleistift und dem Notizbuch in der Hand begutachten die Besucher die zwanzig zur Wahl gestellten Wohnungseinrichtungen, dann geht es zum Abstimmungsraum und die Stimmzettel flattern in die großen Urnen. Kaum ein Ausstellungsbesucher verzichtet auf sein Wahl- recht und die Wahlbeteiligung dürfte eine hundertprozentige sein. Denn was der Möbelmesse den großen Publikumserfolg sichert, ist neben anderem die Sachoerständigkeit auch des Laien. Alle Men- fchen haben Betten, Schränke, Tische oder Stühle. Jeder vermag zu sagen, ob er dieses Bett behaglicher, diesen Schrank oder jenen Tisch zweckmäßiger findet. Für den Wettbewerb„Die billige Wohnung", dessen Ergebnis sich als Sonderschau in der Halle III präsentiert, waren den be- teiligten Möbelherstellern genaue Bedingungen vorgeschrieben. Ein- zureichen waren Entwürfe dreier verschiedener Woh- nungstypen, und zwar die Einzimmerwohnungen für 18 Quadratmeter Wohnfläch«, die Eineinhalbzimmerwohnun- gen für 24 und die Zweizimmerwohnungen für 30 Quadrat- meter Wohnfläche. Weiterhin war festgesetzt, daß sich die Ver- kaufspreise der Einzimmerwohnungen zwischen 473 und 523 M., die der Eeineinhalbzimmerwohnungen zwischen 750 und 800 M. und die der Zweizinimerwohnungen zwischen 1000 und 1150 M. bewegen müsien. Trotz dieser Bedingungen sind die zwanzig Aus- stcllungsobjekte Spitzenleistungen. Die sechs ausgestellten Einzimmerwohnungen sind naturgemäß sämtlich kombinierte Wohn- und Schlaf- räume. In fünf Fällen dominiert die E o u ch, jenes beliebt ge- wordene Möbel, das mit seinen lichten Farben tagsüber oen wohn- lichen Charakter eines Raumes hebt und nachts zun« Bett wird. Auch die Schränke stellen sinnreiche Konstruktioben dar, teilweise sind sie gleichzeitig Garderoben-, Schreib- und Gefchirrschrank. Dazu der Auszugtisch, dessen Platte an sich nieist einen Meter Durch- messer hat, aber dann, wenn Besuch kommt, mühelos zum großen Zweimetertisch wird. Bisweilen ist die Anordnung auf den be- schränkten 18 Quadratmetern geradezu raffiniert: so ist ein Bettsofa zu sehen, dessen Rückenlehne Reißverschluß hat. In diese Lehne kommen tagsüber die Steppdecken, Kopskissen und Laken.. Denn das nebenbei: die spezifisch deutsche Sitte, sich nächtens unter meterhohen Betten zu vergraben, ist auf dem besten Wege auszu- sterben. Dafür sorgen Steppdecken und Zentralheizung. Bei den sechs Einzimmerwohnungen teilen sich Mahagoni, Nußbaum, Eiche und Kieser in die Holzarten. Bei den E i n e i n h a l b zi m m e r w o h n> n g e n rückt die Birke erstmalig in den Bordergrund. Sonst als Schlafgelegenheit Zusaminenkunft sämtl. Parteireferenten Am Donnerstag, dem SI. Mdrz, 1911 Uhr: Vortrag tles Genossen Ministerialraf Ehv Hirsctt7eld aber: „Die preußische Verwaltung" Am Freitag, dem 1. April, 1914 Uhr: Vortrag des Genossen Ernst Möllmann, M d.L, Uber: „Die Parteien im Preußischen Landtag" Beide Zusammenkünfte finden in den SophlensSlen, Sophienstr. 17-18(Hochzeitssaal), statt. Parteimitgliedsbuch dient neben dem Einladungsschreiben als Legitimation und ist am Saaleingang vorzuzeigen. Der Bezirksvorstand. auch hier noch die Bevorzugung der Couch, die überdies auch in keiner der Zrveizimmerivohimngen fehlt. Das arme all« Sofa mit seinen gehäkelten Deckchen und dem Paneclbrett über der Lehne ist inausetot; niemand spricht mehr vom Sofa. Die zehn�Zwei» zimmerwohnungen sind erstaunliche Leistungen. Für rund 1000 M. gibt es ein Wohnzimmer In kaukasisch Nußbaum und dazu ein Schlafzimmer aus Goldbirke, hochglanzpoliert. Das Büfett mit runden Ecken, geschweifter Mitteltür, einem Auszug mit Marmoreinlage und Silberkästen. Im Schlaizimmer eine Frisier- toilette mit drehbarem Kristallsacettipiegel, die Spiralböden der Bett- stellen haben Gegendruckfedern und die Nachttische haben eine Büchernische und Glasplatte mit Seidenunterlage. Alles für 1150 M. Bor einem Jahr noch kosteten solche Sachen das Doppelte. Natür» lich beschränkt sich die Wirkung der Ausstellung nicht imr aus ihre Sonderschau. Auch in den übrigen weiten Hallen sind außerordent- liche Leistungen der Möbelindustrie zu sehen. Erwähnenswert die Großausstellung des Möbelhauses Gleiser in den Hollen VI und VIII und die harmonisch abgestimmten EinrichtungsgegenstänÄe des Kaufhauses N. Israel in der Halle II. Daß die deutsche Möbelindustrie zu solchen Leistungen kommen konnte, verdankt sie im Grund« genommen der Sperrplatte. Die wirkungsvolle Hläch« ohne Fugen, ohne Ecken hat zur Grundlage die Sperrplatte. Die Grundloge einer Sperrfläche ist das Blind- holz, meist aus Stommkiefer, Fichte oder Tamie bestehend. Seine Güte ist entscheidend für die Qualität des Möbels. Auf dieses Blind- holz kommt das Abspcrrsournier und erst darauf kommt das edle Außenfournier, wieder in der Richtung des Blindholzes verlausend. Nur dieses Außenfournier sieht der Beschauer. Es ist schade, daß die Sperrholzindustri« nur auf der„Grünen Woche" bzw. auf der Bauausstellung ausstellt statt auf der Möbelmcsse. Ader auch so ist nicht zuletzt im Jnteressc der Berliner Holzarbeiter der Möbclmesse der beste Erfolg zu wünschen. Wir haben in Berlin 33 000 Holzarbeiter, davon sitzen 29 000 auf dem Nachweis. Nicht weniger als 84 Proz. aller Berliner Tischler sind arbeitslos. Möge für sie die Schau eine Wendung zum Besseren bedeuten. Hakenkreuz in Moabit. Es gibt in Moabit Leute, die Frühlingsluft zu wittern glauben. Vom alten zum neuen Kriminalgcrichtsgebäude führt ein Verbin» dungsgang. An den Türen zu diesem Gang sind Plakate ange- bracht: Durchgang gestattet bloß für Richter, Staatsanwälte und Beamte. Vor der Reichspräsidentenwahl schmückten di« Wände dieses Durchgangs Hakenkreuze, nach der Präsidentenwahl lagen auf dem Fußboden des Durchgangs Hakenkreuze aus Papier ver- streut. Westen Hände Werk war das? Die Telephonzelle in der Nähe des Pressezimmers zierte vor einigen Tagen zu Ehren der Göethe-Fcier ein Plakettchen mit einem angeblichen Goethc-Zitat: Die Israeliten taugen nichts... Es gibt eben in Moabit Leute, die Frühlingslust wittern. Sie machen sich da verdächtig breit. Was meint dazu der Präsident, der Herr vom Kriminalgerichts- gebäude? Sonderzug nach Hamburg fährt. Wie die Rcichshahndirektion Berlin mitteilt, fährt der Sonderzug. nach Hamburg am ersten Feier, tag beftimmr. Die Abfahrt vom Lehrter Bahnhof erfolgt am«önNi tag um 6.48 Uhr. Der Zog trifft um 11.45 Uhr in Hamburg»in. Die Rückfahrt von Hamburg ist am zweiten Feiertag(Ostermontag) um 19.30 Uhr und die Ankunft in Berlin Lehrter Bahnhof vm 0.38 Uhr. Der Fahrpreis für die Hin- und Rückfahrt für die 3. Klasse beträgt 14 Mark und für die 2. Klasse 20,40 Mark. Der Volanische Garten ist am Karfreitag geschlossen. An beiden Osterfeiertagen ist er von 10 bis 6 Uhr geöffnet. Die Schaugewächs» Häuser dagegen sind nur am Ostersonntag von 10 bis%5 Uhr zu besichtigen-, am zweiten Feiertag bleiben sie der 51ulturcn wegen geschlossen. KAOSi Aus dem Russischen übertragen von Werner Bergengruen. „Der Zar gibt doch keine Barte, Barte wachsen von selbst." Du hatte mich der Bengel schon wieder hereingelegt. Jede meiner Antworten war ein Schlag ins Wasser gewesen. In- zwischen war auch das kleine Mädchen zutraulicher geworden und kam zu mir. Ich saßte sie bei den Händen. „Und wie heißt du, Kleine?" „Jlischa." Zwei blaue Augen sahen mich zutraulich an. Das kleine Naschen krauste sich jedesmal, so oft sie etwas sagte oder lachte. Das Stimmchen war so zart und wohlklingend, daß ich nur mit Rührung zuhören konnte. Die kleinen Hände waren steif vor Kälte und id) wärmte sie in den meinen und hatte meine Freude an den patschigen Fingerchen mit den Grübchen. Bald setzte siäi auch Kostja mir auf den Schoß. Er erzählte mir, er führe mit der Mama zum Vater nach Jrkutsk. „Die Mama weint immerzu. Die Mama sagt, Vater hat uns verlassen Jetzt fahren wir zu ihm, und er soll mir einen Hammer und Nägel geben, weil ich mir ein Starenkästchen machen will. Gibt es bei dir in deinem Dorf auch Staren- kästchen, Onkel?" „Nein, mein Lieber, mein Starenkästchen haben mir böse Jungen zerbrochen." „Dann mußt du dir aber ein neues bauen!" „Ich fahre jetzt zu den Soldaten, da kann ich mir ja ein neues bauen!" „Onkel, hast du eine Kugel?" In diesem Augenblick kam das Transportkommando, und mein Zusammensein mit den Kindern hatte ein Ende. Das war auf Wochen hinaus die schönste Begegnung, die ich mit diesen reinen und unmittelbaren Wesen haben durfte, wie es deren unier den Hunderten, mit denen ich zusammengekommen war, keine gegeben hatte» unter bissen Hunderten» deren Seelen beladen waren mit scheußlichen Verbrechen und Grau- samkeiten, voll Gemeinheit und Eigennutz. Ich nahm Abschied von ihnen. Als ich dem Transportkommando übergeben wurde, traf ich auch den Mann ohne Gedächtnis wieder. Wir hatten beide unsere Freude an dieser Begegnung, wir waren ja dicke Freunde geworden. In Jrkutsk würden wir endgültig Ab- schied nehmen müssen. Er wurde seitab von der sibirischen Bahn in Marsch gesetzt und würde mehrere hundert Werst zu Fuß machen müssen, auf schlechten Wegen, bei starkem Frost, mitten in Schneeverwehungen, Stürmen und unendlich ver- schneiten Wäldern. Selbst ihn. der doch in seinem bewegten Leben so vieles gesehen hatte und so oft in diesen Gegenden gewesen war, schien der Gedanke an alles, was ihm bevor- stand, zu bedrücken. Sein Gesicht war finsterer und in sich ge- kehrter als sonst, der Ausdruck seiner Augen hatte etwas Hartes bekommen, und er war weniger zu Scherzen aufgelegt als bisher. Unterwegs machte er sich nicht über die anderen Arrestanten lustig, wie er es sonst wohl getan hatte, ließ ihre Scherze, und Aeußerungen oft unbeantwortet und sagte lang- sam, ruhig, mit seiner tiefen Bruststimme: „Siehst du. Senja, jetzt trennen sich bald unsere Wege. Du und ich,, wir waren wie zwei Wolken. Kamen von zwei verschiedenen Seiten angeschwommen, trafen uns, verschmolzen für eine kurze Zeit und gehen jetzt wieder nach verschiedenen Seiten auseinander. Eine Wolke wird vielleicht Regen geben, die andere wird der Wind verwehen." Im Irkutfker Gefängnis herrschte unter den durchpassie- renden Arrestanten besonders viel Elend: keiner von ihnep, hatte Zucker, Tee, Geld. Sie waren zu ihrer Ernährung ganz auf die stinkende fiskalische Brühe angewiesen. Ganz übel hatten es die Raucher angetroffen, an Tabak war schon seit langem nicht einmal zu denken. Wenn diese armen Lazarusse vom Tabak träumten, dann sagten sie wohl, sie würden gern für eine einzige-Zigarette auf ihre Tagesportion Brot ver- zichten. Besonders litt einer unter dem Tabakmangel, ein klemer. magerer und schwächlicher Mensch, der wie ein kranker Affe aussah, wirrhaarig und zerlumpt. Er konnte tagelang unter den Pritschen herumkriechen und alle Ritzen und Winkel durchstöbern und zu guter Letzt fand er einen winzigen Zi- garettenstummel. Aber den Genuß des Rauchens konnte er sich mit diesem Stummel freilich noch nicht verschaffen. Er steckte ihn also zu sich, um von neuem stundenlang zwischen den Pritschen herumzuturnen und olle Ritzen zu durchstöbern. Ich weiß nicht, woher diese Stummel stammten. Vielleicht hat sich jemand auf diese Weise für den Fall der äußersten Not eine winzige Tabakreserve angelegt Wenn einmal durch> Zufall eine ganze Zigarette in die Zelle geriet, so ging sie reihum, Zug um Zug, bis sie zu Ende war. Der Mann ohne Gedächtnis spendierte ebenfalls einige Male am Tage eine aus dem gewöhnlichen russischen Machorka- tabak selbstgedrehte Zigarette. Der Kleine rauchte seine aus S>tummeln zusammengesetzte Zigarette, die gerade für zwei Züge reichte, und nahm dann unverzüglich seine mühsame und langwierige Forschcrarbcit unter den Pritschen wieder auf. Es lag etwas furchtbar Erniedrigendes in dieser Situa- tion, die einen Menschen zwang, auf allen Bieren herumzu- kriechen und nach derartigen Ueberresten zu suchen. Das war das Symptom allerärgften, bettlerhaftesten Mangels. Nichts! Nicht ein Stückchen Brot, nicht ein Krümchen Tabak, nichts anzuziehen, keine Hoffnungen auf eine bessere Zutunst! Beim Anblick des kleinen offenähnlichen Gefangenen mußte ich daran denken, wie ich eines Tages in den Hinterhof eines großen Hauses geraten war und vor dem Gestank des Müllkastens die Nase zuhalten mußte. Da sah ich einen alten Mann im Müllkasten hocken und gierig einen Knochen abnagen. Ich rannte weg, vom Hof auf die Straße. ich zitterte, ich empfand ein grenzenloses Mitleid wie einen körperlichen Schmerz.. Beim Anblick dieses Häftlings, der gierig einen Stummel zu Ende rauchte, fielen mir die Vitrinen prunkvoller Groß- ftadtläden ein, wo die teuersten Zigarren, die wunderbarsten Zigaretten in Kisten und Schachteln zu Hunderten aufge- stapelt lagen. Die Gefangenen sprachen über das Rauchen. „Ohne Tabak lohnt sich das Leben nicht. Wenn man raucht, wird mit einem Male alles leichter. Fressen ist nichts dagegen, fressen tut jedes Vieh." „Sich ja, wenn man jetzt so einen guten, kräftigen, türki- fchen Tabak hätte! Dann eine dicke Zigarette gedreht und geraucht!" „Wozu türkischen? Man braucht nichts Besseres als Machorka. Kratzt so schön im Halse, schmeckt ausgezeichnet." Als ich ihnen erzählte, daß die reichen Leute teure Zi- garren rauchen, ohne den Rauch in die Lunge zu ziehen, und nur das Aroma des Rauches einschnuppern, da lachten die Gefangenen: „Ist das eine Albernheit! So richtig was für die Feinen. Da braucht man ja überhaupt nicht zu rauchen. Das ist doch nicht wie bei Blumen, wie bei Weihrauch! Die sind einfach verrückt geworden vor lauter Vollgefressenheit. Natürlich muß man den Rauch herunterschlucken, sonst hat man Loch nichts davon."(Fortfetzung folgt.) Llnrecht gegen Neubaumieter. Hei unter mit den Mieten!— Unmöglicher Rechts ustand. Der Gesamtvorsiand des Revislonsverbaades gemeinnütziger Baugenossenschasien e. v. sDewog Revisionsvereinigungs beschästigte sich in einer San- ferenz mit der Lage der gemeinnützigen Banv.ereine nach der Vierten Rotverordnung. Die Mietsentungsaktion der Reichsregierung hat den Neubau- mietern keine ausreichende Entlastung gebracht. Das Ziel, eine tüprozentige Mietsenkung durchzuführen, ist in den IM berichtenden Betrieben des Revisionsverbandes im ganzen nicht erreicht worden. Nur 3,3 Proz. der Betriebe melden eine IS- bis Mprozentigc Miet- senkung. Die Mieter zahlreicher Sicdlungsbauten haben eine obere Einkommensgrenze von 109 M. Es ist unerträglich, diese gegenüber den Altmietern ohnehin stark benachteiligten Schichten bei eintreten- der Erwerbslosigkeit noch weiter zu belasten. Die Aussprache ergab ein bedrohliches Bild von der Not- läge der Neubaumieter, die zugleich eine Notlage der Bauge- iwssenschastsn ist und diese auf das Schwerste erschüttern muß. Der Gesamtvorstand vertrat einmütig die Auffassung, daß die Genossen- schaften ihren Zinsverpflichtungen nur nachkommen können, wenn ihnen nicht die Möglichkeit genommen wird, ihren Besitz zu erhalten. Dazu ist die Gleichstellung der Neubaumieter mit den Altmietcrn in Miethöhe und bei Erwerbslosigkeit erforderlich. Not- wendig sind Zwangsmaßnahmen seitens der Regierung, die die Herabsetzung der Tilgung der Hypotheken einschließlich der Haus- zinssteuerhypotheken zum Ziele haben. Die tilgungsfreie Zeit für Hauszinssteuerhypotheken von fünf Jahren muß auf acht Jahre ver- längert werden. Der Beginn der Tilgung würde gerade jetzt die Genossenschaften in die Zwangslage bringen, die Mieten erhöhen zu müssen. Das aber ist im Augenblick unmöglich. Gelingt es, die Amortisationequote für Hypothekendarlehen herabzusetzen bzw. die Tilgungspause zu verlängern, können die leerstehenden Neubau- Wohnungen ohne Schwierigkeiten vermietet und Kündigungen wieder rückgängig gemacht werden. Damit wäre ein Hauptargument für die Einschränkung des Wohnungsbaus widerlegt! Der Gesamtvor- stand erwartet von der Regierung, daß sie einen unmöglichen Rechtszustand beseitigt, der gerade jene Beoölkerungsfchichten benachteiligt, die die größten Opfer für eine fortschrittliche Wohn- weise zu bringen bereit sind. Er erwartet ferner, daß die Regierung alle Schwierigkeiten beseitigt, die geeignet sind, das gesunde Prinzip genossenschaftlicher Eigenhilfe an Schwierigkeiten scheitern zu lassen, die bei einigem guten Willen der beteiligten Stellen unschwer zu überwinden sind. In einer Eingabe des Revisionoerbandes an den Reichs- arbeitsmini st er wird die Notwendigkeit der geforderten Maß- nahmen besonders eingehend und überzeugend nachgewiesen. Möbelschau im Zeichen der Llmzüge. Die 2. Möbel- und Einrichtungsschou in den Funkturmhallen Hot auch an den Wochentagen einen ausgezeichneten Besuch aufzu- weisen. Zunächst ist festzustellen, daß die ausstellenden Firmen fast ausnahmslos schon mit dem bisherigen geschäftlichen Ergebnis zufrieden sind. Auch mußten einzelne Ausstellungsobjekte bereits durch andere ausgetauscht werden, da die lieferbaren Serien inzwischen ausverkauft wurden. Alz Abnehmer sind keineswegs ausschließlich junge Ehe- oder Brautpaare zu verzcich- nen: viel« der im Umzug begrisfenen oder kurz vor dem Um- zug stehenden Altwohnungsbesitzer benutzen die gün- stige Gelegenheit, um aus der„Mo" zweckmäßigere und für Neu- kiauwohnungen geeignetere moderne Zimmereinrichtungen anzu- schassen. Neben ganzen Wohnungseinrichtungen werden von dem Publikum auch Einzelzimmer und-Kombinations- möbel, sowie Einzelmöbelstück«. Gardinen, Wandbespannungen usw. stark gefragt. Der größer« Teil der Kaufinteresienten sind Berliner, jedoch ist auch«in reger Besuch aus der näheren und weiteren Umgebung Berlins zu verzeichnen. Es verdient hervor- gehoben zu werden, daß auch viele in Berlin weilende Ausländer diese interessante Schau besuchen. WttoMZMiMtail AdUang I A di rang i Auftenraonieare Sonnabcnö. flcn 26 Marz oormlllags 10 Ahr im yothzrik» Saal Oes verliner yandwrrtar Arreiashoasr». Sophlrafiratza 12-16 Versammlung aller Im Ueoiscfaen Me allarbeUer- Verband or< anbU rlen AnSenmoa ienrc, aoucfalishl. Hcizongimonicarc. Tagesordnung wird in der Beriammlmrg betanmgegebcn Mitgliedsbuch legitimiert! Zahlreicher Besuch wird erwartet. Ote O.isTcrwallang. FrötijahrsmänfeliKostüme ru ganz besonders niedrigen Preisen MaBanfertigung spei, tür starke Damen! Paul Linck Damenmäniel- Fabrik, und Hdlg Neukölln. Beuletsir, 63,>. d. Kiinr-FiMrid-Str. Teppiche enorm biiligl Bond«, reines Haargarn 8,50 12,50 15,— Bett-Umrandungen schwere, sehr haltb. Haargamware, 1 I,äufer, 2 Vorlagen 12.60 l.anferstoffo, Diwandecken, Tlscbdccken, Steppdecken, gute Quaiitäien fabelhaft billig! Teppidihaus Zenlrum Siegfried Moses Spandauer StraBa OSO Grüner Laden dEO Waldparzellen-v Auch odne Anzahlung. Direkt aom Eigentümer! Soiort. 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Feier- lag nachmittags 4 Uhr spielt im Kaisersaal das Orchester des Ber- liner Konzertosreins unter Leitung von Elemens Schmalstich, am 2. Feiertag das Notstandsorchester Bcrlin-Mitte unter Kapellmeister Sonntag. wetleraussichlen für Verlin. Teils heiter, teils wolkig, Tempe- raturcn im ganzen nur wenig verändert, keine Niederschläge von Bedeutung, abflauende Winde.— Für Deutschland. Nur in Südost- dcutschlano noch meist wolkig, im übrigen Reiche Fortdauer des beständigen Wetters. ParzcIIfti viel billiger! Villen- n. Wocheneodsicdlang Kladower Stbanze qm von 2,50 M. an Garieniiadt Dallgow 5 Minuten vom BahnhofDallgow- Döberitz, qm 1.50 bis 2,50 M. Siedlung Nea-Rohrbedc 15 Minuten vom Bahnhof Dallgow- Döberitz, qm 60 Pf. bis 1.80 M. Für alle drei Siedlungen 1 StiaBenbau, Wasser, Licht u. Gas | der behördlichen Verträge ge- , legelt u. gesichert. Bauenaubms | ohne Zwang. Kleine Anzahlung und Monatsraten. Auskunft und Prospekte durch J. Mfllier-Worgi Spandau; Dallgower-Straße 1. 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MSrz restlo, beim stassterer nochmals daraus hingewiesen, daß i» zum 30. MSrz abzuliefern sind. k jüngeren Parteimitglieder Dsterso die 88. Abt. Sonnabend, 26. März, für die jüngeren Parteimitglleder vstersahri Tiesenlee— Wollenberg— Freienwalde. Tresspunll 20ßz Uhr Wriezener Bahnsteig. 98. Abt. starten zur Bezirfsmargenfeier he» NeukZllner SSngerchor» am Ostermontaq um U Uhr Im Orpheum, Hasenheide, find bei steil. Prinz. Handjerq-Str. 88, zu haben. Pr»i» der Karte 25 Pf. Sozialistische Studentenschast Berlin. All« Genossen deleiligen sich an der LiUrsahrt in die Plaucnschen Serge. Lrcfspuntl! Echlefischrr Bahnhcj iDorartdahnl, Sonntag. 27. März, 8 Uhr. ......—---"'"' der W_______...______.»och den Finanzen, in der Jugendherberge gelaust oder selbst mitgebracht werden. Teltion UoiversttSt! Am Freitag, l. April, 20 Uhr, Ausspracheabend im ..Bund", Aldrechtstr. 11. Gartenbau» II Zr. E, spricht Dr. Midnitzlt, über „Arbeitsdeschassung". Wir erwarten da» Erscheinen aller Genossen. Zlrbeilsgemeinschofi der Slnderfreunde Groß-Berlin. Wedding. Abt. Schillerpark: Unser nächster Gruppenabend ist an Montag, 4. April, SLtticher Str. 4. Der Turnabend ist jetzt nimer Montag», nicht mehr Freitag». »renzderg, Abt. Barwärt»! Alle Fallen, die sich an der Osterfahrt beteiligen, tressen sich Sonnabend, 15 Uhr, Rote Ecke. Unsere Gruppe beginnt wieder Mittwoch, 6. April, 18 Uhr. Abi. Martendorf, Heute 11 Uhr Treffen zur 8.Tage.Fahrt nach Rüdersdorf am Bahnhof Tempelhaf. Kosten 2 M. Decken nicht vergessen. Sterbetafel der Groß-Verliver Partei. Organisation 17. Abt. Unser» Genossi» Hedwig Ufert, Müllerstr. 172», ist starben. Ehr« ihrem Andeuten! Einäscherung am Sonnabend, 26.! 16 Uhr, im Krematorium Gerichtstrahe. . ver- März. in der Gemeinschaft".— Schöuebcrg II; Hauptstr. 15; Fahrtenerlebnisse.— Zteglig 1: Aldrechtstr. 47: Brettspielabend.— Britz: Ehausseeftr. 48;„Deutsche Reichz-Berfaffung.— Renlölln I: Sander. Ecke Habrechtstraße: lO.Minuten» Referate.— ReulSlln II; Steinmejtstr. 94; Mufilabend.— Rculöll» III: Ziethenstraße 58:„Tagespclitif".— Renlollu IV: stanner Straße: Fahrtenerlebnisse.— , Reutäln VI; Treptower Str 95; Liederabend.— Nenkölln VII: starl-Marx- il 8 Sozialistische ArbelterWend Groß-V erlln! Wung�5«. x7: KSn�«?«a�«äb.n�-'«r. I weide I: Fahrtenberichte.— Trepirw. Elsenstr. 8: Buntes Allerlei.— stäpenick l: | Grünauer Str. 5: Humoristischer Abend.— Lichtenberg'Nordwest Dossestr. 22: Zause. Abend— Hermsdorf; Roonftraße; Fahrtenerlebnisse.— Tegel: Schöne- brrger Str. 8:.,48« Reoolution".— Wittenau: Hauptstr. 18:„Tagespolitik".— Karow: Frundsbcrger Str. 9: AbeMeuerabend.— NiederschSuhouse»: Bunter Abend. Einiendunaen lüt diele Rubrik nu> an da» Zugends-kietariat Berlin SD 68 Lindenstraß» 2 oorn I Trepp» recht». Di« Sitzung de» Bezirksvorstände» am 1. April fällt an»! heute, Sarfreilag, 25. März: Renlölln IV und IX: Treffpunkt zur Fahrt 7 Uhr Bhf. Reulölln.— Hallesche» Tor: Spaziergang durch Alt-Berlin. Tresspunlt 19 Uhr Rot« Ecke.— Ar»»- walder Platz lt Rastend urger Str. 16: Heimabend. Treffpunkte für Osterfahrten, Sonnabend. 26. März: Arnswaldee 20 Uhr Schi Kaiser-Friedi Rot» Ecke.-_______,,_ 19 Uhr Rote Ecke, 2014 Uhr Stettiner Pahnhof— Werbedezirt Mittet 19 Uhr. Dienstag, 29. März. 19% Uhr: G«w«rklchaft»ha»»: stöpenicker Str. 92: Heimabend.— Gesundbrunnen 1: Sotendurger Str. 2t Heimabend.— Sesnndbeunne» II: staloniestr. 8t Bunter Abend.— Araimplatz: Sonnenburger Str. 20: Mitgliederoersammlung. iutbusse:' Ju Achtung I Erweiterter Bezirksvorstand! Mittwoch, den 30 März, pünktlich 18H Uhr, Im Sitzungesaal c es Bezirksverbandes, ündenstr.3, 2. Hot, 2 Treppen Sitzung des Erweiterten Bezirksvorstandes v». Erscheinen eSmtllcher Beilrksvorstandsmltglleder Ist dringend erforderlich. OER BEZISKSVORSTANP. Mittwoch. 30. März. 19% Uhr: Gesunddennnc» U; Wir Partei— Gesundbrunnen, 9t Manifest".— Andreasplatz I: Wirtschaft im stapitallsmus"— Andrea- platz körperkultur".— Franksneter Viertel~ Petersdurger viertel: Ebertnstr. 12 Litauer Str. 18:„Konflikt Ehina Bremmpstr. l:..Frei- ....._________________,■ Lichienbrrg.Mitte: Dossestr. 22;..Wirtschaftskrisen.— Lichtenbtrg-Ren: Gunterstraße 44: Fahrtenberichte.— Lichtend« rg-Vard: Sunterstr. 44: Kabarettabend. — Pankow III, R. F.: stissingenstr. 48:„Rußland— Italien".— Mahlsdorf: Mrlanchthoustr. 68: Mitgliederversammlung. Borträge, Dereine undBersammwngeu Reichsbanner„Schwarz-Rot-Gold" Gel ch S I t» st» l l»: Berlin® 14 Tedastianftr 87—88 Hai 2 Tr. Da» Gaudllro bleibt am Sonnabend, 26. März, und am Dienstag, 29. März, geschlossen.— Reukölln-Britz: Da» Musikkorp» oeranstnlret am Sonntag. 27. Mär,(t Osterseiertagl, in stliem» Feftsälen, Hasenbcide 18 15, sein ö. Iubiläumskonzert, verbunden mit Gesangs-, Tanz, und Artistendarbie- tungen. Ad 20� Uhr großer Festball Eintrittskarten im Borverlauf bei allen Funktionären zum Preise von 70 Ps. erhältlich. Abendkasse l M. Arbeitsgemeinschaft der stoosessioucn für de» Frieden. Dienstag, 29. März. 20 Uhr, im Schubert-Eaal, Blltowstr. 104. nahe Nollendoriplatz, Delchloffcncr Friedensabend:„Die Friedensprobleme der Gegenwart im Lichte der Religion". Referenten: Frau Dr. M, Lllders, M. d. R.. Dr. Mar Lind« IBerb. f. d. Fernen Osten), Dr. M. Paltii, Prof. an du Handelshochschule. Borfitz: Dom. kapitular Msgr. Lichtenbug. m *■ Arrr f t*r> Ai lUealet LtJtlsptel» usw fi&als Theater FreVag, den Z§. Hirt staatsoper unter den unden tPD Uhr P a r s i ff a I Staitlidiausplelliigs lügdarmtonnln. EüSiOSSIDl Stfilller-Theäte» Charlonenbnrj Mi staut. Oper Cnsriuncnbur« Bismarcksuafie 44 Frei atz, Z März (Karfrei tatzi Turnus III 183' Uhr Parssial Helm, Rode. An- dr��en. Hunmann. Baumann. Desial Ende ca. 2130 Uhr rtaiKsDtttine IiaUr im BUloaniiatl 8 Uhr Goethc- Gcdcnk- feier Di. im idmiralspalast Heais oesalosstnl Täglich 8«/« Uhi Käthe Dorsch Gustaf flründgens Liselott* SjngsMvitonlliäiiiel« Oeotsdies loeatsr 8 Uh, üoethe-Felsr: Iphigenie Heiene-Tiiimis Theater desWestens Btnt sesiUossu! ragiich 8". Uh, Die Dabarry Mary losseff An be den Osier- lagen nachm. 2 Uhr Kai aus dar Kiste 5 Uhr Die Dabarry Keule, Phiiharmonie (4. Abend) Beethoven-Zyklus Samnumiiiili'llitDil d.uerl pmikannoBik Trio Bnlur op II. Sonate op 24 für K airier u. Violine. Menlrtt Re-dn,' Ibnih t Bkr. eintritt 1*. , ugungf Restaumm Berlin« BETRIES KEMPINSKi Nur noch 14 Vorstellungen MAX REINHARDT- INSZENIERUNG Hoffmanns Erzählungen DAS GROSSE ENSEMBLE Jarmfla Novotna■ Georges Baklanoff Hans Fidesser• Karl JOken- Karl Hauss TatJ. Menottl- Moje Forbach• Q. Relie Friede! Schuster- Gajewska- Salvotti Paul Graetz• Hermann Thlmig• Braun KOhne- Sokoloff- Wassmann- Lange La«lana- Nini Thellade• David Grey Musik. Leg.: Generalmusikdlr. Manfred Gurlltt ürtrtlfij laeßltsstR. An beiden Pslsrtagen «wei Vo rstel I u n g« n 8 Uhr abend» nachmittag« 3 Uhr/ billige Prals# GROSSES SCHAUSPIELHAUS "euiuCASlNO'THEAlER�i*. Lothrinstcr Strahe 37. »nniiiammwwwiHwin»»nimnmwwm»mtmiiiiiiiiiiMmiiinin Karfreitag geschlossen! Co widerruf lieh nur blattl.XHrz Der Mann milden zwei Frauen o. das groOe bunte Prograum, Am I. April zum I Male REPPINA Operette in 3 Akten. Musik v. R. Stolz üuischem l-4 Personen Parken 5ü Pt. Pauieuti I-— Mark Sesse» 1.50 Mark fnetropot-lheater Ostersonmag 8 Uhr Prumlera Curt Gfiiz in ZIrkos Aimee Curt Musik von Bena:zky An de den Osier- feiertagen 4«/» Uhr Die Fiedermaus üpeeue von Götz, liKini-Iwm Beule. iim:reiUfl: 0'U Uhr Christus Drama von Nl.back-Siakn Sonst tägl. W« Uhr Morgen gehts uns gut' breie lltualielui nax Hanttpu Orchester Ua.os Heia Rose-lbeater iralt FmUlule, lind» IZ? Id. Wtiiui k 7 3427 Geschlossen! rTheateriader' Streseinannsir. Heule omUassen! t ä o 1 1 c r, 8«/« Uhr Das Ende vom Lied mit Fritz Kortnerl Uchterfelder Festsäle ZctDalendorfcta' Stfrcafle S O0,— Sonstige Wohlfahrtsstiflungen......... 78 144.25 Obergangsposten der eigenen Steilen untereinander Vortrag auf neue Reohnang....................... RM EM 828000001— «68985338 HS 751 11057 574 782 5isi72 «3 612 133 92 18423380 314 240 447 39008833 63900697 57360204 1980 524 813 53210500 49 48981 I 8 548828412 51 RM 160200 2992793507 273181119 105 OOOUGO 152 152 8956 2701606 1«40629 8548828412 SO Gewinn-andVerlustrechnungam 31. Dez. 1931 Soll R andlungsu n kosten................................ Steuern und Abgaben............................. Wohlfahrtsemrichtungen. Pensionen und Versiehe- rungebelträge für die Beamten................. Abschreibung auf Mobilien........................ Betriebagewinn................................ RM Haben Vortrag aus 1030................................. Zinsen und Wechsel.................. 70017742.17 Gebühren � 7UZ 34H,72 175 723(�8�9 abzüglich vorweg zurückgestellte Zinsen und Provisionen...... tg 000 000.— Sorten und Zinsschetne,...». Dauernde Beteiligungen RM RM 112865988 15014577 16461997 10069« 23 240«28 tW7ti3M*)0R RM 2860389 32 158723088 1«07820 25i2*41 in« 708«90 08 Soll AhsehreTbungeu und Rückstellungen auf Debitoren Abschreibungen auf Effekten.Gemeinschaflsgeschäfte und Dauernde Beteiligungen.................. Vortrag auf neue Rechnung.................... RM Haben BeMehsgewirm............................. Entnahme aus den Reserven...................... Ruchgewinn aus Zusammenlegung des Aktienkauita's RM RM 240000 85000 I H'0r28| q: "28172 27r»A10H2flT72 RM 23210 829 145000 UOj loSttGOon-) 72 278840(00 72 BJIIISIIillllllllillllillllllllllllllllllllltlllllilllllli« KLEINE ANZEIGEN niuiiiiiiiiiiiuuiimiinniimiiiiuuiuiuntimniiimmuniiiiiiiuiininiiuiiiiiiiiiiiuiiniiiiiiniiiiiuiiiiitiiiiiiiiiiiiiiiiiiiin Pr�is«: Ub«rf/>%, 12 mal 10%, oder 1000 Werte Abschluß 10%, 2000 Worte 15%, 4000 Worte 20% Annohme durch den Verlag, lindem raB« 3(Vi 9 b>s 5 Uhr, sämtliche Vorwarts-Filtolen und-Ausgabestellen, sowie alle Annoncen-Expeditionen Straße 114. Ianno« 8700. I/6P- sciiieoenes Bolontäbct. fabrikneu, 84,—, an, mit Freilaui unt Rücktrittbremse jetzt 42,-. 45.-. 55,- Ballonräder, Mark» Brennador, 76,—, I Tausch« Ballonräder Mark« Phpto gegen Stern, 68,—, 75,—„lt. Paerschke. Areona jetzt 95,— Eberowalberstr. 5.<9 Machnow, Wein.— Heeetehor™-* schneiderei, Ausbügeln. 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Wenn in Deutschland Millionen arbeitslos sind, wenn große und kleine Unlernehmungen zusammenbrechen, wenn Sparer durch Kursstürze chr Geld verlieren und öffentliche Finanzen in Unord- nung geraten, dann dient das alles der hemmungslosen Agitation der Nationalsozialisten gegen das„Sy sie m�, das an allem schuld sei. Dieses„System", Segen das der Schlachtruf erschallt, ist das deutsche Regierungssystem. Einmal nennt man es das „System von Weimar", das andere Mal das„System Brüning", das dritte Mal das„System der Sozialpolitik" und schließlich neuer- dings auch das„System Hindenburg". Aber mit dieser Zurectnung der Krisenerscheinungen zu den bekämpften innerpolitischen Macht- faktoren treibt man in Wirklichkeit nur eine Verschleie- r u n g. Man lenkt durch die einseitige Aerbinduns alles dessen, was die Faschisten politisch, hassen, mit den Krisenerscheinungen den Blick ab von dem System, das wirklich in internationalem Um- fange die Grundursachen der Krise darstellt, vom kapital! st i- schen Wirtschaftssystem und von der imperialistischen Po- litik der kapitalistischen Staaten, die Mißtrauen sät, wo Verständi- gung und Vertrauen als Voraussetzung wirtschasllicher Besserung erforderlich sind. Um big; Märchen vom.Deutschen System", von den Tarif- vertrügen und der Sozialpolitik, denen man die Schuld an der Krise zuschieben will, zu zerstören, ist es immer wieder nützlich, den Blick auf die verheerenden Krisenerscheinunaen in einem Lande zu werfen, in dem es keinerlei staatlich« Lohnbindungen gibt, in dem weder Arbeitslosenvsrsicherung noch andere soziale Versicherungen existieren und in dem das Regierungssystem sehr wesentlich von dem deutschen oerschieden ist, während allerdings das kapitalistische System auch dort voll entfaltet ist, den Bereinigten Staaten von Amerika. Eine lehrreiche kleine Schrift über„Amerita in der Weltwirtschaftskrise", die von einem deutsch-amerikanischen Bankier und Volkswirtschaftler Ludwig B« n dix kürzlich in New Vl>rk erschienen ist, gibt die Gelegenheit, auf einigen Gebieten die amerikanischen Krisenerscheinungen in Vergleich zu stellen mit den deutschen Erscheinungen, die wir kennen. Wir wollen dabei darauf verzichten, von den bekann- testen Parallelerscheinungen, den mehr als 8 Millionen Arbeits- losen in Amerika, dem Rückgang der Bautätigkeit um über Zll Proz. seit der legten Konjunkturperiode, dem Rückgarrg des Beschästiaungs- grades der Eisen- und Stahlindustrie auf 20 Proz. des Höchststandes, dem Rückgang des Eisenbahnverkehrs und dergleichen zu sprechen. sondern wollen nur zwei weniger regelmäßig beobachtete Gebiete aus dem gebotenen Material heranziehen: die Börsenerschütterung und die Krisenrückwirkungen auf die öffentlichen Finanzen. Oer Zusammenbruch des Kursgebäudes Kn den Effektendörfen geht noch über den Grad der Abwertungen für Aktien an den deutschen Börsen hinaus. Es heißt bei Bendix über die Kursgestaltung i» Amerika: „Der Index der Standard Statiftics Co.(der auf Grund der Notierungen oon'9v Aktien leitender Gesellschaften zusammengestellt Ist) stieg vom 18. Dezember 1930 bis zum 54. Februar 1931 von 114,7 auf 144,3. Von diesem Höchststand aus setzte dann ein neuer, sich ständig verschärfender Rückgang ein, der nur zweimal ganz kurz unterbrochen wurde... Hingegen löst« die Wirt- schastskrise um so stärkere Rückschläge aus. Der Tiefstand wurde am 17. Dezember bei einem Index von 61,3 erreicht. Der Rückgang feit Februar belies sich an diesem Tage auf rund 8 st Punkte. Die Bedeutung dieser Bewegung läßt sich vielleicht am besten durch«inen Vergleich des Wertes der an der New Tork Stock Exchange notierten Aktien veranschaulichen. Dieser Wert bezifferte sich Anfang März aus über S7 Milliarden Dollar und betrug am 31. Dezember nur noch 26,7 Milliarden Dollar, ein B e r l u st also von 30.3 Milliarden Dollar innerhalb von zehn Monaten. Das gleiche Bild ergibt sich bei einer Betrachtung der Kurs- Verluste der Aktien von einzelnen besonders wichtigen Unternehmun- gen. United States Steel Corporation(amerikanischer Stahltrust), die im Frühherbst 1929 2 61%. Dollar notierten und nach dem im November 1929 erfolgten zwecken Rückschlag aus 150 nochmals einen Kurs von annähernd 200 erreicht hatten(April 1930), fielen 1931 von 152% auf 3 6 Dollar. Die Aktien der New Tort Central Railroad, eine der besten Bahnen der Vereinigten Staaten, wurden 1929 mit 2 5 6 Dollar bezahll. 1931 ist das Papier im Kurse von 132 auf 2 7 Dollar, also um über 100 Dollar je Aktie gesunken. Aber das sind durchaus nicht die sensationellsten Kursrückgänge. Dies« belausen sich in vielen Fällen auf 90 Proz. Ein noch traurigeres Bild bietet der Anleihemarkt: denn hier handelt es sich nicht um ein spekulativen Exzessen ausgesetztes Gebiet, sondern um Werte, in denen Banken, Sparkassen, Ver- sicherungsgesellschasten, Vermögensverwaltungen und einzelne Sparer ihre Reserven und Ueberschiisse anlegten, mit einem Wort«, um einen beträchtlichen Test des Sparkapitals des Landes. Der von der Standard Statiftics Company für 90 Bonds festgestellte Index weist für das Jahr eine Senkung von 98,7 auf 68,5, also von über 30 Proz., auf. Mit derselben W a hl l o s i g k e i t, mit der in den Jahren 1928 bis 1929 Wertpapiere oekauft worden sind, wurden sie im Jahre 1931 wieder aus den Markt geworfen Dieselben Kreise, die während der„new-era'-fioniunktur sich tn Doraussaaungen über weitere Steigerungsmögllchkecken am Aktienmarkt überboten, sahen 1931 für die amerikanische Volkswirtschaft das Ende aller Tage." Die öffentlichen Finanzen in der Krise. lieber, das Defizit der Bundesregierung wird be- ridstet, daß das am 30. Juni 1931 endende Rechnungsjahr mit einem Defizit von über 900 Millionen Dollar schließt gegenüber dem vor- jährigen Ueberjchuß von 184 Millionen. In den letzten sechs Mo- naten hat sich' aber die Finanzlage derart weiter verschlechtert, daß für das Kalenderjahr ein Defizit von rund 2,4 M illia rd e n Dollar oder rund 10 Milliarden Mark in Aussicht steht. Während die Ausgaben bei rund 5 Mll- lrarden Dollar ein Mehr oon 1,2 Milliarden aufweisen, ist mit einem Sinken der Einnahmen um iL auf 2,6 Milliarden zu rechnen. Durch das Defizit hat sich die Schuld der Bundesregierung von 16 auf 17,8 Milliarden erhöht. In den nächsten 18 Monaten wird mit einer Steigerung der öffentlichen Schuld auf 19 Milliarden Dollar gerechnet. Die Rotlaqe der Kommunen wird folgendermaßen geschildert: „Tatsächlich befindet sich«ine ganze Anzahl auch größerer Skädte bereit» in finanziellen Schwierigkeiten. Die Reihe eröffnet wohl Chikago, das sich schon sert Jahr und Tag nur durch Notkredite vor derv völligen Ruin retten kormte. Häusig genug fehlte es an Mitteln, um den städtischen Beamten und Arbeitern Gehälter und Löhne auszahlen zu können. Vielleicht noch schlimmer fft die Finanzlage der Stadt Philo. dclphia. Nach Angaben des Stadttämmerers Will B. Hadisy hatte die Stadt im Dezember allein an Grundstückssteuern einen Aus- fall oon IL Millionen Dollar zu verzeichnen. Die Rückstände an Grundsteuern und Wasierversorgungcsteuern werden für das ganze Jahr mindestens 26 Millionen Dollar betragen. Am 15. Dezember war die Stadt außerstande, Löhne und Gehälter auszahlen zu können: in einigen Abteilungen sind die Rückstände inzwischen beglichen, in anderen stehen sie noch aus. Am Jahres- ende befand sich die Stadt in demselben Dilemma. Delroit muhte wegen seiner schlechten Finanzlage teils Gehalts- kürzungen(10 bis 17"ProzO vornehmen, teils Angestellte entlassen. Dem Vernehmen nach soll Henry Ford der Stadt, um sie sinangifll über Wasser zu halten, eine große Summe vorgestreckt haben. Di« Städte Floridas befinden sich bereits feit dem Aufammcn» bruch des sogenannten„Plodda boom"(1926) in einer schwierigen Lage. Für dies« Gemeinden hat sich wegen des mit der Depression im Zusammenhang stehenden nachlassenden Fremdenverkehrs die Situation naturgemäß noch wecker verschlechtert. Es haben sich im Laufe des Jahres in verschiedenen Städten, die ihren Anieihever- pslichtunzen nicht nachkommen konnten, Schutzkomitees gebildet. Die Stadt West Palm Beach ist seit April auf 7,4 Millionen Dollar Anleihen, die Stadt Coral Gables seit Juli auf 8 Millionen. mit d e m Z i n s e n d i e n st i n R ü ck st a n d." Bendix zitiert amerikanische Kritiken an der Finanz- gedarung der Städte, die den deutschen Leser sehr be» kannt anmuten, und fährt dann fort: ..Decken sich die hier vorgebrachte» Anklagen nicht fast wart für Wort mit dem, was man deutschen Städten zum Vorwurf ae- macht hat? Daraus muh wohl doch der Schluß gezogen werden, daß wir es hier mit einer Erscheinung zu tun haben, die nicht allein aus Deutschland beschränkt geblieben ist. Zm Hinblick auf die immer und immer wieder aufgewärmten, in den meisten Fällen aber unberechtigten Anschuldigungen über die verschwenderische oder gar böswillige Verwendung der Deuffchland gewährten Anleihen erscheint eine solche Feststellung am Platze zu seiv." * Das sind alles Tatsachen, die sehr deutlich zeigen, wie ähnlich die Auswirkungen der Krise im kapitalistischen System in den verschiedenen Ländern sich gestalten und wie sinnlos es fft, wenn man die krckische Erkenntnis der llnzulänglichteit des Kapitalismus dadurch zu vernebeln versucht, daß man in Deutsch- land in der engsten Verbindung mit den reaktionärsten Repräsentanten dieses Kapitalismus und von ihnen finanziert die Schuld an der Krise einem mit ihren Folgen ringenden Regierungssystem zuschiebt und gegen«in Slistem der Sozialpolitik agitiert, das wenigstens bis zu einem gewissen Grade dem Ziel der Linderung der Krisennot dient. Diese Art der Verhetzung ist nur möglich, wenn man mit Scheuklappen herumläuft gegenüber den gleichartigen Erscheinungen, die sich jenseits der deutschen Grenze in der ganzen kapitalistischen Welt vollziehen. Der geplatzte Mchael-Konzern. Die Hausbank des Michael-Konzerns, die Industrie- und Privatbank in Berlin, hat jetzt ihre Zahlungen eingestellt und das Vergleichsverfahren beantragt. Der Zusammenbruch dieser Bank wird bei den vorliegenden Verpflichtungen nicht allzu weite Kreise ziehen, um so mehr aber dürfte die deutsche OeffenUichkeit der Zusüinmenbrnch des Mi chaeff-Kö n Zerns- überhaupt interessieren—-........ Jakob Michael, der im Frankfurter Eisenhandel eine schnell« Karriere durchlief, hatte schon als Kriegsgewinnler ein großes Der- mögen zusammengebracht. Auch während der Inflation blühte sein Weizen. Den eigentlichen Grundstock seiner Konzernmacht aber legte er in der llebergangszeit von der Inflation zur Festwährung, als er mit richtigem Instinkt alle Trümpfe auf die Stabilität der Rentenmark setzte, sein Konzernvermögen mobilisierte und in dem geldknappen Jahr 1924 durch große Amanzkransaktioneu enorme Zinsgewinae aufhäufte. Während die anderen Inflationsgrößen sehr schnell chr Schicksal erreichte und ein Stinnes, Eastiglwni, der Autokänig Schapiro, Bösel in Wien und Löwenstein in Belgien sehr bald am Boden lagen, schien Jakob Michaels Stellung bis zum Beginn dieser vernichten- den Krise unerschütterlich. Zwar war auch er gezwungen, in den der Inflation folgenden Jahren große Teile verlustreicher industrieller Beteiligungen abzustoßen, aber sein riesiger Grundbesitz. besonders an wertvollen Geschästshäusern, verkörperte immer noch ein Millionenvermögen. Aber die Konzernbereinigung, besonders die schweren Verluste bei verschiedenen Versicherungsbeteiligungen hatten Michaels Finanzen doch erheblich beansprucht, so daß er seinen großen Grundstücksbesitz in immer größerem Umfange belasten mußte. So sollen die Grundstücke Michaels insgesamt mit öS Millionen Mark belastet sein. und zwar kommt als Hauptgläubiger die Gemeinschaftsgruppe deutscher Hypothekenbanken in Frage. Für. den größten Teil dieser Hypothekenschulden hat Jakob Michael die s e l b st s ch u l d n er i s ch e Bürgschaft übernommen. Ms er aber aus diesen Verpflichtungen in Anspruch genommen werden sollte und zum Offenbarungseid vor- geladen wurde. flüchteteernach5)olland. Dort eickfaltet er wieder eine sehr starke Aktivität, obwohl er sich nach außen als völlig mittelloser Mann gibt. Diese„Armut" Zakob Michaels ist ein sehr dunkles Kapitel, das nicht nur die deutschen Gläubiger, sondern auch den Sleuerfiskus, dem Jakob Michael uoch mehrere Millionen für hauszinsstenern schuldet, sehr interessieren dürste. Michael selbst besitzt nach außen hin zwar nichts, aber in Frankfurt am Main, der Ställe seines Aufstiegs, existiert unter dem Namen seiner Frau eine Vermögensverwaltungsgesellschaft Erna Michael, in dl« schon sell Iahren Millionenwerte aus den guten, gewinnbringenden Konzernbeteiligungen verlegt wurden. Die Inhaber dieser Gesellschaft sind Michaels Frau. Erna Michael, sein Schwiegervater Sondheimer senior und sein Schwager Sondheimer junior. Es erhebt sich hier die Frage, inwiewell für die Steuerbehörden und die privaten Gläubiger die rechtliche Möglichkeit eines Zugriffs besteht, obwohl gerade mit diesem Trick der Vermögens- Übertragung auf die grau oder auf andere Familienmitglieder zu Boden gegangene Großunternehmer in den meisten Fällen ihren Kopf mll Erfolg aus der Schling« ziehen konnten. XfäwMAiSS'f #»•!••«d. 8t«» Die neue Dresdner Bank. Unangebrachte Bemerkungen auf der Generalversammlung llamiilclbar nach den Generalversammlungen der Deutschen Äank und Discontogesellschast wie der Dauatbauk, die lu der Dresdner Dank ausgeht, fand gestern die Generalversammlung der Dresdner Dank aus heimatlichem Baden in Dresden stall. Mt dem gestrigen Tage, der unter die Geschichte dieser Lank als eioem rein privaten Grohbankunternehmeu den Schlußpunkt seht, ist diese Großbank auch juristisch unter die Kontrolle des Reiches getreten. Bei den leitenden fterren der Dresdner Bank scheint man aller- Vings die von Grund auf veränderte Situation, die mit der ent- scheidenden Hilfeleistung des Reiches eingetreten ist, noch nicht richtig erkannt zu haben. Sonst wäre es kaum möglich, daß der Vorsitzende des Aufsichtsrates. Bankier Andreas, in seiner Begrüßungsrede betonte, es habe sich die Befürchtung, daß das Reich als Großaktionär einen unerwünschten(!) Einfluß ausüben werde, als unbegründet erwiesen. Es kann sich jetzt keinesfalls mehr darum handeln, ob das Reich, das bei der Dresdner und Danat- dank zusammen mit SSO Millionen eingesprungen ist. einen für das Privatkapital„unerwünschten" Einfluß nimmt, sondern einzig und allein darum, daß das Reich als beherrschender Groß» a k t i o n ä r die notwendigen Direktiven für ein« im Interesse ratio- ngller Wirtschaftsführung liegenden Geschäftspolitik gibt. Daran ändert auch die bedauerliche und zu ändernde Tatsache nichts, daß in den neuen Aufsichtsrat neben 19 Vertretern der Privatwirtschaft nur 6 Vertreter des Reiches bzw. gemeinwirtschaftlicher Banken sitzen Die zahlenmäßig geringe Vertretung des Reiches im Aufstchtsrat ändert auch nichts daran, daß die Vertreter des Reiches im Vorstand und Aufsichtsrat von ihrer kapitalmäßigen Machtposition den entsprechenden Gebrauch zu machen haben. Den neuen Vorstand der Dresdner Bank bilden jetzt Direktor Ritscher von der Reichskreditbank, Staatssekretär a. D. Bergmann und Sigmund Bodenheimer, die beiden letzten von der ehemaligen Danatbank. Dem neuen Aufsichtsrat gehört auch Dr. Bachem, der Leiter der Arbeiterbank, an. Nene Rnsftnanfträge. .330000 Tonnen Walzeisen und Nöhren. Die vor kurzem uaunterbrochevea Verhandlungen zwischen der Sowjetunion und der westdeutschen Eiseuindustrie sind setzt abge- schlössen. Es ist ein neuer Lieferuagsvertrag. dessen Unter- Zeichnung unmittelbar bevorsteht, zustande kommen, der zunächst Ve- flellungen von 300 000 Tonnen Walzwerksfabrikaten zuzüglich 30 000 Tonneu Röhren umfaßt. Die Preise, zu denen diese Lieferungen erfolgen, stehen noch nicht fest, doch dürsten sie sich um die loo-Rlark-Greuze je Toune Walz- eisen bewegen, so daß der wert der neuen Russenauflräge ohne die Röhrenbestellungen etwa 30 Millionen Mark erreicht. Diese neuen Russengeschäsle werden ohne Reichvgarantle flnan- ziert. Da die Reichsbank sich entschlossen hat. Russeuwechsel, die bei den Eisenkonzerneu lagerten, in höhe von 120 Millionen zu dis- koalieren, haben die deutschen Eiseuunlernehmungeo für die Flnan- zierung dieser langfristigen Geschäfte— die russischen Wechsel laufen diesmal in verschiedenen Staffelungen bis zu IS Monaten— eine gewisse Bewegungsfreiheit. Die Abwicklung der Austräge wird sich innerhalb von drei Monateu, vom April bis Zuni, vollziehen. Es besteht die Aussicht, daß nach Erledigung dieser Aufträge weisere russische Bestellungen in höhe von 200 000 Tonnen walzeiseu er- folgen werden._ Leichte Besserung im Kohlenbergbau� Die Steinkohlsnförderung, die sich schon von der ersten zur zweiten Märzwoche von 1P3 auf 1,36 Millionen Tonnen etwas erhöht hatte,' ist in der dritten Märzwoche auf 1,49 Millionen Ton- nsn gestiegen. Arbeitstäglich konnte die Förderung gegenüber der ersten Märzwoche von 22Z 123 auf 234 249 Tonnen, also um f a st 6 Proz. heraufgesetzt werden. Auch die Koksprobuktion weist feit längerer Zeit erstmalig wieder eine, wenn auch unwesentliche Belebung auf. Dementsprechend konnte auch die Zahl der einge- legten Feierschichten, die in der ersten Märzwocho arbeits- täglich noch 44 450 und in der zweiten Märzwoche 39 859 betrug, in der Berichtswoche bis auf 34942 herabgesetzt werden. Die Lockerung der Haldenbestände, die immer noch 19,15 gegen 19,19 Millionen Tonnen Ansang März umfassen, geht dagegen nur sehr schleppend vor sich. Entscheidungen über Bausparkassen. Das Reichsaufsichtsomt hat neue Entscheidungen auf dem Gebiete der Bausparkassen getroffen. Bei der B a» varia- Selbsthllse Pauspar-G. m. b. H. in Augsburg hat der Senat, um die Möglichkeit für eine Sanierung zu geben, gemäß 8 89 des Versicherungsverfassungsgesetzes ein Zahlungsverbot er- lassen. Bei der Allgemeine nBau-und Zwecksparkasse e. G. m. b. H. in B r e m e n hat das Reichsaufsichtsamt beschlossen. daß gemäß§ 88 des Versicherungsaufsichtsgesetzes der Antrag aus Konkurs gestellt wird. Bei dem Baubund Fortuna e.G.mB.H. Frankfurt a. M. hat der Senat unter Androhung einer Strafe von 1999 Mark gemäß§ 61 des Versicherungsaufsichtsgesetzes ent- schieden, daß der Vorstand der Unternehmung das Vermögen, die Handelsbücher und die sonstigen Schriftstücke dem vom Reichsauf- sichtsamt für Privatoersicherung bestellten Vermögensverwalter aus- zühändigen habe und daß im Falle der Weigerung des Vorstandes die Polizeibehörde um Unterf'tützung zur Durchführung der vorbezeichneten Maßnahmen zu ersuchen ist. Indusirieauswanderung nach England. wie das englische handelsamt mllleM. liegen infolge der Ein- sührnng des englischen Wertzolls nicht weniger als 43S Projekte für die Errichtung von ausländischen Unter- nehmungen in Snglaud vor. weiter wollen 67 englische Firmen ihre Produktion mit ausländischer Hilfe erweitern, von den 438 Pro- jekten stammen nicht weniger als l 9 5 a u s Deutschland. Die Zndustrieflvcht Ist also stark im Gange. Der Zoll- Protektionismus zwingt die well zu eluer weiteren Ueberkapazität, die sich bald rächen wird und die Wirischaftekrise verschärfen muß. Erhöhung der amerikanischen Erbschaftssteuer. Ein Gesetzent- wurf, Ler in Anlehnung an dos englische Erlschastssteuergesetz den Höchstsatz der Erbschaftssteuer von 25 aus 45 Proz. für Vermögen über 19 Millionen erhöht, wurde im amerikanischen Repräsentanten- hauz mit 199 gegen 149 Stimmen angenommen. 2 x von I EM. anf SO Pf«:. Qualität unveriBidert Mit neuer Kraft an die Arbeit Kampfeswille In den Berliner Kreisvertreterversammlungen In der Kreisvertreteroersammlung des Kreises Wilmersdorf im Viktoriagarten nahm Reichstagsabgsordneter Genosse Franz Künstler Gelegenheit, das Wahlergebnis des 13. März zu würdigen. Genosse Künstler fand warme Worte der Auer- k e n n u n g für die vielen Gesinnungsfreund« und Genossen, die trotz gefühlsmäßiger Hemmungen der Parole der Partei restlos gefolgt waren. Diese Wählerschaft hat in klarer Erkenntnis des Ernstes der Situation die deutsche Arbeiterbewegung vor dem Sturz in den Abgrund bewahrt. Besonders erfreulich ist es, daß es trotz der großen Arbeitslosigkeit den Kommunisten nicht gelungen ist, unsere Wählermassen zu verwirren. Im Gegenteil, die Kommunisten mußten gerade in Bezirken, wo sie sich stark fühlten, wie in der Kösliner Straße am Wedding oder in der Prinz-Hand- jery-Straße in Neukölln, erhebliche Stimmen an die Nazis abgeben. Die Taktik der Sozialdemokratie, die Wählerschaft mit zur Verantwortung heranzuziehen, hat sich als richtig er- wiesen. Als richtig hat sich auch erwiesen, daß wir von der Aufstellung eines eigenen Kandidaten im ersten Wahl- gang Abstand genommen haben: unser« Situation für den 19. April wäre sonst eine noch schwerere. Es kommt auch beim zweiten Wahlgang auf jede einzelne Stimme an: wir müssen mit dem selben Ernst agitieren Unsere Parole lautet: H i n d e n» bürg bekommt mehr Stimmen! Hitler und Thäl- mann müssen das Spiel verlieren! Ein solcher Wahlausgang wird der beste Auftakt für die Preußenwahlen am 24. April sein. Der Kampf um Preußen ist ein Kampf um die Erhaltung der Arbeiterrechte. Es muß deswegen mög- lich sein, in Berlin der Sozialdemokratischen Partei, die die Arbeiter- interessen vertritt, 1 Million Stimmen zu verschaffen. Unsere Gegner werden versuchen, Verwirrung in unsere Reihen zu bringen. Aus durchsichtigen Gründen verbreitet man das Gerücht von Diffe- rcnzen zwischen Severing und dem Reichsinnenminister Groener. Genosse Künstler stellte ausdrücklich fest, daß davon nicht die Rede sein kann: es wird niemand gelingen, unsere Linie zu zerstören. Der Sieg wird unser sein, wenn wir treu zusammenstehen. Die anschließende Aussprache brachte wertvolle Anregungen für die Art der Agitation. Als Zeichen besonderer Solidarität brachte die Kreisvertreterversammlung für den Wahlkreis Berlin 1 den Genossen Max Heydemann, dessen Kandidatur bis dahin nur ein Ab- teilungsvorschlag zugrunde lag, einstimmig in Vorschlag. Als Kan- didat für den eigenen Wahlkreis Potsdam.2 nominierte man den Genossen Rektor Hans W o y w o d. Ein Antrag, der den Bezirks- vorstand ersucht, neben der Berücksichtigung der Kreisvorschläge auch dis Aufstellung von verwaltungstechnischen und wissenschaftlichen Sachverständigen in Erwägung zu ziehen, wurde angenommen. Ein Zahr des Erfolges. 1142 Neneintritie im Kreis Prenzlauer Berg. Es geht vorwärts, trotz aller schweren politischen und Wirtschaft- lich«n Not. Dieses Bild zeigt auch der Jahresbericht des Kreises Prenzlauer Berg, der in der Krsisvertreteroer- fammlung den Kreisvertretern vorgelegt wurde. Der Kreis zählt am Jahresschluß 1931 74 44 Mitglieder, S495 Männer und •1949 Frauen. 1142 Neueintritte waren das- Ergebnis einer trotz aller Widerstände eindringlichst betriebenen Werbung- Die Spalter der SAP. konnten im Kreis keine Lorbeeren ernten. Nur 69 Ueber- tritt« zu dieser neuen angeblichen Arbeiterpartei konnten festgestellt werden. Einixe von den Uebergetretenen haben, nachdem sie die neue Partei als getreues Anhängsel der KPD. erkanyt haben, ihr inzwischen wieder den Rücken gekehrt Erfreulich ist der Aufschwung in der Zahl der organisierten Frauen im Kreise, der die Werbe- woche allein 139 Neuaufnahmen brachte. Fleißige Organi- sations- und Agitalionsarbeft zeigen auch die Berichte über dis Tätigkeit im Biidungsausschuß, Freie? Schulgemeinde, Kinder- freunde und Arbeiterwohlfahrt. Die wöchentlichen Erwerbs« losenveranstaltungen wiesen einen Durchschnittsbesuch von 239 Teilnehmern auf. Wie schwer die Wirtschaftskrise die Mitglieds- kreise erfaßt hat, geht aus der Zahl der Erwerbslosenmarken her- vor. 15365 Erwerbslosenmarken wurden geklebt; das bedeutet mindestens 15 365 arbeitslose Monate. Dem Kreisvorstand wurde für sein« Tätigkeit Entlastung erteilt und der alte Kreisvorstand mit dem Genossen D ö h n e r t als 1. Vors., dem Genossen M a d e r- holz als 2. Bors, und dem Genosien Seelbinder als Kassierer en bloc wiedergewählt. Als Frauenleiterin wunde die Genossin S y d o w gewählt. Zum Vezirksparteitag wurde ein Antrug an- genommen, den Frauen eine zweite Vertreterin im engeren Bezirks- vorstand einzuräumen. In Vorschlag wurde die Genossin Sydow gebracht. Im weiteren Verlkauf seiner Tagung nahm der Kreis» vertretertag Stellung zu den bevorstehenden preußischen Landtags- wählen. In eingehenden Ausführungen wies der Genosse M a d e r- holz auf die Schwere des bevorstehenden Kampfes hin. Vornehmste Aufgabe in den bevorstehenden Wahlktfmpfen ist die Losung: Der Faschismus darf.nicht zur Macht gelangen! Einigkeit und Geschlossenheit im Kampfeswillen für die Republik und den Svzialis« mus ist das Gebot der Stunde. Als Kandidat für den preußischen Landtag wurde mit überwiegender Mehrheit der Genosse M a d e r- holz aufgestellt. Der Verlauf des Kreisvertretertagcs zeigte deut- lich den Willen zum Kampf. Mit einem Appell, die Formationen der Eisernen Front zu stärken und einem begeistert auaienommenen Hoch auf die Republik und den Sozialismus wurde der Kreisvcr- tretertag geschlossen. Aufhäuser bei den Schönebergern. In einer glänzend besuchten Kreismitgliederversammlung des Kreises Schöneberg im Gesellschaftshaus des Westens referierte Genosse Siegfried Aufhäuser, M. d. R., über das Thema„Ausstieg oder Chaos". Man hat das Jahr 1932 als dos Jahr der politischen Entscheidungen angesprochen. Nun, die denkende Arbeiterklasse hat dafür gesorgt, daß die erste Entscheidung eine Enttäuschung für das faschistische Lager brachte. Hitler ist nicht Reichspräsident geworden, er muß sich mit dem Parteibuchposten eines kleinen Regierungsrats begnügen, allen seinen aufschneide« rischen Verlautbarungen zum Trotz. Hätten wir eine geeinte Ar» beiterschast, würden wir eine Macht darstellen, die den Faschismus spielend beiseite schieben würde. Am 19. April muß mit dem faschistischen Spul«in Ende gemacht werden, damit am 24. April der Weg frei ist für wirtschaftlichen Aufbau und Aufstieg. Die Sozialdemokratie allein ist die Partei, die die sozialen Fragen im Interesse der Arbeiterschaft klären will. Das alt« Preußen war un- sozial, es hatte aber noch die Form eines Rechtsstaates. Im saschisti- scheu Staat wären die Arbeiter rechtlos und ein Heer der persön- lichen Willkür würde sich breitmachen. Die Sozialdemokratie will durch ein großzügiges Arbeitsprogramm, das aber fern von jeder Inflationsspielerei ist, wieder Arbeitslose in den produktiven Wirtschastsprozeß hineinziehen. Sie strebt die Verstaatlichung der Banken an. Die Idee der Planwirtschaft mutz auch schon in diese Gesellschaftsordnung hineingetragen werden. Der Staat muß bei den Industrien, wo er Subventionen zur Verfügung gestellt hat, Beteiligung oerlangen, um so zu gemeinwirtschaftlichen Industrien überzukesten. Die Verwirklichung-dieses Programms bedeutet Auf. bau. Es ist der Schicksalskampf der arbeitenden Menschen. Die de« vorstehenden Wahlen bedeuten den Kampf um den Ausstieg und gegen das Chaos! Begeisterter Beifall dankte dem Genossen Auf- Häuser für sein Referat. ».. Zu dem Bericht über die Generalversammlung des Bezirksaus- jchusses für Arbeiterwohlsahrt muß es heißen, daß Genosse Pagels mitgeteilt hat, daß die Einnahmen für 1939 179 999 M. und für 1931 151999 M., und nicht, wie irrtümlich mitgeteilt, nur 1151 M. be- tragen haben. Nach 129 Jahren... Berlins ältestes Kaffeehans wird geschlossen. Es wird wohl kaum einen Berliner geben, der nicht die historische Josty-Ecke am Potsdamer Platz kennt. Das Ccifö Josty ist geradezu mehr als ein Name, es ist ein Begriff. Man kann es vielleicht nur mit dem alten Cafö des Westens vergleichen. Am 31. März wird das Eafe, das von 1889 bis heute sein Domizil am Potsdamer Platz hatte, im letzten Jahre allerdings in neuen Räumen im Palast-Hotsl, geschlossen werden. An einem der vielen Marmortische hatte Jahre hindurch Tag mn Tag Adolf M e n z el gesessen und Skizzen auf die Platte geworfen. Aber kaum jemand wagte die.Kleine Exzellenz" anzusprechen, da der alte Herr von bissigster Unnahbarkeit war. Durch das Lokal schwirrten die lebhaften Gespräche über Politik, Literatur und Kunst, denn was sich zum geistigen Berlin rechnete, traf sich hier. Nur noch alte Berliner wissen, daß vor 1889 das Cafe Iosty seinen Sitz in der Schloßfreiheit Nr. 8 gegenüber dem Schloß hatte, wo jetzt das bombastische Denkmal des Kaisers Wilhelm I. steht. Zuvor aber war das Casechaus in den oberen Stockwerken eines Häuschens in der alten Innenstadt beheimatet. Wie aber war es entstanden? Die Stürme der französischen Revolution, die auch die schweize- rische Eidgenossenschaft bewegten, und die wirtschaftliche Notlage, die eine Folge der Kriegsläufte jener Zeit war. veranlaßten drei Grau- bündener Handwerksburschen, Petotti, Zamboni und Iosty 1793, die Heimat zu verlassen und in der weiten Well ihr Glück zu versuchelä Der Name Iosty ist in die Berliner Üokalgeschichte eingegangen, die andern sind vergessen. Drei ZmLerbäcker waren es, die damals nach Berlin kamen und auf den Gedanken verfielen, hier das erste Caf<- haus zu gründen. Man fing bescheiden an, aber man hiell sich die Konkurrenz vom Leibe: Es mag vielleicht heute Kopfschütteln er- regen, daß im ersten Drittel des 19. Jahrhunderts Iosty das erste Cafö war, in dem— Zeitungen aushingen, die der allgemeinen Lektüre dienten. Tie Entwicklung nahm ihren Gang. Sie stieg an von der be- scheidenen Etage über die Schloßfreiheit zum Potsdamer Platz. Jetzt scheint durch die Wirtschaftsnot unserer Tage ein Schluhpunkt gesetzt zu werden. Aber, und das ist vielleicht symptomatisch für den„Zug noch dem Westen": In der Kaiseraslee wird ein Filialbetrieb des Cafe Iosty bestehen bleiben. Werden, Aufsteigen und Bergehen des Cafe Iosty ist»in Stück Berliner Kulturgeschichte. Deshalb verdient das Verschwinden des historischen Cafös Erwähnung. Katzen, Hunde, Mäuse, Vögel. In Berlin haben sich die Katzenausstellungen tatsächlich einge- bürgert, sie haben jetzt schon ihre traditionellen Zeiten, an denen sie I stattfinden. So stellt wieder vom Gründonnerstag bis zum 27. März der Bund für Katzenzucht und Katzenschutz in den Spichernsälen, Spichernstr. 3, aus. Man sieht hier nicht nur die schönsten Berliner Perser usw.. sondern auch die regelrechte Haus- katze. Sie ist in heutiger Zeit manchem einsamen und in Not ge- ratenen Menschen eine kleine Freude: denn sie beansprucht ja nicht viel Futter. Hinzu kommt noch, daß tierfreundliche Nachbarn oft zur Futterbeschaffung beisteuern und die Hauskatze sich von den Ab- fällen des ganzen.Hauses ernährt, die sonst höchstwahrscheinlich tu den Müllkasten wandern würden. Die Zucht der Edelkatzen jedoch wird, wie die Zweige anderer Kleintierzuchten, nach und nach zum Nebenerwerb. Werden doch selbst heute noch für ausgewachsene Edelkatzen, die man gegebenenfalls zur Zucht verwenden kann. 199 M. gefordert und für Jungtiere 29 M. Ein ganz besonderes Interesse beanspruchen bei der Ausstellung die„Tierfreund- s ch a s t e n". Da sieht man eine mächtige Dogge und eine große Katze gemeinsam in einem Käsig, und das Schöne ist: das eine Tier ist immer berest, das andere zu verteidigen. Ein Bild aus dem er- träumten Paradies aber ergeben eine Katze. Mäuse und Vögel, die nicht nur friedlich nebeneinander hausen, sondern die derart innig zusammenleben, daß die Mäuse die Katze als Wärmeschutz betrachten und Zuflucht in ihren langen Haaren suchen. Diese kleine Sonder- abteilung in der Ausstellung ist ein lehrreiches Beispiel von der Friedfertigkeit der satten Kreatur. ierbejkfytusatjf ift— die P/ausfrau. die Kathreine r auf den Dsch bringt/ evtm SSäfing: JjlifUliVnerS ItoMefä Solange es Luftturner gibt, so lange gibt es die Geschichte von dem aus Rache angeschnittenem Seil, das den Tod des Kühnen verschuldete Das möchte man behaupten, selbst wenn man ahnt, daß diese Behauptung nicht ganz zutreffend ist. In so und so viel Zirkusfilmen, m Schauerromanen spielt das angeschnittene Seil da? Verhängnis— nur in der Wirklichkeit nicht. Bei all' diesen romantischen und dramatischen Erzählungen und Abhandlungen hat nämlich die Sucht nach der Sensation die Wahrheit vergewaltigt. Natürlich ist der Beruf des Luftturners gefährlich und ein Materialfehler hat schon manchen verhängnisvollen Sturz verursacht. Die Apparate müssen enorm viel halten und irgendein Bruch kann den Tod des Luftturners zur Folg« haben, wie es z. B. beim Todes- stürz der Lilian Leitzel der Fall war. Sie ist nicht abgestürzt, sondern ihr zerbrochener Apparat führte ihren Absturz herbei. Nach einer solchen Katastrophe ist es bei den Luftturnern Mode, daß jeder Apparat genau abgeklopft und geprüft wird, ebenso wie aus dem Publikum die Forderung nach dem Notnetz erhoben wird. Aber der Mensch ist vergeßlich. Bald betrachten die Luftakrobaten ihre Apparate weniger mißtrauisch und das Publikum genießt wieder den Nervenkitzel der ungesicherten Arbeit in der Höhe. Von jeher hat Rußland das Netz verlangt. Diese alte Forde- rung aus dem Zarenreich hat der Bolschewismus'übernommen. In den jetzigen Staatszirkusien geht man sogar darüber hinaus und hat neben den Schutzmaßnahmen für die Artisten auch solche für das Publikum. Bei einem Percheakt usw. wird beispielsweise der Zuschauerraum von der Manege durch ein Netz abgetrennt. Das bedeutet mitunter praktisch, daß der Zuschauer von der artistischen Nummer nichts mehr sieht. Trotzdem hat es mit dem Notnetz immer seine eigene Bewandt- nis und bei manchem Turmseilläufer soll man das Netz nicht einmal scheel angucken dürfen. Es ist auch schon mancher stürzende Turm- seilläuser durchgeschlagen, weil das Netz morsch war. Dennoch übt der Berus des Turmseilläufers, namentlich auf abenteuerlustige Knaben, einen ungeheuren Reiz aus.«So fing auch der Chef der weltbekannten Urmann-Truppe, der großen Luftnummer, als Turm- seilläuser an. Als Lehrjunge lief er höchst fidel allen Leuten über den Kopf hinweg. Sein Lehrmeister, ein Deutschrusse, war in jeder russischen Stadt und in jedem russischen Dorf bekannt. Er brachte es fertig, den Tee oben auf dem Turmfeil zuzubereiten und die kochende Teemaschine auf dem Kopf zu balancieren. Als einmal der junge Urmann die Teemaschine auf die Erde befördern sollte, sagte er zu sich:„Was sollst du dich mit dem schweren Ding ab- schleppen" und warf sie ins Netz. Doch siehe da, das Netz schlug durch. Entsetzt sagte er zu dem Meister:„Das Netz ist durch- geschlagen" Der aber antwortete in seiner herzlich ermunternd rauhen Art:„Du dämliches Luder, was hast du denn gemacht? Ruinierst mir meine Sachen. Das Netz ist doch für die Polizei da, nicht für uns. Wir brauchen doch kein Netz." Dem Lehrjungen aber wurde etwas unsicher zu Mut und obwohl er nach wie vor die Höhe liebt, verließ er doch das Turmseil für immer. Jetzt prüft er Abend für Abend al» Chef der fliegenden Teufel selbst das Netz, das der Luftturner seine„Mutter" nennt Das Material muß Lümal mehr traqen, als man ihm bei der Arbeit zumutet, das ist so ungefähr der Grundsatz. Trotz alledem wird nach der letzten Prüfung, eben bevor der Luftturner hinter dam Borhang verschwindet, um schnell seinen Mantel abzuwerfen, noch beschwörend zum Netz gesagt:„Mama, paß auf deine Kinder auf." Und wenn „Mama" auch noch so gut aufpaßt, ist das„ins Netz gehen" nicht leicht. Der Luftturner läßt sich nach seiner Arbeit„gruppiert" fallen, sonst könnte er ew Knie gegen die Backe bekommen oder sich mit dem Ellenbogen womöglich die Zähne ausschlagen. Außer- dem hat jedes Netz Knoten und es tut sehr weh, wenn man auf sie fällt. Es gehört daher zum Sport der Luftturner, nach der Arbeit die Eindrücke der Knoten zu zählen, die sie auf dem Rücken haben. Schlimm ist es, falls der Luftturner mit dem Kopf auf einen Knoten schlägt. Das hat unweigerlich schwere Kopfschmerzen zur Folge. Diese Unannehmlichkeiten zieht schon der richtig ausgeführte Sprung ins Netz nach sich: wesentlich schwieriger ist der Fall, den der Lust- turner eine Kaskade nennt. Urmann sagt launig:„Wir arbeiten immer so hoch als möglich und haben das Netz sehr tief; darum machen meine Leute keine Kaskaden. Sie erfordern ja viel zu viel Kraft Es ist doch recht schwierig, sich wieder hochzuarbeiten." Das Anbringen des Apparats macht hauptsächlich in Zirkus- gebäuden, Schwierigkeiten. Wie oft wird der Apparat dort noch mit vielen kleinen elektrischen Birnen besetzt und wenn das Publikum in die Höhe schaut, dann denkt es gewiß nicht, daß die Luftturner vielleicht von l Uhr nachts bis den anderen Abend um 7 Uhr durch- gearbeitet haben, um den Apparat anzubringen und ihn derart zu verschönen Hinzu kommt noch das Abnehmen des Apparats am vorherigen Engagementsort. Der Apparat wird nach dem Augen- maß angehängt und hernach werden die einzelnen Tricks durch- probiert. Es kommt vor, daß die Luftturner 48 Stunden nicht geschlafen haben und die Premiere dann im Unterbewußtsein vor sich geht. Nach einer solchen sorgfältigen Arbeit des Anbringens gibt es selbstredend keinen Draht der nicht geprüft ist. Dennoch stellt sich zuweilen ein Materialschaden ein. mitunter sogar während der Vor, stellung. Da bricht z. B- der Fangstuhl. Stahlplatte und Stahl- rohr hielten noch, es kam zu keinem Unglücksfall. Aber während die nächste Nummer arbeitet, muß der Fangstuhl abgenommen werden und es muß dann auch schon ein Handwerker ausfindig gemacht worden sein, der ihn ordnungsgemäß schweißt. Da wird nicht gestagt:„Was tostet es? Da wird nur darauf gesehen, daß die Reparatur gut uifd sofort gemacht wird. Wen soll man mehr bewundern dort oben, den tollkühnen Flieger oder den kräftigen, ruhigen Fänger? Der eine ist ohne den anderen undenkbar und eine gute Lustnummer ist auf gegen- seitiges Verstehen aufgebaut. Die Menschen haben während ihrer Arbeit Kontakt miteinander. Sie wissen, in welcher Stimmung der einzelne Flieger nach dem Trapez schwingt und der Fänger weiß auch, ob der Flieger unruhig oder sicher zu chm kommt. Der erfahrene Fänger sagt:„Merke ich, daß der Flieger nervös ist, dann muß ich eben meine Ruhe auf ihn übertragen." Dieses Rezept ist sehr gut, doch ist es nicht leicht zu befolgen: denn es handelt sich bei dem Flug von Travez zu Trapez oder in die blibschnell oorge- streckten Hände des Fängers immerhin bloß um Bruchteile von Sekunden. Walter Qaldert: Wunderdoktor Siebenhaars Wlatheur „Sie sind ein Todeskandidat!" sagte der berühmte Wunderdoktor mit dumpfer Stimme und ließ das Ohrläppchen des jungen Mannes los. der zitternd vor chm stand und in den Knien zusammenknickte, als er sein Todesurteil hörte „Aber"— die Stimme de» Wunderdoktors verlor ihren un- heilvollen Klang und wurde beinahe tröstend.„Sie brauchen noch nicht zu verzweifeln. Sie haben Glück, daß Sie rechtzeitig zu mir gekommen sind. Ich werde Sie wieder gesund machen so gesund, daß Sie hundert Jahre alt werden können. Aber Sie müsien Ber- trauen zu meiner Behandlung haben. Werden Sie das?" Der Patient hauchte„Ja". „Uralte indische Weisheit", fuhr der Wunderdoktor fort, und feine Stimme tönte priesterlich,„hat uns ein wunderbares Elixir überliefert, das in ganz Europa außer mir kein Sterblicher kennt. Nur mein Freund Jeremy Habakuk Eoerblue in San Francisco keimt noch das Rezept. Dieses Fläfchchen wird Ihnen Ihre Gesund- heit wiedergeben. Jeden Morgen um 5 Uhr und jeden Nachmittag um S Uhr— beachten Sie die Zeit!— müssen Sie dreiunddreißig Tropfen, keinen mehr und keinen weniger, von diesem Elixir in saurer Milch einnehmen, und zwar stehend Schon nach fünf Tagen werden Sie eine bemerkenswerte Besserung Ihres Leidens— ich will Ihnen verraten, daß es beginnender Krebs ist— verspüren. Nach zwei Wochen werden Sie sich gesund fühlen, und nach vier Wochen werden Sie restlos geheilt und der gesündeste Mensch Ihres Stadwiertels fein Bitte, nehmen Sie das Fläfchchen mit dem Clixir an sich." „Ich danke Ihnen unendlich, Herr Doktor. Wieviel schulde ich Ihnen für Ihre Bemühungen?" „Hundert Mark. Eine Nachfüllung des Fläfchchens stelle ich Ihnen mit nur zwanzig Mark in Rechnung." Der Patient erblaßte bis unter seinen Scheitel, aber er zog mit zitternder Hand einen Hundertmarkschein aus seiner Brieftasche. Der Schein wanderte in die Kasiette des Wunderdoktors, wo er von zahl- reichen Kollegen enthusiastisch begrüßt wurde. „Auf Wiedersehen. Herr Doktor. Ich danke Ihnen." „Leben Sie wohl, mein Lieber, und seien Sie glücklich!" Eine weißhaarige alte Dame, die gewiß keine Millionärsgattin war. löste sich aus der Reihe der Wartenden und betrat mit un- sicheren Schritten das Konsultationszimmer. Der Wunderdoktor strich sich seinen mächtigen weißen Bart und schritt ihr würdevoll entgegen. Er faßte mit seiner gepflegten Hand an das Ohrläppchen der alten Dame und sprach mit dumpfer Stimme:„Sie sind ein« Todeskandidatin'" Die Wände des Konsultationszimmers hörten an diesem Nach- mittag noch dreiundvierzigmal das Wort„Todeskandidat" oder „Todeskandidatin" Dreiundvierzig Menschen knickten in den Knien zusammen, verfielen in einen Weinkrempf oder gaben auf irgend- welche andere Art ihrer Verzweiilung Ausdruck. Und die Banknoten wanderten in die geräumige Kasiette. Die Sprechstunde war vorüber. Der Wunderdoktor Diettich Siebenhaar sank, ermattet von seiner ärztlichen Leistung, auf einen weichen Daunensessel und rieb sich die Hände.„Ein anstrengender Nachmittag", sagte er.„aber es hat sich gelohnt. Fünfundvierzig Patienten— 4500 Mark Das gebt an." Und er- dachte lächelnd an feine„Studienzeit" zurück, die sich in einem Kuhstall abgespielt hatte. Denn der berühmte Wunderdoktor Siebenhaar hatte zwanzig Semester Stallschweizer studiert, bevor er auf den glücklichen Gedanken kam, sich al» Wohltäter und Lebens« &4&L- retter seiner leidenden Mitmenschen zu etablieren. Seine medizmi- schen Kenntnisse waren so, daß eine Kuh sie auf dem Schwanz weg- tragen konnte. Aber darauf kam es nicht an. Es kam darauf an, sich in Szene zu setzen und den Leuten zu imponieren. Das Schild„D. Siebenhaar, indischer Heilwisienschaftler"— wer merkte, daß das große D nicht Doktor, sondern Diettich bedeutete?—, zog durchschnittlich fünfmal soviel Patienten an wie da» Schild des Sanitätsrats auf der anderen Seite der Straße. Dieser Santtätsrat! Siebenhaar hätte nicht mit ihm tauschen mögen! „4500 Mark", sagte der Wunderdoktor und rechnete dieses Sümmchen zu seinem Bankkonto dazu.„Es langt bald zu dem Schloß in Rapallo!" Es klingelte. Das Dienstmädchen klopfte an die Tür des Kon- sullatioaszimmers und meldete einen verspäteten Patienten. „Heute ist die Sprechstunde vorüber. Morgen um 5 Uhr soll er wiederkommen!" sagte Siebenhaar energisch. „Ach, Herr Doktor", bettelte das mitleidige Dienstmädchen. „empfangen Sie ihn doch noch heute. Ich glaube, der arme Mann könnte sich morgen gar nicht mehr bis hierher schleppen." „Es sei denn!" sagte der Wohltäter der Menschhett,„aber nur ganz ausnahmsweise!" Das Dienstmädchen öffnete die Tür für den Patienten, einen verfallenen gebückten Mann, der auf Krücken ging. Mühsam humpelte er hinein. Siebenhaar erhob sich au» seinem Daunensessel, strich sich den Würdebart und ging dem Bedauernswerten entgegen. Er berührte leicht das sinke Ohrläppchen de» Pattenten und sagte mit bekannt dumpfer Stimme:„Sie sind«in Todeskandidat!" Der Mann brach nicht mit seinen Krücken zusammen. Die Wirkung des Todesurteils war ganz die gegenteilige. Er warf mit einem Ruck die Krücken beiseite, richtete sich straff auf und hielt dem au» allen Wolken gefallenen Wunderdoktor eine Pistole Kaliber 7.65 vor die Nase. Siebenhaar sah mit seinen scharfen Augen den schimmernden Stahlmantel der ersten Pattone im Lauf. Und sechs waren mindesten» noch dahinter. Es war kein Spaß. „Ich ein Todeskandidat?" sagte der Patient,„hahahaha! Sie sind ein Todeskandidat! Aber", seine Stimme verlor ihren unheil- vollen Klang und wurde beinahe tröstend,„Sie brauchen noch nicht zu verzweifeln Wenn Sie dieses Fläschchen hier leeren, werden Sie nicht zu sterben blauchen. Bitte, tun Sie es sofort in Ihrem eigenen Interesse!" Di« Sicherung der Pistole knackt«. Siebenhaar nahm da» Fläschchen, setzt» es an den Mund und ttank es mtt einem Zuge aus nicht ohne das Gesicht zu verziehen. Denn es war die erst« Medizin, die er in seinem Leben einnahm. „Sehr gut'" sagte der Patient.„Für meine Bemühungen b»- komme ich nur Ihre Kasiette. Bitte, bleiben Sie stehen, ich bediene mich selbst. Das Honorar ist nicht zu hoch, wenn Sie bedenken, daß meine Medizin— es ist bestes Rizinusöl— tausendmal so viel wert ist wie Ihr Aufguß von Seegras. Jawohl, man ist hinter Ihre Schliche gekommen! Bitte, setzen Sie sich auf diesen Sessel! Sonst..." Die Pistole knackte wieder.„Sie bleiben hier sitzen, bis ich mit meinem Honorar aus dem Haufe bin Danach will ich Sie nicht hindern, eine andere Sitzgelegenheit aufzusuchen. Vergessen Sie nicht, Anzeige bei der Polizei zu erstatten. Ich mache Sie jedoch darauf aufmerksam, daß ein Brief, der von Ihrer Hellmethode ex- zählt und eine genaue Analyse Ihrer uralten indischen Medizin enthält, schon im Briefkasten liegt. Doch ich will Sie nicht länger aufhalten. Leben Sie wohl. Herr Siebenhqarl" Wirbetfturme Ein Teil von Südamerika wurde durch furchtbare Wirbelstürm« verwüstet. Das Frühjahr ist ein« besonders gefährliche Zeit für die Entstehung derartiger Nalurgewatten, die auch unter dem Rainen Zyklone berüchtigt sind. Besonders Südamerika ist durch zahlreiche Wirbelstürme ausgezeichnet, die in den Monaten Februar und März ihre größte Gewast entfalten. Die Wirbelstürme haben ihren Rainen von dem gefahrbringenden Wirbel, der zu Orkanen von ungeheurer Schnelligkest und Stärke ansteigt. Im allgemeinen haben sie eine Schnelligkeit von 60 Kilometern in der Stunde. Die Windgeschwindig- lest steigt aber im Wirbelstürm oft bis aus 200 Kilometer in der Stunde an. Das bedeutet, daß der Sturm eine Gefchwindigkest von 50 Metern in der Sekunde erreicht. Das ist aber noch nicht der Gipfelpunkt. Es gibt Wirbelstürme, bei denen alle Windmesser versagten. Nun hallen diese Windmesser Anstürme bis mehr als 60 Meter in der Sekunde aus. Wenn die Anemometer oersagt hallen, dann müsien also die Geschwindigketten der Stürme weit bedeutender gewesen sein. Es wird berichtet, daß der gewaltige Wirbelstürm ganze Gebiete von Alabama. Tennessee, Kentucky und Wisslsiippi verheert hat. Dos ist nicht besonders auffällig, denn die Wirbel, die über ganze Kon- tinente daherb raufen, haben häusig einen Durchmesser bis zu 2000 Kilometer. Innerhalb dieses Riesenraumes, der sehr oft kreisförmig ist, aber auch eine Eiform aufweist, rast der Sturm mtt unwiderstehlicher Gewall einher und vernichtet alles, was sich ihm entgegenstellt. Man unterscheidet zahlreiche Arten von Wirbel- stürmen, nämlich Tornados, Windhosen, Taifune und Hurrikane. Eingeleitet werden sie durch ungeheure BarometerschroankunHen. Ihr Rohen kündigt sich in der Natur sehr oft schon lang« vorher an. I» Meeresgegenden wird oft Tage vorher ein« Dünung beobachtet. Wenn das Zentrum des Wirbelsturms vorübergeht, fällt das Boro- Meter sehr stark und geht oft unter 700 Millimeter henmter. Bald steigt es wieder. Der Swrm legt sich vorübergehend, um dann mit ungeheurer Gewalt von der Gegenseite hervorzubrechen und alles zu verheeren, was bisher noch vom Sturm verschont geblieben war. Häufig gehen mst den Wirbslstürmen Wolkenbrüche einher. Europa hat im allgemeinen wenig unter diesen Elementar- gemalten zu leiden. Unter dem Einfluß der Erdrotatton nehmen dl« Zyklone an Gewall ab, und sie haben bereits ihre größte Gewalt verloren, bevor sie noch unseren Erdteil erreicht haben. Europa wird hauptsächlich von Wirbelstürmen bedroht, deren Zentten vom Atlantischen Ozean aus wandern. Zuerst treffen sie auf England und Schottland, nehmen aber an Gewalt ab, sowie sie aus das Fest- land kommen, wo die Reibung viel größer ist als auf dem Meere. Die größten Stürme sind darum bei uns an der Westküste Europas Trvtzdem sind schon hin und wieder Depressionen sogar bis an das Herz Deutschlands gelangt und haben hier z. B. vor zwei Jahren ganz ungewöhnliche Verheerungen angerichtet, wie sie bei uns aller- dings sehr festen sind. Windhosen, die im allgemeinen in den tropischen Ländern große Verwüstungen anrichten und recht häufig .sind, und die auch eine besondere Form der Wirbelstürme darstellen, wurden allerdings auch bei uns in den letzten Iahren des öfteren beobachtet. Di« Richtung der Stürme ist in den einzelnen Gegenden der Erd« verschieden. In den nördlichen Gebieten setzen sie meist aus dem Osten ein, in Nordamerika dagegen wandern die Stürme von dem Westen nach dem Osten. Besonders gefährlich werden sie a.i den Meeresküsten, da hier zugleich das Meer aufgeregt wird und ungeheure Sturmfluten einsetzen, die häufig bis auf viele hundert Kilometer zu spüren sind. Die Wissenschaft will festgestellt haben, daß sogar die große biblische Sündflut hauptsächlich durch«inen derartigen Wirbelsturm. hervorgerufen wurde, der zugleich in Per- bindung mit einer Sturmflut austrat und das Meer von Süden nach Norden in das Land emportrieb. Die Wolkelchrüche, die nach den zahlreichen Erzählungen und Sagen orientalischer Völker während der Sündflut die Länder überschwemmten, strafen die Annahme, daß es sich um Wirbelsrur iste gehandelt hat, nicht Lügen, denn sie tteten häufig in Verbindung mll derartigen Zyklonen auf. Die biblische Sündflut wäre also der erste geschichtliche Bericht einer furchtbare» Wirb elsturmkatasttoph e. Soloianst und ffieihenfans SSachfaat und Wlnlergarlen. Lisa Czobel vom Essener Theater, ein« ttotz ihrer Jugend vollkommen selbstsichere, in sich gefestigte und sehr starke Persönlich- keit, tanzt« im B a ch s a a l. Die Volksbühne hat uns vor einigen Iahren zuerst mit ihr bekannt gemacht. Wer Augen hatte, zu sehen. erkennte scholl damals Bedeutung und Wert dieser einzigartigen Erscheinung und genoß die reizvolle und imposante Mischung von loderndem Temperament und weiser Selbstbeherrschung. Inzwischen ist sie menschlich una künstlerisch gewachsen, zur völligen Reife ge- diehin und in die«rste R«ihe unserer zellgenösfifchen Tänzerinnen gerückt.'Einzelne Armspannungen erinnern noch an die Lehr- Meisterin Skoronel. Da» Ganze aber ist in Technik und Gestaltung Eigenwuchs. Der Aufbau der Tänze ist zuweilen nicht organisch gewachsen(„Tijuca"), aber immer von hinreißender Wucht oder zartdufttgem Stimmungszauber. Wunlerbar, wie durch unschein- bare Details, z. B.«in« kaum merkbare Kopfn«igung, zuwellen („Marsch") stärkste Nüancierung bewirkt wird. Gipfelpunkt des Abends:„Gesang aus Rasflna",«ine der vollendetsten Leistungen zeitgenössischer Tanzkunst.— Lisa Czobels Partner Ludwig Egen- lauf von der Charlottenburger Städtischen Oper, ein Künstler mit sauberer, fast zu glatter Technik, am sympathischsten in leichte* schmissigen Skizzen(„Junger Kosack") und harmlosen pantomimischen Scherzen(„Dolce far niente"). Was ihm mangelt, wir wollen an- nehmen, noch mangelt, Ist die persönliche Note, Als die Tiller-Girls ihren Siegeszug durch die Wett cuüraten. bewunderte man lediglich die unerhörte Präzision und Korrektheit in der Ausführung Oer gemeinsamen Schwünge, Schritte. Sprünge. Wendungen. Beugungen, Schwenkungen. Wer damals in den Be- wegungen dieser Reihen mehr als bloßes Exerzieren und turnerische Freiübungen sah, wer der Meinung war. daß aus diesen bewegten Bild-Friesen kein toter Mechanismus, sondern«in lebendiger Otga- nismus sprach, in dem«ine Rhythmik atmete, die nicht nur unser« Sinne erfreut«, sondern, wie jedes echte Kunstwerk, in die Seele drang, der wurde ausgelacht. Inzwischen sind neun Jahr« ver- gangen, wir haben eine Menge verschiedener Girlttuppen gesehen und ich muß gestehen, daß ich bisher keinen Grund fand, mein Ein- treten für diese Kunstubung zu bcftcmern. Die„Zwölf Imperiale Gordon Rays", di« sich jetzt im Wintergarten produzieren, stellen alles früher auf oem Gebiete Geleistete in den Schatten. Namentlich die Auflösung der Cnsemblereihe in kurze Soli bedeutet eine sehr fruchtbare Weiterentwicklung der ursprüng- lichen Idee. Eine zielklare Ausgestaltung dieser choreographischen Motive könnt« für den modernen Kunsttanz von großem Werte sew- Wo sind di« Gruvpenleiter und Ballettmeister, die die Lösung 0i«ser Aufgabe in die Hand nehmen? l. ver Schwede Linne gab den Pflanzen lateinische Nameii, damit man in der ganzen Welt eine gemeinsame Bezeichnung für sie hätte. ganz ohne Rücksicht aus den lokalen Namen der einzelnen Pflanzk- Aus der Partei. Oer Brüsseler«.Penple' im neuen Heim. Der Brüffeler„P e u p l t", das Zentralorgan der belgischen Arbeiterpartei der in den letzten Jahren an Leserzahl sehr stark gewonnen hat, erhält nun auch ein neues Druckereigebäude� Aus diesem Anlaß findet am 26 März eine Massenkundgebung in Brüssel statt, woran sich im Volkshaus eine Versammlung anschließt, in der sprechen werden: Leon Blum, Direktor des�Pariser„Populaire", Friedrich Stampser. Chefredakteur des„Vorwärts", Van de Veen, Direktor des Amsterdamer„ftet Volk", und Stevenson, Direktor des Londoner„Daily Herald". Den Vorsitz der Ver- sommlung führt Emile Vandervelde. Auch die schwedische Partei wächst. In dem vom Parteisekretär Möller dem am 18 März 1932 zusammengetretenen Kongreß der schwedischen Sozialdemokratie vorgelegten Bericht wird mitgeteilt, daß die Mitgliederzahl der Partei mährend des Jahres 1931 um 12 609 auf 289 623 g e- st i e g e n ist. Seit 1923, wo sie 131 130 betrug, hat sie sich bei» nahe verdoppelt. Ferner hebt der Bericht das Anwachsen der Zahl der von sozialdemokratischen Mehrheiten regierten Ge- m e i n d e n hervor. Sie ist im Verlaufe des Jahres 1931 um 46 au� 1796 gestiegen. 1923 betrug sie 1943. Gustav yabrmann, der eben verstorbene tschechische Sozialist. hat seine Erlebnisie in zwei Büchern dargelegt:„Aus meinem Leben", Deutsch von dem Dichter Friedrich Adler, und„Meine Er- innerunaen aus dem Kriege". Da ist z. B. erzählt, wie Habrmann den Kaiser Franz Joseph' ermorden sollte. Habrmann kehrte 1892 zum erstenmal aus Amerika zurück da er dort erkrankt war. In seiner Heimat wurde er von der Gendarmerie belästigt und der Gendarmenewachlmeister klagte Habrmanns Onkel, kein Lump im ganzen Chrudimer Kreis mache den Aemtern soviel Scherereien wie Gustav Habrmann Im Gasthaus, wo man früher seinen Er- Zählungen über Amerika gerne gelauscht hatte, wollte niemand mehr neben ihm sitzen und der ganze Ausenthalt in der Heimat wurde ihm zuwider. Da reiste er nach einigen Monaten wieder nach Amerika und dort erfuhr er, daß ein Mitglied des Rew-Porker Turnvereins„Sokol", aus dem Lzabmann austrat, um einen Arbeiterturnoerein gründen zu helfen, einen Brief an die P o l i- zeidirektion Wien schreiben ließ, daß der gefährliche Anarchist Habrmann nach Europa mit der Sendung reise, den österreichischen Kaiser zu erschießen 1896 brach der Aufstand Kubas �egen Spanien aus. Habrmann trat in seinem Iugendromantismus in das kubanische revolutionäre Heer ein Mit viel Humor beschreibt er seine militärische Laufbahn bei den Kubanern und das ganze Militärleben in den Tropen, das ihm die Malaria eingebracht hat. Aus einer Kaffeehausplauderei mit dem Reporter des„Chicago Times-Herald" wurde ein Interview mit dem tschechisch-kubanischen„Colone!" Habrmann, der ein Freiwilligenkorps von 399 Mann,„lauter tapfere Tschechen" ange- warben und ausgerüstet habe, mit denen er militärische Hebungen in den Prärien bei C h i k a g o vollführte, um nochmals in den Kamps für Kubas Frecheit zu ziehen. Habrmann lachte von Herzen über dieses Interview, aber seine Quartiersfrau, die ihn wahrend l der Malaria sorgsam gepflegt hatte, war über ihn erzürnt, daß er an einer Erkrankung nicht genug habe. Habrmann erzählt auch, wie Pilsener Arbeiter im Weltkriegs beschlossen hätten, die Skodawerke in die Luit zu spren- gen. damit der Krieg ein Ende nehme. Nur mit Mühe gelang es Habrmann und den änderen, die Leute von diesem Plan, der zahl- reiche Menschenopfer und schreckliche Rache der österreichischen Macht- hober zur Folge gehabt hätte, abzubringen Es wäre schon bald zu spät gewesen, denn schon waren unterirdische Minen gelegt worden. Habrmann, anarchistischer und sozialistischer Revolutionär in seinen Jugendjahren, hat seine Liebe zur Revolution bewahrt. obwohl er den Revolutionismus der Kommunisten verurteilt hat. Der Sozialismus war ihm das Ziel, zu welchem jeder Fortschritt streben müsie.„Ein demokratischer, freiheitlicher Staat ist die beste Grundlage und die sicherste Garantie für das Endziel des Sozialcs- mus" sagt er zum Schlüsse seiner Erinnerungen. Vnefkasten Ser Redaktion. Ma. S«. Sic müssen zunächst die vorhandenen Mängel selbst beseltigei- lassen und erst dann käunen Sie die Aufmeadunsten von der Miete ab» zichen.— M. S. 15«. Nein. Die Aufhebung des Mietverhältnines aber kann der Permieter verlangen, wenn für ihn aus besonderen Gründen ein so Unbilligkeit für den Bermieter darstellen würde.— B. M. L«. Die Verstche rungsanltalt ist nicht verpflichtet, die Beiträge zu erstatten Es schadet aber nichts, wenn ein Antrag auf Erstattung gestellt wird.— M. H. 19. I. Ja. 3. Der Finder erwirbt das Eigentum an«tncr verlorenen Cache mit dem Ab. lauf eines Jahres noch der Anzeige des Fundes bei der Polizeibehörde, es set denn, daß der Empfangsberechtigte stch vorher meldet oder dem Finder bekennt wird. Der Anzeige bedarf es nicht, wenn die wache nicht mehr als Z M. wert ist. Kaust Hellmittel nur in öer Apotheke— Ihr seiö es Eurer Gesunöheit schulöig! PBOCRAMM >lle die Zeit vorn 25. bis 28. Mirc IC I H O-TA F E L PROGRAMM 'flr die Zen vorn 25. bis 28. Märe Potsdamer Straße 38 Ab Sonnabend: Ein bißchen Liebe für Dich(Zwei glückliche Herzen) mit Lee Parry, tlcrmonn Thl- mlg, ülagda Schneider, Georg Alexander An beiden Osterreicrlg.: 3. 5, 7, 9 Uhr. W. 5. 7, 9 Uhr Rheinstraße 14 KaT. Eichel Vater echt aut Kelsen mit Erika Clnßner, Ken« Waß- mann, II. Eiscber-Käppe, Llssl Arna An beiden Oslerleierlg.; 3, 5, 7, 9 Uhr. W. 5, 7, 9 Ubr Odeon, Potsdamer Str. 75 Ab Sonnabend: Pat und Patachon in ihrem neuen Lustspiel: Knall und Fall Jugendliche haben Zutritt An beiden Oslerleierlg.; 3, 5, 7, 9 Uhr. W. 5. 7. 9 Uhr Turmstraße 12 Ab Sonnabend: Zwei llerccB and - In Schlag; m'.l Llllau Harvey, Wolfeang Alhacb-Retty, Otto SVnlluurg;.— Aullerdem: Das reich- hallige Ton-Kabarett An beiden Oslerleierlg.: 3, 5, 7, 9 Uhr. W. 5. 7, 9 Uhr Alexanderstraße 29-40 (Pu»»iag:o) Ab Sonnabend: Holzapfel weiß alles mit Felix Dressart.— Außerdem: Lügen auf Bügen mit Tlaria Solveg, IL A lieber ts An beiden Oslcrreiertg.; 3, 5, 7, 9 Uhr. Wöchig.: Den ganzen Tag geöffnet! CHSE esten Primus-Palast Potsdamer Str 19 Eck« Margaretenstr. Uraufführung. Der Hkandal in der Parkstraße mit famllla Spiro, Fritz Kampers, Santa Söneland. Leo Slezafc An beiden Osierfeienagen: 3.13. 3.13, 7.15, 9.13 Uhr. W. 5.15. 7.15, 9.15 Uhr. Die Kamera Unte- den Linden 1t Karfreitag: 6, 7.15, 9.30 Uhr Großes Orgelkonzert unter Mitwirkung prora. Bühnenkünstler. Ab Sonnabend: 3. 5, 7. 9 Uhr Die Anstcrnprinzessin von Ernst I.ubllsch, mit Ossy Oswaldu ». a.— Emil und die Detektive von Brich K&elner Jugendliche haben Zutritt Artnrhnf Wochent. ab 8 Uhr ti TlUZnOT Sonntags ab 5 Uhr Perlederger Str. 2a Das anssezelchnete Fest.' Programm Kant- Lichtspiele Kantstr 54 tan der WilmersdoHer 5tr) An beiden Osterfeiertg.: 3, 5, 7, 9 Uhr. Wochig. 5. 7. 9 Uhr. Pat und Patachon in ihrem neuen Lustspiel: Knall und Fall Jugendliche haben Zutritt Germania-Palast Cliark/ttcnbiina. Wilme rsdorfer Str 53/54 'An'Widen Oslcffelerlg.: 3. 5, 7. 9 Chr. Wochig. 5. 7. 9 Uhr Der Aehönsto Zlann Im SUaate mit Siegfried Arno, R. A. Robert», IL Flscher-Köppe, LUsl Arna Jugendliche haben Zutritt Schlüter-Theater u Scbiüterslr. 17. S. 3 U.: Jgd.-Vorst. Karfreitag geschlossen! Ab Sonnabend. Otto Gebühr in dem Goethe-Film Der Erlkönig,— Ferner: E» wird schon wieder besser mit Dolly Haas, Heinz Bühmann.— Jugendliche Zutritt Wilmersdorf Atrium Kaiserallee. Ecke Berliner Straße Wochent. 7. 914, U. Sonnt. 5, 7. 9�4 U. Uraufführung: Der Frauendiplomat(eine musikalische lvomödle> mit Leo Slezuk. Max Hansen, Mar- *ha Egffert.— Tonfilmbeipr. Karfreitag: Kameradschaft Titania Schöneberg Hauptsir. 49. W 5. 7. 9 Uhr S. S. 5. 7. 9 Uhr Karfreitag: Zwei Kenschen. Jugendliche haben Zutritt Sonnabend: Ein bißchen Liebe für Dieb(Zwei glilcklkche Herzcnl mit Lee Parry. Mugda Schnei. der. Hormann Thimig, Georg Alexander c Friedriehstadt Franziskaner gT�Torm GcoreensiraDe(Ecke Friedrichstraße) Karfreitag geschlossen! Ab Sonnabend: 9, 12, 3, 6. 9 Uhr Ein steinreicher Mann mi' f urt Dois, Dolly Haas 10.30, 1.30, 4.30, 7 30, 10 30 Uhr Mamsell Xitouch© mit Anny Ondra Neueste Ton-Dlld- Reportage c Moabit Welt-Kino AlUMbabtl 99. Kcrlreilap erschlossen.' Ein bißchen Liebe für Dich mit Lee Parry. Magda Schneider. Hermann Thiniig. Georg Alexander— Ueiprogranun.- Vö«. H oc ha Alhambra ÄWÄ Kaupistr. 30-— Variete, Tonfilm Karfreitag Beg. 3 Uhr;.lohonna von Orleau»emendorF-MItte � Beginn täg! 5. 7, 9 Uhr sjKlt Slg 3 Uhr Jugendvorsfel] Potsdamer Str 50 Karfreitau oesehlnssenl Ab Sonnabend: Der Stolz der dritten Kompagnie Film-Palast Kammersäle TellowerMr i W ab V.J. So abJ'-kl' Karfreitag; Zwei Menschen.— Ab Sonnabend: Ein bißchen Liebe für Dich ml Lee Parry.— Ferner; Mr.nn über Bord mit George Bancroft Neue Philharmonie Köpenicker Str. 96. Karfreitag geschlossen! Ab Sonnabend. Luise. Königin v. Preußen mit llennv Porten. — Belprogr.— Tön. Woche.— Bühuenschau.— Jugendl. Zutritt ffl Baitmacrtuienwefi � Lichtspielhaus v/siö z uh? Baumtcbulenw 78 Slg 2 U: Jug V* Ab Sonnabend; Der schönste Mann im Staate.— Ferner; Das Haus bleibt rein.— Bcipragr. Jugend!. Zulrill.— Feiertags 2 Uhr: JuBendvorsleilungen mit wechselnd. Programm. 44 Prenzlauer „Llystum Allee 56 Beginn; Werkt. 5 Uhr. Sonnt. S Uhr Karfreitag: Zwei Menschen Ab Sonnabend: Ein bißchen Liebe fflr Dich H. Thlmiff, Magda Schneider, Lee Parry Bühne: Mlzzl Koschek 5. Oslerfeierlaa nachm. J Uhri Matinee Dajos Bela ■ 0*t*W■ Germania-Palast Frankfurter Allee 314 Wlg. 6.30. Sonn; u. feiertg. ti 3 Uhr ' Karireilag octchlasten! Ab. Sonnabend; Zwei Herzen and ein Schlaff mit Lllian Harvey Bühne: Zwei ffroße Attraktionen Beiprofframin Luna-Palast l£nm.Är Gr Frankfurter Str 121 Tonwoche Karfreitag; Zwei �leofteheo.— Ab Sonnabend: Zwei Herzen und ein Schlag mit Lllian Harvey. Gr. Bühncnflchau Schwarzer Adler Frankl Alle« 99 Sonnab. 5, 7, ca. 9 Uhr Sonnt, u Feiertags 3, 5. 7. ca 9 Uhr Kar/reilag geschlossen! Die H'assertenfel von Ilioflau mit Hilde Gebühr. Willy Cleyer, Di na Gralla, Fischer Koppe. Paul Heidemann Bühne: Hallo 103-2 Grolle Ausstattungsrevue, 12 BQder, 30 Mitwirkende Jugendliche haben Zulritl Viktoria-Theater sÄa Frankfurter Allee 48 Karfreitag geschlossen! Eine\acht im Paradies mit Anny Ondra.— Gr. Bclproffr- Jugcndliche haben Zutritt Treptow-Sternwarte Karfreitag 1 Uhr: 8t. Anton und oelno Berge.— 6 Uhr: Durch das nonnige Octztal.— 8 Uhr: Im Kelch der Sterne.— Sonnabend 8 Uhr: Di© Donau.— Sonntag und Montag 4, 6, 8 Uhriiürwald- •ymphonle Flora-L chtspleh ftÄT Tgl. 5.30. 7, 8.30.- I. u. 2. Feiertag ab 3 Uhi Ein bißchen Liebe fr Dich. Die nackt« Wahrheit Frankenburg Bühn« f*' Frankfurter Str 74 W 5. 7. fi ü S 3 ü.i Jugcndvorst. Ab Sonnabend: 2 TonNm-Schlager Casanova wider Willen mit Buster Keaton.— ÜSann über Bord mit Georg© Bancroft.— Ton. Belprogr.— An beiden Oster- feiertageu große JugCndvorslclJung fG Zentrum B Babylon, am Bülowplatz W 5 Ubr Stg 2.30 Uhr; jug. v. Karfreitag 3 bis 5 Uhr: Gastspiel Don-Kosaken-Chor Ab 5 Uhr: Kameradschaft Ab. Sonnabend: Ein bißchen Liebe für Dich Toniiimopcrette mit Lee Parry. Jlasda Schneider, Herrn. Thlmig. Georg Alexander u. fünf weitere Schlager Bühne: HIß Findel So., Stg. Mo. 3 Uhr: tührcn£astspld Max und Moritz WeißertSRe 1 Harmonie ÄVt��u Langhansstr 23 Liebe ein IVatarffesetz mit irrt- hohem Vortrag.— Der serjünffte Adolar �Jj�kkllchtenbera�J Kosmos-Lichtspiele Ldckstr 70 Tägl 5. ca 7. 8.45 tT, Sonnt. 3. 5. ca. 7, 8.45 Uhr Karfreitag geschlossen! Die verllebte Firma mit Gas«. Fröhlich, Anny Ahicrs.— Es wird ffeheiratet mit Szöke Szakair— Tön. Beiprogramau So„ Stg. u. Mo. 3 Uhr; Jugendvorst, Koniff der\assaaer Kino Busch fons" B«tt�« lt5 Alt-Friedrichsfelde 3 Rarfreilog geschlossen! Ab Sonnabend: Die FiedermsTi» mit Atmy Dtädr»— Tön Bei» profframm.— Efa-Tonwoche ■ Horden M 4 /1�_ 1 MflUerstralle 138. Ainamora Frke Seestraße An beiden Osterfeiertg.: 3. 5. 7, 9 Uhr» Wöchig 5. 7. 9 Uhr. Ein bißchen Liebe für Dich (Zwei glückliche Kerzen) mii Leo Parry. Horm. Thlmiff, Maffda Schneider Pharus-Lichtcpiele Müllersir 142 Täglich 5. 7. 9 O. Karfreitag: Zwei Menschen.—. Ab Sonnabend: 3. 5. 7. 9 Uhr Mann über Bord m. Georjre Bancrole. — Ferner: Der unbekannte Gast mit.Szöke Szakail. Lucio Englisch � B«lnUkantenipclMtcllc mH Kamper», Komps Wohlbrück-— Ferner; Eh© m. b. H- mit Ch. Su»a c Tegel Filmpalast Tegel Babnho?-. slralie 2 Wochent 6 Sonnt 4 tf» ü 5ionnlags 2 Uhr* Jau�nrl Vorstellung Karfreitag; Zwei Hen-cheu.— Ab Sonnabeni. DI© Fledep?rar.« m't Anny Ondra— Ferner- Lichter d r Großstadt mii Charli© Chaplin Q Mcnwigsdorf B /rV/m heg W u 8 3u Ubr rilmpalast sU5 � Berlihei SU f>9 Karfreitag: Kameradochaft.— Ab Sonnabend. D©.>lMtt©r der Kompagnie mit Fritz- Hamper«, Ferner: Heine Hindor» mein Glück