Tit. 5 1932 Nr. 145 49. Iahrgang »«„Sotmtag.Soimättä* erscheint tedeil Souniog mit der illustrierte» Beilage„Volk Mid Zeit'. M-uatebezug SS Pf. in Berlin frei Haus einschließlich 9 Pf. Zustell. pebüljtcn, im voraus zahlbar. Post. dezug monatlich SS Pf.(einschliez. lich L Pf. Postzeitungsgebsthren) und K Pf. Postbestellgebsthren. « Die volle Ausgabe des„Vorwärts� erscheint wochentSglich zweimal, Touutags und Montags einmal. Bas Abonnement kostet wöchentlich 7Z Pf.. monatlich ZLZ M. in B-rNn frei Haus, auswärts zuzltglich 72 Pf. Postbestellgebsthren. Gonniag- ir'* G. mtt MsOsnübevKOi 27. Marz 1.932 Groß-Äerlin 15 pf. Auswärts 20 pf. Die c i n sp a! t. Millimet-rzeil- M Pf. R-llamezeUe 2,— M.„Ä leine Anzeigen* das fettgedruckte Wort 20 Pf. lzuläfstg zwei fettgedruckte Worte), jedes weitere Wort 10 Pf. Rabatt laut Tarif. Worte über lö Buch. staben zählen fstr zwei Worte. Ar. beitsmarll Mtflimeterzcile 2ö Pf. Familien-Anzeigen Millilneterzcile IL Pf. 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Siegt er, dann bedeutet das den Bürgerkrieg, unterliegt er, so wird das für ihn den Anfang vom Ende bedeuten. Nun ist er besiegt, besiegt ohne Zlussicht auf Revanche: das müßten sogar seine Anhänger begreifen. Der Faschismus ist zwar nicht tot, aber seine Verletzung ist tödlich. Dieses entscheidende Ergebnis bildet die glänzende Recht- f e r t i g u n g der Taktik, die die deutschen Genossen seit vielen Monaten und unter ärgsten Belastungsproben uner- fchütterlich befolgt haben: einer Taktik, die ebenso viel Energie und Festigkeit wie Borsicht erforderte, wobei manchmal in den Augen schlecht unterrichteter Beobachter die Vorsicht stärker in den Vordergrund zu treten schien als die Energie und die Festigkeit. So hatten z. B. auf dem letzten Kongreß der belgischen Arbeiterpartei manche jüngere Genossen mit besorgtem Eifer an uns die Frage gerichtet:„Wohin führt der Weg der deutschen Sozialdemokratie? Was tut die Internationale? Müssen wir uns damit abfinden, daß wir lange Zeit aus Deutschland nur noch Berichte über Rückschritte erhalten oder solche, in denen die bloße Tatsache, daß man keinen weiteren Loden verloren habe, als ein Sieg gewertet wird? Und was soll man letzten Endes von dieser Tolerie- rungspolitik erwarten, die mit ihrer Parole des kleineren Uebels sich doch nicht fähig erweist, dem Faschismus den Weg zu versperren und seinen Fortschritten ein Ende zu bereiten?" Auf diese Fragen und Zweifel gab es nur eine mögliche Antwort: den Erfolg. Run ist er da! Es war für uns nach dem 13. März eine tiefe Genugtuung, aus dem Munde gerade derer, die sich noch tags zuvor dem schlimmsten Pessi- mismus hingaben, uneingeschränktes Lob für die Voraus- .ficht, sür die politische Klugheit und vor allein für die erstaun- liche und außerordentliche Disziplin der Deutschen Sozialdeino- kratischcn Partei zu hören. Es wird oft das Wort Bismarcks zitiert, daß der Deutsche kein politisches Lebewesen sei und es wird gewiß niemand auf den Gedanken kommen, daß die 11 Millionen Wähler und Wählerinnen Hitlers den Anspruch besitzen, in diese Kategorie höherer Lebewesen eingereiht zu werden. Dagegen bezweifle ich stark, daß es ein Land auf der Welt gibt, wo unter so schrecklich schweren Umständen wie sie Deutschland erlebt, die sozialistische Arbeiter- klasse ebenso viel Sinn für politische Realitäten, eine gleiche Einmütigkeit im Handeln gezeigt hätte, wie am 13. März das deutsche Proletariat. Man verlangte letzten Endes von Arbeitern, die von der Krise schwer mitgenommen sind, die von der Arbeitslosigkeit ständig bedroht werden oder bereits getrosten sind, die allen Anlaß haben, sich über das herrschende Regime zu beklagen und ihm stärkstes Mißtrauen entgegenzubringen, daß sie eine ungeheure heldenhafte Selbstüberwindung aufbringen, daß sie all das für den Augenblick vergessen und daß sie, um Schlim- meres zu verhüten, um. die tödliche Gefahr des Faschismus zu bannen, dieselben Kräfte am Ruder halten, die sie sieben Jahre zuvor leidenschaftlich bekämpft hatten! Es ist in nationalistischen Kreisen Frank- reichsundBelgicns.in denen man mit unverhohlenem Zynismus und Sd)adcnfrcude den Sieg 5)itlers er- hoffte, behauptet worden, daß die deutsche Sozialdenw- kratie. indem sie auf eine eigene Kandidatur verzichtete und den Kommunisten das Monopol der roten Fahne überließ, ein Geständnis der Ohnmacht oder zumindest der Schwäche ab- gelegt hätte. Es hat sich in einer großen Pariser Zeitung ein Dummkopf gefunden(oder war es nur ein Ausbeuter des I Schwachsinns feiner Leser?), der schrieb, daß künstig in Deutschland der Sozialismus tot sei, daß die Wahl vom � 13. März das letzte Stadium eines Rückganges und eines längst vorausgesagten Zusammenbruchs gewesen sei. Wenn es unter unseren Gegnern solche gibt, die sich ernschaft der- artigen Illusionen hingeben, so möge es ihnen wohl be- kommen. Die Internationale dagegen ist stolz aus die deut- sche Sozialdemokratie. Sie hat volles Verträum in das Endergebnis ihrer Aktion. Sie weiß, daß an dem Tage, an dem es hart auf hart gegangen wäre, keines ihrer kämpfen- den Mitglieder seinen Posten verlassen haben würde. Um so mehr weiß sie die Kaltblütigkeit, die Disziplin, die Selbst- beherrschung zu schätzen, mit der die sozialistischen Arbeiter Deutschlands wie ein Mann gegen jene Minderheiten von rechts und links austreten, die nur durch ihre Zusammen- arbeit eine Macht bedeuten und deren Zusammenarbeit eine derartige Ungeheuerlichkeit darstellt, daß sie manchmal sogar bei ihren Anhängern Ekel und Auflösung bewirkt. Es ist schon schlimm genug, daß seit zehn Jahren in Deutschland und anderswo das Proletariat in zwei feindliche Loger gespalten ist. und daß Moskau mit einer völligen Verkennung der realen Tatsachen hartnäckig diese blödsinnige Taftik anordnet, bei der alle Schläge für die Syzialdcmo- kratie reserviert sind, jene Taktik, die in der verrückten Hoff- nung, die Sozialdemokratie niederschlagen zu können, offen- sichtlich das Spiel des gemeinsamen Feindes erleichtert. Wenn in den letzten vier Jahren in Frankreich eine Rechtsmehrheit am Ruder war, so ist das nur den Kommunisten zu verdanken, die durch die Aufrecht- erhaltung ihrer Zählkandidaturen im zweiten Wahlgang von 1928 mehr als 3t1 Anhängern von L a v a l und T a r d i e u Parlamentssitze verschafft haben. Wenn in den meisten Großstädten, wo es eine proletarische Mehrheit gibt, die bürgerlichen Parteien zumindest einen Teil der Verwaltung beherrschen, so nur deshalb, weil die Kommunisten jede Zusammenarbeit mit ihnen unmöglich macht. Aber alle diese taktischen Handlungen, so beklagenswert sie auch sind, gehen nicht so weit, Lebcnsinteressen der Ar- beiter, ob Kommunisten oder Sozialisten, mit tödlicher Gefahr zu bedrohen. Ganz anders wäre es, wenn durch ein ver- brecherisches Zusammenspiel die Männer der„Roten Fahne" sich mit Hitler vereinigen würden, um, zum alleinigen Nutzen der reaktionären Demagogie, den Sturz derer zu erreichen, die in der gegenwärtigen politischen Verwirrung d i e einzigen bewährten Verteidiger der Rechte und der Freiheiten sind, die das Proletariat im Jahre 1918 zu erobern verstanden hat. Alle diejenigen, denen diese zwar beschränkten und dennoch wesentlichen Rechte und Freiheiten am Herzen liegen, werden deshalb am 24. April zugleich gegen den Kommunis- mus und� gegen den Faschismus für den Sieg, der sozialen Demokratie kämpfen! Irlands neue Rebellion. Osterprozession unier Führung de Valeras. London, 26. März. De Valcra hol zugesagl. daß er die Führung der großen Prozession übernehmen will, die am Ostersonntag in Dublin in Erinnerung an die Osierrebellion von 1316 siaiisindeu soll. Amtlich(!) nimmt jedoch 2»ie Regierung an den Fcstiichkeilcn nicht keil. 3m ganzen irischen Freistaat werden große Kundgebungen von der irischen republikanischen Armee verausialiei. bei denen gegen den Treueid Einspruch erhoben werden soll. Hervorragende Führer der repubiikanlschen Partei werden an den Gräbern der Opscr der Osierrebellion Reden halten. Die Regierungstruppen bleiben am Sonntag in den Kasernen in vereitschafk. Die Regierung des irischen Freistaates wird auf die letzte Store Englands nicht vor Dienstag antworten. Der Präsident de Dalcra bestätigte in einer Unterredung nochmals, daß feine Regierung die Absicht habe, den Treueid für de» englischen König zu be- s e i t i g e n. Es beständen leine rechtlichen Verpflichtungen, die irischen Entschädigungszahlungen an den englischen Schuldenkommissar abzuführen. -i-« Man gewinnt immer mehr den Einbnrck. daß der irische Republikanerführer de Valera den Konflikt mit England bewußt auf die Spitze treibt. Das ist insofern keine Ueberraschung, als die S i n n f e i n e r, deren Führer er ist, sich seit jeher durch ihre an Fanatismus grenzende Unverjöhnlichkeit ausgezeichnet haben. Als vor elf Jahren der Londoner Vertrag zwischen der Regierung Lloyd Georges und den unter Führung von Cosgrave stehenden gemäßigten Elementen des irischen Volkes zustande kam, der den Jahrhunderte alten Konipf zwischen Briten und Iren beenden sollte, leisteten die Sinnfeiner erbitterten Widerstand gegen diesen Akt der Versöhnung. Hatten sie vordem durch einen Guerillakrieg und durch Attentate gegen die britische Herrschast getämpst, so übertrugen sie damals diese Methoden auf den Kampf gegen ihre eigenen, vcrsöhnungsbereiten Landsleute. Aber Irland zeigte sich damals in seiner großen Mehrheit bürgerkricgsmüde und gab sich mit den sehr weit- gehenden Unabhängigkeitsrechten zufrieden. die der Londoner Vertrag dem neu geschaffenen Dominion gewährte. Die Regierung Cosgrave sah sich gezwungen, die Sinnfcinrebellion mit ebensolcher Rücksichtslosigkeit zu unter- drücken, wie es vordem die britischen Lesatzungstruppen getan hatten. Man hätte annehmen dürfen, daß in den letzten zehn Iahren die Republikanerbcwegung abgeflaut wäre, zumal der neue irische Freistaat, ebenso übrigens wie die anderen Dominien, seine Selbständigkeitsrechte immer mehr zu er- weitern vermochte. Es sei nur daran erinnert, daß Irland 1923 als selbständiger Staat in den Völkerbund aufgenommen wurde und 1928 sogar einen nichtständigen Ratssitz erkämpfte. Die Regierung Cosgrave erhielt bei den ver- schiedenen Wahlen zum irischen Parlament, stets eine klare, wenn auch nicht überwältigende Mehrheit. Welche besonderen Umstände den U m s ch w u n g bei den jüngsten Neuwahlen zugunsten der radikalen Richtung her- beigcführt haben, läßt sich nicht klar erkennen. Wahrscheinlich war das auch nur eine Wirkung der Wirtschaftskrise, die fast überall in der Welt die bisher herrschenden Parteien er- schüttert und die radikalen Gruppen verstärkt hat. Jedenfalls mußte Cosgrave das Steuer seinem erbitter- ten Gegner von jeher De Valera abtreten, der zwar aus die Unterstützung anderer Opposittonsgruppen, darunter der irischen Arbeiterpartei, angewiesen ist, aber ohne Zögern eine reine Republik« nerrcgierung bil- dete, die sofort aufs Ganze ging? Befreiung aller politischen Gefangenen, auch solcher, die wegen politischer Mordtaten ihre Strafen verbüßten, V e r w c i g c rung des Treueides gegenüber der britischen Krone und Ankündigung, daß die nächste im Juni fällige Jahres- Zahlung von 3 Millionen Pfund an das Britische Schatz- arnt nicht geleistet werden würde Bisher steht im Konflikt mit England offiziell nur die Ablehnung des Treueides zur Diskussion, den der neue Ministerpräsident aus grundsätzlichen Gründen nicht leisten will. Er bezeichnet ihn als ein mittelalterliches Ucbcrbleibscl und einen Gewissenszwang, dem er sich nicht fügen werde. Zweifellos bedeutet diese Weigerung einen einseitigen Vertragsbruch. Praktische Bedeutung kommt zwar diesem symbolischen Akt des Treueides nicht zu, denn eine völlige Losreißung Irlands vom Britischen Reich koinrnf schon aus wirtschaftlichen Gründen kaum in Frage, zumal bekanntlich der Irische Freistaat nicht einmal die ganze Insel Irland umfaßt, weil die protestantischen Nordprovinzen(Ulster) ein Sonderstatut genießen, das ihren probritischen Anschauungen entspricht und sie an Großbritannien festbindet. De Valeras Auflehnung gegen den Treueid erfolgt also mehr aus jener Prinzipienreiterei, die eines der Hauptmerimale feiner Bewegung bildet, in der katholischer und nationa- listischer Fanatismus sich mit der gleichen haßerfüllten Leiden- schaft auswirken wie in den irischen Religionskriegen früherer Jahrhunderte. Achtung, Gasbomben!> Die Faschisten und ihre Freunde arbeiten mit Fälschungen und infamen Unterstellungen. Am 8. März hat der Reichsinnenminister Groener dem preußischen Innenminister einen Brief geschrieben, in dem er um entsprechende Veranlassung bat. Er hat dem preußi» schen Innenminister schwerwiegende Verdachtsmomente gegen Hitlers braune Armee unterbreitet. Wenn sich diese Ber- dachtsmomente bestätigen, liegt unzweifelhaft der Tatbestand des Hochverrats und des Landesverrats bei der SA. vor. Der preußische Innenminister hat dafür Sorge getragen, daß putschistische Unternehmungen in der Wahlnacht im Keime erstickt worden wären. Er hat darüber hinaus ange- sichts des Ernstes der erhobenen Beschuldigungen am 17. März die bekannte Aktion durchführen lassen. Am 18. März erschienen die Nationalsozialisten G ö r i n g und Frank II beim Reichsinnenminister. Sie teilten der Oeffentlichkeit als Ergebnis dieser Unterredung mit, Groener sei von der preußischen Aktion überrascht undwenig erfreut gewesen. Prompt erfolgt darauf ein Dementi, in dem festgestellt wurde, daß diese Bekzauptung falsch sei. Der Versuch, Groener gegen Severing auszu- spielen, war damit schon im Entstehen unterbunden. 2lm 24. März gab Ministerialdirektor B a d t in Leipzig den Brief Groeners vom 8. März bekannt. Noch am selben Abend wurde eine offiziöse Erklärung dazu ausgegeben, die im vollen Wortlaut folgendermaßen lautet: „Das Schreiben des Reichsinnenministers fei von Ministerialdirektor Dr. Badt in Leipzig richtig wiedergegeben worden. Der Brief habe eine Reihe von Angaben über narional- sozialistische Machenschaften enthalten, die dem Reichs- innenimnisterium, wie dies in politisch bewegten Zeiten immer geschehe, zur Kenntnis gebracht worden seien. Der Reichsrnnen- nrrnister habe diese Mitteilungen, um einen möglichst ruhigen Verlaus der Wahlen zu sichern, zur Nachprüfung an die Länder weitergeleitet, da ihm keine polizeilichen Befug- msse zuständen. Die am Schluß des Briefes ausgesprochen« Bitte, das Notwendige veranlassen zu wollen, entspreche der gewohnten Form' und bedeute keinerlei Stellungnahme zu den in dem Brich enthaltenen Angaben. Dieser stelle auch keine Anerkennung einer bestimmten Aktion dar/sondern das Vorgehens Preußeng sei in eigener Zuständigkeit«rfölgt. Die bei den National- sozialisten erfolgten Haussuchungen und Beschlagnahmen seien außer- dem viel später vorgenommen worden, und e« könne nicht behauptet werden, der Brief Groeners habe den uinnittelbaren Anlaß hierzu gegeben. Im übrigen werde sestgeslellt, daß Reichsinnenminister Dr. Groener von der preußischen Aktion nicht abgerückt und daß ausdrücklich demenlierl worden sei, daß er durch die Aktion sich etwa überrascht oder von ihr wenig erfreut gezeigt habe." Die Telegraphen-Union des Hugenberg-Kon- zarns gab diese Erklärung weiter— aber ohne den Schlußsatz! Aus der Feststellung der Nuance, daß Groener die preußische Aktion nicht angeordnet habe, wurde durch die Weglassung des Schlußsatzes abermals ein Abrücken von der preußischen Aktion! Mit Hilfe einer Retusche wurde abermals der Versuch gemacht, Groener gegen Severins auezuspielen, trotz des. Briefes vom B.'März! Dabei wurde zugleich Herr Groener als ein Minister hingestellt, der im Laufe einer einzigen Woche hin- und herschwankt!•- ' Dieser Versuch wird auch weiter fortgesetzt� Die Hußen- berigsche Nachtausgabe behauptet'Nicht mehr und. nicht weniger,. als daß Groener den Brief vom 8. Marz z w a r u n t e r- schrieben, a b e r n i ch t g e l.e s e n h a b e l Sie beschul- digt den Ministerialdirektor Haentzschel im Reichsinnen- Ministerium, daß er diesen Brief dem Minister Groener unterschoben habe. Dieser Behauptung sind andere infame Unterstellungen vorangegangen, so die Behauptung, daß der Brief überhaupt gefälscht sei. Die Methode, die sich hier wieder einmal offenbart, in. nicht neu. Im Vertrauen daraus, daß auf derartige G a s b o m b e n in den Ostertagen nicht prompte Zurück- Weisung durch amtliche Stellen erfolgen kann, wird gelogen und gefälscht nach Herzenslust, um Verwirrung zu stiften! Es wird nötig fein, daß sofort nach den Feiertagen der Reichs- innenminister zu dem Spiel um seine Person Stellung nimmt. Lüge und Fälschung. Die Reichsleitung der NSDAP, veröffentlicht zu den Leipziger Vereinbarungen eine Erklärung, die nicht nur eine einzige Lüge, sondern auch einen Verstoß gegen die Berein- barungen darstellt. Diese Erklärung geht auf die Melodie: Preußen ist zur Herausgabe des nationalsozialistischen Mäterials gezwungen worden. Es genügt, demgegenüber festzustellen, daß alles Material, das die preußischen Behörden für wichtig halten, inderHanddervreußischenBehördenbleibt. Zu der nationalsozialistischen Lüge gehört eine F ä l- Ich u n g der H u g en b e r g- P r e s s e. Sie berichtet über M Vereinbarung: „Die Antragsteller haben von dem Wortlaut der Erklärung des Ländesktiminalpolizeiamts Berlin vom 1S./17, März 1932 und von der Anordnung des preußischen Ministers des Jmiern vom 22. Mäch, auf die in dem Brief des preußischen Ministers des Inncrii an den Rechtsanwalt Dr. Frank II vom 22. März hingewiesen ist, heute Kenntnis genommen. Sie gehen hiernach davon aus, daß das gestirnte aus die feit Anordnungen noch im polizeilichen Gewahrsam befindliche Material unverzüglich an die Siesten der NSDAP., bei denen es erfaßt worden ist,' zurückzugeben ist." Das würde also bedeuten, daß Preußen unter dem Druck des«taatsgerichtshofs das gesamte Material herausgeben müsse! In Wahrheil lautet der letzte Satz dieses Absatzest „Sie gehen hiernach davon aus, daß das geiamte über bliese Anordnungen hinaus noch in polizeilichem Gswahrfam befindliche Material unverzüglich an die Stellen der. NSDAP., bei denen es erfaßt worden ist, zurückgegeben wird." Mit anderen Worten: es bleibt genau bei den Anord- nung. galitteiicüilBIicr.— St»glij>: Jugendheim Atcmmingstr. t4d.„Die Ohren werden dezaudcrt." — Moabit! Jugendheim Bremer Str. hg— 70. Hoscmann fingt Lieder zur Laut«.— Spandou-Bilhelmftadt! Jugendheim Sportpla» Sceburzer Straße. Erholung von der Osterfahrl.— Pankow: Jugendheim Jifiuigenflr. 48, Zivi.">• Unter uns— unsere Oftcrerlebnissc.— Treptow! Jugendheim Glfnifl:. 3(am Bhs. Treptows. Fahrtenerlebnisse.— Franifurter Allee: Jugendheim Litauer Straße 18. Unsere Osterfahrl.— Landsberger Platz: Jugendheim Landsberger Strage 50.„Aktuelle ZZirtschaktsfragen.-— Lichtenberg: Jugendheim Toste. straße 22. Aussprache:„Unsere Osledfahrt".— Nen-Lichtenbcrq: Jugend. beim Euuterstr. 44. Ausspracheabend:„Unsere Ostersahrt".— vstcadc; Jugend. heim Aarlshorst, Treslowallec 44(Nantschule).„Nilottn, Altohol und Jugend. bernegung".— Weddiug: Jugendheim Willdenowstr. S, 2 Treppen, gimmer lt. fV, Zugendgruppe des Zentralverbandes der AvsiesseZlten Am Dienstag, 29. März, finden folgende Leranhalrungen hall: Lichlen- berg: Jugendheim Gunterstr. 44. Bortrag:„Erundbegrissc der Politik und der Bolkswirtschast". Referent: Racustn.— Nordwest: Jugendheim' Lehrter Straße IS— 19. Bunter Abend.— Verantwortlich{iir Politik: Bieior Schill: Wirtschast:"«». Stlingeltzäscr; Ecwerkschastsbcweznng: I. Steiner; Feuilleton: Dr. John Schisowski: Lokales und sonstiges: Fritz Äarstädt-, Anzeigen: Th. Glocke; sämtlich in Berlin. Verlag: Borwärts-Berlag G. m. b. H., Berlin. Druck: Verwärts-Bulddruckerei und DerlagsanstaU Paul Singer u. Co.. Berlin SB. 63, Lindcustraße 3. _ Sierzn 9 Beilagen._ Pflege Deinen Hals täglich... gurgle trocken mit \//t es gehört das zur Hygiene jetn W a. 45 Pf. w'e c'as Pu'zen Deiner Zähne} Nr. �45» 49. Jahrgang Sonniag> 27. März 1932 Jfvn ist die stille Feier sinne] e des Abends oor dem Osterfeste roieder verklungen. Niemand vermag die Menschen zu zählen, die gestern ihren alten, brüchigen, zerlesenen Jaust" hervorholten: Der Tragödie erster teil.— Nacht. Allzu hastig, tidete die Uhr von der Wand und. mahnte die Zeil an. Bis die müden Augen um Ruhe baten, und nur noch hplb machend, halb träumend Faustens Sdilußroorte aufnahmen: O tönet fort, ihr süßen Himmelslieder! Die Träne quillt, die Erde hat mich roieder. Und als die Sonnenstrahlen am Ostermor gen durchs blanke Fenster fielen, schlugen sie es wieder auf und lasen jetzt den Oster Spaziergang: Vom Eise befreit sind Strom und Bäche durch des Frühlings holden, belebenden Blich.... Als die Zeilen nodi nicht so mager maren, packte die Jugend bereits am Gründonnerstag ihr Ranzel und trug den Jaust" bis in den Thüringer Wald, zu den alten Goethestätten bei Ilmenau: Schmalben stein und Kickeüiahn. Dann kamen die Tage, an denen es galt, die Riemen enger zu sdinallen, und zu jener Zeit schon mußte die Ruine des Rabensiein im nahen Fläming den Thüringer Wald ersetzen. Vollends jetzt, da ein Viertel aller Berliner sein Leben nach den trostlosen Rubriken kleiner, hellbrauner Karten mißt, auf denen sich in bunter Folge Stempel an Stempel reihen, mußten mir uns bescheiden und mit einem Ausflug an die Stadtgrenze fürlieb nehmen. Den wenigen, die auf Fahrt gingen, haben kaum jemals so sehnsüditige, fast traurige Augen nachgeschaut. Osierspaziergang in ZylinSern. Was heute die Wanderfahrt ist, war früher die Landpartie. Eine fchvmrrige Sache waren diese Landpartien. Die Männer setzten sich dazu Zylinderhüte auf. Mit dem Zniinderhnl ging es die stau- Inge Landskrahe entlang, mit dem Zyliuderhut gwg es in den grünen Waid. Auch ernste Bilder aus jener Zeit sehen ein wenig nach Witzblatt aus. Wenn gar nicht einmal mehr jung« Männer heute zu einem Begräbnis oder sonst wann einen Zylinderhut brauchen, muffen sie zum Großvater gehen und sich einen leihen. Selber haben sie leinen mehr. Nicht einmal die Hutgeschäft« stellen noch Zylinderhme ins Schaufenster. Wenn jemand in den Laden käme und verlangte einen Zylinderhut, würde das Fräulein erst sagen:„u Augenblick mal bitte" und dann fragte sie den Chef: „Herr Lorenz, wo haben Sie eigentlich Ähre Zylrnderhüte?"— Dann würde Herr Lorenz auf eine Leiter klettern und zwischen verstaubten Hutschachteln nach den Seidcichüten suchen. Es gibt deute in Berlin noch ganze drei Hutmachergesellen, die Zylinderhüte herstellen. In ganz Berlin werden tag- tick, nur noch-zwei Zylinderhüte verkauft, sind es gibt Taufende junger Männer in Berlin, die würden eher ionst etwas tun, als sich einen Zylinderhut aufsetzen. Wer in der Müller- oder in der Hermannstraße aus dem Torweg seines Hauses träte und auf dem Schöpfe blintre ein Zylinderhut, dann würden sofort alle Nachbarn sich ins Ohr tuscheln:„Nanu, was ist denn mit- Maxen los? Wo will denn der mit dem Wichstopp hin?" Seitdem die Schornsteinfeger nicht mehr zu?ienjahr gratulieren, hoben auch sie ihre Zyliuberhüte in die Ecke gestellt. Aus ist es mit den Zylinderhüten. Motorradfahren und dabei einen Zylinder- Hut aufsetzen, geht ja auch schlecht. Gras Nächst in der Kriedrichstraße. Zu den Zylinderhüten von einst gehörte eine eigene Welt. Da handelten die Grünkramkeller noch mit Pan- und Kartoffeln. Da die Methoden des Herrn Bata noch nicht erfunden waren, stellten die Schusterjungen einen gewichtigen ökonomischen Sektor dar. Bis zu den siebziger Jahren hatte nicht einmal das Königspalais seine Wasserleitung. Wenn Wilhelm I. baden wollte, ließ er sich aus dem Hotel de Name eine Wanne und ein paar Fässer mit heißen: Waffer herüberbringen, lieber den Potsdamer Platz schnaubte ärgstlich klingelnd eine Eisenbahn. Das mar der ursprüngliche Ber- binder, der zwischen den Anhalter und dem Stettiner Bahnhos verkehrte: es ging immer die alte Stadtmauer entlang. Kamen die Buben zu spät in die Schule, sagten sie, der Berbinder hätte heute so viele Güterwagen anhängen gehabt, sie konnten deswegen nicht über den Potsdamer Platz. Mit der Potsdamer Brücke war es ähnlich. Wenn den Landwebrkanal ein Aepfcl- oder Kohlenkahn passierte, mußte die schäbige, hölzerne Brücke hochgezogen werden. Bis dann der Verkehr wieder in Gang kam, darüber verging eine halbe Stunde. So hatten die Schulbuben ihre zmeit« Ausrede. An jener Brücke hatte der Herr Mieleng seinen Kaffeegarten mit Namen: Karlsbad. Hinter Karlsbad wurden die Kaiseegärten lang- sam zu Gemüsegärten, dann kam eine ganze Welle gar nichts und schließlich Schöneberg. In der Leipziger und Friedrich. st r a ß e wuchs noch Gras zwischen den Pflastersteinen. Nur die menigisten Häuser hatten Läden. Man wohnte, aber handelte nicht in diesen Straßen. Die Geschäftsstraße oder überhaupt die City. das war die.Königstraße mit dem großen Posthof. Heute ist nur noch das Hauptpostamt in der Königstraße übriggeblieben und in dem jetzt ein Jahrhundert währenden Zug nach dem Westen ist bereits der Potsdamer Platz übertrumpft, da» Rund um die Ge- dächtnis-Kirche will sein Erbe antreten. Landpartie nach AlSrechtshof. Landpartien wurden schon nach Albrechtshof gemacht. Wo Albrechtshof lag? Das war ein parzelliertes Landgut zwischeu der heutigen Rauch- und Stülerstratze. Die Rauchstrahe war bis in die sechziger Jahr« ein annseliger Feldweg und durch die Stülerstraße floß der Schafgraben. Dazwischen wogten üppige Soruselder. Und diele Gegend nun nennen wir heute den„alten Westen". Er ist noch reichlich jung, der alte Westen. Wer nicht gerade Kaufmann oder Minister war, kam auch nicht aus den Gedanken, zu verreisen. Spaziergang von Anno Dazumal(um J830) Wenn heute jemand nach Hamburg fährt, trifft er nicht halb so viele Lorbereitungen wie die Leute von einst, die nach Schulzeirdorz oder Pichelswerder mit dem Kremser fuhren. Eine Osterpartie nach Treptow oder Eharlottenburg war bereits da» bleibende Ereignis des ganze» Iah res. Händeringend läßt Adolf Glaßbrenner- zum Schluß seinen Seifensieder Bläschen dastehen und ausrufen:„Bor't erste kommt mir teener mehr mit solche Landparthie!" Vor hundert Jahren waren das wirklich„Osterspaziergänge", wie sie im Buche stehen. Es war schon ein Drama, ehe sich die Karawane in Be- wegung setzte. Ziorneweg Seifensieder Bläschen und seine Frau Henriette mir chren drei Ranzen: Friederike, das Mädchen, mit den Frehkörben hinterher, dazu- der Korbmacher Lerche mit der Kümmelpulle, der Herr Prhxttsekretair Schmidt und Meyer. Nachmittags um S Uhr sind sie glücklich im Wald. Jetzt fängt Bläschen an: „Nanu Kinderkens, nanu sind wir in de Heide und wat machen wir nanu? Das Schlimmste is immer uff so'ne Landparthie, det man nich weeh, wat man ansangen jöll." Es antwortet ihm Hen- riette, seine Frau: „Ick weeß nich, wat du immer hast, Bläschen. Wat verlangst« denn von so'ne Landpachie«ijentlich? Sollen die Vööme uns wat vordanzen? Wir können Jott danken, det sich det Wetter so jehalten hat" Jetzt Herr Schmidt:„Hören Sie. werther Herr Meyer, wenn Sie es nichr übel nehmen: Sie könnten uns eijentlich was deklamieren." Meyer willigte ein und deklamiert mit einem ungeheuren Pathos. Darauf Ludwig, Bläschens Sprößling:„Bata, warum schreit denn Herr Meyer so?"— Bläschens Antwort:„Halts Maul, Jeere, Hörste nich, det Herr Meyer deklamiert?"— Bums, haben sich all« in den Haaren. Lerche will Meyer verhauen, zu Schmidt sagen sie. er solle machen, daß er wegkommt und raus geht es aus dem Watd. Dann gehen die vier Männer auf einen Heuboden, um sich aus- zuruhen. Sie sind nach vielem Lärm endlich eingenickt, da weckt Meyer Herrn Schmidt auf und fragt ihn, ob er nicht wüßte, wie man Zimtbretzeln backen kann. Davon wacht Bläschen auf und jammert: „Weeß der Deibel, ick lieje immer noch nich ordentlich. Ach herrjees, nu schnarcht der Lerche ooch noch, no • det wird cen Vajnüjen werden! Wenn ick mir man Boomwolle mitjcnmnmen hätte. Heu kann man sich doch nich in die Ohren stoppen.� Als sich alles beruhigt hat. steht Meyer auf, zieht seine Schnupftabak- dose aus der Tasche, reibt dem Korb- macher Lerche mehrere Prisen in die Nase und legt die Dose dein schla- senden Herrn Schmidt in die Hanp. Dann klappt Meyer wieder die Augen zu. Nun aber Lerche(muß mehrere Male stark niesen, erwacht, reibt sich die Nase, bemerkt den Ta- bat und sieht die Dose in Schmidts Hand):„I, det is doch zu arch! Macht sich der dämliche Federfuchser mit mir solchen Spaß! Na wartel" Und Lerche klatscht Schmidt eins hinter die Haare. Schmidt(erwach! aus einem Traum): O, es war mir sehr anjenehm. Kommen Sie jefäl- ligst bald wieder. Was war den» das?"— Lerche:„Ach. dhun Sie man nich ja, als ab Sie jejchlasen hätten, een andermal verbttt' ick mir solchen Spaß!" Nur Schmidt sitzt noch verwundert da und meint:„Das ist aber sonderbar. Ick? jlaube jar, Sie haben mir einen Katzenkopf sejeben, wercher Herr Lerche. Und wie komme ich denn zu dieser mir nicht jehörije» Dose? Wenn das hier so zuseht, dann is es jeratjam, daß man sich entfernt." Trübselige Heimkehr. So geht das den ganzen Tag. Auf der Nachhausesahrt beginnt es zu regnen. Alle werden naß und"Lerche, der geschlafen hatte, be- schimpft Bläschen, well er ihn nicht zugedeckt hatte. Und Bläschen nimmt zum letzten Male das Wort:„Ne, nu seht mir doch aber die Jalle über! Nu bin ick noch an den Rejen schuld, nich wahr! Mir wird allens ufsjepuckelt. Erschtens Hab ick allens besorgen mützen, denn muß ick den Jungen uff'n Schooß nehmen, denn kann ick nich mal inschlasen, denn wer ick nah bis uff't Hemde und zuletzt, wenn se nich mehr weiter wissen, muß ick de Schuld von de Rejcmvolken ausbaden." Kutscher:„Brrr. Nu sind wir da!" Bläschen:„Na. Jott fei ewig und jelobt und jedantt! Ick tripple wie'n Eiszappen, usf den de Sonne scheint. Da Aususte, nimm mal den Ludwig hier, damtt ick runter steisen kann: der Fleck, wo der dumme Junge jeseffen hat. det is der eenzije drockne am janzen Leibe. Wo is'n Asur? Ach, da is er ja. Det arme Biech wird sich ooch jelangwellt haben." Dann folgen die Verabschiedungen und zuletzt Bläschens Schwur, keine Landpartie mehr zu machen. -i° Sett diesen Tagen des Vormärz ist nunmehr ein ganzes Jahr- grau..... Pfd. 87 Pf. weiß...... 9* Pf. dauniger Rupf 3.54. gerissen. Federn Pfd. 1.80 sehrdaunlgeWare„ 5.24 Stand Betten «rrnurot Inlett, mit trauen Fcdern.l Oberbett,1 Unter- o/ bete. 1 Kissen, zusammen»> Fertige Inlette Oberbett frturot O*/ gestreift••••• nc odv 720 rotrou...../ Kim echt törkisch- roe....... 1150 bettfedern- D Gustav FertigesOberbett rot oder rotro» inlep, feder- dicht, mit chlnes. Enten- O'iSO federn. 130 X 200... CO Linon»Garnitur Steiiig, mit einem be- O7A stickten Kissen...... 0/u Uebertaken Linon, mit hsndgezogenen Oort Hohlsäumen, e». 150 X 250. 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Stange, bügeltief, 29*® weiß lackiert...... -2325 Kinder- Klappwagren mit Verdeck. 6 Riemen-Federung Wochenend- Klappwasen 7 SO an \Pnnzen-Stn j W/mersdorfer-Si/: \Ecke Sebastian-Sk I Ecke BismarcK-Str. Frankfurter-AUi 30t- Das Rätsel von Jena. Beging der Obcrlandcsgerichisrat die Tat im Wahnsinn? 3c na, 26. ZNärz. Als die grauenhafte Tragödie im Haufe de» Oberlandesgerichts- rats M e u r e r bekannt wurde, strömten Menschen in Scharen nach der stillen Straße, in der sich das Drama abgespielt hat. Die einzige Ueberlebende. Eine einzige Bewohnerin der Räume, in denen sich die Bluttat abgespielt hat, ist am Leben geblieben: die.Hausangestellte des Oberlandesgerichtsrots M eurer. Si« war vor der Mordtat von Dr. Meurer aus dem Haufe geschickt worden, sie hatte die Wohnung während der schrecklichen Vorgänge betreten und steht auch heute noch unter dem furchtbaren Eindruck der Geschehnisse, deren ent- sernte Zeugin st« war. Der Hergang der Tat ist geklärt. Dr. Meurer hat kurz vor 12 Uhr nachts seine geschiedene Frau, die geschiedene Gattin Dr. Rittwegers und seine Mutter von hintf» durch Kopfschüsse getötet, während die drei Personen um den Tisch saßen.' Der Oberlandesgerichtsrat ging dann in den ersten Stock hinauf und erschoß dort sei ii«n Vater, der im Rollstuhl saß, und dann seinen fünfjährigen Sohn, der im benachbarten Zimmer im Vett lag. Unmittelbar nachdem er das Kind erschossen hatte, muß er auch seinen achtjährigen Sohn getötet haben. Dann fiel der letzte Schuß, mit dem Dr. Meurer sich selbst das Leben nahm. Die erste, die die grauenhaste Tat entdeckte, war die Haus- angestellte, die bei der Heimkehr vorn Ausgang im Eckztnuner den erschossenen Vater Meurers in einer großen B'utlache faitd. Entsetzt eilt« das Mädchen zürn Schlafzimmer, dessen Tür auf ihr Klopfen vom Oberlandesgerichtsrat selbst geöffnet wurde. Auf ihr« erregte Mitteilung vom Geschehenen hin schickte sie der Oberlandesgerichts- rat nach einem Arzt. Kaum war sie einige Schritte vom Hause entfernt, als drei Schüsse ertönten. Dr. Meurer hatte seine beiden letzten Opfer und stch selbst erschossen. Das Motiv der Tat ist noch inmrre nicht geklärt: auf Grund der Ermittlungen haben sich zwei Theorien ergeben. Die eine lautet dahin, daß Dr. Meurer die Tat als vorbedachten Mord inszeniert hat. Darauf deutete der Umstand hin, daß AcKwucjl Erweiterter Bezirksvorstand I Mittwoch, den 30. März, pünktlich 18J4 Uhr, im Sitzungssaal des Bezirksverbandes, Lindenstr.3, 2 Hof, 2 Treppen Sitzung des Erweiterten Bezirksvorstandes Das Erscheinen slmtlfcher Bezirksvorstandsmltqlieder Ist d r i n a e n d erforderlich. DER BEZIRKSVORSTAND. er das Mädchen vor der Tragödie und auch nach der Eittdcckung der ersten Opfer fortschickte, ferner auch der Umstand, daß es zu keinem Kampfe gekommen war und die Schüsse mit einer geradezu erstaunlichen Kaltblütigkeit berechnet scheinen. Die andere Erkln- rung ist die, daß Dr. Meurer, zermürbt durch die vorangegangenen Ausregungen und vielleicht auch durch Gewissensbisse dem izreund gegenüber in Geistesumnachtung verfallen war. Die Muttertragödie. Vor dem Hause Bergstraße 8 im Proletaricrviertel des Etettiner Bahnhofs patroulliert ein Schupoposten: er gibt dem und jenem aus Befragen Bescheid, und verhindert die Ansammlung Reu- gieriger. Eine Stunde vorher hatte er noch alle Hände voll zu tu», die zuströmende Menge zu beruhigen und fernzuhalten, als die Mordkommission die letzten, traurigen Spuren der schrecklichen Tat einer Mutter verwischte und die Wohnung verschloß. Im zweistöckigen Ouergebäude wohnen in jedem Stockwerk drei Parteien auf einem Flur mit Kindern und Schlafburschen in drei Mansarden st üben mit je einer Küche. An der Wohimngstür befinden sich drei Klingeln und fast doppelt soviel Namensschilder unv man hat Mühe, den zu finden, den man sucht. Im 2. Stock, wo eine unglückliche Mutter stch und ihre drei Kinder tötete, ist es seit zwei Tagen unheimlich still geworden: das muhte auffallen, hier, wo man Tür an Tür. Wand an Wand miteinander haust, eine Gemein- ichaft Verzweifelter. Da hörte der Nachbar links, wenn ein Kind schrie und der Nachbar rechts, wenn eine fremde Männerstimme im Zimmer der Frau sprach, es blieb nichts verborgen, tonnte nichts verborgen bleiben. Da weiß ei» jeder unendlich viel aus dem Leben dieser unglücklichen Frau zu berichten. Sie versuchte, einen Mann, einen Vater für ihre Kinder zu finden und immer wieder war es nichts und immer wieder verließ sie der Mann. Einer, von dem sie ein Kind unter dem herzen trug, war ihre letzte Hoffnung gewesen. Ostern sollte geheiratet werden, es war schon alles vor- bereitet, man wollte zu des Mannes Mutter aufs Land ziehen und die Frau war glücklich, die Brücken hinter sich abbrechen zu können; da wurde auch diese Hoffnung zunichte... Nun war sie am Ende. Dem Treulosen stellen die Nachbarn das denkbar schlechteste Zeugnis aus: er soll die Frau schlecht behandelt, bestohlen und sich schließlich auch noch an einem ihrer Kinder ver- gangen haben. Das war der Grund des Bruches zwischen den beiden Menschen und der Anlaß zu der furchtbaren Tragödie. Mit ihrer letzten Kraft, um sich und ihre Kinder all dem Schrecklichen und Trostlosen zu entreißen, beging sie die Tat. hundert ins Land gezogen'. Der Zylinderhut ist zum Requisit be- sonderer Feiern geworden. Das Zeichen heutiger Festtage ist die Sonntagsrückfahrkarte. Sie hat Mecklenburg so nahe an Berlin gerückt, wie es ehedem Treptow war. Treptow ist nur noch«in Ortsteil im XV. Verwaltungsbezirk der Reichshauptstadt. Ein wenig klein ist die Welt geworden. Die Fußgängerwoche. Die Vorarbeiten zur Fußgänger-Woche sind soweit gediehen. daß jetzt der Kamps plan, nach dem die Berliner laufen lernen sollen, festliegt. Die Hauptverteilung geschieht durch sogenannte Sandwichmänner, die an ungefähr 15 hauptoerkehrspunkten der Stadt Berlin die Verteilung der kleinen Druckschrift vornehmen Schupoposten werden freundlicherweise die Verteilung unterstützen. Di« Berliner Spezialgeschäfte und Kaufhäuser werden die Druck- schrist„Fußgänger-Regeln" den Paketen ihrer Kunden beipacken. Bis Mitte März waren bereits 46 000 Exeinplare von den Spezial- gefchäften vorbestellt. Die Exemplare werden kostenlos den Be- stellern angcliejert und genügt einfach« Anforderung durch Postkarte an die Geschäftsstelle der Verkehrswacht Berlin- Brandenburg e. 25., Berlin S. 61, Planufer 61. An einigen der stärksten Verkehrspunkte werden während der Fuß- gänger-Woche vom 11. bis 16. April in den verkehrsreichsten Stun- den Lautsprecher oder Lautsprecherwagen aufgestellt werden, so daß die ganz hartnäckigen auch durch das unmittelbar gesprochene Wort zur Verkehrsdisziplin ermahnt werden können. Für den Berliner Rundfunk sind Vorträge von Herren des Polizeipräsidiums und der Verkehrswacht vorgesehen. Einer der wirksamsten Wege zur Be- lehrung dürfte die Verteilung von 100 000 Exemplaren der»Fuß- gänger-Regeln* an die Berliner Schulen sein. Die Schulen er- hatten außerdem 2000 Plakat« in Dinformat, auf denen die Ver- tehrsregelungszeichen dargestellt wurden Eine in Berlin wohl noch nicht dagewesene Veranstaltung dürfte die kleine Unfall- verhütungs- Ausstellung der Verkehrswacht auf dem I7-Bohnhos Wittenbergplatz werden. Opfer der Eisschmelze. Zwei Kinder auf dem Gchlachtensee eingebrochen. Das brüchige Tis des S ch l a ch l c n f e e s hak gestern nachmittag wieder ein Todesopfer geforderi. Nachmittags hatte der Stadtamtmann Ludwig W. mit seinen beiden Stiefkindern, dem«ls Jahre alten Gerhard und dem neun- jährigen Manfred Noeske einen Spaziergang in den Grunewald unternommen. Am Schlachtensee liefen die Jungen aus das Eis. Etwa zehn Meter vom Ufer entfernt, gab die durch das wanne Wetter der letzten Tage völlig zersetzte Eisdecke nach und Manfred stürzte ins Wasser. Sein Bruder Gerhard, der ihn zu retten versuchte, brach wenige Sekunden darauf gleichfalls ein. Der Stief- vater der verunglückten Kinder lief unter eigener Lebensgefahr ebenfalls an die Unfallstelle, wo es ihm aber nur gelang, das älter« Kind zu erfassen und herauszuziehen. Der alarmiert» Fischer des Schlachtensees erschien kurze Zeit nach dem Unfall mit seineu, Motorboot an der Unglücksstätte, wo er die Leiche des Neun- jährigen bald bergen konnte. Der Vorfall hatte«ine große Schar Ausflügler angelockt, die dichtgedrängt die Unfallstelle umstanden. Hochbetrieb im K?astverkebrsamt. In den letzten Tagen sind im Kraftverkehrsamt in der Blücherstraße wieder annähernd 2000 Autos und Motorräder. die während der Wintermonate von ihren Besitzern still- gelegt waren, neu angemeldet worden. Allein am Grün- donnerstag wurden 1100 Fahrzeuge wieder in Betrieb gesetzt, das ist der höchste Stand, der bisher an einein Tage überhaupt erreicht worden ist. Bei den wieder angemeldeten Fahrzeugen handelt es sich um 716 Kraftwagen und 385 Krafträder. Auch am gestrigen Sonnabend herrschte in der Blücherstraße wieder H o ch b e t r ie b, in die Hunderte ging die Zahl der Autobesitzer, die ihren Wagen für die bevorstehende Ostertour rasch noch anmeiden wollten. Nicht alle konnten bei dem Andrang rechtzeitig abgefertigt werden und so blieb manches Fohrzeug ohne notwendigen Polizsistempel. �us dem Russischen übertragen von Werner Bergengruen. . Unerwarteterweise traf ich hier einen Häftling, der mir bekannt vorkam; doch konnte ich ihn nicht recht erkennen, weil mir irgend etwas in seinem Gesicht fremd erschien. Plötzlich kam er auf mich zu und fragte lachend: „Du erteimst mich wohl nicht, Kollege?" Vor mir stand ein gut aussehender, schön gebauter und kräftiger Mann mit regelmäßigen Gesichtszügen. Was ihn fast unkenntlich machte, das war der Bart, den er bei unserem ersten Zusammensein im Odessaer Gefängnis' noch nicht ge- habt hatte. Ein alkr Taschendieb mit großer Vergangenheit und langjährigen Gefängniserfahrungen, war er nach Sibirien übergefiedelt, um, wie er sich ausdrückte, ein neues Leben zu deginnen. Er hat dort eine Kaufmannstochter geheiratet und einen Laden aufgemacht.- Um fein Aeutzeres zu verändern, hatte er sich den Vart stehen lassen. Der hübsche, sorgsam gestutzte hellblonde Bart paßte gut zu seinem hellen Teint und seinen grauen Augen und gab ihm etwas Vertrauen- erweckendes. Mit einer solchen Physiognomie hat man es leicht, ein Spitzbube zu sein, wie Gogol von einem seiner Helden sagt. Seiner Frau und deren Verwandten hätte sich offenbar nie das Geheimnis von seiner Vergangenheit enthüllt, wenn es nicht herauLgakommen wäre, daß er vom Militär desertiert war. Ein Dieb von Profession kann nun einmal kein Soldat sein, was übrigens auch den ständischen Ehrbegriffen der Diebeszunft widerspräche. Daher halle Petjta Nesterow Syphilis simuliert und lange im Lazarett gelegen; tu die Kaserne zurückgekehrt, hatte er nichts Eiligeres zu tun gehabt, als irgeitt» etwas auezufressen, um Ins Difziplinarbataillon gesteckt zu werden. Hier war es UM wohlcr als im Truppen- dienst. Und die Zeit im Difziplinarbataillon wurde aus die Dienstzeit angerechnet. Walfisch in der Elbmündung. Beim Abschleppen nach Hamburg erstickt. Am Karfreitag wurde in der Elbmünbung ein Walfisch von über acht Meter Länge gefangen, der das stattliche Gewicht von etwa 12 000 Pfund aufweist. Der Wal hatte sich in dem flachen Wasser fcstgelaufen und wurde später von einen, Bcrgungsdampfer zmiächst. mich Cuxhaven geschleppt. Da der Kopf des Tiere« aber längere Zeit unter Wasser schleifte, war der Wal bei der Ankunft in Cuxhaven bereits er- stickt. Der Koloß wurde dann noch Hamburg wettergeschleppt. Die Bergung des Wals war mit großen Schwierigkeiten verbunden und gestaltete sich zu einem regelrechten Kampf zwischen dein Tier und den Bergungsleuten. Schließlich gelang es. Eisenketten um die Schwanzflossen des Tieres zu schlagen und an dem Bergungs- dampser zu befestigen. Taucher Sieoers, der die Bergung des Wales vorgenommen hatte, trat mit der Hamburger Fischerei- direktion sowie mit den Firmen Hagenbeck und Umlaufs in Verbindung. Bisher sind jedoch Abschlüsse über die Verwerttmg des Wales mit keinem der Interessenten getätigt worden. Die Ab- schlüsse scheiterten an der Forderung des Tauchers, der etwa 2000 M. für den Wal verlangte. Er freute sich außerordentlich darüber, mich wiederzu- sehen, weil er jemanden brauchte, der ihm unverzüglich einen wichtigen Dienst erweisen tonnte. Er muhte schleunigst er- kranken, um wieder für längere Zeit ins Lazarett zu kommen. Dazu brauchte er die äußeren Symptome der Syphilis. Zu diesem Zweck sollte ich ihm mit einer brennenden Zigarette Zahnfleisch. Mundhöhle und einige noch intimere Körper- teile versengen. Zch machte Einwände, ich berief mich auf meine mangelnde Erfahrung in solchen Dingen, aber das ließ er nicht gelten und meinte, alte Kameraden müßten einander aus der Verlegenheit helfen. Und in der Tat hatten wir einige Monate im gleichen Gefängnis zugebracht. So mußte ich denn nachgeben. In der Nacht, als olle schliefen oder doch aus ihren Pritschen lagen, richteten wir im abgelegensten Winkel der großen Zelle unser Handwertszeug her— Zigaretten und Streichhölzer—, und machten uns an die Operation. Nesterow kniete nieder, sperrte den Mund weit auf und schloß die Augen. Ich zündete eine Zigarette an. führte sie in seinen Mund und preßte sie rasch gegen das Zahnfleisch. Die Ziga- rette zischte und erlosch. Ich mußte sie von neuem anzünden und mit der Operation fortfahren. Auf dies« Weise versengte ich ihm Vackentaschen, Zahnfleisch und andere Körperpartien, im ganzen wohl etwa zwanzig Stellen. Die nicht geringen Schmerzen, die ich ihm verursachen mutzte, ertrug er heroisch. Am Morgen verlangte er nach dem Sanitätsunter- offfizier. Der brachte ihn lofoxt zum Arzt. Zwei Tage später war Nesterow bereits im GefängniÄazarett und hatte be- gründete Aussicht, von dort als Heeresangehöriger ins MUitärlazarett übergeführt zu werden. Damit würde also wieder ein Teil seiner Dienstzeit vergehen. Bald darauf mutzten der Mann ohne Gedächtnis und ich endgültig Abschied voneinander nehmen. Wir drückten un« lange die Hände, wir sprachen davon, wie gern wir einander gehabt hatten und wünschten uns alle« Gute. Wir hatten ja viele Wochen miteinander verbracht, und solche Wochen in der Gefangenschaft zählen oft wie Jahre. Unwillkürlich dachte ich noch oft über ihn nach, und in meiner Erinnerung steht er so vor mir, wie ich ihn im ersten Augenblick unserer Bekanntschaft sah, als ein interessanter, eigenartiger, ja vielleicht auf seine Weise großer Mensch. Dazu mag der Umstand beigetragen haben, daß es in seinem Leben zweifellos etwas Wesentliches, etwas Mächtiges und Wert- volles gab, das er im Dunkel eines sorgsam behüteten Ge- heinuiisses lassen mußt«. Hätte das Leben es anders gefügt, Ostermontag Aufmarsch der Schupowache. Wie wir bereits in der gestrigen Abendausgabe mUleillen, wird die wache der Lerliuer Schutzpolizei om Ost er« mau tag um 12.30 Uhr erstmalig mit Musik durch die Straße Unter den Linden zum Brandenburger Tor ziehen. Der weg geht von der Volizeluolerkonst„Staatsmlolsler Grzesmski" in der prinz-Artedrich Sarlslraße durch die Unlversilälsstraße über die Millelpromeunde Unter den Linden zur wache am Branden- Vvrger Tor. Zurück marschiert die Schupokapelle zum Gendarmen- markt, wo om Schillerder.kmal ein Blatzkoazerl veranstaltek wird. Zukünftig wird die wache der Schutzpolizei jeden Montag und Donnerstag mit Musik aufziehen. Wenn Chinesen wild werden. Bei der Vorführung eines Films, der den Einmarsch der japanischen Truppen in Tschapei zeigt,«ntstanö in einem Lichtspiel- Haus in Kanton ein großer Tumult. Chinesen stünnten die Bühne und zerschnitten die Leinervand. Drei Japaner wurden ver- letzt. Der Direktor des Kinos wurde aus einem Fenster des zweiten Stockwerks aus die Straße geworfen, wo er t o t liegen blieb. Zwei chinesische Angestellte wurden aleichialls getötet. Zur Wiederher- stellung der Ruhe muhte Militär herangezogen werben. hätte er seine Gaben ausbilden können und wäre sein Ge- wissen nicht mit so furchtbaren Dingen belastet gewesen,— er wäre wohl ein Mann geworden, der viele überragt hätte. So aber verlor sich seine Spur, die eines namenlosen Land- stretchers, irgendwo in der Einöde. Verstandesschärfe. Willensstärke, reiche Lebenserfahrung, das alles geht sinn- los, zwecklos zugrunde,— ein echt russisches Schicksal. Immer weiter trug mich die Fahrt davon, immer weiter fort von der Heimat, von den Menschen, die mir nahestanden. von Europa und seiner Kultur. Wieder Waggons, Geleise, Eskorten, bloße Säbel, Fesseln und Fackeln, wieder Gefäng- nisse. Das düstere, herzbeklemmende Gefängnis von Tschita. Und wieder graue Zellen, graue Sträflingsgesichter, graue Arrestantenkittel. Uno immer wieder die gleichen Erzählungen von Mord, Einbruch, Raubüberfall und Diebstahl... Vor den Fenstern schwirren Dörfer vorbei, Ansiedlungen, Städte, Bahnhöfe und Haltestellen. Unter den gewohnten russischen Physiognomien tauchen bereits die gelben Gesichter von Chinesen, Koreanern und Japanern auf. Aus dem Bahn- steig von Eharbin sah ich in der buntscheckigen Schar die feisten Gestalten blaugekleideter chinesischer Kaufleute mit langen schwarzen Zöpfen, die zierlichen Figürchen der Chinesinnen mit ihren winzigen Fühchen und bemalten Ge- sichtern. Die Chinesinnen gingen zu zweien oder dreien und hielten sich untergefaßt, um nicht zu fallen. Am Ende des Bahnsteiges standen neben unseren russischen Gendarmen riesige dicke chinesische Polizisten mit grimmigen Gesichtern wie dressierte Bulldoggen. Wir fuhren weiter und nun lag die letzte Großstadt hinter uns. Und nun fahren wir schon über die Felder, auf denen sich vor zehn Iahren eine der furchtbarsten Tragödien der Menschheitsgeschichte abgespielt hat. Hier, auf den Höhen- kuppen der Mandschurei, prallten wegen der persönlichen Interessen gekrönter Konzessionsbesitzer am Jalufluß zwei Völler aufeinander und vergossen monatelang Ströme von Bruderblut. Hier, auf dey Feldern der Mandschurei, sind Hunderttausende zugrunde gegangen, Hunderttausende wurden zu Krüppeln ohne Arme, Beine und Augen. Hier liegen Ehe- männer, Brüder, Väter und Söhne begraben, � Hunderttausende, die nie wieder zu ihren Frauen, Schwestern, Kin- dern und Müttern zurückkehren durften. Hier sind Millionen schuldloser Menschen am gxstnmige» Frpst, an Hunger und Ungeziefer, an feindlichen Kugeln und Granaten zugrunde ge- gangen.(Fortsetzung folgt.) Moralische Oberpofidirektion. Eine Zehnjährige als Belastungszeugin. Zwei Umstände fesselten kürzlich in einen Beleidigungsprozeß: Die moralische OberpostdireUion und die dramatische Aus- sage einer Zehnjährigen über Dinge, die sie vier Jahre vorher, also im Aller von sechs Jahren erlebt haben wollt«. Diese Dinge waren aber nicht nur für den Ausgang des Beleidtgungs- Prozesses entscheidend, sondern auch für das Schicksal einer jähre- langen Ehe. Im Hintergrund des Prozesse», der übliche nieder- trächtige Tratsch und Klatsch der lieben Nachbarinnen in einem Miethaus. Der Nachbar K. pflegt Umgang mit der Frau des Postbeamten N.: sie führt ihm in Abwesenheit der Ehefrau die Wirtschaft. K.s Frau wünscht nicht diesen Verkehr. Die Nachbarinnen ergreifen ihre Partei, man will Verschiedenes über dos ehewidrige Verhalten des Mannes mit der Frau des Postbeamten wissen. Im Ehe- scheidungsprozch erhält K.s Frau recht; die Ehe wird wegen ehe- widrigen Verhallens des Mannes geschieden. Der Klatjcy und Tratsch gehen weiter. Au die P o st d i r e k t i o n fliegt ein Brief, vier Nach- barinnen sind die Verfasset: Die Frau des Postbeamten treibe Ehe- bruch mit Herrn K.: der Mann dulde es und ziehe daraus gleich einem Zuhälter Geld. Was tut die Postinrektion? Sie läßt den Wisch in den Papierkorb wandern?! Weit gefehlt! Der Postbeamte hat sich zu rechtfertigen. Also erhebt er gegen die vier Briesschreiberinnen Privatbeleidigungsklage. Die vier Nachbarinnen sitzen auf der Anklagebank. Ihnen gegen- über als Nebenkläger der Postbeamte. Hauptzeugin sein zehnjährige» Pflegekind. Der Richter befragt die Kleine mit größter Vorsicht. Sie will aus ihrem Bettchen Verschiedenes beobachtet haben, was sich zwischen Pflegemutter und Nachbar zugetragen haben soll. Der Anwalt des Postbeamten bezweifelt, daß die Aussage des Kindes über Dinge, die vier Jahre zurückliegen, für das Gericht von Bedeutung sein können. Die Kleine wird Herrn K. gegenübergestellt! sie bleibt bei ihrer Aussage. Herr K. ist bereit, unter seinem Eide zu beschwören, daß er mit der Postbeamtenfrau keinen Verkehr gehabt habe. Auf den dringenden Bor- hall des Vorfitzenden oerweigert er aber schließlich die Aussage: er könne ja doch nicht sagen, wie alles gewesen sei. Der Postbeamten- srau wird die Aussage des Kindes und die Aussageverweigerung des Herrn K. vorgehalten: sie wird auch auf ihr Aussageverweige rungsrecht aufmerksam gemacht. Si« ist bereit zu beschwören, daß zwischen chr und Herm K. keine intimen Beziehungen bestanden. Die noch so energischen Vorhaltungen des Richters können sie davon nicht abbringen. Diesen interessiert aber gar nicht mehr die Aus- sage der Frau; er ist auf Grund der Aussage der Kleinen und der Aussageverweigerung von K. bereits davon überzeugt, daß Ehebruch getrieben worden ist. Der Postbeamte ruft in höchster Erregung. daß er nun Schluß machen würde: wenn das wahr sei, so lebe er morgen nicht mehr. Der Richter schlägt«inen Vergleich vor: die Angeklagten verbleiben bei der Behauptung vom Ehe- bruch der Frau, nehmen aber diejenige von der Zuhällcrei des Mannes mit Bedauern zurück... Der Berichterstatter wartet das Ende dieser Verhandlung nicht ab. Er begreift nicht, wie nian auf Grund der Aussagen eines zehn» jährigen KinÄes über Tatsachen, die vier Jahne zurückliegen,«ine richterliche Entscheidung treffen und das Familienleben eines Ehe- paares zerstören kann. Schädigender Hausklatsch sollte unter Strafe gestellt werden. Der Vergleich war, wie vom Richter vorgeschlagen, zustande- gekommen! Kurzsihung bei Gklareks. Hoffmann soll seine Sklarek-Garderobe mitbringen. Im Sklarek- Prozeß fand gestern nur eine Formalsißung von etwa 20 Minuten Dauer statt, um das verfahren ungefährdet über die Osterfeiertage zu bringen und die dreitägige Frist zu wahren. Zeugen waren zu dieser Sitzung nicht geladen, die man mit der Erörterung der verschiedensten Angelegenheiken ausfüllte. Zunächst wurde vom Borsitzenden eine Anweisung des Stecht- bankdirekwrs H o f f m a n n zur Verlesung gebracht, die dieser neulich überreicht hat und in der er die Girokassenieiter über ihr Tätigteits- gebiet aufklärt. Diese Anweisung oerbreitet sich über die verschiedenen Arten der Konten und Buchungsmöglichteiten uich ist, wie der Vor- sitzende bemerkte, für allererste Anfänger ihrem Inhalt nach be- stimmt. Der Vorsitzende ersuchte dann den Angeklagten Hoffmann bei der Erörterung der Zuwendungen, die noch Erledigung des Konkursteils erfolgt, die noch in seinem Besitz befindlich« S k l a r e k- Garderobe zur Verhandlung mitzubringen, damit sie dem von ihm benannten Sachverständigen Schneidermeister Kofahl zur Begutachtung vorgelgt werden kann. Hoffmann hatte nämlich be- honptet, daß die Qualität dieser Kleidungsstücke gor nicht so erst- klassig gewesen sei, so daß der von ihm mit den Sklareks verein- barte Preis angemessen war. Leo Sklarek nahm dann in einer längeren Erklärung zu den Aussagen des Stadtbankdirektors Dr. Zetzel Stellung. Zetzel l>abe seinerzeit eine Erbschaft gemacht und hätte dafür SOM Mark Erbschafts st euer an das Bezirks- Das Ostergastspiel Fräulein Mimi gastiert in Schivelbein—„Gutes Haus— viel Betrieb" Clim otbeitälofen Lortregslllnstleriu rctbartltn wir{elatniw amü= (ante Schilderung aus der Zeit, da es noch Engagements gal>. Das war im Jahre lS2ä, v. d. g. D.(vor dem großen Dalles), im Jahre des Heils, wo Ostern noch Ostern war und somit ein Feiertagsgeschäft winkte. Bcmi Montag angefangen, lies nun sich bei verschiedenen Agenten die Hacken ab, im»«in Ostcr- g e s ch ä f t zu ergattern. Mir lachte das Glück in Gestalt eines Kon- traktes für ein Cafe in Schivelbein in Pommern. Sonnabend mittag drückte mir der Agent den Kontrakt in die Hand. Kantrokt ist eigentlich etwas übertrieben, es war ein kleiner Wisch, au�dein geschrieben stand:„Fräulein Mimi Kesano ist für die Zeit von Ostersonnabend bis Ostermontag einschließlich mit einer täglichen Gage von 8 M. als Soubrette für mein Eta- b l i s s e m e n t engagiert. Im Auftrag« der Direktion. X.?)•" Bei Uebcrgabe des Zettels machte mich der Agent noch auf schleunigstes Zll'dampfen bereit— der Zug ging um 2 Uhr nachmittags—, sprach was von„gutem Haus, angenehmer Direktion, viel Betrieb� und was der üblichen sirggestiven Attribute mehr waren, dann schob ich von dannen. Die Reise war lang und trostlos, noch viel trostloser aber die Stätte meines künftigen Wirkens. Nicht, daß die Ortseinwohner sich allesamt in ihren Häuser» verkrochen hätten, im Gegenteil, die ganze Stadt mar aus den Beinen: allerdings nicht meines Gast- spiels wegen, sondern es war Fahnenweihe am Osterfonntag und alles schon am Vorabend solch wichtiger Ereignisse in höchster sreudiger Erregung. Das„Etablissement", dos mein«„Kunst" dem Volke zu vermiteln die Ehve hatte, war«in ganz abseits vom Ber- kehr gelegenes winziges Kaffeehaus ländlichen Zuschnittes. Born «in Raum mit einem Billard, dahinter ein kleinerer Raum mit Tischen und Stühlen, in der Mitte die Theke, im Winkel das Klavier, Schluß. Auf einem Stichl in einer finsteren Ecke druselte laut und vernehmlich«in dicker, hemdsärmliger Herr, sonst war niemand weit und Krell zu sehen. So mußte ich den Schlaf dieses Gerech- ten stören— es war der Herr Direktor in eigener Person! Beim Anblick meines Handköfferchens, das meine Abendgaroerobe und sonstige Utensilien enthielt, meinte der Gewaltig«:„Und wo sind Ihre Toilette n?" Worauf ich auf den Koffer wies und mir damit die erste direktoriale Mißfallensbezeugung erwarb. Oer Elitegast. Der Abend kam, mll ihm jedoch leider keime Gast«: draußen regnete es wie mll Kannen. Grund genug für die Einwohner, zu Hause zu bleiben und auf ein besseres Morgen zu hoffen. Un- entwegt und unermüdlich entlockt« der Pianist seinem alters- schwachen Instrument stark belegte, heftig tremolierende Töne, um- sonst, es wurden der Gäste nicht mehr. An einem der vorderen Tische faß ein Gast, um den der Direktor heftig herumscherwenzelte, rückwärts hatte sich ein schüchtern agierendes Liebespaar etabliert, das war alles. Als der Elite gast Anstalten traf, auf- zubrechen, winkte mich der Direktor auf die„Bühne"— dies «in kleiner, auf schwindelnder Höhe befindlicher Podest, den zu erklimmen mir nur mit Hilfe eines Stuhles gelang. Knacks, riß bei dieiem Bergmanöver mein Rock ein, egal, ich war droben und fang. Unheimlich hohl klang der To» in diesem. Grabgewölbe" menschlicher Luft, aus allen Ecken und Winkeln schienen mich höhnend« Fratzen anzuglotzen in meiner gräßlichen Einsamkeit da oben auf dem Rudeldrett. Das Liebespaar scherte sich den Teusel um mich und meine Borträg«, es nützte den Augenblick des Un» beachtetfeins zu zärtlich-schäterndem Getue, nun blieb nur der Vordermann als Zielscheibe meines Humors. Aber sein Gesicht war eisern, unbeweglich, feindlich, wie mir schien. Der Angstschweiß stand mir aus der Stirn: Wenn das nur gut geht! Und die Angst, sie sollt« bald zur peinlichen Gewißheit werden.... Oer feindliche Gast als Helfer in der Not. Mein Logis befand sich in einem Häuschen am Waldesrand, idyllisch für den Sommer und seine Abende, etwas graulich jedoch in herben Borfrühlingsnächtcn. Bei der trüben Kerze Schein— elektrisches Licht gab es hier noch nicht, verfügte ich mich sodann in ein Lager mll zwei- oder gar dreifachen Unter- und Oberbetten. Am nächsten Morgen, zu ziemlich früher Stunde energisches Klop» fen an meinem Zimmer. Ich öffne, draußen steht die Direktrice. „Fräulein, Ihr Repertoire gesollt mir absolut nicht"— das Guten Morgen erachtete die Dame als überflüssig—„und überhaupt, ich löse den Konttakt." Meine Einwände, daß ich ja Repertoirewechsel vornehmen könnte, ließ sie erst gar nicht gelten, sondern schob grüß- los, wie sie gekonnnen, wieder ab. Um mir mein Recht zu holen. sucht« ich nachher sofort die Stadt nach einem Anwalt ab und siehe da— es war der Herr von gestern. Ich trug ihm die Sache vor, wobei mir durch den Kopf schoß, daß ja nur er mir diese Suppe«ingebrockt haben könnte, worauf er lächelnd meinte:„Das ist ein alter Trick von der Frau, Si« sind nicht die erste, sie ver- sucht das immer, wenn das Gefchäst schlecht geht." Damit ging er zur Schreibmaschine, spannt« einen Briefbogen ein, schrieb«in paar Zeilen und übergab mir diese: in den' Brief war zu lesen, daß die Kontrakllösung unzulässig sei und das BertragsoerhSltnis einzuhalten. Merkwürdigerweise folgte der Uebergabe dieses Briefes kein Wutausbruch und ich mimte also lustig weller Am Sonntagabend hob sich das Geschäft merklich. Am Montag ward es noch besser, die Dlreltrice ward von Gast zu Gast liebenswürdiger zu mtt und wir schieden als Freunde. omt Lichtenberg zahlen sollen. Zetzel sei zu ihm gekommen und hätte ihn gebeten, ob er, Leo Sklarek. nicht mll dem zuständigen Stadtrat in Lichtenberg sprechen könne, daß die Steuer er- mäßigt würde. Nach Leo Sklareks Darstellung ist Zetzel dann dreimal auf diese Angelegenheit zu sprechen gekommen und Leo Sklarek hat schließ- lich den Angeklagten Stadttat Gäbet gebeten, sich mit dem Steuer» dezernenten in Verbindung zu setzen. Was aus der Sache geworden ist, wisse er aber nicht. Rechtsanwalt Dr. Kurtzig fragte Leo Sklorek, ob er etwa be- haupten wolle, daß Stadttat Gabel in der Angelegenheit des Stadt- bankdirevors Zetzel fein« Hand zu einer Schiebung geboten hätte, was Leo Sklarek aber für ausgeschlossen hiell. Dier Ver» Handlung wurde dann auf Mittwoch, 9 Uhr, vertagt, wo die Be- weisaufnahme über die Konkursoerbrechen der Sklareks, also ein neuer Abschnitt, beginnt. v-Zug-Ltnglück in Ztimtärn'en. Siebzehn Personen verletzt. Bukarest, 2K. März. Ein schweres Eisenbahnunglück«eignelc sich am Freitagabend in der Nähe von Braila. Der um'AiO Uhr von Bukarest in«ich- lung Braila abgehende Pulman-Zug fuhr infolge falscher weilhenstellung bei Dadeni in voller Fahrt auf den Per- sonenzug Gala h— B r a i l a auf. Die beiden Lokomotiven, ebenso wie die Sicherheitswazen und die Personenwagen, wurden mehr oder weniger zertrümmert bzw. stark beschädigt. Zum Glück sind keine Toten zu beklagen. Im ganzen wurden von dem Hilfszug 17 zum Teil Schwerverwundete geborgen. Zur Zeil des Unglücks war der verantwortliche Ehef de, Bahnhofs Baldovineft! nicht auf seinem Posten, sondern hielt sich in Braila auf. wo er später verhaftet wurde. Außerdem sind die Lokomotivführer der beiden Züge und einige Weichensteller festgenommen worden. Reichsbankvorsieher als Betrüger. so ovo Mark unterschlagen. Frankfurt a. M.. 26. Mäpz. In Miltenberg a. M wurde der 38jährige verheiratete Reichsbankvorsteher Karl Sator verhaftet und ins Unter- fuchungsgefängnis nach Aschaffenburg gebracht. Sator soll nach den bisherigen Feststellungen Unter- schlag ungen in Höhe von rund 29000 Mark be- gangen haben. Die Aufdeckung erfolgte in Abwesenhell Sator s. der vor fünf Wochen einen Urlaub angetreten hatte. Bor Antritt quittierte er eine von der Post überwiesene größere Summe, die nach München gerichtet war. Die Rückbestätigung an die Post von München aus, die in der Zell der Abwesenheit Sators erfolgen mußte, blieb aber aus. Auf diese Weise kamen die Unter- schlagungen ans Tageslicht. Wirtschaftshilfe für Kriegsbeschädigte. Bor einiger Zeit ging durch verschiedene Blätter eine Notiz über die Unzulässigkeit der Verpfändung von Militärrenten. Dl« Wirtschaftshilfe für Kriegsbeschädigte, Berlin SW61, Gitschiner Str. 107(früher Lindenstr. 108), legt Wert auf die Feststellung, daß die Notiz auf sie nicht zutrifft. Die W. H. gibt Kriegsbeschädigten und Kriegshinterbliebenen im Einvernehmen mit den gürsoraestellen Beschaffungsdarlehen in Form von Scheckheften, mll denen der lebensnotwendige Bedarf an Kleidung. Wäsche, Schulen usw. in ersten Spezialgeschäften gekauft werden kann. Die Darlehen müssen in 6 bis? Monatsraten durch Abtretung eines Teiles der Rente ohne eine Erhebung von Zinsen abgedeckt werden. Die W. H. erfüllt somit in der jetzigen Notzeit eine soziale Aufgabe.__ Die Firma Hermann Ticß bittet uns mitzuteilen:„Mit Rück- ficht auf die schweren wirtschaftlichen Verhältnisje nehmen wir von icder Feierlichkeit— aus Anlaß unseres öüsähriaen Be- stehen»— Abstand. Wir bitten daher auch unsere Lieferanten und Freunde von allen äußeren Aujmertsamkeiten freundlichst absehen zu wollen." Warum hat sich Bergmann«Klasse" 2� so schnell die Sympathien aller Raucherkreise erworben? 1. Bergmann„Klasse" ist DIE Zigarette, deren Qualität weit über den Preis von steht 2.Zu dieser Zigarette verwenden wir ausschließlich.hochwertige mazedonisch- türkische Tabake, wie Cavalla, Xanthi, Smyrna 3.ln jeder Packung Bergmann„Klasse": Künstlerische Stickereien, die in ihrer vielseitigen Verwendungsmöglichkeit ein Schmuck für jedes Heim sind,und Bergmanns Bunte Bilder, die Groß und Klein erfreuen. Bergmann Klasse DIEZigareftefür Dich und für mich Harzreisen mit Goethe • In diesem Jahr, wo alles Charakteristische aus dem Leben Goethes iroch einmal ausgerollt wird/ sei auch seiner Harzreiscn gc- dacht. Die erste R e i s e machte Goethe iim-Wintert? 7 7, er reiste ganz ollein. ohne jede Begleitung. In Eisenach trennte er sich von der herzoglichen Jagdgesellschaft und ritt den winterlichen charz- bergen zu. Er führte dien Namen„Maler Weber aus Darmskadt". uni als Dichter des'„Werthcr� nirgends' erkannt'zu werden. Selbst den jungen Werther-Derehrer Plessing in Wernigeröde, der ihm nochmals geschrieben und des Dichters Zuneigung gefunden hatte, wolftc er unerkannt aufsuchen. Wöhrend der ganzen vierzehn- tägigen Reise wahrte er das Geheimnis: doch das Erlebnis der Brockenbsfteigung mit den: Förster des Dzrfhauscs überwältigte ihn und et meldete Frau von Stein:.Ach will Ihnen entdecken< sogen Sie's niemand), döst meine Reise auf den' charz war, daß ich wünschte, den Brocken zu besteigen und nun bin ich heute oben gewesen.... Das Wie, vor allem' das Warum, soll ausgehoben werden, wenn ich Sic wiedersehe. Nun trete ich vor die Tür hin- aus, da liegt der Brocken im hohen herrlichen Mondschein über den Fichten vor mir.. In zahlreichen Tagebuchauszeichnungen und Briefen an Frau von Stein, in dem Ko'mmentqr zp dem Gedicht „szarzreise im Winter" und in der später geschriebenen„Campagne in Frankreich" erfahren wir die gewaltigen Emdrücke, die Goethe aus dieser Reise vom 30. November bis 14- Dezember empfing. Die zweite Reife erfolgte im September 1 783 mit dem Sohtt'der Frau von Strlm"Bei- dieser Gelegenheit leimte Goethe auch Gleim kenneit.' Besondere Bedeutung ist den geolo- gischen und mjncralpgischen Studien mit dem Berghauptmann von Trebra iri Clausthal beizumessen. Die dritte Reife führte den Dichter auch in den Oftharz. Goethes dichterisches, wissenschaftliches und volkswirtschaftliches Schaffen steht vielfach zum chgrz in Beziehung, eine Tatsache, die verhältnismäßig mdViig bekannt ist. Zwar weiß ingn, daß Gosche stn Hapz war und die Natur ihm darf Eindrücke vermittelte, die sich ry,.„Faust".widerspiegeln, jedoch.Genaues. ühcr�Zsws'ck. und. Zief. feiner charzreisen weiß niemand. Im ganzen hat Goechc vier Harzreise. n unternommen, nachdem er vorher schon den Kyff- Häuser bereiste. Goethes Borfahren wohnten am Südoffrande des charzes, gelegentlich feiner Dienstreifen suchte der weimarische Staats- minister diese Gegend aus und erkundigte sich nach den Verwandten. Goethes Harzreifen find sozusagen die Praxis zu dem Geleitwort stiner mineralogischen und geologischen Schriften„Was ich nicht erlernt Hab', das hyb' ich erwandert". Die drei ersten szarzreisen dienten in der Hauptsache gründlichen praktischen Studien auf dem Gebiete dar Geologie unh des Bergbaues. Dem weimarischen Staats- bcamten war vom Herzog die Ausgabe gestellt worden, das Berg- werk in Ilmenau wieder herzurichten. Döshalb lag Goethe daran, sein Buchwissen im Harz zu erweitern und zu vertiesenl „Das Bergwesen in seinem ganzen Komplex mit.Augen zu sehen und mit dem Geiste zu fassen— deshalb hättf ich mir längst eine Reise auf den Harz gedacht." Wer Gbethes Beziehungen zum Harz verstehen will, muh sich hauptsächlich an hie Tagcbuchbllstter und gcöbogischen Aufzeich- uungen, an die„Harzresse im Winter" mit des Dichters Erläute- rungen.„Walpurgisnacht" im ersten Teile des„Faust" und„Eam- pognc in Frankreich" halten. Zosammenlvunft sämtl. Parteireferenten l;'■'' � Am Donnerstag, dem 31. Mir«, IQst: Uhr.: Vortrag des Genossen Ministerialrat Or. Hirsphfeld Uber: „Die preußische Verwaltung" Am Freitag, dem I.April, IS Uhr: Vortrag des Genossen Ernst Heil mann. M'd.L,, Uher; „Die Parteien im Preußische n Landiag" Beide Zusammenkünfte finden in den Sophfensälen, Sophienstr. 17-18(Hochzeltssaal)., statt • Part elm i tgi ledsb uch-dient-neben. dem--EirUadu ngasctirsJ he n. als Legitimation und ist-am Saaleingang vorzuzeigen.-—- Der Bezirksvorstand. Das heißt Geschichtsuntemcht. Zu diesen Ausführungen über, einen Schlllerjglh.ftnwxd. in Nr. 138 des Lorwärts vom Ä). März schreibt uns der Hberstudien- direktpr Prof. Pflug vom' Fricdenquer Gymnasium: ........„Falsch- ist,- daß-die nmndliche-Prissung-tn�Geichichte. dpewiertel- Stunden dauerte. Richtig ist vielmehr, daß sie, zunächst auf 10 Minuten bemessen, auf 22 Mmüten ausgedehnt wurde, um dem Prüfling, der in seinem Vortrag versagt hatte, doch noch Gelegen� heit zu geben, Genügendes zu leisten.— Falsch ist, daß der Lber? studiendirektor„den Schüler mit Feindschaft verfolgte".> Richtig ist pielmehr, daß er dem vaterlosen Jungen durch lange Jahre und ich noch durch das warme Empfehlungsschreiben für eine kauf- so auch stüdieiidirektor„in solche Erregung des Hasses verfiel, daß er nach leder Frage die Sekunden bis' zur Antwort aufzählte". Richtig ist und die gegebenensalls eidesstaulichen Aussagen oller Anwesenden. — Falsch sind die Behauptungen über„Daten aus dem Weltkriege, einzelner Gefechte, Formationen, Gefechtsswnden". Richtig ist viel- mehr, daß die einzige Frage aus dem Weltkriege die nach dem Jahre der Winterschlacht in Masuren gewesen isst— Falsch ist, daß der Direktor„bexests bei Berfassuugsfeiern vor versammelt?» Schülern" parteipolitische, gegen die Republik gerichtete Propaganda getrieben hat".' Richtig ist vielmehr, daß er am 11. August 1931 in der Aula sich gegen eine Darstellung verwahrte, die ihm- die Ehr- furcht vor der Vergangenheit zu' verletzen' schien.— Falsch ist, auf den Lehrkörper � des Frieöenäusr Gymnasiums angewandt, die Be- hauptunq' eines„nationalistischen, um nicht zu sagen national- sozialistischen Geistes". Richtig' ist vielmehr, daß der Geist des Friedenauer Gymnasiums und seines Lehrkörpers christlich und vaterländisch ist." ''Soweit die Richtigstellung des Oberstudiendirektors. Es wird sich in der nächsten Zeit noch Anlaß bieten,' auf sie zurückzukommen. Kampfstimmung und Glegeswille. Im ganzen 12. Kreis Steglitz herrscht Kampfesstimmunz und der sieghaste Wille, Hiller im Zwesten Mahlgaug zur- Reichs- Präsidentschaft eine noch größere Niederlage als in der ersten Wahl beizubringen: das ist der tiefernste Sinn uysersr WahlbewcgÜna im naziverseuchsen 12. Kreis Steglitz. Landtags- abgeordneler Genosse Klausner berichtete über die Tätigreit der Landtagsfraktion und betonte dabei, daß die ausschlaggebende Zentrumsiraktion manche sozialdemokratischen Wünsche nicht reifen ließ,-Deshalb-muß es--he>ßen�-Mehr EWacht der Sozioidemokratiel -Ws- Kandidat zur Landtagswahl wird,: nachdem, vier Vorschläge in einen zusammengezogen worden waren,d«r Geiwsse Karl Palmer in geheimer Wahl mit absoluter Mehrheit vorgeschlagen. Zum Schluß forderte der Kreisleiter Genosse Palmer die Delegierten m zündender Ansprache auf, sich in den kommenden Kämpfen restlos der Partei-zur Verfügung zu stellen. Mit einem Hoch auf die in der- Eisernen Front, zusammengescklossene Arbesterbeweoung wurde die- glänzend. verlaufene Versammlung geschlossen... Das Planolärium ist an beiden O st ö r f e i e r t a g c n ab er" auch am Karfreitba geöifnet. Es finden wie täglich vier Vorführunzen (3, v. 7 und 9 Uhr) statt. Osterprogramm der Zstöüelausstellung. Auch wahrend der beiden Osterfeiertoge ist' die' 2. M ö b c l- und E i n rich t u n gs f cha u mit ihren Sanderperanitaltungen in den Funkturmhallen am Kaiser- dämm täglich von 10 bis 20 Uhr geöffnet In der fesllich her- gerichteten Halle lV wird während der Feiertage auch Unterhaltungsmusik geboten. Das Osternrontag in der Halle N des Aussrellungsgeländes ab 20 Uhr stattfindende große TKohstätigkeitskonzert vor 10 000 ist berests fest 8 Tagen ausverkauft. Kgrteu sind nicht mehr' zu hohen. 60.........................«A5 ti_„rs ä vs-»-'\ su«'""1—{ ua\aine.«""Vu.*• � "UeÄ«�-w,r 75 Seiden-��PP«" w»-- �?S StlkuÄiU•-.. XKf l\ rf,sch»lleu.MU- 1 jD!L——- Fre�0'......... 1,9 Q 5] w OO ueUofa,be'_r,ne, pt.' � i. Un« l-rtl* �0�48*■' Sralche AUS-0".....„->75 ronO*'* r\Q nruck/"GmS?r' :�:;rrs58 *'■"*....... •••.......... U-BAHNHOF HERMANNPLATZ• DER KARSTADT-BAHNHOF DER AUFSTIEG DER VOLKSFURSOROE Cewerkschaftlich-Genossen- sehsftliche Versicherung!- aktiengeseilichaff, Hamburg SOLLTE AUCH FÜR SIE EIN ZEICHEN DCR LE,sTUN0SFÄH,GKE,T UND DER GEBOTENEN SICHERHEIT SEIN O GEGENWÄRTIG SIND BEI IHR Ä Ä. VERSICHERT� 26 5 000 V«/ E.R. K T A T I G E M I T AUSKUNFT! 850 Versicherungssumme MILLIONEN RM. Berlin S43, RJtterstraB« 12® 1 Berlin• Marlendorf, Rathaus- strafte i>3, ptl Borlin-KUpeelck, BahnliofatraSe£4; Berlin- Lichtenberg, Frankfurter Allee 122 1 Berlln-Re'nickeRdorN Ost, SchUnholeer Weg 39; Berlin Pankow, QalllardstrnBo 2S| BeHln-Spandau, Gfttolatrafte 5, pt, oder dar Vorstand der VelksfQrsorgo In Hamburg ft. An der Alater 87-81 Bekanntmachung. Di« tut ...■ WM�W> der Pftndnummrrn U Iis' bis 40 2Z7 unJ) 71 346 bis 76 163 fuiiet Donnetr- tag. b«» IS. Äprii 1933, oamiiloftä ' 9 llhi, fi'« Wischc, Zltidrrpfäiibn afai. • und Zueitag, den Ii. April, narmtttag« 9 Uhr, tür Sold- und Bc-ti-cheu i-r ) Rothsuse Berti». Zieutiilln gegen so- ' sortige Barzahlung itaU- !' Der etwa oerbleibende BerkanisUbc!-. schuh kann vom 3Z. April lSZ3 ob gegen � Rultgsdc des Pfandscheines in lang genommen werden. Die binnen Jahresfrist nicht abgchooeiwn Betreg- werden dem Wablsahrtsamt Uberb-icsen. Berlin-Stentölln, de» 16. Mär, 1SSS. Städtisches Leihamt in Berlut-Neufälln, (302) 1 pol. ZR. 123. 31(239. 31). Stkefsache aegen den Redaltcur Dr. Julius Lippcrt in Berlin. Spandau, gran?. siraße 13, wegen öffenlliche: Bcleidi- gung. Das Tchofiengeruht Berlin.MUt«, Abteilung ZV2, in Berlin hat am Sä. Stooember ISA filr Recht ctlamu: Der Angeklaatc wird wegen ii-fent. licher iibler Äachredc in Tateinheit mit öffentlicher Beleidigung zu 200,— — zweihundert— RZst. Dcldstrale, en e» Alle T'OcdcCto VtobeHuwi*iec de* VOLKSFUNK k&d&nfas «furch die Botenfrau des„Vorwärts" nötiHensalls zu 10— zehn— Jogi Desängnis verurteilt und hat dir Äosti des Verfahrens zu tragen.— Au, ölttjle das Kopfolattes von Rr.. 00 Jahrgang 1931, des„Angriffs" wcrden eingezogen, die zu ihrer Herstellung bestimmte» Platten und Farmen sind im Nahmen der stA 40, 41 EXhB. un» brauchbar zu machen.— Dem Preuhi- scheu Ministerpräsidenten Dr. Broun. dem Ministerialrat choslar und vein . Rcaicrungsrat in der Amtlichen Pren- Nischen Preisestelle wird die Befugnis zugesprochen, den Urteilsspruch binnen 2 Monaten von Zustellung an aus Josten des Angeklagte» je einmal im „Borwörts" und im„Angriff" öffent. lich bekanntzumachen. 1 pol. M.(A. 3,(16. 32)2. Auf die Berufung der Staatsanwalt» schalt gegen das Urteil des Schössen- gcrichts Berlin-Mitt», Abteiluna 203. in Berlin oem 2a. Raoemder 1931 hat die 2. arohe HUssstraskanuner des ' Landgerichts I in Berlin in d-r Sisiung vom- 2. Februar 1932 fiir Recht er. kannt: Das angefochtene Urteil wird nur insoweit geändert, als neben dem Ministerpräsidenten Dr. Braun und dein Ministerialrat Goslar dem Regie. rungsrat Bonnana die Befuani» zu. fe sprachen wird, den Urteilsspruch innen 2— zwei— Monaten teil Zustellung des rechtskräftigen Urteils auf Rosten des Angeklagien je einmal in. den Zeitungen„Borwörts" und „Der Anarisf" öffentlich bekannt, u- machen. Im übrigen wird die Beru. fung der- Staatsanwaltschaft verwor. seu. Die Kosten ihrer Berufung fallen der Staatskasse zur Last. Das Urteil ist vollstrelkbar, Ter Seucralstaatsavwalt bei dem Laad» geeicht l. Hm 1S37 VW h-Rdlung Wd> DD WUheijnstraaä«4 UNZEN kau« BALL— Berlin UNIEN- Die einzige Ersatzkasse fUr sämtliche Berufszweige ist die Ksranlceift-«und Stferl»eic«5sse für das Deutsche Reich mun f«atare tfestf grftinaS«®-----_ (K.tos«s> •nrs JaalBi'ae tS gfinstiges Angebot: Frauenmantel Frauen maniel aus feines Stoffen neuester Art, ganz auf vornehm. Putt. mit sehr aparter Blesdengarnlerung. iu modernen Man- reltarbeo.... ZA aus leinen Herren- Stötten, ganz auf .schönem Futter mit Blendengar- nlerung, tn Blau und Schwarz. Vornehmes aus fe rem WoUrenmalae Mantel ganz auf Maroqa n- Futter, das schöne J-hiper- k e d in Sport-" chaig-ter. in -lelen Farbstellungen, In allen Uröfi.norl .....' cbön« J-mper- SS- Drsstiiwi Ii reinwollenen Baby- ü.MMchen-Slelflern uns°rri�zu nnoewObnltch billigen Preisen Wundervolle aus riamenro. 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I. und 2- Feiertag 3 und 6 Uhr J dt eben (jeberi 9 Uhr Götter unter sich 2. MÖBEL- UND EIN- RICHTUNGSSCHAU 19 MÄRZ BIS 3. APRIL FUNKTURMHALLEN KAISERDAMM C*rBti»v«pleeung vo» 3 Wohnangs-ElnHchtwiiOM«ua der greSee 3ond«r»ehati.Die billige Wohnung-, ferner Kun»t-Sondersch«».Oee Bild Im Raum-r GEÖFFNET TÄGLICH 10-20 UHR Gabbe's Lehranstalten ab 1.4.32 Mmkijaupl 11 A.itur. Obersec II», UberwelKtr. t6e, R�Theol., Philo1, Prsiubbac I - ,m ETID°— l. u. 2. Bsferf eiertag, oadim. 4 Ohr Großes Konzert Äistetl-mnieriiDilO�ftiaseii Die Ausgabe der Jahres' auerkarten hat an den Schalter- kassen des Zoo begonnen. PibU(tir Ei vadisent ums-M. erniHBigi. Aquarium geöffnet von 9— 7 Uhr. bliera'let, Eck« Btrüier ttr. Pfilzb. f 1 24(0 Max Hansen Martha Eggerth Leo Slezak In Der Frauendiplomat Ein Paramount-Film Regt«; E. W. Em» Musik: Hans May Tlgl. 7 1. 9U. Sonatd. g. Soul. S, 7.«15 o. V«mit. 1t-2>.>kS, Sbd.jtul.11■2e.abSU. --- vr-> 'Parzellen und. 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Karton sind im Vorverkauf zu haben: lmZimmer7 des Gewerkschafts- Hauses, 1 Tr; im Zimmer 33 des Gewerkschaftshauses, II Tr.; im Zigarrengeschäft von Harsch, Engeluter 24-25, und im Restaurant des Gewerk- sdioftshauses. Es ist zweckmäßig, sich rechtzeitig mit Karten zu versorgen Die Redaktion des»AUFWÄRTS« Organ der freien Gewerkschaften Berlins Bisnensiniiisi Jeder Art liefert preiswerl Paul Gollatz reneato Hebert Mojar Marlannenstr. 3 F& Oberbewe 1303 Pampen, Rflhrsa. Flittr. Brsiut««! Praialiita nrath KMüblll. Pumpenfabrik BERUH H HS, Reiimttsdsrfsr Ste. 95 Soeben erhalten wir aus Dresden die Trauerbotschaft, daß unser Ehrenvorsitzende Julius Fräßdorf heute nach kurzer, schwerer Krankheit entschlafen ist. Schmerzenüllt stehen wir an der Bahre unseres lieben alten Freundes, mit dem uns fast vier Jahrzehnte treuester Gemeinschaftsarbeit auf allen Gebieten der Sozialpolitik verbunden haben.. Der deutschen Krankenkassenbewegung war er ein Führer und Wegbereiter wie wenige. Wir werden sein Andenken in Ehren halten! Berlin-Charlottenburg, den 26 März 1932. Der Vorstand des Haupt Verbandes deutscher Krankenkassen c. V. Am Mittwoch, dem 24. März, verstarb imicr langjähriger Genosse Aogust Zimmermann Pankow. Clausthalcr Str. Ehre seine« Andenken! 129. Abt. Pankow-Nord. Die Einiischernng findet cm Mens- tag. dein 29. SJiiit*, II Uhr, im Riemotsclum Eewchtfiraße statt. Mein Büro ist jetzt im .M Aiexandcrplaiz. Tel. E,2, Kunfergr.0322 Dr. Dagobert Pincus Keehtsanwalt und Notar klereii-, Blaseo-, teder-,(lallen-, Magea-, Dana-. 1 Innere u. Nervtnl. f»ttrzstr. O B8BMdl.n»r2li!. LUSCI i»-2,4-7.«g.ir ßsstiöEf Metallarlieiter-YerHaDil VcrvaltimHMtelle Berlin Todesanxeige Den Mitgliedern»ur Nachricht, daß unser Kollege, der Aortner Paul Förster geb.& August 1876, am 22. WSrz geftordett ist. Ehre seine« Andenken! Die Beetdi-omq findet am Dienstag, dem 2? Märt. 16 Uhr. von der Leich-nhclle des Zcnlral-Friedhojes in griedrichjcldc. ans statt. Rege Beteiligung wird«mariet Die Ortoecrwelfnne. Unser« langjährigen Genoffenpaar � i Ang. Neukamp n.Frau i y, zu ihrer goldene» Hodhze» hier-?' K mit die herzlichsten Glückwünsche I Ä 97. Abteilung hlsukölln. F IlMilillllMiWn-WillS »sttavs!»atfllns: Eiwervstose uns«ranke! wegen Qnaekolnschlns» dloidl die Vcbcitolalc»' and Mo Kranken- Ttdtetlnno mu 4. und S. ZlprU geschloffen. Sämtliche Bücher m äffen wegen neuer Berechnung die spätesten» Sonnabend, den 2. April, odgegeden sein. Danselbe gilt auch sllr die Kollegen, die Kurzordeiler-Anter- stnstnag beziehen. vonneroiog, den 31. ZASrz. abend» Z Ahr. im Slhnngoseal de» Aerdnnd»hons«». 2 Treppen, ElsSffee Strohe SS.SS, Siogong B Konferenz der«eiblldien Vertrauen f- personen and Beiriebsräle Tagesordnung l. Borttag des Aollegen Bau! Eckert übet;„Wirtschaft und Staat". 2. Berdandsongclegcnhesteu und Ber- schledenes. Da wichtige Fragen zu behandeln find- werden d;e ffunktionärinnen ersucht. pünlt> lich und defttniint zn aticheintn, Organt fiertc Kolloginnen iännen als Gäste an der Konteret� leilnehtnen. Mitgliedsbuch legitimiert! Adünnd! Adüond! Erwerbslose Bau- a. fieldsdiranksdtlesser Donner» log. den 31. AUlrz. aaetn. II Ahr, in Kn»aU>» verein». hon». Sloliher Strahe 126 vcrsanMBiraid oller Im üraiidten rletallerbelter- Verband orguiUlerles erwerbslosen Bon« n. eeldsdiranks(blosser Tagesordnung: t. Branchenangelegenheiten. 2. Neuwahl von Erwerbsko en-ZZer- irauens'enten. Z. Per chiedenes. Das Erjchciuen aller erwerbslosen Kollegen ist nvtwei dig Mitgliedsbuch und Stemdelkarte eines der obigen Berns« legitimierr. Die OrtTTcrwelhmg, Bist du schon im BQcherkreis? Nein?— Dann lies das Nachfolgende und du kommst zu uns! 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Hiermit erkläre ich meinen Beitritt in den Bücherkreis zu den mir bekannten Bedingungen und unter Ein« Haltung der halbjährigen Kündigungsfrist. Name Ort und Tag. Straße_ Prof. Dr. ADolsdorli Augenarrt verzogen nach Harburger Str. 3 an der Tauertrienstraße Fernsprecher B. 4. Bavaria 0610 Mein Kapitän' Kautabak! schmeckt mir doch am besten! Rr.14S» 49. Iahrgang 3. Gonniag, 27. März 4932 3€am Heinrich Hlräiner: SMS dßl1* fjifäß Sine Ofiergefchidüe Frau Barbaras Flucht aus der Ehe fiel— aus einem tieferen Grunde— in die Vorfrühlingszeit.?m Sommer hätte sie die küble Laube, den Blumengarten uns die Gemüsebeete wohl nicht nerlaslen, im Winter kuschelte sie sich wie«in frierendes Kätzchen an den Kamin, in den Märztagen aber stand sie unter einem unge- heuren Druck, unter demselben, der in den braunen Kastanien- knospen vor ihrem Fenster lebendig war, der sie aufspringen lieh nach elementaren Naturgesetzen. Frau Barbara war die Frau eines Bahnl,ossvorftehers. Die Station lag in den Fichtenwäldern der Mark Brandenburg. Tag und Nacht dröhnte das. kleine Haus. In der ersten Zeit ihrer Ehe fsio währte schon drei Jahre) stand sie oft am Fenster und schaute aus den Perron. Vom Fenster aus hotte sie ihren Mann kennen- gelernt. Stieg ein Reisender aus, mit Koffern Und Taschen beschwert, so setzte ihr Mann«in hochmütiges Gesicht aus und präsentierte sich in seiner ganzen Beamtenherrlichkeit. Gegen die Marktfrauen konnte er nie grob gewig sein, jungen Damen aber öffvete er galant die Tür und blickte interessiert hin, wenn der Rock beim Einsteigen über die Knie hinausrutschte. Dann und wann fuhr auch der Landrat mst. Beim Mittagessen erzählte dann ihr'.Mann jedes- mal:„Weiht du, heut sprach ich mit dem Landrat.. Dabei hatte der Landrat, wie Frau Barbara genau gesehen hatte, kaum den Mund zu einem Gruh mifgemacht. Im Sommer hieß es:„Man geht nicht, als Frau eines Bahn- hoisvorftehers mit nackten Beinen in den Garten." Im Herbst: „Man pflückt nicht das Obst selbst und steigt auf die Leiter." Im Winter:„Man acht nicht ins Kino. Das überläßt man dem Pöbel." Frau Barbara war es dann immer, als würgte jemand ihre Kehle, alz müßte sie ersticken in der muffigen Atmosphäre Daß ihr Mann ausgerechnet in einem Lokal mit Domenbedie- uung feinen Skat spielte, daß er ihrer Schwester, die einig« Wochen zu Besuch war. auf ekelhaste Art nachstellt«, wußte sie auch. Ach, alles war ihr so gleichgültig! Ja, wenn sie ih» geliebt hatte. Cr war ohne Blick für ihre frauliche Reife, sie poll Abscheu gegen seine schwammige Fülle und moralischen Maskeraden. Die Gleichgültigkeit von einem zum anderen ließ keine starken Spannungen aufkommen, die sich in Donner und Blitz entluden hätten. So sahen sie oft den ganzen Abend zusammen. Keiner trug nych oen Worten oder Lippen des anderen Verlangen. Um elf Uhr schellte dann gewöhnlich das Dienstmädchen. Der Herr Stationsvorsteher ließ wohl absichtlich den Schlüssel steck««. Ein unterdrücktes Kichern erfüllte das Treppenhaus u)id drang manchmal auch bis zur Frau Barbara. Ein leises, verächtliches Zucken schlich sich auf ihr Gesicht, ihr Mund aber blieb vqrschlossen. - Sie fühlte sich nicht als unverstandene Frau. Ihre Nerven waren gesund, ihre Denkungsart unkompliziert. Sie trug schon ihr Dasein, zumal ihr die Zeil vor der Ehe keine Jllusipnen gemacht hatte. So als'Verkäuferin in einem Warenhaus. Sie hätte ihr Leben vielleicht noch Jahrzehnte hingelebt, wäre sie nicht an einem Sonnabend im Februar, gerade als. der Ö-Zug einlief, ans. Fenster getreten. Porsichtig-schob sie die Knospen des. Birnbaums zur Seite. Ihr Blick lief an den Wagen zweiter klasie vorbei, am Speise- wagen entlang und blieb an einem Coupe hasten, wo hastig das Fenster heruntergelassen wurde. Ein Mann lehnte sich hinaus und starrte sie unbeweglich an. Sein Blick kieß sie nicht eher los, bis der Zug hinter dem Lagerschuppen verschwunden war. Wer mochte der Fremde sein? Ein Kaufmann, in Geschäften unterwegs? � Oder ließen die langen Haare aus einen Künstler schließen? Frau Barbara ging gleichgültig wieder an ihre Arbeit, wischte den Staub von dem verschnörkelten Vertikaw, rückte die Nippessachen und Photographien hin und zurück und dachte:„Am liebsten möchte ich den Plunder aus dem Fenster Viersen. Aber er ist ja sein Heiligtum. Erinnerungen an seine erste Ehe. an hie Mllitarzebt, an Helgoland. Daran darf man nicht rühren. Aber drin leben, das muß man!" Und dann kamen ihr auf einmal die Augcn des Fremden in die Erinnerung.... War es Zufall, war es höhere Bestimmung: acht Tage später, wieder an einem Sonnabend, begoß Frau Barbara gerade in dem Augenblick, als der O-Zug einlief, die Kakteen am Fenster. Zwei fragende, große Augen blickten sie an. Langsam hob sich eine 5)and. Nicht überschwänglich odcr fröhlich eher wehmütig.... „Sie da, der Korb ist aber zu groß, mit dem kommen Sie mir «achtes Mal nicht in oen Zug. Haben Sie mich verstanden?" Das war ihr Mann. Die ganze Woche war Frau Barbara voller Spannung, ab der Fremde am Sonnabend wieder am Fenster stehen würde. Sollte sie winken? Es paßte sehr schlecht in ihre Stimmung, daß jetzt, wo die Stachelbeerhecken grün und die Wege zur Station trocken wurden, soviel Besuch kam. „Frau, du hast wieder unterlassen, unsere Gäste zu titulieren. Es heißt: Fvau Rat und Herr Inspektor. Die Leute nehmen uns das übel." Mit unbekannter Heftigkeit reagierte Frau Barbara auf die Worte ihres Mannes. „Was gehen mich diese Menschen an? Ich liebe diese Nein- bürgerliche Gesellschaft nicht!" '„Dos hat man davon, wenn man unter seinem Stande heiratet." .Und ich unter meiner Menschenwürbe." Juni erstenmal fiel in diesem Hause eine Tür krachend in- Schloß. Der Herr Siaiionsvorsteher kam abends betrunken nach Hause. Er drückte auf die Türklinke des Mädchenzimmers. Das Zimmer war verschlch'seu. „Du bist mir ganz und gar zuwider!" Das Wyk das einzige. was Frau Barbara sagen konnte, als ihr Mann zärtlich sein wallt«. Wieder war Sonnabend. Wie ein fernes Gewitterrallen nähert« sich der D-Zug. Der Fremde stand am Fenster. Sein« Hände krallten sich w den Holzvahmen des Fensters. Sie wollte winken, war aber nicht fähig, die Hand zu heben. Nochher lagen dort, wo der Wagen gestanden hatte, zarte Schneeglöckchen auf dem gro'. en Pflaster. Der Herr Stationsvorsteher schob sie mit seinen Stieselsohlen zwischen die Gleise. Nachts im Traum« kam der fremde Mann zur Frau Barbara. An einem Abend der nächsten Woche waren die Skatbrüder eingeladen. Eine Bierflasche nach der anderen wuche getrunken. Das laute Lachen drang durch alle Wände. „Du mußt'dich anstandshalber auch mal sehen lallen." „Warym.anstandshalber'?"—„Ra. so komm schon." Frau Barbara setzt« sich, nachdem die Gäste oberslächtich he- grüßt waren, in eine Ecke.'„Widerlich, dieses Renommieren." dachte saw, jetzt zeigt er das Bild feiner verstorhenen Frau, jetzt reicht er feine Soldatenbilder herum. Jawohl, ich war Dizefeldwebel..." Frau Barbara wollte aus dam Zimmer gehen. Ihr Mann faßte um ihre Schulter und führte sie zum Tisch„Hab ich nicht ein« leckere Frau? Jung und mollig." Sein Arm preßte sie, sein« Hand schob sich bis zu den Brüsten vor. Hundertmal hatte sie vordem seine Taktlosigkeit stillschweigend ertragen. Nun aber war es, als hätte er ein Streichholz auf explv- sioen Grund geworfen. Sie riß sich los, warf die Arm« irrsinnig hoch und schrie:„Dieses Getue ist ja ekelhaft? Mich vorzuführen wie ein schönes Pferd! Zu prahlen mft meinem Fleisch! Das kannst du mft dem Barmädchen aus der Skatkneip« machen, nicht mit mir!" Frau Barbara wartete.'Nichts geschah. Warum sprang er nicht aus? Warum Hölle er nickst zum Schlage aus? War die Angst des guten Bürgers vor dem Skandal stärker als der Zorn? Die Feigheft unter dem Unisormrock erstickte die Worte. „Entschuldigen Sie nur, meine Frau versteht absolut keinen Spaß. Sie ist. so nervös. Auf das Donnerwetter wollen wir ein Glas Wein trinken." Die Blutwelle wich den ganzen Abend nicht aus seinen: Gesicht. Am nächsten Sonnabend lagen gelbe Primeln auf dem Bahnsteig. „Ich Hobe zum Osterbraten einige Lgute hergebeten. Sorg für einen reichlichen Tisch!" Das war das erste Wort ihres Mannes nach vielen Tagen. Kall und befehlend klang es. „Ich mag keine fremden Menschen sehen! Bestell das Essen bei dem Dienstmädel!" „Dann scher dich zum Teufel!" Am Abend fand er sein« Frau nicht mehr in der Wohnung. Sie sei mft zwei Koffern zur Stadt gefahren, sagte das Mädchen. „Verflucht!" Am anderen Mittag kam Frau Barbora mit einem Gepäck- träger auf den Perron. „Viag der Himmel einfallen!" sagte sie im Innern,„mag er mich beleidigen, mag er mich festhalten, hier vor den Blicken des Mannes, der irgendwo am Coupsfenster steht und fühlt, daß ich zu ihm komme..." Ihr Mann gab das Abfahrtssignoli' Ohne Blick und Gruß ließ sie ihn zurück. Lorfrühlingshaste Fichtenwälder zogen am Fenster vorbei. Wie hatte sie ihn geliebt, diesen Winkel! Der Abschied feuchtete ihre Augen. Frau Barbara wartet« auf den Augenblick, wo der fremde Mann suchend in Ihr Abteil blicken würde. Sollte sie ihm sogen: „Ich bin für dich geflohen, ich will zu dir!" Sollte sie ihm in oller Förmlichkeit die Hand reichen:„Ah, der Zufall! Wir kennen uns, so vom Sehen, nicht wahr?" Er kam nicht. Nach langem Abwägen faßte Frau Barbara den Entschluß, an seinem Abteil vorbeizugehen. Der Fuß stockte, das Haar schien ihr schwer auf die Stirn zu fallen. Der Zug fuhr in eine Bahnhofshall« ein.„Vielleicht steigt er hier schon aus," sagte sie halblaut und trat ans Fenster. � Ist es der Mann mit der Ledertäsche? Oder jener mit dem hellen Mäntel? Sie wußte im Zlugenblick nicht mehr, wie er aussah. Sie erinnerte sich nur an die großen, ernsten Augen unö die Hand, die er einst zum Gruße erhoben hatte. „Fräulein, Sie müssen nachlösen!" Ja, wohin wollte sie eigentlich? Wohin fuhr der Fremde? Sie löste bis zur nächsten größeren Station, sagte, sie würde eventuell noch ipeftar fahren.... Frau Barbara ging zwei Wagen zurück, blickte in jedes Abteil, suchte mit den Augen, und nur ihr Herz wußte, wen... Sie fand ihn nicht. In der Abendzeit stieg sie in einer' Stadt aus, wo sie eine Freundin halle. Bei ihr weinte sie sich aus. Zum Trost sagte sie immer vor sich hin:„Ich bin von einem geflphen, nicht zu einem." Am anderen Morgen läuteten die Osterglocken ras Auf- erstehungslied durch die Lande. „Auch ich bin auferstanden! Auferstanden aus dem dunklen Gemäuer einer unglücklichen Ehe. Nun. wollen wir durch die grünenden Felder gehen und sehen, ob die Lerchen schön zum Himmel steigen. Komm!" Thomas Theodor Weine: 3)as Muge des Satirikers Lapge vor Erscheinen des„Simpliziffimus" ging ich einmal in die Redaktion der„Fliegenden Blytter". Dort rauchten gemütliche Herren im Iagdanzug- Sie zeigten mir ihre Dockelhunde und belehrten mich. Dackelzeichnungen feien immer überaus tomisch und beim Publikum sehr beliebt. Man könne aber auch Möpse, Schwieger- müller und vergeßliche■ Professoren zeichnen. Ich habe mich damals wirklich in diesen Dingen versucht. Allerdings beschwert« sich das Publikum immer über meine Zeichnungen: sie seien zu chinesisch und hätten keine Schattierungen. Dann aber habe ich ihnen einmal eine Zeichnung gemacht', dje hieß ,.?wrddeutsche Landschaft" und stellte einen Wald von Derbotstafeln dar, vor dem ein Wachtposten stand.-Die„Fliegenden Blätter" haben diese Zeichnung auch tat- sächlich gebracht und damit bei ihren braven Abonnenten einen Sturm der Entrüstung erregt. Da hatte ich bald ausgespielt und schied ohne Bedauern von jener Zestschrifi, die unseren größten Karikaturisten, Adolf Oberländer, immer nur zum bloßen Spaß- mach« herabzudrückcn versucht hatte. Und er wäre doch, wie kein anderer, zur satirischen Behandlung gesellschaftlicher Zustände ge- eignet gewesen. So blieb yuch dieses Gebiet für uns Simplicisstmuszcichner wieder neu zu entdeckende? Land. In Frankreich allerdings war die Gesellschaftssatire seft Daumiers Zeiten in ununterbrochener Tradition. Einer ihrer besten Vertreter, Theophll Sleinletn. kam zu uns nach München und brachte uns seine kostbare Ueberlieierung. Es war ein in Deutschland unerhörtes Wagnis, geheiligte soziale Vorurteile lächerlich zu machen. Als ich meine ersten Bilder aus dem Familienleben veröffentlicht hatte, bekam ich einen Brief aus Bremen. Er lautet«: „Sehr geehrter Herr! Gestatten Sie bitte einer Ihnen Unbekannten, Sie durch einige wohlmeinende Zellen zu belästigen. Ich kaufe mir manchmal heim- lich den„Simplizifsimus", denn mein' Mann duldet ihn nicht im Hause und er liest ihn immer beim Friseur. Rur tiefstes Mitleid mft Ihrem zerrütteten Seelenleben drückt mir die Feder in die Hand! Wie namenlos tmglücklich müssen Sie sein! Haben Sie denn nie die Wonne eines harmonischen Famftieillcbens voll und ganz kennengelernt? Haben Sie nie die Freude erlebt, von herzigen Kinderlippen has Wort„Pap!" zu vernehmen?. Ich und mein silllich hochstehendes, in allen Zweigen des Haushalts perfektes, kunstbegeistertes Töchterlein möchte einen Versuch wagen, Sie vor dem Abgrund zu«rrellen, dem Sie zutaumeln. Wir gehen m den Ferien nach Obergrainau bei Partenkirchen in Sommerfrische und liehe sich dort wohl Begegnung ermöglichen. Hochachtungsvoll grüßt Sie Frau Gymnasialoberlehrer Hilda Soundso." Ich weiß nicht, welche Zeichnung die gute Dame zu ihrem Be- kehrungsversuch angeregt Halle. Vielleicht die Zeichnung, wo in einem Biedermeierzimmer ein junges Mädchen von ihren Ellern dem Bräutigam vorgeführt wird und die Mutter ihr zuredet:„Er wird ein gifter Ehemann sein, er ist schon etwas kränklich." Oder vielleicht die Zeichnung, auf der eine unverheiratete Mutter sagt: .Letzt fehlt mir nur noch ein Mann, dann bin ich eine Famllie." ileberhaupt die Zuschriften aus dem Publikum sind ein inter- esiaiftes Kapitel. Ost bringt die gleiche Post Briefe, in denen uns mft groben Schinipfworten reaktionär-kapitalistisch« Einstellung vorgeworfen wird, und offene Postkarten voll Beleidigungen wegen unserer angeblich bolschewistischen Tendenzen Letztere meist anonym. Es fällt pff-nbar schwer zu begreisen, daß der Satiriker seine Pfeile ebenso wohl nach rechts wie nach links richtet, ja selbst die Mitte nicht verschont Gut« zeftsatirische Kunst dient keiner Partei. Man hat natürlich Karikatur und Satire mich politischen Parteien dienstbar zu machen versucht. Wer der Geist läßt sich nicht kopieren, und die Parteifron verdrängt jedes künstlerische Empstnden. Obgleich also die satirische Zeichnung von einer höheren Warte aus die Well betrachtet, stedt sie doch mitten im Lehen und ist ein getreues Spiegelbild der Zeit. Dadurch unterscheidet sie sich wesent? lich von anderen Zweigen der Kunst, insbesondere von der Oel- � macht mein Mann aus den echten Persertepplch ausmerk- i bLdmalerei. Eine Kunstausstellung von heut« ist von einer vor dreißig Jahren nur in Form der Darstellung»erschieden. Die Motive sind die gleichen geblieben: Landschaften. Alle, Stilleben. Selten sieht man auf Oelgemälden ein Automobil, ein. Tcnnisspiel. ein Hochhaus. Wozu frommt die ganze moderne Kunftbewcgung, wenn sie nichts Neyes darzustellen und auszudrücken hat? Wer unsere Zell tm Spiegelbild sehen will, betrachtet die satirischen Zeichnungen. Für unsere Enkel werden im„Simplizissimus" die eigentlichen Ge- schichtsbilder zu finden sein. Karikaturen wirken nach spätestens fünfzig Jahren nicht mehr komisch. Komik vergeht. Kunst besteht. Andererseits bekommen pathetische Historienbilder durch dos Alter eine außerordentlich komische Wirkung. Die großen Bilder Anton Werners sind heutzutage wirklich zwerchfellerschütternd..Aus diesem Grunde ließ wohl die Reichsregierung«ins derselben für einen ihrer Sitzungssäle kopieren/ anstatt von einem lebenden Maler ein neues Gemälde schaffen zu lassen. Ein feinsinniger Kunstkenner wie Lichtenberg fand die Werke Hogarths. des größten satirischen Künstlers seiner Epoche, ungemein komisch. Für uns sind sie nur noch zeitgeschichtliche Darstellungen von hohem Äiiiistwert. Vielleicht rührt diese Erscheinung daher, daß die Worte, die das Bild begleiten, einer späteren Zell mehr wenig.zu sagen haben.— Ich werde oft gefragt, ob bei einer Zeichnung zuerst der Text entsteht oder das Bild. Nun, das Bild ist immer die Hauptsache und wird gleichzeitig mit dem Text geboren. Aber ich kann Ihnen ein Geheimnis nerraten: Viele Künstler machen nur die Zeichnung und der satirische Text wird erst später dazu erfunden Meistens so treffend, daß selbst ein Eingeweihter nicht feststellen kann ob Wort oder Bild zuerst entstand. Ich erinnere mich zum Beispiel an eine vorzügliche Zeichnung van Thöny. Ein feudaler Leutnant mit seinem alten Herrn in der Eisenbahn sagt:„Papa, wir werden noch so lange zweiter Klasse fahren, bis wir Läuse kriegen." Der Witz patzt so genau zur Zeichnung, daß niemand vermuten wird, er sei erst nachirägtich dazu erfimdcn worden. Und doch ist es so. Ueber diesen Punkt unterhielt ist, mich einmal mft dem alten Böcklin und sagte, einen Ausspruch Dürers variierend:„In jedem Bild steckt ein Witz, man mutz ihn nur herausreißen" Böcklin war ganz erschrocken und sprach in seinem Schweizerdeutsch:„Reitze Se mer doch mol der Witz us mein Bild„Die Toteninsel" herus!" Man hat deshalb den satirischen Zeichner manchmal ein Mittel- ding zwischen Maler und Lfteraten genannt. Das ist ein Irrtum. Schriftsteller ist, wer eine einfache Sache durch möglichst viele Worte ausdrücken kann. Der bildende Künstler ist im Grunde ein Feind des Wortes und beschränkt sich auf die kürzeste Formulierung. Zu dem Verleger des„Simplizissimus" brachte ein Dichter sein erstes Romanmanuskript. Es war auf zwei Bände berechnet. Der Verleger sagte ihm:„Das ist zu lang, Sie müssen es kürzen!" Nach vierzehn Tagen legte cr es wieder vor. auf einen Band zu» sawmengestrichen.„Noch zu lang", belehrte ihn der Verleger,„was darin steht, reicht gerade zu einer Kurzgeschichte. Kommen Sic nächste Woche wieder." Das geschah. Da wurde die Kurzgcjchichie angeiwmmcn mit dem Vorbehalt wellcrer Kürzungen. Einige Zeft darauf erhiell der Autor ein Belegexemplar des..Simplizissimus�. Sein Roman war zu einer Zeit« Text unter einem Rezniceck-Bild zusammengeschmolzen, und die enthielt alles Wesentliche. Vielen Romanen wäre so eine Operation zu empfehlen. Die Frage ist, ob uns das Efttempo der modernen Zeit nicht überhaupt die zu beschaulichem Kunstgenuß nötige Seelenruhe ge- raubt hift. Darauf ist wohl der überall bemerkbare Rückgang des Kunstinteresiss zurückzuführen. Früher reiste ein Kunstwerk in lang- sanier, mühevoller Arbeft heran. Sobald es vollendet war stand ihm der Weg zu allen Herzen offen. Der Maler wichtiger Galeriebilder sah verächtlich auf den aktuell beweglichen satirischen Zeichner herab und betrachtete sich als den einzig wahren Hüter der Kunst Jetzt zeigt sich aber, daß der satirischen Zeichnung die kulturelle Auf- gäbe zugefallen ist, das völlige Verschwinden des Kunstinteresics zu verhüten. Man hängt keine Bilder mehr an die Wände, aber hi« Bilder des„Simplizissimus" werden noch mit Iifteresjc betrachtet. Ein Museum ist ein Friedhof. Die Zeitkyrikatur lebt. O. A. Heinrich: OUerfpamiergang will Qoelhe Am Fruhstückstisch. Die Morgenzettung ist durchgelesen und weggelegt. Frau Kcrckel, bei der Ich wohne, stört schon wieder: „Ein 5)err ist draußen, ein älterer Herr." „Geben Sie ihm was.!" Sie schüttelt den Kopf: �„Nein, er will nichts haben:«r»rächte Sie sprechen!" Und als ich erstaunt die frühe Morgenstunde mit dem fremden Besuch in Verbindung bringe, fügt sie hinzu, es wäre ein sehr gelehrt aussehender Herr. ..Also bitte!" «- Er tritt ein. Er verbeugt sich. Cr sieht aus wie: „Goeche... aus Weimar."(So stellt er sich vor.) Darauf war ich nicht gefaßt. Ich bemerkte es auch mit einer höflichen Einladung, Platz zu nehmen. „Sie sehen mich so zweifelnd an, aber ich bin es tatsächlich. Doch wir wollen nicht hier im Zimmer diskutieren: wenn es Ihnen recht ist, gehen wir spazieren." Frau Kerckcl machte ein erstauntes Gesicht, als ich sofort mit dem Fremden die Wohnung verließ. Irgendwie kam er ihr bekannt vor, der ältere Herr, der so geistreich aussah. Hatte sie sein Bild in einer illustrierten Zeitschrift gesehen? Da wurden öfters gelehrte 5)errrn abgedruckt... ** „Sie schrieben vor einigen Tagen über mich: man möge mir den Gefallen tun und mich nicht in den Himmel heben," begann Goethe das Gespräch:„ich hätte auch meine argen Schwächen gehabt.— So ungefähr, nicht wahr? Sehen Sie, in all dem Be- lobigungsbrost, der feit Wochen über mich ergeht, gefielen mir die Zeilen, und deshalb bemühte ich mich hierher, diesen kleinen Spaziergang zu unternehmen, weil Sie mich sicherlich besser durch Ihre Zeit führen können als Literaturprofessoren." Ich verbeugte mich dankend und wandte nur«in, wir würden in diesem immerhin kleinen Städtchen wenig zu sehen bekommen, was den Herrn Geheimrat Goethe interessieren dürfte. „Aber ich bin doch unzeitlich geworden, unsterblich, mein Geist ist überall anzutreffen... schrieb nicht einer Ihrer Kollegen so ähnlich?" Während er das sagte, verwandelte sich die Gegend unmerklich. Wir waren meilenweit von der Stadt entfernt: gingen auf einer breiten Straße, die durch bergiges Gelände führte. Lastkraftwagen fuhren vorüber Sie waren mit Plakaten beklebt: Deutschland erwache!— Aus den einzelnen Wagen brüllten junge Leute ein blutrünstiges Lied von Hieb und Stich. „Eine Fafchingofahrt? In den Masken von Landsknechten?— Der Gedanke ist lustig," bemerkte Goethe. Es war mir psmlich, ihm widersprechen zu müssen: .Nein, es handelt sich hier um die Erneuerer unseres Bater- landes. Wenn dce Leute wüßten, was Sie da eben gesagt haben, würden sie Sie totschlagen." „Wich? Das mag wohl ein Irrtum fein. Ich komme aus Weimar!" sagte Goeche mit ziemlicher Betonung. „Ja gerade deshalb." * Die Berge verschwanden. Schemenhast wechselten Wälder, Scen�und Felder während der nächsten Schritte. Lärm quoll auf. Ein Schupo fuhr uns an... „Hier dürfen Sie nicht weiter. Abgesperrt!" „Verzeihen Sie, der Herr neben mir ist Goethe, Johann Wolf- gang Goethe aus Weimar, er möchte gern einen kurzen Besuch.. „Ganz egal, lieber Mann, ich kann Sie nicht rein lassen, Sie werden da drin doch bloß verprügelt." Wir stellten uns zur Seite und konnten durch ein zerschlagenes Fenster in die Vorhalle schauen. Eben sprangen ein paar junge Männer auf ein Mädel, fuhren ihr in die Haare und schleiften sie über den Boden: andere, die der Wehrlosen zu Hilfe kamen, wurden von der Uebermacht gepackt und mit Fäusten zu Boden geschlagen. „Entsetzlich— warum baut man aber ein Tollhaus mitten in die Stadt? Als Weimarscher Minister hätte ich solchen Frevel nie und nimmer zugegeben." Goeche war aufgebracht über soviel Unvernunft der Behörden. Wie aber sollte Ich ihm klar machen, daß es gar kein Tollhaus ist, sondern die Berliner Universität: daß die jungen Leute nicht Geistes- kranke sondern deutsche Studenten sind! Ich suchte nach Worten und stammelt» Erklärungen. So gut es ging. „Was tun sie aber hier in diesem Haus?" „Sie studieren Philosophie, Juristerei, Medizin und— leider auch Theologie, mit heißem Bemühen..." Der Geheimrat zweifelte an meinein Verstand, aber die amtliche Auskunst de» Schupo, an den er sich wandte, lautete ebenso, wenn auch nicht so faustisch. „Worum aber, warum schlagen sie sich halbtot dabei?" „Weil der eine Teil von ihnen geistige Freiheit garantiert haben will. Das lassen die anderen nicht zu." „Dann gehört wohl den Querulanten eine Tracht Prügel von Amts wegen..." „Nein, es ist gerade umgekehrt: die anderen werden angefallen, die für die Freiheit des Hirns eintreten." Da riß Goeche sich los und stürmte in die Vorhalle. Der Kampf war aber schon beendet. Nur ein paar Bücher, die die Studentin soeben noch unter dem Arm trug, lagen zerfetzt unter allerlei 5iiebwaffen auf den Fliesen. Mit seinem Fuß stieß der Dichter des Faust eine Stahlrui« beiseite: das darunter eingezwängte Blatt wurde frei... Verse standen darauf, und als sich der Kopf des alten Herrn aus Weimar darüber beugte, fiel der Blick auf eine Zeile: Deutsche Zucht geht über alles!(Walther von der Vogclwcide.) „Da hat der Herr Kollegen sich scheinbar sehr geirrt," brummte der Geheimrat Goethe vor sick) hin und verließ die Ezalle. Draußen schien die Sonne. Den alten Herrn aber fröstelte merkwürdigerweise. Er bat mich, diese seltsame Stätte zu verlassen. Schon wenige Augenblicke später waren die steinernen Wände der Häuser zurückwichen, lindere Luft wehte uns um die Ohren und spielte mit dem weißen Ezaar auf dem entblößten Haupte meines fchwsigsanun Begleiters. So gingen wir lange. Da flog Gesang über die Wiesen: Burschen und Mädel zogen hinter roten Wimpeln durch' das Tal. Der Alt« aus Weimar blieb stehen und sah ihnen nach. „Arbeiter.." erklärt« ich, als er sich fragend nach mir um- wandte.„Sie stehen an eisernen Maschinen, die ganze Woche über, und ihre Gesichter werden früh alt. Aber sie können nach singen und lachen, weil sie einen großen Glauben haben, der denen—- vorhin— fehlt! Den Glauben an freie Geschlechter." „Haben diese jungen Menschen mich gelesen?" fragt« Goeth« lmv«rmitt«lt. „Möglich. Vielleicht, Herr Geheimrat. Genau weiß ich«, nicht, denn es bleibt ihnen zum Studium des Jaust nur wenig Zeit." „Und wenn sie nichts von mir gelesen hätten, ich stehe ihnen viel näher als all den raufenden Bücherfressern, die aus unserem Land eine 5)urcnherberge machen wollen." Zornig klang das. Eine Weil« wurde kein Wort weiter ge- wechselt. Der Gesang ebbte ab, von ferne wehten die Wimpel schwach noch herüber.° Der Weimarer aber muhte rasch vorgeschritten sein, denn als ich meinen Blick wieder nach vorn wandte, war er verschwunden. Ludolf juovy. �Der ßolem von Unzählige Sagen umschwirren dle alte Stadt Prag, die sich heute in überaus raschem Tempo zur modernen Großstadt umwandelt. Neben den von Menschenmengen dicht angefüllten Haupt- straßen bleibt Alt-Prag mit seinen ruhigen Gäßchen und idyllischen Plätzen weiter bestehen. Die Kleinseitc mit ihren zahlreichen Barock- palästen und Kirchen, der Hradschin mit der Burg, Teile des Vyschehrad und der AUstadt haben noch das alte Gepräge von früher. Der Verein für Alt-Prag sorgt dafür daß die inodernen Architekten ihre Pläne, Prag nach dam Lineal umzugestalten, nicht so rasch ausführen können. Vor dreißig Jahren fiel infolge der Sucht. Prag zu modernisieren, der älteste Teil von Prag, die Iudenstadt, der Spitzhacke zum Opfer. Wohl konnten d?e krummen, winkeligen, engen und ungesunden Gäßchen des Prager Ghetto nicht stehenbleiben, aber an ihrer Stelle baute man modern« Miethäuser mst allerlei stillosen Tllrmchcn. Inmitten solcher gc- raden Straßen stehen noch, von der staatlichen Denkmalpflege ge- schützt, drei Ueberreste der ehemaligen Judenstadt: die aus dem IS. Jahrhundert stammende, im gotischen Stil erbaute Altneu- synagoge, das jüdische Rathaus mit einem hebräischen Zifserblatt und der berühmte alte Prager Judenfriedhof. Um diese Orte herum entstanden die meisten Prager Sagen. Die schönste von ihnen ist die vom Golem, dem künstlich erschaffenen Diener des Hohen Rabbi Low. Viele, auch deutsche Dichter— Gustav Meyrink u. a. m.— haben den immer dankbaren Golemstoff in Nomon- und Dramenform verwertet. Ende des 16. und Anfang des 17. Jahrhunderts residierte in Prag aus dem Hradschin der Kaiser Rudolf II. Er war ein melan- cholisch veranlagter Mann, der sich lieber um Kunst, Alchimie, Astrologie, Magie und sonstige Geheimwisienschaften als um Staats- gefchäfte kümmerte. Zahlreiche Abenteurer aus aller Herren Län- dern waren damals in Prag versammelt und es ging ihnen am Hzofe des leichtgläubigen Fürsten nicht gerade schlecht. In der Proger Iudenstadt, deren Bewohner unter Rudolf Ii. ihren Geschäften ruhig nachgehen koimten, lebte zu dieser Zelt der aus Worms stammend« galehrte Rabbi Üöw Bezalel. Er stand im Rufe eines bedeutenden Kabbalistsn und mächtigen Zauberers. Auch Kaiser Rudolf erfuhr von seinem Ruhm«. Man erzählt, daß der str«ng katholische Monarch dem orthodoxen Judenraddi«inen Besuch in seiner Wohnung im Ghetto abgestattet Hab«, wobei ihn der berühmt» Astronom Tycho Brahe begleitet haben soll. Rabbi Low soll ihm damals die prunkvollen Burgg«mSch»r vom Hradschin herttd in sein bescheidene» Studierzimmer gezaubm haben. Daraufhin wurde der Rabbi zur Audienz befohlen. Der Kaiser vec- langt« von ihm. er soll« alle Urväter und Söhn« Jakobs aus dem Grab« zitieren. Rabbi Löw soll es ihm unter der Bedingung ver- sprachen haben, daß er nicht lachen werde. Bei der Toten- beschwörung in einen; abseits gelegenen Teile der Burg ergötzte sich der Kaiser an den langen Barten von Abraham, Isaak und Jakob. Als aber der leichtfüßige Raphtali, der Sohn Jakobs, über Kornähren daherhuschte, da konnte der Kaiser nicht länger an sich halten und brach in ein Gelächter aus Sogleich war aller Spuk verschwunden, und die Decke drohte einzustürzen. Rabbi Löw war«In geschickter Mechaniker und oerstand es, Spielzeugfiguren herzustellen, die allerlei Kunststückchen aufführten. Daraus entstand wohl die Sage. d«r Hohe Rabbi Löw hätte sich einen Diener aus Lehm geknetet, den er Golem nannte. Dle Prager Sage weiß zu berichten: Der Rabbi begab sich um Mitternacht mit zwei Männern»ach dem Moldauufer. Dort nahmen sie einen großen Klumpen Lehm aus dem glußwasier und formten daraus betend und singend bei Fackelschein«ine männliche Figur mit allen Gliedern. Der eine dieser Männer sollte das Sinnbild des Ele- mentes Feuer sein. Diesem befahl der Rabbi, sieben Rundgänge von rechte um die Figur zu machen Und dabei ein« Beschwörungs- formet zü sprechen. Er tat es, und der Lehmkörpek das Clement Erde— wurde warm. Dann mußte der ander«, der Repräsentant des Elementes Wasier, sieben Rundgänge um die Figur von linke her machen, und die Figur füllte sich mit Blut. Hierauf machte der Rabbi als Element Luft selbst einen Rundgang, blies der Figur in die Nase und legte ihr einen Pergamentstreifen, auf dem der höchste Name Gottes— Echem Hamforafch— stand, in den Mund. Sich nach allen Himmelsrichtungen verbeugend, sagte er einen Spruch aus der biblischen Schöpfungsgeschichte und befahl der Figur, aufzustehen. Der Lehmkörper wurde lebendig und stand auf. Nlin erst bemerkten alle drei, daß er splitternackt war und sie mit ihm nicht so in das Ghetto gehen kömtten. Schnell holte man Hose und Rock vom Synagogendiener und Neidete den neugeborenen Riesen- kerl an. Golem, der zum Privatdiener des Hohen Rabbi Löw wurde, »errichtete folgsam alles, was man ihm befohlen hall«, denn er war stumm. Niemals ließ er sich in ein Liebesgständel mst einer Köchin«in: man hatte Ihm abstchtttch keinen Geschlechtesinn gegeben, damit er den Ghettofrauen nicht gefährlich«erde. Trotzdem der Rqbdi es streng verboten hatte, den Totem in der Hauswirtschast zu verwendin, wollt««s feiner Frau nicht«Inlsuchttn, warum«r müßig herumgehen fallt». Sie befahl ihm Wasser zu holen. Wie Goethe» Zauderlehrling hott« und goß er immer w!«d«r Wasier in die Küche, bis Ihm der Rabbi selbst befehlen mußte, aufzuhören. Der Golem arbeitete sechs Tag« in der Woche ohne Müdigkeit. Um Sonnabend wäre er ohne ZegRche Arbeit wütend geworden. Deshalb befahl ihm der Rabbi immer am Freitagabend, den Mund zu öffnen, und nahm den Schem Hamforafch heraus, worauf der Golem wie tat zur Erde sank. Erst bei Sabbatausgang legte der Rabbi dem Golem die Zauberformel wieder in den Mund, um ihn wieder zum Leben zu erwecken. An einem Freitag vergaß der Rabbi, das zu tun, und der Golem wurde toll. Bäume riß er aus der Erde, Häuser stieß er ein und warf mit Felsstücken wie mit Gummibällen umher. Als der Rabbi das hörte, erschrak er. Doch er wußte sofort Rat. Er befahl dem Kantor in der Altneusynagoge, das Lied vom Einzüge der Sabbatbraut nicht zu Ende zu singen, so daß der Sabbat noch nicht offiziell verkündet war Flugs eilte er dem Golem entgegen� herrschte ihn an und nahm ihm den Perga- mentstreifen aus dem Munde. Erst dann durfte das Lied weiter- gesungen werden. Aber Undank ist aller Welt Lohn. Als der Rabbi seinen braven, stummen Diener nicht mehr brauchte und ihn auch desicn ungc- schlachte Gestalt verdroß, vernichtete er ihn. Mit den beiden Männern, die bei Golems Erschaffung Elemente vorgestellt hatten, führte er den armen Golem, auf einer Letter kriechend, auf den Dachboden der Altneusynagoge. Dort nahm er ihm das Perga- ment aus dem Munde, und als er zu Baden fiel machten alle drei den ganzen Hotuspokus, den sie bel seiner Schöpfung gatan hatten, in umgekehrter Reihenfolge. Der Golem wurde wieder zum Stück Lehm. So soll er aus dem Dachboden unter allen Gebetbücher' jahrhundertelang aufbewahrt worden sein Lange getraute sich niemand, hinaufzukriechen, um sich davon zu überzeugen Erst vor einigen Jahren bestiegen waghalsige Männer den Dachboden. fanden aber dort nur altes Gerumpel. Der größte tschechische historische Romanschriftsteller Alois Ii- rafek erzählt eine schöne Sage von Rabbi Löws Tode: Die Sonne änderte ihren Laus, und die Pest wütete in Prag. Am ärgsten ging es in der Iudenstadt zu. Hunderte von Leichen brachte man auf den Judenfriedhof. Der Rabbi begab sich feiner Pflicht entsprechend dorthin. An der Friedhofstüre lauerte aber der Tod auf ihn. Rabbi Löw erblickte den Knochenmann, ging auf ihn zu und entriß ihm ein Stück Papier, aus dem sein Name und der seiner Freunde ge- schrieben stand. Fluchend eilte der Tod davon Ein anderes Mal näherte sich der Tod dem Rabbi im scheu gewordenen Rosse, dann wieder im herabstürzenden Moldauufer, doch der Rabbi creannic ihn stets und konnte sich rechtzeitig retten Der Tod jagte ihm in pogromlustigen Pragern nach. Des Rabbi Macht aber war stärker: Die Steine, die man ihm nachwarf, verwandelten sich in Blumen. Immer wieder wußte der Rabbi den Tod zu bannen. Endlich aber ereilte er ihn doch Der 80 Geburtstag des Rabbi war gekommen. Man brachte ihm Gescheute. Seine grau reichte ihm eine schöne Rose. Er vergaß seinen Feind und gedachte nur der schönen Jugend- tage, die er mit seiner Frau als Braut in Liebe verlebt hatte. Er roch an der Rose und sank zur Erde Der Tod hatte sich in der Rose versteckt.__ Itallher AppeU: 3)erQrufi vomOjterhafen Babba.«nn scheen Gruß fon Osderhasen. — Mach keen Schbaß. Jung«!. r Das iß doch k-e Schbaß. Ich soll dir«m schee»«ruß fon Osderhasen ausrichden. Ich habbn näml'ch georoffe». — Du hasdn Osderhasen gedrosfen? Wo dn? Wo ich Heide frteh in de Schule ging, da Heerde ich bletzuch Schridd« hlnoer mir. Unn wo ich mich um guck, da isies dr Osder- Hase. Ich denke«rscht, emie Dcischung will mich fobben— awr da fing der zu reden an. — Ach nee. Unn was hadr denn da gesagt? Habb keene Angst, mei guhdes Kiirb, ich duh dr nischt. Mich machen se bloß tmmet gefährlicher als wie ich in Werklichkeet bin. — Unn dann hadr mich grießen lassen? Ja. Mei liewes Kind, hadr gesagt, ich habb»ich fiel Zeit. Wenn de zu Middag heemkommst, da kannsde mal dein Babbo schecn fon mir grießen unn kannjdn sagen, er sollde nr»ich so sinn. Ich häddes mir anderfch i-wrlegt. Wegen 0-n baar Dummheeden. die de gemacht hasd. brauchdr dich nich so schdreng zu ichd rasen unn dir keen Fodegrasenabbarahd koosen. Sagn nr, jon mir aus kenndr dir ruhig die Freede machen. Ich dähde andre Jung in dein Wder kenn, die wärn noch fiel greeßre Lumbriche unn hädden noch fiel dollere Schdreiche follfiehrt. — Du, schbar dir jedes weidere Wort! So ein Schwindel, den de dir da ausgedacht hast! Denkst du silleicht, das gloob ich? Das iß awr ungerecht jon dir, Babba. Ich habb dir immer alles gegloobt, wenn du gesagt hast, du häddest dn Osderhasen ge- droffen unn'der hädde das unn das gesagt. Meindwegen dieser Dag«, du folldest mir keen Fodegrasenabbarahd koosen, weil ich nich ge- folgt hädde. — Das iß doch was gans andre». Wieso denn? — Weil ich bei Fader bin. Was ihn da dr Underfchied: Wenn du dn Osderhasen driffft unn er redt mit dir, da isses wahr— unn wenn ich» dreff unn er redt mit mir, da isse« Schwindel? Wi« war dn da» meeglich? — Weil der sich mit solchen Lausejung nich einläßt, wie mit dir! Awr wennr nich fiel Zeit hadde. Ich habb drsch doch gesagt. Unn der wollde doch noch in de Schdadt unn Farwe koosen sr seine Eier, unn Ferschiednes, wasr sonst noch brauchde. Also nowr —' ich habb mei Schbrichel ausgerichdet, was der mir offgedragen hat, unn nu kooffde mir dsn Fodegrasenabbarahd? Fällt mir gar nich ein. Awr Babba, das kannsde doch dn Osderhasen nich anduhn! — Du durchdriemner Limmel, jetzt wolln mier mal oernimsdia midnander schbrechen, unn wolln uns nischt formachen gegenseidj. Du hcrson Osderhasen nich gedrosfen! Wie de das nr so schdeif behaubden kamist?! — Wie ich das kann? Das will ich dir sagen! Enn Osderhasen gibbds nämlich iewrhaubt nich. Das Hamm bloß mier Eldern uns fo ausgedacht fr unsre bäddagogischcn Zwecke. So lange wies uns baßt, bletm mier drbei— awr nich länger. Unn daß de Kinder dn Schließ rumdrehn, das kommt nadierlich ersch recht nich in Bodracht. So, uu kannsde sehn, wo de mit dein frechen Schwin- d«l bleibst! Sisde, wie schecn schdilli du off cemal bist! Liegen Hamm kurze Been«. Daß ich so schdille bin, das hat enn gans andern Grund. Ich iewrlez mit grab« was. — So? Was dn? Ich denke, wen» de mir«mal rein Wein iewr da» Märchen fon Osderhasen eingeschenkt hast, da kennden mier doch»och gleich die andern Sachen noch erledjen. — Was denn fr andre Sachen?, Nu, dn Rubbrecht, unn de Draumfee, unn dn' Klabberfchdorch. •Einhänder _»// O/estr H»n*r Bffn»t weh durch FrlwirlehstitBh 74. 1*3, ist, ist. P- /I/O/ //Tö If unwi Orveh telhrt st/blt. NKhta LelpWgai 9fr. m, Eck» Mauenttr. r"! n tchtauhan. Für Wiedanarktuiw Uoanblanalr. 4,«. WimnhdTjmL Ä". Pnefitla graOt. Anfnoem GcMffnk, Barffa W,*(9) Splttalmarkt&, ecldflükwch*. Zeichnet die Sammellisten der Eisernen F ront! Beträge können auch auf das Postscheckkonto der Eisernen Front Berlin 141528 und bei der Depositenkasse Lindenstr. 3 der Bank der Arbeiter, Angestellten und Beamten eingezahlt werden Opfer der Berge. Berlinerin auf Skitour tödlich verunglückt. Salzburg. 26. März. Christine Iaeger, eine Tochter des Direktors der Branden- burgischen Provinzialbani in Berlin, ist bei einer Skitour am Groß- venediger, unterhall, der sogenannten Venediger-Scharte. in«ine ungefähr 40 Meter tiefe Gletscherspalte gestürzt. Da ihr Begleiter ihr nicht helfen konnte, wurde von der Kürslnger ijutte eine Rettungsexpedition gerufen, die die Verunglückte jedoch nur noch als Leiche bergen konnte. Aus Wien werden zwei weitere Bergunglücksfäll« gemeldet. Im S o n n b l i ck g e b i s t, in der Gegend der Duisburg-Hütte, erlag ein Älagenfurter Student einem Herzschlag. In der Gegend von Kitzbichel erlitt der 40jährige Rechtsanwalt Dr. Herbert Hilf, der Schwiegersohn des bekannten Großindustriellen Thomas Mauthner in Wien, einen tödlichen Schlaganfall. Wie aus Haus im Ennstal berichtet wird, ist die Leiche des beim Skilaufen im Seewigtal von einer Lawine ver- schütteten Wiener Arztes Dr. Fritz T u ch f e l d geborgen worden. Sie lag etwa 2'.a Meter tief unter den Schneemassen und wies keinerlei Verletzungen auf. 45 Stunden in einer Gletscherspalte. Das vierte Opfer des Touristenunglücks am Groß- glockncr, der Hilfsafsistent 5) aus Kagerer vom Amtsgericht Traunstein, der mit erfrorenen Händen und Füßen nach der Ober- walder Hütte gebracht wurde, ist gleichfalls verstorben. Ein fünfter Teilnehmer, der in«ine Gletscherspalte gestürzt war, ist mittlerweile von zwei Touristen gefunden und aus der Gletscherspalte befreit worden, in der er stich 4S Stunden be- funden hatte. Er hatte nur eine leichte Verletzung am Fuß und konnte den Weg zum Moserbodea auf Skiern zurücklegen. Abschluß der Zrühjahrsjugendweihen. Am Karfreitag sauden in Berlin die letzten Lugendwethen dieses Frühjahrs statt. In der„Volksbühne" waren beide Feiern wisder stark besucht, zmn Gelingen der Feier gaben all« Mitwirkenden ihr Beste», ausgezeichnet war auch wieder der Sprech. char unter Karl Gahn. Auch der wette Zuschauerraum im Großen Schauspiel- Haus war bis auf den letztin Platz besetzt, die große Schar der ÄSeihetinder nahm fast das ganze mittler« Parkett ein. Zwei Lieder der Arbeit« rfchaft grüßten die jungen Mitkämpfer in der sozialisti- scheu Front. Den größten Teil der Feier nahm Bruno Schönlanks Weihespiel„S»ld geweiht"«in. Die technischen Möglichkeiten der Bühneneinrichtung konnten dabei voll ausgenutzt werden, vor allein aber konnten auf der großen Bühne, was besonders im Schlußdild wesentlich war, wirklich Massen gestellt werden. Auch der Bewcgungschor war hier viel weniger gehemmt, durch die Verwendung von Vorhängen refp. Kuiisten wurde außerdem ein schnellerer Szenenwechsel erreicht. Auch die Filmstreifen waren wirkungsvoll«ingesetzt. Alles in allem aber war die Feier eine würdige Weihestunde, die Kinder und Eltern und die zahlreich« Schar ihrer Freunds in sozialistischer Festgemeinschaft verband. Auch der Bezirk Köpenick gestaltete die Lugendweihe zu einer einprägsamen Feierstunde. Die Aula der neuen Dorotheen- schule war der richtige Raum für diese Feier, die von ernsten Musik- Vorträgen, vom Kammertria des Deutschen Musikerverbandes unter Leitung von Paul Müller eingeleitet wurde. Gesänge des Männer- und Gemischten Chors Köpenick fügten sich harmonisch in die Vor- tragsfolge. In seiner Weiherede sprach Genosse Dr. 5r»rt Löwen- stein zu den Jugendlichen, dem„Bauvolk der Zukunft". Bessere Ttraftenbahnverbindong in Nenkölln. Der„Vorwärts" beschäftigte sich vor«inigen Tagen mit der Beschwerde eines Arbeitslosen über die schlechten Ver- kchrsocrhältnisse in Neukölln, Richtung Sonnenallee. Die BVG. I>at sich der Sache angenommen, und erfahren« Kontrolleure sind dabei den Publikumsandrang festzustellen. Di« ersten Verbesserun- gen sind durch Mitnahme von Anhängern auch in den Bor- Mittagsstunden bereits angeordnet worden. Der Zoologische Garten bereitet für das diesjährige Osterfest der Berliner Jugend eine besonder« Ueberraschuug: an den beiden Haupleingängen an der Budapester Straß« und gegenüber der Stadtbahn sind in Sondergehegen je ein Dutzend Oslcrlämmek und Osterhasen untergebracht, mit denen die Kinder unter Aufsicht«ine» Wärters spielen können. Siitlenvimg«» für dieje Rubri! sind «»« l i» SB CS, Llodenstraße 3, parieinachrichien für Groß-Berlin stet»»» da» B«zirk»j«lret-riat 2. Hof, 3 Trepp«» recht»,}■ richte» Vohnungs- und ZNiekerausfchuß der SPD. Groß-Derlin. Sprechstunde» in Wobnungsarzeleoenh-itcu werde» in der Sprechst»»de des „Vorwärts" und bei folgenden Senosieu»dgehalien: Pattloch, R.(iö, Bnrgs- dorfstr. Z, täglich von>7— t« Uhr, anher Soirnabends,— Lauge. Zt. ll3, llelker Freitag! !hcr Mittwach» nad Bahnhofstr. 32, nur d«n Vorsitzeaden fstr. 3. ,» >3 Uhr. Tähle, SW. ll,»lelndeereasir. 23, Srth.'li.»n So»nab«uds, täglich»on IT— tB Uhr, Hirthe, O. 112, Sie»« Montag- cor 18-20 Ahr. Schriftliche««fragen sind NN, de» Ansschnffis, Senoffen«ntzufi Patllach,«erlin 91.«3, Burg»! rtchtc». Arbeitsgemeinschaft sozialdemokr. Lehrer und Lehrerinnen» Vezirkegruppe Berlin. «m«»»»«»tag, ZI. März. IT Uhr. Besichtigung der Bundesfchul« de» Bcraou. Lnfchlietzend Sitzung. Sleftrati„Schule und Sewerkfchast". « !. strel» Tiergarten. Achtung! Wer seinen Kirchenauotrl'! bi» zum ZI. März voNzieht, tsi ad l. Juli von»er stirckiensieuet befreit. stirckienausIrNi». etklärungen nimmt entgegen Genosse Rotar Dr. Pirk, MopstoSstr. 15. iseraum der Schule ssriesen- ______..._____ WM..____ bsldser Parteigenossr» am Donnerstag, 7. Aptil» statt. An, 5. April Epirlnachmittag. Dienstag, 23. Alärz(Z. Zeierkag). l. Kreis. iWi Uhr Sitzung des erweiterten itreisvorstandes»n bekannter Stelle. 4.»reis. Sn der Woche nach Ostern fällt die Erwerbalosenveranstaktung an». 8. Knie. 1SZH Uhr Kreisvorstandssitzung der„Eisernen Front". Eadlner Strasse 10. 0. Nrew. 20 Uhr Eissuiio des Kreisvorstandc» mit den Abteilungsleiter» nnd dem ObMann des Bildungsausfel"'''' lt. Krei». 15 Uhr Znsammenlunft erklarungen Nimmt entgegen Genosse Rotar Dr. si 12. Krei». Wegen Auslegung der Wahllisten im Epeifei strasse findet die nächst« Zusammenkunft erwerbs Jugendheim Kanner Str. 42.„Der Kampf um di B-raaltgeNheit", Referent Sottlieb Reese. 17. Krei«. 10 � Uhr KreisvdtstaNdssttzUng an bekannter i im Biltoriogarten, Wilhclmsnu« 114. der erwerbslosen Partelniitglleder im ' die Staatsfar« in der -Wi Uhr KreisobtstaNdssttzUng an bekannter Stelle. 20.«reis. 10 Uhr Sitzung de» engere» Kreisvörstandes mit den Ableilungs- leitern an bekannter Stelle. 13. Abt. 20 Uhr gufammenkunfl der Zllngcrrngrunpe bei Lausch» Wiclek. Ecke Bredowstrasse.„Die Aufgab« der Jugend im Kampf um die Macht", Referent Heinz Läwi, K.?dt. Die Varleigenossen, dl« di« Wählerlisten znr Preussenwahl abschreiben wollen, treffen sich für kurze Zeit Dienstag. IS Uhr, im Lokal Pommcr-ning, Berliner Str. 1»«. lZl.«dt. Die IS bis !>!, erwerbslosen Genossen Iressen sich beule Und seden Dienstag von 18 Uhr im Jugendheim in der Lindenstr. 47. im Saal 1 des Gewerkschaftshause». Engel- e", Referent Dr. Julius Mose ZNilkwoch, Z0. ZNSrz. ».«di. �...._____________....____.. Ufer.„Der Kampf um die Macht im Staate", Referent Dr. Julius Moses. 24a.»dt. Rttgliederberfammlung in der Schuloula Mandelstrasse. Vortrag de» Genossen Abramowitfch. 48. Abt. Bon Itz't, Uhr an Abrechnung sämtlicher Bezirksführer bei Keller, «v- SS. *1. Abt. 20 Uhr bei EodeUlchweger, Zgallstr. 00. Zahlabend.„Die Reichs« Präsidentenwahl und Unser Kampf um Preussen", Referent Genosse Rohda. »dt. Im Ratskeller, Rieiftr. 3. am Lauterplatz, Mitgliedrroerfammlung. „Di« Wahlen in ihrer Bedeutung für di« Arbeiislofen"» Referent Dr. Herbert Weichnurnn. tzZ. Abt. In den pichterfelde» lSestsälen, Zehlendorfer Str.?, Mitgllederner- sammlung...Zwischen den Wahlen", Referent Genosse Hermes. 08. Abt. ffunktionärsitzung bei Teich. KNesebcckstr. 135. OB. Abt. MItglitderversaunnlung tft der Salle am V 11 Buschrosenplatz. Hanne« . i Z WWWW lunft am 20. Aoeil. Abt. 10 Uhr Zusammenkunft der erwerbslose» Parleimiiglieder an be» kanntet Stelle. Rezitationen der Genossin Friede! Holl. 120. Abt. 20 Uhr bei T-Mwel, Peinzenalktk«5, Mlioliedervl'rsitmmIuNg.„Der Komps»m Preussen", Referent Erich Kuttner. M. d B. 124a, Abt. 20 Uhr bei Draücr, Uhlandstr. 18. Funktionärsttzung. 133. Abt. 20 Uhr bei Kaehne, Berliner Str. 30. Mitgliedervemmmlung.„Vahl- lechnik und Wahltaktit", Referent Stadtrat Johannes Siege. 140. Abt. 19>!> Uhr bei Woitschach. Ernstste 1, Vorstands- nitd Funltionär- > Das C".............. dMMWWg sitzung. Erscheinen aller Funktionäre'wird erwartet. Donnerstag, 31. Marz. 4. Krei«. Zeit»ng,I«mmissioN! 1014 Uhr Sitzung des Kreisvörstandes mit de» Abteilungsleitern und Zlezirkstagsdelegierten bei Klug, Danziger Str. 71. — 19U Uhr Sitzung fümtltcher Ablellungsodleute bei Klug, Dan, ige« Strasse i l. 20. Krei». ZutammenkOnfie der erwerbslosen Partcimitglleder 15 Uhr an folgenden Stelle»: AeiniSendirs-dst in der Schule tzoppestratze. Vortrag des Genosse» Kurt Biging über„Lappland"(mit Lichtbildern). Reinicken- dorf>0ft! 2IussenspieI»latz. Vortragende: Martha Sohn. Tegel im Jugenb Jugei"'" heim Echöneberger Str. 3. Rezitationen. Wittenau im Jugendheim Reue Schule.„Unser Kampf um die Abrüstung". Referent Max Briuitzer. 101. Abt. Uhr an bekannter Stelle Borstandssttzung. 1*3. Abt. lftV'. Uhr im Jugendheim Laufener Strasse Zusammenlnnft der iitftgeren ParteimitgNeder. 103. Abt. Izra Uhr bei Katerbanm, Grdanstr. i!, Zusammenkunft de< erwerbs- losen Parteimitglieder.„Wie diskutiere ich Mit meinem politischen KrqNir?". Referent Paus Bernstein, iOgs. Ad». 20 Uhr bei Schulz. Bahnhofstr. 31. Sitzung aller Funktionäre, Vor. her im gleichen Lokal pünktlich litt Uhr Sitzung des AbteilitNgsvorstandes. 124. Abt. lü Uhr Zusammenkunft der erwerbslosen Parteimitglieder an de- kannler Eielle.„Vor enlscheidendeit Kämpfen", Referent Mai Htydemann. 128. Abt. Die gahlabende finden am ll. April statt. Deshalb FNNktlonttr. konfevenz am Doilnerslag, 31. März, 20 Uhr, an bekanntrr Stelle. Zrauenveranstaitungen. 4. Krei«. Miitwoch, 30. März, 20 Uh«, FunItiSNärinnensttzung bei Klug, Danziger Str. 71. ll. Kreis. Donnerstag. 31. März, llst Uhk, bei Neifch. Eadiiter Bit. 10. Funk- ttonärinnensitzung. Funktionärinuen der Agitation und Betriebsfunkti»- närinne» müssen unbedingt erscheinen. ?. Kreis. Mittwoch, 30. März, 20 Uhr. FunktionäriNnenfitzung im Jugend- deii» Rosinenstr. 4. 8, Kreta. Dienstag. 2g. März, 17 Uhr. bei Löbell, Hakcnfeide,„Heiterer Frauennachmittag". Vortragender: Franz Hosemann. !». lt. 13. 17. 3. 15. 1«. 24. 30. 33. 32» OS. 84. 00. Ol. 82. »7. 102. 108* 115. Krei«. Mittwoch, 30. März, 20 Uhr. in der Domklause. Fehrbelliner Platz, FunktionSrinneitzüsailimeNkünst.„Wie diskutiere ich mit meinem Gegner", Referent Hans Bauer. Kreis. Voranzeige! Mittwoch, 0. April, Illzh Uhr, Im Gestllschaftshan, be, Westens, Hanptstr. so— gl, Werbevcranftaltuna der Frauen. Ansprache der ifsin Sertrnd Sauna, M. d. L.„Gegen Reaktion nnd Terror in Reich Preussen". Rezitatianen der Genossin Marth- John, Mitwirknng des »««.Ran» Arbeittr-Mandalineu-Bund». Kreis. Dienstag. 22. R!ärz. lg>� Uhr. Funltionärinnensissung bit Görlitz, Mariendorf, Ghausseesir. 10. Kreis. Donnerstag, 31. März, lOitz Uhr, im Lokal„Zum Treffpunlt". Boxhagener Ecke 2!eUe Bahnhofstrasse» Fortsetzung der Arbeitsgem»i»schaft der Genossin Grete Sehner Uber„Eozialverstcherung". Abt. Dienstag, 20. März. 20 Uhr. bei RiiSert, SteimNetzstr. llfln,„Ernstes und Heiteres", Partragend«:: Leouie Brockmann. Abt. Mittwoch, 30. März, lOU Uhr, bei Kurkowski. Feldstr.„llann'fjohr 1N3T 14 nktz f\{* Qfufstnhpn hör Cvniiien""' Abt. strasse,„Wie diskutiete ich mit meinem Gegn«,,. Ab«. Donnerstag, llj. März, lOtt Uhr, bei Heibutzki. Danziger Str. 48. „Unser Kamps Um Preussen, Referent Eduard Zachert, M.». L. Abt. Dienstag, 20. März. IBsC, Uhr, bei Seifert. Pappelallee 4S, Unter« Haltungsabend. Abt. Der Fräuenabend fällt aus. Dafür attt Dienstag, 29. März(3. Feier tag), Spaziergang durch den Plänterwaid. Treffpunkt 14 Uhr Bahichof Treptow, Partfelie, fllr Nachzügler d«i Bsrgmann, Baumschulenweg, Zkief- holz. Elle Baumfchulenstrasse. .»ud 02.«dt. Mittwoch, 30. März, 20 Uhr, bei Marfan»,„Heidektng", Ronnendanilnallee, Frauenabend. Abt. Donnerstag, 31. März, 20 Uhr, bei Sandmann, Westfälische Etr. 42, „Kitsch und Schund in Heim und Mode". Referent Hanns H. Kam«. »bt. Dienstag, 20. Mär,. 20 Uhr, bei Lchm°aN„ Kaiser.«ilh-lm.Sir. „Unser Kamps gegen Faschismus für oine sozial« Republik", Zu ...-mt, Referent abeikp, Boichlelftr. 5,„Fürsorge Hanno H. Kamlln Abt. Mittwoch. 30. März, 20 Uhr. bei______ »Nd Kommunalpolitik", Referent Stadtrat Egrl Schneider. Abt. Donnerotag, 3t. März. lv>) Uhr, bei Grimm. Boddlnstt. ll>—>1, „Was haben die Frauen vom„Dritten Reich" zu erwarten?", Referenti« Käthe Kern. Abt. Dienstag, 20. März, 10 Uhr, gemütliches Beilammenlein mit Kaffee. lochen auf dem Sportplatz an der EsUneNallee, zwischen Bahnhof Kaiser. Friedrich-Strasse und Dammweg. Abt. Mittwoch, 90, März. 10' ä Uhr, bei«utzki, Leinestr. l. Elke H-rmann. strasse,„Unser Kampf um Preussen", Rcferentin Lisa Albrechl. Abt. Dienstag, 20. März, 20 Uhr, im Lokal„OteU-Tivoli", Reue Krug- alle« 33,„Berusskrankheiie» der FtaU", Referentin Dr. Frida Aletzander. . Abt. Dienstag. 20. März(3. Feierlag), gemeinsames Kaffeekoch«» mit den Genossinnen der 108. Abt. aus den! Sportplatz„Eiche". Wir treffen n»s pünktlich 1414 Uhr Bahnhas Käpeüiik. Abt. Mittwoch. 30. März, lo-z, Uhr. tm„Stooli". Weichsekstr. 8.„Heiterer Abend", Vortragender! Hans FUhtman». Anfchltetzend gemütliches Bei. faMmensein. Abt. Mittwoch, 30, März. 20 Uhr, an bekannter Steve, Frauenabend, Selbfterlebtea In. Russland". Itzlj Uhr, Im Voitshail», Scharnweberflr. Il4, 132. ieN�etuiicciruicu in i 137. Ab». Dienstag, 29. 139. 139a „Ernstes und Heiteres", Pdrtragenbe: Elttiede Wollmanir. Alt, De« �»»WWWWW» fällt WWW . Abt. Donnerstag. 31. März, 20 Uhr, Im Jugendheim Hermsborf« Strasse, Eck«„Schollenktug",„Wie dtskutiei« ich mit meinem Gegner?", Referenl "feinz Läwi. ldt. Mittwoch, 30. März. 20 Uhr. bei Sarius, Fürfi.Dismorck.Strasse, .Ernstes und Heiteres", R-ferenttn Elftiede Wollmann. 143. Sozialistische Siudenkeaschafk Verlin. «ektio» Unwersität! Freitag, 1. Apeil. 20 Uhr, Ausspracheabend im Bund, Albrechistr. 22. Dr.«itlitz«!„Arh-itobeschaffung". Arbeiksgemeinschaft der Sindersretmde Groß-Verlin. Kreuz bergt Das Baden fällt Dienttag Nu». Di« Versicherung»nutz stzlltf'---- umgehend co den Kreiskafsterer abgegeben werden, spätestens bis 30. März. Unser Zille.Fest findet Sonntag. 3. April, in den Gesamt. räumen deS�ugendheim» Porckstr. 11 stalt. Beginn 10 Uhr, Einsah 401h Uhr. Die Helfer kommen bereits um 13..... �...... Nächste Kreisheisersitzung findet atzi 0. tzlpril, 20 Uhr, im Heim Wasscrtotsir. 4 statt. Feiebeichohain: Mittwoch, 30. März, Volkslanzabrnd. Der„Role Karneval" wird auf Mittwoch. 0. April, verlegt. Prenzlauer Berg! Donnerstag. 20 Uhr, Danziger Str. 02, Hclferarbeits- gemeinschaft. Elternodlente sind eingeladen.— Abt. Viktor Abier! iSründnng»- »bend der neuen Gruppe für den Bezirk zwischen Greifswalder Strasse und Landsberger Altes am Freitag. 1. April. 18 Uhr. VaraUe Echöntanler Strasse. Abt. Weissense«! In den Ferien fallen Basteln. Turne» und Trommeln aus. Das Heim Parkstrasse wird geschlossen. Bis zur Zbiedereräksnung des neuen Heimes treffen wir UN« nur Freitag von 18—20 Uhr im Heim Pistvriusstrasse, Näh« Etadthalle. Sterbetafel der Groß-Äerliner Partei«Organisation� 29. Abt. Am 20. März verstarb unser langjähriger Genosse Friedrich Scholz, wohnhaft RNkestr. 13. Ehre seinem Andenten! Die Einäscherung filidet am Mittwoch, dem 30. März. 20>4 Uhr, tm Krematorium Gcrichtstrasse stalt. Um rege Beteiligung wird gebeten. 32. Abt. Am 20. März verstarb im 74. Lcbensiahrc unser Genosse Ale I» ander gtcob. Seit dem Jahre 1878 gehörte derselbe Ununterhrochcn der Partei an. Sein ganze» Leben war Nur dem Be..... gewidmet. Ehre seinem Andenken I Peerbigung„ 11 Uhr, Jüdischer Gemelndcfriedhos, Weissense«. Um reg« Beteilig»»« wird ge. beten. III. Abt. Bsh-odarf. Der aenosse Karl ReuMaNN,.. starben. Einäscherung am Dienstag jchuknweg r Paier unseres Abteilungokossterero, der Partei- , ist am 23. März, 70 Jahre alt. plötzlich»er. nstag. 20. März. 20 Uhr, itn Krematorium Baum- 129. Abt. Paalow-Rord. Am Mittwoch verstarb unser langiährlger Genosse August Zimmermann. Elau.'lhalkr Straße, tim rege Beteiligung bei der Einäscherung am Dienstag, 20. März, il Uhr, im Krematorium Gerichtstrasse, wird gebeten. Da« bekannte spezialhane sä, echte Nab bentschr Teppiche,«ard! Länserfiass« usw., die Otag, Letpziget Ecke Maekgeasensteasse, steht sich zwungen, seine Geschäftsräume ganz erheblich zu erweitern, indem es die b Firma Ehlermann innegrhabicn «ardinen, von der grossen Räumlichkeiten hinzunimmt. Jauendekoratioa auf der Mb. Das grässtc Interesse der Besucher der „Mb" findet die Sonderschau„Die billige Wohnung". Die Firma Zischer«. Wolfs G. m. b. H.. Epandauer Str. 10, zeigt dort, wir man diese Wohnungen aeschnmckvoll und doch preiswert dekorieren kann. Der geschmalivollen Art, in der die sie die vielen Stände auf der Mb mit seinen Innendekorationen aus- gestattet hat, kommt ein gut Teil des Erfolge» dieser Ausstellung zu. -lmtoUihniivlteUWiiM! Ia Bouclö'-TeDDiche I. Rr ü c ke n j BetWorlage�lDiwandeckenlMöbelbezuastoffel H a 1 bs+ores- Meterwa re� amb�rn PerSlstaneqeS. qesch. HA75 1 rwan, p e" isch qsm reiri?085 scJiwer.doppelseitlg.Piüstfi. 6obe!in,indarrthr. mod-�ftg modLma Grundstoffe m.Eifi«f2 undFranse oui bere TOOig � 1.4750 reine Wolle, möd. u Psr59r j(jfj 1 W[e,schiwf« Qualität, Ca.55*9o£f gmbe, Fes»kAoöp8�g5 gemusr.,ca]30cm.brt>irr.|. SERIE I eZ25 SEfilEttÖ/JO SERIE m/� �21.- �517° Muster m. Franse ca 90x200 IU| lOurn�-WlounollererohMartenKTSS Hustgr.yoilo�äSo|h,,___ klf. I. 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Die Sozialdemokratische Partei gehk der SakschÄdvns in Preußen mV Zuversicht eolgegeni Unsere Preußeaparyle heißt: Sraun-Severing! Die�e beiden Männer find die her- vo tragendstes Repräsentanten sener sozialdemokratischen polllik. die unter zäher Verteidigung schon gervonneaer posikwaen mV beharrlicher Geduld weiierkämpfk und weiter- beul. Das Schicksal der sozialistischen Arbeiterbewegung wird nicht durch ZNaulausreißerkünkie. sondern durch sachliche Leistungen entschieden werden! Die Parole Vraun-Severtag ist der Ruf der pollti- scheu Vernunft gegen den Irrsinn von recht» und stick». Die politische vemunff erfordert Erhaltung der demokratischen Republlk, Ueberwindung der kapliallstischen Srisevmirkfchafi durch methodische Stärkung der Staatsgewalt der Virtschafi gegenüber, schrittweise Verwirklichung der großen Ideen, die von Ansang an die Leitsterne der sozialistischen Arbeiter- beweguag gewesen sind. Jür diese Ziele kämpfen wir bei dm prevtzevwahlen! Groener befürchtete SA.'putstH Er hat Gevering zum Vorgehen gegen vi« TlotioualsoziaUsien aufgefordert. Di« nÄionarsozinKst'lsch« Prapazan!« hat de« Versuch unter- nommen. In« prtußische Polizeiaktion gegen$itl«rs braune Armee als ein Wcchlmanöver der prsutzstchen Regierung hinzustellen. Die Nazis haben di« Dreistigkeit besssfen. beim Staats» gerichtshof aimt eir/vveLig« Verfügung gegen die Preußen- rezierung zu beantragen, wobei sie diese Behauptung wiederholten. Vor dem Staatsgerichtshof ist dieser nstionalsozwliststche Ablenbmgs- verfuch kläglich in sich zusammengebrochen, als der preußisch« Vertreter den folgenden Brief bekanntgab, den der Reichsmnenmwister Groener am Z. März an den preußischen Jrrnsilminister Leo«ring geschrieben hat: «Eine Person, die mit den Vorgängen bek den Ztaklonalsozla- Nfiev und insbesondere bei den Slurmablellungen vortranl ist. hat mir milxetrllt: Jü den StnrmablÄlongen seien in letzter Zeit Leob- achtuage» zu mochen. die zu b�oirderer Vorsicht Anlaß gäben. Zu- nächst Hab« man mit auffälligem Interesse dafür gesorgt, daß füx ifle S2L-£eixIe die vorgeschriebeue Ausrüstung beschafft würde. dann habe man sich, besonders in Schlefiev. mit großem Eifer bemüht, die waffenlager der Reichswehr zu erfahren. Zwar habe die RÄchswehr besondere vorflchismaßregeln getrosten, wie z. B. die getrennte Lagerung von Gewehren and Schlössern, ober auch da» zur Aeberwindung dieser Schwierigkeiten Gebotene sei veranlaßt ward«,. Besonders bedenklich wache auch die Feststellung, daß au wichtigen Stellen die Führer, die nicht ehemalige Offiziere waren. plötzlich durch ehemalige Offiziere ausgewechsell worden seien. Alles das laste daraus schließen, daß mit einem Handstreich zu rechne» sei. Frlck. Goebbels und Straßer hätten die letzte Shovre gehabt, sich legal in den Sattel zu setze». Sollte sich nach Beendi- gung der Wahl herausstelle», daß der Sieg Hitlers ausgefchlosteu sei. so sei mit einem Losschlagen zu rechne». Ich gebe davon Scuatois mit der Bitte um entsprechende ver- aulastuag." Damit fft allen Versuchen, Groener gegen Sevsring auszuspielen. der Boden entzogen worderi. Im Laufe der Woche hat im übrigen«ine Unterredung zwischen Severing und dem Reichskanzler stattgefunden, wobei voll« Uebereinstim- vtung in der Stellungnahme gegenüber den Nationalsozialisten festgestellt wurde. Aus Klaggefian. Ttazi-Kagges hol« sich Niederlagen. Der N-ziminister Klagge» setzt seine Willkürherr» schaft in Braunschweig fort. Unter seinen Augen terrorisieren bewaffnete SA.-Banden die Bevölkerung, pjzne daß die Polizei dagegen einzuschreiten wagt. Für den O st e r s o n n t a g sollt« in Braunschweig«ine große Kundgebung mit Hitler als Paradepferd stattfinden, obgleich der Osterburgfriede derartige Kundgebungen verbietet. Herr Klagges hat sich gegenüber dem Reichsinnenminlsterium versteift, daß diese, Kundgebung trotz der Notverordnung stattfinden werde. Als er jedoch erkonnte, daß das Reich eine solche Kundgebung von sich au« verhindern würde, wenn er sie gegen das Gesetz gestatten würde, hat er klein beigegeben und hat selbst das Verbot der Versammlung ausgesprochen. Das letzte Verbot des Braunschweiger„Volks- freund" durch Herrn Klagges ist inzwischen durch den Reich?- inneiuuinister aufgehoben worden, und auch das Reichsgericht hat mittlerweile festgestellt, daß das von Herrn Klagges aus- zefprochene Verbot ungesetzlich war. Zwei Unversöhnliche. Gtche?em Vernehmen nach hat dieser Tage ein Duell zwischen dem Zta'chsinnen- minister und dem �eichswehrminister stattgefunden. Die Gegner schieden unversöhnt. fVas die Woche in Berlin brachte Brolai als Zeuge im Gklaref-Prozeß. Im Sklarek-Prozeß, der jetzt seinen 7S. Bechandlungoiag er- lebte, wurde dar LDG.-Direüor Fritz Lrolat als Zeuge vernommen. Die Vernehmung brachte k«me Neuigkeiten. Das Gericht war trotzdem der Meinung, daß der Verdacht der Begünstigung bestehe. angeblich durch die Tatsache, daß Brolat den Stadtbankdirektoreu von ostenstehenden Rechnungen Mitteilung machte. Direktor Brolat hat darauf an den Vorsitzenden des 2lu stich israts der BVG., Bürger- mestter Dr. Eifas, einen Brief gerichtet. In dem Schreiben beteuert Brolat erneut fem» Schuldlosigkeit, um dann zu erklären: „Ich verkenne nicht, daß es im Interesse der Gesellschaft, deren Vorstand ich die Ehre- habe, anzugehören, liegen könnte, wenn ich die Vorstsndsgefchäst« eine Zeit llptg nicht iühre, bis ich auch dem Aufsichtsrat die Ueberzengung verschafft habe, daß der ausgr- sprochene Verdacht unbegründet ist. Ich bitte aus dieser Erwägung heraus, mich einstweilen zu beurlauben." In einer besonderen Sitzung nahm der Zlufstchtsrat von diesem Brief Kenntnis. Das Urlaubsgesuch wurde von der Mehrheit de« Aufsichtsrates genehmigt. Direktor Brolat ist daraufhin unter angemessener Kürzung seiner Bezüge bis zur gerichtlichen Klärung beurlaubt worden. Die Äluiatt in Att-Buchhorff vor Gericht. In der Nacht-vom Z. wü» A. Juli v. I. erschoß in einem Hotel in Alt-Buchhorst der 2l jährige kaufmännische Angestellte Franz D. die ISjährig« Dekorateurin Gertrud H. Durch einen zweiten Schuß brachte er sich selbst«ine schwere Kopf- Verletzung bei. Di« I u g e n d t r a g ö d i e, die setzt vor dem Land- gertcht III zur Berhairdlung stand, erregte seinerzeit größtes Auf- sehen. Das Gertcht verurteilte den jungen Mann, der bei dem Selbstmordversuch ein Ohr und ein Auge einbüßte, wegen Tötung auf Verlangen und wegen unbefugten Waffenbesitzes zuZIahren 6 Monaten Gefängnis. Das Gericht sah es als erwiesen an, daß der Angeklagt« sein« ehemalige Geliebte auf ihren be- sondereu Wunsch erschossen hat.» Riesenfeuer bei Gtilke. In dem Gebäude der bekannten Berliner Beriagsgesellschast Stilke in der Dorotheenstr. 67. brach ein großes Feuer an. Der Brand»rahm in wenigen Minuten so erheblich«» Umfang au, daß dt« Feuerwehr mit einem großen Aufgebot von Loichzügev an die Brandstell« eilen und mit 10 Schlauchleitungen di« B«- tämpfung de? Feuers vornehmen mußt«. Die großen Expe» dittons« und Lagerräume der Flrma find et» Raub der Flamm«» geworden. Da sämtlich« Decken durchgebrannt find, ist der vom Feuer betroffen« Teil des Gebäudes wegen der Einsturzgefahr von der Baupolizei gesperrt worve»- Oie Molle billiger. Die umstrittene Bierpreissenkung ist fetzt durch den Preis» kommissar durchgeführt worden. Mit der Senkung der Bier- steuer um 7 M je Hektoliter und der Senkung de» Schanknutzens der Gastwirt« ergibt sich ein« Verbilligung da» Bieres um 11,150 M. je Hektoliter. Rein rechnerisch ergibt sich aus der Ermäßigung des HektolUerpreijes um 11,60 M.»in« Derbilligung der Moll»('/>* Liter) um 4 Pfennig. Di« VerbMgpng ist dm 26. März in Kraft getreten. Gelbstmord eines Gchupo. Auf dem Gelände der Poltzelfunkstation Adlershvf am Adlergestell in Bsrlin-Schöneweide, wurde der 2? Jahre alt« Schupo- Wachtmeister Herbert Stephan von der Beraitschast Köpenick mit durchschossener Schläfe tot aufgefunden. Der junge Beamte hatte sich in der Nacht ein« Zigarette angezündet, als er von einem Offizier überrascht wurde. Ostem- bar ist Stephan wegen Uebertrewng de« Rauchverbote« von dem Offizier zurechtgewiesen worden. Das hat sich der anscheinend sehr ehrgeizig« Beamte so zu Herzen genommen, daß er sich«in« Kugel in die Schläfe schoß. Opfer einer Kesselexplosion. Im Betrieb der Gaeapparatefabrik Max Dessin u. Co. in der Höchst« Straft« 32 im Nordosten Berlins ereignet« sich ein« folge«- schwere Kesselexplofion. Der Sohn de« Fabrikbesitzers, der 37 Jahre alte Ingenieur Fritz Dessin, wurde auf der Stelle getvtet. Em Söjähriger Schlossermeister und 17 Jahr« alter Lehrling erlitte» schwere Verletzungen. Harzburger Käse. Noch nicht alt und laust schon auseinander. Di« Harzbuvger Front ist vollständig zerbrochen. Hitler hat fein« eigene Kandidatur für den zweiten Wahlgang der Präsident- schaftswahl aufgestellt. Hugenherg erklärt, daß die Deutsch- nationalen sich am zweiten Wahlgang nicht beteiligen werden. D� gleiche Erklärung hat der Stahlhelm für sich ausgegeben. Di« Alldeutschen, der Reichslandbund uick» die sogenannten Vereinigten Vaterländischen Verbände haben dagegen die Wahlparole für Hitler ausgegeben. Die Wahlparole des Landbunde» für Hitler Lßt erkennen, daß die Großagrarier in ihm ebenso ihren Vertrauensmann erblicken, wie die Scharfmacher aus den Industriegebieten. Damit das wahre Wesen der Hstler-Kandidatur klar hervortritt, haben der ehemalige.Herzog Karl Eduard von Koburg, der General a. D. v. d. Goltz und Admiral a. D. von Schroeder. drei Reaktionär« ganz besonderer Prägung, einen besonderen Aufruf für Hitler erlassen. Auch für die Preußenwohl gibt es keine Einheit der.Harzburger. Der Stahlhelm hat eine Erklärung varöfsentlicht, wonach die Stcchchetalcute ihre Stimm« nur für Stahlhelmkandida- t e n abgeben werden. Das laßt erkennen, daß zwischen dem Stahl- Helm und den Deutschnationalen noch der Präsidentenwahl sehr erhebliche Differenzen«ntfta irden sind. Lappoverbot in Finnland. Ein größere Anzahl von LappofLhrern verhastei. Di« faschistisch« Welle, die dem Vormarsch des Proletariats nach dem Weltkrieg in verschiedenen Ländern gefolgt fft, hat in Finnland ihren Ausdruck in der Lappo-Bewegung ge- funden. Der Name kommt von einer kleinen Stadt im Innern des Landes, wo zuerst reaktionär organisiert« Bauern Terrorakte gegen di« Arbeiterbewegung, ihr« Einrichtungen, Gebäude und Führer unternommen haben. Obgleich die Kommunistische Partei in Finnland sich von der blutigen Niederwerfung verschiedener Aufftänd« und von der folgenden scharfen Unterdrückung noch lange nicht erholt hat, in dem industriearmen Lande auch um so weniger eine Zukunft hat. als di« große Masse der Arbeiterschaft nach wie vor treu zur Sozialdemokratie hall, haben ehemalige Offiziere und sonstige Reaktionäre zahlreiche Lappo-Gruppen organi- siert. Die Regierung sah ihrem Treiben viel zu laug« nachsichtig zu. selbst die gewaltsame Entführung des ehewali- gen Staatspräsidenten Stahlberg, wobei der Gene- I rakstabsoberst Bakenws der eigentlich« Anführer war, hatte die Regierung noch nicht zu energischer Abwehr veranlaßt. Erst di« jüngste große Putschdrohung der Lappo-Leute fft der Anstoß zu dem nun erlassenen Verbot gewesen, das den Lappo-Der,ioen jede Tätigkeit unterlagt. Ob dieses Verbot genügen wird, um" diesem Spuk ein End« zu machen, wird die Zukunft lehren. Die Verhaftung einer.größeren Zahl von Lappo-Führern jedoch dürfte wohl sofort eine gewisse beruhigende Wirkung ausgeübt haben. Oer Konflikt Lrland-England. Die Einstellung der Zahlung der Landentschädigung. Jahrzehntelanger Kampf in den verschiedensten Formen, vom Boykott der englischen Landlords bis zur Obstruktion im Londoner Unterhaus, von Attentaten bis zum Guerilla-Krieg und schließlich di« große Zeitenwende des Weltkrieges, hat Irland die stets geforderte Selbstregierung und eine Loslösung vom britischen Reich gebracht, die noch über die Autonomie der Dominiens hinausgeht. Bei der Erneuerung des irischen Parlament» siegte die radikale Partei de Valeras. und da die Arbeiterpartei mit ihr zusammenging, wurde ein Kabinett de Valera eingesetzt. Entsprechend dem deutlich bekundeten Mehrheitswillen des Landes hat diese Regierung den mittelalterlichen Treueid der irischen Abgeordneten für den König von England abgeschafft, aber auch die weiter» Zahlung der Entschädigung für die Enteignung der englischen Landbesitzer aufgekündigt. Beson- ders die letztere Maßnahme hat di« konservative Untcrhausmehrhell stark erregt. Ein lebhafter Notenwechsel zwischen Dublin und London fft die nächste Folg« gewesen. Die britische Regierung Hot jedoch ein« gewisse Verhandlungsbereitschaft gezeigt, und e» ist mög- lich, daß man sich auf schiedsrichterliche Entscheidung einigt. vom Kapitalismus Ein Arbeiisbefchaffungs- und Verstau Der Kapitalismus simktiomert nicht mehr. Die Krise aus dem Zlrbeitsmarkt ist ohne Umbau der Wirtschast nickst mehr zu lösen. Arbeit kann auch für den Augenblick nur durch ein großes staat- liches Arbeitsbeschaisungsprogramm sichergestellt werden. Um ein so schweres Versagen der kapitalistischen Wirtschaft wie jetzt in Zu- tunst zu verhüten, muß die Wirtschaftslenkung aus den Staat über- geführt, müssen die Monopolindustrien verstaatlicht werden. Durch die Entwicklung ist die Tatsache herbeigeführt, daß aus dem Wege vom Kapitalismus zum Sozialismus ein großer Schritt vorwärts gemocht werden kann. Der Bundesausschuß des AfA- Bundes lzat in der vergangenen Woche der Ocssentlichkeit ein Programm bekanntgegeben, auf das sich alle Spitze»gewerkschaft-n vereinigen werden und das die Richtlinie der zuküirftigen Wirt- schaftspolitik der Arbeiterklasse sein wird. Arbeitsbeschaffung. Süwtlich«, umfassende Not maßnahmen sind unerläßlich. Die Politik der Lohnsenkung hat Schissbruch erlitten. Ein« Ermeiterung der Massenkaufkrast mutz erfolgen. Dazu sind össcntlich« Arbeiten großer, Ausmaßes in Angriff zu nehmen, für die die Gewerkschaften Vorschläge unterbreiten. Die vorhanden« Arbcis muß mittels der Fünftagewoche bei gleichzeitigem Ausbau der Kurzarbeiter-Unterstützung richtiger verteilt werden. E>" langfristiges Wohnungsbau- Programm ist aufzustellen, der freiwillige Arbeitsdienst ist auf gegenseitige Hilssarbeit bei der Versorgung der Erwerbslosen zu beschränken und Hot gleichzeitig der Beschästigung und Fortbildung siingcr Erwerbsloser zu dienen. Alle lebenswichtigen Preise sind einer zentralen und örtlichen Kontrolle zu unterwerfen. Reinigung und Llmbau der Wirtschaft. Eine Selbstregelung und Selbstheilung der kapitalistischen Wirt- schaftskrise ist nicht mehr möglich. Nachdem die Allgemeinheit gezwungen worden ist, die Verluste der kapitalistischen Wirtschafts- führung zu tragen, hat sie das Recht, über die Gewinne zu ver- fügen. Der Einfluß des Reiches auf die Banken und die Versiche- rungen muh zur Verstaatlichung der Banken und Versicherungen ZUM Sozialismus. lichungsprogramm des AfA-Vundes. erweitert werden. Ein zentrales Bankenamt hat die Krediwerteilung zu lenken. � Oeffentliche Suboevtioncn und sonstige Staatsforderungen sind in Beteiligungen an Privatunternehmungcn umzuwandeln. Die Stillegungsoerordnung ist in Fällen, wo schlechte Betriebsfiihrunz vorliegt, zur Beschlagnahme und Enteignung der Betriebe durch den. Staat anzuwenden. Dasselbe gilt für schlecht geleitete land- wirtschaftliche Großbetriebe. Aufbau einer Planwirtschast. ,2&J5 an öffentlicher Wirtschaft vorhanden ist, ist zusammen- zufassen und zu vereinheitlichen. Private Monopolindustnen�sinid durch den Staat zu enteignen und in die öffentliche Wirtschaft ein- zugliedern. Zunächst sind voll zu verstaatlichen: Der Bergbau, diü Eisen- und Metallcrzeugung, die Zement- und Düngemsttelindu» strie, ferner die Gesamtheit aller Versorgungsbetriebe, der gesamte Güter- und Personenverkehr. Entschädigungen sind mir nach Gegen- wartswerten und im Verhältnis der Ausnutzung der Betriebe zu gewähren. Ein Monopolamt ist zur Kontrolle und zur Förderung des Zusammenschlusses zu errichten. Ein Außerchandelsnwnopol muß mit der Ausdehnung der Staatswirtschaft vorbereitet werden. Um das Zusammenarbeiten des Bankcnamtes, des Mo.- nopolamtes und der öffentlichen Wirtschaft sicher- zustellen, ist eine zentrale Planstelle zu errichten. In ollen Organen der Planwirtschaft ist die Mitwirkung der Arbeitnehmer zu sichern. um die Herrschast der privaten Interessen der Wirtschast auszii- schlachten und die Selbstbestimmung des Volkes bei feiner Arbeits- leistung zu verwirklichen. *** Die private Sewirtfchastvng des Kapitals, die auch eine Ve- wirtschaftung der Menschen ist, hat endgültig bankerott gen.� Die ArbeiterNasse ergreift die Osscnjive. um dem Staat die Führung der Wirtschaft zu übertragen. Die Zeit nähert sich, in der das ar» beitende Volk Herr seines Geschicken sein wird, ver Kamps um die Macht im Staat muß gerade in dieser krisenzeit uorwärtsgelricbcu werden. Trotz aller Not: Solidarität im Kampfe über alles! Arbeit und Brot. Dom Kampf der Gewertschasten. Ein außerordentlicher Kongreß des Allgemeinen Deut- schcn Gewerkschaflsbundes, der am Mittwoch, dem 23, März, in Verlin tagen und sich ausschließlich mit der Frage der Arbeitsbeschassung befassen wollte, wurde in letzter Stunde v e r l o g t, und zwar mit Rücksicht aus den innerpolilischen 0 st c c• frieden. Der Lundesausschvh des AsA-Bundes beschäftigte sich am 22. März in öffentlicher Sitzung mit dem Problem der Arbeitsbeschaffung und bezeichnete es als erste. Aufgabe, Arbeit und Brot zu beschaffen. Mit deni 30. April laufe» die L o h n a b k o m m e n ab, denen die 4. Notverordnung ihren Stempel aufgedrückt hat. Die Frage, wie die Dinge sich vom Mai ob gestalten sollen, ist daher jetzt schon in hoszem Maße aktuell. In der bürgerlichen Presse wurde angedeutet, die Geltungsdauer der Lohntarife wurde für vor- schiedene Gewerbe durch Verordnung über den 30. April hinaus v e r l ä p g e r t. Eine solche Verlängerung entspricht denn auch im allgemeinen den Wünschen der Wirtschast wie denen des Reichs- ocboitsministcriums. Im allgemeinen— denn in einigen Fällen, vorab im Baugewerbe, hält man die verkürzten Löhne für noch nicht niedrig genug. Tür Reichsarbeits minist er hat nun erklärt, daß ein« Verordnung zur Verlängerung der Lohntarife sich erübrige, well »nlsns mit Mlier»«SenderS! Konrnmaistenparoie für die Prcufjcnwahlcn „Schluß mit BrauN'Scvering!" lautet die lommumstifche Parole für den 24. April. Was heißt das? heißt das:„Sozialdemokraten heraus aus der Regierung und Kommunisten hinein? Rein, das heißt es nicht! Die Kommunisten haben nicht die Mehrheit. Sie bilden auch nicht mit anderen Parteien Regierungskoalitionen.„Schluß mit den Sozialdemokraten in der Regierung", heißt also aus keinen Fall„Anfang mit den Kommunisten in der Regierung". Wer kommt, wenn die Sozialdemokraten aus der Regierung gehen? Jeder weiß es! Dann kommen nicht die Kommunisten, sondern die Rationalsozialisten, die Deutsch. nationalen und die Volkspartei. Was heißt also die Parole:„Schluß mit Braun» Scvcring?" Sie heißt nichts anderes, sie kann gar nichts anderes heißen als:„Anfang mit Hitler- hugenber g." schon jetzt gesagt werden könne,- daß die Parteien nur ausnohms- weise von dem Recht Gebrauch machten, die Tarife zu kündigen, so daß die Löhne ohnehin unverändert weiter laufen. Eine erneute allgemeine Herabsetzung der Löhne und Gehälter er- scheine nicht tragbar und sei auch im Interesse des Inlands- Marktes nicht wünschenswert. Lediglich in einigen Berufszweigön — die nicht genannt werden— erscheine eine weitere Kürzung, eine Anpassung an den allgemeinen Lohnstand als berechtigt. Lohnabkommen im Baugewerbe wurden nicht für all- gemein verbindlich ertlärt, obwohl dies von beiden Tarifparteien. beantragt war. Die Unternehmer haben den Wlnk auf weitere 'Kürzung der Bauarbeiterloyne kteachtet und für Berlin eine Herab- setzung des Stundenlohns von 1,25 Mark aus 1,03 Mark gefordert. Das bedeutete eine Lohnkürzung von 33 Proz. innerhalb eines Jahres. Der deshalb im Berliner Baugewerbe entstandene Kon- f l i k t ist noch nicht beendet. -!- In den Berliner Brauereien haben die Arbeiter das Opfer gebracht, die 4 0- S t u n d e n- W o ch e bzw. die Fünftogc- wache einzuführen, um die Arbeit zu strecken und Entlassungen zu vermeiden. Der Verein Berliner Brauereien sucht jedoch das 40-Stunden-Abroinmen nach seinen Wünschen auszulegen, so daß die Arbeiterschaft sich erneut zum Protest und der Ankündigüng von Gegenmaßnahmen gezwungen sah. Die mit der B a n t e n s a n i e r u n g verbundenen Zusammen- legungen machen einen großen Teil der Angestellten überflüssig. Der Initiative'des Allgemeinen Verbandes der Deutschen Bank- angestellten ist es zu verdanken, daß zwischen der Dresdener Bank, ist der die Danatbgnk ausgeht, ein günstiges» Abbauobkommen getroffen werden konnte. � Allerdings hat die Reichsregicrung einen Fonds von 20 Millionen Mark dasür zur Verfügung gestellt. Die über 30 Jahre alten Angestellten werden pensioniert, die über 43 Jahre alten Angestellten erhalten ein Wartcgeld. Jüngere An- gestellte, die freiwillig ausscheiden, bekommen ein Abkehrgcld.— Wenn alle Angestellten über 50 Jahre pensioniert werden könnten, brauchten viele jüngere Angestellte nicht länger stellungslos zu sein. Die Reihen der alten Gewerkschaftsführer lichten sich mehr und mehr. Der Tod kommt der Pensionierung meist zuvor. In dieser Woche verloren die Gewerkschaften den üöjährigen Genossen Paul U m b r c i t, der seit 32 Jahren Redakteur des Korrespondcuzblottes der Generalkommisfwn und der daraus hervorgegangenen„G e- w e r k s ch a f t s z e i t u n g" des ADGB. war. Auf dem Gebiete der Sozialpolitik war Umbreit unermüdlich und erfolgreich tätig. Aus dem Rathaus. Berlins neuer Etat. Der Magistrat beschäftigte sich in einer geineinsanren Sitzung mit den Bezirtsbürgenneistern mit dem Haushaltsentwurf für das neue Etastsjahr 133 2. Wie der Stadtlämmerer in einem einleitenden Vortrage mitteilte, ist es durch die einschneidenden und auf die Dauer kaum ausrecht zu erhaltenden Sparmaßnahmen zwar gelungen, das besteh««de Defizit etwas herabzudrücken, aber die Lage der Berliner Finanzen fit nach wie vor außerordentlich ernst. Der neue Haushallsplan ist mit äußersten Einschränkungen der Auegaben ausgestellt und bringt neue schmerwiegende Maßnahmen aus allen Gebieten der kommunalen Arbeit. Bon den neuen Einsparungen, die über 280 Millionen Mark ausmachen sollen, werden besonders das Bauwesen und der Wohnungsbau betroffen werden. Für Aarunterstützungen der Erwerbslosen sind 133 Millionen Mark vorgesehen an Stelle einer Ist-Ausggbe für 1330 von 80,3 Millionen Mark. Hebe? die Höhe des voraussichtlichen Fehlbetrages für 1332 konnte der Kämmerer noch keine abschließenden Zahlen nennen. Der Magistrat beschloß im Sinne eines Bor- schlages des Kämmerers, vorläufig im Rohmen der vorgesehenen Ausgaben jji wirtschaften. Wegen des zu erwartenden Fehlbeträge, und seiner Deckung sollen unverzüglich nach Ostern Derhondlungm mit der preußischen Staotsregierung und der Reichsregierung auf- genommen werden. Uczlcenlaeuzi in Weimar Diese Zeichnung unseres verewigtefr Mitarbeiters Otto Koester [zuerst erschienen im„Vorwärts" am 22. August 1924) wirkt heute lebendiger denn je. Goethe;„Ich rnöchte Weimar für ein paar Tage verlassen, lieber Herr Kollege. Dunkles Haar, schwarze Augen, in der Judenstadt Frankfurt geboren und kosmopolitische Gesinnung— da könnte ich mir leicht eine Denkmalsbeschädigung zuziehenl" Bunte Chronik. Nadmchien aus aller Welt. Der Stuttgarter Polizei gelang es, auf Grund einer Denunzia- tion einen großzügig angelegten Falschmünzereibetrieb des 04jährizen Kaufmann Schreiter auszuheben. Es wurden falsche Hundert- niartscheine im Wert von 1!- M i l l i o n e n M a r k gesunden. Man nimmt ober an, daß es Schreiter gelungen ist, im ganzen für 6 bis 8 Millionen Mark F a l f ch s ch c i n e anzufertigen und unter- zubringen. * Zwei junge, schwer bewaffnete Verbrecher drangen am hellen Tage in ein Kleidergeschäst des Broadway, der belebtesten Straße New D o r k s, ein, hiellen das gesamt« Personal von 60 Angestellten in Schach und raubten 23 000 Dollar. Mit der Beute entkamen sie ungehindert, trotzdem sich in nächster Näh« de, Ge- schäfte, etwa 12 Polizeidcamtc aufhielten. * Beim Niedergehen streikte ein Passagierflugzeug in der Näh« von Redslond in Kalifornien die Ileherlond-Starkftrom- 1 leffung. Das Fkugzeuz war im Nu«ine feurige Wolke, aus der die verzwerfollen gellenden Schreie der brennenden Passagiere tönten. Alle sieben Passagiere verbrannten bei lebendigem Leibe, ohne daß Hilfe gewährt werden konnte. * Während der Vorstellung kam im Königsberger Opern- haus«in Feuer aus, das zunächst vom Publikum nicht bemerkt wurde. Es gelang der Thcaterieituug, das Publikum ohne Panik ins Freie zu bringen. Das Feuer, das inzwischen erhelüichen Um- fang angenommen und«Schneiderei und Kleidern m gazin zerstört hotte, tonnte nach aufreibender Tätigkeit der Wehr gelöscht werden, Bühnen- und Züsch au erremm blieben unbeschädigt. ★ Der 44jährige Postiirspcktor Marräe in Halber st adt hatte 'als Borstandsmitglied der Halberstädter Bcamten-GeiwstenschostS' bank durch Veruntreuungen sein Inst Nut etwa 86 000 Mark und eine Berliner Bank um etwa 100 000 Mark geschädigt. Das Gericht oerurteilte ihn zu neun Monaten Gefängnis und 3000 M. Geldstrafe. * Ein Angestellter der Konsumgenossenschaft iu Bad Neichenhall wurde auf der Nackchauscfahrt vom Ein- ka-fsieren bei Hammerau-FreUafsing angefallen, mit feinem eigenen Revolver erschossen und um 2000 Mark beraubt. Von den Töterg schlt jede Spur. * i Der Bau des Rügendam m e s, der bereits in Angriff ge- nrnnmen worden ist, ist nunmehr, nachdem eine entsprechende Aar» lag« vom Pommerschen Provinziallandtag angenommen worden ist, gesichert. Di« Provinz Pommern, der Landkreis Rügen und die Stadt Stralsund sind in, Verhältnis von 3:1:1 an den Kosten bc- teiligt. •fr Das Städtchen Soeben on der Oder im Landkreis Stein m im Regierungsbezirk Breslau, das etwa 1300 Einwohner hat, ist in Konkurs geraten. Hauptgläubiger ist die Schlesijche Bodenbank. Es wird das Eingreifen der preußischen Regierung erwartet. * Das Luftschiff„G r af Z e p pe l i n" hat den Hinfiug seiner ersten diesjährigen Südamcrikafahrt in Pernambuco glücklich beendet. Die Führung hat Dr. Eckenep. An der Fahrt nahmen nur neun Passagiere teil. Das Lufffchiff befindet sich bereits wieder aus der Rückfahrt. ...... �. Fünf betrunkene Offiziere der Bukarester Garnison gerieten mit zwei serbischen Kellnern in einen Wortstreit, in dessen Folge die Offiziere i�re Säbel zogen und die beiden hilsloseir Kellner einfach niederstachen. Die Offiziere wurden verhaftet. ,7 Der seinerzeit wegen angeblicher Ermordung des eigenen Boters verurteilte und dann begnadigte Student H a l s m a n n. hat unermüdlich nach dem wahren Täter geforscht und glaubt ihn in der Person des bereits verdächtigten Vagabunden Johannes Schneider ermittelt zu haben. Es ist also mit einer Wieder- ausnähme des Versahrens zu rechnen. s? Die S ch ü l« r s e l b st m o r d e nehmen beängstigend zu. Nachdem vor kurzem in Neuruppin eine Schülerin sich erschossen hatte und ein Mitschüler einen Selbstmordversuch verübte, in dessen Folgen der unzlückliche junge Mensch erblindete, sind in der letzten Woche nicht weniger als v i's r S ch ü l c r s e l b st m o r d e zu ver- zeichnen. In A n t l a m in Pommern erschoß sich der IKjahngc Sahn eines Lehrers, in Ohlsdorf bei Hamburg ein Abiturient, bei Münden i n Hannooer die 17iährig« Tochter eines hohen Beamten und in M c i n i n g e n ein 17jähriger Realgymnosiaft. * Tolle Zustände herrschen an der deutsch-holländischen Grenz«. In diesen Tagen wurde von deutschen Grenzern ein-h oll ä n di- sches Schmu ggler-Panzerauto gefaßt, das mit.zwälf Zentnern Kaffee und Tabak beladen war und nach Deutschland tnollt«. Der Wagen war mit 22-Mül>meter-Stahlplatken gepanzert. Als es beschossen wurde, fichrt h ruhig weiter. Erst als der Chauffeur | durch eins deutsche Grenzstreife mit einem Scheinwerfer geblendet ' wurde, verlor er die Richtung und fuhr gegen einen Baum.