BERLIN Menstag 29. März 1932 10 Pf. Rr. 147 B 23 49. Zahrgan� ErsSeinttSglich außer Eountag«. Zugleich Adciitauigude tri.Borwuett' B-jugivret« fit beide Ausgaben lä Vf. pro Woche. 3,25 M pro Wpuai (Caoon n Vf mouallich für Zufielluug tu« H»ui> in vorauf Kbltar Postbezug 3,92 W einschließlich 60 Vf. Postzeitungs- uud 72 Pf. Postdestellgedubren. SjwlwiLQaße xlei Anjeigenproi«! Tic einspaltig! WiMmeieri-il- 30 Vi. RrtlalBezeile 2.— M Ermäßigungen nach Tarif'vostscheeffonlo Borwärls- Verlag S. m. b. H.. Berlin Rr 375.'«.- Der Verlag behält stch dag Recht der Ablehnung nicht gcncbmer Anjeizcn vor Siedaltion und Etpedltton: Berlin SWK8. Sinbtnfit? Fernsprecher! Dönhoff(A 7) 292—297, Starhemberg pleite Bankrotter Putschist- Sein Gläubiger Kohn stellt Konkursantrag Wie». 29. März. Der Betami« HeiMwehrfLhrer uttb fogciuxatttc Fürst Starhemberg soll wnmtttelbar vor dem staauzlelle» Zosammeabruch stehe». Gerüchte von finaaztellea Schwierigkeiten Starheorbergs waren schon seit einiger Zeit verbreitet. Die Presse ist heute in der Lag«, die genaue Liste der Gläubiger Starhembergs zu ver» öffentlichen und die finanzielle Situation des Heimwehr- sührers zu beleuchten. Danach sollen sich die Schulden Starhembergs auf rund 4 Millionen Schilling(2 Mil- lioncn Mark) belaufen. Unter den Gläubigern befinde sich ein Geldverleiher namens Josef Uohn. dem der Fürst über 200 000 Schilling schuldig sei. Wie das Blatt von einem der Kreditgeber ersahre» haben will, ist dieser entschlossen, schon heute Konkursautrag gegen Starhemberg einzubringen. Am Krankenbett der Mutter Starhembergs soll ein Familienrat stattgefunden habe», wobei beschlossen worden sein soll, ein Drittel aller Fideikommisfe der Familie zu veränsteru, um den Fürsten von de» drücke«» den Schulden zu befreien. a... lieber den finanziellen Zusammenbruch des zwölf, oder vierzehn. fachen Schloßbesitzers und Putschistenführers Starhembsrg schreibt die Wiener„Arbeiterzeitung": „Er hat verschiedene Schulden— sehr große bei verschiedenen Finanzinstituten und ebenso große bei verschiedenen stadt» bekannten Geldverlelhern. Da ist zum Beispiel ein ge- wisser Kohn in Brünn. Besagter Kohn hat eine ganze Sammlung von wechseln mil der llnlerschrifi des Herrn Buodesführer der Heimwehr. Es sind schön« hunderttausende Schilling, die Seine Durchlaucht dem Herrn Kohn in Brünn schuldig ist. Das ist nun an sich nichts An- gewöhnliches und nichts Ueberraschendes. Es ist von altersher nicht selten vorgekommen, daß junge Kavaliere irgendeinem Kahn viel Geld schuldig waren. Aber Herr Starhemberg versichert, er habe das Geld, das ihm der Kohn geborgt hat, nicht, wie es sonst seine jungen Standesgenossen zu tun pflegten, verlumpt, verhurt und versoffen. sondern für den patriotischen Zweck der Ausrüstung der Heimwehren verwendet. Man nimmt also mit Genugtuung zur Kenntnis, daß die Waffen, die die österreichischen Heimwehren gegen die österreichisch« Demokratie und gegen die österreichische Arbeiter- klasse führen, nicht nur mit dem Gelds der Alpinen Montan- gesell schaft, der reichsdeutschen Schwerindustrie und der i t a l i e n i s ch e n F a s ch i st e n bezahlt worden sind, sondern auch mit dem Geld des Herrn Kohn in Brünn. Die Schulden sind dem Herrn Starhemberg schon lang« sehr peinlich geworden. Er hat schon früher verschiedene Versuche unter- Nammen, stch ihrer zu entledigen, fsm Jahre 1930, als die Heim- wehren aus dem Höhepunkt chrer Macht waren, ist ein sehr ernster Versuch unternommen worden, den Herrn Bundesfiihrer zu sanieren Damals widmete sich Herr Dr. Mauthner. ein sehr bekannter Wiener Rechtsanwalt, dieser Aufgabe. Besagter Dr. Mautbner war AizeprösidentderKreditanstalt und Rechtsanwalt des Herrn Rothschild. Aber es kamen da verschiedene kleine Hindernisse in den Weg: die Sanierung durch den Anwalt Rothschilds und der Kreditanstalt ist damals glücklicherweise nicht gelungen..- Es fehlt dem Herrn Bundesführer nicht an Freunden, die sich in Geldsachen auskennen. Da ist zum Beispiel der Herr Mandl, der Herr der Hirtenberger Patronenfabrik. Mit ihm ist Starhem- berg sehr befreundet. Sie gehen Arm in Arm spazieren und machen gemeinsame Reisen. Herr Slarhemberg schimpf« zwar in Versammlungen über dl« ..Asiaten". von denen er das Heimattreue, bodenständige Boll befielen werde. Aber von dem Kohn borgt er stch Geld aus. von dem M a u t h- n s r wollte er sich sanieren lassen und von dem Mandl läßt er sich beraten. Aber auch Herr Mandl bat ihm nicht helfen können. Indessen geben die Mannen Slarhemberg» tn den versamw- Wagen herum und agilieren:..Schluß mit der Schandwlrlschaf« der Demokratie! Schaut euch nur an. wie sie nicht wirtschaften kann» Seht cnch nur an. wie sie-den Staat verschuldet! ver Slarhemberg muß Diktator werden! ver wird die österreichische Wirtschaft schon in Ordnung bringen! ver wird schon zeigen, wie man Oesterreich saniert, ohne immer neue Schulden zu machen!" Auch der Herr Kohn in Brünn liest diese Reden der Hahnenschwänzler. Und dabei sieht er sich mit wehmütigen Blicken die Wechsel sachen mit der Unterschrift des Herrn Starhem- berg au... Großfeuer Brunnenstraße! Schwierige Löfcharbeiien— Giarke Verqualmung 3m Dachstuhl des Fabrikgebäudes Brunnenstraße 79 brach heute vormittag au» noch unbekannter Ursache Feuer aus, das in kurzer Zeit äußerst bedrohliche Formen annahm. * Di« Flammen fanden an leichtbrennenden Gegenständen reich« Nahrung. Als die Löschzüge anrückten, hatte das Feuer bereits aus die angrenzenden Dachstühle übergegriffen. Insgesamt mußten sechs L ö s ch z ü g e mobilisiert werden, da eine weitere Ausdehnung des Brande» befürchtet wurde. Mit sechs Schlauchleitungen wurde das Flammenmeer nahezu zwei Stunden lang bekämpft. Starke Ver- qualmung erschwerte die Löschaktion. Bei Schluß de» Blatte» sind die Ablöschunge- und Aufiäu- mungsarbeüen noch im Gange. Der Schaden ist erheblich, da durch herabdringend« Wassermassen in den unter dem Brandherd gelegenen Betrieben erheblicher Schaden angerichtet worden ist. Die Blu«ai auf der Chaussee. jedenfalls kein Mord, fondern Fehlschuß. Auf der Chaussee nach Frankfurt a. d. O. wurde, wie bereits berichtet, am Montagin ittag der 24 Jahre alte Buchhalter Paul Frank« aus Müllrose tot ausgefunden. Der junge Mann hatte mit seinem Motorrad eine Fahrt nach Beeskow unter- nommen. Er ist dort aber nicht eingetrosfen. In der Nähe des Kilometersteins 17,9 fanden ihn Automobilisten t o t auf. Der Tod des jungen Mannes ist noch ziemlich rätselhaft. Er soll angeblich, als er aus Müllrose fortfuhr, einen jungen Mann aus dein Soziussitz mitgesührt haben. Der Name dieses Mannes ist bekannt. Bis gestern abend war er aber nicht aufzusinden. Ani Fundort der Leiche entdeckte man etwa 8 Patronenhülsen. Aus den Umständen ist anzunehmen, dag die beiden jungen Leute hier an der Chaussee mit Absicht haltgemacht haben. Das Motorrad schoben sie in den Graben. Dann haben sie mit Pistolen eine klein« Schießerei veranstaltet. Cs hat nun den Anschein, als ob hierbei Franke, aus Versehen vielleicht, den tödlichen Hüftschuß erhalten hat. Schein Freund scheint kopslos davongelaufen zu sein. Ob diese Annahme zutrifft, muß die weitere Untersuchung ergebni. Zepp wieder über Spanien. Auf dem Rückflug von Südamerika. wie die Hamburg-Amerika-Linie mitteilt, passierte das tufifchisj Graf Zeppelin auf seiner Rückfahrt von Vernombuco heute morgen um 8 Uhr mittelenropäischer Zeit Las Creus. nordöstlich von Barcelona. Die sranzösische Südküste bei St. Maries de la mer wurde 8.47 Uhr erreicht. Groener gegen SA. Er nagelt nationalsozialistische Lügen fest. Zu der Presse ist behauptet worden, der Reichsinnenminister Groener habe den nationalsozialistischen Beseht vom 2. März, in dem angeordnet wird, daß am Tage der Reich»- Präsidentenwahl(13. März) die SA- Lenle in den Unter- künfle« zusammenzuziehen seien, schon längere Zeit vor dem Wahltag gekannt, wie von seilen des Rcichsinnenmlniste- rinms mitgeteilt wird, hat der worllaut des Befehls dem Reichs- inneominlster vor der Wahl nicht vorgelegen. ver Minister hat, als er den Befehl eingesehen hat. sofort die schwersten Bedenke« dagegen geltend gemacht. Der Wort- laut ist ihm erst am Freilag nach der Wahl von dem natlonalsozlalifllschea Abgeordneten Frank II mitgeteilt worden. Der Relchslnnenmlntstcr hat darauf dem Abgeordnelen erklärt, wenn er den worllaut des Befehls vorher gekannt hätte, hälke er s o f o r t Einspruch erHobe«. Das Asyl „Was,- ihr waat nach Braunschweig zu kommen, ohne eure Strasakteu mitzubringen?" Fährt Brüning nach London? Macdonalds Einladung grundsätzlich angenommen. Wie wir hören, hat die Reichsregierung dem Plan« Macdonolds, eine Konferenz der Ministerpräsidenten Englands, Frankreichs, Deutschlands und Italiens über die Donaupläne in de» nächsten Togen in London abzuhalten, grundsätzlich zuge- stimmt. Die Frage des Termins stößt allerdings auf Schwierig- keilen, weil der Reichskanzler in der Woche vor dem zweiten Wahlgang der Präsidentenwahl schwer abkömmlich sein dürfte. In- dessen Ist Deutschland natürlich viel daran gelegen, daß die beab- sichtigte Konferenz sich nicht aus eine bloße Zusammenkunft Mac- donald-Tardieu beschränke. Die Entscheidung liegt beim Reichskanzler, der sich gegenwärtig noch in Badenweiler aufhält. Es ist nicht ausgeschlossen, daß Dr. Brüning seine Anwesenheit in London für so wichtig hält, daß er zumindest auf einen Teil seiner bereits zugesagten Wahl- roden für Hindenburg verzichtet, um aus einige Tage nach London zu fahren. SA. befetzt Sprengstoffwerk. Auch ein Beweis der Legalität. Der„Bahrische Kurier" teilt mit: Vom 13. aus 14. März stand im Spreng st offwerk Klo st er- l e ch f e l d bei Schwabmünchen eine 120 b i s 130 M a n n st a r k e S A.» A b t e i 1 u n g der Nationalsozialisten alarmbereit. Bezeichnenderlveise liegen die Aulagen des Sprengstoffwcrkes weitab von Straßen und Ortschaftc,!. woraus sich ersehen laßt, zu welch durchsichtigen Zwecke» sich die Nationalsozialisten gerade in einem Spreng- stoffwerk nächtlich„zusammengefunden" haben.— Auch ein Beitrag zur„Legalität"! 30 uniformierte Nazis verhastet. Breslau. 29. März.(Eigenbericht) Am Montagmittag wurden in Oppeln 39 Nationalsozialisten, die si>h zu einer militärischen Uebung zusammengefunden hatten, wegen verbotenen.Unisormtragens festgenommen. Die 89 Nazis werden dem Schnellrichter vorgeführt. Klagges verbietet weltliche Schulen Der Nationalsozialismus als Hort der Kulturreaktion Der Mzintitiister Klaggcs in Vraunschwelg hat kurzerhand die weltlichen Schulen verboten. Dazu wird uns von der Leitung des Bundes freier Schulgesellschaften geschrieben: Wenn Herr Klagges es jetzt endlich fertiggebracht hat, einen neuen deutlichen Trennungsstnch zu ziehen zwischen Nationalfozio» lismus und Eewifsensfrecheit, so hat er damit nur etwas deutlicher gemacht, was feine Parteifreunde gern hinter tönenden Redensarten von Freiheit und Gerechtigkeit zu verbergen versuchen. Er verweigert Schulanfängern entgegen der schon vor Monaten abgegebenen klaren Willenserklärung ihrer Eltern die Aufnahme in bestehende wellliche Schulen. Er mitzachtet die durch eine deutsch- n a t i o na l- o o l k s p a r t e i l i ch c Landesregierung ge- tr offene Regelung, nach der in eben diesen weltlichen Schulen die vom Religionsunterricht befreiten Kinder zusammen- gesaßt worden sind. Er verlangt ganz plötzlich, während schon die Unterrichtspläne für das neue Schuljahr vorbereitet werden, die Umschulung der angemeldeten Schulanfänger in die konfessionell einge st eilten Bezirks schulen und begründet diese Forderung mit der überraschenden Eingebung, die Lehrkräfte hätten versagt. Wenn diese Feststellung nicht schon in vorangegangenen sechs Iahren durch die dazu be- rufenen fachlich gebildeten Aufsichtsbeamten getroffen werden konnte, dann wird es Herrn Klagges schwerfallen, ein gläubiges Publikum zu finden für derartig grobe Beschuldigungen ordnungsgemäß vor- gebildeter Lehrer, denen die Lehrbesähigung vielfach schon lange vor ihrer Tätigkeit an welllichen Schuten amtlich bescheinigt und durch Anstellung bestätigt worden ist. Diese Berufs beamten kritisiert Herr Klagges in schärfster Weise, nachdem er kurz zuvor seinen allerhöchsten Parteiführer in eine gehobene Beamtenstellung gebracht hat, ohne auf den Nach- weis von Vorbildung und Befähigung das nötige Gewicht zu legen. Herr Hitler erhält als. Landfremder eine Anstellung mit guter Pen- sionsberechtigung durch eine Landesregierung, die ein Jahr vorher dissidcntisthc Lehrer trotz erforderlicher Fachausbildung und jähre- langer Berufstätigkeit aus dem Schuldienst entfernt mrd somit gebürtige Braunschweiger geradezu aus dem Lande gewiesen hat. Die durch den einseitigen Lchrerabbau empörten Eltern be- fürchten eine Schädigung des Unierrichtsbetriebes, werden aber wegen einer Protestaktion mll Gefängnisstrafen bedacht. Hinterher wagt die dafür verantwortliche Regierung den jetzt von ihr bchaup- teten mangelhaften Unterricht als Begründung für eine völlige Auf- lösung der betroffenen Schulen anzuführen! Da muß auch der unbesangenste Beobachter die wirklichen Gründe auf anderem Gebiet vermuten. In allen weit- lichen Schulen(nicht nur in Braunschwcig) ist Lebenskunde an Stelle von Religionsunterricht ordentliches Lehrfach. Die Bestimmungen über die Zielsetzung im Lebenskundeuillcrricht lassen sehr deutlich den besonderen Charakter der welllichen Schulen erkennen. In einem amtlichen Lehrplan heißt es beispielsweise: Der Lebenskundeunterricht soll dem Kinde die Tatsachen bieten, aus denen es sich durch eigenes Nachdenken seine Weltanschauung erarbeiten kann, au- denen es vor allem die sichere Erkenntnis von der Notwendigkeit der Höherentwicklung unserer Kultur und den festen Willen zur Mllarbell an ihr gewinnt, so daß es zu einer eigenen Lcbensgc staltung im Sinne hingebender Pflichterfüllung im Dienste der Gemeinschaft kommt. Diese Ausgabe fällt grundsätzlich allem Unterricht zu.. Der Unterricht geht auf soziologisch-biologischem Weg« vor. Demgemäß bilden Vorgänge der Natur und des gesellschastlichen Zusammenlebens den Ausgangspunkt des Unterrichts. Auf dieser Grundloge läßt sich wahrhaftig nichts von dem oerwirklichen, was einem sich national gebärdenden Pseudojozialis- Mus als Erziehungsideal vorschwebt! Gegen solch« Schulen nrußte ein nationalsozialistischer Minister auf rücksichtsloseste Weise vor- gehen- Er hat sich dabei nicht hemmen lassen durch siimgemähe Beachtung der Reichsverfassung, nicht durch ein im Lande seit sechs Iahren bestehendes Gewohnheitsre'. und ebensowenig durch Rücksichten auf Gewissensfreiheit und Elternrechte. Klagges hat als Termin für sein Vorgehen die letzten Wochen vor den Wahlen des neuen Landtags in Preußen gewählt. Damit verpflichtet er jeden Wähler, sich klar zu entscheiden für oder gegen jeden Gewissenszwang, für oder gegen die Mißachtung von Elternrechten; Er zwingt alle freiheitlich denkenden Eltern und Erzieher mll- zukampstn in der Eisernen Front gegen den nachgeahmten Faschis- mus und seine Methoden der Unterdrückung, die in Braunschweig selbst schon gegen sechsjährige Schulkinder sich auszuwirken beginnen. R.?. Triumph dsr GAP. Hei, jetzt könnt ihr ohne Pause Immerfort so weiter machen. Laßt es splittern, laßt es krachen.— Spalte zu Hause! Niemand kommt dabei zu Schaden. Uebt es immer nur behende Innerhalb der eigenen Wände: Jeder sein Laden! Oder— gibt es bei euch Tröpfe, Die aus Trotz sich nicht entzweien? Trennt sie! Endziel bleibt: Parteien Soviel als Köpfe! Nichts darf mehr zusammensitzen! Auseinander!— Hau se, hau se, Seydenseld und Rosewitzen! � Spalls zu Hause! .Jonstban. Zweiie Spaltung der SAp. Die Konfusion wird immer konfuser. Die sogenannte„Sozialistische Arbeiterpartei" besteht jetzt seit einem halben Jahr. Sie hat kurz nach ihrer Entstehung die erste Abspaltung erlebt, da ihr einer ihrer Gründer und Vorsitzenden, Heinrich Ströbcl, den Rücken kehrte. Der zurückgebiiebene Rost hat sich seitdem krampfhaft bemüht, etwas wie ein Programm zustande zu bringen, und bei dieser Gelegenheit ist nun eine weitere Spaltung erfolgt. Der erste Parteitag, der zu Ostern abgehalten wurde, nahm mit großer Mehrhell eine Prinzipienerklärung an, die bei einem Teil der Delegierten auf heftigen Widersland stieß. Für 27 Parteitagsmitglieder, darunter drei Reichstagsabgeordnete, gab Anna Siemfen die Erklärung ab, daß sie weiterhin auf dem Boden der von der Minderheit vorgelegten Erklärung ständen und sich durch die Prinzipienerklärung nicht gebunden fühlten. So ist nun die aus sechs Maim bestehende Rcichstägsfraktion in drei Teile auseinandergefallcn. Den ersten bildet Ströbel, der schon zuvor seinen Abschied genommen hat, den zweiten bilden die drei Protestler, die sich— schon wieder!— durch einen Parteitags« beschluß nicht binden lassen wollen; als offizielle auf dem Baden der Parteitagsbefchlüsse stehende Reichstagsfraktion bleiben ganze zwei Mann übrig!' Die theoretischen Haarspaltereien, mit denen sich das Grüppchen auseinanderzankte, betreffen in der Hauptfache die Stellung zum Völkerbund und sind im übrigen belanglos. Keine Spaltung in England. Maxton auf dem ILP.-Parteitag überstimmt. London. 29. März. Auf der Konferenz der Unabhängigen Arbeiter- Partei in Blackpool wurden gestern Anträge auf L o s l ö f u n g von der Arbeiterpartei und auf. u n b e d i n g t e s Zu- fammengehen mit der Arbeiterpartei abgelehnt. Ein Antrag auf bedingte Verbindung mit der Arbeiterpartei fand trotz des Widerspruchs von M a x t o n Annahme mit 250 gegen b3 Stimmen.-:. �.' c f'il■.'(CllSaCMck;- S9S Dieses Ergebnis ist eine schweve moralische Niederlage für die bisherige Führung der Unabhängigen Arbeiterpartei, die bewußt auf eine Laslösung von der Labour Party hinsteuerte. Die JLP.- Führung war es, die international die Spalwngstendenzcn der Seydewitz in Deutschland und Fimmen in Holland gefördert hatte. Maxton hat zwar mit diesen Treibereien in Deutschland und Hol-' land„Erfolg" gehabt, seine eigene Partei hat ihm aber auf dem Wege zur Seibstvernichtung die Gefolgschaft versagt. Julius Fräßdorf. Julius Fräßdorf, der frühere sozialdemokratische Reichstags- abgeordnete und langjährige Vorsitzende des Hauptoerbandes der Ortskrankcnkassen, ist in der letzten Woche in Dresden im Alter von 75 Jahren verstorben. Fräßdorf, der aus dem Kreise Guben stammte, hatte wie sein Vater das Töpferhandwerk gelernt und war bereits sehr früh auf dem Wege über die Fachorganifation seines Berufs zur polllifchen Bewegung der Arbeiterklasse gekommen. Seit den achtziger Jahren wohnte Fräßdorf in Dresden. Im Jahre 1895 wurde er in den Sächsischen Landtag gewählt, dem er bis zur Revolution— zeitweilig als Vizepräsident— angehörte. Nach der Revolution wurde er Mitglied und Präsident der Bolkskammer. Als Sozialpolitiker genoß Fräßdorf hohes Ansehen. Bei der Spaltung der sächsischen Landtagsfraktion erklärte sich Fräßdorf mit den ausgeschlossenen 23 Abgeordneten solidarisch und bildete mit ihnen die Splittergruppe der ASP. Sachsens. Seit dieser Zeit war er politisch ein stiller Mann geworden. Sein« Verdienste um die Aufwärtsentwicklunz der deutschen Arbeiterschaft werden auch über sein Grab hinaus gewürdigt werden. Zwischenfall in Malta. Italienisches Regierungsmitglied treibt Annexions- Propaganda. London, 29. März. Bei der Abfahrt von Malta rief, wie„Malta Chronicle" meldet, der italienische Unterstaatssekretär G i u n t a an Bord seines Damp- �ers laut, so daß es alle Umstehenden, sogar Personen auf den nahe liegenden Dampfern hören konnten:„Wir sind hier in Italien, auf der Straße von Ztaliey zn seinem afrikanischen Reich. Wir müssen die Engländer lehren, was Faschismus Ist!" Der italienische Konsul versuchte ihn mehrmals zu unterbrechen und machte ihn auf die Gefahr der Aeuherungen aufmerksam, jedoch ohne Erfolg. Der Konsul ist nach Rom gefahren. Zweimal Bühnengenossenschaflsseier. Am Ostersonnabend wurde für die Mitglieder der Bühnengenossenschast eine Nachtausführung von Hauptmanns„Vor Sonnenuntergang" im Deutschen Theater gegeben. Werner K r a u ß' großartige Mensck�ndar- stellung hatte hier vor einem Parterre von Kennern den denkbar stärksten Erfolg.— Am Ostermontag veranstaltete die Genossenschaft In der Ausstellungshalle am Kaiserdamm ein Riesen- k o n z e r t: ein Vierteljahrhundert Berliner Oper und Operetten. Alle die Lieblinge des Funkpublikunis passierten hier vor 2000 Gästen und den zahllosen Hörern des Rundfunks Revue. Statt aller Namen sei nur Cornelius Bronsgeest genannt, der an diesem Abend sein lLjähriges Berliner Künstlerjubiläum feierte und als Sänger und Regisseur im MUtelpunkt des Wohlfahrtszwecken dienenden Konzerts ft/rnh 288000 Berliner waren verreist! 62 600 weniger als i93i- auch Vorortverkehr schwächer. Die Bilanz des Berliner Reiseverkehrs liegt fehl abgeschlossen vor. Aus den Zahlen gehl sowohl im Fern- als anch im Stadtbahn- und Vorortverkehr eine rückläufige Frequenz hervor. Vom 23. bis 28. März wurden von der Reichsbahndirektion Berlin im Rahmen des Osterverkehrs zu den planmäßigen Zügen 177 Bor- und Nachzüge sowie 5 Sonderzüge in Betrieb ge- stellt. Sämtliche Züge waren in der Mehrzahl gut besetzt. Ins- gesamt wurden 288 000 Reisende nach allen Himmelsrichtungen be- fördert. De? zeitweise außerordentlich starke Andrang aus den Ber- siner Abgangsbahnhöfen konnte überall mühe- und reibungslos be- wältigt werden. Im vergangenen Jahr war die Zahl der Extrazüge erheblich höher. Mit rund 62 000 Fahrgästen im Fernverkehr weniger, steht Ostern 1932 gegen das Vorjahr zurück. Das mag zum Teil daran liegen, daß die Ojterfeiertage diesmal sehr früh gefallen sind und vielen die Lust zum Reisen bei dem kühlen Wetter fehlte, l und zum andern Teil die Arbeitslosigkeit, die vielen zwangsläufig weitere Einschränkungen auferlegt hat Im Stadtbahn- und Vorortverkehr wurden am ersten Feiertag 1 210 000 Fahrgäste gegen 1 300 000 im Vorjahr und am zweiten Feiertag 1 340 000 Reisende gegen 1 500 000 im Vorjahr befördert. 22 wilde Buchmacher festgestellt. Aei den Osterrennen in Karlshorst. Am Oster-Montag fand— wie alljährlich— das große Cr- öffnungsrennen der Karlshorfter Bahn um den Öfter- preis statt. Das Publikum hatte sich in Massen zu dem traditio- nellcn Frühjahrsereignis eingefunden Die Beamten des Spieler- dezernates hatten unauffällig den Anmarsch des Publikums beob- achtet und entdeckten dabei schon, daß zahlreiche Buchmacher mit hinauswanderten. Als die Rennen begonnen und die„Wilden" alle Hände voll zu tun hatten, erschien ein größeres Aufgebot von Kri- minalbeamten auf den Plätzen. Ueberall wurden die wilden Buch- ! macher angetroffen. In wenigen Augenblicken waren 2 2 Per- fönen festgenommen Die übrigen, die nicht gleich gefaßt werden konnten, flüchteten über die Zäune in den nahen Wald. Unter den Festgenommenen befanden sich sechs, die in den großen Buchmacherprozeß Damm und Genossen, der augenblicklich in Moabll verhandelt wird, verwickelt sind Sie werden dem Untersuchunzs- richter vorgeführt, während die anderen nach Feststellung der Per- sonalien vorläufig wieder entlassen wurden. Für die sechs, die teil- weise als Angeschuldigte, teils als Zeugen in dem genannten Prozeß auftreten, wird dieser Besuch der Rennbahn— auf den sie Zweifel- los schon den ganzen Winter über gewartet haben— ein recht unangenehmes Nachspiel haben._ Oer Tod auf den Schienen. Unweit der Station Wildpark bei Potsdam wurde heut« früh auf den Ferngleisen Berlin— Magdeburg die Leiche eines jungen Mannes gefunden. Dem Toten war der Kopf vom Rumpf getrennt. Nach den polizeilichen Ermittelungen handelt es sich um den 22 Jahre alten Maurer Erwin K r a a tz aus Kuhfort bei Potsdam. Ob Selbstmord oder Unglücksfall vorliegt, konnte noch nicht geklärt werden. Die Leiche wurde beschlagnahmt. Aus dem fahrenden Vorortzug 4436 stürzte in der ver- gangenen Nacht zwischen den Stationen Strausberg und Hoppegarten der Tapezierer Paul P. auf die Gleise. Der Zug wurde sofort zum Halten gebracht. Wie durch ein Wunder hatte der Verunglückte nur leichte Verletzungen erlitten. haydn-Gedenkfeier. In R o h r a u, dem Geburtsort Josef Haydns, fand am Montag anläßlich der 200jährigen Wiederkehr seines Todestages eine Gedenkfeier statt. An dem Geburtshaus wurde Hin« G-denktafel enthüllt und eine Haydn-Gedächtniseiche gepflanzt. PIs-ator bereitet die Uraufsührung der„Amerikanischen Tra- aö d l e" von Dreiser in ieiner eigenen Bühnenbearbeitung vor. Sie findet Mit« April u» Lessing-Theater statt. Acht Millionen Arbeitslose in LtSA. Ist das auch die Schuld des Marxismus? Rem Jork. 28. März. Aus Erklärungen des Präfidenken des amerikanischen Gewerk- schaflsbundes, Green, geht hervor, daß immer noch 8 Mil- lionen Menschen in den vereinigten Siaalen arbeitslos find, und daß entgegen den Erscheinungen in früheren Jahren der Beginn des Frühlings sich auf dem Arbeiismarkk noch nicht aus- gewirkt hat. Rur etwa ZOO OVO Arbeitslose seien im Februar wieder in den Arbeitsprozeß eingereiht worden, gegenüber 700 0S0 im letzten Jahre."..........'-—< *■-■.......■ An der Arbeitslosigkeit in Deutschland sind bekanntlich nicht die Fehler und Verbrechen kapllalistischer Wirtschaftsführer, nicht die Er- fchütterung des deutschen Kredits in der Welt nach den Septe>nber- wählen 1930, sondern einzig und allein die„M a r x i st e n", dos „S y st e m" schuld. So wird es tagein, tagaus von Hitler und Hugenberg proklamiert und es finden sich Millionen von politischen Kindsköpfen, die diesen Phrasen Glauben schenken. In den Vereinigten Staaten aber, wo die Allein- Herrschaft des Kapitalismus niemals durch„marxistischen" Einfluß gestört worden ist, wo die bürgerlichen Parteien ganz unter sich regieren, dauert die Wirtschaftskrise unvermindert fort, und die übliche Frühjahrsentlastung macht sich auf den? Arbeitsmarkt nicht bemerkbar. Auch die- an�erikanische Landwirtschaft leidet schwer Not, die Farmer hungern infolge des beispiellose» Preissturzes der Agrarprodukte, ohne daß man dort das Märchen von einer Schuld der„landwirtschaftefeindlichen Sozialdemokratie" propagieren kann, weil die sozialistische Bewegung in Amerika leider noch in den Anfängen steckt. Gibt es einen schlagenderen Beweis dafür, daß die ganze Propaganda der Hitler und Hugenberg gegen das„System" und gegen den„Marxismus" nichtsalsLügeundSch winde! ist? Osterkonzeri der Arbeitermusiker. Im Saalbau Friedrichshain veranstaltete der Deutsche Arbeiter-Mandolinistenbund, Bezirk Berlin, gemein- sam mit dem Berliner Sängerchor(Mitglied des D?lSB.) sein 10. Bezirkskonzert.„Die Kunst dem Balte durch das Volk" stand auf leuchtend-rotem Transparent, das quer über die Bühne gespannt war, und wie zur Bekräftigung dieser Worte hatten sich alle Gleich- gesinnten zahlreich eingefunden. Der Riesenraum war bis auf das letzte Plätzchen besetzt. Der Kinder- und Jugendchor des DAMB. unter Leitung von P. P r z y b i l f t i leitete das Programm mll dem Marsch der Nibe- langen von Schmie! und der Mandolinata von Manente ein: mit großer Technik und noch mehr Begeisterung zupften all die kleinen Hände ihre Instrumente. Dann sang der Berliner Sängerchor „Frühlingseinzug" von Jüngst,„Wann wir schreiten Seit an Seit" kind den prächtigen Uthmannschen„Sturm"-Chor. Fest geschlossen, bestimmt und von schöner Begeisterung getragen klangen Melodie und Worte. Die Ballettmuflk aus„Rosamunde" leitete dann über zu einer sinsonischen Dichtung, komponiert vom Bezirksdirigenten Fahr,„Im Osten geht die Sonne auf"; eine melancholische, von unterdrücktem Menschentum sprechende Melodie, ähnlich dem Motiv der„Wolgabootschlcpper". Allmählich jedoch geht dies stumpfe Resignieren über in ein siegesbewußtes Frohlocken, das ausklingt in dem von Zuversicht und Begeisterung getragenen Gesang„Brüder, zur Sonne, zur Freiheit". Tosender, nicht endenwollender Beifall, der unbedingt auf Wiederholung des Schlußgesanges bestand, dankte Spielern und Sängern. Im nachfolgenden„Hungermarsch" des gleichen Komponisten erfuhr das Motiv der bedrückten,, zu ewiger Sklaverei und Entbehrung verdammten Masse noch eine gewaltige Stelgerung. Da schmetterte in schönen, tiefempfundenen Worten die Legion der Hungernden, Verelendeten all ihre Qual, aber auch ihren Kampfeswillen und Kampfesmat hinaus; Sprechchöre und Einzel- sprecher, gemeinsamer Gesang und eine wirkungsvolle musikalische Untermalung vereinten sich zu einem gewalligen Gangen. Das staatliche Goethe-Festspiel „Egmoni" im Staatsiheaier „Egmont" ist die große Oper Goethes. Hätte«r nur das politische Trauerspiel dichten mallen, das Clärchen würde niemals zum Biihitrnlebeit gelangt sein. Aber Geschichte und Musik, Vision und Wirklichkeit stritten und lösten sich in der Phantasie. Für den Dichter wäre der Mann Egmont zu gering gewesen, der nur seinen Rcbellenkops gegen die spanischen Unterdrücker hergibt. Ebenso wichtig ist für den Dichter das Liebesgedicht„Egmont", das Trauer- sxiol, kurz, die Oper„Egmont". Das spürte Beethoven, alz er das Theaterstück zu einer Over vollendete. Mit dem Reoolut'.onsgejchmetter endet die Ouvertüre. Das Finale endet ebenso. Dazwischen tönt alles, was von dem Lieb- haberherzen ausströmt. Kein bloßes Verstandeswerk ist vorhanden, koin Libretto für ein ausschließlich politisches Stück, sondern vor allem Oper, Oper, und alles, was zu der klingenden Kunst gehört an Gespenstereicn und Zärtlichkeiten, an Intrigen imb Jnnigkeits- liedern. Der Dramaturg Schiller, der dem„Egmont" diese prunkvollen Schau- und Hörstücke wegnahm, und die Nachahmer, die auch als Regisseure gleiches versuchten— Ießncr war der Letzte—, ahnten nichts von der das Wagnersche Musikdrarna vorwegnehmenden inusitalisch-mythischen Nawr im Goctheschen„Egmont". Jürgen Fehling ahnt das Richtige. Daher sind die Vorzüge und Mängel seiner Regie zu begreifen. Man kann sich nicht ohne weiteres mit seiner Arbeit befreunden. Er läßt die seelischen Duette Egmont-Clärchen als große Gofühlsarien deklamieren. Die scntimen- taten Momente werden ausgedehnt, genau so wie in der großen Spieloper. F o r st e r. der Egmont, angegraut im.staar, also eher für das politische als für das Gesühlstheatcr ausswfficrt und ge- stimmt, soll sich nach Fehlings Willen in den glühenden Opern- anbeter verwandeln. Während der Liebesszenen soll er weder an das niederträchtige Spanien noch an sein niedergetretenes Brabant denken. Rein, Egmont soll sich mit ollen Zeremonien des echten Opernhelden diesen: Liebesdienst hingeben. Und Elärchen soll sich in seine Umarmung stürzen, ebenso romantisch henmmngslos wie eine Openipriimadonna. Das Clärchen, Fräulein Hertha Thiele, ein neues Elärchen am Staatstheater, Fehlingsche Entdeckung, verfügt bisher erst über die Stimme einer jugendlich Dramatischen, erst über das Gezwitscher, nur über die halben Töne. Dock) ihre Jugend, ihre Schlankheit und Schlichtheit gewinnen sofort. Sie ist Theater. blut, obwohl sie noch theatralisch beim tragischen Lebensabschied scheitert. Aber bei einer jungen Schauspielerin ist die Schüchternheit, die noch zur Sicherheit werden kann, besser und verheißender als frühzeitige, unoriginelle und altkluge Vordringlichkeit, die selbst ein energischer Regisseur selten beseitigt. Ost ist Egmont-Forster eher Kavalier als Kriegsmann, eher Stutzer als Staatsmann, aber die Liebhaberallüren Forsters bringen gefälligstes Theater und das Entzücken für Parkett urtd Galerie. Forsters Egmont kokettiert mehr nnt buntem Wams und prächtigen Stulphandschuhe» als nnt blendendem Geist. Er ist gewiß ein vnhistorischer Egmont, doch eine herrliche Bühnenerscheinung, mehr Frauensreudc als Märnierstoh. Der kaltblütige, kluge Oranien M ü t h e l s, der schurkische Alba Wäschers kontrastieren desto wirksamer gegen den bunt schillern- den und sestlich schimmernden Egmont. Allerdings nahm der Opern- regisseur Fehling feine Kontraste zu leicht. Er suchte eher volks- tümliche als eigentümliche Wir tu uzen. Der Alba wird zu einer Schreckenskammerfigur aus dem hiftonschen Panoptikum." Frau Koppenhöfer, die Sprecherin der Regentin, ist nicht imstande, sich dem Fehlingschen Opernplan unterzuordnen. Sie ist wirklich nur Sprecherin und Schauspielerin. Der helle Klang chrer Stimme und die Stärke chres Verstandes passen nur.zu dem, was als politisches Trauerspiel übrig bleibt. Wegen solcher Vorzüge wird Frau Koppenhöfer tnuner den Heldenmüttern überlegen sein die sonst dies« schwierige Rolle spicken und dem geistigen Range der Gestalt vieles schuldig bleiben. Immer wieder ist Fehling in die Cgmont-Oper vernarrt. Diese Vorliebe bringt ihr Gutes, wenn er die gcmzc Beethovensche Musik durch Klemperer aufführen läßt. Den Bühnenarchitekten Rochus G l i e s e inspiriert Fehling nicht so gut. Es wird bühnentechuisch experimentiert. Statt der gesunden Realistik wird Lichtsymbolik erprobt. Der Druck, den Spanien aus das sonst fröhliche Brabanter Volk ausübt, soll auch in der Ncbelatmosphäre spürbar werden. Und der unglücklich liebende Brackenburg und die Brüsseler Bürger und auch der rebellische Ohrenbläser Bansen(Veit Harlan), sie spieien die bürgerliche Gedrücktheit zu dumm, wirklich zu trübselig. Fehling grübelte sich das Richtige aus, doch seine Künstler taten zuviel des Guten in schleichender Leisctreterei. Max Hochdorf. Gänger-Morgenfeier am Ostermontag Der„Neuköllner Sängerchor" veranstaltete— verstärkt durch die„Neuköllner Liedertafel" sowie das „S a n g e s e ch o R u d o w"— am Ostermontag im Orpheum in der Hasenheide eine sorgfältig vorbereitete und prachtvoll durchgeführte gutbesuchte und wirkungsvolle Sängermorgenfsier. Den starken und eindrucksvollen Rahmen des klug aufgebauten Programms bildeten die Chordarbiewngen, Männcrchöre von Mchul, Knöchel und Stubbe, von Thieffen, Gcrster und Pringshcim, die von dem jungen Chor- meister des Neuköllner Sängcrchors(und anderer Chöre) Georg Oskar Schumann auf das verdienstvollste geleitet wurden: voll fruchtbaren pädagogischen und künstlerischen Ehrgeizes, voll Sicherheit, Umsicht und jugendlichen Elans. Rosebery d' A r g u t o ist ein unentwegter Vorkämpfer des„Gesangsbewegungschors", einer neuen und wie uns scheint außerordentlich beachtenswerten und zukunftsreichen Stilgattung, die weder von der Musik zur Bewegung, noch von der Bewegung zur Musik kommen, sondern aus Gesang und Bewegung einen kollektiven Ausdrucksstil organisch entstehen lasten will Er führte mit seiner Gesangsgemcinschaft teils schon Bekanntes vor wie„Schritte im Geföngnishof", das wohl die nachhaltigste Wirkung auslöste: teils handelte es sich um Neuschöpfungen, wie das.�ffammerliedchen" für Kinderchor oder„Muschik und Marischka" für(gemischten) Gesangs- und Bewegungschor, die so, wie sie zur Aufführung kamen, unmöglich richtig beurtellt werden können. Da das Bewegungselement wegfiel, blieb das(recht schwache) rein musikalische allem übrig, das ja allerdings weder„an sich" erfunden wurde, noch wirken kann, das nur als unselbständiger Teil eines organischen Ganzen zu denken ist. Abwechslung und Steigerung zugleich brachten die Rezitationen Martha Johns: Schiller und Goethe im ersten Teil der Vortragsfolge(„Der Gott md die Baja- dere" gelang ihr bei allen Differenzierungskünsten in kraftvoller und großartiger Geschlossenheit). Schönlant, Luitpold, Theobald Tiger im zweiten: rabiat und revolutionär, überzeugt und über- zeugend, klug in den Mitteln, hinreißend in der Wirkung, von Erfolg belohnt. u'. Abschluß der Goethe-Gedachtniswoche. Mit einer der in Weimar bereits zur Tradition gewordenen „Faust"-Aufführungsn unter der Spielleitung des Generalintendon- ten Franz Ulbrich fand die Goethe-Geoächtniswochc am 2. Osterfeier- tag ihren Abschluß. Bis zuletzt wurden den Veranstaltungen, so- wohl den Theatervorstellungen wie auch den Vorträgen, dieser Hul- digamg der ganzen Well für Deutschlaichs größten Dichter lebhafte- ftes Interesse entgegengebracht, wie der in unverminderter Stärke anhaltend« Fremdcnzustrom beweist. Drei Höhepunkte ragen vor allem hervor: die Gastspiele„T a s s o" des Wiener Burgthcatcrs, „Die natürliche Tochter" der Dresdener und der„F a u st" des Deutschen Nationaltheaters in Weimar. Mit dieser aus das sorgsamste durchdachten imd durchgearbeiteten Leistung der Wei- marer Bühne gelangten die sestlichen Tage Höhepunkt und Ende. Goeh und Benahky„Zirkus Aimee". Metropol-Theater. Das Motiv von dem reichen Grafen und der Zirkusse«, die Domäne österreichisch-ungarifcher Operettenfabrikanten, wird hier von pathetischer Rührseligkeit gereinigt. Curt Goetz, Schauspieler mch Versasier geistreicher Komödien, deren Dialog in der witzigen Grazie und paradoxen Formulierung an Oskar Wilde erinnert, schreibt ein Libretto, das die übliche Art liebenswürdig parodiert. Goetz, der scharmant an der Rarrcnnuiske der Seriösen zu zerren und der ironisch und versöhnlich zu lächeln versteht, gibt aber nicht nur Parodie. Di« Lautenlicdchen, die Chansons überragen in ihrer kultivierten Haltung bedeutend das gewohnte Niveau. An Stelle des Kalauers tritt der Witz. Der Schauspieler Goetz weiß um die Wirkung einer Situation, und er verbindet die Komik der Situation mit einem graziös pointierten Dialog. Dos Arsenal der Wiener Operette, der Adel, das brave Mädchen aus dem Doli, das große Finale im zweiten Akt, in dem es ans Herzbrechcn geht. erhalten eine neue Politur, werden von parodistischcn Arabesken umrankt. Das Ganze ist unaufdringlich und delikat gearbeitet, mit leichter und sicherer Hand. Goetz beweist, daß ein Opercttonlibretto nicht kitschig und banal zu sein braucht und daß an die Tradition der Offenbochschen Operette angeknüpft werden kann. In der Musik von Ralph B e n a tz k y kemmt ebenfalls das parodistische Element stark zum Ausdruck. Themen aus„Aida", „Lohengrin" und„Bajazzo" verflicht er m die Komposition. Die Finales strahlen in pompösem Orchesterglanz, und doch weist die Instrumentation daraus hm, daß es sich auch um einen Witz handelt. Benatzky mischt sehr geschickt die einzelnen Elemente, ohne die mela- Möse Linie zu zerreißen. Ein paar Liedchen sind van süßem, musi» kalischem Reiz. Die Chansons fiebern in bezwingendem Rhythmus. Endlich eine Operette, die das ertötende Schema gesprengt Hot. Curt Goetz und seine Gattin Valerie von Martens spielen die Hauptrollen. Vollendete Leistungen. Goetz,' der ironisch über- legen« Gestalter, ist ein glänzender Ehansonsänger von beherrschter und sprühender Laune. Carl Meinhard durchdringt seinen ver- trotteten Fürsten mit fast groteskem Humor. Das Orchester unter Becker und die Regie Rollers wahren den ironischen Stil. R Leb. Vorläufig kein Theatersireik. Der für den 2Ü. April angekündigte Generalstreik de» f r ä n- zo fischen Theater- und Lichtspielhäuser ist in letzter Stunde abgeblasen worden. Zwischen der Regierung und den int-r- cjsiertcn Kreisen wurde nach langen Verhandlungen ein provisorisches Zlbkommen getroffen, das den Konflikt wenigstens vorläufig beilegt. Im einzelnen hat sich die Regierung bereit erklärt, den Theatern in Paris ein Drittel und in der Provinz ein Viertel ihrer Staatssteuern zu ertasten, was 5'A bzw. 3 Proz. der Gesamtsteuerlasten ausmacht. Die Lichtspieltheater erhalten einen Kredit von 12 Millionen Franken, der unter die in Schwierigkeiten geratenen Unternehmungen verteilt werden soll. Die den Theatern gewährten Erleichterungen beziehen sich auch oitf die Äonzertunternehmungen, während die Kabaretts inrd Varietes nicht berücksichtigt worden sind. Diese von Tardieu bewilligten Maßnahmen bedürfen noch der Zustimmung der Kammer Die Entscheidung darüber fällt m der Mittwochsitzimg. Bor der Aufgabe des Streiks so: cd eine sehr bewegte Nachtsttzung des Etrcikausschustes statt, in der beschlossen wurde, sämtliche Unter- nehmungen zu schließen, falls die neue im Juni zusammentretende Kammer die Zusagen des Ministerpräsidenten nicht ebenfalls an- nehmen sollte. Abschied von„Goldrausch". Im M o z a r t s a a l wird diese Woche noch einmal Chaplins schönster Film„Goldrausch" gespielt. Noch einmal ist Gelegenheit, diese grandiose Goldgräbergeschichte und vor allem Chaplins wehmütigen Humor zu erleben. Der stumme Film ist wt und auch die letzten Kopien von solchen„unsterblichen" Meisterwerken werden bald abgespielt sein. „Junge Tanzkunst" bringt die letzte diesjährige Tanzmatince der Volks- bübne Sonntag, 3. April, vormittags 11.30 Uhr, im Theater am Villom- platz. Es Wicken mit: Else Baros, Erna Pcijer und die Gruppe junger Tänzerinnen. ZtavSSA SIE sieh sehon etitschleden?? Sie wissen doch, worum es sich handelt!?— Insgesamt AGGO Mark Sur IHREN Schiedsspruch hat die Firma Leineweher> Berlin C• Köllnischer Fischmarkt• ausgesetzt. Wir wollen erkunden, ob Berlin noch Qualitätsgefühl hat!- Alles Nähere finden Sie in den Schaufenstern des Leineweber- Hauses Berlin C• KöUnischer Fischmarkt■ und in den Beteiltgungsschetnen, die kostenlos und unverbindlido am Eingang des Leimweber-Hauses ausliegen- also... keim Zeit verlieren- es geht um insgesamt 2000 Mark!- Am 2. April ist Einsendungsschluß für das große LE IN EWEBER- Preisausschreiben in den Schaufenstern dieses Hauses finden Sie die Ausstellung zum Pretsaus schreiben „Welchen würden Sie wählen??" 20 Spezial-Geschäfte in einem Haus- das ist L E I 7< E W E � E% das Haus'das Jeden an zi eh t• Berlin C• Köllnischer Fischmarkt Rundfunk der Woche Er spricht— du hörst! Von Dr. Karl Würzburger, dem Leiter der Arbeiter» stunde der Deutschen Well«, ist«ine kleine Broschüre erschienen, „Er spricht— Du hörst"(Fernschul-Verlag®. nt. b. j).. Berlin- Wilmersdorf). Wenn man in dem Heft flüchtig blättert, so scheint es eine Aphorismensammlung zu sein, wenn man das Inhallsver- zeichnis durchgeht, ein« Auseinandersetzung mit der Rundfunkpraxis. Es ist beides. Es geht von der Praxis aus und steigt in das Reich philosophischer Betrachtungen— aber nur, um von hier das Gebiet der Praxis besser zu übersehen, klarer die Wege zu seinem Ausbau weisen zu können. Anfang und Ende jeder Spekulation treffen sich im Rationalen wieder, im Kennen und Erkennen. Deshalb würde es sich lohnen, das Buch eingehend zu betrachten, auch wenn der Verfasser nicht an einer für«in Gebiet des Rundfuntprogrammes verantwortlichen Stelle stände; da er diesen Platz einnimmt, er- scheint es besonders wichtig, sich mit seinen Ausführungen über den Rundfunk auseinanderzusetzen. Diese Ausführungen sind— das ist ein Eindruck, der den Leser nach wenigen Seiten nicht mehr losläßt— von einem Menschen geschrieben, der in den Rundfunk verliebt ist mit jener fruchtbaren Liebe, die noch verborgen« Möglichkeiten bereits umfaßt und ihnen zum Wachstum Kraft gibt. Sie sind gar nicht im Stil einer der üblichen offiziellen Veröffentlichungen gehalten, sind nirgends ein tönendes Preislied auf das bereits Erreichte. Aber sie sind in jeder Zeile ein staunendes Bekennen zu dem Wunder, das sich hier all- mählich entfalten kann, wenn es verständnisvoll gepflegt wird. Ein Kapitel nennt sich„M ikrophonieren". Das klingt sehr nach Technik. Wie spreche ich vor dem Mikrophon? Wie wird der Laut am besten eingefangen? Doch davon ist hier gar nicht die Rede. Nicht das Technische ist ja das wichtige Der Pianist wird sich selbstverständlich den besten ihm zugänglichen Flügel, der Geiger die beste Geige wählen; aber erst wie er sie zum Klingen bringt, macht die Kunst aus. Dieses„zum Klingen bringen" meint Dr. Würz- burger, wenn er von„mikrophonieren" spricht. Immer wieder, sagt er, drückt sich die größte Sorge der Redner oder Künstler in der Frage aus, wie laut sie vor dem Mikrophon sprechen dürsten, und immer wieder zeigen sie sich erschreckt, wenn sie die Antwort er- halten:'„Ueberhaupt nicht".„Am liebsten", fährt Dr. Würzburger dann fort,„möchte man ja tatsächlich piesen Fragern antworten, daß sie nicht nur nicht laut, sondern überhaupt nicht sprechen sollten. Denn es hat für den. dem Sprechen mehr bedeutet als eine Dar- stellung der eigenen, mehr oder minder wichtigen Persönlichkeit etwas Kränkendes, wenn immer wieder am Wesen der Dinge vorbeigefragt wird." In diesen Sätzen ist das Kernproblem aller Rundfunksendungen angerührt. Stärker als in anderen Veranstaltungen, wo der persönliche Kontakt von Redner oder Künstler und Publikum einen geistigen Kontakt vortäuschen oder wenigstens die Lücken darin re- tuschieren kann, muß die geistige Tragkraft einer Rundfunkdarbie- tung sein. Wenn der Ausdruck vor dem Mikrophon nicht u n m i t- telbar Ausfluh von Denken, Fühlen, Erleben wird, bleibt er hohl. Nicht der Wohlklang der Worte, sondern die Krast dieses Ausdruckes, seine natürliche, aus Klang und Schweigen ge- fügte Dynamik geben einer Darbietung ihren Umriß. Dr. Würz- burger betont, daß der Sprecher vor dem Mikrophon auf das Mindestmaß seiner Ausdrucksmittel zurückgehen müsie, das notwen- dig ist, sich„innerlich und äußerlich" eben noch mitteilen zu köimen. „Bei wem dieser Versuch daran scheitert, daß dieses Mindestmaß sozusagen gar nicht zu finden ist, weil er beim ersten Verzicht auf den gewohnten Aufwand in das Nichts der absoluten Mitteillosigkeit fällt, dem ist der Weg zum Mikrophon versperrt. Sein Aufwand entsprach nicht seinen Mitteln, sondern verdeckte nur seine völlige Mittellosigkeit." In diesen Sätzen steckt ein kritischer Maßstab für das Hör- spiel. An„Aufwand" ist da oft kein Mangel. Manchmal kann man ihn nur als Irrtum nehmen; manchmal kann man ihn weg- denken, und es bleibt Substanz übrig. Sehr häufig trifft leider die letzte Wendung zu:„... sondern verdeckte nur seine völlige Mittel- losigkcit."„Die Abirrung der Dichter in die Geräuschkulisse", heißt es in dem Kapitel„Das Hörspiel",„ist. von der Verleitung durch Reportage abgesehen, nur dadurch zu erklären, daß ihnen niemand gesagt hat. wie das Mikrophon wirklich und wesentlich beschaffen ist. Wieder einmal war die Zahl stärker als das Wesen. Nachdem man erfahren hatte, daß das charakteristische Merkmal des Rund- funkempfanges die Einseitigkeit ist. glaubte man sich vor die Aufgabe gestellt, dieser Einseitigkeit— also dem Gehör— alles, aber auch schlechthin alles zuführen zu müssen, was irgendwie hörbar gemacht werden konnte. Ob zwar Konzentration, und das heißt schließlich Sparsamkeit der Mittel, das Kennzeichen der Dichtung ist, hat man sich nicht gefragt, was man im 5)örspiel beim geringsten Aufwand an akustischen Mitteln etwa noch erreichen könnte. Hätte man sich ernstlich diese Frage vorgelegt, wäre man zwangsläufig darauf ge- stoßen worden, daß der geringste Aufwand an akustischen Mitteln im gedichteten Wort das Wesen des Hörspiels offenbart." Für Dr. Würzburger wird das wahre Hörspiel zum Konzert der von dem geistigen Zentrum der Dichtung her abgestimmten Stimmen.„Im echten und unverfälschten Hörspiel", sagt er,„das einzig und allein auf das gedichtete Wort und auf den wohl- gebildeten Stimmkörper gestellt ist, würde eins Kunst heraufwachsen, deren Bedeutung weit über den Rundfunk hinaus imd weit über den Dereich der Kunst hinaus Entscheidung bringen könnte. In diesem echten und unverfälschten Hörspiel könnte das Wort als Offenbarung der menschlichen Seele und des Menschen- geistes«ine Auferstehung erleben, die nicht nur zu einer Reinigung des Wortes von allem falschen Beiwerk, sondern auch zu einer Rei- nigung des Menschen selbst in seiner tieferen Erkenntnis führen könnte. Darum ist den Dichtern dieser Zeit nicht nur eine Aufgab« gestellt, sondern eine Gabe angeboten, die sie um flüchtigen Tages- ruhmes willen nicht von der Hand weisen sollten." Zwischen Hörspiel und Reportage gibt es manch« Ab- stufungen. Dr. Würzburger ist weit davon entfernt, die sachlich mit- teilende Hörsendung abzulehnen zugunsten eines idealen, noch gar nicht vorhandenen Hörspieltypus. Im Gegenteil: er setzt sich nach» drücklich für eine Reportage e'm, die das sichtbare Erlebnis zmn akustisch-erfühlten— nicht aber zum beschriebenen— umformt. Er erklärt Zweck und Sinn des Lehrspiels, in dem die charakteristischen Formen alltäglicher Vorgänge von den Zufälligkeiten losgelöst sind, die bei einer unmittelbaren Reportage sich nicht immer für den Hörer ausschalten lasten. Aber auch für Reportage und Lehrspiel fordert Dr. Würzburger äußerste Begrenzung aller Geräuschzutaten, die nicht aus dem natürlichen Milieu der Sendung herauswachsen. Man kann nur allen Rundsunkregisscurcn aus das wärmste empfehlen, diese Abschnitte eingehend zu lesen.„Was wir als die Wirk- lichkeit eines bedeutungsvollen Pferdegetrappels hinnehmen, könnt« ebensogut der Lärm von Dreschflegeln sein, und es ist in Wirk- lichkeit der Ablauf eines Mechanismus, der weder etwas mit der Wirklichkeit noch mit ihrem verborgenen Sinn zu tun hat. Von einem künstlerischen Prinzip, Realismus oder Naturalismus genannt. kann hier weiß Gott nicht die Rede sein. An Stelle der Wirk- lichkeit bekommen wir Allegorien aus Holz und Pappe geliefert, und statt des dichterischen Weckrufs surrt ein Wecker ab." Es wäre noch manches von dem Buch zu sagen, das, weil es den Rundfunk in allen seinen Entwicklungsmöglichkeiten unselige- schränkt bejaht, höchst kritisch mit Sendung und Empfang abrechnet. Denn: soweit wir noch von der idealen Sendung entfernt sind, so fern sind wir leider auch noch dem idealen Empfang— was m der geistigen Beleuchtung dieses Buches wieder nicht als Kritik ta\ der Technik, sondern an der inneren Bereitschaft zu verstehen ist. Auch der Rundfunkhörer, wenn er guten Willens ist, kann aus diesem Heft viel lernen._ Tes. Bedurstigkeii jugendlicher Arbeitsloser. Weil der Vater ein Einkommen von monatlich 220 Mark hat, bekommt die seit zwei Iahren beschäftigungslose lSjährige Tochter keine Arbeitslosenunterstützung. Das entspricht durchaus den Vor- fchriften, der Vater ober zweifelt die Berechtigung solcher Vor- schriften an. Er ist der Meinung, daß, wenn schon Unterschiede gemacht werden, sie nicht halb gemacht werden sollen. Seiner natürlich„unmatzgeblichen" Meinung gab er in einem Schreiben an den Rcichsarbeitsminister dahin Ausdruck, daß, bevor Mädchen beschäftigt werden, deren Väter 600 bis 1000 Mark Monats» Einkommen haben, zuerst solche eingestellt werden müßten, deren Väter wie er ein weit geringeres Einkommen haben. Wir fürchten nur, der Mann wird mit seiner Auffassung nicht durchdringen. Es liegt keine„Bedürftigkeit" vor. Weller für Verlin: Nach kurzer Wetterbesterung wieder Ein- trübung mit Niederschlagsneiguna, mild, aufstifchends südwestlich« Winde.— Für Deulfchlond: Im Süden Wetterbesterung, im Westen und in Mitteldeutschland nach kurzer Aufheiterung neue Wetter- Verschlechterung, im Osten meist bewölkt, aber ohne wesentliche Niederschläge, in keinem Teile des Reiches nennenswerte Nacht- fröfte._ Berantwortl. füt di» Redaktion! Stich. Bkrxstein, Berlin; Anzeige»! Th.»locke. Berlin Berlin: Vorwärts Verlag(5 in. b. H., Berlin. Druck: Borwärts Buch» druckcrei und Berlagsanstalt Paul Singer& To., Berlin 693 58. Lindenstr. S, Hierzu I Beilage. PROGRAMM ür die Zeit vom 29. bis 31. Mfirz I N O-T A F E L rsEJEJ Potsdamer Straße 38 Verlängert: Bin bißchen I-lebe für Dich(Zwei glflckliche Herren) mit Lee Perry, Hermann Thl- mig, lNagckn Schneider, Georg Alexander w. S. 7. 9 Che Odeon, Potsdamer Str. 75 Die verliebte FirntA mit©u»t. Fröhlich, Llon Deuer«.— Außerdem; Szökc 9r»akall in dem lustigen Sketscb B« wird grehel- ratet W. 5. 7. 9 Uhr Turmstraße 12 Zwei Herzen and ein Schlag mit Ickllian Harvey, Wolfgang Albach-Uetty, Otto Wallburgr- — Außerdem: Das reichhaltig:« Ton-Habarett W. 5. 7. 9 Uhr Alexanderstraße 39-40 (Puseagcl Holzaplel weiß alles mit Felix Bressart.— Außerdem: Lügen auf Rügen mit Maria Solveg. K. A. Robert«, Otto Wallbarg Den ganzen Tag geötfnet ■■ Primus-Palast Potsdamer Str IS Ecke Margaretensir I'rautfükrunp. Der Skandal In der Parkstraße mit rantillu Splra. Frltr, Kampers, Santa SBnelond, Leo Slezak W. 5.15, 7.15. 9.15 Uhr Unter den linden Die Kamera Unlc den Linden 14 Tigiich 3, 5. 7. S Uhr Austernprlnxessin mit Ossi Oswald». C- Boicu— Emil ond die Deioktive Jugendliche hahen Zutritt c Frledrichstadt Franziskaner Ä�vVm. Georgcnstraße(Ecke Friedrichstraßc) 9. 12. 3. 6, 9 Uhr Die Fledermaus mit Anny Ondra 10.30. 1.30, 4.30, 7 30, 10.30 Uhr Einer Frau maß man alle» Teraceihen mit Fritz Schulz, Slaria Pandler Neueste Ton- Bild- lieportatfe » Moabit» IV-It. Woch. 6.43, 9.05 0. rr€t.-I\inO Sonntags ab 4.45 Uhr All-Moabit 99 Der Riesenerfolg: Bin bißchen Liebe(ür Uich mit II- Thiinig. — Gutes Tonbeiprogramm A»«•»[< Ao/ Wochenl. sb 6 Dhr ArtUS nOT So am aas ab 3 Uhr Perlebercer Str 29 Die verllebte Firma mit Gast. Frfihltch. Anny Ahler».— Es wird geheiratet mit Ssüke Szakalf.— Die sebwarxe Maske.— Tonwoche Kant Lichtspiele Kantstr 54(aa der Wilmersdorfer Str.) Knall und Fall mit Pat und Pataehon Jugendliche haben Zutritt _ W, 5. 7, 9 übr_ Germania-Palast Charlottenburg. Wilmersdorf er Str 53/54 Der schönste 3Iann Im Staate mit S. Arno, B. A. Roberts, II. Flsoher-Köppe, Elssi Arna Jugendliche haben Zutritt W. 5, 7. 9 Uhr Schlüter-Theater BÄ u. Schlflterstr- 17 S. 3 U.: Jgd.-Vorst, Es wird schon wieder besser mit Ueine Rühniann. Dolly Haas.— Erlkönig mit Odo Gebühr.— Jugendliche haben Zutritt � WUnriarsdorT�*� Atrium Kaiscrallce, Ecke Berliner Straße Wocbent. 7. ö1� U. Sonnt. 5, 7. U. Dienstag, 29. März, Uraufführung: Der tolle Bomberg; mit Bans A. v. Schlettow, Adele Sandrock. Eiselott Schaak»— Gutes Tonfilm-Beiproffrauun Titania Schöneberg Hauptsir. 49. W 5. 7. 9 Uhr S. 2. 5. 7. 9 Uhr Gr._ Tonoperette: Ein bißchen onopci hiebe für Dich(Zwei glückliche Herzen) mit Ilenn- Thl ml s; Alhambra s�3%7\VX Hauptsir 30-— Variete, Tonfilm Eelchtsinnigo.lugend mit Camilla llorn, Walter Rill»-— Ferner: Van de Velde: Di© Ehe Ein Sexualproblem.— Auf der Bühne; 3 Simons, Akrob. am Doppelr�ck �Mwi.nrlJiüLll!2l!L— sn� Kronen-Lichtspiele Rheinstraße 65. Beginn Wocbent- 5 Uhr, Sonnt. 3 Uhr Vater seht auf Reisen mit Hans Waßraann, Erika Gl&ß- ner.— Gr. Beiprogramm S«ahleimor>.Mma M 7/zli\ Beginn lägl 5, 7, 9 Uhr Slg 3 Uhr Jngendvorstell Potsdamer Str 50 Opernredoute mit Etauc Haid, Alexander, Petrovich.— Bei- Programm St Rflllt« Titania-Palast W.6.S0, 9 D. Stg.4.8J0.9ü. steglitt SchloOstr 5. EckeGntsmnthsstr. Ein bißchen Liebe für Dich mit Herrn. Thlmig, Magda Schneider.— Mtttw. Urauftührung Einmal müeht leb keine Sorgen haben mit Hax Hansen.— Tonbeiprogramm fLf-/? Mariendorfcr W. ab6U. l'ia-lil Tonlictatspiolo So. ab 5 U. Cbausseeslr 305 2 Tonfilme: Das Geheimnis von Zermatt mit Luis Trenker, Renate?l tiller, Felix Bressart.— Anna Christie mit Greta Garbo M Tompelhoe M y„r füret W 7. 9 Uhr Aurrurst stg. 5,7.9 uhr DortslraB« 22. Ecke Berliner StraBe Senntag S Uhr; Jugendvorstellung Zwei Herren and ein Schlag mit Lllian Harvey.— Cfa-Ton- kabarett VI. Tivoli Täglich 5, 7. 9 Uhr Stgs 3 Uhr: JugendvorstcII Berliner Str. 97. Gr. Tonoperette; Ein bißchen Elebe für Dich mit H- Thfmlgr- — Gutes Tonbeiprogrramm S HeuHftiln S Mercedes-Palast Hermannslr 212 Ben Hai in Tontassung.— Beiprogramm.— Jugendliche Zutritt Primas-Palast sLnl3� s a Am Hermannplata tlrtaiislr 72'76 Ein bißchen Liebe für Dleh (Zwei glOctUch« Herren) mit M. Schneider. Herrn Thlmig.— Bühnenschau Kukuk Wocbent. 6.30, 9 Uhr Sonntgs. 3. 5. 7, 9 U. Kottbusscr Dsmra 92 Zwei Herzen und ein Schlag mit Lillian Harvey,— Goethe- Film.— Bühnenschan Excelsior Wochl 6.30, 9 Uhr Sonnt. 3, 5, 7. 9 Uhr Kaiser-Fricdrich-Stxaße 191 Ifarasell Xltouohe mit Anny Ondra.— Tonkabarett.— Ton- bei Programm Stern, Hermannstraße 49 Wochent. 6.30 Uhr, Sonnt, ab 3 Uhr Gr. Tonoperette; Zwei Herzen und ein Schlug mit Ivillan Harvey.— Eine Stunde Variete- — Orchester Film-Palast Kammersäle Teltower Str 1 W ab5Vs. So abSl) L" 2 Tonlilme: Die verliebte Finna mit Anny Ahlers.— Der Herr Finanzdirektor mit Adalbert Süden Theater am Moritzplatz Wo. 5. 7. 9 Uhr, Sonntags ab 4Z4 Uhr Leichtsinnige Jagend mit Camilla Horn-— Der Held von Kalitornten V* Jm Am Girlltaer Bahnhof tllmeCR w ab 614. Slgj ab 3 Zwei Herzen and ein Schlag mit Lllian Harvey. O. Wallbnrg IV. Cfa-Ton-Ksbarett Bühne: Variete sc han Luisen-Theater �£3 Reichenberger Str 24 Lügen aak Bügen mit B. A. Robert*, Paul Herbiger Der Bettelstudent mit Fritz Scholz, Trans ▼. Aalten Stella-Palast 5°� KSnenicker Straße 12—14 Es wird schon wieder besser mit Heinz Rühmann Bühne; 13 Philadelphia JInsleal Artist* Donner? tag Operngastsniel: Die Hochzeit des Figaro 60 Mitwirkende. Leitg.: Erbprinz Beuß Beginn: 8.13 Uhr Deutsch-Amerik. Theater KSpenicker Str. 68 Woch. 4.30 Uhr Stg. V43 Jug.-Vor»t Lügen auf Bügen mit 31. Adalbert.— Raspurin mit C. Voldt Nene Philharmonie KSpenlcker Str. 96. Kopfüber ins Glück mit Fritz Schulz.— Lustiges Heipro graram.— Bübnenscban � BaumicwuinnweB fr Lichtspielhaus vsm: s mS Baumschuienweg 78 Sonnt. 4, 2-30 Uhr Jugcnd-VorsUUung Tonfilm: Der Unuptnuinn von Köpenick mit Zlax Adalbert. — Tonbelprogr.— Jgdl- Zutritt Treptow-Sternwarte Dienstag 4 u. 8. Mittwoch S Uhr: Erwaldsymphonie.— Donnerstag 8 Uhr. Tiere sehen dich an (Filme) W Nordosten> Flora-Lichtspiele Wo. 5.30, 7. 8.30 Uhr, Sonnt, ah 3 Uhr Ein bißchen Etebe für Diel* mit H. Thimig, Hagda Schneider.— Die nackte Wahrheit mii Jenny Jngo „Elysiam"«T Begian; Werkt. 5 Dhr. Sonst 3 Dhr Ein bißchen Liebe für Dich mit H Thlmig. Hagda Schnei- der.— Bühne; nizzl Koschek, Vortngskünstl.— Emelkatonw. Germania-Palast Frankfurter Allee 314 Die groß« Tonfilmoperette Zwei Herzen und ein Schlag mit Lilien Harvey Gutes Tonbeiprogramm Auf der Bühne: Zwei große Variete- Attraktionen Wocbent. ab 6-30, Sonnt, ab 3 Uhr Lana-Palast lenm Asuhr Gr Frankfurter Str 121 Tonwoehc Zwei Herzen und ein Sehlag mit Lllian Harvey. W. Albach- Betty.— Ferner: Hygiene der Ehe Schwarzer Adler Frankf. Allee 99 W. 5, 7. ca. 9 Dhr. S. 3, 5, 7. 9 Uhr Die Wassertenfel von Hl-adaa mit Hilde Gebühr, Dilta Gratia, Fischer-Kdppe, P. Heidemann Bühne: Hallo 1 033 Große lustige Ausstattungsrevu« 12 Bilder, etwa 30 Mitwirkende Jugendliche haben Zutritt Viktoria-Theater sÄSV Frankturler Allee 48 Eine Nacht tm Paradies mit Anny Ondra.— Toobeipramm Jugendliche haben Zutritt Frankenbarg Bühne Gr Frankturler Str 74 W. 5. 7. 9 U- S. 3 ü.: Jugendvorst. Buster Keaton spricht deutsch in: Casanova wider Willen.— Hann über Bord mit George Bancroft.— Tonbeiprogramm Babylon, am Bälowplatz W. 5 Uhr Slg. 2.30 Uhr; Jug.-V. Großtoniilm Ein bißchen Liebe ffir Dich mit Hermann Thimlg 3Iagda Schneider Büluic S Wemanscn � Wocbent. 7 u 9 t) Sonnt 5. 7. 9 U Langhansstr 23 Liobo ein Vaturceaetr. mit' Irtt- lichem Vortrag- Der serjüngte .Vdolar mit Fritz Schulz, Ida Wüst Harmonie PROGRAMM für die Zeit vom 29. bii 31. März 9 Wau.IJehfnt.or«» Kosmos-Lichtspiele Lflckstr 70 Tägl 5. et 7. S.« 0. 3 Tonfilme; 80*0 Windhand mit JI. Adalbert.— Tüter geeacbe mit Gerda Haaras ��jmHrtehiHelda�J Kino Busch Alt-Friedrichsfelde 3 Auf vielscit. Wunsch; 3 Tage 5114- telarrest mit Felix Bressart, Scholz, Lade Englisch. Adalbert.— Tonbelpr— Tonwoche g Narden V Alhambra W. 5, 7. 9 Uhr, Sonnt. 8. 5. 7, 9 Uhr Ein bißchen Liebe für Dich mit Lee Parry, Herrn. Thimlg Jugendliche haben Zutritt Pharus-Lichtspiele Müllerstr 142 Täglich 5. 7. S V. 2 Tonfilme: Ehe mit beschränk- ter Hafrang mit Charl. Süss, Georg Alexander.— Casanova wider Willen mit Baster Keaton. »UMI gK«naor?-5»tm j| Beba-Licktspiele Fiesidenislr 124 W 6.45 a 8.45 Uhr Slg 5. 7. 9 Uhr 3 Uhr- Jugend vorst. Hit Byrd zum Südpol.— Tro- penuachte mit Dita Parlo C! Pankow Palast-Theater Breite Str 21a W. 6.30. 9 Uhr, Slg. 4.30, 7. 9.15 Uhr Ben Hnp in Tonfass. mit Bamon \ovarru.— Ferner: Goethe Film der Ufa. II. Teil; Die Vollendang Jugendliche haben Zutritt Tivoli Wocbent 7. 9 l' Sbd u Söhnt 5 U Berliner Straße 27 2 Großtonfilme: Drei von der Stciiipclstellc mit Fritz Kum- pors.— Ehe ni. b- II. mit Charl. S T e 9» I H Filmpalast Tegel Wochent 6. Sonnt 4 15 U Sonntags 2 Uhr: JuaendvorsloÜung D!« Fledcrnje-iu» mit Anny Ondra, G? Alexander.— leichter der Großstadt mil Charlie Chaplin Kennfgsdorr Filmnnlnet � w 6, s&Uhr ninipGiuSt stgs iVx. ou- u. Berliner Str 59 TonlusispicJ: Spnk tun ülilter- naeht. Dick und Dof.— Großes B Cipro tframin dSeilage Dienstag, 29. März 1932 ZkrÄbmd Sfuilaukgaße Ja tbaxh-A Schwärm und Weiß Sin �Kapitel füdairikanilcher/ Don g>.skaivran Hcrtzogs Politik. Die Segregatioiispolitil des Premierministers der Südafrika- nischen Union General chertzog soll die Lösung der sehr komplizierten Nexersrage in der Union von Südafrika bringen. Und ihr Ziel ist: eine— wenn möglich— völlige Scheidungder schwarzen und weißen Bevölkerung, die Schasfung eines weißen und schwarzen Südafrikas, in denen beide Kulturen sich ungehindert >ntfaltcn können. Die europäische Lösung: Afrika den Afrikanern, beruht— soweit ocr Süden Afrikas in Frage steht— auf der falschen Voraussetzung, biß die jetzt in Südafrika lebenden Neger(Bantus die Ureinwohner des Landes sind. In Wirklichkeit drangen sie gleichzeitig mit den Buren in das Land ein und hatten von Anfang an mit den Buren um die Herrschaft zu kämpfen. Das Resultat dieses Kampfes ist, daß die verschiedenen Negerstämme heute auf einigen sehr eingeschränkten Gebieten getrennt von den Weißen leben, daß aber ein anderer und zwar sehr großer Teil als Arbeiter und Diener in unter- geordneter Stellung mit den Weißen zusammenlebt. (SS Proz. der Eingeborenenbeoölkerung lebte heute in dem Ansied- lungsgebiet der Weißen. IS Proz. davon in Städten.) Eine teil- weife Segrcgation(Scheidung) besteht also heute schon. Wer die Reservate sind überbeoölkert und in den Bezirken der Europäer ist der Schwarze politisch rechtlos. Gesteht man den Eingeborenen jedoch ohne weitere? gleiche Rechte wie den Europäern zu, so besteht die Gefahr, daß bei ihrer Ueberzahl(1: 3,5.— Bei Einrech nung der Reservate 1: 4,6) und bei ihrer rückständigen Entwicklung, die weiße Zivilisation völlig vernichtet würde. Dieser Situation will dje Segregationspolitik Hertzogs gerecht werden. Europäer sollen Europäer und Eingeborene Eingeborene regieren. Das ist wenigstens eine Auslegung, die einer der aus- gesprochensten Negrophilen Südafrikas dieser Politik wünscht. Die vier Gesetzentwürfe Hertzogs vom Juli 1326 sind noch weit davon entfernt, einen solchen Zustand zu schassen. Gewiß, man hat den Negern das Recht gegeben,„d i st r i c t- c o u n c i l s" zu wählen, die irgendwelche ökonomischen, industriellen oder sozialen Fragen— soweit sie die Negerbevölkerung angehen— behandeln können, deren Resultate allerdings noch unter der Kontrolle des Ministers für Eingeborenenangelegenheiten stehen. Man hat ihnen eine parlamentarische Vertretung von sieben Europäern gegeben, die für die Erweiterung des Eingeborenenftimmrechts weder sprechen, noch stimmen können. Dagegen hat man— obgleich man die Notwendigkeit einer Gebietserweiterung der Eingeborenenreservate a.u.erlennt— die Möglichkeit dafür durch. einen„Berbcsserungsantrag" zum Landakt von 1913 wesentlich v e r- s ch l e ch t c r t. Die Meinung der Parteien. Soweit die Tatsachen. Die Meinungen über die Hertzogsche Se- oregationspolitik sind selbst unter seinen Unterstützern mannigfaltig. Und trotz der endgültigen Form, die die Gesetzentwürfe tragen, glaubt niemand so recht an ihre Endgültigkeit. Versammlungen in R o t a r y Elubs(in ihren Zielen ähnlich den Freimaurer-Aesellschaften), in der„D u t ch R c f o r m e d C h u r ch", in n.e g r o p h i l e n Gesellschaften, nicht zu sprechen von den Protesten aus Neger- kreisen selbst, deuten an, daß die Dinge noch sehr im Fluß sind und noch mancher Veränderung unterzogen werden. Man muß bei allem die Aufrichtigkeit der Hertzogschcn Politik bewundern. Ohne jede Sentimentalität gibt sie zu, daß in erster Linie für das Wohl des weißen Mannes gesorgt werden muß und daß danach soviel wie möglich auch für den Neger getan wird. Und man muß sagen, daß z. B. das Verbot des Verkaufs von starkem Alkohol an Eingeborene eine segensreiche Tat der Regierung für die Eingeborenen war, die nur all zu sehr dem F-uerwasscr ergeben sind. Die mehr kapitalistisch-englisch eingesteMc S ü d- A f r i k a- nische Partei(S. A. P.) hat nur scheinbar edlere Absichten mit den Eingeborenen als die nationalen Buren. Ihr Grundsatz, ist der des freien Wettbewerbs, wobei der Eingeborene das will» kommenc Ausbeutungsobjekt darstellt. Tie Wirtlichkeit. Die Frage ist nun: Inwieweit ist eine völlige Segregation überhaupt möglich? Das Wirtschaftsleben Südafrikas ist heute vollkommen aus der Arbeit des schwarzen Mannes aufgebaut. Ohne seine Arbeit ist es undenkbar. In den Minen, in den Fabriken, in den Häfen, den Eisenbahnen(ob- gleich hier besondere Vorkehrungen getroffen wurden, um selbst ein- sachste Arbeiten für die Weißen zu reservieren), in der Post, in allen Geschäften, Schulen, Universitäten, in Privathaushalten usw. wird die einfache Arbeit vom Neger geleistet. Der Schwarze ist Polizist, Kindermädchen. Koch, Aufwartefrau, Bürodiener, Laufjunge, Kutscher, Bergarbeiter, Straßenarbeiter und so fort. Selten, daß er seine Arbeit gelernt hat, oder daß er immer dieselbe Arbeit tut. Bisher hat es sich als u n m ö g l i ch erwiesen, durch Einwände- runz usw. die schwarzen Arbeitskräfte durch weiße zu c r s e tz e n Ja. man hat sogar heute in Südafrika eine ziemlich beträchtliche Arbeitslosigkeit unter den Europäern, ohne daß das die Abwanderung der Schwarzen sonderlich beschleunigt hätte. Der wesentliche Grund dafür ist die verhältnismäßig hohe Bezahlung der Weißen gegenüber der des bedürfnislosen Schwarzen. Die Wirtschast kann eine plötzliche Umstellung auf die soviel höher bezahlten Weißen nicht ertragen, obgleich die Regierung alle Geschüftsunternehmen, die Weiße an Stelle von Sehwarzen beschäftigen, stark unterstützt. Ein anderer nicht unwesentlicher Grund ist die allmählich unter den Weißen gezüchtete Einstellung, daß Handarbeit einfacher Art unter ihrer Würde, a f f e r n a r b e i t" ist. Das geht soweit. daß in manchen Fällen, wo die Regierung spezielle Arbeit für arme Weiße zu einem Satz von z. B. 4,56 Mark pro Tag reserviert hatte, diese Weißen sich Neger für 2.S0 Mark engagierten, sie die Arbeit tun ließen und sich selbst einen schönen Tag machten. Von alledem abgesehen bleibt es noch immer eins Frage, ob Europäer unter den afrikanischen klimatischen Verhältnissen schwere Srpetliche Arbeiten, z. B. auf den Farmen, verrichten können. Di« Meinungen darüber sind geteilt. Ich selbst glaube, daß es wohl möglich ist. Die Haltung der Neger. Aber alle diese Schwierigkeiten können allmählich überwunden werden. Schwieriger ist schon die Frage zu beantworten, ob die nun in großen Massen unter europäischem Einfluß lebenden Neger noch Lust haben werden, zu ihrem ländlichen Leben zurückzukehren. Und ob sie nach ihrem langen städtischen Leben sich noch an die soviel primitiveren Umstände unter der Herr- schaft eines Chiefs gewöhnen werden. Es'ist sicher nicht allein damit getan, den Neger in sein eigenes Land zu schicken. Man muß ihm auch zeigen, es ökonomisch zu bewirtschaften. Gewiß sind heute die Reservate überfüllt. Wer es wäre noch viel Platz in ihnen, wenn die Neger von der extensiven Viehwirtschaft mehr zum intensiven Ackerbau übergingen. Aber dazu muß der Neger erst erzogen werden. In dieser Richtung ist bisher noch sehr wenig getan. Und wo es getan ist, ist der Erfolg oft nicht der erwartete. Ein Eingeboreneninspektor erzählte mir von Fällen, wo Neger bis zum Hochschulstudium in der Landwirtschaft gefördert und dann in ihre Heimat geschickt wurden, um ihre Lands- männer zu erziehen. Als er nach Jahren in die Gegenden kamen, wo diese Pioniere schafstcn, fand er ihr« Aecker verwahrloster als die der anderen Neger und die Maschinen, die man chnen gegeben hatte, waren verkommen und verdorben. Ein Professor für Afrikanistik teilt mir ähnliche Fälle mit. Neger, die Jahre long mit Pflug und Schaufel gearbeitet haben, arbeiten in ihren Kraals wieder mit den vorsintflutlichen Instrumenten ihrer Vor- väter. Müssen sich nicht unter diesen Umständen dauernd Reibung?- flächen bilden zwischen dem wirtschaftlich fortgeschrittenen Staat der Weißen und dem patriarchalisch rückständigen der Schwarzen? Man muß hier unwillkürlich an die europäischen Verhältnisse vor 2006 Jahre,, denken, als die Römer den Germanen gegenüber in einer ganz ähnlichen Situation waren, wie die Asrikaner heute den Negern gegenüber sind. Nur, daß die Rassen- und Entwicklungs- unterschiede jetzt bei weitem größer sind. Mir scheint das Problem im Augenblick kaum löslich. Und es ist fraglich, ob das Ziel, das man bei aller Segregationspolitik vor Augen hat, nämlich die weiße Zivllisation vor der zahlenmäßigen Uebermacht der Eingeborenen zu schützen, nicht auf anderem Weg« besser und einfacher erreicht werden kam,. Die Friedensfreunde inWSA. und ihre Stellung mum dirieg im Often/ Ton 3)r. K. Siroda Vellow Springs(Ohio), Anfang März. Der Krieg im Osten hat die amerikanische Nation in Sympathie für China und in Abscheu gegenüber dem japanischen Militarismus geeinigt. Aber er hat die pazifistischen Kreise in eigentümlicher Weise gespalten. Eine starke Gruppe, die an den Hochschulen bei geschulten Fachleuten ihre Hauptstärke hat, verlangt Tellnahme Amerikas an einem gegen Japan zu richtenden wirtschaftlichen Welt- b o y k o t t. Eine andere Gruppe, die im K o n g r e ß weitaus über- wiegt, aber auch bei Geschäftsleuten und in manchen 5t i r ch e n sehr stark ist, lehnt den Boykott ab. Es dürfte verlohnen, den Stimmungen und Kräften dieser Spaltung auf den Grund zu gehen, da sie mit bleibend«i Strömungen in der amerikanischen Bolks- seele eng vcrwobcn sind.___________________ Hochschulen. Der„Präsident"(Rektor) der ältesten und angesehensten Universität des Landes, der H a v a r d Universität, hat sich an die Spitze einer Petition gestellt, die eine offizielle Mitteilung an den Völkerbund fordert, daß Amerika sich an einem eventuellen Boykott gegen Japan beteiligen werde. Viele tausende Intellektuelle haben unterzeichnet. B o r a h, Präsident des Komitees für aus- wärtige Angelegenheiten im Bundessenat hat dagegen energisch pro- testiert, obwohl er die Bewegung im Senat für Annahme de? Kellogg-Paktes, der doch von Japan verletzt wurde, geleitet hatte. Er will den japanischen Bombenflugzeugen lediglich die Kraft der öffentlichen Meinung entgegensetzen. Da er auch den Beitritt Amerikas zum Völkerbund ablehnt, z. T. wegen der Sanktionen des Völkerbundspaktes, und eben jede Gewaltanwendung der Staaten- gcmeinschaft, auch im Dienste des Rechtes, zurückweist, ist seine Stellungnahme in sich konsequent. Geschäftswelt. Die Geschäftsleute, die gegen den Boykott sprechen, fürchten z. T. persönliche Verluste und rechnen aus, daß hunderte Millionen amerikanischen Ueberseehandels dadurch geschädigt würden. Aber auch die Geschäftswelt solcher Branchen, die nichts zu vcr- licren hätte, hält einen Boykott für eine„idealistische", gewagte Unternehmung, die allzuleicht zum Kriege führen könne. Frellich sagen einige, daß ein Krieg mit seinen Munitionslieferungen neue Arbeitsgelegenheit geben und unter Umständen die Wirtschafts- krise beseitigen würde. Einige im Süden haben herausgefunden, daß ein Boykott gegen japanische Seide der notleidenden einheimischen Baum- Wollindustrie auf die Beine helfen würde. Kürzlich sprach ich mit einem Geschäftsmann, der sich rühmte, in der großen südlichen Industriestadt Birmingham(Alabama) einen freiwilligen Boykott der Frauen gegen Seidenkleider und Seidenstrümpfe und für Ersatz durch Baumwollstrümpfe erfolgreich durchgeführt zu haben. Aber dort, wo sich nicht das Eigeninteresse einer lokalen Industrie der Volkserbitterung gegen Japan zugesellt, dürste ein freiwilliger Boykott kaum möglich sein. Die Masse der Geschäfts- leute ist ja überhaupt gegen jede Beteiligung Amerikas an einer Hilfeleistung für fremdes Leid. Sie lehnt Opfer für China ebenso ab wie jede Teilnahme an Völkerdundsaktionen zur Sicherung des Weltfriedens oder Opfer Amerikas, um Deutschland aus den Krallen seiner Rcparationsgläubiger zu befreien. Die Großkaufleute, besonders der Exporthandel, und die Banken verstehen die Zusammenhänge zwischen deutscher Wirt- schaftsnot und amerikanischer Krise: zwischen Bedrohung des Welt- frieden? und Unsicherheit für Amerika besser. H o o v e r und be- sonders S t i m s o n haben dafür ein starkes Verständnis. Aber die kleineren Geschäftsleute, die nur für den Jnnenmarkt arbeiten, und überhaupt die öffentliche Meinung der nichtakademischen Kreise geht einfach nicht mit. und der Kongreß ist viel schärfer gegen amerika- nische Opfer zugunsten Deutschlands oder Chinas als die Regierung selbst. Sehr symptomatisch war es. daß zwei führende Präsidentschafts- kandidaten der demokratischen Partei, R o o s e v e l t und Baker, die beide früher entschieden für Amerikas Beitritt zum Völkerbund eingetreten waren, sich kürzlich für Zuwarten aussprachen, um da- durch ihre Chancen für die Wohl zum Präsidenten zu verbessern. Sie schätzten eben die öffentliche Meinung als völkerbundsfeindlich ein. Laker blieb wenigstens gemäßigt und unterstützt die Petition für Zusammenarbeit mit dem Völkerbund für Geinen Boykott gegen Japan. Aber Roosevelt, der wohl überwiegende Chancen hat, im Herbst zum Präsidenten gewählt zu werden, rückte schroff von seiner eigenen früheren Völkerbundspclitik ab. Kirchen. Noch komplizierter ist die Stellungnahme der Kirchen. Sie sind in all diesen Jahren in der Befürwortung des Weltgerichtshofs i» erster Linie gestanden und unterstützen auch überwiegend den Völkerbund, wenn auch mit dem Vorbehalt, daß eine Verpflichtung Amerikas zur Teilnahme an militärischen Lölkerbundsanktionen auszuschließen sei. Das liegt in einer Linie mit ihrer immer.schärser ausgeprägten extrem pazifistischen Tendenz. 5)'at doch die Konferenz--der protestantischen' Geistlichkeit im großen Staats Ohio'kürzlich beschlossen, jede Unterstützung der Behörden im Kriegs- fall abzulehnen. Dia amerikanischen Kirchen sind Privatoereine. Das Interesse ihrer Mitglieder an dogmatischen Dingen ist gering. Schon um die Mitglieder nicht zu verlieren, müssen die Kirchen volkstümlich sein und Aktionen, die für die Wohlfahrt auf dieser Erde wichtig sind, in den Mittelpunkt chrer Arbeit stellen. Auch Kinovorstellungen in der Kirche selbst und Tanzunterhaltungen in den Nebenräumen werden nicht verschmäht. Sie halten die Jugend im Mitglieder- bestand fest. Arbeit für Beibehaltung des Alkoholverbots und pazifistische Arbeit interessiert die weiblichen Bereinsmitglieder. Zugleich find die Pastoren durchaus glaubenstrsu, wenn sie extremen Paziisismus predigen. In der gegenwärtigen Streitfrage stehen manche Kirchen, dar- unter auch viele Quäker, die ja stets die schärfsten Kriegsgegner waren, auf dem Standpunkt, moralisch verpflichtet zu sein, den Chinesen gegen die Kriegsvergewaltigung beizustehen. Andere halten zwar einen Boykott zur Friedenswiederherstellung an und für sich für gut, aber sie fürchten die daraus entspringende Kriegsgefahr und schrecken deshalb vor dem Boykott zurück. Tie sozialistischen Kreise. Sozialismus und Arbeiterbewegung sind in Amerika nicht das- selbe. Nur ein kleiner Teil der amerikanischen Arbeiterbewegung ist sozialistisch. Der Prozentsatz der Sozialisten ist viel stärker bei den G e i st l i ch e n, die sich an die sozialistischen Gesichtspunkte des Urchristentums erinnern. Der Kandidat unserer Partei bei den letzten Präsidentschaftswcchlen z. B., Norman Thomas, war ein früherer protestantischer Geistlicher. Auch unter den Hoch schul- l e h r e r n wächst die sozialistische Strömung scharf a», weil diese Kreise eben beurteilen können, wie sehr die gegenwärtige Wirtschafts- krise auf Fehler des kapitalistischen Systems zurückgeht und nach sozialistischer Abhilfe ruft. Diese Kreise sind wohl überwiegend auch für Beitritt Amerikas zum Völkerbund und für Teilnahm« an einem eventuellen Boykott gegen den japanischen Militarismus. Das gleiche gilt für die sozialistisch gesinnten Arbeiter. Aber die übrige Ar- beiterbewegung hält sich zurück, nimmt weder für noch gegen prak- tische Anwendung der Gedanken mternationaler Solidarität gc- schlössen Stellung. Die Stimmungen für Isolierung Amerikas vom Weltgeschehen gehen jedesfalls aus der gegenwärtigen Krise geschwächt hervor. Die Lektion im Fernen Osten, die tzie Notwendigkeit gemeinsamen Vorgehens der Kulturvölker aufzeigt, kann einmal Einfluß auf größere Bereitwilligkeit Amerikas, an der Lösung der Weltwirt- schaftsfragen, eingeschlossen die deutsche Reparationsfrage, aktiv mit- zuarbeiten, ausüben. So mag von der Wirrnis des Augenblicks doch ein Gutes für die Zukunft kommen. (jenu OhlifcMaeger: Sin Jlindcrlvsuui Dies ist die kürzeste(wahre) Geschichte dieser Zeit, erzählt von unserer Hakbtags-Hausgehilfin: „Diese Nacht hat mein Neiner Bruder im Traum ganz laut ge- sprachen. Da ist die Mutter wach geworden: im Schlaf Hot der Junge ihr die Hand hingestreckt und gesagt:„Sieh mal, Mutti, ich Hab die ganze Hand voll Geld!" Als wir so alt waren wie der kleine Rudi— sieben Jahr«—, da träumten wir von anderen Sachen als vom Geld: das macht—- sein Vater ist seit anderthalb Jahre» arbeitst«. FeiertagS'Rasenspiele Arbeiter« Fufj~ und Handball Das muß man Lichtanberg I lassen: den Zuschauern inter- essante Spiele zu zeigen, verstehen sie sehr gut. Schon am Kar- freitag, als sie gegen Friedenau spielten, verließen Spieler und Zuschauer zusrieocn den Platz. Ruhig und fair von Anfang bis zum Schluß endete das Treffen mit dem 2:0- Sieg der Lichtenberger. Ein unentschiedenes Resultat wäre aber richtiger gewesen. Die Friedenauer litten die gleichen Torgelegenheiten wie die Lich- tenbcrger, nur daß die Lichtenbergcr den besseren Torwart hatten. Das Spiel gegen den Fußballklub Nord war eins der schönsten. die in der letzten Zeit in Liästenberg gezeigt wurden. Auch hier ruhiges und faires und dabei dock) schnelles Spielen beider Mann- schoflen. Das. was die Nordlcut« den Lichtenbergern an Technik voraus waren, glichen die Lichtenberger durch großen Eifer aus. Das unentschiedene Ergebnis von 3: 3 entspricht daher den ge- zeigten Leistungen. Trotz des hohen Sieges, den die Lichtcnberger am zweiten Feiertag über den ASV.-R« u k ö l l n mit 0:0 er- rangen, waren die Neuköllner mit einem so hohen Resultat nicht unterlegen. Einzig und allein dem Versagen der Neuköllner Läufer- reche hat Lichtenberg es zu verdanken, daß schon ein 2:0- chalb- zeitergebnis zustande kam. Vor rund 3000 Zuschauern zeigten auf dein Exerzierplatz in der Schönhauser Allee Saxonia und Teltow ein Spiel, wie man es sellen zu sehen bekommt. Bis zur Pause lautete das Resultat noch unentschieden 2: 2. Dann wurde Teltow zusehends besser, um in den letzten 20 Minuten den Sieg mit 4: 2 sicherzustellen. E l n- t r a ch t- Reinickendorf und N o r m a n n i a trennte» sich mit dem Ergebnis 3: 1. Dem Spielverlauf nach hatte Eintracht einen höheren Sieg verdient, konnte jedoch gegen die oielbeinige Verteidi- gung Normonnias nicht viel ausrichten. Wcivre Resultate:.äüSS. Reutöllu gegen Rormannia 0: 0. Lichtenberg 17 gegen Wacker SO 1;■1. Minerva 28 gegen Weißens«« 0; 1. Minerva gegen Staaken st: 1. Britz SS gegen Balksspvrt NeukSlln Z:Z.— gmeitc Mannschaften: lichteniierg N gegen Wacker 30 0; 4. Lichtenberg I gegen ASB. Zlculülln l: 1. Lichtenberg 3 gegen vchäneberg Z t: 2. Einlrocht.Rclnickendorf gegen Zlorvtannia 0: 2. Adler 08 gegen Obcrspree 12:4. Adler 8 gegen Oberspree 2 2: 0. ASB. Renkoll II gegen Nornrannia 0: 3. Saxonia gegen Teltow 0: 3. Britz 88 gegen Volkssport Neukölln l: 3. Britz 3 gegen Volkssport 3 2:3. Saxonia gegen Woltersdors 3:0.— Ingendmannschaften: Lichtenberg l gegen Staaken 1:0. vintrocht-Neinickendorf gegen Rorviannia 3:0. �«i!er 05 in Thüringen siegreich Adler 08, der einzige Eroß-Berliner Verein, der eine weitere Reise an den Feiertagen uMernonnnen hatte, konnte alle drei Spiele in Thüringen sieareich beenden. Was aber die Hauptsache ist, die Pankower hinterraßcn an allen Orten einen nachhaltigen Ein- druck und zeigten, daß die Arbeitcrfußballbcwegung m Berlin wieder in der Aufwärtsentwicklung ist. Am Sonnabend war Thale im Harz das Ziel. Gegen Union gelang den Panioworn ein 4: 1- Sieg. Schwerer war der Gegner des l. Feiertags in Oschersleben. Nur sehr knapp mit 2: 1 konnte Adler hier gewinnen, um am 2. Feiertag in Wollersleben mit 7: 2 zu gewinnen. Saxonia hall« einen Ausflug nach Woltersdorf bei Luckenwalde unter- Kommen. Während die Saxonia in der ersten Halbzeit etwas über- legen waren, was sich auch aus dem Ergebnis von 2:0 ergibt, hallen die Wollersdorfer in der zweiten Spielhälfte mehr vom Spiel. Mit dem unentschiedenen Ergebnis von 3: 3 trennten sich die Mannschaften. Die Luckenwalder Turnerschast hatte sich Eintracht- Mohlsdorf mit vier Mannschaften eingeladen. Alle Spiele wurden slott durchgeführt', Luckenwalde hatte dabei einen vollen Erfolg. Im Hauptspiel brachte es Mohlsdorf fertig, noch 7: 6 zu gewinnen, ob- wohl Luckenwalde beim Wechsel mll 2: 0 führte. Bei den zweiten Mannschaften war Luckenwalde mit 6: 4(1: 1) besser. Um eine Klasie besser erwiesen sich die Luckenwalder Frauen, die mll 8: 1 einen ungewöhnlich hohen Sieg davontrugen. Im Spiel des Nachwuchses behauptete sich wieder Mahlsdorf. Die fesselnden Angriffe des Sturms wurden durch das 9: 3 Ergebnis belohnt. Die Blitzturniere In Wilhelmshagen spielten sich bei den Blitzturnieren wirklich sehr interessante Treffen ab. Unser Hinweis, daß solche Kurzspiele meistens Ueberraschungcn bringen, hat sich in jeder Hinsicht bestätigt. Der zivellen Mannschaft vom TSV. K a u l s d o r s ist es gelungen, Turnier sieger zu werden. Gerade bei dieser Mannschaft glaub- ten wir, daß sie nicht über den letzten Platz kommen würde. So ist es kaum saßbar, daß sich die Mannschaften der 2. Klasse gegen eine der 3. Klasse nicht durchsetzen konnten. Bei Kaulsdorf fiel in sänll- lichen Spielen die gute Zusammenarbeit der Stürmer und die aus- gezcichneic Abwehrarbelt des Torwächters auf. Die favorisierte Erkner-Mannschaft ließ nicht die bekannte Durchschlagskraft erkennen, und glaubt« außerdem, die Gegner nicht ganz ernst nehmen zu müssen. Aufopfernd setzte sich die neu zusammengesetzte Mannschaft von Eiche- Rahnsdorf-Fichtenau ein. Die drei unentjchiedenen Spiele gegen Erkner, Köpenick und Kaulcdorf beweisen das. Der gezeigte Eifer fand gute Belohmmg, da im Schlnßbild der zweite Platz eingenommen wurde. Eiche-Köpemck fand nicht den richtigen Zusammenhang und versagt« in den Leistungen. Eine schöne Spielweise Hot die Berliner Schwimm-Union an sich. Es war nur schade, daß die Stürmer das Torschießen vergaßen. Ergebnis des Turniers: Punkte Tor« 1. TSV.«aulodorf 2..............<: 1 3:2 2. Eiche-Rahnsdorf-Fichtenau...... 5:3 4:3 3. FT. Erkner.................... 4:4 6:4 4. Eiche-Nöpenick 2................ 3:3 1:2 3. Berliner Schwinim-Union...... 1:7' 3:8 Bei dem von der FTGB.-Friedenau durchgeführten Turnier ging es sehr spannend zu. Die Zuschauer nahmen regen Anteil an den einzelnen Spielen und diskutierten eifrig über die Plotzfolge. Die besten Spiele lieferten Wilmersdorf, Ostring und der Veranstalter. Ergebnis: Punkte Tor« 1. FT. Wilmersdorf.............. 8:0 l0: l 2. FTGB.-Friedenau.............. 5:3 3:3 3. VfL. Oftring.................. 4:4 7:8 4. Falke-Ehorlottenburg.......... 2:6 1:5 3. MTL. Rutzlsdorf.............. 1:7 1:7 Wintersport ade! Republikaner im Riesen gebirge— Letztes Eishockey Bei bester Schneeloge und sehr starker Beteiligung fand am Ostersonntog Oos 5. Republikanische Wintersportfest im Riesengcbirge statt. Ein Staffellauf und ein Abfahrtslaus vom Kamm bildeten den Höhepunkt der sporllichen Veranstaltungen. Hunderte von Zuschauern säumten die Rennstrecken, standen an den Bauden und sahen den Rennläufcrn mit schwarzrotgoldenen Farben nach. Geren 80 Läufer gingen an den Start, um die Preise zu er- kämpfen, oic der Bundesvorstand des Reichsbanners Schworz-Rot- Gold und die Gemeinde Brückenberg gestiftet hatten. Am Nach- mittag fanden die Skikurse ihren Abschluß, die der Verband wie alljährlich zu seinen Festen eingerichtet hatte. Viele Sportler trugen sich neu in die Mitgliederlisten ein. Am Abend vereinigte ein Sport- ball mit Festakt alle Teilnehmer. Der größte Saal von Brücken- bcrg, mit den Farben Schwarz-Rot-Gold geschmückt, war über- süllt. An tcr Chrentofel konnte der Vertreter des Regierungspräsi- denten, Rcgierungsvizepräsidcnt von Spießen, neben ihm die Ver- treter des Landrats, der Gemeinde Brückenberg und der Polizei begrüßt werden. Kamerad Pape vom Bundesvorstond des Reichs- banncrs Schwarz-Rot-Gold nahm die Preisverteilung vor. Erst in später Stunde rollten die Kraftwagen mll den Sportkameraden aus Schlesien in ihre Heimatorte. Das Präsidium beschloß ein- stimmig, Ostern l9?.? eine große Wmtcrsportvcranstaltung in Schreiberhau im Riesengebirge abzuhalten. Die Resultate der Reimen: Mennfchofts-Stassellaus: 1. Reichsbanncr-SinlersportabteUunz Berlin, Zeit! 1 Stunde 23 Minuten 54 Sekunden; 2. Reichsbanner. Wintersportubtellun-r Zillertol.— Abfahrtslauf: Hauptklasse: 1. Prosbischel-Berlin 7 Min.; 2. Ditt«I. Iroch.HIrfchderg.- Jugendklasse: 1. Hölzel-Hirschbeaz 7 Min. 42 Sek.: 2. Löwen. ssrin. Berlin 8 Min. 36 Sek.— Altersklasse: 1. Bader.Berlin 10 Min. 7 Sek.: r. Reumann. Berlin 11 Min. 8 Sek.— Banicnklassc: 1. M. Zoellner(TAB.) 18 Min. 21 6ff.; 2. Joachim kBRAC.) Ist Min. Mit einer zweitägigen Ofterveranslallung wurde die deutsche Eissportsaison im Berliner Sportpalast zum Abschluß gebracht. Man hatte sich nicht nur den frisch gebackencn Eishocky-Europa» meister Schweden verpflichtet, sondern auch einige der besten Kunstläuferinnen und-läufer. Von dem Eishockeykamps Schweden— Deutschland ging wahrlich keine Begeisterimg au?, dagegen geriet das bis unter das Dach besetzte Haus bei den Kunstlauidarbietunzen in einen Taumel der Bezeistcrimz. Zunächst trug der Berliner Ernst Baier ein großartiges Programm vor, ihm solglen die tüchtige Wienerin Fritzi Bürger, dann Wcltmeisterin Sonja Henie, später noch Baier-Sonja- Henie mtd Hempel-Wciß kn Paarlauf und schließlich auch die kleine Gerda Böttcher, alle von überaus starkem Beisall begleitet. Im Eishockeykampf Schweden— Deutschland spielte die seutsche Mannschaft wieder recht zusammenhanglos. Es gab un- jählige verpaßte Gelegenheiten, so daß die trotz reichlichem Ersatz antretenden Schweden klar mit 4:1(2:0, 0:1, 2:0) gewannen. Am Ostermontag war der Berliner Sportpalost ebenso wie am Vor- tage ausgezeichnet besucht. Die Eishockeymannschaft des Berliner Schlillschuh-Club Holle sich im Rückspiel gegen Schweden durch H. Brück verstärkt und hinterließ einen recht guten Gesamteindruck. Sie gewann mll 4: 2 Toren durchaus oerdient. Die ersten Radrennen Olympiabahn eröffnet In diesem Jahr« will Herr Richard Heyne sein Glück auf der Olympiabahn versuchen. Er war bis vor wenigen Jahren aktiver Rennfahrer und fand dann, daß man auch als Veranstalter sein Brot verdienen kann. Für 1932 nahm er die Bahn in Plötzen- see in Pacht; am Ostersonntog war die Premiere. Die drei besten europäischen Steher, nämlich Sa wall, Kre wer und Möller, waren neben B r ö a u- Frankreich und Gilgen- Schweiz verpflichtet worden. Die Bahn wies dann auch ausgezeichneten Besuch auf. Um so mehr ließen die einzelnen Well- bewerbe, die, im Gegensatz zu den früheren Jahren, flott ab- gewickelt wurden, zu wünschen übrig. Es gab keine rechten Kämpfe, zumal die drei Deutschen keine ernsthaften Gegner fanden. Sawall gewann in überlegener Monier den über 20 Kilometer gehenden„E r ö f f n u N g s p r e i s" vor.Krewer und Möller, die 15 bzw. 40 Meter zurücklagen, um später auch im„Großen O st erpreis" über 50 Kilometer zu dominieren. Hier war es Krewer. der in den letzten Runden aus sich herausging und nur drei Meter hinter Sawall das Ziel passierte. Zwischendurch gab es den„Kleinen O st e r p r e i s" über 30 Kilometer, der an Möller fiel. Auch hier wurde der Kölner Zweiter, während Gilgen unter den Deletten seiner Schrittmachcrmaschin« zu leiden hatte. Ein Ersatzschnttmacher war für ihn nicht zur Stelle. Im Rahmen- p r o g ra m m kamen Amateure und Berufsslieger zu Worte. Deneerennen, Eröffnungspreis, 20 ftilomdct; 1. Sawall 17:31,4; 2. Krewel. 15 Meter; 3. Möller, 40 Meter; 4. Breau. 780 Meter; 5. Gilgen, 1080 Meter zurück.— Kleiner Ofterpreis, 30 Kilameter: 1. Möller 27:36,2; 2. Krewer, 10 Meter; 3. Sawall. 360 Meter; 4. Br«au, 380 Meter; 3. Gilgen, 4200 Meter zurück.— Großer Ollerprsls, 50 Kilometer: 1. Sawall 47:04,2; 2. Krewer, 3 Meter; 3. Möllcr, 140 Meter: 4. Br-au, 5.30 Meter: 5. Gilgen. 610 Meter zurück.— Atlialeur.Punktefahren: 1. Dalch 10 P.; 2. Stock 6 B.j 3. Merklewig 3 P.; 4. Sangcl 4 P.— Mebaillcnrenncn: 1. Merklewitz; 2. Stcpban; 3. Ncgd; 4. Schade.— Mannschasts-Beriolgungsrennen: Gcrmania.Eharlottenburg T)oIt Poftfportverein nach 8:07,6 ein.— Prämienfahren für Berufsfahrer: 1. O. Nickel; 2. Skrnpnil: 3. AHIcrs; 4. Becker.— Ausscheidungsfahren: 1. Ahlers; 2. Decker; 3. Wagner. Kleiner Sport von überall liubiläumslurnier von Tennis-Borussia. Dem Iubiläumstur- nier der Berliner Tennis-Boruffen war am ersten Tage nicht der erwartete ganz große Publikumsersolg beschieden. Es waren kaum mehr als 12 000 Zuschauer auf dem Herthaplatz, als das Spiel zwischen der Elf des Jubilars und der Mannschaft von München 1860 seinen Ansang nahm. Tennis-Borussia gewann das Treffen verdient mit 2:0(2: 0) Toren. Anschließend spielten Eintracht- Frankfurt und Minerva-Bcrlin. Nach wunderbaren Leistungen ge- wannen die Süddeutschen das Spiel überlegen mit 4:1(3: 0) Toren. Berliner Bnion-Straßen rennen. Die Ortsgruppe Berlin der Deutschen Radfahrerunion brachte unter dem Tttel„Die erste Prü- fung aus der 124 Kilometer langen Strecke Berlin— Fehrbellin— Kremmen— Berlin ein Straßenrennen zur Durchführung, dos sich einer ausgezeichneten Beteiligung zu erfreuen Halle. Durch einen Massensturz, b« dem u. a. auch der Faoorll Gerhard Huschke um ferne Chancen kam, wurde das Gros des Feldes stark gekichtck, immerhin trafen ober noch 30 Mann geschlossen am Ziel ein. Am Endspurt gab Gelbicke seinen Gegnern sicher das Nochsehen. Er- gebnis: 1. Gelbicke 2: 33: 00; 2. Schulz X Länge; 3. Schönfeld t? 4. Wiemer; 5. Großmuck(alle dichtauf). Schmeling reist ab. Kurz nach dem Osterfest, am 31. März, wird Weltmeister Max Schmeling Deutschland verlassen und sich auf der„New York" nach Amerika einschiffen, um sich dort für den am 16. Juni im New-Yorker Bankeestadion stattfindenden Reoanchc- kampf mit Jack Sharkey vorzubereiten. Nach der Ankunft ist zu- nächst wieder die übliche Schaukampftournee vorgesehen, die durch 15 Städte führt. Anschließend beginnt am 10. Mai das schwere Training für den Weltmeistcrschaftskampf, das wahrscheinlich wieder im Quartier Endicott vor sich gehen wird. Der Tod im Boxring. Bei einer Amatenrveranstaltung in Aal- borg zwischen dem sinnischen Leichtgewichtsineister Wöckewä und seinem Landsmann Hougaard wurde elfterer von einem Kinnhaken so unglücklich getroffen, daß er kurz daraus starb. Lereiu für Leibesübungen„Ostriug" e. B. HaUenübungsobenb Dienstag, April, und nicht, wie im Mitteilungsblatt angegeben, 1. April. Trainings« tage im Lichtenberger Stadion jeden Dienstag, Donnerstag und Sonnabend. Be« ginn-i. April. Für Erwerbslose ab 14 Uhr.. Altermegen, 1. Areis. Sonntag. 17. April, 9 Uhr, Spieltag tu Hohenichon« Hausen, Sonnnerstraße. Faustballstünder und Schiedsrichter mitbringen. An« schliehond Sitzung. Straßenbahn 04 bis Sommerstraße. Sonnabend, 16. April, Treffen bei der Ui-Iahr-Feier Bolkspart Wedding Germania.Säle, Ehausseestraße. Bezirkslarteft Friedrichsdain. Freitag, 1. April. 19 Vr? Uhr, Gcneralvrcbe und Abrechnung sowie Ausgabe der Pasfieriarten für Sportplay Frtedrichshüin. Frieden ftr. 31. Der Uebuugsbetricb auf dem Sportplatz Friedrichshain beginnt Mittwoch, 20. April. Kartell bezirk Köpenick. Die in der letzten Kartellsitzung mcht vertreten ge« wescnen Vereine können ihre Delegiertenkarten zur Generaloeriammlung am 2. April, Is Stunde früher, cm Saaleingang in Empfang nehmen. Ab 4. Apnl Adresse des' Kartelleiters: Städt. Strandbad Grünau, Berlin-Grünau. Telephon: F 3 Nr. 6621... Touristenverein„Die Naturfreunde". Dienstag, 29. März. Abt. Humboldt- Hain, Starnmabteilung: Willdenowstr. ö< Zimmer 13): Heimabend. Jugend« gruvpc: Pank- Ecke Wiesenstraße: Musikabeno: L. von Beethoven(Schallplotten). —- Mittwoch, 30. Mär;. Photo, Arbeitsgemeinschaft Mitte: Sohanuisstr. 1.7.— Osten, Iugcndgruppc: Frankfurter Allee 397 lGbert-Saal).— Neinictendorf: Wittenau. Hauptstr. 13: Wandern und Schauen.— Donnerstag, 31. März. Naturkundliche Abteilung: Iohanmsftr. lö: Arbeitsabend.— Streichorchester bei Weißenbergcr, S. 59, Freiligrathstr. 9.— Rasenthaler Lorstadt: Weinmeister« 19% Uhr. Singekreis: Pank- Ecke Wiesenstraße.■ Strafe 62. Baracke II: Wie und die neue Zeit.— Südwest:'Zorckstr. 11: Ein. drücke unserer Osterfahrt.— Lichtenrade: Lentz. Kaiscr-Wilhelm-Str. 73: Bunter lustiger Abend.— Neukölln: Bergstr. 29:(Seologie(Dr. Biese).— Lichtenberg: (Sunterstr. 44: Bunter Abend. 10.05 16.4*0 W.30 17.50 18.20 18.50 18.55 19.00 19.10 19.30 20.00 22.00 16.31) 17.30 18.00 18.30 18.55 19.00 19.25 22.00 23.20- Dienstag, 29. Marz. Berlin. Ttieoiior Bormann: Tiere als Fümstar«, Dnterhaltnnssinasik. Doktor Ucberall erzählt. Das Leben Haydns. Büchcrstunde* Novellen.(Am Mikrophon: Otto Rombadi.) Mitteilungseil des Arbeitsamts. Die f uukstunde teilt mit.., Stimme zum Tag. 1, Mozart: Souatc E-Moll(K.-V. 307).?. TTSndcf-FIcsch-: Gebet. 3. Puguani-Krcislcr: Präludium und Allcgro(Lisa Mingbetri, Violine; flügei: Arpad Sandor). Crtftl Toller:' Reise in Spanien. .�wci lustige Stutrtf cü." Conference: Helünotb Kröger. Wetter, Nachrichten und Sport Königswusterhausem. Leipzig; Konzert Prof. Dr. Brandt; Hundert Jahre Streichholz. Prot Dr. Auihauscr: Christentum In der Welt Mersmann: Musik in der Einheit der Künste. Wetter für die Landwirtschaft Englisch für Fortgeschrittene. Dr. Carl Hagemann: Goethe als Theaterleiter. Wetter, Tages- und Sportnachrichten. •23.00 Unterhnltungs- und Tanzmusik. Siaals thcalcr Dienstag, den 29. März staatsoper unter den Linden 20 Uhr Boheme StaitliduKnielhim Indamniurkl 20 Uhr Clavigo Schiller-Theater Charlottenbnrg. 20 Uhr Ostern Winter •Garten IL15 l'tir Flora Wk Daudien Oll-Iidl IMaz d©V alenco, Wallenda- Truppe. Hakoo von Aichwald m.»einen I S Sollst en and weitere Mar-Nammcrn vi, uhr CASINO-THEAlERs/.uh. Lothringer Strafte 37. iiiiiiiisnncttiiiiiiuiiiiiiiiiiiiiiiiniiiiiiiiniiiiiuitiiiiniiiiKiiiinfit L'nwidcrruflich nnr biieSl.nSrz Der Mann mit den zwei Frauen n. das groOc bunte Programm Am I. Aptil zum I Male PEPPiWA Operette in 3 Akten. Musik v. R. Stolz. üutschein 1-4 Personen; Parkett SO PI. f-auteuil l.— Mark. Sessc! un.v,ark voiKstmsme Tluatsr am EulowplaU 8V. Uhr Androklns nnd der Löwe mit Felix Brc�sart und Otto Mallburg StaalL Sdiillrr-Iliealei 8 Uhr Ostern Stadl. Oper Charlottenburs dismarckstraOe 34 Dienstag, 29. März Turms IV 19 3) Uhr Die BürgseM Rainmar, Rode. Müller, Gombert, Gonszar, Kandl, Talen. Borgwinkel Ende gegen 23 Uhi Um-iDeaisr Täglich 8 Vi Uhr Morgen gehts uns gut I Grete Höh heim Slax Hannen Orchester Oajos Bela gpnugungi Restamairf Berlins; BETRIEB' KEMPINSKIi -TöBalBrin de� Stressraannsir. Täglich SlJ, Uhr Das Ende vom Lied mit Fritz Kortner PLAZA | Nihe Sehl es. Bhf. StktS.StJS.S.S.r'B. Tel.: E7Welclisel46]l j�MejäUiEtjra�W� OeotstfiBJ IßEar«r 8 Uhr Vor loflflEDDiüerg�g v. Cerh.Hauptmann . Regie: Max Reinhai'it Theater desWestens Täglich 8'.'« Uhr Die Dubarry Mary Losseff_ Th.inlilmiraispaiasl Täglich 8'. Uhr Käthe Dorsch GostafOrandgens Leseiott' SinqsjielTt'jMrdHJnj'e Kose- laeafer iroh fmkfjrtei iinj«;32 IiL■edmi£ 7 uu 8» Uhr Jeltchcn Qehevl neiropoMtieaier Täglich 8'. Uhr Curt Götz in Zirkus Aimus Operette von Curt Götz, Musik von Benaizky