BERLIN SonaerStag 31. März 1932 10 Pf. JIr.151 3 25 49. Jahrgang erscheinttäglich außerSonnttg«. Zozlcili! �dcndauZz-tk ie«.Acrwäi-tt' Be,»stvrett fü« bei»« A»«g-br»?ä Pf. pro Woche. 2.2S M. pro Moxol (ia-on k? Pf. monatlich für Zuftrllmiz Inj Hau«) im-oranj iafcltat. P 0 Ü» c juz 3,97 M. cinfchlicßiich 60 Pf. Posticitllng». auD 72 Pf. PoktelfellgldÄrcu. ,f\£iH0asd& fi Bjcigt it prell:£ie einspaltige Ballüxettricile 30 Pf, Vieklamczclle 2.— M Ermäßlgnnze» nach Tarif Postsckcchtonlo! Lorwärtl-Herlag S. m.b.H., Berlin Rr. 27336.- Der ZZerlag behält ilch dal Recht der Ablehnung nicht genehmer Anjeizeu vor! Redaktion und Erveditio«: Berlin irrWVZ, Lindenflr. 2 Fernsprecher: Tönte?(�7) 292—297 Reichseiat durchAotverordnung 25 Millionen für die Gemeinden Die Haushaltsführung des Reichs für die Zeil vom 1. April 1332 bis 30. Zun i 1932 ist durch Verordnung des Reichspräsidenten vom 29. März 1932 dahin geregelt worden, dafz die persönlichen Ausgaben im Rahmen des Haushaltsplans 1931 geleistet werden dürfen, und daß im übrigen, von einzelnen Ausnahmen abgesehen, in diesem Vierteljahr nur bis zu einem Fünftel der für 1931 bewilligten veträge ausgegeben werden darf. Als Reichszuschuß an die Gemeinden für die Erleichterung der Wohlfahrtslosien ist ein Betrag von 75 Millionen Marl vorgesehen. Die Notverordnung zur Regelung des Rcichshousholts femmt nicht überraschend. Dos Etatsjahr 1931/32 läuft mit dem heutigen Tage ab. Eine Regelung des Haushalts durch Reichstagsbeschlüsse ist nicht erfolgt, die Notwendigkeit einer Notoerordnung war also unmittelbar gegeben. Die Notoerordnung deckt sich inhaltlich mit gesetzlichen Maßnahmen, wie sie sonst getroffen wurden, wenn der irhi; ntf por-- min 1. Anns das Harlshaltsa-fen norfriffcht nerabichiedet hatte. Dann enolgte eine provisorische Regelung durch Gesetz in demselben Sinne, wie siö diesmal durch Notverprdnung erfolgt ist. Den Bc- schlüsselt des Reichstags ist. nicht mehr vorgegriffen, als dies nach Lage der Dinge geboten ist. Wünschenswert bleibt, daß nun der Reichstag auch wirklich gleich nach den Landtags- wählen zusammentritt, um das Haushaltsgesetz für 1932 bis zum 39. Juni fristgerecht zu erledigen. Ob der Aerfuch gelingt, bleibt bei der grotesken Zusammen- setzung, die die Wähler im September 1939 dem Reichstag gegeben haben, allerdings zweifelhaft, doch muß er gemacht werden. Daß die Notverordnung zur Hilfeleistung für die Ge- n: e i n d e n einen Betrag von 75 Millionen auswirft, ist zu begrüßen. Wir setzen dabei voraus, daß es sich um einen ersten Onortalsbetrag handelt, dem weitere von gleicher Höhe folgen sollen. Eine kräftige Stützung der Gemeinden ist not- wendig, wenn nicht die Aufrechterhalrung der kommu- nalen Fürsorge in Frage gestellt werden soll. Gleich- falls als selbstverständlich setzen wir voraus, daß trotz der provisorischen Kürzung des ersten Etatsoiertels um 29 Proz. die zur Auszahlung von Sozialrenten usw. nötigen Beträge voll zur Verfügung gestellt werden'. Reichstagsprösident L ö b e hat den A e l t e st e n r a t des Reichstages zu einer Sitzung am Montag, dem 11. April, eingeladen. Die Sitzung wird sich mit dem Termin des Zusammentritts des Reichstags be- fchäftigen. Es ist anzunehmen, daß im Aeltestenrat Uebereinstim- mung besteht, daß ein Zusammentritt des Reichstags vor den Landtagswahlen am 24. April nicht zweckmäßig ist, und daß als frühester Termin der 26. April in Aussicht genommen wird. � Ein früherer Zusammentritt würde die Parteien in der Wahlagitation erheblich behindern, zumal Wahlen nicht Nur in Preußen, sondern auch in Bayern und Württemberg sowie in Anhalt und Hamburg stattfinden. Ein früherer Zusammentritt ist auch nicht notwendig, nieil der Reichsetat bisher noch nicht einmal von der Reichsregierung fertiggestellt wor-. den ist. Das wird frühestens um die Mitte des Monats April geschehen. Dann geht der Reichsetat an den Reichsrat. der ihn trotz größter Beschleunigung kaum vor Mitte Mai erledigen rann. Dem Reichstag wird also der Etat vor Pfingsten kaum noch zugehen können. Tardieu aad z landin reisen mit ihren Beratern schon am Sonn- tagverinittag nach London, um, ohne Rücksicht oui die englische «onntagshelligung, noch am gleichen Tage die Besprechung mir Mao- donold auszunehmen. Bic der deutsch. polnische Handelsvertrag, so scheint auch der palnrsch-rufsrjche Handelsvertrag vergeblich am seine Ratiftzierung warte» zu zvikn; po jchwebt i» imbchtiwmter Ferne. In deutschen Landen viel gereist ein geradezu verblüffender Schwung. „Sichere Niederlage." Hugenberg als schmollende Kassandra. Ungeachtet aller Äörbe wirbt Hugenberg weiter sür die „nationale Einheitsfront". Sein zweiter Artikel, betitelt„Das neue Horzburg", gilt der Auseinandersetzung mit den National- s o z t a l i st e n. Hugcnbcrgs Ausführungen sollen eine Art Revanche sein für all die Grobheiten, die der große Einiger von seinen Harz- burger Bundesgenossen a. D. in den letzten Monaten sUllschmeigeiid hat einstecken müssen, ober der schmollend-lehrhafte Ton gemahnt mehr an eine sanfte Geliebte, die die sadistischen Mißhandlungen eines brutalen Liebhabers durch leichte Klopse erwidert. Das Bitterste sagt Hugenberg den Nazis über den zweiten Wahlzang der Präsidentenwahl� er schrcibi: Es kommt mir selbstverständlich nicht daraus an, ob der eine oder andere von uns am 19. April für Adolf Hitler stimmt oder nicht. Denn das ist praktisch ganz gleichgültig, weil die Mehr- h e i t für H i n d e nb u r g i in zweiten W a h l g a n g sicher ist. Aber der nochmalige Versuch, gegen diese seftstehende Tatsacke anzurennen, ist nach meiner Anssasiung Krattoergeudung. Jeder Parteiführer muß wissen, wieviel Kraft ünd Geld(typisch Hugenberg! Red. d.„V.") er bei den verschiedenen Würfen des Spiels einzusetzen hat. Darüber kann niemand dem anderen Dar- fchriften machen. Vor allem kann niemand, wenn ihm eine Nieder- tage sicher ist, vom anderen verlangen, daß er sich freund- lichst an dieser Niederlage beteiligen soll. Hugenberg erteilt dann den nationalsozialistischen Führern weise Lehren darüber, daß es mit Gefühlsoolitik allein nicht getan sei, wofür er sicherlich den heißen Dank der Belehrten ernten wird. Arn«chluß berichtet Hugenberg über seine bisherigen sammlerischen Erfolge. Wir oermeldei, sie mit seinen eigenen Worten: Ich habe s. Zt. den„Rcichsausschuß für das deutsche Volksbegehren" zur Bekämpfung des Pouno-Planes auf die Beim: gestellt. Am Tage nach dem Volksentscheid brach der von Herrn schiele geführte Reichslandbund in Vorbereitung des Kabinetts Brüning aus. Ansang April 1S39 die Nolional- sozialisten. Ich habe nicht aufgehört, an der Zusammen- s ch w e i ß u n g der Nationalen Opposition zu arbeiten, und sie im Oktober 1S31 in der sogenannten 5)arzburger Front nochmals vereinigt. Eine Woche später hotten sich die National- sozialisten schon wieder aus ihr Pntsenit. All das hat den großen Schweißer Hugenberg nicht entmutigt. Er schweißt jetzt zum dritten Male— mit dem gleichen negativen Erfolg.. Die neue Harzburg, von der er träumt, ist schon vor der Ewweihuug eure Ruüiel Oer Ofierfriede. Stahlhelm möchte außerhalb des Gesetzes stehen. Magdeburg. 31. März. Der alljährlich vom Stahlhelm abgehaltene Bismarck K o m m e r s a b e n d, der am 2. April in Bad Salzelmen in diesem Jahre stattfinden sollte, ist von der Ortspolizeibohörde Magdeburg verboten worden. Zu diesem Verbot wird von der Pressestelle des Polizeipräsidiums folgeiches mitgeteilt: Das Verbot des Bismarck-Kommers- abends mußte erfolgen, weil der Stahlhelm eine poli tische Vereinigung ist und der Kominersabend zu einer Zeil abgehalten werden sollte, an der der O st e rb u r gs r i e d e, der so erst am Abend des 3. April zu Ende geht, noch besteht. Finanzelend in Thüringen. FrickS Mmisterschast brachte ein Defizit von zehn Millionen! Bcimar, 31. März.(Eigenbericht.) In der heutigen Landiagssitzung brachte Staatsministcr Baum den Etat für das Rechnungsjahr 1932 ein. Die N a t i o n a l s o z i a l i st e n, die bisher g e st r e i k t haben, waren wieder erschienen. Sie und die Kommunisten verlangten gemeinschaftlich, daß ihre Anträge auf Auflösung des Landtages mit auf. die Tagesordnung gesetzt werden sollten. Dem wurde jedoch widersprochen, so daß die Anträge nicht mit zur Verhandlung kamen. Als Staotsminister Baum(Landbund) mit seiner Rede begann, verließen die Nationalsozialisten geschlossen den Sitzungssaal und kehrten erst wieder zurück, als der Minister mit seiner Rede fertig war. Baum stellte fest, daß die Rechnung sür das Jahr 1930 mit einem Zehlbelrag von über 10 RNI liouen Mark abschließl. Im Rechnungsjahr 1930 war Zrick lhürin gischcr Minister. Die Nationalsozialisten haben aber während Fricks Ministcrtätigkcit in ganz Deutschland in Versammlungen, in ihrer Presse usw. behauptet, Frick habe den Thüringer Etat für das Rech- nungsjahr 1939 ausgeglichen und die Schulden Thüringens beseitigt. In Wirklichkeit sind während Fricks Ministertätigkcit die Schulden des Landes Thüringen von 129 aus 139 Millionen Mark angewachsen. Der Landtag vertagte sich wieder bis nach den Preußenwahlen, weil die Abgeordneten während der Wahlbcwcgung tätig fein wollen. Nazi-Terror gegen Polizei. Die Zustände in Braunschweig werden immer toller. V r a u n s ch w e i g, 31. März.(Eigenbericht.) Raziklagges jetzt seinen verfolgungsseldzug gegen republikanische Polizeibeamte rücksichtslos fori. So hat er jetzt ein Disziplinorversahrcn gegen den Poiizei- m eiste r Hardt angestrengt. Hardt ist erster Vorsitzender des braun- schweigischen Polizeibeamtenverbandes. Er hat als einziger Beamter den von Klaggesvorgelgicn Revers nicht unterschrieben, nach dem er nicht mehr Mitglied des Landesverbandes sei. Klagges gibt als Grund für das Dijzipiinarversahren an, daß Hardt die— kommunistischen Zersehungsbestrebungen(!) innerhalb der braunschweigischen Polizei gefördert habe, weil er als erster Vorsitzender des Landesverbandes der Polizeibeamten zugelassen habe, daß zur Generalversammlung des Verbandes neben anderen Partei- verlretern auch ein Verlrelcr der KPD. eingeladen worden sei. Weiter ist der Polizeiwachimeisler Eime aus der braunschweigischen Polizei entlassen worden, weil er eine abfällige Zlcnßerung über die Rationalsozialisten gemocht haben soll. Diese Aeußcrung wird von Eime aber energisch be- siritteln. Sic konnte ihm auch nicht bewiesen werde». Sein Einspruch bei Klogges blieb erfolglos. Rachdcm Eime sich zur Hamburger Schutzpolizei gemeldet hatte, wurde Brauuschweiz von Hamburg um Auskunst über Eime ersucht. Die braunschweigischc Polizei ieille durch ihren nationalsozialistischen Kommandeur Selle mit, daß«Eime starke Bindungen zur KPD. habe". Diese Bchaupiung ist u n w a h r. Eime hat nie Beziehungen zur Kommunistischen Partei gehabt. Das Ersuchen der hamburgischen Polizei, ihr die Personalatlen zur Der» sügnng zu stellen, lehnte die braunschweigischc Polizei a b. Man kann ihr in dem Falle den Vorwurf machen, daß sie eine unwahre Austuufi gegeben hak. Seltsame„Ziassenschande" Zwei Nazi, ein Jude und— H 1l75 Ein Schöffengericht in der niederösterreichischen Stadt Korneu- bürg hatte unter dem Vorsitz des Oberlandcsgerichtsrats Weiß über einen jüdischen Würdenträger und zwei Hitlerleute zu verhandeln. Homosexuelle Beziehungen und Erpressung standen zur Aburteilung. In dem Landstädtchcn Hollabrunn hatte Hitlerjugend hinten- herum mit dem Obmann der israelitischen Kultusgemcinde verkehrt: der Schlachtruf„Inda verrecke!" wurde zum Liebesgcflüster und Deutschland erwachte im Lager eines Juden. Schließlich aber drang das Gerücht, daß der Obmann der israelitischen Kultusgemcinde Alfred Fischer mit dem Hakenkreuzicr Johann T o t h(dies ist der madjariickze Name der Slowaken) intime Beziehungen unterhalte, bis zu den Ohren der Polizei: da man außerdem erfuhr, daß der Freund des Toth, der Obmann der 5)itlcrjugend Rudolf Letz von Alfred Fischer Geld erpreßt hatte, wurde die Anklage erhoben. Vor Gericht wurde ein Brief verlesen, den Letz an Fischer geschrieben hat: in diesem Dokument nordischen Edelmenschentums und deutscher Erneuerung heißt es: „Sie müssen wissen, daß sich die Hitlerleute nicht um lumpige hundert Schilling bestechen lassen. Der Fall muß im Interesse der Hitlerbewegung schnell und in aller Stille bereinigt werden." Fischer habe daher sofort zweihundert Schilling zu be- zahlen Der Fall war eindeutig— aber dem Oberlandesgerichtsrat Weiß war offenbar der Obmann der Kultusgemeinde von Hollabrunn unsympathisch und den Hitlerjungen sollte der Wahlkamps (auch in Deutschösterreich wählt inan am 24. April) nicht zu schwer gemacht werden. So sprach man sämtliche Angeklagte frei. Die Begründung für diesen Freispruch erklärt, es handle sich ledig- lich darum, wem man Glauben schenken wolle, dem Juden oder den Hitlcrjungen, Fischer habe keinen guten Eindruck ge- macht, daher sei man mit cinem Freispruch vorgegangen. Der Brief des Letz war nicht so schlimm gemeint, er war vielleicht nur eine sanfte Bitte um einen Beitrag für den Zuchtwahlfonds oder ein ehrenwerter Versuch, die Zinsknechtschaft zu brechen und zwei- hundert Schilling aus den raffenden Händen des Juden in die schaffenden Fäuste der Hillerleute zu retten. Um das Ding juristisch einwandfrei zu machen, fand man nur— vorbereitende Handlungen vorlicgeilli. Jedenfalls hat die Justiz die Mahnung des Briefes befolgt und den Fall im Interesse der Hillcrbewegung schnell und in aller Stille bereinigt. Juda hat gezahlt und Deutschland kann wieder schlafen, mit wem es will. Starhembergs Geldgeber. Die Rüstungen des„Fürsten" Rüdiger Starhemberg zun: Kriege gegen das eigene Volk haben gewaltige Summen verfchwnqon, seine Schulden dürften drei bis vier Millionen Schilling erreichen, davon sind l,2 Millionen bei der Linzer Sparkasse durch Hypotheken und Bürgschaften anderer„adliger" Großgrundbesitzer so halbwegs gedeckt. Die Geldgeber des fürstlichen Hillerjungen und Antisemiten- führers, der„die Asiatenköpse in den Sand rollen lasten" wollte. sind außer dem schon bekannten Herrn Ä o h n aus Brünn, das Bankgeschäfr Topolansky in Wien, die Geldverleiher Hand und Gräbel, der Holzindustrielle D r a ch und Herr Fürst, der Besitzer des Nobelcafes auf dem Groben im Herzen Wiens. Schon das sürd zumeist„Asiaten", mn mit Starhemberg zu reden. Ein Hauptgläubiger des Hcimwchrfürsten ist aber Herr Simon Leib Alten! Ulippo Turati. Zahllose Trauerkundgebungen. Paris. 31. März.(Eigenbericht.) Die Bchtottung Turatis wird am Soimtagoormittag erfolgen. Iii der Wohnung Turatis sind zahlreiche Beileidstelegramms ein- getroffen, u. a. von Friedrich Adler im Namen der Snter- nationale, von der deutschen und der deutschösterreichischen Sozial- dcmokratie, von Bürgermeister S e i tz- Wien, dem früheren ttalie- Nischen Außemnimstcr Gras Sforza, der republikanischen italienischen Partei und vielen Arbeiterorganisationen Frankreichs und Italiens. Ein Bildhauer hat die Totenmaske Turatis abgenommen. Justiz fordert späte Sühne. Zehn Jahre nach der Verurteilung zur Slrafverbüßung aufgefordert! Dos Amtsgericht Osterburg in der Alt mark hol «ich den Scherz geleistet, einen vor zehn Jahren bestraften Arbeiter, der sich in der Zwischenzeit gut geführt hat, jetzt zur Slrafverbüßung aufzufordern. Dazu wird uns geschrieben: Am 8. Januar 1923 wurde der Arbeiter Paul D iers vom Schöffengericht Osterburg in der Altmark(Aktenzeichen: 4 V 86/22) zu einer Gefängnisstrafe von neun Monaten verurteilt. Die von Diers eingelegte Berufung wurde im Februar 1923 von der Straf- kammcr Stendal verworfen. Diers hatte damals in der In- flationszett Gußeisen oufgckauft, von dem er wußte, daß es gestohlene Maschincntelle waren. Tausende haben in der Jnfla- tionszeit aus Not ähnlich gehandelt. Sic wurden nur nicht ge- faßt und deshalb nicht bestraft. Sie hauen mehr Glück als Diers. «est die Berufung von Diers verworfen war, hörte er von seiner Strafsache nichts mehr. Damals, 24 Jahre alt, wollte er von einem Gnadengesuch nichts wissen und seine Strafe verbüßen. Da er ober nie wieder etwas vom Amtsgericht Osterburg hörte, verzog er nach einigen Monaten, meldete sich ordnungsmäßig ab und bei der Polizeibehörde seines neuen Wohnortes meldete er sich ordnungsmäßig an. Im Jahre 1929 heiratete er; inzwischen ist er Vater geworden. Dieser Tage, nach fast zehn Jahren, erhiell Diers unerwartet vom Amtsgericht Osterburg die Aufforderung, seine Gefängnisstrafe von neun Monaten in der Strafanstalt Greifswald anzutreten. Diers ist heute 34 Jahre alt, hat an seine Strafe gar nichtmehr gedacht und auch, nach einem Jahrzehnt, mit seiner Straftat, die imier ganz anderen und damals„wilden" Verhältnissen erfolgte, nichts mehr gemein. Begreiflicherweise hat er bei der Eheschließung seiner Frau von seiner Jugcndtorheit nichts gesagt. Sie hat, da sie herzkrank ist. angesichts der Ladung zur Strafverbüßung Herz- krömpfe bekommen und ist bedenklich erkrankt. Das Amtsgericht Osterburg besteht auf Strofantritt, trotzdem Diers sofort ein Gnadengesuch eingereicht hat. Es will nicht einmal bis zur Entscheidung über das Gnadengesuch mit dem Stxafantritt wyrten, sondern Haftbefehl erlassen. Diers und sein« Familie sollen für ein Versehen im Geschäftsbetrieb des Anitsgerichts Osterburg unter ollen Umständen büßen. Es erscheint deshalb angebracht, daß sich die zuständigen Stellen schnellstens des Falles annehmen, zumal Diers sich seit der Straftat vor zehn Jahren gut geführt hat. Nie Besehung der Nienstfiraskammer. Vorsitzender Landgerichtsdirektor Nevmaun. Auf Grund der neuen Beamten-Dienststrafordnung hat das Stqotsminifterium den Vorsitzenden der Dienststraftammer, dessen Vertreter, die richterlichen Beisitzer und die Beisitzer aus den ver- fchiedenen Ressorts ernannt. Vorsitzender istLandgerichtsdirektor Ncymann, feine Vertreter sind Landgerichtsdiretlor Steinhaus, Land- gerichtsdirettor Laschte und Kammergerichtsrat Berg. Die Dienst- strafktzmener besteht neben dem Vorsitzenden aus einem richterlichen Beisitzer aus dem Ressort, dessen Beamter sich wegen eines Diszipli- »arvargehens zu verantworten hat. Die Verhandlungen sind öffentlich. Man kann hoffen, daß bei der Auswahl der Beisitzer das Staats- Ministerium den schwierigen Verhältnissen Rechnung getragen hat, in denen die Tätigkeit der Behörden jetzt vor sich geht. Der Beamte der Republik darf keinen Augenblick vergessen, daß er der Ver- fcissung den Treueid geschworen hat. Oer Sieuerstreik in Oldenburg. Vi« Regierung warnt vor der Landbundpropaganda. Oldenburg. 31. März. Im Oldenburgischen Landtag wurde Mittwochoormittag eine außerordentliche Frühjahrstogung eröffnet. Zunächst gab Finanz- in i n i st e r Dr. W i t l e r s einen Ueberblick über die Finanzlage des Staates und schilderte, wie sie durch die Verringerung der Re:6>sllberweisnilgen und die Kriseuentwicklung beeinflußt sei. Im ganzen sei aber die sinanzielle Grundlage des Staates als stabil zu bezeichnen. Der Minister ging sodann aus die Propaganda der Notgemeinschastsbewegung des Landbundes in Oldenburg ein, die er als gefährlich bezeichnete. Cr er- klärte, daß von der Aenderung der Einstellung der ländlichen Be- völkerung die Selbständigkeit des Freistaates abhänge. Infolge des Einflusses der Notgemeinschaft seien die Steuerrück stände gegenüber dem Borjahre um über eine Million Mark gestiegen. Es sei soweit gekommen, daß Landwirte, die sich vxr- pflichtet fühlen, die Steuern zu bezahlen, sich von den Voll- ziehungsbeamten das Versprechen geben lassen. die Zahlung n i e m a n d z u verraten. Der Minister schloß mit einem Appell zur Erhaltung der Selbständigkeit des Landes. Nach einem weiteren Bericht des Innenministers über die Lage der Gemeinden vertagte sich das Haus. Das Gefängnis in Malaga brennt. Meuterer nehmen Wächter als Geiseln. Madrid, 31. Marz. Im Gefängnis von Malaga haben elf Ausländer sowie verschiedene wegen Streits Verhaftete einen Allfstandsperspch unternoinmen. Di« Gefangenen stechten ihre Stnchsäche in Brand und stürzten sich mit Revolvern uird Messern auf die E>e- fijngniswärter, non denen sie zwei fesseln konnten. Ein sofort alarmiertes Polizeiaufgebot vermochte nichts aus- zurichten, pa die Aufsässigen drohten, die zwei Gcfänantswärtcr zu ermorden. Die Polizei begnügte sich unter diesen Umständen damit, die Gefängnisansgänge scharf zu überwachen. Der Brand griff während dieser Zeit schnell auf das g e s a m t e Gefängnis über. Tödlich abgestürzt ist ein französischer Marineflieger in Biserta (Siordafrikq). Raiffeisendirektor als Zeuge. Er hoffte, es würde alles glatt abgehen. von den drei an der Uralzcff-Assärc belciligleu Direktoren der Raiffeifenbank ist nur noch einer am Leben: der Rechksaawalt Dr. Erich Seelmann-Eggebrccht. deulfchnationaler Abge- ordnetcr des Landtages. Der dcutfchnationole Vizepräsident des Reichstages Dietrich hat sich das Leben genommen, Direktor Schwarz ist eines natürlichen Todes gestorben. Direktor Seelmann muß heuie in der peinlichen Uralzeff- Angelegenheit feine Aussage machen. Ueber die Raiffeifenbank selbst sagt er, daß sie in den Jahren 1919-26 zu einer großen Ausbreitung ihrer Geschäfte kam, die Genossen boten der Bank Geld in so großen Mengen an. daß man einfach nicht wußte, wohin damit, und sich zur Gründung Geldkredit- und Warenkreditahteilirng entschloß. Die erste wurde von dem Prokuristen Lange und dem Direktor Schwarz geleitet, die letztere von ihm. So hatte er mit Uralzeffs Mlllwnen- kredit anfangs nichts zu schaffen. Er kannte nicht die Sicherheiten. die von ihm gesteht wurden und kann auch darüber nichts aussagen, Bon einer Pleite, jagt der Zeuge, kann keine Rede sein. Allerdings war bei der Umstellung der Bank anläßlich der Stabilisierung der Mark das Betriebskapital auf ein Zehntel des früheren zusammen- geschrumpft, bei einer zehnfachen Zahl von.Shraestellteir. Mit der Affäre Uralzeff hat her Zeuge Pch�-rst'zu besasten gehM als es sich herausstellte, daß die Lagerräume von Koch, die Uralzeffs Sicherheiten beherbergen sollten, ausgeräumt seien. Damals stutzte Direktor Seelmann zum ersten Male. Seitdem kam er aus dem „Stutzen" eigentlich gar nicht heraus. Die entliehenen Millionen kamen nicht herein, die Herren Direktoren wurden mißtrauisch, Uralzeff vertröstete mit dem russischen und amerikanischen Geschäft. Lzier beginnt die Sache grotesk zu werden. Direktor Seclmann merkte das aber gar nicht. Sein verbindliches Lächeln verläßt ihn nach wie vor nicht. Das amerikanische Geschäft war ein Spritschmuggelgeschäfl. „Schien Ihnen die Angelegenheit nicht ein wenig unsauber", fragt der Vorsitzende?„Wir haben ja von der Art des Geschäftes erst später erfahren", sagt der Zeuge. Nicht minder grotesk ent- wickelt sich das russische Geschäft. Der Vorsitzeitde meint: Es wird hier«in Zeuge auftreten, der erklären wird, das Rüsten- geschäft sei ihm sofort unsauber vorgekommen. Direktor Seelmann erwidert darauf: Wir glaubten, es fei ein normales Geschäft mit Rußland. Erst später erfuhren wir, wie die Dinge in Wirklichkeit lagen. Als mir es mit der Angst zu tun bekamen, schickten wir Rechtsanwall Türk nach Paris. Direktor Seelmann, seines Zeichens Rechtsanwalt, erwartet mit Recht die für ihn gefährliche Frage: Weshalb hat die Raiffeisenbanl keine Strafanzeige erstattet? Er pariert deshalb den zu erwartenden Schlag von sich' aus. Er sagt: Die erste Veranlassung zu einer Strafanzeige sei gegeben gewesen bei der Feststellung, daß die Sicherheit in den Lagerräumen von Koch fehlte. Er habe sich aber gesagt: Stellen wir Strafanzeige, bekommen wir unser Geld nicht. Außerdem sei zu befürchten gewesen, daß eine Anzeige Erörterungen in der Oeffenllichkeit auslösen würde. Die Folge wäre ein Run auf die Bank gewesen. Nazi-Auto verunglückt. Ein Insasse getötet, vier verletzt. Winsen(Luhe). 31. März. Auf der Wcksahrt von Braunschweig nach Hamburg geriet ein mit fünf Nationalsoziali st e n besetztes Acho in einer als gefährlich bekannten S-Kurve bei Borstel ins Schleudern und fuhr gegen«insu Baum. Der Anprall war so heftig, daß die Karosserie ausemauderriß und die beiden im Fond sitzenden In- sassen hinausgeschleudert wurden. Einer der Insassen, der Sturm- sührcr Erich habermonn aus Hamburg, war auf der Stelle tot, die vier anderen kamen mit leichten Verletzungen davon. Jalscher Mordalarm. Selbstmordtragödie einer Arbeiterin. Zu der letzten Rächt wurde die Rlordrommisstou unter Leitung von Dr. stallollnsky»ach der Walluerthealerstraße 20 gerufen. Dort war die ZZ Jahre alte Arbeiterin Taui Lange in ihrer Wohnung erdrosselt ausgefunden worden. Die Untersuchung ergab aber, daß hier ein Selbstmord vorliegt, den die Frau au? wirl- schastlicher Rot begangen Hot. In den späten Abendstunden des Millwoch begehrt« der Freund der Toni Lange, ein Seemann, Einloh, fand aber die Wahraing verschlossen. Als er auf mehrmaliges Klopfen und Rufen keine Ant- wort bekam, ging er zur Polizei. Die Beamten oerschasften sich jetzt gewaltsam Einlaß und fanden die Arbeiterin t o t auf dem Fußboden. Um ihren Hals war eine dicke Schnur gezogen. Da die Möglichkeit eines Berbrechcns bestand, alarmierte die Revicrpolizei die Mord- kommission. Die Untersuchung ergab, daß die Wohnung von innen verschlossen gewesen war. Demnach komUe ein Tod der Frau von sremder Hand nicht in Frage kommen. Es stellte sich auch heraus, daß die Lange fest geraumer Zell arbeitslos war und wohl aus Ver- zweiflung zum Strick gegriffen lzat. ZU Tobe gequetscht. Furchtbarer Tod eines Unvorsichtigen im U-Vahn-Tunnel. Aus dem U-Vahnhos Schönhauser Tor spielte sich gestern abend ein furchtbarer Unglücksfall ab. bei dem der 52 Jahre alte Händler Michael klinkel aus der Linienstraßc 197 den Tod fand. K. betrat den Bahnsteig, als der Beamte eines Zuges gerade Pas Abfahrtszeichen gegeben hatte. Er versuchte noch mitzukommen und riß ein« der vorderen Türen des fahrenden Zuges auf. Dabd glitt er aus und blieb an dem Türschließer, an den er sich in seiner Todesangst geklammert hatte, hängen. Als der Zug in den Tunncl einfuhr, wurde der Unglückliche zwischen Tunnel und Wagenwand gequetscht. Der Zug wurde bald zum Hqlten gebracht, aber erst die Feuerwehr konnte den Verunglückten, nochdeni t>i» Strecke stromlos gemacht mnrhen innr mia j-i-u-e Lage befreien. Kinkel wurde in das Krankenhaus am Friedrichshain gebracht, wo er unmittelbar nach seiner Einlieferung starb. Die Leiche wurde beschlagnahmt. Durch den Unglücksfall wurde der U-Bahn-Berkehr nahezu eine halbe Stund« lahmgelegt. Zwei weitere tödliche Verkehrsunfälle ereigneten sich in der E l s ü s s c r und R i n g st r a ß e in Friedenau. An der Ecke Clsäster und Gartenstraße wurde die 17jährige Hausangestellte Ella R u i n a t aus der Kaiserstraße 31 von einem Lastauto über- fahren. Die Räder des schweren Fahrzeuges gm gen so unglücklich über das Mädchen hinweg, daß der Tod auf der Stelle eintrat.— In der Ringstraße in Fripdenau S-riet der 4jährige Horst G ü n t e r aus der Holsteinstraße 38 in Steglitz unter ein Geschäfts- auto. Der Unfall passierte, als die Mutter des KuGes für einen Augenblick ihre Aufmerckfamkell einem an der Bordschwelle stehenden Büch-rwagen zugewendet halle. Der Kleine wurde zur Rettungs- stelle 43 gebracht, wo er unter den Händen des Arztes starb. ÄnterslichungsgefangeneralsHsiratsschwinöler Drei Mädchen betrogen. Wegen einer Hiebstahlsasfäre befindet sich zurzeit der 31 Jahre aste Reinhard Henning im Untersuchungsgefängnis. Be, der Bcorhellung feiner„Angelegenheiten" stießen die Beamten auf Heiratsschwindeleien, die der Mann neben seinen Ein- brächen begangen haste. Es stellte sich heraus, daß er als Ingenieur Robert Steffen die Bekanillschaft dreier Manchen gemocht hatte. Der Bursche gab vor, bei der Reichebahn beschäftigt zu sein. Auf Grund geschickt gefälschter Verträge hatte er es verstanden, das Ver- trauen der Frauen zu gewinnen. Er ließ sich Geld geben, das er zur Anschaffung von Möbeln usw. benutzen wollte. Seine Schwindeleien, bei denen er die Mädchen um recht erhebliche Sum- men betrog, sind jetzt aufgedeckt worden. Oevisenschmuggel an österreichischer Grenze. München, 31. März. Wie die..Telegranmizelluug" meldet, ist durch Zugriff der öfter- reichischen Zollbehörden in Salzburg eine Deoisenschmuggelorga",- sation aufgedeckt iporden. an der mehrere Personen in Wien und in München beteiligt fein sollen. Sie sollen sei« geraumer Zeit größere Beträge in Schillingen von Wien nach München gebrocht, sie in Mimchen in Reichsmark mngelau.cht uno diese Summen rechtswidrig anßcr Landes geschasst habe». Bei einem der Beteiligten, einem inzwischen verstorbenen Prokuristen, soll die Adresic einiger Münchener, an dem Aalutaschmuggel beteiligter Ge- schästsleute gesunden worden sein. Aus Erkundigungen bei der Mstnchener Polizeidirektion und der Zosifahndungsstelle des Landes- finanzamts wurde mitgeteilt, daß dort naher« Einzelheiten über Sie Angelegenheit noch nicht bekannt feien. Lenkt de Dalera ein? London. 81. März. Nach einer R-uter-Meidung yps Dublin verlautet dort, daß de Palera und fein Kabinett auf die Nachricht aus Ottawa hin. > daß weder er noch feine Vertreter zur R e i ch s w i r t f ch a f t-- ionferenz zugelassen werden würden, wenn de Valera den Treueid abfchafse und mit der britischen Regierung breche, beschlossen hallen, die Frage der irisch-hrstischen Beziehungen einer neuen Prüfung zu unterziehen. Moritz macht Winkelzüge. Wie er vor Gericht gestellt wurde. Der gestrige Prozeß gegen Moritz-Zarnow, üüer dessen Ausgang— 3 Monate Gefängnis für Moritz-Zarnow— mir bereits kurz berichteten, ist ein Musterbeispiel dafür, ivas trotz der Schnellgerichtsbarkeit ein Angeklagter sich heute noch vor Gericht leisten kann. Während der Fürstenanwalt Everling, Zarnoms Verteidiger, sich in endlosen Ausführungen gegen das Prozeß- verfahren erging, wies Justizrat Wcrthauer als Anwalt des lllebenklägcrs Kuttner nach, daß der Angeklagte Moritz fast zwei Mona t e Zeit gehabt lzatte, sich auf seine Verteidigung ein- zurichten. Vom Staatsanwalt zur Vernehmung geladen, hat Moritz jede Aussage verweigert. Er und seine Verteidiger haben innner wieder Zeit zur Ausarbeitung einer schriftlichen Erwiderung erbeten und erhilten, diese Fristen jedoch resullotlos verstreichen lassen Ebenso verstanden es der Angeklagte und sein Verteidiger, die Nrrhondlung. obwohl es sich um einen klar begrenzten Tatbestand handelte, von früh morgens bis in die späten A b e n d st u n d e n hinzuziehen. Kein Wintelzu-g. keine nur denkbare prozessuale Ein- rede wurde verschmäht. Moritz wollte zum Beispiel Widerklage erheben, bzw. seine Beleidigungen kompensieren auf Grund eines Artikels des Nebenklägers Kuttner, der— genau vor einem Jahre— in der Zeitschrift„Die Justiz" erschienen ist. Er behauptete, erst jetzt(!) von diesem Artikel Kenntnis erlangt zu haben und blieb bei dieser Ausrede auch, als J,istizrat Werchauer Auszüge vorlegte, die seinerzeit in großen Tageszeitungen erschienen waren. Dies klägliche Verhallen eines„Berufsschriftstellers" ging denn auch dem Vorsitzenden. Londgerichtsdirektor«z i n a t i u s über die chutfchnur. An feiner Umsicht schcllerten alle Versuche des Angeklagten, die Verhandlung zum Auffliegen zu bringen. Stmchenlang redeten Moritz und Everling von ollem Mäg- lichen, nur nicht vom Thema, nur nicht von dem Vorwurf des inkriminierten Artikels, daßKullner in seinen Zivilprozeß gegen Moritz aus Unterlassung einen Meineid habe leisten wollen. Denn hier siel die Beweisaufnahme durch die Vernehmung des Senats- Präsidenten Preiser und des Redakteurs Schiff derart v e r- n i ch t c n d für Moritz aus, daß die Urteilsbegründung ausdrücklich feststellte: Von der Absicht eines Meineids könne gar keine Rede fein, im Gegenteil habe Kuttner bei der Behandlung der Frage, ob er den ihm im Zivilprozeß zugeschobenen Eid leisten wolle, i n jeder Beziehung korrekt und gewissenhaft gehandelt. Was taten die Helden, als ihre Behauptungen in Nichts zer- flogen? Mit eiserner Stirn erklärten sie setzt, den Vorwurf des be- absichtigten Meineides gar nicht erhoben zu haben. In der mündlichen Urteilsbegründung erfuhren sie die richtige Er- widerung: es sei unbegreiflich, wie angesichts des klaren Wortlautes des Artikels der Angctlagtc diesen Vorwurf in Abrede stellen könnte. Moritz halle sich auch ein paar Zeugen mitgebracht, rechts- stehende Journalisten, die bekunden sollten, daß Kuttner auf sie bei der Verhandlung einen„schlechten Eindruck" gemacht habe. Sie kamen über allgemeine, politische beeinflußte Stiimnungsmoment« rieht hinaus. Als alles nichts half, versuchte Everling in einem zweistündigen Plädoyer das Gericht totzureden. Er sprach von Barnull und Kutisker, von Sklarz und von Sklarek, vom Swatssekretär Weis- mann, vom Oberprasideillen Noskc, von deutscher und jüdischer Weltanschauung,— nur von der Sache nicht. Er zitierte aus dem Zusammenhang gerissene Artikelstellcn und Verse des Nebenklägers, i» ticr iZerfnung, m bffimliinVii Und so.viqU sich, daß auch noch heut?, troß Schnellgerichtsbarkeit, das Wort des greisen Professors Kahl seine Gellung hat, daß jeder Beleidigungs- prozeß dem Angeklagten die Möglichkeit gibt, den in seiner Ehre verletzten Kläger nochmalz strassrei zu beschimpfen. Jmmcrbin: der restlose Zusammenbruch aller vou Moritz öffentlich aufge st eilten Behauptungen dürste— mehr noch als die völlig angemessen« Strafe von drei Monaten Gefängnis— die Oeffentlichkeit von neuem über die Per- sönlichkeit eines Mannes belehren, der sich zum— Reinigerder Justiz berufen fühlt! Mandschurische Warnung. Ausländer, Fremde, sind's zumeist... Tschangtschuu über London, 31. März.(„Daily Telegraph".) Die llntersuchungskommission des Völkerbundes ist von einer Anzahl Chinesen und Ausländern begleitet, die der eigeill- lichen Kommission nicht angehören. Diese Persönlichkeiten sind von der neuen mandschurischen Regierung warnend daraus hin- geipiesen worden, daß sie sich strikt auf chre Tätigkeit im Bereich der Kommission beschränken müssen. Falls sie die Kommission als Deckung benutzen sollten, um irgend etwas gegen den neuen Staat zu unternehmen, so werde man sie festnehmen und dem Äpnspl ihres Heimatlandes zur Abschiebung übergeben. -i- Die neuen Machthaber in der Mandschurei haben den Bc° lagerungszustand verhängt. In einzelnen Teilen der Man- dschurei sind Kämpfe zwischen Japanern und Chinesen im Gange. Tauziehen über die Grenze. Ein Grenzzwischenfall bei Leuthen. ' Beuthen. 31. März. Die polnische Presse wußte zu berichten, daß ein deutscher Po- Nzelbeallller am Grenzübergang bei Schömberg(Landkreis Beu- thlli) versucht haben soll, einen polnischen Grenzbeanllen, als er einen Schmuggler verfolgte, gewaltsam auf deutsches Gebiet zu Ziehen. Im letzten Augenblick fei dem polnischen Grcnzbeamten ein polnischer Polizeibcamter zu Hilfe geeilt, dem es gelungen sei, den Grenzb«amten zu befreien. Wi« mir erfahren, gibt diese Schilderung den Sochverhall vollkommen entstellt wieder. Richtig ist vielmehr, daß ein Schmuggler, der von Westoberschlesien gekommen war, im pplnischen Zollhcwz noch Schmugglerwore untersucht wurde. Bei dieser Untersuchung fluchtete er plötzlich und entkam auf beut- fches Gebiet, verfolgt vqn einem polnischen Zollbeqm- Un. der v»rsillhte. den Schmuggler auf deutschem Gebief. zweieinhalb Nieter van der Grenze qntfernt, fe st zunehmen. Ein deutscher Pollzeibamter verhinderte diese unbefugte Fest- nähme auf deutschem Gebiet durch einen polnischen Beamten und versucht« den polnische,, Zollbeamten festzustellen. Daran hinderte ihn aber«in inzwischen hinzugekommener polnischer Grenzbeomter. der den polnischen Zollbeamten vom deutschen Gebiet auf das der R-pichlik Polen zurückzog. Ulajfiboaico! Drei Gemeinde röte der südbillgarischen Stadt Nevrokop sind spurlos verschleppt worden. Die Tagung der Chirurgen Die Erkrankungen der Leber Die Deutsche Gesellschaft für Chirurgie Hot gestern im Langenbeck-Lirchowhaus ihre S6. Tagung eröffnet. Der Vorsitzende, Professor B o e l k e r- Halle, gedachte in seiner Eröffnungsrede zunächst des lllvjährigeu Geburtstages eines der Gründer der Gesellschaft, Franz Königs. Im legten Jahre sind 1i)9 Mitglieder neu eingetreten. Zur Zeit beträgt die Mitglieder- zahl 2599. Als Hauptreferent des ersten Tages sprach Prof. H e n s ch c n- Basel über das Thema„Die Leber in der Chirurgie". Er wies auf die drohenden Gefahren bei Operationen und Narkosen durch Leberminderwerligkeiten hin, die angeboren oder ober häufiger durch frühere Krankheiten verursacht und erworben sein können. Diese schleichende, nicht immer leicht zugängliche Leber- schwäche trägt häufig genug die Schuld an dem tragischen Ausgang vieler Operationen. Er zeigte die innigen Beziehungen zwischen der Leder und den anderen Organen des menschlichen Körpers und den Einfluß dieser Organ« auf die Leber. Die Erkrankungen der Leber sind bei ihrer Mannigfaltigkeit und bei den fließenden llebergängen nicht in ein festes System einzugruppieren. Hinzu kommt der Mangel sicherer, einwandsreier Untersuchungsmethoden-, doch müssen die wenigen, uns zur Vor- fügt mg stehenden Uillerfuchungsinethoden möglichst ausgenutzt werden, um Veränderungen der Lebmunktion und eine etwaige latente Leberschwäche nachzuweisen. Die dann aufgefundene Leber- schwäche muß diätetisch imd medikamentös behandelt werden, um auf diese Weise unerwünschten Komplikationen vorzubeugen. B r u g s ch-Halle beleuchtete als iillernistischer Korreferent die Beziehungen der Leber zur Chirurgie unter dem Gesichtspunkt der inneren Medizin. Die Leber reguliert in erster Linie den Zucfer-, Fett- und Eiweihstosswechsel. Das Organ speichert Kohlehydrate in Form von Glykogen, das sie befähigt, den lausenden Bedarf des strömenden Blutes an Zucker zu regulieren und zu decken. Im Er- krankuiigsfalle kann der Glykogenvorrat vermindert werden, was eine Schwächung der Kräftereserven bedeutet und den Zuckergehylt des Blutes gefährden kann. Eine reichliche Fettansammlung in der Leber muß als unvorteilhaft angesehen werden. Fette nehmen reich- lich Narkotika aus. Der Chirurg muß sich bei Lebervcrfcttung dieser Eigenschaft des Fettes bewußt sein. Im Eiweißswffwechscl paßt die Leber fremdes Eiweiß durch entsprechenden Umbau des Mole- küls dem körperlichen Eiweiß an. Weiterhin kommt der Leber eine entgiftende Tätigkell in sehr mannigfacher Hinsirht zu. Wichtig ist ferner die Galle, das Ausscheidungsprodukt der Leber in den Darm. An der Verdauung der Fette ist die Galle hervorragend beteiligt. Recht mannigfaltig ist das Bild der Gell'- sucht, lzeroorgerusen durch Ucbertrllt von Gallcnfarbstoffen ins Blut. Neben den verschiedenen Farbtönen kennt man zahlreiche ver- schieden« Ursachen für die Gelbsucht, hinter der sich Gallensteine, Stauungen, Entzündungen, überhaupt Lcberleidcn leichter bis schwerster Art verbergen. Ost ist die rechtzeitige chirurgische Hilfe eifooderlich, che der Schaden irreparabel wird. In der Diskussion berichtet Reimers- Würzburg über neue Methoden der Röntgendarstellung der Leber. Man hat Substanzen gefunden, die— in den Körper eingebracht— sich in der Leber speichern und einen guten Schotten im Röntgenbild geben. R e h n- Freiburg sprach über die Bedeutung der Grenzfragen der Chirurgie und inneren Medizin. An der Debatte beteiligten sich zahlreiche Chirurgen. Bildende Kunst auf der„Mo". Ausstellung der deutschen Kunstgemeinschast. Die Möbel- und Einrichtungsschau in den Messehallen am Funkturm bietet nicht mir in den Kojen der billigen Kleinwohnun- gen und in vielen der sonstigen ausgestellten Zimmertypen das zu- sätzliche„Bild an der Wand", neben dem Blumen- und Toselschmuck als lockende Beigaben, sondern es ist auch in der Halle V eine ernst- hafte Ausstellung von Gemälden und Skulpturen zu sehen, die zum ergänzenden Ankauf einladen. Man konnte keinen geeigneteren Rc- gisseur dieser zugehörigen Veranstaltung finden als die Deutsche Kunstgemeinschaft, die im Verein mll Professor Bruno Paul die Halle ausgestattet hat. Wie sehr diese beiden Dinge, Nlöbel und Bild, zusammengehören, beweist ihr gegenseitiges Durchdringen in beiden Abtcllungen: auch hier, in der Halle V, fehlen nicht einige Kojen mll vorzüglichen, von Bruno Paul entworfenen Zimmer- cinrichtungcn, die allerdings nicht unter den Begriff des Wohlfeilen falstm, so wenig wie die kunstgewerblichen Köstlichkeiten in den Glas- schränken. Es wäre falsch und puritanisch gedacht, wollte man diese oi»s einer Wohnyngsschau ausschließen: Luxus ist ja vor allem auch das Bild, und es stände schlecht um unsere Kultur bestellt, wenn die Wirtschaftskrise dem deutschen Volk alle Lust am Schönen und am Erwerb des Ueberflüssigen genommen haben sollte. Man hat noch selten eine im Ganzen so schöne und vorteilhaste Ausstellung erlebt wie diese. Die hohe, in guten Verhältnissen kon- struierte Halle �ist mit riesigen.«elhcn Varhäugeu zu einem sehr. gyten Dorbietungsraum für Kunst umgestaltet worden: dys Licht ist von bezaubernder Gleichmäßigkeit und setzt jedes Kunstwerk in gunstigste Verhältnisse. Dazu kommt das Prinzip kleiner geschlos- jener Kollektionen für jeden Künstler, so daß man die Werke in bester Versossung sieht. Wie es sich gehört, stehen die Berliner vor- an. Man trifft gute und kennzeichnende kleine Sammlungen von Pech st ein, Bato. Wollheim, Rößner, An not, M. Zeller, Paeschke, Fritz Herbig, Jacobi, Röh- richt, Jaeckel: und dazu Einzelwerke von N o l d e, Krays- kopf, Caroallo-Schülein, Schoff, O. H. Engel. Daß viele gleich Wichtige fehlen, ist kein Unglück: es sollte ja kein Ueber- blick über deutsche Kunst der Gegenwart sein, sondern eine durch den beschränkten Raum gebotene Auswohl begehrenswerter Bilder. Wichtiger ist, daß die geringe Quatltät ganz ausschaltet, daß wirk- lich ernsthafte Kunst dem unvoreingenommenen Publikum als „Wandschmuck" in mustergültiger Ausmachung dargeboten wird. Dazwischen einige Skulpturen, nach demselben Grundsatz ge- wählt von Milly Sieger, A. Kraus, Nonnen macher, S ch i f f n e r und sogar Ludwig G i e s. Man kann das olles nur aus ganzem Herzen bejahen und ihm Erfolg wünschen, p. k. seh. Kalendergeschichte im Rundfunk. „Feder ist seines Glückes Schmied." Die Schlesische Funk st und« läßt in ihrem Programm im ollgemeinen erfreuliches Verständnis für sunkgcinäße Sendungen erkennen. Desto mehr muß es befreinden, daß sie nicht zu wissen scheint, welche katastrophalen Mißgriffe die meisten ihrer Hörspiel- auftrüge darstellen— teils schon in der Idee, häufiger noch, in der Ausführung. Vollends ist es unverständlich, daß sie Sendu>»gen wie dieses„Poiksstück" von Otto Zoff„Jeder ist seines Glückes Schmied" auch noch an Berlin weitergibt. Für dieses Werk wäre der kleinste Härerkreis noch zu groß gewesen. Der Stoff hätte zu einer Geschichte für die hinterwäldlerischen Kaleudcrhefte gereicht ynd sich dort neben ranzigen Witzen und Hinweisen auf glückhafte Hternlonstellchionen nicht unpassend ausgenommen. Die Vorstellung, daß der Rundsunk, Körper gewordenes Wunder des Geistes, dieses Thema verlogensten Groschenhcftkitschcs. mit Zcitgeschiiiackwürzen aufgebessert, in Auftrag geben konnte, ist einfach unfaßbar. Das Werk ist völlig undiskutabel: infolgedessen ist auch über die Auf- führung, die es nach mir Wiener Herz beglänzte,- nichts weiter zu sagen._ Tes. Oas Haydn-Lahr 1932. Aufruf der Haydn-Gtiftung. Das Luhr steht nicht nur unter dem Zeichen Goethes, sondern auch unter dem Igst pH Haydns. der am 31. Mörz 173?>n RoHrau an der Leitha geboren wurde, an der Grenz« des Burgen- landes, in dem»r die fruchtbarsten Jahrzehnte seines Schaffens ver- letzte. Das Burgenlanh, in welchem Haydn ein Menschenalter lang als Kapellmeister des Fürsten Esterhazy wirkte und dessen Land- schaft, noch Riehls schönem Zeugnis, in seiner Musik wredertlingt, ist erst vor einem Jahrzehnt zum österreichischen Mutterland« heim- gekehrt. Haydn selbst hat sich als gefeierter Künstler vör dem König von England stolz zu seinem Deutschtum betannt und dieses Be- kenntnis in einer Melodie niedergelegt, die auch heute noch ein Symbol der nationalen Einheit ist: die Weise, die Hosfmami von Fallersleben für sein Lic5„Deutschland, Deutschland über alles" übernahm. Dos Andenken Haydns zu pflegen, hat sich die von der burgenländischcn Landesregierung in Berlin errichtete Haydn- Stiftung zur Aufgabe gesetzt, die soeben mit einem Ausruf an die Oeffentlichkeit tritt. Sic will all ihre Kräfte daraus konzen- trieren, das alte, schöne Haus Joseph Haydns in Eisenstadt, dem Regierungssitz des Burgcnlandes, dem deutschen Volke zu sichern und es zu einer Gedenkstätte für den Meister auszustatten. Im Herbst soll es seiner schönen Bestimmung übergeben werden, und schon heute rüsten sich deutsche Jugcndgruppen aller Schichten und Land- schasten, um in einem ersten Tressen der gesamten deutschen Jugend Mitteleuropas diesen Tag zu einer schlichten und sinnvollen Haydn- Ehrung zu gestalten. Für diese Arbeiten und Veranstaltungei, des Haytzn-Jahres 1932, hat sich ein Ehrenvarsitz gebildet, der in seiner Zusammen- setzyng dem großdcutschcn Sinn des Haydn-Iahres Rechnung trägt: das Deutsche Reich, der Oesterrcichifchc Bund, die Freie Stadt Danzig und die österreichifckien und deutschen Länder sind in ihm vertreten. Die Geschäftsstelle der Haydn-Stistung befindet sich in Verlin W30, Motzstroße 22. Spenden für den Ankauf des Haydn- Wahichauses werden auf das Postscheckkonto der Haydn-Stiftung: Berlin 8220, erbeten. „Einmal möcht" ich keine Gorgen haben" ,. Titania. Mit einem Proz. Humor und neunundneunzig Proz. Krampf wurde dieser Film gedreht. Er entstand überhaupt nur, um Max Hansen, den Liebhaber mit der einschmeichelnden Stimme, in Graßsormat zu zeigen. Diesmal muß er einen stellenlosen Friseurgehilfen spielen, der ziemlich unverschämt schwindelt. Als er nicht mehr ein noch aus weiß, erscheint ein Schutzmann, der dem Geängstigten mitteitt, daß er tausend Mark Belohnung erhält. Hat er doch mit einem, ohne Wissen des Besitzers„entliehenen" Auto, einen gefährlichen Auto- died zur Strecke gebracht. Dem Regisseur Max N o s s e ck fehlt das Können zum eigenen Stil und der Mut zur Parodie. Eimnal flackert ein netter Ulk auf, als nach einem Großkroch zwischen Adele S a n d r o ck und Max Hansen in einem rumpelnden Autobus alle Fahrgäste de» Schlager singen„Einmal rnocht ich keine Sorgen haben". Ilebrigens lqnn man mit diesem Schlager— bei den bescheidenen Ansprüchen von heute— mehr als zufrieden sein. Ebenso mit dem Straßenlärm, der nervenquälend echt zu Gehör kommt. Max Hansen ist vorteilhaft photographiert, glänzend bei Stimme, keß-liebenswürdig und voller Rhythmus in jeder Be- wegung. Alle andern Darsteller haben kaum etwas zu spielen, sie müssen sich nur um„ihn" gruppieren. c. l>. Ein Führer durch die(öoelhe-L'terawr. Das Institut für Leser- und«chrifttumskunde gibt unter dem Titel:„Goethe, der Mensch, der Dichter, der Denker. Bücher von ihm und über ihn" einen Goethe-Kalalog heraus. Durch Auswahl, Gruppierung, vor allem auch durch einleitende, verbindende und erläuternde Texte ist ein höchst lebendiger Führer durch Goethes eigenes Schaffen sowie durch das wichtigste Schrifttum über Goethe entstanden. Das 88 Seiten starke Heft ist für den Preis von 1,23 M. im Buchhandel zu haben. Veethoven-St'pendium. Zum Todestag Ludwig van Beethovens (26. Mörz) ist das von der Stadt Berlin zum Andenken an den 100. Todestag des Komponisten gestiftet« Stipendium wieder ver- leilt worden. Zur Versiigung standen 9000 M. aus dekn laufenden Jahre und 744 M.. die im Vorjahre nicht ausgezahlt sind. Es wur- den Stipendien von SOO und 372 M. verteilt. Pros. Eduard Sieoers gestorben. Der emeritiert« Professor der deutschen Sprache und Literatur an der Universität Leipzig, Eduard Sieoers, ist gestern im 82. Lebensjahre gestorben. Sein Haupt- arbeitsgebiet mar die Lautlehre. Auf Grund seiner metrischen und rhythmisch-nielodischen Stueien bildete er die Schallanalys« als Methode der Textkritik auh. Die Notgemeinschaft der deutschen Wissenschaft hat dem Verstorbenen viel zu danken. Theolerslreik in Frankreich noch akut. Di« Gefahr eines General- Sreiks der Theater und Kinos in Frankreich droht von neuem. Auch ie Lichtspieltheater haben sich mit den von der Regierung yoege- sehenen Maßnahmen nicht zufrieden gegetzon. Das Streikkomitee hat die Regierung zuissen lasie», daß am 5. April der Generalstveik ausgerufen würde, fall? die Forderungen der Kinos uno Theater nicht durchgingen. Die Finanzkpnimission d«x Kammer hat einen Zusatzkrcdtt von 3 Millionen Franken für die Große Oper angesetzt. Das Russische Institut siir Deutlchlandkvnd« veranstaltet im Män-Mai d. I. eine Beriiagzreihe. Am l. Avrch Uhr, spricht Felix Stössingcr über„Öd etile und di e Musik" CFasanenstr. 23). To« vollstümlichc Konzert de« PH ildattnoni scheu Orchesters sSeniitag, 8 Uhr) in der Philhyruionie biingt«. a. TschoikolpslvS Linionic Pethrtique, Tutos Zaicherlehrling, Lissts Lts PreludeS und Suppös Cuucrlürc zu Dichter und Bauer. Da« Cosluo-Theoter wird ab 1. April Operetten- und Bpsseutheater. Zur Eröffnung wird di« Operette„P ep p i n a, Musich von Rodert Stelz, gegeben. Oer böhmische Nergarbeiierstreik. Ardeitsminister gegen die Massenkündigungen. Prag, 31. März. D«r Bergarbeitcrstreit in Noräiveftbähinen ist durch Masstn- kiiiidwmrgcn hcrausdcschwnren ivordcn, die orfenbor den Zweck eines starken Lohndrucke? verfolgen. Der Minister für öffcnllichs Arl>eii:n, Dvstalek, hat einen Erlas; herausgebracht, durch den für die B r ü n n e r K o h l c n w c r k s g e s e l l f ch a f t und die o r d- böhmischen K o h l e n w c r k e angeordnet wird, daß d i e Kündigungen der Bergarbeiter auf der Humboldt- und Nelson-Grube sofort widerrufen werden. Der Minister hat wcücr angeordnet, daß aus öffentlich-recht- lichcn Gründe» vorläufig keine weiteren Masfenkün- digungen erfolgen dürfen. Di« Strcikursache wird damit gegen- standslos. Der Streik auf einigen Schächten des Ostrau-Karwmer Reviers fei ausschließlich kommunistisch. Gräfin Laura macht den Anfang. Sie Sttllcgungsaktion in Polen. Chorzow, 31. März. Die Träsin-Laura-Grube in Chorzow ist stillgelegt worden. 1500 Arbeiter sind dadurch brotlos geworden. Den Beamten wurde noch nicht gekündigt. Eine Wiederaufnahme des Betriebes soll durch die stark in MitleidenschaH gezogenen Gemeinden Königshütte und Chorzow erfolgen. Die Regierung hat die Erteilung der Kon- Zession bereits zugesagt. Die plögliche Stillegung der Grönn-Laura-Hülte geschah� trotz einer Entscheidung des Demobilnuichungskommisslrrs, die Betriebs- eiisttellung auf alle Fälle zunächst noch um vier Wochen aufzu- schieben, um die Rentabilität der Anlage zu prüscn. Sosnowitz, ZI. März. Der Arbeitsinspektor im Dombrowaer Kohlenrevier hatte mehrere Industrielle zu einer Ävnscrcnz geladen, die sich über den ihnen gemaästcn Vorwurf, daß sie eine ungerechtfertigte Entlassung von Arbeitern als Mitwart auf den Proteststreik vorgenommen hätten, äußern sollten. Die Industriellen erklärten, daß die Entlassungen nur die Folge des schlechten Wirtschastsgangcs gewesen seien und keine Maßregelung darstellten. Gleichzeitig gaben sie bekannt, daß in aller nächst er Zeit mehrere Gruben geschlossen werden würden, da die wirtschaftliche Lage äußerst pessimistisch zu beurteilen sei. Sprechchor für proletarische Feierstunden. Die llebungsstunde fällt heule aus. Weiler für Berlin: Roch mild und nielfoch bewölkt mit etwas Rcgenneigung, südliche Winde.— Für Deutschland: Ueberall Fort- daucr des nntden Wetters, namentlich im Westen strichweise Regen. Id.05 IS..V) 17.30 17.50 IS. 15 18.55 19.10 21.00 21.10 22.10 Donnerstas, 31. Mar/. Berlin. Hr. Gerhardt Neumann: Toleranz! Uterhaltunssmusik; O du himmelblauer See. Bananen erobern ein Land(Dr. Hermann Budzislawski). Maria Korscheit liest eiegne Prosa. Joseph Haydn. 1. Sonate G-Dur für Flöte und Klavier(Albert Harzer und Hans Erich Riebensahm). 2. Klaviersonatc C-Moll(Hans' Erich Riebensahm. Flügel) 3. Schottische Triolieder für Sopran, Violine, Cello und Klavier.-4. Trio G-Dur für zwei Flöten und Cello. Die Funkstunde teilt mit... 19.00 Stimme zum Tag. Prof. Dr. Arnold Schering. Joseph Haydn. 19.40 Tänze aus Wien. Tages- und Sportnachrichten. Funkkalendcr(März). Ltg.: Edlei Koppen. Wetter, Nachrichten und Sport. Anschließend AbenduntcrhaJtung. Königswusterhausen. 16.00 Lehrer Heinrich Tschöpe: Erhaltet der Schule die Lamdschulheime. 17.30 Paul Westheim: Vom Werden heutiger Künstler. 18.00 W. Mütze; Die Cnzianwunder Hochasiens. 18.�0 Spanisch für Fortgeschrittene. 18.55 Wetter für die Landwinschait. 19.00 Dr. Holtmann-Harnisch: Führcrin-Veriührcrin Musik. 19.20 Dr. K. Würzburger: Vorschau auf das April-Pogramm. lu.30 Obcr-Reg.-Rat Dr. Lichter: Eierstandardisierung. 20.00 Leipzig: Konzert, 21.00 Leipzig: Joseph Haydn. e Buch Muickerbocker: ßculfdilunü Jfo oder fo? Der durch seine Rußland-Bücher rasch auch bei uns bekannt gewordene amerikanische Journalist 5). R. K n i ck c r b o ck e r Hot die Beobachtungen und Erfahrungen während einer zweimonatigen Reise durch Deutschland jetzt in einem Buche gesammelt, das im Rowohlt-Verlage, Berlin, unter dem Titel„Deutschland so oder so?" erschienen ist. Geht Dculschlond einer faschistischen Diktatur oder einer kommunistischen Revolution entgegen? Dies ist mit dem Titel„So oder so" gemeint. Warum interessiert Knicker- bockcr diese Frage? Nun, die große ameritanischc Tageszeitung, die er vertritt möchte ihren Lesern über die Sicherheit der amerikanischen Kredite, die in Deutschland investiert sind, Auskunst geben. Diese Kredite sind bekanntlich von beträ6)tlicher Höhe: mehr als 12 Mil- liarden Reichsmark hat Amerika in Deutschland angelegt; mehr als drei Milliarden davon find kurzfristige Kredite. Der Gesichtspunkt, unter dem also Knickcrbockcr seine Reise an- tritt, liegt fest. Er durchstreift in Berlin die Elendsviertel und kiie Luxuslokale, er befiästigt die Zeiß-Werke in Jena, die Leuna-Werke in Merseburg regen ihn zu Betrachtungen über die Weltbedeutung der deutschen chemischen Industrie an, in Brounschweig läßt er sich einiges über die„legalen" Bestrebungen des Nationalsozialismus von Herrn Klaggcs erzählen: er überliefert auch der Welt- gcschjchte die Namen der„fünf kleinen Germanen", worunter die Kinder des Broimschweiger Innenministers zu verstehen sind; diese Lieblinge heißen: Jngrun, Hugdietrich, Irmhold, Rcinor und Altraut!— Hamburg wird passiert, in Magdeburg spricht Knickcrbockcr mit dem Reichsbonncrführer Karl H ö l t e r m a n n; in Esicn gibt ihm 5)crr Krupp von Bohlen die Ehre; die Opel- Werke in Rüsselshcim. die ja zu 80 Prozent den General Motors gehören, müssen auch besucht werden. Uebcr Heidelberg, Stuttgart geht es»ach München. Hier empfängt chn Oswald Spengler. der Hausphilosoph der Schwerindustrie, der ihm unter anderem erklärt:„Der eigentliche Sieger im Kriege war die Arbeiterklasse____ Solange diese Herrschast nicht gebrochen ist, und solange die Löhne nicht aus ein wirtschaftlich tragbares Niveau hcrabgedrückt sind (osfenbor sind Herrn Spengler die Löhne noch nicht genug gesenkt worden!), kann es keine Lzossnuiig auf Erholung geben, selbst wenn die Reparationen gestrichen werden." Aber auch der Herr und Meister des Braunen Hauses eröffnet Knickcrbockcr seine mahgeb- lichcn Ansichten. 5) i t l c r behauptet, daß es ein Verbrechen gc- wesen sei, ans dem Ausland Geld zu borgen(wahrscheinlich hätte die deutsche Wirtschaft von 1921 bis 1929 mit Fcdcr-Gelo aufgebaut werden können), andererseits sei das Borgen aber auch wieder kein Verbrechen, weil dadurch Amerikas Interesse an Deutschland stärker geworden sei. So oder st? Knickerbockers Beobachtungen sind sehr ungleich; vieles ist gut und scharf gesehen, bei anderem wird nur die Fas- sade berührt. Eine klare und eindeutige Stellungnahme wird— offenbar bewußt— vermieden, wenn auch die industriellen und mo° ralischen Reserven Deutschlands anerkannt und die amerikanischen Kredite als gesichert angesehen werden. Der Wahlgang vom 13. Mär; hat bewiesen, daß Knickcrbockcr die zohlcnniäßige Stärke der faschistischen und kommunistischen Bewegung überschätzt hat. Die Gefahren des Faschismus hat er sich zum guten Teil von Klagges und Adolf Hitler ausreden lassen; dennoch ist das Kapitel„Mogdc- bürg" eines der beslen des Buches. Der letzte Satz dieses Kapitels ist ebenso eindeutig wie wahr:„Die deutsche Republik ist z u m L e b c n e r w a ch t!" J.F.yi. Das Fest der goldenen Hochzeil begeht am 1. April da« Ehe- paar Fritz und Auguste Heidcpriem, Zchlcndorf, Span- dauer Str. 12. 74. Abt. Zchlendorf. Sierantmortl. für!>!« Nedakllon: Stich. Krr-steiii, Berlin; Aiueigen: ZH. Blocke, Bcrtin Berl�o: Borwarls Verla? ffi. m. b. H., Berlin. Druck: Barwiirts?nil>» drutterri und iicrlaijäauftjlt Paul öingtt& Co.. Sellin öS 65. Lindenstr. i Hier, n 1 Beilage. �(fafchäfts-Jlnjßiger (Bezitfo Jtorden-Cfien Neu I Neul Chamotte-Kachelöfen in farbiger Glasur, 35 cm breit, 35 cm tief, 135 cm hoch, mit Rostfeuerung nur 62,40 RM. sind zu haben bei der Berliner Töpferhütte G.m.b.H. Berlin SO. 36, Schlesischestr. 42 Farasprachar Amt F. 8, Oberbaum 0319 Fiiesenarbeit— Baukeramik Bevor Sie PlÖbd kaufen besichtigen Sie meine Ausstellung Zahlungserleichterung ohne Aufschlag, bei Kassa 5% IUI II IC fiflüfl Tischlermeister JWklWd IVI W I Berlin N, Chausseestr. 60 Rafstteiler Wedding Otto Friedrich Schulz müiiersiraße 146 umSV ■ Vereinszimmer i 6elz&Bartz| Metallwarenfabrik Badewannen Spültische>-"i NO 18, Pallüadenftrafte 83 Fleisch Wurst Willy Hanka Brunnenstr. 121—122 billig gutl Gebr. 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Fugmötresieu <-m kritischer Bericht/ Von Nuöols Sobernheim Das Mainzer Jugendtreffen vom 2s>. bis 28. März war die Fortsetzung einer deutsch-französischen Arbeit, die von den Führern der Karlsruher Jugendbünde im Jahre 1938 aufgenommen wurde. Der erste gemeinsame Kongreß mit dem Kreis um die fron- zöfifche Zeitschrift„Xotre Temps" fand auf dem Sohlberg im Schwarzwald statt,- dies erstmalige gemeinsame Zusammen- kommen in einer Einsamkeit, in der alle Teilnehmer auseinander cngstcns angewiesen zu einer wahren Gemeinschaft verschmolzen, bedeutete ein Erlebnis, das sich weder im vergongencn Jahre in N c t h e l noch in Mainz wiederholte oder wiederholen konnte, das aber sür die Wettcrsührung der Arbeit im Geiste der Jugend- bcwcgung bestimmend blieb. So stand auch der diesjährige Kongreß stark unter dem Einfluß von den Kreisen der Jugendbewegung, deren verschiedensten Bünde und Richtungen vertreten waren; demgegenüber sehlten die politischen Jugendgruppen fast ganz; nur die studentischen Gruppen, I. St., die Zentrums- und volksporteilichen Studenten waren als Gäste vertreten. Ebenso fehlte auf französischer Seite da- eigentliche politische Element fast ganz; nur die kleine Gruppe Marc Songuicrs ist zu nennen. Die Mehrzahl der sran- zösischen Teilnehmer bestand aus den Vertretern der Zeilschrist „Xotre liemp-", deren Direktor Jean Luchoire der eigentlich führende Kopf der Franzosen ist, einer deutsch-französischen Uni- ocrsitätsgruppe in Paris und der studentischen Völkerbwidsjugend; auch katholische und nationalistische Gruppen waren etwas vertreten, wie auch die deutsche Rechte auf dem Kongreß zu Worte kam. Bei dieser Zusammensetzung der Delegationen, bei denen zum großen Teil kulturelle und rein menschliche Interessen die politischen überwogen, waren die allgemeinen politischen Diskussio- n c n wenig bedeutsam und verliefen recht uit fruchtbar. Sie brachten nichts hervor, was als besondere Auffassung der jungen Generation von den tagespolitischen Problemen der Gegenwart Hütte gedeutet werden können. Es war eine merlliche Schwäche des Treffens, daß es im Politischen nicht über die Wiederholung längst bekannter Argumente hinauskam. Das liegt zum Teil an der schon hervorgehobenen unpolitischen Zusammensetzung der beiden Delegationen, aber auch in der Haltung, die die führenden Persönlich- leiten beider Gruppen einnahmen; sowohl der deutsche als auch der französische Delegationsführer erklärten in ihrem Schlußwort, daß es nicht die Aufgabe des Treffens, sondern nach dem Tressen der einzelnen Teilnehmer sei, das gebot. nc Material auszunutzen und zu verarbeiten. Auch war die Arbeit dadurch erschwert, daß die Organisatoren des Kongresses auf eine straffe Zusammenfassung und Ordnung verzichtet hatten, um den ciirzeluen«ine möglichst große Freiheit zu lassen: so wirkte auch das eiserne Tor der Zitadelle nicht als vollständige Schranke gegen eine gewisse Zersplitterung. Das war insofern nicht gar zu gefährlich, als die Organisatoren den Hauptwert auf Einzelgespräche und Anknüpfung von per- sönlichen Beziehungen..scgten. worunter die ocmeinllliaitlickc Er- sassung. und GeswUnng rn.brfmwrtc der pÄitischcn ProSünne lüt. Ml Hauptrefetekttcn waren M a a ß- Berlin vom Reickisausschuh der Juoendverbände, Pastor K o p p e s- Karlsruhe, die Professoren Otto Piper und Hendrik de Man. Im Gegensatz zu den Delegationen war also unter den Referenten der sozialistische Gc- danke besonders stark vertreten. Hervorzuheben sind das hinreißende Referat von Pastor Koppes, der in insbesondere sür die Franzosen ganz klarer Weise die ungeheure Rot der Arbeitslosen und schließlich am stärksten der jugendliäicn Arbeitslosen schilderte, die Rot derer, die, schulenllassen, wirkliche Arbeit noch niemals gekannt haben. Hieran schloß sich das Referat von Hendrik de Man, der eine scharf« Analyse des soziologischen Aufbaues des deutschen Bolkes und der Struktur des Nationalsozialismus gab. In Er- widerung auf die scheinbar deutschfreundlichen Borschläge, die ein französischer Nationalist von der Gruppe Gustave Heroes vortrug. dessen Person von gewissen Kreisen in Deutschland seit einiger Zeit stark geschätzt wird, zeigte de Man die U n l o g i k des Ratio- nalismus, der Frieden zu bringen behauptet und doch die Ueberbewaffnung zugunsten der Profite der Rüstungsindustrie unter dem Vorwand der Einheitsfront gegen Sowjetrußland ausrecht- erhalten will: die Nationalisten bildeten eine Internationale, da ein Nationalismus immer nur von der Existenz eines Gegennationolis- mus lebt. Wenn das Mainzer Tressen im Politischen eher schwach war, so sind seine Leistungen auf dem Gebiet des deutsch- fran- zösischen Kulturaustausch s um so höher zu schätzen. Eine Ausstellung deutscher und französischer moderner Bücher, die sür die Jugend repräsentativ sind, sehr gute deutsche Graphik und Bilder junger französischer Künstler, Vorträge deutscher und fran- zösischcr moderner Musik und Lyrik gaben dem Kongreß ein noch der kulturpolitischen Seite hin orientiertes Gesicht. Auch in der Buchausstellung trat die allgemeine Tendenz des Kongresses her- vor: auf deutscher Seite war die polstische, insbesondere die sozio- l'stischc moderne Literatur kaum berücksichtigt, dagegen trat die katholische und hauptsächlich die von der Jugendbewegung be- stimmte konservative Literatur stark hervor. Entsprechend war euch die Grundhaltung des sranzösischen Referats über die Jntellek- luellen in Frankreich nach dem Kriege, dos von den sozialen klassen- mäßigen Bindungen und der gesellschaftlichen Funktion des Intel- Aktuellen ganz absah und an sie die Forderung richtete, in ihrem Denken die Wahrheit zu suchen(welche?), ohne sich um das Ergebnis des Denken, zu kümmern. In der anschließenden Diskussion wurde dieses Problem etwas weiter ausgebaut und ferner das Generationsproblem angeschnitten. Professor Piper wies mit Recht energisch auf die Totsache hin, daß die Jugend neue Ideen noch nicht gestaltet habe und daß die gegenwärtige Not keineswegs nur eine Not der Jugend, sondern der Menschheit allgemein sei; es kann hier nur mit Schärfe betont werde», daß gerade auf diesem Kongreß die Fiktion von der Einheit der Ansätauung der jungen Generation, wie sie in manchen Kreisen austechterholtcn wird, sich in ihrer ganzen Nichtigkeit enchülltc. Wenn auch die kulturpolitische Diskussion stärker aus den Grund der Probleme ging, so war doch auch im Kulturellen der Kongreß mehr Schau alz Richtungsweisung, mehr Uebersicht mit einer bestimmten Tendenz in Einzelheiten als ordnende Gestol- tung und Klärung; ihre Notwendigkeit, die Notwendigkeit, in der Methode der Behandlung der Fragen weiter zu kommen, wurde in der Schlußdebattc von sranzösischcr und deutscher Seite mit Recht betont; wir glauben, daß der im Sommer in O b e r s ch l« s i e n stattfindende Dritte deutsch-französische Studenten- k o n g r e ß eine Klärung der methodischen Frage bringen kqnn; es kommt aber hier gerade sehr viel auf die Methode der Frage- stellung und Bearbeitung der Probleme an, wenn diese Kongresse für das deutsch-französische Verhältnis fruchtbar sein sollen. Trotz der starken, von uns geübten, aber, wie wir hassen, auf- bauenden Kritik muß die Arbeit des Sohlbergkreiscs und des Mainzer Treffens bejaht werden. Bei dem großen Aufschwung des Nationalismus in der Welt und in Deutschland ist es dringend notwendig, daß die Verbindung besonders zwischen der Jugend beider Länder nicht abreißt. Es ist dringend crsordcrliö), daß dos Gestihl der europäischen Gemeinsamkeit erhalten bleibe. Diesem Zweck hat das Mainzer Treffen gedient; es war ein weites Tor geöffnet von einem Land zum andern. Zchatattfead lernen buche« Vejluch in einer Handelsschule/ Von TS. Söe i. Ich bin zu Be'uch in einer Klasse einer Kontoristinnen« schule. Besuch llingt fast ein wenig anmaßend, wenn ich bedenke, wie meine Gastgeber sich verhalten. Denn r.ian ist schließlich doch immerhin daran gewöhnt, als Besuch mit besonderer Zlufmerksainkeit behandelt zu werden. Die um wich sitzenden jungen Mädchen, IS bis lS Jahre mögen sie sein, scheinen ober von derlei nicht allzu viel zu halten. Sie sind ganz Auge und Ohr für durchaus andere Dinge und Probleme, Probleme, die mir zunächst etwas kurios vorkommen. Wenigstens deshalb, weil ich sie nicht in der Schule vermutet hotte. Man glaubt sich nämlich plötzlich im Einkau ssbüro einer Fabrik, scheinbar einer Schuhfabrik. Bor den Mädels liegen im Durchschlag verschiedene Offerten. Es müssen wohl Ledcrofferten sein. Da schwirren nämlich für das Ohr des Laien komisch« Aus- drücke uncher wie: Quadratfuß, Grubengerbung, Foßgerbunz usw. Die Schülerinnen verstehen von den Dingen anscheinend wirklich etwas, wenigstens soviel wie nötig ist, um den Preisvcrglcich der verschiedenen Offerten durchs ührei, zu können. Es stellt sich heraus, daß einige der jungen Mädchen in Schuh- und Lederfirmen tätig sind.„Und schließlich," so meint eine der«chülcrinnen,„tragen wir ja alle Schuhe. Es ist dock) klar, daß man sich für so was interessiert. Uebrigens ist der Onkcl von der Kusine meiner Freun- din Schuhmachermeister. Da habe ich mich früher schon nial er- kündigt, warum manche Schuhe, die ganz leicht sind und die sich so biegen tatzen. dgß. mgy.sie iy.Uc Tgjchr sikscu kbytste, besser halte« als klobige und schwere, llnd im..." Ich schwieg, erschüttert vor solchem Wissenseifer, und hörte mir an, was man bei einer eingehenden Offerte alles wissen muß. Außer Preis und Qualität— der Preis allein besage gar nichts, wurde von einem der Mädels mit Stentorstimme verkündet— noch Fracht und Einkaufsprovision und Zoll uitd Rollgeld, und ich weiß nicht, was noch alles. Es wurde emsig gerechnet und dazwischen lebhaft debattiert. Die Lehrerin saß mitten unter den Mädchen und beteiligte sich nicht mehr als nötig war, um zu verhindern, daß die Distusswn. ins Uferlose abglitt, oder um diesen und jenen Punkt, dcn die Klasse beiseitegeschoben hatte, wieder mehr in dcn Mittelpunkt des Jntcr- esses zu rücke». Endlich, nach einer Stunde etwa, hatte die Klosse sich geeinigt, von wem sie ihr Leder beziehen wollte. Die Wahl war auf eine ausländische Finna gefallen, die trotz Zoll und höheren Frachtsätzen preiswerter angeboten hatte als die inländischen Lcdcrfinnen. Ich wars zufrieden, hörte eben noch, daß man nun daran gehen wollte, die endgültige Bestellung aufzugeben, sah, wie man Briefbogen bereitlegt« und Federhalter zückte, vernahm noch etwas von einer Eintragung in die Lieferantenkartei und— entschwand. Entschwoird und landete in der Klasse nebenan. Ganz anderes Bild. Eines der Mädels hielt einen Vortrag, dem ich entnahm, daß es aus irgendeinem Anlaß einmal hatte die Hil'e des Arbeitsgerichts in Anspruch nehmen müssen. Die Schülerin be- richtete über die Art und Weise, in der sie ihre Klage vorgebracht hatte, über die Entscheidung durch das Gericht und andere Dinge, die zur Sache gehörten. Das Referat dauerte nicht sehr lange, um so intensiver war die Besprechung, die sich airschloß. Fast jede in der Klasse wußte etwas zu jagen. Schließlich gabs ein Reiume etwa folgender Art: Zlrbeitsgericht ist, wenn... Seine Borteile find... Zusammenfassend kann man sagen, daß... In der drillen Klosse, die ich besuchte, sagte mir die Vertrauens- schülerin gleich zu Beginn, daß sie, die Klasse, unter der Firma Otto Wohlgeschmack eine Lebens niittelhandlung betrieben, daß Ollo Wohlgeschmack nun ober sein Geschält vergrößern und sich eine,, Teilhaber nehmen wollte. Der Kompagnon, der aus den ach so sellencn Namen Meier hörte, war bald gesunden. Ich erstihr dabei, daß die Austtahine eines Teilhabers so bedeutungsvoll sei, wie das Eingehen einer Ehe.— Die Mitgift, Herrn Meiers ein- gebrachtes Kapital, wurde gleich verbucht und Gewinn- und Verlufd- Möglichkeiten berechnet, daß eine Unternehmung dieser Art offene Handelsgesellschaft heiße, und daß sie bei vcr- schiedenen Instanzen, vor ollem beim Handelsregister an- gemeldet werden müßte. Die Anmeldung der neuen Firma Wohl- geschmock und Meier, Lebensmittel cn gros und cn detail, geschah schriftlich. Ich hörte mir noch an, wie die Lehrerin mit der Klasse den Brief besprach, der an das Amtsgericht Bcrlin-Mittc, dos Rc- gistergericht, gehen sollte. Daim war auch hier meine Zell um. Ii. Di« Berliner Äontoristmncnschulcn, eigentlich Berus-jchu- len für Kontoristinnen, bilden nur einen kleinen Teil des Berliner Berufsschulwesens. Die Berufsschule ist an die Stelle der früheren Fortbildungsschule gesetzt worden. Sie befaßt sich in der Hauptsache weniger mit der Vertiefung des in der ollgemeinbilden- dcn Schule erworbenen Wissens, als mit der systematischen und ana- lysterendcn Behandln rg dessen, was die Schüler int Beruf sehen und brauchen. Denn berufstätig sind die jungen Menschenkinder sc fast all«, die heute bis zu ihrem 13. Lebensjahr die Berliner Berufs» schulen bevölkern, und das sind olle diejenigen, die sich nützt in dcn sogeuannten„höheren Schulen" auf das Abitur vorbereiten oder sonstwo eine weitergehende Fortbildung erhallen. Auch die Mäd- che», die nicht außerhalb des elterlichen Haushalts einem Beruf nachgehen, gelten als berufstätig. Sie find Haustöchter, die sich auf den Beruf der Hausfreu vorbereiten. Enliprechend den zwei großen Berufsrichtimgen gliedert sich das �Berliner B�klMschulwesenTn einen gewerblichen und in einen kaufmännischen Teil. Die kaufmännischei, Schulen wieder sind untergeteilt in Schulen sür Kontoristinneu, Verkäuferinnen usw. Es gibt außerdem Sonderschulen für Anwaltslehrlinge, Angestellte im Bank- oder Versieherungsgewevbe. Auch die Buchlstindler werden gesondert uillerrickstet. Es gibt außerdem Sonderklassen— Branchenklassen— jeder Art, wenn sich sür eilte bestimmte Berussgruppe genügend Teilnehmer finden. Volksjchul-, Milleljchuiabjol- veiiten und solche Jugendliche, die mit Obersekundareise abgehen, werden entsprechend ihrer besonders gearteten Borbildung meistens zu bejouderen Klassen zusammengefaßt. In dem vorstehend skizzierten Rahme» nehmen die Konto- ristinneitschulen einen großen Raum ein. Der Uillerrichtsstoff ergibt sich aus dem Beruf: Handelskunde, Schriftverkehr, kaufmännisches Rechnen, Buchführung, Stenographie, Schreibmaschinenunterricht usw. Juteressant ist die Unterrichtsmethode: Der Uillerrichtsstoff wird geboten nach dem Grundsatz der Konzentration, d. h. die einzelnen Fächer werden nicht stundenweise getrennt, sondern noch Möglichkeit zusammen und gleichzeitig behandelt an Hand eines konkreten geschäftlichen Vorganges. Auch das tauf- männische Leben kennt hier keine Trennung,(s. Teil I. Hier war an einer Stelle das Thema Warepinkauf so behandelt worden, daß die Schülerinnen einen geschästlichen Vorgang gleich noch seinen verschiedenen Richtungen hin auswerteten. Es wurden nicht nur rechnerische und buchhallcrische Arbeiten verrichtet, der Stoff wurde vielmehr auch in handelstundlicher Hinsicht besprochen und gab gleich- zeitig die Grundlage für einei, kausmäniiischen Brief ob.) Dazu komiill noch hauswirtschaftlicher Unterricht und eine Stunde Turnen. Der Unterricht erstreckt sich zu je acht bis zehn Woehenstunden über eine Zeit voi, ein bis drei Jahren, je nachdem,»b man es mit Btädchen mit Lyzeumsreife, Mittelschiil- reife oder mit Bolksschulabsolventinnen zu tun hat. Da der Unterricht während der Arbeitszeit liegt, die Unternehtszeit also zunächst der geschäftlichen Arbeitszeit verloren geht, können mehr Wochenstunden sür den Unterricht nicht angesetzt werden. Wer Interesse an der Sache und den Wunsch lzat, seine beruf- liehe Qualifikation auf eine breitere Basis zu. stellen, kann in den wahlfreien Abendkursen sich dos Fehlende aneignen. In diesen Kursen und Arbeitsgemeinschasten ist Gelegenheit geboten, das berufliche Wissen in jeder nur erdenklichen Weise zu vervollkommnen. Sprachen, Kurzschrift, Buchführung, Rechnen: Jedes Fach, das im Beruf irgendwie nutzen kann, ist vertreten. 12 Sick 40s W m (Sold Dollar Gold Dollar" zu jeder Frist Freuet den, der Raucher ist. Die Hodceymeisierschaft Wer erreicht das Ziel im I. Kreis Nach sind die Serienspiele bei den Arbeiter- Hoctep- spie lern nicht gnnz beendet, doch stehen in den-beiden Haupt- gruppcn die Sieger bereits fest. Elf Mannschaften bewarben sich in zwei Gruppen um die Feststellung der Bestleisrung. In der Gruppe A hatte Tennis-Rot Grog-Berlin sich ungeschlagen an der Spitze behauptet. Mit nur zwei unentschiedenen Kämpfen horte diese Mannschaft sich emporgearbeitet. Was man zu Beginn der Serie Eaum zu hoffen wagte, hat sich i» syfteiiwollcr Arbeit erfüllt. Konnte man im Vorjahr, nur von zwei oder drei Mannschaften mit guter Spielkultur sprechen, so erbrachte diese Serie den Beweis für den Aufftieg. Der Arbeiter- sporwcrcin Rot-Weiß, zu Beginn der Spiele noch als unschlagbar geltend, mutzte sich bald mit unentschiedenen Resultaten und gegen Ende sogar mit mehreren Niederlagen begnügen. Tenms-Rot, der Freie Hockeyclub Spandau und der Sportverein Moabit wurden stärker und warteten ständig mit verbesserten Leistungen auf. Auf gleicher Höhe bewegte sich noch die zweite Mannschaft des Vereins für Leibesübungen Ostring, die aus diesem Grunde sich den Plag in der oberen Gruppe erkämpft hatte. Das Alts stürzt...! So auch in der Abteilung Ii. Hier zog der vorjährige Äreismeistcr, der Verein für Leibesübungen Ostring, mit allen Hoffnungen in die neue Serie. Aber auch sie hatten die Rechnung ohne den starken Ausbauwillen ihrer Mit- känrpfer gemacht und müssen sich mit einem guten zweiten Platz begnügen. In erster Linie zeigte Loltssport Neukölln ein« merkliche Verbesserung. In kurzem Abstand folgte die Freie Tunrerschast Grotz-Berlin-Tempelhof, doch-kamen sie nach einem guten Anlauf durch Schwierigkeiten in der Mannschaftsbesetzung bald zum Still- stand. Volkssport Neukölln-Br-tz ist in der Gruppe ß ebenfalls ungeschlagen und mit mir zwei unemschiedenen Spielen Gruppen- erster. Volts spart Ncukölln-Britz und T e n n i s- R o t Groß-Berlin werden sich nun in zwei Spielen um de u ersten Platz im 1. Kreise messen. Das erste Entscheidungsspiel steigt am 3. April aus dem Platz an der Einsamen Pappel in der Schönhauser Allee um 15 Uhr. Tennis-Rot ist dabei im grohen und ganzen die ausgereistcre Mannschaft. Der Hauptfaktor dürste die gute Läuferreihe sein, sowie eine technisch vollkommene Stiirmsrfünf. Volkssport Neukölln- Britz stützt sich aus ein glänzendes Abwehrtrio. Torwart und Der- teidigung sollten den stärksten Mannschaststeil abgeben. Daneben beseelt die gesamte Mannschaft ein glänzender Kampfgeist, der sie immer wieder vorwärts treibt. Sorgen macht nur die Läuferreihe, die dem Gegner stark unterlegen ist. Umrahmt wird das Meister- schaftospiel von einem Jugendspiel ASV. Rot-Weitz gegen Tennis- Rot. das um 12.45 Uhr beginnt, und von einem Spiel der Sport- lerinnen von Rot-Weitz und VfL. Ostring. Anschlietzend wird dann noch ein weiteres Spiel zweier A-Mannschaften abrollen. Das zweite Entfcheidimgsfpiel kommt gemeinsam mit den Handball- meisterschasts-Endspielen am 5. Mai zum Austrag. .Ackeiter-Lreichtstkletilc Siratjenläute und anderes Die Frühjahrszsit bringt den Arbsitersportlern wieder einige Stratzenstasselläuse. Stratzenstafetten- waren von jeher eine vor- zügliche Werbung, es besteht dabei die Möglichkeit, große Läufer- scharen gleichzeitig auf die Beine zu bringen. Zunächst steigt am 17. April die Stafette der Mittelstreckenläufer auf der Strecke Deutschwusterhausen— Eichwalde. Dieser 12 Kilometer lange Lauf wird von zehn Läufern in beliebiger Aufstellung bestritten. In diesem Jahre erfahrt der Laus seine zwölfte Wiederholung. Am 8. Mai finden alsdann im ganzen Gebiet des Arbeiter-Turn- und Sportbundes an allen größeren Orten Werbeläufe statt. Für Berlin ist zu diesem Termin ein Grobstaffellauf aller Sparten„Quer durch den Wedding" vorgesehen. Ferner ist dann noch am Sonnabend, 28. Mai, im Wirkungsbereich der Freien Sportocremigiing Pankow eine Straßonstafette gemeldet. * Die seit Januar im Neuköllner Stadion laufenden Schulungskurse für Erwerbslose werden am Donnerstagvormittag beendet. Es beteiligten sich trotz der kalte» Jahreszeit durchschnittlich 20 Funk- tionäre. Ein weiterer Lehrgang fiir fortgeschrittene Leichtathletik- sunktionäre des Arbeiter-Turm und Sportbundes findet vom 2. April bis 28. Mai an jedem Sonnabend im Neuköllner Stadion »an 16 bis 18 Uhr auf Platz II statt Zugelassen können nur 30 Sportler werden, die sich verpflichten, fernerhin im Verein und Kreis tätig zu sein. Meldungen bei der Lehrklafle des ASV.-Neu- kölln mit Vereinsausweis. Die Leitung der Kurse hat Kreissport- wart Leuiloss. ■- j~ Pieper holt sich zwei Preise Eine sportliche Spitzenleistung Vom letzten Wintersportfest des republikanischen deutschen Wintersportvcrbandes sendet uns ein Teil- nchmer dieses Stimmungsbild: Wie der arbeitslose Kamerad Pieper nach Brückenberg iam, das wissen wir nicht. Aber wir vom Deutschen Wintersport-Berband wissen, wo wir Skilaufen, da ist auch Pieper. Pieper ist einer unserer besten Läufer und wird schon kommen. Die Nacht zum Öfter- sonntag ist sternenklar, die weiten Schneefelder leuchten in der Dunkelheit. Unser Standquartier, vollgepackt bis in die Küche mit Kameraden aus ganz Deutschland, liegt im tiefen Schlaf. Aus Zimmer 3 schnarchen Sport- und Presscwart um die Wette. Da auf einmal, die Uhr schlägt eins, schrecken beide wie auf ein Kommando auf. im Türrahmen steht wer... Pieper! Wo kommt Pieper her? Ach nur von jenseits dos Kammes, wo er ew paar Skifchüler hat. Jenseits des Kammes— das heißt, drei Stunden aufsteigen, nachts über die Hänge, das heißt viele, viele Kilometer abfahren und wieder aufsteigen. Abfahren und steigen, ein paar Bretter an den Füßen, einen Riesenrucksack auf dem Rücken, ein paar Sprungbretter von lolossaleui Gewicht auf den Rucksack gebunden, an der Spitze der Bretter die Taschenlampe, em winziges Licht in der Schnecwüste, in der rechten einen Handkoffer mit der Rennmontur. Und das alles von jenseits des Kammes mit- gebracht. Pieper haut sich aufs Sofa, er steht am Sonnlag als erster in der Staffelmannschaft Nr 3 am Start, er holt im ersten Staffel- ende bis zur Schlingelbaud« für Berlin einen gewaltigen Borsprung heraus, geht weiter so ein bißchen spazieren auf die Prinz-Heinrich- Baude, steht mit 40 Abfahrtläusorn am Start und geht als erster in Brückenberg durchs Ziel. Zeit: 6 Kilometer:= 7 Minuten. Zwei Pokale hat der Bundesvorstand des Reichsbanners gestiftet, beide holt sich Pieper. Die beiden Pokale sind ein neues Paket und haben ein schönes Gewicht. Pieper verschnauft nur ein Biertelstündchen, dann schnallt er wieder an. Bretter oben. Bretter unten, Rucklack. Koffer, Paket mit den Siegorpolalen. Ein kleiner Telemark, Frei Heil! Pieper rückt ab über den Kamm, das heißt: drei Stunden Aufstieg usw. usw.— drüben hat er ein paar Skischüler. Pieper ist verschwunden, aber wenn der Deutsche Wintersport-Berband unter den Farben Schworz-Rot-Gold nächstes Jahr in Schreiberhau zum Wettkampf rufen wird, Pieper wird wieder da sein! Der KPD.-1'mmmerhaKrfen „Rot-Sport" will Aktionen machen Die kommunistischen Sportler nämlich! Mit viel Reklame und großem Tamtam kündigt die„Kampfgemeinschaft für rote Sport- einheit" zum 6. April eine„T hä l m a n n- St a f e t t e" durch das Landesgebiet an. Das Landesgebiet erstreckt sich über Berlin- Brandenburg, Stetttn, die Lausitz, die Grenzmark, Pommern und Schlesien: es ist also ein bißchen viel auf einmal. Vorher schon sollen die einzelnen Spartentechniker die„roten Sportler" zu hundertprozentiger Teilnahme mobilisieren. Wo sollen aber diese Massen hergenommen werden? Darüber gibt die letzte Nummer des„Rot-Sport" Auffchlüsse: „Am 4. und 5. April werden alle roten Sportler geschlossen die ihnen zugeteilten reformistischen und bürger- lichen Vereine besuchen nnfc an ihren Trainingsabenden bczw. Uebunasftunden als rote Sportler teilnehmen. Die Dis- kuffionen müssen sich in erster Linie mit der jetzt im Vordergrund stehenden Präsidentenwahl sowie mit der Wahl zum Preußifchei, Landtag beschäftigen. Das Mitbringen von gc- eigneten Broschüren und Zeitungsmaterial ergibt sich von selbst. lieber ihre geleistete Arbeit berichten dann die Vereine und Gruppen an die VereinsbezirksleUungen bzw an die Agitations- bezirksleitungen, die die Berichte dann gesammelt an die Landes- leitung weitergaben. Am 4. April findet die ordentliche Sitzung der Landesleitnng statt." Nun scheint man aber in den Kreisen der Kampfgemeinschaft selbst nur noch sehr wenig Mut und Vertrauen auf die Durchfuhr- barkeit der Thesen zu haben, denn: „Aul der letzten Technikerjitzung am 23 März fehlten die Vereinsbezirlc 11, 16, 16a, 17. 18. 18a. 19 und 20. Bon den 'Agitationsbezirken jchlten Oranienburg, Bernau, Königswusterhausen, Zossen und Teltow." Also von 25 Agitationsbezirken innerhalb Berlin-Brandenburgs fehlten nicht weniger als 13. Der Verein in Teltow ist bereits in voller Auflösung, da er an chconijchcm Mitgliederschwund leidet. Bon den Sparten waren sogar von 16 nur fünf anwesend, es felstten also elf. Und mit so einem Trümmerhaufen will man die Arbeiter-Sportbewegung Groß-Berlins erobern. Die Berliner Arbeitersportler werden den„Einheitshelden" die Lust zur wetteren Spaltung mit gehörigem Nachdruck austreiben, des können die Moskauer sicher fein! -i- Wo sind die»Roten Sterne-? Die unter kommunistiscl)er Partei- Herrschaft aufgezogen tschechischen Fußballoereine„Studa Hvedza" (Roter Stern), die zugleich auch dem bürgerlich-tschechischen Fußball- verband angehörten, sind sang- und klanglos von der Bildfläche verschwunden, ohne auch nur das Geringste ihrer revolutionären Aufgabe erfüllt zu haben. Kleiner Spori von überall Arbeiterjchach. Die Abteilung Mille spielt jetzt jeden Doimerstag bei Ebertus. Zionskirchplatz 11. Dort findet am Donnerstag, 31. März, ein Werbeabend stall: Vortrag über„Französische Partie", anschließend Simultanspiel. Die Abteilung Karlshorst spielt jeden Domierstag bei Wenzel, Gundelfingcr Straße Ecke Hönower Weg. Beginn aller Spielabende 20 Uhr. Gäste herzlich willkommen. Arbeiter-Tennis am Wedding. Parleimitglleder und Geillerk- schafter, die Tennis unter Gleichgesinnten spielen wollen, haben dazu auch am Wcdding bei Tennis-Rot Gelegenheit. Anfrage» erledigt Erich Werner, Tegel, Freie Scholle, Schollenwcg 31. Arbeitersport in USA. Der Rordanrerikanische Arbeitersport- verband wählte auf seinem letzten'Verbandstag den feit«inigen Jahren sich in USA. befindenden erfolgreichen lcichtathletifchen Mehr- kämpfer des deutschen Arb«iter-Turn- und Sportbundcs Ernst Meh- wald aus Rathenow bei Berlin zum Verband sfportwart. Die Be- rufung dieses erfahrenen Praktikers auf den leitenden Posten läßt für den amerikanischen Verband gute Fortschritte auf leichtathleti- schcm Gebiet erwarten. Mehner will Europameister werde». Der dsurschc Fliegen- und Bantanrgewichtsmeister Willi M c tz n e r hat sich als Bewerber um den Tttel eines Fliegengewichts-Europam-isters gemeidet, der feit dem Verzicht des Rumänen Popeseu frei fft. Wahrscheinlich dürfte der Kölner, der demnächst zum dritten Male mtt Weltmeister Joung Perez kämpft, mit dem französischen Kandidaten Angelman im Titel- kämpf zusammentreffen. Die Europameisterschaft im Halbschwer- gewicht, die Pistulla iyfolge seiner Krankheit nicht verteidigen konnte, ist von der Internationalen Boxunion neu ausgeschrieben worden. Spicheruring erst am 8. April. Mtt Rücksicht auf die am 31. März in der Tennishalle ftattfiitdeiü)« Konkurrenzveranstalllmg hat sich der Unternehmer des Berliner Spicherminges entschlossen, seinen für den 1. April mit der deutschen Federgewichtsmeisterfchaft zwischen Paul Noack und Harry Stein als Hauptkampf geplanten Boxabend abzublasen. Die nächste VeranstaUung im Spicheruring geht erst am 8. April vor sich. Fest verpflichtet wurden für diesen Tag bereits Fuchs-Berlm gegen Bartneck-Breslau und Seyfried- Bochum gegen Wommelsdorf-Vannen. Weiterhin soll versucht werden, die Paarung Jacob Domgörgen-Köln gegen den öfter- reichischen Leichtgewichtsmeister Via ho-Wien zustande zu bringen. Die„W asserwacht" tagte Die„W a s s e r w a ch t", die sich aus Organisationen zusammen� setzt, die das Wasserfahren aus Sport oder berufsmäßig betreibe», hiell dieser Tage ihre erste Berttauensmännersitzung im neuen Jahr ab Aus dem Geschäftsbericht, den Lombardino gab, war zu ersehen, daß viel Arbeit geleistet wurde. In einem Ausblick für das kom- wende Geschäftsjahr teilte der Berichterstatter unter anderem mit, daß am 26. April«ine große öffcnlliche Versammlung geplant ist, auf der ein Vertreter der Regierung die neue Wasserpolizeioerord- nung besprechen soll. Im Sommer werden noch mehr Fahrzeuge als bisher für die Aufklärung der Wasferfahrer sorgen, so daß nach 'Möglichkeit jeder, der ein Faiirzeug führt, auch mit den wasser- polizeilichen Berkehrsvorschriften bekannt gemacht werden kann. Eine lebhafte Debatte löste die Frage der Entschädigungen an die Fischereipächter aus. Dabei wurde einwandfrei bewiesen, daß allein fünfzehn Fischer in Köpenick, die dort die Fischereigerechtsame seit altersher besitzen, nicht weniger als 370 000 Mark(dreihundert- siebzigtausend Mark) an Entschädigungen erhallen, weil durch den Verkehr auf dem Wasser— die Fischer zielen insbesondere auf den Sportverkehr und die sporllichen Anlagen ab— der Ertrag ihrer Fischerei stark nachgelassen hätte. Mtt dieser ungeheuren Summe fft insbesondere der Wasiersport ungerechterweije belastet. Eine Unzahl Prozesse schweben, und es ist nicht vorauszusehen, wann endlich einmal von Staats wegen den Fischern klargemacht wird, daß sie unmöglich solche hohen arbeitsfreien Einkünfte auf die Dauer beziehen können, i�rdeitersport-kutmemchauei» wir stoßen vor! Unter diesem Motto hält der Bezirk Lichtenberg der Freien Turnerschaft Groß-Berlin E. V. am Sonnabend. 2. April, in der Aula der neuen Schule in der Fischerstraße, Eck« Schlichtallee, eine große Bühnenschau ab. Neben Gymnastik aller Zlbtcilungen, Tänzen, Musik. Sprech- und Bewegungschören wird der„Film der Hunderttausend" vom 2. Arbeitersport Olympia in Wien gezeigt, und das alles für den geringen Eintrittspreis von nur 35 Pfennig. Boginn der Veranstaltung 19.30 Uhr. Einlaß 19 Uhr. Zu erreichen fft die Schule mit der Stadtbahn bis Ncu-Lichtenberg oder Rum- melsburg. Straßenbahn 76 und 113 bis Lück- Ecke Fischerstraße. •S* Der Osten in Front! Das ist das Kennwort der am Sonntag, 2. April, 10.30 Uhr, im„Germania-Palast", Frankfurter Allee 313, von den Arbeitersporttern des Berliner Ostens veranstatteten Büh- nenschou. Alles, aber auch alles hat Berücksichtigung gefunden, was nur auf einer Bühne dargestellt werden kann. Di« Arbeitersportter wollen durch diese Veranstaltung werbend wirken, Kinder, Frauen und Männer, Jugendliche und„Aeltlichc" werden anlreien, Turner, Sportler, Radjahrer, Samartter werden eine Bühnenschau vor- führen, die auch der schärfften Kritik standhalten wird. Eintritt 6V Pfg., Erwerbslose und Jugendliche 80 Pfg. Arbelter-Schachiviclcr. Alle®cnof(ui, die Rndfahrer sw» und gck au Zuhr, tcn deleilifle» wollen, um auswärtige Vetttämple auszutragen(Sggersdori, Finow. Luclenwaloe, Fürstenwalde. Brandenburg) melden sich sofort an S. Wer. ini'.ifti, Berlin, Planuker 31.. FT«».,«-»»bezirk. Freitag, l. Anril. 19 Uhr, Vortragsabend im Junen». d-im«lorckstr. 11(Fodrilgebäude):„Was jeder Wasser, ohriw wissen mußt— löonntag. ü. April, Arbeilodienst im Bootshans Rahnsdorf. Potsdam. Wasserlpertnerein..ZraternUa«-. .stein". nene Verelnssttiunu l- Aocil(„FaUcns Lberbaüuibrüei-). ü'a oü Bcrcin einen Vierer anschaNt, werben letzt auch> Mitglieder ohne Boot autaenommen Näsle willkommen. ASV. Reuköll», Spartadteilunq. Nächster Hallenlrarningstag für Sro't. lerinnen und Sportler Mittwcch. n. April, Turnhalle Wciscllr. 20. Ab Sonn. abend. 2. April, 10—18 Ubr, Lchrklass« im Nenliillner Stadion, Platz Iii an» fchlieöend Sitzung der gesamten Abteilung hei Krüger, Eniser«tr. 80. Soli«rastsabrer! Touren sür Sonntag. 8. April. G-m-lNsain« Aniahri der ?rtsgrupve iSrotz-Berlin nach Lankwitz, Lebmanns Festiale, Kaiser-Wllhelui- Stiasie 29— 30. Eintreiicn der Ab.eiiungc»-h 14 Uhr. Die Ableilunac» slarlen dazu: Abt. Fricdrichshai»: II Uhr Landsberger Platz. Abt. Sharlottenhnrg: N Uhr Wilmersdorfer Str. 21. Abt. Reulölln-�IZ Uhr Bohenzollerplatz.� Abt. 1. April. 20 Uhr, Xindl-Quelle, Rcichenberger Str. 91.— Abt..?"«drtchsham: 1. April, 20 Uhr, Forluna.Säle. ötrausb-r-er Etr. 3.— Abt. Charlottenburg: 1. Anril. 20 Uhr. hei Reimer. Wilinersdort-r Str. 21. FTS«.. Sonderklasse. Heute, 20 Uhr. Uebungsabend in der Turnhall« Prinrenstratze. Probe zum 3. April....... Ruderoerein Butab e. B. Freitag. 1. AvrU, 1b Uhr. Generalprobe zum «erbeadend im Bootsbau». Anschlienend 19N, Uhr Mitglieder-ersammlung. Salrower See. und Zeltscheine müssen in der Versammlung angemeldet und de. "�ASL�SGöaeberg.zriedenau 07. U-bungsd-ginn Freitag, 1. April. Rüther. stratze, am Stadtpark i Mittelschulet. Frauen über 2ä Labrc: D-unerstag, 7. Avril, 20 Uhr. Am Sonntag ah 9 Uhr-Plabdienst, Ruben-nr-sie. Freie Turnerschast»rob-Berlin e. B.. Bi,irk Lickterbera. Freitag. 1. April, fallen die Turnabendc in sämtlichen Halle» aus, dafür treffen ssch alle an den Porfühküngen beteiligten Mitglieder 19 Uhr Aula Schule Fifcherstrage zur Sauvtnrobe. Di- Kinder treffen stch wie pcreinbarl. Die Eintritt- karten zum 2. Aoril müssen hier unbedingt abgerechnet werden...__ FTGB.. Be-irk Osten, Borstandssstzung Freitag, l. April, 20V. Uhr, bei Busch, Tilsiter Str. 27, Um 22 Uhr Versammlung der Männerabteilung. Freie F-ltboottabrc: Berlin e. B. Zusammenkünfte beute. Donnerstag. 20. Uhr. Gruppe Nordosten: CKristburger Str. 14. FahnenberxWe.— Gruppe Südosten! Graste Frankfurter Str. 10. Bortrag und Fdbrtenbenchte.— Gruppe Narben: Willdenowstr. 5. Lichtbildervorlraa:„Auf Alpenflüssin und Veraes» bäh'n". Alle am'Arbeitstag teiln-bmend-n Genassen haben ah Freitag Quart, er im Booishau»„Vorwärts-(tzl-!n..>1örls1. Ardeitsbeg'NN Sonnabend, 2. April. "Freie«anu.Nnion Grob. Verlin r. V.. Abi. Aaoel. Sonnabend, 2. April, 20 Uhr. Versammlung bei inispfner. Svandau. Pichelsdor,er Ctr. 5a. Sonntag, 3. Aoril, 11 Uhr, im Bootshan» Arbeitsdienst, Freie Pboto-Vereiniauna, Dannerstaq, 31, Marz, 20 Uhr, Physik, immer der weltlichen Schule, Pank. Ecke Wiesenstroste. Bortrag:„Die richtige Belichtung. Rndcroerein Collegia. Freitag, U Avril, 2014 Uhr, Mitgliederversammlung bei Thunack. Sonntag, 3, April, Arbeitsdienst, wenonen, die noch gelt- ode. Salrower Ees-Scheine wollen, melden sich umgehend bei Herta Seisller. ---*«■.'W•*7•* TUe&let Licltlspiele usw Sinais Tucalcr Donnerstag, den 31. dUrx staaisoper unter den Linden 19 Ubr Tristan und Isolde StaatlitousnutMu; .rabinnaurt:, M Vhr Die natflr' IlideloMei' Schlller-Theatet CharIott«Db>ar�. 20 Uhr Die endlose Straße Nlhe Sehl«,»hl. iu�.Ass.Z.S.ö�v. Tel.:C7Wei«)M«l 4031 -Wie einet m Ma" Theater desWestens Tiglich S1» Utu Die Dubarry mit Mary Losseff Slädf.Oper Charlottenburi, Oismarcksuaöc<4 Oonnsrtiag�l.März Turnus IV 19 Lhr Lohangrin Mtieon, Friedrich, Andt�scn, Rode, AmerUng Ende geg ühi Rose- Theater inl« Frmlrfjrtti Stnf» IN Id. Wüchse, f 1 342? 8U Uhr JeHcben tfchevt Theater a.no:ien(!Drtpiat2 fallas 706) P;, Uhi.Stg 4N« Uhr TrsiüseinerUaelii Operette In 3 Ostlei r.Lal.Wsif, u. Karl Bebt MatU von Hans Ma) Regle- Beüu Saluobsrti Rundlunkh halb-Pr Sigs, 41» Ubr KI. Fr Wintej, » Garten 8.15 Uhi flora 3434 Kaudan mautn l>inx deVsloseo, Wnllenda- Trappe. Hakan von Kleb- wald m.«elnea lÄftollnten und«eitere ölai-Nurooiern »v,ühr CASlNO-THEATERo1/, m» Lothringer Streite 57» •iiiuiiiuuniiMuiiuiiiiiiuiiiiuiNUiuiiiuitiiuinuiiiumumiiHn Morgen, Freitag, zum I Mal«: nie dreluktljce Operette Musik von liobert Stolz Erstkl Oeian.skr. Neue Bünnenausst üuiscnem 1-4 Personen PaiKeu»u pi. Pauieuu 1.— Mark. Sestei i�u Mark Cireus Busen •\b 4. April Uglich 8'� Uhr verleie Prosrami» anh Iniernatiana!« (iingköippic um Pen flfanaerpreu von Benin unter Aufsicht des J. R.V Preiaejo-l. läRlich 4— a Kämpte VoiKsblltine Tiuater in BOlowjlati SV» Uhr Androklus undderLdwe ralt Felix ßrr«sirt uod Otlo Wallburg Staat!. Sdiillu-Fatatei 8 Uhr Die endlose Straße IGR. SCHAUSPlELHAUSTäg'-Sttl {_ Nur roch 11* | Reiühardt-lni»2enierung| Am J. April- Lrtzt« Sonntee- nacfamitiaS' 3 Lhi Billige rreise der PUüze! Ib. jü> Mmiralspalast Italic»»V, uhi Kätie Dorscb Gustaf Grüüdgens Liselott* SaaaiaivijianUeamU nieiropoi-ineaier raglichVtz/, Uhr Curt Qöu in Zirkus Älmeß üperene von Curt Götz. Musik von Benaukr Restaurant Berlins