MofgenausgaVe �r. 152. 49.Iahrga;is) ün»oraog jaftllar, 3.97 M. einschließlich 60 1 f. ffiifij I davon 72■•ßt: v««tandsflionnement 8,66 R. rro Slene' Wr e:intltr>">>«rmoB'S- ' � judlatfjonpoco«5 M. Ter■Nirr�s* erscheint mochentas- Wt> jweiir'■ öonntags und Sftontans "lural":c Adendaueaebe Mr Bertt» und ir �9nocl mit dem Titel.Dee Lden''. Lünitrien« Lonntaa-beilagl .rZZol! und AeiN' Berliner VolSsvlatt Krettag t. Aptll 1932 Groß-Äerlin 10 Pf. ÄuswäriS 15 pf. Tie etttlp alt. aililXinicterj'ilcoO Tt. Neslainezeilc M.„iilelae»n- �cinea" das i�tigcdruckle Äorl 20 ltulässig zwei frtta-drucitoWorte>.jed�s meliere Wort lli Pf...'iaball lt. Tarif. Karte Uber lö Buchstaben zalilen sur »wei Körle. ArSeitt-ntartt Millimeter- teile.0 Fantiiienanzeigen Milli- inetcrjeil? Ist Ps. Anzeigenannahni« int Hauptgeschäft ilittdenstraße ii, mochentägiich uon S>/, bis>7 Ubr. ?er Verlag bestall sich dosdlecht der Bo- Ichnung lüchigenehnirrÄitj-igen vor! Jenteawvsan der SoziatdemoSvaiikchen Vavtti DeuttchlandS :>ievaktlon und Verlag: Berlin SW 68. Lmdenstr. 3 kieiiilpi. 2lö!ibo!s 7) 202—�97 Tclcgramm-Adr.: oOiialicmofiQt Berlin. VorwärtS-Verlaa G. m. b. H. ÜoltfdjfdtonlotSctlinSlöSB.—Banricnto: Banfstcr arbeitet. anflclteHten und Beaniien.Lwdenslr.J Dt B.u.Tlkc..Ecl., Dci!ositenr.,JeiiisaIeinerStr.S! L3. Die braune Schande. Ein englisches Llrieil.- Das darf Preußen nie erlebe«! Das beketnntc cnglijchc Blatt, der..Man- ch« st c r G u a r d i a n", veröffentlicht in seiner Miit- wochausgal'e einen Bericht seines nach Braun- schweig entsandten Berliner Korrespondenten F. A. Voigt, dessen«childerung über die Zustände in» tHcich des �»errn lllagges wir folgendes cntnelimcni .Lbgleiä) den?iaLis, wie dem Reichsbanner, das Unlsorm- trogen vorbaten ist, lausen jene in Braunschwetg d o ch i n ihren braunen Uniformen herum. Jeder motiviert irgendeme Un- regclmähigkeit— er geht z. B. ohne Mütze oder trägt einei? ge- möhnlichen Mantel— und aus diese Weise wird der 3iazi in Broun- schweig von der Polizei und von den Gerichten aus nicht als uniformiert betrachtet, so daß Schwärme von jungen Leuten, die man in Berlin iiitd München verhaften würde, in Braunschweig frei herumlaufen. Die Nazisturmtruppen, SA.-Männer, haben Quartiere, die sie wie Kasernen benutzen. Eines dieser Quartiere ist eine Villa in d c ni besten Viertel der Stadt. Sie haben auch Lostkrostwagen, in denen sie mit großer Geschwindigkeit hcrumrasen. lieber dem Kühler flattert die iialenkreuzfohne. Die Seiten der Lastautos find zum cherunlerkloppen, so daß die Insassen sofort hcruntersgringen lönnen. Wo eine wirkliche und angebliche.Unruhe herrscht, rasen die . c e* I- ♦»O'-v J» Ott. Tie«türmte Uppen springen herunter, Schläge mit slniippelu, Totschlägern, Schlagringen werde» von rechts und linl» ausgeteilt, ltlrme, die zur Selltit- vcrleidigung erhoben sind, werden gebrochen oder mit Striemen übersät und sich beugende Rücken und Schultern werden grün uui» blau geschlagen. Hin und wieder fallen auch S 6) ü s s e, und Messer werden gestoßen. In wenigen Minuten ist alle? vorbei. Die Nazis klettern in ihre Wagen zurück und sausen ab. Die ankommende Polizei findet einen Mann tot oder mehrere, die ohne Bewußtsein mit Gehirnerschüttc- rung daliegen. Andere wieder, die sich davonschleppen, die Hände über den durch Messerstiche verwundeten Leib gelegt, oder sie halten die Hände an den verwundeten Kopf, von dem das Blut auf das Pflaster tröpfelt. Die Verwundeten.sind manchmal Reichs- bannerleute, manchmal ist auch ein Kommunist dabei, manchmal sind es zufällig Vorübergehende. Sehr selten findet sich unter den Ver- wimdeten ein Nazimann. Niemals ist irgendeine wirkliche Ursache für solche Angriffe, niemals eine Unriche, mit der die Polizei nicht mit Leichtigkeit fertig werden könnte. Gewöhnlich war überhaupt keine Ursache für den Angriff, sondern nur eine Vortäuschung unter der Parole„Kameraden in Gefahr", die nur als Vormand für den U eberfall dient. Das Auto mit feiner Last von Halunken kann fast jeden Tag ge- sehen werden und man kann jeder zeit sich vor den Quartieren auf. halten, in denen die Siurmtruppen wohnen, essen, schlosen, Posten stehen, ihren Sold empfangen, kommen und gehen und in ihren braunen Uniformen, die angeblich keine sind, herumstehen. Nichts geschieht, um diesen Gemeinheiten Ginhalt zu gebieten. Die, die schuldig sind, andere schwer verletzt oder Mord begangen zu haben, sind seltsamerweise nie festzustellen und die Sturmtntppeit bleiben unbehelligt, ob sie in ihren Lastautos fahren oder sich in ihren Kasernen aufhallen. Würden die Kommunisten nur einen Bruchteil von dem tun, was sich die Nazis in Braunschweig erlauben, so würde die Strase eine sofortige und drastische sein. Uniformen, Lastautos und Ka- ferne würden über Nacht verschwinden... Heute habe ich ein Dutzend— nur ganz wenig unter sehr vielen— von denen ausgesucht, die im Lause des März von Nazis schwer verletzt worden sind. Es ist einfaches Arbeitsvolk, das mit keinem Streit gehabt und nie die geringste Provokation begangen hat. Die Mehrzahl der Ucbcrsällc in letzter Zeit ist nicht in der Stadt Braunschweig, sondern in den umliegenden ? ii r s« r» geschehen. In einem dieser Dörfer zum Beispiel gingen mehrere Monsier uiid Frauen nach emcr ZtifammüNkuiifl nach Hause. Es war dunkel, und plötzlich kam ein Lastauto heran. Gs gab fehrille Pfrifcnfignale und der ftriegsruf der Nazis ertönte: ,.SA. drauf, schlugt die Hunde tot?" usw.'Ä)ie LSilde teiktcu die Nazis Schläge unh Stiche aus. Sie trugen Blendlaternen, so dasi sie selbst gut sehe» konnten, aber schwer zu sehen waren. Ein alter Mann, mit dem ich' sprach, wurde auf den Kopf ge- schlagen und erhielt einen Messerstich in den Unterleib. Cr wurde bewußtlos und blutüberströmt ausgelesen. Es geschah gerade am Abend der Präsidentenwahl. Dex Verwundete ist imin»« noch Rckonoaleszem. bleich und sehr schwach. Sem Rock und seine Weste zeigen noch den Schlitz, wo das Messer durchgegangen ist. Seine Mütze ist mit geronnenem Blut bedeckt. Seine Frau war an diesem Abend bei ihm. Ein Licht, so erzählt sie, leuchtete mir plötzlich ins Gesicht. Sie hörte irgend jemand von dem Lastwagen herunterschreien:„Nicht auf die Frauen schlagen!" Aber trotzdem fielen die Hiebe auch auf sie. Sie hob ihre Arme, um ihr Gesicht zu schützen, und lies davon. Ihre Arme weisen noch immer die Striemen auf. Dorf um Dorf hörte und sah ich ähnliches. Bevor Herr KlaggcsimAmtwar.warensolcheDingeinBraiin- schweig unbekannt...., Drei Kandidaten. Oer Stimmzettel für den zweiten Wahlgang. In der Nacht vom Donnerstag zum Freitag ist die Frist für die Einreichung der Vorschläge für den zweiten Wahlgang der Präsi- dentenwahl beim Retchswohlleiter abgelaufen. Der Kandidat Winter bleibt uns erspart, er hat seinen Verzicht auf eine Kon- didatur nütgeteilt. Der amtliche Stimmzettel lautet diesmal: l'iindenburg— Hitler— Thälmann. Bei der Wohl gehört also �-smal das Kreuz ins erst« Feld. preisfenkung zu Ende. ?tur die Häifo der Lohnsenkungen ausgeglichen.— Dabei W rden Tarifverträge gekündigt! 2er Reickfsindey tttv Lebenshaltungskosten ist nach den Feststellungen des Statistischen Reiehäamts für de» Tutehschnilt dcf> Monats März mit 1LL.4 gegen 122,3 Prozent im Februar im wesentlichen unverändert ge- bliebca. Eine geringe Grhöhung der Grnährungsaus- gäbe-» wurde durch eine geringe Senkung der Ausgabe» für tZetleidung, Heizung, Beleuchtung und sonstigen Bedarf annähernd ausgeglichen. Ter Index für die Gr- nährungsllosten betrug im März 11-1,1, für Wohnung 121,5, für Heizt, und Beleuchtung l36,s>, für Beklei- dung 119,1 uiilj, für sonstigen Bedarf 166,7 Prozent. 11913 190.) Die Feststellung� des Statistischen Reichsamts zeigen, daß die in der Notverordnung vom 8. November angekündigte Preissenkung schon irn Monat'tzlärz ihr Ende erreicht hat. Der Preis- Kommissar Coe hat tatsächlich bereits im Februar seine die Preise und die Lö,h„, und Gehaltssenkung angleichende Tätigkeit b ee>lAet. Er ha.> Monat März an dem Niveau der Lebens- Haltungskosten nichts mehr verändert: es zeigt sich sogar eine gering- fügige Erhöhung der Lebenshaltungskosten. Danach ist als endgültiges Ergebnis der Lohn- und Preis- seukung festzustellen, daß die Löhne um durchschnittlich 11 bis 12, die Angestelltengehälter um durchschnittlich 12 P r o z. seit D c z c m b er gesenkt worden sind, diese Einkommensoerringerung aber nur um etwas Mehr als die Hälfte durch die Verbilligung der Lcbcnshaltungstostcn wettgemacht worden ist. Für die Gesamtwirtschast ist festzustellen, daß der Eintommensschwund, der im Dezember verordnet wurde, einen Kaujkrastschwund um mindestens die Hälfte herbeigeführt hat— die Arbeitslosenjisfern sind seitdem»och gestiegen— und daß dem E i n k o in m e n s s ch w u n d ein Arbeilsschwund gefolgt ist. Damit ist jene neue Lage gcschassen, von der der Reichskanzler in seinem Brief vom 12. Dezember gesprochen hat. Diese neue Lage bedeutet, daß die Reichsregierung nun Maßnahmen zu tressen hat, um dem eingetreteneu Einkommens- und Arbeits- schwund zu begegnen. Die Reichsregierung muß sich die Forderung gefallen lasse», daß das Einkommen der Arbeitenden erhöht werden muß, da es nicht in der Slbsicht der vierten Notverordnung liege» kannte— das stellt auch der Brief des Reichskanzlers fest—, die volkswirtschaftliche Gesamtlage durch die lltotvcrordnungsmaß- nahmen zu verschlechtern. Bor diesen Notwendigkeiten steht die Reichsregierung. Während also die Lesfcntlichkeit aus entsprechende Regieruitgsmaßuahmen zu warten ein Recht hat. passiert das Unglaubliche, daß v e r s ch i e- dene Zlrbeitgcbcrverbäiide nicht nur Manteltarise. son- der» auch L o h n t a r i f e kündigen mit der offenbaren Absicht, eine» neuen Druck aus die Löhne auszuüben. Der Reichs- a r b e i t s in i n i>1 e r hat das Mindeste an Pstichlerfüllung getan, wenn er sich kürzlich gegen jede weitere Lohnsenkung ausgesprochen hat. Der Versuch der Unternehmer aber, in der jetzigen Lage, nach dem volkswirtschaftlichen Fiasko der vierten Notverordnung, von neuem auf die Löhne zu drücken, ist eine unerhörte Provokation. Die Herren scheinen nicht zu wissen, daß sie mit dem Feuer spielen. Die Arbeiterschaft kann und wird sich neue Lohndruckoersuche nicht gefallen lassen. Möge die Reichsregierung rechtzeitig bedenken. daß sie Pflichten hat Ein Kührerleben. Gedenkwort an Kilippo Turati. Von Ocka Lerda-Olberg. 5m Exil ist er gestorben, aus Italien verbannt, für dessen Massen er gearbeitet und gelitten hat, ein Leben long. Filippo Turati ist gestorben, mährend die Schmach noch über Italien liegt, diese Schmach, die er so tief empfand wie ein glühendes Eisen in lebendigem Fleisch. Und all die vulka- nische Glut, die er dem Unrecht und der Gemeinheit ent- gcgenmars, oll der Reichtum seiner vielgestaltigen Persönlichkeit ist nun erloschen. Ungetröstet und unbezwungen ist er von uns gegangen, unser größter Führer, in das psodlofe Dunkel, unser größter Redner, in das ewige Schweigen... Es ist so namenlos bitter, dieses Sterben im Exil. dieses Sterben vor dem Sonnenaufgang, der ja kommen muß. Man kann nicht anders als hadern mit dem Schicksal, das ihn beim Kamps sein ließ und nicht beim Siege, sein Opfer annahm, aber den Segen zurückhielt. Wir sind nicht imstande, om Lager eines teuren Toten zu stehen, ohne besangen zu sein von seinem Einzelschicksal, ohne Groll zu empsinden über die Ungerechtigkeit, die dein gewaltigen Willen zum Guten keinen Lohn an Glück hat gönnen wollen. Ohne die Fäuste zu ballen gegen ein Schicksal, das Filippo Turati ein Stückchen Heimaterde verwehrte, um darauf zu sterben. Und doch gibt es keinen Toten, bei dem es sich weniger geziemte, gegen das Schicksal zu murren. Mag sich noch so viel Bitterkeit mischen in unsere Trauer um den Menschen Turati, mag die Liste des ihm auferlegten Leides noch io lang fein— der grausame Zwist innerhalb der Partei, die große Vereinsamung nach dem Tod seiner Lebensgesährtin, die unwürdige Bewachung, die ihn zur.Flucht ins Ausland zwang, die Einsamkeit des Exils, die alle Freundschaft nicht zu überbrücken vermochte, und über all dem die über Italien hereingebrochene Sintflut des Unrechts und der Knecht- schast—: es ist ein großes Führcrleben, dos zu Ende gegangen ist. Ueber den Toten hinweg, mit Augen, die uns die Tränen nicht verschleiern dürsen, mit einem Glauben, der stärker ist als der Schmerz der Trennung, wollen wir auf dieses sein Führertum blicken, aus diese Leuchte, die Turati hochgehalten hat und sterbend weitergab, so hoch gehalten, daß keine faschistische Niedertracht sie je verdunkeln wird. Wann denn, wenn nicht in den Weihe- stunden der großen Verluste, sollen wir das Tagesmaß des Einzelschicksals von uns werfen, unser kleines kurzsichtiges Ich, und die großen Linien der Geschichte sehen mit ihrem unaufhaltsamen Aufstieg zum Licht? Glaubt man denn wirk- lich, daß das Lebenswerk eines Turati, seine vierzig Jahre Arbeit unter den Massen, abgebrochen seien und zertreten unter der eisenbeschlogenen Ferse der Gemall? Von einer höheren Warte erscheinen sie' eingeordnet in die großen Linien, unverloren, unverlierbar. Und aus dieser höhe- ren Warte hat auch Turati gestanden, nicht der ver- einfamte, alternde Mann im Exil, nein, der Führer, dem sein Lebenswerk Heimat war. Seine Menschen- äugen haben dos gelobte Land des befreiten Italien nicht gesehen, aber scin Führergeist wird denen voranschreilen, die es erobern. Und so darf es uns nicht jammern, daß er nicht da fein wird in der StuiüZe des Triumphes: viele von uns werden nicht mehr da sein. Aber das, was ein jeder bei- getrogen hat, auf daß diese Stunde komme, das bleibt ihm als sein unverlierbarer Teil, als sein inniger Sieg, losgelöst von dem zeitlichen Nacheinander, in dem sich die Geschichte abrollt. Deshalb kann man als Sieger sterben im Exil, Ge- rechtigkeit erfahren im triumphierenden Unrecht, im geknechteten Heute frei sein in zukünftiger Freiheit. Turati ist aus einer durchaus bürgerlichen Umwelt zu unserer Bewegung gekommen. Er wurde 1857 als Sohn eines alten lombardischen Patrizicrgeschlechtes in Eanzo bei Eowo geboren. Sein Bater mar Präsekt, er studierte Rechts- Wissenschaft in Bologna und kam sehr jung in den Bannkreis der sozialistischen Ideen. Seine erste literarische Betätigung log aus dem Gebiet der Lprik. Er ist der Verfasser des italienischen Sozialisteninarsches. Zeitlebens war ein nieder- gehaltenes Künstlertum in ihm, das sich in den geschlissenen Edelsteinen seiner Prosa zeigte, an der er seilte und glättete, bis sie jene gebändigte Wucht aufwies, die in jedem Säß seine Autorschaft bezeugte. Aus dem Kongreß von Genua. wo im Jahre 1892 die italienische Partei durch die Trennung von den Bakunisten und Anarchisten begründet wurde, spielte er bereits eine führende Rolle. Bald darauf.wurde er als Parteivertreter in die Provinzialverwoltung von Mailand gewählt. Seit f89ö vertrat er einen Mailänder Wahlkreis im Parlament, dem er angehört hat, bis Italien aufhörte, «we Volksvertretung zu haben. Turati bat auch die wisien- schädliche �eitschrist des italienischen Sozialismus, die ..Leiric�->hcss-le" gegrüiidet und seit dem Jahre 1891 Ze- leitet, bis der Faschismus ihr Erscheinen unmöglich machte. In den langen Jahren seiner Parteiarbeit hat ihm Anna Kulifchoff,«ine russische Emigrantin, die in Italien Medizin studiert hatte, zur Seite gestanden. Sie. die lörperlich übcmacte Frau, die Jahre des Siechtums durchlebt Hot, war fnr Turoti im höchsten und edelsten Sinne des Wortes Holt und Stöste. Er mar ein äußerst nervöser, großen Stimmungsumschchgen vnterinorfener, komplizierter, unaus- geglichener Mensch, der ihre? treuen, hegenden Liebe, ihrem bsiimhe mütterlichen und ärztlichen Verständnis viel seiner Schaffenssreude und Schoffenstraft nerdankte. Selten waren wohl zwei Menschen einander so unentbehrlich, so sehr dazu berufen, einer im andern das Beste zu heben, wie Filippo Turatj und Anna Kulischofs. Im Jahre 1923 verlor er sie, und seitdem hörte man ihn oftnrals sogen:„Eigentlich bin ich ja schon tot." Es ist bekannt, daß Turati in der Partei stets der Führer des rechten Flügels war. In dieser seiner Stellung lag ein? große Tragik. Ihm ward das Schicksal, vorauszusehen, was er nicht wenden konnte. Jene Erziehungs- und Qrganisationsarbeit unter den Massen, die er als vornehmste Aufgabe der Partei stellte, hatte nicht den ideellen Schwung, den er ihr verleihen wollte. Sie verkümmerte ins Praktische, so daß ihr gerade die Arbeiterschjchten entgegentraten, die ihr den sozialistischen Gehalt hätten geben sollen. So kam es zu jenem traurigen Streit der„Tendenzen", der die Rechte zu weit nach rechts und die Linke zu weit nach links drängen sollte, und als dessen bittere Frucht die Unmöglichkeit erwuchs, im geschichtlich entscheidenden Moment die Regierung zu übernehmen. Die Kluft zwischen Revolutionären und Re- iormisten war mit so viel Mißtrauen, mit so viel lähmendem Argwohn gefüllt, daß die sozialistischen Führer, daß Filippo Turati selbst nicht den Mut finden konnten, das politisch Rich- tige zu tun, weil die hypnotisiert nach Rußland starrenden Massen unfähig waren, es zu verstehen, unwillig, es mit Opfern zu vertreten. Dann kam der Faschismus. Wer kann es je vergessen. mit welchem Abscheu Turati auf diese Schlammflut sah? „Nicht einmal bei den Hottentotten gibt es das�, sagte er, als 1922 jene Weihnachtsamnestie kam. die die Faschisten frei ließ und ihre Gegner im Zuchthaus behielt. Und von den icschistischcii Journalisten:„Wenn man sie Prostituierte nennt, so beleidigt ma» die Prostituierten." Als Matteotti ermordet wurde, brach es ans ihm hervor, heiß, leidenschaftlich: „Warum er, der jung war, jo viel tun konnte? Warum nicht ich, warum nicht ich?" Und dann rief er sie hinaus, in jener unsterblichen Todesklage um unfern Genossen, die Anklage gegen die Viörper. die man gclHxt hat, soweU die mensch- liche Sprach« hallt, den Fluch eines ganzen Volkes über ein Regime und den schluchzenden Schmerz der Witwe und der Waisen, der Freunde und Genossen. Auch ihm, auch Turati, trachtete man nach dem Leben. Er wußte es- Nicht darum ist er von Mailand fortgegangen. Der Ekel hat ihn vertrle- den. hat ihn, die Luft der Heimat verleidet. Anna Äulischosf war tot. Selbst vor ihrer Leiche hatten dl« Faschisten ihrer Pöbelhaitigkett und Roheit nicht Einhalt gebieten können. Turati tonnte keinen Schritt tun. ohne von Poliztsten be« glestet zu werden: sie kamen nachts, um zu fragen, ob«r im Bett läge, st« lasen seine Brief«, sie durchsuchten sein« Freundir So ging er ins Ausland. Spitzel können viel, aber Freundschaft kann mehr. Es fanden sich Männer, die ihn aus dem dichten Netz der Bewachung hinausführten, über das frei« Meer in freie Erde. Und da ist er uns nun gestorben. Unerreichbar für unsere Wort« des Dankes. Di« groß« unabgetragen« Dankes- schuld steht vor uns wie ein Vprwurf. Wir wissen aber, daß der ttalienischc Sozialismus diese Schuld von uns ein- fordern wird- Die Arbeiter Wiens haben ihm bei der Enthüllung der Matreotti-Tafel die letzt« begeisterte und glühende Massen- Huldigung dargebracht. Damals hat Turati selbst das Wort gesagt, dos et in Stolz und Demut in s« t n« Tafel eingegraben wissen wollte: Ich habe den Lauf pollendet, ich habe die Treue gehalten! Oer Dank vom braunen Hause. „Brutale Offenheit" gegen Hugenberg. Das Ersatzblatt für den„Angriff", die„National- p y st", schlägt auf Hilgenberg, weil er nicht die Parole für Hitler ausgegeben hat. Sie sagt ihm„mit brutaler Offenheit", wie sie von ihm denkt: „Es soll die Frag« ost'endlclben, wie Herx Hugen-berg. der noch mährend de- Krieges Diretlor bei de? Firma K-app, Elsen, mar. zu den M U l i c>>, e n gekommen ist, die doch unbedingt u:m Kauf des Hcherl-Berlages nötig waren. Bezog er ein derartiges Niesenaehalt, daß er Millionen zurücklegen konnte, und zwar in wenigen Jahren? Die Vermutung„Arlegsspcku- laut" liegt doch sehr nah«. Unberücksichtigt bleibe auch das ' a n d e r b-i re Verhalten den A u g u st S ch e r l s ch e n Erben gegenüber. In dem Konzern Hugenberg« sind ein« große Anzahl van Jud-n in leitenden Stellungen, und zwar nicht nur in der Filinabteiiung, der Ufa, sondern auch im Zeitungs- uerlage, und macht hier„nationale Politik". Der Konzern arbeitet auch mit Jude nb ankcn und hat da wohl bedeutende Perpflick), tungen. Hätte Herr Hugenberg. seiner nationalen Pflicht folgend, alz Parole für den zweiten Wahlgang„jede Stimme für Hitler" ausgegeben, jo würden die Judenbonten zweifelsohne den Konzern ihre Macht fühlen lassen, desgleichen mußte er mit der Eni- Ziehung der jüdischen Inserat« für„Lokal-An- z e i g e r",„T a g" u s w. r« ch n» n. Bekanntlich schämt sich Hugen- berg nicht, sogar die An z« i g e n de» Tschechen iß ata zu ver- osfrntlichim!(Held geht, über die Nation!) Dies« Konsequenz aus sich ZU nehmen, schreckte der hundertprozentige national« Herr Hugenberg zurück, trotzdem er einmal. in össentlicher Rsde anlätzlich des �oung- Kampies das starke Wort geprägt hatte, dann müssen' wir eben all« einmgl eine Zeit das Los des Proletariers auf UN? nehmen. Der Nationalsozialist H u g e n b e r g kapitulierte vor dem K a p i t a n st e ii Hugenberg." HälW Herr Hugenberg die Parole für Hitler ausgegeben, jo würde das Naziblatt ihn nicht enthüllt haben, vielmehr wäre alles, was es heute kritisiert, dann„nationale Tat" ge- wcfen! Die Freunde von g-vh?' rn sind einander wert! Ein Hiilsr-Manöver vereitelt Der Reichsinnenminisier gegen Umgehung der Noiverordnung. Die Hitler-Propaganda wollte für den zweiten Wablgang ZeUungs- und Flugblattpropaganda verbinden. Der Umfang der Nazizeitungen sollte herabgesetzt, dagegen die Auflage verzehnfacht werden Die erhöhte auslag« sollle gestern verbreitet werden. Ein Anfang ist mit der in Braunschweig ge- druckten„Hitler-Zeitung" gemacht worden, die in Wahrheit keine Zeitung ist. Die. Notverordnung sieht die Vorlegung von Flugblätiern vor de? zuständigen Behörde 24 Stunden vor der Äerbreitung vor. Die Rechnung der Hitler-Propaganda war, durch dies Manöver die Vorlegung zu umgehen,, um ungehindert die dreisteste Lügenpropaganda betreiben zu können— Jn- slationspanikerzeugung usw Der Oberpräsident von Hanno- per ist gegen die„Hitler-Zeimng" eingeschritten, er hat sie als nichtgsnehinigtes Flugblatt angesehen. Die NSDAP, hat dagegen Beschwerde beim Äeichslnnenminister eingelegt. Der Reichsinnenmjnister hat nun eine grundsätzliche Entscheidung gefällt. Er hat auf die Beschwerde der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei in der Angelegenheit der Verteilung nationalsozialistischer Zeitungen in vervielfachter Auflage fol- gende telegraphische Antwort gegeben und sie den Landesregierungen mit der B i t t c u m e n t- sprechende Veranlassung mitgeteitt: Von der NSDAP, in die Wege geleitete Verbreitung von Pro- pagandammimern der nationalsozialistischen Presse in inhaltlich beschränktem Umfange, aber in verdreifachter bis verzehnfachter Ans- tage ist' t versuchte Umgehung der verordnuuqen des Reichspröfidenieo vom 28. März lgZl und 17. Mörz tgZ2. da solche Nummern als Flugblätter auzusehen sind. Nagblqkk. ist ein durch Schrsft oder Druck oder dergleichen vcroiel- faltigtes Erzeugnis, dus geeignet und bestimmt ist, leicht und weit verbreitet zu werden. Dazu gehört geringer Umfang, Unentgeltlich- keit oder geringer Preis, große Auflage und die sich aus der Ge- staltung des Blattes ergebende Eigenschaft, daß es als Flugblatt gedacht und bestimmt ist. Auch einzelne Nummern einer periodischen Druckschrift können Flugblätter sein, wcuii sie nach Art eines solchen z. B. als Propagondanummem hergestellt und verbreitet werden, insbesondere werni sie von vornherein in Art ernc» selbständigen Weiwroerbreitung bestimmt und eingerichtet entspricht höchstrichterlichcr Rechtsprechung, vgl. Bayerisch- Oberste- Lanpesgencht 1. Juli 1926 in Bayerische Bcrwaltungsb�� 3. 4X3. vorgehen gegen derartige Uwgchungsvcrfuche Ist zu beanstanden. Aus Grund dieser Entscheidung teilt das Per.,,-/«n- lizeipräsidium mit:', ..Nach der Verordnung des Herrn Reichspräsidenten pß. litische Ausschreitungen vom 28. März 1S31 sind Plakate um» Flugblätter politischen Inhalts mindestens 24 Stunden ivr derVerbreitungder zuständigen Polizeibehörde Z u r K e n nt- nisnahme vorzulegen. Laut Presienachrichten beabsichtigt die Nationalsozialistische Partei diese Bestimmung dadurch zu umgehen, daß sie ihre Parteiblätter in oerllcinertem llmjang, aber drei- bis zehnfach verstärkter Auflage druckt und als..Flugschriften' unentgeltlich verbreitet. Diesem Umgehungsversuch kann schon aus Grund der gültigen Notoerordnung entgegengetreten werden, denn Flugblätter und Flugschriften sind keine Gegensätze. Als„Flugblätter" gelten nach der Rechtsprechung Druckschriften, die ihrer objektiven Beschaffenheit nach geeignet und bestimmt sind. leicht und weit verbreitet zu werden. Als Kriterten für eine solche Bestimmung sind insbesondere geringerer Umfang und Unentgelt- lichkeir oder geringerer Preis und größere Auflage anzusehen— also die Merkmale, die auf das Borhaben der Nationalsozialistischen Partei durchweg zutreffen. Wer Flugblätter politischen Inhalts der Lesfcnllichkeit zugänglich macht, die nicht mindestens 24 Stunden vorher der zuständigen Behörde zur Kenntnis vorgelegt worden sind, wird mit Gefängnis bis zu drei Monaten be- straft. Wer der Weisung seiner Parteiführer folgend derartige Druckschriften in irgendeiner Art— auch im Wege der sogenannten Hausprapoganda— öffentlich verbreitet, setzt sich der Gefahr strafrechtlicher Verfolgung, der Festnahme und der Vorführung vor den Schnellrichter aus." Das Manöver der NSDAP., das Herr Hitler in einem Aufruf an seine Partei groß angekündigt hat, ist durch die Entscheidung des Rcichsinncnministers unmöglich gemacht worden. Frankreichs Wahltage festgesetzt. 1. und S. Mai. Paris, 31. März. vi« Sammerwahlen sind durch Verordnung des Staats. Präsidenten endgültig auf den 1. und ö, Nat sestnefetzl worden. Ein Redaktsur des...Paris Mlb!" hat d!c Fahrer ser vr-t größten fraiizösischsn Parteien, H e r r i o t. Blum und Marin, um ihre Ansichten über die beporstekenden Kammerwahlen befragt. All« drei erklärten, daß die Wirtschaftskrise und der Friede die Plafttorm für Ihr« Wahlprovaganda bilden. Löon Blum sagt«, er»rwart« von den Wirkungen der Kris« auf vi« Masten und ihre Ausbeutung ebenso wie von d«r Kampagne für den„Frieden durch Abrüstung"«wen groh«n Wahlersolg für die sozialistisch« Partei. Die sozialistischen Kandidaten hätten ein ganzes Arsenal von Beweisen und Axgumeten zu ihrer Ver- fügung und würden davon ausgiebig Gebrauch machen. Di« Kam- pogni der Partei sei vor allem gegen das jetzig« sozial« Regime gerichtet. Es sei nicht die Ausgab« der Partei, da» Datum seiner endgültigen Zerstörung als politisches Regim« anzukündigen. Niemand könne in dieser Hinsicht Prophezeiungen wagen. Aber man könne jagen, daß es eben der Zerstörung des politischen Re- fiitrt&c, bas fnoirtfon TOegfmt) stphi' hio hörung dieses sozialen Regimes gebe. In dieser Hinsicht hätten die Sozialisten das Recht festzustellen, daß die ideologische und juristische Zerstörung diese» sozialen- Regime» dos nirfn mehr seinen eigentlichen Zweck erstUIe, bereit, zum größten?-'l vollbracht sei. Die sozialistischen Kandidaten würden nicht müde werden, dies mit den notwenidigon Beweisen zu wiederholen und die Wählerschaft für die sozialistisch« Dpktrin zu gewinnen Krauenwablrecht— aber ersi nach den Wahlen! Di« Kammer hat gestern mü 446 gegen 60 Stimmen einen Antrag des Dahlrechtsausichusses angenommen, der d>"i Frouen b.,s allgemeine Wahlrecht für die Wahlen nach 1333 verleiht. Vor den Landtagswahlen. Wahlbündvifse der bürgerlichen Parteien. Wie da» Nachrichtenbüro des Verein» Deutschor Zeitungsver- leger meldet, ist jetzt ein Wahlbündnis zwischen der Deutschen B o l k» p a r t e i und der W i r t s ch a f t s p a r t e i für die b a y e- r i sch e n Landtagswahlen abgeschlossen worden. In Bayern werden diese beiden Parteien gemeinsame Listen zur Landtagswahl aufstellen. Man nimmt an, daß die Verhandlungen zur Heran- Ziehung auch der S t a a t s p a r t e i und des E h r i st l i ch- l o- z i a l e n Voltsdienstes für die Liftengemeinschaft in Bayern fortgesetzt werden. Das bayerische Wahlrecht, das komplizierter ist als das preußische, macht die Verwertung der Reststimmen von der Er- langung eines Grundmandates abhängig, das aber nur erteilt wird, wenn der Faktor erreicht wrude, der nach der jeweiligen WaHlbeteili- gung bei jeder Wahl-festgesetzt wird. Die bayerischen Wahlrechts» Verhältnisse hatten z. B. bei den letzten LandtagswaHlen zur Folge, daß Wlrtschaftspartei und Volkspartei zwar ungefähr gleich viel Stimmen erhielten, daß es ober nur der Volkspartei möglich war, ein Grundwandat zu erlangen, mit dessen Hilf« sie die Reststimmen verwerten konnte, mährend die wirtschaftsparteilichen Stimmen mangels dieser Voraussetzung gänzlich ausfielen. Für die Neuwahlen zum Preußischen Landtag wird die Deutsche Volkspartet ihr« Landeslist« erst tn einigen Tagen veröffentlichen Sckon setzt ist aber bekannt, daß die DVP- auf ihrer Landesliste ihr Wahlbündnis mit der Volk, recht» partei für Aufwertung usw. dadurch dokumentiert, daß sie den beiden bisherigen Vertretern dieser Partei im Preuß. Landtag, Abgg. Pohl und Graf». Posadowsky» Wehner aussichtsreiche Plätze überläßt. Die Volksrechtpartei erhielt bei den letzten Preußenwahlen etwa 250000 Stimmen, von denen nach den Bestimmungen de« preußischen Wahlgesetzes ISO 000 unverwertet blieben, die man durch die Listeuverbindung zu retten hofft. Die Volksrechtpartei wird ihre Stimmen auch dann verwerten können, wenn sie in keinem Wahl- kreis« ein Mandat erringt. Es genügt nämlich nach dem preußischen Wahlrecht, daß sie erklärt, sie wünsche chre Reststimmen auf der Landeoliste der DVP. mitzuverwerten. Mpublikaner für Hindenburg. Aufruf zum zweiten Wahlgang. Das Kartell der Republikanischen Verbände DeptWand» hat folgenden Aufruf erlassen: Auf zum Endsieg! Die Femd« der Demokratie sind grschlagenl Eine Schlacht ist gewonnen. Jetzt muß der Sieg errungen werden! I« gewaltiger Hindenburgs Sieg, um so gesicherter Deutschlands Zukunft! In unserem Lager ist Deutschland!'Alle stimmen am 10. April für Hindenbura' Acht Deutsche im MemeUand verhastet. Wegen paßvergehcutl. K a« u o, 31. Marz. 3m 1I!em«lgebi«t sind acht Reichsdeutsche verhaftet worden, dt« sich aus Grund eine, Srenzpasslerfcheinr» dort in den Osleriagen aufgehalten hallen. Zu ihrer Verhaftung- wird von der Direktion der litauischen Kriminalpolizei in Kowno folgendes mitgeteill: Kurz vor den Lster- feiertagen sind acht junge Leute aus Deutschland mit Grenz- Passierscheinen nach dem Memelgebiet gekommen und haben sich dort vier bis fünf Tage lang, ohne sich bei den Ortsbchörden an- zumelden, aufgehalten, was im Widerspruch zw den Bestimmungen steht. Außerdem haben einige von ihnen die auf Grund der Bc- stimmungen für den kleinen Grenzverkehr gezogene 1l)-Kllometsr- Zon« überschritten. Erst bei ihrer Rückkehr wurden diese lieber- schreitungen der Bestimmungen festgestellt. Die Grenzpolizei ver- haftet« die jungen Leute und übergab sie noch Verhör den örtlichen Amtsrichtern, so daß jetzt die Behörden der Z e n t ra l r e g> e r u n g mit ihnen nichts mehr zu tun haben. Wie ein« Kownoer Zeitung meldet, ftat dos Bürgerichutzdeparte- ment«ine Verordnung erlassen, wonach eine v« r sch är s te K o u- trolle an den Grenzülchrgängen im Memelaediet durchg'ind e werden soll. Personen, die aus Grenzpassisrscheinen stach Litauen kommen, die 10-Kilometer-Zane überschreiten oder sich ohn- Meldung länger als fünf.Tage im M«!nelgebiet-aushallen werden mit 1000<011 Geldstrafe oder zwei Monaten Arrest bestrail. Dies«.Verordnung ist daraus zurückzuführen, daß. ongo�ich m letzter Zeit zahlreiche Reichsdeutsche Ins Memelgebiet gekovrmen feien um- dort gastierten. Solche Verhaftungen, im gegenwärtigen Zcüpunkt gespannter Bezieliungeii zwischen Deutschland und Litauen muten stark, wie Provokationen au. Die. litauische Regierv�Z liptte es not ir- lich jederzeit in. der Hand, den Zwischcnsall beizuft.gen und de� Befehl zur Freilassung zu erteilen. Daß sie es nicht tut und sich tabe�i hilster Kompetenzöorwänden verschanzt, zeigt m>r ZU deutlick� daß sie eine Entspannung nicht wünscht/ Das ist ein fr?tw>ho"es das sich eines Tages an ihr rächen könnte. Die Verhandlungen zwischen Ehiacsm u.� öapaaecn vor Schanghai über die Bedingungen des Wasfenstill tandes haben noch immer zu keinem Ergebnis oeführt..Die Ch.n«!°n wewern sich, über etwas andere» al? den Wasfenstllksich� Zu verhandeln. mährend die Japaner ihr- Truppen nicht zuru-HV-n wollen, ohne die Zusicherung erhalten zu haben, daß die«-iihapamsche.mjm- ganda, um derentwillen sie den Feldzug ,int«riiemmen Häven,«in- g-stellt wird. Die beiderseitigen Slreutrafte n�en sich am den Wiederbeginn der Kämpfe gewßt und haben b-, est- Schutzengraben ausgehoben. Der Tod in der Politik. Zur Frage der Verjüngung der Parlamente. Von Paul Lobe. Die Goeche-GedenNeisr in Weimar fiiljrte eine große Anzahl leitender Polit'.t-r Deutschlands für kurze Zeit an die Tagungsstitte der Deutschen Nationalversammlung, in die Räume, in denen vor dreizehn Jahren die Verfassung der Republik geschmiedet und die schmerzlichen Berhai.'Slungen um die Unterwerfung unter dos Friedensdiktat gesÄ" wurden. Aus der Bichnei auf der jetzt die unsterblichen We�e des größten deutschen Dichters chre Auferstehimg -eierten, ooreielgte der Präsident der Nationalversammlung F ehren back! den ersten Präsidenten der deutschen Republik Friedrich Cb.-rt. Beide sind seitdem dahingegangen, mit ihnen der ehemalige LltersprSfldent P f a n n k u ch, der Vorgänger Fehren- l ich?, Dr. David, die Vizepräsidenten chaußmann von der Demokratischen und D i e t r i ch lPrenzlau) von der Deutschnationalen Partei, die damaligen Schriftführer Marimilian Pfeiffer vom Zentrum, Reumann-chofer von den Demokraten. Richard� Fischer von den Sozialdemokraten. M a l k e w i tz von den Deutsch- nationalen— alle, alle sind tot. Aber auch in den Reihen der Parteiführer und bekannten Poli- t-ter von links nach rechts hat der Tod in diesen dreizehn Jahren unheimliche Ernte gehalten, und viele von denen, die damals an der neuen Verfassung mitgewirkt haben, deckt heute der Rasen, ebenso wie den Schöpfer des ersten Entwurfs, chugo P r e u ß. Auf den Hanken der Unabhängigen Sozialdemokratischen Partei saßen damals der spätere Alterspräsident Back, neben ihm chugo chaase. W« r in. Eichhorn. Seger. Zubeil und Frau Zietz. die seitdem dahingegangen sind. Aus der anderen«eite des«aales waren es die Charakterköpfe des ehemaligen Aabinettschefs Dr. v. Delbrück, der berühmte Jurist Dr. Düringer aus Baden, der Landbundführer von an- derem Schlag Dr. Roesicke, Frau Margarete Behm und Dr. Semmler, die � ihren Parteifreunden Dietrich und M a l k e w i tz ins Grab gefolgt sind. Besonders reiche Ernte hat der Tod seitdem in der Zentrums- Partei und bei den Sozialdemokraten gehalten. Das Zentrum verlor außer den oben schon erwähnten Führern nicht nur seine„Eis- heiligen" Gröber, Spahn und Gerold(der später auch ein- mal Alterspräsident war) und den sozialpolitischen Kaplan 5) i tz e. londern mußte auch viele andere Führer hingeben.' Wir nennen nur T-rimborn, Burlage, Crzberger. Müller(Fulda), Mayer(Schwaben), Brentano di Tremezzo. Nacken und Frau Dransfeld, dazu den bekannten bayerischen Geistlichen Liborius Gersten berger. Nicht minder groß ist die Zahl der Sozialdemokraten, die damals auf den Bänken der Nationalversammlung saßen und heute für immer aus den Sorgen, des Landes ausgeschieden sind. Neben Ebert, D a v i d ,. P f a n n k u ch und Fischer, die wir schon erwähnten. Müller(Franken). Adolf Braun, der Bergarbeiter H u e, die Gewerkschaftsführer Legten und S i l b e r s ch m i d t, d-.r alte M o l k e n b u h r, der Hamburger Stalten, Dr. O u a r ck '(»> Dr. 2 u e s s e l, die in der Derfassungslommission mitarbeiteten, ls a e n g e r aus Bayern.(Beck aus Baden, ch o f m a n n aus der Pfalz, P i n k a u aus Sachsen. B e i m s aus Magdeburg. Giebel, Hörsten, Frau L o d a h l und Liesbeth Röhl. c-tc vlaatsparre« yar auey ncoen zzallMmummyre FffiT'.'er Dr. Payer und v. Naumann und Ludwig chaas sowie den Mlen Bahr, die damals recht Lerne Bolkspartel chren Frakllogs- qorsttzenoen che.rnzs.und spoteyrS t? As, A? a n Valoren.. Mr: fchlreßen sich dann di« Männer an, dt« aus der Politik in die Dip!o- matte hinübergewechselt haben; Graf Brockdorf-Rantzau. der -n Weimar alz Außenminister saß, Raufeber, der Preifechef, Adolf Äöster. der Abgeordnete für Schleswig-cholstem. Schon dies« Liste der Toten würde für die Erneuerung des Parlaments und seiner Führer reichlich Anlaß gegeben haben. Wer das Schlagwort von der Ueberalterung und der notwendigen Der- jüngung des Parlaments ist überhaupt bei näherem Zusehen recht oberflächlich. Es gibt im gegenwärtigen Deutschen Reichstag unter 577 Abgeordneten überhaupt nur 53. die über sechzig Jahre alt sind. und unter ihnen nur noch sechs, die das 73. Lebensjahr überschritten bähen, dagegen 167 Abgeordnete unter 43 und 171 zwischen 43 und 53 Jahren. Nehmen wir aber als Maßstab die Mandatsdauer, von der ja die politische..Verjüngung" des Parlaments noch mehr abhängt. dann ergibt sich, daß unter fast 633 Abgeordneten nur 87(!) vor- Händen sind, die schon dem Borkriegsreichstog angehörten, wogegen '-!36 erst nach dem Jahre 1926 Ins Parlament eingetreten sind! Wie die Verhandlungen zeigen, macht sich hier schon eher das Gegenteil, nämlich die Ilnerfahrenheit in Sachen parlamentarischer Beratungen und Gesittung, manchmal recht unangenehm bemerkbar.. Die llebersicht zeigt, daß die Parteien' nicht nur ihre Senioren, sondern unzählige Führer in dem besten Mannesalter haben hergeben müssen. Der Schützengrabenirieg der Politik hat in den letzten dreizehn Jahren unter seinen Kon-chattanten nicht weniger Opfer gefordert als der Weltkrieg unter den Frontsoldaten. Er beweist auch, wie un- berechtigt die Redensarten von den„sicheren und ruhigen Pfründen" find, die man manchmal gegenüber den Politikern hört. Der Einiger Hugenberg. l.KnädUDc! Die ernste Lage der Donaustaaten. VöZkerbllndSrak zum 12. April einberufen. Genf. 31. März. Ter Generalselretär des Völkerbundes Halle nach Nücksprao� dem Präsidenten des Bölterbuirdsratea den Ratz Ujn 12. Aprileinherufen. Ter Befehlu,; geht auf Ken Verirht des Finanzansschnsscs des Völker- bundas zurück!, j,sm rtuf die außcrordcntlirh crn'ftc Finanzi�gx der Tonanstaatcn hingewiesen wird. Mittwoch Kouferenzbeginn in London. Baris. 81. März. sEigcnbericht.) Dos fpanzöfischc Auswärtige ym((cill mit, daß zwischen der sraniösischeu und der englischen Regierung entsprechend der Ende uoriger Dache von englischer Seile gemachten Anregung verein- dort worden ist, die viermächtekonferenz zur Prüfung des Donaubuiidprosekl» In der nächsten wache nach Dondon -inzuberufen. Die englische Regiceung werde die ossiziellc» Sin- laduugea sofort au die bclciligten Mächte absenden. Frankreich werde aus der Sonfereuz, falls Tardieu von Paris nicht abkömmlich sei. durch Zinanzminisker Flandin verlretcn. Tie Viermächtekonferenz über das Dvnauprojekt wird, wie offiziell mitgeteilt wird, am M i t t y o ch m London beginnen. Sic kann nicht länger als bis Sonnabend dauern, da der englische Außennunister an diesem Tage nach Genf abreifen muß. Tardieu wird seinen am Sonntagabend beginnenden Besuch nicht bis zur Konferenz ausdehnen. Cr läßt als französischen Vertreter Finanz- minister Flandm tu London zurück. „So kommt doch endlich in meine komfortable Harzburg!" Spanien und Deutschland. Aniriiisaudienz des neuen spanischen Boffchasters beim Reichspräsidenten. Gefierii hat der neue Botschafter der spanischen Republik Luis A r a q n i st a i n y Q u e o e d o sein Be�laubigungs- schreiben dem Reichspräsidenten von Hindenburg in feierlicher Antrittsaudienz überreicht. Die Ansprache, die er bei dieser Gelegenheit an das deutsche Staatsoberhaupt gerichtet hat, verdient im Gegensatz zu den meisten derartigen Reden uussührlich wiedergegeben zu werden, denn sie unterscheidet sich durch Ton und Inhalt wesentlich von den konventionellen und nichtssagenden Reden. die bei solchen Gelegenheiten gehalten zu werden pflegen. Der Botschafter führte u. a. aus: „Das Neue Spanien, das ich zu vertreten die Ehre habe, besitzt ganz besondere Gründe zur Freundschaft und Er- kenntlichkeit Deutschland gegenüber. Ich beziehe mich dabei nicht nur aus die ausgezeichneten kulturellen und Aandelsbeziehunzen, Ki» beiden Landern bestehen, und für deren Aufrechterhaltung und-irnifnc frrfim BrmttYNNglm rinfetzin werde. Ich beziehe mich auch auf andere weniger greifbare und weniger bet-annte Beziehungen.,... B e h c i m n 1 s v o l l« geistige Ei n flu ff« haben dazu«• führt, daß die im Jahre 1873 ausgerufene erste Spanische Ae- publik das Werk einer Gruppe von Denkern war. die aus einer gewissen entlegenen Strömung deutscher Philo- s o p h i e heraus den ethischen Antrieb für ihre politische Aktion empfingen..-.,. � Auch in der Republik von tS81 sind die Spuren Zhrer Sultur deutlich erkennbar, und zwar nicht nur In der geistigen Bildung vieler Männer, die heute die Spanische Republik leiten, sondern sogar in der Versastung. die wir kürzlich oerkündeten und für die wir fruchtbare Anregung in Zhrer Weimarer Verfassung fanden, ganz besmiders bei dem großen politischen Problem. einen organischen Ausgleich zwischen den geschichtlich nicht immer zu vereinbarenden Grundsätzen von Freiheit und?lulorität und von Demokratie und praktischer Wirksamkeit zu finden. Diese Einslüsse. Herr Präsident, dürfen nicht als Erscheinung bloßer Nachahmung betrachtet werden. Denn gerade die kul- turellen und staatspalitischen Notwendigkeiten dieser spanischen Wiedergeburt sind es. die sich mit jenem Typus des m o- dernen Staates decken, der im Gegensatz zun« klassischen liberalen Staat hier in Deutschland in der zweiten Hälfte des 13. Jahr- Hunderts aufkommt, und dessen wesentlich«'Funktion darin besteht, in die soziale Entwicklung mit dem Ziele einer Unterordnung der individuellen Zniiiotive unter das Gemeinwohl einzugreisen. Trotz gewisser landläufiger Ansichten über den angeblichen spani- schen Individualismus steht dieser Typus des neuen Staates, der sich in verschiedenen Formen über die ganze Welt ausbreitet und den Vorrang der Interessen der A l l g e m e i n h c i t vor den Interessen des einzelnen darstellt, mit der grundsätzlich ethischen Natur des spaiüjcheu Charakters im Einklang und bildet ein starkes ideelles Land zwischen beiden Völkern. Ein solches Band erhoffen wir auch von der Aktion beider Staaten, im Rahinen»njerer nationalen Eigenheiten, auf tnter- nationalem Gebiet, lieber feine Grenzen hinaus hat Spanien keine anderen Ambitionen als die. bescheiden aber mit Begeistcrung an der Erhallung und Größe dieses wunderbaren und zarten werke» so vieler Zahrhundcrte der Zivilisialio», wie e» Europa darstellt, dessen einer Eckstein Dculschland ist. und zwar unter aufrichtiger Mitwirkung an der internationalen Organisation eines gesicherten und gerechten Friedens milzuarbeiten. Hierzu verpflichtet uns die spanische Verfassung, als sie doch die Grundsätze des V ö l k e r b u n d p a k t e s in sich aufgenomyien hyt. Weiter wollen wir zu einer interna tio- n a I e n Rationalisierung der Wirtschaft gelangen, um durch eine gemeinsame Aktion das entsetzliche und allgemeine Pro« blem der Zlrbeitslosigkeit zu lösen und viele Ursachen der Gegnerschajt unter den Völkern zu beseitigen. In der Ueberzeugung, daß sich viele nationale Schwierigkeiten nur auf internationalem Wege überwinden lassen, hegen wir, Herr Präsident, die Hoffnung, bei dieser Ausgabe dir wertvolle Unterstützung Ihrer Regierung zu finden. Und setzt wollen Euer Exzellenz mir einige versonliche Worte gestatten. Zu Beginn dieses Jahrhunderts gab es auch in meinem Lande eine Sturm- und Drangperiode, wo sich ein Teil unserer.intellektuellen Generationen über Europa zerstreute und d'e Rettung Spaniens in der Erneuerung unserer Kultur und unsere r Technik suchte. Ich hatte damals, gerade vor 20 Jahren, das Glück, einer jener Pilger des Wisiens zu fein, die n a ch Deutschland kamen. um dos idccllc Rüstzeug zu erwerben, dessen wir zur Am- gestaltung unseres Landes bedursten. Aus jener bereits weit zurückliegenden Zeit bewahre ich eine un- auslöschiiche Erinnerung ebenso sehr wegen der herzlichen Gast- sreundschaft, die mir hier mteil wurde, wie auch wegen des tief- greifenden Einflusses, den Ihre Kultur auf die Bildung meines Geistes ausübte. Bei meiner Wiederkehr komme ich denn also nicht als Fremd er, sondern als alter Freund. der niemals im Wandel der Zeiten und der Geschichte vergessen hat, was er alles selbst und ebenso das neue Spanien diesem her- vorragenden Lande schuldet." In der Erwiderung des Reichspräsidenten heißt es: „Enge frouudjchaftiiche Beziehungen nerbfnden Deutschland und' Spanien seit langen Jahren: sie haben sich auf politischem. kulturellem und wirtschaftlichem Gebiete zum Nutzen und Vorteil unserer beiden Länder lange Zeit hindurch auswirken können. iWfchlaill» hat die Gesinnung der GerechUgkKt und der Achtung, die ihm Spanien m der schweren Zeit des Weltkriegs und der Rachkrwgszeü entgegengebracht bat. ftet-s dankbar empfluiden. Äch bin gewitzt Latz Heist.'Ott. gMyMg«» Achtung und Freundschaft auch lir der Zu t unft dre- Besteh ungen der beiden Staaten beherrschen wird, und hoffe zuversichtlich, daß so verbunden das deutsche und spanlsche Voll dem gsmeinsameu Ziele der!> am Don- nerstagvormitiog nach longer Krankheit im Aller von 13 Jabren.in Bern gestorben. Sota! hotte an allen Arbeiten des Völker- bundes fett-dessen Gründung persönlichen Anteil. Als Mitglied des Verwaltungsraies des Interna üonalen Arbeitsamts hat er stets für die Interessen der Arbeiter große? Verständnis gehabt. Oft wußte er sich selbst gegen die Oberstenregierung-in Warschau purchmsetzeii. Die 1ö. Tntemattpnalt Arbestitoiiferenz 1U31 wählte ihn einstimmig zu ihrem' Präsidenten. Die A r b e i t e r v e r f r e t e r erktärten damals ausdrücklich, daß sie für die Person n»d nicht für das Land, da« Sokal oertrete, stimmten. Parteiarbeit und parteierfolge. Zum Bezirksparteitag der Berliner Sozialdemokratie. Als ansehnlicher Band liegt den Delegierten des B e r- liner Bezlrksparteltags. der am Sonnabend und Sonntag im Sitzungssaal des preuhischen Staatsrats lagt, der Bericht des Bezirksvorstandes sür 1931 vor. „Bepackt mit Sorgen aller Art, trat das Proletariat ohne jede Hoffnung auf Besserung feiner Lage in das Jahr 1931. Die größten Befürchtungen nahinen praktische Gestalt an. und alle Voraussagen der Pessimisten wurden überboten." So beginnt der Vorsitzende, Genosse Franz jlünstler, in einem Vorwort den Geschastsbericht. Doch wenige Zeilen später konstatiert er: In allen Kämpfen gegen Faschismus und Bolschewismus, gegen die Schwierigkeiten in Reich, Ländern und Gemeinden, gegen die erschreckende Arbeitslosigkeit und nicht zuletzt um außenpolitische Fragen ist es in erster Linie die Sozialdemokratische Partei gewesen, die Deutschland vor dem Ghaos gerettet hat. Alle Angriffe der Gegner, über deren Zahl sich die Partei wirklich nicht beklagen konnte, haben nicht vermocht, das Gefügc der Organisation auch nur vorübergehend zu erschüttern. Das soll uns eine andere Partei, heiße sie wie sie wolle, nachmachen: In diesem ttrisenjahr erster Ordnung hat die Ber- liner Sozialdemokratie um liLZ!> Mitglieder zu- geirommen. Berechnet nach den umgesetzten Beitrogsmarken waren am Ende 1939 91 349, Ende l931 dagegen 97 588 Mitglieder vorhanden. Gegenwärtig dürfte das erste Hunderttausend bereits überschritten sein. 68 465 Männer und 29 123 Frauen sind organisatorisch von der Partei ersaht. Wie im Vorjahre, so gaben auch im Berichtsjahr die Partei- genossen den Beweis für echte proletarische Solidarität, indem von den 21 317 erwerbslosen Mitgliedern 9000, die schon mehrere Jahre erwerbslos sind, mit 90 000 Mark unterstützt wurden. Dm Bericht über die Arbeil im Reichslog wird gesagt, daß sich das Schwergewicht der parlamentarischen Tätigkeit in die Ausschüsse verlegt hat. Für ernsthafte, eingehende und erschöpfende Beratung ist das Plenum nach der Obstruktion der„nationalen Opposition" nicht brauchbar. Daher war auch das Jahr 1931 das Jahr der Notverordnungen. Immer wieder ging es um die Entscheidung, ob der Faschismus dadurch an die Macht im Staate kommen sollte, daß die Sozialdemokratische Partei das Kabinett Brüning stürze. Die Politik in Preußen stand im Zeichen des Kampfes der Opposition, die von den Nationalsozialisten bis zu den Kommunisten reicht, gegen das Kabinett Braun-Severing. Bis auf "2 Mißtraucnsanträge hat es die Opposition im Laufe der Legis- laturperiode gebracht, die aber alle nicht vermochten, die Arbeit der Regierung und der Koalition zu beeinträchtigen. Die geleistete Arbeit zum Wohle des arbeitenden Volkes hat im Verein mit der unbeugsamen Entschlossenheit der Genossen die stolze Zuversicht, daß in Preußen das Bollwerk deutscher Demokratie erhalten bleibt. Die Arbeit im Berliner Stadtparlamenl stand im Zeichen der neuen Stodtoerfassung und— der Not. Nach langen Beratungen im Landtag trat für Berlin schließlich das„Gesetz über die vorläufige Regelung verschiedener Punkte des Gemeindeverfassungsrcchts für die Reichshauptstadt" in Kraft, das keineswegs als erschöpfend und befriedigend anzusehen ist. Das wichtigste Projekt, das die Stadt- verordneten zu behandeln hatten, war der Verkaut der Berliner Elektrizitätswerke gegen Gewährung eines Zwischenkredits von 73 Millionen Mark an eine gemeinwirtschastliche„Berliner Kraft- und Licht-A.-G". Das Jahr 1931 brachte auch die Neuwahlen zuin Magistrat, die durch das Ausscheiden der Bürgernreister und einer ganzen Anzahl von Stadträten notwendig wurden. Die Sozial- demotratie hat in dein neuen Magistrat den Bürgermeister Lange, den Kämmerer A s ch und weitere sechs Stadträte, so daß von 18 Magistratsmitgliedcm acht unserer Partei angehören. Obwohl diese Zusammensetzung den Ansprüchen der arbeitenden Bevölkerung durchaus noch nicht entspricht, so ist doch sestzustellen, daß die Zahl der Magistratsmitglieder über den Rahmen der parla- mentarischen Vertretung der Sozialdenwkratic im Stadtparlament (65 von 225) hinausgeht. Sie zeigt aber auch, was es mit dem Gerede vom„roten Magistrat" auf sich hat. Die sozialdemokratische Fraktion hat sich bei der Beratung und Verabschiedung des Stadt- Haushalts sowohl wie auch bei Anträgen und Vorlagen vor keiner Verantwortung gedrückt und sich damit aus der Linie gehalten, auf der sich die Gesamtpolitik der Partei bewegt. In der Frauenbewegung wurde die polnische Agitation gegen die Recht�caktion und gegen die Zersetzungsarbeit der Konununiften geführt. In 1099 Veranstaltungen. teils interner, teils öffentlicher Natur, kamen die Frauen zusammen: dabei wurden während der Werbewoche über 2000 Neuaufnahmen gemacht, gewiß ein gutes Zeichen für die Zug- traft sozialdemokratischer Ideen bei den Fraucir. Das Hauptaugen- merk wurde in der Agitation sowohl als auch bei den Mitglieder- Zusammenkünften auf die Behandlung folgender Themen gelegt: Gegen Krieg und Bürgerkrieg, Das Recht der Frau auf Arbeit, Kampf dem§ 218, Internationale Fragen. Unterstützt wurden die Veranstaltungen durch Lichtbilder und Fllme: es wurden Führungen, Besichtigungen, Kurse abgehalten, an denen die Frauen sich sehr zahlreich beteiligten. Den Höhepunkt der Arbeit sozialdemo- kratischcr Frauen im Bezirksverband bildeten die Kundgebungen zum Internationalen Frauentag, dann die Versammlung:„Im Kampf gegen den Faschismus" und die Kundgebung„Frauen im Kampf gegen die Not". Ein Gebiet, auf dem die Frauen besonders tätig sind, ist die Arbeiterwohifahrt und der Kinderschuh. Tüc Tätigkeit der 5609 Funktionäre wurde von den bürgerlichen Mitglieder» der Bezirkswintcrhilfcn immer wieder anerkannt. Dos ist um so bemerkenswerter, als viele dieser freiwilligen Helferinnen und Helfer selber bei unzureichender Ernährung und Kleidung stundenlang Dienst taten. In den LLohlfahrtskomnlissioncn arbeiten 414» Weib- liehe und männlichc Parteigenossen. Zu der sozialen Hilfstätigkeit zählen auch die Soziale Gerichts- Hilfe und die G e f ä n g n i s f ü r s o r g c. Im Rahmen der Wintcrhllfe wurden 136 744,50 Mark in Ernährungsgutscheincn ausgegeben. Der Wert dieser Arbeit liegt besonders darin, daß die Hilfsbedürftigen sich an Klassengeiwsseu wenden können und nicht an Personen und Stellen, die ihnen klasien- und gesinnungsmähig fern stehen. Immer wieder wurden die Helfer in Kursen geschult. Ztini Geschäftsbereich der Bezirks-Arbciterwohlfahrt gehört auch die Be&waltung des August-Bebel- Kinderheims in Gohrisch und der Hort der Arbeiterwohifahrt in der Danziger Straße, von denen das erstere mit erheblichen Schwierigkeiten zu kämpfen hatte. Den durch die Not der Zeit stark in Mitleidenschaft gezogenen Kindern ein Helfer zu sein, ist die gegenwärtige.Hauptaufgabe der Kinderfreundebewequng. Aus pädagogischen Gründen sind die Kinder in Altersstufen ein- geteilt; im ganzen bestehen 218 Gruppen mit 4161 Kindern, das sind 30 Gruppen und 369 Kinder mehr als im Vorjahre. 3688 Eltern sind in der Erzichungsgemeinschaft zusammengefaßt, ein« arbcits- frahe Helferschast hält alles zusammen. Große Schwierigkeilen brachte die. Abhaltung der Ferienlager, irrcil östrntUchc Mittet fast ganz fortfielen; trotzdem gelang die Kinderrepublik Lübecker Bucht und das Ncstfalkcnlager Blankensee. Eine große Zahl anderer Beranstaltungeu.fand stet».eine Riesenbeteiligung. Es ist beste Arbeit am„Bauoolk. der neuen Zeit", die die Kinder- freunde leisten. Ueber die Sozialistische Arbeiterjuaend haben wir erst anläßlich der Generalversammlung der SAD. ein- gehend berichtet, daß in 112 Abteilungen 3463 Mitglieder vorhanden sink?. Auch hier wie in allen ilntcrorganisationen der Partei trotz der Schwere der Zeit ständiger Aufstieg, der auch den Verlust durch die Absplitterung der Seydewitz-Gruppc bald wieder einholen wird. Große Arbeit im Interesse der Partei leistete das Betriebssekretanat. „Die verrückte Idee der Kommunisten, daß man erst die Sozial- demokratie als den Hauptfeind erledigen müsse, ehe man der Reaktion zu Leibe gehen kann, hat verursacht, daß viele Proletarier die wirkliche Gefahr, den Faschismus, übersehen", sagt der Bericht. Das ermutigte die Nazis zu ihrer Hincin-m-die-Betriebe-Aktion. To hatte die Betrieb'sagitatiou gegen zwei Fronte» zu. kämpfen. Der Bericht gibt dann eine Uebersicht über die Tätigkeit in den einzelnen Berufsgruppen: krtei gewinnt man ein Bild von der ungeheuren Arbeit, die in Ttusenden von Versammlungen geleistet wurde. In der B e a m t e n b e w e g n» g kämpfen unsere Geiwssen auf sehr schwierigem Posten. Doch überall sind in den Behörden Werbe- ausschüsse tätig, die auch achtbare Erfolge«zielten. Die Partei und die freien Gewerkschaften zu stärken, ist die Aufgabe und das Ziel der Betriebsagitation. Auf 20 Seiten erstattet das Bildungssekreiariak den Bericht über seine umfangreiche Tätigkeit. Es ist gelungen, trotz der materiellen Not systematische Schulungsarbeit zu leisten. Im Rahmen dieser Besprechung ist es unmöglich, auch nur annähend einen Ueberblick über die Kurse, Rundfunkhörabendc, Feiern Art. die künstlerische Tätigkeit der Schaufpieltruppen und des Sprechchors, die Wirksamkeit der Arbeiterbildungsschule, die übrigens das Fest ihres vierzigjährigen Bestehens beging, die Theatervorstellungen und die Filmabende zu geben. Soviel vi jedoch festgestellt, daß durch die Initiative des Bezurksausschusjes für sozialistische Bildungsarbeit die geistige und kulturelle Betreuung der Parteigenoffenschaft durchgeführt wurde. Die Vertreter der Arbeitersportler im Bezirksvorstand berichten über gute Zusammenarbeit mit den Parteiinstitutiouen. Das hat dazu geführt, daß die Arbeiiersportler bei allen größeren Veranstaltungen der Partei mitwirken und dabei durch die gestellte Musik und die Fahnendelegationcn stets lebhaften Beifall finden. Auf der Kartellgeneralversammlung im März l931 konnten 150 Vereine 28 880 Mitglieder angeben. Diese Zahl ist in- zwischen sehr stark gestiegen. „Nach der Bildung der Eisernen Front kommt dem Sportteil des„Vorwärts" eine besondere Bedeutung zu", sagt der Bericht der Pressekommission über die Sportfragc. Es liegt auch nicht in der Absäht der Kommission, durch unumgängliche Sparknaßnahmcn die Aufbauarbeit der Arbeitersportorgauisationen zu erschweren. Die Arbeitersporiler sind eben ein Faktor in der modernen Arbeiterbewegung geworden, mit dem ganz eipfach gerechnet werden muß. Der B e z i r k s m i e t e r a u s s ch u ß, der sich im Berichtsjahr besonders mit den Bestimmungen der verschiedenen Notverordnun- gen, die mit Wohnungs- und Wohnungsmietenfragcn in Zusammen- hang zu bringen sind, bcfaßic. Die Arbeit der S o z i a l i sti s ch e n Studentenschaft und schließlich die Organisationen, die ge- meinsam die Jugendweihen der Schulentlassenen arrangieren. sind im Bericht des Bezirksvcrbandes ausführlich bedacht. Jnter- effant sind dabei einige Zahlen von der wachsenden Beteiligung an den Jugendweihen. Während noch 1929 nur 6,92 Proz. der Schulentlassenen auf eine„Konfirmation" verzichteten, beteiligten sich im Berickstsjahre schon 13 Proz. an den Jugendweihen. Ins- gesamt nahmen 15 000 Personen an den Feiern teil. In einem besonderen Abschnitt dankt der Bezirksvorstand allen denen, die in treuer Mitarbeit zum Gelingen der Jahresarbeit bei- trugen. Dabei führt er neun Genossen namenllich auf, die die •sslorok« hfAihl- tVeif!N der Agitation ganz besonders eifrig befolgten. Hier muß auch eine-. Mannes gedacht werden, der ein halbes Menfchenaltcr im Dienste der Partei stand: Alex P a gels, der Kassierer des Bezlrksver- bandes, trat am l. Januar in den verdienten Ruhestand. Ihm widmet der Bericht ehrende Worte. Im ganzen gibt der Bericht des Bezirksvorstandes einen um- fassenden Rückblick auf die Parteiarbeit im vergangenen Jahr. Biel ist geleistet worden, viel bleibt noch zu tun. Ein schweres Jahr wird bei den P r e u ß e n w a h l c n eine Kraftprobe mit den Gegnern bringen, es wird aber auch die Geschlossenheit der Ber- liner Parte! finden, die, allen Anfeindungen zum Trotz, iüre.. Stärke und ihren erprobten Kampfeswillen da einsetzen wird, wo es gilt, für das Proletariat zu wirken. dl. J. tGewerkschaftlichee, stehe 2. Beilage.) Beraatworillch für Politik: Dirtor Schilf: Wirtschaft: S. Sli-gelhöf.'-: Ecwerkschastzüewegunz: S. Stciucr: lscuilleton: Dr. John Schikowski: Lvkeico und Sonftiaes: Fri« Sarstädt, Anzeigcn: Th. Glocke; sämtlrch in Berlin. Verlag: Borwarts-Verlag G. b. S.. Berlin. Druck: Vorwärts.Buckidrnckrr-i null Bcrlagsanftall Paul Eingcr ii. Co.. Berlin EW. es. Lindcnstroxe z. Hierzu z Beilagen. 4L «i»st Apfeisinen 3 i-i-t. E6 u. Kochäpfd... 2 ptund 0.25 Jaffa-Orangen.... 3 piund 0.72 Bananen........ 3 Pfund 0.85 Kaliforn. Tafeläpfcl. 3 Pfand 0.98 Wursi 38 Heusmather-Siiize pw Fleisch- u. Dampfwurst Pfand 0.68 Landleberwurst Pfand t.io 0.82 Mettwurst Braun»chw. Art Pfund 0.35 Wiener Würstchen. Pfand 0.88 Feine Leberwurst Pfd. t.20 0.98 Zervelatu. Salami Pfd. 1.10 0.98 I eewurst feine und grobe, Pfund 1.18 Zervelat LPettd. u. Filet wurst 1,25 Speck fett Pfd. 0.63 mager. Pfand 0.84 Schinkenspeck insmdicn, Pfand 1.20 Nu6schinkencaj-3P(d.sdiw..P(d, 1.38 Käse 15, Ramadou.. pwnd Camembert vollfeit. Halbmond 0.20 Limburgerkäse.oui.o.i4haibt 0.44 Blockkäse ausller ArOhalbt. Pfd. 0.56 Dön. Schweizern feti..Pfand 0.60 Sleinbuscher»oiHeH... Pfand 0.68 Tilsiter vonfeit...... p.und 0,63 Edamer u. Holländer»omeii 0.74 Schweizerkäse bayT..voiu..Pf/.fam«_— Junge Schnittbohnen..• 0.42 Jg.5pinat 0.42 Kohlrabi ZK, 0.58 Karotten 0,85 zr-dmm ü.32 Gem. Gemüse fem....■ 1 40 Pfifferlinge...... f-30 0.95 Rosenkohl 0.75 Sellerie 0.58 Senf- oder Gewürzgurken.. 0.63 Brudi-SparsH oime Kopfe... 1.13 Pflaumen 0.58 Apfelmus 0.48 Erdbeer. 110 Reincclaud. 1,03 ErdberT-mlUi 0.68 Kirsch 0.58 Kütomaiwargii � Backobst gemi&cbt.. Kalif. Pflaumen 0.24 0.35 0.42 Kalif. Birnen... 0.52 0.68 0.78 Kalif. Pfirsiche.. 0.60 0.74 0.32 Kalif Aprikosen 0.69 0.72 0.98 Reis.. Pfand 0.14 0.21 Bmdi 0.12 Haferflocken... Pfand 0.24 Hartgrieb.. Pfand 0.25 0.29 0.31 Eier-Schnittaudeln p,d. 0.42 0.56 Bohnen a. Linsen Pfand 0,12 0.13 Vikt.- Erbsen ru 017 0.21 0.24 Tit. 152* 49. Jahrgang 1. Beilage des Vorwärts Freitag, 1. April 1932 Eisbrecher am Müggelsee Ein Eisbredirr am Osicrfeierlag! ht das nicbf eigenüidi ein ll idcr- sprudi in sidi? Und doch knnnh' man dic/cs ungeioohnle Sdiauspiel am Oslrmioniag an vnserm Müggelsee erleben. Ein Dumpfer der Reederei Bauer in Ericdridinbagen mar ah Eisbrcdier eingeridilel, denn die frühen Ostern dieses Jahres haben es rnil sidi gebradil. da/! der Müggelsee den]E int er pelz noch r.idit abgesdiüllcit halle. Van. gehl aber fehl, roenn man ah an die Großstadt gebundener Mensch, bei dem hinler uns liegenden, an sich gewiß milden ff'inier die Einwirkung der Kälte auch schon in nächster Nähe von Berlin unler- sdiälzen loollle. Unser Bild zeigt, daß sidi im Schlepptau des Dampfers ein Motorboot befindet. Es ist der Rettungsstelle Rahnsdorf zugehörig und war durch, das Treibeis unweit des Spreetunnels eingeschlossen morden. Jetzt mußte es beim Herannahen des Frühlings aus feiner unfreiwilligen Haft befreit werden. Durdi die B udit des tauenden Eises ist übrigens bcdäuerlidiermeise auch ein Teil der Brücke der Rettungsstation I riedrichshagen am Tunnel weggerissen worden. Unser Eisbrecher oow Müggelsee hat am Ostermontag hurte Arbeit oer- mSi richten müssen, aber er hat seine Pflicht getan. Es ist. klar, daß sidi oicle Neugierige einfanden, die der Arbeit des Eisbrechers mit gespannter Aufmerksam keil folgten, und audi mancher Ausflügler aus Berlin hat das interessante Schauspiel mitangesehen. Die Mieten der Erwerbslosen Sie müssen gesenkt werden— Das verlangt die Gerechtigkeit Tic ssnkunA fcer Hauszinsstuer um 20 Proz., tic Jb 1. April in Kraft tritt, bedro-bt eine graste Zahl non Crriiierbslcicn und frnstizen Hilfsbedürftigen mit einer Benachteiligung. 5aw?>t sie Mieter ran AltaKchnimgeri sind, erhielten sie bisher einen M_Le.t i u i Wj ii& in tio r n r m» i.»«*££ r m o ü i A»»'-»a-aX-I r üfi eder schlagung der H au s z! n s st e u c r. Burch i)i; Ermäßigung der Hauszinssteuer sinkt zunächst auch automatisch der Mictz'tschnß im gleichen Betrag. Wenn b e l'stp i e l s w e i s e ein Ermerbsläser nominell t eine Miete non M M. monatlich zu zahlen hatte, in der eine Hauszins- Neuer vmr 1l> M. enthalten mar, und die Hauszinssteuer uiederge- schlagen wurde, so blieb er praktisch mit einer Miere van 20 Nt. be- lastei. Die Miersenkung um 10 Pre-z. der Friedensmiete drückte nominell seine Miele auf etwas weniger als 25> M. herab. Andererseits wird die Hauszinssteuer auf 8 M eruräßigi, so daß er nach wie vor ungefähr 20 M. an effektiver Miete zu zahlen hat. Gegenüber den drei ZUanaten Januar bis lNarz t<)32 tritt in diesen Fällen eine Mieterhöhung ein, denn in diesen drei ZUa- neten hatte er nur 18 M. an effektiver Miele zu zahlen, da wohl d>e Mietscnkung. noch nicht aber die Hauszinsstcuerrrmäßiguug in straft war. Dazu kommt na eh ein weiterer Nachteil für eine große Zahl von Hilfsbedürftigen. Die allgemein: Mieteirsenkung hat sich ini Lebenshaltunqstostentndex ausgewirkt, und die indexmähige Senkung der Lebenshaltimgskoften hatte wieder eine Herab- sekung der R i ch t s ä st e für die Wahtfahrtserwerbslosen zur Folge. Nun tommt aber dem größten Teil der Wohlfckhrtserwerbs- losen, wie wir festgestellt haben, die Mietermäßignng gar nicht zu- gare. Folglich„ruß steh ihre Lebenslage verschlechtern. Ein Ausgleich tut die Herabsetzung der Mietermäßigung für die hilfsbcdürstigen ist also unbedingt erforderlich. Die preußische Regierung hat dafür auch grundsästlich den Weg offengehalten. Sie bestimmte in der Sparverordimng vom 23. Dezember 1931 im Zasammerchang mit der Ermäßigung der Hauszinsftcuer, daß der Fmanzmiuifter, der Wohlsahrtsminister und der Innemmnister darüber zu bestimmen haben, ob und!» welcher Weise hilfsbedürftigen Personen, denen bisher die Hauszinssteiler gestundet und niedergeschlagen wurde, unter Mitwirkung der Für- 'or.gevcrSand- �u unrerktuben sind. Es ist hoch st c Z c i t, daß diese BefHuumlnzen erlassen werden, denn die ccnfung des M-etzsstchiss??" irtfelge. der Ennäßigung der Hauszinssteuer, tritt ja bereits jostt in Kroit,.. -Es überrascht weiter nicht, daß die„R n t c F ä h n e" anch'diFe Frage zu einer verlogenen Hetze gegen„Braun-Tevenng- Preußen" ausnützt. Sic nennt die Verordnung über die Senkung der Hauszinssteuer eine Severingsehe Verordnung, obwohl sie genau weiß, daß die Senkung der Hauszinssteuer durch eine Reichs- nowerordming verfügt wurde. Es dürfte ihr mich nicht unbekannt sein, daß gerade die Sozi aide in okrarie in einem Antrag der sozialdeinokratisthen Riechstagssraktion einen grundlegenden II mb an der Hauszinssteuer verlangt hat, der die unge- rechtfertigt« Bevorzugung der Hausbesitzer durch den allmählichen Abbau der Hauszinssteuer verhindern soll. Die Heize der„Roten Fahne" gegen Braun und Severin a ist um so verlogener, als es dach gerade die K o mm u n i st e n sind, die seit Jahren die sofortige und vollständige Aushebung der Hauszins- ftcuer verlangen. Gewiß verlangen sie eine Mietermäßigung im gleichen Ausmaß. Das würde aber dach bedeuten, daß gerade die Erwerbslosen und sonj�gen Hilfsbcdürstigen nicht in de,, Genuß der Mietermäßigung kommen würden. Denn nach unserem obigen Bei- spiel würde der erwerbslose Mieter, wenn die Hauszinssteuer voll- ständig ausgehoben wird, nach wie vor 20 M. Miete zu zahlen haben, da ihm die Hausziirssteuer nicht mehr niedergeschlagen werden kann. Mit anderen Worten! Die Regelung, die ob t. April eintritt und der gegenüber wir für die Erwerbslosen Gerechtigkeit durch Mietsenkung fordern, bedeutet nichts anderes als eine teilweise Verwirklichung der kommunistischen Forderungen. Wir habe» hier wieder ein Musterbeispiel k o m m u n i st i j ch c r Heuchelei vor UNS. Eine neue Oevisenaffäre. Direktor und �onkprokurist festgenommen. Die Zollfahndungs stelle Berlin-Brande». bürg ist einer neuen Devisenschiebung aus die Spur gekommen. die wegen der Person eines Houptbeleiliglen von besonderem Interesse ist. Beamte der Zollfahndungsstelle haben unter dem dringenden Verdacht des Verstoßes gegen die Devisenordnung den Direktor der ?luslandsabteilung der Bergmann Elektrizitätswerke, A. Haßler, sowie den Prokuristen einer Berliner Bank, Arnheim, sestge nommen und der Staatsanwaltschaft vorgeführt, die beide dem Vernehmungsrichter des Amtsgerichts S ch ö n e b e r g zwecks Erlasses eines Haftbefehls zugeführt hat. Häßler und Amheim sollen deutsche Mertpapicre im Betrage von etwa 225 000 Mark un- erlonbterwrise für Rechnung von Ausländern vcrläufl und ihren Auftraggebern den Gegenwert ausgeliefert haben, anstatt ihn auf Sperrkonio anzulegen. Weder die Bergmann-Elektrizitäis- werke noch die bettessende Bant sollen mit diesen Privatgeschäften der beiden etwas zu tun habe». Haßler hatte auf Grund seiner Stellung und seiner vielen Auslandsreisen zahlreiche Ausländer als Freunde, denen er anscheinend gefällig sein wollte. Da er seine Aiistraggebcr bisher nicht nennen will, ist der Haftbefeh! gegen ihn wegen Verdunkelungsgefahr beantragt worden. Dem Vernehmen nach soll es sich in der Hauptsache um einen Holländer handeln. Arnheim diente bei diesen Transaktionen als Strohmann, indem er als angeblicher deutscher Besitzer dieser Wertpapiere austrat, so daß die Banken, die die Papiere kauften, ihm gutgläubig den Gegem werr auszahlten. A. ist Prokurist in einer Bank Unter den Linden. Der Vernehmungsrjchter beim Amtsgericht Schöneberg bar nach der Vernehmung gegen Direktor Haßler und de» Bantprokuristen Arnheim Haftbefehl wegen Fluchtverdachtes und Berdunke- lungsgefahr erlassen. Wegen Valutenschiebung verhasiet. Wien, 31. März. Umer der Beschuldigung, größere Mengen ausländischer Valuten aus Oesterreich hinausgeschafft zu haben, ist heute der Bankier Friedrich Knall verhaftet worden. Zuchthaus für Gtraßenkampf. Das Urteil im Prozeß Nowack-Hchtenberg. In dem Prozeß wegen der nächtlichen Schießerei zwischen Nationalsozialisten und Kommunisten in B e r l i n- L i ch t e n b e r g, bei der der n a t i o n a i s o z i a i i st i s ch e P o st h e l f e r R n.w a cf getötet wurde, hat das Schwurgericht Berlin Iii am Donnerstag das Urteil gefällt. Der nationalsozialistische SA.-Mann Send e r, der'siinf Pistolenschüsse gegen die Gruppe der Jungkommunisten ad gefeuert hat, wurde wegen Raushandeis, Totschlagsverstichs und unbefugten Wafsenbesitzes zu zwei Zähren Zuchtbaus und fünfjährigem Ehroerlufk verurteilt und sofort in hast genommen. Sein Partei genösse Drmall, bei dem ei» Morinedalch gesunden wurde, erhielt wegen Raushandeis und Stich waftettbesitzes c i n I a h r G e s ä n g- »is. Der angeklagte IungkotNNttMist! Krause wurde irri.-. gesprochen, weil das Schwurgericht es nach der Bemeisaiisnahme als erwiesen he:rachtcie. daß die R a t i o n a l s a z i a ick st e n d ie Zl n g r e i s e r gewesen sind und Krause sich in dein Eingang des Hauses befunden hat, in dem er wohnte. Drei Kinder überfahren. Eine Folge der Motorratraserei. In der B i s m a r ck st raste in H e r m s d a r i, im Norden von Berlin, unweit des Restaurants„Heidetrug", wurde gestern der 14 Jahre alte Schüler Karlheinz Klaute aus der Brunostraße in Tegel mit seinem Fahrrad von einem Motorradfahrer erfaßt und zu Baden geschleudert. Der Junge erlitt einen d o p p e I- teu Schädelbruch: bewußtlos wurde er in das St. Daminüns- stist nach Herinsdorf gebracht. Von einem Geschäft sau to wurde in der H i d d e n f r r- stra ße im Nordosten Berlins der achtjährige Günter K üble aus der Hiddenseer Straße d überfahren. Der verunglückte Junge wurde ins Kranke n haus a in Fr i e d r i ch s h a i n gebracht, wo die Aerzte einen schwere n S ch ö d e I b r u ch seftstelllen. Der dritte Unfall ereignete sich vor dem Hause Wiener Straß: 59 am Göriitzer Bahnhof. Dort geriet der l2 Jahre olte üinuiu Krüger aus der Gneisenaustraße I0l unter ein Motorrad, Mit schweren Kopfverletzungen mußte dos verunglückte Kind durch die Feuerwehr ins llrankeuhaus'Am Urban gebracht werden. unserem alten Grundsatz getreu bleiben! unsere Raucher zufrieden stellen! auch weiterhin unsere„il Ii R® in der alten bewährten Qualität liefern! Und deshalb geben wir keinerlei iugaben in Form von Gutscheinen, Wertma rken oder Stickereien. SFugaBm wwid&n muß Jfaim dmTcrfkdM gehm. HinterdenKulissenderMSbelfuhren Hochbetrieb für Ziehleute Herr piehler und Herr Krackler. Oder: Sie faulen Schecks des Herrn Egon von Heuer. Zwei ehrenwerte Herren, Piehler und K r a ck l e r genannt, kennen sich schon seit drei Jahren. Ein gemeinsamer Aufenthalt im Naugarder Gefängnis hatte sie nämlich zusammengeführt. Nach ihrer Entlassung beschlossen sie, ein Kompagniegeschäft aufzu- machen und fuhren gemeinsam nach Berlin. Ostern nahte heran. Dieses Fest muß man fröhlich begehen, und wenn man«in Scheckbuch der Stadtbank von Jena in Händen hat, muß man davon Gebrauch machen. Herr Piehler war in dieser glücklichen Lage, aber Herr Krackler hatte noch etwas viel Wertvolleres erworben, nämlich die Bekanntschaft und Zu- ncigung eines jungen Mädchens, mit dem er zusammen Ostern feiern wollte. Er lieh sich das Scheckbuch seines Komplicen aus und füllte es kräftig mit Ziffern.„Egon von Heuer" war die Unterschrift, denn das war ein Name, dessen sich Piehler schon seit mehreren Jahren bediente. Nicht zum wenigsten hatte dieser Name auch zu seiner Bekanntschaft mit dem Gefängnis von Naugard ge- führt. Gefälschte Stempel und Beglaubigungen waren leicht her- gestellt. Dem gutgläubigen Mädchen erzählte man, daß Krackler in Stettin reiche Eltern habe. Man fuhr dorthin, doch die Eltern waren zufällig verreist. Die Wohnung war verschlossen. Das Mädchen, das bereits g Jahre bei einer Berliner Firma angestellt gewesen war, gab auf Verlangen ihres„Bräutigams" ihre Stellung auf. Man fuhr von Stettin nach Berlin zurück, auch dort war wider alles Erwarten der reiche Papa nicht aufzufinden. Nun operierte man mit den Jenaer Schecks. Man kaufte Wäsche, Anzüge. Mäntel für sich und das Mädchen, Trauringe, Brillant- schmuck und alles was nötig ist. Und es ging gut, bis endlich ein Geschäftsmann in der Friedrichstraße Verdacht schöpfte. Er tele- phonierte nach Jena und erhielt die Antwort: Keine Deckung, grober Schwindel! Die Kriminalpolizei nahm die Sache in die Hand, und zuerst gelang es ihr, Herrn Piehler«.lies Egon von Heuer fest- zunehmen, und bald darauf auch Herrn Krackler. Das junge Mäd- chen war erstarrt und wie aus den Wolken gefallen. Gewandtes Auftreten und geheuchelte Liebe,«in adliger Name und Erzählungen von einem reichen Vater wirken auch heute noch selbst auf Großstadtmädchen. Um zur Warnung zu dienen, muß man Fälle wie den des Herrn von Heuer und der Firma Piehler und Krackler registrieren. Llngeireuer Giadioberinspekior. Unterstützungen für die eigene Tasche. Beim Bezirksamt Weißen see hat man durch einen Zu- fall Unregelmäßigkesten aufgedeckt, die der im W 0 h l f a h r t s- und Jugendamt als Kontrollbeamter fidr Unterftüßungsauszahlun- gen beschäftigte Stadtoberinspektor Seyfert begongen hat. Sey- fert, der seit 1920 in städtischen Diensten ist und aus dem abgetrets- neu Osten nach Berlin versetzt wurde, ist sofort seines Amtes ent- hoben worden, und außerdem hat das Bezirksamt Beschlag auf sein Gehalt gelegt. Die Unregelmäßigkeiter» wurden dadurch ans Licht gebracht, daß eine Wohlfahrtsempfängerin beim Bezirksamt Weißenle« eine Unterstützung beantragte und von dem Sachdezernenten den Bescheid erhielt, daß ihr Gesuch abschlägig beschieden werden müsse, weil sie erst vor kurzer Zeit eine Unterstützung erhalten hätte. Als die Frau das entschieden in Abrede stellte, prüfte man weiter und kam zu der überraschenden Feststellung, dag die Quittung der betreffenden Wohlfahrtsempfängerin gefälscht war, und zwar durch Oberinspektor Seyfert selbst, der die Unterstützungssumme in Höhe von SS M. für sich selbst verwendet hatte. Da der Verdacht besteht, daß«s sich bei der Unterschlagung nicht um einen Einzelfall handell, sondern auch Unterstützungen für andere Wohlfahrtsempsänger veruntreut worden sind, ist von dem Revisionsbüro eine eingehende Nachprüfung oller von ihm bearbeiteten Angelegenheiten«in- geleitet worden, die bisher noch nicht zum Abschluß gekommen ist. Seyfert hat sich krank gemeldet und angeblich wegen Nerven- Zerrüttung ein Sanatorium aufgesucht. Er verteidigt sich damit, daß «r sich früher im Tropcndienst eine schwere Malaria zu- gezogen und in einem Anfall dieser Krankheit in Unzurechnungs- fähigkeit die Tat begangen habe. dem Russischen übertragen von Werner Bergengruen. Feldwebel Gontscharow dessen Quartier dicht bei der Kaserne lag, pflegte von sechs Uhr abends chs zum Appell zu schlummern. Wenn die Kompanie zum Appell angetreten mar, ging der Unteroffizier vom Dienst zu ihm, um Meldung zu machen. Die Kompagnie stand nun angetreten da und lauerte auf den Feldwebel. Die Soldaten traten von einem Fuß auf den andern, gähnten und dachten an nichts als an Schlafengehen. Indessen ließ Gontscharow sich Zeit. Die Zug- sichrer haßten ihn, weil sie, obwohl als Portepeeuntcroffiziere eines Ranges mU ihm, ihrer dienstlichen Stellung nach seine Untergebenen waren: während dieser Wartezeiten pflegten sie allerhand witzig sein sollende Bemerkungen ans seine Kosten zu machen. Endlich erschien er in Begleitung des Unteroffi- ziers vom Dienst. Die Kompanie erstarrte auf das Kam» mando„Stillgestanden!", Gontscharow nahm seinen Platz ihr gegenüber ein. schob mit seiner gewohnten Bewegung die Mütze ins Genick, gähnte lange und ausführlich, bekreuzte sich darauf den Mund und kratzte sich mit der anderen Hand unterhalb des Rückens. Fast ohne die geringste Programm- önderung nahm er sich jedesmal mit folgenden Worten die Kompanie vor: „Unterosfizisr vom Dienst! Gefreite vom Dienst! Man schreit sich die Kehle aus dem Haste,— kein Aas meldet sich! Sazsttall verfluchter! Eine halbe Stunde habe ich heute rufen müssen, endlich kommt der Unteroffizier 00m Dienst, als hätte er sich was in die Hosen gemacht." Lange Pause. Die Kompanie steht erstarrt. Der Feld- webet mit seiner vom Schlaf geröteten Backe, auf der sich die Knöpfe des Kissenbezuges abgezeichnet haben, gähnt wieder, bekreuzt sich, schiebt die Mütze vom Genick auf die Stirn und sagt verdrießlich, apathisch, als führe er damit nur den lang- weiligen Befehl eines höheren Vorgesetzten aus: »Zugführer! Sieh dir mal an, wie deine Leute dastehen! Wie alte Weiber! Dreckhaufen! Bäuche vorgestreckt, oollge- Wenn die«inen ihr Heim verlassen müssen, so ergibt sich für eine kleine Menschengruppe zeitweise eine Verdienstmöglichkeik Dia Transportunternehmer können seit vielen, vielen Jahren von einem sehr ruhigen Geschäft sprechen: die Firmen hielten sich die Zeit über gerade so über Wasser: die Arbeiter jedoch, die in der Hauptsache der 5lategorie der„unständigen" Arbeitnehmer ange- hören, waren bar jeden Anspruchs auf Erwerbslosenunterftützung, joinit einzig auf die Wohlfahrt angewiesen. Nun hat der große Aprilumzug eine Massenuniquartierung, wie sie in diesem Ausinaß seit der Vorkriegszeit nicht mehr erfolgte, etwas Belebung in das Möbeltransportgewerbe gebracht. Eine Großfirma im Westen hat Hochbetrieb: sie erledigt pro Tag s99 Umzüge mit einem Aushilfspersonal von 699 Mann nebst dem Stamm von 139 Leuten: seit Mitte März ist das Zieh- geschäft richtig im Gonge, das geht bis ungefähr 19. April. Die Bestellungen liefen zum Teil schon im Februar ein, womit aber nicht gesagt sein soll, daß nicht auch jetzt noch, am Vorabend des offiziellen Termins, Bestellungen für den 1. April einlaufen. Es kann aber alles geschafft werden, denn an Arbeitspersonal besteht ja kein Mangel, auch nicht an geschulten Kräften. Morgens um 7 Uhr rattern 129— 149 Möbelwagen aus dem Depot in Wilmersdorf, in- zwischen versammeln sich im Hof des Kontors die Ziehleute. Die Kolonnenführer nehmen sie Bestellzettel entgegen, dann wird los- gefahren: auf einen Durchschnittswagen kommen 3— 4 Mann Le- Parole: Braun, Sevenng! Entschlossener ttampfwille der Berliner Sozialdemokratie. In den„Sophicnsälen" waren gestern abend die Berliner Parteirefercuten versammelt. In der stark besuchten Ver- sammlung sprach Ministerialrat Genosse Dr. Hirschfeld über„Die preußische Verwaltung". Der Redner betonte die außerordentlich wichtige Stellung Preußens in der deutschen Republik und zeigt- die Aufbauarbeit auf. die feit lSlS unter sozialdemokratischer Führung in allen Zweigen der Verwaltung geleistet worden ist. Die Ausführungen des Referenten zeigten, daß in Preußen positive Arbeit getan worden ist und daß wir in dem Wahlkampf um Preußen alles daran setzen müssen, der Republik dieses wichtigste Bollwerk zu erhalten. Die Parteirefcrcnten folgten dem Vortrag mit großem Interesse, und ihr starker Beifall zeigte, daß sie bereit waren, in der Agitation olles für Preußen unter der Kainpfparole: Braun-Severing daranzusetzen. Genosse Künstler, der Vorsitzende des Bezirksoerbandes Graß-Berlin, forderte zum Schluß die Referenten auf, in den kommenden Versammlungen mit dem Bewußtsein zu sprechen, daß der Sieg für uns gewiß ist. Denn weil wir siegen müssen, werden wir auch siegen! Die naiionalfozialistische Beiteltour. In den Wohnungsbriefkästen von Bohnsdorf und Umgebung finden sich morgens und abends hekiographierte Briefe, in denen zu lesen steht, daß„die nationalsozialistische Bewegung Diplome herausgebracht habe, die denjenigen gegeben werden, die durch ein Opfer am Wiederaufbau helfen wollen". Weiter heißt es: „Die Diplome find kartoniert und hochkünstlerifch hergestellt und werden zu Preisen von 39 Pfennig bis 199 Mark in Ausführung wie beiliegendes Muster zeigt geliefert". Das Muster ist interessant. Es zeigt neben dem Haken- kreuz das Eiserne Kreuz, das sich die Herren Frick, Graf Rcventlow und Goebbels nicht erwerben konnten, weil sie damals in Pirmasens, Berlin oder anderswo in der Heimat saßen. Darunter stehen Fichtes Verse:„Du sollst an Deutschlands Zukunft fressen mit Grütze! Aber der Zugführer sieht das nicht, dem sind die Augen in die Latrine gefallen. Morgen kriegt der Zug Beschäftigung außer der Reihe." Ich wurde auf Kammer befohlen, wo der Kamnierunter- offizier, Sergeant Gorpyrschenko, Bekleidungs- und Aus- rüstungsstücke oerpaßte. Als ich ange, zogen war und mich im Spiegel sah, erschrak ich zuerst, fing dann aber unwillkürlich zu lachen an. Ich sah aus wie Sancho Pausa, so wie man ihn in Kinderausgaben des Cervantes abgebildet findet. Biel zu große, uralte Stiefel, übermäßig weite, schmutzige und zerrissene Pluderhosen und eine Bluse von ähnlicher Be- schaffenheit. In diesem Narrenaufzug, mit ratzekahl geschorenem Kopf sah ich unbeschreiblich albern aus. Ich nahm also meinen Mut Zusammen und sagte in der schönsten militärischen Ausdrucksweise, die mir zu Gebote stand, zu Gorpytschenko: „Dürfte ich Herrn Kammerunteroffizier nicht um etwas Neueres bitten?" „Hast du vielleicht zu Hause bessere Hosen angehabt? Oder willst du dich bei den Mädchen aufspielen? Scher dich weg, bist auch so noch lange schön genug." „Verzeihung, Herr Kammerunteroffizier, aber in diesen Stiefeln kann ich nicht marschieren." „In diesen Stiefeln sind schon hundert Mann marschiert. und du kannst es nicht? Geh zum Feldwebel, bring mir einen Befehl von ihm. dann tausche ich sie dir um." Darauf verzichtete ich lieber. Ich traute es mir nicht zu, mich ihm verständlich zu machen, ohne gegen seine Etikette- Vorschriften zu verstoßen. Da blieb ich schon lieber in der empfangenen Uniform. Dennoch entging ich der Begegnung mit dem Feldwebel nicht, sondern prallte beinahe mit ihm zu- sammen. Ich blieb stehen, wie angewachsen, und sah ihm vorschriftsmäßig ins Gesicht. Er betrachtete mich vom Kopf bis zu den Füßen. „Ein herrlicher Anblick! Endlich einmal einer, an dem nichts auszusetzen ist! Ein Soldat vom Scheitel bis zur Sohle! Eine schneidige Figur! Ein Held! Von oben bis unten siehst du aus wie eine Sau im Lettslfack!" So viel Humor hatte ich ihm Mr nicht zugstraut. Er musterte mich noch lange, ohne ein Wort zu sagen, und ver- zog nur ein wenig dos Gesicht. „Wie war doch dein Familienname? Rassel? Der Teufel mag wissen, wie du zu so einem Namen gekommen bist. Dos ist doch gar kein richtiger Name." Obwohl ich doch viele Monate hindurch unter ihm Dienst getan habe, hat er es nie gelernt, meinen Familiennamen auszusprechen. Er hörte und los ihn Hunderte von Molen, / satzung. Spezialarbeiter, die sogenannte„Eiserne Kolonne", be- sorgen den Transport der Flügel und Geldfi�ränke: die Tresor- werden ansgeboten wie Sauerbier, denn die Trarspurttosten übersteigen den Wert des Stückes ganz gewallig, das ja eigentlich feine Existenzberechttgung längst verloren hat. Eeschäftsun�üge sind be- liebter, die Arbell ist da eine weit einfachere, es sind nicht soviel Kleinigkeiten vorhanden, um deren Wohl und Wehe manche Frau zittert und mißtrauischen Blickes die Arbeit der MännSr verföt-zt. Außer den Geldschränken sind auch allerlei Möbelstück« sehr billig zu haben: es sinoet sich aber selten oder nie ein 51äuser, am besten wird man die Sachen los, wenn man sie verschenkt. Neben den großen Fuhrunternehmungen haben auch die kleir�- rcn und kleinsten all« Hände voll zu tun, jeder Mensch, der«in Fuhrwerk besitzt, ist in diese» Tagen eine begehrte Persönlichkeit. In vielen Fällen reicht es nicht jur den Möbelwagen samt Ziehleuten, da packt eben jeder und jede mit an. Bekannte und Ver- wandte, die ohnedies nichts zu tun haben, sind froh, sich da ein paar Groschen verdienen zu können. Auch bescheidene Nutznießer des Ziehtermins melden sich in Massen. Da liest man Zcitungsinserate. wo sich Hausangestellte für das Packenhelien und Reinemachen tageweise anbieten, dort ist es eine Kindergärtnerin, die die Kinder während des Umzuges be- treuen möchte, hier ein alter Herr, der die Wohnung beaufsichtigen will. glauben". Man Hölle besser getan, für diese Hcimkrreger Körners Verse zu zitieren:„Bist doch ein armer, erbärmlicher Wicht". Zum Schluß heißt es:„Geben Sie. was Sie entbehren können! Es geht uin die Zukunft useres Vaterlandes!" Well nichts so entbehrlich ist wie die Hitlerfchc Hakenkreuzbewegung und weil es um die Zukunft unseres Vaterlandes geht, gehören diele Bettelbriefe in den Papierkorb. 66 Bandiien erfchoffen. Schnelljustiz der mexikanischen Republik. Mexiko- Stadl. ZI. März. Auf Defehl des firiegsmini stets Calles werden am Freitag die restlichen l S Banditen, die am IS. März den internationalen Exprehzug auf der Strecke taredo— Mexik-Stadt zu überfallen versucht halten, in Celaya im Staate Guanajualo standrechtlich erschossen. 17 Mitglieder der gleichen Lande wurden bereits am 26. März erschossen. Haupwerfahren gegen Geheimrat Caro. Der bekannte Familien st reit Caro-Petschek ist jetzt insofern in ein neues Stadium getreten, als eine gerichtliche Klärung der von Dr. Ernst Petschek. dem Sohne des tschechischen Kohlenmagnalen Jgnaz Pelschek, ergen leinen sruyeren vater Geheim rat Coro erhobenen Vorwürfe erfolgen wird. Auf die Anzeige Dr. Petschets hat jetzt die Erste Straf- kammer des Landgerichts III, nachdem sowohl die Staats- anwaltschaft wie der Generalstaatsanwall Einstellung des'Der- fahrens beantragt hallen, das Hauptverfahren gegen Ge- heimrat Cat:o in einigen Punkten, und zwar wegen des Vor- dachts des Betrugsversuchss und der Abgabe einer falschen«ideo- stattlichen Versicherung eröffnet. Es soll sich dabei um die Be- houptung Dr. Petscheks handeln, daß ihm fein früherer Schwieger- vater keine Mitgift gezahlt und daß er in bezug auf diese An- gclegenheit eine nicht zutreffende eidesstattliche Versicherung- ab- gegeben habe._ Für 150 000 Dollar Sprit! Amerikanische Küstenwachboote be- schlagnahmten 13 Schmugglerschiffe und ihre kostbare Fracht: für etwa 139 999 Dollar Spirituosen! IL». P.UMIMJMWIBM»I n II■ brachte es aber nie so weit, daß er ihn richtig hätte aussprechen können. Er stand eine Weile ruhig vor mir, dann ranzte er mich plötzlich an: „Wie stehst du denn da? Nimm den Kopf höher! Noch höher! Bauch herein! Noch mehr! Absätze zusammen, Fuß- spitzen auseinander, sieh doch, du Aas,, wohin deine Fuß- spitzen gucken!" Ich sah auf meine Fußspitzen. „Du weißt wohl gor nicht, vor wem du hier stehst? Wie kannst du dich unterstehen, dich zu bücken? Warum bist du mit dem Kopf heruntergegangen? Stillgestanden! Du hast keine Ahnung vom Reglement! Du hast wohl vergessen, wen du vor dir hast! Korporalschaftsführer! Den Kerl auf zwei Stunden unter Gewehr stellen!" An Dinge dieser Art gewöhnte ich mich rasch. Jedesmal, wenn der Feldwebel mich zu Gesicht bekam, hielt er mich lange fest und schnauzte mich an, bis es ihm langweilig wurde. Genau so schnauzte er auch die andern an, übrigens immer ohne jeden Grund. Als er endlich von mir abließ, wandte er seine Aufmerksamkeit dem jungen Frolow zu, einem stMen und barmlosen Burschen aus dem Nachbeczugc. „Was fummelst du da mit deinen Füßen herttm, Kanaille, weißt wohl nicht, wo du bist? Beim Turnrn steht er da wie eine alte Großmutter, und hier will er herumhüpien wie ein Floh. Alter Krummstiefel!" Er ließ von Frolow ab und schrie plötzlich:„Unteroffizier vom Dienst!" Und nun schimpfte er ausführlich und grob den Unter- offizier vom Dienst aus, der vor Verwirrung nicht wußte, wo er seine Augen losssn sollte. NaHdem er sein Pensum abge- brüllt hatte, ging er weg, um sich zu erholen. Der Gefrsite Zygankvw, dem die Ausbildung einer Gruppe verspätet beim Regiment eingetroffener Soldaten übertragen war— auch ich gehörte dazu—, war von hoffnungsloser Duminheft, Unbudung und Bösartigkeit. In seinen Schülern sah er vom ersten Augenblick an seine persönlichen Feinde und behandelte sie dementsprechend. Wenn ex uns die vorgeschriebenen Laufschrittübungen machen ließ, hielt er sich nicht an die im Reglement festgelegte Zell, sondern zwang uns, in feldmarschmäßiger Ausrüstung fünfzehn bis zwanzig Minuten zu laufen. Wir gerieten nicht nur außer Atem, sott- dern konnten vor Erschöpfung nicht weiter, rissen den Mund auf wie ein Fisch auf dem Trocknen und bekamen kaum Lust. In den Sellen stach es. das Herz hämmerte, die Füße trugen uns kaum mehr, die Arme zitterten.(Fortsetzung folgt.) f 4*pp£Ö— |«enSe« pri- t dieser f, WM- »'"«ineJ9* §""Ken J?H.S' U �«0 Verf l le f fetcn F aüs Her'� 1*toff?.rren. «et! s'pd Sie und .z°ren./*nfe- "Jfnte/�V« re"»*o// n 'htletoti fem UstVr,' «cv4ertg e�Ä"«e !p*di?achl "•in bi9"ni [einwoir"'' *rdin0"-G*. "Ät6- re'�oii2a dls und Dr, Dri"» --- die. i�-Khid* Sehr ip �difarZ ?'eruna '0hgeflerh' IjJfiOi,, ' te M P/itt/c � � nj.V0cair /«'«Jen p/�L dt ApirteAm"**1 t- ce�*rni., f"S'Ä ''er re"® 6'e/6t j oe Sb« nvvo"e. sehrP0�nzu&» f' Lästig" '"teert.««. �etocC l*ÜiktntC% IS, L°°? P»em c,<"e.. c"äfe?r' ,> /5»o SrfStS;/ MMWW W MF''' W 5 M U�MMWO« .-> M: i �>USW s c b t f* liTb't mmm " f.*i ir- Freitag, den 1. A p r i I beginnt bei uns ein sensationeller Verkauf, der Ihnen die Augen darüber öffnen soll, wie heute die Preise für gute, modernste Kleidung aussehen müssen. Ein Füllhorn, voll der schönsten, verführerischsten Gelegenheiten Mann Frau und Kind wird in diesem Verkauf auf Sie herniederprasseln. »eien Sie pünktlich zur Stelle!- Diese Gelegenheit verpaßt zu haben, würde Sie den ganzen Sommer über reuen! C#iaüs_ 40 *« eo i« ÄSüf�«® 33 ndwpt.t, KARSTADT'5 LebensmittelPneisliste OBST- KONSERVEN HgEMUSE KONSERVENH K O LO N I A LWAR E N■ WEINE, SPIRITUOSEN W W U R S T W AREN Pflaumen o St.0.72.m.St.Ds. 0,58 Apfelmus...0.7?, ViDs. 0.48 Reineclauden ,.v, Ds. 1.00 Aepfel geschnitten VjDs. 0.75 Ananas s Scheiden Vi Ds. 1.00 Erdbr-Konf. ca.2 Pfd. Eimer 0,95 Apf.-Erdbr.-Mar. 2 Pfd. Ei m. 0.88 Kirsch-Marmelade Gl. 0.48 Gem. Marm. 2 Pfd.-Elm. 0.68 Spargelabschnitt« Vj Ds. 0.85 FRISCHFLEISCH s Jg.Schnittbohn.I i/jDs. 0,48 Spinat I...........>/, Ds. 0 58 Brech- u. Schnittb.ii']Ds.0.42 Jg. Erbsen■(, Ds.1.15,0.7«, 0.52 Karottenextra klein V, Ds. 0.78 Gnm. Gemüse D. 0.95 0.66 0.58 Gemüse-Erbsen Ds. 0,52 Brechspargel, dünn. Ds. 1,15 Bratheringe...utr.-Ds. 0.38 Div.Marinaden...2 Ds. 0.45 Makrelenbissen!. Tom. Ds. 0.45 Makrelen i.Tom..... Ds. 0.63 Fetthennge t. Tom. Ds. 0.53, 0.39 Portug.Olsard... 2 Ds, 0.65 Ess!ggewürzgurk.ca.IPf.-D. 0.60 Würstchen Ds...5 Paar 0.58 Italien, od. Heringssal. Pfd. 0.65 Mayonnaise o.Remoul. Pfd. 0.70 Bestellungen ü In den Dachhallen Ochs.-Fehlrippe. Querrippe....... Rinder-Brust m.Knoch. Rinder- Herzen. Rinder-Backen... Schweine-Leber. Schweine-Schink. m.B. Rückenfett bratf... Kalbs-Fricassee.. Kaßlermild..... an Weizenmehl..an Pfd. 0.22 Weiße Bohnen a.2 Pfd. 0.25 Graupen........ an Pfd. 0,22 Tafel-Reis..... an Pfd. 0.12 ' Eierbandnudelnan Pfd. 0,42 Eierfaden-Nud.anPfd. 0,48 Pflaumen........ an Pfd. 0.18 Backobst....... an Pfd. 0.33 Frkf. Apfelwein i.. 0.40, 10 L. 3.80 Johannisbeerw. L.0.70,10 1. 6.50 Heidelbeerw...L.0.M, 10 l. 7,50 Tarrag.o.Werm. U1.00, 10 L. 9.50 Samoso.Malag.l.1.10, 1OL.10.50 Douro-Portwein 1.60, 101. 17.50 Bowlenwein l.o.sö, 10 L. 5.30 Moselwein..1. o.so. 10 L. 5.50 .Pfd. 0.68 .Pfd. 0.58 Pfd. 0.43 .Pfd. 0.44 .Pfd. 0.38 . Pfd. 0,78 Pfd. 0.66 .Pfd. 0,50 Pfd. 0.98 Pfd. 0.72 her 5 Mark unte spielen die Kapellen Mürbe Ringe...... pfd. 0,50 Schok. Brezeln____ Pfd. 0.90 Halbmondkeks m.Sch. Pfd. 0.93 Kokosmakronen..pfd, 0.95 Schakal. Kokasflocken Pfd. 0.75 Rum-Kugeln....... Pfd. 0.80 Vollm., Schmelz-Borke Pfd. 1.00 ßurgm, Vollm.-Schok...TP. 0.19 Burgm. 3 TP. Vollm. Schok. 0.50 haush,-Kakao Pfd. 0.98 0.78. 0.50 Dahlien...... an 3 Sfück 0.50 Maiblumen....5 Keime 0,10 Blutend.Herzan 3 Stück 0.50 Amer.Wunderzwieb. Stück 0.25 Busch-, Kletterrosen 3 Sfck. 0.50 Gladiolen....an 3 Stck. 0.10 Begonien..... an 2 Stck. 0.10 Winterh. Stauden an 2 Stck. 0.25 Blumen- u. Gemüsesam. Bf. 0.05 Erbsen- und Bahnen Bll. 0.25 r F6 Baerwald0012 werden pro Paul Godwin und Ernö Geiger• Im Erfr Sülzwurst.......... Pfd. 0.65 Dampfwurst....... Pfd. 0.65 Jagdwurst........ Pfd. 0.75 Berl. Mettwurst....Pfd. 0.68 WienerWürstchen Pfd. 0.88 Feine Leberwurst Pfd. 0.98 Bauernleberwurst Pfd. 0.93 Westf.Schlackwrst. Pfd. 1.18 Westf. Mottwurst..Pfd. 0.78 FISCHE u.RSUCHIRW. Kabeljau O.K. i. Gz. an Pfd. 0.14 Seelachs o. K. i. Gr. an Pfd. 0.14 Kabeljaufilet...an Pfd. 0.22 Leb. Plötzen.... an Pfd. 0.40 GrüneHeringe an3Pfd. 0.32 Leb. Karpfen...an Pfd. 0.64 Fettbücklinge...... Pfd. 0.22 Sprotten...ca. I Pid.-Ksf. 0.22 Seelachs geräuchert Pfd. 0.36 Schellfisch geräuth. Pfd. 0.28 mpt erledigt ischungsraum III. St Doppelrahmkäse st*. 0.15 Harzer....ca.iPfd. Pak. 0.28 Camembertvoilf.2Sdiii. 0.35 Steinbusch, voilf.... Pfd. 0.68 Limburg 20":0Pf.o.42 40 0.70 Edamer voiifett..... Pfd. 0.74 Camembert ca. I Pfd.-Sdltl. 0,95 Bavr. Schweiz, voltf. an Pfd. 0.95 Allg. Bomodour..2 Sfck. 0.28 Rohschmolz....... Pfd. 0.40 Bratenschmalz____ Pfd. 0.42 Griebenschmalz..Pfd. 0.43 Dan. Blasensdrmalz...Pfd. 0.48 Margarine, Cocosfett 3 Pfd. 0.95 Meierei-Butter....Pfd. 1.24 Mol.kereibutter____ Pfd. 1.32 Tafelbutter........ Pfd. 1.42 Markenbutter...... Pfd. 1.48 Eier......... an 10 Stck. 0.62 Kochäpfel........ j Pfd. 0.25 Amer. Tafeläpfel 3 Pfd. 0.98 Bananen.......... pm. 0.28 Apfelsinen her, 3 Pfd. 0.46 Blutoval-Orang.3 pfd. 0.58 Zitronen....an Dutzend 0.23 Salatgurken... ak Stck. 0.25 Malfo-Kortoff.. 3�, 0.44 Blumenkohl anKopA 0.23 GEFLÜGEL UND WILL Wolga-Hühner an Pfd. 0.55 Suppenhühner an Pfd. 0.74 Poulets......... an Pfd. 0.75 Junge Enten....an Pfd. 0.38 Puten.............. Pfd 0.78 Rehrücken...... an Pfd. 1.20 Hirschkeule____ an Pfd. 0.88 Hasen.......... an Pfd. 0.53 GänseVanTd" 0.48 - B AH N HOF H E R M A N N P 1 A T Z Mengenabgabe vorbehalten ock spielt die Kapelle Starikow Stupel D ER K AR S TAD T- B A H N H O F �/ lieatev, Lidiispicle usw. j Staats Theater FrciiajJ, den I. April staatsoper unter den Linden 20 Uhr Oer Troubadour SlaalLStaplelliags GiadirmnnurkL 20 Uhr Edmont Sihiller-Theater Charlotlcnburg. 20 Uhr Ostern Horace Goldin Der größte Jllusionist alter Zeiten * Winstons weltberühmte Tauch-Rcvuo RudolfNelson Mary Losseff Hans Sommer The Jevers Die einzigartigen Musical- Exzentriks und weitere Sensationen T., 8H U.; 80 Pf. bis 4.- M ÜSL* 5 U.: 40 Pf. bis 2.- M Nähe Schles. Bhf. E 7 Weichsel A031 Täsl. 5 u. 8.15, Sonnucs 2, 5, 8.15 Uhr I�WcM/c�Premierc Der letzte große Erfolg des Berliner Metropol-Theaters; „ein LIED DER LIEBE Operette von JOH. STRAUSS bearbeitet von E. W. 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Gcrh.Hauptmann Regie: Max Reinhardt Theater desWestens Täglich S'.'i Uhr Die Dubarry Mary Losseff Sonntag 5 Uhr Die Dubarry Iii. im Adrairalspalast füglich 81 1 cht Käthe Dorsch Gustaf Oründgens Liselott* Singspiel viduanfKüiiiiei» metropoi-ineaier 1 Täglich S1'* Uhr I 1 frart 4-öt/. in' Zirkus Aimee Operette von Curt Oötz, Musik, von > Benatjrky . -Tnßaterlii öer- stresemannsfr- Heute 81 1 Lhi zum letzten Male Das Ende vom Lied mit Fritz Kortner Ab Sonnabend Heinz Hiliunonn in OerMustergatte Deufsüisr Metailarbeiter-Verbaoil Verwalhingsslcllc Berlin Todesanzeigen Mitgliedern 5ur Nachricht, daß unser Kollege, der Bauschlosser Frieäricii llermgua geh. 18. Dezember 187», am 2?. März gestorben ist. Die Einäscherung fhtdct am Sonnabend, dem 2. April, ltz'e Uljr. int Krematorium Baumschulenweg. Kies- Holzstraße, statt. Am 30. März starb unser Kollege, der Klempner Aiexsutier Dcmbke geb. 31. März 1851. Die Einäscherung findet am Montag, dem 4. April. 13 Uhr. im Krematorium Baumschulenweg, KtesHou- straße, statt. Ehre ihre« Andenken! Rege Beteiligung wird erwartet l>ie Ort$vcn»a!tun�. Mcken auch bis 18 Monats-Raten dioMxdz Berlin W8. leipziger Strasse 122-123 SPD. 44. Abteilung. Unfcr Genosse Bernhard Kutscbke Mantcuffclstr. 60. ist ticcftocbcn. Ehre feinem Subcnfen. tPlc Srcrbiguitg finhet«nt Jtreifafl, dem I. April, oüf dem ölt. Micha-!. , Sättel 1 WNV'KM.IM Uadrn. Zannawi?»-'"' M.,. Dynamo mvoai llkilER kzukt S/�UU--'VSrIllt UHZEH hendlung Wilh«lznstraOe 44 Schlafzimmer. gut erholten, dillig zu verkaufen. Dol- ' ziger str. 13. v. 4 r. Patentmatraken «Drimisstma". Me. lallbeüen Aukleae. matrahen Chaise. lonques Walter �targarderstrgste achtz e h. eilten d�v Polstermöbel iGrostlager. Klein. preise. Kamerling, �ostanienallee 7-8. ilcke Fehrbelliner- strafe._ guie Hamlän- KmifnfkaS«.st Inden me slenZI naUEaUan qarronscscli. erhalt. 4. Köck er. Kerl! h VLutitenücrBcr StraSc 22. Kdoigst. 3661 ÜMIMMilHHnMM J Nr. 0433. Nadio. 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Mach- now. Weinmeisterstraße 14. � Schneider. Schönhauser Allee 177. neben Pfeffer- derg. hat Riesen- auswahl in Fahr- rädern, anch Teil. Gablung. r faschistisch« am Autarkiegedanken als besonders verlpckend erscheint. Um so cindrivglichcr mutz die R c i ch s re g i e ru n g vor jeglichen Zugeständnissen an die Autarliebestrcbungen, die im schrossst«,, Gc- gensatz zu allen Bemühungen um die Arbeitsbeschaffung stehen, gc- warnt werden. Da auch in der Rcichsregierung leine antiken■ Griechen, soickern gute Christen sitzen, so darf man wohl hoffen, datz sie sich durch die Autarkicprophcien nicht werben becin- flussen lassen. Was wird mit Junkers? Llm die Sanierung und Erhaltung des Betriebes. Die Zahlungseinstellung des Iunkers-Konzerns in Dessau hat bei der internationalen Bedeutung dieses Unternehmens für den ftrngzcug- iuto" z'coiBrcnfinn weit iiinT Deutichlands Greußen hinaus Aufsehen erregt. Bei der Frage noch den entscheidenden Ursachen des Zusammenbruchs spielt die besondere Konstruktion des Iunkers-Konzerns eine wesentliche Rolle. Das eigentliche Kernwcrk des Konzerns bildet die Junkers Flugzeugwerke A.-G., deren Aktienkapital von lil.S Millionen sich im Alleinbesitz von Professor Hugo Junkers befindet. Daneben haben im Laufe des letzten Jahrzehnts die I u n k c r s Motorenbau G. m. b. S). und die Junkers u. Co., die sich hauptsächlich mit gastcchnischcr Fabrl- kation besaßt, wachsende Bedeutung erlangt. Eine große, bei der ausgesprochenen Forschernatur des Konzerninhabers Hugo Junkers vielleicht allzu große Rolle spielte innerhalb der Konzcrnbctriebe die Junkers-Farschungsanstalt. Schon bei dem ersten Zusammenbruch des Iunkers-Konzerns im I o h re 13 2 5, der seinerzeit zu sehr grotzen Subvcntions- geschenken des Reiches geführt hatte, war klar geworden, daß die Schwierigkeiten bei Junkers im wesentlichen durch persönliche Verhältnisse bceinfiuht waren. Prasesfor Junkers ist ein verdienstvoller Forscher, dem die Flugzeug- und Motorentechnik viel zu verdanken hat. Er ist aber alles andere als ein Kauf m a n n und praktischer Bc- triebslcller, der durch rentierende Geschäfte Ausgaben und Ein- »ahmen in Ucbercinstimmung zu bringen sucht. Junkers unkauf- mäinchchc Ar, hat zwangsläufig dazu geführt, datz die Entwicklung seiner Betriebe auf Gedeih und Verderb mit der kaufmännischen lZualitäl der angestellten Direktoren verbunden war, und es läßt sich nicht leugnen, datz Profcsior Junkers auck> in der Auswahl seiner Mitarbeiter vielfach cinc unglückliche Hand gehabt hat. Auch hoben die Unübersichtlichkeit und Verschall,- t e l u» g innerhalb des Konzerns sowie die damit verbundene Aus- blähung des Verwaltungsapparaies und das Gegcncinandcrorbeitc» bebfchlcdcner Vermaltungsiiistanzen viel dazu beigetragen, datz der Junkers-Konzern insgesamt plötzlich vor der Zahlungsunsähigkeit stand, von der Professor Hugo Junkers sicherlich mehr überrasch, worden ist als Außenltelieilde, dir die Entwicklung des Konzerns mit Sorgen verfolgt hatten.. i- Es ist bei dem gegenwärtigen Stande der Reichsfinanzcn cinr Unmöglichkeit, den Junkers-Konzern mit össenllichrn Mitteln zü sanieren,' ganz abgesehen davon, daß es nicht die Aufgabe des Steuerzahlers ist, für jede pnoatwirtschastliche Pleite den Kopf hinzuhalten. In einem Gutachten des Rcichsverkehrsinimstcriums ist festgestellt worden, daß Junkers Bedarf an lausenden Betriebsmitteln bis Ende April 2 bis 3 Millionen Mark und bis zum Jahresende I bis 6 Millionen Mark beträgt. Der Status des Konzerns zeigt bisher, daß keine Ucberschuldung, sondern Illiquidität vorliegt. denn bei etwa 13 Millionen Mark Passiven werden die Altiva auf etwa 23 bis 22 Millionen Mark bczisscrt. Das Reich, das in den letzten Monate» mit 533 333 Mark eingesprungen ist, hat durch das Berkehrsministcrium zunächst erkläre n lasse», datz eine Unterstützung von Junkers mit Zustimmung der gesetzlichen Körperschaften nur dann in Frage komme, wenn nach Beendigung des Vergleichsverfahrens auf privatwirtschaftlichem Wege das Unter- nehmen auf neuer Basis aufzubauen möglich erscheine. Diese Erklärung des Reichsocrlchrsimnistenums ist nur zu bc rcchtigt. Die Erfahrungen des Reiches, das 1323 fast 23 Millionen Mark bei Junkers verloren und den Konzern damals schuldensrci gemacht hat. sind in dieser Hinsicht traurig genug. Andererseits hat die Oeffentlichkeit bc! der Bedeutung, die Junkers nicht nur für das anhaltische Wirtschaftsleben, sondern sür den gesamten deutschen LmncmtieH' Trust- aKcnzernfreil Ws °nnf> offne KPfbd!0fr köstlich bis zum 1 "Jäutese Af?errp e"ebfesfllS0d if wentvolien 5f itkepelmotiven Ul/gzeug- nitb Motorenbau hat. cht gemisses Interesse ah der Erhaltung des Unternehmens, das in guten Zahren über S000 mrd auch kürzlich noch Z000 hoch. gualistzierte Arbeiter und Techniker beschäftigte. Die Opfer die zur Erhaltung des Betriebes notwendig sind, müssen in erster Linie von Junkers selbst gebracht werden. Auch die Banken, die mit dem Konzern zusammengearbeitet haben, werden Entgegenkommen zeigen müssen, Wenn nach dieser prioatwirtschaftlichen Sanierung öffentliche Hilfe sich noch als notwendig erweisen sollte, so muh jetzt schon ge- fordert werden, daß diese Hilfe nur unter der Bedingung gewährt wird, daß das Reich auch die entsprechende Kontrolle über den Junkers-Konzern erhält, <8s gibt noch Riesenauftrcige. llSOOOV Tonnen Röhren bei dem Internationalen Kartell bestellt. Das Jnternatonale Röhrenkartell hat von der I r a k- P e t r o- l e um Gesellschaft einen großen Auftrag auf Lieferung von etwa 150 000 Tonnen Röhren noch Kleinasien erhalten. Wie jetzt von deutscher Seite bestätigt wird, erhalten die am Röhrenkartell beteiligten Länder von dem Gesamtauftrag Anteile, die der Höhe ihrer Aerbandsquote entsprechen. Der Wert des Auftrages wird auf annähcmd 30 Millionen Mark beziffert. Die Quote der deuffchen Röhrenwerke am Internationalen Kartell beträgt 60 Proz., so daß demnach etwa 90 000 Tonnen im Werte von 30 Millionen Mark in Deutschland aus- gewalzt werden. Die Mannesmann-Röhrenwerke in Düsseldorf dürften als führendes Röhrenwalzwerk von diesem Groß- austrag am meisten profitieren, denn ihre Quoten im Deuffchen Röhrcnverband sowie in den anderen Röhren-Spezialocrbänden liegen zwischen 22 und 30 Proz. Außerdem besitzt die Mannesman»- werke-AG. in der Tschechoslowakei über ihr Werk in Komotau eine tschechische Syndikatsquote von annähernd 38 Proz., so daß sie auch an der Verteilung der tschechischen Röhrenaufträge in großem Um- fange teilnimmt. Eisenherren ruinieren den Expori. Avi-Rückvcrgütungen gekürzt/ Was tut die Reichsregierung? Die- Eisenverbände haben mit der willkürlichen Ruinierung des deutschen Exportes begonnen. Röhftahlgemeinschast und Stahlwerks- verband haben die sogenannten Avi-Rllckoergütungcn, das sind Per- oütüngen auf die offiziellen deutschen Eisenpreise für das in Export- waren verarbeitete Eisen, ab 1. April um 3 bis 5 M. herabgesetzt. Man hat willkürlich, um diese Herabsetzung recht- fertigen zu können, die der Berechnung zugrunde liegenden Welt- Marktpreise erhöht. Die Folge ist eine entsprechende Per- tcuerung des Rohmaterials für alle Eisenoerarbeiter beim Export. Die Folge ist die Verschlechterung der Konkurrenzfähigkeit der beut- scheu Maschinen- und Eisenwarenindustric auf dem Weltmarkt und eine weitere Erzeugung neuer Arbeitslosigkeit. Die eisenverarbeitende Industrie hat kürzlich er- llärt, daß sie den Kampf imt die Rückvergütungen gegen die Schwerindustrie aufnehme. Wir sind begierig, was dieser Ankiindi- nung des Kampfes sitzt folgen wird, nachdem die Schwerindustrie diese Ankiindigungen mit einer provokatorischen Senkung der Avi- Rückvergütungen behandelt hat. Zu handeln.hat aber auch Mc R« i ch s r e g l e r u n g Usid besonders das Reichs- m i r t s ch a f t s m i n i st e r i u m. Wenn die Reichsregisrung hier die Zügel schleifen lassen wird, macht sie sich, weil sie Druckmittel gegenüber dqr Schnzerindustrie genug bat, einer bewußten Schädi- gung gesamtwirffchäftlicher Interessen schuldig. Ozeanreisen werden„billig". Touristen können für 466 Mk. nach Rew �ork.. Die in Brüssel tagend« Konferenz sämtlich« an der Ngrd- nksantik, Schiffahrt beteiligten Reedereien hat infolge der rapiden Abnahme der Passagiere wesentliche Preiser mäßigun- gen beschlossen. Im Durchschnitt werden die Preise in der 1. Klasse, Kajütklasse und Touristenklasse um 20 Proz., in der 3. Klasse dagegen nur ym 10 Proz. gesenkt. Bei der H a m b u r g- A m c r i k a- L i ni e und dem. Nord- deutschen Lloyd wirkt sich die Preissenkung so aus. daß eine Fahrt erster Klasse auf den Riosendampsern„Bremen" und„Europa" auf 208 Dollar gegen bisher 260 Dollar herabgesetzt wird, während die Preise für die zweite Klasse sitzt 130 gegen bisher 162,3 Dollar betragen. Die Fahrpreise in der Touristenklasse f» diesen beiden Lampfern werde» von 133 auf III Dollar abgebaut. Wohlhabende Touristen, die jetzt aber auch nicht allzu dicht gesät sind, können also jetzt für 166 M. schon nach New Port fahren. Oie Reichsbahn im Kebruar. Der Güterverkehr der Reichsbahn hat sich im Februar tcatz der saisonmäßigen Belebung nicht über den des Januar er- haben. Im Personenverkehr haben nur die Schneefälle in der zweiten Monatshälfte eine kleine Belebung gebracht. Die Einnahmen betrugen nur 219,66 Millionen Mark, die Ausgaben be- liefen sich auf 294,54 Millionen Mark. Es wurden also 75 Millionen Mark weniger eingenommen als ausgegeben. Der gesamte Personalbestand hat sich gegenüber Januar von 609 942 auf 607 619 Mann verringert. Kreuger-Moratorium verlängert. Das Moratorium der Gesellschaften Kreugcr u. Toll, Ufa, Sesor und Aengsvik, sowie des Nachlasses Kreugers und einiger seiner nächsten Mitarbeiter ist gestern von der Regierung vorläufig b> s Ende April verlängert worden. Wiederaufbau der Kauftrast! Was wird nach dem 30. April? Die Wirffchaftskrffe ist gewiß keine auf Deuffchland lokalisierte Angelegenheit. Ader ebenso unbestreitbar ist die Tatsache, daß diese Krise in keinem anderen Lande so stark und so hartnäckig ist wie in Deutschland. Eigentlich dauert sie seit 1926, wenn auch der Beschäftigungsgrad in den Jahren 1927—1929 noch als gut zu bezeichnen ist, verglichen mit der Katastrophe, die mit den Unglück- seligen Septemberwcchlen 1930 einsetzte. Die Unkenrufe der Unternehmer, die bereits 1928 nicht verstummen wollten, erklären sich sehr leicht aus der Taffache, daß die Steigerung des Absatzes nicht gleichen Schritt hielt mit der Steigerung der Produktivität, die das Ergebnis der Rationalisierung war. Und damals waren die Absatznwglich- leiten noch gute, da die Löhne im Inlands sich noch im Aufstieg besairden und die Ausfuhr gleichfalls stieg. Trotzdem erwies sich damals schon die zügellose und planlose Rationalisierung als ein ungeheurer Fehlschlag, weil durch die nur teilweise Aus- Nutzung der Produktionsanlagen, durch die Stillegung von durch- aus wirtschaftlich arbeitenden Unternehmungen die sogenannten fixen Kosten st i e g e n und damit das ganze Ergebnis der Rationalisierung zerschlug. Und dies bei steigender Kaufkraft durch steigende Löhne! Der Abbau der Löhne, die Zurückziehung der Kredite, die das Ausland gegeben hatte, brachten den Zusammeiibruck). Obwohl die wachsende Wirffchaftskrise im Auslande eine Verengung der Aus- fuhrmöglichkeiten. zur Folge hatte und somit das Augemnerk auf die Stärkung des Innen Marktes gerichtet sein mußte, gab die Reichsregierung dem Druck der bankrotten„Wirtschafts- sichrer" nach und führte im Jahre 1931 einen beispiellosen Abbau der Löhne, Gehälter und Sozialleistungen durch. Rechnet man die gestiegene Arbeitslosigkeit, die gestiegenen Lasten für Steuern und Beiträge zusammen mit dem Abbau der Löhne und Gehälter, dann dürfte dadurch eine Verengung des Jnnenmarktes um mehr als ein Drittel innerhalb eines Jahres ein- getreten sein. Die Folge dieser selbstmörderischen Politik ist der Bankrott der größten und bestfundierten Unternehmungen. Ohne die Hilfsmaßnahmen des Reiches würden wir uns heute in einem chaotischen Zustande befinden. Angesichts dieser Taffachen kann tu nicht den mindesten Zweifel darüber geben, was nach dem 30. April, nach dem Ablauf aller Tarifverträge zu geschehen hat. Es M mir ein« Möglichkeit, den völligen wirffchafllichen Zufammenbruh zu verhüten: den Wiederaufbau der zerstörten Kauftraft. Wenn es heute noch Unternehmer gibt, die so hofsnungslbs unbelchrbar sind, daß sie einen weiteren Abbau der Löhne und Schalter verlangen.' so muß chnsn klar gemacht werden, daß weder dsi OsfsiiNlichkech noch die Arbeiterschaft geneigt ist, den Unternehmer« aus dsifeni Weg in das Chaos zu folgen. Die neue Giiuation. Am 30. März 1932 traten die lo h n p o I i ti s ch e n Such, bearbeiter der dem Allgemeinen Deutschen Ee- werkschaftsbund angeschlossenen Verbände zusammen, um zu der aus dem drohenden Ablauf der Tarifverträge Ende April sich ergebenden Situation Stellung zu nehmen. In der Aussprache zeigte sich, daß der Umfang der von den Unternehmern erfolgten Per- tragskündigungen noch nicht ganz zu übersehen ist. Immerhin lassen die bereits erfolgten Kündigungen erkennen, daß die Unternehmer weitere Verschlechterungen der Lohn- und Arbeits. bedingungen durchzusetzen oersuchen. Demgegenüber wurde zum Ausdruck gebracht, daß schon die jetzigen gewaltig reduzierten Löhne ein Niveau geschaffen haben. das im stärksten Mißverhältnis zu den geringen durch die Preisabbauaktion erzielten Preissenkunzen steht, lieber- einstimmend wurde betont, daß damit diejenige„neue S i t u a. t i o n" gegeben ist, die der Reichskanzler bei dem allgemeinen Lohnabbau durch die Notverordnung als Ausgangspunkt für eine Revision der bisherigen amtlichen Lohn- Politik bezeichnet hat. Daß angesichts einer solchen Situation gar ein weiterer Lohn- abbau in Betracht gezogen werden könnte, wurde durchweg mit Entschiedenheit abgelehnt. Die Aufrechierhaltung der gegen- wärtigen Löhne über den 30. April hinaus wurde allgemein als die Mindestforderung bezeichnet, die die Gewerkschaften gegenüber Regierung und Unternehmern zu stellen haben. Hitler-Alarm in der BVG. Vorbereitungen zur Machtübernahme. Die Vorbereiwitgen der Ztazis zum Staatsstreich, in die durch die'Aktion Soverings hineingeleuchtet worden ist, haben nicht nur in der Aufftellung, Bewaffnung und Verprooiantierung einer Privatarmee Hitlers bestanden. Es waren auch Vorkehrungen ge- troffen worden, um die Arbeiterschaft der lebenswichtigen Betriebe unter Druck zu setzen. So wurde z. B. von einem gewissen Meißner, Leiter der sogenannten nationalsozialistischen Fachgruppe der Berliner Berkehrsgesellschaft, am 8. Würz an die Mitglieder der NSDAP-, die in diesem Verkehrsunternehmen beschäftigt sind, fol- genhes Schreiben gerichtet: „Werter Bstriebskameryd! We uns gemeldet wurde, beab- sichtigen die uns feindlich gesinnten Verbände der RÄQ-(KPD.) und der freien Gewerkschaften(SPD.) b ei einer evtl. Re- gierungsübernahme von unserer Seite durch ihre Terrorgruppen die Betriebe zu zerstören. Aus diesem Grunde werden die Mitglieder der US. Zachgruppe BVG. zu einer Betriebs. schutzitassel zusammongestsllt. die in einem solchen Faste sofort eingesetzt worden kann, um unseren Broterwerb sicherzustellen. Du bist für diesen Fall der betr. Schutz- staffel(folgt der Bezirk. D. Red.) zugeteilt worden. Dein zuständiger Gruppenführer ist der Pg.(folgt der Name), von diesem erholfft Du alle weiteren Anweisungen mündlich." In einem am 10. Februar von dem gleichen Fachgruppenlciter verschickten Schreiben werden die NSDAP.-Mitglied er bei der BVG. zu einem M i t g 1 i e d e r a p p e l I am 2 5. A p r i l, in der Zeit von 9 bis 21 Uhr, im Lokal von Köhler in der Oranienstraße 60, aufgefordert, bei dem die Mitgliedsbücher zur Kontrolle vorgelegt und mündliche Anweisungen gegeben wurden. In diesem Schreiben heißt es zum Schluß:„Mitglied»«, die sich der ange- setzten Kontrolle nicht unterziehen oder ein» begründete Entschuldi- gung nicht beibringen können, werden sofort aus der Betriebszelle ausgeschlossen. f Die Zachgruppc besindet sich jetzt �ena» wie alle andere» parlelorganisationen im Alarmzusto td. darum hat jeder ein. zelne sich saht bereit zu halten, um zur bestimmten Stunde an den ihm angewiesenen Platz zu treten!" Beide Schreiben sind von Meißner ämterzeichnet:„Mit Hitler Heil!" Genau so wie beim BoxBeimer Dokument ans Anweisung aus München, genau so Joie bei der Zusammenziehung der feldmarschmäßig ausgerüsteten«jÄL- und» S«.-Formationen unmittelbar vor der Reichspräsidentenrhahl ging diese Mobilisierung in den öffentlichen Betrieben zum Zwecke des Staatsstreichs unter der Maske der Abwehr eines kommunistischen Puffches oder des Wider- standes der Arbeiterschaft, gegen die Machtübernahme der Nazis vor sich. In Wirtlichkeit wird umgelehrt ein Stiefel daraus. Wenn Hitler am 13. März die nötige Anzahl von Stimmen bekommen hätte. würde sich seine braune Privatarmee in Marsch gesetzt haben, un- geachtet der zu„Legalitätszwecken" erlassenen Anrvsifungsn, nur im Falle eines kommunistischen Puffches die Offensive ergreifen zu wollen. Durch die Zlbstinunung om 13. März ist den Nazis jedpch die Ernte verhagelt. Aber nun hat man einen neuen täewcis dafür, w o die Putschisten sitzen und daß sie sich nicht nur der Wehrmacht und der Polizei zu bemächtigen suchen, so». dern auch der äffen tl ich e.n.Be triebe. Es wird von der Arbeiterschaft abhängen, daß diesen staatsfeindlichen Mobilwachun- gen ein Ende bereitet wird. Lniernationale Arbeiisbefchaffung. Deuffchland im Schmollwinkel. In Paris tqgt zur Zeit der Välkerbund-ausfchuß für ä f f e n t l i ch c L r b e i t e n. Der Vorsitzende dieses Ausschusses — ein Unterausschuß der Verkehrs- und Transtlkomnussion des Wl- kerbuiÄes— ist der Generaldirektor der Deuffchen Reichsbcchngesell- ichaft Dr. D o r p m ü l l e r. Die Aufgabe der Pariser Arbeitsbeschaf- sungstagung besteht in der Untersuchung von zwei Fragen: 1. Inwieweit sirw die von den Regierungen vorgelegten?lrbeilsbeschaffungs- plane wirtschaftlich verwertbar? 2. Kärnten diese Pläne zu einer internationalen Einheit zusammengefaßt werden? Nach Klärung dieser Fragen soll der Ausschuß zur Prüftxng des Verfahrens für die Finanzierung der iiüernalionalen Arbeitsbejchai- jung übergehen. D eu t s ch l a n d hat bis jetzt, trotz der Berlin dbm Direktor des Internationalen Arbeitsamtes, Albert Thomas, gemachten Zu- jage, dem Internationalen Arbelt samt»och keine Arbeitsbeschaffungspläne vorgelegt. Der Grund für�disse Zu- rückhaliung liegt allem Aiffchein nach in der bei gewissen Stellen der Regierung herrschenden Auffassung, daß eine internationale Arbelts- bcschaffung erst nach der Regelung der Reparativ ns- frage möglich sei. Die Reparationsfrage ist gewiß brennend, aber die Bejchaffftng von Arbeit und Brot ist es auch. Man soll das eine tat und das andere nickst lassen. Jedenfalls sollte man sich davor hüten, den K!anrpf um internationale Arbeitsbeschaffung etwa gar mit einer Art Prcstigepolitik zu belasten. Wenn es ein Land gibt, das ein Lebensinteresse an einer internationalen Arbeitsbeschaffung hat, so ist es Deuffchland. Karl sehschold 60 Jahre alt. Außer vielen anderen Ersqlgcn hat die heute im Verbände der Nahrungsmittel- und Getränkearbeiter vereinigte Qrganisatton der Bäcker den großen Erfolg zu verzeichnen, d-n lcho« August Bebel inst angebahnt hatte, die Beseitigunz der Nachtarbeit. Zu dem gründlichen Wandel der Dinge hat auch Karl Hetzschold fem gutes Test beigeben. Wer auch über den Rahmen der Berufsorganisation hinaus war er in der Gesaust- bewsgung tätig, stand er vorn mit in der Front, die wir heute die Eiserne nennen. Wir wünschen dem Sechzig!»ihrigen, daß er noch lange in ungebrochener Kraft im Dienst» der Arbesterbeweguitg tätig sein kamt. qu� � tnoten Hochfeines hondgeorbeifete QUAUTSTS-ZIG APREN � Sumatra-Sondbl. zu 12. 15. 20. 22. 2U. 30. UO. 50 pf. jllustb spbxia i BERLIN W8, Französische Str. 21 u. Zweiflgeschätte. Arbeiternot in Polnisch-Oberschlesien Die Ginnlofigkeii des kapitalistischen Wirtschastssystems. Zu Osi-berschlesien mehren sich die Arbcikerent' lassungen päd Stillegungen. Die bekannte Laura-Hütte, die zulehr 1500 Arbeiter beschäftigte, ist trotz des Einspruchs des Dpuobihaachungskomaiissars stillgelegt worden, weitere Siilltguagen werden von den Zndustriellen angekündigt, die gletchze-tig einen Abbau der Löhne um 25 Prozent verlangen. Dos Los der Arbeiter in Polnisch-Oberschlesien stellt ein Musterbeispiel.�ar für die brutale Sinnlosigkeit des kapitalistr- scher Wirtschaftssystems. Das einst blühende ostober- schleftsche Jndustrierevier ist durch eine faschistische Wirtschaftspolitik y:rJ) durch maßlosen nationalistischen Fanatismus an den Rand des Abgrundes gebracht. Es ist heute ein Trümmerhaufen, und die dort lebenden Menschen, deren Schicksal an diesen Raum und seine Arbeitsstätten gekettet ist, sind, da die polnische Arbeitslosenunter- stützung das Daseinsminimum nicht gewährleistet, zum Ver- hungern oerurteilt. Das polnisch gewordene oberschlejische Dndustrierevier und seine Arbeiterbeoölkerung stehen vor dem völligen Zusammenbruch, vor dem erbarmungslosen Ruin! Da-u schreibt das sozialdemokratische Organ in Kattowitz:„Ge- wiß ist es gegenwärtig überall schlecht, aber darunter leiden nicht alle. Im Gegentell, es gibt eine privilegierte Kaste in unserer engeren Heimat, die das Volk bestiehlt und das Geld ins Ausland oerschleppt. Alle reden über die fabelhaften Gehälter der Direktoren, die Staatsmänner nicht ausgenommen. Die gesamte Presse, wenn wir von den Organen der Schwerindustrie absehen, schreibt ununterbrochen dagegen, aber es hat sich noch keine Macht gezeigt, die hier einschreiten und dem Raubzug ein Ende setzen würde. Die einen leben in Saus und Braus, und die anderen haben nichts zu essen. Das ist es gerade, was die Erbitterung steigert. Ein Direktor, der monatlich 5 0 000 Zloty bezieht, verlangt von den Arbeitern, die monatlich 120 Zloty verdienen, sie sollen auf 2ö Proz. ihres Lohnes verzichten! Das ist etwas Unfaßbares, ja Unmoralisches. Wenn man noch hinzufügt, daß Sozialbehörden dem Direktor und nicht den Arbeitern recht geben, so kann man sich vorstellen, wie das auf die Arbeitermasscn wirken muß. Doch lassen wir das, denn wir haben schon das tausendmal hervorgehoben, ohne daß diese Wahrheit sich durchsetzen konnte. Die Hälfte aller Industriearbeiter liegt auf der Straße, sie ist existenzlos. Irgendwelche Aussicht besteht nicht, um diese Arbeiter dem Produktionsprozeh anzureihen. Sie werden lange Zeit auf Arbeit und Verdien st Möglichkeit warten m ü s s« n. Viele von ihnen werden zugrunde gehen, denn die Unlerftützungsgelder fließen immer spärlicher. Der polnische Staat beklagt sich, daß seine Einnahmen zusammenschmelzen, daß er den Arbeitslosen nicht mehr in demselben Maße helfen kann wie bis jetzt. Die Unterstützungsgelder werden immer knapper, und die Zahl der Arbeitslosen wird immer größer. Bald ist der 1. April da, und im April werden neue große Betriebe stillgelegt. Die Arbeiter in der Baildonhütte wurden gekündigt. Die Arbeiter in der Blücher-Grube wurden gekündigt. Die Belegschaften der Eräfin-Laura-Grube und der Florentinen-Grube sind gekündigt ■ ÜuiXj uuf Vkl&r/u.LfijU steigern. 120000 Arbeiter liegen schon auf der Straße, und 13 000 Ar- beiter werden noch hinzukommen. Auf der anderen Seite werden die Unterstützungsgelder beschnitren, und das wenige muß für die große Masse der Arbeitslosen ausreichen. Man kann sich vorstellen, wie da den Arbeitslosen an den Osterseiertagen zumute war. Rcbstdem werden die Löhne immer von neuem ab- gebaut. Aus den einzelnen Gruben wird gemeldet, daß trotz des Lohnabbaus um 8 Proz. das Gedinge so berechnet wird, daß der Arbeiter nicht einen 8prozentigen Lohnabbau zu verzeichnen hat, sondern viel mehr, in manchen Fällen sogar über 20 Proz. Was wird erst werden, wenn die Armee der Arbeitslosen um 13 000 steigen wird? Das ist eine Frage, die offenbleibt, die nie- mand beantworten kann, und diese Frage lastet wie ein Alp auf der Arbeiterklasse in dem Industriegebiet. Heute ist kein einziger Arbeiter sicher. Niemand weiß, wie lange er noch im Betrieb verbleiben, ob die Grube oder die Hülle, in welcher er arbeitet, im nächsten Monat noch in Betrieb bleiben wird. Die Lage ist im allgemeinen derart unsicher, daß man auf alles gefaßt sein muß." Die Krisenbelastungsprobe. Gewerkschaften sind ihr gewachsen. Für die Berliner Ortsgruppe des Verbandes der Zlahrungs- mittel- und Getränkearbciter war das Jahr 1S31 die schwerste Belastungsprobe seit ihrem und ihrer Vorläufer Bestehen. Der stän- dige Rückgang der Beschästigungsmöglichkeit in allen Branchen im vorigen Jahre, die monate- und teilweise jahrelange Ar- beit-losigkeit und Kurzarbeit vieler Verbandsmitglie- der uno die damit verbundene seelische Zermürbung hat leider einen nicht unbeträchtlichen Teil von Mitgliedern der Organisation ob- trünnig gemacht. 3444 meist erwerbslose Mitglieder sind der Or- ganisation im vorigen Jahre in Verlin untreu geworden, so daß die Ortsgruppe Berlin des Verbandes der Nahrungsmlltcl- und Getränkearbeiter Ende 1031 noch 14 832 Mitglieder zählte. Dabei hatte die Organisation eine überaus rege Tätigkeit zur Abwehr der Unternehmerangriffe auf die Lohn- und Arbeitsbedingungen entfaltet, die die Bäume der Unternehmer nicht in den Himmel wachsen ließ. Zur vollen Abwehr der lohnpolitischen Gefahren, die sich aus der verhängnisvollen Offenbarung der poliri- schen Urteilslosigkeit des deutschen Volkes am 14. September 1030 ergaben, könnt« die Kraft der Organisation begreiflicherweise nicht ausreichen. Daß die Organisation zur Linderung der Not ihrer bedrängten Mitglieder alles aufgeboten hat, beweist die Tatsache. daß von den Einnahmen für die Hauptkasse in Höhe von 004 000 Mark insgesamt 531 073 M. an Unterstützungen wieder an mc TNlkglieder Zurückflössen, davon allein rund 132 000 M. für Arbeitslos«, 113 732 M. für Kranke und 203 123 M, an Alters- und Jnoalideimnterstützung, In der Generalversammlung am Mittwoch, in der über die Tätigkeit der Ortsgr Uppenleitung im vorigen Jahre an Stell« des erkrankten 1. Vorsitzenden der Ortsgruppe Genossen Ho- dapp durch seinen Stellvertreter Genossen Schultz Rechenschaft od' gelegt wurde, herrscht volles Verständnis für die schwierige Loge, in der sich die Organisaiionslellung im vorigen Jahre befand. Ohne über den Geschäftsbericht zu diskutieren, wähllen die Delegierten einstimmig die zur Wahl stehenden Mitglieder des Ortsgruppen Vorstandes Schultz, Kastner, Rohdc, und Wienzicrs wieder. Noiverordnung und Beiriebsraiegeseh. Verfehlter Auslegungsverfuch. Das. Reichsarbeitss-richi beschäftigte sich mit der Rechtsftagr, ob die Notverordnung des Reichspräsidenten dos Betriebsrategesey mit seinen Bestimmungen ausschallet und kam zm Verneinung dieser Frage. Die Stadtgeincinde Sonnenburg halle am 28. September 1031 einen Angestellten, der Mitglied des Betriebsrats war, ohne Zustimmung der Betrieb svertretung entlassen. Der Entlassene hielt die Kündigung für unstatthaft und klagte. Die beklagte Stadtgemeinde machte geltend, daß nach der Ver- ordraing des Reichspräsidenten vom 24. August 1031 und d.r Verordnung der preußischen Regierung sie zwecks Ersparung von Ausgaben auch Arbeitnehmern kündigen und sich über die Bestimmungen in§ 06 Abs. 2 des Veiriebsrätegesetzes hinweg- setzen könne. Falls das nicht angängig sei, ergebe sich ihre Berechtigung zur Kündigung aus den Natoerovdnungen des Reichs- Präsidenten. Diese Angaben werden von dem Kläger und seiner Organisation bestritten. Dos Reichsarbcitsgericht entschied zugunsten des Klägers und stellte grundsätzlich fest, daß die Notverordnungen das Velriebsräkegesetz nicht ausschalten und die Beklagte nach w.e vor zur Kündigung von Bctriebsratsmitgliedern die Zustimmung der Betriebsvertretung einholen muß. Denn nach§ 06 des BRG. kann ein Beiriebsratsmitglicd nur bann eni lassen werden, wenn die Zusiimnning der Bekriebsvertrctung vor liegt.(RAG. 24/32.) f Freie Gewerkschafts-Lugend Berlin Heute, Freitag. 1. April, 10U Uhr. logen die Gruppen: Süden: 5 vi gendheuu Wafsertorstr. 9. April— April.— Charlotte u bürg: Äugend heim Spreestr. 30. Heimbesprechung.— Nordring: Jugendheim, Schult Sonnenburger Str. 20..�rcisfunktionärfitzung.— Treptow: Jugendheim Slsev straße 3(am Bahnhof Treptow). April— April.— Reukölln. Iugendhciri Treptower Ctr. W. April— April.— Hermavnplatz: Jugendheim Sander straße 1l. Ecke Hobrechtstraße. Heimbesprechung.— Osten: Äugendheim Fror? furter Allee 307(Äins-Ziinmer). Reihenvortrag: Tie Entwicklungsgeschichte d,! deutschen freien Gewerkschaften.— Zcppelinplafi. Jugendheim Turiner Eck» Seestraße. Heimbesprechung.—- Reinickendorf«Ost: Jugendheim Lindaner Straß- (Baracken). Heimbesprechung, Zcitungsschau.— Adlershof: Jugendheim Adlers Hof, Bismarckftr. I. April— April.— Nordosttrcis: Jugendheim Sonnen burger Str. 20. 20 Uhr Äreisfunttionärsttzung. Achtung, Achtung! Db erwerbslosen Jugendkollcgen Eharlottenburgs kommen während der Schulferien Dienstags und Freitags von tö bis �8 Uhr im Jugendheim Rostnenstr. I vnrn i Treppe, Zusammen. �ivaendgruppe des'Zentralverbandcs der Angestellten Heu». FrtiLax. fludrn folgende DeranstilUiinzev ftaU: Südwest: ö»> gendheim Toraste. 11(2. Hof, Quergebäud«. 1 Steiixe. Limmer M Avril! April! 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Man merkte es cherrn Seelmann in der gestrigen Sitzung malst in, w;« peinlich es ihm war, als der Angeklagte Rechtsanwalt Dr. Lürf an ihn, dem Rechtsanwalt und ehemaligen deutsch- i at i o n a l e n Abgeordneten, die Frage richtete: Haben Sie .11 Jahre 1925 als deutsch nationaler Abgeordneter nicht Vorträge «ehalten, in denen Sie sich speziell mit dem Barinat- und Kutisker Lkand.il beschäftigten? lind Rechtsanwalt Dr. Sandak ergänzte nese tiutifchc Frage: Hot nicht etwa die Raiffeisenbank die Stützungs- iktion für Uralzeff bloß aus dem Grunde durchgeführt, weil ein wlitifcher Skandol oermieden werden sollte. Or. Seelmann und die Äarmat-Affäre. Dr. Seclmann wirst sich in die Vrust:„Mit Politik hat du: Itaii'eifcnbank nichts zu tun gehabt. Da ß Direktor Dietrich ind ich Mitglieder der Deutschnationaleu Partei oaren beruhte bloß auf einem Zufall. Im Vorstand iefandcn sich auch Herren aus anderen Parteien. Was meine an- leblichc» Vorträge über Barmat und Kutiskcr betrifft, so gab es ja m Jahre 1925 überhaupt keine Wahlen. Ich habe mich in der tutisker- und Barinat-Affäre der größten Zurückhaltung befleißigt." Der Angeklagte Türk bleibt dabei: Der Zeuge habe ihm persönlich >efagt, er müsse zu einer Versammlung, die sich speziell mit den 5 a t m a t- und Kutisker- Zlsfären beschäftigen werde. Iralzeif setzt das Tipselchen aufs i: er stellt fest: Der Zeuge war ruch Mitglied des Landtags-IIntersuchungsausschusses! Ist das nicht ilnüsant? Mitglied des Uniersuchungsmtsschusscs ausgerechnet zur ckben Zeit, als er sich krampshait bemühte, aus dem legendärem Imerika- und Russengsschüft die au Uratzess verpulverten Millionen -creinzubekonnneil? Rechtsanwalt Dr. Zandak erinnert an die berüchtigte Aussichtsratssitzung, in der Gehelmrat Dietrich, der deutsch- müvncle Vizepräsident des Reichstags, nach Auszählung der Dutzende um Millionen, die in verschledeucn Unternehmungen eingefroren raren, zu unbedingtem Stillschweigen ermahnte, da die Raiffersm- bank sonst Gefahr lause, in eine Reihe mit Barmat und Kutiskcr abstellt zu werden. Der große Dietrich erwies hier eine geradezu mvphetische Gabe. Warum keine Strafanzeige? Nicht minder peinlich als dieser Komplex war für den Zeugen öoelmanii. dem Rechtsanwall und Notar, der andere Fragenkomplex: L e s l, a l b hat die R a i f f e i f e n b a n k gegen Uralzeff eine Strafanzeige gestellt? Die Lagerräume mit den Zscherheitcn waren ausgeräumt, ein Wechsel erwies sich als ge- älscht, die Uutcrschriften aus der Urkunde der Pariser Handelsoer- retung desgleichen— wo aber blieb die Strafanzeige? fragt Ural; est. .Ich glaubte," erwidert Dr. Seelmann,„die Pariser Handelsdele- lation würde von sich aus die Sache verfolgen."„Aha," triumphiert Irahjeff,..das haben Sie geglaubt? Die Pariser Handelsvertretlmg >at aber keine Strafanzeige erstattet. Und weshalb nicht? Weil ie Urkunde echt war. Sie wollte sie nur nicht anerkennen." Dr. Zr ümann bittet, diese Frage an andere Herren zu richten. Er sei mr 12. Januar>926 aus dem Vorstand ausgeschieden und könne «arüber nichts sagen. Or. Seelmann und Ostwolleaktien. Ueber die Umstände, unter denen Uralzeff von der Raisteisen- lanf mll den wertlosen ostproußischen Dampfwolleaktien übers Ohr ichauen wurde, will der Zeuge nichts Genaues wissen. Er muß .der eingestehen, daß er in seiner„Wut" gesagt habe:„Um Gottes stillen, für 7,2 Millionen kauft man ja die gesamte Oslwolle- Industrie, nicht aber bloß Oftwolle-Aktien. Und er befand sich auch rn Zimmer, als dem Angeklagten Uralzeff das Aktienpaket, das öchstens 1'A Millionen wert war, übergeben wurde. Es fei nicht m: geschlossen, sagte der Zeuge, daß die Uebernahme der Aktien durch Uralzeii einen Einituß aus die Gewährung weiterer Krebste gehabt hat.„Menschlich bestellt wohl kein Zweifel, daß es so war", meint der Staatsanwallsschaftsrat Schumacher,„denn eine Hand wäscht ja die ander e." Und schließlich die letzte Episode aus der gestrigen Vernehmung des Zeugen Dr. Seclmann. Uralzeif wurde noch Uebernahme des Aktisnpakets in den internen Berichten plötzlich nicht anders als „Jakob" bezeichnet. Weshalb? Der Zeuge sagt, well Uralzeff dem Derwallmigsorgan groß« Sorgen gemacht habe und man feinen Nanien nicht der Oeffentlichkest habe preisgeben wollen. Uralzest nennt einen äderen Grund: Man sei auf den Namen Jakob infolge einer Illustration über die Raifseisenbank im sozialdemokratischen Witzblatt„Der Wahre Jacob" gekommen. Spritschmuggelgeschäft. Der zwestc Zeuge des Tages war der frühere Dirertor der Atlan. Transoccan A..-G. Pohl. Uralzeff hatte in seinem„Testa- meist" einen versiegelten Brief, den er seinem Anwalt, dem jetzigen Angeklagten Türk, übergeben hatte, den Kaufmann Pohl als den- jsnigen bezeichnet, der über sein amerikanisches Spritzeschast Auf- schluß geben könne. Dem Slaatsanwoll war es nach großen Be- mühungen gelungen, den Kaufmann Pohl ausfindig zu machen. Uralzeff erklärte aber: Dieser Kaufmann Pohl, den ich zwar keime, ist nicht der Polst, dem ich die 51- Millionen Dollar zum Spritgcschäst gegeben halie. Ein Angestellter der Raisteisenbank hat mich an die Transoccan A.-G. gewiesen, well sie S p r i t s ch i f f e nach Amerika ausrüste. Als ich aber hinkam, war das Schiff berests unterwegs. Der Zeuge Pohl bestätigt dos. Sprstschmuggel- geschäste waren ober damals an der Tagesordnung. Reelle Kam- leiste waren ganz wild danach. Der Zeuge nennt den Namen eines bekannten Leipziger Industriellen, der nur auf Handschlag 506 666 M. in solch ein Geschäft hineingesteckt hat. Uralzeff kann aber keine ausreichende Erklärung baiür"geben, daß er den Zeugen Pohl in seinem„Testament" genannt hat. Er bleibt dabei, 5'A Millionen Dollar in ein Spritgeschäst hineingesteckt zu haben. Die Verhandlung wird auf Freitag vertagt. Ermäßigung aus Hundesteuer. preußischer Innenminister ermahnt die Kommunen. Nach Art. 12 der Ausführungsanweisung zum Kommunalabgabengesetz soll bei der Erhebung der Hunde st euer auf Grund örllicher Steucrordnungen an der Vor- schrift festgehallen werden, wonach die Eigentümer von Hunden insoweit mit der Versteuerung verschont werden sollen, als die Hunde zur Bewachung oder zum Gewerbebetrieb unentbehnich sind. Dementsprechend enthält die Mustersteuerordnuiig zu der vorgenannten Ausführuiigsaiiweisiiiig die erforderlichen Brfrciungs- oorschriften. In die Steuerordnungen zahlreicher Gemeinde,, und Kreise sind die erwähnten Befmungsvorschnften jedoch nicht ans- genommen worden. In einem gemeinsamen Runderlaß ersuchen die preußischen Minister des Innern und der F i n a n z c n jetzt die. Aufsichtsbehörden, auf eine entsprechend« Ergänzung der Steucrordnungen hinzuwirken. Bei den Ministern ist des weiteren darüber Klage, gefichrt worden, daß verschiedentlich, auch wenn die Steuerordnuug die Steuerfreiheit von Hunden, die zum Gewerbebetrieb unentbehrlich sind, vorsieht, die Steuerfreiheit für H e r d e n g e b r a u ch s h u n d e lHirtenhunde) abgelehnt worden ist. Die Minister weisen demgcgen- über darauf hin, daß die Besitzer solcher Hunde st euer- frei sind. Unterschlagung in Breslau. Auf dem Breslauer Polizeipräsidium meldete sich ein Bezirksdirektor der städtischen Wohlfahrtspflege und schilderte aussichrlich, wie er von Räubern im Auto entfuhrt worden sei: 2166 Mark Wohlsahrtsgeldcr. die er bei sich getragen habe, Hüsten chm die Verbrecher außerhalb der Stadt abgenommen.«.. Em Kreuzverhör und nähere Nachforschungen führten allerdings zu dem Ergebnis daß die ganze Geschichte dos Produkt einer romantischen PhantasR war."Der Direktor haste seine Entführung«rsunden, um seine Unterschlagung der 2166 Mark zu vertuschen. Er wurde verhaftet. Holzabgabe aus den Siaaisforsten. 120000 Raummeter Holz an Arbeitslos?. Wie der Zlmstiche Preußische Pressedienst millellt. hest jjj,. preußische Stoatsfor st Verwaltung, um den Arbeits. losen zugleich Brennstoff und Arbeit zu verschaffen, oerschii�cntlich geringwertiges, insbesondere trockenes Holz zum Selbstemschlag'>>urch Arbeitslose gegen Zuzahlung eines geringen Preises von e>va 6,36 bis 6,56 Mk. je Raummeter abgegeben. In der Zell vom 1. Ap-R 1931 bis Ende Januar 1932 sind in Preußen 726 666 Raum- meter an Arbeitslose zur Selbstgewinnung abgegeben worden. Zluch sind Durchforstungen in jüngeren Beständen durch Erwerbslose gegen kostenlose Abgabe des von ihnen eingeschlagenen Holzes ausgeführt worden. Erwerbslose, insbesondere solch«, die keine Unterstützung mehr beziehen, können entsprechende Arbeiten bei Forstkulturen leisten: das von chnen hierfür verdiente Geld wird dann zur Bezahlung von 5)olz verrechnet. Forderungen, die in dieser Richtung gingen, sind in den letzten Jahren wiederholt erhoben worden. Der alte Staat Preußen hat niemals daran gedacht, den Aermsten der Armen in dieser Weise zu helfen. Da? moderne Preußen hat es in groß- zugiger Weis« getan, Warten wir nun ab. was die in Preußen zahlreich vorhandenen privaten Forst besitze r, in deren Forsten viele zehntausende Raummeter Absallholz oerkommen, in dieser Hinsicht tun werden. Llmstellung im Wintergarten. Der Wintergarten, van den Berliner Großvarietes das älteste und populärste, will den Versuch machen, seinem Programm eine neue Form zu geben. Man will das Rene„Varieterevue" nennen»nd hofft und glaubt voller Zuoerstcht. daß eine solche Revue stärker als bisher das reine Varieteproaramm wirken wird. Wenn wir nicht irren, hat einen ähnlichen Versuch vor einigen Jahren bereits ein anderes Berliner großes Variete unlernoinmen und ist wieder davon abgekommen. Der Wintergarten hat sich die beiden bekannten Humoristen Max Ehrlich und Paul Morgan verpflichte', die um sieben erstklassige Varietenummern einen Rahmcntcxt her- gestellt haben, den sie„Fünf im Käscwagen" nennen. Ganz geheuer ist den fröhlichen Männern wohl selber nicht zu Mute, denn in cincr Vorbesprechung betonten sie sehr witzig die große Empfindlichkeit des deutschen bzw. des Berliner Publikums, die noch immer dc>' politischen Witz ausschließt. Was wird also schon groß übrig bleiben? Warten wir ab und hoffen und wünschen auch wir dem Winter- garten das, was er sich selbst wünscht: Erfotg. Eine weiter? Zlttraklion ist in Form eines riesigen Tonfilmapparatcs Europa II modernster Konstruktion erworben worden, der im neuen Zlprilprogramm zum erstenmal vorgeführt wird. Die Neuregelung des AusverkaufStvescns. Der Polizeipräsident teilt mit:„Am 1. April d. I. tritt die auf Grund der?dotoerordnung des Reichspräsidenten zum Schutze der Wirtschaft vom 9. März 1932 ersolgte Neuregelung d e s A u- v e r k a u f sw c se n s in Krasr. Hierzu ist gleichzeitig eine Anord nung- des Polizeipräsidenten ergangen, nach der als Ausverkäufe in öffentlichen Bekanntmachungen oder Mitteilungen, die für cir,■' größeren Kreis von Personen bestimmt sind, nur solche Ber anstaltungen angekündigt werden dürfen, die ihren Grund in der Aufgabe des gesamten Geschäftsbetriebes oder des Geschäftsbetriebes einer zweiten Niederlassung oder einer einzelnen Warenaarrui-a haben. Spätestens fünf Tage nor der Ankündigung eines Ausverkaufs ist der Industrie- und Hindelskainmer'Anzeige zu machen. Die erforderlichen Unterlagen find einzureichen. Die Dauer von Aus» Verkäufen darf in der Regel zwei Monate nicht Überschreiiein Räumungsvertäufe dürfen nur stattfinden, wenn in jedem einzelnen Fall«ln von der Berkehrsaufsassung als ausreichend anerkannter Grund vorliegt, z B. Brandschaden, Ausgabe einer Filiale. ?luseinandersetzung oder Gcschäjtsvcrlegvng. Derartige Räumung:- Verkäufe dürfen aber nicht länger als einen Monat dauern." -S V/urst�oi'on Dampfwurst............. m 0,65 Fleischwurst.............. Ptd. 0,70 Jagdwurst................ pw 0,80 Mettwurst ßrinnscbw. Art, Pfd. 0,85 Wiener Würstchen..... Pfd. 0,88 ff. Leberwurst............ Pfd. 0,98 Teewurst................... Pfd. 0,92 Zervelat od. Salami.... Pfd. 0,98 Sshinkenpolnische...... ptd. 1,03 Fetter Speck.............. Pfd. 0,68 Nuss-Schinken........... Pfd. 1,38 Delikatesswürstch. dos«. Star 0,65 Magerer Speck........ pm. 0,84 Obst und Gemüse Apfelsinen.............. Z Pfd 0,46 klutapfelsinen......... 3 Ptd 0,58 Amerik. Tafeläpfei...3 Pfd. 0,98 Zitronen............. vu-d. von 0,2 i Odnüsse.................. Ptd. 0,25 Bananen................... Ptd. 0,28 Salat.................... Kopf 0,12 Radieschen.............. Buud0,10 Grüne Gurken..... stict von 0,33 Rot-, Wels>-od. Wirsingkohl PIA 0,07 | Malta-Kartoffeln...3 Pfd. 0,44 Konserven �dom Kalif. Stangenspargel..... 1,98 Stangenspargel extrs stark 2,20 Kaisererbsen................. 1,30 Junge Erbsen tein............. 1,05 Junge Erbsen mituUein...... 0,74 Gem. Gemüse mittsistän..... 0,95 Haushalt-Mischung aus geirocJjneten Erbsen bergestellt 0»38 Karotten...................... 0,32 Spinat.......................... 0,42 Frische Fische *Ka be I j a u gr., o. il, t. g., Pfd. 0,1 4 * Seelachs gn,o.iL,i.e., Pfd. 0,1 4 "Merlan m. il, i. g...... pm. 0,1 6 "Schellfisch m-K., Lg., Pfd. 0,28 "KabeSjaufilet...... pid.0,22 "Zander gefroren,!. g.,Pfd.y, 0,38 "LebendeSchleie pmv 0,68 Avne»erInge g lebende Bleie n 91 fd. von................. UjfcTr Pfd. Preise nur Frei reg und Sonnabend. Mengenabgabe vorbehalten. Verkaut sewelt Vorrat. Flelscn u. leidttvereerbl. Waren sind vom Versand ausgeschlossen. Zusendung van Lebensmitteln bei Bestellung von 3,00 M. an. Wild und Geflügel Hirschkeulen............ pm von 0,96 Hirschrücken............ PMvonO,76 Wildschweinkeulen. pm. van 0,98 Wildschweinrücken ptd. von 0,86 Wildschweinblätter pm von 0,76 Frisches Fleisch Schweinebauch«.eaii.Dfd. 0,54 Schweinekamm und-Schuft/ ebne Beilage...Wd. Uf72 SchweinekoteiettPfdv. 0,78 RÜCkenfett bratfertig, Pfd. 0,50 Ka I bska mm o. Betig.«d v 0,40 Kalbsbrust........ pm von 0,52 Fette und Käse AlleKeinit» Markenbutter........... Pfd. 1,48 Allorfalnste Molkereibutter.......... Pfd. 1,40 Margarine............... Pfd. 0-32 Tllsiter voiifett.............. Ptd. 0,6S Dön. Gouda«r,......... pm. P,7« Dänisch. Schweizer so�pfd. 0,60 Allg.Stangenktise zpu Pfd».42 Briekäse voiifett........... pm 0,53 Steinbuscher voiifett..... pm 0,68 Bayr. Schweizer voiifatt.Pfd.v. C,9S v In allen Häusern ausser Andreasstrasse Räucherwaren Bücklinge............ PM 0,22 Schellfisch ger........ pm. 0,28 Seelachs ger.......... pm 0,32 Stückenflundernser.Pfii 0,36 Flundern ger..,........ pm 0,32 Sardinen Marke Hertie Doe. 0,32, 0,40, 0,60,1,10 Jubiläums-WeineÄe r�Fi RoterJohannisbeepwein 0,65 6,00 Feiner ErsSbsorwein..... 0,95 9,00 Feiner Insel Lamas...... 1,25 12,00 1931ei Schlots Böckelhei- 1: fi. lori, mer Mühlberg d'.targewscbs 0,85 8,00 28"Chät.Larose-Baurech 1 ,25 1 2,00 Molkereibutter ..Pfd. 1,32 „Cldor" sflsser Apfelwein...... 0|65 Rheinpfälzer Weisswein 0,68 Heldelbesrwein........... 0,75 Deutscher Wermut........ 1,00 Douro-Portwein.......... 1,60 Deutscher Weinbrand.„__ abgelagert« Qaeiit&t.............. 4,60 22,50 Preise oho« Flasche 5 Llr. 3, CO 3,25 7,50 4,75 7,50 KalbskeulebisSPfd.schvrer paaz oder getf-ilt...*..... Pld. vonü�CO Suppenfleisch, pm von 0,40 Schmorfl. o. Enocu., pm von 0,66 Gehacktes........... p» 0,50 Schweineköpfe Ä__ mit Bat-ke.................... Pfd. Qj3� Schweineleber..... pm 0,78 Schweinenieren..pm 0,64 Rinderherzen...... pm 0,44 Rinderbacken...... pm 0,38 Kolonialwaren Bruchreis................... pm C,12 Burma-Reis............... pm. 0,14 Bassin-Reis................ Pfd 0,f& Japan-Reis................ ptd 0,22 Bandnudeln............. pw 0,38 Bruch-Makkaronl..„..-P(d. 0,44 Viktoria-Erbsen........ pm 0,17 Backobst getr.........Pfd. von 0,36 Pfirsiche geir................ Pfd 0,60 Birnen getr.............„...Pfd. 0.52 Aprikosen gein........... pm 0,60 Kaffee................. Pfd. von 1,80 Tee lose,,,,.........„...PM von 3,50 Kakao smit entölt......... PM 0,58 Weisse Bohnen........ vM 0,12 Konserven s,. Dose Apfelmus tafelfertig........... 0,48 Span. Aprikosen tj, Fracht.. 0 6t: Erdbeeren.................... 1,10 Kirschen rot, mft Stein........ e.so Sauerkirschen mft stein..... 0,98 Kürbis In Essiv nud Zucker..... 0,6 Preisseibeeren........... 0,85 Pflaumen% Fracht........... 0,72 Ananas in Scheiben............ 1,10 Stachelbeeren............... 0,70 �r. 152* 49. Jahrgang 3. Beilage des Vorwärts Freitag, 1. April 1932 ffioibratme Klecken 21(3 di« kleine aus ifjrcm Penfianot noch Hause kam. empfing sie ihr Vater, Mister Williams, der Besigcr der größten Bauniwollpflanzungru in Aegypten, feierlich am Portal seines Hanfes, vr wir ein Mann nahe der Sechziger, groß und stark, mit herrischen Öligen. Seine Augen, die finster und hart waren. wenn er die 2lrdcit der Kubier überwachte, wurden auf einmal leuchtend und zärtlich, als sie auf der schlanken Gestalt der Tochter ruhten, die i-ie ein Pfeil aus dem Automobil schoß und auf ihn zulief. Er nahm sie fest in die Arme, küßte sie auf beide Wangen und brachte zuerst kein Wort heraus. Dann jagte cri„Wie groß du geworden bist!" uird betrachtet« sie stolz. Edith war siebzehn Jahr« alt und versprach, dos hübscheste eng- liich: Mädlizen in Aegypten zu werden. Borläusig war sie noch ein wenig herb und eckig, verriet auch im Anzug und Wesen Pensions- gelehrfamkeit. Was halte die kleine Edith nicht alles gelernt! Sie konnte Griechisch und Latein und außerdem noch nichrere moderne Sprachen und war darauf viel mehr stolz als auf ihre schönen blon- den Haare und ihr prärasfaelitisches Profil. Dabei war sie voll Energie und Wißbegier, interessiert« sich für alles und fragte nach all und jedem. Schon am ersten Tage wollte sie eine Pflanzung an- sehen, wo die Neger stundenlang unter der erbarmungslosen Sonne arbeiteten. Ihr Vaier stellte nur Neger an, weil sie kräftiger sind als die Fellachen und sich ollo besser rentieren. Edith war seit zehn Jahren nicht mehr in Aegypten gewesen, seit dem Tode der Mutter, und erinnerte sich an gar nichts mehr. Neugierig lief sie von einem zum anderen, wollte sich alles erklären lassen. Und die Neger hielten aus Augenblick« mit der Arbeit innc und sahen mit heimwehkranken Augen auf das frische, lachende, glückliche Geschöpf. Bei den Packräuinen war eine ungeheure Kompressionsmoschine, in die man törbeweije die Baumwolle schüttete, die wie flatternde Schmetterlinge aussali, uin nach kurzer Zeit, au-fs äußerste zusammen- gepreßt, als kleiner schwerer Ballen herauszukommen. Von Zeit zu Zeit sprang ein Neger in die Oeffnung unter dem Kompressions- kolbcn, um mit seinen Füßen die Baumwolle niederzustampfen. „Warum?" fragt« die kleine Edith neugierig. „Weil die Maschine möglichst viel aus einmal pressen soll. Die Baumwolle ist so flauschig, daß man sie zusammendrücken muß, um die nötige Menge«inschütten zu können." Das sagte ihr der Vater, ober er sagt« ihr nicht, daß manchmal unten aus der Baum- wolle ein Neger stand, um sie niederzutreten, uns dann ein anderer kam, der ihn nicht sah, und seinen Korb über ihn ausschüttet«, dann noch ein anderer mit seinem Korb und wieder ein anderer. Im Bc- trieb von Mister Williams mußt« die Arbeit flott vorwärtsgehen. Und der Mann da unten erstickte, schlug um sich, schrie. Manchmal hörte man rhu und manchmal nicht. Wenn man ihn nicht hörte, kann wurde nach dem Einschütten der vorgeschriebenen llNenge von Körben der«ijcrnc Kolben in Bewegung gefetzt und sangsam lzcrob- gelassen. Da umcn in der»eichen Baumwolle war etwa? Leben- diges, das zappelte und stbrie, das nicht sterben wollt«, so elend �*«» � ♦ 4}*»«rrtuycrtie tyirTti u u�üI/lXC, IlUT�l iroO) oben, denn die Dunkelheit zeigte, daß der Eisenblock schon den Ausweg versperrte, nein, noch unten, da, wo nie ein Ausweg war, nur um den Tod um eine Minute hinauszuschieben um den Bruch- teil einor Minute..� Der Baumwollbollen sah nachher aus. wie olle anderen, nur hatte.«r.. irgendwo einen, rotbraunen Fleck, Denn.aus. ■ einem menschlichen Wesen mit all seinen Freuden und Schmerzen und Wünschen, mit seinem warmen lebendigen Leibe kann solch ein rotbrauner Fleck werden, der die Baumwolle schmutzig macht. lind zu diesem rotbraunen Flecken kam dann ein altes?kegcrwcib und weinte, raustc sich die Haare, sluchtc dem Leben, als hätte sie keine anderen Söhne auf der Welt, wo man doch iveiß daß diese tziege- rinnen fruchtbar sind wi« die Kaninchen, lind man mußte sie dann mit Gewalt von den Lagerräumen und dem Herrschaftshaus entfernen, denn sie störte den Herrn in der Ziacht mit diesem Geschrei, als ob ihr wirklich das Herz bräche. Dies alles sagte Mister Williams seiner Tochter nicht, denn«r wüßt«, daß sie ihn erstaunt ansehen würde und erklären, daß man die Neger nicht zwingen sollte, so hastig zu arbeiten, daß man einen Wächter neben die Konprcssionsmajchine stellen müsse, daß man immer, che sie in Bewegung gesetzt wurde, nachzuschauen habe, ob da unten nichts Lebendiges zappelte. Denn die kleine Edith war in England erzogen worden und war mit Menfchlichkeitsflausen zurückgekommen. Man sah«s sofort an der Zlrt, wie sie die Sieger aniah und grüßte. Der Pflanzer lachte darüber. Bor einigen vierzig Jahren halte er auch solch ein« Krise gehabt, da hatte«r auch gemeint, die'Neger wären Menschen wie die Weißen und solchen Blödsinn mehr.'Jetzt war die Reihe an Edith Auch bei ihr würde dieser Anfall von Humanität spurlos vorübergehen, aber inzwischen war es besser, ihr solche Geschichten nicht zu erzählen. So ging das junge Mädchen nach Hause, ohne etwas von den Gefahren zu ahnen, die die Maschine barg, Ihr blieb sogar«in heileres anmutiges Bild von einem Neger, der in der weißen, flocki- gen Baumwolle hin und her hüpfte. Und am nächsten Morgen, während der Vater seinen Rundgang durch den Betrieb machte, näherte sie sich der Malchin« bei den Packräumen. Unter der Last ihrer Körbe kamen und gingen die 'Neger, blind von Sonne und Müdigkeit. Von Z«>t zu Zeit sprang einer hinunter in die Baumwolle und trot sie nieder, um dann mit einem Satz wieder herauszukommen. In ihrem weißen Kleide, gertenschlank und anmutig, trat Edith immer näher an die Ma- schiroe. Wie lustig mußte es sein, da in die weich« Baumwolle zu springen und die Flocken um sich fliegen zu sehen wie weiße Schmetterling«.... Als Ed ich nicht zum Lunch erschien, mar Mister Williams nur ein wenig böse wegen ihrer Unpllnktlichkeit. Als sie sich aber auch zur Teczoit nicht sehen ließ, wurde er unruhig. Jeder Winkel des Hauses, die Lagerräume, die anliegenden Pflanzungen wurden durch- sucht. Je mehr Zeit verstrich, um so mehr verlor der Pflanzer jedes Maß und jedes Gefühl der Wirklichkeit. Er werde Menschen um- bringen, wenn bis zur Nacht das Mädchen nicht gefunden würbe! Eine Negerin, die aus der Küche etwas Milch gestohlen hatte sllr ihr Kind, ließ er aus dem Hause werfen und hnttc�sie am liebsten geschlagen. In der ganzen Pflanzung herrschte der«chrecken. Man durchsucht« mit Stangen die Kanäle. Die Arbeit wurde eingestellt und alle suchten nach ber Verschwundenen. Keiner der Neger, die am Morgen an der Moschine gearbeitet hatten, sagte dem Vater, daß er das kleine Fräulein dort hatte herumhüpfen sehen. Keiner fand den Mut. Sic waren zu sehr nerängstigti seit zu vielen Iahren herrschte die Furcht in der Pflanzung und hatte sich in den Seelen der Nager eingenistet. Dem Loter selbst kam das Gespräch vom vorigen Tage ins Ge- dächtnis und ihr Interesse für die Maschine. Die Baumwallballen des Tages wurden durchgesehen. Sie waren wie immer, nur«iner hatte an der Seile«inen rotbraunen Fleck. Mister Williams stsgio dt» blcpcr mep, die vott allen Seiten herbeigelaufen kamen. Er hätte sie mit Fußtritten verjagt, wenn sie nicht auseinandcrgestoben wären. Dann schloß er die Tür des Lagerraums.'Mit wankenden Schritten und mit Augen, die nichts sahen, ging er zu dem Bamnwollballen.....■ Wie mar das möglich? Edith, seine kleine Edith mit denk Madonnengcsichtchen, Edith, die Latein und Griechisch konnte, die soviel Leben und soviel Glück vor sich hatte, Edith, die kleine Edith.... lind der Fleck war genau so wie der vor sechs Monaten, als der Zieger Jim ums Leben kam, wie ber vor zwei Jahren, als Harry tot war... vielleicht ein bißchen kleiner.... Der alt« Mann verbarg sein Gesicht i» den Händen Es war nicht Schmer;— der saltte erst später kommen— es war ein Gefühl der Scham, des Grauens und der Schult», dunkel, tief, un- erträglich, das ihm die Seele zerriß. (Autorisierte llcbcrsctzunz aus dem italienischen von Mareclla d'Arle.) ItaUer Galderl: Merr ZfiienaH entdeck einen Tatort Die Dobormamchündin schlug scharf an und stürmte in die Kiesernschonung hinein. „Wahrscheinlich ist sie wieder hinter einem Hasen her," dachte Herr Kienast.„Wenn gerade ein Förster kömmt und den Hund beim Jagen sieht, ist der Teufel las." Und er pfiff einen Hundepfiff, einige Takte aus dem zweiten Akt von„Rigoletto". Zlber die sonst so gehorsame Hündin reagierte nicht aus diese musikalischen Darbictun- gen ihres Herrchens.„Senta! Senra!" rief er. Klägliches Bellen, das in Winseln überging, antwortete ihm. „Vielleicht ist sie mit einem Fuchs aneinandergeraten", dachte Herr Kienast weiter, faßte seinen Spazicrstock sestcr und drang in die Schommg ein, um Senta zu Hilfe zu kommen. Er tot einige Schritte zwischen den kleinen Bäumchen und l'lisb entsetzt stehe». Eine Gänsehaut überlief ihn und in seinem Magen regte sich eine Uebelkeit. Aus einer freien Stelle von eini- gen Quadratmetern— ein paar junge Bäumchen mochten hier wohl eingcgangeg sein— saß Senta und beschnupperte immer wieder eine schwarze Mass«, die mit einer bräunlichroten Flüssigkeit be- su.delt war. De schwarze Mass« war ein Domcnfilzhut und die bräuglichrote Fl&fsjgkeit Blut! Der Boden der kleinen Lichtung war zerstampft und zerwühlt, als hätte hier ein Kampf stattgefun- den. i�enta winselte lest« und sah Herrn Kienaft aus ihren braunen Augen traurig an. Herr Kienast trat zwei Schritte näher und sah sich Sentas Fund genauer an. Ein blutbesudelter Damenhut, zerwühlter Waldbadcn — kein Zweifel: er befand sich hier an einein Tatort! Ein Frauen- ward war begange» worden, vielleicht erst vor ganz kurzer Zeit. Der Mörder hielt sich möglicherweise noch in der Nähe aus, mit der Beseitigung der Leiche seines Opfers beschäftigt, ijerr Klenost sah sich angstvoll um. Was war nun zu tun? Natürlich mußt- man sofort die Polizei benachrichtigen. Morgen würde es in allen Zeitungen stehen: „Frouenmoro im Walde." Und neben der Photographie des Tot- vrtes würde vielleicht sein Bild erscheinen mit der Unterschrift: „Herr Joachim Kienast, der den Tatort entdeckte." Alle Weit würde ibn um seine Rolle bei der Aufdeckung des Verbrechens beneiden. Zßcnn die Polizei den Mörser gefaßt hatte und man ihm den Pro- zcß machte, würde er, Klenost, als Zeuge geladen werden. Der Vorsitzende würde ihn aufrufen und ihm den Eid abnehmen.„Die belastende Aussoge des Zeugen Kienast," würde es in den Blättern heißen. Aber der Mörder...! Der würde zusammengesunken auf der Zlnklagebank sitzen und aus trüben, verkniffenen Augen lmßvoll auf ihn starren. Er würde sich den Namen und das Gesicht des Zeugen Kienft genau einprägen und sich vornehmen, nach seiner Entlassung oder nach seinem Ausbruch aus dem Zuchthaus dem Kerl einen Denkzettel zu geben. Und eines Tages würde man viel- leicht ihn, Joachim Kienast, irgendwo tot auffinden, von der Roche des Mörders gefüllt,... Ein« neue Gänsehaut überlief Herrn Kienäst, und die Ucbel- keit in seinem Magen wurde immer schwerer, wie ein ständig wachsender unverdaulicher Kloß. Mit einem Ruck faßte er seinen Entschluß: er würde nicht die Polizei benachrichtigen und keinem Menschen etwas von seinem schaurigen Fund erzählen. Lieber schweigen uno sich nicht der Rache des Mörders aussetzen. Kienast nahm Senta beim Halsband und zog sie von ihrem Fund weg, aus der Schonung hinaus. Er beschleunigt« seine Schritte und sah sich mehrmals scheu um, als hält« er selbst den Mord begangen. Plötzlich raste mit lautem Bellen ein graßer Schäferhund an ihm vorbei uird stürzte in die Schonung hinein. An einer Weg- biegung tauchte der glänzendschwarze Tschako eines Polizeibeamten auf. Der Hund war also ein Polizeihund. Herr Kicnast hielt Senta fest und ging noch schneller. Er kam sich jetzt selbst wie ein Ber- brccher vor. Jetzt— das sah er gerade noch, als er sich zum sechsten Mal« umwandte— ging der Polizist mit langen Schritten in die Schonung hinein. Gleich mußte er den Tatort entdecken! Nach einer Biertelstimde glaubte Kienast sich in Sicherheit vor allen Scherereien. Er blieb stehen und wischte sich den Schweiß von der Stirn. Das Laufen hatte ihn angestrengt. Da sauste eine dunkle Masse an ihm vorbei, bremste, blieb stehen und entpuppte sich als der Polizeihund von vorhin. Herr Kicnast wollte weitergehen, ober da saß das Gebiß des Hundes j schon in seinem Hosenbein, gerade in der Bügelfalte. Senta, die sich einmischen wollte, wich entsetzt vor dem ungalanten drohenden Knurren des Polizeihundes zurück. Herr Kienast sah wirklich aus wie ein ertappter'Mörder, als nach wenigen Minuten der Polizei- Wachtmeister im Laufschritt angesetzt kam und ihn für verhaftet erklärte. Kienast beteuerte seine Unschuld, aber sein Verhalten in der 'Nähe des Tatortes belaste!« ihn schwer. Warum war cr beim Cr- 1 scheinen des Wachtmeisters entflohen/ anstatt ihn auf seine Ent- dcckung olifmerksolN zu machen? 2lls cr gegen die Verhaftung auf- begehrte, drohte der Beamte, ihm Lzaickischcllen anzulegen. Mit gesenktem Haupt ließ Kienost sich abführen,«eine größte Angst war, er könnte auf dem Wege zur Polizeiwache einem Be- kannten begegnen. Was würde seine Frau sagen wenn sie erfuhr, daß ihr Mann unter Mordverdacht verhastet war? Und seine Ge- schäftsfreunde? Natürlich mußte sich das Mißverständnis auf- klären, aber vielleicht erst nach der'Verhaftung des wirklichen Mär- ders. Bis dahin konnte er ein ruinierter Mann sein... � Und alles das, weil er zu ieige gewesen war, seinen Fund der Polizei zu melden und sich später als Zeuge laden zu lassen! Auf der Polizeiwache bat Kienast, an seine Frau telephonieren zu dürfen. Das wurde ihm mit dem Hinweis auf die Berdunke- lungsgefahr abgeschlagen. Seine Frau konnte ja eventuell Beweis- stück« vernichten. Herr Kienast sank in sich zusammen und sah immer mehr wie ein wirklicher Verbrecher aus. 'Nach einer halben Stunde fuhr das'Auto der schnell alarmierten Mordkommission vor, und der Wachtmeister, der Kienast verhaftet hatte, stieg stolz ein, um die Führung zum Tatort zu übernehmen. Kienast wurde in eine dunkle Zelle gesperrt. In der Nacht sollte cr nach dem Polizeiprästdium tranporticrt werden.... Die Mordkommission befand sich am Tatort. Der leitende Kriminalkommissar machte sich eifrig Notizen, und der Photograph stellte seinen Apparat ein, um das Bild des Tatortes auf die Platte zu bannen. Da knackten Zweige, und ein Mensch trat auf die kleine Lich- iung, ein Mädchen von robustem Körperbau mit einem einem euer- gischen roten Gesicht,«ie sah sich erstaunt um, stemmte die Arme in oie Seiten und fragte:„'Was is denn hier los? Was wollen Sic von meinem Hut?" „Bon Ihrem Hut? Sie wollen behaupten, daß das Ihr Hut ist?" fragte der Kommissar und machte runde Augen. „Aber gewiß is das mein Hut!" erklärte das robuste Mädchen. „Mein Name steht drin: Anna Kube. Sie können ja nachsehen, wenn Sie es nicht glauben." „Aber die'Blutspuren au dem Hut? Woher stammen die?" fragte der Kommissar und runzelte oie Stirn. „Sie brauchen mir nicht so böse anzusehen. Wenn Blut dran is, dann is es von meinem früheren Freund Theodor Junge, Er is sechs Wochen mit mir gegangen, und heute hat er mir zu einem Ausflug in den Wold cingeladeu. Er is mit mir in die Schonung gegangen, und dann, wie wir hier saßen, wollte er zudringlich werben. Das habe ich mir verbeten, und wie er es»ich unterlassen hat, habe ich ihm einen ins Gesicht gegeben, daß er Nasenbluten gekriegt hats Er is ausgerückt und ich ihm nach. Ich wollte ihn ordentlich verdreschen und ihm'Anstand beibringen. Ich habe näm- lich Boren gelernt."— Anna Kube ballte die Fäuste und sah den Kriminalkommissar herausfordernd an, als wollte sie ihn zu ein paar Runden einladen.—„Aber der feige Kerl hat so sehr Bein« gemacht, oaß ich ihn nicht mehr erwischt habe, lind dann habe ich mir verlausen und meinen Hut nicht wiadergejunden. Was soll das nu allens hier?" „Wir sind die ZNordkommissioii!" „Mordkommission? Ach, du meine Güte! Da können Sie wieder nach Hause fahren. Sie sehen ja, ich lebe noch, und der Theodor wird von dem Hieb auch nicht sterben!" Das streitbare Fräulein Kube wurde eingeladen, zur Polizei- wache mitzukommen. Zum. Glück gelang es schnell, den ver- prügelten"Theodor ausfindig/ zu � mache n!/ Er erschien mit einczy blauen, verschwbllenen Gesicht/ bestätigte die"Aussagen Annas und erklärte, er wolle gegen sie Anzeige wegen Körperverletzung er- statten. Herr Kienost kam mit mehreren Stunden Verspätung nach Zhouse. Seine Frau hat bis heute noch nicht begriffen, weshalb er seine Senta durchprügelte und weshalb er sich weigert, mit der Hündin noch einmal in den Wald zu gehen. ZKindei'gefchichten Musik. „Mutti, ich glaube, unser Nachbar versteht gar nichts von Musik." „Wieso, mein Junge." „Weit er mir heute srüh gesagt hat, ich soll doch mal meine Trommel ausschneiden und sehen, was drin ist." Dünger. In der Religionsstunde erklärt der Lehrer, daß zu ollen Dingen der Segen Gottes gehör«. „Wenn ich den Acker bestellt, das Korn gesät habe, die Soime scheint und es konnnt auch genug Regen, was gehört dann noch dazu, damit ich gute Früchte cnrtc?" „Dünger, Herr Lehrer." Die Drohung. Margaretchcn ist ungezogen. Eines Tages ist die Mutter ganz verzweifelt.„Ich will dir etwas sagen, Margret", sagte sie streng, „wenn dn weiter so ungezogen bist, und so unartige Dinge tust und sagst, dann werden deine Kinder auch sehr ungezogen sein." 'Margaretchen lächelt triumphierend:„Da hast du dich aber selbst verraten, Mutti!" Die Amerikaner sind große Freunde von Süßigkeiten. Im vorigen Jahre verzehrten sie pro Kopf der Bevölkerung etwa drei- zehn Pstind'Näschereien. 3m Karlsbader Sprudel gedeihen Algen bei öä Grad, in den Geifern des'Iellow-Stone-Parks in Colorado in Sö Grad Hitze. tic gut, äzß es Rathreiner gibt, fzgt ßeute fdjon mndjer, öergeftem noch Wotjnen- hffeetmtf... Siurune: dm Torbelgehen... Bvr mir geht ein Mann. Irgend etwas an ihm fesselt meinen Blick. Ich betrachte ihn aiifmerksani, obwohl nichts Besonderes an ihm zu entdecken ist. Der Mann sieht aus wie einer von den vielen Wartenden, die man vor den Arbeitsämtern trifft. Ich gehe immer noch hinter ihm her und weiß plötzlich, womit der Mann mein Interesse erweckt hat. Es ist die Art seines Ganges. Der Mann geht nicht. Er federt. Federt. Jawohl. Sein« Schritte haben dabei etwas Feierliches, Festliches. So kommen Menschen von einer Denkmalsenthüllung, einer bestandenen Prüfung oder vom Standcsanck, wenn sie das erste Kind angemeldet haben. Der Mann aber hat weder ein Kind auf dem Standesamt angemeldet noch einer Denkmalsenthüllung beigewohnt, er hat einen ganz anderen Grund, diesen federnden, fcstlich-seierlichen Schritt einzuschlagen. Er hat besohlte Schuhe an. Lachen Sie nicht! Gestern hätten Sie ihn noch bedauern können, als er mit defekten Schuhen Herunstief, obwohl es regnete, cheute ist er glücklicher als Sie. Um so glücklich zu sein wie dieser Mann heute, müßten Sie wochenlang in zerrissenen Schuhen gehen. Dieses Elend kennen Sie nicht, darum kennen Sie auch nicht sein Glück. Sie geben Ihre Schuhe sofort in die Bcsohlanstalt, wenn die Absätze schief zu werden beginnen oder die Spitze dünn gelaufen ist. Dann können Sie in Ihrem Schrank unter einem Dutzend anderer Schuhe ivahlen. Sie haben gar keinen Grund, sich zu freuen, wenn Ihre besohlten Schuh« zurückkommen. Nein, Sie ärgern sich sogar. Eist- nieder sind die Schuhe durch das Besohlen zu eng oder zu breit ge- worden. Entweder drücken sie oder der Fuß rutscht darin herum. Sie haben einen etwas komischen Gang, wenn Sie die ersten Schritte aus der Straße machen. Sie gehen schwer, beinahe plump in frisch besohlten Schuhen, als hätten Sie Gewichte an den Füßen. Niemals werdei, Sie diesen federnden, sestlich-feierlichen Schritt dez arinen Mannes erreistcn. Sie wären vom Schicksal auch wirk- lich allzu sehr bevorzugt, wenn Sie sich sogar über Ihr« besohlten Schuhe freuen dürften. Irgend etwas muß der Besitzlose Ihnen doch voraushaben, da Sie ihm in so vielen anderen und schöneren Dingen überlegen sind. Sehen Si« ihm nach! Er geht wie Napoleon nach der Schlacht von Zlusterlitz. Er geht wie ein Börsensürst nach dem Gelingen einer großartigen Transaktion. Und oabci ist er doch nur«in stellungsloser Mann, der sich mit chilse einer Wohlfahrtsmarke sein« Schuhs endlich wieder besohlen lassen durste. * Immer, wenn er sein Stempelgeld Halen geht, kommt er durch die kleine Straß« zurück, wo in einem chause sonst unsichtbare Frauen am Fenster winken. Jede Woche einmal winken ihn diese chänd« hinaus. Wie Odysseus an ven Sirenen muß er an diesen Feirstern vorüber, und der stumme Sang ihrer Hände verfolgt ihn. Sellen nur verschwindet«in Mann im Haus. Alle gehen hier vorüber, kaum, daß sie lächeln. Kaum, daß ihr Bl'ck länger in den Fenstern weill. Es sind andere Männer als er, Männer in guter Kleidung, Männer mit Stellung, Einkommen, Frau oder Freundin. Er geht nun immer langsamer an diesen Fenstern vorüber. Es gibt keine Illusionen: dort hinter der Gardin«, wo die töände winken, brennt eine rote Lampe, steht ein Diwan, ein, Waschtisch, eine Frau. Er kann heraufgehen, sich unter di« rote Lampe setzen, aus den Diwan legen und die Frau wird wie eine Katze neben ihm schnurren. Aber er geht vorüber. Er hat Hunger. Seine Wirtin wartet auf die Miete. Er friert in dem dünnen Mantel. Sieben Tage hat er wieder ein Dach über dem.Kopf. Sieben Tag« lang bekommt er warme Suppe in den Magen. Aber die Hände winken ans hellen Fenstern im Traum.... lind jetzt bleibt er schon stehen. Jetzt brennt das Geld in der Tasche. Jetzt rechnet er: Vier- zehn Alark Hab' ich. Sieben Mark für Miete, sieben Mark für... Er geht vorüber. Ein Arbeitsloser. Und dann einmal geht er doch hinauf, früher, später. Di« feinen, anständigen, unerreichbaren Frauen riechen wie Raubtier« in den Straßen. Seine Knie zittern vor den Kaffeehäusern. Er geht hinauf. Er kauft sich dieses Licht, diesen Diwan, diese Frau, diese Stunde. Er ist nicht allein. Jemand ist für ihn da. Lacht ihn an. Schnurrt an seiner Seite. Aber— Ein« Stunde vergeht schnell. Und— Eine Wache ist lang. Eine Woche Obdachlosigkeit. Poltsküchc, Nachtasyl. Heilsarmee. Nachschrift für gewisse Leiste: Geben Sie an diesen, Punkt der kleinen Geschichte Ihrer Meinung nur unbekümmert Ausdruck: die Arbeitslosenunterstützung muß gekürzt werden.... Ein Land, in dem es keine Baklenen gibt! Eine Gegend, in dem dieser beneidenswerte Zustand herrscht, hat unlängst ein russischer Forscher in der Insel Nowaja-Semlsa gesunden, die im Nördlichen Eismeer zwischen 70 und 80 Grad nördlicher Breite liegt. Während eines Winteraufentholts im Nordteil dieser Insel untersuchte er Luft. Wasser. Staub und Bodenbestandteile mikroskopisch. Er stellte keim- freie Gefäße mit für Bakterien geeigneten Nährböden offen an ver- schiedenen Stellen des Landes auf. Darauf stellte er diese Gefäße in Brutschränke, die die für die Entwicklung der Bakterien nötige Temperatur erzeugten. Auch die genaueste Untersuchung der Nähr- baden hatte ein negatives Resultat. Frisches Fleisch, das er für die Dauer von acht Monaten in offener Büchse liegen ließ, geriet nicht in Fäulnis. Allerdings ist das kein Wunder, wenn man die außerordentlich n i e d r i ge Temperatur in diesen Breitengraden berücksichtigt. Die Ergebnisse des Russen erklären ober auch die Tatsache, daß Nordpolforscher von Erkältungskrankheiten wie Schnupfen, Halsentzündungen usw. befreit bleiben. Auch bei den Eskimos sind paradorerweise diese Erkrankungen unbekannt. Ver Buschmann kann nur bis 5 zählen. Trotzdem merkt er bei einer großen Herde von über hundert Schafen/ wenn einzelne fehlen. Keine Verlängerung der Möbelausstellung. Am Sonntag, dem 3. April, schließt di« zweite Möbel- und Ein- richtungsschau in den Funkturmballen am Kaiserdamm endgültig ihre Pforten. Anderslautende, in Berlin kursierende Gerüchte, die von einer Verlängerung der Ausstellung wissen wollen, entsprechen nicht den Tatsachen. Obwohl der Besuch auch in den Wochentagen nach dem Fest ganz ausgezeichnet ist und noch eine Steigerung gegenüber den ersten Wochentagen erfahren hat, kann die Veranstaltung schon aus technischen Gründen nicht verlängert werden: denn bereits Mitte der kommenden Woche muß in den Funkturmhallen mit den umfang- reichen Aufbauarbeiten für die Große Berliner Sommer- schau 1932 begonnen werden. viusendungen für diese Rubrik find v e r l i n SW 68, Lindenstratze 2, parteinachrichienipllfür Groß-Berlm stet» ob da» Bezirksekretaria« 2. Hof, 2 Treppen rechts, zu richte» Beginn aller Beranstaltungrn illlj Uhr. sofern keine besondere Zeitangabe! Z. Ar-!». Heute, Freitag, t. April, Areiskonferenz mit den B-,irtsd«l-gierten in der Hochschulbrauerei, See- Elte Amrumer Straße tPfeilcr-Soal». s. Areis. Vrbeitcrwahlsahrt. Heute, Freitag, 1. ilpril, tä Uhr, zusanimen» kunft der erwerbslosen Parteimitglieder im Heim Tilsiter Str.<— 5. Unterhaltung»-, Spiel- und Leseadend. 7. Adt. Sonnabend, 2. April, Funltioniirsitzung bei Pärwalde, Schbegelstr. 8. 8. Abt. Heute. Frettag, l. April. 2l) Uhr, im Heim Gcnthtncrstr. 17 Zulammen. Innst der jüngeren Parteimitglieder.„Schweiz, du hast e» besipr.- Refe» rcnti Genosse Dictcrle. 34. Abt. Heute, Freitag, 1. April, Funltioniirsitzung bei Ncisckt, Cadrner Str. 10. 42. Abt. iicutc, Freitag, 1. April, 20 Uhr, im Jugendheim Poretstr. 11, Feier der SAI. Süden-„Miirzgedanlcn". Die jüngeren Parteimitglieder sind zur Beteiligung an dieser Veranstaltung aufgefordert. 97. Abt. Heute. Freitag, 1. April, an belanntcr Stelle Funktionürsitzung. Lezirksousschusz für Arbeiterwohlfahrt. 4. Arei» Prenzlauer Berg. Freitag, t. April. 20 Uhr, Helfersitzung der Ar. beiiorwohlfahrt und Altenerledigung im Bezirtsagit Danzigcr Str. 84, I. 4. 13. Kreis Tcmpethos, Piariendars, Manrnselde, Lichtenrade. Die Sitzung finde, heute nicht stall. Nächste gusammentunft am 29. April. Zlrbeilsgemeinschast der Kinderjreunde Groß-Dertin. 1.«ursusabcnd der Restsaltenhelfer Maatag, 4. April, lll� Uhr, i in der Seschiistsstelle Lindcnstr. Z,»am 1 Treppe. All« Helsrr, die m Sawmer mit nach Planlensce fahren, sind varpslichtrt,«n diele» Barbereitungslursen teilzunehmen. Da da» Hau- um 20 Uhr Orr- I schlössen wird, bitten wir um pünktliche» Erscheinen. Kreutberg. Abt. Kottbusser Tor. Dreisen zur s-Tape-Fahrt nach Meißneroh»s am Sonntag, dem 3. April, 8' j Uhr. opttbusser Tor, Fallcneitc. Kosten 2,80 M. Mitzubringen sind: Turnzeug, SchtassnU, Kullurbrutel, für Sonntag fertige Stullen, außerdem iä Brot uedst Zubrot. Lichtenberg. Abt. Rcn-Lichtcnberg. Sonntag, 3. April, Fahrt nach Rüder». darf. Treffpunkt 7'» Uhr Rote Insel. Unkosten äO Pf. Abt. Rord. Sonnabend. '., und Sonntag, 3. Avril, Fahrt nach ltehnitz. Treffpunkt Somiabend, 17 Uhr, Bahnhof Frankfurter Allee. Bezirks- Parteitis! WaKreml der Tagung am Sonnabend, dem 2. April und Sonntag, dem 3. April, wird in der Wandelhalle des Staetsrats eine Ausstellung von Druckschriften, Plakaten und Propagandamaterial als Ergllnzung zum Jahresbericht gezeigt. Die Ausstellung ist Sonnabend, ab 16 Uhr, geöffnet u.wlrd den Delegierten zur Besichtigung empfohlen. Vorirage, Vereine und Versammlunge» Sterbetafel der Groß«Berliner Partei«Organisation 38. Abt. Genosse Äarl Klose ist am 27. März verstprhcn. Einäscherung am Freitag, dem l. April, lüt» Uhr, Krematorium Wilmersdorf. Zahlreiche Bctcili. gung erwartet der Vorstand. �iSozialistifcheArbeiterjugendGroß-Verlin Sinlendungen für diese Rubrik nur an da» Iugrndsekretariat Berlin SW 88 Lindenstraße 2. vorn I Treppe recht». Achtung,?B..Ritgliebrr! Die für heute vorgesehene BV.-Sißung fällt aus. Mitgliederversammlungen heute. Freitag, Ist!- Lhr: Arkonaplaß: Elisabethkirchsir. 19.— R-senth-le- Borstadt: Tieckstr. 18, Hof 2 Treppen.— Zentrum! Waisenstr. 18.— Moabit Ii Waldenserstr. 20—21. — Arnawaldcr Platz Ii Schänlanker Straße sBaracken).— Hohenschänhausen: Freienwatder Str. 5.— Nordosten I: Danziger Str. 62.— Andreasplatz 1: Brommpstr. 1.— Baltenplatz: Tilsitcr Str. 4—8.— Franlfurter Äiertel: Frankfurter Alle 307.— Warichauer Btertil: Litauer Str. 18.— Warschauer Viertel fR..F.): Litauer Str. 18.— Friebenai!! Offenbacher Str. Sa.— Eher» lattenburg: Rosincnstr. 4.— Lankwitzi Schulstraße.— Lichterfelde! Albrecht. straße 14a.— Treptow: Elsenstr. 8.— Falkeubcrg! Gcmeinschaftshau».— tläpenick U: Dahlwitzer Str. 15.— itarlshorst: Trcskowallee 44.— Ren- Lichtenberg: Gunterftr. 44.— Lichtenberg. Nord: Gunterstr. 44.— Wittenau: Hanptstr. 18.— Ried-rschönhanfen: Lindenstr. 47.— Lichtenberg-Rordweft: Dossestr. 22. 4- Sölluischer Park: Waisenstr. 18. Avril-April.— Moabit II: Lehrter Straße 18—19. Fahrtberichte.— Sportpalast: Jüngeren: Falkenabend. Aelteren: „Schweiz du hast e» besser."(Genthincr Str. 17.)— Gesunddrnnncn II: Joloniestr. 8. Bub und Mädel.— Arnimplaß: Sonncnburger Str. 2». April. April,— Wcißenscc: Freienwatder Str. ö..stampt um Preußen. Tresfpuiilt mi Uhr Antonplatz.— Luisenstadt: Wasscrtorstr. 4. Bunter Abcich.— Reichen- berger Viertel: Manteusfelstr. 7.— Süden: Porckstr. 11. RroolutionsgcdeMen. — Steglitz 11: Ficmmingstr. 14b. Entwülluug de» üaptlolisnm».— Banm- fchalcnmcg: Ernststr. 16. Tagespolitik.— Friebrichsseldc: Gunterstr. 44. Ar. bcitsdienstpsiüht.— Mahlsbars: Au bekann:er Stelle: April— April.— Ret- nickenbors.vst: Luchauer Str.>. Uebungaadend.— Lichtenbcrg-Mitt«: Wir besuchen die Gruppe Friedrichsfelde. Treffpunkt 19*i Uhr Jugendheim. Werbebeztrk Reukälln: Heimabende mit dem Thema:..Bor. und Nachkriegs. Preußen" in den Gruppen l und 8: Aütli. Schule: 2 und 10: Bcrgstr. 29: 8 und II: Zicthenstr. SS: 4 und 0: Banner Straß«: 6 und 7: Flughafen sto. 68(nicht Äarl.Marr Schul«!)— Britz: Patchimtx Alle»(Schule). Berbebezirk Wcdding: Willdenowstr. ö. Werbehezirlsvorstandssitzung. Werbebeztrk Reinickendorf: Die für den 8. April vorgesehene Werbefeier wird aus de« 17. April verlegt. Bereit»»crkäuste starten behalten ihre Gültigkeil. Reichsbanner„Schwarz-Rol-Gold". GeschSstsfleUe: Berlin S. 14. Ssdastianltr. 37—38, Hof J tt, m■ i Wtfjvv Fricdrichshaiir. Kameradschaft Büschinz. Freitag, 1. April. Igll. Ubr. *,»ameradichaftsveriammlung bei Ballschmidt. Fricdenstr. 06.— Wu° »ctsooif(Ortsverein). Frellaz, 1. April. 2« Uhr, bei Kulka, Laucnburgcr «trage 2>. Mllallcdeeoeiiammlung. Aeierent: Kamerad Major a. O. Hauff.— Schonebcrg. Friedenau. Kameradscha» Friedenau. Frellaq, t. April, 20 Uhr. Mtgliederversammlung de: BaginM, Tanuusstr. 7. Referent: Kamerad Fauk. Thema: Im Kamp, um dl- Republik.— Licht-nberg. Frellaq. 1. April. 20 Ubr, baden Mllglled-rvcrsammluna lN den bekannte. Lokalen die stameradschallcn Boxhagen, Trapeplatz und Gustav o-enchel. Kameradschaft Ruv:mclsburg: Außer ordentliche Mitgliedervermmmlung der Brun», Türrfchmidtstr. 40. Rekerwll Kamerad Kreutlein.— Weißcnfer(Ortsverein). Frell-.a, i. Avril 20 Uhr gliederversammlung im Berliner Hof. Antonplatz.' Zentralverband der Arbeit-invalide» und Witwen Dcvtlchland» Ga» Kroß. IlN iv\nf«fcrtftaftr*rfp•\1 rt i«»• r•'ITr t e» iS»i Balkshau». Scharnweberstr. 113, 19 Uhr. ncke,ido-.,�icst..j: ,. Vereinigung der Freunde von Religion und Bolkerseieden. Sonntag:j Avril 10 Uhr, spricht im Rahmen einer religiösen Feierstunde in dc. �riiiitno ckii- e' ZU Eharlollenburg Pfarrer Bleier über das Thema: Ausarstchügg. 5oriü!isi!säher üspeegnio-bunl! lleuppe Eenieo. repime cken 1. April. 19' 1 Hr. im Mein larbeiter-Verbandshaus, Linienstraße gz,ze iiiii- gane Elsässer Str. Temo Apiilo, Aprilo Huinora vespero.— InfangJ-upo .,L i b e r e c o": Freilag, den l April, 17—19 Uhr, in der Schule Panrige- Straße Temo; Grupaj aferoj._ Sport. Trabrennen zu ZNariendsrf. Le»-WattK-Rrn«en: t. Alabaster(Cl?. MillS):-■ Bumqnn: 3. Kaballa. Toto: 84:10. Play: 25, 28, 24:10. Ferner liefen; Carlos, Janus, Tiane, Wmacht. The-Great-Marie-Rennen: 1. Teufelsbrin;(W. Eberl): 2. Essig: 3. Ariovist. Toto: ll2:I0. Platz: Ist, 17, 00:10. Ferner liefen: Elsenhat. Landjäger, Eardejäger, Aguila, Debora, Felsburg, David Dillon. Coeur Bube, Thunichtgut. French-Snot-Rennen: l. Adio(Ianß jr.st 2.? orotbea: 3. Corte:. Toto: 20:10. Platz: 18, 23, 60:10. Ferner liefen: Wally R., Weber. Blaustrumpf, Heureka, Eminenz, Nordpol, Querulant. PrciS von Wolfcrfom: i. Marie Watts(Ch. Mills): Z. Quebeck: Z.Jenny Listb. Toto: 19: 10. Play: 11, 16, 11:10. Ferner Uesen: Carol, Lqndjiinkcr, Eckstein, Letzte Liebe. Manika-Rennen: 1. Karvla iW. Kraus): 2. Qlilenborf: 3. Heiberin: 4. Ali. Toto: 04:10. Platz: 25, 20, 22, 30:10. Ferner liefen: öraihliime, Landstreicher, Perganion, Conlessa Maddalena, Forma, Blanco, Pinie, Iinperator, Adethelm, Kreuztrager, Erlkönigio. Huhra-Her.e-Rennen: 1. Ulk(I. Kruithof jl.): 2. Tonio: 3. Clov«: Halen: 4. Peschkesch. Toto: 30: l0. Platz: 13, 15. 14. 38:10. Ferner liestr: Arkona, Rotkehlchen, Tokralcs, Steinbutte, Iscarns, Magda, Brynhild, Barbar, Scmira, Kitty Worchy, Palamedcs, Quivila, Beta Druirn. Allgemeine Wetterlage. Im Westen und Nordwesten von Europa lagert augenblicklich tiefer Lustdruck. Heber Deutschland wehen infolgedessen milde, sab' westliche Winde. Die Temperaturen stiegen selbst in Ostpreußen am Donnerstag über 10 Grad Celsius. Bisher wurden dort nur Höchst- temperattiren von wenig mehr als 5 Grad beobachtet. Innerhalb der südwestlichen Lustströmung wanderten kleinere Störungen durch Deutschland. Sie brachten vielfach Regenschauer. Meist wiesen die Niederschläge nur wenig mehr als 1 Millimeter Hohe auf. Nur vereinzelt, besonders im Gebiet zwischen Elbe und Oder, fielen 2 Millimeter. Auf der Westseite der nordwestlichen Depression strömt koste Lust nach Süden. Sie wird am Freitag im wesentt lichen Frankreich und Westdeutschland überfluten: om Sonnabend dürfte sie auch auf das Wetter unseres Bezirkes Einfluß gewinnen. 4- Wetteraussichten für Berlin: Wolkig und mild, einzelne Regen- fälle, mätzige, westliche Winde.— Für Deutschland: In West- und Mitteldeutschland wieder Abkühlung mit Regenschauern, sonst wolkig und mild, nur leichte Regenfälle. S» ist bei Allgemeinheit uorfi»icl zu wenig bekannt, daß es die nicht mehr»ätig hat, für di« Bekämpfung der Motienplag- m Vct' immet wieder stalten. Müh« und Zeil auszuwcnden. seitdem es A>:I>"sru!N ü aller Art«idt. die durch Eula» der?G..Fa-denindusteie Aktienz-'-llsch-'t w>on bei der Fabrikats» mottenecht gemocht w-rden. G- lohnt sich aMciiat o-.c Rühe, bei ollen Einkäufen von wollenen Anzugsioficn. TepPZen w»£ew ralipusstosten, ferner bei der Anlchaf-ung von Betlfcdrrn,..?) ufm. immer ausdrücklich nnt Sulon dchandeltc Rare M stlf s m'.i �2 J", als stennzeichen ein- einoetragenc Schutzmarke gcidwften Dtel» Wreechen desteht aus einer gelben stilisierten Hand auf schwarzem Grund und dem Text:„Mollenichl durch Eulon der Ich." 2* cjGseniit von I BM.»nk SO Pf«. Qualität unverändert fjflßl Mit Eulan behandelte Wollstoffe allen Ali für die Kleidung und das Heim, Decken, Polstermöbel, Bettfedem und Pelze sind dauernd mottenecht. Mein erkennt Eulan- Waren an der abgebildeten Schutzmarke: gelbe Hand auf schwarzem Cmnd. Fragen Sic in den hiesigen Geschäften nach Eulan-Waren und lassen Sic sich aufklärende Dmchsachen über Eulan geben. Auf Wunsdi sind die Mitglieder der Schneiderinnung bereit, eulanisierte Stoffe zu verarbeiten.• Die Färbereien und chemischen Reinigungsanstalten nehmen Aufträge auf nachträgliche Eulanbehandlung im Gebrauch befindlicher Teppiche, Decken usw. entgegen.•