Morgenausgabe Tr. 154 A 78 49.Jahrgang Möchentlich 75 Bt., monatlid) 3,25 M. ( davon 87 Bf. monatlich für Zuftel Tung ins Haus) im noraus zahlbar. Boftbezug 3,97 m. einschließlich 60 Pf. Boitzeitungs- und 72 Pf. Postbestellge bühren. Auslandsabonnement 5,65 pro Monat; für Länder mit ermäßige tem Druckfachenporto 4,65 M * Det Vorwärts erscheint mochentage lich zweimal, Sonntags und Montags einmal, die Abenbausgabe für Berlin und im Handel mit dem Titel„ Der Abend. Juustrierte Sonntagsbeilags Bolt und Zeit". Vorwärts Berliner Boltsblatt Sonnabend 2. Apríl 1932 Groß- Berlin 10 Pf. Auswärts 15 Pf. Die e nipalt. Millimeterzelle 30 31. Reklamezeile 2.- M. Kleine An geigen" bas fettgebrudte Bort 20 Bf. ( zulässig zwei fettgedrudte Worte), jebca weitere Bort 10 Pf. Rabatt It. Sarif. Morte über 15 Buchstaben zählen für zwei Borte. Arbeitsmarkt Millimeter zeile 25 Bf. Familienanzeigen Minimeterzeile 16 Bf. Anzeigenannahme im Hauptgeschäft Lindenstraße 3, mochentäglich von 8 bis 17 Uhr. Der Berlag behält sich das Recht der h lehnung nicht genehmer Anzeigen vorl Bentralorgan der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands Redaktion und Berlag: Berlin SW 68, Lindenstr. 3 Vorwärts: Verlag G. m. b. H. Fernspr.. Dönhoff( A 7) 292-297 Telegramm- Adr.: Sozialdemokrat Berlin. Die Eiserne Front ruft! Schlagt Hitler, mehr Stimmen für Hindenburg! An alle freiheitlich gesinnten Frauen und Männer! Am 13. März brach der faschistische Generalangriff auf die freiheitlichen Rechte des deutschen Volkes zusammen. Frauen und Männer der Eisernen Front! Vollendet den Sieg, den ihr erstritten! Niemand lasse sich durch die Behauptung beirren, der Wahlgang am 10. April habe nur formale irren, der Wahlgang am 10. April habe nur formale Bedeutung. Der 13. März ! in den Städten treiben. Kein Zoll- und Steuerzauber kann die Wirkungen sinkender Kaufkraft aufheben. ,, Arbeiternot ist Bauerntod!" Die breiten Verbrauchermassen der Städte sind die natürlichen Bundesgenossen der Bauern. Allein das Bündnis zwischen den Arbeitenden in Stadt und Land gibt die politische Macht, die ein neues land ohne Hunger und Not, ein Deutschland der Deutschland zu schaffen vermag. Ein DeutschPoftichedkonto: Berlin 37 536.- Bankkonto: Bank der Arbeiter, Angestellten und Beamten, Lindenstr. 3. Dt. B.u. Disc.- Gel., Depofitent., Jerufalemer Str. 65/66. Wie lebt der Arbeiter? Die Folgen des Lohnabbaus. Auf die Frage nach dem gegenwärtigen Stand der Lebenshaltung der Arbeiterklasse in Deutschland geben die Ergebnisse einer statistischen Erhebung des Einheitsnerhatte bereits im Jahre 1929 unter seinen Mitgliedern eine bandes der Eisenbahner Antwort. Dieser Berband Erhebung von Wirtschaftsrechnungen vorgenommen, um Aufschluß über den damaligen Stand der Lebenshaltung des Reichsbahnpersonals zu erhalten. großen Einkommensverluste seiner Mitglieder durch Lohneine ähnliche Untersuchung durchzuführen mit dem Ziel, festabbau und Kurzarbeit haben ihn im Januar 1932 veranlaßt, zustellen, wie hoch das Arbeitseinkommen der Reichsbahnarbeiter tatsächlich ist und welche Wirkungen die MindereinDie familie ausüben. Die Ergebnisse dieser Statistik, die sich im nahmen auf die Haushaltsführung der ArbeiterHitlers. Der 10. April muß mit der Wahl Hindenburgs nutzbringenden Arbeit für alle, für den Bauern und pier Wochen erstreckt hat, und an der sowohl Arbeiter aller den Zusammenbruch der nationalsozialistischen Bewegung herbeiführen. Schlagt Hitler mehr Stimmen für Hindenburg! Das ist die Parole für den 10. April! Kehrt mit eisernem Besen Deutschland rein von Bürgerkriegsbanden und Beutepolitikern. Einem Gewitter gleich muß der 10. April die politische Atmosphäre Deutschlands reinigen von allen Drohungen mit Gewalt und Bürgerkrieg. Fort mit der Privatarmee eines Abenteurers! Fort mit der SA.! Innerpolitische Stabilität ist die erste Voraussetzung für die wirtschaftliche Gesundung Deutschlands. Nur ein Deutschland, das nicht mehr vom Hitler- Fieber geschüttelt wird, kann die Kraft entwickeln, die zur Ueberwindung der Arbeitslosigkeit erforderlich ist. Hitler heißt: Inflation! Hitler heißt: Vernichtung der sozialen Einrichtungen! Hitler heißt: Preisgabe der Arbeitslosen, Arbeitsinvaliden und Kriegsopfer! Hitler heißt: Krieg, Not, Hunger und Elend für das ganze deutsche Volk! Kämpfer der Eisernen Front! Geht hinaus aufs flache Land! Sagt den Bauern, daß es Wahnwitz ist, wenn sie noch länger Politik gegen ihre Kundschaft Gegensatz zu der ganzjährigen Erhebung vom Jahre 1929 über für den Arbeiter. Lohngruppen und Wirtschaftsgebiete, als auch Vollbeschäftigte Beamte, Gewerbetreibende und Angehörige und Kurzarbeiter beteiligt waren, vermittelten einen auffreier Berufe! Macht Schluß mit dem frevelhaften schlußreichen Einblick in die gegenwärtigen EinkommensverSpiel, das mit euch und dem Schicksal des deut- hältnisse und in die Beschaffenheit der Lebenshaltung der schen Volkes getrieben wird. Reichsbahnarbeiter und ihrer Familien. Die Feststellungen treffen aber auch zweifellos für weite Kreise der übrigen deutschen Arbeiterschaft zu, die unter gleichen oder ähnlichen Umständen arbeiten und leben. Die Geschichte wird ein hartes Urteil über alle fällen, die auch am 10. April noch töricht genug sind, trotz der Lehren des 13. März für Hitler und seine Bürgerkriegsarmee zu stimmen. Wer Hitler oder Thälmann wählt, gefährdet seine und seiner Familie Existenz! Hütet euch, das kostbare Gut der politischen Freiheit preiszugeben! Die hauptberufliche Tätigkeit bringt gegenwärtig dem Reichsbahnarbeiter in vier Wochen durchschnittlich 125,87 m. ein gegen 181,32 M. im Jahre 1929. Seit 1929 sind die Tariflöhne im Reichsbahnbetrieb durch3. schnittlich um 19 bis 20 Broz. gesenkt worden. Die mindereinnahmen des Reichsbahnarbeiters, im Vergleich mit den Einnahmen des Jahres 1929 betragen aber 31,8 Pro 3. Der über die Tariflohnsenkung hinausgehende Verlust an Arbeitseinkommen entfällt auf Kurzarbeit und gefürzte Akkordsätze. Thälmann ist diesmal nicht nur Moskaus Zählmann. Die Einnahmen der Arbeiterhaushaltung erhöhen sich Jede Thälmann- Stimme am 10. April ist eine Hitler- durch Nebenarbeit, durch Mitarbeit der Ehefrau und durch Stimme. Wer Hitler schlagen will, wählt Hindenburg! die Beiträge, die von den übrigen Haushaltungsmitgliedern Der 10. April ist zugleich eine Vorentscheidung gegen 30,26 M. im Jahre 1929. Der Rückgang dieser Hauszur Haushaltsführung beigesteuert werden, um 12,56 M. für die Landtagswahlen am 24. April. haltungseinnahmen beträgt 58,5 Proz. Weitere EinFrauen und Männer der Eisernen Front! nahmequellen der Arbeiterhaushaltung sind: Untervermie tung, Gartenbau und Kleintierzucht, Versicherungen, GeViel wird von euch gefordert! Wochen schenke und dergleichen. Diese Eingänge belaufen sich der Opfer und Kämpfe liegen hinter gegenwärtig im Durchschnitt aller beteiligten Haushaltungen euch neue Wochen schwerer Kämpfe auf 18,25 m. gegen 21,85 m. im Jahre 1929. Sie sind um 16,5 Proz. niedriger, mobei jedoch berücksichtigt werden muß, stehen euch bevor! Es geht um Großes! Daß die zur Haushaltsführung aufgenommenen Darlehen Kämpft weiter! Vorwärts zum neuen gegenüber 1929 von 4,11 m. auf 8,18 m. gestiegen sind. Angriff auf der ganzen Linie! Keine Ruhe dem geschlagenen Gegner! Am 10. April muß sich Hitler noch einmal stellen, um noch schwerer geschlagen zu werden. Mehr Stimmen für Hinden- Saushaltungen an sich nicht viel zu sagen, wenn die Kauf. burg- das ist Hitlers politischer Tod! Vorwärts für Volksrechte, gegen Diktatur! [ Berlin, den 2. April 1932. Werden die gesamten Eingänge der Arbeiterhaushaltung zusammengefaßt, so ergibt sich, daß sie im Bergleich mit 1929 um mehr als ein Drittel zurüd= gegangen sind, denn sie betragen gegenwärtig 157,60 M. gegen 233,52 M. Nun hätte der nominelle Rückgang der Einnahmen der traft dieser Einnahmen entsprechend gestiegen wäre, menn also der Verlust durch Preissenfungen auf allen Gebieten des lebensnotwendigen Bedarfs ausgeglichen worden wäre. Das ist jedoch bisher keineswegs der Fall. Da die Preisentwicklung bei den verschiedenen Bedarfsgruppen des Die Reichskampfleitung der Eisernen Front. Saushaltungsbedarfs außerordentlich unterschiedlich gewesen An alle Gewerkschaftsmitglieder! Arbeiter, Angestellte und Beamte! Am 13. März habt Ihr Hitler geschlagen. Ihr habt die erste Schlacht gewonnen. Jetzt gilt es, Euren Sieg auszunützen. Die Reihen Eurer Feinde sind erschüttert. Sie müssen zum zweiten Male und noch vernichtender geschlagen werden. Keiner darf am 10. April an der Wahlurne fehlen. Wer sich der Stimme enthält, ist fahnenflüchtig. Wer jetzt noch seine Stimme Thälmann gibt, ist ein polltischer Narr. Wer für Hitler stimmt, schmiedet sich und Euch neue Ketten. ist, haben die Mindereinnahmen aber auch grundlegende Veränderungen auf der Ausgabenseite der Haushaltungen zur Folge gehabt. Für die Ernährung der Familie benötigt die Haushaltung gegenwärtig 65,35 M. gegen 97,85 M. im Jahre 1929. Der Rückgang beträgt also 33,2 Proz., während der Inder der Ernährungskosten in der gleichen Zeit um 26,2 Pro 3. zurückgegangen ist. Das stärkere Sinken der Ernährungsausgaben ist nur so zu erklären, daß sich die Hammer- Haushaltung offenbar bei ihren Ernährungsausgaben bereits starf einschränkt, um Mittel für die Dedung anderer notmendiger Ausgaben freizumachen, indem sie versucht, mit fleineren Mengen und schlechteren Qualitäten auszukommen. Die Ausgaben für Wohnungsmiete haben sich trotz der 10prozentigen Mietsenkung durch die Notverordnung gegenüber 1929 nur von 21,66 m. auf 20,60 m. ermäßigt. Das Gewicht der Micte hat innerhalb der Gesamtausgaben dadurch beträchtlich zugenommen, denn ihr Anteil an den Gesamtausgaben ist non 9,3 Broz. auf 13,0 Prog. Jede Stimme für Hindenburg ist ein schlag gegen die Feinde Eurer Freiheit! Allgemeiner Deutscher Gewerkschaftsbund Leipart Allgemeiner freier Angestellten- Bund Aufhäuser Allgemeiner Deutscher Beamten- Bund Falkenberg gestiegen. Das Gewicht der Miete hat innerhalb der Gefamtausgaben dadurch beträchtlich zugenommen, denn ihr Anteil an den Gesamtausgaben ist von 9,3 Proz. auf 13,0 Broz. gestiegen. Für Einrichtung und In. standhaltung der Wohnung sind gegenwärtig 3,40 m. verfügbar gegen 7,70 M. im Jahre 1929. Schon die damaligen Einkommenverhältnisse gestatteten feinen großen Aufwand für die Wohnung. Die Anschaffungen beschränkten fich auf das Notwendigste. Die heutigen Einkommen lassen aber auch diese Anschaffungen nicht mehr zu, denn die Ausgaben sind unter dem 3mange der Verhältnisse um mehr als Die Hälfte zurückgegangen. Die Ausgaben für Heizung und Beleuchtung sind schlecht vergleichbar und lassen teine Schlüsse zu, da die Arbeiterfamilien zum Teil mit Heizmaterial für den Winter eingedeckt waren und demzufolge feine Ausgaben eingestellt haben. Ausgaben der Arbeiterhaushaltung. Nahrungs- und Genußmittel. Mięte Einricht. u. Instandhalt. d. Wohnung Heizung und Beleuchtung 9 Bekleidung. Bersicherung Beiträge. Steuern. Sonstiges Zurückgezahlte Darlehen Ersparnisse. Gesamtausgaben Berbrauchsausgaben 10 M. 65,35 1932 in Brozent der Gesamt Надоволь M. 1929 in Prozent der Gesamtaqvsn 41,5 97,85 41,9 20,60 13,0 21,66 9.3 3,40 2,1 7,70 3,3 8,- 5,1 9,14 4,0 11,10 7,0 29,63 12,7 21,85 13,9 25,70 10,9 3,95 2,6 4,75 2,0 4,15 2,6 3,86 1,6 15,40 9,8 27,10 11,6 153,80 97,6 227,39 97,3 2,25 1,4 3,42 1,5 1,55 1,0 2,71 1.2 157,60 100,0 233,52 100,0 Tardieu entgleift. Polemik gegen Gozialisten und Deutschland. Paris, 1. April.( Eigenbericht.) Kamuner und Senat haben am Freitagnachmittag das Budget für das Finanzjahr 1932 endgültig nerabschiedet und fich bis Anfang Juni vertagt. Da der Senat verschiedene von der Stammer geforderte Kredite, für die die entsprechenden Einnahmen fehlen, entschieden ablehnte, sah sich der Ministerpräsident während der dritten und vierten Lesung des Budgets in der Kammer ges der dritten und vierten Lesung des Budgets in der Kammer ge= zwungen, nicht meniger als siebenmal die Bertrauensfrage gegen die Annahme dieser Kredite zu stellen. Die Regierung siegte in allen Fällen mit Mehrheiten, die zwischen 45 und 82 Stimmen schmantten. Die Budgeteinnahmen belaufen sich nach der endgültigen Faffung auf 41 000 Millionen Franken und die Ausgaben auf 41 097 Millionen, so daß sich theoretisch ein Ueberschuß von 3 Millionen Franten ergibt. Die Sozialisten stimmten im Senat und in der Kammer gegen die Annahme des Budgets. In der Kommer kam es vor der Schlußabstimmung zu einem scharfen Wortgefecht daß diese Länder nicht einen Generalfeldmarschall zum Präfideuten haben?( Großer Beifall rechts und in der Mitte, Proteste links.) Jhre Partei, die unaufhörlich zugunsten Deutschlands Kredite ohne jede Garantie perlangt, ist nicht dazu berechtigt, uns derartige Vorwürfe zu machen. Die Sozialisten, die alle Diktatoren angreifen, gehen fahr schonend mit der Diktatur der Notverordnungen in Deutschland um. Sie würden besser daran tun, etwas mehr Kurüdhaltung zu beob achten."( Beifall rechts, heftige Protefte lints.) Abg. Grumbach: Ihre Ausführungen hafern der Hitlera Tardieu: Die Sozialisten bebemegung neue Argumente." anspruchen auch für sich das Monopol des Friedens Ich habe ihnen mur das entgegenzuhalten, was Frankreich in Geof unter meiner und Lavals Regierung zugunsten des Friedens getan hat. Die Opposition wird in dem beginnenden Wahlkampf feine schüi ch ternen und refignierten Gegner finden. Sie hat uns oft genug angegriffen. Wir werden ihr jetzt unsere Argunmente entgegenießen. Dieser Meinungsaustausch wird am Sonnabend beginnen. Ich stehe dann zu ihren Diensten."( Langanhaltender Beifall rechts und in der Mitte, Lärm auf der Linfen.) Es folgte die Schlußabstimmung. Nach den üblichen Danfess morten des Kammerpräsidenten und des Ministerpräsidenten ging die Rammer auseinander. zwischen dem Ministerpräsidenten und einigen Sozialisten. Abg. Bedouce legte dar, warum die sozialistische Frattion nicht für das Budget stimmen fönne. Er mies u. a. darauf hin, daß das Budget nur mit Hilfe einer Neuausgabe von Schahzbonds ins Gleichgewicht Die polemischen Töne, die Herr Tardieu in seiner gebracht sei, und beklagte sich darüber, daß sich die innere Schuld Rede angeschlagen hat, werden in Deutschland starken WiderFrankreichs von 1926 bis jegt um 123 Milliarden Franken erhöht hall finden. Der französische Ministerpräsident hat sich in habe. Diese Verschlechterung der finanziellen Lage sei auf die reichlich demagogischer Weise gegen die Sozialisten gewendet zweideutige Politit der Regierung zurückzuführen. Die Sozialisten würden die Wähler auf die ernsten Folgen dieser Politik und ihre Anhängerschaft an eine Politik der deutschfranzösischen Berständigung in ironischer Weise hinweisen und ihnen klarmachen, daß man zwischen Ab- glossiert. Muß man daraus schließen, daß er in dieser entBesonders ins Auge fallend ist der Rüdgang der Berüstung und Zusammenbruch wählen müsse. kleidungsausgaben. Diese sind gegenüber 1929 um Diese Erklärungen veranlaßten etma 63 Proz. gesunken. Bei diesen Ausgaben gleichen die Haushaltungen einen Teil ihrer MindereinTardieu A scheidend wichtigen Frage in einem grundsäglichen Gegensatz zu den Sozialisten steht? Eine flare Antwort auf diese Frage ist notwendig; denn wenn die gegenwärtige französische Regierung eine Politik der Verständigung mill, so werden einstellen müssen. nahmen aus. Der Lohnabbau geht also zu einem erheblichen zu einer scharfen Antwort, die zum Teil auch gegen Deutschsich in Deutschland alle politischen Faktoren entsprechend Teil auf Kosten der Bekleidung. Die Ausgaben für Berland gerichtet mar. Die Regierung werde, so sagte er, demnächst ficherungen und Beiträge sind um 15 bzm. 16,6 Proz. auf die Ausführungen des sozialistischen Redners antworten. Sie gefunken. Dagegen ist die Steuerbelastung der Haus werde seine Ziffern widerlegen und zeigen, daß die ablaufende haltung trog der gesunkenen Arbeitsverdienste gestiegen, und Legislaturperiode durch eine Reihe von Tatsachen charakterisiert sei, zwar von 3,86 M. auf 4,15 M. Hier ist es besonders die gegen die die Kritik der Sozialisten nichts ausrichten tönne. Diese Krisensteuer, die ins Gewicht fällt. Tatsachen seien vor allem die Vollendung des Wertes der finanziellen schwebenden Schulden in Höhe von 21 Milliarden und SteuerermäßiWiederaufrichtung, die Rückkehr zur Goldwährung, die Tilgimg der listen gewandt) werfen der Regierung die Gemährung von Anleihen an ausländische Regierungen vor. Sie vergeffen aber scheinbar, daß Léon Blum in zahlreichen Artikeln im„ Bupulaire" diese Hilfe für das Ausland verlangt hat. Wenn die franzöfife Re gierung ihren politischen Freunden eine Unterstigung gewährt, die oft von dem Außenminister Briand gefordert worden ist, muß man ihr, Herr Grumbach, einen Vorwurf daraus machen, Sehr start zurückgegangen sind auch die Ausgaben für Sehr start zurückgegangen sind auch die Ausgaben für den sonstigen Bedarf. Hierunter sind nicht etwa ver meidbare Ausgaben zusammengefaßt worden, die eine Haus- gungen in Höhe von 6 Milliarden Franken. Sie( zu den Sosiahaltung sonst noch regelmäßig zu machen hat, zum Beispiel für Fahrgelder, Zeitungen, Schulgeld, für Körper- und Gefundheitspflege, für Bildung und alle die übrigen unumgäng lichen Ausgaben. Hier zeigt es sich ganz deutlich, daß die Arbeiterfamilien auf einen erheblichen Teil des sogenannten Kulturbedarfs perzichten müssen. Dieser Ausgabeposten ist um 43,2 Bro3 gefunten, mährend sich der Inder dieser Ausgabengruppe nur um 10,6 Proz. er mäßigt hat. Auch die zur Abzahlung von Schulden verfüg bare Summe ist fleiner geworden, ebenso die Gripor niffe, morunter nicht etpa mirtliche Ersparnisse zu ver stehen sind, sondern die Beträge, die die Haushaltungen am Schluß der Berichtsperiode noch zur Verfügung hatten. Werden die gesamten Haushaltungsaus= gaben zusammengefaßt, so ergibt sich im Vergleich mit 1929 ein Rückgang um 34,9 Proz. Während der gleichen Zeit ist der Inder der Lebenshaltungskosten nur um 19,1 Proz gesunken. Wenn unterstellt wird, daß mit einer Ausgabe von 233,52 M. für eine vierköpfige Familie im Jahre 1929 eine menschenwürdige Lebensführung möglich gemesen ist, so würden heute unter den veränderten Breisverhältnissen 189,05 m. die gleiche Lebenshaltung ge mährleisten. Wie aber ein Blid auf die obenstehende Aufstellung zeigt, haben die Arbeiterfamilien nur 157,60 M. zur Verfügung. Sie müssen also verzichten auf Bedarfsgüter im Berte von 31,45 M. Das ist der Teil der Mindereinnahmen, der bisher nicht durch Preissentungen ausgeglichen worden ist. Herr Tardieu hat auf der einen Seite von politischen Freunden" gesprochen, die mit Anleihen bedacht werden, und er hat auf der anderen Seite einige Un gezogenheiten über Deutschland niedergehen lassen. Seine Art, über das deutsche Staatsoberhaupt und über die deutschen Regierungsbrauch und wirkt geradezu als beabsichtigte Herausforderung. zustände zu sprechen, widerspricht allem diplomatischen GeWürde ein deutscher Reichsfangler in ähnlicher Weise über Personen und Zustände in der französischen Republik sprechen, so würde er zwar von den Nationalsozialisten mit Beifall überschüttet werden, aber bei allen verantwortungsbewußten Bolitifern auf entschiedene Ablehnung stoßen. Sollte Herr Tardieu bei solchen Methoden beharren und für sie den Beifall einer Mehrheit des französischen Voltes gewinnen, so wäre der Schaden für Europa unabsehbar. Es sollen Köpfe rollen! Wie Hitler seine Legalität auffaßt.- Die Mordlisten von München. München, 1. April.( Eigenbericht.) Eine angeblich im hiesigen Braunen Haufe angefertigte und von der sozialdemokratifden Münchener Post" veröffentlichte Mordliste der Nazis bildete am Freitag den Gegenstand eines Prozeffes, der von Hifler gegen die Münchener Poft" angestrengt worden ist. Hifler behauptet, daß die Liste gefälscht sei und auch alle anderen Angaben über die Vorbereitung von Mordtaten durch seine Organisation unwahr seien. In der Boruntersuchung hatte sich herausgestellt, daß der Münchener Post" die angeblichen Mordlisten von dem S. Mann Johann Loedel in die Hände gespielt wurden. Loebel ist inzwischen aus der Nazipartei ausgeschlossen worden. Sein Ausschluß erfolgte, weil er Mißstände innerhalb der 2. beseitigt wissen wollte. Bis Aus den Ergebnissen der Statistik der Einnahmen und zu dieser Zeit stand er im Dienst der geheimen Nachrichtenabteilung, Ausgaben der Arbeiterfamilien geht also ganz eindeutig her- der sogenannten Spionagezentrale des Braunen Hauses. Bei seiner por, daß sich ihre Lebenshaltung seit 1929 start verschlechtert Bernehmung als unvereidigter Zeuge fagte Loebel aus, daß er diese hat. Um das wichtigste herauszuheben: Unter dem Drudiste selbst angefertigt habe. Die Namen dazu feien ihm der Einkommensverluste und der stärkeren Besteuerung sind auch non Kommunisten genannt morden. Den Auftrag, die Listen von SA.- Kameraden im Kasino des Braunen Hauses und zum Zeil die Arbeiterfamilien gezwungen, weniger und erheblich dem Abgeordneten Auer auszuhändigen und die Münchener Bost" schlechter zu essen. Sie können ihren Bekleidungsbedarf nur damit hereinzulegen, habe er von dem Leiter der Nachrichtenabtei noch in einem ganz unzulänglichen Maße deden und müssen lung, dem Grafen Dumoulin Edart, erhalten. Zur Glaubihren Kulturbedarf in menschenunwürdiger Weise ein haftmachung seiner Spigeltätigkeit habe er dem Abgeordneten Auer schränken. auch drei Baffenlager angegeben, tatsächlich wurden aber nur in zweien kleinere Mengen Waffen gefunden. Ueber ein viertes großes Dies sind die Folgen der verfehlten Wirtschaftspolitik, insbesondere der Lohnpolitik, die für jeden, der sehen will, zu erkennen sind. Wie kann es der Landwirtschaft gut gehen, menn die arbeitende Bepölferung in ihrer Rauftraft so stark eingeschränkt ist, daß sie gezwungen ist, nicht nur bei der Menge, sondern auch bei der Qualität der Nahrungsmittel zu sparen? Oder fönnen Tertilindustrie und Bekleidungsgewerbe auch nur annähernd ihrer Leistungsfähigkeit entsprechend beschäftigt sein, wenn der Arbeiterfamilie für 4 Wochen ganze 11,10 M. für Neuanschaffungen und für die Instandhaltung von Wäsche, Kleidern, Schuhe und dergleichen zur Verfügung stehen? Die Fragen stellen, heißt sie verneinen. Lohnabban und Kurzarbeit haben die Kauffraft der Massen zerstört und die Folgen auf Broduktion und Umsqz spiegeln sich in der Massenarbeitslosigkeit und der zunehmenden Schrumpfung des Wirtschaftsvolumens wieder. Senator Bömers gestorben. Am Freitagabend, furz nor übeljter Weise in den ungeheuerlichen Nordwolle skandal 20 Uhr, verschied der Bremer Senator Heinrich Bömers. Er mar in verwidelt. Sein Tod entzieht ihn der gerichtlichen Verantwortung. Die Well am Abend" fajelt von einer Beheimtonferenz von Führern der Sozialistischen Internationale" gegen die SowjetUnion. Das lange Geschreibsel ist au idiotish, als daß es sich lohnt, darauf einzugehen, " Groener und Küchenthal. Sie befinden sich in vollster Lebereinstimmung.- Aber worüber? einer gelegentlich der Goethe- Feier in Weimar erfolgten Amtlich wird mitgeteilt: Reichsminister Groener hat Einladung des Vorsitzenden des braunschweigischen Staatsministeriums, Minister Dr. Küchenthal, am 1. April nach Bad Harzburg entsprochen. Beide Minister besprochen, die in Tester Zeit das Land Braun ichweig berührt haben, und dabei festgestellt, daß sie haben in voller Offenheit die politischen Fragen sich in vollster Uebereinstimmung befinden. Das ist eine überaus nichtssagenpe amtliche Mitteilung! DTie Dinge in Braunschweig schreien gen Himmel, sie sind eine überaus ernste Bedrohung des inneren Friedens. Herr Groener ist mit Herrn Küchenthal einig aber worüber? Darüher, daß die Dinge weitergehen dürfen, oder darüber, daß sie schnellstens abgestellt werden müssen? Herr Küchen thal fist mit Herrn Klagges in einem Ministerium. Er läßt Waffenlager in Gröbenzell bei München konnte der Zeuge nähere Ortaangaben nicht machen. Der Hauptzeuge Dumoulin Edart war zur Bernehmung nicht erschienen. Er ließ durch den Hitler- Anwalt Frank II dem Gericht mitteilen, daß vor einigen Tagen sein Schloßgut in Bertals. heim abgebrannt jei und er am Brandplay bleiben müsse., Merke würdigerweise hat sich dieser Graf auch allen Bernehmungen in der Boruntersuchung durch die verschiedenartigsten Ausreden entziehen können. Die Aussagen anderer Zeugen brachten teine weiterén fachlichen Aufschliffe, auch nicht die Barnehmung des Entlaftungszeugen Brinz zu Waldeck und Pyrmont, der als Stabschef des Reichs- SS.- Führers Himmler im Braunen Hause dem Geheimdienst der eigentlichen Hitler- Ticheta vorsteht. Ein umfangreicher Beweisantrag der Berteidigung zur Klärung der Frage, ob die Führer der Nationalsozialistischen Partei politische Morbe und andere Gewalttaten im Zusammenhang mit der Organisation des ge waltsamen Umfturzes vorbereiten und billigen, suchte Frank II in der bei ihm gewohnten theatralischen Manier als völlig unwichtig hinzustellen. Dabei erklärte Frank II: Die NSDAP. dente an teine Bartholomäusnacht. Daran jedoch. daß Adolf Hitler nach der Machtergrei fung einen deutschen Staatsgerichtshof einsehen werde und das dann tatsächlich Köpfe rollen würden, fönne er, Frant, nichts ändern. Die Verhandlung wurde schließlich bis zum 5. April ausgescht. An diesem Tage fall Dumoulin Edart vernommen werden. Klagges wirtschaften. Herr Groener aber ist mit Herrn Küchenthal einig? Wir glauben nicht etwa, daß Herr Groener den Braunschmeiger Dingen gegenüber gleichgültig ist. Wir finden je doch, daß Herr Groener durch eine höchst unglückliche Pressepolitit sich selbst schadet. Gnadengefuch für Offiehty abgelehnt. Es bleibt bei der Gefängnisstrafe. Der Schriftleiter der Weltbühne", Carl v. Offietty, mar am " 1 23. November v. 3. pom 4. Straffenat des Reichsgerichts wegen Berrates militärischer Geheimnisse zu einer Gefängnisstrafe pon einem Jahr fechs Monaten verurteilt worden, und zwar handelte es fich um Veröffentlichungen über deutsche Luftfahrifragen. Sein Verteidiger, R. Dr. Apfel, hatte daraufhin an den Reichspräsidenten ein Gesuch gerichtet, die Gefängnis. strafe in Seftungshaft umzumandeln. Am Freitag hat nun der Oberreichsaumait dem Verteidiger mitgeteilt, daß der Reichspräsident diese Begnadigung Offieztns abgelehnt habe. Im übrigen sollen zwischen v. D. und dem mit ihm verurteilten Schriftsteller Walter Kreiser schwere Bermürfnisse entstanden sein, weit diefer inzwischen aus Deutschland geflohen ist, Sinnloses Kriegsgeschrei. Das neueste Produkt der paroleoschuster. Oftenbar ist die Zahl jener Kominunistcn. die keine Faschisten. Herrschaft«iinschen und darum, entgegen chrer Partciparole. nicht zum alleinigen Nutzen der chitlerei von ihrem Dahlrecht Gebrauch machen wollen, stark im Wachsen. Statt nun dieser Massen- stimmung Rechnung zu tragen, sucht die Zentrale verzweifelt nach einem Mittel, das ihre Leute dumm machen könnte. Das glaubt sie nun in einem verstärkten Kriegsgeschrei gefunden zu haben, und selbstverständlich sind es nicht etwa die Faschisten, mit deren Häuptling Mussolini Moskau beinahe so freundschaftliche Bc- Ziehungen unterhält wie mit dem Militärdiktator Ä c m a l, die zum Krieg gegen Rußland treiben, es sind auch nicht jene Groß- tapitalisten, deren Presse stets ungehindert ihre Journalisten nach Rußland schicken kann— nein, es sind die S o z i a l d e m o» kj- a t c n! Schade nur, daß sogar die ausgebürgerten russischen Sozialdemokraten, die soviel persönliches Ungemach von der Sowjet- diktatur erleiden mußten, soeben noch ihre Treue zu ihrem revolutionärem Heimatland und ihre schärfste Gegner- schaft gegen jede antisowjetische Zettelung oder gar Intervention in einer feierlichen Kundgebung versichert haben. Das gleiche hat die Sozialistische Internationale unzählige Male getan. Aber der„Vorwärts" hat eine TU.-M«ldung über Lebensmittel- krawalle in Leningrad und Moskau wiedergegeben! Und er hat diese Meldung abgedruckt, well sie angesichts der unleugbaren T e u e- r u n g und Inflation, sowie der Bevorzugung der auslän- dischen Spezialisten oder Dalutabesitzer durch das Einkaufsrecht in besonderen Läden, in denen es alles gibt, nur zu glaubhaft erscheint. Wir haben auch auf den schreienden Gegensatz zwischen der unaushärlichen Protzerei der kommunistischen Agitation mit der Sowjetarmee und dem ebenso konsequenten Zurückweichen Rußlands vor dem Bormarsch des japanischen Imperialismus in der Man- dfchurei, dem alten russischen Interessengebiet, hingewiesen. Und schließlich die ärgste Todsünde— wir haben die Meldungen bber eine Erkrankung Stalins verzeichnet. Das ist offenbar Majestätsbeleidigung, denn wie könnten Ärankheitskeime wagen, in den Körper des Generalsekretärs der ÄPR. einzudringen! Zwar ist sogar Lenin gestorben, auch Frunsc und so mancher andere sind dahin— aber Stalin krank: Donner und Daria! Aber warum wird der zur Eröffnung eines neuen Radioscnders in Leningrad bereits angekündigte Stalin durch Ordschoni- kidse vertreten? Warum erklärt die Berliner Sowjet- boxschast auf eine nicht ohne weiteres abzuweisend« Frage, Professor Z o n d e k und ein zweiter nach Moskau gereister Berliner .Kliniker hätten nur die durch Ueberarbeit erkrankten Kremlbewohner zu beraten— das sei„eine kollektive Ve- Handlung". Wir könnten noch weitere Indizien mitteilen, aber wir sind nicht somjethö tisch genug, um einen Streit darüber anzu- sangen, ob Stalin krank ist und woran er leide. Aber ahnt den Stalinschreibern nicht, wie sebr sie die sonst stets gefeierte abstoßende Krqft des tälZ-Millionen-Reiches herabsetzen, ja verneinen, wenn sie schon in bloßen Zeitungsnachrichten, der Diktator sei krank, eine Ermunterung, ja sogar ein Angriffesignal zum Krieg gegen die eoowjetunion sehen! Laßt die Saltos, ihr Agitprophcten, stellt euch wieder auf die Erde, ihr macht euch durch eure Kapriolen nur lächerlich! Oieinch klagt gegen Zeder. . Einer Wahllilge soll der Saraus gemacht werden. Rsichsfinanzministsr Dietrich hat sich entschlossen, einer von den Rationalsozialisten immer wieder verbreiteten Lüge den Garaus zp machen- Es handelt sich um die unwahre Behauptung, Dietrich hätte die Stimme der Wirtschaftspartei im Reichstag durch einen Scheck über SOOOOO Mark gekauft und damit die Reichsregierung vor dem Sturz bewahrt. Wegen dieser beleidigenden Anschuldigung bat der Reichsfrnanzminister Strafantrag gegen den Reichstagsabgeordneten Gottfried Feder, gegen den Bsrsammlungsredner Hötzel und den verantwort- bchen Redakteur des nationalsozialistischen Blattes„Der Freiheit?- kämpf" gestellt, die diese Lüge verbreitet hoben. Die Konzeniration zur Wahl. Wahlbündnis ZLirtschastspartei, Randvoll, Aonservatwe perfett. Wie das Nachrichtenbüro des VDA. meldet, haben die B e r- Handlungen, die über«in Wahlbündnis zwischen einigen bürgerlichen Parteien für die bevorstehenden preußischen Landtags- wählen geführt wurden, jetzt zu einem Erfolge geiiihrt. Zwischen der Wirtschaftspartei, der Landvolk-Partci, den Bolkskonferoativen und der Liste„Junge Rechte" ist ein Wahlbündnis für die Neuwahlen zum Preußischen Landtag ab- geschloffen worden, das sich in einer Listengemeinschaft be- kündet. Die Liste„Junge Rechte" umfaßt«ine Reihe von partci- politisch nicht festgelegten Jugondbünden, zu denen z. B. die Fichte- Gesellschaft gehört. Die Volksnationalen bzw. Mitglieder des Jung- dem sehen Ordens dürften der Liste„Junge Rechte" gleichfalls nahe- flehen. Die Deutsche Staatspartei verhandelt gegenwärtig noch mit einer anderen Partei wegen einer gemernsamen Verwertung der Rsststimman. Rausschmiß aus dem Stahlhelm. Oer(�Herzog von Koburg wird gemaßregett. Dos Bundssamt des Stahlhelm teilt mit: Die nationalfozia- listische Presse veröffentlicht einen Aufruf für Adolf Hitler, der auch von Herzog Karl Eduard von Koburg unter- zeichnet ist. Der Inhalt dieses Aufrufs widerspricht der politi- fchen Stellungnahme der Stahlhelmführung. Seine Unterzcich- nung durch den Herzag von Koburg ist geeignet, die einheitliche Politik des Stahlhelm zu schädigen. Die Bundesführcr haben die notwendigen Schritte eingeleitet. Äliuifterialrat Scholz ist aus der Hugcnberg-Partei ausgetreten, weil sie im Zwesten Wahlgang nicht für Hitler eintritt. Er ge- hört zur Berfassungsabt« ilung des Reichst nnen- ministeriums— ausgerechnet. Er hat vor kurzem als Mit- glied de« politischen Ueberwachungsausschusses des Rundfunks den Darsuch unternommen, eine Rede über den Opfertod Ludwig Franks zu zensieren, weil sie das starke Bekenntnis Franks zu den Fundamenten des neuen Staates her- »ozhob. Herr Scholz paßt ins Brpune Haus— ober nicht in die Verfäffungsahteilung des Reichsinnenministeriums. Einstimmig fordert die Budapestcr Stadluecirckung auf Antrag der Sozialdemokraten völlige Beseitigung dcr öffent- lichen Abstimmung, Sicharuna der p r o p ortionalen kiokksoertretung und gie-chmäßige EimeÄrng der Wahlbezirke. Nazis Aprilscherz. Berek erwache, Hitler bereke! llnternehmer und Handelspolitik. Die Beschlüsse gegen Autarkie und für Exportschuh. Unter der Führung der Schwerindustrie hat der Reichs verband der Deutschen Jrrdustne in den letzten Wochen einen Druck auf die Reichsregierung auszuüben versucht, um die deutsche Handelspolitik in der Richtung der Einfuhrdrosselung und einer zen- traten Einfuhrbewirtsäiaftung zu beeinflussen. Die Verhandlungen des handelspolitischen Ausschusses des Reichsverbandes der Deutschen Industrie brachten eine handelspolitisch« Festlegung der deutschen Unternehmer, die sich im wesentlichen gegen die schwerindustriellen Ziele wendet. Die entscheidenden Stellen der vom Reichsocrband veröffentlichten Mitteilung über diese Verhandlungen lauten: „Es bestand Uebercinstimmung darüber, daß die Abnahme des deutschen Ausfuhrüberschusses" durch die Absperrungsmatz- nahmen des Auslandes zwangsläufig zu einer Verschärfung der Deoifen-Situation führen muß, wenn der Dienst für unsere Auslandsverschuldung aufrechterhalten und die Ernährung der Bevölkerung sowie die Belieferung dar Industrie mst den not- wendigen' m/Äändischsn Rohststsfen sichergestellt werden soll. Angesichts dieser Lag« Wird es für unerläßlich gehalten, jeden nur möglichen Versuch zu unternehmen, der geeignet ist. zu De- visen-Ersvarnissen zu gelangen, ohne dabei die deutsche Aussuhr, deren weitare Förderung unter ollen Umständen für notwendig gehalten wird, zubeeinträchtigen. Die weitaus überwiegende Mehrheit der Handelspolitischen Kommission vertrat den Standpunkt, daß das gegenwärtige Softem der Devisenbewirtschaftung diesen Bedürfnissen nicht gerecht wird. Es wurde ein« Verbesserung der Devisenbewirtschaftung im Sinne einer erweiterten Berücksichtigung Volkswirt- fchaftlicher Gesichtspunkt« verlangt mit dem Ziel einer bevorzugten Zuteilung von Devisen für die Einfuhr notwendiger Lebensmittel, Rohstoffe und gewisser unentbehrlicher Halbfabrikate. Die Handelspolitische Kommission steht auf dem Standpunkt, daß sobald als möglich eine A e n d e r u n g der bisherigen Dsvisen- bewirtschaftung durchgeführt werden muß, um rechtzeitig den oben erwähnten Erfordennissen gerecht werden zu können. Sie ver- trat im übrigen die Auffassung, daß alle Pläne in der Richtung einer Autarkie ebenso scharf wie etwa damit verbundene Währungserp erinientc abzu- lehnen sin d." Diese Beschlüsse zeigen deutlich die Züge eines hart umkämpften Kompromisses, das besser ausgefallen ist. als man befürchte» durste. Wenn alle Pläne in der Richtung einer Autarkie und etwa damit verbundenen Währungsexperimenten eindeutig abgelehnt werden, so bedeutet das ein scharfes Abrücken von den bis- herigen Eingaben des Vorstandes des Reichsoerbandes der Deut- schen Industrie an die Reichsregierung, in denen die Schwerindustrie die Federführung hatte und die Tendenz zur Autarkie mst bedenk- lichen wahrungspolitischen Möglichkesten noch zum Airsdruck kam. Auch, die vor einigen. Tagen noch diskutierte zentrale Einfuhr- bewirtschaftung ist zugunsten st ä tkerer Berücksichtigung d« r A u s f u h r i n t e r e s se n fällen gelassen worden. Auch steht es jetzt fest, daß eine Devisenkantingentierung nicht npr die Dringlichkeit der einzelnen Cinftchrposition, sondern auch dre handelspolitischen Folgen fiir den Export bei jeder«m- zelnen Einfuhrbeschränkung zu berücksichtigen hat. Freilich ist ernsthaft zu beachten, daß die Kräfte im Reichs- verband der Deutschen Industrie, die ohne Rücksicht auf den Export aus interessenmäßiger Einstellung die Einfuhr einengen wollen, noch nichtlahm gelegt sind. Es bedarf der g r ä ß t e n W a ch s a m- feit der Oeffentlichkeit, um einseitige Maßnahmen der Reichsbürakratie zu verhindern, die schädliche handelspolitisckte Folgen für den Export mit sich bringen können. Gegen die Nazi-Hehpresse. (Scharfes Vorgehen der Behörden. Bon der Pressestelle beim badischen StaatsmiNisterium wird mitgctcllt: Die nationalsozialistischen Zeitungen, die„Volksgemeinschaft" in Mannheim und das„Hakenkreuz- b a n n e r" in Heidelberg vom 30. März 1932, Nr. 68.70 und Nr. 7i, wurden aus Grund der Notoerordnung des Reichspräsidenten wegen Gefährdung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung und wegen Be- lcidigung des Innenministers beschlagnahmt und einge- zogen. Gegen die vom Oberpräsidenten in Breslau verhängten Verbote der nationalsozialistischen„Schlessschcn Tageszeitung" und der Wochenblätter„Schlesischer N.-S.-Beobachter" und„Deutsche Ost- front" hatte der Gauocrlag N. S. Sclilesien Beschwerde ein- gelegt. Diese Beschwerde ist sowohl vom preußischen Innenminister als auch vom Reichsminister des Innern zurückgewiesen worden. Sie wird nun dem Staatsgerichtshof in Leipzig als letzter Instanz zur Entscheidung vorgelegt. polnische Sozialreakiion. Abbau der Arbeitslosenversicherung. In Polen ist eine Novelle zum Arbeiterversicherungsgesetz in Kraft getreten, nachdem die durch Gewalt und Fälschung zustande gebrachte„Samerungs"mehrheit beider Kammern die Vorlage ihrer Regierung gehorsam apporticrt hatte. Das neue Gesetz bestimmt: Herabsetzung des Staatszuschusses zur Arbeits- Volksbühne. Paul Schüret: Kamrod Kasper". Bvlkssruck vom Manne, der aus dem Krieg heimkehrt. Au- semer Wohnung sollen die Möbel fortgetragen werden. Di« Frau, die er zurückließ, hat sich einem Drückeberger hingegeben Der Proletarier gestattet nicht, daß Möbel und Frau in die Hände von Unbencsenen geraten. Alles das ist nicht nur Wirklichkeit, sondern auch Symbolik und Phantaftik. Der Dichter laßt ein reales Stück und daneben ein Marionettentheater aufführen. Die Mischung ge- siel. Denn viel Beifall wurde gespendet. M. H. losenversicherung von 145,4 auf 60 Millionen Zloty im neuen Finanzjahr. Erhöhung des Versicherungsbeitrages der Saisonarbeiter von 2 auf 4 Proz., aller sonstigen Arbeiter von Vi aus 2 Proz., der Unternehmer von 114 auf 2 Proz. Die Wartezeit der Saisonarbester wird von 20 ans 26 Wochen erhöht, was die meisten von ihnen um den Unterstützungsanspruch bringt. Der bei allen Arbeiten höchstens zugrunde liegende Tagelahn wird pon lO auf 6 Zloty, die Unterstützungswoche auf 6 Tage herab- gesetzt. Das bedeutet praktisch die Halbierung der Unterstützungen: sie betragen künftig zwischen l0,80 Zloty wöchentlich für Ledige bis 18 Zloty für eine siebenköpfige Familie! Ihre Höchstdauer beträgt 13 Wochen, die Möglichkeit ihrer Ausdehnung auf 17 Wochen ist rein theoretisch, nämlich daran geknüpft, daß dadurch keine— Ausgabenerhöhung eintritt. Direkt« Staatshilfe steht nur den Ausgesteuerten und solchen zu, die nur 20 Wochen im Jahre gearbeitet hoben und somit keinen Anspruch haben. ★ Nicht der polnisch-russische Handels-, sondern der Nicht- angriffspakt zwischen diesen beiden Stachen scheint keine Aussicht auf Rchifizierung zu haben. Dies zur Berichtigung eines Fehlers im Donnerstag-„Abend". Wutausbruch gegen Italien. Polen betreibt gegen Danzig eine„ausdehnende" Wirtschaftspolitik und hch sich vom Oberkommissar des Völkerbundes, früher dem Engländer H a k i n g, jetzt dem Italiener E r a z i a n i, wiederholt bescheinigen lassen müssen, daß seine Ansprüche ver- tragswidrig sind. Das ist soeben wieder in bezug auf den Veredelungsoerkehr geschehen. Mst einem förmlichen Wutausbruch beantworten nun die meisten polnischen Blätter diese Entscheidung Graziams und drohen, daß Italien für die Haltung des Köm- missars mst wirtschaftlichen Nachteilen bestrast werde. so z. B. mit der Kündigung des Hondelsocrtragez und mit der Einfuhrsperre gegen italienische Früchte. Wohin lrcibk Litauen? Das Organ der litauischen Kaufleyte xust in seiner neuesten Nummer zum Boykott deutscher Hören aus und fordert die Entfernung sämtlicher deutschen Bürger. die hier geschäftlich tätig sind. Die Frist zur Abstempelung der spanischen Bauknolen ist durch Negierunasdckret bis 31. Mai 1932 verlängert worden. Blind und taub. Unternehmerforderungen gegen Volkswirtschaft. Im Baugewerbe, in der Textilindustric, im die Berneinung des technischen Forfschriffs, die blindwüfige ZerHolz und Buchdruckgewerbe mehren sich die Forde rungen der Unternehmer, die innerhalb eines störung des gesamten Kapitals, das zur Rationalisierung verwendet worden ist, Durch diesen Abbau ist eine gewaltige Berschiebung der Eine tommensgrenzen innerhalb der gesamten Bühnenangehörigen eine getreten. Gegenüber der Spielzeit 1930/31 hat sich die Zahl der Gagenempfänger bis zu 300 Mart von 36,1 auf 49,8 Prozent und die der Gagenbezieher bis zu 500 Mart von 28,6 auf 47,3 Broz. der gesamten Bühnenmitglieder erhöht. Trotz dem Ein fall der start gefürzten 1000- Mart- Gagen in die Gagentlassen von 500 bis 900 Mart sank die Zahl der Bezieher dieser Gagen von 24 auf 15,2 Proz. 1000- Mart- Gagen erhalten in diesem Jahr nur noch 1,9 Proz. der Bühnenmitglieder gegenüber 5,3 Proz. im VorJahres zwei und dreimal abgebauten Löhne noch darüber hinaus aber noch die Lahmlegung der Wirtschaftstätigkeit, jahr. Die Gagen über 1000 mark find von 5,9 Proz. auf 2,6 Proz. die Bedrohung der gesamten Kultur. cin drittes und viertes Mal abzubauen. So ungeheuerlich der Gemaltatt war, alle Löhne und Gehälter auf den Stand vom 1. Januar 1927 herabzudrücken, ein Gemalt. aft, der sich weder wirtschaftlich noch sozial rechtfertigen läßt, immer mehr Unternehmer verlangen jetzt, daß die Regierung die 3er störung der Wirtschaft vollenden und die Löhne noch weiter herabseßen foll Benn ein einzelner Unternehmer bemüht ist, die Löhne seiner Arbeiter unter das Lohnniveau der anderen Arbeiter herabzudrücken, so mag man das turzsichtigen Egoismus schelten. Wenn aber die Gesamtheit der Unternehmer so perfährt, so hat das mit Egoismus nichts mehr zu tun. Hier muß der volkswirtschaftliche Maßstab angelegt werden. Es tann heute nicht mehr einen Unternehmerinndifus, einen Schlich ter, einen Arbeitsminister geben, der nicht die verheerenden Folgen des Lohnabbaus für unsere Bolts wirt schaft tennt. Mag der einzelne Unternehmer glauben, er könne beffer konkurrieren, wenn ihm vom Arbeitsertrag ein größerer Teil zufällt und wenn der Teil, der den Arbeitern verbleibt, noch mehr beschnitten wird: Die Unternehmer als Gesamtheit müssen end lich begriffen haben, daß die Rationalisierung, wie jeder technische Fortschritt, sich nur in dem Maße rentieren kann, in dem die gesteigerte Produktivität der Betriebe auch aus genutzt wird. Wenn die Unternehmer aber verlangen, daß die Löhne und Gehälter zu rüdgeschraubt merden sollen auf den Stand vom 1. Januar 1925, so bedeutet das Die Unternehmer scheinen allerdings des Glaubens zu sein, der 2ohn und die Lebenshaltung der Arbeiter, Angestellten und Beamten sei ein Ding, das mit der Wirtschaft nur insofern etwas zu tun hat, als es diese belastet". Sie haben noch immer nicht begriffen, daß in einem industrialisierten Lande auf dem Lohn des Arbeiters, des Angestellten und Beamten sich das Einkommen des Mittelstandes, der freien Berufe und der Landwirtschaft aufbaut. Von dem Verbrauch an Lebensmitteln und Bedarfsgütern des Arbeiters, des Angestellten und der großen Masse der Beamten hängt wesentlich der Verbrauch an Automobilen und anderen ,, Eurusgüfern" ab. gefunken. Rrund die Hälfte der Bühnenmitglieder hat also zurzeit ein Monatseinfommen von weniger als 300 Mart. Ein erster Opernsolist, der in der Spielzeit 1928/29 ein Monatseintommen von 1300 Mart hatte, hat jetzt nach Abzug aller Sozialbeiträge ein Rettomonatseinkommen von 567 Mart; ein erster Schauspieler an einem großen Theater, der damals 800 Mart hatte, hat heute noch 430-450 Mart. 49 Broz. Jahresverträge, dagegen 51 Proz. Saisonverträge mit einer durchschnittlichen Spieldauer von acht Monaten. Nun werden diese Einkommen vielen Arbeitern, Angestellten und Beamten noch ganz auskömmlich dünken; manchem Arbeitslosen werden diese Gagen fogar noch fündhaft hoch erscheinen, aber bei dem überwiegenden Teil der Bühnenangehörigen ist noch in Rechnung zu stellen, daß sie wenn überhaupt nur in den seltensten Fällen 12 Monate hintereinander Beschäftigung haben. Während Der Absatz der Verbrauchsgüter bestimmt den Absatz von Produk- 3. B. im Spieljahr 1928/29 noch 63 Pro3. der Bühnenmitglieder tionsmittelgütern. Eine Vorwegnahme dieser auf Kosten jenerträgen verpflichtet waren, haben in dieser Spielzeit nur noch mit Jahresverträgen und nur 37 Broz. mit Saifon ver führt zur Krise. Der Ausgleich fann nur geschaffen werden, wenn der Absatz an Berbrauchsgütern start gesteigert wird. Die Unternehmer verlangen aber eine weitere Drosselung des Absatzes an Lebensmitteln und Verbrauchsgütern, indem sie einen weiteren Abbau der Löhne fordern. Daß den Unternehmern die Führung der Volkswirtschaft über den Kopf gewachsen ist, daß in der fapitaliftischen Anarchie Ordnung geschaffen werden muß, darüber gibt es außerhalb der unmittelbar an dieser Anarchie Interessierten feinen Streit. Man hätte aber mindestens erwarten können, daß die Unternehmer gegenüber den handgreiflichen Folgen des Lohuabbaus nicht blind und taub sein würden. Aber unsere Unternehmer sind heute nicht nur bankrotte Wirtschaftspolitiker, fie erweisen sich sogar als unfähige Geschäftsleute. Berliner Bilanz im Gesamtverband Was eine Gewerkschaft auch in der Krise leistet. teidigen tann. Zum ersten Male feit der Gründung des Gesamtper, bar schlechtesten Zeiten ihre Positionen mit Aussicht auf Erfolg verbandes wird den Mitgliedern der Bezirks- und Orisnermaltung Berlin dieser Großorganisation für das verflossene Geschäftsjahr ein Rechenschaftsbericht vorgelegt, der in der Mitglieder bilanz einen Verlustposten ausweist. Mit einem Verlust von 14 325 Mitgliedern oder 11,4 Prozent und einem Bestand von 111 450 Mitgliedern, darunter 15 090 meiblichen und 2040 jugendlichen, schloß die Berliner Ortsverwaltung des Gesamtverbandes ihr Geschäftsjahr 1931 ab. In der finanziellen Entwicklung der Bezirks und Ortsverwaltung ist zwar ein Stillstand, aber fein Rüdschlag eingetreten. Der Bestand der Ortstasse hat sich im Laufe des Berichtsjahres noch um 66 692 Mart auf 1095 187 mart erhöht. Dieses Plus gegenüber den Kassenabschlüssen der meisten anderen Verbände erklärt sich in der Hauptsache dadurch, daß der Gesamtverband infolge der Struttur seiner Mitgliedschaft nicht so hart von der Arbeitslosigkeit betroffen wird wie die übrigen Organifationen. Die Ortsverwaltung musterte zwar am Jahresschluß 1931 auch über 24 000 arbeitslose Mitglieder oder mehr als 21 Prozent ihrer Gesamtmitgliedschaft, doch ist diese Zahl gegen über vielen anderen Arbeitergewerkschaften verhältnismäßig gering" zu nennen. Der Hauptanteil des Mitgliederverlustes fällt auf das legte Quartal des vergangenen Jahres. Im legten Quartal 1931 gingen der Ortsverwaltung allein 11 200 Mitglieder verloren. Wenn man bedenkt, welche starken politischen und gewerkschaftlichen Bernunftsproben die gesamte Arbeiterschaft gerade in den lezten drei Monaten des vorigen Jahres zu bestehen haite, braucht man den Ursachen dieses starten Mitgliederverlustes in einem einzigen Quartal Die finanzielle Leistung der Organisation war auch nicht nachzuspüren. Es sei nur daran erinnert, daß die mit be- im vorigen Jahre trog der Senkung der Unterstützungssäge erstaun achtlichem Teilerfolg geführte Abmehrbemegung gegen die Anlich groß. Von den Einnahmen für die Hauptkasse in Höhe von gleichung der Gemeinde- und Werksarbeiterlöhne an die Reichs- 2,98 Millionen Mart flossen 1,80 Millionen Mark wieder in Form arbeiterföhne auf Grund der Notverordnungen vom 5. Juni und 6. Oftober 1931 außerordentliche Anforderungen an die gemert: 417 559 Mart an Arbeitslojemunterstützung und 554 988 Mart an schaftliche Disziplin und politische Einsicht der in diesen Wirtschafts- Krankenunterstützung. zweigen beschäftigten Berbandsmitglieder stellte. Der Erfolg geDie Anziehungskraft des Gesamtverbandes murde im Berichts: rade dieser Abwehrbemegungen ist von den Ergebnissen der insjahr am deutlichsten dadurch demonstriert, daß die Reichs gesamt 212 Abwehrbewegungen, die von der Ortsner gewertschaft Deutscher Kommunalbeamten und der waltung im Berichtsjahr für 303 387 Beteiligte geführt wurden, Arbeitnehmerverband des Friseurgewerbes sich der markanteste Beweis dafür, daß eine gewerkschaftlich gut orga- ihm angeschlossen haben. Diese Anziehungskraft gibt die Gewähr nisierte und vor allem disziplinierte Arbeiterschaft auch in den denk für einen Wiederaufstieg. Beamte und Politif. Der Deutsche Beamtenbund zur Reichspräsidentenwahl. Aus Beamtenfreisen wird uns geschrieben: Angesichts dieser Tatsache ist es selbst den besten Bühnenmit gliedern faum noch möglich, Rüdlagen zu machen. Welchen verheerenden Umfang die Arbeitslosigkeit unter den Bühnenangehörigen angenommen hat, geht aus der Denkschrift ebenfalls mit erschreckender Deutlichkeit hervor. In der Spielzeit 1928/29 waren von den rund 10 000 Soloträften an den deutschen Bühnen ungefähr 1500 ständig arbeitslos; in diesem Spieljahr ist die Zahl der erwerbslosen Solofräfte auf 3080, alfo um das Dop pelte gestiegen. Die Denkschrift zeigt, daß auch die Mehrzahl der deutschen Bühnenangehörigen durch die Wirtschaftskrise in das Proletariat hinabgezogen wurde. Die Probe aufs Exempel. Betriebsratswahl auf Zeche Radbod. Auf der Zeche Radbod bei Hamm fand eine Neuwahl der Betriebsvertretung statt. Sie hatte folgendes Ergeb nis: freie Gewerkschaften 454 Stimmen( im Vorjahre 513), Verlust 11,5 Proz., christliche Gemerkschaften 452( im Vorjahre 524), Berlust 13,7 Proz., Revolutionäre Gewerkschaftsopposition 460 Stimmen ( im Vorjahre 853), Berlust 46 Proz., Hirsch- Dunder feine( im Vorjahre 23 Stimmen), Gelbe 95 Stimmen( im Vorjahre 55), Nationalfozialisten 15( im Vorjahre keine). Während also die RGO. im Vorjahr noch 43,3 Proz. der abgegebenen Stimmen auf sich vereinte, die freien Gewerkschaften nur 26,2 Proz., die christlichen Gewerkschaften 26,5 Proz., entfielen auf diese drei Gruppen in diesem Jahre je 30 Proz. der abgegebenen Stimmen. Das Gezeter der kommunistischen Presse gegen die Verlängerung der Amiszeit der Betriebsräte ist, wie das Resultat auf der Zeche Radbod beweist, absolut sinnlos. Auch die Nationalsozialisten, die gegen die Verschiebung der Betriebsrätemahlen Sturm liefen, hätten alle Ursache zu schweigen. Das Anmachsen der Gelben ist lediglich eine Folge des Druds der ungeheuren Krise, die ihnen die go finnungsschwachen Elemente zutreibt. Das zeigt sich besonders aud) in der Beamtenschaft, in der der Af- Bund 8 Stimmen, die gelbe Beamtenliste dagegen 92 Stimmen erhielt. Don Interfügungen an die Mitglieder zurück, davon allein An ihren Früchten sollt ihr fie erkennen. Beamtenbundes zur republikanischen Berfassung und seinen Taten besteht ein klaffender Widerspruch, der im Interesse des Staates und des Beamtentums baldigst aufgeklärt werden muß. Der freigewerkschaftliche Bergbauindustriearbeiter Derband hat für seine Mitglieder im vergangen Jahr nicht weniger als 3756603 Mart an Unterstügungen aus gezahlt. Der Barerfolg aus seiner Rechtsschutätigkeit beziffert sidy auf über eine Million. band hat im vergangenen Jahr ganze 4000 Mart UnterDer von den Kommunisten aufgezogene Bergarbeiterver stügungen gezahlt, die er durch Sammellisten bei Belegschaftsmitgliedern zusammenbettelte. Ein Siebzigjähriger. Heute vollendet der Genosse Karl. Alboldt, der nicht nur vielen alten Gewerkschafts- und Parteigenossen in Berlin, sondern Dem Gesamtvorstand des DBB. lag ein Schreiben des Arbeits- Auf den Stand vom 1. Januar 1925! auch außerhalb der Reichshauptstadt bekannt ist, das siebzigſte Lohnabbauwünsche der Bauunternehmer. Lebensjahr. Nach seiner Rückkehr aus Nordamerika im März 1885 ausschusses der Bereinigten Hindenburg- Ausschüsse vor, in dem der ichloß er sich am 1. April desselben Jahres dem damaligen„ Verein Borsigende dieses Arbeitsausschusses an den Deutschen Beamtenbund die Bitte richtete, für den zweiten Wahlgang eine Zwischen den Parteien des Baugewerbes für den Bezirk Berliner Hausdiener" an. Im darauffolgenden Jahre, also zu einer Barnle für den Reichspräsidenten von Hindenburg auszu Sachsen- Anhalt fanden Donnerstag Verhandlungen über die Zeit, wo die Arbeiterschaft noch unter dem Druck des Sozialistengeben Mehrere Organisationen, die dem Deutschen Beamtenbund freie Bereinbarung einer neuen Bertragsgrundlage statt, da die jetzt gesetzes stand, gründete Alboldt mit einigen Berufsgenossen den engeschlossen sind, hatten ebenfalls Anträge gestellt, die ver- geltenden Berträge am 30. April dieses Jahres ablaufen. Die Unter- Unterstützungsbund der Hausdiener Berlins", eine Bereinigung, die schon damals als auf dem Boden der modernen Arbeiter. langten, der Deutsche Beamtenbund solle seine Mitglieder aufnehmer forderten eine Neufestsetzung der Löhne nach dem fordern, im zweiten Wahlgang unbedingt für Hindenburg zu Stande vom 1. Januar 1925! Die Berhandlungen wurden bewegung stehend bezeichnet werden konnte. Aus dieser Bereinigung ist der Handels-, Transport- und Berfehrsarbeiter- Berband", stimmen. Diese Anträge löften eine erregte Aussprache auf der nach mehrstündiger Dauer ergebnislos abgebrochen, da der spätere Berlehrabund" und jetzige Gesamtverband, hervorTagung des Gesamtvorstandes aus, in der die republikanischen Be- eine Verständigung nicht erzielt werden fonnte. Die Cage ist gegengegangen. Als Vertrauensmann für Deutschland in der Lofalamiten wirkungsvoll ihre Auffassung vertraten. Auf Antrag des wärtig vollkommen ungeklärt, da auch die zwischen den SpikenorgaBorsitzenden des Deutschen Lehrervereins wurde be- nisafionen am 22. Februar getroffene Vereinbarung nicht vorsicht, organisation der Handelshiffsarbeiter hat er im Stampfe mit den schloffen, zum zweiten Wahlgang des Reichspräsidenten teine welche Instanz nunmehr für die weitere Behandlung der Angelegen. Bentraliften fiets seinen Mann gestanden. Nach dem Anschluß der Stellung zu nehmen. Hierauf gaben die Organisationen, die sich heit zuständig ist, sondern den bezirklichen Tarifparteien alles weitere Sotalorganisation an den Zentralverband murde. Alboldt 2. Borfür die Wahl des Reichspräsidenten von Hindenburg ein überläßt. Klar ist nur, daß die Bauunternehmer die Arbeiter zu- fizender und später Beifizer im Verbandsvorstand. gesetzt hatten, folgende Erklärung ab: rückwerfen wollen auf das Niveau nach dem Ende der Inflation. ,, Die Haltung des Gesamtvorstandes ist nicht vereinbar mit Sinn und Wortlaut der Sagung und des Programms des Deutschen Beamtenbundes. Bir sehen in dem Umstand, daß der DBB. por parteipolitischen Einflüssen zurüdmeicht und organisationstaftische Ueberlegungen höher stellt als jein Bekenntnis zum Verfassungsstaat, eine Berlegung des gemerkschaftlichen Grundfazes der parteipolitischen Neutralität. Wir sprechen es mit aller Deutlichkeit aus: Die parteipolitische Neutralität, muß da ihre Grenzen haben, wo Barteien sich anschicken, dem demokratischen Staat den Todesstoß zu versehen. Mit dem demokratischen Staat steht und fällt die unabhängige, in freier demokratischer Entwicklung allein mögliche gemertschaftliche Beamtenbewegung. Wir sind nicht willens, uns in das Joch von Parteiführern zwangen zu lassen, die thre eigene Diktatur an die Stelle einer aus dem freien Willen des Volkes hervorgegangenen Bolksvertretung und Regierung setzen möchten. Wir find auch nicht willens, eme Haltung des DBB. stillschweigend hinzunehmen oder in Zukunft zu dulden, die den noch nor furzem vom Bundes: vorsitzenden mit Zustimmung des Geschäftsführenden Vorstandes verkündeten Grundfägen nicht entspricht." 3mischen dem programmatischen Befenninis des Deutschen Hinter den Kulissen. Die Proletarisierung der Bühnenmitglieder. Die Genossenschaft deutscher Bühnenangehöri gen hat eine Denkschrift ,, Das deutsche Theater und seine Mitglieder in der Krise" herausgegeben, die einen erschütternden Einblick gewährt in die Not der Bühnenangehörigen und deren Eristenz von einer ganz anderen Seite zeigt, als es dem großen Publikum für gewöhnlich offenbar wird. Die Riesengagen der Schauspieler, die man oft von den menigen hochbezahlten Stars gedankenlos auf das Gros der Schauspieler überträgt, zerschmelzen in dieser Denkschrift wie Butter in der Sonne. Bon der Wirtschaftstrife ist das Bühnenvolk ebenso hart, zum Teil sogar noch härter angepact morden, als das Millionenheer der Arbeiter und Angestellten. Die Kürzungen der Gagen, Spielgelder, Leistungszulagen usw. des Solopersonals an den gemeinnüßigen Theatern beträgt in der Spielzeit 1931/32 gegenüber der Spielzeit 1930/31 durchschnittlich 45 bis 55 Pro 3. bei den Gagen über 1000 Mart, ema 30 bis 35 Broz bei den Gagen pon 500 bis 1000 Mart und ungefähr 15 bis 25 Broz bei den Gagen bis zu 500 Mart Auch der Sozialdemokratischen Partei hat 2boldt merivolle Dienste geleistet. Seit Oftober 1902 ist er Mitglied der NeunerKommission der Vorwärts- Buchdruckerei und Treuhänder für die Aftiengesellidaft Lindenhaus". Gleichviel, auf welchem Posten er gestanden, überall hat er seinen Mann gestellt, immer nur das eine Ziel im Auge, der Arbeiterbewegung zu nüßen. Wenn wir Alboldt für seine bisherige Tätigkeit im Interesse der Arbeiterschaft unseren Dant abstatten, wünschen wir zugleich, daß es ihm vergönnt sein möge, seinen Lebensabend sorgenfrei zu genießen. Freie Gewerffchafts- Jugend Berlin Sente, Sonnabend, 2. April, findet folgende Veranstaltung ftatt: Flughafen: Jugendheim Flughafenstr. 68( U- Bahn Boddinstraße). Uebungsabend. Jugendgruppe des Zentralverbandes der Angestellten Unser Singefreis übt heute von 20 bis 22 Uhr im Jugendheim Til fiter Straße 4. Berantwortlich für Poluit: Bictor Schiff; Birtschaft: 6. Alingelhäfer; Gewerkschaftsbewegung: 3. Steiner; Jeuilleton: Dr. Jan Schifamsti; Lotales und Sonstiges: Frig Razftädt, Anzeigen: Sh. Glote; famtlin in Berlin. Berlag: Bormatis- Bering G. a. b. S., Berlin. Drud: Barmaris- Buchbruderet und Berlagsanstalt Baul Singer 1 Co., Berlin GB. 68, Lindenstraße 3. Sign 2 Beilages. Nr. 154 49. Jahrgang 1. Beilage des Vorwärts Ins Tal der Ragöse Die Mart bietet viele Ueberraschungen. Wer sie mit dem Zuge durchfährt, ist meist der Ansicht, daß es sich hier um eine öde, mit Ackerfeldern und färglichen Kiefern bedeckte Ebene handle. Um so erfreuter sind die meisten, wenn sich dann Schönheiten öffnen, die für jeden, der zu mandern und zu schauen versteht, unvergeßlich bleiben. Bei Eine der Berlen der märkischen Landschaften ist das Gebiet um Ebers= walde, das mit Sonntagsrückfahrkarte vom Stettiner Bahnhof aus leicht erreicht werden fann. Nördlich der Stadt verläuft der Großschiffahrtsweg Berlin- Stettin, der immer noch ,, Hohenzollerntanal" heißt. Dieser Kanal hat feine Merkwürdigkeiten. Durch den Bau des Schiffshebewertes bei Niederfinom, das das größte der Welt ist, wird er meit über Deutschlands Grenzen hinaus bekannt werden. Eberswalde wird er über die Eisenbahn, die Berlin mit Stettin verbindet, hinweggeführt. Immer wieder bleibt es für die Fahrgäste eine Zuges ein Erlebnis, menn plöglich über ihnen der Schornstein eines Dampfers auftaucht, dem vielleicht eine Reihe von Schlepptähnen folgt. Wer diese Stelle erreichen mill, muß von Ebersmalde- Bahnhof zum„ Wassertor" laufen, das in etwa einer Viertelstunde zu erreichen ist. Hier mendet man sich nach Westen und folgt auf dem Damm dem Lauf des Kanals. Nach 1½ Kilometer ist die Eisenbahnunterführung erreicht, die eine ausgezeichnete Ingenieur| Osten, wandern zum Wassertor zurück und darüber hinaus, bis wir nach einer guten halben Stunde das Ragösetal erreichen. Und hier erleben mir eine neue technische Merkwürdigkeit: die fleine muntere Ragöse, die aus nördlich gelegenen Seen entsteht und auf ihrem Lauf sogar einige Wassermühlen treibt, wird hier unter dem Kanal hindurchgeführt. Nach einem meiteren Lauf von etwas über einem Kilometer mündet sie dann in die Alte Finom, die ihre Wasser in die Oder leitet. Das Tal der Ragöse gehört zu den landschaftlichen Schönheiten der Mark, die hier an Thüringen erinnert. Das ganze Gebiet ist hügelig und abwechslungsreich mit Sträuchern, Wald und Wiesen, bedeckt. Man steigt bequem in das Tal hinunter und entdeckt bald die Stelle, die unser Bild wiedergibt. Tief unter dem Kanalbett fließt das Bächlein dahin. Auf einem idyllischen Fußweg durchwandern wir das Tal bis Mönchsbrück und stoßen hier auf die Lieper Chauffee. Nun fann man zum Schiffs hebe= mert meiter gehen, was unbedingt zu empfehlen ist. Die Chaussee ist zwar zunächst etwas eintönig. Sie führt aber später an steilen romantischen Waldhängen vorüber und verläuft dann parallel zum Kanal. Bald steigt das hohe, im Odertal stehende Gerüst des Schiffshebewerts als ein ausgezeichneter Wegweiser vor uns auf. Links liegen noch die alten Schleusenanlagen, die in vier Stufen den rund 37 Meter betragenden Höhenunterschied zwischen der Oder und der oberen Kanalhaltung überwinden. Rechts zweigt ein Kanal zu ihrer Umgehung ab und leitet zum Hebewert, dessen Besichtigung von der Bauleitung in großzügiger Weise freigegeben ist. Im ,, Borwärts" ist mehrfach über dieses Baumert und seine technischen Einzelheiten berichtet worden. leistung darstellt. Bis jetzt hat das hod) Die Ragöse fließt unter dem Großschiffahrtsüber dem umgebenden Gelände geführte. weg Berlin- Stettin hindurch. Kanalbett ausgezeichnet gehalten. Die Ingenieure haben aber damit rechnen müssen, daß das Bett einmal led merden könnte. In diesem Falle würde der Kanal auslaufen und die abströmenden Wasser würden großes Unheil anrichten. Um das zu verhindern, wurden nicht weniger als drei Wassertore cingebout, von denen wir eins bereits fennen lernten. Ihre Aufgabe ist es, die gefährdete Stelle abzusperren, die dann nach dem Leerlaufen sofort ausgebessert werden kann. Von der Bahnüberführung wenden wir uns jetzt wieder nach Wer gut zu Fuß ist, mag nach Eberswalde zurückwandern. Sonst erreicht man in etwa einer halben Stunde vom Hebewerk aus die Bahnstation Niederfinow, von der aus die Rüdfahrt über Eberswalde angetreten werden fann. Gesamtlänge bis Niederfinow etwa 19 Kilometer. Der Berek- Skandal. Der Direktor wird gehen müssen/ Plakate klebten noch am Abend. Die Durchbrechung des für die Offerzeit vom Reichspräsidenten| Polizeipräsident eine Beseitigung der Plakate bis 14 1hr verfügten Osterfriedens durch das nächtliche Bekleben der von der Städtischen Berek- Gesellschaft( Berliner Anschlag- und Reklamerejen G. m. b. H.) betreuten Litfaßsäulen mit Naziplakaten hat sich zu cinem öffentlichen Standal entwickelt. Die republikanische Bevölkerung war bereits mit Recht start cmpört, als am Morgen die Naziplakate an den Litfaßsäulen prangten. Die Empörung steigerte sich aufs höchste und die Vor wärts"-Redaktion wurde bis in die späten Nachtstunden mit Telephonanrufen bestürmt, als bis spät in die Nacht hinein die Plafate noch immer an einer außerordentlich starten Anzahl von Säulen unberührt Plebten. Mit Recht wurde darauf hingewiesen, daß der Zuptine 30] Von ROMAN S.Rosenfeld bruch Aus dem Russischen übertragen von Werner Bergengruen. Aber 3ygankow ließ uns feine Rühe, sondern kommandierte:„ Laufschritt marsch, marsch!" Und schweißbedeckt, erschöpft, mit blauen Gesichtern und geblähten Nüstern mußten wir im Gänsemarsch, einer hinter dem andern, weiter laufen. Der ermattete Arm mit dem Gewehr fenfte sich niedriger, als die Vorschrift es gestattete, und 3ygantom schrie: ,, Höher das Gemehr! Höher! Sonst lasse ich euch bis zum Abend laufen!" Nach den Laufübungen wurde Marschieren im Gleichschritt geübt. Das dauerte zwei Stunden, und nun wurden wir in die Kaserne entlassen, gerieten aber bald darauf mieder dem Gefreiten 3ygankom in die Klauen: es gab Griffetiopfen, Turnen und andere Dienstzweige. Er führte uns in eine stille, abseits gelegene Ecke des Kasernenhofs, und dort marterte er stundenlang unsere Körper und Nerven; er fonnte einen schon zur Berzweiflung bringen mit seinen weit über Menschenkräfte gehenden Anforderungen und seinen ununterbrochenen Schimpfen und Schreien. Die übrigen Abrichter, Korporalschafts- und Zugführer unterschieden sich nicht sehr wesentlich von 3ygantom. Ohrfeigen, Fauststöße, gemeine Beschimpfungen waren an der Tagesordnung, als ginge es nicht anders. Je befcheidener, folgfamer und freilich auch je schwächlicher einer war, mit um fo milderer Roheit fielen diese übergeschnappten Gefreiten, Unteroffiziere und Portepeeunteroffiziere über ihn her. In jeder Kompanie gab es ein paar Leute, auf die sich regelmäßig aller Grimm, aller Hohn und Spott sämtlicher Vorgesezter entlud. Da war der Refrut Tjurin, dick, schlaff und plump mie ein turzer und breiter, mit Heu vollgestopfter Gad; er fah in der Tat nicht ganz so aus, wie man sich einen Soldaten Sonnabend, 2. April 1932 Borsitzenden des Aufsichtsrats der Beret, Stadtbaurat Hahn, veranlaßt, sofort den Aufsichtsrat der Gesellschaft zusammenzuberufen, damit er sich mit dem unerhörten Vorgang beschäftigen kann. Der verantwortliche Direktor der Berek", Herr Martin, der der Bolkspartei nahesteht, soll den leitenden Männern im Rathaus beteuert haben, daß er an der ganzen Angelegenheit unschuldig set. Wir müssen demgegenüber erklären, daß ein Betrieb sehr schlecht geWir kommen zu der Forderung, daß der verantwortliche Direktor die leitet erscheint, bei dem ein derart skandalöser Fehler möglich ist. Konsequenzen des empörenden Vorfalls tragen muß, auch aus der Erfahrung heraus, daß die„ Beret" sich in manchen anderen Fällen schon als nicht besonders republikfreundlich gezeigt hat. interessant, ob dem die Nationalsozialistische Partei überhaupt schon Im übrigen erscheint uns die Beantwortung der Frage sehr die nicht unerheblichen Kosten der Platatierung ihrer Werbeerzeugnisse zum ersten Wahlgang bereits beglichen hat. * Wie uns ein„ Vorwärts"-Leser mitteilt, wurde gestern abend in den Briefkasten seiner im Hause Schumannstraße 17 gelegenen Wohnung Naziflugblätter gesteckt. Wie er feststellen fonnie, ging die Verbreitung der Flugblätter von der Nazikaserne im Hause Luisenstraße 19 aus. Raubüberfall auf Verwalter. Bier bewaffnete Banditen erbeuten 1200 Morf. Auf den Verwalter Adolf Benz wurde gestern abend im Hause Dunderstraße 19 im Norden Berlins ein verwegener Raubüberfall verübt. B. hatte mie gewöhnlich zum Monatsbeginn in der Portiermohnung die Mieten vereinnahmt. Um 18.30 Uhr flopfte es wieder an die Tür der Portierwohnung, und in der Meinung, daß es wieder Wählerlisten einsehen! Mieter seien, die noch Miete bezahlen wollten, wurde geöffnet. Plötz lich stürmten vier zum Teil maskierte und mit erhobenen Revolvern bewaffnete Männer in die Wohnung. Unter dem Ruf: ,, 5) ände hoch!" besetzten zwei Mann den Ausgang, während die beiden Komplicen die eingenommenen Mieten in Höhe von 1200 Marf an sich rissen. Mit der Beute flüchteten die Täter und entkamen froz der sofort aufgenommenen Verfolgung. Es ist nicht ausgeschlossen, daß sie zu ihrer Flucht ein Auto benutzt haben, das sie irgendwo gestohlen haben. Die Schulferien. Wir hatten vor einigen Tagen die Termine der Schulferien für 1932 veröffentlicht. Wie wir nachträglich feststellen mußten, sind wir dabei einem Irrtum zum Opfer gefallen. Die richtigen Ferientermine lauten wie folgt: " " " " " " " Pfingsten Letter Schultag 12.5., Schulanfang 24. 5. 1932. Sommerferien 30, 6., 5.8.1932 Herbstferien 30. 9., 13. 10. 1932 Weihnachten 22. 12, 5.1.1933 Der Einschulungstermin für neu eintretende Schüler und gleichzeitig der Schlußtag der Osterferien ist der 7. April 1932. " verlangt hatte. Es mußte sonderbar anmuten, daß die Forde rung der Polizei fo mangelhafte Erfüllung fand. Die ,, Beret" erklärte zwar, daß sie alles versucht habe, die benötigten Arbeiter herbeizubekommen; das sei jedoch nur bis zu einem gewissen Grade möglich gewesen, weil die Kleber, die meist in den Nachtstunden beschäftigt werden, ant Tage schlafen und nur schier zu erreichen find. Es sei auch nicht möglich gewesen, so wird erklärt, Charlottenburg kam es in den gestrigen Abendstunden zwischen NatioSchießerei in Charlottenburg. In der Potsdamer Straße in Arbeitslose mit dem Ueberkleben der Plakate zu betreuen, weil die nalsozialisten und Kommunisten zu einer folgenschweren Schießerei. dreitausend über Berlin verstreuten Säulen eine Ortsfenntnis verDrei Beteiligte langen, die mir die angestellten Kleber befizen. es soll sich um Angehörige der NSDAP. handeln wurden durch Bein- und Oberschenkelschüsse niedergestreckt. Inzwischen hat der Oberbürgermeister Dr. Sahm den Die Verletzten fanden im Krankenhaus Westend Aufnahme. vorstellt. Sein frankhafter Leibesumfang, seine angeborene Schlappheit, seine unüberwindliche Schwerfälligkeit machten ihm alles, was in der Kaserne von ihm verlangt wurde, zur Höllenqual. Beim Turnen brachten die Vorgesetzten ihn bis zu hysterischen Anfällen, weil sie ihn zu Leistungen zwingen wollten, die er während seiner ganzen Dienstzeit nicht fertig bringen konnte. Kaum war er auf der Kletterstange, so fiel er unverzüglich wieder herunter und schlug sich dabei blau und grün, aber er wurde gezwungen, seine Kletterversuche von neuem aufzunehmen, wieder und immer wieder, stöhnend, schwizend und schließlich völlig entkräftet. Maschieren und Griffeklopfen boten ihm unüberwindliche Schwierigkeiten. Seine geistigen Fähigkeiten entsprachen der Entwicklungsstufe eines dreizehnjährigen Kindes, und sein Gesicht hatte den dumpfen und törichten Ausdruck einer Kuh. Der arme Kerl hatte alle Unbeherrschtheit, allen Aerger und alle Gehässigkeit der machtverhärteten unteren Borgefetzten auszubaden. Besonders schlimm erging es denen, die die russische Sprache nur schlecht oder überhaupt nicht beherrschten, also den Tataren, Tschumaschen, Armeniern, Polen und Juden. In unserer Kompagnie war ein fleiner rundlicher Tatar namens Scheifula, ein Kerl mit einer winzigen Stupsnase und Schlißaugen. Er verstand ein paar Worte russisch, konnte aber fein einziges sprechen. Die ewigen Zwischenfälle, die es mit ihm gab, hatten etwas komisches und Trauriges zugleich, und natürlich war er dabei immer der Leidtragende. Zu uns tamen Bekannte und Landsleute aus den anderen Kompanien zu Besuch. Man tauschte seine Eindrücke aus, erzählte von den Blackereien der Vorgesetzten, den alles Menschenmaß übersteigenden Anforderungen, die an die Marschfähigkeit der Truppe gestellt wurden, und von allen anderen Mühsalen des Kasernenlebens. Dabei war auch von Grigorjem die Rede, dem Feldwebel der dreizehnten Kompanie. Den tannten nicht nur die Soldaten und Offiziere feiner Kompanie, sondern da wußte das ganze Regiment Bescheid. Selbst in den anderen Regimentern der Garnison war von ihm die Rede. Seine Grausamkeit war bereits legendär geworden, man nannte seinen Namen nur mit Schaudern. In seiner Kompanie gab es jährlich eine ganze Anzahl Rekrutenselbstmorde. Seinetwegen fanden jährlich mehrere Fluchtversuche statt. Duzende von Leuten seiner Kompanie tamen nors Kriegsgericht. Fast täglich fand in seiner Kompanie eine Disziplinaruntersuchung gegen mehrere Leute statt. Vor ihm zitterten nicht nur die Gemeinen, sondern auch alle Unteroffiziere und Portepeeunteroffiziere. Der Kompaniechef, Major Kaschin, war selbst scharf und bösartig, aber im Vergleich zu Grigorjem war er wie ein Kind; übrigens stand er völlig unter dem Einfluß seines Feldwebels. Bei allen Dienstzweigen, beim Turnen, in der Kaserne, im Sommerlager, in den Freistunden, immer und überall war Grigorjem von unerbittlicher Härte, verlangte Unmögliches, ließ seine Kompanie vor allen anderen ausrüden, nach allen anderen einrücken, gönnte niemandem eine Minute Ruhe, schimpfte, stieß, prügelte, und wenn die totmüde Kompanie nach all dieser Schinderei endlich wieder in die Kaserne fam, dann stellte er sofort die armen Sünder unter Gewehr. Er verhängte Strafarbeiten, meldete alle Augenblicke einen seiner Leute dem Kompaniechef und dachte sich Dutzende von besonderen Martern aus. Alle Versuche, sich über ihn zu bes fchweren, mißglückten infolge des Einflusses, denn er auf den Kompaniechef hatte, und überhaupt infolge des ganzen, in der alten Armee herrschenden Beschwerdesystems. Damals passierte in unserem Nachbarregiment eine Geschichte, von der viele glaubten, fie fönne nicht ohne Einfluß auf Grigorjems Befen bleiben; indessen blieb er fich treu bis zu seiner letzten Stunde. Die Kälte ließ nach, die Sonne schien, wärmte schon ganz angenehm und schmolz stellenweise den Schnee fort.' Der Frühling tam. Wir alle, die ganze Kompanie murden auf den Kafernenhof gejagt, befamen Schaufeln, Schabeisen und Besen und mußten den Hof von Schnee und Schmuz säubern. An einem dieser ersten Tage erschien plötzlich der Kompaniechef, Hauptmann Tschaika. Borher hatte ich schon in der Morgenfrühe vom Feldwebel meinen fälligen Anpfiff be= kommen. Wir hatten uns nach dem Tee gerade fertiggemacht, um zum Dienst auf den Hof zu gehen, als Gontschorom plötz lich vor mir stand. Ich rechte mich nach allen Regeln der Kunst, zog den Bauch ein, wölbte die Brust vor, schlug die Abfäße gegeneinander und starrte dem Feldwebel in sein brutales Gesicht. Gontscharow musterte mich finster. Der ganze Zug stand regungslos da und erwartete einen Ausbruch. Offenbar brauchte der Plan eines Anpfiffes im Kopf des Feldwebels eine gewisse Zeit, um auszureifen. Schließlich war er soweit und begann: 2ẞie hast du denn deinen Mantel ongezogen, du Hundesohn? Warum sizzen die Falten vorne? Soll ich dir vielleicht mal den Mantel anziehen?" ( Fortsetzung folgt.) " Der zweite Wahlgang. Polizeiliche Maßnahmen für Berlin. Jubiläums- Gastwirtsmesse. Heute Eröffnung.- Der beste Koch und die beste Köchin gesucht. In den Ausstellungshallen am Funkturm findet vom über 10 000 Mark zur Berteilung. Am 3. April dem einzigen 2 bis 8. April die 10. Jubiläums- Reichsgastwirts- Ausstellungssonntag treten die Junioren zum Kampf an. Unter messe, die heute vormittag um 10 Uhr feierlich eröffnet Mitwirkung der Haushaltungsschulen wird an diesem Tag werden wird, statt. ,, Unsere Jugend kocht die neuausgemusterte Armee der Kochkunst aufmarschieren und zeigen, wer den Marschallstab in seiner Schürze trägt und wer Anlage hat, ein Brillat- Savarin zu werden. Der Polizeipräsident teilt mit, daß mit Beginn des Wahlkampfes am Sonntag, dem 3. April, mittags 12 Uhr, für den Ortspolizeibezirk Berlin eine Reihe grundsäglicher Anordnungen erlassen worden sind. Danach sind Aufzüge, Aufmärsche und Ver= sammlungen unter freiem Himmel nur bis Freitag, den 8. 2 pril, gestattet. Bon Sonnabend, den 9. April, ab tönnen feine derartigen Veranstaltungen mehr genehmigt werden. werden grundsäglich nur zentrale Veranstaltungen mit An- und Abmärschen genehmigt, gleichgültig, wo sie veranstaltet werden. Kleinere Aufzüge und Aufmärsche in den verschiedenen Stadtteilen bleiben unberücksichtigt. Demonstrationen und Aufmärsche können Fahnen mit sich führen, doch bleibt die Mitnahme von Transit mit Feinkostwaren, Konserven, Mollereierzeugnissen, Kolonialparenten aller Art verboten. Umzüge mit Kraftwagen werden nicht genehmigt. Die Bekanntgabe von Wahlresultaten auf der Straße durch Anschläge, Lichtreklame, Aushang in den Schaufenstern, Mitteilung durch Lautsprecher und dergleichen bleibt nach wie vor verboten. Die diesbezüglichen Anordnungen, die für nach wie vor verboten. Die diesbezüglichen Anordnungen, die für den ersten Wahlgang zur Reichspräsidentenwahl ergangen find, bleiben in Kraft. Es wird nachdrücklichst darauf hingewiesen, daß ordnungsgemäß angemeldete und friedlich verlaufende Versammlungen unter be= sonderem polizeilichem Schuh stehen. Sollte Berjammlungsfprengung von Anhängern irgendeiner Partei versucht werden, so hat die betreffende Partei mit dem Verbot ihrer eigenen weiteren Versammlungen bestimmt zu rechnen. Vor den Abstimmungslokalen und in den Abstimmungslokalen können Ansammlungen nicht befugter Personen nicht geduldet merden. Plakatträger mit Wahlplakaten müssen allein stehen und dürfen sich nicht in Begleitung mehrerer Personen befinden. Arbeitslosenhilfswerk auch im Sommer. Fußballspiele und Platzkonzerte als Werbungsmittel. Rund 350 Aussteller zeigen, was von Klein- und Großbetrieben für Küche und Keller, sowie für das Restaurant im Saal und im Garten benötigt wird. Die Ernährungs- und Genußmittelindustrie waren, Tabakwaren, Getränken und Konditoreierzeugnissen zur Stelle. Viele Neuerungen bringt die Metallwaren- und Maschinen industrie an Apparaten und technischen Erzeugnissen. Auch ein zwedentsprechend eingerichtetes Wochenendhotel wird gezeigt. Dazu kommt eine starke Beteiligung der Technik in den verschie densten Formen für die Erfordernisse von Küche und Keller. Wie die Ausstellung zeigt, ist die Art der Speisenzubereitung heute tat fächlich Gegenstand moderner technischer Forschung geworden. Motor: betriebene Geräte und Maschinen zum Messer, Gläser, Flaschen und Tellerreinigen sind in großer Zahl vertreten. Ebenso die Kühlvorrichtungen, Eisschränke, Bentilationsvorrichtungen, Apparaturen zur Pflege des Biers usw. In der Halle II findet der Besucher die wahre Pragis. Hundert Gasherde der Gafag zum Braten, Kochen und Backen bieten dem Besucher Gelegenheit, während der Ausstellung an Wettkämpfen um die Sieges palme der Kochkunst teilzunehmen. Um die Siegespalme der Kochkunst. Das große Kochturnier, das unter der Devise ,, 7 Tage unter der Gaswerke und dem Ausstellungs-, Messe- und Fremdenverkehrsamt der Stadt Berlin in der großen Halle II des Ausstellungsgeländes am Kaiserdamm veranstaltet wird, wird täglich zwischen 15 bis 18 Uhr durchgeführt. Hierbei gelangen Preise im Gesamtwert von Herrschaft des Kochlöffels" vom Hausdienst der Berliner Städtischen Die Notgemeinschaft Berlin zur Errichtung von Heimen und Küchen für Erwerbslose wird auch während des Sommers ihre Küchenanlagen voll in Betrieb erhalten. Das schwierigste Problem ist jedoch noch die Beschaffung der hierzu erforderlichen Mittel. Der Bezirk Baumschulenweg der Notgemeinschaft hat zur Aufschaft hofft, am Sonnabend ihren Siegeszug fortseßen zu fönnen. bringung weiterer Mittel nachstehende Veranstaltungen mit wahrer Begeisterung sind die in der Fußballmannschaft verorganisiert und bittet die Bevölkerung um guten Zuspruch. einigten Erwerbslosen bei der Sache, um auch zu ihrem Teil am Weiterbestehen des Hilfswerkes beizutragen. Am Sonnabend, dem 2. April 1932, 17 Uhr, findet auf dem Sportplatz Preußen, Berlin- Tempelhof, Berliner Straße, ein Fußball mettspiel zwischen der Mannschaft der Notgemeinschaft Baumschulenweg und der spielstärksten Oberliga- Mannschaft BSV. 92 statt. Die bisher ungeschlagene Mannschaft der Notgemein Für Sonntag, dem 3. April 1932, hat sich in dankenswerter Weise das Musikkorps der BVG. unter Leitung seines Musitmeisters Herrn Harrig völlig ehrenamtlich in den Dienst der guten Sache gestellt. In der Zeit von 12 bis 1 Uhr mittags wird das aus Wie ein Warenhaus wurde Vor einiges mehr als 50 Jahren war der Detailhandel noch eine geruhsame Sache: für den in einer handwerklich- patriarchalischen Welt lebenden Gemischtwarenhändler war der Absatz etwas Gegebenes, kein Krämer brauchte über ihn nachzusinnen, geschweige diesen Absatz erst mühsam organisieren. Mit der zunehmenden Industrialisierung Deutschlands jedoch geriet dieses Idyll ins Wanten. Einmal warfen ganz grobschlächtig ausgedrückt die Fabriken immer mehr Waren auf den Markt, ohne daß die entsprechende Mehrnachfrage miterzeugt wurde. Zumi anderen hatten sich die Händler verdoppelt und verdreifacht. So kamen zum Beispiel im Königreich Preußen im Jahre 1843 auf je 10 000 Einwohner erst 97 Handeltreibende, 1890 aber schon 240 Mann. Im Königreich Sachsen war die Zunahme noch stärker, dort zählte man um die Mitte des vorigen Jahrhunderts auf je 10 000 Ginwohner mohl bereits schen 256 Handeltreibende, 1895 aber nicht weniger als 637 Händler. Die Folge hiervon war eine ungemeine Verschärfung der Konkurrenz. Jetzt wird der Absatz der Waren langsam zu einem Problem, das sich mit den alten hausbackenen Mitteln nicht mehr lösen läßt. ,, Der Kunde, den man früher wohlgemut erwartet hatte, und der auch sicher gekommen war, da sich für ihn feinerlei mesensverschiedene Kaufgelegenheit andersmo bot, der Kunde mußte jetzt gesucht, angegriffen, herbeigeschleppt werden", schreibt Werner Sombart. Um jene Zeit, genau 1882, eröffnet der Hermann Tieg zusammen mit seinem Neffen Oscar Tieg in Gera i. Thür. ein Kurz, Weiß und Wollwarengeschäft. Es und die Rechnung ging auf. 1882 in Gera stand hinter dem Laden tisch neben Oscar und Hermann Tietz eine Verkäuferin; die Tageseinnahme betrug 34 Mart. Heute beschäftigt der Warenhauskonzern Tietz 20 000 Angestellte und hat einen Jahresumsatz von 300 000 000 Mart. Eine Entwicklung, auf die die Herren Tieß stolz sein können. Das Prinzip, dem Kunden eine gute Ware zum billigen Preis zu vertaufen, fann allerdings vom Ladentisch allein nicht durchgeführt werden, ebenso wichtig ist hierzu das Einkaufsbüro. Und hier liegt der zweite entscheidende Faktor für den Erfolg des Warenhauses: ein Konzern, bei dem all abendlich auf den Zahlbrettern seiner Taufende von Registriertassen die phantastische Summe von 1000 000 Mart liegt, besitzt natürlich eine ungeheure Einkaufsmacht. Tietz besitzt nicht einmal eigene Produktionsstätten. Das heißt, dem Konzern Tiek gehören schon dieſe oder jene Fabriken, aber sie sind nicht eine Abteilung des Konzerns, sondern müssen vollkommen auf eigenen Beinen stehen, auch dann, wenn die Tieß schen Warenhäuser ihnen nichts abkaufen würden. Im übrigen fauft Zietz direkt beim fremden Fabrikanten, der Großhandel wird ausgeschaltet. Das ist nämlich sehr interessant, mie Tieg auf eigene Erzeugung ver3ichtet. Denn die Kraft der Maschine hat auch ihre Grenzen. Wenn es nur darauf ankäme, da und dort Mammutmaschinen zu errichten und nun zu produzieren auf Deibet fomm raus", dann müßte es bei spielsweise im Berliner Bäckergewerbe feinen einzigen Badenbäcker mehr geben. Statt dessen sehen wir, daß trotz aller Ron kurrenz der Mammutbrotfabriken die kleiimmer ein paar tausend Bäcker ernähren. Denn der Vorteil, den die Maschine der Die beiden Männer bauen sich einen Kundenkreis auf, vergrößern| Fabrik gegeben hat, den aufzufressen ist der Transportapparat wader ihren Jahresumsatz und machen dabei eine entscheidende Entdeckung: dabei. Und schließlich fallen derartig große Maschinenanlagen nicht wenn der Händler bei gleichen Ausgaben für Miete, Bedienung, vom Himmel, sie müssen gekauft und bezahlt werden. Und mit soHeizung, Beleuchtung usw. doppelt soviel Waren umsetzt, so ergibt undsoviel Schulden als Klotz am Bein Brot backen, muß keine Freude sich für ihn entweder eine höhere Verzinsung seines Kapitals sein. Das ist nur ein Beispiel für Brot. Maschinen tömmen gehörige wenn er die Aufschläge auf das einzelne Stück unverändert läßt Sorgen machen. Also überläßt die Firma Tiek die Maschinen den oder aber die Möglichkeit, ohne seinen Profit zu schmälern, am Auf- anderen. Die Einkäufer von Tietz wissen schon, wo sie eine gute Ware schlag auf das einzelne Stück abzulassen, also die Ware billiger zu aud) billig bekommen. Und die gesteigerte Schnelligkeit, mit der oft liefern. Diese Erwägung wurde zur Losung allen modernen Handels: mals im Jahre dieses oder jenes Warenlager umgesetzt wird, ist dann großer Umfag, kleiner Nugen. 1896 murde dann in Gera mit dem weiter einer von den großen Trümpfen, die den Erfolg des Warenersten Warenhaus Hermann Tietz die Probe aufs Erempel gemacht hauses und insbesondere der Firma Tiek fundamentieren halfen. ist die Zeit, als der Handwerker beginnt, in den Hintergrund des wirtschaftlichen Ge- Das Stammhaus der Firma Hermann Tietz nen Backöfen in den Nebenstraßen noch schehens zu treten und für den Warenverin Gera 1882. schleiß der Kaufmann sein Erbe antritt. Malwieder was Erfreuliches | Höchste Erfahrung und Umsicht wird am Montag, dem 4. April, der im Zeichen der Gastwirte frauen am Gasherd" steht, walten, um den Preis zu erringen. Unter Mitwirkung der Berliner Gastwirteorganisationen werden Hausfrauen, die gewohnt sind, Bataillone von Nahrungsmitteln in Marsch zu sehen, und die wissen müffen, was allen" mundet, fochen. Es ist der Wettkampf der erfahrensten Küchenstrategen. Ein Schaukochen der prominen ten Berliner Bühnenkünstler- Schauspielerkochen mit Unterstützung der Genossenschaft Deutscher Bühnenangehörigen wird dann am Dienstag, dem 5. April, vonstatten gehen. Die Leitung dieser Veranstaltung hat Karl Weiß übernommen. Die bedeutendsten Bühnensterne sollen zeigen, wie sie rühren" und entflammen" fönnen. Ein jeder und eine jede darf kochen, was er oder wie sie will. läums- Reichsgastwirtsmesse freien Eintritt. Zu allen Beranstaltungen haben die Besucher der 10. JubiGroße Zuschauertribünen und Sitzpläge, insgesamt für etwa 8000 Personen, umrahmen das Turnierfeld. Die zur Berwendung kommenden Lebensmittel und Speisen werden täglich durch die zuständigen Organifationen Bedürftigen zur Verfügung gestellt. * Am 8. April, nachmittags 15-17 Uhr, findet ein großes Schau und Preiskochen für Seefischgerichte statt. Wie im Vorjahre, so soll auch diese Veranstaltung wieder eine Aufklärung über den Wert und Nugen der Seefische, ihrer einfachen Zubereitungsmöglichkeit, sowie ihrer volkswirtschaftlichen Bedeutung erzielen. 40 Musikern bestehende Orchester vor der Kirche in Baum schulen weg, Baumschulenstraße, ein Plakkonzert veran stalten. Ein weiteres Plazkonzert findet zur gleichen Zeit zugunsten des Heimes Friedrichshain auf dem Landsberger Plaz statt. Hierfür hat sich dankenswerter Weise der Bläserchor Friedrichshain zur Verfügung gestellt. Schlechte Zeiten für Devisenschieber. Das zweitinstanzliche Urteil gegen Gutherz und Kumpanen. Das Schnellschöffengericht hatte im ersten Devisenschieber: prozeß Gutherz und Kumpane hohe Gefängnis und Geldstrafen verhängt und auf Einziehung von der Londoner Firma Singer& Friedländer gehörenden Werten in Höhe von einer Million Mark erkannt. Die Angeklagten und die Firma hatten sich mit diesem Urteil nicht zufrieden gegeben. Unter Aufwand eines großen Berteidigerapparats wurde vor der Straffammer zwei Wochen lang verhandelt, während das Schnellschöffengericht nur zwei Tage gebraucht hatte. Das Ergebnis war für die Angeklagten sowie für die Londoner Firma ein äußerst mageres. Es blieb bei der Einziehung der Werte in Höhe von mehr als einer Million. Auch bei der Gefängnisstrafe von zehn Monaten und 5000 Mark für den Bankier Oppenheimer. Die Strafe für den Bantkomissionär Palazi wurde sogar von neun Monaten Gefängnis auf zehn Monate, die GeldStrafe von 5000 Mart auf 12000 Mark erhöht. Ermäßigt wurde nur die Strafe gegen Dr. Gutherz von fünfzehn Monaten auf neun Monate Gefängnis, da er nur das ausführende Organ der Firma Ginger& Friedländer gewesen war. Die in- und ausländischen Devisenschieber werden sich also in Zukunft vorsehen müssen! Die Vorwürfe gegen das Schnellschöffengericht haben sich aber als un gerechtfertigt erwiesen; es hat in den zwei Sizungstagen nicht meniger forrett gearbeitet als die Straftammer in ihrer zweiwöchentlichen Behandlung, Jugend für republikanische Freiheit. Der Vortrupp des Reichsbanners Schwarz- Rot- Gold, Gau Berlin Brandenburg, diese jüngste republikanische Organisation, hat ihre Feuerprobe bestanden. Neuruppin sah über Ostern 63 Mann, Führer und Jungen, die zu den Süngsten in der republitanischen Front zählen und die doch schon zu zeigen vermochten, daß sie da sind, wo sie als denkende junge Menschen stehen müssen: in der Front gegen die Reaktion, im Lager der republikanischen Freiheit. Wenn morgens am Fahnenmast das schwarzrot- goldene Banner hochging, dann wurde es von 63 Menschen begrüßt, die in frischer Entschlossenheit ihr Bekenntnis zu seiner symbolhaften Bedeutung ablegten. Es war gut, daß die Neuruppiner Spießbürger Hugenbergscher und Hitlerscher Richtung wieder einmal sahen, wie stark die Kräfte sind, die zum Staate von Weimar halten. Im hellen Lichte der Ostertage zogen die Jungen durch die Straßen, in mustergültiger Disziplin und als Vertreter des neuen Deutschlands. Zusammen mit dem Neuruppiner Reichsbanner wurden Spiele veranstaltet, die den Vortrupp in die Umgebung hinausführten, man lagerte gemeinsam und fang die Kampflieder der Republit, aber auch die Fahrtenlieder der bündischen Jugend. Organisatorisch lag die Leitung in den Händen des Gau- Vortruppführers Prinz zu Löwenstein, von dem die nötigen Anweisungen an die Truppführer ergingen. Die Stimmung der Jungen war ausgezeichnet und die Fahrt hat zweifellos wesentlich zur Stärkung der Bewegung beigetragen. Inzwischen haben sich bereits drei neue Ortsvereine der Vortruppbewegung angeschlossen. Mit Eulan behandelte Wollstoffe aller Art für die Kleidung und das Heim, Decken, Polstermöbel, Bettfedern und Pelze sind dauernd mottenecht. Man erkennt Eulan- Waren an der abgebildeten Schutzmarke: gelbe Hand auf schwarzem Grund. Fragen Sie in den hiesigen Geschäften nach Eulan- Waren und lassen Sie sich aufklärende Drucksachen über Eulan geben. Auf Wunsch sind die Mitglieder der Schneiderinnung bereit, eulanisierte Stoffe zu verarbeiten. ⚫ Die Färbereien und chemischen Reinigungsanstalten nehmen Aufträge auf nachträgliche Eulanbehandlung im Gebrauch befindlicher Teppiche, Decken usw. entgegen. MOTTENE DURCH EULAN DER L.G. Die unglücksfahrt der Winkelstern. Staatsanwalt und Kriminalpolizei in der Kantstraße. In den gestrigen Abendstunden fand an der Ede der kant- und Kaiser- Friedrich- Straße in Charlottenburg ein Lokaltermin statt zur Klärung der Unglüdsfahrt der Tänzerin Marianne Winkelstern. Die bekannte Berliner Artistin hatte am Mittwoch, dem Kehraus mit Hitler! Unsere nächsten Veranstaltungen: 16. März, mit ihrem Auto die Kantstraße passiert. Dabei war ihr Montag, den 4. April: an der Ecke der Kaiser- Friedrich- Straße der 50 Jahre alte Oberingenieur Dslar Rudloff aus der Benningsenstraße 17 vor den Wagen gelaufen und angefahren worden. Rudloff zog sich bei dem Sturz einen Schädelbruch zu und verstarb. Von der Staats: anwaltschaft war jest ein Lofaltermin angeseht worden. Dieser mußte noch vor der Abreise der Künstlerin stattfinden, da Marianne 25. Abt. 19% Uhr im Birkenwäldchen", Tempelhof, Manteuffelstraße. Frauenwerbeveranstaltung. Referat der Genossin Käthe Kern: ,, Auf zur Entscheidung". BVG. Bahnhof Nordend. 19 Uhr im Lokal Sanssouci, KaiserWilhelm- Straße 43. ,, Auf zur Entscheidung". Referent: Georg Klaußner, MdL. Binkelstern nach London fährt, um dort in der Revue Charells Dienstag, den 5. April: mitzuwirken. Der Lofaltermin wurde von Staatsanwalt Walf geleitet. Vom Unfalldezernat des Berliner Polizeipräsidiums war Kriminalfommiffar Schneider erschienen. An der Unfallstelle wurden fünf Zeugen verhört. 1. Kreis- Mitte. 19% Uhr in den Sophiensälen, Sophienstr. 18, öffentliche Versammlung. Referat des Genossen Dr. Otto Friedländer: ,, Auf zur Entscheidung". 128. Abt. Pankow. 19% Uhr öffentliche Kundgebung im ,, Kurfürsten", Berliner Straße 102. Referat des Genossen Dr. Haubach: Auf zur Entscheidung". Arbeitsamt Mitte. 16% Uhr ,,, Hackeschen Hof", Rosenthaler Straße 40-41. Referent: Otto Meier, MdL. Allgem. Ortskrankenkasse Berlin, 16 Uhr ,,, Alhambra Festsäle", Wallner- Theater- Straße 15. Referent: Hans Gottfurcht vom ZdA. Statistisches Reichsamt. 16% Uhr ,,, Nationalhof", Bülowstr. 37. Referent: Ernst Hildebrandt, Polizeisekretär. Bezirksamt Mitte. 16% Uhr ,,, Rosenthaler Hof", Rosenthaler Straße 11-12. Referent: Robert Bredow vom Ortsausschuß des ADGB. Marianne Winkelstern war in Begleitung ihres Berteidigers 3. Kreis Wedding. 19½ Uhr, drei öffentliche Kundgebungen: Mittwoch, den 6. April: erschienen. Bei der Unglücksfahrt hatte sie einen Ford- Wagen be= nutzt, dessen Kühler bei einem erneuten Zusammenstoß einige Tage später demoliert wurde. Es wurde ihr jetzt ein Ersaz= wagen vom gleichen Typ gestellt. Dem Staatsanwalt Wolf gegen= über, der übrigens bei einer Autofahrt einiger hoher Justizbeamten vor einiger Zeit schwer verletzt wurde, erklärte die Tänzerin, daß sie nach ihrer Meinung richtig gefahren sei. Sie war an jenem Abend vom Reichskanzlerplatz gekommen, hatte an der genannten Straßenede vorschriftsmäßig gestoppt, war dann weitergefahren und hatte Gas gegeben. 80 Meter hinter der Ecke seien nun zuerst ein Herr und eine Dame über den Damm geschritten, denen der Oberingenieur folgte. Marianne Winkelstern hatte mit aller Kraft gebremst. Das Unglüd geschah aber dennoch. Es spielte sich in der Nähe der Straßenbahnschienen ab, die auf der Mitte des Dammes liegen. In den Aussagen der einzelnen Zeugen zeigen fich Widersprüche. Einige behaupten, daß die Tänzerin zu schnell ge= fahren sei. Andere hatten nur das Ehepaar gesehen, andere im legten Augenblick nur Rudloff. Die Fußgänger haben den Danum nicht vorschriftsmäßig an der Ede der Straßenfreuzung über schritten, sondern erst weitere 80 Meter entfernt. Das Auto der Tänzerin erfaßte den Oberingenieur mit dem linken Kotflügel. An der Unglücksstelle brennt eine einzige Straßenlaterne, die nur sehr schmaches Licht gibt. Der Lokaltermin ist dadurch erschwert, daß es am Freitagabend geregnet hatte, und das Pflaster schlüpfrig war, während damals die Straße troden war. Die Ergebnisse des Termins find deshalb etwas ungenau. Um die Schnellig feit festzustellen, mit der die Tänzerin gefahren ist, mußte fich Wa rianne Winkelstern an das Steuer des Wagens setzen und die Fahrt wiederholen. Eine Bereitschaft Schupos mußte die Straße auf größere Entfernung hin absperren, da sich eine riesige Menschenmenge angesammelt hatte. im Swinemünder Gesellschaftshaus", Swinemünder Str. 42, Referent: Fritz Schröder; im oberen Saal der ,, Atlantiksäle", Behmstraße, Bahnhof Gesundbrunnen, Referent: Erich Kuttner, MdL.; in der Hochschulbrauerei", See- Ecke Amrumer Straße, Referent: Robert Breuer.. Thema in allen Kundgebungen: Auf zur Entscheidung". 10. Kreis Zehlendorf. 20 Uhr im Lindenpark", Zehlendorf, Berliner Straße, öffentliche Kundgebung. Referat des Genossen Max Heydemann: ,, Auf zur Entscheidung". 11. Kreis Schöneberg. 20 Uhr im Rathaus Friedenau, am Lauterplatz, Referat des Genossen Dr. Richard Lohmann, MdL.: Auf zur Entscheidung". 43. Abt. 20 Uhr in Rabes Festsälen", Fichtestraße 29, öffentliche Kundgebung. Referat des Genossen Karl Litke, MdR.: ,, Auf zur Entscheidung". 48. Abt. 19% Uhr im Dresdener Garten", Dresdner Straße 45, öffentliche Kundgebung. Referat des Genossen Georg Klaußner, MdL.:,,Auf zur Entscheidung". 108. und 108a Abt. Cöpenick. 20 Uhr, öffentliche Kundgebung im Stadttheater, Friedrichstraße 6, Referent: Wilhelm Dittmann, MdR. 109. Abt. Friedrichshagen. 20 Uhr, öffentliche Kundgeburim großen Saal des Gesellschaftshauses", Friedrichshag Friedrichstraße 137. Referent: Genosse Stelling, MdR. Heilmann vor den Parteireferenten! Alles eingesetzt für den Sieg Braun- Geverings! Um gestrigen Abend fand wieder eine Zusammenkunft der Parteireferenten in den Sophienjälen statt. Der Führer der preußischen sozialdemokratischen Landtagsfraktion, Genoffe Ernst Heilmann, sprach über die Parteien im Preußischen Landtag. Seine überzeugenden und mitreißenden Darlegungen gingen da pon aus, daß es in diesem Wahltamtf für uns nur zwei Gegner Der Lofaltermin wurde dann abgebrochen, die Aussagen der gibt: die Nationalsozialisten und, als Feind im Rücken, Beteiligten wurden protokollarisch festgelegt. bie Kommunist e n. Genosse Heilmann geißelte die verbrecherische und verlogene Politik dieser Parteien und stellte ihnen die ernsthafte und mühevolle, aber auch erfolgreiche Arbeit der Sozialdemo fratie gegenüber. Zu dem, was wir Sozialdemokraten in Preußen geschaffen und geleistet haben, können wir uns jederzeit freudigen Herzens bekennen. Braun- Severing in Preußen bedeutet ein Stück politischen Sozialismus! Preußen hat mehr als einmal öffentliche, gemeinwirtschaftliche Betriebe vor dem Zugriff der kapitalistischen Privatwirtschaft gerettet. Die Versammlung, von kampffrohem und siegesgewissem Geiste beseelt, stimmte den Ausführungen des Referenten mit großem Beifall und völliger Einmütigkeit zu. Die glänzende und tampfesfrohe Stimmung der mütigkeit zu. Parteireferenten kam auch in den Worten des Genossen Künstler zum Ausdruck, der zum Schluß feststellte: Wenn wir in dem Sinne arbeiten, in dem heute zu uns gesprochen wurde, dann werden wir uns in der nächsten Zusammenkunft als Sieger wiedersehen! Baubeginn der Stadtrandsiedlung. Nachdem vom Berliner Magistrat die Auswahl der Bewerber einer Siedlerſtelle mit Häuschen getroffen worden ist und eine vorläufige Mitteilung an diese erging, kann damit gerechnet werden, daß auch bald mit dem Aufbau begonnen wird. Je früher dieser Zeitpunkt gewählt wird, um so mehr Aussicht besteht, daß die Pflanzungen in den Gärten noch erfolgen können; für Obstbäume und Sträucher wird es freilich für das Frühjahr schon zu spät. Nach unseren Informationen soll am 11. April mit dem ersten Bauabschnitt von 350 Siedlungshäusern begonnen werden, und zwar auf einem Gelände an der Buckower Chaussee bei Briz. Die bauausführende Firma für diese Kolonie ist die Gehag". Zote finden feine Ruhe! Paris, 1. April.( Eigenbericht.) In der Zeit vom 25. Februar bis zum 29. März sind auf den ehemaligen Schlachtfeldern bei Arras 361 Soldatenleichen gefunden worden. Unter ihnen befinden sich 220 Leichen deut. fcher Soldaten, von denen bisher 40 identifiziert werden konnten. Aufziehen der Reichswehrwache ohne Mujit. Wegen Beur laubung des Musikkorps der Kommandantur zieht die Wache am Sonntag, dem 3. April, am Dienstag, dem 5. April, am Freitag, dem 8. April, am Sonntag, dem 10, April, am Dienstag, dem 12. April, am Freitag, dem 15. April, und am Dienstag, dem 19. April, ohne Musit auf. Am Sonntag, dem 17. April, zieht die Wache mit dem Musikkorps des 3. Bataillons des Infanterieregiments 9 auf. 3. Kreis Wedding. 19% Uhr zwei öffentliche Kundgebungen: in der Patzenhofer- Brauerei", Chausseestraße 64, Referat des Genossen Dr. Richard Lohmann, MdL.: Auf zur Entscheidung"; in den ,, Pharus- Sälen", Müllerstraße 142, Referat des Genossen Erich Kuttner, MdL.:,,Auf zur Entscheidung". 11. Kreis Schöneberg. 19% Uhr im Gesellschaftshaus des Westens", Hauptstraße 30-31, Frauenwerbeveranstaltung, Referat der Genossin Gertrud Hanna, MdL.:,,Gegen Reaktion und Terror im Reich und in Preußen", Rezitationen der Genossin Martha John, ferner Mitwirkung des ArbeiterMandolinen- Bundes. 39. und 40. Abt. 19% Uhr in den ,, Kammersälen", Teltower Str., öffentliche Kundgebung. Referat des Genossen Hermann Harnisch, MdL.:,,Auf zur Entscheidung". 41, und 42. Abt. 19% Uhr in Kleins Festsälen", Blücherstr. 61, öffentliche Versammlung. Referat des Genossen Fritz Schröder; Auf zur Entscheidung". 46. Abt. 19% Uhr in der Schulaula Görlitzer Str. 51, öffentliche Kundgebung, Auf zur Entscheidung", Referent: Georg Klaußner, MdL. Staaken. 19% Uhr im Sportpalast", Lehrter Straße, öffentliche Kundgebung. Referentin: Marie Juchacz. Wieder Selbstmord eines Schupo. In der Polizeiunterkunft erschossen aufgefunden. In der Polizeiunterkunft Alegander verübte gestern der Polizeioberwachtmeister Sche el vom 9. Polizeirevier Selbstmord durch Erschießen. Sch. wohnte mit seiner Frau in der Polizeiunterfunft. Er war ein pflichteifriger und wegen seines immer heiteren Wesens allgemein beliebter Beamter. Als Frau Sch. gestern von einem Einkauf heimkehrte, fand sie ihren Mann mit einem Schläfenschuß tot auf. Ueber die Gründe der Tat steht man vor einem Rätsel. Rätselhafter Tod eines Künstlers. Ein rätselhafter Leichenfund, der unterhalb des Kaiser- WilhelmTurmes auf der Havel in der Nähe des Grunewalds ge macht wurde, alarmierte die Reservemordkommission des Berliner Polizeipräsidiums, das Kriminalkommissar Lissigkeit und seine Beamten an den Fundort entsandte. In den Nachmittags= stunden war die Leiche eines bisher noch unbekannten Mannes im Alter von etwa 60 Jahren aus der Havel gelandet worden. Tote hatte den Typ des Künstlers. Da sich bei der Besichtigung der Leiche rätselhafte Umstände ergaben, wurde die Mordkommission benachrichtigt. Der Wetteraussichten für Berlin: Wolkig und sehr mild, nur noch vereinzelt etmas Regen. Für Deutschland: Im Süden und Osten wolkig und sehr mild, nur vereinzelt etwas Regen, in West- und Mitteldeutschland im Laufe des Tages stärfere Regenschauer mit Abkühlung. ,, Internationale Rundschau der Arbeit." Wer fann uns das Dezemberheft der Internationalen Rund= schau der Arbeit", Jahrgang 1930, überlassen? Gefl. Mitteilungen an das Redaktionssekretariat des Vorwärts", SW. 68, Lindenstr. 3, erbeten. " Mit Sammelbildern GARBATY Die Eroberung der Luft Sie ist GOLD SABA ieder da! Kenner 2382 CIGARETTEN m Gold 277 nur GARBATY GOLD SABA Se eaten Statt 14.Pf. jelzi 3% 31/3 73 Pf Seit heute früh ist die berühmte ,, Gold Saba" von Garbaty nach dem alten Original- Rezept wieder in allen guten Zigarrengeschäften erhältlich. frisch Händler- Packg Die nach langwierigen Versuchen von uns geschaffene Humidor bewahrt die besonders aromatische, daher auch sehr empfindliche Mischung vor jedem schädlichen Einfluß von Feuchtigkeit, Hitze oder Kälte. So bleibt dem Raucher der Genuß dieser berühmten Mischung voll erhalten. Extra starkes € 2mitte Bitte machen Sie einen Versuch! Ägypter- Format Parteinachrichten für Groß- Berlin Ordentlicher Bezirksparteitag Einsendungen für diese Rubrik flad Berlin SW 68, Lindenstraße. 3, ftets an das Bezirkssefretariat. 2. Sof, 2 Treppen rechts, zu richten 5. Arcis. Achtung! Die Bezirksparteitagsbelegierten treffen sich heute um 151 Uhr im Zimmer 105 des Preußischen Staatsrates, Leipziger Str. 3. Der Often in Front gegen Faschismus und Reaktion." Sonntag, 3. April, 10% Uhr, im Germaniapalast, Frankfurter Ace 313-314. Bühnensman der Arbeitersport- und Kulturorganisationen des Kartells für Arbeitersport und Rörperpflege. Cintritt 60 Pf., Erwerbslose 30 Bf., Kinder 20 Pj. 7. und 8. Streis. Juristische Sprechstunde findet heute von 17 bis 18 Uhr im Jugendheim Rosinenstr. 4 statt. Gelegenheit zum Stirchenaustritt.. 29. Sreis. Die für den 3. April angefeste Veranstaltung der SAJ. wird auf den 17. April verschoben. Die nerfauften Rarten behalten ihre Gültigkeit. 128. Abt. Heute, ab 17 Uhr, von den Bezirksführern aus Handzettelverbreitung. Arbeitsgemeinschaft der Kinderfreunde Groß- Berlin. Kreuzberg. Unser Zillefest findet morgen, Gonntag, 3. April, in den Gesamträumen des Jugendheims Nordstr. 11 statt. Beginn 16 Uhr. Cinlaß 15% Uhr. Die Helfer tommen bereits um 131 Uhr ins Heim. Charlottenburg. Wir treffen uns mit den Eltern am Sonntag um 14 Uhr am Spielplag Altes Basserwert, Spandauer Chaussee. Treptow. Layro de Bosis. Gonntag, 3. April, Fahrt nach dent Crossinsce. Treffpuntt 8 2hr Bahnhof Treptom. Fahrgeld 30 Pf. 20. Rreis Reinidendorf. Alle Gruppen, die am 1. Mai beim Sprechchor mitwirken, fommen am Dienstag, dem 5. April, 17% Uhr, ins Jugendheim Freie Scholle"( Sonnenkrug). Sterbetafel der Groß- Berliner Partei- Organisation 31. Abt. Unser Parteijubilar, der Genosse Oskar Schüler, Dänenstr. 10, ist am 30. März verstorben. Wir werden sein Andenten in Ehren halten. Zur Einüscherungsfeier, die am Montag, dem 4. April, 161, Uhr, im Krematorium Gerichtstraße stattfindet, erwartet die Abteilungsleitung rege Beteiligung. 97. Abt. Nach kurzem Arankenlager ist der Genosse Reinhold Säusler am 29. März verstorben. Ehre seinem Andenfen. Einäscherung Sonnabend, 18% Uhr, Krematorium Baumschulenweg. Um rege Beteiligung wird gebeten. SI Sozialistische Arbeiterjugend Groß- Berlin Einsendungen für diese Rubrik nur an das Jugendfefretariat Berlin S 68, Lindenstraße 2, vorn 1 Treppe rechts. Heute, Sonnabend, 2. April: Rottbusser Tor: Urbonftr. 167. Funktionärsigung. Südwesten: Linden. straße 4. 18 Uhr Funktionärversammlung. Werbebezirle Webbing und Prenzlauer Berg: Sprechchor. Zusammenkunft 19% Uhr Fröbelstr. 17. Berbebezirk Wedding: Baden Gerichtstraße. Berbebezirk Schöneberg: Esperantofurfus um 19 Uhr bei Jürgens, Barbarossaftr. 58. Werbebegirt Besten: Rosinenstr. 4. Berbebezirksvorstandssigung. Berbebezirk Reinickendorf: Bittenau, Hauptstr. 13. Werbchezirtsvorstands Sigung. Die fitr den 3. April vorgesehene Werbefeier wird auf den 17. April verlegt; bereits verlaufte Karten behalten ihre Gültigkeit. am Sonnabend, dem 2. April 1932, abends 5 Uhr und am Sonntag, dem 3. April 1932, vormittags 9 Uhr, im Plenarsaal des ,, Preußischen Staatsrats", Leipziger Straße 3. Tagesordnung: 1. Geschäftsbericht: Georg Wendt 2. Kassenbericht: Alex Pagels. 3. Bericht der Revisoren: H. Wolf. 4. Aussprache 5. Wahl des Bezirksvorstandes und der Kommissionen. Bestätigung des Bezirkskassierers. 6. Der Kampf um Preußen. Harnisch, M. d. L. Referent: Hermann 7. Aufstellung der Kandidaten. Zutritt nur gegen Vorzeigung der Delegiertenkarte und des Parteimitgliedsbuches. Gastkarten müssen mit Abteilungsstempel und Unterschrift des Abteilungsleiters versehen sein und haben nur Gültigkeit unter Vorzeigung des gleichlautenden Parteimitgliedsbuches. Der Bezirksvorstand " Reichspommernbund, Landesgruppe Berlin- Brandenburg- Grenzmark. Heute, Sonnabend, 2. April, in der Meuen Belt", Safenheide, 1. Stiftungsfest. Der Bund ist politisch neutral. Alle Pommern in Berlin und Umgegend find freund lichst eingeladen. Freireligiöse Gemeinde. Sonntag, 11 Uhr, Bappelallee 15, Bortrag des Herrn Dr. H. Haffe: Wandelnde Feste. Gäste willkommen. Institut für Segnalwissenschaft. Nächster feguolwissenschaftlicher Frageabend Montag, 4. April, 20 Uhr, im Ernst Haedel- Saal( In den Zelten da, Eingang Gartenportal). Unkostenbeitrag 20 Pf., Erwerbslose die Hälfte. Berband ehemaliger Bolizeibeamten, Preußen, e. V.( Bepp.) Siz Berlin. Mitgliederversammlung Dienstag, 5. April, 20 Uhr, in der Bodbrauerei, Fidi. cinfraße 2-3. Berliner Bezirksverein Deutscher Ingenieure. Mittwoch, 6. April, 1914 Uhr, im Sörfaal 301 EB der Technischen Hochschule in Charlottenburg( Eingang Erweiterungsbau), Monatsversammlung. Tagesordnung: 1. Geschäftliche MitteiJungen. 2. Kaffenbericht 1931. 3. Vortrag des Herrn Ingenieur Rudolph Thun: Confilm und Fernsehen". Gäste willkommen. Es wird gebeten, eingeführte Gäfte dem Vorsitzenden vor Beginn der Versammlung vorzustellen. Nach Jangan fahreram Leiden und doch unerwartet entschlief am Mittwoch, dem 30. Midra frith 8 Uhr, fonft mein lieber Mann, unser guter Bater, Bruder, Schmiegervater, Großvater it. Onkel, der Krantentaffenbeamte a. D. Oskar Schüler int 73. Lebensjahre. Jn tiefer Trauer im Namen aller Hinterbliebenen Christiane Schüler geb. Peschel Berlin N 113, 31. März 1932. Dänenftraße 10. Die Einäscherung findet am Montag, dem 4. April, um 16 Uhr( 41), im Krematorium Gerichtstr. 37/38 statt. Deutscher Metallarbeiter- Verband Verwaltungsstelle Berlin Todesanzeige Den Mitgliedern zur Nachricht, dağ unfer Kollege, der Fahrstuhlführer Paul Steinkopf am 30, Mirz an Zungenentzündung gestorben. tit. Ehre seinem Andenken! Die Eirischerung findet am Sonnabend, dem 2. April, nachmittags 7 Uhr, im Krematorium Gerichtstraße statt. Rege Beteiligung wird erwartet Die Ortsverwaltung. ELEKTROWERKE A.G. zu Berlin Bilanz am 31. Dezember 1931 Aktiva Grundbesitz Gruben Kraftwerke Fernleitungen, Schalt- und Umspannwerke Inventar und Fahrzeuge 1 Abschreibungen Kasse. Effekten und Beteiligungen Abraum vorrat Vorräte Disagio Inlandsanleihe 1. Abschreibungen Debitoren: Bankguthaben Forderungen Gesellschaften Verschiedene RM. Pf. RM. Pf. 3010 828 76 33 790 350 79 147 909 621 57 30 317 895 98 8444 8.443 50 50 1 11.966 09 29 16 63 723 522 4 199 194 1 649-69J 1881 1 720.000 240.000 480 000 856 123 45 an befreundete 2605 323 60 5334 794 02 8 796 246 07 12 176 455 66 293 888 716 71 Zentralverein deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens. Donnerstag, 7. April, 20 Uhr, großer Saal des Logenhauses, Kleiftstr. 10. Rechtsanwalt Kautionen und Bürgschaften Dr. Bruno Beil: Bon Boulanger bis Hitler". Gertrud Ensoldt rezitiert. Reichsbund der Kriegsbeschädigten, Aricgsteilnehmer und Ariegerbinterbliebenen, Drtsgruppe Oberspree. Bersammlung am 5. April, 20 Uhr, im Restau rant Bum Krüger", Berlin- Niederschöneweide, Berliner Str. 110, Ede Fennstraße. Vorträge, Bereine und Versammlungen Tauenienstraße, in nächster Nähe der Gedächtniskirche, wurde vor Reichsbanner„ Schwarz- Rot- Gold". Geschäftsstelle: Serlin G. 14. Gebaftionftr. 37-38, Sot 2 St. Friedrichshain. Sameradschaft Betersburg. Sonntag, 3. April, 11 Uhr, Filmmatinee in den Flora- Lichtspielen, Landsberger Dec 40-41. Eintritt 40 Bf. Sorten bei Busch, Tilfiter Str. 27, oder Rasse. Bankow ( Ortsverein). Die für Sonntag, 3. April, vorgesehene Veranstaltung nach Schildow fällt aus. Republitanische Rednervereinigung. Gebildete Republikaner, die den Wunsch fithlen, fich zu freien Rednern ausbilden zu lassen, finden diese Möglichkeit durch die ,, Republitanische Rednervereinigung", Herod, Charlottenburg 4, Giesebrecht. ftraße 17. Die Uebungsabende find jeden Montag. Aufnahme finden nur Teilnehmer, die einer republitanischen Organisation angehören oder nahestehen, mas nachzuweisen oder glaubhaft zu verfichern ift. Den schriftlichen Anmel dungen ist Rüdporto beizufügen. Theater, Lichtspiele usw. Staats Theater Sonnabend, den 2. April Staatsoper Unter den Linden 20 Uhr Der fliegende Holländer Staatl.Schauspielhaus Gendarmenmarkt. 20 Uhr Egmont SCALA Tägl. 5 u. 8% Uhr HORACE GOLDIN WINSTONS Tauch- Revue Rud. Nelson Mary Losseff Hans Sommer The Jovars usw. Schiller- Theater Charlottenburg. 20 Uhr Ostern Städt. Oper Charlottenburg Bismarckstraße 34. Sonnabend, 2. April Turnus IV 20 Uhr Turandot Nemeth, Callam, Baumann, Pechner, Heier, Gombert Ende 22.30 Uhr Volksbühne Theater am Bülowplatz 8 Uhr Uraufführung Kamrad Kasper Volksstück mit Musik von Paul Schurek. Regie: Günther Stark Staatl. Schiller- Theater 8 Uhr Ostern Metropol- Theater Rose- Theater Täglich 8% Uhr Curt Götz in Zirkus Aimee Operette von Curt Götz, Musik von Benatzky Sonntag 4% Uhr Große Frankfurter Straße 132 Tel. Weichsel E 7 3422 6 und 9 Uhr Jettchen Gebert Die Fledermaus Lessing- Theater Kleines Th. Unter den Linden Geschlossen! Täglich 84 Uhr Der große Erfolg Morgen gehts uns gut! PLAZA Mittwoch, 6 April 6 Bilder von Hans Nähe Schles. Bhf. 5u.815, Stgs. 2,5,81, Tel.: E7 Weichsel 4031 Ein Lied der Liebe Theater 7 Uhr Zum 1. Male Ganovenehre Theater desWestens a. Nollendorfplatz Täglich 8 Uhr Pallas 7051 Nur bis 7. April 8 Uhr, Stg 4% Uhr Leopoldine Traum einer Nacht Konstantin in: In jeder Ehe. Operette in 3 Akten v. Lud.Wolff u. Kari Behr Musik von Hans May Regie: Heinz Saltenburg Rundfunkh. halb.Pr. -Theater in der Stresemannstr. Sigs. 44 Uhr kl. Pr Heute 8 Uhr Premiero Heinz Rühmann in Th. im Admiralspalast Täglich 84 Uhr Käthe Dorsch Der Mustergatte Gustaf Gründgens Schwank in 3 Akten. in. Liselott' Singspiel v.Eduard Konneke 8% Uhr CASINO- THEATER 8, Uhi Lothringer Straße 37. Berlins neuestes Operetten- Theater! eppina' 86 Operette in 3 Akten. Musik von R. Stolz Erstkl. Gesangskr. Neue Bühnenausst Gutschein 1-4 Personen: Parkett 50 Pt. Fauteuil 1. Mark, Sessel 1.50 Mark Müller. Musik von Benatzky. 8.15 Obr Stiller hat die Zeichen der Zeit. erkannt! Am Anfang der zmei Jahren der neue Stiller- Laden eröffnet, der von Kennern des internationalen Geschäftslebens als das schönste Schuhgeschäft der Welt bezeichnet wird. Mit der Eröffnung dieser in jeder Beziehung dem Stil der Zeit angepaßten Filiale hat das Schuhmarenhaus Carl Stiller bewiesen, daß es auch nach über 60jährigem Bestehen jung und modern geblieben ist. Nur unsere alten Mitbürger merden sich an die Zeiten erinnern, als die Tauenzienstraße noch eine freundliche Wohnstraße war, die als der neue Westen galt. Auch damals mar Stiller als einer der ersten mit einer neuen Filiale zur Stelle, derfelben, die nach 30jährigem Bestehen nunmehr geschlossen wurde, meil ihr bewährter Dienst am Kunden eben von dem neuen Schwesterladen noch intensiver versehen wird. Tempora mutantur... und Stiller erfreulicherweise mit ihnen. Winter Garten Flora 3434 Rauchen erlaubt Die neue Varieté- Revne mit Ehrlich. Halmay, Morgan, Theimer, Söneland usw, Sonnabend und Sonntag je 2 Vorstellungen: 4 und 8 Uhr. 4 Uhr kleine Preise. KURFÜRST 7460 P Verynigungs Restaurant Berlins BETRIEB KEMPINSKI GR. SCHAUSPIELHAUS Tägl.8U. Nur noch 9 Tage! Doffmanns Erzählungen Reinhardt- Inszenierung Am 3. April: Letzte Sonntagnachmittag- Vorstellung 3 Uhr Billige Preise der Plätze! ASCHINGER das Restaurant aller Berliner Speise bei Aschinger * Kaufe Aschingers Wurstwaren Billig und vorzüglich Kaufe Aschinger- Brot Billig und delikat Die neue Delikatesse: Aschingers Dosen- Würstchen Aschingerstischfertige Speisen in Dosen Deutsches Theater 8 Uhr Vor Sonnenuntergang v. Gerh.Hauptmann Regie: Max Reinhardt Circus Busch Ab 4. April täglich 8½ Uhr Varieté- Programm und internationale Bingkämpfe um den Wanderpreis von Berlin unter Aufsicht des J. R. V. täglich 4-6 Kämpfe Preise 0,30-3.Dresdner Bank Bilanz per 31. Dezember 1931 AKTIVA.. und Kasse, fremde Geldsorten und fällige ZinsDividendenscheine Guthaben bei Noten- und Abrechnungs-( Clearing-) Banken.. Schecks, Wechsel und unverzinsliche Schatzanweisungen Verzinsliche Schatzanweisungen des Reichs, wovon je ein Drittel nach 7, 19 und 31 Monaten fällig werden Nostroguthaben bei Banken und Bankfirmen mit Fälligkeit bis zu 3 Monaten gegen Reports und Lombards börsengängige Wertpapiere Vorschüsse auf verfraditete oder eingelagerte Waren Eigene Weripapiere Konsortialbeteiligungen Dauernde Beteiligungen bei anderen Banken und Bank firmen.. Schuldner in laufender Rechnung Bankgebäude Sonstiger Grundbesitz Mobilien Pensionsfonds- Effekten PASSIVA Aktienkapital Rücklagen Gläubiger Akzepte Pensionsfonds Dividenden- Konto RM Passiva Aktienkapital Reservefonds Erneuerungskonto: Bilanz am 31. 12. 1930 Abgang 1931 Zuweisung 1931 Rücklage für soziale Zwecke Bilanz am 31. 12. 1930 Abgang 1931 Zuweisung 1931 6780 Rücklage für Selbstversicherung: Bilanz am 31. 12. 1930 Abgang 1931 Amerikanische Anleihe 6% Zuweisung 1931 Inlandsanleihe 7%. Seitens der Viag gegebene Darlehen Restzahlungsverpflichtungen übernommenen Beteiligungen Sonstige Kreditoren Gewinn Kautionen und Bürgschaften aдs 119 T RM. Pf. RM. Pf. 90 000 000 23 500 000 60 510 313 95 1 585.641 76 58 924 672 19 * 850 000 67 774 672 19 1 250 000 199 802 1 050 197 199 802 86 14 86 1 250 000 800 000 374 660. 24 425 339 76 74 660 24 500 000 50 925 000 12 000 000 17 815 449 10 321 437 59 15 066 988 78 4 735 168 58 12 176 435 66 293 888 716 71 영어 영역 11| 57 Gewinn- u. Verlustrechnung vom 1. Januar bis 31. Dezember 1931 Zinsen: Soll Allgemeine Unkosten Anleihezinsen Abschreibungen: Sonstige Inventar und Fabrzenge Disagio Inlandsanleihe RM. 10 Pf. RM. Pf. 2 804 943 13 3.895 889 1 779 829 32 10 5 675 718 42 8443 50 DAFFE 240 000 Zuweisung für Erneuerungskonto Rücklage für soziale Zwecke Rücklage für Selbstversicherung Reingewinn 39 331 233.77 Haben 46 408 840.89 418 215 509.61 300 000 000.152 059 133.37 48 432 527.13 480 914 970.57 54,522 996.47 61 807 505.42 49 310 072.73 1 733 780 470.08 45 000 000, 4 000 000. 2.5 961 229.35 3 439 744 491.39 RM 220 000 000.30 000 000.2 742 393 172.79 438 075 790.28 9 200 000. 75 528.32 Gewinnvortrag aus 1930 Betriebsüberschuß Zinsen und Dividenden Berlin, im März 1932 Verkäufe Defen, etferne, jeder Art, Teilzahlung trans. portable Radel öfen, Badewannen. Refielöfen, Roch furent. Die Berliehengewesene Möbel. Kamerling, Rastanienallee 56, Ede Fehrbelliner ſtraße. Möbel Rut furze Zeit! 1 248 443 50 $ 850 000 199 802 86 746 50 24 4-735-168 58 22 588 736 73 RM. Pf. RM. Pf. 320 062 65 19 667/60 27 2 601 013 81 73 22 588 736 Der Vorstand. 628 Kaufgesuche Rassatanser Möbelhaus Reander, Ankleideschränke, 180 breit, nußhaumpoliert, 115Schlafzimmer 375 Quedfilber Sinn Goldbirke. Schlaf- metalle, Eilber zininter 595, chmelze Goldschmel. Speisezimmer, hodzerei. Rabngcbiffe, Blatinabfälle. Chriftionat, herde, Repara Aber jest taufen! elegant, 345, Ric Röpeniderftraße 39. alte Speisezimmer 275,-, enauswahll Rean Salteftelle Adalbert. Firma Gemmler u. Speifezimmer, zwei Derstraße elf. ftraße. Blenberg, Dresde nerstraße 98. Tapeten 3 439 744 491.39 Szillat, ftraße 9. Gewinn- und Verlust- Rechnung per 31. Dezember 1931 AUFWENDUNGEN Handlungsunkosten Steuern Abschreibungen und Rückstellungen EINNAHMEN Gewinnvorträge Kupons und Sorten Wechsel und Zinsen Provisionen Buchgewinn aus Einziehung von Vorzugsaktien der Dresdner Bank RM 97 989 139.31 5 791 959.59 321 483 921.47 425 265 020.37 RM 3 664 335.77 1 153 979.80 56 347 957.72 60 098 747.08 100 000 100.aus Zusammenlegung a) von Stammaktien der Dresdner Bank 46 666 900.b) von Stammaktien Danatbank der aus offenen Reserven **** 17 500 000.4 000 000.60 000 000.7.500 000.nom. 68 333 000.425 263 020.37 a) der Dresdner Bank b) der Danatbank aus Bereitstellung von Aktien im Besitz des Reiches. Einziehung von 68 333 000.- Dresdnerund Danatbank Stammaktien aus RM Meter, 375,-, Schlafzimmer, 180 Rühen Augen ab Werkstatt breit, mit tautafisch direkt an Brivate Nußbaum, 375, Solonic. Bolierte!! Schlaf zur Reneröffnung aimmer: Birke, Ro. erhalten bie erficu fenholz, Mahagoni, 50 Runden Birnbaum, Muß Sanberrabatt. Unterricht Motorrad. 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Ihr Wirtschaftsaufbau: rein kapitalistisch, politische und soziale Knechtschaft, keine Sozialpolitik, Kriege in Permanenz. Jahrelang haben die Nazis es nicht gewagt, offen zu sagen, mas fie eigentlich wollen. Jahrelang haben sie sich darum gedrückt, chrliche Antwort auf die Frage zu geben: Wie hältst du's mit dem Sozialismus? Die Hoffnung, in der arbeitenden Bevölkerung mit der Vorspiegelung sozialistischer Ziele noch Anhänger zu gewinnen, scheint mit dem völlig mißlungenen Einbruch in das margistische Lager jest aufgegeben zu sein. Die Nazis fehen jetzt den Zeitpunkt gekommen, in dem sie die letzte Rücksicht auf die Lebensinteressen und Ideale der arbeitenden Bevölkerung fallen lassen können, um dafür um so offener ihren fapitalistischen Charakter zu offenbaren und ihren schwerindustriellen und großagrarischen Geldgebern den Beweis ihrer hervorragenden Eignung zur Berfechtung der großkapitalistischen und großagrarischen Intereffen zu liefern. Freilich wagen sie noch immer nicht, ihre Diktaturgelüfte offen zu bekennen. Sie drücken sich noch immer vorsichtig um die Frage herum, ob in ihrem Dritten Reich alle Staatsgemalt vom Bolke oder vom braunschweigischen Regierungsrat Hitler ausgehen soll. Aber von dem großen Geheimnis, mie sie sich den„ Wirtschaftsaufbau im Dritten Reich" vorstellen, ist in einer unter diesem Titel veröffentlichten Broschüre der Schleier gefallen. Sie ist verfaßt von Dr. Alfred Pfaff, Mitglied des Reichs mirtschaftsrats(!) der NSDA P.". An ihrem parteiamtlichen Charakter braucht also fein zweifel zu bestehen. Hier werden endlich offen und brutal alle entscheidenden wirtschaftspolitischen izele der Nazis eingestanden wenngleich im einzelnen noch sehr viel absichtliche Unklarheiten und Verschleierungen übrigbleiben. Der Kernpunkt des Wirtschaftsprogramms: die kapitalistische Wirtschaftsordnung, bleibt völlig unangetastet bestehen. Die Freiheit der kapitalistischen Wirtschaft, die Freiheit des tapita listischen Betriebs wird als Ziel propagiert. Diese Freiheit wird zwar dahin eingeschränkt, daß sie ihre Grenze am Wohl der Allgemeinheit finden soll; das ist aber nichts anderes, als was seit jeher in jedem fapitalistischen Staat geschah. Entscheidend ist aber: von irgendeiner Verstaatlichung von Trusts, Konzernen usw. ist mit keinem Wort mehr die Rede. Selbst die Forderung nach Verstaatlichung der Großbanten ist verschwunden, die noch vor 1½ Jahren von der nationalsozialistischen Reichstagsfraktion erhoben wurde. Wie viel Geld haben die Nazis für diese Zugeständnisse geschluckt?! Um sich keine Blöße zu geben, ist Pfaff vorsichtig genug, mit keinem einzigen Wort vom Bankenwesen und vom Finanzkapital zu sprechen. Die Brechung der Zinsknechtschaft", die einft im Nationalfozialismus als die stählerne Achie, um die fich alles dreht, als das Flammenzeichen aus dem Chaos, als die Lösung der sozialen Frage befungen wurde, ist aus dem Wirtschaftsaufbau des Dritten Reiches ebenjo jang- und flanglos verschwunden, wie jegliche Anwendung des Wortes sozialistisch" aufs peinlichste vermieden wird. Die stolzen Jugendträume, die freilich immer so verworren maren, mie nur Träume sein können, und so phrasenhaft und hohl, mie Träume niemals sein können, sind ausgeträumt! Was aber ist geblieben? Was wollen die Nazis nun wirklich in ihrem Dritten Reich? Um es auf eine furze Formel zu bringen: nichts anderes als den italienischen Faschismus mit seinem fagenhaften forporativen Staat, nämlich die sogenannte ständische Wirtschaft". In Italien besteht der forporative Staat lediglich darin, daß neben schaftsverbände steht, während alle wirkliche Staatsmacht uneingeschränkt in den Händen der faschistischen Diktatur liegt. Nichts anderes erstreben die Nazis mit ihrer ständischen Wirtschaft. Die einzelnen„ Wirtschaftsstände"- Indu strie, Landwirtschaft usw. sollen in Ständekammern, Wirtschaftsbezirken und im Reichswirtschaftsrat gegliedert sein. Aber alle diese Körperschaften sollen nur be ratende Stimme haben. Sie werden von beamteten Präsidenten beherrscht, die ihre Direktiven von der Regierung empfangen, und dieser ist die letzte Entscheidung in die Hand gegeben. dem politischen Scheinparlament ein Scheinparlament der Wirt Das ständische Prinzip des Wirtschaftsstaats ist, wie im italienischen Faschismus, reine Fassade und dient nur zur Verschleierung des Bündnisses zwischen den kapitalistischen Mächten und der faschistischen Diktatur. Aber die Arbeiter und Angestellten, wie sind sie in dieses angeblich ständische System eingeschaltet? Stellen sie nicht auch einen Stand dar, der durch ihre Verbände, die Gewerkschaften, repräsentiert ist? Davon ist gar keine Rede. Das Wort Gewerkschaft fommt überhaupt nicht vor. Selbft die Einrichtung des Betriebsrats soll im Dritten Reich zerschlagen werden. Das Wort Betriebsrat bleibt zwar bestehen. Aber im Betriebsrat soll auch der Arbeitgeber vertreten sein, in ,, Arbeitsgemeinschaft" mit den Arbeitnehmern, die so weit geht, daß es in diesem„ Betriebsrat" gar teine Abstimmungen gibt. Entschei dungen fönnen also nur mit dem Einverständnis des Arbeitgebers| zustande kommen. Dasselbe gilt dann auch für die Ständekammern usm., in denen zmar die Arbeitnehmer vertreten sind, Abstimmungen aber nicht vorgenommen werden sollen. Was hat das Dritte Reich der arbeitenden Be völkerung sozialpolitisch zu bieten? Streits find gefehwidrig und werden mit schwersten Strafen geahndet. Der Arbeitslohn wird nach dem Leistungsprinzip festgesetzt, aber so, daß als unterste Stufe nur gerade die Fristung des naften Lebens zu gelten hat und feine ,, Annehmlichkeiten" darüber hinaus. Ueber die Obergrenze der Einfommen und über die Profile wird nichts gejagt. Für die Arbeitszeit wird jedes ffarre System und jede naturwidrige Gleichmacherei" abgelehnt. Genau wie der Kampf der Scharfmacher gegen den schematischen Achtffundentag". Bei der Krankenversicherung sollen Unterstützungen nur gewährt werden, wenn die Kräfte des Leidenden verjagen! Die Arbeitslofenversiche rung wird durch die Einführung der Arbeifsdienstpflicht und durch die Abschaffung der Frauenarbeit in der Industrie überflüssig und daher abgeschafft. Wie man also sicht es ist zum Lachen, sind die Nazis zwar nicht mehr sozialistisch, dafür aber inzial": sozial mie die aller ärgsten Scharfmacher der Schwerindustrie. Dafür haben diese die Genugtuung, daß sie als Geldgeber der Nozis wenig stens ihr Geld gut angelegt haben! Natürlich darf in einem Raziprogrammn die Nutartie nicht fehlen. der Appell an das Schwert"! Das ist nicht nur eine Notwendigkeit, so heißt es, sondern auch Recht, nämlich das gute Recht des Stärkeren, dem der Schmache weichen muß, wie in der Natur, so auch bei den Bölkern! Wenn dieser östliche Nachbar, gegen den die Nazis den Appell ans Schwert für erlaubt halten, nun Bundesgenossen findet, die stärker find als Deutschland, was dann? Soll Deutschland es dann als das gute Recht der Franzosen ansehen, im Ruhrgebiet oder in Berlin einzumarschieren? Nach nationalsozialistischer Auffassung tann Deutschland den Franzosen dieses Recht gar nicht bestreiten; denn Pfaff sagt ausdrücklich, nachdem er von Deutschlands Recht auf die Ausdehnung der Grenzen mit Gewalt gesprochen hat: Das Recht, das mir für uns in Anspruch nehmen, erkennen mir auch jedem anderen Volk zu... Hier steht Lebens= Wohl hat es sich selbst bei den Wirtschaftstheoretikern der Nazis schon herumgesprochen, daß die deutsche Wirtschaft absterben muß, wenn ihr die Einfuhr der in Deutschland nicht vorhandenen Roh stoffe abgeschnitten wird. Aber hier gibt es ein einfaches Rezept: es müssen so viele Kolonien angeschafft werden, daß alle Rohstoffe von dort bezogen werden können. Deutschland muß also den Kongo erobern, um sich das nötige Kupferredt gegen Lebensrecht und Sieger bleibt der zu beschaffen, die malaiischen Inseln, um Zinn zu gewinnen uf. Und das Kapital zur Gewinnung dieser riesigen Rohstoffmengen verjajajjt man sich ebenso spielend leicht wie das Kapital, das notwendig ist, um all die gigantischen Ausmendungen zu machen, die uns die Phantasie Pfaffs vorspiegelt, um den Ertrag der Landwirtschaft zu steigern( Trockenlegung des Frischen Haffs, Melioration der Hälfte des gesamten Bodens, Aufforstung von Bergland, Nuzbarmachung des Ded- und Moorlandes usw. usw.) Und wenn selbst diese legendenhaften Ertragssteigerungen nicht genügen, um den Nahrungsbedarf der wachsenden deutschen Bevölkerung zu decken? Dafür haber die Nationalsozialisten noch ein anderes Rezept: ,, die Grenzen Deutschlands so weit nach Osten zu verlegen, daß auf lange Zeit hinaus der Bevölkerungszuwachs auf diefem neuerworbenen... Gebiet ernährt werden kann." Und wie verlegt man eine Grenze? Kun, entweder einigt man sich mit dem Nachbar„ auf friedlichem Wege" in wie friedliche Lämmer fönnen sich die Naziwölfe verkleiden oder„ falls wider Erwarten(!) solche Möglichkeit nicht gegeben sein sollte", dann erfolgt Der britische Chemietrust. 4% nach 6 Prozent Dividende. Die Imperial Chemical Industries Ltd., der mit 1% Milliarden arbeitende britische Chemietrust, schließt das Geschäftsjahr 1931 mit einem Rohgewinn von 4,6 gegen 5,1 Millionen Pfund ab. Der ausgewiesene Reingewinn ist mit rund 4 gegen 4,82 Millionen Pfund um etwa 17 Proz. gesunken. Die Dividende wird auf 4% gegen 6 Proz. im vorhergehenden Jahre festgesetzt. In dem Geschäftsbericht für 1931, welches nach dem Tode des schöpferischen Gründers und Leiters, Lord Melchetts, für das Riefenunternehmen ein besonders kritisches Jahr war, wird neben allgemeinen Bemerkungen über die Rückwirkungen der Weltfrise und der speziellen englischen Krise betont, daß die Senkung des Pfund wertes eine Stärkung der Konkurrenzfähigkeit auf den ausländischen Märkten bewirkt hat. Jedoch mar die Zeit bis zum Jahresabschluß zu furz, um nachhaltigere Wirkungen hervorzubringen. Zu dem Abschluß des internationalen Farben pattes mird erklärt, daß der deutsch- englische Vertrag als ein stabilisierender Faktor in Kraft geblieben sei. Die Verhandlungen mit den anderen chemischen Industrien zur Schaffung eines Belt vertrages auf dem Gebiete der Farbenproduktion hätten bisher teinen Erfolg gehabt. Stärkere." Was ist noch Wilhelm II. gegen Adolf den Großen, was Friedrich Nietzsche gegen Alfred Pfaff? So wahr es ist, daß der Sozialismus der Friede ist, so wahr ist es, daß der Nationalsozialismus der Krieg ist. Der Krieg nach außen wird von den Nationalsozialisten, wie unsere Zitate bemeisen, offen proflamiert. Man muß staunend fragen, warum sie sich darüber aufgeregt haben, als Otto Braun vor dem ersten Wahlgang zur Präsidentenwahl warnend darauf hingewiesen hat, daß ein Sieg des Nationalsozialismus eine Quelle emiger Beunruhigung in Europa werden müßte. Wahrlich, wenn es noch einer Aufmunterung bedurft hätte, um alle Angehörigen des arbeitenden Volkes und alle, die noch nicht verrückt gemorden sind, am 10. und 24. April an die Urne zu bringen, um den Sieg der Nazis zu verhindern, hier ist sie. Der furchtbare Ausblick auf die Segnungen des Dritten Reichs, den die Nazis der deutschen Deffentlichkeit nun endlich eröffnen, muß auch den legten Säumigen aufrütteln. Die Bilanz für 1931 liegt noch nicht vor, doch kann nach den Mitteilungen der Verwaltung mit einer starten Senkung des Vorjahrsverlustes, der über 13,8 Millionen Mark betrug, gerechnet werden. Post und Eisenbahn. Eine Dentschrift zur Verkehrsreform. Während der Kampf zwischen Motor und Eisenbahn nach den jetzt mehrfach aufgetauchten Forderungen der Reichsbahn, ein Bes triebsmonopol für den gesamten Güterverkehr zu Lande zu erhalten, sich mehr denn je zugespigt hat, versucht die Spizenorganisation der Handelskammer, der Deutsche Industrie- und Handelstag in einer neuen Denkschrift„ Post und Eisenbahn" neue Wege für eine Verkehrsreform zu weisen. " Der Anfang dieser notwendigen Reform soll nach dieser Denkschrift bei den größten Verkehrsunternehmen, die sich zugleich auch im Besiz des Reiches befinden, gemacht werden. Es wird von der Reform die lückenlose, gegenseitige Ergänzung der verschiedenen Verkehrsmittel, eine gesunde Basis für den Wettbewerb und organische Zusammenarbeit zur Vermeidung der vielfachen Reibungsverluste gefordert. Da Post und Eisenbahn dem Reiche gehören, wird für beide Unternehmen eine einheitliche Reichsaufsicht vorgeschlagen. Bisher wurde die Reichsbahn vom Verkehrsminister beder Bostminister Aufsicht und Leitung in einer Berjon ver aufsichtigt, jedoch selbständig verwaltet, während bei der Reichspost einigt. Die einheitliche Reichsaufsicht über beide Unternehmen mürde in den Händen des Verkehrsministers liegen, dessen Stellung durch seine Funktion als Gemeinschaftsminister eine er= hebliche Stärkung erfahren würde. Außerdem wird in diesem 3usammenhang noch die Gründung eines gemeinschaftlichen Eisenbahn- Postdirektoriums vorgeschlagen, das als Zentralstelle für die Zusammenarbeit dienen soll. Neue Millionenverluste bei Pleß. Waldenburger Bergwerts- AG. verliert das halbe Kapital. Die zum Konzern des Fürsten Pleß gehörende Walden burger Bergwerks A.-G. weist für das Geschäftsjahr 1930, dessen Abschluß erst jetzt, sehr verspätet, bekanntgegeben mird, einen Verlust von rund 12 Millionen Mark aus. Im mesent lichen sind die Millionenverluste auf den Zwang zu hohen Sonderabschreibungen in Höhe von 8,9 Millionen Mark zurückzuführen. Bei einem Kapital von 22 Millionen ist also schon 1960 mehr als die Im einzelnen werden sodann noch Zusammenfassungen für Hälfte des Aktienkapitals verloren gegangen und die Lage dürfte sich nach der Allgemeinentwicklung im letzten Jahr noch meitgehend ver- bestimmte Verkehrssparten vorgeschlagen, besonders aber der geschlechtert haben. In Zusammenhang mit dem Zusammenbruch des meinsame Kraftverkehr ausgebaut werden. Auch von einer einWaldenburger Stickstoffwerkes von Pleß ist auch dieses Zechen- heitlichen Bau- und Beschaffungspolitik verspricht unternehmen schon Ende 1930 an ihre Gläubiger megen eines sich der Industrie- und Handelstag wesentliche Verbesserungen. Zahlungsaufschubes herangetreten. Der fürstliche Magnat hätte sich diese katastrophale Entwicklung bei seinen Waldenburger Zechenbetrieben ersparen können, wenn er nicht noch vor wenigen Jahren auf zu hohem Roß gesessen hätte. Als vor drei Jahren mit staatlicher Unterstützung der niederschlesische Bergwerkstrust( Niederschlesische Bergmerts A.-G.) in Waldenburg gegründet wurde, dessen Zweck in einer Zusammenfassung des start zersplitterten und mit hohen Verlusten arbeitenden Waldenburger Steinkohlenbergbaues war, stellte Fürst Pleß für die Einbringung seiner Zechen in diesen neugegründeten Trust derart horren be Forderungen, daß die Berhandlungen sich zerschlugen. hereinbrechende Krije hat die Zechenbetriebe von Pleß natürlich weit famerer getroffen als die systematisch durchrationalisierten Zechen der Niederschlesischen Bergwerks A.-G. Guter Produktionsstand bei Opel. Aber noch Berlufte im letzten Jahr. Die Die Opel Werte in Rüsselsheim fonnten froß der alle gemeinen Verschlechterung der Abfazlage im In- und Auslande bei einer Produktion von etwa 28 000 Wagen ihren Absah mengenmäßig gegen 1930 noch erhöhen. Der Umsatz mert des vergangenen Jahres mar fnapp behauptet. Einschließlich des Anteils der ausländischen Bagen am deutschen Markt lieferte Opel 28,2 gegen 25,5 Broz. für den gesamten deute fchen Bedarf, mährend ohne die ausländischen Bagen der Anteil Spels in Deutschland auf 35,3 Proz stieg. Nach dem Eintritt des amerikanischen Automobilkonzerns General Motors bei Opel hat sich das Schwergewicht mehr und mehr zum Epport hin ver lagert. So bestritt Opel im letzten Jahr fast zwei Drittel, näm lich 64 Pro 3. des gesamten deutschen Automobilerports, Auslandsschulden find anzumelden. Durch eine besondere Verordnung sind alle natürlichen und juristischen Personen aufgefordert worden, ihre Zahlungsverpflich tungen gegenüber dem Ausland und dem Saargebiet anzumelden. Die Anmeldestelle für Auslandsschulden, Berlin SW. 19, Kurſtraße 51, hat eine öffentliche Aufforderung erlassen, nach der die Anmeldung bis zum 14. April 1932 nach dem Stande vom 29. Februar d. I. zu erfolgen hat. Von der Anmeldung sind nur deutsche Schuldner befreit, deren Gesamtverpflichtungen den Nennwert oder den Gegenwert von 5000 Mart nicht er= reichen. Rückgängige konkurszahlen auch im März. Nach Mitteilung des Statistischen Reichsamts murden im Monat März 1932 durch den Reichsanzeiger" 975 neue Konkurse ohne die wegen Massenmangels abgelehnten Anträge auf Konkurseröffnung und 759 eröffnete Vergleichsverfahren bekanntgegeben. Die entsprechenden Zahlen für den Vormonat stellen sich auf 1091 bzw. 789. DD.- Bant schließt Amsterdamer Filiale. Die Niederlassung der DD.- Bank in Amsterdam ist am 31. März endgültig aufgelöst morden, nachdem die Liquidation dieser wichtigen 3meigstelle bereits nach der Fusion zwischen der Deutschen Bank und der DiskontoDas laufende Geschäft der Filiale Gesellschaft eingeleitet wurde. geht an das Bankhaus Albert de Barŋ u. Co. über. 8 Proz. Dividende bei der Deutsche Zündwaren- Monopol- Gesellschaft. Das Unternehmen wird nach den Beschlüssen des Aufsichts rates aus einem Reingeminn von 6,2 millionen Mart wieder die int Monopolgejes mit 8 Proz. festgesetzte Dividende auszahlen. Der Rest des Reingewinnes wird an das Reich überwiesen. 3)er polHifche Au* dem IHerarifchen Tlachlaß von%ran% ä)iederich Dem noch unveröffenlüchim literarischen Nachlaß Franz DiederichS. dessen ÄeburlStag baute ist, sind nachfolKendc Betrachtungen über den politischen Goeche entnommen. Franz Diederich, selbst-in Dichter, und vielen unserer Gc< nassen noch in persönlicher(rrinnerung. war ein Vorzug- licher Goeche-Äenner. Dia Natur war Goethes Zuflucht, war ihm Reitcrm und Führerin. lhisr wurzelte ihm der Instinkt der Ideen, hier sog er immer wieder ,.fris6ie Nahrung, neues Klüt". Sie gab ihm alles. klärte ihm das ursprünglich-lebendige Wesen der Kunst und regelte auch sein geschichtliches Anschauen. Es sei nur gut, sagte er, daß sie „von ihrer Saite den Weg zur.shumanität geossnet" Hobe, und sie wiederum, als Ingedriff oller Wirklichkeiten, schlitzte ihn vor dem Sichverlieran in eine abstrakte Ideenwelt. Als Herders großes Werk erschienen war, schrieb Goethe dem Freunde, er„glaube, daß die Humanität endlich siegen werde, nur fürchte er. daß zu gleicher Zeit die Welt ein großes Hospital und einer de» anderen humaner Krankenwärter sein werde". Ideal und Wirklichkeit zeigten sich ihm nebeneinander, die Welt, wie sie sein sollte, und wie sie nun war. Wie war die Brücke über die ungeheure Kluft zwischen beiden zu schlagen? Er sah die Klassenschichtung der seudalistischen Gesollschaft. er sah die Verrottung der herrschenden Kultur und fand lein« Änt- wort auf die Frage, ob oder wie sie sich ändern merde. Noch war die Zeit nicht reif, zu erkennen, wo gesellschaftliche Verfassung wurzelt. Sa kehrte er der politischen Arbeit, die ganz van der feudalen Macht beherrscht und geformt wurde, früh unwillig und mißächtiich den Rücken:„Das Ganze kümmert sick) nicht um uns, taarum sollten mir uns mehr als billig um das Ganze bekümmern?" Cr bekümmerte sich aber um so ernsthafter um die Entwicklung des einzelnen. Dreierlei zieht sich von Iugendtagen an durch Goethes ganzes Leben: der Widerwille gegen das„schleppende geistlose bürgerliche Leben", der Zorn übep den„Wust van Rittertum und Pfäsferei" und die hohe EinschaKtng des patriarchalisch geordneten Lebens. Er war«in Sproß der mittleren Jahrzehnte des achtzehnten Jahr- Hunderts, und diese Abkunft gibt seinem gesellschaftlichen Anschaun die Grundlage und Richtung bis durch das erste Drittel des neun- zehnten Jahrhunderts hin. dos er erleben sollte. Die Revolutionszeit revolutioniert ihn nicht, wenn sie auch im Anbeginn sein Herz hoch >-rh«bt und ihm 179? bei Doliny. unter dem Eindruck der ungeheuren Widersrond»wucht des französischen Revolutionsheeres, sogar den Ausspruch«ingibt:„Von hier und heute geht eine neu« Epoche der Weltgeschichte aus. und ihr könnt sagen, ihr seid dabei gewesen." In den ersten zehn Weimarer Anitsjohren hat er eingesehen, daß Fürsten keine willigen Kultiirbauhcrren sind, ober nie ist er. der Erzieher eines Fürsten, ein Fürstenfeind gewesen, und in der Rena- lutionszoit nimmt in seinen Augen der Wert des Königtums sogar erheblich zu. Sein Humanitätsdenken idealisiert den Begriff: .Kronen gehören auf das Haupt hervorragender Menschen." Diese Ausfassung treibt ihn dann später zur Begeisterung für Napoleon. Wie wenig die Reoolutionsschrccken seine bisher gehegten polt- tischen Urteile änderten, verrät das Epas„R e i n e k e F u ch s", dos er zun, Teil niederschrieb, als er mit dem preußischen 5?«cre gegen die Revaluiion im Felde lag. Derb wie das alte niederdeutsche Holdengedicht, dos er in antike Vcrsform umgoß, zog er gegen die Raubwirtschaft von König, Adel und Pfaffen vom Leder. Eine „unheilige Welibibel" nannte er da? Gedicht, er wollte sich daran erholen von den„Straßen-, Markt-»nd Pöbelaustritten", an denen er sich„bis zur Abscheu hat!« übersättigen müssen", und er fand es „nun wirtlich erheiternd, in den Hof- und Regenienfpiegel zu blicken, wo„das Menschgeschlecht in seiner ungeheuchelten Ticrheit sich ganz natürlich norträgt". Unverhohlen zeigt sich also auch sein Zarn gegen die aufrührerisch brandenden Doltsmassen. Im achten Gesänge, dieser kräftigen politischen Kundgebung, wirst er ihr vor. daß sie mit Gewalt nach den Rechten oller greife, und er kehrt sich gegen den„Dünkel des irrigen Wahns, der die Menschen ergreift, e» könne seder im Taumel seines heftigen Wallens die Welt beherrschen uiii) richten". Er sah dos Elend der gedrückten Volksmassen deutlich genug. Als ihm der jung«, noch unreife Herzog von Weimar in den ersten Jahren seiner ministeriellen Arbeit freie Hand ließ, hatte er eine ganze Reihe ontifeudaler Reformen versucht, die darauf ausgingen. dem unteren Volke den Sack von den Sehultern zu nehmen: ober dann halte der Herzog angefangen, seine Pläne zu kreuzen und zu vereltsln. und Goethe gab die Durchführungen seiner Absichten mit bedrücktem Gsiühl als aussichtslos auf. An Knebel hotte er 1782 geschrieben:„Ich steige durch alle Stände aufwärts, sehe dem Bauersmann der Erde das Notdürftigste abfordern, das doch auch ein behagliches Sluskommen wäre, wenn er nur für stch selbst schwitzte. Du weißt aber, wenn die Blattläuse auf den Roscnzweigen sitzen und sich hübsch dick und grün gesogen haben, dann kommen die Ameisen und saugen ihnen den filtrierten Saft aus den Leibern. Und so geht s weiter, und wir haben's so weit gebracht, daß oben immer in einem Tage mehr verzehrt wird, als unten in einem beigebracht werden kann." Und nun mußte Goethe klagen:..L>ier ist alles beim alten, schade für das schöne Gebäude, dos stehen könnte, erhöht und erweitert werden könnte, und leider keinen Grund hat." Im Faust zeichnet Goethe in dem Spruch der Holz- Hauer das soziale Verhältnis der unteren zu den oberen Klassen: „Denn ihr erfröret, wenn wir nicht schwitzten", und diese Wahrheit ergänzt den Spruch:„Wir schassen's Eisen, sie schmieden Ketten." Aber das soziale Ideal, das ihm für das Leben dieser Volksschichten vorschwebt, hat sich in den Tagen der Rousseau-Begeisterung gc- bildet und geht nur auf die Sicherung alter patriarchalisch geordneter friedlicher Hauszusiände aus. Daß die Lolksmasie berufen sein könnte, in Eigenhilfe eine Rolle auf der politischen Bühne zu über- nehmen, galt ihm als unmöglich. Im„Egmont" schon brachte er zum Ausdruck, daß er sie für durchaus unklar, unselbständig und unzuverlässig hielt. In dem Drama„Die natürliche Tochter", in dem Goethe seine Meinungen über Revolution zusainmcnfassen wollte, ist gesagt, die Masse sei nicht fähig, planvoll zu handeln. Was in Frankreich gcsäioh, erschien ihm denn auch als ein schweres Irren, das in? Verderben führen mußte. Er spähte nach Mitteln ans, die deutsche Volksmasse von den, Revolutionsgedanken zu trennen, fing an, Stücke zu schreiben, die das revolutionär- Treiben zum Gespött machen sollten, unterbrach diese Arbeit aber, als in den Reihen seiner Freunde ein lautes Murren einsetzte. Das Wichtigst« dieser Stücke ist die Komödie -Die 2luf geregten". Sie enthält sein politisches Glaubens- bekenntni-, auf das er sich noch ln, Alter beriet. Es bestand einmal darin, daß er seinen eingewurzelten Groll gegen den privilegierten Adel zu Felde schickte:„Diese Menschen, die sich über alle? hinweg- setzen, ibresgleichen behandeln wie das Vieh, ohne Liebe, ohne Mitleid, ohne Furcht frech in den Tag hineinleben, so lange sie mit Menschen zu tun haben, die sie nicht schätzen." Der eigentliche Sinn der Komödie aber ist dieser: der Adel hat die Revolution herauf- beschworen und er hat es in der 5)and, sie durch kluges Verhalten gar nicht aufkommen zu lassen: er braucht nur den Grundschz zu befolgen und zu verbreiten, daß Besitz kein Recht gibt, unbillig und eigennützig zu handeln. Zu dieser Maxime bekehrrq sich die gräfliche Hauptperson des Stuckes, sie handelt danach in eigener Sache und gelobt:„Zu keiner Ungerechtigkeit will ich mehr schweigen, kein« Kleinheit unter einem großen Scheine ertragen, und wann ich auch unter dem oerhaßten Namen einer Demokratin verschrien werden sollte." Und diese Mahnung an die Oberklass«, sittlich Einkehr bei sich zu holten, ergänzt Goethe nach unten hin durch den eindringlich erteilten Rat. im Umkreis der ererbten kleinen Welt sich tüchtig zu bewähren. Im„Reweke Fuchs" mahnt er zu strenger Ordnung. Houszucht und Mäßigkeit, und in„Hermann und Dorochea"— 1795— malt er das Bild dieser Tüchtigkeit in kleiner Welt mit ent- zückender Dichtarfteude. Zugleich aber spornt er an. oll« Kräfte gegen die Revolution, deren schlimme Vorboten die kleine Stadt soeben erlebt hat. bereit zu holten. -je Goethe hielt dos Werden der Zeit im Auge. Es war ihm wichtig, die Geschichte in Berbindung mit den neuen Entdeckungen, „die man doch stets machen würde", zu werten. Er beachtete das „überhandnehme,�« Maschinenwesen", sah die„guten Ehaussccn und künftigen Eisenbohnen" als Barbereiter der Einigung Deutsch- lands an. glaubte fest an ein« neue Aera als Ergebnis der Er- fchütterungen zu Beginn des Jahrhunderts und erwartet« sie„nicht früher als im Herbste des Jahrhunderts, in seiner zweiten Hälfte, wenn nicht sogar in seinem letzten Viertel". Er wies energisch die Bezeichnung„Freund des Bestehenden" als einen„sehr zweideutigen Titel" ob, der„oft nicht viel weniger als ein Freund des Veralteten und Schlechten" heiß«:„Die Zeit aber ist in ewigem Fortschreiten begriffen, und die menschlichen Dinge hoben alle fiinfzig Jahre, eine andere Gestalt, so daß eine Einrichtung, die im Jahre 1800 eine Volltommmhait war. schon im Jahre lKtzO vielleicht em Gebrechen ist." Die polnischen Wirkungen dieser Entwicklung, die revolution-ircn Bestrebungen, wies er ob. Cr sah diesen Vorgängen nicht auf den Grund. Noch l8Zl), noch der Iulirevolution. meinte er:„Es ist nichts trauriger anzusehen al» dos unvermittelt« Streben ins unbedingte in dieser durchaus bedingten Welt." Wer diese Gegnerschaft, die ihn an die Seite der Reaktion brachte, verführt« ihn doch nicht dazu. ihren Mitteln,„das Bestehend« zu erhalten. Revolution vorzubeugen". zuzustimmen: er war ein Feind aller Bevormundung und lehnte jede Gemeinschaft unzweideutig ab:„sie nämlich rufen die Dummheit und die Finsternis zur Hilfe, ich den Verstand und dos Licht" Die menschliche Entwicklung sollte als ein Teil der?lNnatur frei« Dahn zu stetigem Vorwärtsschreiten haben. Und wenn der erste Teil des Faust gegen die Gesellschaft die Anklage schleudert: Vom Rechte, das mit uns geboren ist, Don dem ist leider nie die Frage— so donnert nun im zweiten Teile da; gewaltige Werdenswort geschichllicher Erkenntnis: Gesetz ist mächtig. Mächtiger ist die Not. tri ch QoUgetreu: £andarmi am Ich hatte ihn auf der Universität kennengelernt, ober unsere Beziehungen überschritten damals nie die Grenzen einer oberflächlichen Bekanntschoit. Ich mußte von ihn, nur. daß er der Sohn eines Berliner'Arbeiters war und empfand stets groß« Hochachiurig vor seiner beträchtlichen Intelligenz und vor der Zähigkeit, mit der er sein medizinisch«? Studium hcrbeigeslrebt, durätgesetzt und durchgeführt Halle. Später verloren wir uns aus den Augen. Ich erfuhr nur, daß er sich i-genfowo in der Nahe von Berlin als Land- arzt niedergelassen hat. Neulich trafen wir uns im Warresaol der Welt wieder: im „lliomanüchen Cafä". Ja, also es ginge ihm ganz gut, erzählte er, soweit es heute eben einem Arft gut gehen könne, seitdem die Fünfzigpfenn,g-Nat- Verordnung eingeführt sei, die die Aenneren nur in den oringend- stcn Fällen zum Arzt flehen ließe— ober die Leute hallen Ihn wohl ganz gern, und er könne es w seinem kleinen Kaff schon aushalten, zumal die Entfernung von Berlin fürs Auw«ine Kleinigkeit fei, also sein Loben wäre erträglich. Gelegentlich solle ich ihn doch mal besuchen. Ja, gern. Aber fall» ich mit Einheimischen zusammen- treffen würde, solle ich von seiner praicto riechen Vergangenheit nichts verlauten lasten. Nanu— Klassendünkel? Nein, aber ein Landarzt müsse von dem Nimbus umschwebt sein, zumindest ein Generals- sahn oder irgend so was zu sein— sonst genieße er keinen Respeit. Daß einer was kann, dos wäre natürlich i-br wichtig, aber noch nicht das ollein Entscheidende. * Wir kamen dann öfter des Abend» im Kaffeehaus zusammen, tr pflegte dann immer, wie er sich ausdrückte,.einen Schlag" zu erzählen. Einmal war er sehr ausgeregll Er hatte da ein merkwürdiges Erlebnis gehobt. War da plötzlich, das.Haus war schon leer, am Späinochmittaq ein Vagabund hereingelchneit: er hatte sich die Füße wundgelaufen und wollte verbunden werden. Der Doktor erfüllte den Wunsch, aber dann sagte oer Mann: ,I,a. Herr Doktor, wat soll nu wern? Soll ick nu wieder weiterloosn. keen Dach überm Kapp? Sehnst. Herr Doktor, de.t sin hier meine Entlassungspapier« aus der Irrenanstalt in Buch, und ick könnt ja hier Nu mal von Anfall mar- kieren und Ihnen hier alles in Klump schlagen, denn müßtens« mir ja wieder in der Zlnstalt uffnehmen. Ru will ick Ihnen aber ooch keenc Ungelegenheiten machen— ober wat soll ick nu tun?" Der Doktor liat ikn schließlich in ein nohe seiner Wohnung gelegenes Hospiz geschickt �Hötte was Schöne? bei'rauskommen können. Die Papiere waren echt..— * Als wir uns dos nächste Mal trafen, erzählte der Doktor von anderen Besuchern. Der einfachste Bericht kann erschüttern. Da ist zum Beispiel der erwerbslos« Arbeiter, der dem Arzt etwas vorhustet, obwohl er ganz gesund ist— er will die Medizin. aie ihm der Doktor verschreibt, ja auch gar nicht für sich haben, son- dem für sein erkältetes Kind. Die Tragikomödie hat einen einfacklen Gnind: Erwerbslose brauchen die fünfzig Pfennige für den Kranken- schein nicht zu bezahlen, wohl aber sind die Angehörigen von Ar- beitslostn fünfzigpsennigpflichtig. Der Doktor ist ein guter Kerl, tut. al» ob er nichts merkt und läßt sich aus den harmlosen Schwin- del ein. Und vonn ist da? doch so, erzahlt der Doktor weiter, daß jeder Krankenjchein zwar fünfzig Pfennig kostet, daß aleer auf einen Schein die ganze Behandlung durchläuft— und wenn si« zehn oder noch mehr Konsultationen umfaßt. Da kommt also zum Beispiel aus denselben Schein, auf den ein Arbeiter erst die Halsschmerzen seines kleinen Lieschens behandeln ließ, ein paar Tage später Trud- chen— und der Boter denkt, der Doktor merkt's röcht Cr merkt's ober doch. ?lbcr er läßt sich nichts merken. Und ich erzähl« dem Doktor jetzt den bekannten Scherz von dem Arzt, bei dem die erste Konsultation zwanzig Mark, jede uviter« nur zehn kostet— kommt einer zum ersten Mole gleich so:.-- guten Tog, Herr Doktor, ich bin schon wieder da—.* Wir müssen lachen. aber dann stellen wir fest, wie traurig es ooch ist, daß in dieser Zeit solche Scherze zwangsweise bittere Wahrheit werden. Soll nun die Fünfzigpfennigverordnung lallen? Die Koben machen geltend, es seien viel zu viel Medikament« nerordnet wor- den, auf Kosten der Krankenkost«« hätten sich die?lerzte bei den Patienten beliebt machen wollen. Vielleicht ist etwas Wahres daran. Aber mag früher oer Arzt gelegentlich zu viel und zu schnell auf- gesucht morden sein, heute ist das Gegenteil der Fall: oft kommen die Leute, wenn es zu spät ist. * „UfiÖ wie ist es überhaupt mit der Bezahlung?" „Von Tog zu Tag immer schlechter." antwortet der Doktor. Wie oft muß man noch in Nacht und Nebel hinaus auf die Landstraße, um stch die Opfer von Autnunfällen vorzunehmen— und wie oft vergessen die Herrschaften später da? Bezahlen! Ich soll sofort QroBUddlrand liquidieren? Ja. die Autofahrer sind ein merkwürüiges Volk, sie haben fast nie Geld bei sich--" Alsa, was die Auswärtigen anbetrifft, ist der Doktor etwas ver- bittert. Ebensowenig wie der selige Wasser- und Bauerndoktor Priesnitz glaubt er an Dankbarkeit:„Wenn ich heut« auf Reisen ginge, würde ich sorgfältig ollen ausweichen, denen ich das Leben gerettet habe." Nun wieder mein Priesnitz:„Meistens Hab' ich ja Kassen- Patienten. Die Sache ist nicht gerade übersichtlich: in einem so großen Dorf, wie ich es bewohne, können in«wem Vierteljahr die Scheine von etwa dreihundert verschiedenen Kassen zusammenkam- men. Die Verrechnung geschieht nicht direkt, sondern durch den zuständigen Aerztoverein. Zum Kastenhonorar konunt dann, wenn es sich um Besuche in einem Nachbardorf handelt, eine Gebühr für die mit dem Auto zurückgelegte Strecke: früher sollen mal eine Zeit- lang die Autos von Landärzten steuerfrei gewesen sein, man sollte das wieder einführen. Oft bekommt man dann auch noch einen Naturallohn, die Leute aus dem Dorf sind sehr anhänglich, schicken mir gern Aepsel. Birnen. Eier, mich gelegentlich eine besonders große Tomate oder Kartoffel, die als Gartemvundcr zu bestaunen ist. Und etms besonders Hübsches erlebte ich neulich: Kommt da einer zu mir und läßt sich verbinden, offenbar war er bei einem Einbruch angeschossen worden. Bezahlen konnte er aber nicht. Sogt er:.La. Herr Doktor, wie machen wir det nu?" Sag' ich:„Na. Sie können mir ja was schicken"— und zwei Tage später schuft der unbekannt« Dieb durch ein Kind von der Straße zehn Mark.„Dc- war fürs Verbinocn neulich--" $ Als wir uns das nächste Mal treffen, sprechen wir noch einmal von diesem Einbrecher, der sich seinem Arzt gegenüber so moralisch gezeigt hat. Rasch kommt die Rede aus da? haute so oft erörtene Thema des„ländlich-sittlich". Der Doktor ist belesen, er zitiert eine schön« Stelle aus dem„Lairdorzr" von Balzac:„Die einfachen Sitten sind wohl in allen Ländern ungefähr die gleichen. Dos Wahr« hat nur eine Form. Zwar tötet das Landleben viele Ge- danken, aber es oermindert das Verbrechen und entfaltet die Tugend. Denn je weniger Menschen auf einen Punkt zusammen«-. drängt sind, desto weniger Verbrechen. Delikten und schlechten Ge- simiungen begegnet man. Die Reinheit der Luft trögt zur Einfach- heit der Sitten bei." Ist da? heute noch alles wahr? Nein, ganz gewiß nicht mehr. Es ist zwar richtig: Not ist weil. gehend eine Grundlage der Kriminalität und begünstigt sie— aber auf dem Lande ist die Not heute auch schon sehr groß und der g-. legentliche„reiche Bauer" ist meist ein Großgrundbesitzer, der,>m Winter wenigstens, in der Stadt wohnt. Aber auch praktisch ist der Landarzt bei Berlin heute der Arft einer städtischen Bevölkerung Diel« seiner Patienten haben?lrbeit in den Fabriken der Berliner Vororte, und haben sie dort nicht Arbeit, so doch Verwandte, Ver eine, Vergnügungen: sie wohnen aus dem Land«, aber sind keine Ländler. „Und wie ist es mit dem Paragraphen 218?" „Im Anfang kamen schwangere Frauen zu mir.?lber dann hat sich's h«-umgesprochen, dost der Doktor kein« schiefen Saäien macht — NUN wird's auch Nicht mehr von ihm verlangt." Damit ist freilich das Problem nicht gelöst. Aber ein Landarzt bei Berlin kann es wohl auch schwer lösen. Ich erzähle den Fall de? jüngst verstorbenen unbekannten Land- ' arztes. dessen Origmalkartothct in einer Form, die jede Jdeniituic- rung der Beteiligten unmöglich macht, dem Archin des Sozialhn-n- nischen Seminars der Uninersflät Berlin überwiesen wurde. Die Kartothek enthielt ausführliche Bericht« über 128 innerhalb eines Jahres vorgenommen« Schwangerschaftsunterbrechungen Der Dm- tor bcwunderl den Mut. • Eines Tages war ich bei ibrn draußen Ich sollte mir Ee ..Hohle" mal ansehen.?ln den Wäuden de? Wartezimmers hingen lauter naturalistische Bilder, die Leute sollen..ordentlich was anzusehen haben". Solist waren die in einen Neubau eingcpferchren Räume mehr junggesellig alz gesellig, Sprech und Wartezimmer lasten nur noch einen dritten Raum zum Schlafen: drei lange Wano schränke bergen provisorisch die zum größten Teil aui Auktionen ersteiaerten Prunkstücke einer erhofften späteren größeren Wohnung. Ein Blick ans dem Fenster: Hinter breiten Bäumen blichen braune Felder, weite Wielen. Wenn es Nacht wfld. denke ich, hat der Landarzt mehr Himmel, m-hr Sterne als wir in der Stadt. Uno mehr Stille--. Aber als wir uns drei Tage später wieder im..Romanischen" treffen, erzählt der Doktor nicht? vom Sterben de? Sommer?, son- dem von der Geburt der Not. berichtet, daß er gerade eine ärzt- sich« Untersuchung der Schulklostcn durchgelührt habe: viel Rachitis sah er, viel Unterernährung vlel Elend, das auch seine von vor- geschriebener Sparsamkeit diktierten Rezepte nicht ärdern können — das sei alles ja entsetzlich deprimierend--, Ja, ich glaube, da kommen wohl Tage, an denen der Landarzt kaum daran denkt, zu den Sternen aufzusehen.