BERLIN Ssnnadend 2. April 1932 I v-;-:■'•'«/#■ ■-.--«v 10 Pf. �r. 155 B 22 49. Jahrgang ErsckeinttSalich aoßtrEvnntag«.»»£*»«,ei,en»rri», Die kl! Zugleicl, Abendausgabt des.Vorwärts' Bezugspreis für ft 0S t g H gä ß fl# Reklamezcile 2.— M Ermäßig, beide Ausgaden 75 Pf. pro Woche. 3,25 M pro Monat g g m/ m B Jf' JB � Vorwärts- Verlag G. m. b. H.. (daron»i? Pf monatlich für Zustellung ins Haus) im voraus JB M§ � �9 jBißlus A behält stch das Recht der Ablctin »adldar P o st d e z- g 3.97 M. einschließlich KV Pf. PostzettuugS- Kjg sVU&Q 99 W�LTF Redaktion und Ervedtl und 72 Pf. Postbestellgebührea. ß ff Fernsprecher: 3 einsbalttge Millimeterzekle 30 Pf. Ermäßigungen nach Tarif Postscheckkonto: .. Berlin Rr. 37 536.- Der Verlag Ablehnung nicht genehmer Anzeigen vori Berlin SWS8, Lindenstr. 3 Döndost(A 7) 292-297 Herr Groener, reden Sie! Billigen Sie den SA.-Terror von Braunschweig?— Sind Sie mit Herrn Klagges einig? Der ReichsWchrmlnister, der zugleich Reichsinnen- minister ist, nimmt gegenüber der braunen Armee des Herrn Hitler, die eine einzige große Gesetzesverletzung dar- stellt, eine abwartende Haltung ein. Diese ab- wartende Haltung wird von den Bürgerkriegstreibern in der NSDAP, benutzt. Die Herren G ö r i n g und Frank II berufen sich immer noch darauf, daß Herr Groener sich ihnen gegenüber so ausgesprochen habe, wie s i e es gewünscht haben. Es wird Zeit, daß Herr Groener redet! Es wird um so mehr Zeit, als seine Unterredung mit Herrn Küchen- t h a l in der Nazipresse von Braunschweig eine Ausdeutung findet, die eine Erklärung des Reichsinnenministers selbst gebieterisch fordert. Die„Braunschweigische Landeszeitung" behauptet nicht mehr und nicht weniger, als Herr Groener habe sich überzeugt, daß in Braunschweig alles in schönster Ordnung sei, daß Ruhe und Ordnung durch Herrn Klagges gesichert sei, daß keinerlei Grund zu irgendwelchen Maß- nahmen des Reichs vorliege. Die„Braunschweigische Landeszeitung" teilt nach mehr- fachen Behauptungen, daß in Braunschweig tiefster Friede herrsche, und daß in Kreiensen völlige Ruhe und Ordnung bestehe, folgendes als authentisch mit und beruft sich dabei auf eine Unterredung eines ihrer Redaktions- Mitglieder mit Herrn Groener selbst: „Es ist in diesem Zusammenhange auf das lebhafteste zu be- grüßen, daß Minister Dr. Küchenthal es auf sich genommen hat, Herrn Groener am Freitag in Bad Harzburg im Rahmen einer mehrstündigen Aussprache mit dem wahren Sachverhalt bekannt zu machen. Und ebenso lebhaft zu begrüßen ist es, daß zwischen dem braunschweigischen Staatsministerium und dem Reichs- iimenminister seither, wie es im amtlichen Bericht heißt, und wie Herr Groener einem unserer Redaktionsmitglieder ausdrücklich bc- stätigte, vollste Uebereinstimmung herrscht. Jeder Braun- schweizer, dessen Urteilsvermögen noch nicht unter dem Einfluß marxistischen Hasses getrübt ist, weiß sehr wohl, wie ehrlich Dr. Küchenthal stets bemüht ist, die verfassungsrechtlichen und die reichsgesetzlichen Bestimmungen zu respek- t i e r e n. Darüber hinaus ist bekannt, mit welcher an Selbst- Verleugnung grenzenden Loyalität Mini st er Klagges sich dem Zwange fügt, den die Notverordnungen des Herrn Brüning heute auf jeden einst sreien deutschen Staatsbürger ausüben. Es freut uns und erfüllt uns mit Genugtmmg, daß auch Recchsinnsnminister Groener sich nun von der einwand- freien Haltung unserer beiden Mini st«r über- zeugt hat." In dieser Mitteilung werden also die ungesetzlichen, halt- losen Zustände im Lande Braunschwcig mit dem Namen und der Billigung des Rcichsinnenministers gedeckt. Das Reden der nationalsozialistischen Presse und das Schweigen des Herrn Groener erwecken immer mehr den Eindruck, daß diese Darstellung von rechts nicht unberechtigt ist! Herr Groener, reden Sie endlich! Ist es an dem, daß sie den Verbrechen, die von den Hitler-Banden im Lande Braunschweig fast täglich verübt werden, weiter zusehen wollen? Ist es an dem. daß sie die Ruhe und Ordnung im Lande Braunschweig durch Herrn Klagges als gesichert ansehen? Ist Ihnen bekannt, Herr Reichsinnenminister, daß im Lande Braunschweig völlig ungesetzliche militä- rische Formationen der braunen Armee des Herrn Hitler bestehen, daß diese Formationen bewußt als traditionelle Fortsetzung des alten Heeres aufgezogen werden, daß sie sich die Nummer der alten Regimenter zu- gelegt haben? Ist Ihnen bekannt, daß diese Formationen zum Teil kaserniert, daß sie insgesamt militärisch organisiert und diszipliniert sind und einer Oberleitung nach militärischem Muster unterstehen? Ist Ihnen bekannt, Herr Reichsinnenminister, daß die Leute in diesen Formationen fast alle d i e P i st o l e i n d e r Tasche haben? Ist Ihnen bekannt, daß diese Formationen systematisch und regelmäßig Ueberfälle auf ruhige, fried- liebende Bürger unternehmen, daß diese Ueberfälle vor allem denen gelten, die sich für die Achtung der Gesetze und der verfassungsmäßigen Zustände einsetzen? Ist Ihnen bekannt, Herr Reichsinnenminister, daß in der braunschweigischen Exklave Kreiensen, an einem der wichtigsten Eisenbahnknotenpunkte Deutschlands, eine voll- kommen militärisch aufgezogene Bürger- kriegstruppe kaserniert liegt, die die friedliebende Be- völkcrung unter blutigem Terror hält? Ist Ihnen bekannt, daß diese Formation sich P o l i z e i g e w a l t an- maßt? Daß sie täglich militärische Uebungcn im Gelände abhält? Daß gegen die Bluttaten dieser Formation weder polizeilich noch gerichtlich eingeschrit- ten wird? Daß diese Truppen in unmittelbarer Nachbar- schaft eines großen Waffenlagers kaserniert ist? Ist Ihnen bekannt, Herr Reichsinnenminister, daß Preußen Polizeikrästte in der Nähe von Kreiensen zusammenziehen mußte, um die Uebergriffe dieser Banden auf preußisches Gebiet zu unterbinden? Mit einem Wort, Herr Reichsinnenminister, ist Ihnen bekannt, daß die friedliebenden Bürger im Lande Braun- schweig, die sich zu Gesetz und Verfassung bekennen, vogel- frei sind gegenüber dem Terror der Hitler- Banden? Herr Rcichsinncnminister, wollen sie dulden, daß die ruhigen und ordentlichen Bürger, weil sie Gesetz und Verfassung achten, dem Terror von Bürgcrkricgsbandcn preisgegeben sind, die aus das Gesetz pfeifen? Es ist Zeit zu reden: denn die Provokation durch diese ungesetzlichen Banden wird immer gefährlicher! Es ist Zeit, daß nicht nur der Reichsinnenminister, sondern auch der Reichskanzler ernsthaft seine Aufmerksamkeit den Dingen in Braunschweig schenkt! Es ist Gefahr im Verzug! Eine amiliche Auslegung. Rsichsinnenminister Groener kehrt erst am Montag nach Berlin zurück und vorher ist von den amtlichen Stellen über die Unterredung Groener— Küchenthal nicht mehr zu erfahren, als in dem bekannten nichtssagenden Kommunique bereits veröffentlicht worden ist. Man erläutert aber dieses Kommunique dahin, daß die darin erwähnte vollständige Uebereinstimmung nur bedeuten könne, Küchenchal habe sich den Ansichten Groeners angeschlossen und diese sowie die Haltung des Reichsinnenministe- riums in den verschiedenen Streitfragen mit Braunschweig in den letzten Wochen als richtig anerkannt. Nach dieser Erläuterung würde also Küchenthal gegen die Aufhebung der rechtswidrigen Verbote des sozialdemokratischen „Volksfreund" und anderer unserer Parteiblätter sowie gegen das Verbot des Hitler-Iugendtreffens unter der Geltung des Oster- friedensgebotes keinen Widerspruch erhoben habe. Die Zustände aber von Kreiensen, die Uebersallautos der Terroristen, ihre Drang- salierung und Mißhandlung wehrloser Andersdenkender dürften noch nicht aktenmäßig zur Kenntnis des Reichsinnenministeriums gelangt sein und hätten daher vielleicht in der Harzburger Besprechung noch gar keine Rolle gespielt. Ob die umfangreiche Beschwerdeschrift der sozialdemokratischen Reichstagssraktion an den Reichsinnen- minister bei dieser Besprechung erörtert worden ist, kann man eben vorläufig nicht erfahren. Die oben erwähnte Auslegung der„vollen Uebereinstimmung" ist, um es nochmals zu sagen, Regierungslesart. Die Terrorherrschaft der Nazibanden ist übrigens nicht nur von dem Berliner Korrespondenten des„M a n ch e st e r Guardian", sondern auch von dem Berliner Vertreter der Lon- doner„Time s" festgestellt und dem Leserkreis dieser englischen Weltblätter vorgelegt worden. Wiederaufnahme abgelehnt! Oer letzte Akt des Iakubowski-Oramas. Das Oberlandesgericht in Rostock verwarf die Beschwer de gegen den ablehnenden Beschluß der Strafkammer in Neustrelitz, welche die Wiederaufnahmeanträge in der Mordsache gegen Iaku- bowski ablehnte. Damit ist zunächst formal keine Möglichkeit mehr gegeben, Jakubowski zu rehabilitieren. Josef Jakubowski wurde bekanntlich durch Urteil des Schwur- gerichts zu Neustrelitz vom 26. März 1S2Z wegen Ermordung des Ewald Rogens zum Tode verurteilt und am IS. Februar 1926 trotz aller Appelle an den zuständigen Minister hingerich- t e t. In dem ablehnenden Beschluß wird zwar zugegeben, daß von den elf Indizien, die damals zur Verurteilung geführt haben, acht nicht mehr aufrechterhalten werden können, daß vor allem die Belastungen wegfallen müssen, soweit sie von den in- zwischen selbst verurteilten Brüdern Rogens und deren Mutter er» hoben worden sind, aber, so heißt es in dem Beschluß, Jakubowski werde durch die Geständnisse der Genannten, die diese in den verschiedenen Schwurgerichtsverhandlungen 1929 und 1930 ab» gegeben haben, erneut belastet Auch kann man nicht fest- stellen, ob Jakubowski den kleinen Ewald Rogens erwürgt hat, oder ob das August Rogens war, aber eine wahlweise Fest- stellung der Täterschaft sei durchaus möglich. Der Fall Jakubowski ist demnach heute ebenso ungeklärt wie 1926. Raziübersall am hellen Tag. Reichsbannerleute werden niedergeschlagen. An der Ecke Friedrich st rahe und Belle-Alliance- platz wurden heule mittag zwei Reichsbannerkamera- den, die dort Zeitungen der„Eisernen Front" ver- kauften, von etwa 10 Rationalsoziali st en über- fallen. Die Banditen, die sämtlich einheitlich gekleidet waren, sielen über die beiden jungen Leute her und schlugen sie nieder. Als Passanten für die Ueberfallenen Partei ergriffen, ließen die Razistrolche von ihren Opfern ab und flüchteten nach der hedemann- straße. 3n einer Autodroschke nahmen die Ueberfallenen mit zwei Polizeibeamten die Verfolgung der Rowdys auf. Als die Beamten in der Hedemannstraße anlangten, wurden sie sogleich von etwa 15 Hakenkreuzlern umringt. E'ner der Überfallenen Reichsbannerleute, der die Täter be- zeichnen sollte, wurde abgedrängt und von den nationalsozialistischen Strolchen abermals zu Boden geschlagen. Mit Stiesel- absähen kralcn die vertierten Burschen ans den Wehrlosen ein. Erst nachdem die Beamten mit dem Gummiknüppel sich etwas Luft verschassen konnten, wurde der Niedergeschlagene vor weiteren Miß- Handlungen bewahrt. Die Täter flüchteten sämtlich in das Rasthaus ta der hedeinanustroße. Aul zum Westen! Am Montag, 4. April, 19.30, spricht Polizeipräsident Albert Grzesinski in den Tennisbällen in Wilmersdorf(Brandenburgische Str., nahe U-Bahnhot Fehrbelliner Platz) in öffent- febungfiber� MlS WSWf! -'v''.■■.;-; U Protest gegen Tardieu In der pariser Linkspresse Berek-Ekandal ohne Ende. Zlvfsichtsrat vertagt sich.- Direktor Martin gegen Polizei- Präsidium. Der Aussichisrat der ,J3crek*(Berliner Anschlag- und Re- klamewesen-G. m. b. h.) war heule vormittag zusammengelrelen, um zu dem durch das Bekleben der tilfassäulen mit Aaziplakaken während des Oslersriedens hervorgerufenen Skandal Slellung zu nehmen. Die Aussprache zog sich bis zum Mittag hin, Halle aber kein praktisches Ergebnis. Aus Wunsch des Oberbürgermeisters vertagte sich vielmehr der Aussichlsrat aus Dienstag. Der für den unerhörten Vorfall verantwortliche Direktor Martin hat nämlich erklärt, eine„Dienststelle im Polizei- Präsidium" habe das Plakat ausdrücklich für den 1. April freigegeben. Der Aufsichtsrat stellte sich auf den Standpunkt, daß man die Rich- tigkeit dieser Aussage erst nachprüfen müsie, ehe man endgültig entscheiden könne. Wie wir hierzu aus dem Polizeipräsidium erfahren, hat der Polizeipräsident in einem Pries an den Ober- bürgermeister festgestellt, daß alle in Frage kommenden Ve- omten vernommen worden sind. Die Vernehmungen hätten ergeben, daß eine besondere Genehmigung unter keinen Umständen erteilt worden ist. Die Plakate sind wie olle anderen vorgelegten Plakate behandelt worden und lediglich mir dem Vermerk„Zur Kenntnis genommen" wieder zurückgegeben worden. Die Aussage des Direktors Martin wird also durch diesen Brief des Polizeipräsidenten Lügen gestraft. Berlin hat einen„Berel"- Skandal ohne Ende, zumal uns Leser mitteilten, daß an einigen Litfassäulen, so zum Beispiel an der Säule Windscheidstraße, Ecke Stuttgarter Platz und an Säulen auf der Heerstraße noch heute vormittag die Hitlerplakate klebten. Neue Nazilüge entlarvt! Oer Mann, der in den Kanal geworfen wurde. Vor einigen Tagen ging durch die Hugenberg-Presse die Skandal- Meldung, nach der ein 26 Jahre alter Nationalsozialist, der Kunstgewerbler Erich Renders, in der Nacht zum 23. März auf der Potsdamer Brücke von Kommunisten überfallen und nach einem heftigen Handgemenge von seinen Gegnern in den Land- w e h r k a n a l geworfen sei. Jetzt klärt sich der Fall echt hitlerisch auf. Schupobeamte hörten plötzlich vom Wasser her Hilferufe und als sie hinzueilten, sahen sie Renders, der vergeblich versuchte, die Böschung zu erklimmen. Mit dem Rettungstahn wurde R. dann an Land geholt und ins Krankenhaus gebracht. Bei seiner Vernehmung tischte R. den Beamten der Politischen Polizei das Märchen auf, die Kommunisten seien über ihn hergefallen, und obgleich er sich oerzweifelt wehrte und sich am Brückengeländer festzuklammern versuchte, hätten ihn die Kommunisten schließlich überwältigt und ine Wasier geworfen. Die Beamten mußten zunächst den Erzählungen des Haken- kreuzlers Glauben schenken. Im Laufe der sehr eingehend geführten Untersuchung stellte sich aber immer mehr und mehr heraus, daß sich der Ueberfall in der geschilderten Weise niemals zugetragen haben konnte. Auf die Borhaltungen der Beamten gab Renders schließlich zu. den ganzen Uebersall erdichte! zu haben. In seinem Geständnis erklärte er, daß er stark angetrunken gewesen und plötzlich auf den Gedanken gekommen sei, ins Wasier zu springen. Nach seiner Rettung habe er sich dann das Märchen von dem kommunistischen Ueberfall zurechtgelegt. So sehen also die Uebersälle auf Hakenkreuzler aus, die dann in den Mordgeschichten im Lande vorgetragen werdenl Perserprozeß weiter vertagt. OaÄ störende Schlafmittel. Die Verhandlung gegen den Verleger der persischen Zeitung „Neitza", die gestern auf heute oertagt wurde, konnte auch heute nicht stattfinden. Der Angeklagte Rinke war nicht er- schienen. Sein Verteidiger. Rechtsanwalt Apfel, legte ein ärzt- liches Attest vor, laut dem sein Mandant an einem akuten Lungen- spitzenkatarrh erkrankt sei: sein Erscheinen vor Gericht könnte für ihn lebensgefährlich fein. Das Gericht gab sich mit dem privat- ärztlichen Attest nicht zufrieden und beauftragte aus Antrag des Staatsanwalts Dr. Kreismann seine Untersuchung durch den Ge- richtsarzt Dr. Ewers. Die Verhandlung wurde auf 2V& Stunden ausgesetzt. Dr. Ewers teilte dem Gericht später mit, daß Rinke vielleicht an und für sich verhandlungsfähig wäre, daß aber augenblicklich eine VerHandlungsfähigkeit ausgeschlossen erscheine, da er drei Schlaftabletten genommen habe. Dem Gericht blieb unter diesen Umständen nichts anderes übrig, als die Verhandlung zu vertagen! Nas Attentat von Zwickau. Tlächttlche Schüsse auf sozialdemokratische Abgeordnete. Zwickau, 2. April.(Eigenbericht.) Zu dem von uns am Freitag gemeldeten Reooloerattentat aus den Landtagsabgeordneten Genossen Paul Hermann erfahren wlr noch, daß Hermann, als er im Begriff war, die zu seinem in Cainsdorf gelegenen Haus führende Gartentür aufzuschließen, plötzlich beschossen wurde. Hermann flüchtete nach diesem Schuß auf einen hinter seinem Haus vorbeiführenden Fußweg. Dort wurde er wieder durch mehrer« Schüsse bedroht. Di« Staatsanwaltschaft beim Landgericht Zwickau hat für die Er- mitllung der Täter eine Belohnung von 300 M. ausgesetzt. Flüchtlingslager in Flammen. 20 Gefangene der Russen hilflos verbrannt. Warschau, 1. April. Nach elarr Meldung des„D obrh Wieckor" soll sich vor einigen Tagen im russischen Konzrntra» tionslagcr bei K r a j s k in Weißrußland, in d�m etwa 200 von den sowjetrussischen Grenzwachen an- gehaltene Flüchtlinge untergebracht waren, eine furcht» bare Brandkatastrophe ereignet haben, die 70 Todesopfer forderte. Das Feuer brach aus noch unbekannter Ursache in einer Solzbaracke aus. in der die Flüchtlinge eingeschlossen waren. In der brennenden Baracke sollen sich grauenhafte Tzenc» abgespielt haben. Grst nach geraumer Zeit wurden die Tchlüssel zu den Baracken beschafft und die Eingänge geöffnet. 70 Per- soncn konnten nur noch als verkohlte Leichen ge-s Paris, 2. April.(Eigenbericht.) Der demagogische Aussall, den sich Ministerpräsident Tardieu in der Kammer gegen die Sozialisten erlaubt hat, wird vom„P o p u l a i r«" scharf unter die Lupe genommen. Tardieu sagte, er könne nicht den Unter schied verstehen, der zwischen dem Deutschland der Notverordnungen und den Diktaturen in Südslawien, Ungarn, Polen, Ru- m ä n i e n usw. bestehe. Darauf antwortete der„Populaire": In Deutschland gebe es eine Sozialdemokratische Partei, die über eine Million Arbeiter zu ihren Mitgliedern zählt, ferner einen Gewerkschaftsbund, der über vier Millionen Mitglieder um- faßt. Das fei eine große organfierte Macht für die Demokratie und den Frieden. Aus parlamenta- r i s ch« n Gründen fei das normale Funktionieren des parlamen- tarischen Regimes unmöglich. Infolgedessen nehme man Zuflucht zu außerparlamentarischen Rezierungsmethoden. Aber so lange die Organisation des sozialistischen Proletariats nicht zerstört sei, könne in Deutschland keine Diktatur errichtet werden. Die Rede-, Presse- und Versammlungsfreiheit, die politischen, sozialen und ge- l werkschaftlichen Rechte beständen trotz des Regimes der Notverord» nungen weiter. Sänne man dasselbe von den Ländern sagen, denen Tardieu so edelmütig die Brieftasche des französischen Steuer» zahlers geöffnet habe? Nicht die äußere Form eines Regimes sei maßgebend, sondern die soziale Wirklichkeit. Diese sei aber eine Funktion der Macht der sozialistischen Bewegung. Das erkläre die Haltung der deutschen Sozialdemokratie bei der Präsidentenwahl. Die sozialdemokratischen Wähler hätten dadurch, daß sie für Hmden» bürg stimmen, wieder einmal die Demokratie und die Re- publik in Deutschland und den Frieden in Europa gerettet. Wenn die faschistische Gefahr beseitigt ist, werde das deutsche Proletariat das Regime der Notverordnungen abschaffen und den Parlamen- tarismus wiederherstellen. Auch der„O u o t i d i e n" protestiert scharf gegen Tardieu und schreibt über seine Entgleisung: „Das ist ein seltsames politisches Verfahren. Vielleicht wäre es für einen Parteimann ohne Verantwortung möglich, aber was soll man davon halten, wenn derartige Methoden von einem am Ruder befindlichen Regierungschef einer großen Nation angewendet werden?" Adifwig, WälMsfen? Nur heute und morgen noch(legen die Wühler- listen zur Einsichtnahme aus. Jeder, der seit dem ersten Wahlgang zur PrSsidenten- wähl seine Wohnung gewechselt hat, mufi sich davon überzeugon, ob er und seine Angehörigen auch an der richtigen Stelle eingetragen sind. Auch wer am IS. März die Abstimmung vorsäumte, muß sich jetzt darum kümmern, daß er in der Liste steht. Niemand kann am 10. April oder bei der Preußenwahl am 24. April seine Stimme abgeben, wenn er nicht in der Wählerliste steht. Deshalb in letzter Stunde: Wen es angeht, der bekümmere sich um die Wählerliste! borgen werden, während 25 weitere mit schweren Brand- wunden und Nauchvergiftungen ins Krankenhaus ge- schafft wurden. 20 Personen sollen vor Schreck wahnsinnig geworden sei«. Gertrud Frenze! als Zeugin. Sie weiß nichts vom verschwunSenem Geld. Das Potsdamer Schöffengericht hatte heute seine Sensation. Die Prozeßmaterie gegen den Angeklagten Elektrotech- niker U. aus Bornim war denkbar einfach: es wurde ihm eine kleine Unterschlagung zur Last gelegt. Aber die zu diesem Prozeh geladenen Zeugen waren interessant: Gertrud Frenze!, deren Aufenthalt noch immer geheim gehalten wird, und ihre Mutter Frau Frenze!, die jetzt in Reinickendorf wohnt. Der Sohn des früheren Amtsoorstehers Frenze! hatte von dem Angeklagten ein Motorrad gekauft und zumTeil mitWechseln bezahlt. Zur Einlösung eines dieser Wechsel übergab der junge Frenze! dem Angeklagten einige Hundert Mark. Diese Summe soll U. für sich verbraucht Haben, so daß die Wechsel zu Protest gingen. Zur allgemeinen Ueberraschung macht der Angeklagte geltend, daß Gertrud Frenze! bereits am nächsten Tage dos Geld wieder abgeholt habe, nachdem Frau Frenz«! ihn telephonisch darum ersucht hatte, das Geld an Gertrud auszuhändigen. Frau Frenze!, als Zeugin vernommen, weiß von dieser Geldgeschichte nichts. Unter großer Spannung wird jetzt die Zeugin Gertrud von ihrem Pormund, dem Kaufmann Hugo Sommerburg, unter Schutz eines Kriminalbeamten in den Saal geführt. Gertrud ist jetzt IS Jahre alt; sie bestreitet energisch, das Geld von dem Angeklagten abgeholt zu haben. Die Ehefrau des Angeklagten erklärt, daß sie der Gertrud das Geld übergeben habe.»Das ist nicht wahr, ich kenne Sie ja gar nicht!" ruft Gertrud und es kommt zu dramatischen Szenen zwischen Frau U. und Gertrud. Frau U. ruft dem jungen Mädchen ins Gesicht: „Nanu, Sie kennen mich nicht? Sie waren doch schon oft in un- serem Geschäft in Bornim." Immer wieder behauptet Gertrud, das Geld nicht in Empfang genommen zu haben. Auf Beran- lasiung des Rechtsanwalts Dr. Laserstein tn Berlin sollen noch eine Anzahl Zeugen dafür geladen werden, daß Gertrud Frenze! Frau U. genau kennt. Die Berhandlung wurde auf unbestimmt« Zeit oertagt. Nach der Verhandlung kam es Im Zimmer des Potsdamer Vor- mundschaftsrichters zu einer Aussprache zwischen Frau Frenze! und ihrer Tochter. Der Vormundschaftsrichtcr ließ die beiden Frauen eine Weile allein und zwischen beiden ist dann eine Annäherung zustande gekommen. 4,3 Milliarden neue Steuern in ltGA. Amerikanische Audgetsorgen. Washington, 2. April.(Eigenbericht.) Das Bundesrepräsenlanlenhaus nahm am Freitag mit 327 gegen 64 Stlmmm die neue Steuervorlage In höhe von l0Z2 Millionen Dollar an. wodurch zusammen mit 230 Millionen Einsparungen die Ausbalancierung des d'tessährlgen Bundesbudgels gesichert werden soll. Der versuch der Regierung, die llmsahsleuer erneut einzuführen, blieb erfolglos. Die Verabschiedung der Steuer- vorläge im Buudessenat wird nicht vor Ende Mai erwarle l. Soll Memel entdeutscht werden? provokatorische Anlünsiigungen durch Simaitis. K o w n o. 2. Aprll.(Eigenbericht) 3m Memelgeblel rollt das Direktorium S i m a i l i s eine litauische Massenelnbllrgerung vornehmen, um bei den Wahlen die blsherlge Landlagsmehrhell zu brechen. Direktor S mallis erklärte Prksieverlrelern gegenüber, man werde das Llstenivahlshslem abschassen, so daß nur einzelne Kandidaten gewählt werden. Die Wahlen würden zeigen, daß die memelländlsche Bevölkerung mit der Polllik der bisherigen Mehrheilsparlcien nichl einverstanden fei. Bel der Entlassung der 21 relchsdeulschen Lehrer werde e» nicht blelben. Man werde außerdem keinen Beamten elnstellen, der nichl die litauische Sprache beherrsche. Die Lehrerkündiguugen hätten mit dem Memelkouslikl nichts zu lun: sie seien erfolgt, weil 43 Jung- lehrer memelländischer Staatsangehörigkeit stellungslos seien. Das Direktorium ist also draus und dran, den Konslikt noch zu verschärfen. Im Memeistalnf ist keine Rede davon, daß die Kenntnis der litauischen Sprache als Vorbedingung für die Einstellung von Beamten gilt._ Aprilwetter! Mild, veränderlich und Regenschoner. Das Aprilweller hat pünktlich eingesetzt. Sonnenschein— Regen- schauer und Hagel und wieder Sonnenschein. Zunächst ist mit dem Forlbestand dieses nicht gerade sehr angenehmen witterungscharak- tcrs für die nächsten Tage zu rechnen. Am Sonntag wird es sehr milde sein, die Temperaturen werden über 10 Grad Wärme siegen. Ganz hossnungslos dürste das Wetter jedoch nicht sein und Mischen vereinzelten Regen- und Hagelschauern wird auch die Sonne hl» und wieder die Wolkenwand durchbrechen. Dos richtige Wanderwetter, wobei allerdings aus einen regendichten Umhang nicht verzichtet werden darf. Im Westen und Nordwesten lagert ein Tiesdruckgebiet, in dessen Bereich ganz Deutschland liegt. Südwestlich« Winde sorgen für die milden Temperaturen, die heute mittag in Berlin beispiels- weise 12 Grad Wärme betrugen. Aus den verschiedenen Teilen des Reiches werden 4 bis S Grad Wärme gemeldet. Breslau und die Schneekopp« hatten gestern ziemlich heftig« Frühjahrs» g e w i t t e r. Gasunglück in der Warschauer Straße.„ In der Küche der Wohnung ihrer Eltern in der W a r s ch a u e? Straße 69 wurde heute früh die 20 Jahr« alte Hildegard Richter durch Gas vergiftet leblos aufgefunden. Wiederbelebungs- versuche durch die Feuerwehr blieben ohne Erfolg. Wie die Polizei- liche Untersuchung ergeben hat, ist das junge Mädchen das Opfer eines Unglücksfalls geworden. Der Gasschlauch des Gas- kochers war schadhaft geworden und die ausströmenden Gase führten den Tod der Unglücklichen herbei. Die Leiche ist beschlagnahmt worden. Die Tarifermäßigung im Vorortverkehr Keine allgemeine preisherobsehung. Durch die kürzlich im„Abend" veröffentlichte Notiz„Vorortoer- kehr ab Freitag billiger" sind Unklarheiten entstanden, die aber auf die etwas unklare Fassung der reichsbahnosfiziösen Mitteilungen zurückzuführen sind. Es sei darum erläuternd darauf hingewiesen, daß leider der größte Teil des Berliner Berkehrs von der Derbilligung nicht betrofsen wird. Dielmehr handelt es sich in der Hauptsache um Strecken in dem äußeren Borortnetz, deren Fahrpreise seit langem den Unwillen der Einwohnerschaft hervorgerufen haben. Während also die Fahr- preise im normalen Vorortverkehr wie bisher bleiben, sind einige Verbilligungen vorgenommen worden, wofür einige Beispiele zum besseren Derständnis dienen mögen. Wer von Zossen nach Dabendorf fahren wollte, mußte eine Karte von Zossen nach Rangsdorf lösen. Der Preis hierfür be- trug 25 Pf., obgleich auf der Fernbahn tarismähig nur 20 Pf. sür dieselbe Entsernung erhoben worden wären. Das gleich« galt im Norden z. B. für die Strecke Oranienburg— Lehnitz. Wer nach Lehnitz fahren wollte, mußte zwangsläufig für 25 Pf. eine Karte nach Borgsdorf lösen. Aehnlich ist es auf den Strecken im Süden(Marienfelde— Lichtenrade) und Westen Berlins (W a n n s e e— Nikolassee). Um den berechtigten Wünschen der Fahrgäste nachzukommen, hat sich die Reichsbahn entschlossen, ab 1� April die Fahrpreise, wie mitgeteilt, bei einer Entfernung bis 5 Kilometer zu ermäßigen. Die Herabsetzung des Preises für Monats- karten und Arbeiterwochenkarten kommt demzufolge auch nur für die obenangeführten Strecken in Frag«. Zwei kuragierte Mädels. Bluffen zwei Räuber und retten die Kasse. Mit gezogenen Revolvern betraten Freitagabend«nel stinge Burschen eine Filiale der Butterhandlung„Nordstern" am Oraniendamm 13 in Waidmannslust. Wie üblich folgten tue Zurufe:„Hände hoch! Geld her!" Die beiden jungen Verkäuferinnen, die zur Zeit anwesend waren, zeigten aber eine seltene Geistes- gegenwart; sie ließen sich nicht einschüchtern, sondern erklärten mit ruhiger Stimme, daß die Räuber zu spät kämen, weil der Haupt- kassierer bereits dagewesen sei und die Kasse abgeholt habe. Achselzuckend entfernten sich die Räuber. Die Mädchen alar» mierten nun das Ueberfallkommando und Passanten machten die Beamten auf einen dritten Mann aufmerksam, der anscheinend mit den Räubern im Bunde gewesen war: er wurde festgenommen und dem Raubdezernat eingeliefert. EhefredaNeur Foertsch gestorben. In der Rocht zum Sonn- abend verstarb im Alter von 60 Jahren der Chesrcdalteur der „Reuen Preußischen Kreuzzeitung". Major a. D. Georg Foertsch. „Die tödliche Ordnung." Walter Lesch im Kleinen Theater. Cm Arbeitsloser, ein grund anständiger Bursche, erwürgt im Affekt den Mann der heimlich geliebten Frau:«in Stück Vieh von einem brutalen, ewig besoffenen Kerl. Cs sieht so aus, als ob die Suche nach dem Täter erfolglos bleibt. Das große Glück, gefördert durch einen Treffer in der Lotterie, kommt über die beiden. Sie heiraten einander... Zwei Liebende sind drauf und dran, den Blick einer leuchtenden Zukunft zuzuwenden. Aber das stürzt alles zusammen. Verhaftung. Zusammenbruch. Walter Lesch, der Autor, will nun gefolgert wisien: diese Ordnung. die roh das Gute zertrampelt, das sich da gestalten will, ist tödlich, ist ein Menschenfeind. Diese Folgerung hält nicht stich. Kann das Gesetz seine Prinzipien an einem Grenzfall orientieren? Kann irgendeine Rechtsordnung der Welt darauf verzichten, einem Tot- schlag nachzugehen, dessen Begleitumstände und Motive sie ja zunächst auch noch gar nicht kennt? Zugegeben, daß aus dem Zusammenprall von Gesellschaft und Einzelnen Tragik hervorgehen kann, und bei Lesch geht Tragik hervor: Glaubt ihr denn aber, daß die Tragik auf der Welt lediglich eine Folgeerscheinung der Gesetze ist? Trotzdem: das Stück bleibt zu bejahen! Es kommt ja nicht nur darauf an, ob sich einer Generalthese beitreten läßt oder nicht: es kommt auch daraus an, mit welchen Mitteln der Fall demonstriert wird. Bei Lesch sind diese Mittel von nicht zu unterschätzender Stärke. Es rollen acht kleine, recht spannungsgeladene Szenen vor- über, die sehr sauber, sehr liebevoll gemacht sind. Zuweilen läßt sich sogar der Atem echten Dichtertums spüren. Ueber allem lagert eine warme, kämpferische Menschlichkeit. Also: Zwar wird nicht bewiesen, was bewiesen werden sollte, aber der Beweisversuch ist reizvoll. Gespielt wird, bis auf kleine Nebenrollen, sehr annehmbar. Aus- gezeichnet die verbitterte Schnoddrigkeit der Dora G e r s o n, aus- gezeichnet, sowohl in den verhaltenen Partien der Bedrücktheit als in denen schwärmender Liebesseligkeit, der Arbeitslose des Friedrich G n a ß. ausgezeichnet die dämliche Spießigkeit des Kommissars Waltsr Jung. Die Veranstaltung ging von der Spielgemeinschast Berliner Schauspieler unter der Leitung Fritz Staudtes vonstatten. Hans Bauer. Bühnenianze. Deutsches Künstler-Theater(Wigman-Schule). MaxTerpis veranstaltete eine Tanzmatinee im Deutschen Künstler-Theater. Unter Mitwirkung von Wolf A r c o und einer Schüler- und Kindergruppe. Zunächst Solotänze. Alt- testamentarische Gestalten, darunter„Psalmist" und„David", wirkungskräftig in getragenem Pathos und schwerer Rhythmik. „Jonathan* und„Jubal* in hüpfender Leichtigkeit mit dem Aeußeren und dem künstlerischen Charakter des Tänzers nicht harmo- merend. Das gleich« gilt für die Soli„Chevalier* und„Figaro*. Die Stärke Terpis liegt im ernsten, pathetischen, kultischen Tanz. Sobald er leicht, zierlich, tändelnd wirkt, erhält seine Kunst ein« feminine Rote. Sehr schön und eigenartig die Darbietungen des zweiten Programmteils, in dem Schülergruppen unter Arcos Führung in choreographischen Kompositionen von Terpis sich pro- duzierten. Straffe, reinliche tänzerische Disziplin ohne jede merkbare Spur von Drill. Kleine Tanzdichtungen im klarem, stilreinem Auf- bau(„Die klugen und die törichten Jungfrauen*), dramatischer Stimmung(„Die Gefangenen") oder zarter Lyrik(„Jäger und Reh", „Maientag"). Zum Schluß brachte die Schüler- und Kindergruppe „Stücke aus dem Tagewerk der werdenden Tänzer*. Keine Lehr- proben oder Unterrichtsbeispiele, sondern abgerundete Kunstwerke, Schöpfungen des feinfühligen, humorvollen und klugen Choreographen Terpis. Vielseitigkeit ist einer der größten Borzüge der Tänzerin Lisa Ney, die im Bühnensaal der Berliner Wigmanschule einen ungewöhnlich interessanten Abend gab. Ob sie in der„Sara- bände* da» Beispiel eines eleganten höfischen Tanzes, im„Gothischen Pfeiler*, das einer fein ziselierten dekorativen Studie gab, ob sie den vielfach schillernden dramatischen Theatertanz„Eurydike* pro- duzierte, einen verträumten„Stillen Walzer* oder den auegelassen schwungvollen„Straußwalzer* vorführte— immer erfreute der keinerlei Mätzchen duldende Ernst der künstlerischen Arbeit, über- raschte die Gewandtheit, die sich allen Stimmungslagen anzupassen wußte, imponierte die Sicherheit, die stets den rechten Stil und die rechte Stilmischung traf und durch kaum merkbare Abwandlungen klare Nuancierung erwirkte. Das trat namentlich in dem Zyklus ..Lebenslied" zutage, dessen sieben Tänze die Etappen eines Menschen- lcbens geben von der zarten Lyrik des„Wiegenlieds" und des .hellen Tags* über die draufgängerische Wucht der„Kampfansage" zu den leise verhauchenden Rhythmen des Schlußtanzes„Müde". Die schönste Gabe des Abends aber war nach meinem Gefühl der Trauermarsch„Den Toten", in dem Trauer, Schmerz, Rache aufs kunstvollste zusammenklangen. Im allgemeinen sind die Tänze der Lisa Ney, einer hohen, sehr eindrucksvollen Bühncnerscheinung, mehr auf Liniensprache und plastische Wirkung als auf Farbenstimmung gestellt. Die Künstlerin wirkt am stärksten und eigenartigsten im großzügigen Fresko-Efsekt, in der weitausholenden Bewegung. _ J.S. Spiele und Lehrstücke in der Singakademie. Der Berliner Volks- chor, sein Jugend- und Kinderchor, veranstaltet morgen, den 3. April, nachmittags 4 Uhr, in der Singakademie ein Konzert, das allgemeiner Anteilnahme der Arbeiterschast sicher sein dürfte. Die musikalische Leitung liegt in den Händen Walter Hänels und Ernst Zanders, die Spielleitung hat Otto Zimmermann(Leipzig) übernommen. Zur Aufführung gelangen„Spiele und Lehrstücke für Kinder und Erwachsene" von Lendvai, Dessau. Höffer und Gerster— geglückte Versuche. Bcwegungsspiel und Gesang sinnvoll zu vereinen: interessant vom musikalischen Standpunkt aus und wertvoll für die Erziehung der Arbeiterkinder zur Musik. Ihr Spiel- eifer, ihre Musikbegeisterung(wunderhübsch mit anzusehen) werden allen Hörern viel Freude machen. Proteststreik der französischen Theater. Die Vertreter der fran- zösischen Theater, Kinos, Kabaretts und sonstigen Vergnügungs- stätten haben am Freitag beschlossen, am S. April einen 24stündigen • Demonstrationestreik durchzuführen. Die bei der Budgetberatung im Parlament beschlossene Steuerermäßigung hat die Theaterunter- nehmer nicht zufriedengestellt. Sie wollen durch ihren Streik einen Druck auf den Fiskus ausüben, damit dieser die zehnprozentige , Armensteuer völlig streicht „Das Kapital" für 2.50 M. Die Verlagsgesellschaft des ADGB. oeronstallet von der hier angezeigten billigen Ausgabe des„Kapital" «ine Organisationsapsgabe, die an Parteigenossen und freigewerk- schaftlich organisielte Arbeitnehmer noch billiger, nämlich für 2.S0 Mark, abgegeben wiid. Tie Teutsch-Spanisch« GeseMchast veranstoltet aus Anlah de« ZSO. Todestage« von M u r i l l o Sonntag, vormittags ll Uhr in dem Aulagebäude der Universität tOpernplatz) eine Feier, bei der die Herren von Rechenbcrg, Professor Waetzold und Dr. Alfred Kuhn sprechen werden. ßiästc willkommen. Hans Albers wird im Laufe des April in der Volksbühne an mehreren Abenden wieder„L i l i o m" spielen. Die Städtische Oper wird zum Gedächtnis von Eugen d' A l b e r t „Tiefland* wieder in den Spielplan ausnehmen. Das neue Voltsbühnenstück Paul Schüret:„Kamrad Kasper" Sechs Stlle soll der Schriftsteller haben— sagt Anatole France, der ein ausgezeichneter Handwerksmeister der Feder war. Schüret hat bis jetzt drei. Die Frage ist, ob er sie sich schon ganz zu eigen machte. Stil I: Gesinrnrngstüchtigteit. Sie ist so wichtig, weil es auch Schriftsteller gibt, die mit einem Stil auskommen, aber sechs Gesinnungen brauchen. Stil II: Realistik. Stil III: Symbolik. Bei Schüret heißt Gesinnung: Herz für den Heimkehrer aus dem Krieg. Der Mann hat den Körper voller Sehnsucht nach der Ehefrau oben unterm Himmel im Proletarierwolkenkratzer zu Ham- bürg an der Alster. Er hat sür sie einen Sack mit Geschenken mit- gebracht, seine letzte Siegesbeute: eine Knackwurst, ein Buddel Wein, Konservenbüchsen. Bevor er den Hausflur betritt, schenkt er eine davon einem Mädel, das auf der Brücke nach Liebesjagd ausgeht. Man vergesie auch nicht, daß er noch schnell die letzte Laus zerdrückt, letztes Kriegsangcbinds. Daß Kasper Troll, der Heimkehrer, in Friedenskluft ein Jahr- marttsfahrer mit dem Kasperle-Theater, bei der Heimkehr so komische Sachen tut wie Laufemord und Hurenbeschenkung, das soll sür Schüret einen tieferen Sinn haben. Das hat feine Ursache also im symbolischen Stil des Dramatikers. Sein Heimkehrer ist kein Normalproletarier, er ist ein besonderer Kerl und hat zu beweisen, daß unser Leben ein mächtiges Affentheater ist, auf dem alles tragisch und luftig durcheinanderläuft. So kalauert der Kasperle Troll, den hamburgifchen Mund ganz voll, über die Weltverrücktheit, die ihm an den Leib rückt. Frau Mariken Troll hat den Werkmeister, den reklamierten Hund, in ihr Ehebett genommen. Aus der Einsamkeit und Verzweiflung kommt nie etwas Gutes, nach Kriegsende erst recht nicht. Im Stück kommt aber das Gute. Denn es gelingt dem Kasperle, sich einen Heidenruck zu geben. Er beschließt, die Frau zu behalten und dem Bankert später ein guter Bater zu sein. Ja, der Kasper bettelt sogar, daß Mariken um Gotteswillen nicht Nein sage. Sie sagt Ja. Das sind Umwege zum großen Unglück und kleinen Glück des kleinen Mannes. Sie sind bepflanzt mit Trauerweiden und sollen von Gespenstern wimmeln. Das erzähtt der Dichter. Wenn es das allein wäre? Aber das Spiel der Wirtlichtest hat noch ein Gegenspiel auf dem Kasperle-Theater, und hier wird alles noch ein- mal vorgetragen, was wir eben schon sahen, allerdings soll alles einen vertieften Sinn erhalten. Schüret, der manchmal sehr amüsant und bitter witzelt, wieder- holt sich dann. Tut er's aus Schwäche? Oder aus Uebermut? Wohl eher, weil er noch keinen von den sechs Stilen recht erwischt hat. Dann wirkt das tragische Getu kindisch und auch das jym- bolische Gerede. Das Mädel von der Straße soll ein Sinnbild der entrechteten Armut sein, der stelzfüßige Straßenmusikant ein Sinnbild des Ueberpatriotendlodfinns, der Krämer ein Sinnbild des Schieber tums, der Zeitungsschreier ein Sinnbild der korrumplerten öffentlichen Meinung. Man kann nicht alles von einem sicher begabten, aber noch etwas unsicher herumtastenden Dramatiker haben. Schüret will alles geben und gibt oft zu wenig. Er ist heute 42 Jahre alt, er war Mechaniker und Gewerbelehrer und arbeitet jetzt in Hamburg daran, aus dem Garten seiner vielen Talente das Unkraut auszuroden. Günther S t a r k, der an der Volksbühne immer die Experimen- tierstücke zur Regie erhält, desertiert auch diesmal nicht. Das Nebelhafte des Stücks ist aber nicht auf den Regisseur, sondern nur auf die Spukncigungen des stilistisch nach herunwagabundierenden Dramatikers zu schieben. Der Regisseur führt das symbolische Puppenspiel mit der guten, allen expressionistischen Wichtigtuerei auf. Er kann nichts daran ändern, daß hernach Ernst Busch mit aller braven Bolksstückderbheit und Komödiantendrückerei den Heimkehrer spielt, den Mann, der moralisch gar keinen Schotten wirft. Um diesen Prachtkerl spielen dann die Einfältigen und die Sünder: Bertha D r e w s die oerzweifelle Frau. Lahde den Drückeberger und Verführer, Almas den musizierenden Kriegskrüppel, Gins- borg den Verkäufer der Revolverblätter mit der Revolverschnauze, Mainzer den Schieber, der rund im Bauch und rosig an den Bäckchen ist. Kasperlemosken hat der Gespensterspezialist D o l b i n entworfen. Der Rozisiaur hielt einige Songs für nötig. Di« Musik dazu, das rebellische Gequäcke und symbolische Lärmtamtam, lieferte als Zweck- komponist Hans E y s l e r. Max Hochdorf. Schluß der Chirurgentagung. Das Messer überflüssig zu machen und die Heilkraft der Natur walten zu lassen, ist das schönste Ziel des Chirurgen! Der gestrige Tag des Chirurgenkongresses bewies, daß die deutschen Chirurgen sich dieser hohen Aufgabe bewußt sind. Das Referat von Heile- Wiesbaden war eine kritische Auswahl aus der ungeheuren Zahl an Mitteln und Methoden, den Heilungsprozeß des Körpers anzu- regen und damit einen Eingriff von außen überflüssig zu machen. Heile stellle die entzündungshemmende, sterilisierende und leistungs- steigernde Wirkung der Licht- und Röntgenstrahlen dar, die ungemein vielfältige Anwendungsmöglichkeit der Blutinjektion und der Serum- behandlung und schließlich das Gebiet der Chemotherapie, also alles Berfahren, die dem Gebiet der inneren Medizin entnommen sind. In kundiger und zuverlässiger Hand kann die Vlukkransfusiou erstaunliche Wirkungen haben, sowohl nach Blutverlusten wie zur Eni» gistung bei Ueberschwemmung des Organismus mit Stoffwechsel- oder Bakteriengifte. Keines der vorhandenen Präparate kann die vielfältig« Wirkung ausüben wie das natürliche Blut. Wohl aber ist es ge- lungen, spezifische Leistungssteigerungen zu erzielen im Simre einer scharf eingestellten Gegengiftwirkung gegen bestimmte Bakterien und ihre Gifte. Besonders wertvoll sind solche Serum- und Antitoxingemische bei der Bekämpfung des Wundstarrkrampfes und des Gasbrandes. B ö h l e r- Wien stellt sich denn auch aus den Standpunkt, daß wichtiger als alle Versuche der aktiven Wund- behandlung die zwei uralten Hcilsaktoren Zeit und Ruhe sind: Die Zeit heilt alle Wunden! Viel angewandt wird heute die Eigen- blutbehandlung, die besonders V o r I ch ü tz- Hamburg empfahl, die Einspritzung des eigenen frisch aus der Vene entnommenen Blutes in die Muskulatur. Daß dem Milieu der Wunde eine erhebliche Bedeutung zukommt, hat Schuß- Berlin in überzeugenden Ver- suchen bewiesen: Kaliumsalze regen die Ausheilung der tieferen Wundschichten an Kalziumsalzt dagegen oeranlassen die Bil» dung der schützenden Hautdecke über der Wunde. Der Gehirnchirurgie werden viele Schwierigkeiten aus dem Wege geräumt durch die moderne Röntgendiagnostik. Lohr und I a c o b i« Magdeburg zeigten überraschende Darstellungen des gesunden und kranken Gebirns. die durch Einspritzung schattengebender Substanzen in Schlagadern und in den Rückenmarkskanal gewonnen waren. Auf dem Sondergebiet der Urologie, der Chirurgie der Harnwege, spielt der Krebs als Gewerbekrankheit heute eine ernste Rolle. Die ungeheuer ausgedehnte Verwendung von Anilinfarbstoffen zwingt zu rascher und energischer Be- kämpfung der Gefahren, die den Arbeitern in der Anilinfarben- industrie drohen. Simon- Ludwigshafen a. Rh. hat an dem großen Material der dortigen Farbwerke die Frage eingehend studiert und kommt zu dem Schluß, daß die bei den Farbenarbeitern austretenden Blasengeschwülste genau so ernst wie jeder andere Krebs angesehen und behandelt werden müßten. Ein neues Mlmverboi. „Kuhle Wampe* verboten. „Kuhle Wampe* heißt ein Film(er trägt den Namen noch einer Arbeil«, sieblung am Müggelsee), den Brecht und Gottwald ent- warfen, der von Dudow gedreht und von Eisler mit Musik versehen wurde. Er ist auf Grund eines Gutachtens d«s Reicheinnenmini- sterium» von der Filmprüfstelle verboten worden, obzwar in dem ganzen Werk nichts zu entdecken ist, das vas Berbot zu rechtfertigen vermöchte. Die Gründe, die angegeben wuiden, sind hinfällig. Die ganze Richtung ist es, die nicht paßt Da wird lehouptet, die Rcli- gion würde verächtlich gemacht, wenn zu einem vorüberhuschenden Nacktbad prachlvollcr junger Menschen eine fern« Kirchenglocke bimmelt. Da wiro behauptet, der Herr Reichspräsident würde ver- ächtlich gemacht, weil da ein«r in den Tod geht, dem die von jenem unterschriebene Notverordnung die letzten Groschen entzieht— als hätte Hindenburg die Not verordnet! Da soll die Justiz verächtlich gemacht worden sein, weil ein Amtsrichter Urteil um Urteil her- unterleiert, wie es mancher Amtsrichter vielleicht tun muß, jedenfalls aber zu tun pflegt. Dos ist«s eben? der Schuster bleib« bei seinen Leisten, der Film bei seinem Kitsch und halle sich in angemessener Entfernung von einer Wirklichkeit, die wir zwar erleben dürfen, über die wir uns aber zu viel Gedanken machen könnten, sähen wir sie im Film, so wie sie ist. Was wird in dem Film gezeigt? Qual der Arbeitslosigkeit. Tod eines, der sie nicht mehr erträgt. Hinterhauswohnung wird gegen Zelttolome gesetzt, Großstadt gegen Natur, Hinauswachsen einer neuen Jugend über kleinbürgerliche Enge gegen 5>ineinwochsen in proletarische Solidarität. Der Schluß ist eine Verherrlichung des Arbeitersports. Sind das vielleicht staat-geiährliche Dinge? Cs ist nicht mehr Diskussion in dem Film, als wie sie täglich, stündlich immer und überall statthast, es ist nicht mehr Propaganda drin, als m den Verhältnissen selbst steckt, als erlaubt sein muß und auch erlaubt ist. Denn Demokratie heißt nichts anderes als Diskussion. Die O b e r p r ü f st e l l e hat es in der Hand, hier ein Unrecht recht bald wieder gutzumachen. Kunst und Werkunierricht. Arbeitsbericht der Kunsthochschule. Die vereinigten Staotsschulen für freie und angewandte Kunst, wie sich die Akademie an der Hardenbergstraße etwas umständlich betitelt, ladet zu der Jahresübersicht über ihre Tätigkeit, die m vielen Sälen des Gebäudes ausgebreitet ist. Es ist wirklich keine „Kunstausstellung*, sondern eine„unterrichtstechnische" Schau, wie der Prospekt versichert. Der Besucher gewinnt dabei einen wahr- heitsgetreuen und äußerst interessanten Ueberblick über das System und den Erfolg der Unterrichtsmethoden. Man sieht hier, in breiter und lockerer Aufstellung, anschauliche Beispiele der verschiedensten Wondgemälde-Techniken, den Werdegang von Skulpturen in ver- schiedenen Materialien, ihr Einpassen in die Raumgegebenheiten, Bearbeitung plastischer Materialien: sieht Metallguß ebenso in allen Stadien wie sämtliche Techniken der Graphik und die Entstehung der Architektenorbeit bis zu den fast Naturgrößen Werkzeichnungen— alles vom kunstpädagogischen Standpunkt aus. Die Resultate dieser Methode sind gleich vortrefflich, ob es sich um Weberei oder Metall- und Glasarbeiten, um Wandmalerei, Akt- Zeichnung, Landschaft oder Gebrauchsgraphik, um Plakate, Bühnen- bilder, Wohnhäuser oder Skulpturen in originalen Materialien handelt. Die Mischung von Entstehungs- und Unterrichtsweise und fertigen— oft völlig meisterlichen und auch als vollgültige Arbell praktisch ausgesllhrten— Leistungen macht diese gewaltige Ueber- ficht über das Wirken der Akademie so anziehend. So rechtfertigt sie Existenz und Methodik der so rühmlich sich bewährenden Schule. Man gewinnt den Eindruck, daß die Kunstjünger wirklich ihr Hand- werk von Grund aus und mit der Aussicht auf praktische Beschüfti- gung erlernen. g. k. seh. „Das bleiche Sterben." Das allgemeine Sinken des Lebensstandards hat die Bedrohung durch die Tuberkulose für weite Volkskreise leider wieder wesentlich gesteigert. Ein Lehrstück sür die Funkbllhne, das im Kampf gegen die Tuberkulose mitwirken will, hat sich daher auf jeden Fall eine beachtenswerte Aufgabe gestellt. Weil durchgreifende Hilfe In schweren Erkrankungssällen heute vielfach an dem allge- meinen Mangel an Mitteln zu scheitern droht, sind vorbeugende Maßnahmen und sofortige ärztliche Behandlung der Leichtinfizierten besonders wichtig. Daraus vor allem wollte das Lehrstück„Das bleiche Sterben" von Gregor Jarcho hinweisen. Es tut es in sehr geschickter Weife, immer klar und zweckmäßig, dabei immer in der Form volkstümlicher Unterhaltung. Die Spiclhandlung ist mit viel Klugheit und Takt aufgebaut. Um das Schicksal eines Menschen scheint es zu gehen— um das Schicksal einer Krankheit geht es. Aus diesem Grunde war eine Retouche der Wirklichkeit an den wesentlichen Stellen der Hörbildfolge gar nicht möglich. Sie wurde vom Verfasser auch nirgends versucht: die Gefahr, Entwicklung, Aus- Wirkung der Tuberkulose sind sehr anschaulich dargestellt. Doch auch die Handlung selber bemüht sich um Lebeneechtheit: gerade bei den Tuberkulosen ist die Umwelt des Kranken für die Entwicklung des Leidens im guten wie im schlechten Sinn von ausschlaggebendem Einfluß. Mit„Kunst" hat solch« Sendung natürlich gar nichts zu tun. Sie verdient trotzdem uneingeschränktes Lob, auch für Max Bings umsichtige und sorgsame Regie. Te... Das Schlllerlhealer geht ab 1. Oktober auf die Dauer von drei Jahren an Fritz Hirsch über. Dietrich gegen Gtegerwald Neichsfinanzminister fordert Lohnabbau �on allen Seiten werden täglich neue Tarifkündigun- gen durch die Unternehmer zum 36. April gemeldet. Gekündigt werden entweder der Mantel- oder der Lohntorif, oder beides. Solch« Kündigungen liegen vor z. B. aus der württembergischen Textilindu- strie, aus der niederrheinischen Seidenindustrie des Krefelder und Kempcner Bezirks, aus der Ziegeliitdustrie des Hannoverschen und Berliner Bezirks, aus der schlesischen Steinindustrie, aus dem Ber- liner Großhandel und Speditionsgewerbe usw. Gleichzeitig ersahren wir, daß allein im Gesamtverband annähernd 200 Tarife gekündigt wurden mit rund 3S0000 Beschäftigten. In den großen Gemeindeoerbänden, darunter Berlin und Hamburg, sind sämtliche Lohn- und Manteltarife gekündigt worden. Wie aus Kündigungs- schreiben hervorgeht, sind diese Kündigungen erfolgt auf V e r- langen des Reichsfinanzministers! Herr S t e g e r w a l d hat vor einigen Tagen erklärt, die Lohn- tarife würden automatisch weilerlaufen, da sie von keiner Seite gekündigt würden. Außerdem sei eine weitere Senkung der Löhne schon mit Rücksicht auf den Binnenmarkt nicht zulässig. Herr Dietrich aber, der R«ichsfinanzminister, fordert von den Ge- meinden Massenkündigungen der Tarife zum Zweck des Lohnabbaus. Es bedarf wohl keines Kommentars, um die UnHaltbarkeit einer derartigen Gegeneinanderpolitik aufzuzeigen. Wenn der Reichs- finanzminister in der Frage der Lohnpolitik eine andere Meinung hat als der hierfür zuständige Reichsarbeitsminister, so müßte über diese Differenz wohl ein Kabinettsbeschluh herbeigeführt werden. Daß der Reichskanzler selbst gegen jeden weiteren Lohnabbau ist, bedarf auch keines besonderen Hinweises. Wer also, fragen wir, bestimmt im Kabinett Brüning die Politik und wer hat ein Interesse daran, einen schweren Konflikt mit der gesamten Arbeiterschaft heraufzubeschwören? Gegen Hitler für Hindenburg. Einheitliche Kampfentschlossenheit im Gesamtverband Die Berliner Bezirks- und Ortsoerwaltung des Gesamtver- bandes legte am Freitag in der Generalversammlung im Ge- werkschaftshaus Rechenschaft ab über ihre Tätigkeit im vorigen Jahr. Der Bevollmächtigte Genosse Ortmann erläuterte eingehend den gedruckten Geschäftsbericht für das Jahr 1931, der im„Bor- wärts" bereits besprochen worden ist. Er führte den Delegierten vor Augen, daß gerade der Gesamtverband im vorigen Jahre sowohl in der öffentlichen wie in der privaten Wirtschaft im Brennpunkt des Abwehrkampfes gegen die Notverordnungspolitik stand. Es ist das Berdienst der zielklaren Kampfesführung der Orgamsations- leitung, daß die Wünsche der privaten und öffentlichen Untcrneh- mer und der Ministerialbürokratie nicht in Erfüllung gingen. Aus dem Kassenbericht des Genossen Z i e t e m a n n ging die ungeheure Unterstützungsleistung der Organisation im vorigen Jahre hervor. Es wurden an Unterstützungen 430 000 M. mehr ausgezahlt als im Jahre 1930. Angesichts der gewaltigen finanziellen Leistungen der Organi- sation und ihrer zähen Verteidigung der in den Vorjahren eroberten Positionen fand die sogenannte„Opposition" keine geeigneten An- knüpfung-punkte für ihre„Kritik", die sie auftragsgemäß an allem, was von den Gewerkschaften geleistet wird, zu üben hat. Einer der beiden Oppositionsredner zitierte völlig zusammenhanglos mit dem Geschäftsbericht einige Stellen aus Friedrich Engels'„Ursprung der Familie"(!) und erregte die Heiterkeit der Generalversammlung. Die Bedeutungslosigkeit der„Opposition" offenbart« sich bei der Neuwahl der Geschäftsleitung und der Bezirks- und Ortsverwal- tung. Alle dies« Körperschaften wurden mit unwesentlichen Aende- rangen gegen 2 Stimmen en bloc wiedergewählt. Zum Schluß wies der Bevollmächtigte Genosse Schaum auf die Tragweite der bevorstehenden politischen Wahlen hin und forderte die Dele- gierten auf, entsprechend den Aufrufen der Spitzenorganisationen ihre Stimme gegen Hitler für Hindenburg in die Waagschale zu werfen. Die KPD. betätigt sich. Nach vergeblicher Spal ung möchte sie im OMV. stänkern. Die„Rote Fahne" beschäftigt sich in Nr. 68 vom 31. März mit der Einberufung des Metallarbeiter-Verbandstags, wobei sie be- hauptet, daß der Vorstand des DMV., wie es in dem Bericht über die Beiratssitzung heißt, den Verbandstag zu verschleppen versucht habe, um einer Diskussion über die Verbandsarbeit aus dem Wege zu gehen. Die„starke Rebellion unter den Metallarbeitern" habe aber diesen Versuch verhindert. Unsere Leser konnten aus dem Bericht über die Beiratssitzung das Gegenteil dieser Behauptung ohne weiteres feststellen. Gerade der Vorstand hat eine Anregung aus der Mitgliedschaft auf Vertagung sofort bekämpft. Er hat die Abhaltung des Verbands- tags für notwendig erachtet, um vor der ganzen Mitgliedschaft Rechenschaft über seine Arbeit ablegen zu können und die Taktik sowie Einstellung des Verbandes durch die Vertreter der Gesamt- Mitgliedschaft neu festlegen zu lassen. Erörtert wurde in der Beirats- sitzung aus Sparsamkeitsgründen lediglich eine Verlegung des Ta- gungsortes und eine Kürzung der Tagungsdauer. Wenn die„Rote Fahne" so plump lügt, daß die mehr als 800 000 Mitglieder des DMV. den Schwindel auf den ersten Blick erkennen, beweist das nur, daß sie diese Mitglieder ohnehin als ihre Gegner betrachtet, aus deren Urteil sie keine Rücksicht zu nehmen braucht. Ihre Parolen, die sie in der gleichen Nummer für den Verbandstag ausgibt, werden in der Gesamtmitgliedschaft ohne jede Wirkung bleiben. Die KPD. hätte genug zu tun, vor ihrer eigenen Türe zu kehren und in ihrem Spaltpflänzchen, dem angeblichen „Cinheitsverband", Ordnung zu schaffen. Aber offenbar ist sie der Meinung, daß dort Hopfen und Malz verloren ist, weshalb sie ihre Zerstörungswut an den DMV. auslassen möchte. Ltnbillige Harie. Die Köpenicker Bank beschäftigt neben 130 Angestellten 42 Lehrlinge. Sie sorgt also in ausgiebiger Weise für den Nachwuchs von Arbeitskräften im Bankgewerbe und ist daraus be- dacht, daß sich die Zahl der Lehrlinge immer auf der gleichen Höhe hält, während gleichzeitig Angestellte abgebaut werden, an- geblich, weil der Umfang des Geschäfts zurückgegangen sei. Zu Ende März sind sechs Angestellte gekündigt, aber an Stelle von acht Ausgelecutea werden acht neue Lehrlinge eingestellt. Unter Berufung auf diese Tatsache fochten drei der Gekündigten ihre Entlassung als unbillige Härte ani sie hatten damit vollen Erfolg vor dem Arbeitsgericht, welches auf Grund der Darlegungen des Bankdirektors aus dem Geschäftsbericht zu der Ueberzeugung kam, daß die Kündigungen der Angestellten durch die Verhältnisse des Betriebes nicht bedingt seien, denn wenn für acht ausscheidende Lehrlinge acht neue Lehrlinge eingestellt und sechs Angestellte gekündigt werden, so könne keine Rede davon sein, daß sich das durch die Verhältnisse des Betriebes notwendig gemacht habe.__ Sozialistischer Schulaufbau. Tagung der Arbeitsgemeinschast soz�aidemokratischer Lehrer. Der zweite Beratungstag der Hauptausschußtogung der Ar- beitsgemeinschafi sozialdemokratischer Lehrer und Lehrerinnen(ASL.), von deren Zusammentritt wir be- reits berichteten, brachte zwei grundlegende Referate, die den K u l- turwillen zum Sozialismus und die Schulaufbau» arbeit der Partei zeigten. Das Referat des Genossen Löwen st ein über„Die kultur- politische Situation" war ein weit über die Gegenwart hinaus- greifender Aufriß sozialistischer Kulturarbeit. Ausgehend von der wirtschaftlich-geselsschastlichen Revolution der Gegenwart, die in Deutschland gekennzeichnet ist durch 6,5 Millionen Arbeitslose und durch eine 25prozentige Kürzung des Volkseinkommens, entwickelte er das Bild der geistig- kulturellen Situation dieser wirtschaftlich bedrängten Menschen. Während früher im gesicherten Besitz kapita- listischer Werte auch der kleine nicht besitzende Mann ein aus der allgemeinen Ordnung der Wirtschaft abgeleitetes Gefühl der Sicher- heit und Festigkeit hatte, ist diese Sicherheit geschwunden mit dem Versagen und der Auflösung der kapitalistisch-wirtschaftlichen Ordnungsprin- z i p i e n. So erklärt sich gerode in unserer Zeit stärkster materieller Kämpfe die Flucht großer Massen in die scheinbare Sicherheit irrationaler Besitzwerte, sei es die mystisch-umbrämte Rassenangehörigkeit, deren Besitz kein Gerichtsvollzieher pfänden kann, oder seien es religiöse Bekenntnisse, die mit höchster Gering- schätzung des Welllichen ins Jenseits führen. Immer aber ist es eine Flucht aus der gesellschaftlichen Gegenwart heraus, die schon deswegen nicht die Unsicherheit überwinden kann. Demgegenüber ist sozial! st ische Kulturarbeit eine p o s i t i v e T a t, ein bejahender Aufbau neuer Sicherheiten, neuer geistiger Besitzwerte. Der wirtschaftlich-politische Kampf zur Ueber- Windung der kapitalistischen Unordnung ist die eine Seite sozio- listischer Aufbauarbeit, die aus der Erkenntnis der gesellschaftlichen Situation entspringt. Die andere Seite ist die Gestaltung einer neuen Kultur, eines neuen Menschen, der sich nicht mehr als Privat- mensch fühlt, sondern der eingebettet ist In die Gemeinschaft, in die Gesellschaft, von der er getragen und gestaltet wird. Der stempelnde Arbeitslose ist kein Eigentümer mehr, er ist eine in die Masse unter- getauchte Nummer. Daß dieses untergetauchte Individuum aus dem Gesellschaftserleben zu neuer kultureller Gestaltung und geistiger Besitzsicherheit kommt, ist Sinn und Ziel sozio- listischer Kulturarbeit. Die Schwungkraft zu dieser aufbauenden Arbeit, die politische und kulturelle Willensstärke hierzu entspringt uns aus dem Bewußtsein, daß der Soziallsmus in uns bodenständig ist, daß gerade die Arbeiterschaft aufs engste mit den gesellschaftlichen Entwicklungstendenzen verbunden ist. Hierin liegt auch das Geheimnis der Stärke und Geschlossenheit der Partei und der Gewerkschaft, die im letzten Wahlkampf wieder von Freund und Gegner bewundert wurde. Aus dieser Stärke einer neuen Besitzsicherheit heraus den politischen, das heißt den g e- sellschaftsbewußten Menschen wachsen zu lassen, so wie es die Kinderfreundebewegung in ihren Zeltgemeinschaften tut, ist die vornehmste Aufgabe der sozialistischen Lehrer. Auf diese mit großem Beifall aufgenommenen grundlegenden Ausführungen baute Genosse K a r s e n sein Referat über„Pro- bleme der Einheitlichkeit des Schulausbaus" auf. Die heute zu einer einheitlichen Organisation zusammenwachsende Gesellschaft braucht auch eine einheitliche Schulorganisation, in der das Kind von der Grundschule aus bis zum Beruf oder bis zur akademischen Berufsausbildung an der Hochschule organisch weiter- geführt wird und eine geistige Ausbildung erhält, die von den ge- sellschaftlichen Bedürfnissen einer Berufsdisferenziertheit bestimmt ist. Infolgedessen darf kein trennender Sprung zwischen Volksschule, höherer Schule und Berufsschule bestehen. Vielmehr müssen sie organisch und organisatorisch zu einem C i n h e i t s- s ch u l s y st e m zusammengefaßt werden, in dem«ine nach sachlich- beruflichen Gesichtspunkten durchgeführte Gliederung der Differen- ziertheit der Gesellschaft Rechnung trägt. Die außerordentlich ernste und tiefgreifende Diskussion, die noch einen besonderen Wert dadurch erhielt, daß der Kultus- minister Genosse Grimme mit einigen seiner Mitarbeiter und der Stadtschulrat Genosse N y d a h l den Beratungen beiwohnten, zeigte, mit welchem Eifer und mit welcher Verantwortung die parte!- genössischen Lehrer ihre pädagogische Aufgabe anfassen. So wurde die Ausschußtagung der ASL., deren letzter Tag organisatorischen Fragen und Beschlüssen gewidmet war, ein weiterer Fortschritt zum sozialistischen Schulaufbau. Lonnabenck, 2. April. Berlin. 16.05 Orchesterkonzert. 18.00 Die Erzählung der Woche(Fred Hildenbrandt). 18.30 Lieder. 18.55 Die Funkstunde teilt mit... 19.00 Stimme zum Tag 19.10 Wittwer* Siedler und Kleingärtner; Baufragen. 19.20 Edm Nebermann: Schach. 19.35 Wien; Haydn-Gedächtnisfeier. 20.30 Königsberg: Großer bunter Abend. Königswusterhauscn 16.00 Qomoll: In die Albanischen Alpen. 16.30 Hamburg: Konzert. 17.30 Dr. H. Heitau: Aussterbende Krarkheiten. 17.50 Nairz: Funktechnik. 18.05 Mersmann: Musikalische Wochenschau. 18.30 Dr. R Kantorowicz: Der Hund als Hausgenosse. 18.55 Wetter für die Landwirtschaft. 19.00 Englisch für Anfänger. 19.35 Wien: Haydn-Gedächnisfeier. 20.30 Königsberg: Großer bunter Abend. Sonntag, 3. April. Berlin. 6.45 Funk-Gymnastik 8.55 Morgenfeier. 10.05 Wetter. 11.00 Helen Burger erzählt Märchen. 12.10 Junge Lyrik(Sprecher; Jakob Haringer.) 12.20 Ufa-Palast am Zoo: Kristall-Matinee zugunsten der Berliner Kapellmeister-Union E. V. 14.00 Dr. Alfred Kuhn: Bartolom� Esteban Murillo(gest. 3. April 1862). 14.30 Oskar Wöhrle liest eigene Dichtungen. 15.00 Funkgemeinschaft engagementsloser Schauspieler:„24 Stunden Kriminalkommissar" von Observer. 16.15 Hörbericht vom Kottbuscr Frühjahrsmarkt. 17.00 Unterhaltungsmusik. 18.30 Theaterkultur und Theaterbetrieb(Herbertlhering und Dr. E. Koschmieder). 19.00 Richard Strauß. 1 Sonate Es-dur, op. 18(Edith von Voigtländer, Violine, Rudolph Schmidt, Flügel). 2. Lieder(Rita Weise, Sopran; Flügel; Gustav Beck) 19.50 Sportnachrichten. 20.00 Roda Roda erzählt Schnurren. 20.30 Aus Operetten. 22.00 Wetter-, Tages- und Sportnachrichten. Tanzmusik. Königswusterhausen. Hamburg; Hafenkonzert. Gerhard Pohl: Vorlesung aus eigenen Werken, Leipzig: Bach-Kantate. Lustgarten Potsdam; Oeffentliche Kundgebung zum 10. evangelischen Reichselterntag. Dr. Alfons Paquet: Heilquellen am Rhein. Ob.-Stud.-Rat Wunderlich: Deutsche in Südwestafrika. Paula Grogger: Das Gleichnis der Weberin(gelesen von Kate Gräber). Hamburg: Mandolinenkonzert. Pastor Dr. Wilhelm Engclmann: Bericht zum Winterhilfswerk der Deutschen Liga der freien Wohlfahrtspflege. Dr. Heinrich Spiero; Odysseus. Breslau: Ufa-Stars helfen im Kampf gegen die Not. 7.00 11.00 11.30 12.10 14.00 14.25 14.50 15.10 16.00 18.20 22.15 Theater der Woche. Vom 5. bte 11. April 1932. Volksbühne: rheater am BSlairplatz: S., 4., 8. bis 11. Santttab Kasper. 5., 6., 7. Liliom. 3., UVi Uhr! lanjmatince(Junge Tanzkunst). Staatslheater. Staatsopcr Unter de» Linden: 3. Macht des Schicksals. 4. Boheme. 5. Tristan und Isolde. 8. Fürst Igor. 7. Zigeunerbaron. 8. Hugenotten, g. Hochzeit des Figaro. 10. Carmen, u. Bajazzo. Staatliches Schauspielhaus: 3., 4., 8., S., 11. Egmont. 5., 10. Peer Gqnt. 7. llraötz. 8. Die endlose Straße. Staatliches Schiller-Theatcr: 3., 4., 3., B., 9., 10., 11. Ostern. 7. Clavigo. 8. Cyrano von Bergcrae. Städtische Oper Charlottenburg: 3., 4., II. Parsifal. 3. Manon. 6. Lohengrin. 7. Macbeth. 8. Friedemann Bach. 9. Tiesland. 10. Don Giovanni. Theater mit festem Spielplan: Deutsches Theater: Bor Sonnenuntergang.— Deutsches Künstler-Theater: Faust l.— Theater in der Stresemannstrage: Der Mustergatte.— Komödien- Haus: Geschlossen.— Mctropol-Theater: Zirlus Aimce— Luftspiclhaus: Ein Mädel fällt vom Himmel.— Theater im Admiralspalast: Lieselott.— Komische Oper: Für eine schöne Frau...— Großes Schauspielhaus: Hoffmanns Er. zählungen.— Lesstng-Thcatc«: Morgen geht's uns gut!— Theater am Nollcu- dorsplag: Traum einer Nacht.— Theater in der Dchrenstrahe: Der Mann mit den grauen Schläfen.— Die Tribüne:„Wetter für morgen veränderlich."— Casino-Theate«: Peppina.— Plaza: Ein Lied der Liebe.— Scala: Internationales Variete.— Wintergarten: Variete. Revue.— Rcichshallea-Theater: Stcttiner Sänger. Theater mit wechselndem Spielplan: Theater des Westens: Bis 7. In jeder Ehe. Ab 8. Maria Stuart.— Ieutral'Theater: 8. Ein Blitzmädel. 4. bis 7. Geschlossen. Ab 8. Der Jux. baron.— Rose. Theater: Bis 5. Ieltchen Gebert. Ab 6. Die Frau, die jeder sud)t. 10., 21 Uhr: Götter unter sich. Nachmittagsvorstellungen: Deutsches Künstler-Theater: 10. Faust l.— Theater des Westens: 3., 10. Die Dubarry.— Komische Oper: 3., 10. Für eine schöne Frau...— Grahes Schau- spielhaus: 3. Hoffmanns Erzählungen.— Theater am Rolleudorsplah: 3., 10. Traum einer Nacht.— Rose-Thcater: 6., 9., 18 Uhr, und 10., lä und 18 Uhr: Die Frau, die jeder sucht.— Plaza: Ein Lied der Liebe.— Scala: Internationales Variete.— Wintergarten: 3., 9., 10. Variete. Revue.— Reichshallen- Theater: 3., 10. Stcttiner Sänger. Erstaufführungen der Woche: Mittwoch. Rose-Theater: Die Frau, die jeder sucht.— Kleine» Theater: Ganoven-Ehre.— Freitag. Theater des Westens: Maria Stuart.— Zentral. Theater: Der Iuxbaron. Pcranlworll. für die Redaktion: Rich. Bernstein, Berlin: Anzeigen: Th. Glocke. Berlin Verlag: Borwärtg Verlag G. m. b. H., Verlin. Druck: Vorwärts Buch- druckerei und Verlagsanstall Paul Singer& Co. Berlin SW 68, Lindcnstr. 3. Hierzu 1 Beilage. Sfaals Theater Sosnabend, den 2. April staatsoper unter den linden 20 Uhr Der fliegende Holländer StaalLSdiaiispielluo! üendarmenmarkL 20 Uhr E�monl Sthlller-Theatei Charlottenburg. 20 Uhr Osfern Nähe S�hic!, Bhf- 5)U.8"-.Stfls.2 5,8" 1). Tel.; E 7 Weicht«! 4Ü31 Ein Lied der Liebe Kose• I heater fwOe Frankforter StraBe 13- Id. Wfirfuti T 7 342/ 6 und 9 Uhr Jeitcbcn Gebert Slüdi.Oper Charloitenburu lismarcksuaße 14 Sonnabend, 2. April Turnus IV 20 Lhr Tnrandot Nemeth, Callam. Baumann. Pechner, Heicr, Gumbert Ende 2.30 Uhr 11(1 Theater a.noüenöorlplafz Pallas 7051 l'/i Uhi.Stg 41. Uhr TrauiDeiDErWt Operette In 3 Akte« v. Lud.Wolff d, Karl Bchr Musik von Hans Maj Rei*ie: Heinz Saltcnbar? Rundfunkh halb.Pr Stgs. 4�4 Uhr kl. Pr. VolKsbtthne rhutr Uli Mlowjlst; 8 Uhr Uraufführung Kararail Kasper Volksstück mit Musik von Paul 5Churek. Regie. Günther Stark Staat!. Sdiillir-ilieater 8 Uhr Ostern — Kleines m.— Umer den Linden Gesdilosseol Mit woeh, 6 Aprl 7>- Uhr Zum I. Male Ganovenehre Winnsj, * Garten' 3.15 Ol»'Flora 3434 faultien erlaub' Die iieneVarlet�-Revue mii Elirlioli Hafmay..tlop�an. Theimer, Söneland usw. Sonnabend und Sonntag | je 2 Vorstellt! gen: 4 und 815 Uhr. 4 Uhr kielt e Preise. 1 vi, uhr CAS1N0-THEA I ER«v, Uh, Lothringer Strake 37. iiiiiiiifiiiiiiiiiiniiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiuiniMiiiiiiiHiiiiiiininiiiiitM ■Berlins neuestes Operetten-Ttieaterl UPep�ina'01 Operette in 3 Akten. Mnsik von R. Stolz Erstkl Gesan?skr. Neue Bühncnausst üuischem i-4 Personen Paiken.">u PL, Pauteuii t.— Mark. Sessel 1.50 Mark. Am 3. April: Letzte Sonutog- uachmittae-Vorsfellnnp 3 Uhr Billige Preise der Plätze! WIKss Kemniirf Herl ins M föeilage Sonnabend, 2. April 1932 SivÄbmö SfuUauigaße Ja[orvtäfb g.HM�dbie(p§d(§Ccin mn Hinfamfaa Nach acht Tagen setzte sich Pfarrer Ellmann, in dessen Haus ich an der Blutruhr ertrankt mar, an mein Bett und sagte ernst:„So geht es nicht weiter. Wir müssen das Letzte versuchen. Es ist eine Pferdekur; aber ste werden's ja hoffentlich vertragen." Nein, es ging wirklich nicht weiter. Mein Leib war schlaff wie ein Handtuch, ausgeblutet wie ein Schlachttier. Der Pfarrer war nach Bosnifch Petrovac gefahren mit dem Rade, das waren fünf Stunden, und hatte aus der Apotheke ein Mittel gegen die Blutruhr holen wollen; hatte aber nur Choleratropfen bekommen, und die waren nutzlos gewesen. Stopfende Speisen verfingen längst nicht mehr, und ich hatte in dieser einen Woche sechgehn Pfund ab- genommen. „Also, denn los mit der Pferdekur!" sagte ich ergeben; ein Schüttelfrost machte die Haut meiner Backen fliegen. ./Dazu müssen Sie ausstehen. Warten Sie, ich helfe." Er hielt Hemd und Hose, ich kroch hinein, immerfort im Kampf mit lähmender Schwäche. Er nahm mich unter den Arm und führte mich auf den Platz zwischen dem ärmlichen Pfarrhaus und der winzigen Kirche.„Geht's?" Ich nickte tapfer. Wir gingen weiter, einen Pfad hinunter ins Dorf. Es war ein lauer, schöner Abend, aber mich fror. Wir kamen zur Gostiona; sie lag an einer Seite eines kleinen Platzes; an zwei anderen stiegen die Fronten der Djamia und der orthodoxen Kirche empor, während die vierte Seite offen war und den Einblick auf Ellmanns winziges Kirchlein freiließ. Ein Tisch stand draußen, unter einer hohen, schönen Eiche; wir setzten uns, und Ellmann bestellte für sich Wein und für mich Sli- vooitz, den einheimischen Pflaumenschnaps, gleich eine große Stampe voll.„Sie müssen trinken, dos ist die ganze Kur, recht viel trinken." Gegen mitteleuropäische Grippen hatte ich dies« Methode schon angewandt. Gegen Ruhr erschien sie mir mehr als brutal, aber ich gehorchte. Und nach den ersten gestürzten Gläsern schwand wenig- stens die Kälte im Magen. Ich gewann Interesse an meiner Um- gebung; freute mich der riesigen Hirschkäfer, die scharenweise herum- flogen, schwerfällig vor lauter Geweih. Ich wies auf die beiden Gotteshäuser und auf die Kirche im Hintergrund, auf Minarett, Zwiebelkuppe und Spitzdach— und fragte: „So eng beisammen— und Sie vertragen sich?" Cllmann zeigte hinter sich, wo die Gostiona lag:„Dank diesem Friedenstempel— Sie werden gleich sehen." Und ich sah: zuerst einen jüngeren Mann, der sich trug und gab wie ein etwas verwahrloster Münchener Bohemien; er setzte sich zu uns und bestellte Schnaps, und das war der Priester der griechisch- orthodoxen Gemeinde mit der Amtsbezeichnung Pop; Ellmann hieß Aupnik; der türkische Geistliche Imam. Sie haben Auswahl im Balkan.... Wahrhaftig: auch der Imam kam; ein alter Mann, weißbärtig, beturbant, mit trinkseligen Blauäuglein. Die drei Kollegen erzählten sich viel, sprachen vom Wetter und von mir und vom neuesten Dorf- tratsch; ihr« Kirchtürme sahen zu, friedlich und einverstanden. Grieche und Römer tranken Wein; der Imam das hier teure und schlechte Bier. Ich, dem mit jeden Schnaps wohler wurde, wagte zu fragen: warum? »Du bist wert, mein junger Freund", begann der Imam mit umständlich mohammedanischer Höflichkeit,„in der Schule der Weis- heil an Mohammeds Seite zu sitzen; aber freilich kannst du nicht wissen, daß Allah im Koran den Genuß von Wein verboten hat für alle Gläubigen. Ich bin ein Gläubiger, und deshalb trinke ich keinen Wein". »Und Bier hat Mohammed nicht verboten?" Der We grinste sanft:„Ich weiß wohl, daß es strengere Gläu- bige gibt. Diese sagen, Mohammed habe nur darum das Pivo und den Slivooitz nicht verboten, weil er sie nicht kannte; gemeint habe er allen Alkohol. Ich aber sage: Allah ist allwissend, und Mohammed ist sein Prophet: also wußte Allah auch von Pivo und Slivooitz und hätte sie durch Mohammeds Mund ausdrücklich verboten, wenn er es gewollt hätte. Man soll nicht klüger sein wollen als Allah, denn das ist Sünde, und man soll nicht verschmähen, was er uns gab. Zioio— sollst leben!" Und er trank mir zu... Der Pop löste die theologischen Ausführungen des Imams durch ein Volkslied ab; er sammelte solche Lieder, komponierte wohl auch selbst welche, und sang mit weicher, angenehmer Stimme. Dorfbewohner sammelten sich und hörten zu; es waren auch unter dem Publikum Vertreter aller Konfessionen; und wie ich hier die drei Geistlichen von Krnjeusha friedsam sitzen und trinken und plauschen und singen sah, inmitten ihrer Gläubigen und ihrer Kirchen, da schien mir die religiöse Frage gelöst— wenigstens für Krnjeusha und auf eine recht balkanifche Manier... Es war sehr dunkel geworden; der Dollbart und der Spitzbart gingen und begaben sich unter den Schutz von Minarett und Zwiebel- türm. Der Zupnik übrigens, der noch mit mir am Tisch blieb, denn ich sollte noch trinken, trug ebenfalls ein Bärtchen, eine für einen katholischen Weltgeistlichen auffallende Erscheinung. Sie beruht auf einer ausdrücklichen bischöflichen Erlaubnis für die bosnischen Priester: den Jslamiten nämlich, welche die gute Hälfte der Bevölkerung aus- machen dürften, gelten bartlose Männer als lächerlich; und die ecclcsia niilitans möchte Lächerlichkeit ihrer Soldaten auch bei der Gegenseite vermeiden.—„Es ist schon, daß Sie sich so vertragen", sagte ich zu Ellmann, und ergänzte für mich: vertragen als Hüter verfchiedner Türen ins gleiche Haus, als Berufs- kollegen eben... „Wir sind alle drei arm, daran liegt's, sagte Hochwürden Ell- mann.„Wenn wir uns nicht vertragen, verhungern wir. Wir leben sowieso bloß von der Neunmalklugheit des Balkanbauern." „Bon der Neunmalklugheit?" „Gewissermaßen, ia; meinetwegen können Sie's auch anders nennen." Der gute Ellmann hatte einen kleinen Schwips; er schmunzelte.„Sehn Sie, wenn zum Beispiel einem meiner Pfarr- kinder ein Sprößling oder die Frau, oder was ihm näher geht, die Kuh krank wird, dann kommt er zunächst zu mir, bringt seine Wachskerze und einiges Stärkende und Nährende für mich und läßt für die Kuh beten. Run ist er aber bauernschlau, wie man's in Deutschland nennt, und sagt sich so: wie kann ich wissen, ob nicht etwa der Pop, oder ob nicht gar der Imam besser beim lieben Gott angeschrieben sind als Hochwürden Ellmann? Und er geht hin zu Pop und Imam und bringt auch denen sein Scherflein und freut sich, den lieben Gott quasi hineingelegt zu haben; einer von den dreien, sagt er sich, muß ja der richtige sein, und meine Kuh wird auf jeden Fall gesund. Sehn Sie, genau so macht's der Moslem, der kommt eben zuerst zum Imam und dann zu mir— auf die Reihenfolge» kommt es ja nicht an. Wundert Sie's, daß wir das dulden?« Bedenken Sie, daß der ganze Sprengel 2400 Einwohner hat, und daß drei Kirchen von ihm leben müssen; ärmlich genug ist's sowieso, ich läute sogar meine Glocke selbst und muß die Kirche säubern und Reparaturen selbst machen... Ich sage Ihnen, mein Freund, die Armut verträgt sich, nur der Reichtum bringt Streit.." „Und wenn nun," fragte ich schüchtern,„wenn nun ein Mann kommt und den andern beiden nichts geben will... es gibt doch sparsame Menschen, oder, hm, strenggläubige, tja, Fanatiker— wenn also so einer zu Ihnen kommt und gar nicht daran denkt, auch zum Imam und zum Pop zu gehen...?" „Dann," sagte Hochwürdcn Ellmann und strahlte,„dann schicke ich ihn eben hin...1" (pepen�ftauenf CLdvokaten Belgrad schon, die Hauptstadt Jugoslawiens, ist die Ein- gangspforte in den europäischen Orient Die da und dort aus der serbischen Landschaft ragenden Minarette der Moscheen, die Tür- kinnenhose, Turban und Fes, trotz aller Gegenpropaganda doch immer noch recht reichlich anzutreffen, sind nicht die einzigen Zeichen dafür, daß hier die Welt nahöstlich wird. Wie sich im alten Orient ein gut Teil des privaten und ge- schäftlichen Lebens mitten auf der Straße abspielt, so vollzieht sich auch hier so manches, was bei uns in geschlossenen Räumen vor sich geht, unter Sicht und Anteilnahme aller Passanten. Unten in den an der Save gelegenen Hafenvierteln Belgrads backen die Bäcker ihr Brot direkt am Bürgersteig. Ein kleiner ossene.r Berschlag,— das ist ihr Laden! Hier, vor den Augen aller, kneten sie singend, pfeifend oder schimpfend— je nach Laune— den Teig, klatschen mit bemehlten Händen die zähe Masse zu runden und länglichen Formen und pieken dann mit dem Finger friH 3n det IftoCtieiißundfioicme Wir waren eine sehr gemischte Gesellschaft. Bei unserer Studienreise mußten wir durch das Saargebiet. Es war an einem Wahlsonntag. Der„Landesrat" wurde gewählt. Die Propaganda beherrscht das Z e n t r u m. Es hat auch 14 von den 30 Ratssitzen inne. Der Wahlkampf war ohne jede Lebhaftigkeit. Die Saarbrücker, die wir auf der Straßenbahn darum fragten, zeigten für reichsdeussche Dinge mehr Interesse. Wozu auch? Ihr „Landesrat" hat nichts zu sagen. Mitten in Europa wird der zu 90 Prozent deutschen Bevölkerung eine Regierung ernannt, die aus einem Saarländer, einem Franzosen und drei anderen Ausländern besteht. Am Regierungsgebäude hängt die„S a a r f a h n e". Das ist der einzige Platz, an dem sie hängt. Bon der Bevölkerung wird sie nicht beachtet. Sie geht, wie der ganze staatsrechtliche Zustand des Saargcbiets auf den Berfailler Vertrag zurück. Auf unserem Gang durch Saarbrücken schen wir das Wenige aus feiner Vergangenheit: das Schloß und die im Barock gebaute Kirche. Sie zeugen von den hessischen Fürsten, die hier kurze Zeit residierten. Wir sehen schließlich die wenigen anderen öffentlichen Gebäude, auch die französische„D o ma n i a l s ch u le", die nrsprün'glich für die französischen Beamtenkinder eingerichtet war. Jetzt sollen auch 4000 deussche von etwa 100 000 Schulkindern dort eingeschult sein. Viel erzählt man uns von allen möglichen Schi- k a n e n, von Entlassungsdrohungen der Bergwerksverwaltung und anderem, das dabei geholfen hat. Ueber eins aber sind sich alle unsere Bekannten einig, die uns durch Saarbrücken sichren, die Völkerbundsregierung hat sich trotz allem gebessert. Es denkt nie- mand gern an die Zeit der Ruhrbesetzung zurück, wo die Regierung eindeutig auf französischer Seite stand und an die Zeit davor und danach, wo eifrig an der Französisierung gearbeitet wurde. Saarbrücken hat sonst kaum etwas Interessantes. Das alte Bild der mittleren Industriestadt, die im Kohlen- und Industrie- staub liegt, mit den üblichen Verlade- und Verschiffungsanlagen. Vom Aussichtsturm sieht man die Schornsteinlandschaft von Acker- flächen und herrlichen Buchenwäldern unterbrochen, bei Nacht durch- brechen die leuchtenden Hochöfen das Dunkel. Am nächsten Tag ließen wir uns in eine der Gruben führen. Die Führer, die uns die Bergwerksverwaltung in den Schacht hinunter gab, waren die einzigen Franzosen, die wir im Saar- gebiet zu Gesicht bekamen. Wir versuchten ihr gebrochenes Deutsch so gut wie möglich zu verstehen. Die Gruben sind im Besitz der französischen Regierung. Sie darf sie bis 1935 ausbeuten als Entgelt für die Zerstörung derselben nordfranzösischen Gruben, die seit 1925 die Normalsörderung von 1913 überschritten haben. Dann sollen die Saargruben von Preußen zurückgekauft werden. Wir stampfen, klettern, bücken uns durch die glänzende Fettkohle, die mit laufenden Bändern, Schüttelrutschen und den kleinen Wagen mit der Druckluftlokomotive herausbesördert wird. Wir hören von allen Seiten das Getöse der Druckluftbohrer und versuchen uns mühsam hindurchzuschlängeln. Die Kumpels sind hier so schwarz wie in allen Bergwerken. An ihren Gesichtern werden wir also den großen Unterschied gegen ihre Kollegen vom Ruhrgebiet und von Oberschlesien nicht erkennen: ihre größere Boden- st ä n d i g k e i t(50 Prozent sind von der preußischen Regierung angesiedelte Haus- und Gartenbesitzer!) gegen das Völkergemisch der anderen Kohlendistrikte. Aus unserem französischen Führer holten wir heraus, daß die Bergwerke wenig Leute entlassen hätten. Die Arbeitslosigkeit schob er wesentlich auf das Konto der Bau- Wirtschaft. Cr wird recht haben. Trotzdem aber gehen immer noch 7000 Saarbergleute in die lothringischen Gruben. Am Nachmittag ging es noch durch das größte Eisenwerk der Saar. Neues ist darüber nicht zu sagen. Wie wir es sahen, von der Verkokung bis zur Stahlherstellung in der Bessemer-Birne, so steht es in jedem Handbuch. Nur die großartige Wirkung der Riesenanlagen kann man darin nicht finden. Als wir unsere Rucksackvorräte wieder ausfüllten, hatten wir wieder das ärgerliche Umrechnen in die französische W ä h- rung. Keiner von uns begriff das so schnell. Seit der Inflation ist der Franken dort eingeführt. Und die Preise sind u m 20 Prozent höher— laut dem Versailler Vertrag ist das Saargebiet in einer.»Zollunion" mit Frankreich. Das kommt be- sonders den Lebensmitteln nicht sehr zugute. Wie denkt nun die Saarbeoölkerung über die R ü ck g l i e d e- rung an Deutschland? Wir fragten darum jeden unserer Bekannten, jeden Mitfahrer in der Straßenbahn. Eine Befürchtung war allgemein, die nämlich, daß der Völkerbund wie in Ober- schlesien einen Teil des Saarbeckens, vielleicht den von Lothringen aus jetzt schon unterteuften Warndt, abtrennen könnte. Nach dem Versailler Vertrag sind derartige Teilungen möglich. Ueber das für Deusschland günstige Abstimmungsergebnis besteht keine Meinungsverschiedenheit. Auch alle Parteien des Landesrats sind sich darüber einig. N i ch t d e u t s ch e sind noch nicht gewählt worden. Es wird aber zu wenig beachtet, daß nicht die„A e u ß e- r u n g", zu der nach dem Vertrag die Bevölkerung berufen wird, sondern die Entscheidung des Völkerbundsrates mit Stimmenmehrheit, die die Wünsche der Bevölkerung„berücksichti- gen" soll, maßgebend ist. Sogar einer der anwesenden Nazis mußte das Verbleiben Deusschkands im Völkerbund wenigstens bis 1935 als Notwendigkeit einsehen. Auffallend ist, wie wenig nationalsoziali st isch ge- reizt die Stimmung ist. Die eigentlich wilden Leute, die Nazis, find selten. Bei der einheitlichen Haltung zur Hauptfrage ist auch die moralische Stellung vor der Welt klar. Notwendig ist nur, wieder einmal hinzuweisen auf das Vorhandensein des französi- schen, wenn auch mittlerweile defensiv gewordenen Imperialismus im Saargebiet. Wir wissen dabei, daß es auch bei uns Anwärter auf belgische Kohlengruben gegeben hat und Befürworter einer wilden Ostexpansion noch heute gibt. Aber unsere Kampsstellung gegen den diesseitigen Imperialismus in jeder Form enthebt uns nicht der Pflicht, unsere Front gegen den jenseitigen aufzuzeigen, der mitten in Europa ein Stück Land mit dem staatsrechtlichen Zustand einer Kolonie abgetrennt hat. oder Holzlöffelstiel einfach Löcherchen oder kunstvollere Ornamente in die Kuchen und Brote. Abends überhaupt machen sich diese offenen Bäckereien mit den kolossal lodernden Holzfeuern im Ofen verteufelt romantisch. Wenn der Feuerschein der vielen Backöfen über die dunklen Gassen zuckt, meint man als Neuling erschreckt, es brenne an vier, fünf Stellen zugleich. Große Frauenorchester von fünf bis zehn„Mann", wie Sängerinnen überhaupt, sind in den kleinen Kneipen und großen Restaurants, in der Volksschänke„Zum Pflaumenbaum" wie in dem großkopfeten„Hotel Moskwa" in der oberen Stadt gleicher- weife anzutreffen. Sicherlich wäre man bei uns entsetzt, wenn ein-- Pfarrer in solch eine ganz ordinäre Kneipe ginge, in der Mädchenkapcllen singen und musizieren. In Serbien tut das seiner Würde keinen Abbruch. Ich sah in Belgrad, wie ein Pope in Begleitung seiner fugend- lichen Frau in die kleine wilde Hafenkneipe kam, in der ich aß, Brot und Wurst aus dem Papier packte und sich ein Bier dazu be- stellte. Niemand machte ein Aufhebens davon, es sei denn, daß die acht bildhübschen Serbinnen auf dem Podium bei seinem Ein- tritt mehr Feuer in ihre Stimmen legten. Unter Soldaten, Hand- werkern, Bettlern, Matrosen, Heizern und freundlichen Mädchen saß er da wie jeder andere Gast und verzehrte sein Essen. Der Pastor, der Pope, ist dort unten auf dem Balkan überhaupt in sehr viel stärkerem Maße als bei uns populäre Volksfigur. In Bulgarien zum Beispiel kommen die Popen— die dortzulande seltsamerweise ausgesucht schöne und große Menschen sind, wie als wenn man sie nach dem Prinzip der Auslese zu ihrem Beruf erkoren hätte— in die Speiselokale und Restaurants und -- segnen die Tische! Während alles beim schönsten Essen ist, kommt— vom Wirt kaum begrüßt und von den Gästen gar nicht beachtet— so ein Pope mit sachten Schritten herein, sucht sich einen leeren Tisch, vor den er sich hinstellt, die Hände faltet und betet, bis er ihn zuletzt dann segnet. Der Segen des Popen,— das macht ein gutes Geschäft. Das sah ich in Warna, dem Hafen am Schwarzen Meer. Dort gibt es auch zwischen der Ulitza Tzar Boris und dem Boulevard Maria Louise zwei, drei kleine Nebengähchcn, die nur für die Advokaten da sind. In luftigen Glasverschlägen, wie sie bei uns zur Not kleinen Grünkramläden ein Obdach sind, sitzen da die Herren Advokaten allen sichtbar an ihren Schreibtischen, Telephon(das maßlos billig ist!) und Schreibmaschine neben sich, und warten auf Kundschaft. Der Advokat hier ist eben noch ganz und gar„Schriftgelehrter" im orientalischen Sinne, der den Leuten, die„was aufgesetzt" haben wollen, zu Diensten steht, einerlei, ob es sich da nun um die Ab- fassung eines simplen Privatbriefes, die Fertigung eines Vertrages oder gerichtlichen Schriftsatzes handelt. Glasoerschlag neben Glasverschlag— und darüber hängen, wie bei uns noch in alten Zeiten, eiserne Firmenschilder mit dem Auf- druck: Advokat. Und im Schatten dieser Schilder ist die Kundschaft ausgefahren: Baucrnwagen mit Ochsen- und Eselgespannen, auf deren bunter Pracht Bäuerinnen hocken und ihre Kinder stillen, in- des da unten irgendwo in einem dieser Glasvcrschläge das arme Bäuerlein vor dem großmächtigen Herrn Advokaten sich verbeugt und seine Sache vorträgt. Ganz die gleichen Elemente orientalischen Lebens findet man auch drüben in Rumänien. In Bukarest auf der Piata Hallelor, wo die großen Zen- tralmarkthallen stehen, die der tägliche Tresspunkt der Bukarester Arbeitslosen sind, kann man direkt auf der Slraße gebratene Fleisch- speisen stehenden Fußes verspeisen. Die Fleischwaren liegen aus einer Holzkiste oder einem Hauklotz schön beieinander. Man zeigt nur mit dem Finger auf ein Kotelett, ein Stück Leber oder Niere — und schon ist es auf dem ambulanten Grlll, der nichts weiter ist als ein primitives, oft arg verbeultes Eifengcstell, gebraten. Du kannst es dann, wie du stehst und gehst— ohne Besteck, versteht sich!— verzehren, wie es landesüblich ist, mit einem Stück Brot dazu, das. ebenfalls landesüblich.mit einer geftempellen Steuer- marke beklebt ist, die man erst abreißen muh, ehe man essen kann. Der verteuerte Wassersport Wir kritisieren: Zu hohe Steuern, heraufgesetzte Zeltgebühren Sie Zeit der wiederbeginnenden Wassersportsaison läßt es ge- raten erscheinen, die steuerliche Belastung des Wasser- s p o r t s erneut zu kritisieren. Während alle anderen Sportarten von Reich, Staat und Kommunen unterstützt werden— wobei nicht verkannt werden soll, daß die Etatsschwierigkeiten sich auch sehr stark auf die geldlichen Unterstützungen auswirken—, ist der Wasser- spart immer noch mit hohen steuerlichen Abgaben belastet. Wer glücklicher Besitzer eines Motorbootes ist, wird, ohne daß der Wert des Bootes berücksichtigt ist, mit 30 resp. 60 Mark Jahres- steuer herangezogen, sofern er das Boot innerhalb der Weichbild- grenze Berlins stationiert hat. Es handelt sich also um eine Ber- liner Gemeindesteuer, die, soviel wir wissen, von keiner anderen Stadt erhoben wird. Die Steuer ist deshalb besonders drückend, weil sie auch den Motorbootbesitzer belastet, der sich, handwerkliche Fähigkeiten vorausgesetzt, sein Boot selb st zusammen- gebaut hat. Wir kennen genug Bootseigner, die sich entweder läßt und dafür 30 000 bis 100 000 Mark bezahlt, so muß er ent- schieden mehr Geld haben als der mehrfach erwähnte Gelegenheits- motorbootsbesitzer. Der Eigner der großen Segeljacht zahlt aber keinen Pfennig Steuern. Ja, diese Segeljachtcr» haben sogar beim Schleusen den Vorzug, daß sie für ganze 40 Ps. die Schleuse pas- sieren können, während jedes Motorboot 1,30 Mark entrichten muß. Das sind Ungerechtigkeiten, die nicht oft genug angeprangert werden können. Die«Inseitige Benachteiligung der Wasiersportler bei der Ent- richtung der Schleusengebühren ist ebenso drückend wie die Motorbootsteuer Seit einiger Zeit werden Zeitkarten für die Be- Nutzung der Schleusen ausgegeben, die für Ruder- und Paddelboote 2 Mark für sechs Wochen und 3 Mark für ein Jahr kosten. Für Segelboote sind die Sätze 4 und 10 Mark, für ungedeckte Motor- Im Wassersport wirDahn schwamm. Warum die bürgerlichen Schwimmer in ihren Leistungen— wenn auch nur um ein Weniges— vor den Arbeitersportlern rangieren, erklärt sich ganz einfach aus der Tatsache, daß sie anders trainiert werden. Sie genießen das Cinzeltraining, werden auf Spezialstrecken gedrillt und erfreuen sich bester Manager, die sie ständig im Auge hoben. Sie können zudem in den meisten Fällen ihre Lebenshaltung nach ihrem Sport einrichten, sind also in jeder Beziehung im Vorteil. Unsere Arbeitersportler sind auf die Funktionäre ihre» Vereins angewiesen, die ihr Amt ehren- amtlich ausüben, sich dem einzelnen nicht mit der Hingabe widmen können, wie es bei den bürgerlichen Trainern der Fall ist. Zudem sind die besten Leute im Arbeitersport zumeist gleichzeitig Riegen- führer, haben also auf den Schwimmabenden selbst die Aufsicht über andere Schwimmer und den Nachwuchs, sie geben also ihr Können, ihr Wissen, ihre Erfahrungen sofort an ihre Vereinsgenossen weiter. Sie leisten eben Breitenarbeit während bei den Bürgerlichen die Dressur des einzelnen an der Tagesordnung ist. Das ist der große Unterschied zwischen den Schwimmern aus den beiden Sportlagern, der Unterschied, der auch die verschiedenen Leistungen erklärt, der aber auch die Höchstleistungen unserer Arbelterschwimmer besonders bewerten läßt Wieder Ringkämpfe Im Zirkus Busch. 2lm Montagabend be- ginnt ein gut beschickter Wettstreit um den„Wanderpreis der Stadt Berlin", um den sich 30 Bewerber aus 10 Nationen bewerben. Die Kämpfe stehen unter dem Protektorat des Internationalen Ringer- Verbandes und werden im griechisch-römischen Stil ausgetragen. Um flotte und technische Kämpf« zu bieten, hat man das sogenannte „Ueberschwergewicht" ausgeschaltet und das Höchstgewicht der Teil- nehmer auf 100 Kilogramm festgelegt. Täglich kommen 4 bis 6 Treffen zum Austrag, denen ein Variete-Programm vorausgeht. Eintrittspreise von 30 Pfennig an. Beginn der Veranstaltung 20.30 Uhr. KpoH am Sonntag Der Osten in Front! Da» ist das Kennwort der am Sonntag. 3. April, 19.30 Uhr. im„Germanta-Palast". Frankfurter Allee 313, von den Arbeitersportlern des Berliner Ostens veranstalteten Bühnenschau Alles, aber auch alles hat Berücksichtigung gefunden, was nur auf einer Bühne dargestellt werden kann Die Arbeiter- sportler wollen durch diese Veranstaltung werbend wirken. Kinder, Frauen und Männer, Jugendliche und„Aeltliche" werden antreten, Turner. Sportler, Radfahrer Samariter werden eine Bühnenschau vorführen, die auch der schärfsten Kritik standhalten wird. Eintritt 60 Pf., Erwerbslose und Jugendliche 30 Ps. „Arbeiterturner werben." Unter diesem Motto veranstaltet die Freie Turnerschast Britz 1888 am Sonntag. 3. April, 14 Uhr, in der Turnhalle Werderstrahe, Britz, ein Werbeturnen. Zweck und Ziel derselben sind turnerische Vorführungen. Gymnastik und heitere Spiele vor Augen zu führen Um zu zeigen, daß keiner zu jung und keiner zu alt ist. um Sport zu treiben. Wir laden alle, welche mit der Arbeitersportbewegung sympathisieren, dazu ein. Rudervereln„Butab". Am Sonntag. 3. April, 17 Uhr. Werbe« abend im Saale King, Spandau. Tiefwerderstraße 29. Musik, gymnastische Vorführungen, Sportrevue, Rezitationen. Besichtigung des Bootshauses, Vorführung des Films„Jup lernt rudern". Ein- tritt 30 Pf., Erwerbslose 25 Ps.(einschl Steuer). Schwimmfest in Brandenburg Am Sonntag findet in dem neuen Friedrich-Ebert-Bad in Brandenburg ein Hallen- schwimmfest der Freien Schwimmer statt. Aus Berlin sind die Spieler des Wasserballbundesmeisters Charlottenburg zu Gast, die am Schluß des hauptsächlich dem Nachwuchs gewidmeten Schwimmfestes gegen eine Mannschaft von Magdeburg-Neustadt spielen werden Die Magdeburger sind keine schlechten Spieler, ob sie sich aber gegen die fünf Charlottenburger durchsetzen werden, er- scheint sehr fraglich. Da» Fußballsp'el zwischen Eintracht und Z« h d e n i ck findet nicht auf Platz 4 des Städtischen Sportplatzes in der Scharnweler- straße, sondern aus Feld 1 statt. » Das morgen, Sonntag, auf dem Platz an der einsamen Pappel in der Schönhauser Allee stattsir.dend« erste Entscheidungsspiel um die Hockeymeisterschaft im 1. Kreis des Arbeiter-Tuni- und Sportbundes hat eine Bereicherung erfahren. Es wird»och ein S e r i e n s p i e l zwischen dem Arbeitersportoerein R o t- W e i ß und dem Sportverein Moabit geboten. Beginn des Hauptspiels 13 Uhr. Das Serienspiel nachher. Eroie Turnerschaff Grofj-Berün Zur öffentlichen Kundgebung am Montag, dem 4. A p r i l. in den Tennishallen Wilmersdorf, Branden- burgische Str. 33, stellen die Bezirke Charlottenburg, Mitte, Tempel- hos, Westen i« fünfzehn. Friedenau zwanzig, Lankwitz zehn. Süden zehn Genossen und Genossinnen in Sportkleidung für die Fahnen- delegation zur Verfügung. Treffen um 19 Uhr, Fahrt bis U-Bahn Fehrbelliner Platz. Fahrgeld wird erstattet. Wir stoßen vor? Unter diesem Motto hält der Bezirk Lichtenberg der Freien Turnerschaft Groß-Berlin E. D. am heutigen Sonnabend in der Aula der neuen Schule in der Fischerstraße, Ecke Schlichtallee, eine große Bühnenschau ab. Neben Gymnastik aller Abteilun- gen, Tänzen, Musik, Sprech- und Bewegungschören wird der„Film der Hunderttausend" vom 2. Arbeitersport Olympia in Wien gezeigt, und das alles für den geringen Eintrittspreis von nur 35 Pf. Be- ginn der Veranstaltung 19.30 Uhr. Einlaß 19 Uhr. Zu erreichen ist die Schule mit der Stadtbahn bis Neu-Lichtenberg oder Rummelsburg, Straßenbahn 76 und 113 bis Lück- Ecke Fischsrstraße. Svoetvctein Moabit. Die Funktionärsitzung findet Mittwoch,». Slpril, Sil Uhr, bei Schmidt, Wiclefstr. 17, statt. AbteUungstassterer, Mitgliedskartoihcl mitbringen. Freie Lehrcrsportoercinignng Berlin. Montag, 4. April, Wanderung nach dem Lehnttzfee. Abfahrt: Bahnhos Gelundbrunnen 10.03 Uhr. Fahrkarte noch Birienwerdcr. Nachzügler treffen sich im„Seeläwen-', am Lehnitzlce, ad 13 Uhr. Freie Turnerschast Drotz-Bcrliu. Di« Teilnehmer an der Kartevfeier Friidrichohain trrffen sich um 10 Uhr oor dem Germaniapalast, Frankfurter Allee 313— All. Trainingshose mitbringen.— Bezirk Rordring:«onnabcnd, 3. April, 20 llbr, Hondballersitzung sämtlicher Mannschaften Im Bereinslokal, Sleimstr. ZS, bei Ufcrt. RV.„Vorwirts- Berlin r. B. Sonntag, 3. April, 17 Uhr, Mitgliederver- famnilung. i Arbetter-Turu- und-Sportbund, HoSeh. Heut«, 13 Uhr, Hockeh-Bdrsentag, Kreisacschäftsstclle. Montag. 4. April, 20 Uhr, Hocken-Vertretertagung, Kreis- gefchättsstelle. Jeder Verein muß oertreten sein. ASAS.-Vritz. Sonntag, 3. April. Gemeinschaftswandcrung nach Teltow— Machnower Schleuse. Treifpunlt 7.S5 Uhr Haltesiclle Linie>!(Krankenhaus Britz). Nochziigler 13 Uhr Teltow, Sportplatz Jahnstrasic.»eben Turnhalle, 13 Uhr! Lokal Hllnilch. Teltow. Potsdamer Str. 37