Morgenausgabe vir. 156 A 79 49.Iahrgang T�öchcntNch 75 munailich 3.2k M < davon S? Pf. monatlich für Zuitel- Inng ins Hans) im voraus zahlbar. Postbezug 3.S7 M. einschließlich«SP f. Po'tzettvngs- und 72Pf.Poftde'':ella«'- >-ihren. Auslandsabonnement V.6S M. pro Monat; für Länder mit ermäßig- tem ÄcucksachenyLUo 4.65 M. r>t.Vorwärts� erscheint mochenfoa' Iich zweimal. Sonntags und Montag? einmal, die Abendausgabs fii? Berlin und im Handel mit dem Titel„Ter Ädend" Zllustrierts Sonntagsbeilage .Voll und Zeit*. trv NerUner»»«sbiatt Sonntag � April 1952 Groß-Äerlin 1Z ,vf. Auswäris 20 pf. e t.1 j v a lt. Millimeterzeile Sd i<) ReklamezeUe 2.— M„Aleine Än Ueügptt" das fettgedruckte Wort%j Pf. (zuläfstgzwei fettgedruckteWor:ei,tede» m eitere Wort 16 Pf. Rabatt lt. Toris Worte über 15 Buch stoben zählen für zmei Worte. Ardeitsmarlt Millimeter- zeile 25 Pf. Famiiienanzeigen Milli- meterzeile 16 Pf. Anzeigenannahme im Hau ptae schüft Lindenstraße.'i :r->ch en täglich ran?'/» bis 17 Uhr. Der Berlay behält sich dooReckt derÄ lehnung niäu genehmer Anzeigen vor! Jentvawrgan der SoziatdemokvaMwen Vaetei DeutsOiandS Nedattion und Verlag: Berlin SW 68. Lindenftr. 3 kUiülpr- Tönboss(A T) 232—137. Telegramw-Ddr.: Soiialdemokrc! Vorwäris-Verlag G. m. b. H. Postscheckkonto: BestlwS? Wö.—Bankkonto: Bankder Arbe:t», Änge stellten und Beamten, Linbenstr. 8. Dt.B.u.DiZc.-G«!., Tcpolilcnk.,Ieeu!alern«rStr.Kö Kö. RiÜISgi NlllSI' MM MMNSNMSI!- svlllsol Ml«!' MW ltnnsnmsl! Heute 12 Uhr mittags ist der Burgfrieden zu Ende. Der Kampf deginnt wieder. Zwei Entscheidungstogc stehen rmr uns: der 10. und der 24. April. Durch ihre Tot vom 13. März hoben die sozialdemokratischen Arbeiter sich selbst und das ganze deutsche Volk vor dem Versinken in den Faschismus bewahrt. vor dem Hinabgleiten in den Bürgerkrieg gerettet. Die Eiserne Front von Partei, Gewerkschaften, Reichsbanner und Arbeitersport hat sich glänzend bewährt. Äst der Feind geschlagen? Er ist es, obgleich er es selber mit einem Hinweis auf seine hohe Stimmenzahl bestreitet. (!r hat aber nicht um eine hohe Stimmenzahl, sondern um die Rcichspräsiden tschaft gekämpft. Nicht darum ging der Kampf, wieviel Stimmen Hitler bekommt, sondern darum, ob er Reichspräsident wird.„Hitler wird Reichspräsident!" so hatte Goebbels verkündet, und Hitler selbst bat noch am Vorabend des ersten Wahlgangs in dem be- kannten Gespräch mit Änickerbocker von seinem Sieg und der Niederlage Hindenburgs wie von einer glatten Selbstverständlichkeit gesprochen. Es kam am 13. März anders. Das war für Hitler und die Seinen ein Hammerschlag auf den Kopf! i- Für uns heißt das nicht, daß es am 13. März so gut mar, wie es nur fein konnte, und daß es nicht besser gemacht zu werden braucht. Fm Gegenteil! Noch gibt sich der Faschis- mus nicht geschlagen, noch will er durch einen neuen gewalti- gen Anlauf zum 10. April das Schicksal zu wenden versuchen. Er würde sich aufs neue ermutigt fühlen, fände er nicht die Antwort, die er verdient. Seine Aussichten für den 10. April sind schwer abzu- schätzen. Sicher werden ihm eines Tages die Wähler millionenweise davonlaufen, sobald sie erkennen werden, daß der Erfolg ausbleibt. Aber eine solche seelische Wandlung erfolgt nicht so vhne weiteres über Nacht. Auf der anderen Seite spekuliert Hitler auf einen Teil der! Stimmen, die im ersten Wohlgang sür Ducsterberg abgegeben! wurden, ja auch auf einen Teil der Thälmann-Stimmen.! Die Spekulation ist durchaus verständlich. Die kommunistische Propaganda Hot seit Fahr und Tag keine andere Aufgabe gekannt als die. in ihren Anhängern einen fanatischen Haß gegen die S o z i a l d e m o- k r a t i e zu nähren. Wer kein anderes politisches Motiv mehr kennt als diesen Haß, dem muß die Erwägung nabe- liegen, daß der sozialdemokratische ,F>ouptfeind" durch dos Stimmen für Hitler viel empfindlicher getrosieu werden kann, als durch dos Stimmen für Thälmann, das ja im zweiten Wahlgang so gut wie bedeutungslos ist. Mit dem Argument, daß Hitler-Stimmen die Sozial- deinokrotie schwerer treffen als Thälmonn-Stimnten, wird denn auch auf den Stempelstellen eifrig gearbeitet. Hitler sucht unter den Ueberläufern des Kommunismus neue Hilfs- truppen. Mit welchem Erfolg, wird sich am 10. April zeigen. Falsch wäre es nach alledem, die Kräfte des Gegners zu unterschätzen. Falsch wäre es. zu glauben, man könne ihn noch einmal schlagen, ohne alle Kräfte zusammenzuraffen. Der Gegner hat am 13. März eine schwere Niederlage er- litten, ob sie eine entscheidende war. dos wird sich erst am 10. und am 24. April ergeben. Der Gegner ist ent- täuscht, entmutigt. Sollte er an den kommenden Wohltagen bemerken, daß die Kraft der Verfolgung nachläßt, so würde er wieder neuen Mut schöpfen und neuen Auftrieb erhalten. Kriegt er ober einen Schlag nach dem andern, ist der zweite stärker als der erste, der dritte stärker als der zweite, dann ist nicht nur eine Schlacht, dann ist für uns der Krieg ge- wonnen! Ilm diesen Krieg— so unblutig wie möglich, aber auch so gründlich wie möglich— zu gewinnen, dazu bedarf es w den nächsten drei. Wocken der stärksten Anspannung oller Kräfte, des größten Opfermutes, der restlosesten Hingabe jedes einzelnen von uns! Es geht kemexroegs wir um Verteidigungl Gelingt es uns, den Faschismus zu schlagen und zu z e r schlagen, dann kommt sehr bald auch die Stunde, in der die S o z i a l d e m o- kratie als stärk st e Macht in die vorder st e Reihe der deutschen Politik rückt. # Der 13. März hat klar gezeigt, wodurch sich die Sozial- dcmokratie von den anderen Parteien vorteilhaft unter- scheidet. Sie besitzt Massen, die die politischen Absichten der Führ un g voll begreifen, auf sie eingehen und mit bewunderungswürdiger Disziplin sür ihre Ausführung sorgen. Dieser Vorteil muß in den kommenden Kämpfen ausgenützt werden. Die.Harzburger Front der Sozialrcoktion ist zerbrochen. Die„nationale Opposition" hat vor aller Welt ihre R e- gierungsunfähigkeit bewiesen, da sie mitten im Kamps in zwei Teile auseinandergefallen ist. Der Nationalsozialismus macht letzte verzweifelte Anstrengungen, um mit der Methode der Scheinlegolität zur Macht zu gelangen; er hat die erste Schlacht verloren, seine Massen sind enttäuscht, entmutigt, bald vielleicht zum Davonlaufen bereit. Das sind die Erfolge der Eisernen Front! Das find die Ersolge der sozialdemokratischen Taktik und der sozialdemo- kratischen Disziplin. Aber es sind nur Anfangserfolge, die leicht wieder verloren gehen könnten, wenn die Energie nach- ließe, mit der sie errungen worden sind. Hitler soll am 10. April noch mehr Schläge bekommen als am 13. März. Mehr Schläge siir Hitler, das heißt: mehr Stimmen für Hinden bürg! Und ist Hitler am 10. April gründlich geschlagen, dann geht es mit noch frischerem Mut in die Preußenwahlen für Braun und S e v e r i n g! Schlagt den Faschismus zum zweitenmal, schlagt ihn zum drittenmal! Schlagt ihn, bis er genug hat! Dann marschieren wir mit fliegenden Fahnen in die Zukunft hinein, die uns gehört! Zum Kampf bereit! Bezirksparteitag der Berliner Sozialdemokratie. dm Plcnarsihungssaal des Preußischen Staalsraig wurde gestern abend der Parteitag der Berliner Sasialdemokratüchen Partei eröffnet. Der Saal ist geschmackvoll mit rotem Tuch dekoriert: an der Vorftandsestrade steht die Standarte des Bezirksverbandes, von der Zuichauerlribüne grüßen die Worte„Eiserne Aronl" und„Blit Otio Braun, wählt Liste 1!" Der Parteitag, dem Beichslagsabgeordneler E r i s p i e n als Vertreter des Parleivorstandes beiwohnt, ehrte zunächst die im öe- rickttsjahrc verstorbenen Porleimilglieder. Genosse Künstler erwähnte dabei vor ollem den zu srüh Heimgegangenen Parteivorsihen- den Hermann B1 ü l l c r. den Landtogspräsidenten Bartels, die Alten huncrk. Ewald und Wargarete Wengels und die beiden jungen Parleigenossen Schneider und Gras, die von Kazimordcrn gemeuchett wurden. Den ÄcschastSbericht gab Genosse Mendt. Daten und Geschehnisse des Berichts haben wir im„Vorwärts" vom sireitag bereits mitgeteilt. Der Bericht erstatter bezeichnet: das abgelauienc Kahr als das 2ohr der Not Verordnungen, des Lohn- und Gehaltsabbaues und des größten Steuerdrucks. Die Kritik an der Tolerierungspolitik habe der Partei nicht gesch-rdet: wo sie in: genossenschaftlichen Geiste, getragen von Verainwortiingsbewußlsem gegenüber der Gesamtheit geführt wurde, war sie mir förderlich. Abzulehnen sei aber Nörgelei um der Nörgelei willen. Stärkster Widerstand sei der nationalsozialistischen Bewegung entgegenzusetzen. In der Eisernen.kraul werden sich die gesunden Abwehrkräsie der Partei, der Gewertschasten und aller freien Organisationen vereinen, um endlich den faschistischen Mordbanden das blutige Handwerk zu legen. Dabei wenden wir uns ober auch an die Regierung und an den Reichskanzler Brüning. Wie lange will man es norh dulden, daß Republikaner in Braun schweig Vogel srei sind? Ptan beliebt eine merkwürdige Art, mit Küchcntlzol zu verhandeln: die Reichstagsiraktion wird sich damit noch beschäftigen müssen.(Sehr richtig!) Eines wollen wir heute mit aller Deutlichkeit aussprechen: Wenn man höheren Ortes nicht bald, s e h r b a l d gegen die national- sozialistischen Mordbrenner bhäricr vorgeht, dann ist unsere Geduld zu Ende!(Stürnüschrs Sebr richtig!) Deutschland darf uicht saschlstisch werden! Der.Berichterstatter ließ dann die politischen Geschehnisse des Jahres Renu» passieren. Bnm kommunistisch»reaktiv» nären Volksentscheid sei Reitergeneral Thalmann vom Pstrde zssolle», die B a n k e n z u l a m m e n b r u ch e, die Aurhebung der GoDwöhrunZ in vielen Ländern, der W stutz großer Kredite aus Deutschland haben dem Volk viel Kapital gekostet. Wir erlebten charzliurg und die Harzburger Front, die den unerbittlichen Kampf gegen die Republik auf ihre Fahnen schrieb. Sie ist zwar sehr schnell geplatzt— täuschen lassen sich die Sozialdemokraten da- durch allerdings nicht, denn Pack schlägt sich. Pack verträgt sich! Deshalb ist auch vom Vezirksovrstand der Hauptteil der Agitation in die Betriebe verlegt worden. Hier wurden die Nazis(und auch die Kommunisten!) geschlagen, geschlagen am 13. März zur Reichspräsidentenwahl, sch lagen werden wir sie auch am 1 l). April und bei der L a n d t a g s w a h l! dn die Betriebe die Hochburg der Partei zu verlegen, ist die Hauptaufgabe des Bezirkverbandes. Ln der Polemik gegen die Kommunisten verlas Genosse Weicht einen von der kmumuiiistvschen Zentrale verfaßten Bericht über die Tätigkeit kommunistischer Spitzel in der Sozialdeinokratischen Partei.(Lebhafte Psui-Ruse.) Bespitzelt wurden insbesondere die Abteilungen lö, 21, 25, 26, 40, 57, 90, 96, die Kreise Kreuzberg und Neukölln. Auch von der Führertagung der Eisernen Front und von R e s e r e n t e n b e s p r e ch u n g c n lagen Spitzelberichte vor. Die Kommunistische Partei verschmäht es also nicht, unsere Partei mit den Methoden des alten Polizei- staates gegenüberzutreten. Das nächste politische Ziel liegt klar vor uns, schloß Genosse Mendt: Am tO. April kommt es darauf an, den Hitler und Thälmann eine noch größere Niederlage beizubringen als im ersten Wahl- gang, hindenburg zu wählen, ist kein ftiassenverrat. sondern machlpolitische Notwendigkeit. Die Preußcnwahlen müssen der Sozialdemokratie den Sieg bringen über alle Gegner des Fortschritts und des Aufbaues.(Lebhasler Beifall.) Dem Genossen P a g e l s, der zum letztenmal den Bericht des Kassierers gab, widmete der Vorsitzende ehrende Worte des Danke- für seilte langjährige, treue Mitarbeit an der Führung der Geschälte. Pagets sei nicht nur der.Kassierer des Vezirksverbandc?, sondern e i n Stück Parteigcschichte schlechthin gewesen. Sein Humor. seine Urwiickisigkeit, gepaart mit einer Portion Grobheit: das ist Aler Pagets! Er ist der Tnp des Arbeiters, der, aus kümmerlichen Verhältnissen kommend, sich durch Fleiß und unbedingte Zuverlässig- keit das Vertrauen seiner Mitgenossen erworben hat. Genosse Pagets verabschiedete sich dann mit Worten des Dankes an seine Mitarbeiter. Oiskuision. In der D i s k u s s i o n sprach als erste Rednerin Genossin Böhm- Schuch. Sic o aßerte ihr« tiefste Befriedigung über die stark-.-,u> Nähme der weiblichen Parteimitglieder im letzten Berichtsjahr. Die Rednerin trat für die Wahl einer zweiten Frau m den Bezirksvorstand und die Annahm« eines dazu vorliegenden Antrages ein. Genosse SchWngcr goSemtsierte gegen ecrteit Antrag des Äreists Qrcße öffentliche Kundgebung Montag, den 4. April 1932, 191/2 Uhr, in den Tennishallen, Wilmersdorf, Brandenburgische Straße/ Polizeipräsident Albert Grzesiiiski spricht/ Rezitationen; Martha John Die Eiserne Front Berlins stöBt in dem Nazi-Westen vor! Hindenburg und der Stahlhelm. Eins uliimaiive Forderung. hei t>u Losung der Erlverbswsenftiage beljanSJeß. Durchzuführen sei nach dem Antrag die Verstaatlichung der Montanindustrie und der Landwirtschaft. Dre Mittel für die Itederleitung in die neue Wirtschaftsform seien zu nedmexi aus den gestrichenen slfentsn und Zlbfindungen der Fürsten, aus den gestrichenen Einkommen und Venstonen de? Doppewerdiener und aus den gestrichenen Einkommen aller Mitglieder staatsgefährlicher Parteien. Schützing« meinte, die Durchführung dieser Forderungen sei jetzt schwieriger denn je, denn der Einfluß der Partei ist beschränkt in einer Zeit, wo wir in der Regierung nicht vertreten stnd. Dq; realste Wirt- s ch a s t s p r o g r a m m sei das des A f A- B u nd e s, aus jeden Fall sei nötig, an die Quellen der Kraft vorzustoßen. Wo die zu finden sind, werde das noch zu hörende Referat über den Kampf um Preußen zeigen. Genosse Sohn entgegnete, daß es nicht auf die Fassung der An» träge, sondern darauf ankäme, daß wir wieder neue Ideen in die Massen.brachten. Zu ihrer Verwirklichung werden die Mosten der Soziakdemokratie denn mich die Macht gebe in Anträge. Der erwähnt« Antrag des Kreises Spandau wurde dem Parteivorstand und der Reichsragsjrattion überwiesen. Die werteren zur Politik und Taktik der Partei vorliegenden Anträge, dar- unier der vom 1. Kreis, der sich mit derselben Materie besaßt, wurden ebenfalls an die genannten Instanzen verwiesen. Ein Antrag des 11. Kreises, der die Partei anffordert, nllan Vcstrcbungen, die darauf abzielen, die Aushebung des Gold- ftandards in Deutschiand durchzusetzen, schärfsten Widerstand ent- gegenzusetzen, soll durch den Bezirksvorstand der Reichstagssraktion zugeleitet werden. An die Landtagssrakiion und an den Parteioorsiand soll ein Antrag. des 14. Kreises gehen. Darin wird verlangt, daß aus die Befriedung der innerpoiitifchen Verhältnisse dadurch eingewirkt wird, daß die kasernenrnäßige Zusanunenfassurrg der Nationalsozia- listen verboten wird. Folgender Antrag des erweiterten Vezirksvorstandes fand ein- stimmige Annahme: 1. Die Reichstogssvattion wird beauftragt, die in der Not- nsrordnung vom 8. Dezember 1931 getroffene Bestimmung:„Die Amtsgerichte und Mieteinigungsämter entscheiden ohne Vcisther" wieder zu beseitigen. 2. Durch die Senkung der fjausziilssteuer wird den ErwerÄs- losen, Sozial- und Kleinrentnern sowie Wohlsahrtsunterstützungz- smpiängern em« größere Mietbelasliing auferlegt, da die Sätze der lhauszinssteuererlasse sich zuungunsten dieser Volksgenossen aus- wirken. Den Mietern in Häusern mit schweizerischen oder anderen GoQmorkhypcckhcken wird ein Erlaß von Hauszinsstouer überhaupt nicht gswöhrt. Für diese Härten fordert der Bezirksparteitag von den in Betracht kommenden Stellen in Reich, Ländern oder Ge- meinden»in« Ausgleichung durch Gewährung von Mistbschilfen. Zum Geschäftsbericht lagen neun Anträge vor. Ange- nammen wurde ein Antrag des 14. Kreises, wonach alle sporttreibenden Parteimitglieder verpflichtet werden. räch dem Abgleiten de? Deutschen Turnerschast und anderer sog«. ngnmrer neutral«? Sportoerbände ins reaktionär« Fahrwasisr, nur noch den bundestreuen Arb siterl portoerainen sich anzuschließen. Die Mehrheit des Bezirksparteitages stimmte auch dem ersten Absatz eines Antrages aus Spandau zu, der alle Parteimitglieder zum Abonnieren des örtlichen Parteiorgans ver- pflichtet. An den Bezirksvorstand ilberwissen wurde die Forderung des S. Kreises nach Wiedereiniührunz der Jugend- und Frauen» btilage im„Vorwärts� und ein Antrag des Kreiles Spandau, der sich ebenfalls mit der Zugehörigkeit der Parteimitglieder in reaktionären Sportvereinen befaßt. Der Bszirksvoritand oersprach, diesen Antrag aus dem kommenden Reichs Parteitag einzubringen. Wahlen zum ÄezirkSvor stand. Die allen Bezirksvorstandsmllglieder wurden mit großer Mehr- bell wiedergewählt. Es sind dies Künstler. Lilke, S a b a l h als Vorsitzende. Umlauf und Schröder als Schrift- führer, Krille, Waldheim und Walhilde Wnrm als Beisitzer. An Stelle des in Penston gehenden(äknosten Pagcl? wurde der bisherige Betrisbssekretär des Bezirksverbandes, Genoste Adolf Holz als Kassierer gewählt. In den Parteiausschuh wurden delegiert Künstler und Mathilde Wurm, als Frauenvertreterinnen wählte der Bezir'sparteitag die Genossinnen Bohm-Schuch, Bor- mann und S ch e i b e n h u b e r. In die Preßkommisston, als Revisoren, als Parte werireter im Bezirksvorstand der sozialistischen Arbeiterjugend, in den Bezirksausschuß für Arbeiterwohlfahrt, als Reoisorsn für die Arbeiterwohlsahrt und in den Bildungs- uusschuß wurden die vom erweiterten Bezirksvorstand vorgeschlagenen Genossen und Genossinnen gewählt. Damit war die für den Sonnabend vorgesehene Tagesordnung des Aezicksparieitages erledigt. Im Anschluß daran lief eine Licht- d i l d e r r« i h e. die in der Wahlagitallon zum Preußischen Landtag oerwendet werden soll. Am morgigen Sonntag wird der Bezirks- Parteitag ein Referat des Landtagsabgeordneten Genosien Harnisch Über den Kamps um Preußen hören und im Anschluß daran die Aulstellunz der Kandidaten zur Landtogswahl vornehmen. Zollforderungen der Landwirischafi. Brandes wiedergewählt. ' Aul der 14. Hauptversammlung der Preußischen H a u p t l a n d w i r t f ch a f t s k o m m e r, die am Donnerstag in Berlin stattfand, wurde des bisherige Präsident Brandes in seinem Amt bestätigt. Di« Versammlung nahm eine Entschließung an, die in Heber- «instimmung mit dem Programm der Grünen Front«ine Kon- tingentierung der Einfuhren und höhere Butter- und Käsezölle fordert. Man glaubt, mit höheren Zöllen u. a. eine bestere Rentabilität der Milchwirtfchost zu erzielen. N'chts vergessen und nichts hinzugelernt. keine Llstenverbinduugen. Die Deutsche V o l l s p a r t e! und die Staatspartei erklären, daß sie völlig selbständig in die Preußemvahl gehen und mit keiner anderen Partei Listenvsr- bindung eingehen werden. Die„Landvolknachrichten" verbreiren eine Meldung, wonach sich der Reichspräsident von Hindenburg nachdrücklichst vor die- jenigen Stahlhelmmitglieder stelle, die ihm im ersten Wahlgang dieTreue gehalten hätten und deshalb vom Stahl- Helm gemaßregelt worden seien. Cr habe die Bundesleitung des Stahlhelm aufgefordert, ihm bis zum 5. April mitzuteilen, ob sie bereit sei, die Maßregelungen zurückzunehmen. Vom„Stahlhelm� wird diese Meldung bestätigt, man klagt jedoch über„Indiskretion". Der Reichspräsident ist bekanntlich Ehrenmitglied des„Stahlhelm". Der richtige Mann für Hitler. Oer Exkronpnnz als fuhrende Person des deutschen Geisteslebens. Der E x k r o n p r i n z, der sich im Gegensatz zu seinem Bruder August Wilheln bisher mit Hugenberg verhalten hatte, hat eine Verlautbarung öffentlich bekanntgegeben, daß er im zweiten Wahl- gang H i t l s r wählen werde. Wir sind mit der öffenllichen Partei- nähme dieses Mannes für Hitler voll ständig zufrieden. Sie ist ein Stempel für Hitler. Für Herrn Hugenberg wird sie indessen bitter sein, sie zeigt ihm, daß er nichts mehr bedeutet— nicht einmal mehr für die Familie Hohenzollern hat er noch politischen Kurswert. Auch Herr Brüning wird sich nun vielleicht überlegen, ob er ein zweites Mal mit dem neuesten Hitler-Freund frühstücken soll. Für die Nazipropaganda hat diese Erklärung eine ganz de- sondere Bedeutung. Großspurig war angekündigt worden, daß ein Aufruf führender Personen des deutschen Geisteslebens für Hitler veröffentlicht werden würde. Die Veröfsentlichung ist erfolgt. Wir haben die Liste der Unterschriften studiert und haben die führenden Personen des deutschen Geisteslebens mit dem Mikroskop gesucht, konnten aber nur den einzigen Prof. Dr. Bier entdecken— sonst nichts. Aber nun ist ja noch ein zweiter Repräsentant des deutschen Geisteslebens vorhanden, und was für einer: Friedrich Wilhelm, der Exkronprinz! An der Geistigkeit der Hitler-Bswegunz ist nun kem Zweifel mehr. Razi-Wahllügsn. PropagavOa mit dreistem Schwindel. Die Hauptgsschäftsstelle der Hindenburg-Ausschüsse teilt mit: Der„Völkische Beobachter' in München schreibt in seiner Nummer öl vom 31. März folgendes:„Wie wir erfahren, wurde am Karsamstag in Dietramszell aus der.Lindenburg-Spende" jedem Bauern die„unerhörte" Summe von S Mark(fünf Mar!) ausbezahlt. Warum wohl? Stimmenfang, Ihr Herren vom Hinden- burg-Ausschuß?!" Wir stellen hierzu fest, daß von keinem der Hindenburg-Aus- schüsie eine solche Auszahlung veranlaßt worden ist. Wir stellen ferner nach Erkundigung an zuständiger Stelle fest, daß auch von der„Hindenhurg-Spende", d. h. dem Ertrag« der Volksspende, der dem Herrn Reichspräsidenten an seinem 80. Geburtstage für besondere Unterstützungszwecke zur Verfügung gestellt wurde, Aus- Zahlungen nach Dietramszell natürlich nicht erfolgt sind. Ferner stellen wir nach Erkundigung in Dietramszell selbst fest, daß dort von der im„Völkischen Beobachter" behaupteten Aktion überhaupt nichts bekannt ist. Das Ganze stellt sich also als«ine grobe Unwahrheit heraus. Küchenthal redet. Groeuer schweigt noch immer. Braunschweig, 2. April. In einer Besprechung mit den Vorständen der beiden Regie- rungsparteien des Landtags erstattete Minister Dr. K Ü ch e n t h a l Bericht über seine Begegnung mit Reichsinnenminister Dr. Groener in Harzburg. Die Besprechungen waren vertraulicher Natur. Mi- nister Dr. Küchenthal hat die Gerüchte und Behauptungen über die Zustände in Braunschweig richtigstellen können. Dr. Hindenbnrg,„der Faschist". 52,6 Mill. für Faschismus, Kapitalismus und Lohnraub? Die„Note Fahne" fährt fort mit ihren krampfhaften Hirn- Verrenkungen, um für die Thälmann-Parole zum zweiten Wahlgang etwas wie eine Begründung zu finden, Sie nennt deshalb die Ent- fcheidung zwischen Hindenburg und Hitler eine Wahl„zwischen zwei Faschisten" und versichert, wer gegen Faschismus, Kapitalismus und Lohnraub fei, müsse sein« Stimme dem kornmu- nistischen Nochmals-Zähltandidaten geben. Am 13. März wurden nicht ganz 5 Millionen Stimmen für Thälmann abgegeben, ober 32,6 Millionen für die anderen Kandidaten. Ist die Theorie der„Roten Fahne" richtig, dann haben am 13. März 32.6 Millionen für den Faschismus gestimmt und nicht ganz 5 Millionen gegen ihn! 32,6 Millionen deutscher Wählerinnen und Wähler haben sich nach derselben Theorie am 13. März für das kapitalistische S y st e m cusgesprocheu und nicht ganz 5 Millionen für den Sozialismus! Ebenso ist nach dieser kommunistischen Theorie die R e d u z i e- rnngderLöhne und Gehälter vom deutschen Volk mit der- selben ungeheuren Mehrheit--- 86,8 Proz. gegen 13 2 Proz.— srii- geheißen worden! Das alles ist zwar der größte Vlödsmn, der jemals erfunden worden ist, aber es ist hundertprozentig linientreuer Kommunismus! Groener Hot die gegebenen Aufklärungen entgegengenommen und dürste sich die objektive Beurteilung der in der Peffent- lichkeit behaupteten Vorgänge und die pflichtgemäß« Prüfung im einzelnen vorbehalten haben. Jedenfalls hat die Aussprache der beiden Minister eine durchaus klärende Wirkung gehabt. Alles legal? Oer Spihelupparat der NSDAP. Die Gauleitung Westfalen der NSDAP, hat ihren Orts» gruppen kolgeriSes„st r e n g vertrauliche" Rundschreiben Übermittelt, das wir als Illustration zu den ewigen Legalitöts- beteuerungen der Nazis wiedergeben: „Sämtliche Ortsgruppen werden gebeten, einen geeigneten Pg. ausfindig zu machen, der dem Gau fortlaufend nach folgenden Gc- sichtswinkeln im Verein mit der Ortsgruppenleitung Meldung ein- reicht: 1. Persönlichkeiten in der Verwaltung, Justiz, Schulwesen und Polizei, die sich uns gegenüber bislang ablehnend ver- folgend und besonders gehässig erwiesen hoben. 2. Persönlichkeiten in Verwaltung, Justiz, Schulwesen und Pali- zei im dortigen Bereich, die in dem betreffenden Gebiet bewandert find und von uns im Sinne der NSDAP, einmal angesetzt werden können.— Ich mache darauf aufmerksam, daß für den zweiten Teil nur Leute in.Frage konunen, die 1. fachlich einwandfrei geeignet sind, 2. charakterisch anständige Menschen. 3. möglichst natianalsozialistisch «ingestellt oder gar organisiert, 4. bestimmt gute Deutsche sind und 3. zuverlässige Charaktere sind. Diele vorbezeichnete Aufgabe verlangt außerordentlich gewissen- Haftes Arbeiten und Prüfen an Ort und Stelle, damit der Gou späterhin nicht durch falsche Meldungen mit einzelnen Personen in unangenehme Siruatiomn geraten kann. Schärfste Perjonenprüfung ist hier am Platz«. Die zu meldenden Persönlichkeiten nach beiden Gesichtswinkeln sind möglichst mit vollen Personalien. Alter, Stand und Wohnort auf einem ganz gesonderten Personalbogen nach hier einzureichen. Sämtliche Ortsgruppenführer sind gehalten, dem Gau umgehend die am Ort und in der Umgebung bekannten örtlichen Führer der marxistischen Parteien unter genauer Angabe der Personalien und des Wohnortes anzugeben. Es ist eins individuelle u n m e r t l i che K o n t r o ll e dieser Leute insofern einzuleiten. als sters festgestellt werden muß. wo sie s i ch z e i t w e i! i g a u f- halte». Bezirks- und Ortegruppenführsr werden gehalten, von jeder Veranstaltung, die seiiiens der Marxisten in Form von öffent- lichen Aufmarschen und dergleichen stattfinden, frühzeitig dem Gau Mitteilung zu machen unter möglichst genauer Bekanntgabe der vor- gesehenen Tagung." Vernazie Justiz» Was sich ein preußischer Richter erlaubt. Hannover. 2. April.(Eigenbericht.» Der Oberpräsident in Hannover teilt mit:„Aus Antrag eine» nationalsozialistischen Rechtsanwalts hatrr Erhaltung des Msterichutzes, glelch nach Erfüllung des jetzt noch m Ausführung begriffenen 60 000-Wohnungsn-Vauprogramm?«in westeres 20 000- Wohnungen-Bauprogramm in Angriff nehmen werde. Da selbstverständlich auch bei dieser Wahl die Staats- Politik die Hauptrolle spiest, ging Brestner mm gründlich auf die Bankskandale und ihre Folgen ein. Einleger und Aktionäre sind um hunderte Millionen geschädigt. Di« staatliche Postsparkasse hat schon vor Jahren 2S0 Millionen an der Börse verspekuliert. Durch Berschweigung der wirklichen Verlust« der Kreditanswst bat man dem Nationalrat die S t a a t s h a f t u n g für diese Verluste Es werden wieder Spezialisten geopfert sür die Sünden des Regimes! Der Fleischmangel ist ein« direkte Folge der Sla- lin schen Politik. Die Kulaketweriolgung und die Zwangs- kollektioierung Ixiben zu einer weitgehenden Abfchlachtung des Viehstapeis geführt. Stalin hat deshalb einen Rück- z u g angetreten: es wird künfng den zwangskallektioierten Bauern gestattet, eine Kuh, Schweins und Geflügel als Privateigentum zu halten, ahne daß sie deshalb als Kulaken verfolgt werden. Damit nicht die Meinung entsteht: Stalin ist schuld, wie dieser Rück- zug beweist, werden 130 Direktoren als Schädlinge ab« geschlachtet! Run weiß die städtische Bevölkerung; Fleisch gibts nicht, obwohl Väterchen Stalin alles so. schön vorgesehen haste, weil zehn Dutzend Direktoren, Speze mst höherem Einkommen, sabotiert baden. Di« Frage ist. ob die Bevölkerung es glaubt. Es ist möglich. daß sie es glaubt: denn schlechte Meinungen über Stolin zu haben, ist gejähriich. und an den Direktoren darf man die aufgespeicherte Wut auslassen. Für deutsche Arbester aber, die von einer nicht von der Sowjet- diktatur abhängigen Presse unterrichtet werden, sind die Zusammen- hänge klar. Wo bleiben die Lügen der kommunistischen Presse in Deutschland, wenn die Sowjetregierung selbst feststellt, daß erhebliche Schwierigkeiten in der Lebensmittelversorgung der Städte und der Ar- beitergcbiete bestehen? GichersieZlung der Renten. Die Schwierigkeiten in der Sazialverfichenmg. Der vom Sozialen Ausschuß de? Reichstags zur Prüfung und Behebung der schwierigen Lage der Sozialver- f i ch e r u n g eingesetzte Unterausschuß hat eine E n t j ch l i e- ß u n g angenommen, worin.die Reichsregierung aufgefordert wird. die zur Erhaltung der Liquidität der verschiedenen Zweige der Sozialversicherung notwendigen- Maßnahmen unverzüglich zu treffen. Tie Bereitstellung und Sicherung der oronungsgemäh er- wordenen Renten für über S>- Million«« Empfänger allein aus der Invalidenversicherung, die sonst aus der öffentlichen Fürsorge ganz oder teilweise unterhalten werden müßten, orfordere mindestens das gleiche Maß Entgegenkommen der Reichsregierung. wie es bc! den" Hilfsmaßnahmen für andere Beoölkolungskreij«, z. B. bei der HUfe für die Banken, die Industrie und die Land- Wirtschaft, sichtbar geworden sei. Ministerialdirektor Dr. G r i e s e r vom Reichsarbestsministerwm wachte von neuem darauf aufmerkjaw, daß die Invaliden- Versicherung dauernd mit Untcrbllanz arbeite. Etwa 70 Mil» lwnen Mark Ausgaben stünden S5 bis S8 Millionen Mark Ein- nahmen pro Monat gegenüber. Das Gerede über den Bankrott der IV. sei allerdings völlig abwegig. Di« Invalidenversicherung habe 11S0 Millionen Mark an Werlpapieren, Darlehen»nd Hypo- theken. Die SchwierigkeUen bestünden nur darin, daß von diese,» Guthaben kein, Rückzahlungen erfolgten. Die Notverordnung bringe «wa 100 Millionen Mark Ersparnis. Trotzdem sei aber mit einem erheblichen Defizit zu rechnen. Der Knappschastsvcrjiche- r u n g gehe es noch schlechter. Für das«rite Etotmerteljahr sei der entsprechende Teilbetrag der Rcichshilse barestgestcllt. In. der 11 n- falloersicherung seien durch die Notoerordnung der Land- Wirtschaft 25 Prozent und dem Gewerbe etwa 33 Prozent Ausgaben erjpart. Trotzdem werde wieder ein starker Druck auf die Regierung ausgeübt, eine allgemeine Kürzung der Ilnfallrsntsn vorzunehmen. Dogegen wehre sich die Regierung. In der Aussprache fordert« der sozialdemokralisch« Abgeordnete Karsten, daß zunächst einmal über die finanziell« Sicherung der Versicherungsträger geredet werden müsse, bevor man zu den vor- liegenden Anträgen Stellung nehme. Wenn die Versicherungen keine Mistel erhielten, seien sie nicht in der Lage, die Reisten- leistungen zu erfüllen. Das Reich müsse unbedingt hel- f e n Die vom Reich der Invalidenversicherung gegebenen— bis 1935 unkündbaren— Schaganweijungcn seien jeinerzeit gegen den Widerstand des Ausschusses bewilligt worden. Auch die Versiche- rungsn hätten sich gegen diefe Darlehenshingobe gewehrt. Es sei nicht zu ertragen, wenn jetzt die Versicherungen, die ihr Geld brauchen,«ilifach vom Reich im Stich gelassen würden. Ein Vertreter dos Reichsfinanzministeriums erklärte, daß die Rentenzahlungen jedenfalls sichergestellt würden." Der vof'sparkeitiche Reichsiag sabgc.o rdnctr Walter Tauch hqt sein Reich?tagsmand«st niedergelegt. Der Präs«» der Hamburger Detaillistenkammer. Heinrich Äornboend, ist sein Rachsolger aus der vostsparteilicheu.Liste und hat sich bereit erklärt/ das Mandat zu übernehmen. Die Freisprechung dos Hitleriaoers Leh von der Anklage, die homosexuellen Beziehungen zwischen seinem Pg. Toth und dem jüdischen Gemeindevorstsher Fischer in Hollabrunn(Oesterreich) zu einer Gelderpressung an Fischer ausgenutzt zu haben, wird vom Staatsanwalt durch Berufung angefochten,- Zettuugsverdot in Ifiagdeburg. Der Oberprösident der Provinz Sachsen hat die kommunistisch« Tageszeitung„Tribüne" aus fünf Tage verboten, weil in dieser Zeitung der Reichspräsideni, der Reichskanzler, der preußisck Minister des Innern und die ächtlich gemacht worden sind. e Ministerpräsident, der preußische olizei beschnnpst und böswillig orr- Kehraus mit Hitler! Unsere nidislen VersnslaSfiungeii; Montag, den 4. April: 85. AbL 19 J Uhr Im ,.Birkenwäldchen", Tempelhof. Mdnteuffel- sfraßc. Frauenwerbaveranstaltung. Referat der Genossin Käthe Kern. BVG. Bahnhof Nordend. 19 Uhr im lokal Sanssouci, Kaiser- Wilhelm-Straße 43. Referent: Georg Kiaußner, MdL. Dienstag, den 5, April: t, Kreis— Mitte, 1 93.1 Uhr in den Sophiensäien, Sophienstr- 18, öffentliche Versammlung. Referat des Genossen Dr. Otto Friedländer. S.Kreis— Wedding. 191- Uhr, drei öffentliche Kundgebungen: im„Swinemünder Gesellschaftshaus", Swinemünder. Str. 42, Referent: Fritz Schröder; im oberen Saa! der„Atlantiksäie", Behmstraße, Bahnhof Gesundbrunnen, Referent; Erich Kuttner, MdL; in der„Hochschulbraueroi", See- Ecke Amrumer Straße, Referent: Robert Breuer. 10. Kreis— Zehlendorf. 20 Uhr im„lindenpark", Zehlendorf, Berliner Straße, öffentliche Kundgebung. Referat des Genossen Max Heydemann. 11. Kreis— Schöneberg. 20 Uhr im Rathaus Friedenau, am lauterpialr, Referat des Genossen Dr. Richard Lohmann, MdL. 18. Kreis— Weißensee. 20 Uhr im„Schloßpavillon", Berliner Allee 205-210, öffentliche Kundgebung. Referent: Arthur Crlspien, MdR. Kaisers Kaffee-Geschäft, Spandau. 16 Uhr im Lokal„Alpenfranz", Betriebskundgebung. 45..Abt 20 Uhr in„Rabes Festsälen", Fichtestraße 29, öffentliche Kundgebung. Referat des Genossen Karl Litke, MdR. 08. Abt 19'» Uhr im„Dresdener Garten", Dresdner Straße 45, öffentliche Kundgebung. Referat des Genossen Georg Kiaußner, MdL 108. und 108a Abt.— Copenick. 20 Uhr, öffentliche Kundgebung im Stadttheater, Friedrichstraße 6, Referent; Wilhelm Dittmann, MdR. 109. AbL— Friedrichshagen. 20 Uhr, öffentliche Kundgebung im großen Saal des„Gesellschaftshauses", Friedrichshagen, Friedrichstraße 137. Referent: Genosse Stelling, MdR. 128. Abt.— Pankow. 193- Uhr öffentliche Kundgebung im „Kurfürsten", Berliner Straße 102. Referat des Genossen Dr. Haubach. Arbeitsamt Mitte. 16?- Uhr,„Hackeschen Hof", Rosenthaler Straße 40-41. Referent; Otto Meier, MdL Allgem. Ortskrankenkasse Berlin. 16 Uhr,„Alhambra Festsäle", Wallner-Theater-Straße 15. Referent: Hans Gotlfurcht vom ZdA. Statistisches Reichsamt. 16'- Uhr,„Nationalhof", Bülowstr. 37. Referent: Ernst Hildebrandt, Polizeisekretär. Bezirksamt Mitte. 16% Uhr,„Rosenthaler Hof", Rosenthaler Straße 11-12. Referent: Robert Bredow vom Ortsausschuß des ADOB. Mittwoch, den 6. April: z. Kreis— Wedding. 19'- Uhr zwei öffentliche Kundgebungen: in der„Patzenhofer-Brauerei", Chausseestraße 64, Referat des Genossen Dr. Richard Lohmann, MdL. in den„Pharus-Säien", Müllerstraße 142, Referat des Genossen Erich Kuttner, MdL. 11. Kreis— Schöneberg. 19% Uhr im„Gesellschaftshaus des Westens", Hauptstraße 30-31, Frauenwerbeveranstaltung, Referat der Genossin Gertrud Hanna, MdL;„Gegen Reaktion und Terror im Reich und in Preußen", Rezitationen der Genossin Martha Tohn, ferner Mitwirkung des Arbeiter- Mandolinen-Bundes. 39. und IQ. Abt. 19% Uhr in den„Kammerssien", Teltower Str., öffentliche Kundgebung. Referat des Genossen Hermann Harnisch, MdL. 41. und 42. Abt. 19?- Uhr in„Klein? Festsäien", Blücherstr. 61, öffentliche Versammlung. Referat des Genossen FritzSchröder. 46. Abt. 19% Uhr in der Schulaula Görlilzer Str. 51, öffentliche Kundgebung. Referent; Georg Kiaußner, MdL. Staaken. 19% Uhr im„Sportpalast", Lehrter Straße, öffentliche Kundgebung. Referentin: Marie Ouchacz, MdR. Hammerschaft Osram A. Nach Arbeitsschluß in der Schulaula, Rostocker Straße, öffentliche Belegschaftsversammlung. Referent; Karl Dresse!. Donnerstag, den 7. April: 7. Kreis— Charlottenburg. 19% Uhr im„Türkischen Zelt", Berliner Stiaße 53, öffentliche Kundgebung. Referent; Dr. Richard Lohmann, MdL. Spandau. 19% Uhr in der lubiläumsturnhalle, Moltkestraße, öffentliche Kundgebung. Referent; Kurt Heinig, MdR. 11. Kreis— Schöneberg. 19% Uhr, öffentliche Kundgebung in der Hohenzollernschuie, Beiziger Straße Ecke Eisenachcr Straße. Referent: Dr. Richard Mischler. 12. Kreis— Steglitz. 19' Uhr in den„Lichterfelder Festsälen", Zehlendorfer" Straße 5, öffentliche Kundgebung. Referent; Dr. Haubach. Dahlem-Dorf und Umgegend. 20 Uhr im Lokal Schilling am U-Bahnhof Dahlem.„Eiserne-Front-Kundgebung". Referent: Dr. Pähl. Lichtenrade. 20 Uhr bei Rohrmann, Hilbertslraße 19.„Eiserne- Front-Kundgebung". Referent; Stadtrat Carl Wermuth. 120. Abt.— Friedrichsfeldc. 20 Uhr bei Tempel, Prinzenallec 45, öffentliche Kundgebung. Referent; Dr. Otto Friedländer. 133. Abt.— Buchhoiz. 20 Uhr bei Kaehne, Berliner Straße 39, öffentliche Kundgebung. Referent; Fritz Schröder. Sonnabend, den 9. April: Tempelhof. Demonstration von Dorfstraße, Mariendotf. Treffpunkt 6 Uhr. Marsch mit Musik nach dem Birkenwäldchen, Tempelhof Anschließend Kundgebung gegen 7% Uhr. Referent; Stadtrat Erich Raddatz, MdL. 135, Abt.— Karow. 20 Uhr bei Meye, Dorfstraße 1, öffentliche . Versammluno. Referent: Max Brinitzer. Monniert die Zeitung der Aand- und Kopfarbeiter! Ich abonniere die volle Ausgabe des„Vorwärts zweimal täglich frei ins Haus zum Preise von 3,2? Mt. pro S? Monat(pro Woche 75 Ps.). � Ich abonniere den„Sonntag- Vorwäri»" zum � Preise von 55 Pf. pro Monat. 3 (Nichtzutreffendes bitte zu durchstreichen.) 5 Name:_ Wohnung: .Straße Nr.. Männ&r und Frauen! Erscheint in Hassen! vorn_ Hof— üuergeb.— Seilenfi._ Tr. linfs— rechts< Ausfüllen und einsenden an den Verlag des„Vorwäris", Berlin STD V8. Lindenstraße 3. Wegen Veieidiguiig des bayerischen Ministerpräsidenten Dr. Held mtirde, wie die„Schmäbijlhe Volkszeitung" meldet, der N e> ch s- bahn ober fekretär Hellebrand aus Augsburg vom Amis- gericht Kaufbeuren zu vier Monaten Gefängnis und zur Dragung der Kosten und der Äerönenilichung des Urteils itt der „Kaufbeurer Zeitung" verurteilt. Hellebrand halle beleidigende Vor- würfe gegen den lntycriichen Ministerpräsidenten erhaben. Hugo kau», der bekannte Äontponist, ist Sonnabend plötzlich infolge eines Schiagansälls gestorben. Kann war am 2l Mörz 1863 in Berlin geboren. Er erhielt eine ausgezeichnete innsikalisthe Erziehung und wanderte 1887 nach Amerika aus, wo er sich zunöchn hart durchkämpfen mußte. Anfänglich spielte er als Kafseehaus- mustker und war froh, sich gerade über Wasser halten zu tonnen, bis es ihm schließlich gelang, in Milwaukee als anerkannter Musik- lchrer und Ehordirigciit festen Fuß zu fassen. 1002 trat er als vermögender Manu die Rückreise nach Deutschland an und nahm in Berlin-Zehlendorf seinen endgültigen Wohnsitz. Hier entstanden Neben Orchester- und Kannncrmiisikwcrken zahlreiche Klavierstücke und vor allem Monnerchorwerke, die großen Erfolg hallen. Auch als Liederkomponist verschofffc sich Kau» Anerkennung. Seine Opern, die 1017 entstandene„Sappho", der 1020 in Dresden aufgeführte„Fremde" und die 1025 der Oefseutiichkeit übergebcue „Mcnattdra" baiten nur Deilersolgc. Kann gehörte musikalisch der gemüßigt sortschiilllichen Richtung" an. Trotz zweifellosen Könnens hat er niemals die innere Verbindung mit den breiten Massen des Volkes fiichen können. Aus diesem Grunde hat er nur in einem verhältnismäßig kleinen Kreise Widerhall gefunden. sGcLucvrsrsiaftlichcs siehe-t. Beilage.) ritcrantwoettich sitr Pollllk: Victor ckch'i!: Kirtschuft:>s. Kling-tdotcr Verlag: Vorwärts. Verlag G. m. h. H.. und Lerlagsanstalt Paul Einger u. Co.. Berlin ED. sz. Lindenstragc 3. Hierzu z Beilagen. in den Lckausensksen und in den Abteilungen: Publik urns-Urloll« über N. 3.- Qualiläten. Briefe und bisübcrSO Jahre im Gebrauch befindlkhn Waren zeugen für die Güle der N. J.•Qualitäten. IKSIN-WKRBE-VBRKAUF DAS KAUFHAUS IM ZENTRUM DAS ZENTRUM DES EINKAUFS Fahrtver- bindungeni Mit d. Stadtbahn« Alexanderplatz. Mit der U- Bahn: Klostentr Alexanderpl. Mildem Autobus: Linien 8, 12, 14, 19, 21, 30. Strassenbahn: Linien 27,28, 17, 64,60,62,64,65,69,7 1 ,72,73, 7476,88,99,1 28,1 48,1 74,176,1 99 snabgabe ehalten Bern barg-Georgette bedruckt. Kunstsolde, � moderne Punkt- u. Fontosie- f jVoJ mustsr, ca. 96 cn# Meter\Jxsma Reinwollen. Frisella � einfarbiger Kleiderstoff, f|95 In neuen Farben, Meter\Jmmm Kleider- u. Mantelstoffe grösstenteils re/n e« IVo //e, einfarbig und ge- 1 y.� mustert, 730,140 cm, Meter I mm Crepe Marocain bedruckt, Kunst-». seid«, moderne Muster, i Z«) ca. 1 00 cm b re it, M stsr i»«» R s a u d' a n g e od. Crkp* S*t/n, schv/ere Kunstseide, furBUisen u. Kleider, ca. 100 cm breit, Meter Makotuch echt ä g y P t f s e h.(j 1 9 80 cm breit, Meter R e i n wo 1 1 s n e r Sportanzug für Herren(Golfhose!, moderne Muster Oberhemd Trikolett. unterfutterte- Bru5% Kragen und Stoff 1 90 für trsatzT. anscr. efJen J tmm Selbstbinder reine Naturseide, modern. kleine Muster, breite form Herren-Hose echt ägypf. Mako, zwei-- fädig. weiss, vorzügl. Strc- 1 oJ) pozierquolität, Gr. 3 bis 5,7| wem Afghalainekleid reine Wolle, mit• A~rc l-'ond- Hohlsaumpasse, 1 AV 5 v/eisse Ripsgarn? für| j nn Damen- Mäntel modern« reinwolle'«_ n e Stoffe, neuester 8// Z> Schnitt, ganz gefüttert I f mmm C o m p I e t kunstseidener Marocain,_ �_ moderne Tupfenmuster, I andersfarbige Bluse I 7 tr*m Damen- Pullover reine Wolle, filctartiq gestrickt, Oberteil und Puff- �_ crmcldien mit weissen y 40 Wollru sehen besetzt JL- nsm Nachthemd f> Damen, farbig Batist,| 90 mit Handarbeit I Damen-Schlüpfer Tischtuch Reinleinen. �ac-G65 qutrd, 1 30/1 60 cm JLeme Küchenhandtuch Reinleinen, grau- weiss, bunt gestreift, 45/ 100 cm Frottierhandtuch weiss Jacquard, �38 mit Indanthren-Konten\Jm»* Ueberlaken linon, mit Stickerei- 045 ansatz, 150X260 cm Okwb tOE vorzüglicher Kunstseide r. e r Trikot, moderne Forben, Grosso 42 bis 43 C o r s e I e t feiner Mako- Satin, mir � Rückenschnürung, sehr J35 (iute Fcssfcrm, Seitenschluss JLwmm Damen- Strümpfe icünstlicheWaschseido�räf- � t go Florsohle, weiche, ge-(j58 schmeid.Quaiität, mod.Forb. 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Wenn das Geld lockerer fiyen würde als gerade in diesen Tagen, wir könnten etwas erleben an Umzügen. So aber muhten sich 25 000 von den Kündigern bescheiden: eines Tages pochten sie beim chauswirt an die Tür und sagten: cherr Pfeiffer, >s war ja gar nicht so gemeint und der Herr Pfeiffer antwortete, dann sei alle- vergessen. Die andere Hälfte jedoch nahm in den eben hinter uns liegenden Tagen wohlgemut den Kampf auf. In jeder Straße, und war sie noch so klein, standen die Möbelwagen: früh um sieben Uhr ging es los und es war bereits wieder nachtschlafende Zeit, als die letzte Kommode in der neuen Wohnung verstaut mar. Die ganze Umzieherei traf diesmal nur etwas unglücklich, weil die Gefahr besteht, daß 25 000 Berliner Familien, das find mit Angehörigen immerhin 75 000 Menschen, das Wahlrecht verloren geht, weim sie nicht schleunigst alle Schritte unternehmen, nm trotz des Umzuges am 10. und 2 4. April ihre Stimmen abgeben zu können. Aon der Hand in den Mund. Bon wenigen Berufsgruppen abgesehen, leben die Menschen heute von der Hand in den Mund. Wer von einer 60-Mark- Oleubauwohnung in eine öO-Mark-Altbauwohnung ziehen will, der rechnet nicht auf fünf?ahre voraus, daß er pro Jahr 120 Mark Mietzins un!t in fünf Jahren 600 Mark sparen würde. Gr sagt sich vielmehr, was nutzt mir die monatliche Ersparnis von 10 Mark, ivenn mich jetzt der Umzug beinahe 200 Mark kostet, die ich nebenbei ggsagt gar nicht besitze. Aljo sind' die Leute wohne» geblieben. Bei wem es' dagegen zur vollkominenen Unmöglichkeit geworden mar, noch weiter 60 Mark Miete zu erschwingen, der ist gezogen. Da fuhr aber kein 6-Mcter-Möbclwagcn mit wohlgenährten Pferden vor das Haus, sondern die Pferde harten allesanit nur zwei Beine. Den Wagen, den hatte der Kuhsiall gepumpt, wo Frau Riebe immer Milch geholt hatte und dann wurde Mar Bescheid gesogt, der brachte Paul mit und Paul meinte, Adolf könne auch mithelfen. Seitdem die Menschen sich nicht mehr einen halben Eichwald in die Stuben stellen, geht das ja auch: die Möbel find gefälliger geworden, nicht mehr fo klobig, jeder Schrank ist ohne Mühe auseinanderzunehmen, da können eben auch einmal arbeitslose Buchhalter den Ziehmann spielen. Den Arbeitslosen, die von einer teueren in eine billigere Wohnung zogen, durfte der Umzug nichts kosten, einer half dem anderen und die Helfer meinten nur: „Laß man, Karl, ist schon gut, ein andermal", wenn Karl als arbeitsloser Hausherr traurig den Kopf geschüttelt halte:„Kinder, ihr schwitzt wie die Affen, aber ich kann euch keine Flasche Bier geben, ich besitze keinen Groschen". So war das taufend- und aber tausendmal gestern wie vorgestern in Berlin. Zum anderen machten die Hauswirte Stilaugen, wer denn da nun eigentlich angezogen kam. Denn so etwas Genaues war es doch nicht, es mußte doch etwas gewackelt haben, wenn die Leute ihre schönen Wohnungen, in denen sie bisher gelebt hotten, plötzlich verliehen und eine engere, kleine bezogen. Und da einen Arbeits- losen kein chanswirt gern nimmt, liehen sich die Paschas Mietsicherheiten geben, meist 100 Mark. Nachdem die Klippe der Umzugskosten durch die Hilfe von Max. Paul und'Adolf glücklich umschifft war, muhten noch die 100 Mark Mietjicherheit aufgetrieben werden. So wurde in diesen Tagen Gott und die Welt angepumpt, bis die Nacht hcrcürfank und eirdlich die Bettstellen in der neuen Wohnung zusammcngehakt werden konnten. Reparierte Schönheit. Aber da» ist noch längst nicht olles, was es an Schwierigkeiten zu überwinden gab. Da war in der neuen Wohnung die Koch- Maschine windschief und kein Lehm mehr im Feuerloch, die Stube hatte keine Tapete, sondern war nur mit gefärbter Schlcmmkreide bestrichen, dos Fensterspind war auseinandergefallen, die Dielen waren abgetreten und die Fenfterkrenzc abgegriffen, alles war vernagelt, die Leute, die vorher in der Wohnung waren, hatten noch r och Urgrohinntters Btodc alle Töpie an die Wand gehängt und dos schlimmste war dos Riefenloch an der Wasserleitung. Da war emmak das Rohr verstopft und damit die Klempner herankonnten, hotten sie einfach ein Loch in die Wand gemeißelt. Nun begann das Arbeiten. Erst mal wurde die Decke ge- fiWcmmt Ein Viertelzentner Schlemmkreide wurde geholt, dazu auf jeden Eimer ein Pfund Leim, obendrauf für 20 Pfennig Farbe. orange, grün oder blau, je nachdem die Leute die Decke haben wollten, und alles machte zusammen etwas über einen Salaban — 2 Mark. Dann kam die Tapete für die Stube, 14 Rollen a 75 Pfennig, dazu 15 Pfund Roggenmehl als Kleister: schon waren wieder 13,20 Mark weg. Dann 15 Pfund Gips zum Ausschmieren der Löcher, für einen Taler weihe Farbe für die Fenster und Türen, für zwei Taler Farbe für den Fußboden, dann noch für fünf Mark Oelkarbe für die Küche, es kam ein Heidengeld zusammen. Und wenn Karl nicht Metallarbeiter gewesen wäre, dann hatte er noch Kegistreafar oferStimtnUsten* tf/vB&r ÄWSl KcrUn ein neues Sicherheitsschloß kaufen können, dos auch 15 bis 20 Mark kostet, wenn es ein gutes Patentschloß ist. So ober hatte er noch von früher ein gutes Schloß, das er an die Tür machen muhte, nicht weil er Angst hatte, sondern weil sein Borniann das alte Sicherheitsschloß mitgenommen und ein riesiges Loch in der Woh- »ungstür zurückgelassen hatte. Aber man versteht jetzt schon besser, worum Karl keine Flasche Bier für seine Kumpels ausgeben konnte. Wahlvorschristen für Llmzichende. Dazu kam dann noch die Lauferei mit der Wahl. Wir waren bei einem der Bezirkswahlloitcr und habe» uns über die Formali- täten Auskunft geben lassen. Noch den Anweisungen des Ober- bürgermeifters, die ein umfangreiches Schriftstück darstellen, haben die Umziehenden kurz folgendes zu beachten: 1. Die jetzt ausliegenden Stimmlisten gelten sowohl für den zweiten Wohlgang der Reich spräsidcn wohl wie für die preußische L a n d l a g s w a h l. Heute ist der letzte Tag des Einsehens der Slimmliftcn und zwar bis nachmittags 5 Uhr.". 2. Die Siimmlisten sind die gleichen wie zum crfien Reichs- projidenlen-Wahlgang. Wer also damals in der Oiste stand und jeinc Wohnung nicht gewechselt hat, braucht nicht noch einmal nachsehen gehen. Z. wer am Freitag oder Sonnabend oder auch schon vorher umgezogen ist. mußte sofort zu seinem neuen Polizeirevier gehen und sich die Anmeldungen für die neue Wohnung abstempeln lassen. Dann halte ihn das neue wahlaml, dos jich meist in den Räumen der Bezirksämler besindrl, in die neuen Stimmlisten eingetragen. 4. wer das bis heute versäumt hat, dem ist nicht mehr zu helsrn. Der muß sich vielmehr seine neue Anmeldung nehmen und morgen wontag zum Wohlamt seiner alten Wohnung gehen. Dort muß er sich eine Bescheinigung geben lasten, daß er aus de» alten Stimmlisten gestrichen ist. Dann geht er zu seinem neuen Wahlamt. wo er in den Nachtrag ausgenommen wird. Aber erst die Beschcini- nignng über die Streichung beibringen! 5. wer nachdem Z. April erst die Wohnung wcchjell. kann sein Stimmrecht nur aus Grund eines Stimmscheins ausüben. Diesen Stimmschein erhält er auf dem Bezirksamt, dos für ibv bisher zuständig war. wer also erst ab morgen wonlag von sogen wir Zkeukölln nach dem Wedding zieht, der muß sich in Neukölln einen Stimmschein holen. Damit kann er dann am 10. April auf dem Wedding wählen gehen. Aber bei der Beantragung des Stimmscheins alle Papiere mitnehmen, denn die Stimmscheinausgabe wird sehr vorsichtig gehandhabt. Hinz und Sunz erhallen nicht ohne weiteres einen Stimmichein. ß. Zetzl kommt dos wichtigste: Alle Stimmberechtigten, die in die.Nach träge zu den Stimmlisten oufgcnommrn find, er- holten hierüber von ihrem zuständigen Bezirksamt eine besondere Nachricht. Innerhalb Berlins umgezogene Stimmberechtigte, die krine Nachricht rrhaltcn. sind in der für ihre frühere Wohnung ausgestellte Stimmliste nicht gestrichen: sie müssen mithin in ihrem allen Abstimmungsraum ihre Stimme abgeben, sofern sie keine» Stimmschein beantragen. 7. wer auf Stimm schein wählen muß oder wählen will, der hat für den zweiten Präsidentenwohlgang einen entsprechenden Antrag his zum S. April, nachmittags 4 Ahr, zu stellen und wer für die Landtagswahl einen Schein haben will, muh ihn bis zum 22. April 1332. nachmittags 4 Uhr auf feinem wahlomt beantragen. Das wäre die Verdolmetschung der manchmal schwer lesbaren Vorschriften zu den kommenden Wahle». Das find natürlich nach längst nicht alte, Borschriften. Zum Beispiel erhalten, die, Wghlvor- stände' iiach"gai,z eingehende'Anleitungen für die Diirchführlingder. Wahl. Diese Anleitung hat fast., den, Umfang einer kleinen. Br?., schüre. Der erstrebenswerteste Zustand wäre.natürlich,.daß alle ZLahlvarsrände auch das Gesetz über die Wahl des Reichspräsidenten vom 6. März 1924. dos Reichswahlgesetz vom gietchen Tage und die Reichsstimmordnung vom 14. März 1924 beherrschen würden. Aber dann müßten alle Männer, die schon einmal in einem Wahl-. vorstand gesessen haben, Wissenschaftler sein. vi« Wegelagerer der Hedemannstraße Nazihaus als ständiger Unruheherd Am Belle-Alliance-Plah wurden gestern, wie wir bereits berichlelen, z w e i R e i ch s b a ti» e r k o»i e r a d e n von ctiva zehn bis zwölt Hakeiikreuzlern überfallen und nicdcrgcsäilagcn. Die An- greiser flüchteten dann nach der H ed e in a n n st r a h c. wo sie kurz vor dem Nazihaus von zwei Polizcibsamle» und den Uebcrfallcncn, die in einer Zlutadrofchke den Flüchtigen nachgefahren ivarci:, gestellt wurden. Tie Täter erhielten jedoch aus dem Nazihaus sofort Bcr- stärkung, und während die Polizeibcaintc» abocdrängt wurden, fielen die Nazibanden abermals über den einen Reichsbaimermann her, schlugen ihn brutal zu Boden und bearbeiteten den jungen Menschen mit Stiefelabsätzen. Das alles oefchah im Beisein der beiden Polizei- bcamten, die nur wenige Meter weiter selbst Mühe hatten, sich der nationalsozialistischen Angreiier zu erwehren. Erst als die Beamten zum G u in m i k n üp p e l griffen und die D i c n ft w a f f c n zum Gebrauch fertig machten, flüchteten die notionalsozialistischen Angreifer in das Nazihaus. Das G a u b ü r o der Berliner Nazis in der Hedemann- straße ist schon seit Jahren Ausgangspunkt vieler S ch l ä- g e r e i e n und Zwilchenfülle. Wiederholt find Republikaner dort überfallen und aufs schwerste mißhandelt worden, aber stets gelang es den Tätern, in dem Nazigebäude sicheren Schutz und Zuflucht zu finden. Dieser gestrige Zwischenfall, der wieder mit aller Deutlich- Montag in die Tennishallen! Die Anordnungen für das Reichsbanner. 21m Mrinlsg, dem 4. April, findet die erste große Kmadgebimg der Eisernen Front nach dem Ende des Csterfriedens in Berlin statt. In den Tennishallen, Wilmersdorf. Brandcnbnrgijehe Dtraste 53, spricht um 19.30 Uhr Polizeipräsident Albert Grzesinsli. Für das Reichsbanner werden vom Gauvorstand folgende Anordnungen getroffen: Berlehrsnnttel: Untergrundbahn Fehrbelliner Platz; Ringbahn Balmhot Haleitsee und Hohenzollerndamm. Saalschutz stellen die Kreise Westen, antreten 18.30 Uhr rechte Seite und Süden linke Seite. Sämtliche Spielleute der Kreise Westen und Süden haben zu erscheinen. keit zeigt, wie die Hakenkrcuzler die Autoritär des Siaales achten, sollte endlich den verantwortlichen Stellen Veranlassung geben, diesen Herd ständiger Unruhe endgültig zu beseitigen. Einen Anfang hiermit hat der Berliner Polizeipräsident bereits am Sonnabend nachmittag gemacht. Das'Nazihaus wurde von Pol! zcibeamten besetzt und durch eine Konfrontation aller im Hause An- meiendni mit den beiden Überfallenen Reichebanncrleuten wallte man die Täter ermitteln. Dos war leider ein ergebnisloses Bemühen, denn die Täter waren natürlich längst über alle Berne. Wie mir erfahren, will der Polizeipräiidenl eine teilweite oder völlige Schließung des Nazihanses in der Hedemanastraße in Erwägung ziehen. Die Entscheidung darüber dürfte heule oder morgen fallen. Hintertür in der Wiihelmstraße. Eine foiidcrbarc Beobachtung hat ein Passant gemacht, der.zu Beginn der Polizeiaktion die Wiihelmstraße an der Ecke der Hedcmannstraße passierte. Während die Polizeibeamtcn die Hede- mannslraße fast in der ganzen Länge abgesperrt hatten, kamen aus dem Eckhaus W i l h e l m st r a ß e und H e d c m a n n st r a ß c inelv rcre Hakcnkreuzter heraus, die Koffer und Pakete trugen, ihre Last eiligst in dort haltende Autodroschkei, verstauten und da. vonfuhrcn. Kurz darauf verliehe» noch mehrere Nazis in aller Eile denselben Torausgang. Als der Passam soiort seine Wahr nehmungcn der Polizei mitteilte, war es leider schon zu spät, die Nazis waren bereits alle außer Schbereich. Reisen ins Ausland. Schärfere Kontroile der erlaubten Ttstl Mark Der„Reichsanzeiger" veröffentlicht eins Bekanntmachung, die die bei Auslandsreisen erlaubte Mitnahme von 200 Mark pro Person unter schärfere Kontrolle stellt. Bei der Abgabe ausländischer Roten in entsprechender Höhe wird danach von den Bewerbern eine schriftliche Erklärung verlangt, aus der hervorgeht, daß die Noten für die Durchführung einer Reife benötigt werden, daß der Erwerber eigene ausländische Note» nicht besitzt und den für die Reise nicht benötigten Ucbcrschuß an Noten der Reichebank oder einer dazu ermächtigten Bank wieder abzuliefern hat Neu:- tin/uindei 65gc Polizei-, die Gendarmerie-, die Post- und Telegraphenbeamten. die katholischen Lehrer und einige starke Gruppen, die besonders untere Beamte zu- fammsngefaßt haben. Die Steuerbeamten sind leider nicht dabei zu finden. Im Gegenteil, unter den zahlreichen Beamten, die auf den Listen der NSDAP, für den Preußischen Landtag kan- didieren. befinden sich drei Ober st euer sekreiäre und ein Steuerinspektor. Und es ist weiter eine Tatsache, daß von allen Amtsstellen gerade die Steuer- und die Zollverwaltung am weitesten mit nationalsozialistischen Staatsfeinden durchsetzt ist. V'e! Lärm um nichts! Im Dezember 1939 hat eine große Berliner Nachrichten- korrespondenz di?'Mitteilung von einer Unterschlagung in Höhe von 299 999 Mark b-ei.der Llrtsckranke u-taHi<.-.in Breslau gebracht.- Der Ha uprverband D eu t sch-er-K r a n k e n k a s i e n, Bezirk' Ober--' und' Niederfchleffe'n, in Breslau teilt uns nunmehr folgendes mit: Am 18. Januar d. I. war auf Beschluß des Land- gerichts Breslau der Verwaltungsdircttor Kirchhofs aus dein tat- sächlichen Grunde nicht hinreichenden Verdachts außer Verfolgung gesetzt worden. Gegen diesen Beschluß hatte der Staatsanwalt des Landesgerichts Breslau Beschwerde beim Oherlandesgericht ein- gelegt. Wieder wurden erneut Zeugen in diesem Verfahren vernommen. und wieder konnte hegen Kirchhoff nichts Ehren- rühriges vorgebracht werden. Heute können wir die er- freuliche Mitteilung machen, daß der Senatbe im Oberlandes- gericht Breslau die Beschwerde des Staatsanwalts auf Kosten der Staatskasse znrückg.eaviesen und Genossen Kirchhoff damit endgüllig außer Strasoersolgung gesetzt hat. So endete ein seit fünfviertel Jahren geführtes Unetrsuchungsverfahren gegen Kirchhoff, das die Skandalpresse weidlich nützte, um von „Korruption in' sozialdemokratisch geleiteten Krankenkassen" reden zu können.'...... D°c Einführung der Sommerzeil in Frankreich findet in der Nacht vom 2. auf den 3. April statt. Am 2. April, 23 Uhr, werden sämtliche Uhren um eine Stunde vorgestellt, so daß von diesem Zeitpunkt an westeuropäische und mitteleuropäische Zeit wieder aus- geglichen. lst... Alexanderplatz amüsiert sich Ein Blick in die Winkel der Weltstadt Am Freitagabend lebr der Alex. Da mischen sich zwischen all die mißmutigen, schlechtgelaunten Menschen, die mit leeren Taschen und fadem Zungengeschmack Stammgäste sind, die heilte einmal auf- geräuinten, noch im Betrieb Stehenden, die für schwer erarbeiteten kargen Lahn einmal über die die Stränge schlagen. Nicht einmal aus Leichtsinn, nein aus pureni Ueberdruß vom eklen Alltag, wo man nichts hört als Abbau. Da nimint man einfach mal Reißaus und geht in die Kneipe, wo die Jazzband donnert, daß inan fein eigenes Wort und das des Nachbars nicht inehr versteht, wo die Luft in dicken blauen Schwaden längst undurchsichtig geworden ist, wo es vor den Augen flimmert und in den Ohre» dröhnt, das richtige Tohuwabohu für einen, der einmal für ei» paar Stunde» nicht denken will. Denke» heißt ja doch bloß Sorgen inachen... In den verschiedenen„üuellen" und„Klausen" und„Ecken" hat die Stimmung so gegen Mitternacht einen bacchantischen Cha- rakter angenommen. Aus dem musikalischen Jnserno der henüis- ärmeligen Hauskapelle ist nur mehr das schrille Quälen des Saxo- Phons herauszuhören, des Refrainsängers Stimmbandstärke kann dem allgemeinen Fartissimo unmöglich trotze», es versinkt und er- trinkt, wie dos grelle Lachen der Mädchen, wie die schüchterne Bitte des„Kunstzeichners", wie der hiimorige Ausruf des Witzblatt- Händlers. Oer einsame Alte in der Ecke. Da sitzt einer, der entschieden nicht hierher gehört: weder äußer- lich nach innerlich paßt er in den Rahmen. Sein Anzug ist zwar armselig, aber nach Maß gearbeitet, seine Hände sind lang und schmal und schön geformt, schade, daß sie halb erfrieren muhten; er sieht und hört um sich, ohne im geringsten anwesend zu sein. So oft eines der Mädchen, mit mehr oder weniger Temperament behaftet, ihr Glück bei ihm versucht, lächelt er so merkwürdig, daß einen die Gänsehaut überläuft. Keine hat sich noch zu ihm gesetzt, obwohl Schüchternheit doch nicht ihre hervorstechende Eigenschaft ist; gleich, nach dem ersten anknüpfenden Satz dreht sich eine jede achsel.zuckend van ihm ab. Am großen Spiegel steht eine üppige Blonde, sie hat gerade einen heftigen Wortwechsel mit ihrem Be- schützer hinter sich und ist wütend. Jetzt geht sie eininal zu dem eigentümlichen Herrn, das war' dach gelacht, wenn sie es nicht schaffte, dem wenigstens eins Malle und eine Zigarette zu entreißen. Sie macht es ohne Vorrede und sitzt gleich. Der Mann sieht ll?r mit starrem Lächeln ins Gesicht, spricht keinen Ton. gibt keine Ant- «ort, bohrt bloß seine Augen in die ihren. Da wird's auch ihr un- gemütlich, und sie zieht Leine... Im rückwärtigen Teil eines Lokals ist Feststimmung; da sitzen an zwei aneinandergeschobenen Tischen ein paar Spendierer, um- ringt, umtost van einer großen Mädchenschar. Die Stimmung ist aus dem Höhepunkt angelangt, die eine schürzt den Rock und tanzt Cancan, die andere singt, nicht schön, aber laut,„von der Liebe der Matrose»", assistiert von der Hauskapelle, die gleich einer schützenden Wand dies fröhliche Eiland von der nüchterne» Außenwelt al>- schließt.„Eike" schreit jetzt einer aus dem vorderen, gänzlich leer- gewordenen Raum, worauf die Musikmacher schleunigst wiederum ihren Podest erklimmen, um sich der Allgemeinheit zu widmen. Alles, wos an Weiblichkeit neu hereinkommt, gravitiert, nach rück- wärts, solange, bis da ei» heftiger Konkurrenztamvf zu entbrennen beginnt. Eine kleine Dicke mit der Stupsnase hat sich scheinbar zur Favoritin hinaufjongliert, ihr Wort gilt; was sie bestellt, wird serviert, wen sie anfaucht, der muß verschwinden. Sogar die statiöse Blonde, die bereits aus des einen Schoß gelandet war und gerade mit Wonne und viel Geschrei einen Negerkuß verspeiste, mußte das Feld räumen. Die war nun gerade keine van de» Aengstlichen und hatte einen schönen kräftigen Faustschlag auf dcr Stupsnäsigen Arm gelandet, trotzdem aber konnte sie da nichts werden. �wei blasse Mädchen in der Ecke. Da wußte man bei Gott incht, was das fein soll; sie sahen nicht rechts, sie sahen nicht links, sie waren still und brav und so schreck- lich elend. Jede hatte ein Töpschen Bier vor sich stehen, leise unter- hielten sie sich miteinander, und als ein stark Angesäuselter die eine ins magere Aermchen kniff, da hatte sie ein so zart-verlegencs Lächeln, daß der rauhe Don Juan dorob selbst in Verlegenheit geriet und durch den Ober ein Schmerzensgeld in Gestalt eines kleinen Korn hinüberschickte. Oer Flötist ist sterbensmüde. Dos Musikertrio in einer dieser Amüsierstätten steht in krassem Widerspruch zu der ganzen Szenerie. Drei biedere alte Männer im speckigen Snroking trommelten, fiedelten und bliesen, was ihre armen alten Finger und Lungen noch hergaben. Der Flötist war schon ganz ab, andauernd zog er die Uhr, wischte sich den Schweiß und japste. Da erschien ein Pseudodirigent, der mit heftig schwan- kendem Stob die drei Alten hochriß. Und wieder donnerte die Musik, gröhlte dcr Gesang, kreischte Franenlochcn. Zahltag am Alex... Millionenraub in Holland. Wertvolle Kunstschähe spurlos verschwunden. von einem Schloß in der holländischen Ortschaft B r e u- k c l e n ist dieser Tage eine Kunstsammlung geraubt worden, die einen wert von mehreren Millionen Mark repräsentiert. In der Hauptsache sind aus den Räumen des Schlosses äußerst kostbare Gemälde verschwunden. Es befinden sich darunter Werke von C ran ach', Ter Brogh.'Peier Oliver, C'asway usw Außerdem sielen den Tätern altertümliche Ringe, Elfenbeinschnitze- reien und andere Kostbarkeiten, die zum Teil aus den Tropen stammen und einen unersetzlichen Wert darstellen, in die Hände. Die holländischen Behörden haben sich jetzt auch an das Berliner Polizei- Präsidium gewandt, da vermutet wird, daß vielleicht ein Teil der Millianenbeute auf dem Berliner Kunstmarkt auftauchen wird, oder daß die Banditen, um ihren Raub in Sicherheit zu bringen, ver- suchen werden, über einen deutschen Hafen nach Uebersee zu ent- kommen. Auf die Wiederbeschaffung der Antiquitäten oder sür Mitteilung aus dem Publikum, die zur Festnahme der Täter führen, ist eine Belohnung von 19 999 Gulden ausgesetzt worden. Ein falsches Q'nöbergh-Vaby. Wie erst jetzt bekannt wird, hatte Potsdam in diesen Tagen sür eine Stunde eine Sensation: Ein zur Zeit in Berlin weilender amerikanischer Student glaubte im Borortzug Berlin— Potsdam in dem 17 Monate alte» Söhnchen einer Krankenschwester Kate Bauz München-Gladbach das geraubte Lindbergh-Baby wiederzuerkennen, und bei der Ankunft in Potsdam alamierte er die dortige Bahnhofswache, die die Krankenschwester, die inzwischen schon in einem Omnibus Platz genommen hatte, zur Feststellung ihrer Personalien zur Wache btariste. Hier ergab sich dann bald, daß es nicht das Lindbergh-Baby, sondern der kleine Rolf B. aus München-Gladbach war, der aber tatsächlich große Aehillichkcit mit dem Kind des Ozeanfliegers hat. Nachdem durch Rückfrage in Berlin, wo die Krankenschwester zur Zeit genieldet ist, sich die Richtig keit ihrer und ihres Kindes Persanalien hatte feststellen lassen, wurde die zu unrecht als„Entführerin des Lindbergh;Babys" Bcrdächtigc -wieder am freftn Fuß Pefttzt.'De wom anderer"Seite stammende Mitteilung, daß sie noch weiter unter polizeilicher Beobachtung bleibe, trifft nach' Austmist der' zuständigen- Stellen in Potsdam nicht zu. Das Kleeblatt— ein politisches Kabarett. Bier junge Schauspieler unter Führung von Theo Marek haben eine Wahlreouc zusammengestellt, mit der sie in den nächsten Wochen landauf, landab im Sinne der Eisernen Front und der Republik wirken werden. Am Freitag gaben sie im ehemaligen Rcsidenztheater eine Probe ihres Könnens. Es ist anzu- erkennen, daß das Kleeblatt an Zlbwechslungsmöglichkeiten aus vier Menschen herausholt, was nur herauszuholen ist. Sie singen und sie tanzen, sie mimen Orchester und Kientopp, paradieren das Radio, und selbst der Schnellzeichner ist nicht vergessen. Bei einer etwa zweistündigen Borstellung können natürlich nicht alle Teile gleich gut aussallen, aber hinter allem sitzt Schwung und guter Wille. Im ersten Teil gefiel besonders die— auch bildlich—„ins Schwarze" treffende Abfertigung des beliebten M i l i t ä r f i l in s, wobei der vorgetragene Text im Schattenspiel eine wirksame Stütze fand. Den Höhepunkt bildete ein Sketch, in dessen Mittelpunkt der große Adolf in Person steht, und der einein guten— auch politisch sehr wirksamen— Einfall von Franz Kappe sein Entstehung ver- dankt. Nur einige Längen wären zu streichen., i MM*»---«>"»«-STSÄm FOUlards ÄIP SldliÄ Wascnseiden w unuqemustert � slenpaiQ pSdü Seidenstoffe unter Einkaufspreis 7 m&bel und Konfektion gegen Zaiilungserleichterung am besten und billigsten bei jetzt nur noch Btünnenstraße1-2,j.197 98 am Rosenthaier Piatz J Geschichte eines Hauses Die Verlegung des Fnedrich-Wilhelm-Hospitals Die Verlegung des Friedrich-wilhelm-hospikals im Bezirk Ariedrichshatn nad) Luch gibt Gelegenheit zu einem Rückblick aus die Geschichte des Krankenhauses. Das bisher stark unterbelegte Krankenhaus in Buch bietet den Votiente» ausreichende und gute Unterkunft. Vor nahezu 100 Jahren, im Oahrc 18.37, erwarb die Stadt Berlin non den Äapfschen Erben ein in der Frankfurter Straye 13— 3.3 gelegenes Grundstück, das aus einem Wohnhaufc und einem Wirtschafisgebäudc, 2 chasgcbäuden und einer Vau- und Garten- stäche von 1.3 Morgen und 110 Quadratruten bestand. Der Haus- preis betrug 12 037 Ncjchsloler. Von diesem erworbenen Grund- stück überlieh der Magistrat einem an der Front der Franksurtcr Straße gelegenen Teil in einer Lange von 300 Meter und in einer Tiefe von 300 Meter unentgeltlich dem Kuratorium der Weidinger- schen Stiftung zur Erbauung eines 60 Personen fassenden Hospitals. Weitere Flächen des Grundstücks wurden freigegeben zur Erbauuno etnes 60 Personen fassenden Hospitals. Weitere Flächeit des Grund- stücks wurden freigegeben zur Erbauung eines Kommunalschul- Hauses und zur Gründung des N i c o l a u s- V ü r g c r- H o s p i- tals. Im Jahre 1813 befchlosseit die städtischen Körperschaften, auf dem noch zur Verfügung stehenden Gelände ein Hospital zu errichten. Dos bestehende Hospital an der Waiseichrücke, das so- genannte Neue Hospirol, erwies sich schon seit langem als zu klein. Es war ursprünglich zur Ausnohnte von 200 Hospitalilcn bestimmt, wurde aber sehr bald so ausgebaut, daß 300 Personen Platz fanden. Doch auch die Erweitcrungsbaulen genügten bei weitem nicht. Dos Hospital das auf dem Kopsschcn Grundstück zu erbauen mar, sollte zur Aufnahme von 600 Personen dienen. Die lgnsassen des Neuen Hospitals und dreier kleinerer Hospitäler sollten dann hierher vcr- legt werden. Der Bau des Friedrich- Wilhelm-Hospi- tals, das für die damalige Zeit als eine der großartigsten Bouan- logen, die die Stadt jemals aussührtc, bezeichnet wurde, dauerte von 1816 bis 1840. Zlin 3- August 1840 wurde das Hospital feierlich seiner Bestimmung übergeben Die gesamte Anlage umsaht eine Fläche von mehr als 7 Morgen. Der Kostenaufwand für das Hospital betrug die für damalige Zeit außerordentlich hohe Summe von 258 535 Rcichstalern, 14 Silbcrgroschen und 5 Pfennig. In dieser Summe sind auch 23 000 Reichstalcr enthalten, die von Pri- vatlcutcn gestiftet wurden. So hat zum Beispiel der Bankier Friedrich Mariiit Magnus 20 000 Taler unter der Bedingung geschenkt, daß unter der Bezeichnung Fonnn-Stiftung acht Stellen für Männer und acht Stellen für Frauen geschaffen werden, dercit Besetzung auf Vorschlag der Familie Magnus erfolgt. Weitere 3000 Taler hat der Rentier Joseph Max F r a e it ck e l hergegeben mit der Bedingung, daß unter der Bezeichnung Annen- Stiftung zwei Personen weiblichen Geschcchts Aufnahme gewährt wird. An dem Bau zeugt heule nichts mehr von der einst so gerühmten Schönheit. Die damalige Armendeputation hebt besonders hervor, daß die neue Anstalt durch ihre freie Lage und ihren prachtvollen Bau cinen überaus großartigen Anblick gewähre. Die Heizung der Räume erfolgte zum größten Teil bereits mit erwärmter Luft. Auch die anfangs eingerichtete Oclbcleuchiung wurde sehr schnell durch Anbringung von Gasflammen ersetzt. Die Garte it anlagen, die auch heute noch ein reizendes Schmuckstück inmitten der grauen Steinbauten eines übervölkerten Stadtviertels darstellen, sind, wie die Armendeputation berichtet,„zur Erheiterung der Bewohner gc- schaffen worden". Blick in die Vergangenheit. Da das Hospital„zu einem Zufluchtsort für arme, alte, er- wcrbsunfähige, gleichzeitig aber auch unbescholtene Leute beiderlei Geschlechts"— dies ist der Wartlaut!—„bestimmt war, die mit einer Geldunterstlltzung außerhalb der Anstalt nicht mehr bestehen können, auch keine Verwandten mehr haben, die zu ihrer Erhaltung imstande und gesetzlich verpflichtet sind", ist es verständlich, daß der Gcjundhcilspslcgc die stärkste Aufmerksamkeit geschenkt werden mußte. Zur ärztlichen Behandlung der Kranken wurde ein prak- tischer Arzt angestellt und ihm außerdem ein Wundarzt erster Klasse beigegeben. Die Sterblichkeit der 5)ospitaliten mar in den früheren Hospitälern außerordentlich Höcht sie betrug 1842: 25.10, 1843: 26,66, 1.844: 21,80, 1845: 22,30. 1846: 24,25, 1847: 26,86, in dem Cholcrajahr 1848: 50,17, 1840: 19,13 Prozent, dagegen im ersten Jahr nach der Uebcrsicdlung nur 13,02 Prozent. Die Zahl der Hospitaliten betrug im Jahre 1849: 371, 1850: 407. Rund 200 Betten standen somit sür den weiteren Ausbau und eine höhere Belegung in den kommenden Jahren noch zur Verfügung. Der Zuschuß der Stadt für das Friedrich-Wilhelm-lzospital betrug im ersten vollen Berichtsjahr 1850: 24 185 Reichstaler, 17 Silbergroschc», 5 Pfennig. Die Gesamtausgabe erreichte die Höhe von 20 465 Taler, 6 Silbergroschen, 10 Psennig, darunter unter anderem 15 415 Taler 6 Psennig für Verpflegung, 5403 Taler 19 Silbergroschen für die Geschäfts- und Hausverwaltung, 276 Taler 16 Silbergroschc» für Seelsorgc und 1605 Taler 9 Silbcrgroschen 2 Psennig sür die Gesundheitspflege. Die Rückschau auf die Geschichte eines Berliner Hospitals ist so zugleich ein interessanter Blick in die Berliner Lokalgeschichte. Oer Berek-Skandal. „SPD.-Wahlreklame sür Hitler" überschreibt die„Rote Fahne" einen groß ausgemachten Artikel, in dem sie behauptet, daß die unter„sozialdemokratischer Leitung stehende B e r e k" die Wcrbeplakate für Hitlers Wahl zum Reichspräsidenten l>abe anschlagen lassen. Der„Vorwärts" hat bereits gestern morgen festgestellt, dos; der für den Anschlag verantwortliche Direktor Martin vom Aufsichlsrar zur Verantwortung gezogen werden wird. Herr Marlin wird uns als ein Bolksparteilcr bezeichnet, der mit den Nationalsozialisten, deren Werbcklakatc er anschlagen ließ, sympathisiert. Was„sozialdemokratisch" an der Berliner Anschlag- und Re- tlamewesen G. m. b. H. ist, siird die vier Aussichtsratsmitglieder. Wenn die Sozialdemokratie lnach der„Roten Fahne") schon Wahl- reklame sür Hitler treibt, dam; treiben es aber auch die drei Kam- m UN ist e II, die dem Auisichisrat angehören, nämlich die Stadtver- ordneten Dröll, Langer und Fritz Lange-Neukölln. Deutsche Gesundhcüsiürsorgeschule. Am TeitnerStos, dem>. Apnk, 20 Ubr. spricht ,8rau Tberregierunasrat Tr. Käibe Goebcl-Bcvlin illm „?l rbcitSlosigkeit und G c, n n d b c i t s s ü r s o r« e«n Hygienischen Institut der llnivermät Berlin. Torotbccnstr. 2Sa isechstcr össcni- Urtier Aliendperlrag mit der Gesunddciisiursergc und ihren GrcnzgebretcnA Ziäbcres durch die Tcutschc GcsundbciiSsürsorgcschulc, Charlottrnburg S. Frankstr. 3(Fernsprecher: C 4, Wilhelm 5132—5136). illSozialistischeArbetterjugendGroß-Verlin Linlendungcn fiir diele Rubri! nur an das Iugends�kretanock Berlin oä t58. Nndenfttatze 2. vorn 1 T-eppe recht». Bchtunq, Äbteilungsleiterl Vas Wcrbematerial fann am kommenden üRül" voch ab 17 Uhr abacholt werden. Die Arbeitsgemeinschaft Abraham(Wirtschaftskehre) tagt Morgen, Man- tag, wie bisher im Heim Porctstr. 11. Heuic. Sonnlag. Z. April: Arnimpla�: Cpeisehalle Gleimstraße. 21' Uhr:„Goethe�.—» Arvswalder Pia» II; cchönlanCcr orr. II(Baracken). Ginfuhrungsabend.— Falkplatz Ii Trenpunkt 10 Uhr„Note Ecke" zum Besuch des Arbeiter.iSchutz.Museums.— Lckönhaufer Vorstadt: Treiipunkt 10 Uhr..Sozialisten. Ecke". 19 Uhr Heimaoenb S«bönfließce Str. 7. Südwesten: Lindcnstr. 4. Bunter Abend. Instrumente mitbringen.— Lankwitz: SchuUlr. 19— 20. ISU Uhr Acrbeabend.— Steglitz: Besuch der Gruppe Lankwitz.— Wannsee: Treffpunkt zum Boltstanzabend um HUI Uhr Will) elmplatz. Friedrichshagen: Friedrich str. 87. Werbefeier. Lichtenbcrg Slord: Gunterltr. 41. Eltern- und E'tnfllhrungsabend.— Herms» darf: Roonstraße. Werbefeier. Tegel: Schönebergcr Str. Z. 18 Uhr Heim- abend.- Neukölln und X: Trc'fpnnkt 11'-. Uhr Bahnhof Neukölln zum Spielen in. der Äonigshcide.— Neukölln MI: Bergstr. 29. Werbeabend (Lichtbilder). Werbebezirk Beddinq: Treffpunkt 9«7 Uhr Nettelbeckplatz. Feuerwache'' sichtigung. 18 Uhr- Willdenowst?. Tie Spieltrupve der 23. Abteilung kommt. Werbebezirk 5ireuzberg: Lindenstr. 4. 17 Uhr Derbebezirksvorstond. Werdebezirk Obersprcc: Laufener Str. 2. UU-j Uhr Schallplattenabend. Alorgon, Montag, 4. April, 13> 3 Ahr: Artouaplatz: Elisabethkirchstr. 19. Bunter Abend.— Hansa: Bremer Str. M. Werbeabend. Moabit I: Waldenseritr. 20. Alt.Berliner Humor.— Falkplatz l und Ii: Sonnenburger Str. 20. Zimmer 2. Aampf um Preußen.— Andrcasplatz IN.-F.): Brommnnr. I. Heimabend.— Aottbnsser Tor: Treffpunkt 19 Uhr Aottbnsser Tor. Schönhavsrr Vorstadt: Sonnenburger Str. 20. Ein- führungsabend. Bunter Abend. Abteilungsmilgliedcrversammlungcu: Moabit II: Lehrter Str. 15— 19.— Sportpalost: Genthiner Str. 17. Arnswalder Platz Ii: Schönlanker Str. 11«Baracken).— Humonnplatz: Gleim straße 33- 3ä. Nordosten II: Danziger Str. 62, B. 3.— Cborlpttenburg'Snd: Spreeftraße. Friedrichsfelde:«Guntcrftr. 44. Werdebezirk Neukölln: Spieltruppe: Provr 19'' Uhr Flughafenstr. hS. Werbe bezirk Webding. Tambourkapellc: Wir üben wieder regelmäßig ieden Montag im Heim Kolonie str. 8, 2. Hof, 4 Treppen. Alle Spielleute müssen punktlich um 20 Uhr erscheinen. Neue Flöter können sich noch melden. Vorträge, Vereine und Versammlungen # Reichsbanner..Schwarz-Rol-Gold". Geschäftsstelle: Berlin S. 14. Sebastionftr. o7— ÄS. Hok 2 Tr. Mitte(Ortsverein>. Tienstag. 5. April, 19 Uhr. Saalschutz in den Sovhiensälen.— Veddiag«Ortsverein). Montag, 4. April, 20 Uhr. alle Schufokameraden in der Turnhalle Gotenburyer Str. 2.— Friedrichs� Hain. Sonntag, 3. April, Bläferkapelle U?4 Uhr Antreten zum Platzkonzert emk dem Landsberger Platz der Notgemeinschait Friedrichshain. Kameradschaft Petersburg: 11 Ubr Flora Lichtspiele, Landsberger Allee 40— 41, Filmmatinee. Tonfilm: Kameradschaft. Eintritt 40 Pf..Marren bei Busch, Tilsiter Str. 27, oder Kasse. Mittwoch, 6. April, Vortrupp um 19� Uhr im Jugendheim Ebertp. strafte 12«Saali.— Kre».berq. 20 Uhr Mitgliederversammlungen: Dienstag, April, �ug 1 bei Seehak, Willibald. Alexis-Sir. 5, Fug Nitterstt. 1. Mit?. woch, b. April, Kug bei Wolf, Gräfestr. 20.— Tcmpelhof(Kameraiischoit). Diontag, 4. April, 17� Uhr, Generalappell bei Pommerening.— Pastow (Ortsverein). Dic für Sonntag. 3. April, vorgesehene Veranstaltung nach Schildow fällt aus. Montag, 4. April, in gewohnter Turvh3 reine Wolle Jersey-Blusen für Damen, Pasteilfarben, Größe 40-48 */< Xrmel 1«25 Vi Ärmel!#7 S Jersey- Kleid für Damen, reineWol!« O Größe 40- 42 Herrensocken mit Kunstseide O/l gemustert VeOf Jacquardmust. C�e43 Jacquard mit JL g Kunstseide Jacquard-Kunstseide oder fein meliert 1.25 Trikotagen für Domen Hemdchen oder Unterziehschlüpfer aerippt. Q 4g Beinkleider •cht Mako,"JTO Größe 42— 48\Jet ö Beinkleider Kunstseide mit Mako plattiert, M 41 ß? Größe 42-48■•43 für Herren Trikothemden weiß, gemustert. V O C Einsatz, 3 Größ.■•03 Trikothemden 2fädiq, m. Ein- VI C setz, 3 Größen Hemdhose •cht Mako, IOC Sportform, weiß|«Ota# Sport-Pullover für Damen u. Herren, reine Wolle, meliert, O OC ohne Ärmel Herren-Pullover reine Wolle, Jacquordmvster Serie 1 5»25 Seriell Damenschlüpfer �Arh'sed«" H C Größe 42-4» l Unterkleider omen,Kunst?ei< mit Moliv Z.! Hemdhose n, echt Mako, Windelforro fürDamen.KüPutseide, f 3.75 für Damen, echt Mako, �§ Schlupfbeinkleid für Herren, echt Mako, oder Jacke, f\ O C PulJoverform, weiß Vr Unterbeinkleid für Herren, echt Mako, H TT C 2fädtg, 4 Größen I eX � Waschkunstseid. moderne Druckmuster, Meter WoWT Woll-Musselin bedruckt. Meltr•7' 8 Wollspitzen Stoff die große Mode, Tj C? C farbig, Meter 1»wyh# Kunstseide bedr., doppeltbreit, 7 St fürSlroßenkleider O Crepe Georgette gufe Kunstseide, � tz? bedruckt, Meter Damen-Mantel Fancystoff, jugendl. lO � C Form, ganz gefüttert M Jmmw& Damen-Mantel moderner Noppen- TT g Stoff, ganz gefüttert I•# � Damen-Kloid Flamenga, jugendl. Trögerrockform. t A 7 ksd. Marocain-Bfuse I*▼•# Jugendlich. Kleid bedruckt, kunstseid. 1 O 7 Marocain I � � Kinder-Hänger gemustert.Woll-Musse- Hn�. weißem Kragen, O dLfj lange 42 Jede weitere Lange bis 60 cm 0.30 mehr Sportbluse für Damen, kunstseid. Marocain 4.75 Westenbluse für Damen, kunstseid. Morecaln# Schalkragen für Damen, Irische H Spitzen mit Georgette I Damen-Schal kunstseiden. Cr�pe- Marocain, mehrfarb. kunstseiden. Crftpe- � Hüfthalter farbig 8rodi4. '"«ch zum Ruckenschncrung seitlich zum Haken, � � Ital. Sty mpe,jn.zw«(- � Damenhut Ital. Stvmpe, m.rwof. färb. 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Man kann Taub- stumm« mit normalen Stimmorgaiici, sehr gut sprechen lehren. früheren Qabren herrschte die Zeichen- und Gebärden- spräche vor, die, da sie für den Kranken bequemer zu erlernen war, her reinen Lautsprache sehr hinderlich wurde. Die crstcre mag dem unintelligenten Kinde weiter als Vcrständiguugsmittel dienen, ier moderne Pädagoge verwirft sie. Der Sinn der Dinge schließt sich restlos nur durch die Sprache. Schon darum muß die Forde rung des Sprachunterrichts für Taubstumme cner- oisch unterstrichen werden; denn auch die Taubstummen haben ein Recht aus das Ausschöpfen des Lebens. Die Sprache muß sich auch bei dem Taubstummen im Munde formen nach den bestehenden grammatikalischen Regeln, wenn sie zur Grundlage des Denkens werden soll. Wie das„Wort' gleich einer Schöpfung in das taubstumme Kii.d hineintritt, sieht man bei dem Besuch der von Dr. Felix ge- leiteten jüdischen Taubstummenanstalt in Berlin-Weißensce, einer gut geleiteten Stätte privater Wohlfahrtspslegc. Man sah zuerst die Gruppe der Kleinen, der ABC-Schützen, fünf- bis siebenjährige Kinder. Die jüngste. Klasse zu unterrichten ist am schwersten, darum tat sie sich der Direktor selbst vorgenommen. Welch ein Anblick! Zu der äußeren Hilflosigkeit gesellt sich meistens noch die Armut. Terlümmerte, vielleicht vor kurzem noch unglückliche Kinderchen bocken, ihrer acht bis zehn, in kleinen Bänken. Diese Bänke siiK» in Hufeisenform rings um den Stuhl des Lehrers hsrumgestellt. Der Lehrer ist den Kindern zum Greifen nahe; jede Gebärde, jeder Gesichtsausdruck wird von den Kindern gesehen. So kann er aber auch von seinem Sitz aus jedes der Kinder erfassen. Mit Gestikula- tionen, Armbewegungen und Zischlauten werkelt er unermüdlich sim.en schwieriger, Stoff. Wie Pfeile und Speere kreuzen sich die Worte des Lehrers mit dem unartikulierten Stammeln der Kleinen, die das glühende Bestreben zeigen, alles richtig und gut zu machen und in ihrer. Ausbildung zu wachsen. Die Fäustchen ballen sich in dem schweren Ringen bei der Gestaltung des Wortes. Die Hand des Lehrers fährt ihnen begütigend über die Scheitel. Ein kleines Mädchen ist durch die Gegenwart des Fremden so schüchtern ge° worden, daß die Worte alle falsch in ihrem Munde stehen. Dafür ist ein kleiner Junge wie ein Wolf, der gierig imaner wider nach bcm entschlüpften Brocken hascht. Die Hand des Lehrers ist ein« sehr bewegliche Hand, die Musik und Bildungsausdruck haben muß; sie liegt nianchmal aus der Brust des Sprechers, manchmal hebend unlsr dem Kinn. Plötzlich fährt der Finger des Lehrers in einen I leinen Mund, um der Zunge die geforderte Lag« zu geben, und siehe da, der Laut kommt wie herausgezogen richiig hervor. Das Kind lacht, es ist glücklich über das geiprochene Wort, das es leider ja selbst nicht hört, nur zu fühlen vermag. Bei einem anderen reißt der Arm des Lehrers heftig mit einem Ruck den anscheinend quer' gelagerten letzten Konsonanten heraus. So entsteht der erste Satz, schwer in seiner Bedeutung und doch voll des größten Glücks für das taubstumme Kind: Pa— pa, Ma— ma, On— kel, Fe— lir! Dauernd formen die Lippen des Lehrers die Worte in unaufhör- liehen Wiederholungen, in nie crlahme!ü>sr Geduld. Das Kind hängt mit brennenden Augen an diesem Munde. „Diese Arbeit würde uns erleichtert, wenn wir die Kinder schon ein oder zwei Jahre früher erhielten!" erklärt Dr. Reich. Denn drei bis vier Jahre gehen allein mit solchem Unterricht auf das Er- lernen der Sprache hin, worauf erst der eigentliche Schulunterricht beginnen kann. Er fordert mit Recht bei taubstummen Kin- dorn die Einschukung vom S. Lebensjahre. Die ganze Schulzeit würde zehn Jahre betragen, Ivos dann der Bolksschul- bildung entsprechen würde. In einer der nächsten Klassen hat sich ein unerhörter Vorfall zugetragen. Ein Kind Hot sich beim Zuschlagen der Tür durch den vorspringenden Riegel selbst eingeschlossen; man konnte nicht zu ihm hinein und es konnte nicht heraus. Man ist dann von außen durch das Fenster gestiegen imd hat die Tür geöffnet. Nun steht die lustige Geschichte aus der Waichtafel geschrieben und gemalt und die Kinder erörtern mit großer Begeisterung diesen nicht oll- täglichen Fall. In einer der oberen Klassen, die ssch nicht mehr nach dem Alter, fondern mehr nach dem Grad der Befähigung zu- sammensetzt, wird schon auf die künstige Berufswahl hin- gearbeitet. Der eine Knabe will Schristfetzer werden, ein an- derer Kaufmann. Das Bild und das Geschehen der großen Welt stelzt ihnen fast plastischer vor Augen, als den nornialen Menschen ihres Alters. Sie wissen in ollen Ländern Bescheid. Nur ein kleines Fräulein aus Palästina behauptet steif und fest, Petroleum wachse auf Bäumen. Der Direktor sagt:„Dos viele Geld, das für fchwochbegabte Taubstuinme ausgegeben wird, ist verloren. Dagegen ist jeder Pfennig, der für die gutbegabten Taubstummen— etwa 10 Pro, 5. oller normalen Gehörlosen— angewandt wird, für diese selbst wie für die Allgemeinheit die beste Verzinsung." Die Forderung nach einer Schule mit weitgehenderen! Lehrziel, das mindestens in der Obersekunda schließt, ist durchaus begründet, sie wird bereits in einigen deutschen Ländern verwirklicht. Das Wichtigste aber ist doch das große Wunder, daß die„Stummen reden" macht, das wie eine Brücke zum Verständnis der Mitwelt führt. Casino-Theater:„Peppina". Dem Zuge der Z«tt tragend, hat auch Direktor Berg sein Theater zur O p e v ü h n e umgeoxmdelt. Mit viel Liebe, Mühe und Kosten Rahmen dieses jetzt Zljährigen Berliner Volkstheaters zum OperettenrAief. eine wirklich anerkennenswerte Leistung schon lange aufs äußerste reduzierten Eintrittspreisen. wurde„P e p p i n a" von Oesterreicher, Musik von Robert Rechnung retten- ward der modernen bei diesen Gespielt Stolz,«in Werk, das schon verschiedene Operettenbühnen passierte und hier fröhlichste Auferstehung feierte. Es stellte sich darin«in vollständig neues Operettenenfemble vor: Milena Pawlo witsch, eine temperamentvolle, gut singende und aussehende Sängerin; Wies van Gro- bois, das kessc Soubrettchcn, und Karl Kautzner, der tenorala Herzensbezwinger. Neben den neuen Stars kannte sich aber rnib die alte Garde, allen voran Viktor Litzet, der imn.ier Ulkige, Willy Kary, der Mar Hansen des Nordens, und Ewo.id Fister siegreich belzauptcn. Im Parkett und auf der Bühne n>>r fröhlichste �tim mung. Das Gesellenstück. Am legten Tage ihrer vierjährigen Lehrzeit wurden die an- gehenden jungen Gesellen der Firmen Seemens n. Halste A.-G. und der S!emens-Schuckerr-Werke in drr Siemens-Turnhalle in Siemens st adt zusammenberufen. Die Zlusstellung von Lehr- lingsorbeiten und Gesellenstücken, die ivüt einer kleinen Feier ber- Hunden war, bewies, weiche Vertiefung in das spezielle Fach hier erreicht würbe und welch großen Ameil an der Ausbildung die Werkschul« hat. Man sieht auf dem Gebiete der Feinmechanik und Werkzeugmachcrei, vornehmlich in jl-er Fernmeldetechnik, wahre Wunderwerke an Präzision und sauberer Ausführung, bei denen das Glänzen und Blinken der kleinen Hebel und Räoer auch bei dem Laien Freude auslöst. Die Ausstellung der Lehrlingsarbciten, die den systematischen Ausbau des Werkunterrichts veranschaulichen soll, führt vom«infachen Würfel aus Stahl über Hammer, Pinzette, Zirkel zu den komplizierten Formen von Teilapparaturen, die z. B. an einer Fernschreibemaschine oder einem Wasseritands-Fernregler ihren Dienst verrichten. Mit Stolz zeigt der Wcrklehrer die guten Resultate der Prüfung: Von 93 Lehrlingen haben 79 ihre praktische Prüfung mit„recht gut" bestanden und 27 ihre theoretische Prüfung mit„recht gut". Doch schon meldet sich die andere ?lbteilung von Siemens-Schuckert, die ebenso glänzende Resultate vorzeigen kann. Hier tritt das Gebiet des Maschinenbaues uno des Werkzeugbaues mit gewichtigen Dingen aus Stahl und Eisen in den Vordergrund, die gegossen, geformt und geseilt werden muß- ten, ehe sie hier blitzend und blank sich repräsentieren. Jeder Lehrling hat seiner Arbeit eine Art Geleitbrief mitgegeben, in dem säuberlich in Wort und Bild das Werkstück theoretisch behandelt wurde. Das kleine Heft mit dem stolzen Titel„Mein Gesellen- stück" wird ihm ein wertvolles Andenken fürs Leben fein. Was wird nun aber aus öen 152 entlassenen Lehrlingen und 56 Prot- tikanten? Nun, kein Lehrling wird aus den Betrieben entlassen. denn diese auch für die Firma wertvollen Iungkröfte sollen nilü verlorengehen. Planetarium am Foo. Ab 5. April täglich(außer Montag» um 3, 5, 7 und 9 Uhr Film-Erstaufführung V ö l k e r s ch i cks a l e. zwischen Großem und Indischem Ozean. Aus Aufnahmen im Besitze der Kulturabteilung der Ufa, zusammengestellt von Felix Lampe. Prof. Dr. Felix Lampe spricht um 7 und 9 Ubr zum Film. Im Vor- Programm: 1. Das Tiergesichi(Films. 2. Indonesisches Sternwisscn (eine kurze himmelskundliche Betrachtung». Eintrittspreis 70 Pf. 3 Uhr nur 50 Pf. Studierende(Vcrg.-Schein), Schüler und Ar- bcitslofo die Hälfte. hervorragendes Persermusfer m Franse -MW-Eßl10°g7V ■S 99.so'MlOä;o-E g-M-'iiMSglSZ50 WOLLPLUSCH MOTTLED. uHOxKO mit Franse TO U RNA/- VELOUR, m zarten Far- ten ca 60* HO. zum Aussuchen Q, TOURNAV-VELOUR, hervorragend oc Perserm usler a 70* 150 m Franse /£, DintoHdeckeM, Schweres.doppelsert. 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AbrocbnQEgckonto mit Bannet Bank-Verein Hinsberg, Fiadier& Comp..Kommanditgesellschaft auf Aktien... Passiv« Aktienkapital... i Reservefonds..» Kreditoren Akzepte»»»».«.«.» Langfristige Verpflithtnngen Dividenden-Rückstände... RM IS 376 655 68563650 251328 963 61535 308 44 374 723 135752162 60 942 768 18769016 10 943 032 670 648385 31 700 000 11100000 1414846 12500 000 1392 749497 Pf. 69 75 03 06 82 08 23 33 47 53 47 49 ad Ä RM 80000 000 30000 000 1048 375 737 150 349 182 84 000 000 24 577 1392 749497 PL 87 42 20 49 Gewinn- and Verlust-Rechnung 38SBSB8SBS \{enn wir Sie sprechen könnten vBrdefl Sie acbedls�c Ihren Bedarf 1a Kercen» und bei ose decken. Veyltagsa Sie eofert Moster. Lehmann& R**my Spremberg f. L« 230 Aotaste ragbCTcaKftsss süt tijtMt nertmlke. Gabbe's Lehranstalten | ab 1. 4.32 Msebijoopi. 10. A itur. Übersee-R., Theo!.. Philo'. PglabtM! 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Oesterreich, Italien und Amerito die Zeit einer rein privaten Bankwirtschast nicht wiederkchren wird, so wenig ist auf der anderen Seite mit dem staatlichen Eindringen, ja mit der kapitalmäßigen .lierrschaft des Staates über große Teile des Kankwefens bereits die Frag« entschieden, welch« Bedeutung diese neue Stellung des Staates in der Wirtschaft gewinnen wird. Hier bandelt es sich nicht um Bor- ginge, deren Entwi Notverordnung vom September 1931 best inmü, daß die Zahl der A u s s i ch t s r a t s m i t g! i e d e r 39 nicht überschreiten soll. Die Zlufsichtsratssitzungen sollen dadurch funktionsfähiger geinocht und die hohe Zahl der für geringe oder gar keine Leistungen Entgelte beziehenden Aussichtsräte vermindert wer- den. Die OO-Bank nüihlt aber neben dem Aussichtsrat einen so- genannten Houpkausschvß van 100 Älilgliedern. der zweimal im Zabr ziisoirmenlreten soll, desstn Mitglieder ober cinl, eillich eine Zahros- pension von Zcvo M. pro Kopf beziehen inllen. All denen, die durch das neue Gesetz aus dem Aufsichlsrat verdrängt werden, wird so zwar die Veranlwortnng genoinmen. die psründen l'tcjvcn ihnen aber echa'ten. Man muß die Frage aüswcrson, ob die R e i ch s r c g i e r u n g wirklich gewillt ist, sich eine solche Mißachtung ibrcr Verordnungen von einer Stelle gefallen zu lassen, der sie auf der anderen Seite die Emmisstonshilse gewährt und deren böses Beispiel um so ver- mersiicher wirken muß. als es sich dal, ei um die größte deutsche Bank handelt. Wäre es nicht Aufgabe des R e i ch s k o m m i f f a r s für das Bantgewerbe, der nach der September Nowerord- „ung an den Generalversammlungen und Verwaltungssitzungen der Banken teilzunehmen und in ihnen zu sprechen befugt ist. gegen offenbare Gesetzesumgehungen einer Bankvcrwaltung Einspruch zu erheben? Die Reichsrcgierung wäre der Wahrung ihrer eigenen Autorität und ihrer Lcrpflichiung im Kampse gegen Mißstände im Akticnwesen es schuldig, die Beseitigung dieses Haupt- ousfchusses von Geschenke mpfängern von der DD- Bank schleunigst zu verlangen. .Hoch viel wichtiger ist die?rage. was man mit der ncnen ?Nachl des Sloates in der Yankenwirtschoft praktisch tun will. Wir schätzen die lapitalmäßige Beherrschung großer Banken als Faktor der staatlichen Machtstellung sehr hoch ein. Aber es wäre widersinnig, wenn diese öffentliche Macht nur dazu dienen sollte, das rein privatwirts ch östliche Nebenein- ander- und Durcheinandcrarbeiten der Bank- Institute aufrechtzuerhalten. Dos Reich hat heute entscheidenden Einfluß aus das deutsche Kreditwesen durch die R c i ch s k r e d i t- A.- G. die Akzept- und G a r a n t i e b a n k. die Dresdner Bank, die Commerz- und Privatbank und die Deutsche Bau- und Bodenbonk. und ed bat Einfluß auf einige sanierte Provinz- beulen. Diesem Reichseinjluß tritt zur-reite der große Sektor de? öffentlichen Banken Wesens, den die Länder und die Kommunalverbände in einer Vielzahl von Instituten beherrschen, die sich zum Teil in ihren Geschäftskreisen überschneiden. Von dieser Tatsache könnten außerordentliche Möglichkeiten des wirtschafts- regelnden Eingriffes, der Durchsetzung einer gesamtwirt- schaftlichen Führung gegenüber privatwirtschaftlicher In- tercsscn Zersplitterung ausgehen, wenn es so etwas wie eine«inheit- liche Leitung des öffentlichen Sektors in unserem Bankwesen gäbe. Das gibt es aber nun leider gar nicht. Man muh van der öffent- lichen Hand im Bankwesen sagen: „Sic half die Stücke wohl in der Hand, fehlt leider nur das geistige Band." Die erste Aufgabe, die einer zielbewußten Führung in der neuen Bankensituation erwächst, ist die Herstellung dieses geistigen Bandes. Das Reich muh zunächst die ihm eigenen Bankintercssen zu einem organischen Miteinandcrarbeiten nach ge- meinsamer Zielsetzung führen. Daran muß sich die Verbindung zwischen den Bankinteressen des Reiches, dem Bankwesen der Länder und dem der Gemeindcoerbändc anschlichen. Wo sich lieber- schncidungcn und Uebersetziingen zeigen, muh eine Bereinigung vor- genommen werden. Denn das öffentliche Bankwesen darf nicht, wie es an manchen Stellen der Fall ist, ein Beispiel des unorganischen Nebeneinaiiderstebens bieten, sondern es'muß zu einem Muster der rationellen Funktionscrfüllung im Kreditsystem ausgestaltet werden. Wenn das geistige Band um den großen Sektor des öfsentltchen Bankwesens geschlungen ist, ist in erheblichem Umfang die Voraus- fetzung für eine wirksame, planmäßige Lenkung des Ka- pitalstroms nach gesamtwirtschaftlichen Jnter- essen zunächst auf diesem machtmähig von den öfsentlichen Körper- schasten beherrschten Gebiet gegeben. Mit dieser starken niocht- mäßigen Stütze wird es verbältnismüßig leicht sein, auch das übrige Bankgewerbe der öffentlichen Kontrolle in seiner Geschäslsgestaltung und Kreditlenlung zu unterwerfen. Der Reichskommissar für dos Bankgewerbe hat schon nach der Septembcr-Notverordnung die Ausgabe, ,chie allgemeine Bankcnpolitik von, Standpunkt der deutschen Gesamtwirtschost aus zu beeinflussen". Wenn man nun bcrückstchtigt, welch großer Stützpunkt für die Ausübung eines gesamtwirtschaftlich orientierlen Einflusses der große öffentlich beherrschte Sektor des Bankenwesens heute schon bilden könnte, so kann es kaum noch zweifelhaft fein, daß es durchaus möglich märe, eine allgemeine Bonkcnkontrolle in der Kreditverteilung sehr wirksam auszugestalten, wenn nur der entsprechende gemcinwirtschaftliche Wille hinter der Institution stände. Um die Bankcnpolitik vom Standpunkt der deutschen Gesamt- wirlschaft zu beeinflussen, um die Kredite plaimiähig nach dem höchsten wirtschaftlichen Nutzeffekt zur Verfügung zu stellen, muß man freilich zunächst eine klare Uebersickt über die bestehende Ver- teilung der Kredite und ihre Bewegungen an der Zentralstelle ge- Winnen. Wir wisi-ni nicht, ob der Bankenkommissar, dessen größter Stolz bisher in der Kleinheit seines Büros bestanden bat. auch nvr einteilende Schritte mileruommcn Hot. um bei sich wenig- stcns die Grohkrcbile der verschiedenen öffentlichen und privaten finstitute sichtbar zu machen. Wir würden es für unerträglich halten, wenn etwa sogar zwischen Bonken, die dem Rcichsemfluß unterstchen wie Dresdner Bank und Commerz- und Prinatbank, in Zukunft noch ein nebeneinander und ohne Wissen voneinander laufendes Fehlleiten von Großkrediten möglich fein würde, wie wir es in erschreckendem Maße z. B. bei den Rordmolle-Krediten oder bei der Bildung der Schultheiß-Kxrn- sortien in den Skandalen der iüngsten Vergangcichcit erlebt haben. Der Weg zu einer planmäßigen Lenkung des Kapitalstroms in der deutschen Wirtsihait muß gewiß, wenn schädliche Störungen oermieden werden sollen, schritimeise erarbeitet werden. Aver es kommt darauf an, daß der Wille, von der formalen Banken- saniernng zur volkswirtschaftlichen Bankenführung zu gelangen, vorhanden ist. Dieser Wille darf nicht davon abhängig sein, ob der Bankcnkommissor, Herr Ernst, geneigt ist, mit seiner Zlufgabe Ernst zu machen. Dieser Wille zur Neugestaltung muß getragen werden von der politischen Machtbildung der Massen der Bevölkerung, die die Leidtragenden stiid bei der erwiesenen Iln- zulänglichkeit des bisherigen Systems der Bankenwirtschaft ohne Führung. Fritr Naplitali. Die Reichsbank am Märzende. Wenig Mimdkredite.— Aktive Sevisenbilanz. Die Inanspruchnahme der Reichsbonk in der letzten Märzwoche war außerordentlich gering. Die Wechselbestände nahmen um nur öS,? auf 3258,5, die Relchsschatzwcchsel um 38,6 auf 59,1 Mill. Mark zus die Lombarddarlehen vermehrten sich um 155,0 aus 289.9 Mill. M. Oitcnbor war der Geldmarkt flüssig, die Wirtichast brauchle— leider— immer noch keine neuen Kredite. Da im Geld- verkehr der Banken die Zinssätze in den letzen Togen stark zurück- gegangen sind, sollte die Reichsbonk an eine neue Ver- billig ii ng der Kredite denken. Für die'Flüssigseti des Geldmarktes spricht auch die Vermehrung der fremden Gelder auf dem zinsfreien Girokonto von 86,2 auf 577,7 Mill. M. Der Notenumlauf nahm entsprechend dT Mclirbean- ipruchung der Reichsbank zu; der an Rcichsbantnotcn um 225,2 auf 4231,1, der an Rentenbankscheinen um 7,9 aus 411,4 Mill.?li. Die Devisenbilanz war erfreulicherweise auch in der letzten März wache wieder aktiv. Die Devisenbestände nahmen zwar um 9,4 auf 141,8 Mill. M. ab, die Goldbestände ver- mehrten sich aber um 1,6 aus 875,7 Mill. M. <5ommerzbank-Barmer Bankverein. Oirettor Rcinhart bleibt, wie er ist. In Hamburg hat nun auch die Eeneralvcrsammliing der Commerz- und Privatbank stattgefunden, die deren Sa- nieriing und gleichzeitige Fusion mit dem Barmer Bankverein ad- schließ!. Direktor Rein hart hat eine Rede gehalten, wie man sie von ihm erwarten mußte. Die Banken find unschuldig an ihrem Zlisammenbruch: den Auswirkungen höherer Gewalt hätte Mit höherer Gewalt, d. h. der.Hilfe des Staates, begegnet werden müssen. Herr Rcivhort kann ireilich nicht zugeben, daß die über- mäßige Inaiispriichiiohmc ausländischer Gelder zu reinen Prosit- zwecken ohne alle volkswirtschafilichen Rücksichten erfolgte und daß die Iulikatastropbe nie eingetreten wäre, wen» die Banken Augen maß und volkswirtschaftliches Pjlichtbcwußtsein gehabt hätten. Was Herr Reinhart sagte, hatte nur den Zweck, dielen einsachen Tat- bestand des völligen Versagen- der Banken mit vielen und starken Worten zu verschleiern. Es gab auch in Hamburg eine ftuiideiilauge Diskussion, in der Klcinaktionäre soziale Rücksichten für sich verlangten, z. B. die Auswertung des kleinen Aktienbesitzes auf den vollen Nominal- wert.'Auch wurde die Einsetzung eines Untersuchungsausschusses zur Festflellung von Verfchliingcii des Vorstandes und Aufsichtsrats und von Bankvertreter» energisch soziales Berständnis bei dem auch hier wahrscheinlichen Personalabbau gefordert. Die Wünsche der Klcinaktionärc nach Answerüliig und einem Unter- suchuiigsausschuh nersiele» der Ablehnung. Direktor Reinhart meinte— er blieb auch hier seiner sozialreaktionärcii Gesinnuiig treu—, daß er die Vereinbarung von A b b a u r i ch t l i n i c n ablehnen müsse. Wir holien dos für einen Skandal, nachdem Reich und Reichsbank auch bei der Commerzbank dir Mehrheit haben und nachdem bei der Dresdner und Donatbank die Verein- borung solcher Richtlinien als angemessen erachtet murde. Freilich rächt sich hier schon die Unentschlossenheit der Reichsregierung an den betroffenen Angestellten; denn die Vereinbarung von Richtlinien hätte zweifellos auch von Herrn Reinhart zugestanden werden müssen, wenn Reich und Reichsbank sich nicht aus 4 von 25 Aiifsichtsratsmitgliederu heichrankt hätten. In Düsseldorf fand zur gleichen Zeit die letzte General- Versammlung des Barm er Bankvereins statt. Sie beschloß wie die Comnicrzbonk die beantragte Fusion. Der Vertreter»er frei gewerkschaftlichen Bankan gestellten verlangte, dgß man sich bei. dem Beamtenabbau o» die für die Dresdner und Danatbank vereinbarten Richtlinien halten möge. Auckz hier wurde in diesem Punkt keine Zusicherung gegeben. Kommentar wie oben: ein Skandal zu Lasten des Reichs, denn der Barmcr Bankverein ist jetzt ein Stück der vom Reich beherrschten Commerzbank. Gteuererhöhungen in LlGA. Ein Oefizii v-'n 9 Milliarden- neue Sieuern pfn 4 Milliarden Mark. Das amrrilanifchc Repräfeulanlenhaus nahm am Freitag die Stcuergesche mit einer Nlehrhcit von 372 gegen 64 Stimmen an und leitete sie dem Senat zu. Die Vereinigten Staaten befinden sich, obwohl sie keine Arbeit?- lsscmmterstützungcn zahlen, seit Iahren in außerordentlichen Finonz- sorgen, die nur mit denen Deutschlands zu vergleichen sind. Während es aber in Deutschland durch eine dratonische Finanzpolitik bis jetzt gelungen ist, den Reichshaushalt durch Einsparungen und Steuererhöhungen im mcsentlichen zu balancieren, ohne die schwe- henden Schulden erhöhen zu müssen, hatte man in den Vereinigten Stbaten das Etatdesizit immer bedrohlicher o n- wachsen lassen. Bereits im Rechmingsiahr 1939.31(1. Juli >939 bis 39. Inn! 1931) betrug dos Defizit der Bundesbilanzcn 993 Millionen Dollar(3.79 Milliarden Mark»! Für dos � Rechnungsjahr 1931/32 rechnet man mit einem Defizit nan sage und sckircibe 21 2 0 Millionen Dollar, also nahezu neun Milliarden Mark! Daraus ergibt sich natürlich«ine entsprcchrnd« Erhöhung der schwebenden Schulden des Bundes, lind auch für dos kommende Rechnungsjahr, das am f. Juli beginnt, mühte man mit einem Defizit von ungefähr 1 3 0 0 Millionen Dollar rechnen, wen» nicht durch Steuererhöhungen und Einsparungen ein Ausgleich geschaffen würde. Darum hat sich jetzt der amerikanische Kongreß dazu aufgerasst, ein S t c u c r c r h ö h ii n g s p r o g r a m in zu beraten— ein Entschluß. zu dem er sich vor ollem deshalb so schwer durchrang, weil die Wahlen vor ber Türe stehen, lind tatsächlich haben die Wahlen auch auf die Steuerhcrotungcn ihren Schatten vorausgeworfen: Die Umsatzsteuer, die ursprünglich als das Kernstück des Steuerprogramms gebacht war, ist gefalle», eberjn aber auch dst Erhöhung der" höheren Sätze der E i n k o in m c n st e u e r. An ihr« Stelle ist ein buntes Stcuerbukett getreie». van der Erhöhung des Briefportos und der Einführmig einer Telegramm- und T e l c p h o n st e ucr sowie einer Ver- g ii ii g u n g s st c n c r über die Erhöhung der B ö r s e n u m s a tz- st e u e r ir bis zu Steuern aus Grammophone, Sport- a r t i k e l, Automobile und L u x u s w a r e n. Alles in allem erwartet uiali von den neu beschlossenen wteiiera eine Erhöhung der Einnahmen um mehr als eine Milliarde Dollar im kommenden Rechmingsiahr, so daß zu- sammcn mit gewissen Einsparungen die Deckung des Etats- defizits im Rechnungsjahr 1932/38 vom Repräsentantenhaus erholst wird. Es versteht sich aber von selbst, daß alle Einnahnicn- und?l»sgohenschätzungen mitten in der Krise auf sehr unsicheren Grundlagen beruhen. Sicher ist vorläufig nur das?lnschme!lcn des Defizit s bis zum heutigen Tage. Gewinnabschluß im Viag-Konzern. Znnwerl. Bayerische Aluminium-AG 6 proz Dividende. Bei der zum Reichskonzern Viag gehörenden Jnnwerk Boye- rische Aluminium 21.-®. ging die Stromerzeugung um 66.4 auf 468,8 Millionen Kilowattstunden im Jahre 1931 zurück. Die Erzeugung blieb um rund 83 Milliönen Kilowattstunden unter der Lei- st u ii g s f ö h i g k e i t des Werks. Die Ertrags r-tchming ist aber trotz dieses Le i itu ngsr ü ckga»gr s günstig. Bei 2,60 gegen"?, 57 Millionen Mark Betriebsgcwinn wird ein fast unoerändert hoher ReingezpinN vou gSS>atvs?slcherung hat auf Grund des" den Antrag auf Eröffnung des kass« SB« st mark, SlkUen-Gesellschaft svarergilde. Vausparkäfse©. m. b. th m Esten, d-m Deutschen "Zparsrbund für Eigenheim« o. G.M.H. in Düsseldorf, o>e Bausparkasss Rosand. Wien-GesÄlschaft in Köln, und dw Z enith Bauspar gsssllschost m., b. ch. in Nürnberg gestellt ttSjemnlß bstMgt sich am Sächsischen Antokrufi. Das Chemmtzer Etadtvarlamant b«lcksioss«n, die mit 750000 werden die oiex führenden sächsischen Autowerk« horch, IPanderer, Dekawe und Audi zusammengeschlossen. Entsprechend ihrer Be- teiligung«rhält di« Stadt Chemnitz einen Sitz im A u f s i ch t s- r« t b«s Unternehmens, dessen Zentralverwaltung nach Chemnitz ver- legt wird. WocdenproKrsmm öes Lerliner RundSiinks. Sonntag, 3. ApriL 6.45: Ormdestilr 7: Aus Hamburj: Hafeniioniert S; Für den Landwirt. 8.SS: Morsenfeter. I0.0S: Wettervorhersaie. U: fdr die ilmder. U.30: Aus Leipaij; BacirstoneerL 13.1»s Juose Lsrii. I3.J#t Kristall-Matinee raeunstep der Berliner kapellme,st4r-Unleo t. V 14: Barlvlamt Estibati Murillö zum 250. Todestag. 14.Z0: Öskar Wührie liest eigene DlCbtangen. 1»; Gastspiel der FudkgemelnscbaJt engagemeclslosar Schauspieler der Buhnenseuossenscbaft ..24 Stunden Kriminalkommissar".- 16.15: tJSrberleht vom Kottbuser Friiiiiabrs- markt. 17: Unterhaltungsmusik. 18.211: Theaterkultur und Theaterbotrieb. 19: Rtchird-StrattE-KoOtett. 50: Roda Roda erzählt Schnorren. 50.20: Aus Operetten. 32: Wetter-, Tages- und Sportnadirichtea. Danieh Tanzmusik. Montag, 4. April. 6�0: Gj-mnastlk. Anschließen� Fruhkouiert. UJ«: Aus Hannover: Schloß- konrert. 13.20: Wettermeldungen für den Landwirt. 14: Schallplattenkonzert. 15.30: Aus Arbeit und Leben. 15.45: Volksfeste in.lerusalem. 16.05: Auflosung der Welt-virtschaft? 16-30; Bach-Konzert. 17: Lieder von Gustav Mahler. 17.28; Doktor Ueberau erzählt 17.50: Von der bildenden Kunst 18: Verbrechen und Strafe. 18.30; Umerbaltangsmusik. 19.25; Von der Deutschen Welle: Rundfunkprobcschreiben des Deutschen Stenographenbundes, Dresden 15.55: Mittellungen des Arbeitsamts. 30: Orchesterkonzert. 31.15: Aas Königs- berg;..Hassan." Schauspiel von Flecker. 33.35: Wetter-, Tages- und Sportnachrichten. Danach Tanzmusik. Dienstag, 3. April. 6.30: Gymnastik. Anschließend Frühkonzert 11.20; Aus Königsberg: Mittagskonzert 12.30: Die Viertelstunde für den Landwirt. 14: Schallplattenkonzert 15.20: Aus Arbeit und Leben. 15.45: Wie aus der Seehandlung die Preußische Staatsbank wurde. 16,05: Das neue evangelische Choralbuch. 16.20: Jugendstonde. 16.50: Bücherstunde. 17.30: Unterhaltungsmusik. 17.45: Das Problem Qroß-Berlin. 18.10: Aus..Für eine schöne Frau..." 18.50: Die Funkstunde teilt mit.. 18.65; Stimme zum Tag. 19.05: Aus Wien:..Die Schöpfung" von Haydn, 32:.JDic Stadt der Spione" von Karl Strecker. 22.25: Wetter-, Tages- und Sportnachrichten. Mittwoch, 6. April. 6.20: Gymnastik. Anschließend Frühkonzert. 11.30; Aus Leipzig: Mittagskonzert 13.30: Wettermeldungen für den Landwirt. 14: Schallplattenkonzert. 15.20: Aus Arbeit und Leben. 15.45: Theater- und Tonfilmoperette. 16.05: Strittige Fragen der Steuerveranlagung. 16.30; Unterhaltungsmusik. 17.30: Jugendstunde. 17.40: Studenten diskutieren. 18.15: Musik zu..Hanneies Himmelfahrt" von Max Marschalk. 18.55: Die Funkstunde teilt mit... 19: Stimme zum Tag. 19.10: Aus dem Schallpietlenarchiv der Funkstunde:„Rückblick auf den Monat März." 19.35: Tanzabend- 21.10:„Das Schicksal des Commanders Gleit Kidston." Hörspiel von Mendelssohn. 22.15: Wetter-, Tagesund Sportnachrichten. Danach Abendunterhaltnng. Donnerstag, 7. April. 6.30: Gymnastik. Anschließend Frühkonzert. 11.30: Aus Bremen: Mitiags- fconzcrt. 12.15: Aus Bad Salzuflen; Von der Tagung der Balneologischen Gesellschaft 12.30: Die Viertelstunde für den Landwirt. 14: Schallplattenkonzert 15.20; Aus Arbeit und Leben. 15.43: Das Lohnproblcra der Arbeiterin. 16.05; Programm der Abtuellen Abteilung. 16.30: Kammermusik. 17.30: Jugendstunde. 18.10; Wirtschaftler rur Gegenwart 18.40: Programm der Aktuellen Abteilung. 18.55; Die funkstunde teilt mit... 19; Stimme zum Tag:. 19.10; Unterhaltungsmusik. 19.55: Mitteilungen des Arbeitsamts. 20: Aus alten Jahrgängen der„Gartenlaube". Ein heiteres Funkstück. 21.10: Orchesterkonzert. 22: Politische Zeitungsschau. 22.20: Wetter-, Tages- und Sportnachrichten. Danach Tanzmusik. Freitag, 8. ApriL 6.30: Oymntstik. Anschließend Frühkonzert- 11.30: Aus Breslau; Mittags- bonzert. 13.30: Wettemtcldungen für des Landwirt 14: SchaUpIattenkoszert. 15.50: Aus Arbeit und Leben. 16.46: Balkonb�pßanzunz. 16.06: Skil-tufbilanz 16.30: Aus Leipzig: d'achmlttagskonzert. 17.30: Jugendstunde. 17.50: Zehn Minuten Fnnkhiife. 18.06: Das neue Buch. 18.16: Rücksichtslosigkeiten. 18.35: Unterhaltungsmusik. 18L6: Die Funkstunde teilt mit... und Stimme zmp Tag. 19.65: Mitteilungen des Arbeitsamts. 30:„Die Leiden des jungen Verther." 31.15:.Die Pantoffeln der Zarin". Oper von Tschäikowsky. 33.36: Wetter-, Tages- und Sportnachrichtea. Danach Tanzmusik. Sonnabend, 9. April. 6.30: Osmaastik. Anschließend Frühkonzert. 113»: Ans Königsberg: Mlttagskenzert. UJ6: Wettermeldungen für den Landwirt. 14: Schjllplatten- konzert. 15.30; Jugendstunde 16.40; Medizinisch-hygienische Plauderei. 16.06: Ans der Praxis des Mtetelnigacgsarats. 1&60; Unterhtlfungsmesik. Als Sin- laae: Zehn Minuten Film 18: Die trrihiung der Woche 18�0: Die ftftont. liehen Betriebe In Preußen. 18,40: Mast Meli liest eigene Dichtungen. 19i Die Funiätunde teilt mit___ 19.06: Stimme mm Tag. 19.16: Opethe-Ueder von Franz s'ehubert. 19.45; Sponglessen. 30. Programm der Aktuellen Abteilung. 2nntaz!�e7r»erkLkÄA�S. 2. Abt. Die findet ex|t am MlttWvch, H. AtttT� 1K>- JJ�r. Fleins nau. 2ö Uhr winfliDnärfifeun� bei Wolter. Kai'' eriN'AvgZisw-'AlleL Kt. G�mLnsstadt-Kas�horst. 20 Uhr bei Marsand, �HewerruH", Lt �?ii.r7rt'iin-?r d-».? Äbtkrl'/na. Sitzung st, an, C.■. in fileins ÄeftfSIen sl-m. Abt.£0 lux Pur.!' K. Abt."' aller Funktionär der ÄZteilung. dll. Abt.£0 Uhr bei Sitrli-n. Begoostr. 1, Zufanunenlunst der jüngeren Partei- nritzlieder, Eerd Bochur:„Was zieht die Illgend zu den Aozis?" Auch die älteren Parteimitglieder lind eingeladen. kg. Kbt. LS», llhr G'�una des engeren Vorstande« Bei Tonen, Friehenstr. 6. — IS1,'» Uhr eBcnbort Funktinnärsinung. 101. Abt. 20 Uhr Bildungeausschußsizung. Der Tagungsort wirft in der Spedition belanntgegelxm. , 3. Dienslag, S. ZlPnl: t. Srais. 17 Uhr pilnktlich Kufanmienlunft der erwerbslosen Parteimitglieder im AltershelM, Danziger Str. 52. Paul Iudrian:.Unser Samnf um reis. Arl�eiterwohliahrt. lö U!>r �osaminenknnü der«rwerBslosen Partei- Mitglieder im Jugendheim Tilsiter Str. Ui. Sottlieb Reese:„Innenpolitische �iorma! innen.' 11. 12. Ii. II. 10. 23. Abisilungalafslerersidung im Zugendbelm Roftnenürahe am Diens- Aprll,.IV!» Uhr. Jede Abteil.. li«. W�WIW..... log, ä. April, ISS i lihr. Jede Abteilung' mutz vertreten sein. Arcis. Die geitungstommlsstonslitzuna mn ä. April fällt aus. Kreiz Tempclhos. 30 Uhr lireitoorsiandssitzung mit Sampfausschutz de: Giiernen Fron! im Restaurant„Zur Lindes Tempelhof, Fliedrlch.Aarl. Ecke ZLerderiiraße. strei». 11 l er Zulammenlunft der erwerbslosen Parteimtlglieder im öeim Äannerstr. 42. Genosse Abt. Ansterordeniliche Bremer Str. 73. Dt. A> Abt. Bicbtio« Funttionärsitzung bei Schade, Pdsline: Sir. 0. Abt. Punktiiiy 20 Udr Funktionärsigunz bei Hübner, PauI.2iuger.Str. dä. Abt. Alle Funktionäre tresfen sich 1B- Uhr bei Raschke, Matternitr. 14. Partei- und Eewcrkschastsbuch sowie letzte Vorwärts. Quittung sind vor» zulegen. 33. Abt. lS>. Uhr Sitzung der Zeitungskommission.— 20 Uhr Funktionär. konferenz bei Bartusch, Friedenstr. 88. 43. Adt. Alle Parteimitgiieder beteiligen sich am Dienstag, 5. April. 30 Uhr, an der difenilicheu Kundgebung in Rades Festsälen, Fichtestratze 2g. 51. Abt. Funktionärsitzung bei Lux, Huttenstratze. Jeder Abteilungsfunktionär mutz ericheinen. 70. Abs£0 Uhr bei JtutEo. L-uenburger Ecke Uhlandstratze, Mitglieder- Versammlung. Eduard Zachert, M. d.£.:„?Iuf zur Entscheidung." dg. Abt. Funltwnärsttzung bei üohan. Wippcrstratze 18:10. 09. Alt. Funktionärsitzung im Beriemmlungsraimi Hannemannstr. 40. 103. Abt. Zusammenkunft der erwerbslosen Parteimitglieder ab 15 Uhr im Lokal Tromoler, Luiscnstratze l. 107. Abt. Funttionärsttzung bei Blockwitz, Park. Ecke Herrenhausstratze. ZNilkwoch, ö. April: 2. Abt. Nirgliederversaminlung bei Lohan. Brüderstr. 16. Max Hepbemann: „Wtrtschaiiskragen— Arbelt-Zbesck>alsung.",. 4. Abt. Mitgliedcroersammlung im„Beloedere, Alezanderstr. 21. Gottlieb Reese:..Auf zur Entscheibung" 5. Abt. Mitgiiederoersommlung im Rosenthaler Hof. Rosentboler Etr. 11/12. 7. Abt. Mitgliedcroersammlung in der„Neuen Reffoucce", Gartenstr. 6. 0. Abt. Mitgliederverscnnmlung im„Keglerert", Quitzowstr. l4v. Bernhard lüöring:„Die bevorstehenden Wahlen." 11. Abt. Zusammenkunft jüngerer Part-Iwitglieder im Seim Bremer Str. 50 70. Solomon Schwarz:„Sowjet-Rußland." 12. Abt. Mitgliedcrocrfammlung bei Hochmeister, Hütte nür. 3. 13. Abt. 20 lihr Mitgliederoersammlung in den Arminiuohallen. 17. Abt. 30 Uhr Zusammenkunst jüngerer Parteimitglieder dei Klinge, Ecller» s'rntze Ii. Genosse Dnutert:„Die Entstehung de» Urwenschen." '32. Abt. Die Zusammenlvnst der jüngeren Patteimitgliedar am Mittwoch, 5.-ltpr.il.»allt wegen oer ön'cntlichen Kundgebungen aus. '34. Abi. Zahlabende in den bekannten Lokalen. � 25. April. Mitgl!cdervcr?ammli:ng im Sartensaal des Saalbaue» Friedrichs- ho-n. Siegfried Leo:„Auf zur Entscheidung!". 26. Abt. Mitgll-d-roersanimlung im Witzungssaal des Arbeiter-samartter- Bnndes. Softizstratze 4. 38. Abt. Zahlabende in den bekannten Lokalen. Die Bczirtsführer laden ein..._, 38. Abt. Zusammenkunft der jüngeren Parteimitglieder bei Barteid, Dörther Siratze 10. Gvetlic-Feirr. Reserent Z. P. Mao-r. 36. Abt. Sntzero!b-Nit:che Zablabende in den bekannten Lokale». ZI. Abt.'20 Uhr in de: Schul auka i'---- Ucnrq Maserholz, M. d. L.: Der »artiitag.„» 32. 6ibt. Gruppenzahlabandc in den bekannten Lokalen. Gruppe I, die sonst de! Arov-phardt lagte, jeg! bei Hübner, Paul-Singsr-Etr. Od. W. i'bL Zahlooende in den deeannten Lokalen am 6. April, nldjt a m I S. 37.-3 fit. Zablabende: 1. Bezirk bei Zepke., Eberttistr. 7. 2. vnd 3.»ezirk b«4 Icrasch. Ebertpstr. 10, 4., ä. und 6 Bezirk bei Raschle. Matternstr. 14. Thema:„Präsidenten- unb Preußenwahlen."„ 88. Abt. Zablabende in aben Ig Bezirken an bekannter Stell«. Für die Be. zirke IbSe. d,a im großen Saal d-r Brauerei Schultbeitz-Patz-tcho�- beraor Allee. vHnitlich 20 UBn Robert Breuer:„Auf« 42. Adr.-.tlle Parteinütglieder bekelligen in Kle-n, Frsti'älen, BlUcherür. Sl. 5?, Abt..Zofiie, Zaiierin-Angusta-Aü«» beoorsti-henden. Landtagswahlen." 56. Abt.»d Uhr Z-blanenda. l. unb Vorbereitung der Wahlen. Inas in ren ucranirrev„. schöniließer Str. 7 MitAliedernersammlunz. >r preutzi'che Landtag." Bericht vom Bezirks- »WWW_.._____ 8. Gruppe bor 2. Drupre be: Iaokowiak, Lsltzendorffstö. 20. Bericht isen«richern�n. Ranke-Sau», Ranlestratze 4. Siorsch. Savtttt. 52. rom B«irk«pardeit-g„ Mai Gill- 67. Abt. ÖÖ Mr' im� Lokal LisSacher Mttzliederversommlnng. Einteilung dar 71. Mt. V M? b-i Sanier, SäTthät. Str.. 83. MUgNeb«-v«savmau»g. Vor. trag und Diskussion:„NetchsvrL lidomen- und Preußenwaol." 76. Abt. Di» Zusammenkunft jüngerer VameiMitglteoer fällt aus. SahiabMide in den bekannten Lokaler?.„. 80. Sbt, 20 Ub: im Selmholtz-Gvmnastum. Rubensstratzc. Abtetlungsoemanr». lung. Sons Zager:„Antreten zum»weiton Gang!" 82. Abb. Wegen der Äe'hSpiälidkntenwabl finden die Zahlabend» am 5. Apntl statt. Ausspra-tl.-- aber die bevarstehenden Bahlen und SipteiUlltg den llSahlarbetten. Die Funkttonäri'tzung findet dann am IS. April bei Schell. bflfc ftotL 84. Abt. 20 Uhr bei Lehmann. Kaiser-WUHelM-Str.£0—31. FunkttonUrsttzirng. Linde". Warderstr. iL(E Hierzu stnd die aktiven Wuhlhelie: eingeladen. 85. Att. 20 Uhr Zahlabende. 2. Bezirk: Lokal Jfru—■■■■■■■ � j.- Friedrich.Anrl-Stratza): 3 Bezirk: Lokal Sennig. Wanteuffel. Eck» Friebrick 20 Uhr Zablabende.?- B-zirk: La rich-Rarl-Stratze):$. Bezirk: Lokal.. Bilhelm-Stratze: 5. Bezirk: Lokal Henning. Saiier-Wi.lhakm-eser 1 MuItZeiiratzel: 6. Bezirlr Lokal Schäfer. Rlnabahnstr. 12: 7. Bezirk: Lokal Happel, Gottlieb-Duncket- Ecke Scunaniaitreße.. 85. Abt. Vierteldmrseinmlungrn: l Viertel bei?eusch, Sägerstr. 10:.. Buriel de, Zeil, Prinz. Ho ndjsrn.Str. 38: 3. Viertel bei Hase, Stewmetzstr. 78, 4. Viertel bei Eriegcr. L-vingitr.«. In alle» Zahlabenden Berichte vom af.tiiispaueuag. Einteilung d-r Wahlorbeit. O«. Ab». Sczirksabende in ioigcndcn Lokalen: Bezirke 101. 102. 120 bei Hirsch, Znnar.str. l: Bezirke 121. 122, 133. 134. 12«. 127 bei Vogel. Rogatstr. 86: Bezirke 118. IIb bei Brand, änürinzer- Ecke Winverstraße. 6«» Abt. Eroß-Siedlung Di« Zahlabende sollen au«. All» Ganolsen und Ge- nossinnen kommen zur Entgegennahme wichtiger Mitteilungen in der Zeit von 20 Bis 22 Uhr zur Hob,, am Huieisen. 106. Abt. Die Mitglrederversammbing in der„Autollause findet erst am 1. April statt. III. Atzt. Pünktlich 10 Uhr bei Heimann. Daltcr-dorser str. 100. Vorstanb». s.tzung: pünktlich 20 Udr Mitgliedernersammiung. Wegen wichtiger Tages- ordnung wirb noll-Shtiges Ersch«inen onvartet.> IIb. Abt. In der Sch'tlaula der llriobenmitlelschule, Marttstr. 1? 1Z. Mitglieder. nerlommlung.„Reichspräsidenten» und Preutzenwahl." Ref. Dr. Otto Frtedländer.. � 121. Abt. 20 Uhr an bekannter Stell, Mitgliederobrsamwlung.„Die Bedeutung der Londtaasoxchlen." Res. Ho», Gottfurcht. 123. Abt. 10 Uhr, Zusammenkunft der-rwett>»Ios'n Parteimitglteber be: Hüdner, Bahn., Ecke WUhchmstratzc.„D'e Bedeutung der Preutzen. wählen iür die Arbeitslosen." Ref. Hans Boner. 124»«dt. 20 ikbr. der Draber. Ilhlandflr. 18. Mitgliedernarsminnluna. „Retchspräsidevten- und Vreußenmqhl." Ref. Stadtnerorbn. Ernst Arndt. 130. Bot. rlnhlabevb bei Schulz. Pinlusstr. 60. 132, Ab». 20 Uhr, bei Klug, DorTOr. 2, MtgltÄt-roer.sammlung.„Auf zur «ntscheiduna.' Ref. Mar Briv.io-.r. 140 Abt. Bei Wvitschach, Ernst. Ecke Eonradstrotze. Wttglir.dem>vrsam mlung. „Dar Aampf um Preußen." Ref. Bernhard Krilzer. 141. Abt. 20 Uhr. bei Hokfmann, Ed-lweib.Srr. 5. Mitgli-derversammlunz. ..Uuf zu- Entscheidung" Refrrentin Käthe Zern. 143. Abt. R Uhr. bei Iarlu». Filrst-Blsmarck-Stratze. Zahlabend. Bericht nom L ez�rkspaMeitag, Wahlangelezenheiten. Bezirlaführer laden ein. Dounerdtag. 7. April: Artzeiterbildiiagsschnle. kuttue Bernstein. 20 Uhr, in der Sophien. W-imneisierstroße. Gäste willkonnnen. kl.-b-iierbUdnngsschnte. 30 Uhl. im Heim TLsitersir. 4/2, Kursus „Die Praris in der Arbeiterdewegiing." 15 Uhr, Zuiamnienkuntt der erwervalose» Partenniiglieder in der „Unser Kampf um Preußen." Ref. Genosse I. Nrei». schule, 5. ltz.rei«. Reese. 12.»reib. Schirl- Steglitz. Friesenstratz». Hanebuth. 13. ZteU. 14'/; Uhr. Jugendheim Temn dem Ganosien Dr.„ WWWIWWWMWWWWWWW 30. Kreis. 15 Uhr. Zafammenküickte dar erwerb, loten Pameiailtolieder an iolgenden S'sllen: Reiaiürndorf.OU ill der Schule Soopestratz«. Rezna. rinnen der Eeiiotiin Wellmann. Witten»« im Jugendheim Reue Schul«, Ri-iiiononen der Genossin Whilhamoter. Reinickcadors.Weft Autzenjpielplag. Ref. Zum Biging. Tegel im Jugendheim. Schänebergr Str. 8.„Unser Zampf um die Aorüsruna." Rei. War Vrinitzer. 13. Aht. Ii Uhr. Zusammenkunft der erwerb-kefen Parteimitalieder bei RSst-l. Putlitzstr. 10.„Die b-oorsiehenden Dahlen." Referentin Gertrud icwinria, M. h. L. Wjt. Crrugfew�ciöe. 20 Uhr, bei(Sommet. Stennenb a MMQ Ha« S7, Ncttqli.�d e r.? srsanunlung„„Unser Aajnpf um VreuHeu.� Referentin Äctbc Kern. R8. 9;bt. 30 Mitgliedervsrfamrnwng bei Cöitfeiwnxu, WestfSNsche Str. 43. „PeLsibonteUa uiü) Sauttag&wdüL" Jtdlag, 8. April: 5. Ittel, Die>?rwerb,loi'enzusammenkunft fällt ans. Dafür Teilnahm« aller Genossen an der Demonstration. lt. ltrei». 15 Uhr. für die erwerbslosen Parieimttglieder»m Heim. Sann«. stratze 42.„Das Berliner Ulktrio." 5?» «61. An. bcbinnfer Stelle.MitgNed«merfammluns„Au? mt Sntfcheibung."| R-s. Dr.«kränz Renmann. xrri-, Aroeiterwohlfohrl. Sprechstuttd« de» Areisleiler» Montags unch Donnerstags von ISrn bis Ilm Uhr in der olkoholfreion Sasttlätte» Ufea» frratze S. Die Beratungsstelle"oer 15. Abteilung befindet sich ob 1, AprU 1032 Beim Genoffen Brenner, Acker str. 53. Sprechstunde Mittwochs non 18 bis II Ufte. Frauenveransialtungen. 6. 8. U. 13. 30. 17. 32. 37. 83. 8». 03. 96. 99» 114. juris. Donnerstag, 7. April, II1'» Uhr. Fuuitlvnarmnensitzuztg bei SrLger, GriMMstr. 1. Referenrin Glfe Scheibanhuber. Areis. Montag. 4. April. 20 Uhr, hei Hopkver, Piibelsdo-kerstr. Sa, Funk. tionärinneltkonfererrz Rrferontin Mathilbe Wurm, M. d. R. Zreis. Mittwoch. 6. April, Frauenwerbeveranftaltung. Näheres siehe unter Kundgebungen im lokal«» Teil. Ar eis Montag, 4. April. 191/» Uhr. Funkt ionärinnenveranstaltung in der .,BorwSit»"�öv«dttion Treptow. Srätzstr. 50. «tri,. Dienstag, 8. April, IS'/, Uhr. Funktionärinnensitzung in Tegel Schöneberger Etr. 3. Morgen, Montag. 4. April: Abt. Bei Klinge, Sellerstr. 14.„Auf zur Entscheidung." Referentin Marie Zunert, M. d. R. Abt. Bei Schmidt, Fruchtstr. S6a.„Unser jkampf um Preußen." Referentin Ella Dan. Abt. In der Patzenhoser-Brauerei, Landsberger Allee 25—27. oberer Saal. „Wie diskutiere ich mit meinem Geaner?" Rei. Hanns H. Samm. Abt. Frauenwerbeveranstaltung. Näheres siehe im jlaleud« der ösfenl- lichen Veranstaltungen im lokalen Teil. Abt. Der für den 4. April geplante Frouenabend mutz wegen der Ber- anstaltuna in Wilmersdorf ausfallen Abt. Del ffriehcrsdorf, Iägerstr. 3.„Polittsch-sattrischer Abend." Ref. Hans Fuhrmann. Abt. zusammen mit der 97. med 98. Abt. An bekannter Stelle, Bortrag über die Sonsumgenoffenschafl. Abt. Der Frauenabend wird aus den 5. April. 20 Uhr, oerschoben. Tagungsort Schule Parchimer Allee.„Sozialistische Lebevsgestaltung." Ref. Srnoffe Saufmann. Abt. Bei Hützel. Wlihlisch,, Ecke Gabriel-Mar-Etraßr..Witsch und Schund in Heim und Mode." Reserentin Leoni« Brockuiann. Dicaslag, 5. April: >«3 Sund- I. Abt. Der Frauenabend am 5. April fällt zugunsten der 6 ich g-bung am gleichen Tage in den Sophwnsiilen au». All !ei.llgell sich hieran. 80. Abt. 20 Uhr. bei Görlitz, Ehauffcestr. 1».„Uns« Sampf um Pveutzen." Ret. Bernhard Krüger. 90» Abt. Frauenabend. Näheres siehe unter dem 4. April. Mittwoch, v. April: 21. Abt. D« für den 6. April vorgesehene Frauenabend fällt aus. 134. Abt. 20 Uhr. be! Sonnet, Echonowe», Ecke Parlfttaße.„Unser Äamof um Preußen." Referentin Paula Kurgaß. 140» Abt. 30 Uhr, bei Schulz, Wittenau. Dorfaue.„Auf zur Entscheidung." Ref. Paul Bernstein. Dotmersfeg. 7. April:........ 22. Abt. Im Ratskeller. Limburger Eck« Müllerstratz«.„Srrstfzuge durch den. Orient." Aefcpeniin Erna Büstng. 74. Acht. Siedlung Fischtal. 20 Uhr, im Waldhoim. Spandauen Straß'. -�Organisation den Gewerkschaftem und ihre volittschen Aufgaben in unseren Tagen." Referentin Gertrud Ellert. 123, Abt. 30 Uhr, Bri Hübner, Bahnhof-, Ecke Wilhelmstratz«...Unser Sampf um Arbeit und Frieden." Reserentin wird am Dienstag bekanntgegeben. ArbeUsgemeiufchaft der kloderfreunde Groh-Berliv. » Da» Seminar unter Leitung von ftnri Löwenstrin beginnt«a Donnerstag, dem 7. April, 20 Uhr. in, Zi-than» Neukölln. Prenzlauer Berg. Bunter Nachmittag oller Lungsalien und Rest. s falken im Altersheim Danziger Str. 62. 16—10 Uhr. Mittwoch. >„«, IS Uhr, Failkenparloment, Sonnenburger Str. 20.— Abi. Freiheit ' und Herntann Müllort Heut«, IZth Uhr. Bahnhof Schönhauser Allee. Treffen der Iungfalbeti und Roten Falken zur Kreisveronstaltunz. llllontag, 17 Uhr, Biederbsginn der Gruppenperanstältungen. Dienstag, 20 Uhr, Hclkersttzuzig an bekannter Stelle, Sonnabend, 17 Uhr, Greifenhagener Etr. 4t. Zeitnngs,Auischiißsttznng. Srcn-berg. Dieilstaz, S. April. 20 Uhr. Sreisheliersitzung im Jugendheim Wasfertorstr. 4. Der Folkenrat tagt Mittwoch, 6. April, 1b Uhr. Waffertorstr. t. Ebarloitenbnrg und Siemeaö stobt: Dienstag, 5. April, 20 Uhr, organi» fatorische Helfersitzung im Ii heim Rostnenstraße. _______________ Iugendhe Lichtenberg: Montag, 4. April, müssen untstäuhehalber der Dolkstanzkursus . � kommt um 18 Uhr die I.._____ WW... DWW______ Nachmittag Im Jugendheim Dahlwitz« Straß«. Der Kasperke kommt. Sungfallen und Rote Falken, welche bei d« Maifeier mitwirken wollen, müssen am Mittwoch bestimmt in der Gruppe sein. Kreis Reukölln: Heut«, Sonntag, 15 Uhr, ist„Oberbaprisch« Zahrmarkl" in der Turnhalle der Karl-Marx. Schule. Zu der Veranstaltung kommen ob« FaUengruppen und dann laden wir alle Eltern und Genossen ein.—..... Baracke Ganghoserstraße. Vorstandssitzung: Am Dienstag, dcm 5. April, uvi 20 Uhr, Sitzung mit Sruvvenführcrn in der Boracke" sGruppcnführerl.— Jahresversammlung: Am Mittwoch, dem 6. April, 30 Uhr, in der Karl.Marx, Schule. Jahresberichte und Helferausweis« mitbringen. Sine Zigarette«ralsiht iür da» Knnfthandwert. Reklome! Gewiß wieder ein neuer Nrllanietrick zur Eimüliruitg einer neuen Zigarette.. Wae hol BPfH sie doch nur zu genau, daß schlietzlich doch da» Iitteresse geweckt wird uud daß beim Öeffnen der.Llasse. Packungen" alle Bedenken mit einem Schlage ver schwinden. Denn der würzige Duft der echt mazedanischen„Klasse-Zigareiteu", die beigepackten bunten Bilder nnd bunten Stickereien fegen mit einem Male alle Zweifel fort! Man splltt sogleich: da war eine Meisterhand am Werk. und erkennt man erst, daß Prokessar Wilhelm Poetter diese duftigen, stil!. sterten Motive geschaffen hat, dann hat das Vertrauen keine Eronzeiu Zigarette mit Kunsthandwerk zu schaffenl?— Auf solcherlei Eedan ist abrr die Bier.Pfennig.Zigarette„Bergmann. Klasse"-efaßt. Ja„Bera- -z.•---- ±.rT—<">----* r..i. r>— rifel nur mann-Klassc" ww sogar, datz im ersten Moment Weisel aufsteigen: weiß Pfeise. die kaum sba�sindü v«i>»ckk>Mqi SjtzsxfalEiaiis/wi LEIPZIGER STR. KURFORSTENDAMM KÖNI6STR. STEELITZ.SCHLOSS STß. � T keaiet, Lichtspiele usw.] ßissts Titealer Sonnittg. den 3. April siaafsoper Unter den Linden 20 Uhr Die Hacht des Schicksals Stiatlitepieta Gradsraraffiarh. 20 Uhr Edition! Schiller-Theater Ch»rlotfenborg. 20 Uhr Ostern Siädt.Oper Charlottenburg öismarckstraße 34 Sonntag, 3. April Turnus IV I&30 Uhr Parsits! Amerling, Burgwinkel, Reims ar, Manovarda, hediner. Desial Ende �30 Uhr BANK UNN SPAßKASSE ALLER ARBEITNEHMER Täshcti 5 u.»ii Uhr; BsrharotM S2£« HORACE GOLD IN W I N STO N S Taucb-Remie Rud. Nelson— Hans Sommer MaryLosseff*TheJovors uiw. 5o.8,5,Stg.2.5>81'0. Tel.: E7 Wlifcci 4031 Nahe Schfaa.shf. Eifl Lied der Liebe »■.uhrCASINO-THEAlER�üh, Lothringer Strafe 37, fiiiiiiiiiimmiiiiiiiiiiiiiitiiiiiiiriiiiittiitiuiiiiimiiitiHMmmiiiiii Berlins neuestes Operetlen-Theaterl «•Pei»pfinatk Operette in 3 Akten. Musik*on R.Stoli Erstkl Gesangskr. Neue BOhnenausst Uutschein 1-4 Personen; Parkett SO PI. Fauteuil Mark. Sessel 1�0 Mark. VoiKsbülute Ihejln in Bülovpliti 11� Uhr ranzinatinec loageTanzkunii 8 Uhi Kaiarad Kasper Volksstöck mit Musik von Paul Schurek. Regie; Günther Stark S'utL Schiller-üiMte; 8 Uhr Ostern . Theater a.noiiendor!D!at2 Pallas 7051 S1'« Uhr, Stg. 4'U Uhr TramneiBerllaetit Operelle In 3 Akten r. Isd.WolIf o. ksrl Rehr Mnsik von Hans May Regle: Heior Saltenbcrg Rundtunkh halb.Pr Stgs. 4U Uhr kl. Pr. |CR. SCHAUSPIELHAUSTägl.SÜ. I 1 Nur noch 8 Taget W Re i nhardt-Inszenierungl Heute: Letzte Sornfag- nachmittag- Vorstellung A Uhr Billige Preise der Plätze! HEUTE LETZTER TAG HEUTE LETZTER TAG Tb. in Mmiralspalast raglich H'< Uhr Käthe Dorsch Gustaf Gröndgens in: Liselott' Sia�iiilTiMHüiiBck; 3.15 Ohr Flora 3434 Panörn orlaadl DIoneneVarlete-KevTiemit Ehrlleh Ilalmay. Morsan, »önelariil. Tlielmer usw. H e a t o a VorMtellnnEea: 4 u. 8U Uhr. 4 Uhr kleine Preise., HEUTE LETZTER TAG HEUTE LETZTER TAG HEUTE LETZTER TAG 2. 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Wutol E 7 3423 3 und 6 Uhr Jellcbcn fieheri 9 Uhr Götter unter sich Kiinü•Tueam Täglich->>/« Uhr Der gioDe Eiiaio Morgen gehts uns gut) h Bilder von Hans Müller. Musik von Benatzky. Sonniag, den 3. April nachmittags 3�3 Uhr Homöopathie Vieren-, Biesen-, Uber-, Gellen-, JU-jen-, Denn-, Innere n. Kcrveal.» Ac«»» MUnnstr. v ESSolsWStjl IST DSi BANK DER ARBEITER, ANGESTELLTEN UND BEAMTEN,§ BERLIN Zentrale: S 14, WaKstraße 65 Depositenkasse: SW 63, Lindenstraße 3 KapitaB und Reserven; 15,3 Hiii. Sonntag, 3. Aprli „Unsere Jugend kocht" Von 3—6 Uhr große» Scheu« u. Preiskochen tn Halle II an lOO Herden zum Braten, Backen, Kochen 10. JUBILAUMS- REICHS- GÄSTWIRTS-MESSE Aussiellungshalleu EcdEerdamm 2.-8. ApriL geöffnet tägL 10—20 Uhr Tägl. großes Koch-Turnier mit Preisen im Gesamtwert von über 10000 RM LEIPZIGER STRASSE 72-74. 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Doch gerade durch seine rücksichtslose Stillegungspolirit, die viele Gemeinden ungemein schwer schädigte und sie obendrein mit der Füriorge für die ausgesteuerten Erwerbslosen belastete, hat das llnlernehmerliim in Rheinland-Westfalen k- i n e S w e g s den B c- weis erbracht, daß die öffentlichen Betriebe in seinen Händen besser ausgehoben seien als in den Händen der Kommunen. Tie Stillegungsspuren schrecken. Die Erwerbslosen liegen dem Unternehmertum natürlich besonders am Herzen. Ist schon der beschäftigte Arbeiter für die Konzerngewaltigen lediglich eine Belastung des unvermeidlichen Lohnkontos, so bedeutet der Erwerbslose zwar nicht mehr eine direkte Belastung für sie selber, ober doch eine B c l a st lui g für das Reich und die Gemeinden. Und diese „Belastung" soll genau so oder schärfer noch als die Lohnkonto- belastung hcrabgedrückl werden. Die Herren erklären,-die Reorganisation— auf deutsch die Per sch lcch rc r u ng— d e r„E rw c rb sioscnb e tre. uung' «t-rdo immer dringlicher. Mit. der Forderung dar Zusarmnea- fassung der gesamten Erwerbslose nbctreuung— worüber sich an und für sich als Versicherung sehr wohl reden läßt— halten sie die allgemeine Eiasührung der Prüfung von Bedürftigkeit und Arbeitvwilligkcit dringend erforderlich. Damit zeigen die Langnomverein-Unternehmcr nur allzu deutlich, was sie unter einer„E r w e r b s lo s e n b c t r e u u n g" verstehen. „B c d ü r f t i g k e i t s p r ii f u n g" für Arbeitslose, deren ein- zigcr Besitz, ihre Ärbeitstrost, gänzlich cniwcrict ist, die lediglich aus die Unterslützungsbelräge angewiesen sind und je nach deren izorm und Liöhc ihre Existenz fristen und dahinvegetieren. Für diese „He r r c n"-Menschen, die die Arbeitslosen einer besonderen Bedürstigkeitsprüfung unterziehen wollen, wäre schon der Gedanke unerträglich, mit dem höchsten Untcrstützungsbetrage eines Arbeits- losen momuclang leben zu müssen, um dann das, was man so Lebenshaltung nennt, noch weiter herabgedrückt zu sehen. So richtig kennzeichnend für die Ueberheblichkeit dieses Unter- nchmertums, für seine Nichtachtung des Arbeiters, feine ganze Bru- talität gegenüber den Erwerbslossn ist die ebenso unsinnige wie verletzende Forderung, bei Millionen Arbeitslosen in Deutschland die Arbeitswilligteit zu prüfen. Ein Unternehmertum, das die noch beschäftigten Arbeiter durch Feierschichten und Kurzarbeit mit ihrem Lohneinkommen teilweise bis an die Grenze der Arbeitslosenunterstützung und selbst darimtcr gebracht hat. wagt es, die Arbeitslosen des mangelnden Arbeits- willens zu belchuldigcn und sie einer Prüfung, einer Kontrolle ihres Arbeitswillens zu unterstellen. Und das in einem Bezirk, in dem sich 500 Mann bereit erklärten, drei Tage monatlich Fron- dien st aus der Zeche Karolinc zu leisten, um nicht gänzlich ob- gebaut zu werden, womit man ihnen gedroht hat. Man kann sich nach diesem Beispiel ungefähr vorstellen, wie eine„Prüfung der Arbeitswilligteit" aussehen würde, wenn sie von Kreaturen eines solchen Unternehmertums vor- genommen oder auch nur beeinflußt würde. Die Herren sollten sich nicht gar zu sehr auf den Sieg Hitlers verlassen. Haben sie nicht einen sozial sehenden und denkenden Menschen in ihrer Nähe, der sie ernstlich wo ritte, das Spiel der Sozialreaktion nicht gar so weit und so toll zu treiben? Keine Beiträge zur Arbeitslosenversicherung. Die Befreiung der im Steinkohlenbergbau unter Tage beschäsligtcn Arbeiter und Angestellten sowie ihrer Arbeit» gebcr von der Beilragspflicht zur Arbeitslosenversicherung ist über den 3l. März 1932 hinaus bis zum 30. Juni 1932 vcr- läuzert morden. Oer Butab in Berlin. Die Techniker im ttrisenjahr 1931. Die Ortsoerwoltuiig Berlin des Bundes der technischen An- gestellten und Beamten(Butab) hielt gestern liachmittag im Gc- werkichaltshaus ihre Jahresgeneralversoiniiiluiig ob. Ebenso wie der Rechenschaftsbericht des Geschäftsführers der Gelamtorganisotioii aus dem jüngsten Bundestag, gab auch der Jahresbericht des Ber- lincr Geschäftsführers bis Butab, Genosse R a g o tz, einen tiefen Einblick in das Eicnd, das unter der Techmkerschait herrscht. Seit Amang 1930 ist auch in Berlin die Zahl der stellungslosen Bundesmitglieder von Monat zu Monat unaufhörlich gestiegen. Am 1. Januar 1930 waren in Berlin 706 frcigewcrkschastlich organisierte Techniker oder 5,4 Proz. dir Gcsamtmstgt'stdschast der Berliner Orts- tcrwaltuiig des Butab erwerbslos. Am 1. Januar 1931 waren es bereits 1869 Mitglieder oder 14,4 Proz. der Mitgliedschaft und am 31. Dezember 1931 waren 3016 Mitglieder stcllungs- los, oder 25,3 Proz. der Gesamtmltgliedschast. Diese Zahl hat sich auch im 1. Ouarlal 1932 noch bedeutend erhöht: am 1. April verzeichnete die Ortsverivaitung 3452 slcliungstose TUilglieder, das sind 30 Proz. ihrer Gesamtmitgliedschaft. Diese katastrophale Entivicklung des Arbeitsmorttcs der Techniker mußte zwangsläufig auch die Mitgliederbcwegung nachteilig beeinflussen. Es ist ein Vertust von 117 9 Mitglieder» oder 8 Proz. der Gesamtmitgliedichast innerhalb der Orlsvcrwaltuiig Berlin des Butab im vorigen Jahr eingetreten. Die Ortsverwaltung zählt« am Schluß des vorigen Jahres insgesamt 13665 Mit- gl jeder, darunter 367 Jugendliche und 1382 Hospitanten. Da der Mitglicdcrschwund ausschließlich aus das Konto der Wirtschaftskrise zu buchen ist, konntc Rogatz die Erwartung aussprechen, daß bei einem Wiederanstieg der Konjunktur dieser Mitgliederverlust durch die Funkiionärc der Organisation rasch wieder wettgemacht werden wird. Genosse Maiiahn berichtete über die organisatorische Tätig- keit des Ortsoorstandcs, u. a„ daß die Aufforderung zur Bildung von H a m m e r s ch a f t e n bei den ircigewerkschaitlichen Berliner Technikern lebhaften Widerhall gesunden hat. Die General- Versammlung wünschte keine Ausspräche'über die Tätigkeitsberichte. Sie bestätigte einstimmig als Geschästssührer für das nächste Ge- schästsjahr wieder den Genossen Rogatz. Der Ortsvorstand wurde ebenfalls einstimmig, entsprechend den Vorschlagen der Fachgruppen, gewählt. Verhandlungen im Buchdruckgewerbe vertagt Im Tarifkonslilt des Buchdruckgcwcrbes hat das Z c n t r a l s ch l i ch t u n g s a m t am Sonnabend nach drei- lägigor Verhandlung den Beschluß verkünder, zunächst d i e Kammerverhandlungen bis zum 16. April zu vertagen. Maßgebend für diesen Beschluß war die Erwägung, an- gesichts der Uittlarhcil über die endgültige Entscheidung der Regie- rung zur allgemeinen larifpolitischen Enlwicklung nach dem 30. April eine Klärung der Situation adzuwarien. Die Musiker hungern. Beamte musizieren und nehmen ihnen das Brot. Das Reichsinncnministerium hat sich wiederum mit der gemerbs- mäßigen Musikausübung durch Beamte besaßt. Sein Erlaß vom 7. März 1932(I. C. 6421/17. 2.) lautet: „Bei einer Beratung, die das Zeiitraliiistltut für Erziehung und Unterricht in Berlin am 1. März über Woge und Möglichkeiten zur Linderung der Not der Musiker veanstaltetc, wurde Klage darüber geführt, daß Uebcrtrctungeii der Vorschriften über das Musizieren der Beamten von vielen Behörden mit einer Milde behandelt würden, die geeignet sc!, die Bestimmungen unwirksam zu machen. Man lasse es vielfach bei wirkungslosen Verwarnungen bewenden. Bei der wirtschaftlichen Notlage der Gegenwart, die die Berufs- musiker durch die Auswirkungen der Mechanisierung der Musik mit noch größerer Härte trifft als andere Kreise, würde es dem Ansehen des Beamtentums wie der Behörden nachteNig sein, wenn gegen Beamte, die sich solche Verstöße zuschulden kommen lassen, nicht un- nach sichtlich vorgegangen würde. Ich wäre deshalb dankbar, wenn die Richtlinien der Relchsregic- rung mit den zu ihrer Durchführung ergangenen Bestimmungen den Bchördenvorständcn in Eriniicrung gebracht und sie veranlaßt wür- den, Uebcrtrclungcn dieser Art grundsätzlich im Wege des Dienst- strafvcrfahrcns zu verfolgen, dies auch der Bcaintciischoft in geeig- nctcr Forin bekanntzugeben" Wir hoffen, daß diese Anweisung die nötige Beachtung findet und der skandalöse Zustand endlich beseitigt wird, daß Beamte sich nebenberuflich als Musiker betätigen. Wie die RGO.„siegt". Belnebsrätewahl in Bitterfeld. Bei den Betriebsrätcwahlen in der von den Koinnmniften als Kr iegs b e trieb bezeichneten Anilinfabrik im Bitter- felder Industrie bezirk hat die Lifte der RGO. mehr als ein Viertel ihre» früheren Bestandes verloren. Die Belegschaft ist dort seit dem vorigen Jahre um 220 Mann geringer geworden. Es wurden 1565 Stimmen abgegeben, 415 Ar- bcttcr haben sich an der Wstimmung nicht beteiligt. Die G e w e r k- schasten tomtteil trotz der ncrringerten Belogiäzait und der schwächeren WahlbcteUujuug ihre Stimme nzalst ungefähr halten. Sie erhielten 768 Stemmen gegen 783 nn vorigen Lohre. Die L i st e der RGO. dagegen erhielt 745 Sttnnnen gegen 1008 im vorigen Jahr«. Das.Hallesch« Koiimrui-iftenblalt„Klassenkampf" führt zur Be- gründung der koimmnistischen Niederlage an, daß die„Rcfvr- misten" ihren Gewinn„auf eine planmäßig durchgc- führte Kleinarbeit ihrer Funktionäre zurückführen könnten, die sehr aktiv im Betriebe aufgetreten seien. Dagegen habe die„revolutionäre Initiative" im Betriebe gefehlt." Die Maulhelden der RGO. haben zwar wiederholt zu Streiks aufgefordert: aber als die„Aktionen" beginnen sollten, haben sie den Arbeitern gesagt: „Fangt wieder an zu arbeiten." „Eine solche Politik verstehen die Arheitcr nicht", bemerkt der „Klassenkampf" dazu. Das ist richtig. Und wenn die Arbeiter in den Betrieben zu wählen haben zwischen den Großsprechereien der RGO. und der aktiven Arbeit der„Reformisten", so fallt ihnen die Entscheidung, wie der Fall der Anilin.jekgt. nicht schwer. Wohlfahrisunierstühung auf dem Lande Llnhaltbare Verhältnisse. Eines der vielen traurigen Ltapitel auf dem Lande ist die Be- Handlung der Land- und Forstarbeiter, die aus der Arbeitslofenver- sichcrung ausgesteuert und auf den Bezug der Wohl- f a h r t s u n t e r st ü tz u» g angewiesen sind. Besonders wenn es sich um überzeugte Republikaner und Mitglieder des Deutschen Landarbeiterverbandes handelt. Typisch dafür ist ein Vorfall, der sich dieser Tage in der Ge- meinde K a m p e r n, Kreis Trebnitz in Schlesien, abgespielt hat. Einem verheirateten Landarbeiter wurde dort vom Geineindevor- steher die Wohlfahrtsunterstützung mit der Motivierung v e r w e i- g e r t, datz sein Sohn L,£K1 Mark Arbeitslosenunterstützung bezieht! Als der Landarbeiter energisch protestierte, bot ihm der Gemeindevorsteher schließlich Arbeit in der Landwirt- schast zu eineni„Lohn" von 2U Pf. die Stunde an. Es ist höchste Zeit, daß sich das preußische Wohlfahrts- Ministerium der Frage der Unterstützung der aus der Arbeitslosen- Unterstützung ausgesteuerten Land- und Forstarbeiter mit Eni- schlossenhclt annimmt. Zniernationale Lnvaiidenversicherung. Zn Genf wird darüber beraten. Aus der Tagesordnung der 16. Internationalen Ar- b e i t s k o n s c r e n z, die am 12. April in Genf zusammentritt, steht auch die erste Beratung einer internationalen Regelung dcrInvalidc ii Versicherung. Hierfür liegen bereits jahrzehntelange Erfahrungen in zahlreichen Ländern vor. Zur Zeit besteht eine Alters-, Iiwaliden- und Hiilterbliebenen- versicherung in verschiedenen Formen und in verschiedenem Umfang in etwa 20 vorwiegend europäischen Ländern. Die Versicherungs- pflicht erstreckt sich bereits auf viele Millionen"Arbeitnehmer. Die meisten bereits bestehenden Gesetze sehen auch die Möglichkeit vor, daß die Personen, für die die Versicherungspflicht erlischt, sich frei- willig weiteroersichern könne». Das Internationale Arbeitsamt betont in seinem für die Kon- fcrenz vorbereiteten Bericht in a. auch die Notwendigkeit der Ein- bezsehunz der landwirtschaftlichen Ardektnchmer in die Versichernngspslicht, sowie die Notwendigkeit der Familien- z u s ch l ä g e zu den Renten—«in neuer Beweis dafür, daß in allen Zweigen der Sozialversicherung der Getwnke des Schutzes der Familie in immer höherem Maße Eingang findet. Mit der internationalen Regelung der Invalidenversicherung soll der Kreis der internationalen Sozialversichcrungsübereinkonmien geschlossen werden. Für den Wert der Jiwalidenversichcrung ist neben der Höhe der Renten die Altersgrenze entscheidend. Selbst bei Ausschaltung aller sich aus der Weltwirtschaftskrise ergebenden Maßnahmen ist die Herabsetzung der Altersgrenze notwendig infolge der Rationalisierilng, der aufs äußerste gesteigerten Arbeits- Intensität, die zu eineni rascheren Verbrauch der Arbeitskraft führt, zugleich aber auch zu einer schärferen"Auslese bei der Arbeiter- annähme. Bei der Sichung aus körperliche Leistungsfähigkeit fallen die über SOjährigen Arbeiter bereits ans. Die Nordwestlichen wollen Lohniarif kündigen. Essen(Ruhr). 2. April.(Eigenbericht.) Wie verlautet, wird der Arbeitgeber-Verband„Nordwest" das Lohnabkommen für die Metallindustrie am 1. Mai zum 31. Mai kündigen. Ferner beabsichtigt der Arbeitgeber-Verband die Äündi- gung des seit dem 26. Mai 1930 geltenden Rahmentarifes für die Metallindustrie zum nächsten Kündigungstermin auszusprechen. Böhmischer Bergarbeiterstreik vor dem Ende. Beschluß der Bergarbelterverbände. Prag, 2. April. Eine Konferenz der vereinigten Bergarbeitcroerbände hat eine Entschließung angenommen, in der die Beschlüsse und Entscheidungen der sogenannten Zentralstreikleitung für die Mitglieder und Ver- trauensmänner der vereinigten Verbände als nicht verbindlich erklärt werden. Die Bergarbeiter des Reviers werden heute durch Anschlag aufgefordert werden, sich am Montag wieder zur Arbeit einzufinden. Im Mährisch-Ostrau-Karwiner Revier wird auf allen Gruben wieder regelmäßig gearbeitet. BerNner Gewerkschaftsschule. Der nächste wirtschaftspolitischc Ausspracheabend ist am Dienstag, dem 3. April, 19 Uhr, und zwar im Saal U des Saalgebaudcs, Eingang vom Hof, eiserne Tür. Dstcma:„Der Zusammenbruch des strenger- Mmzerus". Leiter des Ausspracheadends ist der Genosse Dr M t t n i tz k y. Zutritt tzabcn aNe frei. gemerlschaftlich organisierten Kolleginnen und Kollegen. Kein Hörcrbcitrog, leine vorherige Anmeldung. Vezirlsamt Neukölln. Arbeite«, Angcslclln Bctricbspersammluug um 15'. Uhr im Ncstaurant Lützc, und Beamte! Morgen. Montag, gegenüber dem Kranken» rous Neukölln. Referent: Stadtrat Lücke: lö-tj Uhr in den Bilraerstilen, Vcrg- stiaßc 147, Referent: Stadlrat Drs Löwenstcin. Thema' in beiden Bersaoini- lungen:„Unser Kamps gegen den Faschismus!" i I ,1 l April. SPD.-Frnktio» Karstadt A.-S. Neukölln. Dienstag, 5. lg:/. Uhr, bei Kniep, Hascnheide U. SPD.-Fraktian der erwcrbslssen graphischen Hilssaebeiter, Morgen, Montag, 47 April, 13 Uhr, im Lokal Laudah», Luisenufcr W, Fral tionsoersammlnng mit Smnpathisterenden. Tagesordnung: Die Er- wcrbslosen und die politische Lage. Nefcrent: Geiiossc Erich pcrnik. Jeder 13 Genosse bringt einen Gast. »�reie Gewerkschafts-Zugend Berlin Scute. finden folgende Veranstaltungen statt: Siidkreis: Sugendheim Neukölln. Kanncr Ecke Böhmische Strasse, ab 17 Uhr.„Wird schon werden."- Sübostkreis: sugendheim Gcwcrkschaftohaus, Engelufcr 24 2>, Ausgang 1! parterre. April-April.— Norbostlreis: Bestchtigung des Funl- dllusco. Tressen Uhr Eingang BreUschncidersirasse.- Zugeadqriippc der Sesamtoerdandes, Fachgruppe Handels- and Transportgcwcrbe: Fahrt nach den Sprccwiescn. Unkosten Sit Pf. Treffen 8 Uhr Bahnhof Stralan-Rummelo� bürg, Eingang Sonntagstrass«.— Morgen. Montag. Lllgeabgruppc be- Sc- samtperbandcs: Gesamtocranstaltung im dugendheim Gewerkschaftshaus. Engel. Ufer 24— 2ö, Aufgang v. parterre.„Das Wort hat Kollege St." Wie leitet man Versammlungen? Zuaenvaruppe des'�entralverbandes der AngesteUten Morgen, Montag, finden folgend- Veranstaltungen statt: Wedding: v Jugendheim Turiner Ecke SeeNrasse Wir lesen aus den Werken von B. Tranen.- Rordost ll: Jugendheim Schönlanker Strasse(Schulbaracket. Schallplattenabend eigener Ausgestaltung.„Vom Walzer zum Jazz."— Weissen» see: Jugendheim Pistoriusstr. 24. Lichtbildervortrag:„Einer wirb! zwei". Refe» rent Seilbrunn.- Britz: Städtisäies Jugendheim fRathausi. Bunter Abend. — Urban: Jugendheim Hobrcstit. Ecke Sanderstrasse. Unser Freund„Fattn" er- zöhlt uns Geschichten.— Schönebera: Wir besuchen die Versammlung des Werbe- bezirk« Friedenau.— Rardwest: Wir besuchen die T bezirke. i>. Vvb Uta-ü-ccvr- Versammlung de« Werbe- Hanaenabaabe vorbeh alten I varuaul nur soweit Vorrat I Zwei Be&ctffc- die iedec Ueuut! Zwei Befreite- die uwtceuu&ac siud! Sämtlithe Abteilungen unseres großen Hauses bringen Keulgeiegenhelten aller' ersten Ranges. PrOlen Sie die OUT BN QUALITÄTEN ZU UNSEREN PREISEN Kinder- Pullover ohne Afcrmel, Trlköt meliert Damen-Trögerhemden mit breitem Stidcereiansohc... f.25, 65 Landhausgardmen aus Gitterstoft, ca. 60 cm breit, mit 4 f** Einsät* und Spitxe....... 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Theodor ILeber, den das Bismarckschc Sozialistengeietz vor fünfzig Jahren aus Deutschland über das Weltmeer gejagt hat, ist in Buenos Aires, 80 Jahre alt, gestorben. Er gehörte zu den Begründern des sozialdemokratischen Vereüis„Vorwärts", der am SO. d. M. sein fünszigjähriges Bestehen feiert. Auch dem Ortsverein Buenos A>res des Reichsbanners Schwarz-Rot-Gold hat Weber lange Jahre angehört. An seiner Beisetzung nahm auch ein Ver- tieter der deutschen Gesandtschaft teil. Ueber den Sarg des alten Genossen klang das Lied:„Ein Sohn des Volkes." Allgemeine Wetterlage. 2.ApriH932�abds. Owolksnlot,® heirer.O halb bedeckt 9««olkig,*bedeel(t*ifcgatv&Qreupeln ,»Nebel,'R6e»lltgc@Wiidsmie UeiSt England und der Nordsee lagert jetzt tiefer Luftdruck. Deutschland v'ird infolgedessen von maritimen Luftmassen überflutet. Die Temperaturen..lagen zwar meist etwas niedriger als gestern, hielten sich ade?" Dch-Ätt''SM�l-fllfflÄrigen Mittelwert. Am wärmsten wurde es in Schlesien, wo IS wtab erreicht wurden. Zu Regenschauern kam es, ausgenommen Süddeutschland, allgemein im Reiche. In Pommern und Schlesien traten die Regen- schauer in Verbindung mit Gewittern auf. T>ie Luft�trömuime� über Europa verändern sich nur langsam. Infolgedessen dürfte eine nennenswerte Umgestaltung unseres Wetters noch nicht eintreten. Wetter für Berlin: Weiterhin wolkig und ziemlich mild, Nei- gung zu Regenschauern.— Für Deutschland: Rur im Nordwesten und an der westlichen Ostsee stärkere Regenschauer, sonst wenig Aenderung. 5port. Rennen zu Strausberg. IrühliugS-Hürdeurenlltu: 1. Borussia(H. Schäfer); 2. Reichenbach: r,-T-.- i->. A CTii___, 4 � O. I A � /aa»\ SM d'Almee. R-Hselder Ausgleich: 1 Almau(£. Huguenin): 2. Etalliebling: 3. Wanda. Toto:-21:10. PlaP: 11, 20, 15:10. Ferner liefen: Kerner. Elpi, Hochwald. Happq Girl.___ Ziotläppchen-Jagdrenaeu: 1. La Margna(H. Muschen): 2. Unfug: S Mäzchen. Toto: 24:10. Platz: 17. 10:10. Ferner liefen: Moliheserlreuz. Hugin Corvr.. «trauh-Jligdrennen: 1. Lagina(H. Müschen): 2. Meermädchen: 3. Ber» ganaenheit. Tow: 30:10. Platz: 14. 13, 18:10. Ferner liefen: Liliput, Em« tracht 2, Togmatiker, Dolphin.,«„„. Holländer-Flachrennen: 1. Peraspernmcsn>c>. gui» rsivve. Quollkük. lack« auf Kunstseiden- Marocaine gefütt..M- Georg.- Mantel reine Wolle, gonz auf Kunstseiden- Maroc., marine u. schwarz. M. Wollkleider in vielen, schönen Farben und Formen. M. Trägerkleld in schönen, duftigen Farben, bleu, grün, schwarz-weiß, citrone und lind...... M. Hängerkleid aus prakt. ßoumwoll- MousseliP?. GrdtJe 42 (Steigerung 15 Pf.) Pf. Mä d ch e n k I e i d aus solid. Beiderwand u.ein'arbi. u. karierten ZephirtofF., reiz. Form., Gr 60(Stg. 20 Pf.).. Pf. C o m p I e t für Mädchen aus einfarbigem Panama, mit weißer Bluse, Gr. 60 (Sig. 50 Pf.)____ M. Jg Madchenkompl. ous einfarb. Panama und kariertem Kunstseiden-Leinen, aparte Farben u. Formen. M. 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Dreimal hintereinander bekam er nun den fünfunddreißigfachen Wert seines Einsatzes vom Croupier zugeschoben. Frauen, angetan mit verwirrender Eleganz, umschwirrten den Gewinner. Abergläubische Spieler streichelten im Vorbeigehen seinen Riiiten, warteten auf den Augenblick, da der Glücksstuhl frei würde. Sie sollten nicht lange zu warten brauchen. Nach seinem dritten Plcingewinn erhob sich der Hagere mit unbcvxgtem Gesicht so, als ginge ihn die ganze Geschichte nichts an, winkte zwei Pagen, die die Spielmarkenberge auf ein Tablett luden und ging zur Kasse, um sich den Gegenwert in Banknoten auszahlen zu lassen. Das Spiel fetzte natürlich nicht für eine Sekunde aus, kein Kopf wandt« sich nach dem Spieler: in dieser Schule der Selbstbe- bcrrsch».ng ist ein jeder mit sich beschäftigt. Es war ja keine Selten- Iieit, daß ein Spieler solche Summen gewann, ohne mit der Wim- per zu zucken. Diese Summe war eben wohl auch für.diesen Men- 'chen hier nur der Bruchteil des dein Spiel geopferten Vermögens. Und wer wußte, ab er nicht, wich angesichts. der enormen Selbst- Überwindung, jetzt in dieser Glückssträhne aufzuhören, morgen das Doppelte wieder verlieren würde? Aber es war ganz seltsam: als der Gewinner mit der Leichen- bittermiene dl« Banknoten in seine Taschen gepfropft hatte, verließ er nicht die Klubräume, um nach.getaner Arbeit" sein Glück bei Frauenfleisch und Hunnnerschercn mit rotem Chainpus zu begießen. oder um diesen Ort der Versuchung zu fliehen. Nein, er blieb mit verschränkten Armen, an«ine Säule gelehnt, stehen und beobachtete. Zuerst glaubte man, er erwarte eine Frau, dann, er wolle dein -.Kastnogespenst", eine ehemaligen schwedischen Multimillionär, der, nachdem er seine Millionen feinem Laster geopfert hatte, stck) von ..totsicheren" Tips ernährte, etwas Spielgeld geben. Aber nichts davon geschah. Der Gewinner beobachtete vielmehr einen jungen Mann, der '.wischen den Tischen pendelte und auf einfache Chancen kleinere Sätze muckste. Das Pech schien den prächtig gewachsenen Jungen mit der frischen Gesichtsfarbe und den guten, hellen Augen zu vcr- iolgen. Cr verlor ununterbrochen! Dazu lächelte er ein ungläubi- ges, ja, naives, fast könnte man sagen„keusches" Lächeln. Seine roten, durchbluteten Lippen ließen die herrlichen, starken Zähne frei, an den Augenwinkeln kräuselte sich etwas wie ein leiser Spott über die fiebernde, kalkulierende, systemspiclcnde, blindlings sich in Taumel stürzende Gesellschaft. Der Gewinner von vorhin trank dies Lächeln des Jungen in sich hinein, dies gutmütige, gleichgültige Lächeln erregte ihn auf eigen« Art. Nie während feiner in allen erdenklichen Hazardklubs verbrachten Jahre war chm ein solches Lächeln begegnet. Ver- zweifelte und Jauchzende hatten feinen Weg gekreuzt. Oft hatte er sell'st mit dumpfem Hirn und ausgeleerten Taschen auf Berge gestarrt, die andere gewonnen. Aber er wußte mn den Sinn des Satzes: Wie gewonnen, so zerronnen I Hier aber packte den Hageren, der eine Zigarette nach der anderen zwischen angegilbten Fingerspitzen zum Munde führte, xin ohnmächtiger Neid! Neid auf das Lächeln des Jungen. Er würde, dos wußte er. nie wieder über Gewinn« so lächeln können wie dieser Junge über ihn, über alle hier, über das feierliche Gebaren der Croupiers, über die Tabellen der Systernbesessenen, ja, über seine eigenen Verluste. Dieser Neid auf das Lächeln war zugleich ein unbändiger, grenzenloser Haß gegen die Jugend, die unbeschwerte Jugend des anderen. Lächelnd verließ der junge Mann die Klubräume. Der vom Laster verbrauchte Spieler folgte ihm. Der Junge stieg die Treppe hinab und ließ sich seine Garde- robe geben. Dann ging er hinaus in die Nacht. Der für Stunden reiche Mann folgte ihm. Folgte ihm an weißen Palästen vorbei, an bombastischen Hotels, die vom Seesteg her grell erhellt waren, durch Anlagen in das stillere Viertel des Ortes am Meer. Dies waren die Gedanken des alten Spielers: Ja, mein Bürfch- chen, ich kann dir helfen! Zwei Fetzen aus den dreckigen Bündeln in meinen Taschen sind mehr, viel mehr, als du je verloren hast. Aber noch nicht, mein Täubchen! Erst muß dies Lächeln verfchwun- den, ausgemerzt sein. Erst mußt du die Maske abgelegt haben. Es ist dach eine Maske gewesen,«ine vorzügliche, das gebe ich zu! Erst müssen dir die Tränen der Wut und der Verzweiflung in den ?lugen stehen, wie ich sie geweint habe, erst mußt du zähneklappernd Besserung geloben, wie ich es getan, mußt mit dem Teufel in deiner Brust kämpfen und ringen und dich unterkriegen lassen und wieder die Hölle betreten, ja. mein Junge, erst mußt du ein Spieler ge. worden sein, der nicht so lächeln kann, wie du getan, dann werde ich dir helfen! Der Spieler hielt inne. Er befand sicki an einer unbeleuchteten Stelle der Strandprome- nade. Er hatte den Jungen aus den Augen verlor«». Er rief sich zur Ordnung. Dummheit, schalt er sich, was geht's dich an? Der da findet immer noch seinen Weg, der da, der so lächeln kann, geht nickst unter. Aber er hatte den Gedanken noch nicht zu Ende gedacht, da fiel«in Schuß, da ertönte ein Stöhnen. Dann war es wieder still. Der Hagere ging, nachdem der Schreck in feinem Hirn ans- gezuckt hatte, zurück Im Gehen zuckte der Mann die Schultern, als wäre für ihn«in gleichgültiger Vorfall endgültig erledigt. Der Mond und die Sterne spiegelten sich in der ruhigen Wasserfläche des Meeres. Fern glitten die bunten Lichter von Ver- gnügungsdampfern äm Horizont entlang. Di« weißen Segel lagen still am Steg. Plötzlich geschah es, daß der Mann das alles sah und in sich aufnahm, in dieser Nacht geschah es ihm, daß die Zahlen lolonncn und die Ungeraden, die Plrinsätze und die Harke von seinem Auge schwanden. Ein tierischer, fürchterlicher Schrei erschütterte ihn da und brach sich Bahn zu einem anhaltenden Kreischen. Es war der Neid auf einen Toten, der das besessen hatte. Es war die Qual des eigenen Lebens, das daran vorbeigegangen war, die Oual des feigen Weitcrlebcns! 'Der&ruhlmg kommt auf Grau inst» düster ist der Tag. Randgebirge von schntutzigein Sckmec säumen links und rechts die Straße. Kein angenehmer Auf- enthalt für die vielen, die ohne Arbeit und daheim ohne warme Stube sind. Im städtischen Lesesaal ist an den Tischen Stuhl an Stuhl besetzt. Zeitungsblätter rascheln beim Umblättern, ein Räuspern, ein Husten, rasch unterdrückt, weil der Nochbar feindlich aufblickt. Warme Luft drückt auf die vom Lesen erhitzten Köpfe. Der Ton der Zeitungen ist auf Fortissimo gestimmt. Eine jede ist bedacht, im Streit der Meinungen die andere zu übertrumpfen. Es gilt, die Truppen zu sammeln für die Wahlschlacht. Dos Fieber der Leidenschaft steigt. Heiße Augen blicken den Nachbar, der das Blatt der gegnerischen Partei in den Händen hat, feindlich an.?luf dem neutralen Boden des Lesesaals muß der Mund schweigen. Aber heimlich über den Köpfen der Lesenden kämpfen die Gedanken den erbittertsten Kampf. Hart und schicksalhast— hie Triumph, hie Niederlage— ist die Parole der Geisterschlacht. Die Hände mit den Zeitungshaltern sinken auf den Tisch. Die Augen schließen sich. Der Geist schweift fernab. Raum und Zeit versinken. Ein jeder sieht Deutschland airfsteigen aus der Not, ein jeder steht für sich die Wiederkehr guter Tage, Arbeit und Brot, ein Leben in Ruhe und gesichertes Dosein. Wenn mir erst die anderen... Da bellt ein Husten auf. Man sitzt wieder im Lesesaal. Die warme Lust drückt auf die Nerven. Man hält ein Zeitungsblatt in der Hand. Einer wie der andere. Ein jeder fremd unter Fremden. Ein jeder allein mit seiner Not. Die Zeit geht, heute wie alle Tage. Hoffnungslosigkeit schleicht in die Seele. Das eigene kleine Schicksal steht nahe und überschattet das große des Vaterlandes. Zu Hause die traurigen Gesichter von Frau und Kindern und er hier mit einer Zeitung in der Hand, weil er es nicht erträgt, daheim zu sitzen mit den Händen im Schoß. Arbeit! Arbeit! Arbeit! Ja, dann würde alles wieder anders werden. Aber wird es jemals wieder Arbeit geben? So trüb wie der graue Tag da draußen ist die Zukunft. Da geht die Tür des Lesesaals. Kleine Kinderschritte trippeln zwischen den Tischen. Eine Kinderftimme ruft:„Vati!" Zeitungs- dl Itter sinken, Köpse erheben sich und blicken in den Gang. Da steht ei i kleiner Knirps von 3 bis 4 Jahren mit hellem Schopf und blauen Augen. Als er die vielen Gesichter sieht, lacht er in seiner Hilslosig- keit sein Kinderlächeln. Verwundert sieht er, daß es aus die vielen ernsten Gesichter überspringt. Da saßt er Mut und stapft näher. „Vati", rust seine helle Stimme. Harte Männergcsichter beugen sich herab und werden weich und gütig von dem Blick in Kinderaugen. Frauenhände streicheln liebkosend den hellen Schopf. Ein jeder lächelt den andern an.?lus der Ansammlung von Fremden ist eine Gemeinschaft von Menschen geworden. In ollen Gesichtern ist ein Leuchten ausgestiegen, etwas heimlich Frohes verbindet sie alle. „Vati!" jauchzt die helle Stimme. Zwei kleine Arme strecken sich empor. Von den letzten Tische» ist ein junger Mann gekommen. Ein Lächeln, gemischt aus Vatcrstolz und Verlegenheit, umspielt den Mund. Er nimmt den Knaben auf.-Zwei kleine Arme umschlingen fest seinen Nacken.„Er geht in die Kinderschule nebenan. Ich hol ihn sonst ab", sagt er sich entschuldigend zu dem herangetretenen Aufsichtsbeomtcn. Der nickt mit fröhlichen Augen und patscht dem Kinde die Wange:„Geben Sie nur Obacht, daß er Ihnen nicht ge- stöhlen wird. Ich nähme ihn gleich mit." Ein Lachen und zustim- tuendes Nicken steigt ringsum auf, während der Vater mit dem Knaben dem Ausgang zugeht. Da bricht mit einem Male die Sonne durch die graue Trübe vor den Fenstern und steht leuchtend in dem hellen Schopf des Kindes. Dann schließt sich die Tür hinter den beiden. Viele Augen sehen dem entschwundenen Bild nach. Viel« Menschen bergen das Glück dieses Augenblicks in ihrer Seele als eine schöne Köstlichkeit. Und einer spricht«s aus, was alle bewegt: „Ihr Leute, der hat uns den Frühling gebracht. Jetzt muß es bester werden." Die Füße gehen zu den Tischen, zu den Zeitungen zurück. Aber kerner vermag mehr zu lesen. Von dem Blatt geht der Blick aus die Sonne, die draußen strahlt. Einer nach dem anderen steht auf, hängt die Zeitung an ihren Platz und geht in die neue Hoffttung, in den Frühling hinaus. Die Frösche besitzen ein« unglaubliche Lebensfähigkeit. Aus getöteten und aufgeschnittenen Schlangen kriechen noch lebende Frösche und Kröten hervor, deren Hinterbeine bereits vollständig oder doch teilweise verdaut sind. Waus Mauer: HlUli�Uk... Sine Qvolcskc Der Statistiker-Kongreß hatte sich nach.den Anstrengungen der vergangenen Tage eine Erholung in Gestalt eines freien Vormittags gegönnt, und ein Teil der Herren hatte einen Spaziergang in die Umgebung des Tagungsortes unternommen. Ais sie ein Stündchen dahingefchlsndert und in einen Waid gekommen waren, bot sich ihnen plötzlich ein schauriger Anblick: an einem Baum hing ein Selbstmörder. Die Herren gruppierten sich um den Toten und nach einer kurzen Pause der Andacht und der Erschütterung ließ sich einer von ihnen vernehmen:„Bezüglich des Sellstttnordes ist zu sagen, daß der Juni stark den anderen Monaten voranstcht. Unter Ansetzung einer Durchschnitts quote von 100 für die zwölf Monate, werden in ihm. im Gegensatz zum niedrigsten Monat, dem Dezember, volle 114,6 Selbstmorde durchgeführt." „Ich habe", warf sein Nebenmann ein,„die Selüstmordstatiftik verschiedentlich im Hinblick auf die Religionen untersucht und fest- stellen können, daß diese Todesart am häufigsten von Protestanten gewählt wird. 2ln zweiter Stelle rangieren die Semiten. An dritter die Sektierer. Prozenttial � am seltensten, finden, wir sie bei Kacholiken und Dissidenten." „Interessant und wissenswert ist auch",' fiigtc ein dritter Hinz», „daß in Deutschland 1923 bis 1931 auf 116,36 Frauen, die sich selbst getötet hatten, nur 92,48 Männer kamen." „Auch in fluktuierende und seßhafte Bevölkerung muß bei Erörterung der Selibstmordhäufigkeit geschieden werden", brummte eine Baßstimme dazwischen.„Das Verhältnis ist hier 118 zu 91 zugunsten der fluktuierenden Bevölkerung." „Ich habe speziell die Frage untersucht", crgriss nun ein jüngerer Kollege das Wort,„wie der Beruf aul die Selbstmordntigung ein- wirkt. Es hat sich mir gezeigt, daß der Mittelstand den anderen Berufen gegenüber in der Sclbftmordhäusigkeit stark bevorzugt ist." „Bezüglich des Zitters wäre darauf hinzuweisen", konnte ein anderer Kollege ergänzen,.chaß mm allen, die sich zwischen 1921 und 1931 in England, Frankreich und Deutschland das Leben nahmen, 61,59 Prozent das fünfuirddreitzigste Lebensjahr über- schritten hatten." „Recht wichtig", ward der Reigen der Erörterungen sortgesetzt. „ist die Scheidung der Länder. Spanien marschiert im Selbstmord voran. Bei einer Durch schrnttsquote von 100 für die untersuchten Länder beträgt sein« Quote 167. Es folgen Italien mit 141, Frank- reich mit 117,'Deutschland mit 108, Dänemark mit 96, die skandinavischen Länder mit 89, die Schweiz mit nur 79." Sehr beachtenswert fei auch die Prüfung der Seldftniordlust hiitstchtlich ihres Auftretens in Stadt oder Land, gab wieder ein anderer Kollege zu bedenken. Es stellte sich heraus, daß an de» im vergangenen Jahre beispielsweise in Irland begangenen Selbstmord!?» die Landbevölkerung nur mit 36,87 Prozent beteiligt ge- wesen sei. „Für mich", dozierte ein Unwerfitätslehrer,„ist bislang bei der Selbftmordstatiftik nicht so sehr die Erfcheimingssorm des Selbstmordes als solchem, als vielmehr sein Motiv ausschlaggebend und gesteigerter Beachtung für wert befunden worden. Meine Unter- suchungen hoben ergeben, daß als weitaus häufigstes Motiv finanzielle Schwierigkeiten bei den Selb stmo rdluf t i gen in Betracht kanten. Ein gutes Stück zurück erst rangierte Liebesleid." „Auch der Sekbstmordort darf dein Statistiker nicht belanglos sein", meinte ein schwaches Greifeirstinimchen.„Im Hotel habe ich graphische Darstellungen darüber liegen, die ich den Herren Kollegen gern zur Verfügung stelle. Die mn häufigsten gewählten Aus- tnüpftrugsgegenstände sind Äleiderlraken. Die Beteiligung der Baunuiste ist schivächer. Es folgen Nägel, Kronleuchter und Schrank- kuppeln. Unter den Bäumen wieder stehen die Eichen an erster Stelle. Es folgen Buchen, Eschen, Birken. Am seltensten sind Nadelbäume vertreten." „Bemerkenswert", sagte der berühmte Herousgclier der Statistischen Zchtdokuincntc,„ist das Verhältnis der Selbstmord- arten zueinander: Auf 100 Erhängungen kommen 75,2 Erschießun- gen, 56,8 Vergiftungen, 47,9 Stürze aus dem Fensler und 31,1 lieber- fahnmgeu, bei welch letzterer Todesart wiederum die Lokomotiven den Vogel abschießen." Ein sricherer Mediziner erging sich über den Prozentsatz, mit dem die Homosexuellen und Heterosexuellen, die Fleifchesscr und die Vegetarier an der Selbsttnordquote beteiligt sind. Auch über den Einfluß des Klimas, der Tageszeit, der politischen Gesinnung, des sozialen Milieus, der Krmnnalstät und der lyrischen Veranlagung auf die Selbstmordneigung sprachen.Fachleute. Schließlich ward festgestellt, daß? nach der ous Erfahrungsmaterial basierenden statistischen Wissenschast die Wahrfcheinlichkeit dafür spreche, daß der vorgefundeirc Erhängte sei: protestantischen Glaubensbekeimtnisses, emarchrstiicher Gesinnung, eine der fluk- tuierenden Bevölkerung angehörende spanische Äaufmanirsehefrau mit homosexuellen Neigungen, ärmlicher Herkunst, die sich wegen finanzieller Bedrängnis im Juni, morgens 4 Uhr, an einem Kleider- haken erhängt hatte. Der Erhängte war nun allerdings ein Mann und zwar ein Landwirt aus dem nahen Neufelde, der sich straffällig gemacht hatte und aus Furcht vor dem Gefängnis sich heute, also an einem März- tag, gegen 8 Uhr früh, an einem Weidenbaum aufgeknüpft hotte. Depression bei den Gelehrten. Ein Glück, daß einer der Herren an Hand umfangreichen Materials auf Grund statistischer Erhebungen nockimeisen konnte, daß auf Grund statistischer Erhebungen abgegebene Prophezeiungen nur in 23,35 Prozent aller Fälle eintreffen. Nunmchr schnitt einer der Gelehrten den Erhängten ob und stellte Wiederbelebungsversuche an. 3a Ludwigshascn lebt ein Drittel der gesamten Bevölkerung von der chemischen Industrie, denn Ludwigshafen ist bekanntlich der Sitz aer Badischen Anilin- und Sodafabrik und der Oppauer Stickstoffwerke, die zu dem JG.-Farbeakonzern gehören. Der Taktierstock wurde von Johann Baptist Lally, dem Hof- komponisten Ludwigs XIV., eingeführt. vssßßei'xkSiIdseZ der Welt. Gleich gute Hellerfolge bei beginn. Arterfenverkalkung, Mmkel» nnd Gelenk- rhcamatUmus, Gicht, DrondiiiI», Rückenmarks- und Nervenleiden.— Kohlensfiurereidie Kochsalrthennen. Mannigfache Bäderformen In ebgestuften Stärkegraden. Inhalatorium. Sdiöner ErholungsaufenlhoU.— Neuer Golfplatz. QQSenBetG Kurabgabe. Atukünüe: Hest.Slaalsbad u. Reisebüro». In Berlin.-W6Z, Bayrcatber Str.36(l:crnrBajbaro»ja3098) Vorzügliche Unterkunft bei angemessenen Preisen. Alfred&rugel: Vßtl* Von weitem gesehen, verloren sich die chäuser des Dorfes in der Ebene wie dunkle Flecke auf den mattbraunen Feldern. Das Dorf war arm. Die Felder konnten feine Menschen nicht ernähren. Des- halb suchten viele ihr Gluck in der Stadb Einige kamen wieder, manche gingen verloren, wenige fanden es wirklich. Wenzel war der zweite»ohn des�Wagnerbauers. Als er zweiundzwanzig war, wollte er Marie, die Tochter des Gemeindevorstehers, zur Frau nehmen. Cr warb um sie ein ganzes Jahr. Er wurde unglücklich. Marie konnte sich nicht entscheiden. Als sie ihn endlich abwies, nach einem Abend, der Wenzel verhangen schien wie mit bitterbösem Unglück. zog er in die Stadt. Mit verbissenem Gesicht und geballten Fäusten versuchte er sich in den Straßen und chäusern, deren Geruch ihn bedrückte, zurechtzufinden und seinen Schmerz zu vergessen. Er wurde Kutscher. Nach engen Nächten in seiner Kammer beruhigte ihn am Morgen der Pferdeleiber warmer Dunst im verschlafenen Stall. Er strich mit der Hand über ihre glänzenden Rücken und dachte dabei an die dampfenden Felder, über die der Morgenwind strich, kühl und würzig vom Walde her. Da überfiel ihn das Heim- weh wie eine tückische Krankheit. Manchmal lief er Sonntags vor die Stadt, warf sich am Wegrand ins Gras und starrte mit sehn- süchtigen Augen auf ein gepflügtes Feld. Das erste Jahr war das schwerste in Wenzels Leben. Als er sich endlich zurechtgefunden und an die Menschen der Stadt gewöhnt hatte, bekam er von Marie einen Brief. Sie bat ihn, zurückzukehren. Er las den Brief un- gläubig durch, zerriß ihn in viele kleine Stücke und wartete, bis ihre Asche im Ofen verglüht war. So glaubte er, die Brücken sür immer zerstört zu haben, die von der Vergangenheit in das Heute führten. Er war jung, groß und stark. Wenn er durch die Straßen ging, sahen die Mädchen auf seine breiton Schultern. Er achtete nicht auf sie. Beim Tanz fand er endlich eine, in deren Augen er die braunen Maries wiedererkannte. Als sie durch die dunklen Straßen nach Hause gingen, legte er die ijand um ihre Hüfte. Er wünschte sich die breite Verlassenheit der Felder herbei, den Geruch des reifenden Korns, das Zirpen der Grillen am Waldrand. Sein Gesicht hob sich. Ucbcr den Dächern schwebten helle, flirrende Punkte. Er wurde traurig Es sind keine Sterne, dachte er. Am Tage der Hochzeit kamen Wenzels Eitern in die Stadt. Sie gingen, wie alte Leute durch die Straßen gehen. Ihre Augen waren groß und blank. ihre Rücken gebeugt. In ihrer schwerfälligen Sprache redeten sie vom Dorfe, von ihrem Leben und Sorgen. Wenzel lauschte ihren Reden. Er sah auf seinen Vater und versuchte sich sein Gesicht ein- zuprägen, um es wie ein Angedenken mit in sein neues Leben zu nehmen. Als er die Eltern wieder auf die Bahn brachte, blickte er lange auf die Stelle, wo der letzte Wogen des Zuges hinter der kahlen Wand eines Speichers verschwunden war. Er strich sich mit seiner großen Hand über das Gesicht. Er schritt langsam in die Stadt zurück, in der er sein Leben hingeworfen hatte, um es zu nützen. Die Jahre flössen an ihm vorbei. Es gab helle, es gab trübe Tage. Wenzel lenkte sein Gespann durch die Straßen. Er dachte: überall ist Heimat, wo es Arbeit gibt, ein Dach über dem Kopf und die liebende Hilfe eines anderen Menschen. Er sah manchmal am Abend die Frau mit dem Kinde wartend am Tor des Werkhofes stehen. Ueber fein Gesicht zog sich ein leiser Glanz. Langsam schritt er mit chnen nach Hause. Die Straßen der Stadt waren am Abend lang gestreckt wie die Glieder eines müden Tieres. Lärm und frem- des Leben in Gestalten, Worten und Lachen bewegte sich gleich- formig an Wenzel vorbei. Er sah über den Dächern noch ein schmales Stück der vergehenden Sonne schweben, und versuchte feinen Tag zu überschlagen. Er war hin und her gefahren, hatte Kisten und Ballen in fremde Höfe gestellt. Sein Rücken war müde geworden, seine Arme hingen an ihm herab, aber von dieser Arbeit wuchs und blühte ihm nichts. Seine Hände blieben leer. In den langen Winternächten, in denen er manchmal allein wach blieb, bis der Ofen auskühlte und das Licht der Lampe rote Ränder um seine Augen zeichnete, begann er mit einer verzweifelten Hartnäckigkeit über sein Leben zu gricheln. Die Menschen der Stadt waren losgelöst von der ewigen Wiederkehr der Jahreszeiten. Ein Gewitter bedeutet für sie kein Unglück. Dürre im Sommer, Regen und Schnee störten ihr Dasein, ohne über die Arbeit chrcr Häkde unerbittlich zu entscheiden. Sie konnten den Flug der Vögel nicht deuten. Wolke und Stern sprachen nicht zu ihnen. Wenzel war in ihre Gemeinschaft aufgenommen worden, um in ihr bis an sein Ende zu leben als ein Fremder. Seine Arbeit ging spurlos unter. Sie kannte weder Saat nach Ernte und fügte sich zu keinem Gan- zen. Er dachte, was für ein kümmerliches Leben führe ich zwischen diesen Wänden, Straßen und Menschen.„Es ist kein Leben", sagte er leise und horchte auf den Wind, der Schncewirbel an das Fenster trieb. Er schob den Vorhang beiseite. Die Dächer waren weiß. Er riß das Fenster auf und ließ den Schnee in die hohle Hand rieseln. Dabei machte er mit den Fingern die Bewegung, mit der die Bauern die Erde des Ackers prüfend zerreiben. Am Morgen mußte er den Kopf an den warmen Leib der Pferde legen, um das Dunkle, Traurige, das immer wieder von neuem in fein Leben brechen wollte, von sich zu stoßen. Als Wenzels Frau im 7. Jalzr der Ehe krank lag, kam er eines Abends nach 5)ause und setzte sich an das Bett. Die Frau strich ihm vorsichtig mit dünnen Händen über das Haar, er fuhr unruhig hoch, lief mit schweren Sckiritten durch die Stube und sagte, den Kopf in die Ecke gerichtet, wo der Junge spielte:„Sie wollen mir die Pferde nehmen." Aus die erschreckte Frage der Frau antwortete er dumpf und verbohrt:„Ich soll ein Lastauto führen." Sie sah kopfschüttelnd auf seinen breiten Rücken. Sie verstand ihn nicht. Chauffeur? dachte sie, aber dann bringt er ja mehr Lohn nach Hause. Sie schwieg. Wenzel nahm das Kind und lief mit ihm durch die Straßen, solange, bis die Häuser zurllckblieben und Felder, auch ferner Wald sich im verdämmernden Licht des Abends ausbreiteten. Der Mann hob das Kind auf den Arm und erzählte van den Stimmen der Vögel, den weihblühenden Stauden des Wiesenschaumkrautes, dem würzig- riechenden Feldtymian, von den schnellen Tieren des Waldes. Er Ichritt mit ihm die Häuser des Dorfes ab, prüfte die Aussaat der Felder, die hingemähten Schwaden des ersten Heuschnittes. Und während er sprach, dachte er: Was habe ich angefangen mit meinem Leben? Was habe ich gewollt? Das Kind hörte ihm zu. Dann wurde es ungeduldig, zuletzt weinte es. Wenzel brach ab und trug «s auf seinen Armen nach Hause. Di« Frau war eingeschlafen. Er legte das Kind zu Bett. Er lauscht« lange ihren Atemzügen, traurig, wie noch nie in seinem Leben. Di« Frau starb. Die Pferde wurden verkauft. Verirrt saß Wenzel am Abend allein in der Stube und sah auf s«in Leben, lorene Meimat das mittendurch gebrochen war. Die Stube füllt« sich mit Schatten. Sie stießen und drängten. Wenzel mußte weitergehen. Wenzel kehrte auf das Dorf zurück. Von der Bahnftatton lief er den Weg hinüber. Felder und Wiesen schwangen sich weich einem Hügel entgegen. Hinter ihnen erblickte er Schornstein«. Cr erschrak. Beim Näherkommen sah er die neue Braunkohlengrube. Zur linken Hand die roten Hallen des Kraftwerkes. Sein Gesicht verdunkelt« sich. Am Abend trat er in den Hos des väterlichen Gehöftes. Der Bruder hieß ihn am Tisch niedersetzen. Die Ellern waren tot. Die Zeit hatte hier nicht stille gestanden.„Unser Bauernstand kommt nicht mehr hoch. Die meisten von uns gehen jetzt in die Grube", sagte der Bruder. Sie liefen noch am selben Abend über das Feld und sahen nach den Schornsteinen hinüber. Als sie zurückkamen, setzten sie sich an den Tisch und versuchten auszurechnen, wenn die großen Bagger der Grube die Felder des Wagnerbauern erreicht haben würden. Ein beklommenes Gefühl, als sei er auf der Flucht von den Verfolgern eingeholt worden, nahm Wenzel mit in den Schlaf. Am andern Morgen sah er, daß die Gesichter der Männer ver- bittert waren. Die gesprungenen Wände ihrer Häuser, das ärmliche Vieh und die vernutzten Geräte sprachen von einem Verfall, der nicht mehr aufzuhalten war. Wenzel ging zur Grube, ein schwerer Gang—„aber ich muß von vorn anfangen", dachte er. Die Jahre in der Stadt waren vertan. Cr bekam Arbeit. Auf dem Rückweg« sah er auf dem Feld die gebückte Gestalt einer Frau. Sie erhob sich. Es war Marie. Sie stand da und wartete, daß er auf sie zukam. Ihre Blicke prallten aufeinander. Bitternis und Enttäuschungen, Sehnsucht und Verlangen logen in ihnen.„Willst du hierbleiben, Wenzel?" fragte Marie endlich und ihre Stimme versuchte, die Jahre zu überwinden, die zwischen ihnen lagen.„Ja", sagte Wenzel und zeigte auf die Grube. l5r sah Marie an. Er drohte sich um und ging. Sein früheres Leben ballte sich zu einer gläsernen Kugel. Er konnte sie in der ausgestreckten Hand halten und von allen Seiten betrachten. Während des Laufens rollte sie hinunter und zerbrach. Er schritt wehen Herzens über die Scherben hinweg. Am Abend sah er mit den Männern an dem runden Tisch des Kretschams. Er erzählte von der Stadt. Sie verschränkten die Arme und redeten wenig, wie Menschen, deren Leben mit Not und Ent- täuschungen beladen ist. Am nächsten Morgen ging er mit ihnen zur Arbeit. Den ganzen Tag schaufelte er Kohlen in ein kreisrundes Loch. Am Abend faß er verzweifelt am Tisch des Bruders mit Gliedern, an denen der Tag schwere Gewichte befestigt hatte. Er gewöhnte sich an die neue Arbeit, aber er dachte, bin ich deshalb zurückgekehrt, um den Untergang meines Dorfes zu erleben? Eines Abends stand er vom Tische auf und ging den Weg am Bach entlang. Der Boden war weich, mit welkem Laub gepolstert. Die Stämme der Birken leuchteten. Die fernen Lichter des Werkes warfen einen fahlen Glanz an den Himmel. Der Schalten eines Hauses fiel über den Weg. Wenzel klopfte. Marie ließ ihn ver- wundert ein.„Ich lebe mit der Mutter allein", sagte sie. Wenzel betrachtete die Stube, deren Dielen ausgetreten waren wie das Leben alter Menschen. Ein Krug mit 5zerbstblumen leuchtete am Smpfindungen beim Sririnken Die meisten Zeugnisse über die letzten Empiindungen besitzen wir von Ertrinkeirden, weil die Menschen in diese Gefahr einerseits häu- figer als in andere geraten und andererseits häufiger als aus einer anderen daraus gerettet werden. Die Berichte über Empfindungen im Ertrinken lauten sehr verschieden, je noch der Dauer der einzelnen Pha- sen und je nachdem welche derselben am lebhaftesten erlebt wurde. Je länger das bewußte Ringen um das Leben dauert, mir so mehr Zeit ist dem Gehirn gegeben, die Loge zu erfassen und zu lcioen. Auf den Abschnitt des bewußten Erlebens folgt die Bewußtseins- trübung, die offenbar während des wehrlosen Sinkens in die Tiefe eintritt und genau wie das Hinabgleiten durch die Luft während des Absturzes von äußerst plastischen und rasch folgenden Halluzinationen erfüllt ist. Der spätere englische Admiral Beausort kam als Knabe in die Gefahr des Ertrinkens.»Nachdem meine Anstrengungen, mich dem nassen Element zu entziehen, fruchtlos geblieben waren und ich sie wohl oder übel ausgeben mußte, trat«in Gefühl vollkmmuener Ruhe, ich möchte fast sagen Gleichgültigkeit, jedoch ohne Resignation, an ihre Stelle. Ich hatte aufgehört, das Ertrinken als«in Uebel zu betrachten, glaubte auch nicht mehr gerettet zu werden und litt in keiner Weife. Im Gegenteil halle sich meiner jene angenehme Mattigkeit bemächtigt, die nach großer Ermüdung dem Schlaf vor- anzugehen pflegt. Trotz meiner abgeswmpsten Sinne blieb meine Geistestätigkeit ungemein lebhaft, schien sich sogar zu verdoppeln, und die Gedanken durchjagten mein Gehirn mit solcher Schnelligkeit,' daß nur diejenigen, welche sich in gleicher Lage befunden haben, mich ganz verstehen werden. Heute noch kann ich im großen und ganzen wiedergeben, was mich in jenen Augenblicken beschäftigte. Zunächst war es die Sache selbst, der Sturz ins Wasser und die Un- geschicklichkeit meinerseits, die ihn veranlasste: dann die Aufregung, die oiese hervorrufen würde, ihre Wirkung auf meinen Vater, der mich so sehr liebt«, und zahllose andere, mit meinem teuren Heim verbundene Umstände folgten sich in rascher Reihenfolge. Dann erinnerte ich mich unserer letzten Seereise sowie einer früheren, in der wir Schiffbruch gelitten: ich dachte an die Schule und verglich die Fortschritte mit den schlecht benutzten Augenblicken: kurz alle meine Beschäftigungen und kindlichen Abenteuer fielen mir ein. Ich über- blickte auch noch einmal mein ganzes vergangenes Leben, und jede noch so kleine Begebenheit meines Daseins durcheilte mein Gehirn. Nicht etwa als einfacher Schatten, wie es mir im späteren Leben oft gegangen ist, sondern sozusagen handgreiflich und von den Einzelheiten des Augenblicks begleitet, die sie kennzeichneten! Es war mein ganzes Dasein, das wie ein Panorama an meinem geisti- gen Auge vorüberzog, und ich halle außerdem bei jeder wieder- kehrenden Handlung das Bewußtsein von ihrem Werte, d. h. ob sie gut oder schlecht, welches ihr« Ursache und welches ihre Folgen ge° wescn. Selbst manches unbedeutende und längst vergessene Ereignis drängte sich mir auf, als Hobe es kürzlich stattgefunden und als sei es mir noch ganz gegenwärtig. Nachdem ich wieder aus dem Wasser gezogen und zum Leben zurückgeführt worden war, erfuhren meine Empfindungen eine derartig« Umwälzung, daß sich genau das Gegen- teil von dem bildete, was ich bis dahin empfunden hatte. An Stelle Neuster. VZe JWHe bewegten sich d» Swll. Ae sthr Ml«. PllMch begann Wenzel zu erzählen. Er beschrieb die Jahre seines Lebens, als müßt« er vor Marie Rechenschaft ablegen, als könne er sie damit zwingen, ihn zu verstehen. ,TZas Kind will ich herholen", sagte er am Schluß. Marie hatte die Ellenbogen aufgestützt. Wenzel be- rührte vorsichtig ihre Hand. Marie zuckte zusammen. Wenzel fuhr fort.„Ich wollte noch einmal von vorn anfangen. Ich dachte an die Felder. Sie waren in meinem Gedächtnis. Sie gehören in mein Leben. Manchmal lief ich allein vor die Stadt, um wieder zu sehen, wie der Himmel sich in der Ferne auf die Erde senkt. Ich bin zurückgekommen, aber das Dorf wird verschwinden. Die Häuser wird man abtragen. Ich bin zu müde, um noch einmal in eine fremde Stadt zu gehen." Sie saßen beide um den Tisch wie Verlorene, die von einer Gnadenfrist zehren. Wenzel dachte, ich habe keine Heimat mehr. Wie soll ich fertig werden mit diesem Leben? Er ging. Er kam bald wieder und half den Frauen, Haus und Scheuer für den Winter rüsten. Sie ließen ihn gewähren und dankten ihm für seine Hilfe. Er bekam helle Augen. Er lachte und summte etwas vor sich hin. Dann kamen Tage, wo er umherging, als wollte er das Vergangene, das Verlorene in jedem Winkel suchen. Nachts log er ohne Schlas in der Kammer. Er sah nach einem hellen Punkt in seinem Leben. Aber die Dunkelheit hing gleichmäßig vor seinen Augen. Er Nammerte sich an Maries Gesicht mit seinen Blicken. wenn sie ihm am Abend die Hand reichte, und ging dann schwer- fällig mit vorgestreckten Schultern. Er warb um sie. Ein Mensch, de? nicht mehr weiß, wohin er gehen soll.„Hilf mir", sagte er einmal,„wie soll ich allein weiter- leben."„Laß mir Zeit", stammelte sie,„ich bin nicht allein." Sie erschrak, wie gequält sein Gesicht war. Die Mutter starb. Marie saß am Abend allein. Es klopfte. Wenzel trat in die Stube. Sie sanken sich in die Arme.„Wir dürfen nicht verzweifeln", sagten sie viele Male und streichelten einander Gesicht, Schulter und Arme. Wenzel, dachte Marie, er braucht das Feld. Ich gebe es ihm. Er muß säen und ernten. Er wird leben. Wir werden Kinder haben. Wir werden in eine ander- Gegend ziehen, wo es keine Gruben, keine Schornsteins gibt.„Nichts kann man gegeneinander tun", sagte Wenzel,„alle- nur füreinander." Tränen liefen über ihre Wangen. Sie hielten sich fest in den Armen. Sie waren gerettet. Das Leben hatte wieder Sinn, Weg und Ziel.-- Am andern Morgen, es sollte für Wenzel der letzte Tag der Grube sein, hatte er die verhärtete Kohle eines Bunkers zu durch- stoßen. Mitten in der Arbeit kam die Kohle ins Rutschen. Das Seil, an dem Wenzel hing, zerriß. Er verlor den Boden unter den Füßen. Er sank. Maries Gesicht stand noch über ihm, wie«in blasier, vor- gehender Stern. Es war hell und jung. Er stieß die Arme von sich: schnell, als hätte es schon lange gswartet. schlug das Dunkle um ihn zusammen. Als sie ihn aus der Kichls herauszogen, war sein Gesicht schwarz vom Kohlenstaub, aber so von Erwartung ver- zogen, daß sie sich gar nicht vorstellen konnten, daß er wirklich tot war.-- Marie fuhr in die Stadt und holte Wenqels Kind. Sie war ja betäubt von der Vergeblichkeit ihres Lebens, daß sie noch keinen Schmerz verspürte. Während sie vom Zug aus über die Felder sah, sucht- sie nach einem Gleichnis. Sie grübelte nach Erkenntnis und Sinn, aber ihr Herz stand still vor der Gewalt des Schicksals, über daß sie in oll den Jahren, die noch kamen, vergeblich nachsann. der klaren, bestimmten Gedanken, die vorhin metn Hirn durchkreuz- ten, lastete auf mir in tödlicher Angst wie«in Alpdruck die Idee des Ertrinkens. Nur mit großer Mühe konnte ich an meine Rettung glauben, wenn nicht die sich jetzt einstellenden körperlichen Schmer- zen gewesen wären, von denen ich während meines Aufenthalts im Wasser nichts gespürt hatte." Ein paar Knaben, die die Mosel durchschnümmen solven, ge- rieten in einen Strudel. Der eine von ihnen kämpste tapfer gegen die Strömung an und wäre wahrscheinlich emporgekommen, als er plötzlich fühlte, daß einer ihn am Fuße faßte; es war einer seiner Kameraden, der ihn in seiner Todesangst krampfhast sesthielt. In diesem Augenblick hatte er das bestimmte Gefühl, er müsie sterben. Er hörte deutlich das Rufen der anderen Knaben, und des Lehrers. die Hilfe bringen wollten: er kam zweimal über Wasier und sah da die Leute an beiden Flußufern und ein Rettungsboot mitten im Flusse. Er versuchte einen Schrei auszustoßen: unmöglich! Das Wasser stürzte ihm in den Muni). In diesem Augenblick sagte er zu sich selbst und schien zugleich zu hören, daß ein anderer zu ihm sagte: Du wirst deine Eltern nicht mehr sehen: daraus suhlte er sich auf eine Art müde, die er nicht näher beschreiben kann: es war mehr eine sauste Müdigkeit, die alle seine Glieder gefangennahm, daß er sich nicht bewegen konnte. Es war ihm. als ginge er auf einem weißen Wege, einem Wege in seiner Heimat, der steil und gerade auf einen der Vogesenberge in die Höhe führte; es herrschte warmer Sonnenschein, eine herrliche Lust, seine Füße berührten kaum den Boden. Er hatte ein Kleid an, dessen er sich aus seiner Kind- heit her gut erinnerte, und er sang ein Kinderlied. Mehr weiß er nicht. Cr wurde gerettet und kam erst wieder zu sich, als er am Ufer lag. Was die neuen Solumbusie von dem allen unterscheidet. Dreißig Seeleute rüsten sich jetzt, den Atlantischen Ozean in einem Schilf zu überqueren, das die �genaue Nachahmung bis auf die kleinsten Segel und Taue der Santa Maria ist, der Karavclle, auf der Christoph Kolumbus die Neue Wel: entdeckte. Das Schiff gehörte zu den Sehenswürdigkeiten der Ausstellung von Sevilla im vorigen Jahre und wird in diesem April den Hafen von Polos, von denr auch Kolumbus ausbrach, verlassen, mit der alten spanischen Flagge, die einen springenden Löwen zeigt, an) Mast. Nach etwa vierzig Tagen hofft das Schiff, wenn das Meer günstig ist, Santo Domingo zu erreichen und will von dort nach den Haupttüsten Amerikas fahren, um schließlich die Weltausstellung von Chikago zu besuchen. Die Santa Maria führt einen Stein des Klosters La Rabidam mit sich, in dem Kolumbus einkehrte, als er daran verzweifelte, ob er jemals feinen großen Plan werde verwirklichen können Dieser Stein soll in der Halle des Kolumbus-Leuchtturms aus Santo Domingo aufgestellt werden. Die Fahrt sollte unter ganz denselben Bedingungen unternommen werden, wie die, denen der Entdecker unterworfen war. Aber die moderne Mannegesetzgebung hat den Seefahrern einen Strich durch die'Rechnung gemacht. Sie müssen nämlich einen Rundfunkapparat und einen Arzt mitnehmen, zwei Begleiter, deren sich Kolurnbus nicht erfreuen konnte. Di« Ottfahsäule hat ihre» Namen nach dem Buchdrucker Emst Litfaß, der die ersten Plakatsäulen im Jahr« 18SS in Berlin er- ruhten ließ. in die neue Wohnung gehören___ z ah* lkj chtkrunoi p. Echt Eiche Schlafzimmer Lisa Echt Birke Schlazimm. Carmen 1 nSfe ü BpS 9S9 GB DI rr._:a Echt Eiche Speisezimmer Bonn Küchen. 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