Morgenausgabe Nr. 155 A 50 49.Zabrgang WZchevLNch T5 Pf., wrinatlich 3,?5 M. «k'ar'on 87 Pf. monatlich für Anstel. Jung ins Hans) im noraus zahlbar, Postbezug 3.97 M. einschließlich 80 Pf, Pottzeiwngs- und 72Pf.Postbe''telloe. bnhren.-Aus!andsabonnement s.ss pro Monat; fiir Länder mit ermäßig. tem Drucksachenporto 4.6V M. Ttr �Vorwärts" erscheint wochentäg. Ilä» zweimal. Sonntags und Montag» einmal, die Abendausgabe fiir Perlm und im Handel mit dem Titel„Der Äbend". Illustrierte Sonntagsbeiloa« »Volk und Aeit" frV"» Berliner Vottsblatt Nienstag S. April 1932 Groß-Äerlin 10 Pf. Auswärts 15 pf. Die eins palt. MiMmeterZelle 30 Pf. ?'eklamezelle 2.— iDt„Äleine Anzeigen" das fettgedruckte Wort 20 Pf, izulässtgzweifettgedruckteWorte'.iedk-z weitere Wort 10 Pf. Rabatt lt. Tarif. Worte über lö Buchstaben zählen für zwei Worte. Arbcitsmarl! Millimeter. zeUe 25 Pf. Familienanzeigen Mtlli» meterzeile 16 Pf. Anzeigenannahme im Hauptgeschäft Lindenstraße 3, wochentäglich von 8'/, bis 1? Uhr. 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Es ist für einen Politiker die dreisteste und schamloseste Lüge, die denkbar ist, eine Geschichtsfälschung, vor der selbst die berüchtigte Dolch- stoßlegendc, die längst erledigt ist, verblaßt! Deutschland ein geordnetes großes Reich am Ende des Krieges? Der Zorn aller, die die letzten Kriegsjabre mit- erlüten haben, muß sich gegen diese freche Lüge eines Mannes erbeben, der alles wieder zerschlagen will, was in Deutschland nach dem Kriege als Wiederaufbauarbcit geleistet worden ist, immer wieder zerstört von politischen Abenteurern und Putschisten vom«chlage Hitlers! Im November 1918 lag Deutschland am Boden, aus- geblutet durch viereinhalb Jahre Krieg, und noch mehr aus- gebuugert durch viereinhalb Jahre Hungerblockade! Deutsch- land war am Ende seiner Kraft— militärisch, wirtschaftlich, pchchologisch. Die Grenze der Lcidenssähigkeit seiner Be- uölkerung war erreicht. Noch im nächsten Jahre nach dem November 1918 starben Hunderttausende, Männer, Frauen, und vor allem Kinder, an den Folgen der Hungerblockade! Ein wohlgeordnetes großes Reich? Hitler denkt dabei wohl an die Ordnung, die durch die Brotkarte bezeichnet wurde, jene„Ordnung", die der Ausdruck der Unfähigkeit mar, die Bevölkerung zu versorgen? Oder denkt er an das Schieber- und Wnchcreripescn, an die Kriegsgewinnler übelsten Angedenkens? Wir können uns denken, daß unter seinen Anhängern mancher isit, der sich nach dieser Ordnung zurücksehnt! Die Industrie erloschen. Produktion nur noch für den unmittelbaren Kriegsbedarf, die Männer im Heere, die Frauen unter Einsatz chrer Gesundheit schuftend in Männer- berufen, die Kinder in immer schlechter werdenden Schulver- hältnissen, aus der Familie gerissen, abgezehrt, in Fetzen, hungernd— das nennt dieser gedankenlose Maulheld ein ge- ordnetes großes Re'uH! Das Land seit Jahren hermetisch vom Ausland obge- schlössen, keine Produktion, kein Handel, eine Verarmung ohnegleichen, und dazu eine täglick) wachsende gigantische Schuldenlast für den Krieg, die die Staatsfinanzcn vollständig zerrüttet hat. Im November 1918 betrug die Kriegsschuld des Deutschen Reiches 129 Milliarden Mark, eine unge- heuerliche Summe, deren Bedeutung im Lauf des Kampfes der deutschen Negierungen nach dem November 1918 gegen die Reparationen klar geworden ist. Diese 129 Milliarden Mark Schulden des„wnblgeordneten, großen Reiches" hat das deutsche Volk in der Inflation bezahlt— bezahlt durch Hunger, Elend, durch die Vernichtung des Mittelstandes. Die Schuldigen— dos ist die Leitung des„wohlgeordneten großen Reiches" vor dem November 1918! Dem wirtschaftlichen Chaos entsprach die völlige Zerrüttung von Regierung und Verwaltung. Die„Ordnung", die Hitler lügnerisch behauptet, bestand in einem v o l l st ä n d i g c n Durcheinander, verursacht durch das persönliche Regiment eines gekrönten Dilettanten, durch ein Gegeneinandcrarbeitcn von Zivikgewalt und Militär- gemalt. Wo Hitler heute Ordnung behauptet, Herrschte ein Kampf der feudalen, militärischen und höfischen Cliquen gegen- einander. Unfähige Reichskanzler und unfähige Diplomaten, Militärs, die den Staatsmännern in den Arm fielen, die das kommende Unheil verhüten wollten, dazu eine immer stärker werdende Fronde und Sabotage gerade der Leute, die sich wie Herr Kopp nach der Revolution als„Retter" anboten! Ein wohlgeordnetes großes Reich? Wie es damit aus- sab, geht aus dem bekannten Briefe hervor, den der Ianu- schauer schon im Jahre 1913 an Herrn von Locbell geschrieben hat: „Liebste Exzellenz Fritz! Im Begriff, nach Polen auf meinen Posten zurückzukebren, danke ich Gott, die Schererei mit den Gute''" und der Zivilverwaltung los zu sein.— Es ist auf dem Lande setzt unerträglich mit den täglich wechselnden Verordnungen. Ich b e- st e l l e 590 Morgen überhaupt nicht, und so machen es tiielc. weil die Unsicherheit der Ernte und der Bestimmungen zu groß ist. Die Syche mir den Kartoffeln ist jetzt einigermaßen vernünftig, von den öchwoineii wird die Hälfte in der Pöteltonnc versaute». Die Erbitterung aus dem Lande ist sehr groß und wird sich noch dem Kriege entladen, tstnzu kommt, daß das Dertraucn zu der Obersten Kriegsleitung in allen Kreisen immer mehr schwindet. Daß das Dertroucn zu der Obersten Zivilleitung längst fehlt, weißt Du." „Das Volk ist herrlich, aber der Kopf ist s a u l!" schrieb schon im Herbst 1911 der Großadmiral des„wohl- geordneten" Kaiserreichs, Herr von T i r p i tz, in sein Tage- buch. Seine Erinnerungen wie die der anderen Paladine Wilhelm I|. geben ein eindringliches Bild des chaotischen Durcheinanders, des Intrigenkampfes aller gegen alle, der an der Spitze des„wohlgeordneten Reiches" tobte, während man dem Volk„nationale Einigkeit" predigte. Ist Hitler wirklich so grenzenlos unwissend, von all diesen Dingen nichts zu wissen Oder beschwindelt er seine Hörer bewußt? Der Oktober und November 1918 Hat den völligen Zusammenbruch der alten staatlichen Ordnung gesehen, das Debakel der Herrschenden von damals, die ein großes Volk in das Chaos geführt haben. Ihre Schuld das Chans, ihre Schuld das grenzenlose Elend der � Kriegsfolgen, ihre Schuld, daß Deutschland aus der Reihe der Großmächte ge- strichen wurde! Die Folge ihres Zusammenbruches, ihrer Un-> fähigkeit, ihrer grenzenlosen Mißwirtschaft— war der Vertrag von Versailles! Vierzehn Jahre später aber lügt dieser blutige politische ' Dilettant und Phrasendrescher, in dessen Hirn die einfachsten politischen und geschichtlichen Tatsachen nicht hineingehen, dem deutschen Volke vor, Deutschland sei im November 1918 ein wohlgeordnetes großes Reich gewesen! Die Absicht der Lüge ist klar: es erfüllt ihn und seinesgleichen mit ingrimmi- gem Haß, daß danach im neuen Staate trotz der Gewalt von außen und trotz der Störungen im Innern Wiederaus- gebaut wurde! Sie hassen uns, weil w i r an diesem Ausbau teilgenommen haben, weil w i r wiedergutmachen mußten, was das kaiserliche Deutschland zerstört hat! Sie wollen die neue Ordnung niederreißen. Möge das deutsche Volk sich davor bewahren, daß es noch einmal auf den Tief- piinkt des November 1918 herabsinkt, ans das Niveau des „großen wohlgeordneten Reichs", das damals nach Hitler Deutschland dargestellt hat! Wir kämpfen, um Deutschland davor zu bewahren! Wir haben dafür Sorge getragen, daß die Geschicke Deutschlands nicht Dilettanten und Lügnern vom Schlage 5)itlers ausge- liefert werden! Wir haben Preußen als festen Kern des neuen Staates, des staatlichen Wiederaufbaus Deutschlands ausgebildet und befestigt. Dogegen kämpfen sie mit tzaß und Gemeinheit, mit Lüge und Verleumdung. Es wird ihnen nicht gelingen, abermals das Chaos über Deutschland zu bringen! Schlagt Hitler I Wählt Hlndenburgl Mit Braun-Severing für Preußen! SA.-Llnruhen in Altona. Terrorversuche gegen Eiserne Krönt gebrochen. Alfons. 1. April.(Eigenbericht.) Am Sonntag kam es in Altona zu blutigen Z u s a ni- m e n st ö ß e n, die durch SA.-Horden herbeigeführt wurden. Dazu ist folgendes nachzutragen: Zum Sonntagnachmittag war in Altona«in Aufmarsch der Eisernen Front angekündigt. Auch die Nationalsozia- listen veranstalteten einen Propagandamarsch, der ihnen ober offenbar nicht die Hauptsache war, sondern mit dem sie nur den Zweck verfolgten, den Aufmarsch und die Kundgebung der Eisernen Front unmöglich zu machen. Eine solche Absicht mit den Altonaer Nazis durchzuführen, wäre natürlich vergebliches Bemühen gewesen. Man hat deshalb entgegen den der Polizei gemeldeten Wsichten alle nur erreichbaren SA.-Slürme von auswärts noch Altona dirigier!. Neben dem der Polizei gemeldeten Aufmarsch des Altonaer Sturmes wurden alle verfügbaren Nazi stürme aus Hamburg, aus dem Kreise Pinneberg, dem Kreise Steinberg und dem Kreise Stormarn zusammengeholt: aus Elmshorn traf ei» Sonderzug mit SA.- Leuten ein. Außerdem waren Ko- lonncn von Kraftwagen und Autobussen aus Quickborn, I tz e- hoe und Bad Bramstedt eingetrofsen. Nach dem Ummarjch wurden die Nazistllrme planmäßig aus den Anmarschwegen der verschiedenen Gruppen der Eisernen Front Am Freitag, dem 8. April 1932, um 6 Uhr abends Eiserne Front im Lustgarten r i« 3 s j e S f. um iie einzelnen warscknqrenHen GrWPsn mit lieber- macht auf dem Wege zum Sammelplatz zu überfallen Mit Schlagringen. Messer� und chchenm W«ekz«mgen nelen die Nazis über einzeln marschierend»� Republikaner her. Schon beim Ummarsch der Nazis machte sich die Abficht, Altona nnter Terror zu ttetlen, bemerkbar, denn ohne jede Veranlassung mürben aus dein Aug heraus Republikaner, die auf dem Bür�rfteig stexihen. überfallen. Aus dem Arge heraus munden beifpielsweife auch in der Guftavftratzc und Adlerftrahe F e yft e r f ch e i.b e>» x i u- geworfen. Besonders der Altonger chauptbahnhof stand unter dem Terror der oo» auswärts heraftgezogenen SA.-Barchiten. Die Schilderungen van Augenzeugen beweisen, wie unter An- leitung der«turmführer die Uebqffälle durchgeführt, wui- den. So berichten Augenzeugen, daß, als c.ine Gruppe von ZÜ Mann Arbeitersportler den Hauptbahnhos verlassen nwllte, plötzlich der Be- iehl erscholl: ..Jetzt los. SA.!", unl) die Nazis mit fünffacher Uabcrmacht über die Aposuer�porUer herfielen. Hierbei erlitt auch der Vorsitzende des Arbssterfport-Kar- teils Alwna schwere Verletzungen. Ihm wurden von den entmenschten Horden, zwei Messerstiche am Kops und am Auge bei- gebracht. An einer anderen Stelle wurde die aus ihrem llebimgs- lokal kommende Kapelle der Gasarbciter überfallen. Die Instrumente wurden zerschlagen, mehrere Mitglieder der Kapelle wurden zum Teil leicht, zum Teil schwor verletzt. Die Altonaer Schutzpolizei hatte gegenüber diesen an ill bis IS Stellen gleichzeitig einsetzenden Ueberfällen der Nazis einen schweren Stand: aber e« wurde schnell mit Energie durch- gegriffen. Das Ziel der Nazis, den Aufmarsch der Eisernen Front unmöglich zu machen, wurde nicht erreicht'. Der Terror wurde gebrochen und die Kundgebung der Eisernen Front mit Erfolg durchgeführt. Die von der Polizei festgenommenen Personen sind fast aus- fchiietzlich Nazis. Sie waren zum größten Teil im Besitz von Waffen. Fazikaserne Hedemannstraße geschloffen Die Verfügung des' Polizeipräsidenten. Der Polizeiprösident hat gestern dem Gau Berlin der NSDAP. folgende Verfügung zugeleitet: ..Durch meine Verfügung vom 11. Dezember 1S31 habe ich den Gau Groß-Berli» der Nalionalsozialisiischen Deutschen Arbeiterpartei darourf hingewiesen, daß sich wiederholt Fälle zugetragen haben, in denen Mitglieder der NSDAP, von dem Büro Hedemannstr. 10 aus Passanten belästigt, geschlagen und Unruhe gestiitet haben. Ich habe in dieiem Schreiben die NSDAP, verwarnt und sie darauf hin- gewiesen, daß sie im Wiederholungsfalle mit scharfen Maß- nahmen, insbesondere mit der Schließung sämtlicher dortigen Räume gemäß§ 7 des 7. Teils der Notverordnung vom K. Oktober lö3l zu rechnen hat. Am 2. April 1 932 find wiederum derartige Gemalt- tättgkeitcn begangen worden. Von ungefähr zehn SA.-Leuten wurden zwei Rclchsbannorleute üsterjallen: geschlagen und ihrer Ab- zeichen beraubt, und S ch u p o l i z di b a m t e: die zur Wi�derher- flellung der Ordnung und Sicherheit eingriffen, wurden beschimpft und bedroht. Es ist festgestellt, daß die Täter nach den Gewalt- t.äiigkeiten Auflucht in dem Parteibüro Hedemann- itraße 10 gesucht und gefunden haben. Auf Grund des § 7 des 7. Teils der 3. Notverordnung des Herrn Reichspräsidsnran zur Sicherung von Wirtschaft und Finanzen und zur Betänipfung politischer Ausschreitungen vom 6. Oktober 1931 wird hiermit die Schließung der der SA. zirr Verfügung stehenden Räume in dem Hause Hedemannstr. lO angeordnet. Die Schließung umfaßt: ») Im Erdgeschoß den links vom Eingang gelegenen Raum für die sogenannte SA.-Wache. b) im dritten S»a<5werk die sämtlichen Räume rechts vom Treppenaufgang, c) im vierten Stockwert dt« tämtlichen Räume rechts vom T reppenaufgang mit Ausnahm« des dem Nattonatsozialistrschen Kraft- iahrkorps eingeräumten Zimmers und des Telefonraumes. Die Maßregel erfolgt zur Aufrechterhaltung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung, weil von diesen Räumen aus eine Mehr- heit von Personen aus politischen Beweggründen und zu politischen Zwecken gemeinsam Gewalttätigkeiten gegen Personen begangen bot und weil nach dem vorliegenden Umstand zu besorgen ist, daß diese Räume wich weiterhin von einer Personenmehrheit als Sammelslätte oder Stützpunkt für Gewalttätigkeiten dieser Art benutzt werden. Zur Räumung wird eine Frist bis zum 3. April mittags 12 Uhr gewährt. ootern innerhalb diese? Zeit die Räumung nicht durchgeführt ist, wird die Schließung durch unmittelbaren Zwang erfolgen. Gegen diese Verfügung ist nur die Beschwerde im Dienstaufsichts- mege zulässig. Die Ausführung der Verfügung wird durch die Ein- legung der Beschwerde nicht aufgehalten, da überwiegende Gründe des öffentlichen Interefies die sofortige Ausführung der Verfügung verlangen 15; 53 des PolizeiverwaltlMgsgcfetzes). Nach Z 7 des 7. Teils der vorgenannten Notverordnung wird mit GeiSngnis nicht unter 3 Monaten bestraft, wer geschlossene Räumlichkeiten vor Aufhebimg her Schließung benutzt oder anderen zur Benutzung überläßt. Sollten nunmehr andere Räum« in dem Haufe Hedemannstr. 10 der S?l. zur Verfügung gestellt werden, so würde ich mich veranlaßt sehen, die Schließung auf sämtliche Räume des Hauses auszudehnen" Moskau will Hitler! Rvndftinkparole der Komintern für den SA.-Terror! Der Kominternsender in Moskau wirb benutzt, um in den deutschen Wahlkompf einzugreifen. Der Sprecher in Moskau fordert aui. den Hauptkampf gegen die Sozialdemokratie und die Eifern- Front zu richten. Für die Preußenwahl gab er die folgende Parole aus:„Jetzt lammt die Abrechnung mit Braun und Seoering. Höchstes Ziel war. ist und wird sein: Sturz der jetzigen Pr eu ß e n r e g i e ru n gl" Moskau ivirnscht also eine Hitler-Regierung in Preußen, es wünscht, daß die Arbeiter in Preußen so vdn SA Banden terrorisiert werden mr» in Braunschmeig! Di« Herr- ichttßen in Moskau würden bester tun, sich um die Lage ihrer hungernden Arbeiter zu kümmern, als Wahnsinns- Parolen für Deutschland auezugeben! In Südslawiea ist vor kurzem nach dreiiahriger Eeneraldiktatur fn« Lerfaiiung zum Teil wieder in Kraft gesttzt worden. Das neue Parlament wurde allerdings i I» Pilsudsti„gewählt", aber noch bzinv. denn es gehören ihm n u r Regierungsleute an Jetzt ist der Staatsstreichgeneral S i w k o w i t s ch als Ministerpr äsident durch den Außenminister Marinkowitsch abgelöst. Die Eiserne Front marschiert. Massenveranstaliungen, Aufrüttelung des Landes« Küslringen. 1 April. iEigenbeclchk.) Am Sonnkag fand ein Aufmarsch van 3000 Wann der H a m m er s chaf ke n stolt. kurz nachher veraullastelon auch die Jlajis, die sogar von außerhalb in taslaulos HZT-Leute heran- gezogen hallen, einen Aufmarsch, an dem nicht mehr als 3 0 0 Mann teilnahmen. Der Raziavsmarfch war vollkommen ein- druckslos. während der Aufmarsch der hammerschaften mit der großen Beteiligung stark wirkte. Die Stimmung auf dem Lande. das Inzwischen stärker bearbeitet wird, ist gut. Die S t i m m u u g bei deu Zlatioualsoziali sten ist seit dem schlechten Aus- gang des ersten Mahlgänge» sehr gedrückt. Eine sür msnige > Tage nach dem wahloauz ongesehie Mitgliederversammlung der NSDAP, in Rüstringen mußle wezeu ichlechteu Besuches abgejagt werden. In Rüstringen und an der Ttordsceküste werden von den Mtionalsozialisien Miiteiluneen verbreitet, daß Hitler im Laufe der Woche, meistens wird der Mittwoch angegeben, vor einem ausländi- fchen Sender, genannt werden französische oder Schweizer Sender, im Rundfunk sprechen werde. Zntcnswe Werbung in Schisswig-Holsteiu.. triel. 4. April. sTIgenbcrlcht.j In Schleswig fanden am Sonntag überall Aufmärsche und Autofahrten von der Eisernen Froni und dem Reichs- b a n n c r aufs Land hinaus stall. Für den zweiten Wahlgang sind nunmehr auch in Schleswig- Holstein Hindcnburg-Ausschnsse gegründet worden, die ihre Arbeit ebenfalls ausgenommen haben. Die Eiserne Front veranstaltet am Donnerstag in der Messehalle in kiel eine große Versammlung, bei der Brosessor R ö l l i n g sprechen wird. Am Freitag findet dann eine Veranstaltung des h i o- denburg-Ausschuffe», ebenialls in der Mestehalle. mit pro- fcfsor Scheel als Redner stall. Lautsprechermagcn, die die Redc hmdcnburgs und die Reichs tagsrede Brünings verbreiten, fahren durch dos ganze Gebiet der Provinz und erzielen nach übereinstimmende» Berichten außerordenilich starke Wirkung. Otto Wels spricht. Riesenkundgebung in Breslau. Breslau. 4. Slvril.(Eigouberieht.) Die Eiserne Front eröffnete den Wachlkanrpf au» Tonntag mit einer riesigen Zi.»ndZ2bnng in der Jahr- hundcrthallc. in der der Vorsitzende der Tozkaldeurokra- tischen Partei. Otto Wels, sbrach. Wels begann mit einem kurzen Nachruf auf Turati. Er forderte daun alle Ktepublikaner auf, der schweren Niederlage der National- sozialiftcn am 13. März eine noch schwerere Niederlage der Stationalsozislksten an» 1(1. April nachfolge« zu lasse»». Er geißelte die Haltung der Rechten gegenüber Hindenburg. die ihn einst als Retter auf den Tchild gehoben habe und die ihn nun berraten Vtth als Kandidaten der Ülsterpatrioten und Tchieber bezeichnen. Mit unvergleichlichen» Hohn bchandelix er dann das Ein- treten des Exkronprinze« für Hitler. Seine mit eitlem Beifallsstnrui anfgsnommcnc Rede schloß mit der Auf- fondcrung, Hindenburg zu wählen, um den F a s ch i s»n n s zu schlagen. Severmgs Abrechnung mit den Nationalsozialisten. Limburg. 4. April.(Eigenbericht.) In ciaer Massenkundgebung sprach der preußische Innen- minister. Genosse Seoering. Cr nahm eine vernichtende Ab- rechnung mit den Ikallonalsozialislen und ihrem Programm vor. Er»orderte auch sür den 1l>. April geschlossenes Eintreten für hindenburg. Hindenburg fei weder Proletarierführer noch Sozialist, aber er fei. was Hlttex nicht fei, ein Mann. Der Ausgo.ig der Preußenwahlen müsie die bisherige Regierung in den Stand sehen, auch weiter in Preußen auf der Hut zu sein, damit werde dem Reich der beste Dienst geleistet. Wshlkundgcbungen für Hindenburg. In Berlin sprach am Sonntag bei einer Wahllundgebunz nir Hindenburg Reichsoerkehrsminister Treviranus. In Düsseldorf eröffnete RcichstazsoizepcäsiiZent v. K a r d o r i f den Wahlkampi für Hindenburg. Hitler bedeutet den Bürgerkrica. Hindenburg dagegen den inneren Frieden. In Breslau sprach Reihsarb ertsiuinister Stegerwald. Die nchionalsozialistischen Diltaturabsichten müssen am 10. April zerschlagen werden. Niemals würden die Gcwerkjchastsn und die Arbeiter sich mit einer Hitler- Diktatur ai>findtil! Oer Wahlkampf in Baden. Karlsruhe, 4. April.(Eigenbericht.) Nachdem am Sonntagabend die Arbeiterschaii von Karls- ruh« in einer Riesenkundgebung den Wahlkamps der letzten Woche begonnen und Tausende unker den anfeuernden Worten des P a r- teioorsitzenden Gcnoisen Bogel gegen den Faschismus demoastrierlen. fand heule abend eine riesige Kundgebung des Bürgertums statt, in der Reichskanzler Dr. Brüning und Außenminister a. D. Dr. C n r t i u s sprachen. 3n mehreren Versammlungen, die insgesamt von etwa LOOO Personen besucht waren und. denen em Ausmarsch der Badenwacht, dies ist die Schuhorganifalion das Zentrums, der Eisernen Front und des Rcichsbaunerj- in Stärke von etwa 4000 Mann voranging, sprachen die beiden Redner. Der Kanzler wandle sich schars gegen d'e nalionalsozialisi'sche Hetze. Scharf wandle er sich welter gegen die gegen Hindenburg geiriebcnx persönliche Hetze. Der Kanzler wurde stürmisch gefeiert. Dr. E u r i i u S betonte vor allem die Tatsache der Rhein- l a n d r S u m u n g, die ein Verdienst der dcntschen Außenpolitik sei. Auch der so heiß bekämvste ZJour.z.PIcn bestehe Ja nicht melm denn wir würde,, ja in Wirklichkeit keine Tribuie mehr leisten.>3 och an- zuerkennen sei die Disziplin der Soz'aldemokralie, während die Rechten versagt haben. Oer Damm, der im ersten Wahlgang aufgerichtet worden fei. müsse'm zweiten wahlgang so verstärkt werden, daß er gegen alle Durchbrüche für olle Zeilen gesichert sei? Kehraus mit Hitler. Polizeipräsideni Albert Grzesinski spricht im Berliner Westen. Zum crtten Male ist die Berliner Sozialdemokratie mit einer großen Massendemonstratton in die feudake« V'llenvorortc des Der- lincr Westens vorcestoßen, um durch den Berliner Polizeipräsidenten Albert Grzesinski die gemeinsame kampsparotc sür den 10. und 24. April: kehrau» mit Hitler! zu verkünden. Der Versuch Ist geglückt. In seinen einleitenden Worten wie» Genollc Franz Künstler darauf hin, daß zu dieser Kundgcbuug nur die westlichen Bezirk« der Reichshouptstadl aus- geboten worden waren. Wir haben es nicht nötig, gleich unsere Anhängerschasi in ganz Berlin zu mobilisieren, um die Tenuishgllen. ein» der größten Berliner Versammlungslokale, zu füllen. So wie» FamiHeZinfm Moskau Geschichten aus Schlaraffenisnd In Moskau lebt eine deutsche Familie namens lint. Sie verdient 730 Rubel im Monat— schreibt die„Rote Fahne". Im Februar verzehrte sie u. a. 11 kg Rindfleisch, 10 kg Schnreineflessch, 314 kg Schinken, 5 kg Speck und eine ge- bratene Gans. Täglich etwa zwei Pfund Fleisch, außerdem Butter, Käse, Milch, Eier, Obst, Konfekt usw.— schreibt die „Rote Fahne". „Der Fall Zlnt ist typisch dir«tos Schicksal aller Werktätigen" schreibt die„Rote Fahne". letzt weiß man, wozu der Professor Zondek nach Moskau berufen worden istl die russischen Arbeiter sind alle magonkrankl Sie leiden on lieberfütierung und kommen, nächstens zur Kur nach Kissingen. Sie werden dort durch ihre Elegani auffallen; denn sie tragen„Mäntel mit Pelzkragen" und„seidene Söcken". Pelzkragen und" seidene Socken!sind„typisch' für das Schicksal aller Werktätigen" irr.Rußland'--- erzählt die'„Riete Fahne". Ist man in Moskau damit einverstanden', daß das Elend des heroisch um einen neuen Wirtschaftsaufbau kämpfenden russischen Volkes In so schamloser Weise verhiMint wird? Und hält man in der Redaktion der„Roten Fahne" die Berliner Arbeiter- für so dumm, daß man ihnen solche Schiaraffenland-lügen vorsetzen darf? Tust in dem Augenblick, In dem in Leningrad und Moskau- Lebensmlnefgeschäfte geplündert werden!? denn big Kundgebung, wie mir- es nicht anders srtnartft hoben, einen ansehnlichen und sehr erfreulichen Besuch auf. Der Einmarsch der Bannerträger, die, Reichsbd-mtertatneraden. Parteigenossen und Sportler, mit.den schwarzrotgoldettsn Fahnen der Republik und den rpten Kampfzaichen der Sozichdonmkr.stic einrückten, wurde stürmisch begrüßt. Reichsbannorkapellen und die »rrie Sport- und Musikvercimgung spielten die Aontpiweifsn d:r Republik. Genosse Franz Künstler gab«in an chn gertckstetrs Schreiben der Nationalsozialistrschcn Opposition bekannt, i» dem gesagt wird:„Haben wir nicht ort genug vor Pg. Goebbels, diesem widerwärtigen, ehrgeizigen Streber gewarnt? Er hat die Kan> didatur Zkdov Hitlers verkündet, jetzt ist der Glaube on d»? Un- besiogbarteit Hitlers genommen, weil Goebbels ihn, olzne ermächtigt S'J sein, als Kandidaten proklamierte und ihn so zur lächerticheu Parteimarioneire machte. Goebbels wollt« Vorsigotder der Partei merden. das mar der Zweck seines Vorgehens." Künstler fuhr iori: Wir werden letzt nachstoßen, tun die Niederlage der Nationql» sazialisten vallstäirdtg zu machen.(Stürmischer Betsall.) Nachdem Martha John hinreißende und begeisternde Knurpfverse rezitiert haste, nahm, mit drei fache s Frei Heil und minuienlanzer Begeifte- njENg begrüßt. Genosse Grzesinski das Wort: Wir leben in einem beispu-l losen Wahlkampf. Sem erster Test fand am 13. März feinen Ahfchluß Mst allen Mstteln haben die Nationalsozialisten ihr Ziel verfolgt, dos da Hieß: Los van Hinden bürg, den sie als Kandidaten der Juden. Schieber und Aritgs- aewinnler bezeichneten. Man schämte sich nicht, die Lüge zu ver- iünden, daß bei einer Wiedcrmahl Hlndenburgo die Reichszrcnzc noch dem Osten on die Oder verlegt würde.(Stürmische Pfuirufe.) Aber keine Lüge hat genützt! Am?tbevb des 13. Mörz stand der Sieg der Republik fest, und der Beweis war erbracht, daß trotz aller Rot der' Zeit die Reakiion eine Miuderbeit darstellt. Ihre 30 Prozent Stimmen sind längst nicht die Mehrheit. Merkwürdig und betrüblich aber stnd die A b st i m m u n g s c r g« b- nisie im Osten. Ich will nicht von der Treu« sprechen, die der deistsch« Osten Hindenburg schuldet«: aber ich perw«ise auf die v n- geheuren Leistungen des Reiches und Preußens für den Osten, die nicht durch Verleugnung und Verhetzung in ihr Segenteil verkehrt werden dürfen. Ich mahne die Reich?- regUrung und die preußisch« Staatsrezierung. in ibrer Aufklärung?- •flstion euch im kleinsten Dörfchen des Ostens nicht nochzulasien. (Stürmische Zustimmung! Dos Wohlrestiltat vom 13. März«ar für die Reaktion eins Enttäuschung. Goebbels hat Hitler immer als den kommende» Oes Nachts um zwölfe. Die bayerische Zteaieruna gibt bekannt, baß auch in Äayern die Nazis in der Vahlnocht sich auf die Lebern ahme der Macht eingerichtet hatten, Knd es kam ein Llnwetter auf und zerstreute sie! Vorspiel zur Donaukonferenz. England behält freie Hand gegenüber Krankreich. Lyndon. 4. April.(Eigenbericht.) Die Londoner Konferenz zwischen den Chefs der eng- lischen und französischen Regierung hat sich in ihrem offiziellen Teil mit dem Problem der Donaustaatcn besaht. In pri» v a t e n Unterhaltungen wurde dem französischen Wunsche cnt- sprechend über handelspolitische Fragen beraten. Auch diese Besprechungen sollen nach den Versicherungen der Teilnehmer nicht unbedeutend gewesen sein. Was das Problem der Donaustaatsn angeht, das auf englischer «eile von dem Premierminister, den Außcn�, Handels- und Finanz- ministern behandelt wurde, läßt sich das Ergebnis der Besprechungen vom Montag folgendermaßen charakterisieren. Die«nglisch-franzo- fische Einigkeit ist weitgehend, abxc sie ist für keine der beiden Parteien bindend. E n. g( a« d hat. sich s r a.i e and norbehatten� aus der onschließenden Viermächtelsnserenz Pläne, denen es jetzt seine Zustimmung gegeben hat, aufzugeben, wenn es durch Argu- mente, die von einer der beiden anderen Mächte vorgerragen wer» den. zu einem solchen Meurungswechsel veranlaßt werden sollte, oder wenn eine der beiden anderen Machte neu« und England an- sprechende Pläne vorbringen sollte. Die. Diermächtekonferenz wird also in jedem Falle nicht mit einem anglo-französischen Plan be- ginnen. Es sollen, wie es in einem offiziellen Kommunique heißt, die legitimen Interessen dritter Länder olle Berück- sichtigung finden und England ist nicht gebunden an dem, was es als legitim ansehen will. Inwieweit dennoch die Unterhaltungen den ursprünglichen englischen«Standpunkt modifiziert und sich vielleicht dem frqnzösisch«n angenähert haben, läßt sich mit Bestimmtheit nicht sagen. Auch be- züalich der einzelnen sieben Punkt« der Tagesordnung, noch der man am Montag das Problem der Donaustaaten durcharbeitete, ist man aus Vermutungen angewiesen. Es loht sich jedoch mitteilen, da? sich die Unterhaltungen nicht aus eine definitive Gruppe von Ländern bezogen haben. von der' geplanten Erleichterung des tiandclsverkehrs soll aus polillschen Gründen kein Staat ausgeschlossen bleiben. vielmehr sollen nur wirtschaftliche Gesichtspunkte über Ein« und Aus- schluß von Ländern in einen Vertrag von gegenseitiger thqndels- bevorzugung entscheiden. 5)ierbci werden die wirtschaftlichen Sachberater noch mitzusprechen haben, die am Montag bei den Beratungen der Minister bereits zugegen waren. Schiießlich wurde am Montag noch die Frage van Anleihen für notleidende Länder erörtert. Die Londoner City steht einem derartigen Gedanken a b- lehne-nd gegenüber-....... isxhx hcsriedigt..sinÜ-dst.'gn glichen Minister über de» äußeren Verlaus der Konferenz. So wurda-von. maßgeblicher Seile der G-- danke geäußert, daß zur Klärung d« sachlichen Fragen Aussprachen zwischen zwei Regierungen die aussichtsreichst« Methode feien. Man sprach ferner davon, daß vielleicht in den nächsten Monaten international« Fragen durch derartig« Zwelmachtetonserenzen etwa zwischen Frankreich und Drnuschlond oder Frankreich und Italien weiter behandelt werden könnten. Auch das)ieparationsproblem wurde erörteri. £ o n d o n. 4. April. Rculcr erfährt von zuständiger Stelle, daß die vcsprcchungen zwischen ZNafdonqld und Tardicu sich zwar hauptsächlich mit der Vonaufrage beschäftigen werden, daß man diese Frage aber auch ln ihren Beziehungen zu den weit ergehenden Fragen der Schulden und der Reparationen prüfe« werde. Die Lesprechvn- gen würden somit in gleicher Welse die ttonferenz in Senf wie dir- jenige in Lausanne vorbereiten. Reichspräsidenten, dessen Wahl sicher sei, angekündigt. Und in dem Interview, das Hitler dem ämeritanifchen Journalisten Knickerbocker gewährte, und das heute im Original bekannt wurde, hat der Chef des Braunen Hauses gesagt, daß Hindenburg nicht mehr als zwölf Millionen, er Hitler aber, nicht weniger als zwölf Millionen Stim- nien erhielt«. Er beschuldigt Brüning, gegenüber dem Fcldmarschall unverzeihlich und unverantwortlich gehandelt und ihn einer ni« mi-dcr gutzuwachettden Niederlage greisgegeben zu haben,(Höh» uilche Zurufe aus der Versanimlung.) Rock, inlercijanlcr ober ist dos Sckenulnis. dag Hillrr weder die Rolverordnvngen noch den versaillcr Vertrag als Reichspräsident zerreißen wallte. Der 13. März war für das republikanische Deutschland ein gewalti- ger Sieg. Er wäre noch größer geworden, wenn nicht die Kommunisten Steigbügelhalter der Reaktion mären.(Sehr richtig.) Am lll. April muß die Vervollständigung kommen. Dann aber mutz— und deshalb war ich für den Öfter- frieden— zum 24. April der drille Schlag mit aller Kraft vorbcrcilel werden. Wir Sozialdemokraten waren Herrn von Hindenburg gegenüber in merkwürdiger Situation. Aber er, d«r als Platzhalter der Mon- archie l92ö gewählt wurde, hat oller Well gezeigt, daß er seinen Eid. den er in öie Hand des Reichstagsprüsiden- ten Lobe gab. heilig hält.(Minutenlanger Beifall.) Junker- liche Reaktion hatte auf Eidbruch gehofft, sie hat sich in Hindenburg uetäuscht. Deshalb sind wir sür ihn.(Reue stürmisch« Kundgebungen.) Lob, Hochachürng und Anerkennung gebührt den Männern und Frauen, bei denen am 13. März die Vernunft stärker war alz irgend- welche Gefühle! Nicht das erstemal rettete die Soziolöeuwkrati« Reich und Volk. Im Weltkrieg leisteten, getreu dem Worte Bebels, die sozialdemokratischen Arbeiter an Ausopferung und Gemeingeist Unendliches. 1918 bis 1920 hüteten die vielgejchmälsten Gewerk- ichostsbonzcn Deutschland. Sie überwanden den Kapp-Putsch 1920 und den Hitler-Putsch 1923. Zeßt. bei einer Zahl von 6 ZN'llionen Arbeitslosen, hat das prale- tarial in seinen Massen gefestigte Rohe und Disziplin gewahrt. während das Bürgertum den Kops verlor und kommunistisch mzlionalbolschew'stisch wurde. (Erneute Zustimmung.) Di« deutsche Arbesterschast hat ein Maß an politischer Erkenntnis gezeigt, wie sie kein anderes Volk der Welt aufzuweisen hat. Ist das Volk in Not. war die sozialdemokratische 'Arbeiterschaft Helferin und Retterin.(Erneute Zustimmung,) Mit allen Kräften aber erhalten wir uns die Demokratie, und wir wenden uns gegen den Nationalsozialismus, weil er die früher bestehende Kluft wieder aufreißen und die Aufstiegsmöglichkeiten der unteren Schichten unmöglich machen will. IL'r glauben auch nicht an die Legalttätxbcteucrungen der Ralionolsozialiston. Wer ichnn einmal sein Ehrenwort brach, bricht es auch wieder. Außerdem geht es nicht nach den Wünschen und Ansichten Hitlers, sondern nach den Gesetzen, die«r selbst für die nalionalsozia- liftisch« Bewegung geschassci, hat. Cr schuf die Gruitdlogen für die Ungesetzlichkeit. Aber die Gefahr hat das Volk aujgerüttett! Die Eiserne Front, die Dachorganisation hex verfassungslreuen Körperschaften, hat , sich zur Rettung von Republik und Verjassüng zusammen- geschlossen. Mit der gezeigten KrastentsaUnng haben freilich die Rchlionalsozialisten nicht gerechnet. Pias wissen auch itzs Hitler, Goebbels und der frühere Kronprinz «Zuruf: Rausschv-chßen) von W'sien und Disziplin der modernen Arbeilerbewegung? Im zweiten Wahlganz muß Hitler entscheidend geschlagen werden, damit wieder Ordnung herrscht. Die Wut der Rechten gegen Preußen ist so groß, weil die Polizei ihre Pflicht getozn hat und ohne Ansehen der Person am 17. März strafbaren Hani�ungen nachgegangen ist. Das beschlagnahmte Material ist groß. Nicht nur Zersetzungsarbeit und Hoch- verrat, sondern mich landesverräterisch a Handlungen und Preisgabe militärischer Geheimnisse sind nachgewiesen.(Hört, hört). Die Reaktion versucht, Reichsbanner und SA. gleichzustellen. Wir lehnen solche Gleichstellung aus Gründen der Selbstochlnng entschieden ab. i Minutenlanger Beifall.) Ich bedauere auch die Gleichstellung bei der Handhabe dos Nnlformvcrbote?. lNeuer stürmischer Beisoll.) Für höchst bedauernswert halte ich auch den Reichswehrerloh. Die Erzieh, mg der Hitlerstigend hefähigt sie nicht zum Dienst in der Reichswehr. Die Erziehung der Reichswehrsoldaten muh demo- kratisch und republikanisch sein Eine Bewegung, in deren Kampf- lied es heißt:„Und wenn die Handgranat« kracht, das Herz im Leibe lacht", ist staatsfeindlich. Ein Einschreiten gegen sie ist nicht nur mit der Dcnwkratie vertraglich, sondern wird sogar aus Selbst- crlzaltyizgsgründen gebieterisch gefordert.(Anhaltende Bei- sallskundgebungen.) Well wir für die Gleichberechtigung aller und deshalb für di« Erhaltung der Demokratie sind, wählen wir am 10. April Hindenburg und sorgen aw 24. TlprU für die Erhaltung des republikanischen Vrcußcus.(Minutenlanger Beifall.) Nach anfeuernden Schlußworten Franz Künstlers wurde die Kundgebung mit einem Hoch auf die Republik und die Eiserne Front geschlossen. Dingelöey will, /Rumtopf." Gegenangebot an Hogenberg. In einem Aussatz, betitelt„Nicht Rumtopf, aber nationale Wiedergeburt" chatte H u g e n b e r g den Parteien rechts vom Zentrum, aber ohne NSDAP., vorgeschlagen, zur Verwertung der Reststtmmen ein Abkommen zu schließen. Eine weitergehende Verbindung lehnte er als.Mumtopf" ab Nun richtet Dingeldey an Hugenbcry knien offenen Brief, worin er norschlägt, doch einen„Rumtopf" anzulegen in Form einer gemeinsamen Lande sli st«. Die Reihenfolge soll entsprechend der Stärke getroffen werden, die die Parteien im Hspteinbet 1930 hatten. Dingeldey wünscht zur Beratung seines Derschlags ein« Z�animenkünst ,, aller in Frage könmieiL>en bür- gerlichen Gruppen". Nun ist abzuwarten, ob sich Hugenberg doch zum„Rumtopf" bekehren wird'_ Ein Ztazibeamter stiegt Wie die Dressestelle beim chadischen Staatßwinisterium mitieili. hat der Minister des Innern einen Beamten des Bezsrtpatstts' in Rastatt, der vor der Reichsprosidentenwahl nicht genehmigte Flugblätter für hie NSDAP. verteilt hat, mit sofortiger Wirkung vorläufig seines Amtes enthoben. Noch Abschluß des gerichtlichen Verfahrens Gll dos förmlich« Disziplinarverfahren gegen den Beamten «.ngeleftet werden. Wilhelm Oflwald gestorben. Soeben wird die wissenschaftliche Welt von der Trouerkunde be- wcgt, daß der große Forscher auf naturwissenschaftlichem Gebiet, der greise Professor Geheimrat Wilhelm Ostwald, im 79. Lebensjahre verschieden ist. Mit ihn, ist eine der markantesten Persönlichkeiten dahingegangen, die nichts von dem sogenannten zerstreuten Gc- lehrten, d. h. dem in seine Gedanken tief Eingesponnenon an sich hotte, und die auch über die Grenzen seiner engeren Fachwissen- schaft, der Chemie, hinaus anregend und fördernd bis ins hohe Alter gewirkt hat. In seiner Vaterstadt Riga wurde Ostwald schon in sehr jungen Jahren als kaum Wjähriger im Jahre 1881 Professor der Chemie, und schon sechs Jahr« darauf«rbielt er den Ruf an die Universität Leipzig. Seine Arbeiten galten vornehinlich dem Grenzgebiet zwischen der Ehemie und Physik, und mit seinem Fr-unee, dem vor wenigen Jahren verstorbenen schwedischen Forscher Swant« Arrhe- niys ist er der hauptsächlichste Begrüicher des neuen Forsch, inzs- zweiges der physikalischen Chemie geworden, für die in Leipzig«in besonderer Lehrstuhl und ein besonderes Institut für ihn geschafsen wurde. Der Universität Leipzig ist er dann auch bis zu seinem im Jahre 1906 erfolgten Abschied vom Lebramt treu geblieben. Ein Jahr vorher mar er zu Vorlesungen nach Amerika als deutscher Austauschprosessor gegangen. Sein freiwilliges Aufgeben der Lehrtätigkeit bedeutete nicht etwa auch ein Erlöschen seiner wissenschaftlichen Betätigung, viel- mebr entfaltete sich diese nun noch freier und allgemeiner. Eist Beweis, dafür- ist ja euch, daß er. im Jahre■ 1909 mit dem Nobelpreis der Chemie ausgezeichnet wurde.: Der Sog von der Erhallung der Energie, welcher auch heute noch im Mittelpunkt der Physik sieht uiid die physilalischcn Erscheinungen beherrscht, macht« auf Ostwaid einen ganz besonderen Eindruck, und er versucht«, ihn sogar in den Mittelpunkt einer ganz allgemewen Weltanschauung zu stallen, wo» freilich etwa» übertrieben war. Die Ausführungen seiner Energetik, soweit sie diesen rein physikalischen Satz aus soziale Erscheinungen und Phrasen an- w«nden welle, machen zuweilen einen etwas kindlichen Eindruck. Aber was Ostipaid ergriff, faßte er auch mit ganzem Herzen und großer Begeisterung on. Das gilt z. B. auch von seinem Eintreten für die künstliche Weltsprache Esptranto, für deren Möglichkeit ich ihn ln einem begeisternden Vortrag in Berlin auf die Tatsache hin- > weisen hörte, daß ja auch die mathematische Zeichensprache und die Noten der Musik ganz intcrnationnl vorstanden werden— ein Vergleich. der freilich den Eigentümlichkeiten einer natürlichen und sich allmählich ändernden und entwickelnden Sprache nicht gorecht wird. Hervorzuheben sind ferner Ostwalds Bemühungen um die Aufstellung und Herstellung allgemein gültiger Farben und Farben« strahien in seiner Farbensibcl und Farbenlehre, di« in weitosien Kreisen Anerkennung gefunden Hoven. Die Jahrzehnte nach seinem Rücktritt vom Lchromi verbracht« Ostwald, abgesehen von vielen und weiten Reisen, zurückgezogen in Grotzboshen bei Grimma, wo er sich ein Landhaus erbaut holte, dem er, bezeichnend für seine Donkrichtung, den Namen„Energie" gab. Die Spuren dieses unabhängigen und umfassenden Geistes wer- den in der Wisseitschaft nicht crlosch-n. Dr. Bruno Borcharclt Hitler in der Klemme. Er will durch eine einstweilige Äersügpng Legditök bescheinigt haben. Im Zusammenhang mit den Berösjentlichungen der bayerischen amtlichen Pressestelle über die P u t s ch a b s i ch t e n der N a t i o- n a l s o z i a l i st e n ist interessant, daß Hitler gegen den Hauptschrift- lciter der sozialdemokratitchen-„Schlcswig-Holsteiiiiichen Vnlkszei- tung", W u r b s, vor dem Amtsgericht in Kiel dey Erlaß emer einst weil igen Verfügung beantragt hat. nach der dem genannten Blatt bei Vermeidung einer Geldstrafe von 2000 Mark für jeden Fall der Zuwiderhandlung die Bchaujitung untersagt wird. Paß Hitler den Bürgerkrieg vorbeteltet, piae Putschanweisung gegeben habe und die Nätivnalsoziallsten nqch dem Siege Hitlers am 13. Marz die Absicht gehabt hätten, Passen und Lebensmittel zu requirieren, di« öffentlichen Gebäude zu' besetzen uich die öffentlichen Kassen nicht zu vergessen. Di«„Schlsvwig-Halsteinische Bolkszeitung" hott« aus Grund der Berössentlichungen der preußischen Regierung am 18. März festgestellt, daß der Bürgerkrieg von den Nazis ttis ins letzte vorbereitet fei und die angedrohte» Maßnahmen nur auf cnc Anweisung Hitlers zurückzuführen seien. Das Amtsgericht hat diu Erlaß ohne mündliche Verhandlung abgelehnt und Termin quj den 6. April angesetzt. Der beklagte Redakteur wird die persönliche Ladung Hitlers beantragen. DER, GR ÖSSTE WARENHAUS- KONZER N EUR OPAS IM Schulmappen t.Knabl>n und Mädchen, kräftiges Kind- ieder, in longraln und Stier- Q narbc, mit Hefttascho... Stück O�Tv/ Reisszeuge 0,95 Trenchcoats mJÄ.qÜ; gulen imprägnierten Stoffen, in C Qr\ Marine u. 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Man muß nämlich nicht denken, daß die Wählämter erst einige Wochen vor den Wahlen zu arbeiten beginnen. Die Wahlämter der 20 Berliner Verwaltungsbezirke find lielraehr das ganze Zohr über in Betrieb. Das erfordert schon die L n st a n d h a l t u n g der riesigen 5Z a r t e i e n. Für jeden wahlbercchügten Bürger Berlins existiert auf seinem zuständigen Wahlamt eine kleine B l e ch p l a t t e— eine sogenannte Adrema-Platte—, die für bestimmte Gelegenheiten auch zum Adressieren von Briefumschlägen verwandt wird, wenn die Bezirks- ämter ihren Bürgern etwas zu schreiben hoben. Diese Karteien werden das ganze Jahr über in peinlichster Ordnung gehalten. So- fort, wenn jemand verzieht, meldet das die Polizei dem Wahlamt und die Karte oder bester gesagt die Blechplattc wird dem Ver- zogenen illr sein neues Wahlomt nochgesandt. Ebenso werden alle Todesfälle registriert, damit nicht etwa am lO. und 24. April auch noch die Toten plötzlich wählen und weiter alle Fälle, die den Eni- zug des Wahlrechts zur Folge haben, wie Entmündigungen, Geistes- kraitkheiten usw. Außerdem hocken auf vielen Platten kleine bunte Reiter. Dos sind die Platten derjenigen Personen, die im lausenden Jahr 20 Jahre alt, also damit wahlberechtigt werden. Automatisch rücken diese Jugendlichen dann van Amts wegen in die Stimm- listen ein. Man versteht also, daß die Wahlämter mit ostmals mehreren lOOlXtO Wahlberechtigten ihre Karlotheken nicht drei Tage vor der Wahl erst in Ordnung bringen können. Allerdings, wenn es gilt, die Slimmlisten fertigzustellen, dann wird mit Hochdruck gearbeitet und dann werden auch A» s- Hilfskräfte von den Wahlämtern eingestellt. Auf diese Aus- hilfsorbeiten warteten früher immer schon die arbeitslosen An- gestellten vnnr Nochweis in der Kaiier-Wilhelm-Straßet brauchten doch die größeren Bezirksämter immerhin so etwa 80 Mann auf 34 Tage. Dos war eine ichönc Hilfe für die Arbeitslosen. Noch- dein jetzt ober die Stimmlisten nicht mehr handschriftlich ausgefertigt werden, sondern, wie jeder gesehen hat, mit den Adrema-Platten gedruckt werden, brauchen die Bezirksämter nur noch den zehnten Teil an Aushilfen und die auch nur auf ooht Tage. Auf der an- deren Seite sparen die Bezirksämter allerdings Taufende von Mark durch dos Drucken. Auch die zwanzig Berliner W a h l l e i t e r haben frän- dig zu tun. Es ist der Wunsch eines jeden Gastwirts, aus feiner Wirtschaft ein Wahllokal zu machen. Alio, klopfen an die verschwie- xencn Türen der Wahlaintsleitcr fortgesetzt Gastwirte, die um Be- rücksiclitigung bitten. Diese Auswahl der Wahllokole erfordert viel Ilmsicht, denn bei ungenügender Recherche könnte es sich heraus- stellen, daß der Wohlieiter eine SA.-Kaserne als Wahllokal bestimmt bat. Dann müssen ganz neue Stimmbezirke geschaffen werden. Als Norm gilt in Berlin, daß ein Stimmbezirk etwa lZOO bis 2000Wahlbcrcchtigte umfassen soll. So viele Menschen wohnen ober mitunter allein in einem der großen Neubaublocks draußen an der Peripherie Berlins und für sie mußten neuerdings zum ersten Male Wohllokale eingerichtet werden. Schließlich ist die Ernennung des Abstintmungsvorftehers und eines Stellvertreters Sache des Wohlleiters. Bekanntlich machen die politischen Parteien hierzu die Vorschläge, die der Leiter dann bestätigt. Neuerdings sind Bestrebungen im Gange, auch den Schriftführer von Amts wegen zu bestellen, damit in den Wahllokalen auch wirklich schrift- gewandte Männer oder Frauen sitzen, die die schnellste Uebermilt- lung des Wahlresultats verbürgen. Am Tage der Wohl versammelt der Wahlleiter auf seinem Amt schon am frühen Morgen etwa 3 0 Beamte unr sich, die jederzeit bereit sind, wo es nötig wird, einzuspringen. Denn es kommt auch vor, daß ein Abstim- mungsleiter plötzlich sein Amt nicht antreten kann. Für diese Fälle muß Ersatz da sein. Außerdem sind Streitigkeiten zu schlichten. Zum Beispiel! eine ganze Reihe von Abstimmungsleitern pflegt sich die Anweisungen des Oberbürgermeisters nur sehr oberflächlich durchzulesen: Anweisungen, die ober studiert sein wollen. Dann kommt nun jemand ins Lokal und sogt, ein Herr vom Abstimmungs- vorstand möchte doch zu ihm in die Wohnung kommen, da läge ein 5lranker, der auch abstimmen will. So etwas ist aber strengstens untersagt, nur wenn sich die Wahlvorstände die für sie bestimmten Anweisungen schlecht durchgelesen haben, wollen sie aus saUch ver standencr Barmherzigkeit doch jemand hinschicken. Solche Verstöße gegen die Wohlordnung muh der Wahlleiter ganz energisch unterbinden! erhebliche Differenzen muß er persönlich schlichten gehen. Was die Kranken in Krankenhäusern und Privatkliniken be- trifft, so kann auch von ihnen jeder'sein Wahlrecht ausüben. Für sie werden nämlich sogenannte fliegende Abstimmungsvor- st ä n d e gebildet, die mit der Urne von Krankenhaus zu Kranken- haus ziehen und die Stimmen einsammeln. Wenn damit früh an- gefangen wird, sind diese fliegenden Kolonnen fast immer schon um 12 Uhr mittag fertig und so liegen um die Mittagsstunde, was niemand weiß, auf den Wählämtern bereits die ersten Resultate aus den Kronkenhäusern. In Hamburg gibt es solche fliegenden Wahl- lokale noch für die am Wahltag ausfahrenden Seeleute. Dauernd Heidebrände! Tegeler Schießplatz in Flammen. Das feit Sonntag herrschende überaus warme Frühlingswetter hat die Gefahr der zu dieser Jahreszeit üblichen Gras- und Heide- brande erheblich gesteigert. Allein gestern vor- und nachmittag mußte die Berliner Feuerwehr in zahlreichen Fällen ausrücken, um an der Peripherie Berlins gefährliche Brände zu bekämpfen. Besonders bedrohliche Formen»ahm ein Heidebrand auf dem, Tegeler Schießplatz an. Vermutlich durch spielende Kinder ist dos trockene Gras und Unterhol; entfacht worden. In kurzer Zeit standen über vier Ouadratkilometer Heidefläche in hellen Flammen. Eine riesige Rauchwolke kennzeichnete weit bis in die Stadt hinein den Ort der gewaltigen Brandstätte. Auf Groß- feueralarm wurden nacheinander sieben Löschzüge nach dem Schießplatz beordert. Vor allen Dingen mutzte das Feuer in der Windrichtung abgefangen werden, da für einige hölzernen Antennen- mäste größte Gefahr bestand. In oller Eile wurden Gräben aus- geworfen, um ein Weilergreisen der Flammen zu verhindern. Nach mehrstündiger, angestrengter Tätigkeit mar der Ricsenbrand gegen 10 Uhr gelöscht. Ein« starke Brandwache wurde zurückgelassen, da ein Wiederaufflockern des Feuers befürchtet werden mutzte. Am Bahnhof Hirschgarten waren etwa 40 000 Quadratmeter Unterholz in Brand geroten. Auch hier hatte die Feuerwehr Mühe, den Brand auf seinen Herd zu beschränken. Weitere größere Gras- brändc wurden in Kaulsdorf, Woidmannsluft und in Lichterfelde erfolgreich bekämpft. Auch Gerjon zahlungsunfähig. ES wird wohl zur Auflöfung der Firma kommem Auch dos fast hundert Iah''« bestehende große Bekleidungs- und Möbelhaus G e r f o n am W e r d c r f ch x n Markt hat jetzt feine Zahlungsunsähigkeit erklären müssen und auf den 12. April eine Gläubigervörsommlung einberufen. Die Gesaniwcrpflichtungen sollen etUKi 8 Millionen Mar? betragen, wonon 4 Millionen auf Bankschulden und 4 Millionen auf Hypotheken entfallen. Eine Schätzung der Aktiven liegt noch nicht vor. Man erwartet einen Vergleich mit den Gläubigern und die spätere Liquidation des Ge- schäftes, da ein Konkurs wahrscheinlich für die Gläubiger noch viel weniger einbringen dürfte. Der Verkauf wird vorläufig noch ohne Einschränkungen fortgesetzt. Finanzielle Schwierigkeilen destanden schon seit längerer Zeit. Um zu sparen hatte man olle Geschäftszweige am Wederschcn Markt zusammengezogen und das Geschäftshaus in der Wernerstraße schon Um zu sparen, hatte man alle Geschäftszweige am Werderschcn Markt der Reichsbank zu verkaufen, soll mißlungen sein. Gerson ist fiir Möbel und Kleidung das Haus der„guten Gesellschaft" und der früheren Hoskreise gewesen. „Felfeneck" vor Gericht. Oer Naziüberfall auf die Laubenkolonie. Wegen der Vorgänge in der Kolonie Felseneck in der Raeiii vom 18. zum 19. Januar 1932 hat die Staatsanwaltschaft gegen insgesamt 24 Personen Anklage erhoben. Die Angeklagten scheiden sich in vier Gruppen: Wegen gemeinschaftlichen Totschlages cm Klemke in Tateinheit mit Raufhondel sind sechs Teilnehmer des Zuges der Nationalsozialisten lGrossct und Genosien) angeklagt Der Schütze, der den tödlichen Schuß in den Rücken des am Boden liegenden Klemke abgegeben hat, ist nicht ermittelt. Eine zweite Gruppe von IS Personen(Ackert und Genossen) ist angeklagt wegen gemeinschaftlichen Totschlages an dem Kunstmaler Schwarz und versuchten Totschlages an dem Werkzeugschleifer Wir- kowski, sowie wegen Raufhandel. Davon gehören 11 Personen der Ortsgruppe Wedding, die restlichen vier Personen der Orts gruppe Reinickendorf-Oft des„5tampfbundes gegen den Faschismus" an. Der Kommunist Hohmann und der Arbeiter Düring werden des schweren Londfriedensbruches angeschuldigt. Bon den 24 Angeklagten befinden sich 21 in Haft.— Die Staatsanwaltschaft hat sich die Entscheidung bezüglich der übrigen 42 in Varuntersuchung befindlichen Personen vorbehalten. Hinsichtlich des flüchtig ge- wordenen und steckbrieflich verfolgten Kampsbund-Mitglicdes Fvit> Wenzel hat die Staatsanwaltschaft vorläufige Einstellung wegen Abwesenheit beantragt Selbstmord in der Gesangniszelle. Breslau, 4. 218%'. Wie erst jetzt bekannt wird, hat am 31. März der TdÄ«' gefangene Ernst B o r ch e r t im Strasgefängnis K l e t f ch k a, furchibore Weist Selbstmord verübt. Er hat nachts die Air seiner Zelle mit einer Bettstelle verstellt und das Bettzeug an- gezündet. Der Brand wurde von dem diensthabenden Beamten be- merkt. Borchert wurde unter großen Schwierigkeiten in bewußt- losem Zustande und mit erheblichen Brandvcrletzungcn aus der mit Rauch gefüllten Zelle geholt und in die Klinik geschafft. Dort ist er nach eineinhalb Tagen gestorben. Xus dem Russischen übertragen von Werner Bergengruen. Ich verbrachte den ganzen Zlbcnd bei Tfchaika. In seinem eigenen Milieu bezauberte er mich vollends. Mir fiel gleich beim Eintreten die große Menge von Oelbildern und Aqua- rellen auf. Ueberau standen Staffeleien mit angefangenen Bildern. Fast olle Bilder waren Kopien. Tschaika war talentvoll, hatte ober keinerlei Ausbildung genossen. Ganz besonders intercffierte er sich für Bühnendekorationen, und freute sich, als er hörte, daß ich mit dem Theater gut Bescheid mußte. Den ganzen Abend mußte ich ihm vom Moskauer .Künftlertheatcr und von den anderen lzauptftädtischen Bühnen erzählen. Besonders fesselten ihn meine Schilderungen von den Inszenierungen des Petersburger„Musikolisch Dramati- scheu Theaters" und des Moskauer Künstlertheaters. Unsere Garnisonsoffiziere kamen oft jahrelang nicht nach Petersburg. Die Reife van Nikolsk nach Moskau und zurück dauerte im Expreß, zug, den sich nicht jeder Offizier erlauben kannte, zwanzig Tage, im gewöhnlichen Zuge etwa einen Monat. Daher hatten die Offiziere in den Grenzgebieten nur selten Gelegenheit, in die Hauptstädte zu kommen. Tschaika war ein kiuger, gebildeter und sympathischer Mensch. Mit vierzig Iahren hoste er es gerode bis zum Hauptmann gebracht, weil er nicht im.Kadettenkorps gewesen war. sondern nur die Iunkersckmle absolviert hatte. Aus den Nikolsker Garnisonoffizteren machte er sich nicht sehr viel und kam außerdienstlich nur wenig mit ihnen zusammen. Er war ein leidenschaftlichcr Jäger und hing sehr an seinen beiden schönen Settern. Die letzten zwei Wochen vor seinem Wiedcrauftauchen in der Kaserne hatte �cr aus der Jagd zu- gebracht und brachte nun eine ganze Fuhre erlegter Wild- gänse mit, die er im ganzen Regiment verteilte. Er trank nicht und spielte keine Karten, was unter den Offizieren der abgelegenen Grenzgebiete eine große Seltenheit war. Ob- wohl er mit den übrigen Osftzieren nur wenig Umgang haste, erfreute er sich dennoch allgemeiner Beliebtheit und Hoqs� srlzätzung. Die Mannschaften hingen an ihm, und aus seiner Kompanie kam nie einer vors Kriegsgericht. In den übrigen Kompanien wäre so etwas undenkbar gewesen. Einige Tage nach Tschaika trat ebenso unerwartet der 5?olbkompaitieiührer, 5>auptmann Wosdwishenski, in die Er- scheinung. Sein mürrisches,-nichtssagendes, stubenfarbiges Gesicht, geschmückt mit einer silbergesaßten Brille und umrahmt von einem rundlichen, kleinen Bärtchen. erinnerte an das Gesicht des Gesanglchrcrs in einer Stadtschule oder an das Gesicht eines Chordirigenten in der Kirche. Seine trüben, starren Augen sahen schläfrig durch die Brillengläser, Unter dem Ein- fluß dieses Blicks überkam einem sofort Schläfrigkeit oder doch wenigstens dos Verlangen, herzhast zu gähnen. Er sprach immer mit leiser Stimme, die sich nie zu größerer Lautstärke steigerte, und schimpfte auch nie, worüber die Soldaten sich oft wunderten. Viele wunderten sich auch darüber, daß er einen Mantel aus Mannschaststuch zu tragen pflegte. Der auffallendste und für die Beurteilung seines Wesens wichtigste Zug war der, daß er gänzlich im Rahmen des Militärreglements lebte, sozusagen immer im Dienst mar. Er los nichts außer militärischen Zeitschriften und Bückzern. Seine ganze Zeit widmete er der Kaserne, dem Dienst oder militärischen Unterhaltungen mit den Mannschaften. Er sprach von nichts anderem als vom Marschierelt. Schießen, Turnen, von den Kriegsortikeln, von der„geheiligten Person unseres Herrn und.Kaisers" und Gott: dabei geriet er etwas in Eifer, und die Augen hinter den Brillengläsern glommen ein wenig aus. Er ging nirgendwo hin außer in Kasernen und Kirchen. Sogar dos Mittagessen ließ er sich von seinem Burschen aus dem Offizierskasino holen,«ein Gesichtskreis war sehr eng. er hatte von nichts eine Ahnung und inter- «sfiertc sich für nichts, was außerhalb des Dienstes lag. Mit seiner leisen, etwas knarrenden Stimme sagte er wohl, die Augen gesenkt, vbne den Soldaten, dem er diese Belehrungen zuteil werden ließ, anzusehen:„Der Soldat muß ein Diener des Zaren und des Vaterlandes sein. Er muß beide mit dem Gewehr in der fywd bis zum letzten Vlutstropfen verteidigen. Die Armee hat mit dem äußeren und mit dem inneren Feinde zu kämpfen." Diese Worte hatten wir auch bei anderen Gelegenheiten so oft gehört, daß sie einem schon lange zum Halse heraus- hingen, in seinem Munde klangen sie aber noch öder und peinlicher als sonst. Ossiziere und Mannschaften pflegten sich ungeniert über ihn lustig zu machend Viele Monate hindurch diente bei ihm als Bursche ein flinker und gewandter, aus der Stadt ftanmiender Mann. Er räumte das Quartier auf, heizte die Oefen, reinigte Uniform und Stiesel, holte das Essen, stellte den Samowar aus, be reitete Frühstück und Abendessen— kurz, er tot alles, was ein tüchtiger Bursche zu tun hat. Wosdwishenski war sehr zufrieden mit ihm und sprach dem Feldwebel seine An erkcnnung für die geschickt getroffene Wahl aus. Eines Tages sagte der Bursche, nachdem er dem Halb kompanieführer das Mittagessen gebracht hatte:..Gestatten mir Euer Hochwohlgeboren eine Bitte. Morgen ist Feiertag. darf ich vielleicht zum Gottesdienst gehen?" „Feiertag? Was denn für ein Feiertag?" „Wir haben morgen Gerichtstag, Euer Hochwohlgeboren, Iam-Kippur." „Was heißt das? Gerichtstag? Bist du denn Jude?" „Zu Befehl, Euer Hochwohlgeboren." „Na schön. Du kannst gehen." „Ich danke gehorsamst, Euer Hochwohlgeboren." Eine Stunde später erschien Wosdwishenski im Kompanie revier und befahl mit seiner gewöhnlichen leisen Stimme dem Feldwebel, ihm einen neuen Burschen zu schicken. So endete die Karriere des gewandten Burschen Shur kcwitfch. Eine der läppischsten Gestalten meines militärischen Lebens war der.Kommandeur des vierten Bataillons, Oberstleutnant Ljochezki, Mit seinen n, ächtigen, in plumpen Stieseln steckenden Füßen, seiner dicken und breiten Taille, die der Ungeschick'. gearbeitete Mantel noch mehr verunstaltete, schmalbrüstig und schmalschultrig, mit dem kleinen Kopf aus dem langen und dünnen Halse, hock) und hager, sah er aus wie eine jener Flaschen, in denen Ebereschenschnaps verkaust wird. Seine Stimme erinnerte an das Geheul eines kranken Hundes, er warf abgerissene Wort« hin, als kommandierte er unentwegt beim Batoillonsexerzieren, ohne je, wie c' alle anderen Menschen ttin. ein Wort im Rahmen einer Unterhaltung zu tagen. Indessen konnte er nicktt einmal dos Bataillon richtig kommandieren, irrte sich im Kommando, verstieß gegen dr Vorschriften und störte eigentlich nur. Mit Rücksicht ails seine Talente und großen Erfolge war er aus Polen nach Nikolsk versetzt worden. Er hatte keine anbcre Passion, als Truppen aufstellung und Kaserne, er war geradezu versesicn auf korrekt angenähte Unisormhakcn, blitzblanke Koppelschlösser und gutsitzende Mützen, deren Kokarde eine senkrechte Linie mit der Nase zu bilden hatte. Seine Leutseligkeit äußerte sich darin, daß er auf der Straße zufällig des Weges kommende Schützen anredete und, mit ihnen ein ausführliches und reichlich beklemmendes Kowmondeurgespräch führte. LFor�etzung folgt) Abschisdskaffee bei denSchupos In der polizeiunterkunft Tiergarten. Än der Polizeiuntertunfi Tiergarten, Karlstr. 34, herrscht fröhlichste Kaffeestimmung. Da sitzt an langen, festlich ge- deckten Tischen eine grohe Gesellschaft kleiner Leute, eifrigst damit beschäftigt, die hochaufgetürmte» Kuchenteller zu leeren und mit den Tischnachbarn lebhafte Konversation zu machen. Nicht all den kleinen Gästen ist es allerdings vergönnt, ihrer kindlichen Freude mit Worten Ausdruck zu verleihen: da sitzt ein Arüppchen niedlicher blonder Mädchen, deren kleine Finger häufig die Zeichen der Taubstummen- spräche machen, und nur ans den leuchtenden Kinderaugen spricht die Freud«... Diese fröhliche kleine Kaffeerunde bedeutete das Abschiedsfest von 35 jugendlichen Mittagsgästen, die von Oktober bis Ende März täglich in der Küche der Polizeiinfpeltron Tiergarten kostenlos ge- speist wurden. Es waren die Schüler der 179. Gemeindeschule und der Taubstummenschule. Auf Anregung des Polizeichefs, Genossen G r z e s i n s k i, wurde dieses Liebeswerk ins Leben gerusen. Hier verzichtete ein Polizeibeamter zugunsten der Kinder aus sein Mittag- essen überhaupt, dort gab sich einer mit einer kleineren Portion zu- frieden, auherdem wurden Sammlungen unter der Beamtenschaft gemacht, und so konnte man ein halbes Jahr lang wenigstens ein paar hungrige Kindermägen satt kriegen, ein paar verzagte Mütter- herzen erleichtern helfen. Damit der Ucbergang in den schmalen Alltag nicht gar zu kratz erscheine, gab es zum Wschieö für jeden Gast noch ein stattliches Lebensmittelpaket. Der hübschen Feier, bei der launige Anekdoten von Onkel Schupo und fröhliche Lieder zum besten gegeben wurden, wohnte Frau Grzesinski bei. Auch die Mütter konnten mit ihren Kindern fröhlich fein. Schauspieler„rühren" und„entflammen". Das im Rahmen der 1 ll. I u b i l ä u m s- R e i ch s- G a st- w i r t s- M e s s e am Funkturm in der grohen Halle II zur Durch- suhrung gelangende Programm der Kochturniere sieht für Dienstag eine Eliteveranstaltung vor. Annähernd fünfzig prominente Berliner Bühnenkünstler haben für diesen Nachmittag ihre Mitwirkung zugesagt und die Genossenschaft Deutscher Bühnenangehörigen Hot ebenfalls ihre Unterstützung nicht versagt. Die bedeutendsten Bühnen- sterne werden zeigen, wie sie„rühren" und„entflammen" können. Eine jede und ein jeder wird kochen, was er oder sie will. Man wird gespannt sein dürfen auf das Lieblingsgericht jedes einzelnen, auf den Titel jedes Stückes und auf sein kapp;- encl. Die Leitung dieser Veranstaltung liegt in den Händen von Karl W e i tz. Die Ver- anstaltung selbst beginnt gegen 15 Uhr. Der Einzug der Schauspieler wird gegen 15.39 Uhr beginnen. Diamantene Hochzeit im Bezirk Friedrichshain. Das seltene Fest der diamantenen Hochzeit feierte das Ehepaar K a l i s ch, Rominter Str. 32. Obwohl im letzten Jahre Urgroßvater Kalisch von schwerer Krankheit heimgesucht wurde, ist er heute trotz seiner 86 Jahre wieder sehr rüstig: dagegen ist das Urgroßmütterchen bereits 88 Jahre alt. Frau Kalisch ist leider seit einem Jahrzehnt so stark in ihrer Sehkraft behindert, daß sie seit elf Jahren ihre bescheidene Wohnung so gut wie gar nicht mehr verlassen konnte. Unter den Gratulanten zu ihrem Ehrentage befinden sich Reichs- Präsident von Hindenburg, das Polizeipräsidium mit einer Geldspende von 59 M. sowie auch das Bezirksamt Friedrichzhatn, das dem Jubelpaare 199 M. überreichen ließ. Blind in der Liebe, bünd im Haß Der Totschlag an der Sechzehnjährigen— Maßlose Eifersucht Äin Gerichtssaal kämpfen zwei Elternpaare. Die eine Partei um die erschossene 16jährige Tochter: die andere um den A n- geklagten, der den Tod des jungen Mädchens verursacht und sich selbst durch einen Schuß für immer des Augenlichts beraubt hat. Er sitzt vor dem Richtertisch mit der gelben Warnungsbinde am linken Arm, ein Häuflein Unglück. Dann strafft sich plötzlich sein Körper: er verteidigt sich: er greift an. Kein Fünkchen Reue in seiner Stimme, kein Wort des Bedauerns um sein Opfer. keine Spur Selbstanklage. Die Tote trifft die Schuld, die i on ihm gegangen und dann mit ihm aus dem Leben scheiden wollte. Die Eltern der Toten sind schuld: sie haben ihm die Braut entfremdet.„Die Zeugin sagt die Unwahrheit," ruft er nach der Mutter der Getöteten zu.„Ich werde Sie unter Eid nehmen," herrscht er den Vater der Toten am „Wir haben Mitleid mit Ihnen," ermahnt ihn der Vorsitzende. „mäßigen Sie sich aber." Das kann der 24jährige Erich K. nicht. Er ist mütterlicherseits schwer erblich belastet, leicht erregbar, er war maßlos in seiner Liebe zum Mädchen, maßlos in seiner Eifer- sucht und ist maßlos in seinem Haß. Verwöhnt von der Großmutter, die ihn erzogen, dickköpfig, eigenwillig, als Arbeiter aber fleißig und willig. Die Geschichte des Totschlags und des Selbstmord- Versuches unterscheidet sich aber in nichts von den vielen ähnlichen seelischen Verirrungen, sie ist schnell erzählt. Erich K., Platzwerser im Kino, lernt hier Ende 1929 die damals 15jährige Wally kennen. Vier Monate später wird das Verhältnis intim. Erich hält sich tagsüber bei Wallys EUern auf, er detrachtet sie als seine Braut und spricht von heiraten. Er besorgt seinen zukünftigen Schwiegereltern die ganze Hausreinigung, bekommt auch bei ihnen sein Essen, gehört zur Familie. Im Herbst 1931 beginnt sich aber das Verhältnis zu trüben. Wallys Stiefvater iit damir i'cht einverstanden, daß Erich sich den ganzen Tag im Hause aufhält, die Mutter meint,„ihr könnt doch nicht heiraten, dann muß ich euch und noch eure Kinder ernähren," man deutet ihm an, daß seine Besuche seltener werden mühten. K. ist voll wilder Eifersucht, ver- sucht Aussprachen herbeizuführen, droht mit Selbstmord, auch seine Eltern bemühen sich, die Angelegenheit einzurenken: es hilft olles nichts. Am 29. November kommt es auf der Straße zu einer scharfen Auseinandersetzung zwischen Wally und ihrer Mutter einer- seits und Erich andererseits. Er verlangt seine Ringe zurück, sagt der Mutter, daß die Tochter von ihm schwanger sei, die Mutter nennt ihn einen Schuft. Am nächsten Tage ruft er an und fordert Wally auf, ihre Papiere abzuholen. Die Mutter bittet ihn. sellsit zu kommen, um die Sache zu regeln. Er kommt in Legleitung seiner Schwester und geht mit der widerstrebenden Wally aus der Küche in das Wohnzimmer: als Wallys Schwester, die kleine Inge, ins Zimmer will, ist es verschlossen: im nächsten Augenblick krachen Schüsse. Wally lag tot auf dem Boden. Erich, den Revolver krampf- Haft in der rechten Hand, aus der Chaiselongue. Der junge Mensch behauptete später, er hätte mit Einwilligung der Wally auf sie und auf sich geschossen, sie hätten vorher auch Abschiedsbricfe geschrieben. Die Briefe wurden nicht gefunden, auch manches andere sprach gegen die Behauptung. Das Gericht verurtellte den Angeklagten wegen Totschlages unter Zubilligung mildernder Umstände zu einem Jahr Gefängnis. Der Staatsanwalt hatte zwei Jahre Gefängnis beantragt. Furchtbarer Llnglücksfall eines Abgeordneten. Limburg, 4. April. fEigenberichl.j von einem furchtbaren Uaglückssall wurde der sozialdemokratische kreistagsabgeardaete Fritz Wolf betroffen. Er fuhr mit feinem Motorrad an einem Eisenbahnübergang gegen einen eisernen Mast. Dem Unglücklichen wurden beide Beine ab. gequetscht. Alan hofft, den Schwerverletzten am Leben erhalten zu können. Brandstiftungen an Lltfafisäulen! Im Norden Berlins, in der Lortzing-, Ruppiner und Bernauer Straße, wurden gestern abend zur gleichen Zeit sechzehn Litfaß- foulen in Brand gesteckt. Die Säulen wurden von unbekannten Tätern, vermutlich von Kommunisten, mit einer leicht brennbaren Flüssigkeit übergössen und dann angezündet. Die Nazis im Lustgarten. Die Nationalsozialisten hatten ihre Anhänger gestern nach dem Lustgarten gerusen. Der erste Naziausmarsch auf dem größten Platz Berlins vor dem l3. März hatte sich alz ein Reinfall erwiesen, und auch diesmal mußten die Hiller-Stralegen feststellen, daß es leichter ist, zehnmal de» Sportpalast als einmal den Lustgarten zu füllen. Obwohl man starte Verstärkungen von auswärts herbeigeholt hatte, ivar d«r Platz nur etwas mehr als zur Hälfte gefüllt. Die Polizei schätzte die Teilnehmcrzahl auf 39 999, wobei allerdings mehr als ein Drittel noch nicht wahlberechtigt gewesen sein dürfte. Die Rede hielt Adolf Hitler. Joseph, der Unvermeidliche, wollte zwar auch gern sprechen, aber er durfte nur vier Sätze ausrufen, well danach Adolf der Große im Auto anrückte und sofort zum Mikrophon ge- leitet wurde. Der„Führer" sagte die Phrasen noch einmal aus, die er wohl schon zweihundertmal mit gewohntem Pathos vorgc- tragen hat. Anfangs ein wenig schüchtern, redete er sich zum Schluß doch noch in Ekstase und rief aus:„Man kann uns töten, aber man kann uns nicht zum Kapitulieren zwingen." Run, Herr Hitler, wir verlangen gar keine feierliche Kapitulation. Die Erfahrung hat gelehrt, daß über Nacht aufgeblähte Parteien höchst unfeierlich, ganz still und leise wieder zusammenschrumpfen. Das war so mit der Wirtschastspartei und zeigt sich in besonderer Schönheit in diesen Tagen bei der einstmals starken Deutschnationalen Volkspartei, und so wird auch der Weg der von Industriellen. Prinzen und ehcmali- gen Generälen hochgepäppelten„Arbeiterpartei" verlausen.— Am Schluß versagte die Regie vollkommen. 2lls Adolf geendet hatte, geriet der ganze oberste Stab so in Ausregung, daß die ganze Lei- tung auseinanderlief. Jeder war bemüht, den Turschlag als erster öffnen zu dürfen. Traurig standen zwei Fahnenträger vereinsamt da. Die Zuschauer übten nach sleißig den undeutschen, römischen Handgruß, dann gingen sie friedlich nach 5)ausc.— Hitler hielt die gleiche Rede, die er auswendig gelernt in ganz Deutschland herrcdet, am Abend noch einmal im Sportpalast. Görliser Bahnhof wird modernisiert. Der Zugang zum Görlitzer Bahnhof oon der Wiener Straße her wird zur Zeit umgebaut, um eine den heutigen Anforderungen ent- sprechende Fahrkartenausgabe zu schaffen. Für den Umbau sind etwa acht Wochen vorgesehen. In dieser Zeit steht den Reisenden nur der Aufgang vom Spreewaldplag her zur Verfügung. Werbefahrt republikanischer Schüler durch Berlin. Eine Gruppe der Freien nationalen Schülerschaft veranstaltet heute eine Werbe- Arbeiterbank im neuen Heim Es ging nicht mehr in den alten Räumen— Tresorräume in der Betonwanne Seit dem 1. April ist die Dank der Arbeiter. Ange- stellten und Beamten A.-G.. Berlin(A r b e i t e r b a n k>. in ihre neuen Bäume am Märkischen User umgezogen. Nur die Spar- kassenabteilung bleibt in den alten Räumen. In den bisherigen Räumen war der Dankbetrieb nicht mehr zu bewälkgcn. tZ5 Angestellte arbeiteten aus einem Raum, der auch schon für die Hälfte zu klein gewesen wäre. Man halte barackenmätzige Rotanbauten machen müssen, um nur überhaupt das Personal mit seinen Maschinen unterbringen zu können. In den einzelnen Jahren seit der SlabUi- jicrung waren die Einlagea der Arbeiterbank von 9 auf 21. dann aus 66 und 79, schließlich aus 150 und 170 Millionen Mark gestiegen. Und diese riesenhafte Ausdehnung des Geschäftes wurde im wesentlichen in den alten Räume» bewältigt. Schon seit 1928 bestand die unbedingte Roiweudigkeit für neue und größere Geschäftsräume. Gleichzeitig bestand auch für den Allgemeinen Deutschen Ge- wcrkschastsbund, in dessen Gebäude Ecke Wall- und Jnselstraße de- kanntlich die 2lrbeiterbanl untergebracht ist, ein unabweisbarer Be- darf nach neuen Mumen: er konnte dadurch befriedigt werden, daß man seit Jahren im Besitz des ADGB. befindliche Grundstücke, die nach dem Märkischen User und in der Wollftraße an das Haus des ADGB. anschlössen, pkuiieren uird neu ausbauen konnte. 1929 wurde der Wettbewerb ausgeschrieben, in dem sich der Architekt Würzbach durchsetzte. Im Frühjahr 1930 begann die Bauausführung. jetzt ist das Gebäude des ADGB. im wesentlichen fertig. Der Umzug der Arbeiterbank konnte also auf dem gleichen Grund- stück ersalgen. so daß die innere Verbundenheit der Arbeiterbank mit den freien Gewerkschaften auch äußerlich und räumlich aufrecht- erlialten bleibt. Den Erweiterungsbau Oes ADGB.-Gebäudes in der Wallftrahe werden die meisten schon fennen. Die streng geglie- derte und wuchtig« Hauptsront liegt aber nach den« Märkischen User, da» durch städtebaulich« Veränderungen(neue Straßen- und Brücken» führung) ohnehin ja für den Verkehr bald eine überragende Be- oeutung bekommen wird. Die Arbeiterbank wird auch in dem erweiterten ADGB.-Ge- bäude Mieter bleiben wie bisizer. Das Parterre und der erste Stock des sechs- und siebenstöckigen Gebäudes ist der Arbeiterbank allein reserviert. Aus Zweckmäßigkeitsgründen ist der Verkehr zur Arbeiterbank auch vollständig von dem Büroverkehr des ADGB. ge- trennt. Im neuen ADGB.-5)auz werden in Zukunft die meisten wirtschaftlichen Unternehmungen, die den freien Gewerkschaften nahe- stehen, büromäßig und als 5>ausmiet«r vereinigt sein, insbesondere die Bau- und baugenossenschastlichen Uiüernehmungen wie auch die Berliner Niederlassung der Hannoverschen Bodenkreditbank in Hildes- heim. Die Bauaussührung ist ebenso einfach wie geschmackvoll und zweckmäßig. In erster Linie waren natürlich die gewerkschaftlichen Bauwirtschaftsuntcrnehmungen an der Ausführung beteiligt, so die Deutsche und die Berliner Bauhütte, die Maler-, Töpfer-, Elek- triker- und Glaserhütlc. Außerdem haben, zahlreiche private Bau-, Emrichtungs- und Hairdwerksfirmen mitgewirkt. Bei dem Bau waren vielerlei Schwierigkeiten zu überwinden. Einmal führt die Untergrundbahn unter dem Grundstück hindurch, zum anderen mußte für den Einbau der unterirdischen Tresorröume das Grundwasser der unmittelbar vor dem Hans« fließenden Spree berücksichtigt werden, so daß der ganze Bau ge- wissermaßen in einer Betoubndewaun« errichtet ist. Von besonderem Interesse sind die Sicherheitseinrichtungeu in den Bank- räumen und Tresors, bei denen das Letzte an Sichorungstechnik gegen Bankräuber und Tresoreinbrüche Anwendung gesunden hat. Die neue'Arbeiterbank wird sicher viel« Berliner Arbeiter und Angestellte zur Besichtigung locken. Fzossentlich haben mir auch bald wicdrr eine Zeit, wo n*n das nicht mit so schmerzlichen Gefühlen tut wie jetzt,, wo'/cot und Hunger im arbeitenden Volk die berechtigte Freud« über die Fortschritte unserer gewerkschaftlichen Unterneh- münzen kaum auskommen lassen. fahrt auf Fahrrädern durch Berlin. Treffpunkt 15 Uhr Waterlooufer am Halleschen Tor. Für alle rcpublikanischen Schüler ist Erscheinen Pflicht. Schwarzrotgoldene Wimpcl sind mitzubringen. Das Fest der goldenen Hochzeil begeht in bedürftigen Verhält- nissen am 6. d. M. unser alter'Abonnent Albert O e r t e l und Frau Berta, geb. Schulz. Berlin SW. 61, Blllcherstr. 13. Das Jubelpaar ist seit 1885 Abonnent des„Vorwärts" bzw. der„Freien Presse". SozialistischeArbeiterjugendGroß-Verlin Sinlcndungen fiit diele Rubrik nur an das Jugends-krelariat Beriu, SW KS. Lindensirake 2, vorn t Trepp» recht». rl Das Werbcmaterial kann morgen, Mittwoch, ab 17 Ubr. Gebt den Berichlsbogcn und das Mai.Prograinm». Achtung, Erwerbs last! Di» erweibslosci» Ernossen der Abteilung ben dringend gebeten, auf den jetzt in ihren Abtcilmigen stattfindendi Sammlungen und Zablabenden anwesend zu sein. ~ Actis werden Bersammlungen 6. Suis. Suis. Achtung, Sreisbiituagsausschutz! D gebeten, umgehend die Karten zur Maifeier märts. Spedition Launtzer Platz, abzuholen. —■--eist. Die Abteilurigsobleute werden ng< vom veirossen Urban. Bor. Abt. Zusammenlunft aller Wahlhelfer bei Lemble, Schreiner sir. Z8. IS. Abt. Alle Parteimitglieder gehen heute zur öffentlichen Versammlung im Dresdener Garten, Dresdener Str. 4ö. 76. Abt. Zahlabend bei Kulta, Laueuburger Str. 21. 88. Abt, Die Bszirtsfiihrer holen Material vom Genosse» Seniler ab 16i$ Uhr ab. 9t. Abt. Vorstandsjitzung bei Rausch. Flughafensir. 2V. 6.1. Abt. Funltionarsitzung bei Schumann, Treptower Str. Sl. 168. Abt. Funktionärfitzung bei Vlockwitz, Park- Ecke Hprienhausstratze. 1?». Abt. Beteiligung an der Kundgebung in Pankow. Berliner Str. US. INiklwoch, ö. April. des Zentrunis, her Saal, I. 8. 11, l». 1». 26. Abt. Mitgliederveriammluna im Palais de» Ze»trums, grohei Rofenthaler Str. 86.„Reichspiäsidentenwahl". Referent Genosse OUers- dorff. Abt. Im Saal S des Gewerkschaftshaufes wichtige Funktionkirfitzung. Abt. Zahlabende in den bekannten Lokalen. April statt. sich Mittwoch, 191$ Uhr, zur Wahlkund- gedunq im..Patzenhöfer", Chausseestr. 64. Abt. Zablabcude in den bekannten Lokalen. Wegen der oorher stattfinden. den Flugblattverbreitung treffen sich die Genossen um 19 Uhr. Abt. 20 Uhr Zahlabende in folgenden Lokalen: Wende, Koloniestr. 147; Kolontete. IS; PUlner. Bonlk«. Schulstr. 74. gahlabenl 48; Stenzel, Echwedenstr. 18; Äbit. Zahlabend beider Gruppen im Hermannshain und bei Brnoke, Carmen.«nlva.Stiahe. Abt. 18 Uhr Flugblottnerbreitung, anfchliehend Zahlabende an bekannter Stelle. Abt, Zahlabende in allen Gruppen. Der Disiufsionsabend muh daher ausfallen. Abt. Zahlabende in den bekannten Lokalen. Abt. Zahlabende in den bekannten Lokalen. Abt. 19 Uhr alle zu den Kammerfälen, Teltower Etr. Z. Referent Her. mann charnilch, M. d. L. Abt. All- Mitglieder beteiligen sich an der öffentlichen B-rfammlnng in den Kammerfälen, Teltower»trahe. Abt. Die Genossinnen und Genossen beteiligen sich an der öffentNchen Persammlung in den Blsicher-Siilen, Blsicherstr. 61. Frühzeitige» Er» scheinen ist notwendig. Abt. 26 Uhr Zusammenkunft der jüngeren Parteimitglieder bei Ewald, Skalitzer Str, 126. Arbeitsgemeinschaft über„Das Arbeitsbeschaffung». Programm". Abt. Die Genossen beteiligen sich an der öffentlichen Versammlung in der Schulaula Görlitzer Straße. Abt. 18 Uhr bei Keller, Fürstenstr. 1. Verteilung der Häuserblockzeitimg. 24» 27. 28. 84. 86. 8». 46. 4t. 41. 45. 48. 31.«iL 18'4 58. öl. 37. 67. 71. 78." 74a 77. 79. 83. 85. 86. 87. 88. 89. 91. Zahlabende fallen aus, -'ü 18', 4 Uhr Fi'• vier Gruppen mit Vortrag. unttionärsitzung bei Zamin. 26 Uhr Zahlabende in allen 92. »8. 94. 97. 98. 99. 100. 161. 187. 119, 115. 117. 118. 122. 124. 123. 128. Abt. Zahlabende In den bekannten Lokalen. Abt. 26 Udr Zahlabende: ö, Gruppe bei Müller, Franklinstr. 19; 6,»nd 7. Gruppe im Jugendheim Rosincnftr. 4. Wahlarbeiten. Abt. 26 UKr Zablabende: 1. Gruppe bei Arndt. Kantstr. 51. Genosse Zpblpnfki über..Faschismus". 2. Gruppe bei Tbunack. Wielandstr. 4, Stadtv, Ezailinffi:„Politische Tagesfragen". 3. Gruppe in der Sport- klaufc, Wtelandsir. 46. Genosse Lockenmacher:„Wie es in Ruhland aus- sieht". Abt. Wurzbacher, Grunewald. Abt. Werner. Berliner Str. 83. Abt. Rosenau, Varziner Straße. Abt. Deutsches Haus, Schmargendorf, . Abt. 20 Uhr Funttionärsitzung bei Schneider. Abt. Zahlabende in den delannten Lokalen: l. Bezirk: Vortrag:„Die Preußenwahlen und die Stadt als Ardeitgcberin", Referent Paul Hcpprich, 2, Bezirk: Bortrag:„Wege der Arbeitsbeschaffung". Referent Genosse Hans Cohn. 8. Bezirk: Vortrag de» Genossen Oberst a, D. Lange. 4, Bezirk: Vortrag:„Preußenwahl und die Kommunen", Referent Genosse Erich Flatau. Abt. Die Zahlabende finden in den bekannten Lokalen statt. Abt. Alle Genossen treffen sich 1.7V. Uhr zur Flugblattverbreitung an den delannten Stellen. Anschließend daran Zablabende: Für West bei Rohde, Sindenburgdamui Ecke Roonstraße; Ost bei Buberick, Lorenzstr. 36; Süd bei Zritsch, Berliner Str. 128d.• Ad». 3m 3. Bezirk spricdt auf dem Zahlabend Ministerialrat Dr. Hirschfeld Uder„Preußen und wir". Abt. Zahlabende bei Merker, Kurfürstcnstr. 21; Görlitz, Chausseestr. 19; Donau, Friedensir, 6. Ab». 26 Uhr Mitgliederversammlung. Kirchstr, 68. Besonders wichtige Tagesordnung, Abt. Zablabend in der Schule Roonstraße, Abt, Zahlabende an delannten Stellen. Abt. Zahladindc an bekannten Stellen wie folgt: 19, und 26. Bezirk bei FlecktNgcr, WIßmonnstr. 16. Referent Dr. Freund. 22. und 28, Bezirk bei Köster, Karlsgartenftr, 4. 89, und 41. Bezirk bei Lübdeke, Karlsgarten, siraße 12. 86, und 45. Bezirk bei Raulch, Flughatenstr. 29. 88. und 48, Bezirk bei Guthke. Flughafenstr, 18. 46, und 47, Bezirk bei Schreiber, Flughaienstr, 7. 37.»nd 44. Bezirk bci Ramin, Mainzer Str. 12, Abt. 26 Uhr Zahlabende, Bezirke 29,,. 54, 55: Lokal Rippert, Harzer Straße 88, Bezirke 51, 58. 66: Lokal Lagcrdcim, Wildendnichstn 81. Be zirk 56: Lokal FilMer,.dietdelberger Str. 8>, Bezirke 59, 81, 82: Lokal Wolff, Saifet.ffricbtich.su. 173. B-zirf- 62, 80, 85: Lokal Borchert, Rofegger iiraße 9. Bezirke«8, 79: Lokal Simon, Bcrtbelsdorfer Etr. 9. Bezirke 87, 88: Lokal Schneider, RofenfU. 7. Auf allen Zahlabenden: 1. Bericht vom Bezirksparteitag. 2. Die kommenden Wahlen. Abt. Zahlabende am 6, und 26. April. Abt. Zahlabende In folgenden Lokalen: 46,, 69. Bezirk: Lokal Kuhfeld, Lichtenrader Str. 38. 42., 66. Bezirk: Lokal Lenk. Selchower Str. 6. 67.. 68. Bezirk: Lokal Breuer, Schisierpromenode 89. 76., 71., 94., 95. Bezirk: Lokal Schröder, Steinmetzstr. 52. 98., 96., 97., 98. Bezirk: Lokal Kwella, Olerstr. 15.„™. Abt. 3n ollen Bezirken linden Zahlnbcnde stall: N9„ 166., 125. Bezirk: Lokal Kutzki. Sermonn, Ecke Leinestraße. 128.. 184. Bezirk: Gramke. Her- mann- Ecke Zlogatstraßc. l8l.. 182.. 188. Bezirk: Krüger, Emler Str. 87. 129.. 186. Bezirk bei Helmke. Warthevlatz. Reben dem Bericht von der Krelsvertretersitzung. dem Bezirtsparteitag. Einteilung der Wahlarbeit. Abi. Mitgliederversammlung in der Schule Mariendorser Weg. Abt. 147. und 148. Bezirk: Zablabend bei Schmidt, Chausseestr. 27. Alle übrigen Bezirke in den dekannten Lokalen. Ab». Zahlabend bei Ruppert, Neuköllner Straßc. Abt. Zahlabende in den bekannten Lokalen. Bericht vom Bezirksparteitag >.nd Einteilung der Wablarbeit. Abt. Mitgliederversammlung bei Zobian, Altglienicke. Einteilung der dlrbeil für dir bevorstehenden Wahlen. Abt. 26 Uhr-Mitgliederveriammluna bei Werner, Grünau. Kövenicker Strohe 123. Tagesordnung: 1. Bericht vom Bezirksparteitag, 2. Ber- lchiedenes. Abt. 1. Gruppe am Mittwoch. 6. April. Zahlabenb be> Stöbet: 2. Gruppe am Donnerstag, 7. April. Restaurant Tivoli. Weichselstr. 6; 3. Gruppe am Mitlmoch. 6. April, bei Radtt». Miiggel. Ecke ScharnweberftraKe; 4. Gruppe am Donnersiaq, 7. April, bei Seipke, Kronvrinzenstr. 47. Abt. 16 Ubr Zufammeulunft der erwerbslosen Genosien. l9>$ Uhr Griivvenzahlabendc in folgenden Lokalen: Gruppen Stalin, Ramv und Dietrich bei Siewert: Gruppen Döbring und Unzner bei Brunn: Gruppen Wottke, Kusch!« und Kvvpernak bei Pflug: Gruppe Hude, Güntzel und Stassat bei Klose. Referent StadUat Rosin. Gruppe Klingenberg: Restaurant Stäb». Flußbad. Referent Genosse Zeuge. Abt. Zahlabende mit wichtiger Tagesordnung in den bekannten Lokalen. Abt. 26 Uhr bei Poratb Marzahner Str. 31, Mitglied erviriammlung. Rrierent Stadtrat Franz Stkmming. Abt. Funktienärsißung bei Anders. Abt. 26 Ubr Borstandssitzung bei Gallas. Aht. Zahlabende wie folgt: l. Bezirk bei Noack. Pankow. Sarfel.Friedrich. Straße 58: 2. Bezirk bei Griffel, Kailer-Fri-drich-Sir. 15: S. Bezirk bei »oha. Berliner Str 86, erst-m Freitag: 4. Bezirk bei Fulde Berlkner Kehraus mit Hitler! Unsere nächsten Veranstaltungen: Dienstag, den 5. April: 1. Krei*— Mitte. 19H Uhr in den Sophiensälen, Sophienstr. 13, öffentliche Versammlung. Referat des Genossen Dr. Otto Friedländer. S.Kreis— Wedding. 19H Uhr, drei öffentliche Kundgebungen; im„Swinemünder Gesellschaftshaus", Swinemünder Str. 42, Referent; Friu Schröder; im oberen Saal der„Atlantilcsäle", Behmstraße, Bahnhof Gesundbrunnen, Referent: Erich Kuttner, MdL.; in der„Hochschulbrauerei", See- Ecke Amrumer Siraße, Referent; Robert Breuer. 10. Kreis— Zehlendorf. 20 Uhr im„Lindenpark", Zehlendorf, Berliner Straße, öffentliche Kundgebung. Referat des Genossen Max Heydemann. 11. Kreis— Schöneberg. 20 Uhr Im Rathaus Friedenau, am Lauterplatz, Referat des Genossen Dr. Richard Lohmann, MdL 18. Kreis— Weißensee. 20 Uhr im„Schloßpavillon", Berliner Allee 205-210, öffentliche Kundgebung. Referent: Arthur Crispien, MdR. Kaisers Kaffee-Geschäft, Spandau. 16 Uhr im Lokal„Alpenfranz", Betriebskundgebung. 45. Abt. 20 Uhr in„Rabes Festsälen", Fichtestraße 29, öffentliche Kundgebung. Referat des Genossen Karl Litke, MdR. 48. Abt 19� Uhr im„Dresdener Garten", Dresdner Straße 45, öffentliche Kundgebung. Referat des Genossen Georg Klaußner, MdL 108. und 108a Abt.— Cöpenick. 20 Uhr, öffentliche Kundgebung im Stadttheater, Friedrichstraße 6, Referent: Wilhelm Dittmann, MdR. 109. Abt— Friedrichshagen. 20 Uhr, öffentliche Kundgebung im großen Saal des„Gesellschaftshauses", Friedrichshagen, Friedrichstraße 137. Referent: Genosse Stelling, MdR. 128. Abt— Pankow. 19>4 Uhr öffentliche Kundgebung im „Kurfürsten", Berliner Straße 102. Referat des Genossen Dr. Haubach. Arbeitsamt Mitte. 16� Uhr,„Hackeschen Hof, Rosenthaler Straße 40-41. Referent: Otto Meier, MdL Allgem. Ortskrankenkasse Berlin. 16 Uhr,„Alhambra Festsäle", Wallner-Thealer-Straße 15. Referent: Hans Gottfurcht vom ZdA. Statistisches Reichsamt 16K Uhr,„Nationaihof", Büiowstr. 37. Referent: Ernst Hildebrandt, Polizeisekretär. Bezirksamt Mitte. 16K Uhr,„Rosenthaler Hof", Rosenthaler Straße 11-12. Referent; Robert Bredow vom Ortsausschuß des ADGB. Nationalregistrierkassen. 16 Uhr im Kino Neukölln, Werrasir. Betriebskundgebung„Wirtschaftliche und politische Krise". Referent; Hermann Harnisch, MdL Hammerschaft des Nahrungsmittel- und Getränkearbeiter-Ver- bandes. 20 Uhr im„Böhmischen Brauhaus", Landsberger Allee 12. Referent: Franz Künstler, MdR. Hittwoch, den 6. April; S.Kreis— Wedding. 19h? Uhr zwei öffentliche Kundgebungen: in der„Patzenhofer-Brauerei", Chausseestraße 64, Referat des Genossen Dr. Richard Lohmann, MdL In den„Pharus-Sälen", Müllerstraße 142, Referat des Genossen Erich Kuttner, MdL. 11. Kreis— Schöneberg. 19/4 Uhr im„Gesellschaftshaus des Westens", Hauptstraße 30-31, Frauenwerbeveranstaltung, Referat der Genossin Gertrud Hanna, MdL.:„Gegen Reaktion und Terror im Reich und in Preußen", Rezitationen der Genossin Martha Dohn, ferner Mitwirkung des Arbeiter- Mandoliften-Bundes. 59. und 40. Abt. 19H Uhr in den„Kammersälen", Teltower Str., öffentliche Kundgebung. Referat des Genossen Hermann Harnisch, MdL 41. und 42. Abt. 193� Uhr in„Kleins Feslsälen", Blücherstr. 61, öffentliche Versammlung. Referat des Genossen Fritz Schröder. 46. Abt 19� Uhr in der Schulaula Görlitzer Str. 51, öffentliche Kundgebung. Referent: Georg Klaußner, MdL. Staaken. 1954 Uhr im„Sportpalast", Lehrter Straße, öffentliche Kundgebung. Referentin: Marie Tuchacz, MdR. Hammerschaft Osram A. Nach Arbeitsschluß in der Schulaula, Rostocker Straße, öffentliche Belegschaftsversammlung. Referent; Karl Dressel. leiser Schuhfabrik. 1654 Uhr im lokal„Zur Möwe", Große Frankfurter Straße 85, Betriebskundgebung. Referent: Max Gillmeister. Kindl-Brauerei. Vormittags 10 Uhr, im Lokal Ausschank Kindl- Brauerei, Hermannstr.:„Der Kampf um Reich und Preußen". Referent: Emil Barth. Donnerstag, den 7. April; 7. Kreis— Chartottenburg. 195� Uhr im„Türkischen Zelt", Berliner Straße 53, öffentliche Kundgebung. Referent: Dr. Richard Lohmann, MdL, Ernst Hildebrandt. Spandau. 195h Uhr in der Tubiläumsturnhalle, Moltkestraße, öffentliche Kundgebung. Referent: Kurt Heinig, MdR. 11. Kreis— Schöneberg. 195� Uhr, öffentliche Kundgebung in der Hohenzollernschule, Beiziger Straße Ecke Eisenacher Straße. Referent: Dr. Richard Mischler. 12. Kreis— Steglitz. 195? Uhr in den„Lichterfelder Feslsälen", Zehlendorfer Straße 5, öffentliche Kundgebung. Referent: Dr. Haubach. Dahlem-Dorf und Umgegend. 20 Uhr Im Lokal Schilling am U-Bahnhof Dahlem.„Eiserne-Front-Kundgebung". Referent: Dr. Pähl. Lichtenrade. 20 Uhr bei Rohrmann, Hilbertstraße 19.„Eiserne- Front-Kundgebung". Referent: Stadtrat Carl Wermuth. 120. Abt.— Friedrichsfelde. 20 Uhr bei Tempel, Prinzenallee 45, öffentliche Kundgebung. Referent: Dr. Otto Friedländer. 155. AbL— Buchholz. 20 Uhr bei Kaehne, Berliner Straße 39, öffentliche Kundgebung. Referent: Fritz Schröder. Erich und Graetz. 165? Uhr Betriebskundgebung bei Döhling, Treptow, Elsen- Ecke Kiefhoizstraße:„Die Aufgaben der Hammerschaften". Referent: Max Heydemann. Holzmann. 165h Uhr Betriebskundgebung Im Lokal Kuß, Hohenschönhausen, Berliner Straße 92:„Der Kampf um Reich und Preußen." Referent; Emil Barth. Sonnabend, den S. April: Tempelhof. Demonstration von Dorfstraße, Mariendorf. Treffpunkt 6 Uhr. Marsch mit Musik nach dem Birkenwäldchen, Tempelhof. Anschließend Kundgebung gegen 75h Uhr. Referent; Stadtrat Erich Raddatz, MdL 155. Abt.— Karow. 20 Uhr bei Meye, Dorfstraße 1, öffentliche Versammlung. Referent: Max Brinitzer. Männer und Frauen! Erscheint in Massen! Straße 97; 5. Bezirk bei W edler. Berliner Sir. 164; 6. Bezirk der Bader, Kissingenstr. 4; 7. Bezirk bei Heinze. Kissingenstr. 46; Sa. Bezirk bei Gräfte, Kissingenstr. U; 8b. Bezirk bei Kaegler, Kissingenstr. 24a; 9. und 46. Bezirk dei Lehmann. MUhlenstr. 88, erst am Freitag. 429. Abt. Gruppen l— 1: Sängerheim, Florastraße; Gruppen 5—8: Türkisches Zeit, Breite Straße; Grupven 9—46: Mandel und Waldschante, Galenus. straße. Ueberall Thema:„Die bevorstehenden Wahlen" und Bericht vom Bezirtsparteitag. �.,. 188. Abt. 9 Uhr wichtige Zusammenkunft aller ardeitslofeu Parteigenossen bei Kaehne. Berliner Str. 89. 484. Abt. Im Lokal Göpfert, am Bahnhof Buch, Mit „Unser Kampf um Preußen", Referentiu Paula ftutgi Donnersiag, 7. April. 13. Krei«. 14z4 Uhr Zusammenkunft der erwerbslosen Parteimilglieder!ni Luaendheim" Eingang Götzstroße, Tempelhof, Unterhaltungsnachmittag. Referent Dr. Woifgang Herderth:„Das deutsche Lied". 16. Abt. Außerordentliche Funktionärsitzung dei Leuschner, Ackerstr. ttfl. 25. Abt. 18 Uhr Flugdtattverbreituna, Kniprodestr. 7. 45. Abt. Besprechung der Gruppenleiter und der Bezirksführer bei Berffch, Wiener Straße. 68. Abt. 26 Uhr bei Sandmann. 92. Abt. 26 Uhr Zahlabende ber Bezirke 52, 58, 57: Lokal Fiedler, Schandauer Siraße 4. Tagesordnung: Bericht vom Bezirtsparteitag. Die kommenden Wahlen, 164. Abt. Mitgliederversammlung 26 Uhr bei Kuba», Brsickenstr. 15. Bericht vom Bezirlsparteitog, 163. Abt. 26 Uhr Mitgliederverfammlung im Ratskeller, Bismarckstr. 58. Re. ferent Robert Breuer:„Auf zur Entscheidung". Borher, 19 Uhr, im gleichen Lolal Funktionärsitzung. 166. Abt. In der„Autotlause" Mitgliederversammlung. Bericht vom Bezirks- varteltog und Einteilung der Wahlardeit. 187. Ab«. 26 Uhr in allen Bezirken in den bekannten Lokalen Zahlabende. 189?. Abt. 26 Uhr im Schollenkruq, Hermsdorier Straße.„Präsidenten, und Preußenwahlen", Referent Erich Raddatz, M, d. L, Zrauenveranstallung. 128. Abt. Donnerstag, 7. April, 2« Uhr, Frauenadend bei Hüdner, Bahnhof» Ecke Wilhelmstrnße.„Unser Kamps um Arbeit und Frieden, Reserrntin Else Steintühler. 184. Abt. Der Frauenabeitd am 6. April fällt zugunsten der Mitgliederver- sammlung aus. 186. Abt. Dienstag, 5. April, Besichtigung des Konlums in vollem Betrieb. Treffpunkt 16 Uhr vor dem Konsumgebäude. Lichtenberg, Rittergutstraße. Bezirtseiusschuß für Arbeiterwohlsahrk. 137. Abt. Reinickendors-Weft. Freitag. 8. April. 26 Uhr, Sitzung der Arbeiter- Wohlfahrt im Bolkshau», Scharnweberstr. 114. Arbeüsgetn et tt schaff der Sinderfreunde Groh-Verlin. Der Resttalkeadastelkurins findet nicht Mittwoch, 6. April, sondern weit» heut«. 5. April, 19.80 Uhr, in der SeichSltosiell«. Linden- raße 2, statt. Der letzte Bastelabend der Restfallenhelser ist am -Isntaa, den 11. April, daselbst. Dir bitten um pBatttiches und 'M'i vollzahlmc» Erscheinen. Kreinberg: Heute, 26 Uhr, Kreishelsersitzung im Heim Wassertor. siraße 4, ni 18 Uhr ebenda. Unser« mehr Wasiertorstr. 9. Morgen tagt der Faltenrat ab reizhelscrsitznnge» find«, jetzt wieder regewläßig jeden vierten Dienstag im Monat statt. Der Ort wird immer in der vorhergehenden Helfersitzung bestimmt. Die Arbeitskreise finden wie folgt statt? Jeden zweiten Montag im Monat für Rote Fallenhelser im Heim Mautenffelstr. 7, für Rest. und Sungfaltenhelser jeden zweiten Dienstag im Monat, Wasiertorstr. I. Renkölln: Heute, 20 Uhr, in der Baracke Borstandssitzung mit den Gruppen- fsihrern. Morgen, 26 Uhr, Iahresversammiung in der Karl-Marr-Lchulc. Jahresbericht und.Helfcrauswcise mitbringen, Abt. Sturmjalle: Der erste Gruppenabend nach Ostern findet ausnahmsweise Dienstag, 17 Uhr, in der Karl- Marx. Schule statt. Aitschließeild Helferbefprechung. Friedrichshain: Heute, Dannerstag, 19% Uhr, wichtige Kreisvorstandssitzung im Jugendheim Distel. mcperstr. 5/6. Reichsbund der kriegsbeschädiglen. Kriegsteilnehmer und Sriegerhinterbliebenem Abteilung»rcuzbcrg. Ortsgruppen Süden, Südosten, Südwesten. Mitt- woch, K. April, 26 Uhr, im Märlischen Hof, Admiralstr. 18c, Vortrag des Land- tagsadgcordneten Otto Meier: Die Reichspräsidenten- und die Prenßenwahl. Erscheine» ist Psiicht. Gäste willkommen. Sterbetafel der Groß-Derliner Partei-Organisation 84. Abt. Am wonnabend, 2, April, verstarb unser Genosse Hermann Kasimir, Gubener Str. 28, Seit 1068 der Partei angehörend, hat Genosse Kasemir stets in vorderster Linie für den Sozialismus gekämpft, bis ihn ein langwieriges Leiden daran hinderte. Die Arbeiterbewegung verliert in ibm«inen braven Kämpfer, sein Andenten werden wir stets in Ehren halten. Die Einäscherung findet am Donnerstag, 7. April, 1716 Uhr, in Baumschulenwcg statt. Rege Bc- teiltgung erwartet der Abteilungsvorstand. Wetferaussichlen für Berlin: Wolliges, etwas kühleres Welter mit einzelnen leichten Regenschauern.— Für Deutschland: Im Osten noch meist heiter und warm, im übrige» Reiche veränderliches, iminer noch ziemlich mildes Wetter, strichweise Regenschauer. OOl SSS-TO Jun�e Frau— nütze alle Erfahrung: Minui SisiiiicSii Seife! Oteinrich Memmer: grUMhigSgrOleSken Das erste Grün. Ilm überhaupt zil finden, dm Frühling, als er kalcndcrirMig lällig Mnrde, war dieses Iihr«in Kimststück, das ich erst nach nieler Mülic scrtigbracht«. Erraartungsnall fuhr ich auf einem Ratter- lasten in die Natur hinaus: je weiter ich aus Berlin rauskam, desto kahler und kälter wurde es, und ich fand rrichis als Autos nur, die den Frühling gleich mir vcrgedlich suchten. Als es endlich wie eine bunte Frühlingswiese ausleuchtete, waren es die Tlschtücher eines Gartenrestaurants am gefrorenen Müggelsee. Der Restauraleur lugte schmerzlich nach den eisoufbrechendcn und Frühlingsgoste herausbringen sollenden Kasseedampsern aus, denn die im Osterlack amahrcnden Motor- und Ruderboote machten aus Angst vor dem zerschrammenden Eise kehrt, sowie sie an die Schattenseite kamen. „Für mich ist's jetzt nickst Frühling, sondern Herbst", sagte der einzige Gast, ein mich traurig durchs Monokel anmigcnder„jugendlicher Liebhaber", der von der Provinz, wo man die Theater oe- schlössen hatte, ins überfüllte Berlin zurückgekehrt war. Fakt alle gur aussehenden Liebhabertypen wie dieser sind ihrem Talent nach „Bösewichter", und davon gibt es in Berlin das ganze Jahr über genug. Auf dem schon einigernroszcn bevölkerten Müggclgebirge <70 Meter über dein Meeresspiegel) suchte ich nach Kotzchen. Den einzigen, neuen Frühlingsschmuck bildete aber der Stacheldraht, dahinter man die mühsam und teuer ausgeschicksteten Berge gesetzt: damit die vielen begeisterien Bergsteiger sie nichi abtraiTPeln und dem Seespiegel gleichmachen. Am See tauchte jetzt unvermittelt ein srühlingsgrüner Fleck auf, und ich jagte hinab. Es war ein Bademantel. Ein eine Erfindung ausprobierender Farbenphotograph hatte, im, irgend etwas Frühlingsfrisches in seine Kamera zu sangen, seine Freundin ausgezogen und knipste sie grünumhüllt. Im Grunewald, wohin ich mich auf weitere Lenziuche begab, blühte ebenfalls nichts außer den Ber- lincrinnen, und selbst diese waren nicht immer echtsarbig. Ziemlich häufig stieß ich auf einen grinsenden, halben Unterkiefer.„Dct is vom Reh", sagte Fritzchen,«inen Knochen schwingend, aber Batt, findend, es sei vom 5)und, gebot, den Knochen fortzuwerfen, und er zerschcllle jämmerlich an einer der übriggebliebenen alten Eichen, die Zwilchen öden, umgekehrten Besenstielen gleichenden Kiefern urwcltlich aufragen. Als eine dünne, parmablaue Dame mit einem bis auf die Haut abgeschorenen Zwergpintscher auftauchte, bekam ich einen Schüttelfrost und zog mich nach einem leeren Vorstadtbaugrmil» zurück. Was mir da entgegenblinkte, war altes, von der Rotur wieder gereinigtes Emaillegeschirr, Apf-lsincnseholen, und das Rostrot von lange fortgeworfenen«ardinenbüchsen, aus denen Kinder die ihnen zu— ich weiß nicht was für einem— Schabernack dienenden Schlüssel herausdrehten. Tie uock, gar nicht ans Ausschlagen denkenden Bäume erglänzten in den bunten Farben der Bierflaschen- reklamen, und der winterlich« Wind wehte mir die vergilbten Aktua- litäten und mißbrauchten Feuilletons alter Zeitungen ins Gesicht. Ln den Barstadtstraßentüren standen stmge Burschen in grellrosa oder violetten Brusttrikots. Familien zogen mit quietfckvnden Kinder- ioagen und einer fatalen Promenadenmischung von Kötern ins nickst vorhandene Irüne, und junge Weiblichkeiten begutachteten ihre vev- s richte Frichlingsgarderabe eingehend. Als ich etwas zaghaft den Rückweg antrat, siehe da— aus dem Platz vor dem Hause, aus den die Sonne siel, lag er ja: die Ktndcr hatten einfach mit dem Frühling angefangen..., spielten Murksen und Trieseh jagten einander um die K'orees, in die sie sinnigerweise das Viertel eingeteilt litten, und spielten Fußball mit dem Schlopphut irgendeines Ollen. So ist's: man muß eimach Früh- ling machen: die Kinder tnns, die Frauen ttms: ich zog den Roch aus, nahm den Hut ab, blähte den Brustkorb und fühlte: Früisting! Dann fand ich ihn oben im Zimmer wirtlich vor. Auf dem Tisch leuchtete dos erste Grün: frischer, zartester Salat! Bunte Eier lagen auch dazwischen. Also setzte ich mich und fraß ihn aus: den Frühling. Brief an einen Südscehäuptling. Und dann nahm ich den Federhalter zur Hand und schrieb meinem aiten Freunde, dem Südseeinsulamr Papepopu. „Du befindest dich", so schrieb ich,„gewiß noch innner in dem '.Harald SpH&er: Glauben, den wir Weißen euch Braunen einmal törichterweise bei- gebracht, mein armer Papepopu. daß ihr Naturmenschen seid und wir Kulturmenschen sind. Dos ist falsch. Wir haben euch auch in bezug auf alles, was die Natur betrifft, langst weit überholt. Ihr Paradiesbuminler müßt euch doch einmal die Begeisterung ansehen, mit der wir kcssen Berliner in die nun endlich erwachte Natur hinauswandern, rollen, strampeln, knattern, eine ganze sich aufs Land hinauswälzende Großstadt. Kaum daß wir uns die ersten paar Frühlingsstundcn von den Mysterien des Werdens einfangen lassen: da erwacht schon unier sportlicher Ehrgeiz. Wir stellen uns aus die Sommerordnung um und trainieren systenratifch auf alle möglichen Gcschicklichkeits- und Muskclrckorde, von denen ihr Naiven keine Ahnung habt. Und hört doch den lauten Jubel, mit dem wir die Natur begrüßen, seht die vielen Gegenstände, die wir hinaus- schleppen, um uns draußen häuslich niederzulassen, und was wir alles abreißen, um wiederum möglichst viel Natur in der Großstadt zu haben. Jeden Frühlingstag stehen die unkomplizierten Wonnen des Paradieses am höchsten im Berliner Kurs, ungeheuer ist die Sehn- sucht nach Lust, Licht und Sonne— Sonne! Wir sind die schien Sormenkinder und fangen, wo es geht, einen jeden ihrer Strahlen auf die bräunende Haut auf. Und sind nicht auch schließlich wir die Paradiesischeren: wemr wir es uns in den Kopf gesetzt haben, lausen wir mehr odamimdeva- mäßig als ihr uncher. Nicht einmal das genügt uns. Wir umgeben uns auch noch mit einer nackten Weltanschauung. Ja: vor allem werben wir für unsere Roturideale. Mit der Zeit werden wir auch zu euch in die Südsee kommen und euch zeigen, wie das Paradies eigentlich aussehen muß, o Papepopu, der du dich pora- diesisch glaubst, du wirst es erst werden." So'schrieb ich, und mein« Gedanken schweiften zu dem Früh- ling zurück, den ich draußen nicht gefunden hatte. Einige Tage daraus sollte er mir allerdings doch noch begegnen, der Frühling, wenn auch in einer besonderen Gestalt, als Liebcslenz. Liebeslenz. Er zälstke siebzehn Jahre und trat in der zarten Gestalt eines I geburtsragfeiernden Wirisiöchterlcins auf: am ersten warmen Früh- lingsabend, als ich einen jungen Lyriker mit in mein Stammlokal nahm. Der Vater Wirt hielt gerade eine schwungvolle Rede, und ein junger Bengel von„Bräutigam" saß, aus seine Worte lauschend, dicht»eben dem jungen Ding, die, glaube ich, mit parmablauen Augen in die Welt blickte. „Alles kannst du von mir haben", sagte der gerührte Pater, „eine Aussteuer, ein Motorrad, und an Geld lege ich zehntausend Mark aus den Tisch, wenn du heiratest(der Bräutigam strahlte). Es muß aber«in tüchtiger, solider Mensch sein, de,, du dir aus- fuchst. Ein Geschäftsmann mit einem sicheren Hinterhalt(der Bräutigam begann zu verfallen). Wenn du so einem Parasiten, einem Vampir des Lebens in die Hände fallen würdest... „O goldenes Vaterherz", sagte ich, mit einem befchlvichtigenden Lächeln an den Tisch tretend. Erlöst stimmten alle mit ein, auch die Tochter und selbst der Bräutigam. Nur der Lyriker sagte, daß es grausam sei, sich zwischen ein junges Geschöpf und ihre erste, vielleichst wahrst« Liebe zu stellen, die man mit Geld nie auswogen könne. .Hör einmal", sagle ich aufklärend zu dem Lyriker, dessen Worte wir nicdcrprosteten.„Was erstens die zehntausend Mark betrifft, so hat sie der Vater nickst— wenn er nüchtern ist. Was zweitens die Heirat betrifft: so legt der junge Mann gar nicht'ehr viel Akrt darau': er will vorderhand nur möglichst viel flirten und sich an den Freitisch setzen. Und was die erste Lieb« anlangt, so ist das junge Mädchen seit langem in einen älteren Mann ver- liebt, den sie gar nickst heiraten kann und nur noch selten sieht. Also ist e- ganz gut für sie, daß ihr jetzt ein junger Bursch den Hos macht. Und es ist auch ganz gut, daß der Vater einmal einen ernsten Ton mit dem jungen Bcngel anschlägt, der sich ollgemach zu viel herausnimmt. Mit einem Wort, es ist alles n, schönster Ordnung mit dielem Licbeslenz, nur paßt er, wie heul, so oft, durchaus nicht einem Lyriker„in den Kram". Der Lyriker tat beleidigt und wollte sich zurückziehen, als das Wirtsröchicrlein sich an feine Seite setzte und ihm zuzwinkerie. Da fand denn auch der Lyriker, daß alles in schönster Ordnung sei. und bcmze wich. Ermna! fiimme ich zu ein«» großem Laftaif, denke, es werbe jemand verprügelt, und stülpe mir schon die Aermel auf, um ihn zu verteidigen. Da erfahre ich gerade rechtzeitig, daß es sich um die Raienabtcilunz handelt... Und pkötzüch wird wir bewußt, daß ich nicht web? in weine Abteilung zurückfinde. Im richtigen Airgeirdlick solle ick) über die Beine eines unrfovmiertcn Negers, erkenne in ihm sofort den bekannten Fingerzeig und bitte höflich um den Plan des Weichbildes. Ansiinglich versteht er nicht. Darm aber führt er mich doch in den Postocrsand. Dort werde in) mit sraudigem Hallo empfangen. Bis auf die Pestsaul«. Die spuckt wieder nur aus. Der russische Großsürst verpackt gerade ein« Leib- schüsiel. Serirntheori«! i46 Uhr: Bor der Berpackunz der Glaslachen will ich mich noch ein wenig erHofen. Ich nehme aus der Kiste Platz, rmd, nach- dem ich mein Sitzfleisch aus drei Nägeln gezogen habe, entdecke ich an der Wand ein niedliches rotes Kästchen mit einer mattweißen Glasscheibe, an dem ein kleines Eisenhämmerchen hängt. Schon Nietzsche sagt, in jedem Mann stecke«in Kind, das spielen möchte. Im nächsten Augenblick ertönt ein mächtiges Schrillen, das nicht aushören wall. Bon ollen Seiten stürzen erschreckte Menschen herbei. Die Hausseuerwehr wacht Habt-Acht. Jemand brüll:: „Alles Personalabgang!" Und ich lause mit den anderen. Die Pestsäule dicht neben mir. Ich frage, außer Atem, wozu das Kästchen diene, und erzähle, wie nett ich gespielt habe--- seine Blicke übertreffen das Spucken bei weitem! Man kehrt zur Abteilung zurück.(Wozu war man eigentlich davongelaufen?) Penetrantes Lachen um mich. Alle Leute blicke» so merkwürdig. Ich habe das oerfluchte Gefühl, nicht ganz im Bilds zu sein. Und überhaupt: Hier kommt man ja aus der Anfragung gar nicht mehr heraus... Glocke, 6 Uhr: Mein Service hat die Pestsäule verpackt. Ick) laufe direkt ins Chefzünmer und bitte höflich aber dezidiert um meine EMlassung. Man hat die Liebenswürdigkeit, derselbe» Meinung zu sein... Als mich das Riesenhaus mit seinen nnzÄstigcn Angestellten ausgespten hat, gewahre ich an der Straßenecke eine traurige Gcstalt, an die Mauer gestützt. Beim Näherkommen erkenn« ich die Pest- säule. Sie ist um Jahre gealtert. Und knurrt dumpf. Ich ziehe es vor, nicht zu stören. Srlebniffe eines Wtüauglichen Sie werden lachen, aber einmal muß es gesagt werden: a:uh der Schriftsteller null(bisweilen) essen! c-o entschloß ich mich allo eines Tages, die Feder mit den, Biceps zu vertauschen und sprach in einem Großwarenhaus vor: Roch recht angeregter Unterhaltung war ich aufgenommen, als Per- packcr: probeweise vorläusig. * 7 Uhr: Ausstehen! Vergnügen ist das keines. Aber schließlich ist nian ja keine Memme. Uhr: Ick) bin so weit. 8 Uhr: Warenhaus. Ausfahrt zum 4. Stock. Begrüßung und Vorstellen. Ein riesiger Saal mit wahnsinnig vielen Menschen; geschäftiges Treiben, gellende Schreie:„Pakete zur Waage!"... Als der Packmeister, der Oberste im Postvevsamd. erfährt, daß ich Schriftsteller sei, blickt er mich unendlich mttleidög an. Ick, stell« emsig seit:„Herr Pockuvister sehen aber wirklich vcrblüftettd dem Valentina ähnlich!" Ein Ruck geht durch sein Gesicht, dos im Nu bewölkt ist und ein Gewitter ahnen läßt. Hinter dem Packtisch klärt mich mein zukünftiger Lehrer und Nachbar, die„Pestsäule"(wie er aus mir unbegreislichen Gründen allgemein gcnanitt wird) aus:„Vafentino" ist namüch der Spitzname des Allgewaltigen, den er absolut nicht leiden mag. Ich habe mich also gut eingeführt. Ununterbrnchcn, an ollen« Ecken u>»d Erstnm, schießen die cchreie:„Pakete zur Waage!" los. Und ununterbrochen rollen durch den Mittelganz, von unzähligen Packtischen slairkicrt, unzählige Gepäckmagen. Uhr: Ich bemühe mich vergeblich um die Fertigstellung eines Paketes. Inhalt: ein Basen, zwei Flar.ellmtterhoicn(mit Bändchen) und eine Kofteemühle. Kompliziert, daraus ein Paket zu machen, wie? Vom Knüpfen des Bindfadens habe ich noch keine Ahnung. Die Pestsäule gibt sich redlich Mühe. MIO Uhr: Hurra, das erste Paket ist fertig.„Pakete zur Waage!" Nun kann auch ich es brüllen. Während ich mich mit einem entzückenden Schaukelpserd unterhatte, verpackt mein Nachbar zur Linken(er soll ein russischer Großsürst sein) ein kleines Kinder- nachttöpschen. Dazu summt er melancholisch das„Wolzalied": 10 Uhr: Ich habe das Schlachtroß total in Papier«inzcwickelt, mit Bindfaden zusannnengcbunde-n und ihm dabei den Schwanz ausgerissen. Die Pestsäule, um 8 Uhr noch ein frischer Bursche, sieht jetzt etwas anzegriften aus. 1(11 Uhr: Auf meinem Packrttch steht ein neues Hutfchpserd, mit Schwanz. Ich beginne zu packen. Mein Lehrer schaut mir wohlwollend und austminternd zu. Plötzlich Nirren tausend Scherben—: ich ziehe meinen Fuß vorsichtig aus einer gewesenen Kompottgarnitur. Die Pestsäule wird weiß und warttt... Endlich ist die Schindmähre erledigt:„Pakete zur Waage!!" Ich triefe... Nachdom ich zwoi Vascn zerbrochen, eine Glasdose zu Bodo» goworson, einen Plüschnwntel mit Leim besprengt und eine Kravatte verpackt habe, läutet eine Glocke: Kl Uhr: Geschäftsschluß. Ich habe mir die Mittagspause redlich verdient. Die Pestsäule muß den List bomützen. Aus der Treppe, mitten im Abgangstrubel, gleite ich aus. animiere meinen Bardermann zun Fallen ud krieche»ach einigen Minuten aus einem Berg wild stuck,- nd er imd ängstlich quietschender Menschen. Endlich erreiche ich die Garderobe, ergreife einen Mantel, der nickst nur, u)>d einen Hut, der einem anderen gehört, und hüpfe auf die Straße. 1 bis Z Uhr: Mittagessen(sehr reichlich) und Berichterstattung vom Kriegsschauplatz. Meine Frau lauscht mir verklärt. Ich suhle mich heldisch. K3 Uhr: Schon gellt ein U obere ifrigcr:„Pakete zur Waage!" Diese Worte beginnen mich langsam nervös zu machen. Auf meinem Packtisch steht«in Trinkservice. Die Pestsärcke hat sich sichtlich erhott. Ausgesöhnt rät sie mir, vorerst dos Glas abzuklopfen, ob es nicht gesprungen sei. Mit dem besten Wille» zur Tüchtigkeit ergreif« ich einen Hannner, probier« und stelle fest, daß das erste Glas bereits kaputt ist. Die Pestsäule spuckt au?. Sonst nichts. Aber: wie! Das werde ich mein ganzes Leben lang mcht vergessen. Wenn er geflucht, ja, selbst wenn er geschossen hätte, wäre mir das nicht derart peinlich gewesen... Ein neues Service ist zur Stelle. Diesmal probiert mein erboster Lehrer. Ohne mich eines Blickes zu würdigen. Z bis 1-4 Uhr: Ich suche aus dem Dachboden eine geeignete Kiste für das Service. Dabei wäre ich beinahe in den Lustschacht geflogen. KS Uhr: Ich habe Hunger. Eine halbe Stunde irr« ich durch das Haus(und esse). Von einer Abteilung zur anderen. Was es da alles zu jchen gibt! Und Menschen, daß mir ordentlich angst Movh'icHsU'hinuck in der Kierivell Zweifellos spielt sich das interessanteste Kapitel in der Natur- geschichte der Tiere zur Liebes- und Paarungszest ab, und dann verleiht die gütige Natur den liebedurstigen Tiermännchen mancherlei Mittel, um das Herz ihrer Angebeteten zu erobern und etwaige Mitbewerber aus dem Felde zu schlagen. Den Heerscharen unserer gefiederten Sänger lehrt sie süße Liebeslieder, den Auerhohn und seine Baitern 5)oscl- und Birkhahn begeisten sie zu eigentümliche» Tänzen und Balzruicn. Den wehrhaften Hirsch und andere Kämpe» des Waldes rnit sie zum ritterlichen Zweikampf, bei den, die Weib- chen Kampfpreis sind. Andere Tiere legen gar zur Licbeszeit«in hochzeitlich Gewand an, um damit den Weibchen begehrenswerter zu erichcincn und die Werbung zu unterstützen. Diese„Hochzeitskleider" sind in oerschicdenen Tierklassen vertreten, doch scheiden selbst- verständlich solche Tiere aus, deren Hauptsinn nicht im Auge liegt oder die gar verkümmerte Augen haben. Am stärksten ausgeprägt sind die Hochzeitskleider bei der ver- liebtesten Tierklasie, den Vögeln. Die mannigfachen Veränderungen. die ihr Federklcid eriährt, haben verschiedene Etstsiehungsursacheii. Die häusigste ist die Frühjahrsmauser, bei der das schlichte Reisekleid des Herbstes durch ein ungleich prächttgeres von oft grunoverschie- derxr Färbung ersetzt wird. Du aber die Feder fein vollkommen totes Gebilde ist, sondern in fortwährender Verbindung mit den Vlutbahncn des Vogels steht, ist es auch möglich, daß z. B. der Zuckeroogel ohne Fcderwcchsel sein grasgrüne? Kleid in ein türkis- blaues verwände!:. Dasselbe finden wir bei den Webervögeln, den bekannten Baukünstlern, die außerhalb der Paarung.) zeit ganz den unscheinbar düster gefärbte» Weibchen gleichen, zur 5)ochz«it jedoch in den herrlichsten und leuchtendsten Farben prangen. Auch Struk- ttiroeränderungen im Federball spielen bei den Hochzeitskleidern der Vögel ein« große Rolle: sie geben z. B. dem Gefieder der Kolibris. ,der Stare, der Fasanen den berrlichsten Metall schimmer. Unser Haussperling erhält im Frühjahr seinen schönen ichmarzen Kehljleck nur dadurch, daß er die grauen Federspitzen abstößt bzw. abreibt. Bei manche» Vögeln entwickeln sich gewisse Genederteile zur Paarungszeit besonders stark. Die Witwen- oder Widcfinken z. B. be- kommen lange Schweife, der Haubentaucher eine Kapuze und der Kampfläufer einen dichten Brustkoller, der ihm bei den Kämpsen mit seinen Artgenossen die trefflichsten Dienste leistet. Bei manche» Vögeln besteht der Hochzeitsschmuck in elastischen, mehr oder minder auffallenden Hautauswüchsen, beim Truthahn in einem Schnabel- zapfen, der sich beim Balztanze verlängert. Das Satyrhuhn bläit bei der Werbung seinen himmelblauen, mit blutroter Zeichnung ge- schmückten Kehlsack auf, während sich auf seiner Stirn zwei türkis. blaue Hörner emporrichten, die sanft schloff herabhängen. Auffallend schwach sind die Hochzeirskleider bei den Säugetieren entwickelt, doch lassen auch sie in ihrem Aeußcrcn zur Paarungszeit mancherlei Veränderung erblicken, wie die Geweihbildung bei ver- schiedenen Paarhufern und ähnliche Zieraten. Die Entstehung der Hochzeitskleider beruht jedensalls auf geschlechtlicher Zuchtwahl, den» da auch die Ticrwaibchen am liebsten einen schmucken Mann nehme)), kommen die mit auffallendem Schmuck versehenen Männchen oi» leichtesten zur Fortpflanzung im!) können so ihr Hochzeitsgettand vererben. Auch bei den kaltblütigen Fischen treffen wir auf Hoch- zeitskleider, so bei unserem einheimischen Bitterling. Wöhrend der Laichzeit erstrahlt das sonst silbergraue Männchen in allen Regenbogensarben: die Flossen nehmen scnercot« Forken und tiefschwärze Säume an, und das Gesicht ist mit weißen, schimmernden Wärzchen dicht übersät. Der winzige Stichlinq, bekannt durch seinen kunst- vollen Nestbau, steht zur Paarungszeit an Farbenpracht dem Bitterling nicht noch und weiß fein herrlich dunkelgroues und brennend rotes Ehrenkleid durch allerlei Schwinrmkünste wundervoll zur Geltung zu bringen. Unter den Amphibien sind unsere Molche zur Laichzeit mit einem mehr oder minder entwickelten Rückenkamin ausgestattet. Auch ihre Äörpersärbung ist dann durch mehrfache Häutung lebhafter geworden, insbesondere bei dem Alpcnmolch, der schönsten deutschen Mnld»rt. Die Häutung verschafft auch de» Kriechtieren, namentlich Eidechsen, ein farbenprächtiges Hochzeits- gewand. Der kleinste tMeat Europas ist jetzt der Kirchenstaat Er ist nur 440 Quadratkilometer groß uro zählt 610 Einwohner. Dagegen hat Monaco ein Areal von 1,3 Quadratkilometer, woraus 22 Ose'/ Menschen wohnen. Immerhin müssen wir uns unter dem Kirchen- staat ein Quadrat vorstellen, das 21 Kilometer«eitenlänge hat. Die erst« Windmühle iu veulschlaud wurde 1393 in Speyer erbaut. Verantresrü-ch f'.U P-lilik-«ic»»k Schifs: Kirüchust:». NlivgeUiäter! Qcwerkschasl-bcwczuea: K.«teiacr: gcuillcton:®t. A»h» Schit-w«»: r-UaN» und S-nstic)«: gritz SarflaM) Äm«iz?n:?h.(Slrnf«; sämtlich in?crl>n. rfilaj: Borw»n».Dcri<>g<5. rn. N. p., Bcrlin. sr.njtf: P-cmizrt�.Buchdrltchcrci und Scrlascarstalt Paul einflct u. Ca.. Barim südZ.»«, Llurinlna�e 3. Hicrz» i»tiltfan. Er.-Iää ♦ 49. Jahrgang 2. Beilage des Vorwärts Dienstag, 5. April 1932 Nazi-lahusens Verbrechen. Ltngeheuerliche Feststellungen des Konkursverwaliers. Die lchken Vcrösfentlichungcn über dcn �all„Nordwollc" haben bei einem Teil der deutschen OeffenilichkcU die Meinung auskommen lassen, als ob den Gebrüder Lohusen bitteres Unrecht ge. geschehen sei. Die ehemaligen yerrcn des Uordwollckonzerns hatten bereits Ende vergangmen Jahres einen großen Apparat ausgezogen und versucht, mit Hilfe der teuersten Rechtsanwälte Deutschlands, sür die nötige Stimmung bei dem bevorstehenden Prozeß zu sorgen. Vis in die letzten Tage berief sich die Verteidigung der Gebrüder t aHusen immer wieder ans einen Vericht der vom Konkursverwalter zur Untersuchung eingesetzten Treunerkehr A.-G.(Deutsche Treuhand- Akl.-Ges. sür Warenverkehr), aus dem ersichtlich sei. daß die Ge- samtvcrlnste der Rordwolle bei Eröffnung des Konkursversahrens im Sommer lgZt nicht mehr als 35 Mill. Mk. betragen hätten. Dieser Verlust hätte, so folgert die Verteidigung der Gebrüder Dahusen. durch das Aktienkapital und die Reserven vollkommen gedeckt, somit ein Konkurs verhütet werden können, so daß nackz Deschaffung neuer Kapitalien bei dem Rordwollckonzern alles in schönster Ordnung gewesen wäre. Gegen diese Behmrpwngen der Lcchtrsen-Interessenten hatte die Treuverkehr A.-G. bereits schon einmal Front gemacht. Jetzt stellt der Konkursverwalter der Nordwolle, Rechtsanwalt Dr. 5zcincmann, in seinem soeben veröffentlichten Bericht ziem Fall Nordwolle fest, daß es sich bei dem von den Lahufen-Interefsenten wiederholt zitierten Bericht der Treuverkehr keineswegs um eine Bilanz handele, die in allen Teilen bereinigt worden sei, sondern daß es sich hier lediglich um die Darstellung von Teilverlustcn handelt, die für dn: st rasrechtliche Untersuchung wichtig sind. Zugleich legi der Konkursverwalter der Oefsentlichkcil jetzt einen Sonderberichk der Treuverkehr'A.-G. vor. der ungeachtet aller bisherigen Enthüllungen geradezu niederschmetterndes Material zu dem Wirtschaftsverbrechen der Gebrüder L aHusen liefert. Das wichtigste Kapitel umfaßt die Feststellungen über die Verlustquellen. Die Untersuchung hat jetzt die ungeheuerliche Tat- sache zutage gefördert, daß die Lahnsens seit 1925 bereits mit Vsr- llrsten gearbeitet hoben, nichts desto weniger aber bis zum Jahre 1929 Jahr für Jahr millionenschwere Beträge an Dividende und Tantiemen ausschütteten. Die folgende Tabelle gibt ein Bild von den mit größter Kaltblütigkeit vorgenommenen ungeheuerlichen Bilanz�chiebungen. Lahusens Bilanz Dividende Sleinqewinn Mill. M. .. 2,43 »§ 3,96 6,26 8.19 Pr°« 6 10 12 8 Divid.-<öumme und Tantieme Mill. M. 2.2 4.60 7,62 8,32 Treuverkchr-Bilanz Verluste alles«n Mill. M. 4,26 24,5 70—80 192?.. 1926., 1927.. 1928.. 1929 Verlust 0.64 Schon zu der Jahresbilanz von 1925 stellt die Untersuchung fest, daß notwendige Rückstellungen aus die Forderungen unter- blieben sind. Die Ausweisung des Jahresgewinnes ist nur durch cheranzichung van Reserven, willkürliche. Erhöhung von Aktiven und Unterlassung notwendiger Rückstellungen möglich ge- inesen und war wirtschaftlich nicht gerechtfertigt. Eine Ausschüttung von Reserven in Form von Dividenden und Tantiemen hätte unter diesen Umständen nickst erfolgen dürfen. Zur Auszahlung der Dividendengclder mutzten sogar Kredite aufgenommen werden, weil nicht genug Barmittel vorhanden waren. In der Bilanz für 1926 mußte nach dem Bericht der Treu- verkehr statt eines Gewinnes von 3,96 Mill. M. ein Verlust von 4.26 Mill. M. ausgewiesen werden. Aber auch in diesem Jahr wurden Dividenden und Tantiemen in einen» Gesonstbetrag von 4 608 000 M. an Aktionäre, Aussichtsräte und Direktoren ausgezahlt. Auch in dem Glanzkonjunkturjahr 1927 war der ausgewiesene Gewinn von 6,26 Mill. kein tatsächlicher, sondern nur buchmäßig dadurch erzielt worden, daß man von einer aufgekauften, sehr soliden Gesellschast, der Titlet u. Krüger A.-G. in Leipzig, eine Reserve voil annähernd 8,2 Mill. M. übernahm und als G c- fchäftsertrag(!!) verbuchte. Die Rardwolle schüttete für 1927 12 Proz. Dividende aus, für die mit den entsprechenden Tantiemen 7,62 Mill. M. aufgebracht werden mußten. Das Toll st e vom Tollen aber brachte das folgende Jahr 1928. Die Treuverkehr berechnet sür dieses Jahr bereits einen M i n d e st v e r l u st von 24,5 Millionen Mark. Die Gebrüder Lahusen aber hatten sich aus der Bilanz einen Reingewinn von 81 97 000 M. herausfrisiert und schütteten 8 Prpz. Dividende aus, die für das heraufgesetzte Kapital von 75 Millionen Mark 8,32 Mit- lionen Mark erforderten. In diese ungeheure Summe sind 1 9(51 000 211. als Bezüge für die beiden Herren G. Karl und Heinz Lahusen eingerechnet, also pro Kopf eine INillion Einnahmen bei riesigen Verlusten. Für das Jahr 1929 schließlich kamen Lahusens ans einen Verlust van sage und schreibe 643 00E M, während die Treuverkehr Mindestverluste von 70 bis 80 Millionen feststellt. In dem Bericht der untersuchenden Gesellschaft heißt es, daß die von 1925 bis 1928 ausgezahlten Dividenden und Tantiemen in höhe von 23,2 Mill. M. zu mindestens 20 600 000 M. aus der S u b- stanz des Unternehmens bezahlt worden find. Die Untersuchung kommt zu dem Schluß, daß Ende 1930 bereits 178 Millionen und Mitte 1931 rund 200 Millionen Verluste eingetreten waren. Das Hasardspiel der Lahusens wird weiter durch die Feststellungen ge- kennzeichnet, daß sie 1929, als die ersten ausländischen Banken mißtrauisch wurden, sich mit Wechseln auf 3 Tage Sicht ganz kurzfristig mit 800 000 engl. Pfund sinanzicrten, die bei den auszerordcntlichen Provisionen 72 Proz. Zinsen im Jahr erforderten. So sah die Wirtschaftsführung der allmächtigen Gebrüder Lahusen ans, die Jakob Goldschmidt kürzlich aus der Generalversammlung der Darmstädler und Rationalbank als ein„System betrügerischer Manipulation" anprangerte. Dieses System verbrecherischer Wirtschaftsführung ist schuld daran, daß die Krise in Deutschland so unheimliche Ausmaße angenommen hak, daß die ausländischen Geldgeber panikartig ihre Milliardenkreditc zurückriefen und daß Deutschlands wirtschaftliches Ansehen in der Well so schwer erschüttert wurde. Dieses System von Selbstbereicherung, Bilanzfälschung. Korruption und Kapikawer- sch'ebung hak das Massenelend in Deutschland bis zur Rnlragbarkeii verschärsl, und man begreift jehk, wo diese ungeheuerlichen Einzel- heilen ans Tageslicht kommen, warum die Lahusens und ihre großkapitalistischen Freunde die Ralionalsozialisten im Kamps gegen das andere„System", gegen die politische Demokratie, finanzieren. Für diese Hasardeure war Hilters Driktes Reich die letzte Reltung. um die Spuren dieser verbrecherischen Talen und betrügerischen Versitzungen verwischen zu können. Verbot und Konkurse von Bausparkassen. Der Senat des Reichsaufsichtsamts für Prinolvcrsicherung Hot am 2. April der P h ö n i x- E n t s ch Ii l d u n g s- h i l f s g e m e i n s ch a f t und Bau- sparkassc in Bielefeld den Geschöstsbetricb untersagt, bei der Terra-Nuona?l.-G., Berlin, und der Bauhilfegenossen- schuft Berlin Antrag auf Konkurseröffnung gestellt und für die Westdeutsche Kredithilfc Genossenschaft in Essen ent- schieden, daß sie der Aufsicht unterliegt. Ausdehnung der Siitthaltung. Durch Verordnung ab 1. April. Eine Verordnung vom 1. April bringt die praktische Ausdehnung der Sttllhaltebedingungcn ausländischer Gläubiger für kurz- f r i st i g e Kredite nun auch sür langfristige. Dabei handelt es sich aber nur um echte Kredite, nicht um eigentliche ausländische Anleihen, die durch Emissionen im Publikum untergebracht sind. Das Bestehen von längerfristigen Krediten neben den eigentlichen kurzfristigen hotte dazu geführt, dos; sich die Auslandsglöubtgcr der kurzfristigen Kredite benachteiligt fühlten. Dem trögt die neue Ver- ordnung Rechnung. Sie bestimmt, daß bei Fälligkeit solcher längerfristigen Kredite >1 u r h ö ch st c n s 15 Proz. zur Rückzahlung gelangen können, und zwar auch nur in Reichsmark und außerdem auf deutsches Sperr- k o n t o, so daß die ausländischen Gläubiger diese Betröge nur wieder in Deutschland anlegen können. Das ist eine von Deutsch- l a n d verfügte Zwangsmaßnahme. Wenn der Anslandsgläubiger der Rückzahlung auf Sperrkonto van sich aus zustimmt, können auch höhere Beträge zurückgezahlt werden. In keinem Falle darf die Rückzahlung aber den jeweils fällig werdenden Betrog überschreiten. Auch diese Rückzahlungen in Reichsmark auf Sperrkonto sind noch genehmigungspflichtig. Diese Genehmigung darf auch nur erteilt werden, wenn der Auslandsgläubigcr darauf verzichtet, sich durch Beschlagnahme von im Auslände befindlichen Guthaben der deutschen Schuldner zu befriedigen. Erst nach sechs Monaten können weitere 15 Proz. bezahlt werden. Sind inländische Banken die Schuldner, so beträgt das Rückzahlungsverhältnis 25 Proz. 5)andclt es sich um ö f f c n t l i ch c K ö r p c r s ch a f t en, so wird von Fall zu Fall die Rückzahlung auf Sperrkonto genehmigt. Das Reichswirtschaftsminiftcriuni bezeichnet als Anlage- Möglichkeiten für die ausländischen Gläubiger Hypotheken- und sonstige Kreditgewährung an Inländer auf mindestens fünf Jahre, den Ankauf inländischer Wertpapiere mit mindestens fünfjähriger Sperrfrist für den Wiederverkauf und Erwerb von inländischem Grundbesitz unter entsprechenden Bedingungen. Wieder Zieichshilfe für eine Hausbesitzerbank. Werden die Gläubiger am TO. April dankbar sein? In einer Gläubigcrvcrsaininlung der Bank für Haus- und Grundbesitz in Breslau erklärte als Reichsvertreter ein Direktor der Preußenkasse, daß der augenblicklich zahlungs- unfähigen Bank zur Fortführung der Geschäfte ein Kredit und ein verlorener Zuschuß(ans dein 20-Millionen-Reichssondz der gewerblichen Genossenschaften) gewährt würden. Die Bedingung sür Kredit und Zuschuß(letzterer 1 Millionen zur Berlustdeckung) sei, daß die Gläubiger der Bank— mit Ausnahme derjenigen mit For- derungen bis 300 M.— mit ihren Forderungen bis zum l. Oktober 1933 stillholten. Mindestens 90 Proz. der Gläubiger müßten diesem Vergleich zustimmen. Verluste sollen die Gläubiger also nicht er- leiden. Bei der A b st i m m u n g haben sich 99 Proz. der Gläubiger mit dem inneren Moratorium gegenüber der Bank einverstanden erklärt. Wir haben hier also ein neues Opfer des Reiches und der Steuerzahler für hausbesitz und Mittelsland, hausbcfltz und Mittelstand waren bisher treue Wähler für h i t l c r, bekämpfen also jenes„S y st e in", von dem sie hier wieder einmal profitieren. Sie haben Gelegenheit, am 10. April ihre Undankbarkeit gegenüber dem„Syst cm" zu korrigieren. Ein gut beschäfligses Blechwalzwerk. Das Werk Wissen, das größte Weißblechwerk des europäischen Kanlincnts, das den Ver- einigten Stahlwerken in Düsseldorf gehört, Hot in letzter Zeit eine Anzahl großer A u s l a n d s ach s t r ä g e erhalten, so daß die Leistungsfähigkeit der Betriebe zu 7 0 bis 75 Proz. aus- genutzt werden kann, hierdurch war die N e u e i n st c l l u n g von mehreren hundert Arbeitern möglich, so daß zur Zeit eine Be- lcgschast von 1700 Mann beschäsliot werden kann. Die zahlreichen Aufträge für dieses Weißblechwalzwerk sind durch den größeren Bedarf der Kanseroeninduitric hervorgerufen, bei der sich die Ge- schäftstätigkeit in letzter Zeit international gehoben hat. an. Extra starKes Noch sind keine drei Tage verstrichen, seit die berühmte„Gold Saba" von Garbäty nach dem alten Original-Rezept wieder im Handel ist�und schon ist„Gold Saba die am meisten beachtete Goldmundstück-Cigarette. Beglückt sind alle, die sie nur ungern entbehrt hatten, und begeistert ist jeder Kenner, der neu zur„Gold Saba" greift. Die Vorteile einer luftdichten Verpackung— bisher nur den teueren Preislagen vorbehalten— haben wir jetzt nach monatelangen Versuchen auch den Rauchern unserer 3 /z Pfg.„Gold Saba HÜmid�-��-Höndler-Packgl zugänglich machen können Daher ist„Gold Saba"® so mild# so frisch G und aromatisch. durch die Schaffung unserer Ägypter-Format Werbematerial Nochmals Lohnabbau!? Ein unmöglicher Schiedsspruch und seine unmögliche Begründung. t»tam Dienstag« und Mfttwochnachmittag vom Bezirkssekretarial, Lindenslraße 3, Sitzungssaal, abzuholen. Jede Abteilung entsendet einen Genossen zur Abholung, der mit einem Ausweis der Abteilung versehen sein muß! Der Schlichtungsallsschuß von Berlin fällte gestern unter dem Vorsitz des Gewsrberats Körner einen Schiedsspruch in dem Lohntonflikt im Berliner Baugewerbe, der ab 1. Mai einen weiteren Lohnabbau von lt> Proz. festsetzt. Der Schiedsspruch hat folgende Begründung: Der Schlichtungsausschuß wird nach wie vor denen entgegen- dreien, die immer nach glauben, die kranke Wirtschaft nur von der Lohnjeite her sanieren zu können und die das Arbeitsentgelt unter das Existenzminimum drücken wollen. Die Kaminer konnte aber nicht die Verantwortung dafür übernehmen, daß die Bauarbeiter- löhne in Berlin in einer Höh« aufrechterhalten werden, für die die ökoiromiscken Voraussetzungen nicht mehr gegeben sind. Ein Bau- ardeiterlohn von 1,25 M. für die Stunde ist unter den heutigen Verhältnissen nicht mehr tvagbar. Selbst notwendige Instand- setzungsarbeiten würden voraussichtlich unausgeführt bleiben, weil die Kosten in der Zeit der allgemeinen Not nicht aufgebracht werden könnten. Die vorgesch'agene Lchnrcgelung wird zwar keine wesenlliche Veränderung des Laumarklcs bringen, wenn auch heute schon die geringste Verbilligung der Bauarbeiten zu einer Lormehrung der Beschäftigungsmoglichkcit führen kann. Die Schlichtungskammer muhte sich aber unter den gegebenen Vcr- oältniffen daraus beschränken, die Bauarbeiterlöhne dem allgemeinen Berliner Lohnniveau anzupassen. Eine mesterachende Senkung der Löhne wäre nur möglich, wenn gleichzeitig für ein« ausreichende Beschäftigung der Berliner Bauarbeiter gesorgt würde. Hierjür wäre wn allgemeines Bauprogramm notwendig, das den Bauarbeitern crnen angemessenen Wochenverdieiist sichert und gleichzeitig bei erträglichen Mieten l?? M. monotlich für eine Kleinwohnung von l!6 bis 40 Quadratmeter) eine mäßige Verzinsung(4' 2 Proz.) des investierten Kapitals gewährleistet." Die Begründung ist einiach undiskutabel. Sic sagt selbst, daß die vorgeschlagene Lohnregelung„keine wesentliche Veränderung des Baumarktes bringen" werde und erklärt damit, daß diese neue tahnscnkung auch wirlschafklich nicht zu recht- fertigen ist. Wenn die Begründung vorher erklär!, daß notwendige I n st a n d- setzungsarbeiten unausgeführt bleiben würden, weil die Kosten in der Zeit der ollgemeinen Not nicht aufgebracht werden könnten, bann heißt dos nichts anderes, als daß die Hausbesitzer, die durch die amtliche Mictenfestfetzung die Kosten für die notwendigen Jnstandsetzungzgrbeiten von den Mietern aufbringen lassen, das Recht hätten, diese Teile der Mieten unter Berufung aus die„allgemeine Not" in ihre eigene Tasche zu stecken! Was nun die„Anpassung" der Bauarbeiterlöhne an das allge- meine Berliner Lohnniveau betrisst, so läßt der Schiedsspruch zwei wesentliche Tatsachen außer acht: 1. daß es bei den Bauarbeuern keine Akkordzuschläge gibt, und 2. daß die Bauarbeiter, wenn sie Arbeit hätten, niemals das ganze Jahr über beschäftigt sein würden. Man braucht nur die Zahlen über die Löhne in den verschiedenen Verussgenosienschaften zu vergleichen, um sich von der Tatsache zu uberzeugen, daß der Zahreslohn der Vauarbertcr nicht höher ist. Gegenwärtig haben die Berliner Maurer weder zu 1,25 M noch zu 1,12 M Arbeit. Wenn nun zum Schluß der Schiedsspruch gar so weit geht, die Behauptung aufzustellen, daß eine noch weiter- gehende Senkung der Löhne möglich wäre unter der Vor- aussetzung der Durchführung eines allgemeinen Bau- Programms, so erklärt er damit zum zweiten Male, daß er nicht haltbar ist. Wozu Lohnsenkung zur Arbeitsbeschaffung, wenn Arbeit nicht beschafft wird? Endlich geht Herr Körner soweit, sozusagen von sich aus die Mieten und die Hypochekenzinsen festzusetzen. Wenn die Bauarbeiter nur unter der Voraussetzung Arbeit bekommen, daß die Verzinsung auf 414 Proz. herabgesetzt wird, dann können sie lange warten. Weder in diesem noch im nächsten Jahr wird man Baukapital zu diesem Zinsfuß erhalten. Dle Begründung bemüht sich in Wirklichkeit, den Schiedsspruch totzuschlagen. Die Dinge so hinzustellen, als wäre ein Bauprograwm bisher ge- scheitert an den angeblich hohen Löhnen, heißt die einfachsten Tat- fachen entweder ignorieren oder sie bewußt auf den Kopf stellen. Es ist bis heute noch nicht«in Bauprogramm an den zu hohen Löhnen gescheitert. Gerade die Bauarbeiterlöhne sind heute für den Binnenmarkt entscheidend, wie die Ankurbelung des Bauwarktes selbst. Bei den Dauarbeiterlöhnen kann nicht die Rede davon sein, daß ihre Senkung zur Steigerung des Exportes notwendig wäre. Schon immer hat man auf die angeblich hohen Bauarbeiterlöhne hingewiesen, um dann nach ihrer Senkung auch die Löhne aller anderen Arbeiter und alle Geb alter zu senken. Nur deshalb setzt man die arbeitslosen Bauarbeiter unter Druck. Wir fragen den Reichsarbeitsminster, ob die Katastrophe des deutschen Arbeits- Marktes noch nicht groß genug ist, und ob er durch eine weitere Senkung der Löhne und Gehälter den Vinnenmarkt vollständig zum Erliegen bringen will! Ein Arbeitsamt zieht um. Es geht ohne Skcndalszeuen. Am Freitag ist die Zusammenlegung der Versicherung?- obteilunz des Arbeitsamts Nord in der Pankstraße und des Arbeitsnachweises in der Schulstraße zu einer gemeinsamen Dienst- stelle in einem ehemaligen Fabrikgebäude am Friedrich-Krause-Ufer erfolgt. Das Gebäude ist für die Zwecke eines Arbeitsamts um- gebaut worden. Von kleineren Unzuträglichkeiten abgesehen, die mit einem solchen Umzug stets verbunden sein werden, hat sich vom ersten Tage der Eröffnung der neuen Dienststelle an der Verkehr mit den Ar- beitslosen reibungslos abgewickelt. Das ist in erster Linie darauf zurückzuführen, daß bei dieser Zusammenlegung nicht— wie bei der Zusammenfassung der Dienststellen des Arbeitsamts Südost in der S 0 n n e n a l l e e— der Fehler gemacht wurde, den Umzug mit der Umstellung des Dienstbetriebes aufs Berufsgruppen zu verbinden. Am Friedrich-Krouse-User haben die Arbeitslosen nicht stundenlang im Freien auf ihre Abfertigung zu warten brauchen. Als uns bekanntgeworden war, daß auch die Zusammenlegung dieser beiden Dienststellen des Arbeitsamts Nord mit der Umstellung des Dienstbetriebes auf die Bsrufsgruppc neinteilung verbunden worden sollte, warnten wir die Reichsanstalt vor diesem Experiment, dos zwangsläufig zu den gleichen skandalösen Vorfällen führen mußte wie in der Sonnenallee. Dos Funktionieren des Dienstbetriebes in den neuen Räumen des Arbeitsamts Nord beweist, daß unsere Warnung ebenso berechtigt war wie unsere Kritik an den Vorkommnissen in der Sonnenallee. Allerdings hat dieses neueingerichtete Gebäude des Arbeitsamts Nord gegenübir dem Neubau in der Sonnenallee den Vorzug, für die Arbeitslosen ausreichende Warteräume zu haben, die einen Ansturm aussangen können. Man hat hier auch nicht mit Miniaturdrehtürcn, Geländerlabvrinthen zur„Regulierung" des Menschenstromes und ähnlichen Spielereien Versuchs angestellt. Man hat sich die Ersahrungen in der Sonnenallee zunutze gemacht. Es ist allerdings versucht worden, eine Wiederholung der Vorgänge von Neukölln herbeizuführen. Am Freitag waren größere Trupps Nazis und Kommunisten nach dem Arbcitsamtsgebäude am Fnedrich-Krause-User kommandiert worden, die auf dem Hof, den Aufgangen und in den Warte- räumen„Masse" mimten, um Skandalszenen heraus- zubeschwören. Von den Angestellten des Slrbeitsamts wurde dieses Wahlmanöver aber schnell durchschaut. Einzelne Stichproben der Stempelkarten dieser Masscndarsteller ergaben, daß es sich um Arbeitslose handelte, die zu ganz anderen Arbeits- ämtern gehörten. Diese„unzufriedenen Wartenden" wurden schnellstens hinauskomplimentiert, worauf der Dienjtbetrieb seinen geregelten Gang nahm. Zu bemängeln wäre, daß das Gebäude am Tage der Ausnahme des Dienstbetriebes noch nicht völlig renoviert war, auch heute noch an verschiedenen Stellen die Bauhandwerkcr arbeiten und dem- zusolgc nicht überall die notwendige Sauberkeit anzutreffen ist. Daß für den gesamten Betrieb erst eine einzige Telephonleitung zur Ber- fügung steht, ist gleichfalls ein empsindlicher Mangel. Es ist ober zu hassen, daß auch diese Dienststelle des Arbeitsamts Nord bald diese Kinderkrankheiten überwunden hoben wird. Vermchiender Schlag gegen Kaschismus Die Parole der postier zum 10. und 24. April. Am Sonntag fand die Bezirkskonferenz der Reichs- abteilung Post und Telegraphie im Gesamtver- b a n d im preußischen Landtag statt. Nach einer kurzen Begrüßung-- ansprach« erstattete der Bezirksleiter Genosse Will den Geschäfts- b e r i ch t. Er schilderte die ungeheuer schwierige Zlrbeit der Organisation im Krisenjahr 1931. Trotz aller widrigen Umstände sind doch die größten Härten von der. Kollegenschaft abgewendet worden. Die starke Posi- tion der Deutschen Reichspost habe die Notwendigkeit der straffen Organisierung des Postperfonals gerade in der Jetztzeit eindeutig erwiesen. Die Ausführungen Wills fanden die e i n m ü t i ge Zu- st i m m u n g der Versammelten. Anschließend sprach der Berliner Bezirksbevollmächtigte Genosse Ort mann zum Thema:„Unsere Aufgaben in Gegenwart und Zukunft". Er begründete eingehend die Notwendigkeit, in den bevor- stehenden Wahlkämpfen zum Ist. und 2 4. April den Faschis- mus vernichtend zu schlagen, denn nur auf dem Boden der Demokratie sei der Kampf um den Wiederaufstieg des Prole- tariats möglich. Unsere Aufgabe nach den Wahlen sei es, gegen jede weitere Verschlechterung der Lebenshaltung der großen Masse aktiv anzukämpfen, ja zum Angriff gegen das Unternehmertum vorzu- gehen. Das Proletariat, das diesen Staat gegen den Faschismus verteidige, werde seine Forderungen anmelden. Ortmann schloß seine Ausführungen unter lebhaftem Beifall mit der Aufforderung, den Kampf um den Wiederaufstieg mit allbewährter fteigewerkschaftlicher Geschlossenheit und im Vertrauen auf die Führung vorzubereiten und durchzukämpfen. Nach kurzer sachlicher Aussprache nahm der Bezirkstag ein- stimmig eine Entschließung an, die sich gegen den Abbau von Gehältern und Löhnen wendet und insbesondere die Beschlüsse der gewerkschaftlichen und politischen Organisationen begrüßt, die zur Bildung der Eisernen Front geführt haben. Nach Beratungen einer Anzahl Anträge und der Neuwahl der Bezirksleitung schloß S i e b e r t die gut verlaufene Konferenz mit einem dreifachen Hoch aus den Gesamtoerband und die Eiserne Front. Manifest der Bergbau-Iniernaiionale. Bontroti des Kapitalismus. Brüssel. 4. April.(Eigenbericht.) Dos Internationale Be r g 0 r b e i t e r- K 0 m i t e e trat am Montag in Brüssel unter dem Vorsitz des Präsidenten D e j a r d i n zusammen. Der Präsident widmete dem deutschen Bergarbeitersuhrer Heinrich Limbcrtz einen herzlichen Nachruf. Den Hauptpunkt der Beratungen bildete am Montag die Lag« der internationalen Kohlenindustrie. Die Lage ver- schlimmert sich unaufhaltsam. Selbst Länder, die bisher von der Krise verhältnismäßig verschont waren, wie Frankreich, Holland, Belgien, werden jetzt auch in den Strudel gerissen. In einigen Kohlenländcrn droht förmlich eine Katastrophe. In der T s ch c ch 0< s l 0 w a k e i und in Polen macht sich die Erbitterung in großen und manchmal sehr wilden Streikbewegungen Lust. Trotz- dem sabotieren die Unternehmer, jetzt vor allem die englischen, den Versuch, aus dem Wege über Gens zu einer internatio« nalen Regelung zu kommen. Unter den Bergarbeitern ver- breitet sich daher immer mehr die Auffassung, daß im Rahmen des kapitalistischen Systems eine Lösung der Krise überhaupt nicht mehr möglich ist. Das Komitee beschloß, ün Namen der Bsroarbeüerüiternatior-ale ein M a n i f e st an die Bergarbeiter aller Länder zu richten, worin das Versagen der Regierungen, der Unternehmer und des Völler- bundes gekennzeichnet wird und die von den Tergarbeiterorganisa» tionen erhobenen Forberungen der Sozialisierung des Bergbaus und der Ausrichtung einer internatio- nalen Planwirtschaft dargelegt werden. Neuer Lohndruck in der Glasindustrie. Die Arbestgeberverbänöe der Glasindustrie haben die Reichs- und Bezirkslohntarife zum 30. April gekündigt, um neue Lohnver- Ichlcchterungen durchzusetzen. Dabei sind die Lohne der östststst Ar- bester in der Glasindustrie in den letzten Iahren durch Schiede- sprüche und durch die 4 Notoerordnung berests stark gekürzt worden, wozu noch der„kalte Lohnabbau" bei der Akkordarbeit be- getragen hat. Di« Glasarbeiter sind entschlossen, nicht die geringste weitere Verschlechterung hinzmubmen, sondern sich mst aller Entschtedenb-ä gegen die Anschläge der Unternehmer zu wehren. jKreie GeMerkschafis-LugenK Berlin iDVa Uhr, tagen tu Gruppen: GewerTschaflehsus: Iuaendyetm r 24—25. Kreismitglirdrrverf ammlung.— Die nächste Sprechstunde findet c' Mittmoch. 6. April, in der ßctt von 16—19 Ugr, im Zimmer 26 statt, da o Freitag ein Aufmarsch der„uisernen Front" erfolgt. Lugendgruppe des Zentralverbandes der Augsstetttlu Heute, Dienstüz. finden iplgende Veranstaltungen statt: Gssundbrunner Äugendheim Schönstedtstr. 1. Ausspracheabend.— Osten: Wir besuchen die Versammlung des Werbebezirks.— Lichtenberg: Wir besuchen die VersaMn lung des Werbebezirks.— Nordwest! Jugendheim Lehrter Str. 1&— 19.„Tages- politische Rundschau."— Der Sprech, und Leaieguugschor übt ab 20 Ilhr in t Turnholle Baruther Str. 20. i Ikstjang! 5£UUü£ i WaMKönrcr-Versairnnsnnö der Milgiiedcr des �cüüserners 3 Sonüccstag, bea t. April, iniitce: 1 2Vi uyr, im Slljanaalaal »«k! PerbaaCaiiti'Jit«, 2 Treppen WahlHOnser-Tersoiraniuna der rr w crt s'.own Eisen-, Meie!!-, Revolver-, Karu3-.1I.. Bobrwi-rkj- drchcr, Sdirnntcndreher, Rcnd- tctleiier. E nrititer. Aniemalenelarld-ler, Rohrleger und Rohrlegerhelier Tagesvrdiiung: iSetidit ojn der am U März liattgesurr- bcncn(Btneraloeiiammlutig- tzutriti haben nur dieienigcn Mitglieder. die im Derbaudsbuck, die Leruisdegeich- nung Kaden, iiir melche diese Seciamm* lung rinbetuitn ist. Ohne Mitgliedsbuch und Arbeitslosen- karte kein Zuir::!. iildtvnSI MiMieS? ftasdihiea-. Acio-, Motoren and Beparaiarsdilosser! Di« Crwerd-iosen-Bersammiung unsere? Branche iälll im Moual Avri! der Wah.. iörVer-Jeriommiungen wegen aus. Lom Mai ad sindei die Brauche»' Leriammiung der erwerbslosen AoUe.een regelmäßig icd.u erilen Donnerslag des Monat» im Berband-haule.Linienftr 8Z/Sd. Eingang Ciiässer Str. S6/SS. nachmittag» J Uhr. statt. Am S. April enischiiei sanft nach langem Leiden unser lieber, ga:-:,- Baier. Schwieg er vaier und Srrtz. oa:er, der HeUgehilfe A.iiAU8t Bartsch im Atter von TS Jahren. Die»-eigen mit der Bitte n-n stille Teilnahme an un Namen der H nierbiiebenen. tEricfc Sarisrb Ehe Sedlln geb. Sortich. Berlin, i Aprti 1832. Lllxowstr 29 Die Einä'cherung findet am SRiit« wach, dem 6. Stprt1. 18 Uhr, on Sircmatorinm Wilmersdorf, Berliner Ciraße 101— 1C3 statt, Vonnerstag. den 7. April abends 7 Ahr. im JJartcrresaal de» Verdandshauses. ffilsässec Siratze LS SS, Eingang b Versammlung aller Sdimiedc aas den Grob', Mittel-, Fuhrwerk»-, Brauerei- und Innnngt- bclrlebcn, sowie sÄmt'ichcr der Sdhmiedebranchc angcschloMcncn Karos» rieerüelier Tagesordnung: I Bericht vom erweilertcn Beirat. 2. Beanchenangeiegenhette». Ohne Mitgliedsbuch tein Zutrilt Zahlreiches Erscheinen wird erwartet. Zreüag, den e. April. vorrnltt. II Uhr, ln> veraandshan». Sitzungszimmer 1. zmei Treppen. Clsüfser Strotze SS SS, Eingang tt »rdeltsiosen-Versmmniaag sämtliairr Miss-, Trampert-, Gießerei- und ongelernlen Arbeifer Tagesordnung: 1. Ardeitsbeschoffungsprogramm. 2. Bronchenongeiegenhetten. Ohne Milgiiedsduch kein Zutrttt. Zahlreicher Besuch wird erworlci. t.'ir Grfsvrrwattnn,. HEINI SmUFZIKHES direkt ab Fabrik Engi-osPreise BERLIN V 34 SMMlte BDflsiMit-Bari. BlnladnnQ zur Generalversonualur g. Die Aktionäre unserer Bank werde-. hiermit zu der am Donnerataff dem 26. April 1932, 10 Vbr Im BenkcstäuQc(Konlerenzzillüticr) öer Banfe öer ArüElter. ingostiUieii und Bsswlsn A.-8.. Berlin S. 14. Marfeisdies Hier 92 ststtlindenden diesjährigen oraeMldell Generalversaramiü:� eingeladen. TAGESOBDXOTG: 1. Geschäflsberichl des Vorstandes Vorlccunfl der Bilanz nebst Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr 1&31 und Beechluüfassu.. über diese Vorlagen. 2. Prüfungsbericht des Auf&ichtsrau■. 3. Beschlußfassung über die Entlastung des Aufsichtsrates u. des Vorstande 4. Beschlußfassung über die Verwendung des Reingewinns. 5. a) Beschlußfassung über die Abänderung bzw. Wiederinkraftsetzung der Bestimmungen der Satzung über die Zusammensetzung und Bestellung de ö Aufsichtsrates und über die Vergütung der Mitglieder des Aufslchls- rafes(§§ 18 und 23 der Salzung) g<- maß der Verordnung des P.eichsprä- si deuten vom 19. September 1931. �Beschlußfassung über die Aend- rung des 8 17 der Satzung CVerUc- , tung der Gesellschaft) und des 8 21 f Ei nladung zur Generalversammlung<. 6. Wahlen zum Aufsichtsrat. 7. Wahlen der Bilanzprüfer gemäß Artikel VI der Verordnung des Rehv.- Präsidenten vom IS. September 1931. Diejenigen Aktionäre der Rank, die ihr Stimmrecht in dieser Generalversammlung ausüben wollen, haben ihre Aktien bis spätestens 13 Uhr des dritten, de: Generalversammlung vorhergehenden Werktages innerhalb der üblichen Gc- schftflsstundea entweder bei unserer Kasse oder bei der Bank der Arbeiter. Angestellten und Beamten A.-G. in Berlin; bei der Deutschen Bank und Disconlo- Gcsellschaft, Filiale Hildcsheira; bei der Preußischen Zentralgcnpsscn- schaftskasse in Berlin. bei dem Bankhause Gebr. Ambold in Dresden-Berlin; bei dem Bankhause j. Dreyfus& Co., Berlin und Frankfurt am Main; bei dem Bankhause Hardy£ Co. G. m b. H. in Berlin; bei dem Bankhause Ephraim Meyer & Sohn in Hannover; bei dem Bankhause Schwarz, Goldschmidt& Co. in Berlin; bei dem Eankhause A. E. Wassermann ' in Bamberg und Berlin oder bei einem Notar zu hinterlegen. Hildesheim, den 30. März 1932. SsDiiomsfiie Boßenkredii-BaoR Der Auffiichtzrat Leerer. Geh. Kornmcrzicnrat.