Morgenausgabe Ar. 164 A 83 4 9. Jahrgang Wöchentlich 78 Pf., monatliäz 3.2V M. (davon 37 Pf. monatliä) für Zuftel» lnng ms Haus) im voraus zaqlbar. Postbezug 3.97 M. einschließlich SOPf. Poüzeiwngs- und 72 Pf. Postbestellpe- bühren. Aüslandsabonnement 5,63 M. prv Monat; für Länder mit ermäßig- tem Drucksachenporto 4.SS M. I'er„Vorwärts erscheint wochentög» kich zweimal. Sonntags und Montags einmal, die Abendausgabe für Berlm und im Handel mit dem Titel ,.De? Abend". Illustrierte Sonntagsbeilaa» �Bolt und Zeil" Nm'ttner Vottsbkatt Freitag 8. April 1932 Groß-Äerlin 10 Pf. Auswä'ris 15 pf. Tt. elulpalt aritirttutltyrtle 30 Pf. lKrUamcioilc 2.- M.„iücitic An> jcigcn" Das tettgcbrudtc Morl 20 Pf. .zulässig zmeifcttaciicudlrBortci.iebtä >u eitere Worl 10 Pf. Raduil II. Tarif. Borte übet 13 Sudiftaben zälilen für Sinei Borte. Arbeitsmarkt MtUtmeier» zcile 25 Pf. Famtlienanzetgen tDUHi- mctcrscilc 16 Pf. Anzeigenannahme im Hauptgeschäft Ltnbenftraße 3. wochentägltch von i>0, bis I? Uhr. Ter Periaa behält sich basRechl ber Ablehnung nicht genehmerAnzetgenvorl Jentratsvgan der SozialdemoSrattfchen Oavtet DeutfGlands Redaktion und Verlag: Berlin SW 68, Lindenstr. 3 Rctnfpt. Sönboff f A T) 292— 297 Telegramm-Adr.! Sozioldemokrak Berlin Vorwäris-Verlaa G. m. b. H. Postscheckkonto: Berlin 27 526.— Bankkonto: Bankdcr Arbeiter, Angestellten unh Beamten, Lindenstr. 3 Dt. B.u.Dtsc.-Ges., Depositenk., Zerulalcmer Str. K5'K6. >4suts I-uztgsrisn! Bsmm Front demonstriert 18 Uhr.- Hans Vogel spricht! Aufmarschplan. 4. Der Anmarsch erfolgt von sechs Sammelplätzen aus, und zwar wie folgt; 1. Stadtbezirke Wedding, Mitte, Reinickendorf und die in diesen Bezirken liegenden Betriebe: Antreten 16'- Uhr Grenzstraße(Humboldthain), Spitze des Zuges Brunnensir. Otto Frank, Willi Riese, Kamerad Kube. Marsch durch Brunnen-, Elsasser, Artilleriestraße, Am Kupfergraben, Museumstraße, Lustgarten. 2. Stadtbezirke Prenzlauer Berg, Pankow, Weißcnsce und alle in diesen Bezirken liegenden Betriebe: Antreten 16>- Uhr Oanziger Straße(Mittelpromenade), Spitze des Zuges Weißenburger Straße. Adolf Döhnert, Schmidtchen und Kamerad Schlenor. Marsch durch Weißenburger Straße, Schönhauser Allee, Dragoner-, Roch-, Neue Friedrich-, Mu- soumstraße, Lustgarten. 5. Stadtbezirke Friedrichshain, Lichtenberg, Treptow, Köpenick und alle in diesen Bezirken liegenden Betriebe; Antreten 16' Uhr Küstriner.Platz, Spitze Paul-Singer-Slraße. Georg Buchmann, Paul Becker,'Kamerad Hanke. Marsch durch Paul-Singer-, Blumen-,- Schifkler-, Kloster-,, Käiser-Wilhclm- Slraßc, Lustgarten. ASie Sosiaidemokraten, alle freigewerkschaftlich organisierten Arbeiter und Arbeiterinnen, alle Arbeitersportler, alle Republikaner sind zur Stelle 1 Bootskatastrophe auf Werbettinsee Fünf Personen ertrunken, darunter vier Erwerbslose. Stadibezirke Kreuzberg, Neukölln und alle in diesen Bezirken liegenden Betriebe: Antreten 16'-- Uhr Fontane-Promenade, Spitze Urbanstraße. Hermann Harnisch, Hermann Schweikardt, Kamerad Pageis. Marsch durch Urban-, Bärwald-, Prinzen-, Dresdener, Neue Roß-, Roß-, Breite Straße, Schloßplatz, Lustgarten, Stadtbezirke Tempclhot, Schöneberg, Zchlendorf, Wilmersdorf und Steglitz und alle in diesen Bezirken liegenden Betriebe. Antreten 16!- Uhr Hornstraße, Spitze des Zuges Yorckstraße. Oskar Häufte, Richard Hille, Kamerad Machs. Marsch durch Yorck-, Gneisenau-, Zossener Straße, Zossener Brücke, Alle Jakob-, Neuenburger, Linden-, Markgrafen-, Französische, Werderstraße, An der Stechbahn, Lustgarten. Stadtbezirke Charlottenburg, Tiergarten, Spandau und alle in diesen Bezirken liegenden Betriebe: Antreten 16!-- Uhr Kleiner Tiergarten, Spitze des Zuges Stromslraße. Paul Hennig, Adolf Guth, Kamerad Neubauer. Marsch durch Alt- Moabit, Invaliden-, Hessische, Hannoversche, Elsasser Straße und weiter wie Zug Grenzstraße. Ruf dein 28crbcIItnfcc, allen Berlinern durch feine«chöichcit, obet auch durch feine Tücken bei fchlech- tetn Wetter bekannt, fjat sich gestern nachmittag um 4 Usir ein schweres Bootsu» glück zugetragen. Vier jugendliche Erwerbslose aus W e'i fi e n f e e sind dabei gemeinsam mit dem Leiter der Weiften feer ErwerbSlosenknrse ums Leben gekommen. Zn dem tragischen Vorfall erfahren wir folgende Einzel- heiten: Einer Vnzaltl jugendlicher Erwerbsloser, die an dem von der Ttadt Berlin in allen Bezirken eingerichteten Erwerbslosenkursen teilgenommen hatten, war als Belohnung für ihre Mithilfe beim Umzug des Jugendheims in Wctsieiifcc der Wunsch erfüllt worden. einen Ausflug nach dem Werbellinsee zu mache«. Sie befanden sich in Begleitung des Leiters der Erwerbs- losenkurse, Unrt Schau, der auch die Aufsicht bei dem Ausslug übernommen hatte. Eine Anzahl der Jugend- lichen unternahm nun am gestrigen Nachmittag mit dem grasten Hahn, der der Jugendherberge am VJerbellinsee gehört, aus dem See eine Nuderpartie. Dabei wurden sie von einem plötilich einsehenden Sturm über- rascht, der den See auswühlte. Dbwohl die junge« Men- scheu versuchten, das in den Kahn geschlagene Wasser auszuschöpfen, gelang es ihnen nicht, das Fahrzeug ge- brauchsfähig zu halten, so dast der ftotin schliestlich umschlug und alle Insassen ins Wasser stürzten. Verzweifelt kämpften die Unglücklichen um ihr Leben. Vom Ufer war daS Unglück beobachtet worden und aus dem Lrt A l t e n h o f wurde sofort die Freiwillige Feuerwehr alarmiert, die schleunigst mit ihrem Motorrettungsboot an die Unglücksstelle fuhr. ES gelang den Helfern. folgende Teilnehmer der Ruderpartie zu retten: Frih Barsch. Hermann Hassel mann, Paul Weist und Berthold Schramm. Der Versuch, auch die anderen ins Wasser Gefallenen ju retten, mistlang bei dem herrschen- den starten Sturm und de« hohen Wellen, so dast fünf Todesopfer zn beklage« sind und zwar sind eS der Heimleiter Nurt Schau, ferner die jugendlichen Er- tuerbslosen Kurt Böttcher, 17 Fahre alt, Pistorius- straste~S wohnhaft. Hart Rakete, 17 Jahre alt, Bölkeftr. liisi, Herbert Wolff, 17 Jahre alt, Sedan- straste 93 und Paul S o n k a, 19 Jahre alt. Lichten- berger Straste K. Das Stadtjugendamt in Berlin hat sofort den Stadtjugendpsleger Bothur und einen weiteren Beamten an den Crt deS Unglücks entsandt. Adolf zieht nicht mehr! Eine Aiederloge in Frankfurt a. M. Zranksurf a. Tit., 7. April.(Eigenbericht.) Wols chitler erlebte am Donnerstagabend in Frankfurt eine D e r f a m ml u n g s n i e d e r l o g e. Die Frankfurter Fefchalle war nur etwa zu drei Viertel gefüllt. Währeitd Hitler noch vor vier Wochen in vier Sälen vor etwa 25 000 Menschen sprechen konnte, waren diesmal nur etwa ll) 000 Personen anwesend, o b- wohl die Nazis aus 100 Kilometer Umkreis die S A.- F o r m a t i o n e n in zahlreichen L a ft a u t o s herbeigeholt hatten. Die Bereitstellung von vier weiteren Sälen zu Parallelversammlungen erwies sich als überflüssig. 5)itler mochte angesichts dieser Pleite einen begreiflichen klein- lauten Eindruck. Er sprach nur etwa eine Viertelstunde und verlegte wiederum den Tag seiner„Machtergreifung" auf 10 Jahre. 2000 propaganda-Kolonnen! Die Eiserne Front auf dein Lande. Die Eiserne Z r o n i ist in den lehleu Tagen im ganzen Reich erfolgreich in zahllose kleine Städte und Dörfer vorge- stohen, die bisher als Hochburgen der Zlazis gallen. Znsgesami unterhält die Eiserne Aront zur Zeit 2000 sltegeude Propa- gauda-Kolonnen. von denen jede 20 bis.10 Dörfer an einem Tage dsarbeitel. Die Eiserne Front greift an? ES gilt, Hitler wieder und wieder zu schlagen! Heute marschieren wir im Lustgarten aus, um unseren festen Willen zu bekunden, Hitlers Niederlage zu vullenden. Am 19. April geben wir unsere Antwort auf die Putschvorbereitungen der braunen Armee. Wir schlagen Hitler, indem wir Hindenburg wählen! Am L t. April wählen wir B r a u n- S e v e r i« g. Wir sorgen dafür, dast die bewährte Hand der preusti» schen Volksregierung weiterhin das Volk bor allen Viirgertricgstrcibern und Nor allen faschistischen Mordgcliistcn schiiht. Wir stostcn vor gegen den Faschismus! Die Eiserne Front hat den 5lamps aufs Land getragen, überall ist sie im Vordringen gegen Pen Terror der Nationalsozialisten. Sic dringt ein in dir Gebiete, die die Nationalsozialisten bisher als ihre Hochburgen betrachteten. W i r zeigen heute den entschlossenen 5lampf- willen der in der Eisernen Front zusammengeschlossc- ncn Arbeiterschaft. Wir fordern, dast endlich«chlust gemacht werde mit den VürgcrkricgSbandcn Hitlers, wir fordern Auflösung und Verbot von Hitlers SA. und SS.! Schiltst mit den Putschisten! Schlust mit Hitler! Schlust mit dem Faschismus! Schlagt Hitler! Schlagt ihn wieder und wieder! Hitlers Verantwortung. Steht er zu seiner braunen Armee? Adolf Hitlers..Triumphflug" durä) den deutschen Osten hat nicht den Berlanf genommen, den seine Presselakaien ihren Lesern mit schwülstiger Phantasie beschreiben. Seine Königs- berger Bersammlung ist weit hinter der Riesenkundgebung der Eisernen Front zurückgeblieben— trotz des Massenaufgebots der Gutsbesitzer der Umgebung und der Hausbesitzer. Es scheint, dast die Zahl derer, die sich von.Hitler nicht retten lassen wollen, auch in Osiprcustcn im Wachsen begriffen ist! Sic tun gut daran! denn das bei den Haussuchungen beschlag- nahmte Material läßt deutlich genug erkennen, was es mit den Rettungsabfichten auf sich hat! Die schweren Bcschuldi- guitgen, die auf Grund dieses uiioufechtbarcn Materials sich ergeben— auch gegen Hitler selbst— werden nicht durch den Weihrauch ausgetilgt, den die servile Razipressc um den „Retter Osttprcußcns" aussteigen lästt. In diesen Bcschuldi- gungen gegeu Hitlers Braune Armee ist ein Wart, das ganz anders und misttönendcr klingt als die Gesänge der Hitlerschen Hofpoeten— das Wort Landesverrat! A b e r A d o l f H i t l c r i st e s n i ch t g e w c f e n! Er ist ganz unschuldig, er hat nichts von alledem gewünscht, was das Material feststellt, er hat sogar nichts davon gcwustt! Wie weist man denn das, und wie kann man dos feststellen? Auf dem allereinfachsten Wege: ein Amtsrichter i n K i e l hat eine einstweilige Verfügung gegen die Schleswig-Holstei- Nische Volkszeitung erlassen, in der es verboten wird, Hitler in Zusammenhang mit den Handlungen der Führer der SA. vor dem 13. März und am 13. März zu bringen. Begründung: es müsse angenommen werden, dast Hitler den illegalen Be- strcbungen seiner Braunen Armee fernstehe: denn er habe im Reichswehrprozest seine Legalität beschworen. Ist das nicht einfach? Es bedarf keiner Untersuchung beim Reichsgericht. es brauckst im Prozest vor dem Reichsgericht keine Klärung der Frage nach der Mitschuld oder der Anstiftung durch Adolf Hitler herbeigeführt zu werden— das hat olles schon der Amtsrichter in Kiel besorgt! Wir wollen ganz deutlich, ganz u n m i ß v e r- ständlich werden: eine solche omtsrichterliche Entscheidung in einer beliebigen Provinzstad�, d«« sich dae Braune Haus aus irgendeinem Grunde für die Vornahme einl>ö derartigen Experimentes ausgesucht hat, besitzt nicht den mindesten Wert für die Klärung der Frage, od die Vorbereitungen der Braunen Armee Hitlers zum Putsch auf zentrale Anweisung exfolgt sind, und wie weit Hitler selbst daran beteiligt ist. Sie besitzt ebensowenig Wert, wie die Legalitätsschwüre und die Ableugnungsschreiben. die setzt wieder sozusagen schesselweise beim Reichsinnenminister abgelchfext werden. Herr R ö h m. Hitlers Stabschef van Ewigkeit zu Ewigkeit— Hitler hat es geschworen— steht an der Spitze der Ableugmmgsaktion. Es ist natürlich alles nicht wahr, es ist alles ganz anders, und rar allein ist alles ganz legal. Wie bei Herrn Rohm bekannt- lich überhaupt alles ganz legal ist! Aber wem erzählen die Herrschaften das, mein wollen sie glauben machen, wie es in einigen ihrer Ableugnungsverfuche zu fesen ist, daß das von Severins vorgelegte Material ge- fälscht sei? Das sind die letzten Ausflüchte von ertappten Putschisten! Sie wirken nicht mehr! Die Oefsentlichkeit hal den Ernst und die Wucht des Belastungsmaterials gegen die Bürgerkriegstreiber erkannt, und die Anklage gegen die nationalsozialistischen Putschisten kann weder durch Legalitäts- schwüre noch durch groteske einstweilige Verfügungen aufge- halten werden, mit denen sich die Justizbehörden lediglich kompromittieren. Es gibt jetzt kein Ausweichen mehr! Hitler ist oberster SA.-Führer— Osaf, wie es im Amtsdeutsch seiner Braunen Armee heißt. Er hat sie so wie sie ist aufstellen lassen, er hat wiederholt seine Rolle als Oberbefehlshaber auf das stärkste betont. Wenn die Braune Armee jetzt auf putschistischen Bor- bereilungen ertappt worden ist, dann ist e r in erster Linie mit ertappt worden! Sollen wir erinnern an die Worte, die Hitler am 24. Februar 1931 im Bürgerbräukeller in München gesprochen hat: „Es geschieht nichts in der Bewegung— diese tröstliche Zu- versicht kann ich den Herrschaften geben—, ohne daß ich es weiß und ohne daß ich es billige. Ja, noch mehr: es geschieht gar nichts, ahne daß ich es wünsch e." Wie steht es also mit der strafrechtlichen Verantwortlichkeit Hitlers? lieber seine politische und moralische Verantwortlichkeit ist keinerlei Zweifel, denn seine ganze propagandistische Tätigkeit ist eine einzige große Aufreizung zur Gewalttat und zum Bürgerkriege! Das wäre doch eine saubere Methode, wenn der„verantwortliche Führer" sich drücken wollte unter faulen Ausreden, während seine Offiziere und Soldaten vom Strafrichter zur Verant- wortung gezogen werden! Mit Redensarten, Ableugnungsversuchon und Beteuerun- g,n lassen sich heute die schweren Anschuldigungen gegen ihn und seine Braune Armee nicht mehr entkräften! Hitler ist kein unbeschriebenes Blatt mehr, und was es mit seinen poli- tischen Ehrenworten auf sich hat, geht aus seiner Vergangen- hest hervor. Am 3. Februar 19 2 3 erklärte Hitler im ..Völkischen Beobachter" wörtlich: ,�jch erklärte auch dem Herrn Polizsipräsidenlen, daß'ich schon vor«inigen Monchsv, da dl« Regierung auch unter ersichtlichen Putschängsten litt, gelegentlich einer Aussprache mit Herrn Staats- mliffter Dr. Schwsyer diesem frei aus mir heraus erklärte, daß die.« Angst nicht nur unbegründet wäre, sondern, daß es mir bei meinem Ehrenwort überhaupt nicht einfalle, dem Bater- lond durch«inen leichtsinnigen Schritt, und das wäre ein Putsch in meinen Augen, Schaden zuzufügen. Da ich nur«in Ehren- wort habe, muß ich verlangen, daß man dies auch nicht ver- gißt." E r 1 e l b st hat öS oergösson, als et am 8. Nooembor 1923 putschte, und fein Parteigenosse Straß er hat öffentlich im Reichstag erklärt, daß ein falsches Ehrenwort eine erlaubte Kriegslist sei! Die Frage der Verantwortung des Mannes mit dem falschen Ehrenwort muß vom Reichsgericht auf das genaueste geprüft werden! Das Volk aber muß dafür sorgen, daß alle Illusionen, die er und seinsgleichen hegen, zerstört werden! Es gilt, ihm am 19. April die Quittung für die Putschvorbereitun- gen zu geben, es gilt, ihn zu schlagen. Am 19. April, und dann wieder am 24. April! Schluß mit den Bürgerkriegstreibern! Schlagt Hitler, wählt Hindenburg? Es wird ausgeräumt! Gin unzuverlässiger ostpreußischer lUndrai abgesetzt. »önlgsberg. 7. April.(Eigenberich!.) M« aus R» i d e n b u r g gemeldet wird, ist L a n d r a t Deichmann zur Disposition gestellt morden. Wir gehen nicht lehl ip der Annahme, daß diese nur zu begrüßende Maß- nahm« de» preußischen Kabinetts auf das Versagen des Rei- den burger üandrats in seiner Eigenschaft als Polizeiosrwaltsr zurückzuführen ist. Wiederholt hat die ..Königsberg«? Bolkszoitung" schärfste Kritik an Landrat Deichmann üben müssen, weil ei�es nicht zuwege bringen konnte, die Bersamm- langen der Eisernen Front vor dem Terror der au« dem ganzen Kreis zusammengezogenen Nazihprden zu schützen. Seine schwankende Haltung und das völlige Bersagen der städti- ichen Polizei— auch hier wurde durchgegriffen und«in neuer Poiizcileiter für Neidenburg eingesetzt!— hatte sich zu elnem unhaltbaren Dauerzustand herausgebildet und es war das Schlimmste zu befürchten, denn die Arbeiterschaft hatte es satt, sich schutzlos von den Nazibanditen zusammenhauen zu lassen. Hosfenttich wird dafür gesorgt werden, daß der neue Landrat ein« Perlönlichkeit ist. die den schwierigen Ausgaben gewachsen ist und sich auch al» festgefügter Charakter erweist, der nicht den Ein- flüsterungen de« Großgrundbesitze»»rli»gt! Der Zniirsrawoaelle Ausschutz der preußischen Negierungs- xarteiev beiaßt« sich am Donnerstag mit der Frag«, ob der Landtag vor den Preußenwahlsn nochmals einberufen werden soll In diesem Zusammenhang wurde u- a. auch die Frage einer Aenderuug der Geschäfteordnung des Landtag» besprachen Die Beratungen waren vertraulich, sie werden fort- ««setzt. Vormarsch gegen den Faschismus! Oer Aaziterror auf dem Lande wird gebrochen. Wachsende Propaganda gegen Hitler. Die Wahlagitation für Hindenburg und gegen Hitler wird von zwei großen Gruppen von Organisationen getrogen, die zwar ge- trennt arbeüen, aber für den 19. April ein gemeinsames Ziel ver- folgen: durch die Wiederwahl des bisherigen Reichs- Präsidenten dem nationalsozialistischen Faschis- mus eine entscheidende Zkieherlage zu bereiten: einerseits die Eiserne Front, die die Sozialdemokratische Partei, die freien Gewerkschaften, da» Reichsbanner und dl« Ar- beitersportverbände umfaßt, andererseits die bürgerlichen H i n d e n- b u r g- A u s s ch ü s s e, die auf bürgerlich-überparteilicher Grund- läge aufgebaut sind. Während aber naturgemäß die Werbearbeit der letzteren sich auf den 19. April beschränken, wirkt die Eiserne Front schon jetzt zugleich für die Wiederwahl Hindenburgs und sür den Sieg B r a u n< S e v e r i n g s vierzehn Tage nach dem zweiten Wahlgang der Präsidentenwahl. Der Erfolg der Propaganda durch die Eiserne Front ist schon durch die Ziffern vom 13. März klar in Erscheinung getreten, die Berichte über ihre Tätigkeit in der neuen Propagandawoche, die nach dem Ostcrfricden am 3. April begonnen hat. zeigen überein- stimmend, daß die Bewegung überall im Anwachsen ist und daß unlerc Freunde im Lande mit Siegeswillen und Siegeszuversicht gegen die Nazis und die Kommunisten weiter vorstoßen. Mer auch die Hindenburg-Ausschüsse, die. von ganz wenigen kleinen Zwischenfällen örtlicher Art abgesehen, überall mit der Eisernen Front loyal zusammenarbeiten, haben ihre organisato- rischen und technischen Maßnahmen seit dem 13. März erheblich aus- gebaut und das Schwergewicht ihrer Propaganda vor allem auf das flache Land verlegt, insbesondere in solchen Gebieten, in denen die Ergebnisse des ersten Wahlganges zeigten, daß vieles nachzuholen ist. Während z. B. in S ch l s s« w i g- H o l st s i n und in der A l t m a r k vor dem 13. März Hinden- bürg Ausschüsse überhaupt nicht gebildet werden konnten, well die durch' den Hitlerschen Terror eingeschüchterten Führer des ge- mäßtigtsn Bürgertums nicht wagten, öffentlich hervorzntrsten. sind jetzt doch wie überall zahlreiche Ausschüsse ins Laben gerufen worden, so daß jetzt insgesamt 45 Landesausschüssc und 1899 Ortsausschüsse am Werk sind. Die Werbearbeit in den bisher von den Nazis beherrschten Kleinstädten und Dörfern wird Mit besonders starkem Erfolg durch Lautsprecherwagen besorgt, die vor allem eine Hinhenburg- Rede auf Schallplattcn übertragen, sowie durch S ch n c l l o st- wagen, von denen aus Flugblätter verteilt werden. Diese Aktion wird aus das wirkungsvollste ecgänzk, durch die Fahrten des Molarkorps der Eisernen Front und der Lautsprecherwagen der Sozialdemokratischen Partei. Nach der überaus erfolgreichea Werbefahrt des Berliner Molorkorp« in fünf verschiedenen Staffeln durch große Teile der Mark Braudeuburg am vergangenen Sonnlag, sind seit gestern weitere Fahrten dieser Art im Gange z. V. durch den Spreewald in die West- und Ostpricgnih usw. Nach den übereinstimmenden Berichten im ganzen Lande ist die Stimmung der Werber für die Kandidatur Hindsnburgs überaus zuversichtlich. Insbesondere sieht die Hindenburg-Wählerschatt vom 13. März im Gegensatz zu einer vielfach geäußerten Befürch- tung durchaus ein, daß sie vollzählig wieder am 19. Aprll an die Urne gehen muß, weil es darauf ankommt, im innen- und außen- politischen Interesse Deutschlands den unzweifelhaften Endsieg Hindenburgs zu der größtmöglichen Niederlage für Hitler und seine volkezersetzende Bürgerkriegsbewsgung zu gestalten. Haß und Terror der Nazis. Ein ehemaliger Ofsizisr, also ein Mann aus dam bürgerlichen Lager, der in den letzten Tagen Gelegenheit hatte, die W a h l- Propaganda in Mitteldeutschland zu beobachten, hat seine Wahrnehmungen in einem Bericht niedergelgt, der zu unserer Kenntnis gelangt ist und dem wir folgende bemerkenswerte Einzel- Helten entnehmen: „Im Mansfelder Seekreis, wo ich geschäftlich zu tun hatte, begegnete ich mit meinem Auto in einem Bergarbeiter- dürfe einem Lautsprecherwagen des Hindenburg- A u s fch u s s e s. der kurz zuvor dort eingetroffen war. Ich hielt an und sah, wie die Menschen aus den.Häusern zusammenströmten. bald war buchstäblich da» ganze Dorf, durch die Klänge der Militär- musit angelockt, aus dem Platz um den Wagen herum versammelt. Es wurde«ine Rede des Reichspräsidenten von Hindenburg ange- kündigt. Es war die aus Schallplatten aufgenommen« bekannte Rede, die vor den: 13. März im Rundfunk übertragen worden war. Di« Monge hörte mit Interesse zun: Teil sogar sichtlich «rzrVffxn zu. Es folgte das Deutschlandlied, das di« meisten mit entblößtem Haupte anhörten. Da mich dieses Schauspiel mter- essiert» und da ich über die nächsten Stunden frei verfügen konnte. beschloß ich, mein« Beobachtungen im Laufe der matteren Tour de» Lautsprecherwagen» in dem mitteldeutschen Industriegebiet fort- zusetzen. Ich wußte bereits aus Gesprächen mtt Einwohnern, daß es sich um ein Gebiet handelte, wo infolge der Arbeitslosigkeit und der Not, aber auch schon früher, die radikalen Parteien das Feld beherrschten. Am 13. März hatten sowohl Hitler wie T h ä l m a n n in diesen Bergarbeiterdörfern um Bitterfeld, Maus- selb und Halle weit mehr Stimmen erhalten als Hindenburg. Dennoch konnte ich beobachten, daß die Bcoölkc- rung sich im allgemeinen durchaus interessiert und an- ständig verhielt, freilich mit manchen Ausnahmen. Und da muß ich der Wahrheit halber zu meiner Betrübnis feststellen, daß Zwischenfälle fast ausschließlich von nationalsozialistischer Seite provoziert wurden, während sich die kommunistischen Wähler zumeist ruhig und gesittet verhielten. Ich mischte mich jedesmal unter die Zuhörer, konnte also aus ihren Bemerkungen ihre politische Einstellung entnehmen. Die Kommunisten benahmen sich anständig, manche verliehen den Play beim Deutschlandlied, aber durchaus nicht auffällig oder lärmend. Dagegen mußte ich immer wieder die Beobachtung machen, daß e» die Nationalsozialisten waren, und zwar die Besser- gekleideten, anscheinend gesellschaftlich und geistig Höherstehenden unter ihnen(Lehrer. K a u f l e u t e und d g l.)—- die schon während der Hindenburg-Rede durch gehässige Glossen die Kundgebung zu stören und ihren Eindruck zu bekämpfen ver- suchten. S i e waren es, aus deren Munds oft unflätige BeschiwP- jungen Hindenburgs sielen:„der alte Trottel!".„Verräter am Volke" und dzl. Die einfachen Arbeiter hingegen und solch«, die am 13. März ossensiäztlich für Thälmann oder für Hitler gestimmt hatten, benahmen sich durchweg anständig und reagierten auf dies« Provokationen meist gor nicht. Jttz hart» vielmehr da» deutliche Gefühl, daß sie Unter dem doppelten Eindruck der Ned« Hindenburg» und der Flegsleienderbessergekleideten Hetzer nach- denklich wurden und ihre bisherige Auffassung revidierten. Ich bin überzeugt, daß in diesem Gebiet der 19. Aprll«in« wesentlich« Stimmenverschiebung, und zwar von beiden Flügeln, zugunsten Hindenburgs bringen wird. Meine weitere berufliche Fahrt führt« mich am Tag« darauf nach Thüringen in die Gegend von Erfurt, Weimar und E i f e n a ch. Wieder einmal begegnete ich einem anderen Laut- sprecherwagen des Hindonburg-Ausschusss» und wieder hatte ich G«. legenheit, mich ihm unauffällig während eine» ganzen Nachmittags anzuschließen In dieser zwar recht verschiedenen, aber von den extremen Parteien ebenfalls stark verhetzten Gegend konnte ich genau die gleichen Erfahrungen sammeln. Immer wieder waren es bsssergekleidete Leute, die sich in natjonaljoztalistischeu pöbeleien gegen hindenburg ergingen. In mehreren Fällen war ich Zeuge von Angrisfeocrsnchen aus den Wageo und seine Sesohung. die ausschließlich mm solchen Kreisen ausgingen, während die pralelarlschen Zuhörer sofort tatkräftig dabei halfen, die Ruh« wiederherzustellen. Erkundigungen bei der Begleitmannschaft bestätigten meine eigenen Wahr- nehmungen." Wie wir zu diesem Thema noch«rfahren, sind auch in den übrigen Gegenden die Anhänger Hitlers mit den verwerf- lichften Mitteln bemüht, die Propaganda dieser Lautsprecherwagen auf dem flachen Lande lahmzulegen. Es häufen sich die Meldungen über St« inwürfe und sogar Schüsse auf die Wagen. In Bad Polzin(Hiitterpommern) lehnten es die Garagen- b s f i tz s r. die anscheinend alle nationalsozialistisch verseucht sind. ab, einem Lautsprecherwagen über Nacht Unterkunft zu gewähren und auch die einzige Ladestation für Akkumulatoren verweigerte die gewünscht« Nachprüfung und Nachfüllung der Batterie in der Hoffnung, den Provagandawagen des Hindenburg- Ausschusses an der Weiterfahrt zu hindern! Angriffe auf Eiserne-Ztonf-Waaen. Naumburg, 7. April.(Eigenbericht.) In Naumburg versuchte ein Nazi die Wogentür eines Lallt- sprecherauios der Eisernen Front aufzureißen und das Mikrophon zu stehlen. Die Rüpelei wurde rechtzeitig entdeckt und entsprechend quutiert. In der Nazihochburg Freiburg a. d. ll. wurd« der Lautsprecher- wogen von den Nazis mit Johlen und Grälen empfangen. Da die Porführung aber gerade während der Hlempelstund« erfolgt«, so daß viel« Arbeitslos« schnell zur Stelle waren, zogen sich dt« Nazi» feig« zurück. Die Propaganda konnte ungestört durch- geführt werden Einen regalrechten lieberfall auf einen PropazarDa- wägen der Eisernen Front verübten Nazi» bei einer Propaganda- Vorführung auf einem freien Platz vor dem Gasthof in Bibra. Plötz- lich stürzten 59 bis 89 mit schweren Knüppeln bewaffnete Nazis aus dam Naziheim heraus und versuchten den Lautsprecher von dem Werbeauto herunterzureißen. Andere bemühten sich, den Wagen umzustürzen. Die Arbeiter, empört über diese Unverschämtheit, verhinderten, daß der Wagen demoliert wurde. Boller Wut stürzten die Httler-Bandtten sich schließlich auf di« Arbctter. Sie holten sich jedoch eine fühlbare Abfuhr. Auch auf der Wetter- fahrt nach Saubach lauert«n die Nazis dem Werbawagsn auf der Landstraße auf und eröffneten ein Steinbombardemebt, ohne freilich zu ihrem Ziel zu gelangen. Trotz des wohlorganifiertcu Üandfriedensbruchs, als dessen Leiter der öekaimts Naziführer Siegel aus Qucrfurt festgestellt wurde, konnten Fahrt und Werbung glücklich durchgeführt werden. Die Angelegenheit ist der Siaatsanwali- schaff übergeben worden. Oer Getier mit Apfelsinen. .Seine" Ostpreußen mußten geschleppt werden. Als Adolf Hltler in Königsberg im Haus der Technik sprach, wies dar Saal große Lücken auf, obgleich vor dem Haus« ein ge- waltiger Autopark stand. Die lldozigutsbasitzer waren zwar poll- zählig«rschianan, aber es fehlt« das Bolk. Noch am Aband unter- nahmen die Königsberger SA.-Lsitt« perzwatfelt« Schleppperjuche. Sie verteilten auf dar Straß« gratis Eintrittskarten, und um dt« Zugkraft zu erhöhen, gaben st« zu jeder Eintrittskarte ein« groß« Apfelstn« zu. Dem Vernehmen nach sotten es Haifg- Apfelsinen gewesen sein. So wurden Jungen von 16 Jahren und daruntar umsonst in die Darsamnllunz hineingelockt, unter Zugabe der Apfelsinen. Eine Apfelsine, eine Apfelsine sedem, der den„Retter Ost- preußene" anhört! Aus der Invalidenversicherung. Rotstand Ende März libsrwunden. I» der letzten Woche ist«» der Invalidcaversicherung gelungen, aus ihrem Bcrmögen Wertpapiere an die Reichs- Versicherungsanstalt für Angestellte zu verkaufen und mit dem Erlöse Aufwendungen zu erstatten, dt« der Reichspaft durch Zahlung von penten aus der Invalide tmenichcrung entstanden sind. Damit ist, wenigstens für dc« Notstand, der Ende März hervor- getreten war. dl« einmütig gefaßte Entschließung de» Sozialpoliti- ich«« Ausschüsse» im Reichstag erfüllt, tu der Maßnahmen zur Ueberwtndung der Zahluugsvcrlegenhe» in der Znnalidenvcesichc- rung verlangt waren. Ein Breußen-Handbi-ch. Di« Pressestelle de? preußischen Staatsminitterium» hat ein„Preußen 193?. Politik in Stickworten" berttettes Handbuch im Berlage von Georg Slllk« herausgegeben. in dem in kurzen, noch Stickworten alphabetisch geordneten Auf- sätzen die Hauvtgebiet« der preußischenPvlitik und Verwaltung übersichtlich behanvtzlt wsrden. Bayern greif! durch. Ankündigung des bayerischen Ministerpräsidenten. ZK ü« ch e n.?. April.(Eigenbericht.) Oer gegenwärtige Bayerische Landtag schloh am Don. nerslag mit der Annahm« des Ainanzgesehcs, durch das der Staats- Haushalt für 1932 mit rund 640 Millionen in Einnahmen und Aus- gaben abgeglichen ist. seine Vsorten. Das bemerkenswerte dieser lehleu Sihuug war die Schärse. mit der die Regierungsexponenlen der Bayerischen Volksparlei. Minister- Präsident Or. Held, Innenminister Dr. Stützet und der Fraktions- führer Prälat Dr. wohlmoth. die Nationalsozialisten als staals- und volksseindlich bekämpfte». Dr. Wohl- inulh richtete einen kritischen Appell an die Regierung, in dem er erklärte:«Allzu lange und mit einer fast unverzeihlichen Langmut hat die Rcichsregierung und auch die bayerische Regierung den Aaterwühlungen unseres staatlichen Lebens zugeschen, Unterwühlungen. die durch die Enthüllungen der letzten Tage in preuhcn und in Bayern in einem Matz ossenbor wurden, doh man darüber erschrocken sein mutz. Dem mutz endlich ein Ende ge- macht werden, damit das Volk von dem politischen Schlamm bc- srcit wird." Ministerpräsident Dr. Held bekannte, doh er laisächlich eine viel zu grohe Longmut bewiesen habe. Aber jetzt sei S ch l u h damit, nachdem die Dinge unhaltbar geworden seien. Oer nationalsozialistische Druck auf die Bevölkerung und insbesondere auf die Beamtenschaft sei so grotz geworden, datz keiner mehr sich getraue, seine Pflicht zu tun und die Staalsinleresscn zu vertreten. Tagtäglich werde drautzen der Bevölkerung dos.,K ö p f c- rollen" vorgehalten und gesellschaftlich und geschäftlich mit dem Boykott gedroht. Angesichts des amtlichen Materials, das die Regierung in den Händen habe, seien alle Ableugnungsversuche aus dem Hiller-Lager vollkommen nutzlos. 3n Wirklichkeit sei die g e- samte Bevölkerung unter den Druck eines uucr- Hörleu Terrors gefetzt, wie man ihn noch nie erlebt habe, nicht einmal in den Zeiten des Sulturkampses. Von diesem Terror müsse die Beamteuschast und die Bevölkerung endlich befreit werden. Die bayerische Regierung habe dazu alle Anordnuu- geu getrofsen. Die erste Anordnung sei das inzwischen er- lassene Verbot aller von den Kolionalsozialislen wieder geplanten Alarmbereikschaftcn für die kommenden Wahltage. Lleberwältigendes Belastungsmaterial. Bon der amtlichen bayerischen Pressestelle wird neues Material über die Putschpläne nach dem ..h i t l e r> S i e g" am 12. März mitgeteilt mit dem besonderen Hinweis, datz es absolut echt sei und nicht abgeleugnet werden könne, weil dafür tausendfache Zeugen vorhanden seien. In einer SA.-Sitznng erklärte der Gausturmführer von München-Oberbayern, wenn die jetzige Regierung zusammen- gebrochen sei und die Nationalsozialisten die Macht im Staate über- nommen hätten, dann habe die SA. zuerst 24 Stunden Freizeit. Dann könne sich jeder SA.-Führer den von ihm notierten Gegner vorfangen und erledigen. Der Adjutant chitler», Q b« r st l e u t n a n t a. D. Brückner, versicherte auf einem Werbeabend, datz die SA. heute wiederum von demselben(Batst beseelt sei w i e im Jahre 1 S Z Z. Es dauere nicht mehr lange, dann werde die SA.< Fahne nicht nur auf dem Braunen Haus m München, sondern von jedem Regierungsgebäud« in Deutschland wehen. In einer Stadt Oberfranken« trat«in Angehöriger der Nationalsozialisten an einen Gendarmeriebeamten heran mit dem Ansinnen, er möge sich am nächsten Tage im Parteilokal einfinden, und zwar zu einer Besprechung, zu der noch weitere acht Staatsbeamte erscheinen würden. Da die Nazipartei jetzt die Macht bekomme, müsse sie wissen, was für Leute auf ihrer Seite stehen und wer anderer Meinung sei. D! e Anhänger der Partei würden dann ihre Posten bekommen. Ter gleiche Nationalsozialist wandte sich dann an einen weiteren Gendarmertebeaintcn mit dem Ansinnen, ihm einen Vertrauensmann innerhalb des Gendarm eriebozirks zu nennen. Di« Partei habe in anderen Beanüsnkategorien schon überall Bertrauensleute und brauche solche auch in der Gendarmerie. Diese Versuche der Nationalsozialisten, die Beamten von ihren Dienstpflichten abzuhalten und staatsfeindlichen Zwecken dienstbar zu machen, machten auch vor der N e i ch s w e h r in Bayern nicht Halt. Gewisse ehemalige Offiziere höchsten Dienst- grades in der unmittelbaren Umgebung von Rohm sind mit diesen Versuchen wohl vertraut. In den Abendstundon des !?. März hat sich der Sturmbannführer von Ingolstadt 4 7 In- tanteriegewohre, die in einer Mühle lagerten, v e r- schafft und sie mit einem Auto nach Wolnzach gebracht. Als die Gendarmerie davon Kenntnis erhielt, legitimierten die Herren sich und den Wassenerwerb durch nachträgliche offizielle Anmeldung. In Bad Reichenhall äutzerte sich der führende Nationalsozialist wörtlich:.�jeute abend ist Hitler Reichspräsident. Innerhalb vier Tagen werden verschiedenen Notverordnungen folgenden Inhalts erlassen: Auflösung des Reichstags. Absetzung der Reichsregierung, Wahl einer«tändekammor. die eins neue Lerfassung im nationalsozialistischen Sinne umgehend zu beschließen hat. weiterhin grund- legende Reiormen aus wirtschaftlichem Gebiet. Ausschaltung sämt- licher Banken, U m st e l l u n g de« gesamten Geldwesen» auf«ine sogenannt« B o de nmart, also Inflation, und schließlich sofortig« Einführung der Arbeltsdienstpflicht" lieber die illegalen Absichten, so fchlietzt die amtliche Verösfent- lichung am Tage nach dem Hitler-Sieg liegen amtlich so viele glaub- hafte Angahen aus den verschiedensten Gegenden und Orten von Bayern vok, daß sie auch nicht einmal zum klein st en Teil aufgezählt werden können. Es gibt kaum einen Ort in- Bayern, dessen Bevölkerung mit derlei Angaben in den Tagen vor dem lZ. März nicht terrorisiert wurde. Oer proieststreik in Ungarn. Ein Demonstrant erschossen.- Oie Regierung provoziert. Budapest, 7. April.(Eigeirberücht.) Au* derichiabanen Prabivzstädtcn werde« Straßen- ftmftseBnngen der sozialdawokratiscchen Arveitrr gemeldet. die ohne besondere Zwischenfälle verliefen. In Balm«. znjvaros schassen die Gendarmen, nachdem sie angeblich mit Steinen beworfen worden waren. Ein Demonstrant wurde getötet. In Budapest richteten sich die Umzüge sowohl gegen die Regierung wie gegen die AussperrnngsÄrohnnog der Oonaukonferenz vor dem Scheitern Alles wird auf Genf verlegt. London. 7. April.(Eilgiml'aricht.) In der Domterstaz-Vormittegsttzung der Biermächts- k onserenz hielt der deutsche Hauptdelegiert« von B ü l o w einen längeren Bortrag über den deutschen Standpuitkt. Bülaw führte aus, daß die französischen Vorschläge der wtrt- schas üichen Notlage der Donaustäaten nicht gerecht würden und sie zleichzeitig die übrigen suropäischen Länder, und zwar besonders Deutsch l a nd s ch a d ige n würden, per deutsche Gsganoarschlag wolle, datz durch die Grotzmächte den(Betratde produzierenden Donau- ländern für ländwirtschaMche Produkt« und im Fall« Oesterreich auch für industrielle Produkt««inseitige Vorzugszölle gewöhn werden, wie es von Deutschland gegenüber Rumänien und Ungarn bereits geschehe und wie es auch von Frankreich versucht worden sei. Die wirtschaftlichen Gegensähe sind am Donnerstag im Verlauf der Aussprache besonders deutlickz hervorgetreten. Es stehen sich die Interessen der Gläubigerländer Frankreich und England auf der einen Seite und die der Handels- ländcr Deutschland und Italien auf der anderen Seite gegenüber. Die beiden zuletzt genannten Länder sind in erster Linie an der Auf- rechterhastung ihres Handels mit den Donsitländsrn interessiert. Die italienisch« Haltung ist ferner dadurch gekennzeichnet, daß Italien sich als einen der Nachfolgestaaten betrachtet, der ilt einen regionalen Zallzusammenschlutz der Donauländer mit einbezogen sein iwitzle. Italien wäre jedoch auch bereit, einem modsti zierten deutschen Bor» schlag zuzustimmen. Es ist ein Kennzeichen für den geringen Fortschritt der Beratungen, daß die Komermiz ftist DonnerstagnachmtttaK»unter' in der Form des Komitees der DelegatiöNKführer thgte und nickst als Vollsitzung, wie es vorgesehen war. Man hat iste Er- Wartung, datz während der Konferenz wesentliche Beschlüsse gefaßt werden, bereits ziemlich aufgegeben und ist sich vor ollem barsthtr llar, datz es keinen Zweck hat, ohne die hauptsächlich int«r- essierten Länder, nämlich die Donaustoaton selbst, weiterzuverhandeln. Nichtsdestoweniger hat man sich entschlossen, einen Rodakttons- ausschutz einzusetzen, der die Einladungen an die Donaustaaten zu einer Konserenz in Genf formulieren soll. Auch die eng- lisch« Press« beurteilt die Aussichten der Konferenz sehr wenig zuversichtlich. Neu-Byzanz. „Famoser Junge, versteht noch besser, sich beweihräuchern und umschmeicheln zu lassen, als ich!" Wilhelm: Unternehmer: Hunderte wurden verhaftet, dann aber bis auf 21 nach Verzeichnung von Namen und Adresse freigelassen. Ministerpräsident Graf starolpi lehnte, solange der Proteststrest gegen die Untet drstcknng der Arbeiterpresse anhält, den Empfang einer Kstgliedrtgen Deputation ab. die ihm die Beschwerde» und Forderungen der sozial» demokratischen Arbeiterschaft überreichen sollte. Tie Arbeit in den Zeitnngsbetrieben soll Freitag- morgen wieder aufgenommen werden. Aach 6 Millionen Arbeitslose. Bückgong in der zweiten MSrzhölste nur ISO OOS. Di« Frühjahrsentlastung am Arbeits- markt ist in der zweiten Hälfte des März er- kennbar geworden. Di- Arbeitslosenzahl ist«ach dem Bericht der Neichsanstalt seit dem 13. März um rund 98000 zurückgegangen und betrug am ZI. Mär.z nach den Zählungen der Arbeitsämter rund«031000. Von der Gesamtzahl der Arbeitslosen wurden am 31. März rund 3 323 000 in der Arbeitslosenversicherung und in der Krisrnfürsorge, rund 1 04« 000 Wohlfahrts- erwerbslose in der öffentlichen Fürsorg« unterstützt. Die Besserung der Bcschäftigungsvcrhältntssc, die im vorigen Berichtsabschnitt sich erst in einzelnen Bezirken ankündigte, hat sich nuumehr allgemein durchsetzen tön, neu. Sie blieb jedoch hinter der entsprechenden Be- wegung im Vorjahre nicht unerheblich zurück. Tie Eutlastung des ArbcitSmarkts betrug im Vorjahr in der zweiten Märjhälft« 3 3 6000. Tie günstiger« Entwicklung wurde fast ausschliestlich von den Saison- autzenberufen getragen. In denen allmählich die Arbeit in ctwaö griistsrem Umfang« wieder aufgenommen wurde. Die nicht unerhebliche Zahl der erfolgten Ver- mittluugcn kommt nicht völlig in einen entsprechenden Rückgang der Arbetttzlosenzahl zum Autzdruck, da viel« nicht unterstützt« Arbeitslos«, die während de* Wtntertz dem Arbeitsamt ferngeblieben waren, jetzt ihr Arbeitsgesuch erneuerten, und weil ausserdem der Zustrom von schulentlassenen Augenblichen in die Berichtszeit fiel. Die Radikalen gegen Tardieu. Nie bürgerlich« Linke nimmt den Kamps auf. Paris. 7. April. sEigenberichl) Arn Donnerstag wurde im Kabinrllsrat ein Plan für di« Wahl- kampagne der Minister ausgearbeitet. Allen Kadtoellsmitgl'edern sind die Siädte zugewiesen worden, in denen sie die Doktrin and die paltl'k der Regierung vor der Wählerschaft verteidigen sollen. D>e Regierung versucht also systematisch, die Wähler zugunsten der Rechtsparteien zu beeinflussev. 2Jw erste A n t w o r t a u f TordieusRod« ist am Doiwers- tag von der radikalen Fraktion des Senat» erteilt worden, die einen Ausruf an die republikanischen Wähler erlassen hat. Dieser Aufruf stellt ein« Abfuhr für Tardisu dar. Es heißt darin u a.:„Während der abgelaufenen Legiskaturpariope Hot di« Regierung nur dank der ständigen Unterstützung der Rechten leben können, die nicht phn« Gegenleistung gewährt worden ist. Zweimal hat der Senat diese zweideutige Politik der Regierung verurtetst. Die Bemühungen»m d'« Bildung oder Aufrecksterholtung eines Ministerium» der repu- dlikanischon Versöhnung sind durch Manöver der Rechten und ihrer Verbündeten zum Scheitern gebracht worden. Eine derartig« Situo- tion darf sich nicht wiederholen, wenn nicht unser« Einrichtungen einer schweren Gefahr ausgesetzt werden sollen. Die französischen Finanz«» sind durch di« unvorsichtig« Führung der Regierung kompromittiert worden. Aus d«m Gebiste der Autzenpoluif wird di« neue Kammer ernste Probleme zu lösen haben. Durch das Prestige und die Klugheit des großen Staatsmannes Briand. desien Tod die französische Demokratie und die ganze Welt betrauert, sollte Frankreich mehr und mehr als oer Bote- der Versöhnung und der Verständigung erscheinen. Und trotzdem ist Briand und sein« Politik, die noch de» Wünschen des Landes entspricht, in der gehässigsten Weise angegriffen worden. In der neuen Kammer mutz mit Nachdruck oer Wille bckrästigt«erden, unter Achtung der Verträge diese Organisation de» Friedens fortzusetzen. Um d>ts«4 Werk der finan- ziellen Wiederaufrichtung und der Befriedung zu vollenden, brauchen wir ein« Lmksmehrhett und eine Linksregierung' Zehn der 151 Mitglieder der Fraktion haben den Aufruf nicht Unterzeichnet. Zu diesen zehn gehören der Unterrichtsminister de? gegenwärtigen Kabinetts Tardieu und einige Mitglieder der friiher-n Kabinette Lanal und Tardisu. Drei bulgarisch! Gruieiuderole der Stadl Revrokop. die in der vergangenen Woche entführt wurden, sind wieder freigelassen Wörden, aber da» Geheimnis dieser Evtführungsafsäre ist noch nicht auf- ««klärt. Gchennger, der Enttäuschte. Von Zeder-Phrasen, Goebbels-Schnack und Hitlers Aufgeblasenheit. Vor dem Reichsgericht steht, wie schon kurz berichtet, gegenwärtig der frühere Rcichswehrlentnant S ch c r i n g e r, angellagt wegen Vorbereitung des Hochverrats, die er angeblich durch Briese und Aufrufe aus der Fcstungs- yaft in Gollnow begangen haben soll. Dieser jetzt L8jährige frühere Leutnant ist bekanntlich vor etwa zwei Jahren als aktiver Offizier wegen des gleichen Delikts gemeinsam mit zwei seiner Kameraden verurteilt worden. Von den Kameraden, mit denen er damals im Sinne Hitlers in der Reichswehr für revolutionäre Erhebung zu werben su6)te. ist einer— W e n d t— inzwischen von Hitler zu S t r a tz e r- S t e n n e s gegangen, der zweite — Lud in— ist Partcibeamtcr in der Hitler-Armce ge- worden und S ch c r i n g e r selbst als Dritter im Bunde ist— K o m m u n i st geworden. Deshalb die neue Anklage! Der neue Hochverrat soll dadurch vorbereitet worden sein, daß Scheringer aus der Festungshaft heraus seinen Ikebcrtritt zur KPD. der kommunistischen Reichstagsfrattion mitteilte, die seine Erklärung dann im Reichstag verlesen ließ, und weiter durch private Briefe und Aufrufe, die er schrieb und deren Wiedergabe dann in kommunistischen Blättern er- folgte. Von allgemeinem Interesse sind die Auscinandersetzun- gen, die Scheringer als früherer R a t i o n a l s o z i a l i st mit dem Hitler-Krcis hatte, besonders seine Erlebnisse mit den Osafs und dem Oberofaf höchstselbst. So erklärte er im Laufe des Verhörs: Wir hatten von der Nalionolsozialistischcn Partei, wie ich schon im R c i ch s w e h r p r 0 z e tz erklärt habe, die Vorbereitung zur Revolution erwartet. Das konnte in dein damaligen Prozeß nicht zum Ausdruck kommen, weil er beim trüben Licht der beschworenen Legalität stattsand. Vorsitzender unterbrechend: Sie haben aber ausdrücklich gesagt: Jede r c v o l u t i o n ä r c Absicht st« l l e n wir in Ab- rede.— Schcringcr: Jawohl, weil wir uns den National- s o z i a'l i st e n anpassen muhten. Wir s o l g t c n Hitler nach einen Schritt in den Sumpf, obwohl er damals schon an der Partei zweifelte. In der Untersuchungshaft hatte ich mich bereits init den ätonomischen Lehren von Karl Marx befaßt und dar- aus ersehen, daß die Bejrciung der Arbeiterchaft, von der die Bc freiung der Nation abhängt, nicht von ein paar Reformen abhängig sein könne. Diese Gedankengange habe ich in Gollnow weiter ver- folgt. Ich sah, daß es mit der nationalsozialistischen Partei nicht geht. Die Partei ist nicht eine s o z i a l i st i s ch c, nicht eine Arbeiterpartei, sonder» sie ist der Ausfluß revolutionär gewordener Mittelschichten, die aus eine Besserung hoste». Diese Mittelschichten wollen aber nicht vorwärts auf eine neue Gesellschaftsordnung hin, sondern zurück, und Hitler selbst will zurück. Man kann dem Arbeiter heute nicht helfen, ohne in die Privat- Wirtschaft einzugreifen. Weil Hitler in das Fahrwasser des Bürger- tum» und damit der Privatwirtschaft geriet, mußte er in einen Gegen- satz.zu Rußland kommen, und deshalb mußte er natioua-t und sozial versagen. Besonderes Gewicht legt die Anklage und der Borsitzende in der Verhandlung auf den Vorwurf, daß Scheringer einen Urlaub aus der Fcstungshft beantragt mrd erhalten hat, um angeblich Besprechungen über die Ausnahme nationalökonoinischer Studien zu pflegen. In Wirklichkeit habe er den Urlaub zu einer Reise nach München und zu einem Besuch bei Hitler benutzt. Scheringcr ist nach seiner Darstellung auf Grund des ihm gewährten Urlaubs Milte Februar nach Berlin gefahren und hat dort versucht, sich über die damalige politische Stellungnahme der N a t i o n a l j o z i a l i st i s ch c n Partei zu unterrichten, nachdem ihn die in einem Brief niedergelegte Erklärung eines Bc- auftragten des Dr. G o e b b e l s nicht befriedigt habe, worin es hieß, die Partei werde sich von ihrem Ziele, der Befreiung nach außen und der Ordnung und Slabilität nach innen, nicht abbringen lassen, auch dann nicht, wenn gewisse taktische Notwendigkeiten vor- übergehend einen gewisse» anderweitigen Anschein erwecke» sollten. Als er, Scheringer, dann erfahren habe, daß Goebbels in der Itacht daraus nach München fahren wollte, habe er sich ihm ange- schlössen. Auf der Eisenbahnfahrt habe er Goebbels sofort die Kernfrage vorgelegt: „wie will man die Zinskncchtschast brechen?" Goebbels sei darauf auf den Abgeordneten Feder zu sprechen ge- kommen und Hab« gesagt: „Das mit der Brechung der Zinsknechtschaft, das ist ja ein Federscher Unsinn, da kriegt ja der nur das Brechen, der das lesen muß!" Da habe er erkannt, daß die Partei s i ch nicht mehr in die sozialistische Linie einordnen wolle, auf die ihr Pro- gramm hinweise. Dieser Eindnick Hab« sich in München ver- stärkt, wo er H i t l e r überhaupt nur kurz zwischen Tür und Angel habe sprechen können. Slns seine Frage, wie die Partei an die Macht kommen werde, habe Hitler erklärt:„Die Partei wird den legalen Weg einhalten und auf legalem Wege zur Macht kommen. Bei uns kommt auf ein Parteimitglied eine Wählcrzahl von etwa zwanzig, so werden wir die Massen erfassen und damit die Befreiung durch- führen." Hitler habe sich aus weitere politische Fragen nicht eingelassen und sodann aus den stolzen Bau des Braunen Hauses hinge. wiesen, vor dem die Bonzen in ihren Begierungsgebäudcn vor Neid erblassen müßten. Nun Izabc Schcringer klar erkannt, daß die NSD'AP. nicht die Arbeiterschaft vertrete. Er sei niedergeschmettert nach Berlin zurückgekehrt. Die Slcnncs-Revoltc habe er für aus- sichtslos gehalten, weil diese Gruppe der Macht Hitlers kein« zug kräftige Parole cntgegenzeseßen hotte. Nach längeren Ausführungen über das Wesen des F a s ch i s- m u s, der die Ni i t t e l s ch i ch t e n aufsauge, um sie gegen die Arbeiterschaft einzusetze>, betonte er erneut, es habe ihm vollkommen ferngelegen, sich an irgendeiner staatsfeindlichen Verbindung mit einem festen Apparat zu beteiligen, wie ihin das in der Anklage zur Lost gelegt werde. Aus dem Verlauf der Bernehinung geht immer deutlicher Kehraus mit Hitler! Unsere nächsten Versammlungen: Sonnabend, den 9. April: 11. Krei». 1?>- Uhr im Ledigenheim Lindenhot„Auf zur Entscheidung", Referent: Max Heydemann. 15S. Abt.— Karow. 20 Uhr bei Meye, Dorfstraße 1, öffentliche Versammlung. Referent: Max Brinitzer. Männer und Frauen I Erscheint in Massen I hervor, daß der Angeklagte ein völlig aus der Bahn g e- Dorfen er junger Intellektueller ist, der als Soldat glaubte in langer Dienstzeit zu veröden und deshalb den nationalistischen P h r a s c u r c n nachlief, später aber, als er durch dos„trübe Licht der beschworenen Legali- tät" sehend wurde, deu n a t i o n a l b o l s ch c w i st i s ch c n Phrasen der KPD. erlag. Ein solcher Mann ist. gerade weil er guten Willens ist, ob seiner Hilflosigkeit zu bedauern. Daß er ein Hochverräter sei, wird niemand glauben, der täglich mit ansehen inuß� wie die Hitler-Banden den Bürgerkrieg vorbereiten, ohne daß der Reichsanwalt sich rührt, der vergebens auf die Verfolgung der Boxheiiner durch dos Reichsgericht wartet. Der „literarische Hochverrat" Scheringers hat die Welt noch nicht erschüttert. Die Tatsache, daß die Fememörder bei.Hitler Ehrenstcllen einnehmen dürfen, während kommunistische Schriften bestraft werden, erschüttert sicher den Glauben an die Unparteilichkeit der Rechtsprechung. Heinrich Limbertz' Beisetzung. Trauerfeier in Essen. Essen, 7. April.(Eigenbericht.) In Essen wurde am Donnerstagnachmittag unter großer Be- teiligung der am Soniüag verstorbene sozialdeuwlratischc Reichs- tagsabgeordncte Limbcrtz beigesetzt. Reichstagsabgeordncter Gerlach-Düsieldorf überbrachte letzte Grüße des Parteinorstairdcs, der Reichstags- und Landtagssraktion und des Bezirksvorstandes Nie- dcrrhein. Rei-chstagsal'geordnetcr 5iusemann rief dem Kameraden und BcrgarbeitcrMrer im Namen des Bergbauindustriearbeiter- Verbandes und der Bcrgarbeitcrinternationalc ein letztes„Glückauf" zu. Ferner sprachen Aertretcr der Eisernen Front und der Essener „Bolkswacht". Prof. wax Lenz gestorben. Am Mittwochabend starb im 82. Lebensjahre der ordentliche Professor sür neuere Geschichte, Geh. Rat Max Lenz, an einem Schlaganfall. Als Sohn eines juristischen Schriftstellers 1890 in Greifswald geboren, studierte er in Rom, Greifswald und Berlin bei Ranke Geschichte. Nachdem er sich 1876 in Marburg als Privatdozent nicdergclasien Hatto. wurde er 1881 außerordentlicher und vier Jahre später ordentlicher Professor. Als solcher kam er 1888 nach Breslau und zwe'- Jahre darauf nach Berlin, wo er 1911/12 als Rektor tätig war. 1911 folgte er einem Ruf nach Hamburg. 1925 verlegte er seinen ständigen Wohnsitz nach Berlin, um sich ganz seinem Werk über Bismarck zu widmcir. Schl'chung eines SA.-Heims. Das SA. Heim in Ittersbach in Baden wurde auf Grund der Z. Notverordnung polizeilich ge- schlössen. Anlaß zu diesem Berlot gaben Au°Ichrciwngen in Itters- bach in der Nacht von? 12. zum 13. März 0. I., die ihren Ausgang-- punkt von dem SA.-Heim in Ittersbach genommen haben. Paul Boncour ist durch besonderes Dekret zum ständige» ersten Delegierten Frankreichs im Bölkcrbundsrat au Stelle von Briand ernannt worden. (Gewerkschaftliches siehe 2. Beilage.) Sctantrooclliii) füt PolUik: Sittot öchifsi Wirtschaft:®..«linoplhbirt: Ecwkrkschaftsbrweguno: v. atcin«: jZeiiiDtton; SN. Sah» Schil-ws«,: Lokal-- und i-onstlAcs: Snp( Ztarstädt: Anzrigc»: Th. lämlilch in Berlin Berlag: Borwarlz.Berlag G. m. b. H.. Berlin. Vorwiirta.Bu6:drv-tcr- und Lcrlagsanstolt Paul Einger Co.. Berlin cJS. 68, CiniKnfttatr•> Hier»» 2 Beilage n. Lei Erkältungskrankheiten, bei(Schmerzen rheumatischer, glch tischer und nervöser Art haben sich Togal-Tabletlcn hervorragend bewährt. Togal beseitigt die Krankheitsstosfe ans natürlichen? Wege! Fragen Sie Ihren Arzt— In ollen Apotheke,?. Ermäßigter Preis M.1,2ö. i.'.ÄLith. o.46Chin, 74,3 Acid acetsailc O&st Apfelsinen 3 E&- u. Kochäpfel.. Jaffa-Orangen Bananen....... Kaliforn. Tafeläpfcl Wurst PIA 46. . 2 Pfund 0.25 . 3 Pfund 0.72 3 Pfund 0.95 3 Pfund 0.98 Gekocht. Schinken'.Pfd. 32 Pf. Roher Sdiinken.. ,«/. Piund 0.40 Hausmadier-Sülzc.. pwnd 0.38 Fleisdi-u. Dampfwurst Pfund 0.68 landleberwurst Pfund ixs 0.78 Jagdwurst..... Pfund«.?» 0.80 Mettwurst Brauuchw. Art Pfund 0,85 Wiener Würsfdicn..Pfund 0.88 Feine Leberwurst Pfd. 0.98 Zervclat u. Salami Pfd. i.ie 0.98 Teewurst feine und grobe, Pfund 1,14 Zervelat trend. n. Filetwurst 1.22 Speck fett. Pfd.«.«« mager, Pfund 0.84 Schinkenspeck In stachen. Pfund 1,18 Käse Camembert cLibA 0.22 KSp». Harzerkäse, c«. t-pfund.p-i-ei 0.28 limburgerkäserouf.o.T4haibf. 0.44 Blockkäse rni«lferAr()helbt, Pfd. 0.56 Briekäse.... rollte«, Pfund 0.58 Edamer u. Holländer»oiiiea 0.64 Tilsitern. Stcinbuscher romen 0.68 Schweizerkäse bajTuT0ltf..Pfdan 0,95 Margarine, Kokosfett Pfund 0.32 Roh- u. Bratenschmalz Pfd. C.43 Molkcreibuttcr..... Pfund 1.30 Markenbutter...... pwnd 1.40 WERTHEIM Zusendung,»oweik Vorrat, von 5 M an. leicht verderbliche Artikel werden nicht zugesandt. (RjMjIjLqa Fische 10 Kabeljau, Seelachs o.Kopf■ w pi. Knbeljaufüet...... pwnd 0.14 RotbarS ohne Kopf.... Pfand 0*32 Bratschollen..... 3 Pfand 0.25 Grüne Heringe hoüd. 3 Pfund 0.32 Bleie 3 Pfund 0.35 lebend Pfund 0.38 Zander gefr. Pfund 0.35 frfedi 0.42 Lebende Plötzen.... Pfund 0,28 Leb. Hechte, Karpfen|?A u. Schleie... Pfund V V Pf, Lebende Foreilen...Pfund 1.60 Räucherwaren 22 Bücklinge.. piund Pf. Sprotten... tuue 0.28 Pfund 0.24 Seelachs u. Schellfisch Pfund 0.28 Flundern 0.26 Fleckberinge 0.38 Spickaal.......... Pfand 1.50 Maljcsheringc..... 3 siech 0.25 Fettheringe tn u- Än 0.78 Fischmarinad. Do« 0.38 d'oU 0.60 Frisches Fleisch. Geflügel Kalbshaxe pfd. 0.32 Kamm 0.38 Kalbsbrust u.-Rucken Pfand 0.48 Kalbsroulade...... Pfand 0.98 Kalbsschnitzel...... Pfund 1 ,28 Schweinekamm n.-Schuft Pfd. 0.70 Kahlerkammu.-Schuft Pfand 0.72 Bratf. Fett 0.48 Gehacktes 0.50 la Berliner Bratwurst.Pfand 0.78 OdlSentalg amgcUu«. Pfund 0,15 Rinderzunge fewf,... Pfand 0.90 Schweineleber 0.70 Köpfe 030 Mastochsenfleisch Suppenfleisch wd,<4� Pf. Schmorfl. e. Knochen 66 Pf. Roulade.... ff und T4 Pf. ZdwsinebsucjwSG Pf. �04—~ Köffcc frisch gebrannt Pfd.' 1.80 48 Gänse gefror.... Pfand Pf. Wolgahühner,,,. Pfand 0,55 Hubner. Pfand 0.74 Eier.......... 10 sma 0.58 Hirschfleisch Pfund Wildschwein Wein Blatt 0.56 0.74 Rochen Keule 0.76 0.96 0.84 0.94 Preise fflr i/xFLo. Gas 58. 1931 Obermoseler..«P V Pf. 1930 Liebfraumilch coidkap«. 0.80 1930 Nittel. Leiterchen MouiO.OO 1930 Licscrcr..... Mo«! 1.10 1929 Maikammercr Letten 1.15 1929 Wöllstein. Pfaffenpfad 1.30 1928 Graach. Himmelreich 1.70 1925 Chfit. La Tour-Bardis 1.25 Rheinpfälzer Weibwein tuer 0.55 Muskateller uier 1.10, uter 5.25 Kranzstange.......... 0.45 Streuselkuchen gefm».... 0.48 Rankrosen>fark.. sma 40pt Rosen""rt'Ä cm. sioa 85 pi. f? ncr-n HoAitgmme 1 �< ivuscii joo bu 140 cm. sioa Blütenstauden 10 p«. Dahlien T,tle ,arben2 Jtfl4 45«. Wilder Wein s si-ud. 2.50 Gladiolen iosioa Ton.n 20«. Anemonen ios«a».«n 35«. Gemüse 15 Salat.... groJer Kopf I Pf- Blattspinal...... Pfand 0.20 Grüne Gurken.. swa tob«n 0.20 Blumenkohl... Kopf«man 35«. Grassam;n Pfand tos an 58pf. Steckzwiebeln Piund 65 n. Sämereien...» raten 25«. Mär v r.•.■■••■ Tir. 164* 49. Jahrgang *1. Beilage des Vorwärts Zteitog. 8. April 193Z Befi*ll3S Im WaMSieb-er wÄ2.!Slä?i'! Endrunden des zweiten W ahlgangs— Hinderburg- Propaganda führt Sei( dem gestrigen Donnerstag ist das Strahenbild der Reichs- haaplstadl wieder vollkommen beherrscht vom Sahlkamps um den Reichspräsidenleu.'An jeder Slrahenecke locken die Anschlagsäulen, äl er den großen hauptstrahen der Stadl wie über den entlegenste» Plätzen wehen die schwarzweitzen Transpareole: „Rur y i n d e n b u r g!", fast jede U-Bahnstation wird seit gestern mit illustrierten Aluoschriften überschüttet, dazu bercitstehcode G r o tz k i n o s, die dreimal täglich Gralisvorstellungen geben, Fahnen von Dächern und Fenstern und überall mehr oder wenieer aufgeregte Diskutierklubs. Der Wahlkamps nähert sich einem kaum noch zu überbietenden Höhepunkt. Am lockendsten wirken die Bilderbogen des Hindenburg-Aus- schujses, die seit Donnerstag an den Anschlagsäulen kleben. Ueberall bilden sich dichte Gruppen von Frauen und Männern, die schmun- zelnd die im Stile sinnfälliger Bauernsibeln gehaltenen bunten Bilder betrachten. Leider sind die Bilder etwas klein. Aber Hitler als Rottensänger ist noch deutlich genug zu erkennen, wie er flötenspielend die deutsche Jugend in den sicheren Abgrund führt. Dann steht em Braunhemd mit einem Ianuskops da: jeden, wird versprochen, was er gerade hören will, den Bauern hohe Zölle, den Arbeitern der Wegfall oller Zollmauern. Dazu ein gelungenes Bild vom Hakenkreuzunternehmer, der Stein und Bein jammert, seinen Arbeitern nicht mehr die Löhne zahlen zu können, aber für die llnterstützung der faschistischen Terrorbanden Geld in hülle und Fülle Hot. Dann folgen ein viertes und fünftes Bild, die sich unter Bezugnahme auf die Borheimer Blutdokumcnte an den Mittelstand und an die Bauern wenden. Sehr wirkungsvoll ist auch jenes Plakat, das ein« über und über mit Crabkreuzen bestandene Landkarte Deutschlands zeigt, ichwarz auf weißem Grund und nur fünf Worte darunter: Das ist das Dritte Reich. Ueberhaupt hat die Hindenburg-Propagonda vollkommen im Stratzenbild die Führung übernommen. An hun- Herten Ecken Berlins wird Hitler mit feinen eigenen Waffen ge- schlagen, groß und breit kleben an den Säulen jene Reden, die 132S noch Herr Hitler für die Kandidatur hlndenburgs gehalten hat. hierzu in vielerlei Varianten alle möglichen anderen Plakate, die die Wähler mahnen, das Ehaos zu verhüten. Hitler dagegen beklebt die Litfaß-Säulen immer noch mit feinen Leitartikeln. Die oben stehende Schrift ist nur mit einem Fernglas zu erkennen, und wer hat schon die Muße, beim Tempo dieser Stadt die ellenlangen Kundgebungen Adolfs I. durchzustudieren. So viel aber auf diesen Plakaten zu lesen steht, so wenig steht wiederum auf den Naziflugblättern, die gestern verteilt wurden, nämlich genau neun Worte. Vollkommen in den Hintergrund tritt die Propaganda für den dritten Bewerber um das Amt des Reichs- Präsidenten: den Transportorbeiter Thalnmnn. Nur an wenigen Anschlagfäulen in den Arbeitervierteln wird für seine Kandidatur geworben. Gleich daneben aber wieder Gegenplakate von außer- ordentlicher Willsamkeit.' ei» langer Zug Arbester, deren-Augen durch rote Tücher verbuirden sind: marschiert in ein finsteres Tor, und blind wie sie sind, I«h«n sie die Guillotine HUlers nicht, die hinter dem Tor steht. D!« Aufschrift der schwarzweißen Transparent« ist diesmal geändert worden, sie lautet jetzt:„Nur hindenburg!" Im Westen der Stadt hängt ein Transparent hinter dem anderen über den belebten Straßen, aber auch im Norden trifft man selbst zwischen den Baum- gruppen des' humboldthains noch die mahnenden Transparente. Glücklich war auch die Verteilung einer kleinen illustrierten Flugschrift. die für die Wahl hindenburgs warb. Seit den gestrigen Mittagsstunden wurden damit fast alle Eingänge zu den Berliner U-Bahnstationen belegt, so daß die Fahrgäste der U-Bahnzüge gestern eine emheitliche Lektüre hatten:„Michel erwacht", aber in einem anderen Sinne, als es sich die Propheten des Dritten Reiches denken. Di« wirksame kleine Illustrierte hatte den Vorzug, daß � sie nieirand wegwarf: Flugblatter dagegen wandern nur allzu leicht in den Rim, stein. Wer dann außerdem noch umsonst in ein Kino gehen wollte, der hatte zum Beispiel aus dem Gesundbrunnen gestern in der Bad- Ein Hindenburg-PIakatvordemBrandenburgerTor straße dazu dreimal Gelegenheit, um 11, um und um 2 Uhr. Fünf Punkt« enrhielt dos fchenswerte Programm. Und draußen auf den Straßen stehen dann wieder die Diskutierklubs, wo manchmal ein wenig holprig, dann aber wieder auch sehr schlagfertig Meinung gegen Meinung auftritt. Llm 6 Llhr Wahlschluß. Spätestens S llhr müssen die Ziesvltate vorliegen. Da sich bei der letzten Wahl die endgültige Zusammenstellung dcr Wahlrejultatc durch die Säumigkeit einiger Wahworsteher erheb- lich verzögert« ein Wahlvorsteher hatte bekannllich mit den Wahl- rcfuitaten in der Tasche eine Bierreise gemacht—, hat sich Oberbürgermeister Dr. S a h m veranlaßt gesehen, in einem Rundschreiben an sämtliche Bezirksämter auf die Notwendigkeit einer schnelleren Ablieferung der Wahlresultatc hinzuweisen. Zu diesem Zwecke sollen sich die mit der Ablieferung betrauten Wahlvorstände der schnellsten Verkehrsmittel vom Wahllokal zum zuständigen Bc- zirtswahlamt bedienen. Außerdem wird erklärt, daß die Wahl- resultate spätestens drei Stunden nach Beendigung der Wahlhandlung, also um 9 Uhr, abgeliefert sein müssen. Zepp wieder in pernambuco. Das Luftschiff„Graf Zeppelin" ist um 19 Uhr mitteleuropäischer Zeil in Pernambuco vor Anker gegangen. Süns Personen erheblich verletz». Em tiefes Minimum, das von Skandinavien heranzog und das Wetter im ganzen Reich stark beeinflußte, war von sturmartigen Winden begleitet. In Mittel-, Nord- und Westdeutschland herrschte zeitweise Windstärke 7 bis 8. Gleichzeitig trat cm erheblicher Temperatursall ein, der nach den heiteren und warmen Bortagen besonders unangenehm empfunden wurde. Der Sturm war zeilweise so heftig, daß Dachziegel, Schorn steine, Fahnenstangen, Reklameschildcr abgerissen und starke Bäume entwurzelt wurde». Besonders in den Vororten sind an einigen Stellen die Sturmverheerungcn besonders stark. Leider sind auch einige Passanten verlegt worden. Bon dem Dach des Zhaujes Turm straße 79 wurde ein großer Mauerblock vom Sturm losgerissen und auf die Straße geschleudert. Zwei Frauen wurden von dem niedersauscnden Block getroffen. Während eine der Verletzten nach Behandlung auf der nächsten Rettungsstelle wieder entlassen werden konnte, mutzte die aiidere Passantin mit schweren Kopsoerletzungc» ins Moaditcr 5lronkcnhaus gebracht werden.— Am Bahnhof Köpenick wurde vom Ztun» ein« hölzerne chindenburg-Werbefäule umgeworfen. Ei» Polizei- b e a m t e r und ein Passanl wurden von der Säule ersaßt und am Kopf erheblich verletzt.— Ein weiterer Unfall trug sich in der W i l m c r s d o r f e r Straße zu, wo ein ganzer Bauzaun umgeworfen wurde. Eine Frau wurde von dem umstürzenden Zaun getroffen und am Kops verletzt. Außerdem erlitt die Berunglückte«inen schweren Nervenschock. Die Berliner Feuerwehr mußte etwa zwan zigmal ausrücken, um Sturmschäden zu beseitigen. In mehreren Fällen, so am Kursürstendamm, in der Berliner Straße in Lichterfeldc-O't und in der Rathausstroße in Spandau wurden starke Bäume cnt wurzelt. Die Feuerwehr beseitigte die Verkehrshindernijsc. Großfeuer in Moabit. Sturm erschwert die Löscharbeiten! Im Dachstuhl des Quergebäudcs in der Huttenstraßc 3? in Moabit brach gestern nachmittag aus ngch unbekannter ilrsocbe Feuer aus, das infolge des herrschenden Sturmes rasend um sich griff und die angrenzenden Gebäudeteile aufs schwerste gefährdete. Der überaus starke Wind sachte trotz onstrcngcndiler Löschversuche das Feuer immer aufs neue an und erst nach über cinstiindigem starkem Wassergeben war die chauptgesahr endgültig beseitigt. Der Brand- und Wasserschaden ist sehr hoch. Besonders die Wohnungen im 4. und 3. Stockwerk haben unter den herabdringendcn Wasser- mengen schwer gelitten. Die Entstehungsursache ist noch ungeklärt. Das Feuer hatte in der verkehrsreichen Gegend eine große Schor Neugieriger angelockt. Vier Morde im Irrsinn. Wahnsinniger als AmoNäufer.— Von der Polizei nieder- geschossen. Paris. 7. April. In Sete hat heute ein Geisteskranker in einem Aufall von Verfolgungswahn vier Passanten ge» tötet, einen fünften verletzt und sich dann in seinem Hause verbarrikadiert. Tie Polizei umstellte seine Wohnung und schost ihn schließlich nieder, nachdem alle Aufforderungen, er möge sich ergeben, fruchtlos waren. Die juristische Sprechstunde findet der Demonstration wegen heute nur von Z bis 4 llhr statt. mg&m Aus dem Russischen übertragen von Werner Bergengruen. Ich ging manchmal in eine unweit der Kasernen gelegene japanische Konditorei Da tonnte man ruhig sitzen, ein Glas Tee trinken und mit der netten und liebenswürdigen Wirtin, einer kleinen Japanerin, plaudern. Meine Besuche in dieser Konditorei wurden, ohne datz icfi es selbst merkte, mit der Zeit häufiger, teils weil ich nicht recht mutzte, wo ich sonst meinen Stadturlaub hätte verbringen sollen, teils weil ich inich dort am wohlsten fühlic. Dort, in einem sauberen und behaglichell Zimmer, das ,zur Konditorei gehörte, tonnte ich mich auf einer bequemen Doppelmatte in freien Stunden ausruhen, konnte lesen, seitenlange Briese an meine Freunde in Rutzland schreiben und mich an der Gesellschaft der liebenswürdigen Wirtin er- freuen. Als ich einmal mehrere Tage lang aus dienstlichen Gründen nicht hatte kommen können, da erschien die Wirtin beim Feldwebel, überreichte ihm eine Torte und bat:„Lassen zu mich russisch Soldat sechzehn Kompanie." „Wer soll es den» sein? Es gibt viele Soldaten in der sechzehnten Kompanie!" „Hübsch Soldat, rotes Backe, Augen schwarzer.-•" „Aha! Rassel, der schwarzäugige Satan! Rassel! Komm mal her! Ist die Frau deinetwegen gekommen? Na also! Na, geh schon mit ihr!" Offenbar brachte die Torte ihn auf den Geschmack. Denn von da an erschien er häufig in der Konditorei und bekam dort jedesmal ein Päckchen als kleine Aufmerksamkeit und .zugleich als Zeichen des Dankes>iberreickjt. Seine Vorliebe ftir Sützigkeiten icherraschtc mich sehr; im allgemeinen neigle der Feldwebel mehr zu starken Getränken, und wenn er mich in die Stadt gehen ließ, dann hatte er nie unterlassen, mir folgende Mahnung mit au» den Weg zu geben:„Riebt vergessen, Rossel, ein Viertel Schnaps, du weißt fchoit..." Wir begannen uns zur Ucbersicdlunq ins Sommerlager bereit zu machen. Einige Werst von Rikolsk, am Ufer des Flützchcn Saifui, auf freiem Felde, wo schon manches Lager ausgeschlagen worden war, wurde in großen quadra- tischen Stücken dichter, saftiger und leuchtend grüner Rasen ausgestochen und als Bau- und Bclagsmaterial verwandt. Vor dem Ausrücken des Regiments ins Lager hatte das Divifionsmairöver stattzufinden. An einem heißen Tage marschierte das Regiment in feldmarschmäßiger Ausrüstung, die gerollten Mäntel um die Schulter, allen vorgeschriebenen Kram im Rucksack, die trockene staubige Landstraße entlang. In der Mandschurei ist der Winter sehr kalt, der Sommer bringt tropische Hitze. Nur nachts tritt eine sanfte Abkühlung ein. Der Wind und die langgezogene Marschkolonne wirbelten Staubwolken aus. Der Staub lieg sich aus dem Gesicht nieder, drang in Mund, Nase und Ohren und brachte die Augen zur Entzündung. Der Schweiß mischte sich mit dem Staub, rann in Bächen ichers Gesicht in den Mund und lies hinter den Kragen. Nachdem wir ein gutes Stück marschiert waren, machten wir halt, um die Artillerie»orbei zu lassen. Dröhnend und raspelnd jagte eine Batterie an uns vorüber und warf riesige Wolken dichten und beißenden Staubes auf. Im dichten Nebel der braunen Schmutzpartikelchen, die wie Sprühregen durch die Lust singen, huschten die grauen Gestalten der Artilleristen vorüber; sie schienen jede Realität verloren zu haben und glichen mythischen Krtegsleuten. Hüsten u>ch Knie taten uns meh. Die Gewchrkochen rutschten in den feuchten und ermatteten Händen hin und her Aus der Bnift, unter dem gerollten Mantel, rann der ochmech in Strömen und durchnäßte nicht nur Wäsche und Bluse, sondern auch den Mantel. Aus dem Rücken, wo die beiden Mantclenden von einem kleinen Bändchen zusammen- gehalten wurden, klapperten Kochgeschirre und Feldflaschen gegeneinander. Aus den staubgrauen Gesichtern hatten die Schweißbäche schmale Streifen roter und verbrannter Haut freigelegt. Dys Wasser in den Feldflaschen war zu Ende, neues war nirgendswo auszutreiben. Wieder rasselte eine staubauf- wirbelnde Batterie an uns vorüber, hinter ihr die schaumbedeckte Reiterei. Es war mir unmöglich, in diesem Wirrwarr irgendeinen Sinn zu erkennen. Wer war da eigentlich so in Eile, worum war er es und wohin sollte er? Warum wurden wir über- holt., warum sollen wir andere überholen? Wohin marschieren wir? Kehren wir bald wieder um? Wir haben von nichts eine Ahnung. Die Kehle» sind uns ausgetrocknet, zwischen den Zähnen knirscht der sandige Staub. Unaufhörlich fliegen Regimentsadjutanten auf weißen Pferden wie der Wind an uns vorüber. Meldereiter galop- Pieren umher, um Befehle zu überbringen. Der Este Eduard, ein alter, stiller und fügsamer Soldat, der in diesem Jahr zur Entlassung kommen soll und gerade neben mir marschiert, sagt: „Wer hat was davon? Wozu ist diese Leuteschinderei? Der Rücken tut mir weh, die Beine bringe ich kaum noch auseinander, und die Sohlen brennen mir, wie in heißes Wasser gesteckt." „Weiß Gott, eine richtige Höllenwirtschaft! Mir ist der Hintern wund vor Schwitzen, zwischen den Beinen brennt es mir. ich gehe schon ganz spreizbeinig, aber das hilft alles nichts. Hinlegen möchte man sich, und wenn's ums Verrecken ginge." „Ach Quatsch, tut dir der Arsch weh, so laus zum Doktor, der salbt ihn dir mft Fett." „Und wie der salbt, dieses vollgesressene Schwein! Der kennt ja nichts als Jod Du kannst ins Revier kommen mit was du willst, er sagt gleich zum Feldwebel:„Gib ihm Salbe, Nafarom, daß er das Wiederkommen vergißt." Und Nasarow nimmt den Pinsel, taucht ihn erst in Jod. dann dir in den Rochen. Ob Kehle oder Hinterteil» das ist dem egal." „Meinst du Lewitzki? Voriges Jahr komme ich zu ihm ins Revier. Ich habe einen liusteü, daß mir die Luft weg bleibt.„Was ist las?"—„Ich muß fa husten. Ew. Wohl geboren"—„Na, huste mal!"— 911 fo ich huste.—„Du tilgst, Hundesohn! Nasarow! Die Kehle pinseln!" Ich sage: „Ew. Wohlgcboren. ich— ober Nasarow schreit schon: „Mach den Mund auf! und schs» ist er mit dem Pinsel drin, schmiert mir die Gurgel, daß ich Tränen in die Augen kriege! Verschluckt habe ich mich, gehustet habe ich, gekotzt habe ick). ganz krank war ich davon geworden. Von da an: lieber krepieren, als ins Revierl" „Aber Nitisorow, der geht gern zu Lewitzki! Für Schnaps hat er kein Geld, na, da geht er eben zu Lewitzki und schnup- pert dem seinen Atem ein. Da stinkts in der ganzen Baracke noch Schnaps!" Wir machte« täglich unsere vierzig Werst und kamen so zerschlagen und müde zurück, daß wir uns nicht mehr, rühren konntcn. (Fartsetzung folgt.) Äan-Gogh-Bilder stapelweise. bemerkenswerte Aussagen des Neffen des Molers. Die mysteriöse Angelegenheit mit den gefälschten van-Gogh- Bildern ist am zweiten Vcrhandlungstag nicht minder undurchsichtig als am ersten. Der Angeklagte bleibt bei seiner Behauptung, er habe die Bilder aon einem Russen erhalten. Der Borsitzende gibt ihm zu bedenken, daß es auch jetzt noch nicht zu spät sei, sachgemäße Borschläge zur Feststellung dieses Russen zu machen. Rechtsanwalt Dr. Goldschmidt hält sich die Antwort auf diese Anregung vor, er will mit Wacker vorher Rücksprache nehmen. Erster Zeuge ist der Resse des Malers van Gogh, der Sohn seines Bruders Theo van Gogh, der Ingenieur V i n z c n t Wilhelm van Gogh. Sein Vater übernahm im Jahre 1890 den Nachlaß seines Bruders. Er starb aber wenige Monate danach. Die Mutter des Zeugen begann bald darauf mit dem Ankauf der van Goghschen Bilder, sie führte ganz genau Buch über deren Ein- und Ausgang. In so großer Menge— 30 Bilder an eine Person und zudem noch an einen Russen— sind sie nie verkauft worden. Ingenieur van Gogh kennt sich in den Bildern seines Onkels gut aus. An chand von Katalogen weist er nach, daß von allen Wacker- schen Bildern höchstens zwei wirklich durch die Bücher seiner Mutter gegangen sind. Bon zweien— darunter befindet sich auch das „Selbstbildnis"— kann er mit Bestimmtheit sagen, daß sie mit den echten van Gohgs nicht identisch sind. Eine humoristische Rote erhält die Vernehmung des Zeugen durch die Fragen des Ver- tcidigcrs: Ob es richtig sei, daß auf dem Boden des Hauses van Goghsche Bilder gleich Zeitungen aufge- stapelt waren? Nicht gerade wie Zeitungen, nieint der Zeuge, es stimnie aber schon, daß die Bekannten in den Bildern hcrumkramcn konnten: daß auch May Lieb ermann sich aus- gerechnet auf den Boden seine Begeisterung für van Gogh geholt Hobe, könne er nicht sagen.— Ob es richtig sei, daß eines Tages ein Mann van Goghsche Bilder auf einem Karren auf den Straßen von Amsterdam herumgefahren und sie von Haus zu Haus angeboten habe? Das sei allgemein bekannt, erwiderte der Zeuge. Es waren aber die Brabantschcn Bilder. Ob es aber richtig sei, daß von Gogh' verschiedentlich Bilder gestohlen wurden. Ja gelegentlich der Umzüge mag das schon vorgekommen sein... Wie wurden aber die Fälschungen entdeckt? die Inhaber der Kunsthandlung C a s s i r c r. Die Finna Cässircr beabsichtigte, im Januar 1928 eine von-Gogh-Ausstcllung. Der .Kunstsachvcrständige de La Faillc empfahl auch Bilder aus der Sammlung Wacker. Als Wacker seine vier Bilder zur Verfügung stellte, entdeckte Fräulein Rink sofort, daß sie gefälscht sind.' Sie machte davon sofort Dr. Fcilchenfeld Mitteilung. Wacker nahm ohne großes Erstaunen seine Bilder zurück. Dr. Feilchenfeld stellte nunmehr bei nähcrem Zusehen fest, daß weitere vier van Goghs auf dcr Ausstellung, die aus Privatbesitz herrührten und bei Wacker gekauft waren, nicht echt waren: er wandte sich an den damaligen Leiter dcr Kriminalpolizei Dr. Hagcmann. Die Sache sollte bis auf weiteres diskret bearbeitet werden. Dann ereignete sich aber etwas, was der Diskretion ein Ende inachte. Wacker bcab- fichtgite eine Ausstellung der französischen Meister des 20. Jahr- Hunderts. Ein Herr vom Louvre in Paris war aus Paris ge- kommen, um einige Stücke aus den Louvreschen Schätzen herzu- geben. Der Kunstkritiker Mcycr-Gräfe wandte sich an die Firma Cassirer mit der Bitte, auch sie möge etwas beisteuern. Nunmehr schenkten Dr. Feilchenfeld und Fräulein Rink 5)crrn Mcyer-Gräsc reinen Wein ein. Darüber geben Fräulein R?nk und Dr. Fcilchenfeld Aufschluß. Fragen an die„Berek". Der„Berek"-Skandal hat gezeigt, daß bei der städtischen Reklamcgcfcllschaft mancherlei unliebsame Gepflogenheiten bestehen. Bei uns gehen täglich Briefe von Lesern ein, in denen lebhaft über 5ie oft anzutreffende ungünstige Placierung republikanischer Plakate Klage geführt wird. In einer solchen Zuschrift finden wir folgende Fragen, die wir hiermit an die„Berek" zur Beantwortung weiter- geben. Es heißt in dem Brief: Ist es richtig, daß die Nazis bei der„Berek" noch viele tausende Mark alte Schulden haben und trotzdem weiter jeden 5lrcdit erhalten? Ist es richtig, daß die Bestellungen nicht immer über die Partei laufen, sondern vielmehr privat und persönlich von Razioertraucnsmännern oder SA.-Führern getätigt werden und demzufolge die Schulden verdeckt werden sollen? Ist es richtig, daß die Auftraggeber und Schuldenmachcr dcr Nazi bei dcr„Berek" fast alles Leute sind ohne Vermögen und jederzeit, wenn die„Berek" die Schulden eintreiben wollte, den Offenbarungseid leisten würden? Was wird der Aufsichtsrat der„Berek" tun� um, noch bevor neue Schulden ohne Aussicht auf Bezahlung entstehen, neben dem üblen politischen Skandal einem Finanzskandal vor- zubeugen? Die Dinge müssen schnellstens geklärt werden! Belobigungen in der Schutzpolizei. ' Dieser Tage hat der Berliner Polizeipräsident G r z e s i n s k i den Hauptwachtmeistern Budach und Haupt vom 12. Polizeirevier und fünf weiteren Beamten eines Ucberfallkommandos, Oberwachtmeister Schwerdtfeger. sowie den Wachtmeistern Kaldenbach, Asmus, Dörnenburg und Stall für ihr smutigcs und umsichtiges Verhalten in Ausübung ihres Berufes be- fondcres Lob ausgesprochen. Das Fest der Goldenen Hochzeit feiert am 10. April 1932 das Ehepaar Adolf und Marie Orth in dcr Kochhannstr. 30. Vater Orth, heute fast 80 Jahre alt, ist seit 1900 treuer„Vorwärts"-Leser. Kleinkram im Ztalitpariament Ausdau des LichtenbergerWohlfahrtsamts— Die Deutschnationalen blamieren sich In der gestern abgehaltenen Sitzung dcr Stadtverordneten rissen sich Nationalsozialisten und Kommunisten um die Unterstützung der beim Zusammenbruch der Handelsbank Zl.-G. geschädigten Schlächter- Meister und Viehkonnnissionäre. Die Deutschnationalen hatten in cinem Antrag die weitgehende Stundung der Steuern und der Standgelder für die Geschädigten verlangt, die Nazis, die starken Anhang auf dem Viehhof— unter den Engrosschlächtermeistcrn selbstverständlich— haben, forderten vom Magistrat sogar, er solle den Konteninhabern dcr verkrachten Bank Mittel zur Fortführung ihrer Geschäfte zur Verfügung stellen und ihre Bankguthaben sicher- stellen. Was die Redner ider kommunistischen und dcr national- sozialistischen Fraktion eigentlich wollten, dürste sich auch aus dem Stenogramm nicht feststellen lassen. Der Antrag dcr Dcutschnatio- nalen wurde angenommen, die Forderungen der Nazis abgelehnt. Eine ganze Reihe von kleineren Vorlagen wurde ohne Debatte angenommen, darunter befanden sich die Bewilligung von 8300 M. zum Ausbau des B e z i r k s w a h l f a h r t s a m t s in Lichten- bcrg und von 7000 M. für eine Entncbclungsanlage im Kranken- Haus Spandau. Die Händler st andgebührcn auf dem Neuen Markt wurden um die Hälfte gesenkt— vorbehaltlich dcr Zustimmung des Magistrats allerdings. Zwei D r i n g l i ch k e i t s a n t r ä g e wurden dann kurz bc- handelt. Die Nazis verlangten vom Magistrat eine Vorlage, damit die Verabreichung von Essen- und„S eise»"marken an die Er- wcrbsloscn gesichert bleibt. Weshalb die Nazis gerade Seifen- marken verlangen, konnte ihr Redner. L i p p e r t, auch nicht be- gründen. Jedenfalls sind bis zur Stunde solche Sciscnlieferungen an die Erwerbslosen noch nicht erfolgt, die Erwerbslosen haben sie auch noch nicht verlangt. In dem anderen Autrag forderten die Kommunisten die Ausstellung eines umfangreichen Programms für Straßenbanten und Neubauten im Verkehrswesen. Der Naziantrag wurde angenommen, dem anderen wurde die Dringlichkeit versagt. Eine große Blamage Hollen sich dann die Deulschnationalen mit cinem Antrag, der die Anbringung von Wahlplakalen, die zur Wahl hindcnburgs auffordern,- an den Masten dcr Berliner Vcrkehrsakliengescllfchaft bemängelt. In dem Antrag, den sie schon vor dem erste» Wahlgang einbrachten, forderten sie Ausklärung darüber, ob der Stadt Unkosten erwachsen sind, oder ob man Einnahmen dadurch gehabt hat. Als gestern der Antrag zur Behandlung kam, hatte sich wohl selbst dcr deutsch- nationale Stadtverordnete Major a. D. Merkel davon überzeugt, daß die Dcutschnationalen gehörig abfallen würden. Bürgermeister Elsas erklärte ihnen denn auch, daß weder Einnahmen noch Un- tosten dagewesen mären. Was dcr Magistrot sonst noch veranlaßt hat. wollten die neugierigen Fragcnstcller gestern gar nicht mehr wissen: sie verzichteten auf jede Besprechung ihres Antrags. In den Zusammenbruch dcr S k l a r e k s ch e n Ge s ch ä f t s- unternehmen im Jahre 1929 spielte ein Anfrage hinüber, die die Kommunisten gestern aus rein agitatorischen Gründen in der Stadtverordnetenversammlung stellten. Die Kommunisten wollten damals an den Anschlagsäulen Plakate anschlagen lassen, auf denen sie Gott und die Welt, insbesondere aber führende Sozialdemokraten beschuldigten, Nutznießer der Sklarckschcn Geschäftemachcrei zu sein. Die Berliner Rcklamcgescllschaft, der die Anschlagsäulen unterstehen. hatte den Anschlag abgelehnt: in der Aufsichtsratssitzung der Berek erhoben die kommunistischen Mitglieder lebhaften Protest, so daß der frühere Stadtrat Genosse Reuter sich sehr energisch gegen die Methoden dcr Kommunisten wenden mußte. Er kennzeichnete die agitatorische Ausbeute des Sklarek-Skandals durch die Kommunisten und geißelte in diesem Zusammenhang auch die Methoden der Berliner KPD.-Blättcr. Ein Redakteur fühlte sich von Reuter be- lcidigt, lief zum bürgerlichen Gericht und erreichte auch eine Ver- urteilung Reuters zu einer Geldstrafe, die ober im Hinblick auf die Kennzeichnung der Methoden kommunistischer Redakteure sehr leicht hingenommen wurde. Selbstverständlich hatte der Magistrat dem Stadtrat Reuter Rechtsschutz gewährt, da Reuter ja nicht als Stadtrat und nicht als Privatperson gehandelt hotte. Darüber regten sich nun die Kommunisten in ihrer Anfrage� und in der gestrigen Sitzung mächtig auf. Bürgermeister Lange°.� Wertes kaum fÄÄ'kennten. .. Etikett gehört �.ieh»°�°�arzgr°nsigen a reinem Kammgarn, m g„„„erwüsthch.st. grauen Tönen, der Stätten mit den ,n Anzug, der in un-n� ird. und dem „odernsten �eduktm ��ge Verarbeitung � � �er .ine in allen Teilen dcn(das Sakko z. � ��int. zügliche Z-maten ZUte Ma„k,e,dung»der Kunstseide gefuttert),.it ge. „euer Qualitätsbegriff.st ver_ Ein ganx neuer Vi Anzug f"r schaffen, hier st oUen Geschmack. wohnten, ansprue � Mark Wenn Sie bereit sm � solch n auszugeben,* �.e jeder an™e,«>"Z.U-5 häcn-««l auszus�ww.., Q. Hie in i~, Anzug, an„dedenkbar höchsten Beziehung steUen können Anforderungen stelle-— dann-- Oranitnsti'. 40 ▲*» o»*o i«"»'»♦ 1 ChaiisMMtrs 113 KöntsstotA* 33 lllax SDortu:«/Itit QlßtlfßV§66 Sin Segelfiück Sinter.(Senf am See. Die Luft ist glasgrün. llar und wei!� sichng. Genf, die bunte reiche«lad«. Im Süden glifcert das Hochgebirge— der silberne Gletscherkamm des Moni Blanc-Wassios. Genf am See. 150 000 Bewohner. Ein Fünftel davon ist er- werbslos. lind sagtest du nicht— Genf, die reiche Stadt? Wohl, wohl. Liui, oui. Aber auch: Genf, die arme Stadt. Quartier Saint Gervais, die Industriestadt: Uhren und Bijouterie, alle.- stockt— kein Absah. Und die Genfer Fremdenindustrie stockt— das englische Goldpsuno fehlt, und die deutschen Reparationen machen die Genfer Fremdenindustrie kapores— jawohl, so ist es. Genf, die reiche Stadt— und dennoch arm. Aber nicht herzlos. Ein Herz für das vergewaltigte China. Ein Herz für Natur und Frei- heit. Rousseau hat uns das gelehrt— der freie Bürger des freien Genf— mit Voltaire der Vater der großen französischen Revoln- Hon. Rousseau— der unstete Wandergeist, der immer Gärende von Jugend auf— wir Proleten von Genf, wir haben den Rousseau im Blut, den Jean Jacques. Lustig— vorwärts— en avaot— Segel hoch— wir fahren über den See. Arbeitsloses Uhren- und Bijouterieproletariat— freigeweckschafllich und freijportlich organisiert. Unser ratbeflaggter Sportkutter— �Jaures" heißt«r— wir fahren durchs Blaue, Über die Beilchen des Genfer See». Sportkutter„Iaurej"— Eigentum des Freien Wafferfports. Heimatshafen Genf. Sechs Mann sind wir an Bord— nein: drei Männer und drei Damen: drei Mädchen, Genossinnen vom Silberfiligran— arbeitslos! Aber wir nügen die Freiheit— zu Sport! Unseren Sport- kurter haben wir uns noch bei guten, arbeitsfrohen Zeiten angeschafft— der Betriebsstoff kostet nichts— der Wind ist unser Benzin — der Vent Midi: der ftifche Südwest treibt uns schnell über den See. Die Mundharmonika gibt den Ton— wir singen: sechsstimmig hallt das Lied der Freiheit— Kutter„Joures" fährt über den See. Genf. Hinten sinkt das brückenreiche Genf weg— Drücken über die Rhone. Die Rhön«, in ihren Kraftwerken gibt sie Trieb und Licht — aber die Fabriken stehen. Weinhügel links und rechts, cun schmalen Untersee. Nordhin steigt hinter den Rebenhügeln der kaltgraue Jura, weihe Wolken türmen sich obendrauf: gestaut vom Frühwind, dem Bent Midi. Bor dem Winde sind wir stolz dahingeflogen, wie die Möwen — die mit blau werßer Schwinge unser rotes Seidenbanner droben am Topp streifen. Wir stnd jetzt im breiten tiefen See. Zu Nachmittag springt der Wind um: nach Nordost— der Derrt Bise, wir kommen nur langsam vor, wir müssen kreuzen und lavieren. Die Zeit springt — schnell gegen die Stunden an springt die Zell— so wie unser Segelkutter hart um» laut klatschend gegen die sich überschlagenden opalfarbenen Wagenkämme anspringt. Ehrlüh sein— uns allen s schien wird es im Magen ein bißchen unheimlich— es wühlt und knurrt, Mimi ist blaß wie eine Lllie— und Margot beißt sich Ru. binen aus die Unterlippe. Usber dem Westlach des Sees steht schon der Abendstern— die grünblitzende Venus am leichtorangenen Späthimmel. Wann geht der Mond auf? Genossin Gervaise findet das erlösende Wort: Laßt uns landen! Die Nacht schlafen wir an Land. EK bien— alors! Wir steuern Land an: Frankreich: See Süd. Gewaltig steigt das Gebirge— die iranzösische Provinz Hoch Savoqen: das Berg- land Le Eha Klais. Violett und grau. Im Hafen Eoian les Bains blitzen die ersten Lichter aus— wie droben am Zenit die Sterne. Eoian— der Hasen— die Mole— der Pier. Jacques springt an Land— wirst Leine: wir vertäuen den Kutter. Alles an Land — Mimi nimmt Rosette mit, das kleine graue schnurrende Kätzchen, unser Bordglück. � Eoian les Bains. Heiß« Quellen und sprudelndes Tafelwasser. Schon die Römer badeten hier. Reiche Hotels. Uferpromenaden mit breilästig«», graustämmigen Schirmplatanen— die Blatter sind fort— die Aeste sind wl« starke Schirmrippen. Eoian— sommers viel besucht: vom reichen Paris und Lyon. Börstaner und Seiden- industrielle. Eoian— 4000 Bewohner. Wo wohnen wir hier: gut und billig? Eh. Monsieur? In der „Post", am See, Touristenhaus— und Verkehr der Arbeiter. Gut, dahin! Hotel. Poste am See. Wir haben gespeist— wir trinken den Petit Bin Chablais, rotgelb schillernd— der schmeckt nach Edel- kastanien. Ah oui, sagt Mademoiselle Girett«, die kleine flinke flammende Kellnerin— unsere ganzen Berge sind voller Reben und Edelkastanien— und rotbackiges Obst dazu. Und gute Milch haben wir— und den gelben Rahmkäse, den Chablais Creme. Bringe den Käse, cherie Girette— unsere Mädels spitzen schon die rosigen Mäulchen. Den Käse— den trägt unsere Bordkasse noch, trog der Arbeitslosigkeit. Eoian l«s Bains, französisches Süduser des Sees. Hotel Poste, auf der glaseingsdeckten Veranda— abends— wenn wir hinaus schauen, dann sehen wir drüben: fern und näher, die Lichter der Kürorte Lausanne, Veoey und Montreux— r jenseits des Sees. Wir schauen, reden und hören. Die Bauarbeiter von Evian haben sich zu uns gesellt— die Maurer und Seimnetzen und Zim- merer— es wird viel gebaut in Eoian. Fremdenhäujer— wir schwätzen französisch und italienisch. Diele italienische Bauarbeiter schassen in Eoian: Emigranten, Sozialisten— im Exil vor der Tyrannensaust des abtrünnigen Exgenossen Mussolini. Uno ein alter, anllitzdurchfurchter Maurer, ein Evianese, sagt uns— cer. tainemem, vor einigen dreißig Iahren hat Er hier mit uns als Maurer geschafft— der Mussolrni. Er war ein unruhiger Geist, ein Querkops— Er konnte alles bester. Ein anderer Tischgast sagt: eigemlich war er von zu Hause aus Lehrer, der Mustolini — aber was er endhin der Welt gelehrt hat, das war nix Gutes— ?a ne vaut rien du tout! Di« Tyrannis ist«in böses Laster. Unser Tischkamerad ist auch Lehrer. Sozialist gleich uns— wir haben denselben Blick, dieselbe feste Hand, die gleiche Energie: ver- stehen— urteilen— aufbauen! Genosse Lehrer erzählt, vom See. Die Ureinwohner des Landes waren Kelten, Lllobroger— sie wohnten auf Pfahlbauten, im See drin. Die Allobroger kamen später unter Rom— als Provinz Azer eaballicus. Auch der Londesname Ehablai, Hot antiken Ur- fprung— keltisch-rmmmisch:„Haupt" heißt das— das Gebirge- baupt. der See ist die blaue Eisenhaube über dem Gebirgskopf— Ehapeau, Chablais! Nach Roms Herrschaft waro die Gebirgi'chast Chablais burgundisch und fränkisch— der deutschrömische Kaiser Konrad der Zweit«, der Salier: der schenkt« Anno 1034 die Land- schuft Chablais an di» Grafen von Savoyen, in deren Besitz blieb das Land bis 1792. Da ward Le Chablais französisch, in der j Grande Rspubliqu«. Liberte! Stur; des Feudalismus. 1814 bis 1800 tonten wir wieder zum Königreich Saooy«n-Piemont-Sar- dinien. Seit 1860 singen wir die Marseillaise, und es geht uns frei und gut unter Frankreich— es leb« die Demokratie! Nacht. In Evian am Genfer See. Der Wind hat wieder ge« dreht—• er donnert aus Südwest: Bent Baudaire, Sturm. Föhn — die ersten Vorboten des Lenz. Unser Kütter„Jaures" ist im Hajen gm vertäut— pir schlasen im Hotel.— steh mal aus, Camg- rädcs'Bsbou'— guct aN ocm Fenster—. oilarti q'esf beau; rpie' fd)ön— der See silbern und schaumweiß— am Himmel der schiefe gelbe Mond— mal verschwindet er— mal ist der Mond wieder da — brausende sausende Wolken huschen über den Mond dahin— mal opaken gerändert, mal tiefschwarz, mal Alabaster und Amethyst, mal Schwefelgelb— der Sturm, der Föhn, der Vaudaire— Kutter „Jaures" reißt an den Troffen, er wird unruhig— wenn der Sturm auf Lenz geht, dann müssen wir fahren und fliegen— morgen früh breiten wir die roten Flügel— unter Vollwind nach Gens. Freier Wassersport, freie schöne Well! Jnge Siramm: Ii 1 3 II C|#ll iti(§6 Des Morgens zwischen sieben und acht bin ich nur Mensch in Masse. Ich werde unausgeschlafen mit den anderen in den dunklen Schacht Ger Untergrundi ahn geschoben. Die Räder rollen. Die Zeitungen knistern. Ptancher ißt seine Frühstückssemmel dort fm Stehen, die Mappe unter den Arm geklemmt, mit der linken Hand sich hochgereckt an der Stange haltend. Dafür kann er zu Haus fünf Minuten länger schlafen. Wir blinzeln alle ein wenig mit den Augen, wenn wir wieder die Treppe herauf ans Licht steigen, und mancher zerrt hastig an feinem Mantelkragen, wenn die Sonne uns plötzlich so ganz ein. hüllt: doch langsamer geht niemand. Uno dabei hängt der Morgen so silbrig über der Stadt, und der Himmel zwischen den Häusern ist blau und verheißungsvoll. Aber eine unbarmherzig« Kühle kriecht -mmer noch in die Fingerspitzen. Mutter hat doch recht gehabt: das helle Kostüm ist noch zu dünn. Aber in dem staubigen Winter- mantel hängen so viele dunkle Stunben und so viele Enttäuschungen. l'iun wird es doch Frühling und alles soll licht werden. In dem kleinen Park, den ich durchqueren muß, ist da heute mcht nur ein grüner Schimmer über den Büschen, sondern die ersten. aufgerollten Wättchen drängen sich mir befreit entgegen, an dem Zierkirschenstrauch bricht das Weiß der Blüten wie stille, kleine Flammen hervor, ein gelber Schmetterling flattert darüber. Und nun ist auch plötzlich die brennende Sehnsucht im Herzen : c mußt geworden. Run wird dos große Warten sich wieder zwischen den Bürostunden hervorrecken und die Freude aus Kommendes steht mit offenen Armen so wie jedes Jahr. Nun kommen wieder die Sonntage: Warmer Wind über blauem Wasser, in Werder blühen die Kirschen. ,ed« freie Stunde nt ein Fest. Und di« Menschen ziehen singend vorüber so wie jedes Jahr. Und des Abends stehe ich in meiner Stube. Irgendwo geht di« Sonne unter, aber dos kann ich nicht sehen. Ich sehe nur den weißen Wolkenstore vor meinem Fenster, auf den ich sehr stolz bin. und vergesse, daß er die Aussicht auf eine häßliche Brandmauer verhüllt. Und ich plätte mein weißes Kleid mll den vielen Volants und die rosa Bluse mtt dem Jabot und bürste ein paar Flecken aas dem weißen TennismanteD Aber in di« Ecke, wo sonst der '.«nnisschläger immer stand, gucke ich nicht mehr. Das hat nur weh getan, den Schläger da schön in den Rahmen gespannt stehen zu sehen. Tennisspielen! Wer kann sich denn das noch leisten? Em« Sicnotypistin gewiß nicht In dieser Zeit! Und da Hab: ich ihn oben verkauft. Und nun ilt es schon wieder Frühling und all die allen Hoff- nungen rege» sich wieder.?lber die Menschenherzen sind wie Erde unter der Afphalldecke d-r steinernen Straßen geworden. Sie wollen > Blüten treiben und können es nicht mehr. Die Enttäuschungen j haben alles zugemauert. Ja, es wird olles sein wie immer! Die Bäume werden irgend- wo blühen und irgendwo wird die Sonn« über Wälder und dem Duft der Wiesen untergehen. Aber die Eisenbahnabteile werden nicht mehr so überfüllt sein wie früher. Jeden Sonntag werde auch ich nicht mehr herausfahren können. Aber im Park ist es auch schön und Hans Mertens ist ein guter Freund. Doch wenn dann in der Dämmerung die vielen Autos müde und bestaubt, mit Blüten geschmückt, wieder In die Stadt herein- pnd on uns vorbeirollen, wird er nicht mehr sagen: „Laß man, später werde ich auch so eins hoben und dann hole ich dich immer ab und die Welt gehört uns! Und du brauchst nicht mehr das Fahrgeld nachzurechnen und den Kaffee und die Wiener Würstchen und das Karussellfahren, weil die Kosten dann nicht mehr geteilt zu werden brauchen...." Rein, das wird er nicht mehr sagen, seitdem er stellungslos ist Ich schäme mich, daß mir Trönm über die Backen laufen. Aber ich bin doch noch so jung und ich will doch noch so viel! Ein Kind schreit und steht mitten auf der Straße. Dann läuft fi, in«inen dunklen Torweg, dem Klappen von Müllkastendeckeln entgegen Eine verhärmte Frau eilt mit einer Milchtanne. Hinter- Häuser liegen frierend im Schatten. Ein?lrbeller kommt mir ont- gegen. Ich fahre rasch über die Augen. „?lher Frollein, wo der Himmel heut« so blau ist!?' Ich lächle den Mann an und das freut ihn sichtlich. Er dreht sich noch einmal nach mir um. Warum ist er nicht jung und elegant...?, denk« ich unwill- kürlich. An der Ecke steht eine dicke Frau mit einem Korb voll Himmels. schlüssel:„Frollein! Nehmen Se sich man son Zipfel vom Frühling mit ins Büro, dann geht die Arbeit nochmal!o gut!" Oder auch doppelt schwer... denke ich. Aber ich halle Plötz- lich doch so einen Sttauß in der Hand. Und nun sieht er vor mir auf dem Bürotrsch in der Hofftube neben meiner Schreibmaschine und er leuchtet wirklich. Der ganze lltaum ist heller oavon, und Herr Haafernann, der Abteilungsleiter, ill schon zweimal vorbeigegangen und hat noch den Blumen hin- geschgut. Und has drittemal ist er hei mir stehengehlleben. „Das sind die richtigen Himmelsschlüffel, so wie sie nur auf den Wiesen blühen. Haben Sie die selber gepflückt?" Und er neigt sich zu meinen Blumen mit ganz behutsamen Händen. Ich habe ihn, glaub» ich. sehr verwundert angeschaut. Denn er hat sich gleich entschuldigt: „Rein, nein, hl« können Sie ja gar nicht selber gepflückt hoben, die blühen ja nur in den Bergen, in meiner Heimat Alz ich noch ein Junge war, da pflückten wir riesengroße Sträuße davon und di« standen dann in ildenen Krügen aus den Fensterbrettern, und die Mädchen lachten hinter den Gardinen." Er ist dann ganz schnell, wie fliehend, gegangen. Es fft überall dieselbe Not, wenn es Frühling wird. Es reißt allen am Herzen. Aber di« Menschenherzen sind wie Erde unter der Asphaltdecke der Straßen geworden. Sie wollen Blüten tteiben und können es nicht mehr. Nur ganz wenige gehen staunend vor Glück und hallen sich an heißen Händen, wenn die Nachtigallen in den Dämmerungen rufen, und sind nie mehr allein. Ob ich auch einmal zu denen gehören werde? Einmal, wenn es Frühling wird? tma tBüfing: Viere im Viergarlen Berlin ist stolz auf seinen Tiergarten, diesen grünen Sommer- Dom, der vom Jubilieren der Bogel erfüllt ist. Gar mancher T:er- garten-Dauerbesucher unterhält seine ganz privaten Tiersreuno- schasten und.zahlreiche Vögel sind oft ergötzlich zutraulich und. trachten den Menschen ohne weiteres als Fmlerquelle, vor der e nicht die geringste Furcht zu hegen brauchen. Der Berliner Tie» garten ist wellberühmt und das mtt Recht. Doch wird er. namcni» lich im Ausland, oft mtt dem Zoologischen Garten verwechselt. Fü? Fremde ist der Name selbstredend irreführend: dennoch ist er[*• rechtigt. Viel kreucht und fleucht im Tiergarten und was es an Leb»-- wesen dort gibt, ist zur Zeit, im Rahmen der wechselnden Ai.-v- stellungen, im Museum für Naturkunde zusammengetragen. Der Bogel hat nach menschlichem Willen das Dorrecht im Tier- garten. Die meisten Vögel find geschützt und ihr Schutz wird derart sireng gehandhabt, daß sogar das Museum sich nur mit Mühe und Not di« zur Ausstellung benötigten Exemplare verschaffen konnte. Es sind Tiere darunter, die man zuweilen als zweite oder dritte Garnitur ansprechen kann. Aber das schadet nichl�im geringsten, d:« Anschaulichkeit bleibt. Jeder Vogel hat seinen Steckbrief und der ist so inhallreich, daß kein aufmerksamer Besucher ohne Vermehrung seiner Kenntnisse die Ausstellung verlassen kann. Da ersähit der Berliner, daß all' die hübschen Bögel, die er Schwalben nennt, gar keine Schwalben sind, sondern Mauersegler. Doch hör man außer diesen Pseudo.Zchwalben di« Rauchschwalben und die Mehlschwalben im Tiergarten. Ein reiches Kartenmaterial— die Tiergartenverwallung unterstützte diese Ausstellung nach Möglichkeit— zeigt u. 0. wo sich Bruthöhlen befinden, wo man gewisse Vögel sehen kann oder wo sie zu hören sind. Im Bilde sieht man Vogelschutzhecken und künstlich« Quirl«, die den Freibrutern bei ihren Nestanlagen zugute kommen, sowie Bruthöhlen. Selbstredend fehlen die natürlichen Nester und Eier nicht. Im Tiergarten bleiben morsche Baume stehen, um den Höhlenbrütern ihre natürlichen Wohnungen zu lassen. In alten Eichen wohnen beispielsweise Waldkauz-Parchen. Ferner ist der Wintcrsütterung bei Veranschoulichung geeigneter Futtergeräte ein Platz in der Ausstellung eingeräumt. Interessant ist die Möglichkett des genauen Kennenlernens der Vögel. Man sieht Männchen, Weibchen und die Kinder im Jugend- kleid. Man weist auf die unterscheidenden Merkmale hin zwischen Haus- und Feldsperling und zwischen Star und Amsel. Man lehrt den Flug der Raubvögel unterschetden und zeigt z. B. genau den des Turmsalken. Der Wanderfalke ist sehr sellen geworden. Doch hat er scheinbar starke» Lebenswillen, ei paßt sich an und wurde ein Vogel der Städte. Auf-der-Kals«rÄllilhelm..Gsdäch:ni-.Ä>rch? lebt nun schon sett Jahren ein Wandersalkcn-Pärchen. �chinesische Enten hingegen, die aus dem Zoo ausgewandert sind, lassen es sich im Tiergarten wohl sein und ziehen dort regelmäßig chre Brüten groß. Aus diese Weise nahmen echte Chinesen von einem Stückchen Tiergarten Besitz. Die Hauptanziehungskraft der Ausstellung aber wird wohl der in Notenspracho gefaßte Gesang der Vögel sein. Diese Anregung ist auf Direktor Zimmer zurückzuführen, der dadurch dem volkstüm!ichr>> Erfassen der Aogelkunde sehr weit entgegenkommt. Durch die Noten erfährt man, wie der Pirol seinen Namen„Vogel Vülow" ruft und wie der Buchfink sein«Bin ich nicht ein schöner Bräutigam" sim Man lernt die Taubenrufe und die Unterscheidung von. Amsel- und Drosselsang. Der Tiergarten ist ein großer Vogelschutzpark und v- den 175 Arten von Vögeln, die in der Mark vorkommen, gibt c.- 39 im Tiergarten. Um sie zu erhallen, werden viele Säugetiere verfolgt und die ! Eichhörnchen hol man sogar gcwolltermaßen ausgerottet. Das wir? mancher Natur» und Tierfreund ausrichtig bedauern-, denn das Eich Hörnchen, das Aeffchen unserer deutschen Wälder, besitzt iwn einmal die Sympathien aller Menschen, welche die Natur nicht nur vom nackten Nützlichkeitsstandpunkt au« betrachten können. Schließhch schleckt ein Eichhörnchen ja nicht nur Dogelcier und wenn es mal c-". paar Knospen ruiniert, so g!ll doch unser Tiergarten auch gerade nicht für eine kapitalistisch beiriebonc Holzfabrik Im großen:.".io canzen reguliert der Naturhauzhall sich nämlich selbst,-osonec der Mensch nicht Hineinpsuscht. Bon den arg bedrängten Säugetieren sieht man ttotzdem dann und wann noch mal den Jliis und dos Hermelm. Auch ist dos Kaninchen noch anwesend, ob-.ohl dem Hasen schon der Garaus gemacht ist. Die Hausmäuse scheinen e- Nicht zq ahnen, daß der Tiergarten für sie nicht der richtige Auient- holt ist; denn ein Teil von ihnen hat aus den Gebäuden des Tirr- garten« seinen Wohnsitz ins Freie verlegt. Das häufigste Säugetier des Tiergartens ist di« Wanderratte, bis trotz aller Bekämpfung?- mahnahmen in ihrer Zahl nicht abnimmt. Sie ist für die Menschen eine stete Gefahr, da sie Krankheitsüberträger ist. Die Ausstellung ist sehr gut besucht und oft stehen die Menschen in ihr Ellenbogen an Ellenbogen. Darum sei auck, hier darauf hingewiesen. daß das Publikum bei der Geslalmng der wechselnden Am stellung ausschlaggebend ist. Gut besuchte Ausstellungen werde» nämlich»ach einem gewissen Zeitraum wiederholt. Könlgenilrahlcn im Dicrsi der Kriminalistik. Um einen Recht brecher zu identifizieren, galt bisher als einziges umrügiiches Mittel die Methode der vergieichenden Fingerabdrucke. Ja dielen Tagen wurde nun in'Washington ein neues, von dem dortigen Arz- Poole ausgearbeitetes Verfahrer, der Oeffentlichkett übergeben, da- die Methode der Fingerabdrucke glücklich zu ergänzen schein». Dc Verfahren bc rittst au' der Rpntgenphotopraphie der Naienbogen, deren Form— wie die Prüfung eines Materials von: l-«r 200» Bildern ergab— niemals bei zwei Personen genau übereinstimmi, nicht einmal bei Zwillingen Die Poolesche Methode weist zudem noch den Vorteil auf. daß sich die Form der Nasenbogen wahrend des ganzen Lebens mcht verändert, weder durch Altern noch durch Krankheit. Daher stellt ein zu irgendeiner Zeit des Lebens, ja. schon in der Jugend, aufgenommenes Röntgenbild der Nasenboge- cm dauerndes Mittel zur Wisdererkennung einer Person dar. Höhe der öllsbergc. Ein au« dem Eismeer kommender Eisberg von 100 Meter Höhe über dem Meeresspiegel fft in Wirklichkeit 700 Meter hoch, da er nur zu einem Siebentel aus dem Meeres- wasler herausragt. Die„Grande Armer" Napoleon» war IWi 220 000 Nonn, 1812 475 000 Mann stark. ?lr. 164» 49. Jahrgang 2. Beilage des Vorwärts Kreiiog, 8. April 1932 Wahlhehe gegen Konsumvereine. Das angebliche Subventionsgesuch des Zeniralverbandes. Der Zentralverband Deutscher Konsumvereine und der Reichs- verband Deutscher Konsumvereine haben bei der Reichsregierung einen gemeinsamen Antrag gestellt, die den Konsumgenossenschaften zu Unrecht aufgebürdete Sonderumsatz st euer in Höhe von 54 Prozent zur Linderung der Krisenschäden bei solchen Konsum- genossenschasten zu verwenden, an denen die Wirtschaftszerrüttung nicht spurlos vorübergegangen ist. Datz die Sondcrumsatzsteucr ein Unfug und ein Kampfmittel gegen die Vcrbrauchcrorganisationen ist, braucht nicht betont zu werden. Wenn das Reich die gegen Reckst und Gerechtigkeit erhobene Sondcrumsatzsteucr nun den Konsumver- einen zur Verfügung stellt, ist das eine Angelegenheit, die mit Subventionen nichts zu tun hat. Und doch wird der Schritt der Konsumgenossenschaften im kapitalistischen Lager und bei der mittelständlerischen Presse so dar- gestellt, als ob die Konsumvereine bei der Reichsregierung um Sub- ventionen betteln gehen. Wie liegen nun die Dinge in Wirklichkeit? Gerade die Organi- sationen des Mittelstandes haben keine Veranlassung, über Sub- ventionen zu schreien. Alle Well weiß, daß das Reich bei Dutzenden und aber Dutzeirden von Millelstandsunternchmungen, allein b c l lüg Mittel st andsbanken, mit Subventionen hat cingreiscn nrüsstn. um den Zusammenbruch zu verhindern. Hier stnd reget- rechte Subventionen gezahlt worden. Als im Sommer 1331 die große Krise über die deutschen Banken kam, lagen doch die Dinge so, daß � Taufende von mittelständlerischen Genossenschaften bzw. mittel- ständlerischen Gcnossenschastsbanken von der Erschütterung unmittelbar betroffen waren und nicht zu retten gewesen wären, wenn nicht die Reichs- rcgierung eingegriffen Hölle. Wir halten es für notwendig, an diese Tatsache zu erinnern. Wenn man aber die Sache in der Oeffcnl- lichkcit so darstellt, als wenn das obenerwähnte Ersuchen der Konsum- genossenschasten an die Reichsregierung ein„Schlag ins Gesicht des Mittelstandes" sei, dann gibt es dafür nur einen Grund: man will für die bevorstehenden ivahlcn in Preußen, Bayern usw. Wahl- sliinmung machen. Zu der wenig sauberen Kampfesweise des Mittelstandes gibt der Zentrolvcrband Deutscher Konsumvereine folgende Darstellung: „Im allgemeinen lehnen die Konsumgenossenschaften des Zeniralverbandes grundsätzlich jegliche Staatshilfe al>. In dem vorliegenden Fall handelt es sich auch nicht um eine der üblichen staatlichen Stützungen gefährdeter oder sanicrungsreifcr Wirtschaftsbctriebc, sondern um die Wiedergutmachung eines Unrechts, das den steuerlich schon übermäßig belasteten Konsumgenosscnschasten durch die Aufbürdung der erhöhten Itmsotzstciicr widerfahren ist. Nicht nur dem Mittelstand, sondern auch den Erwerbs- und Wirt- schaftsgenossenschaftcn— zu denen die Konsumgenossenschaften zu rechnen sind— steht ein verfassungsmäßiger Schutz zu. Die Konsumgenossenschaften haben die ihnen nach ihrer Anschauung zu Unrecht aufgebürdete Sondcrumsatzsteucr in Hohe von etwa 13 bis 12 Mit- lionen Mark vom Reich zurückgefordert, damit sie die Gefahren bannen können, die in einzelnen Gebieten des Deutschen Reiches durch den Zusammenbruch der Großbanken im letzten Sommer auch für die Konsumgenossenschaften heraufbeschworen worden sind. Zur die Süudeu der kapitalistischen Wirtschaft lassen sich die Konsumgenossenschaften nicht verantwortlich machen. Wenn in allen Teilen der Privatwirtschaft die gleiche Sauberkcll und Gewissenhaftigkeit herrschte, die in den Konsumgenossenschaften d i e Grundlage allen Schaffens bilden, stände es heute um die deutsche Wirtschaft und um das deutsche Volk besser. Dann würden auch das Wirken der Kopsmugenpssenschaften und die Wirt- schafllichkeit ihrer Betriebe bei weitem nicht in dem jetzigen Maße beeinträchtigt sein. Nach der Anschauung der Konsumgenossenschaften würde es nicht verstanden werden, wenn die Rcichsregicrung die Konsumgenossenschaften mit einem anderen Maß messen wollte als die Genossenschaften des Millelstandes und der Landwirte. Gegen ein derartiges Gebaren müßten jedenfalls lausende konsumgenosseuschasten des Zentralvcrbandes mit ihren drei Willionen Haushaltungen den schärfsten Protest erheben. Die Konsumgenossenschaften wurden ohne jede fremde hilf« und ohne eine öffentliche und behördliche Förderung errichtet. Sie sind wirt- schaftlichc Unternehmungen der minderbemittelte» deutschen Volksschichten, die heute am meisten unter der von ihnen nicht verschul- deten wirtschafllichen Verelendung zu leiden haben. Diele Selbst- hilfebctriebe der vermögenslosen Verbraucher erfüllten dem Staat gegenüber stets ihre Pflicht. Sie nahmen bisher nie etwas vom Staat, auch dann nicht, wenn alle übrigen Wirtschaftsgruppcn die Hand zur Erlangung staatlicher Almosen ausstreckten. Mit um so größerer Berechtigung dürfen sie jetzt die R ü ck c r st a t t u n g der ihnen in einem zu großen U m fang obgcforder- ten Stcuerbeträge beanspruchen. Die Reichsregierung wird für die Nichterfüllung dieses Ansinnens eine triftige Begründung nicht geben können. Darum muß erwartet werden, daß sie ihren so oft bekundeten Drang zur„Wiedergutmachung" auch gegenüber den Konsumgenossenschaften beweisen wird." Der scharfe Absturz im Rcaltreditgeschäft während des ixr- gangencu Jahres kommt darin zum Ausdruck, daß der gesamte Darlehensbeftoird der Gesellschaft nur um 17 gegen 229 Millionen Mark im Vorjahr zugenommen hat, wahrend der Umlauf an Schuldverschreibungen sogar um 23 Millionen Mark gesunken ist, gegenüber einer Steigerung von 233 Millionen Mark im Vorjahr. In Ergänzung des Geschäftsberichtes erklärte die Verwaltung, daß die Risiken in ihrem Umfang vielfach überschätzt würden. Bei der Gemcinschastsgruppc bestände eine starke Risikomisckzung, da das Darlehensgeschäft städtischen und ländlichen Grundbesitz sowie die Kommunaldarlehen umfasse. Der eigentliche Krisen Herd im städtischen Belcihungsgelchäst sei der Großwohnungsbaü sowie die Industrie- und Geschäftshäuser in der City. Diese spielten aber nur eine untergeordnete Rolle bei den Hypothekenbanken. Seldstvcr- stöndlich würden die hypakhekenbanken in heutiger Zeit Ausfälle erleiden, aber diese seien im allgemeinen geringer als angenommen werde. Zur Oschilfeaktion erklärte die Verwaltung, daß die Osthilfe im Endeffekt für das Gros der beliehenen Objekte eine Besserung der wirtschaftlichen Lage herbeiführen werde. Besorgnisse wegen etwaiger Kapitalverluste beständen nicht. Für den Eingang der Zinsen sei das Tempo der Uinschuldung entscheidend. Die Zinsrückstände bei den Kommunen seien unverhästnis- mähig n i e d r ig. Trotz der schwierigen Lage ihres Etats bemühten sich die Kommunen redlich, ihre Zinsverpflichtungen zu erfüllen. Die beiden .3£ il Krisenfeste Hypothekenbanken. Oer Abschluß der Gemeinfchastsgruppe. Der im Jahre 1.330 in der neuen Gemeinschastsgruxpe zusam- mengeschweißle Block führender hypolhekenbankcn veröffentlicht jehl Jahresabschluß und Geschäftsbericht für 1331. Die von der Der- waltung angewandte Bilanzpolitik steht im Schotten der stürmischen Vorgänge des setzten Jahres. Mehr denn je ha» man auf starke Rückstellungen Wert gelegt. Der ausgewiesene Reingewinn de- trägt 11,3 gegen 17.7 Millionen Mark im Vorjahr, aber es sind vor- weg auf die beträchtlich angestiegenen Zinsrückstände 3,3 Millionen Mark abgefchriebcu worden. Der Bruttoertrag stellt sich mit 252,1 gegen 251, S Millionen Mark sogar noch höher als im vcr- gnngevcn Jahre. Die Zinsrückstände aber sind— ein deutliches Zeichen für den Kriscneinbruch Im Realkreditgeschäsl.— aus 5.02 proz. des Zinscnsolls gegen 1,34 proz. im Vorjahr und 0.S3 proz. im Jahre 1323 gesiiegen. Die Dividende wird im Zusammenhang mit den hohen Abschreibungen auf die Zinsrückstände von 12 auf? Proz. hcrobgeseht. Um künstigen Kapital- und Ziirsverlusten vorzubeugen, ist die Verwaltung zur Ausfüllung eines neuen Rcservebeckens geschritten. Insgesamt 21 Millionen Mark werden dieser neuen Rücklage für rnemuelle-Verluste(Delkredere-Konto) überwiesen. Ein großer Teil hiervon stammt aus stillen Reserven, die bisher in dem Posten „Schulden" versteckt waren und aus Grund der neuen Bilanzvor- schristen aufgelöst werden mußten. Im Grunde stellt also diese Manipulation nur eine Verschiebung von Reserven innerhalb der Bilanz dar. Die offenen Reserven erreichen jetzt 131 Millionen Mark bei einem Aktienkapital von nur 83 Millionen. Die Rescrvcpalitik des hypoihekcnbaiikcntrustes hat also auch während der schwersten Krise in bekannter Weise fortgesetzt werden können. Doß die seit 1324 vielfach in steiler Kurve ncrlausenc Auf- wörtscntwicklung des gesamten Realkrcditgeschäftcs im vergangenen Jahr abgestoppt wurde, zeigen folgende Zahlen: sin vollen Millionen) konzernzufammenbrüche von kreuger und Michael berühren die Gemsinschaftsgruppe wenig. Es wurde dargelegt, daß nur zwei Grundstücke der Krcuger-Gruppe beliehen seien und dar- über hinaus kein« weiteren Verpflichtungen des Schwedentrustcs bestehen. In den Händen Jva� Kreutzers befans sich ein Aktienpaket der Eentral-Bodcnkrcdit A.-G. in höhe von 2Z Proz. des Kapitals. Das wären etwa 13 Millionen. Die llnterbringung dieses Pakets wird natürlich in der gegenwärtigen Situation nicht leicht sein. Darüber hinaus kommen noch 6 bis 7 Millionen Mark Pfandbriefe bei Kreugcr in Frage, von denen aber keine„tlnbcguemlichkcitcn" erwartet werden. Bei deni Michacl-Konzern handelt es sich um insgesamt 22 Bc- leihungcn im Werte von 12,8 Millionen. Die Qualität der beliehenen Grundstücke und die Vorsicht bei der Beleihung ließen jedoch auch hier größere Verluste a u s g o s ch l a s s c n erscheinen. Neue Diskontsenkung. licichsbank berust �entralausschuß ein. Die vom Rcichsmtnister Dietrich in seiner kürziichcn Rede vor dem Vorstande der Stoalspartei in Aussicht gestellte Senkung des Reichebankdiskonts wird jetzt bereits spruchreif. Die Rcichsbank hat den Zentralausschuß schon aus heute nachmittag cinbcrnsen, so daß noch im Lause des Tages ein weiterer Abbau des Reichsbankdiskontsahes beschlossen werden wird, lieber den Amsang der Senkung gehen die Meinungen noch auseinander: jedoch ist nicht anzunehmen, daß der Diskont um mehr als Vi Proz. herabgesetzt wird. Da infolge des Stillhalleabkommens von außen her Hindernisse für eine weitere vcrbilligung des Reichs- bankzinssahes' n i ch t bestehen und auf dem deutschen Geld- markt der neueste Rückgang des privatdiskoutsahcs— dos ist der Zinssatz für den Wcchselverkehr unter den Großbanken— bis aus 5% proz. gleichfalls die Vorbedingungen für die Abbaumahnahmc geschaffen hat. so kann die weitere Zinsentlastung der Wirlschasl durch Herabsetzung des Rcichsbaokdiskontcs von 6 aus 5!? Proz. nur begrüßt werden. Baumwollkonzern saniert. Kapitalschnitt bei Debag-Hammersen-Dierig, trotz erhöhter Umsätze. Bor mehr als einem Jahr endete der Kanipf zwischen Deutsch- londs größten Baumwollunternchmungen, der C h r i st i o n D ie ri g A.- G. in Langenbiclau und der F. h. Hammersen A.- G in Osnabrück, mit dem Siege der D i e r i g- F a m i l i e. Diese beherrscht über die Deutsche Ba u M w o lt- A.- G., Osnabrück fDebag), von deren Kapital sie 63 Proz. besitzt, beide Produktionsgcsellschastcn. Für alle drei Gesellschaften werden jetzt K a p t t a l h c r a b s c tz u n g e n vorgeschlagen, um olle Bcrmvgen?- werte der durch die allgemeine Entwicklung eingetretenen A b w e r- t u n g anzugleichen: der P r e i s st u r z für Baumwolle insbesondere machte 2lbschreibungen auf die Vorräte notwendig. Es werden . ä richtig Extra starkes sagt der Berliner, und meint die neue so erfolgreiche„Gold Saba"nach dem alten Orlginalrezept. Dank unserer neu geschaffenen luftdichten[R u m i d Q r �4�- Handle r-Pockg. bleibt das zarte Aroma und die Frische der berühmten jGoId Saba-Mischung dem Raucher yoll erhalten, folgende KaPitalverminderunA-ivorschläge gemacht, die' auf Grund der Notverordnung zu beschließen sind: Das Äapital der D e b a g, der Holding-Gesellschnst. wGd van zl» auf 28 Millionen Mark herabgesetzt. Dazu stellen die Groß» a k t i u n ä r e(vor allem die Dierig-Familiel 4 Millionen Aktien zur Verfügung, die eingezogen werden: der Rest des Kapitals wird im Verhältnis 5 zu 4 zusammengelegt. Der Buchgewinn von l l Millionen Mark wird zu A b s 6) r e i b u n g e n auf Wert- papiere und Beteiligungen verwandt. Bei dar D i« r i g A.- G. stellen die Großaktionäre(Debag, chammersen) ll) Millionen Aktien zur Verfügung, die einge- zogen werden, so daß sich das Kapital! von 30 auf 20 Millionen Matt ermäßigt. Bei der ch a m m e r s e n A.- G. werden 5 Millionen Vorzugs- und Vorratsaktien(nicht eingezahlt) einge- zogen, das Rcstkapital im Verhältnis S zu 4 z u s a m m e n g e- legt, so daß das Hammerssn-Kapitol noch 16(vorher 25) Millionen Mark beträgt. Der Buchgcwinn(bei chammorsen auch ein Teil der offenen Reserven) wird bei beiden Produltionsgesell- schaften für Abschreibungen auf Anlagen, Vorräte und For- derungen benutzt. Danach stellt sich die Verschachtelung der drei Ge- s e l l s ch a f t e n wie folgt dar: Die Debag besitzt 74 Proz. des Diarig-Kopitals und 48 Proz. des Hammersen-Kapitals. Die D ierig A.-G. besitzt 46 Proz. des Hammersen-Kapitals: und die ch a M m e r s e n A.- G. besitzt 26 Proz. des Dierig-Kapitals und 13 Proz. des Debag-Kapitals.„Freie" Zlktien und„freie" Aktionäre gibt es also sehr wenig: vom Debog-Kapital(66 Proz. bei der Dierjg-Familie und 15 Proz. bei chammersen) laufen nur 19 Proz., vom Dierig-Kapital gar nichts(!) und vom chommerscn-Kapital nur 6 Proz. um. Alle Kapitalvsränderungen treffen also f a st aus- schließlich die Großaktionäre, die Dierig-Familie, für die die chqrabsatzung nur eine nominelle cherabschreibung ihres Ver- mögons bedeutet, die allerdings von größter Bedeutung für die Erfolg- und Kostenrechnung ist. Zur oft geforderten Wiederher- stellung der Rentabilität muß diese cherabschreibung, die An- passung an die jetzigen niedrigen Werte, allgemein in der deut- scheu Wirtschaft durchgeführt werden. Die Beschäftigung der beiden Produktionsgesellschaften ist dabei im Jahre 1931 ziemlich günstig, jedenfalls besser als im Jahre 1930 gewesen. So überstieg die Produktion mengen- mäßig bei Dierig die des Vorjahres um 15 Proz., ging aber wertmäßig infolge des Preisrückganges von 37,5 auf 32,5 Millionen Mark zurück. Bei chammersen betrug dar Umsatz 26(gegen 35) Millionen Mark, mar aber mengenmäßig auch h ij h« r als im Vorjahre. Die verhältnismäßig gute Beschäftigung hat sich im e r st e n Vierteljahr 1932 gegenüber dem ersten Viertel- jähr 1931 sogar noch gebessert. Zahlen zur Welistickstoffkrise. Aic Anlagen noch nicht zur L>älfte ansgenuht. Das englische Stick st offsyndikat(British Sulphäte nf Ammonia Federation) gibt über andauernd« Mißverhältnisse in der Weltstickstoffindustrie Mischen Leistungsfähigkeit und Produktiv» einerseits, Absatz und Vorbrauch andererseits, einig« sehr anschauliche Ziffern. Im Jahre 1930/31 betrug die Weltstickstofferzeugung 1,69 WNioneu Tonnen Reinstickstoff. Das bedeutet gegenüber dem vorhergehenden Jahre«ine Verminderung um mehr als eine halb« llAlkion Tannen oder um-fast«in Viertel. Diese gewallige Pro- duktionkÄrosselung, die in der Zeit erfolgte, in der die internationale Stickstoffverständigung in Kraft war, war dennoch nicht in der Lage. «ine Anpassung an den gesunkenen Stickstoffoerbrauch zu bringen In den beiden vorhergehenden Jahren war bereits der Stick- stoffverbrauch hinter der Erzeugung um fast est« halbe Ml- lion Tonnen zurückgeblieben. Im Jahre 1930/31 betrug der Stick- stystverhrauch der Welt 1,62 Millionen Taimen, d. h. noch 73 000 Tonnen weniger als die Erzeugung. Die gesamten in der Welt vorhandenen Stick st offvorräte können jetzt auf rund 600 000 Tonnen Reinstickstofs geschätzt werdsn. Die Leistungsfähigkeit sämtlicher Stickstoffablagen der llstelt wird von dem englischen Syndikat auf 3 Millionen Tonven Reinstickstass geschätzt, ein« vorsichtige Schätzung, dann die tatsächliche Leistungsfähigkeit dürfte heute bereits größer fein, zumal sich der Anlagenausbau in einigen Ländern wie Japan und Sorojeirußland bis in die letzt« Zell hinein fortsetzt. Scher schon die englische Schätzung ergibt, daß im Jahre 1930/31 die Stickstoffanlogen nur zu etwa 56 Prozent ausgenutzt worden sind. Inzwischen ist der Verbrauch, besonders in einer Reihe wichtiger europäischer Länder, noch stärker zurückgegangen, daß man mit Sicherheit an- nehmen kann, daß gegenwärtig im Durchschnitt die Stickstosiantogen der Welt noch nicht zur Hälfte ausgenutzt werden. Indiens Texiilkonkurrenz. Trübe Aussichten für das englische Baumwollzentrvm. Der anhaltend scharfe Rückgang der englischen Baumwoll- ausfuhr nach Indien hat die geringe Erholung, die nach der Pfund- eiüipartung in Lancashire. dem Zentrum der englischen Baumwoll- inhustri«, Platz gegriffen hatte, bereits wieder ausgeglichen. Wie der fichrsiche Industrielle Burnett Hurst kürzlich zu der Cxpprtlage der Textilindustrie von Lancashire ausführte, würde salbst b e i E i n- stellung des indischen Boykotts gegen englisch« Waren der Vorsprurng. den dl« indische Industrie in den letzten Jahren ge- wonnen hat. sobald nicht wieder auszuholen sein. Hinzu kommt noch die sehr ernste Konkurrenz Japans, die sich nach der starken Abschwächung des Aen und infolge des chinesischen Boykotts auf dem indischen Markt immer unliebsamer bemerk- bar macht. Gegenüber der Vorkriegszeit seien auf dem indischen Markt geradezu revolutionäre Veränderungen vor sich gegangen. 1913 i mpariierte Indien noch drei Viertel seines Bedarfes an Baumwollstoffen, und hiervon liescrte Lancashire 97 Proz. Indien nahm also rund die Hälfte des Ge?amtexportes der britischen Baumwollindustrie auf. Im letzten Jahre aber deckte Indien mm noch 35 Proz. seines Bedarfes durch Einfuhr aus dem Auslande, und von dieser gedrosselten Einfuhr entfielen auf Engbind mir noch 58 Proz. Welchen Einfluß die vier Kriegssahrc auf den englischen Export ausgeübt haben, geht daraus hervor, daß von 1913 bis 1919 Englands Anteil an den Garnimporten nach Indien von 91 auf 25 Proz. sank, während Japans Anteil in der gleichen Zeit bis auf 72 Proz. stieg. ©djirffatefwö* öes Oer Staat als Konkursverwalter. Am 12. April findet im Reichsarbeitsministc- rium eine große Anssprache statt zwischen dem NeichAarSeitsministerium, den Schlichtern, den Unternehmer» und de» Gewerkschaste». Ter Gegen- stand der Aussprache ist die K l ä r u n g d e r L o h n- frage. Durch die Notverordnung vom 8. Dezember sind die Ablauf- termine der Tarifverträge überwiegend auf Ende April dieses Lahres befristet worden. Die Lobnvereinbarungen laufen ab oder find kündbar zum Endo Fcbriiar-März für 27 000 Arbeits- träft«, zu Ende April für 6639000. Mai 382 000. Juni 10 000. August 57 000. September 48 000, Oktober-Dezember für 110 000 Arbeitskräfte. Weder in den freien Vereinbarungen noch in den Festsetzungen durch die Schlichter wurde von der Möglichkeit, den Ablauf der Tarifverträge über den 30. April hinaus zu be- stimmen, in größerem Umfang Gebrauch gemacht. Tarifverträge für rund 300 000 Arbeitskräfte gelten über den Monat Mai hinaus bis Ende des Jahres. Der Rcichsarbeüsininister glaubte, daß die Untcrnehmervcr- bände„von der Kündigungsbefugnis der Lohntarifverträge zum 30. April nur a u s n a h m s w c i f e Gebrauch machen werden". Seine Annahme war irrig. Nach den Feststellungen des ADGB. waren bis zum 5. April bereits zum 30. April gekündigt oder liefen mangels einer Äündigungsbestimmung mit dem 30. April ab: ZNauteltarisverlräge für.. 3 600 990 Arbeikskräslc. Lohnverträgc sür..... 2 899 999 Arbeitskräfte. Gekündigt wurden fast restlos die Tarifverträge im H o l Z- gewerbe, in der Bauwirtschaft, in den graphischen Gewerben, in den Gemeindebetrieben, in der Glas- i n d u st r i e und die übergroße Zahl der Landarbeitertarife. Nicht gekündigt wurden u. a. die Reichstarife der Eisenbahner, der P o st, der S ch u h m a ch e r und der Tabakarbciter. Nicht gekündigt wurde bisher auch die Mehrheit der Lohntarife in der Metallindustrie, Textilindustrie, für die N a h r u n g s- mittelindustrie, für die Fabrikarbeiter und im Bergbau. Für die Metallindustrie ist allerdings die Sachlage zur Zeit»och nicht übersehbar, weil zahlreiche Lohntarifc eine nur 14tägiga Kündigungsfrist vorsehen, so daß weitere Kün- digungen zu erwarten sind. Man mutz damit rechnen, daß sür mehr als drei Millionen Ar- beiter und Angestellte die Lohntarife und sür annähernd vier Millionen die Manteltarije Ende April erneuert werden müsien. Dazu dürften Ende Mai noch einige Hunderttausend kommen. 3n einigen Tagen oder Wochen wird also die llohnfroge wieder aufgerollt werden. Die Lohnfrage ist nicht ein Ding an sich, das ohne Rücksicht auf die Wirtschaftslage betrachtet werdsn kann. Auch die Unternehmer behaupten, daß der im Verhältnis zur Produktivität ungeheure Unterkonsum nur behoben worden könne, wenn die Löhne immer wieder und immer weiter abgebaut würden. Die Rentabilität der Betrieb«, die wesentlich«abhängig ist von der Ausnutzung der Produktionsaillagen, könne nur gesichert werden, wenn der Unter- nehmsr durch„elastische", d. h. nach unten nicht gebundene Löhne wieder die nötige„Produktionsfreudigkeil" habe- Es ist völlig zwecklos und auch überflüssig, diese Theorie des steigenden Absatzes bei sinkender Kaufkraft zu widerlogen. Dieser Irrsinn widerlegt sich selbst. Er Hot aber trotzdem in den letzten zwei Jahren gleich einer Epidemie gehaust. Die Löhne und Gehälter sind in immer schnellerem Tempo gesenkt worden. Das Ergebnis dieser angeblichen„Senk, mg der Selbstkosten" sieht so aus: der Anteil der aktiven Selbstkosten. die Löhne, die sich in K a u f k r a f t umsetzen und dadurch die Produktion in Gang halten, ist immer stärker gesenkt worden. obwohl dieser Anteil schon zu niedrig war. um den aufgeblähten Produktionsopparat voll zu beschäftigen. Die passiven«sslbst- kosten, die Berzinsung und Amortisierung der Produktwns- anlagen, sind daher anteilmäßig gestiegen. Je größer dieser Anteil ist, desto Unrentabler muß ein Betrieb sein. Insolvenzen, Konkurse. Zusammenbrüche von gigantischem Ausmaß waren die unausbleiblichen Folgen. Der Skaal ist heule nur mehr ein Sonkursoerivallcr des kapitalistischen Bankrotts. Wie wird der Staat diese Aufgabe erfüllen? Das ist die Frage, die zur Eiüscheidung steht. Der Staat hat mit Milliardenbeträgen. durch finanziell« Kunst- stücke, die immer schwieriger werden, den wirtschaftlichen Zu- sammenbruch aufzuhalten vorsucht. Er hat den Sozialrentnern und den Arbeitslosen genommen, um dafür Unternehmungen, die für die Volkswirtschaft unentbehrlich sind, zu stützen. Mit dieser finanziellen Stützungsaktion ist aber das wirlschoflsproblem noch nicht gelöst. Hapag und Bremer Lloyd. Borsig und die oberschlesische Hüttenindustrie, der Kohlenbergbau und tausende andere Unternelzwuugen sind nicht„notleidend" geworden, weil die ausländischen Geldgeber ihre Kredite gekündigt baben oder weil Deutschland die Zahlungen aus dem Poung-Plan eingestellt hat, sondern well die Massen- not in Deutschland durch den Lohnabbau bis ins Unerträgliche gesteigert wurde.. Der Preisabbau, der den Lohnabbau ausgleichen sollte, ist in seinen Anfängen steckengeblieben. Die Unternehmer verlangen trotzdem eine weitere Senkung der Löhne. Wird diesem Verlangen nachgegeben— gleichviel in welchem Gewerbe immer—, so würde das bedeuten, daß der Staat die Milliarden in die Banken, die industriellen und landwirtschasllichen Unternehmungen mir hinein gesteckt hat, um sie n o ch m a l s bankrott zu machen. Denn so wenig wie es den Massen der Arbeiter gut gehen kann, wenn die Betriebe stilliegen, so wenig können sich die kapitalistischen Unter- nehmungcn auf Kosten der Massen„gesund machen". Krisenkongreß am �3. April. Einziger Punkt der Tagesordnung: Arbeitsbeschaffung! Ter außerordentliche Krise nkongreß deö Allgemeinen Tentschen GewerlschastößundeK. der der- schoben Wörde, nm ihm nichts von seiner Wirkung zu nehmen, findet nunmehr nächste Woche statt und zwar am 13. April. Alle Dispositionen, die seinerzeit getroffen wurden, bleibe» aufrechterhalten. Die Delegierten zum Frankfurter Gewerkschaftskongreß behalten ihr Mandat für den Krisenlongvcß. Der Kongreß wird sich im Reichstag versammeln. Als Berichterstatter über den einzige» Punkt der Tagesordnung:„Die Notwendigkeit der Arbeitsbeschaffung"— ist der stellvertretende Bor- sitzende des ADGB.. Genosse Eggert, bestimmt worden. Kein Kampf in Brauereien? Schultheiß-patzenhofer nimmt die Kündigungen zurück. Wie wir erfahren, hal die Schultheiß- patzenhoser- B r a ue r e i die zum 12. April ausgesprocheneu Sündigungen ihrer Gesamtbelegschaft zurückgezogen und sich bereit erklärt, nach wie vor dieFüof. Tage- Wochein ihremBc- triebe bestehen zu lassen. Die Kündigungen waren bekanntlich aus Veranlassung des Vereins Berliner Brauereien crsolgl, um da» von den Brausreiarbeilern und den Tacisorganisationen abgelehnte Ausfahren von Vier auch an dem seht arbeitsfreien Wlllwoch unter dem Druck von Wassentündigungen zu erzwingen. 3 in Einvernchmen mlt den Belegschaften hatten die Gewerkschaften gegen dieses diklo- torische Vorgehen der Brauereien die schärfsleu Gegenmaßnahmen angekündigt, da sie in diesem Vorgehen de? Vereins Berliner Brauereien den versuch der gewaltsamen Durchbrechung der Fünf- Tage-Woche erblickten. Durch die Zurücknahme der Kündigungen im Schulthetß.patzenhofcr-Kouzcrn ist die einseitige Aufhebung des Surz- arbeilsabkammenv durch den Verein Berliner Brauereien für etwa ein Drittel der gesamten Berliner Braverciarbeiterschaft hin- fällig gewordeo. Es ist somit zu erwarten, daß auch die anderen Berliner Brauereien dem Beispiel der Schultheiß-Dahenhofer- Brauerei folgen werden, hoffentlich ist damit endlich und endgülkig der Konflikt um die Fünf. Tage-Woche au» der well geschafft. Ann erst rechi: Hmdenburg! Weil es den Oeutschoa Telephoawerkea nicht gefällt. Am Donnerstag wurde in den Büroräuman der Firma Deutsche Telephonwerke und Kabelindustrie A. G.. Zeughofstraße 6/9, Flugblätter gefunden, die vor Beginn der Arbeitszeit verbreitet worden sind und zur Wahl von Hindenburg auffordarten. Dr. Hof- meistsr Kuba, der lieber Nazislugblätter gesehen hätte, beseitigte die Flugblätter und machte Anzeige bei der Dttektion, daß B e- triebsratsmitglteder die Flugblätter verteill hätten. Kuba hat zwar gesehen, daß die Nazis am 2. Aprll Fing- blätter im Betrieb«.Verteilt haben, ahne es bei der Direktion onzu- zeigen,'er hat jedoch nicht gesehen, daß Betr ie b s ra t s m i t- g l i« d e r das H'ndenhurgwahlfwgblatt verteitt haben. Di« Firma lebt zu 90 Proz. von Smals auftragen. Anstatt d'n Kuba mit seiner beweislosen Anzeige abzuweisen, hielt dl« Direktion dieser Firma es für notwendig, eine hochnotpeinliche Untersuchung einzuleiten, mit dem Ziele der Entlassung der„schuldigen" Betriebsräte. Dem Eingreifen des Betriebsratsvorsitzenden ist es zu danken, daß von Entlassungen wegen des Verbrechens der Flugblattverbreitung für Hindenburg abgesehen wurde. Wer die drei Pfeil« der Eisernen Front angeklebt I)Ot. war ebenfalls nicht zu ermitteln. Da gegen die Beklebung mit Nazizetteln nichts unternommen wurde, hietten die„Täter" sich befugt, dasselbe zu tun.— Die Antwort wird am Sonntag gegeben: Nun erst recht: Hindenburg! Bei der B e t r i e b s r a t s w a h l am 25. Aprll jedoch müssen Angestellte und Arbeiter die endgültige Antwort geben, die Liste der freien Gewerkschaften wählen. Tagung der Bühnengenosseuschast. Oie Leistungen zur Liadenmg der Not. Die Genossenschaft Deutscher Bühnenange- höriger hicll ihre Tagung vom 5. bis 7. Aprll in Düsseldorf ab. Nach dem Gojchäftsbericht, den der Vizepräsident Otto, Berlin. erstattete, zählte die Genoffenschaft Ende 1931 insgefantt 10 6 2 2 Mitglieder. Der Verfurgungsanstalt in München gehören 48 Mit- gliedsbühnen mit 5539 Bühnenangestellten an. Das Vermögen der Versorgungsanstall betrug Ende des Vorjahres 9,3 Millionen. Otto wandte sich mit aller Entschiedenheit gegen die falschen Ge- r ü ch t e über eine bedrohliche Lage der Versorgungsanstalt. Zur Bekämpsung der Not der erwerbslosen Mitglieder sind in den letzten drei Jahre rund zwei Millionen Mark ausgezahlt worden. Besserung auf dem Gebiete des Theatesr sei nur dann möglich. wenn der Zulauf zum Theater unter strenge Kontrolle genommen werde. Zum Schluß seiner Ilusführungen wandte sich Otto mit aller Schärfe gegen die zahlreichen schamlosen Behauptungen der REO., die nur politische Zwecke verfolge. Die in der REO. zusammengsschlnssenen Spalter würden ihr Ziel, die Genossenschalt zu zerstören, nicht erreicl)en. „Ich bin überzeugt", so schloß Otto,„Sie werden diese Opposition. die einem politischen Idol nachjagt, rücksichtslos und er- 001 sss-rs . �' (O� � Sunllcht Seife im Haus halten Eröffnung mit Sensation� jsen Berliner Allee 21 22 barmungslos ous ihren Reihen entfernen. Eme solche Opposition muh zum Totengräber der deutschen Wirtschaft, zum Totengräber der Genossenschaft und schließlich zum Totengräber ihrer künstlerischen und wissenschaftlichen Existenz werden." Der Präsident der Genossenschast, Karl Wallauer, sprach über Theaterkris« und Notverordnungen. Letztere hätten geradezu vernichtend gegen die Bühnenangehörigen gewirkt. Der Redner wandte sich scharf gegen die Maßnahmen des preu- ßilchen Finanzministers, die zur Zerschlagung der deutschen Theater- kultur führten. Wallauer forderte, die lleberschüsse aus dem Rund- funk dem Theater zur Verfügung zu stellen. In einer 3 stündigen Aussprache nahmen die einzelnen Vertreter scharf Stellung gegen die verhetzende und zersetzende Arbeit der RSO. innerhalb der Organisation. Die Anhänger der REO. müßten, wie bereits in einigen Fällen geschehen, rücksichtslos aus dem Verband ausgeschlossen werden. Besonders der bekannte Berliner Schauspieler Eduard von W i n t e r st e i n und der Obmann der sächsischen Theater, P a u l s e n. nahmen das Präsidium gegen die Beschimpfung der RGO-Anhänger in Schutz. Zum Schluß des ersten Tages wurde an Reichskanzler Dr. Brüning ein Telegramm abgesandt, in dem der Kanzler und sein Kabinett ersucht werden. wenigstens für dos kammende Jahr einen nomhaften Anteil der Rundfunküberschüsse für die Rettung der deutschen Bühnentunst zur Verfügung zu stellen. Dem bisherigen Verwaltungsrat wurde mit 14? gegen 19 Stimmen bei 21 Enthaltungen Entlastung erteilt. Der bis- herige Präsident der Genossenschaft, Karl Wallauer, wurde mit 193 Stimmen wiedergewählt, der Vizepräsident Erich Otto nnt 166 von 163 Stimmen. Aus die Gelben gekommen. Worüber man sich heute bei Hitler freut. Die Nationolisozialistische Parteikorrcnspondenz veröffentlicht unter der Ueberschrfft„Auch die Angestellten für Adolf Hitler!" den Aufruf des RDA.(Reich-verband Deutscher Angcstelltenberufsver- bände) zur Reichspräftdentenwahl am 19. April. Der„Völkische Beobachter" schrieb»och am 29. November 1931 über diese selbe Organisation das Folgende: „Es gibt Organisatiönchen in Deutschland, die ihre Zeit sür gekommen erachtet haben, um unter den faltenreichen Mantel der Harzburger Front zu schlüpfen und„Politik" aus ihre Art zu lreiben versuchen. Wir meinen Sie Wirtschaftssriedlichen oder. wie sie im Voltsmunde heißen, die Gelben, die van Zeit zu Zeit krampfhaft bemüht sind, die Aufmerksamkeit auf sich zu lenken, damit sie nicht ganz in Vergessenheit geraten.... Wir National- fazialisten bedanken uns dafür, wirtschaftsfriedlich im Sinne des RDA. nebst ähnlichen Verbänden zu sein, da wir keine Re- form, fondern eine grundstürzende und revolutionäre Wirt- jchaftsgesinnung erstreben... Jetzt ist Hitler glücklich, daß wenigstens die Gelben sich noch zu ihm bekennen. Damit ist sein Schicksal besiegelt. . Oer Staat muß wieder Helsen. Oer privattapitalismos versagt. Die Untsrnehmerorganisationen und die Gewerkschaften des Baugewerbes haben in einer Eingabe an den Reichsarbeits- minister von der Regierung die Einrichtung vpn Werkplätzen für Bauarbeiterlehrlinge gefprdqrt. ' Die fyfäJm-ai b 4 j iL 1a se n£ e h xl in ge des.Baü-zciperbes ist seit dem Jahre 1929 so stark gestiegen, daß die Mjchiöiüng des Nachwuchses außerordentlich gefährdet ist. Die jungen Leute sollen auf Pen lPerkplätzen beschäftigt und in ihren KexufdkgMtnMn ge- fördert werden. Bei dem volLzen Daniederliegen des Baugewerbe! Hantzelt es sich besonders jetzt, noch der Hchistentlassung, um«ine dringende Notwendigkeit. Wieder muß also der Staat einspringen, weil die vielgerühmte private Initiative oersagt. Reaktion ist Trumps bei der„Mitropa"' Razifrevnbliche sslnternchmerpraktiken. Nachdem es durch die Treibereien der höheren Beamte« der „Mitropa" gelungen ist. auch die Berliner Belegschaft durchein- anderzubringen und bei der letzten Betnebsratswahl im Januar d. I. den Angestelltenrat und auch den Arbeiterrat mit„Naziräten" zu verseuchen, hat die„Mitropa" auch den letzten bisher zur Schau getragenen Schein van Arbeiterfreundlichkeit fallen gelassen. Hinter den Kulissen gefördert und kräftig unterstützt wird die Nazizelle in den Berliner Betriebsabteilungen oon verschiedenen höheren B«- amtsn, vom Personalbüro und dem Rendanten der Betriebskrankenkasse, Fink. Der Einfluß, den diese Schrittmacher des Dritten Reichs in letzter Zeit bei der Direktion gewonnen haben, ist unner- kennhar. Der Abtellungslciter des Anhalter unö Potsdamer Bahnhofs, Rüdiger, quält die ihm Unterstellten. Wenn er pfeift, muß alles springen wie die Rekruten aus dem Kasernerchos und mit den Händen an der Hosennaht„Befehle" entgegeimehmen, die mit einem geordneten Dienstgang nicht das geringste zu tun haben. So läßt er z. B. das Spsifewagenpersonal— ganz gleich, ob viel oder wenig zu tun ist— ganz unnötigerweise und npr weil es ihm Spaß macht, die Warenvorräte aus- und wieder«in- pack««. Besonders„liebevost" ist man in den letzten Monaten mit den Köchen oerfahren. Noch den bis ins kleinste ausgeklügelten Kochrezepten der Mitro>ia muß der Koch beim Kaffee mit IL Proz. und bei den Speisen mit 49 Proz. kochen, d. h. für 12 M. oon dar Fixmo gelieferte Kaffeebohnen, Zucker und Sahne nnitz der Kpch 199 M. heraußipirtschaften, für 49 M. geliefertes Rohmaterial für die Zu- beroimng von kalten und warmen Speisen mutz der Koch ebenfalls 199 M. herauswirtschaftsn. Ueberfteigt der Koch mit einigen Pro- zenten die oben angeführten Sätze, dann wird ihm einfach der ent- slandene Fehlbetrag vom Lohn abgezogen. Ein zur Berliner Belegschaft gehöriger Hilfeschaiiner hatte vor kurzem das Pech,«inen Reisekissenqustdlngsblack mit 24 Quittungen zu je 1 M. zu verlieren. Die Metropo sonderte volle Bezahlung, olio 24 M., das ist etwa«in Sechstel des Monatslohnes, den ein Hilseschafsner ausgezahlt erhält, obwohl der Firma ein Schaden nicht entstanden ist, da niemand den Block verwerten kann. Der Hilfeschaff- ner wandte sich an den Betriebsrat. Dieser verhandelte mit der Firma, leiper ohne Erfolg. Der Organisation ist keine Möglichkeit zum Eingreisen gegeben, weil der Hilfmchaffner nicht organisiert ist. Wer sich vor den Uebergriffen der Firma und ihrer Unterorgans schützen will, werde Mitglied des Zentralvcrdandes der Hotel-, Restaurant- und EafKangestellteri. TeLtilverhandlungsn in Westfachfsn gescheitert Die MaNteltarifverhandlungen in der westsächflsch«» Textiliudu- strie. die am Mmwoch vor dem sächsischen Landesschlichter in Leipzig geführr wurden, sind gescheitert, da eine Einigung nicht zu erzielen mt. Der Schlicht« hat zu neuen Verhanblungen geladen, .Freie Gewerkschafts-Lugenö Berlin pnute. ffmtus, 8- April, um 13% Uhr, tazs» die Eruvveir. Süde»: Sugerrdheim Waffertorftr. 3.„3er«uherorderitliche ADlSB..Kozigretz."— Jugendheim Spreesir. SO. Fahrterlekmiss«.— Nord ri-g: Jugendheim Schule Sorrnenburger Str. 20. Areismitglirderversammlung. — Treptow: Jugendheim Elsenstr. 3(am Bhf. Troptowi.„Dirtschast«volitischc Tagesfraaen."— NeoiMn- Jugenheim Treptower Str. 36.„Der Krieg im Fernen Osten."— Hermannplah! Jugendheim Sand erste. II. Ecke Hodrecht- straße..Götzendienst und Schiffahrt."— Osten: Jugendheim Frantfurter ?Mee 307, hönszimmer. Heimbcsprechung. Kontrolle der Vcrbandsnllcher nnd Heute um 18 Uhr Aufmarsch der stund« fällt an?. Eisernen Front" im Lustgarten, Die Sprech. Zugendgruppe des Zentralverbandes der Angestellten W& Haute, Freitag, finden folgende Veranstaltungen statt: SSdweft: Jugendheim Horckstr. U(2. Hof, Quergebände 1 Treppe, Zimmer 5). Abend eigener Ausgestaltung.— Berliner Drucksroi. und Lerlagsaefellschaft m, b, H., Geschäftsstunden non 20�-22 Uhr im Jugendheim Sberthstr. 12.— Unsere Photogruppc tagt non isr'i— 22 Uhr im Berbandohaus, Zimmer 24. Allgemeine Wetterlage. 7.AprilA932,2hds.�£& 0wolkanlo(,0 heller.® hslbiedackr aw-ollng,#b«ieckt*(?egeaAGrnBp»ln Schoeft5)fcbelRfewtfro(<§VrtndstJle KSozialisiMe Arbeiterjugend Groß-Verlm Unter dem Einfluß eines tiefen Minimums über Skandinavien hatte das Wetter im Reiche am Donnerstag einen sehr unfreund- lichen Charakter. Mit Ausnahme des Alpenvorlandes kamen überall kräftige Schauer vor, in deren Begleitung strichweise auch Gewitter auftraten. Dabei wehten im ganzen Reiche starke, stellenweise stürmische Westwinde. Die Temperaturen zeigten überall eine sinkende Tendenz, denn in den westlichen Luftstrom auf der isüdseite de? Tiefs mischten sich kältere, volare Lustmassen. die aus seiner Westseite südfpärts fließen. Bis Freitag wird sich die Depression weiier dsimärts verlagert haben: uitsärAZeftiet'wfrd so immer-mehr unmittelbar in den polaren Luststrom gelangen, in dem bei uns im Frühjahr unbeständiges Wetter zu herrschen pflegt. * Nottgrautzsichken für Berllaj Unbeständig und sehr kühl mit wiederholten Schauern. Frische westliche bis nordwestliche Winde..— Für Deuischlood: Ueberall kühles, unfreundliches Wetter mit Schauerniederschlögen. Namentlich an der Küste noch starke West- winde. St»se«dmrge» str dies« Rubril stob Bettln®S«, Linden strotze 3, Parteinachrichten für Groß-Berlin stet, on da» Bezirtpfekretori« 2. Hof, 2 Treppen rechts,|0 richten Z. Kr«!». Kreizoorstondssttzung der„Eisernen Front" om Sonnlog, 10. April, 11 Uhr, im Zentralwahtdüro on belonnler Stolle. 85. Abt. Die für den 9. April geplante Kundgebung findet umständehalber uiÄt statt.— Freitag. S. April, 20 Uhr(nach der Kundgebung der ..Eisernen Front" im Lustgarten), erweiterte Vorstandssitzung im Lokal ..Zur Linde". 103. Abt. Treffpunkt zur gemeinsamen Fahrt nach der Esrnmelstelle zur Luft- gartendemonstration Ktzstriner Platz 15% Uhr am Bahnhof Friedrichshogeji. 125.«bt. Unser Parteifreund Albin Krämer begeht am 8. April seinen'30. Ee. burtstag und sein Mjähriges Parteijubiläum in körperlicher und geistiger Frische. Zsiir wünschen dem Jubilar-inen ruhigen Lebensabend. 131. Adt. Sonnabend, 3. April, l3>� Uhr, Funltio närvers ammlung im Lokal „Wplfsschlucht", Treskowstratze. 133. Abt. Sonnabend. 3. April, 20 Uhr, Beteiligung an der öffentliche» Per- sammlung in Karow, Dprsstr. 1, bei Mime. Arauenverallslallung. 1. Kreis Milte. Die Senossinnen werde» gebeten, sich Ow Sponobend frih um 7 Uhr an den von den Abtellnngslriterinnen angegebenen Stelen zur Ad- balvrg de» Extie..,Borwarls" sSr die BerteUnng n»r den Warenhäusern einzufinden. Arbcitsgemeinschvst der Sindersreunde Grosz-Berlln. « Friedrichshoin: Heute, Freitag, fallen sämtliche Abteilungsveron. ß sialttzugen aus. Pllc Helfer nehmen an der Kundgebung der i Eisernen Fpont teil. i Krepzberg, Abt. Psrwärls: Achtung. Restsalken! Ad Sonnabend i gellen vi« Mädel» wieder Baden, lä Pf. mitbringen. " 20. Kreis Reinickendorf: Moniag, ll. April, im Jngenbheim Pittonau Bastelahend. Beginn 13)� Uhr. Sterbetafel der Groß-Berliner Partei-Organisation j 3. Abt. Am 3. April verstarb im Alter»an 68 Jahren unser«sienofse Willielm Schumann, Dresdener Str. 23. Ehre feinem Andenken! Einäscherung Freitag, den 3. April Wh Ubr, Krematorium Baumschulenweg. 12«. Abt, Am 2. April»erstarb unser Genosse®altsr Fritsche.-Nr werden ihm ein ehrendes Andenken bewahren! Die Einäscherung hat bereits statt. gefunden._ Vorträge, Vereine und Versammlungen Reichsbanner„Schwarz-Rpk-Gold". E-Ichäftssielle: Berlin S. 14. Ssdastianstr. 37—33. Hot 2 Tr. chailettenbnrg: Das Ehrenmitglied und der. Senior de« Ortsperestis, der attipe Kamerad Leopold Gerechter, ist. 34 Jahre»lt. oerstorben. Beisetzung Freisag. 3.-April. Jüdischen Friedbvs in Weitzensee. Alle dienstfreien -tameraden treffen sich ls'ö Uhr vor dem Eingona Lothringer Straße. Erscheinen Ehrenpflicht.— Zur Kundgebung Lvstaapten Treffpunkt 16>4 Uhr Kleiner Tier- aarton.— Treptow, Kameradschaft Schd new eid c, I oh a n nizth al: Freitag. 8. April, iiih Ubr, Treffpunkt Bahnhof Mederschönewetde.— Bern»»: Sonnabend. 3 April, ll»,; Uhr, Treffpunkt Bolkshaue Belleoue. Kundgebung der Eisernen Front.'__ NepubUtanisch« Sebnermceinignng. Monlog, 20 Uhr.«ortragsobend mit Diskussion im..Alton AsiauUr", Anhaltstr. 11. Es spricht Genosse Schwarz Uber„Keichspräsidenlen. und Landtagswohl". Säfte wtlliammen. Der Kinder, und Ingendchor»oiebern d Argnto übt setzt im Jugendheim Urbanstr, 167 leben Dchntaa vvn 17— lü'/i Uhr. Der Unterricht ist kostenlos und dewirkt, datz unsere Klnder sich besserer Schulzeugnisse in Gesang und Musik erfreuen. Anmeldungen sedersoit. Zenttalnerbon» der ÄrbeitsinnoUdcn und«rtwen Deutichlnubs. Freitaa. den. 3. April 1332. Alt. Glien icke. Lokal Habrecht. Friedr.ichftt. 2. 13 Uhr: Kreuzber« II, Lokal Wollfchläger. Adalbertftr. 21. 16 Uhr: Mitte II, Lot»! Arndt. Schräderftr, 2, Wh Uhr. Engllsb Conve.seiion«! Club founUed 1873. Meeiingt every Fridey 3 p. m. Cof« König, Leipziger Str 117/118 Leeturer: üev. si. E. Turner orn„Prohibition in».« USA.® Ciuests, Ladies& Gentiemen, are welconre.4� Einsendunzen für diese Rubrik nur an das Juzendsekrelariot Berlin SW 63. Lindcustratze 2. vorn 1 Treppe rechts. Das Sekretarlot wird heute wegen der Lustgarten.Kuudgrbung um 16 Uhr geschlossen. heute Kundgebung der Eisernen Front im Lustgarten, 18 llhrz Treifvunkle der Parteibezirke: Wedding, Mitte, Reilckckendorf: 1614 Uhr Grenzstratze. Prenzlauer Berg, Pankow. Weitzensee: 1616 Uhr Danziger Stratze iMittelpromenades. Friedrichshoin. Lichtenberg, Treptow. Adpentck: 1611 Unr Kitftriner Platz..Kreuzberg, Neukölln: 1611 Uhr Foittänepromenadc-Urbanlttatze, Tempelhof. Schöneberg, Zehlendorf, Wilmersdorf. Steglitz: 16-1 Uhr Hornsiratze Eharlottenburg, Tiergarten, Spandau: 1616 Uhr Kleiner Tiergarten,— Alle Genossinnen und Genossen beteiligen sich. -tz- Abteilnngsleiter, reicht umgehend die Fragebogen, sisietglloi-beiter ein! 3. Kabarett-Watinee der Polksbühne, Sountaa, 17. April 11'/- Ubr, Karieil zu 1 M. sind im Sekretariat erhältlich. heule, 13�- Uhr. Abteilungsmitgiiederversamwlungen. Aöllaischer Park: Waisenstr. 16.— Gesuadbrunnen, R. F.: Aoloniikstr. 6.— Luisurftadt: Wassertorstr. 4.— Baumschuleuweg: �örnststr. Iß. Arkauaplatz: ClisabLthkirckistr, 19:..Cnalische GewerkschaittN".— Ro'ro thaler Vorstadt: Tieckstr. lS:„TagLSpolitik�.— Zentrum: Watsenstr. Z8: V« svrechung der Werbung.— Hansa: Bochumer Str. 8b:..Dos Heidelberqer Pro- qromin".— Moabit l: Schule Woldenserstr. W: Rückblick und Ausblick in Preuhen".— Moabit Ii: Lehrter Str. 18�10;„Die Klassiker und ihre Bedeutung für das Proletariat".— Sportpalast: Genthiner Str. 17: Faltenabend und Aelteren.'Arbcilsgemeinsckiaft:„Agrorprogramm", I. Teil.— Gesuubbrunnen II: Äolomcftr. 8 sWohlfahrtsamt. 3. Hof, Fabrikgebäude, JV: Einführungsabend.— Aruimplatz: Sonnenburger Str. 20, Zimmer 4: Werbefeier(nach der Kund gebung).— Arnswalder Platz l: Schänlanter Straße.(Baracken): �.Organisatorischer Äufbau des Staates".— Balfan: Baracke III:„Kampf um Preußen".— Falkplatz IT: Sonnenburger Str. 20; Bunter Abend.— Hohenschönhause«: Freienwalder Str. 6:„Wie diskutiere ich mit politischen Gegnern?"— Anbreas platz l: Brommnstr. 1:„Das Kommunistische Manifest", II.— Baltenplatz- Tilsiter Str. 4— 5: Brcttspielabend.— Frankfurt r Viertel: Frankfurter Allee 307 Bunter Abend.— Petersburger Viertel Ebertystr. 12: Werbeabend.— War schauer Viertel: Litauer Str. 18:„Autarkie und Weltwirtschaft".— Warschaucr Viertel, R. F.: Litauer Str. 18:„Gute und schlechte Literatur".— Reiche uberger Viertel: Manteuffelstr. 7:„Bedeutung des 1. Mai".— Friedenau: Offenbqmer Straße äa:„Humor aui Schallplatten".— Schöneberg l: Hauptstr. 1Ü: Werbe abend.— Schöneberg II: Hauptstr. 15: Fragekastenabend.- S-harlotteuburg- Süb: Goethestr. 12:„Bursche und Mädel in der Grupvengemeinschaft".— Lankwitz: Wir gehen zum Heimabend nacki Lichterfelde.— Lichterselbe: Albrechtstr. U: Werbeabend.— Steglitz H: Flemmingstr. 14b:„Entwicklung des Äopitölts. mus", n.— Marieudorf: Dorfsir. 7:„Abwehr". Die Gruppen des BB. Pehmen daran teil.— Britz: Parchimcr Allee:„Wesen und Ziel des Faschismus".— Neukölln I und VJÖ: Rütlischule:..Wesen und Ziele des Faschismus".— Ne» föfln n und X: Bergstr. 29:„Wesen und Ziele des Faschismus".— Neukölln Iii unö Xi: Ziethenstr. 58:„Wesen und Ziele des Faschismus".— Neukölln Ta unö IX: Aanner Straße:„Wesen und Ziele des Fgschismus".— Neukölln v7 und MI: Karl.Marr.Schule:„Wesen und Ziele des Faschismus".-> Treptow: Elsenstr. 3:„Arbeitervrogramme von Lassalle".— Köpenick N: Dahlwißer Straße 15:„Tagespolitik. Friedrichsfelde: Gunterstr. 44 in Lichtenberg: „Lohnarbeit und Kapital".— Kaulsdorf: Schule Adolf str. 23: Lustiger Abend. Karlshorst: Treskowallee 44: Fahrtenerlebnisse.— Lichtenberg-Mitte: Dossestr. 2.'. „NSDAP.— KVD."— Lichteub-'rgeNord: Gunterstr. 44:„Tagespolitik.- Mabledorf: Kamvfliederabend.— Reiuickendorf.Ost: Lindauer Straße lBaracke». Heimabend.— Wittenau: Hauptstr. 13:„Humor auf Schallplatten". Lichten- derg'Nordwest: Doffestr. 22:„Aus den Anfängen der Arbeiterbewegung". Werbebeziick Wedding: Luftaartendemonftration. Antreten Parteitreffpunkt. 20 Uhr: Sprechchorprobe, Willdenowstraße. Werbebe»irk Prenzlauer Berg: Treffpunkt �ur Demonstration 16�. Uhr Dan« Alger Ecke Weißenburger Straße. Fahnen mitbringen. Zport. Trabrennen zu Mariendors. Pre>s no« Zunofernsee. 1. Ali(TirschtieaeN: 2. Nrledurg.' 3. Doiir: 4. Icarus, Toto:»6:10. PI. 14. 14. 13, 20. Ferner liefen: Polanmdes, Quiolla, Duraigänger, Silva, Rothkelchen. Diane. Billy Bell, Leid-Garde-Hufar. Mag da. Preis«um«SrnntweUssrc. t. Etie(Sh, Millsl: 2. Aallenftein: 3. Land. Inger. Toto: 16:10. Pl. 10, 12, 13. Ferner liefen: Felsburg, Eilia, Dqpid Dillon, Werburg, Preis»am Schlachtenlee. Qnernlant(Dh. Mills!: 2. Eortez: 3. Edellinde. Tow: 22:10. Pl. iz. 32, lä. Ferner liefen: Humorist, Heureka, Poterle ff,, Landiunksr, Nelln Arnold, Adio. Preis now Schwielewfee. 1. W. Lehders Allafch(Eh. Mills): 2. Ionnn: 3, Albrecht der Bär. Toto: 16: 10. Pl. 12, 17, 32, Ferner liefen: Hudorta, Jngara, Eonftantin Frisco. Ovation. Preis nam Bannsee.,. I.,.Qderrosenz Ranhia tJ. Frömiuing): r2,-.,-Mgri- Watts: 3. Don Zofe,- Toto: 41:10(ifal. 46). PI. 12, 11. Ferner Msttn: Eharlie M:,'Fällen stein, Hals-Häls. Preis nsm Müggelsee, ll Geiselgastelg« Äarolo iW. Krau): 2. Odleuium; 3 Musiro: 4. Gra�lume. Tow: 83; 10 irtal. 42). Pl. 14, 12. 14. 26. Fenrer pefeit: Brnnhild, Peschkesch. Pergamon, Eontessa Maddalena. Honni Srtdnfcho: Landstreicher, ErllSuigin. Urania. Hildegund, Delegation, Dychpufchfa. Eine Ausstellung von„Vergnumn-Slasie- Stickereien" veron- stoltet die Karstadt 2L•©., Hermannplatz, von Montag, den 11. April, bis Sonnabend, den 16. April, ge,«einsam mit der Haus Bergmann Zigarettenfabrik A.-G, Di« Ausstellung ist täglich ab 9 Uhr geöffnet. Nachmittags ab 4 Uhr finden prak- tische und madische Vorführungen mit erläuterndem Vortrag über die Verwendung der Berqinann-, Klasse"-Stickereien statt. Die Prominenken von Bühne, Hilm. Funk und Sport geben sich om 11.. 13. und IS. April 1832 im Rabmen der Ausstellung ein Stell dichein, um das Publikum durch Autogramme zu erfreuen. Jede» Besucher erhält ein Bergmann>„Klasie"-Geschenr. Eintritt frei! Sandalen bequem leicht ta braun Bind- ied«r>Sandal«n eiorehflonäM. besonder» haltbar Gr&M43-46 3,90 Grfesa 36-42 3�4» OrSw» 31-33 2,95 <*«>»•27-30 2,6» MtQWgrstwaren Dampfwurst.......... Pfd. 0,68 �f��Fleischwurst.......... Pfd. 0,68 """ Jagdwurst............ Pfd. 0,80 Mettwurst Brawsch*. Art, Pfd. 0,85 Wiener Würstchen.. Pfd. 0.88 Feine Leberwurst.... Pfd. 0,98 Teewurst.............. Pfd. 0,92 Zervelat od. Salami Pfd. 0,98 Schinkenpolnische...Pfd. 0.98 Fetter Speck.......... Pfd. 0.66 Nuss-Schinken....... Pfd. 1.38 Oeljkatesswürst.Dose.SPiar 0,65 '■ Magerer Speck....Pfd. 0,84 Obst und Gemüse Apfelsinen blond... 3 Pfd. 0,46 Blutapfelsinen..... 3 Pfd. 0,60 Amerik. Tafeläpfel 3Pfd 0,98 Bananen........... 3 Pfd. 0,95 Zitronen......... vir. von 0,28 Rhabarber.......... 2 Pfd. 0,42 Salat............. Kopf von 0,12 Spinat............... 2 Pfd. 0,25 Radieschen....... 3 Band 0,20 Möhren gewaschen... Pfd. 0,05 Rot- und Weisskohl ptd, 0,07 Wirsingkohl.......... Pfd. 0,07 Nierenkortoffeln..... Pfd. 0,16 Gemüse- Konserven"n Dose Kalif. Stangenspargel.. 1,98 Brechspargel dann....... 1.25 Kaisererbsen............ 1,30 Junge Erbsen fein........ 1,10 Junge Erbsen mittelfein.. 0,78 Gem. Gemüse fein....... 1,25 Gem. Gemüse mittelfein 1,00 Leipziger Allerlei........ 0,78 Haushalt-Mischung ans peiroehnnt Erbsen hergestellt 0,38 Junge Brechbohnen I... 0,52 Spinat.................... 0,42 Karotten in Streifen....... 0.32 Obst- Konserven voee Apfelmus................. 0,48 Span. Aprikosen»/jFracht 0,68 Erdbeeren................ 0,98 Kirschen rot, mit Stein.... 0,90 Sauerkirschen mit Stein,. 0,98 Stachelbeeren............ 0 75 Pflaumen■/, Kracht....... 0.72 Preisseibeeren.......... 0,35 Frisches Fleiscl Schweinebauch o.e., Pfd. 0,50 Schweinekamm oder Schuft obne Beilage...Pfd. 0»70 Rückenfett bratfertig.... Pfd. 0,50 Kassler mild.......... Pfd. yon 0,70 Gulasch.................. Pfd. OiSO Rinderbacke........... Pfd. 0,38 Kalbskeule bis»Pfd. schwer, ganz oder geteilt......... ffd. von V|ö4 Schmorfleisch o Kn, Pfd. ▼. 0,66 Suppenfleisch...... Pfd. von 0,42 Gehacktes............... Pfd. 0,50 Schweineköpfam.BactePfd. 0,3t» Schweineleber........ Pfd. 0,7 J Schweinenieren....... pfd. 0,60 Rinderherzen.......... ptd. 0,36 Euter...................... Pfd. 0,18 Fische und Räucherwaren 'Brotscholien.........J Pfd. 'Grüne Heringe...... 3 Pfd. *KaboliaUgr.,o. Kopf, i.g, Pfd. 'Seelachs �..o. Kopf,!, gz.. Pfd. "Kabeljaufilet......... ptd. 'Rotzungen............. Pfd. 'Schellfisch m. Kopf, L gz.. P(d. 'Zander gefroren f. ganz.. Pfd.v. 'Lebende Karpfen Pfd. v. 0,25 0,32 0,10 0,10 0,14 0,22 0,28 0,35 0,60 • In allen Häusern ausser Andreasstr. Bücklinge.......... Pfd. von 0,22 Schellfisch gersnohert... Pfd. 0,28 Seelochs geräuchert..... Pfd. 0,28 Makrelen geräuchert.... Pfd. 0,28 Stückenflundern ger., Pfd. 0,34 Flundern geräuchert..... Pfd. 0,26 Sardinen.Hertie' Dose 1,10, 0,60, 0.40, 0,32 Tafelöl................ Liter 0,50 r--—---- I Ananas in Scheiben....... 1.10 Kürbis in Essig nnd Zacker 0,68 Eisbein mit Spitzbein gepökelt............... Pfd. I Konfitüren Vorzügliche Gebäckmischung....Pfd. 0,95 Schokoladen- Sortiment V ollmilch oder Schmelz_ 3 Tafeln a 100 g 0,60 Edel-Schokolade Bitter, Vollmilch, Nass._ sortiert............ 3 Tafeln 0j70 Feinstes Gebäck Dose ca. 500 g 6,25 Borken-Schokolade'.jPfd. 0,45 Kokos-Flocken mit Schokolade.......'/, Pfd. 0,45 Relief-Schokolade Pfd. 0,55 Creme-Schokolade 5 Tafeln a 100 g 0,95 VÄ/oirtA Extra billige und gute Jubiläums- Füllungen 31 erSchlossBöckel- heimer Mühlberg Natargewächs: Winzer- Ä OC \ crcin, 10 FL 8,00, FL WyO«# SSarChät.larose Baurech Bordeaux-.42 Briekäse voilfett...... Pfd. 0,53 Steinbuscher vollfett, Ptd. 0.68 Butterkäie............ pid. 0,70 Bayr.SchweizervoiifePfd.v. 0.95 Molkereibutter..... Pfd.1,30 Grosser Jubiläums-Verkauf Proiss nur Freitag u. Sonnabend. i Mengen(.bejabe vorbehalten. Verkauf soweit Vorrat. Fleisch u. leichtverderbl. | Waren sind vom Versand ausgeschloe«. Zusendung von Labe nsmittel n bei Bestellung von 5,00 M. an. 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VoiusDühne rtiealer am Bülowalati 8 Uhr Kamrail Kasper Volkss tick von Paul Schurck Regie: Günther Stark Staat). SdiUltr-Diealer 8 Uhr Cyrano vonBergerac Wintei. - Qarten- 8.1 S I flara 3431 Haudien erlauit Sonnabend u. Sonnlan je 2 Vorstclio. 4 n. 8.15 Ohr. 4 Uhr Kleine Preise Die neue Variete-Revue ,>« .... ein anigsieidinetes arthtiidiei Programn] gesellen: Vor allem das Loie-fDller-Lidit- ballett, eine Orgie aas tanze- risdi lewegten öewäadern ood erregenden LiditHrn. lidieili das Idiönste, was man an! die sem Gebiet im Variete je gesehen&at•.. Tempo v 5. 4. GR. SCHAUSPIELHAUSTägl.SD. I Nn» noch 3 Tage! W Sfädl.Oper Ctiarlottnnburi: dismarckstraßc 14 Freitag, 8. Apiii Turnus I 20 Wir Friedemann Bach Fides5er. Salvatini Schirach, Friedritt, Hiisch, Bsiumauo, Gooibcrt Ende �3 Uhr jv.uhrCASINO-THEATERs'/.ub. Lothringer Strafte 37, 1 iiiMiiuinminiintiiiiimniiiiiimiiiiiiiiiiiiiiiimiimiimiiiiiinni i Berlins neuestes Operetten-Theater! „Psppina" Operelte in 3 Akten. 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Ausgabestellen, sowie alle Annoncen-Expeditionen | uername|[ Für htc zuhireichc Beteiligung bei dem Heimgunge meines Vaters Karl Neumann fpccdie ich allen Partei» und Bau- genossen nieinen herziichiien Danf aus. Im Namen her Hutterhliebenen t'n ii I Xr-umanti BIn.-Bchnsdors, 8. April ISSZ. Hur Erste Qualitäten I essing-IbMl 1 aglich fi1/» Uhr Der nroBe Erlolfl Erika v.Thellmar.n Kart Vcspencana in: Morgen gehta uns gut! 38 /O Suchst du ein spannendes Buch voller Abenfeuer? Hier ist es!— und noch dazu eines, in dem nur die reine Wahrheit berichtet wird; Sor/s Nikolajewsky: ASEW Die Geschichte eines Vorrats. Dokumente russischer revolutionärer Bewegung. Mit zahlreichen Fotos. 267 Seiten. Ganzleinen. 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