BERLIN Freitag s. April 1932 10 Pf. Ar. 165 B 82 49. Jahrgang ErscheinttSglich außerSonntag«. Zugleich AdendauSgade des.Vorwärts� BejugSvretS für beide Ausgade» 7ö>vf. ueo Woche. Z,2s reo Moni« tdaoou«i?'Ii' monarllch für Zustellung ins HauS) im voraus Willbat Postdesug 3,97 M. einschließlich 60 Pf. PosticitungS. und 72 Pf. Postbestrllgedüdreu. SftcUaaltfaße xtel Anieigenvrei«! Die rlnsvaliige Millimeterielie 3V Pf. Rcklamezeile Wt Ermäßigungen nach Tarif Poftscheckkonlo: BorwärtS-Veriag G. m. d. H.. Beelin Rr. 37 536.- Der Verlag behalt stch das Recht der Ablehnung nicht genehmer Anietzen vor! Redaitlon und Sroedttton: Berlin DW6z. Lindenstr 3 Sernsvrecher! Dönhoff(AT) 292—297. Hedemannstraße vor Gericht Oer Lleberfall der Nazi-Horden auf Schupo und Reichsbanner ! Oer ungarische Proteststreik Die erste Abwehrakiion seit zwölf Jahren Die unerhörten Ausschreitungen der Nazi-Wegelctgerer vor dem Parteihaus in der chedemannstrahe hatten heute ihr gerichtliches Nachspiel vor dem Schnell schöffengericht. Man erhielt einen weiteren Beweis dafür, wie recht das Polizeipräsi- d i u m getan hat. diese Räuberhöhle endlich einmal auszu- räuchern. Bon den paar hundert Nazifeiglingen, die den traurigen Mut hatten, in ihrer Uebermacht drei Polizeibeamte und einige Reichsbannerleute zu überfallen, hatte sich vor dem Gericht nur der 22jährige SA.-Mann Kurt S ch u ch zu verant- warten. Die Anklage lautet aus Aufreizung zu strafbaren chand- lungen gegen-Beamte, Beamtenbeleidigung und gefährlicher Körper- Verletzung. Auf dem Belle-Alliance-Platz wurden der Zeitungshändler der Eisernen Front und der Reichsbannermann K. von Nazirowdys angefallen. Der Sozialdemokrat T. verfolgte die nach ihrem Ueber- fall ausreißenden Feiglinge im Auto bis zum Nazihaus in der chedemannstraße. Der Reichsbannermann K. kam mit zwei Polizei- bsamten hinterher. Beim Erscheinen der Beamten flüchtete einer der Rowdys vom Belle-Alliance-Platz in das Parteihaus. Aus dem Hause strömten aus die Straße etwa 1S0 bis 280 SA.-Leute und cmpsingcn die Beamten mit bohlen. Geschimpfe und Drohungen. Der am Naziparteihaus postierte Beamte Sch. wollte einen der besonders lauten Schreier feststellen, wurde aber von der Ueber- macht der Nazis an der Zlusübung seiner Pflicht gehindert. Man forderte vom Beamten die Bekanntgabe seiner Dienstnummer. Der Angeklagte Schuch rief dabei:„haut dem Hund den Tschako vom Kopf." Der Beamte, der sich gerade umgedreht hatte, sah genau, wie der Bursche diese Worte schrie. Der Reichsbannermann K. wurde in diesem Augenblick von den beiden Beamten, mit denen er herbei- gekommen war, und die nun ihrem Kameraden zu Hilfe geeilt waren, abgedrängt. Er erhielt plötzlich von hinten einige F a u st- schlüge gegen den Kopf, dann einen Tritt in den Rücken, gleich darauf einige weitere Faustschläge, es wurde ihm ein Bein gestellt, er fiel zu Boden und mußte weitere Fußtritte, wehrlos ge- macht, hinnehmen. Der Angeklagte Sch. bestreitet selbstverständlich alles. Einen Faustschlag und einen Fußtritt dem Reichsbannermann K. ver- abreicht zu haben, bestreitet er nicht. Er habe sich in dieser Weise dafür rächen wollen, daß K. ihn eine Woche zuvor aus dem Belle- Alliance-Platz„angemeckert" habe. K. behauptet aber mit aller Entschiedenheit, den Angeklagten niemals gesehen zu haben. Ein unglaubliches Ltrleil. Der Staatsanwalt beantragte gegen den Angeklagten wegen gefährlicher Körperverletzung vier Monate Gefäng- n i s und wegen Aufreizung zur Begehung einer strafbaren Hand- lung sechs Monate Gefängnis und die Zusammenziehung beider Strafen zu einer Gesamt st rafe von 9 Monaten Ge- sängnis. Das Gericht unter Vorsitz des Landgerichtsdirektors Ma- s u r verurteilte den Angeklagten entgegen dem Antrage des Staats- onwalts nur zu einer Gesamtgefängnisstrafe von 1 Monat, drei Wochen Gefängnis wegen Aufforderung zu Tätlichkeiten gegen einen Beamten und zu zwei Wochen Gefängnis wegen einfacher Körperverletzung. Der Vorfall in der Hedemannstraße, hieß es in der Urteilsbegründung, stelle nur ein Nebenspiel zu den Haupt- vorsällen auf dem Belle-Alliance-Platz dar. Deshalb komme die vom Staatsanwalt beantragte Strafe nicht in Frage. Selbst von dem Erlaß eines Haftbefehls glaubte das Gericht absehen zu können, da der Angeklagte bei seinen Eltern wohnt. Hakenkreuzler mißhandeln Bahnbeamie Aber sie erleben unangenehme lleberraschung. Auf dem Bahnhof Treptow traf heute morgen eine Rotte von Nationalsozialisten ein, die mit Flugblatt- paketen beladen waren und die Absicht hatten, diese Flugblätter in Bahnwagen und auf den Bahnhöfen zu verteilen. Als einer von ihnen auf dem Bahnsteig selbst begann, Flug- blätter auszugeben, ersuchte ihn ein amtierender Bahnbeamter, zur Feststellung seiner Personalien in den Dien st räum zu kam- m e n. da auf Reichsbahngelände die Verteilung von Flugblättern verboten ist. Als im Dienstraum zwei Beamte im Begriff waren. die Personalien des Mannes aufzunehmen, stürzten plötzlich etwa 30 Nationalsozialisten in den Raum und schlugen auf die beiden Beamten ein, die sie schwer mißhandelten. Der Vorfall war aber von anderen Eisenbahnern beobachtet worden, die sofort das Ueberfallkommando benachrichtigten, aber auch selbst ihren Kollegen tatkräftig zu Hilfe eilten, indem sie auf die Der Proteststreik der Budapester Zeitungssetzer und-drucker gegen die Unterdrückung der sozialdemokratischen„Nepszava" ist beendet— eine Etappe im Kampf der ungarischen Arbeiterbewegung um die Wiederherstellung der Demokratie zurückgelegt. Warum aber die„Nepszava" verboten wurde, das wird fach- und landes- kundig in der Wiener„Arbeiter-Zeitung" so geschildert: „Trotz dem Gendarmcnkordon, der das Dorf umzingelt, beginnt sich in letzter Zeit der ungarische Bauer zu regen. Eine ähnliche Welle der Unzufriedenheit, der revolutionären Gärung hat weder in der Vorkriegszeit, noch vor der Revolution von 1918 das ungarische Dorf überflutet. Die aufrüttelnde Wirkung der Agrarkrise, zu dem ständigen Druck der Gegenrevolution hinzugefügt, brachte es zuwege, daß der ungarische Bauer zum Klassen- b e w u ß s e i n, zur Solidarität erwacht. Der Arbeilergruß„Freundschaft!" erklingt im ungarischen Dorf: er wurde zum Symbol des Zusammenhaltens der Unterdrückten gegen die Unterdrücker, zum Losungswort voll religiöser Inbrunst — die Sozialdemokratie wurde zur Partei eines befreienden Zu- kunftsglaubens. Als die Bewegung des Dorfes in die Richwng der Sozialdemokratie zu strömen begann, beschloß die Sozialdemokratie, den Abonnementspreis der„Nepszaoa" auf die Hälfte herabzusetzen. Eine ganz billige„Nepszava" bedeutet einen gewaltigen neuenBorstoß in das Dorf. Da, als die Dorfproletarier und Kleinbauern, nach Befreiung lechzend, ihre Hand der Sozialdemokratie entgegenstreckten, schlugen die Gewehrkolben der Gendarmen aus diese Hand. Die Pioniere des Freiheitskampfes der Bauernschaft wurden mit Stöcken zu Krüppeln geschlagen, mit Gcndarmenslieseln ge- treten, mit Gewehrkolben gemartert. Zlber der weiße Terror auf dem flachen Lande f a n d n i ch t in e h r eingeschüchterte, niedergeworfene Dorfprole- tarier vor, sondern empörte aufständische Seelen. Sie suchten mit ihren Beschwerden die sozialdemokratische Partei auf und Genosse S z e d e r, der Bauernabgeordnete, ließ die lange Schar der blutig geprügelten Bauern vor der Oesfentlichkeit des Parlaments auf- marschieren.„Wenn die Brutalitäten fortgesetzt werden"— rief Szeder aus,„dann werden wir die Parole ausgeben:„Ver- teidigt euch gegen die Bestien!"„Es wird kein Bauern- blut mehr fließen! Sie werden am eigenen Leibe spüre», daß nicht nur das Bajonett, sondern auch die Heugabel eine Spitze hat!"— so dröhnt es von den sozialdemokratischen Bänken her. „Geprügelte Bauern im Parlament". schrieb die„Nepszaoa". Ain folgenden Tage wollten die Weißen in: Parlament die sozialdemokratischen Abgeordneten ebenso mit Faustschläge traktieren wie die Gendarmen die Bauern. Es gelang ihnen nicht. Nun haben sie mit einem Faustschlag die„Nepszava" zum Schweigen zu bringen versucht. Aber die ungarischen Arbeiter schlagen zurück! Zum e r st e n m a l seit zwölf langen, schweren Jahren gab es in Ungarn General st reit gegen der frechen Heraus- fordcrung, der maßlosen Unterdrückung. prügelnde Rotte einschlugen. Diese mußte sich nun gegen die unver- muteten Angreifer wenden, wurden aber jetzt von beiden Seiten in Behandlung genommen, die ihnen in des Wortes wahrster Bedeu- tung sehr„fühlbar" wurde. Schließlich zogen sie es vor, die Flucht zu ergreifen. Di« Bahn- steigschassner hatten jedoch inzwischen die Sperrketten vor- gelegt, so daß die Schläger dem anrückenden Ueberfallkom- mando direkt in die Arme laufen mußten. Der freche Ueberfall einer gewalttätig«» Horde hat in diesem Falle einen für sie unvermuteten Ausgang genommen. Die Soli- darität der Bahnbcamten hat ihnen schließlich mit derselben Münze heimgezahlt, mit der sie„Geschäste" zu machen suchten. Es zeigt sich hier, wie notwendig in allen Betrieben das Bestehen von H a m m e r s ch a f t e n ist, die jederlei Terrorakte energisch und er- solgreich abwehren können. ,/Zwei Jahrs Aazi-Msrd." Das„ei stweilig" verbotene Plakat jeht freigegeben. Vor dem ersten Wahlgang zur Reichspräsidentenwahl hatte unsere Partei an die Anschlagsäulen von Berlin ein Plakat heften lassen, das die Liste der von Nationalsozialisten ge- töteten Parteigenossen und Republikaner enthielt, unter der Ueberschrift:„Zwei Jahre Nazimord". Als Motto zu dieser Liste war das Wort Hitlers wiedergegeben, daß nichts in seiner Partei geschehe, ohne daß er es wisse und damit einverstanden sei. Die Liste und die Verbindung mit seinem großspurige» Aus- spruch war der König des Braunien Haufes jedoch so unangenehm, daß«r sein„S y st e m" in B e w e g u n g setzte, nämlich das System der Anträge auf einstweilige Verfügungen. Eine Zivilkammer des Berliner Landgerichts tat ihm auch wirklich den Gefallen, sowohl der„Vorwärts"-Druckerei wie der Berel und auch der Wochenschrift„Eiserne Front" bei Androhung von Geldstrafe in jedem Einzelfall der Zuwiderhandlung zu untersagen, die Mord- liste weiterhin, in Verbindung mit dem Namen Hitler zu bringen, besonders aber in Verbindung mit jenem Satze, der das Ein ver- ständnis des Führers mit den Taten feiner Zln- Hänger bekundete. Nachdem diese„einstweilige Verfügung ergangen war, ver- suchten die Nationalsozialisten in Berlin noch einige Exemplare der „Eisernen Front" aufzutreiben. Das gelang ihnen auch, und also- bald stellten sie Antrag auf die angedrohte Geldstrafe im Gesamt- betrage von 30 000 M.! Inzwischen hatten aber die mit der„Einstweiligen" Bedachten Widerspruch bei Gericht eingelegt, die Rechtsanwall Otto Landsberg begründete. Nachdem dieser dem Gericht auch den „Völkischen Beobachter" mit der Rede Hitlers eingereicht hatte, mußte sogar der Anwalt Hitlers die Richtigkeit der im P l a- kat wieder gegebenen Redewendung des großen Sldolf anerkennen, wonach er die moralische Verantwortung für alle Taten seiner Parteigenossen ausdrücklich übernimmt. Am Donnerstag hat nun die Zivilkammer des Land- gerichtsll die Entscheidung verkündet, daß die einstweilige Der- fügung gegen die Mordliste aufgehoben sei. Zwei Tage vor der Wahl könnte also die Liste jetzt aufs neue plakatiert werden. Der Entschädigungsanspruch gegen die„Eiserne Front" ist damit selbstverständlich auch ins Wasser gefallen! Riesenbrand in München. �>ie Schrannenhalle ein einziges Flammenmeer. München, 8. April.(Cigcnberrcht.) Die Münchenee S ch r a n n c n h a l l e, ein riesiges klebäudc im Zentrum der Altstadt, brannte in der Nacht zum Freitag nahezu vollständig nieder. Das Feuer, das gegen',-3 Uhr morgens aus bisher noch unbekannter Ur- fache ausbrach, griff infolge des herrschenden Sturmes so rasch um sich, daß der Feuerwehr eine Rettung des Baues» der aus der Mitte des vorigen Jahrhunderts stammt, nicht möglich war. Es gelang ihr aber, die darin lagernden Autos und Möbel zum größten Teil zu bergen. Durch Funkenflng wurden vier gegenüberliegende Wohn- Häuser ebenfalls in Brand gesteckt, wobei verschiedene Wohnungen ausbrannten. Der Brandplah bildete noch bei Tagesanbruch ein mächtiges Flammenmeer. Per- frmen kitmen nncht zuschaden. Die Schrannenhalle diente früher als Markthalle und wird jeht als Lagerraum für Speditionsfirmen und als Fleischfreibank benutzt. 65 Feuerwehrleute an Rauchvergiftung erkrankt. Bei dem Brand der Schrannenhalle wurde von Roten Kreuz bisher 82 Personen erste Hilf« zuteil. KS Feuerwehrleute wurden von den Samtötern behandelt, sie hatten meist Rauch- Vergiftungen oder Augenverlegungen erlitten. Zwei Feuer- wehrleute wurden durch einen Sturz vom Dach schwer verletzt. Wie verlautet, sollen acht Kraftwagen und eine Anzahl Motorräder den Flammen zum Opfer gefallen sein. Naziführer als Ordensschwindler. Das G. K. I. hat er sich selbst verliehen. In dem mitteldeutschen Städtchen Zeitz amtiert als national- sozialistische„Fährerpersänlichkeit" ein gewisser Hans Wolter-'- d L r f e r, der, seinen großen Vorbildern entsprechend, großspurig als Kämpfer gegen das„korrupte System" aufzutreten und das Bürgertum in Angst und Schrecken zu versetzen pflegte. Dieser Wolkersdörfer ist jeht als dreister Ordensschwindler enllarvt worden. ?m Herbst vorigen Jahres tauchten in der Zeiger SA. plötzlich Zweifel an der Richtigkeit der Angaben Wolkersdörfers auf, daß er das E. K. I mit Recht trage. Es wurde schließlich öffentlich be- hauptet, daß der Führer sich das E. K. I widerrechtlich zu- gelegt habe. Schließlich interessierte sich auch die Polizei da- für. Sie nahm das Schriftstück, das Woltersdörfer als Besitzzeugms vorzeigte, mit und suchte seine Richtigkeit zu erforschen. Dabei stellte sich klar heraus, daß das Zeugnis gefälscht sei. Die Fälschung war so plump und ungeschickt gemacht, daß man sie eigentlich auf den ersten Blick erkennen mußte. Wolkersdörfer hat nämlich das Schriflstück selbst gemacht und auch die Unkerschrlfi des Regimenlskommandeurs nachgezogen, hat aber vergessen, die Bleistislhilfslinien restlos zu entfernen! Wolkersdörfer, der auch den Reichstag als Mitglied der Raztsroktion ziert, war freilich so schlau, das Eiserne Kreuz nicht öffentlich anzustecken. Er dürfte also nur auf Grund eines Strafantrages seines ehemaligen Regimentskomman- deurs, der jetzt bei der Reichswehr ist, zu fassen sein. Wäre das „Dritte Reich" schon angebrochen, mähte er nach dem Naziantrag im Reichstage mit Zu ch t h a u s und mit körperlicher Züchti- gung bestraft werden, denn in dem§ 6 dieses beantragten Gesetzes soll diese Strafen erhalten,„wer Abzeichen oder Symbole der Landesverteidigung, insbesondere Ehrenzeichen... verächtlich macht oder in ärgerniserregender Weise mißachtet". Dieser Wolkersdörfer ist allerdings nicht der einzige Nazi- abgeordnete, der sich Orden und Ehrenzeichen widerrechtlich zulegt. Von dem Hamburger Gauleiter und Reichstagsabgeordneten Kaufmann hat bekanntlich sogar der Untersuchungs- und Schlichtungsausschuß der Nazipartei festgestellt, daß er ganz ähn- lichen Ordeneschwindel betrieben habe. Es ist ihm aber bisher von der sittenstrengen Hitler-Partei nicht das geringste ge- schehen. Also kann auch der Zeitz« Naziführer aus gleiche Milde rechnen. Explosion am Bayerischen platz. Lustkessel eines preßluflbohrerS gesprengt. Bei Straßenarbeiten am Bayerischen Platz explodierte in den gestrigen späten Abendstuniben mit einem gewaltigen Krach der Luftkessel eines Preßluftbohrers. Während die Arbeiter, die in nächster Nähe des Explofions- Herdes beschäftigt waren, wie durch ein Wunder unverletzt blieben, wurde ein Polizeibeamter und eine P a s s a n t i n durch den Luftdruck so heftig zu Boden geschleudert, daß beide Verletzungen er- kitten. Ein etwa zwei Zentner schwerer Eisendeckel wurde meterweit fortgeschleudert. Von einer oorübersahrenden Straßenbahn der Linie 7 wurden fast sämtlich« Scherben zertrümmert, die Fahrgäste kamen jedoch mit dem Schrecken davon. Die außerordentlich heftige Detonation war in einem Umkreise von nahezu zwei Kklometsrn vernehmbar. Achtung Parteiveteranen! Alle Genossen und Genossinnen, die vor und«vährend des Sozialistengesetzes für die Partei tätig waren, werden mit ihren Angehörigen zu einem gemütlichen Bei- sammensein am Sonnabend, 9. April, um 19 Uhr(nicht 17 Uhr!), in das GetverkschaftShauS, Gngelufer 21/25, freundlichst eingeladen. Im Auftrag: Wilhelm Gründe l. Das unruhige Südamerika. Bankensturm und Putschabwehr in Chile. Saniiago de Chile, 8. April. Ueber ganz Chile wurde wegen eines ernsten Runs auf die Zentralbant der Belagerungszustand verhängt. Die Behörden haben eine Verschwörung von Militärpersonen festgestellt, die die Besitzergreifung des Präsidentenpalaftes Zum Ziele hatte. Das gesamte Kabinett mit Ausnahme des Finanz- m i n i st e r I z q u i e r d o hat sein Rücktrittsgesuch wegen„der ernsten allgemeinen Lage" eingereicht. Militäraufstand in Ecuador. Guayaquil, 8. April. Die beiden Kanonenboote„Tarqui" und„Cotopai", die einzigen Kriegsfahrzeuge der Republik Ecuador, dampfte» heute in dem Augenblick aus dem Hafen heraus, als der Dampfer„Bode- graven" mir dem ehemaligen Präsidenten Plaza Gutierrez an Bord einlies. Später wurde bekannt, daß auch die Garnison des Forts Punta Piedra rebellierte. Die ganz« Bewegung scheint em Versuch zu sein, eine Landung Plaza Gutierrez' zu verhindern. Die Regierung entsandte den Dampfer„Guayaquil" mit M a r i n e s o l d a t e» an Bord nach Punta Piedra, um den Auf- stand dort niederzuwerfen. Oer schnettste Flieger der Welt abgestürzt. New Jork, 8 April.(Eigenbericht.) Der schnellste Flieger der Welt, Kapitän Frank H a w k s, ist am Donnerstag über dem Flugplatz Worcester im Staate Massa- chusett abgestürzt. Er wurde schwer verletzt mit einem Schädel- bruch in«in Krankenhaus geschafft. Neue Angriffe auf Deutschland Es soll die Viermächtekonferenz sabotiert haben Paris, 8. April.(Eigenberichk.) ist, stelle» die Londoner Korrespondenten der Pariser ist, stellen die Londoner Korrespondenten den Pariser Zeitungen übereinstimmend Teutschland als Saboteur dieses Versuches hin. Im„Matin" heißt es:„Es gibt vielleicht in der Geschichte der Diplomatie keinen Präzedenzfall dafür, daß ein Mißerfolg so offen eingestanden wird. Wir Franzosen können uns das erlauben, denn wir sind nicht nach London gekommen, um für unsere eigenen Interessen zu plädieren, sondern wir haben Geld und eine große Idee mitgebracht, die wirklich praktisch war, weil sie den Notwendigkelten des Tages Rechnung trug. wir haben einen Prozeß verloren, der nicht der nnsrlae war, wenn man nicht jede Sache als französisch bezeichnen will, in der sich der Edelmut mit dem gesunden Menschenverstand vereint. Der verlorene Prozeß ist der einer rationellen internationalen Zu- sammenarbeit. Die Tatsachen genügen, um die dafür Verantwort- lichen festzunageln. Wenn sich morgen die Lage in Oe st erreich und Ungarn verschlimmert, werden wir wenigstens den Schul- digen kennen. Für uns ist die Konferenz zu Ende. Wir haben eine glückliche Geste getan, aber wir haben auf der Gegenseite nicht die gleiche Bereitwilligkeit gefunden." Der Korrespondent des„Petit Parisien" telegraphiert:„Deutsch- land hat durch seinen Egoismus und durch seine Weigerung, das gering st« wirtschaftliche Opfer zu bringen, alles zum Scheitern gebracht, so daß ihm die Verantwortung dafür zufallen wird, wenn in einigen Wochen Oesterreich und Ungarn, deren Freund und Verteidiger es zu fein behauptet, ein Zahlungs- Moratorium, d. h. den Bankrott erklären müssen. Deutschland betreibt die Politik des Schlimmsten, die darin besteht, Wien und Budapest zu veranlassen, ein Moratorium zu verkünden, damit Berlin dann da»selbe tun kann. Das ist ein gefähr« liches Spiel, das Deutschland vielleicht etwas anderes einbringen wird als es erwartet." Die französische Presie tut Deutschland vollkommen Un- recht, wenn sie nicht auch mitteilt, daß Deutschland rasche Hilfe für die Donaustaaten für um so dringender hält, als man sich in Berlin klar darüber ist, daß Oesterreich und Ungarn knapp vor dem finanziellen Zusammenbruch stehen. Don Deutschland aber Geld verlangen, ist jetzt doch sinnlos, während die Bank von Frankreich ungeheure Goldbestände be- sitzt. Ist es denn kein wirtschaftliches Zugeständnis, wenn Deutschland den Getreideausfuhrländern im Südosten Ge- treideoorzugszölle ohne Gegenleistung gewähren und Oester- reich das gleiche Zugeständnis für seine Holz- und Industrie- ausfuhr machen will? Das ist auch keine Erfindung und Intrige Berlin-Wien, sondern der Borschlag des Finanzkomitees des Völkerbundes und schon im Januar vom Rat genehmigt worden. Frankreich hat auch nach dem Ausscheiden Briands, der den alleuropäischen Zu- sammenschluß forderte, aber nichts von Regionalverbänden wissen wollte, diesen Standpunkt bis vor acht Wochen feit- gehalten. Erst neuerdings kam es damit heraus, für die G e l d h i l f e. die heute fast nur Frankreich geben kann, eine politische Vormachtstellung auch in jenen Donau- stallten zu fordern, die sich nicht unter Frankreichs Führung stellen wollen. Wenn Deutschland daran festhält, daß die zwischen den Donaustaaten selbst einzuführende Vorzugszölle den Ge- treideausfuhrländern nur niedrigere Absatzpreise bringen, die Erweiterung des Vorzugszollgebiets auf Deutschland usw. aber viel nützlicher sei, so ist der Vorwurf der Obstruktion und Sabotage gegen Deutschland ebensowenig begründet. wie wenn er wegen eines deutschen Widerstandes gegen zwangsmäßige Unterstellung Oesterreichs und auch Ungarns unter französisches Protektorat erhoben wird. Nächtliche Unruhestifter Wieder-12 Litfaßsäulen in Brand gesteckt— 80 Zwangsgestellte Auch in der vergangenen Nacht ging es in allen Stadtkeilen trotz des verstärkten Schupopalrouillendienstes wieder recht lebhaft zu. Allein ein Dutzend Litfaßsäulen wurden angezündet. und in keinem Falle gelang es, einen der Brandstifter, die nun schon seit Tagen systematisch ihr Handwerk betreiben, zu fassen. Die Bilanz der letzten Nacht sind rund SO Zwangs- gestellte, die zum größten Teil beim Beschmieren von Bürgersteigen und Häuserfronten und beim verbotenen Plakatkleben angetroffen wurden. S0 Personen befinden sich noch im Polizeigewahrsam. und heute wird entschieden, wer für die Aburteilung durch den Schnellrichter reif ist. Nazis schießen in ein Lokal? Eine Truppe von etwa 2S Hakenkreuzlern versuchte in der letzten Nacht in das Lokal von I. in der Barbarossa st rah« Sa ein« zudringen und die Räume zu demolieren. Dieser Ueberfall hatte bereits ein Vorspiel. Zu beiden Seiten des Lokals waren an der Häuserfront Hindenburgplakate angeklebt. Mehrere Nazis versuchten die Plakate abzureißen, sie wurden hieran jedoch von hinzukommen- den Genossen gehindert. Es dauerte nicht lange, als die Hitler- gardisten mit 25 Mann wiederkehrten. Der Wirt des Restaurants hatte in Vorahnung der kommenden Dings bereits die Jalousie des Schaufensters heruntergelassen. Jetzt schlugen die Nazis die Tür- scheide ein und feuerten einen Schuß in das Innere des Lokals ab. Glücklicherweise wurde niemand getroffen. Als bas telephonisch alarmierte Ueberfallkommando anrückte, waren die Burschen über alle Berge. Nazis gegen Kommunisten.— Drei Verletzte. Im Nordosten Berlins, in der Greifswalder Straße, kam es gegen Mitternacht zu einem schweren Zusammenstoß zwischen Die Mehrheit tritt... Adolf:„Die g'oerwättigerde Mehrheit des Voltes tritt hinter mich!" Iawoll!" Nationalsozialisten und Kommunisten. Die feindlichen Trupps in Stärke von etwa 40 Mann stießen in der Greifswalder Straße zwischen der Huseland- und Ehrl st burger Straße aufeinander. Zunächst schlugen sie mit Hiebinstrumenten aufeinander ein, dann krachten plötzlich Schüsse. Der 26 Jahrs alte Schlosser Willi N o a ck aus der Pasteurstraße, der angeblich keiner Partei angehört, wurde von einer Kugel in den linken Ober- schenke! getroffen. Ein Zljähriger Nationalsozialist Fritz Heitmann aus der Elbinger Straße erlitt einen Bauchschuß. Beide wurden in das Krankenhaus am Friedrichshain gebracht. Eine 23 Jahre alte Arbeiterin wurde mit einer blutenden Wunde am Hinterkopf bewußtlos aufgefunden. Wie sie zu der Verletzung gekommen ist, konnte noch nicht einwandfrei, ermittelt werden. Man nimmt an, daß das Mädchen beim Krachen der ersten Schüsie flüchtete und so unglücklich zu Fall kam, daß sie sich den Kopf auf- schlug. Die Verletzte erholte sich auf der nächsten Rettungswache bald wieder, wo sie dann nach Hause entlassen werden konnte. Als das Ueberfallkommando auf dem Kampfplatz er- schien, hatten die Nazis und Kommunisten bereits sämtlich das Weite gesucht. Bei der Verfolgung wurden noch zwei Hakenkreuzler und fünf Kommunisten, die im dringenden Verdacht stehen, an der Schießerei beteiligt gewesen zu sein, festgenommen und der Politi- schen Polizei übergeben. Beim Absuchen der Straße wurden zahl- reiche leergeschossene Patronenhülsen gefunden. Die Fassade des Hauses Greifswalder Straße 42 Ecke Hufelandstraße weist allein vier Einschüsse auf. Im Anschluß an die blutige Schießerei wurden mehrere KPD.» Verkehrslokale in der Umgebung nach Waffen durchsucht. Die poli« zeiliche Aktion oerlief jedoch in allen Fällen ergebnislos. Wie uns aus Karlshorst mitgeteilt wird, erschienen gegen 1 Uhr nachts vor dem Reichsbanner-Verkehrslokal in der Gundelfinger Straße 25 etwa 30 bis 40 National- s o z i a l i st e n. Die Burschen waren sämtlich mit langen Zaun- latten bewaffnet, womit sie in wenigen Minuten neun Spiegelglas- scheiden völlig zertrümmerten. Nach dieser Tat flüchtete die Bande und entkam im Dunkel der Seitenstraßen unerkannt. Das Llnglück auf dem Werbellinfee. Untersuchung derSchuidfrage.- Leichen noch nichtgefunden. In Ergänzung unserer heutigen Mitteilung über die Boots- katastrophe auf dem Werbellinfee teilt uns der Gau Mark Brandenburg im Reichsverband der Deutschen Jugend- Herbergen, als Besitzer der Jugendherberge Brunold- Haus in Altenhof am Werbellinfee, mit, daß das Bootsunglück beim Uebersetzen nach dem Jagdschloß Szubertusstock nicht, wie gemeldet, mit dem großen Kahn der Jugendherberge geschehen ist, sondern mit einem Boot des Fährmannes von Altenhof, Liesegang. Wie uns der vom Bezirksamt Weißensee entsandte Jugendpfleger B o t h u r auf Grund seiner Erhebungen an Ort und Stelle mit- teilt, hat sich Liesegang geweigert, die Gruppe Jugendlicher selbst überzusetzen, ihnen aber ein Boot zur Verfügung gestellt, mit dein sich dann der bedauerliche Unfall ereignete. Die vier G e- retteten sind in der Jugendherberge sogleich sachgemäß unter- gebracht worden und sollen heute durch einen Arzt auf ihre Trans- portsühigkeit hin untersucht werden. Nach Mitteilung de» nach Altenhof zur Untersuchung de» Boeto- Unglücks auf dem Werbellinfee entsandten Stadtjugendpsleger» Boihur ist es bisher nicht gelungen, die Leichen des Heim- leiters Schau und der vier Jugendlichen zu bergen. Die vier Geretteten sind noch gestern von einem Arzt untersucht worden, ihr Befinden ist gut, so daß sie noch heute nach Berlin reisen können. Wie jetzt feststeht, haben sich zwei von ihnen trotz des starken Wellengangs, der gestern infolge des Sturms auf dem Werbellinfee herrschte, durch Schwimmen retten können, während die beiden anderen von dem Hilfsboot der Altenhofer Feuerwehr auf- gefischt wurden. Heute vormittag werden Vertreter der zuständigen Staatsanwaltschaft in Altenhof eintreffen, um die Schuldfrage zu prüfen. Klassik ist Trumpf Orchesterkonzerie Lieber noch wird Altes und Aeliestes bearbeitet, eher erlebt man Erstaufführungen von Stücken, die vor drei Jahrhunderten entstanden, als daß man die schwerringende Gegenwart zu Wort kommen ließe: eine Gegenwart, die insbesondere für die großen Dirigenten(sie haben sich sozusagen in die unangreifbare Stellung der Klassik zurückgezogen) so gut wie gar nicht zu existieren scheint. Dabei wäre es gerade ihnen ein leichtes, für Neues einzutreten. gerade sie müßten uns auch hie und da andere Solisten vorführen, alz immer dieselben„zugkräftigen" älteren Semester, so verdient sie auch sein mögen. Nicht zulegt ist Fu r t w ä n g l e r hier gemeint, der das letzte philharmonische Konzert mit englischer Musik der Zeit um 1600 einleitete, mit zarten und kühnen Stücken von I r h n Bull, William Byrd und einem Anonymus(„Mägde- leins Sang",„Königsjagd" u. a.), die Max Ettinger für große Orchester eingerichtet hatte. Bei allen Qualitäten der vorsichtigen und feinfühligen Bearbeitung muß doch gesagt werden, daß die Orchestertechnik unserer Tage dieser Musik eher schadet als nützt; daß sie sie keineswegs deutlicher macht, sondern nur vergröbert und verzerrt, ihre Dimensionen ändert und ihr eigentliches Wesen— das in einer seltsamen Mischung von grandioser Polyphonie und pro- grammatischer Absicht, feierlicher und zierlicher, absolut-musikvlischer und gesellschastlich-gelundener Haltung besteht, in einem Durch- einander von Kraft und Schwäche, Flachheit und Tiefe— eher ver- dunkelt als erhellt. Eine Bearbeitung aber, bei der man(wie hier) die quälende Empfindung der Stilllberschneidung nicht los wird, ist kaum als gelungen anzusprechen.— Bertram, Eisner und O e b o r n spielten das E-Dur-Konzert Bachs für drei Klaviere und Streichorchester, ein prachtvolles Stück, in dem der äußere Anlaß(die ungewöhnlich« Instruinentenkombinaiion) durch künstlerische Kraft geadelt, durch innere Notwendigkeit überwunden ist. Schluß des Konzerts, Finale der philharmonischen Saison, war Beethovens Fünft« Sinfonie: flackernd und«tmas kraftlos im ersten Satz, erklang sie in immer großartigerer Steigerung bis zum „schicksalüberwindenden" Triumphgesang des letzten. Auch Klemperer ist klassisch geworden; auch er hat, wie Kleiber, die Moderne in diesem Jahr schmählich im Stich gelasien (die Programme seiner Konzerte mit dem Staat-opernorchester ent- hielten nicht«in einziges Werk neuer Musik): auch er schließt mit Beethoven, feierlicher noch als Furtwängler: er zelebriert die Neunte Sinfonie. Vorher spielt Schnabel des Meisters Ee-Dur-Konzert, das er(unter getreulicher Assistenz des Dirigenten) trockener, un- romantischer, sogar ein wenig langweiliger macht alz«s eigentlich ist.(Sachlich Klavierspielen heißt nicht, darf nicht heißen: aus farbigen Werken die Farbe zu eliminieren.) Jp der Sinfonie wurde der Gegensatz zwischen der Vielseitigkeit dieser(über alle Worte großen) Musik und Klemperers Einseitigkeit allzusehr fühlbar: alles Starre, Gewaltige, Gewalttätige kam großartig heraus, alles Weiche, Zarte, Verschwelertde verkümmerte dagegen; so hatten die Ecksätze großes Format, so imponierte immerhin noch das diabolische Scherzo mit den wahrhast teuslichen kk-Schlägen in der Pauke— der langsame Satz aber war entzaubert, geheimnislo?. ohne verschwimmen- des Helldunkel, ohne Hintergründe und ohne Tiefenwirkung. Chor und Solisten(Heidersbach, Klose, Kullmann und Ahlersmeier, der Philharmonische Chor) taten ihre Pflicht, nicht mehr, aber auch nicht weniger. Bleibt von einem Kleiber- Konzert in der Phil- Harmonie zu berichten, in dem er Haydn feierte und Johann Strauß spielte(das trifft er wunderbar): ein Wiener Abend, der ihm und seiner bezaubernden Solistin Jarmila Nowotno viel Erfolg brachte. Einzig in einem von Marc Lavry geleiteten Konzert des Berliner Sinfonie-Orchesters war eine Erstausführung zu verzeich. neu:„Das Lied vom Kaufherrn Kalaschnikoff", ein Melodram mit Baritonsolo, Chor und Orchester(nach einer russischen Legende von Lermontow) von Karl L a s i t e. Eine dem Genre nach Zweifel- hafte, in den Mitteln primitive, dem Gehalt nach wertlose Kompost- tion, deren Text von Toni Halbe-Halberstam recht und schlecht rezi- tiert wurde. Interessanter war Lawrys Ausdeutung von Rinstys berühmtester(inzwischen allerdings reichlich verblaßter) Jugend- arbeit„Antar", die sein unermüdliches und dankenswertes Eint-eten für russische Musik immerhin lohnten. A. W. Oer Hofpset. Er ist in Goebbels auferstanden. Bor 200 Jahren gab es in Deutschland einen Beruf, der trotz der gewalligen Zunahme der Berufe seitdem außer Mode ge- kommen ist: das war der Beruf des H o f p o e t e n. Jeder bessere Potentat hielt sich einen solchen, der bei allen passenden und un- passenden Gelegenheiren die fürstliche Familie zu beweihräuchern hatte. In Preußen besorgte unter dem ersten Friedrich dieses Amt ein gewisser Besser, der beispielsweise unter dem 14. April 1701 ein unendliches Gedicht darüber los ließ, daß Seine Königliche Hoheit, der preußische Kronprinz— R e i t u n t e r r i ch t ge- nommen hatte. Für eine elende Reimerei auf das Krönungsfest zu Königsberg bekam Besser 2000 Taler.„Eine größer� Summe". bemerkt ingrimmig hierzu Eduard Engel in seiner„Deutschen Literaturgeschichte",„als je zuvor oder nachher ein deutscher Dichter von einem deutschen Fürsten auf einmal zum Geschenk be- kommen hat." Am sächsischen Hof wurde das reimende Lakaientum durch einen gewissen Ulrich von König vertreten. Er nahm sein Amt sehr gewissenhaft: Die Geburt eines jeden Prinzen feierte er mit 35 Druckseiten Reimerei, die einer Prinzessin dagegen nur m:t 30 Seiten. Als der Kurfürst August der Starke unter un- erhörter Verschwendung, während im Erzgebirge seine Untertanen verhungerten, ein großes Armeclager in Zeithain abhielt, verfaßte von König darüber ein„Heldenepos" von vielen tausend Versen im Stil von Homers„Ilms". Der schwülstige Hofpoet feierte darin die harmlosen Zeithainer Manöver wie die größten Siege des Altertums und der Neuzeit. Alexander der Große, Hannibal, Cäsar waren Knirpse gegen irgendwelche Prinzen, die eine Parade ab- genommen hatten. Dieser Poet bekam es sogar fertig, ein Prunk- gedicht auf den Kurfürsten(38 Druckseiten) mit der schlechthin nicht mehr zu überbietenden Schmeichelei zu schließen: Die Untertanen kennten nur eine Furcht,— nämlich ihren Herrn zu über- leben! Der Hofpoet Karl Alexanders von Württemberg aber, eines Vorgängers jenes Tyrannen Karl Eugen, der Friedrich Schiller aus dem Lande drangsalierte,— er bekam es sogar fertig, eine Geschlechtskrankheit seines Gebieters poetisch zu verherr- lichen und die„Wunden auf dem Schlachtfeld der Liebe" den Wunden des Krieges gleichzustellen. Bis vor kurzem durste man meinen, daß dieser kriechende By- zantinismus einer längst überwundenen Vergangenheit angehöre. Aber er ist wieder o u s e r st o n d e n. Man lese das tägliche Gslobhudel des„Angriff" über Adolf Hitler, und man wird zugestehen, daß der Diktator in spe in der Person des Skribenten Josef Goebbels einen Hofpoeten gefunden hat, der jeden Vergleich mit den Besser und von König a u s h ö l t. Es gibt keine Tugend auf der Welt, die Adolf Hitler nicht besitzt: Er beschenkt als unerkannter Wohltäter die Armen, er läßt die Kindlein zu sich kommen, er trinkt nicht, er raucht nicht, feine einzige Erholung ist schwärmerische Einsamkeit in der Natur. Dauernd wird der Mann, der noch nichts geleistet hat außer Agitationsreden, über die größten Tatmenschen der Weltgeschichte gestellt: Wa» ist die Reichsgründung Bismarcks gegen die— freilich einstweilig wieder um zehn Jahre vertagte— Gründung des Dritten Reichs durch Adolf Hitler!— Hindenburg war es zwar, der die Schlacht bei Tannenberg geschlagen hat, aber Adolf Hitler ist laut Josef Goebbels der„Retter Ost- preuhens". Alle Taten der Vergangenheit, sie versinken gegen die Taten, die Adolf Hitler— uns verspricht! Wir zitieren ein paar beliebige Sätze aus dem Hofpoetenschmus des„Angriff": „Kinder mit goldenen Locken strecken dem Führer Blumen entgegen... vchlaft ruhig, deutsche Matrosen, im Grunde des Meeres, und du, deutscher Musketier, auf fremdem Boden! Das Deutschland, für das du dein Leben gabst, es lebt(schreibt Goebbels, der im Krieg zu Hause blieb)... Man muß mit solchem erdgebundenen Menschen der pommerschen Scholle sprechen, muß solch einen Händedruck fühlen und solch einen Blick sehen, wenn er ganz schlicht, im langsamen breiten Tonfall seiner Heimat sagt: „Ich glaube an Hitler." Bald werden wir erfahren, daß auch die pommerschen Bauern wie die Untertanen weiland Augusts des Starken nur die eine Sorg« kennen, daß sie Hitler vielleicht überleben könnten. Bon der Hofpoeterei des achtzehnten Jahrhunderts hat Goethe geschrieben: „Es war eine wäsfrige, nulle Epoche." Was wird einmal über die Hitler-Byzantinerei geschrieben werden? Adolf, der Starke. Ctr bestellt schon jetzt seinen Grabstein? In Regensburg hat Phrasen-Adolf sich über sein künftiges Leichenbegängnis geäußert. Wir zitieren wörtlich nach dem Monitur seines Leibpoeten Goebbels, dem„Angriff": „Wenn ich einmal tot bin", schloß Hitler in atemloser Span- nung seine Rede,„so soll mich diese unsere Fahne decken und auf meinem Grabstein soll stehen: Hier liegt ein Mann, der sein Leben lang gefochten yat, der von vielen gehaßt wurde, weil sie ihn nicht verstanden, der von anderen geliebt wurde und der niemals ein Kompromiß schloß, der niemals mit den Feinden in Deutschland paktierte, niemals schwach wurde und der dle ein- mal hochgezogene Fahne geyalten hat. bis zum letzten Alemzuge." Wir schlagen vor, diesen Leichenstein vom„niemals schwach Ge- wordenen" und vom„letzten Atemzug" s ch o n j e tz t auszustellen, und zwar— am Odeonsplah in München, oersehen mit dem Datum des g. November 1923, dem Datum des Tages, an dem Adolf der Starke vor einem MG. und zehn Mann die Flucht im Auto ergriff, während 16 seiner Anhänger starben. Eine insame NaziZüge. Derleumdung gegen den Reichstagspräsidenten Gen Löbe Braunschweig. 7. April.(Eigenbericht.) Eine infame Hetze gegen den Reichstagsprästdenten Lobe hat das nationalsozialistische Mitglied des bminschweigischen Landtages Schneider inszeniert. Er verösfentlicht im Gandersheimer Kreis- blatt, in der„Braunschweigischen Landeszeitung" und im hiesigen Naziblättchen eine Erklärung, worin die Sozialdemokratie als P a r- tei der Krlegsdien st Verweigerer beschimpft wird. Diese Bezeichnung wolle Schneider so lange aufrechterhalten, bis die Sozialdemokratie offiziell gegen den Reich stagspräsidenten Lobe Stellung genommen hätte, der wiederholt erklärt habe: „Er sei jederzeit bereit, der kämpfenden deutschen Reichswehr den Dolch in den Rücken zu rennen, auch wenn diese im Der- teidigungskriege stände." Diese ungeheuerliche Verleumdung wird von der gesamten braunschweigischen Rechtspresse j n F e t t d r u ck gebracht Wenn der Abgeordnete Schneider sich auch hinter der von der heutigen braun- schweizer Landtagsmehrheit in solchen Fällen beibehaltene I m m u- n i t ä t versteckt, sa wird gegen die verantwortlichen Re- d a k t e u r« dennoch das Notwendige veranlaßt werden können. Neues von gestern. Achtzig Lahre zeitgenössische Bilder. Gustav Hartlaub, der Direktor der Mannheimer Kunst- halle, hat einen äußerst gliicklichen Einfall gehabt: er hat aus illustrierten Zeitschriften und Witzblättern die interessantesten Blätter ausgeschnitten und, auf große Kartons gebllebt und mit Unter- schriften oersehen, zu einem Panorama deutscher Zeitgeschichte zu- sammengestellt. Im Obcrlichtsaal des Kunstgewerbe- museums, Prinz-Albrecht-Straße, ist diese Ausstellung zu sehen, und niemand sollte es versäumen, sie zu betrachten. Denn obwohl Hartlaub den zeitgebundenen Charakter dieser Tausende von Blättern betont, die nur zeigen, was das Publikum und daher die Redaktionen zwischen 1840 und 1914 interessant, komisch oder anbetungswert gefunden haben, so besteht doch kein Zweifel, daß wir es mit einem kulturgeschichtlichen Dokument von erstem Rang zu tun haben. Die Zeiten,„wie sie sich selbst sahen", erscheinen uns in ihrem Bildsrspiegel ganz und gar so, wie sie wirk- lich gewesen sind. Die Fülle der Geschichte ist überwältigend, und es ist nur schade, daß man Kulturhistorisches und Politisches nicht getrennt hat, weil beides sich ganz unabhängig von einander ent- wickelt hat. Wer das Historische vorzieht,-das für uns die Hauptsache be- deutet, kann von den zahllosen Kuriositäten und tollen Sprüngen absehen, die Technik, Kunstgewerbe, Mode, Theater, Unterhaltung usw. kaleidoskopisch darbieten: in ihnen besteht zweifellos der amü- saniere Teil der Sammlung. Wesentlicheres bedeutet doch für uns die Anschaulichkeit der Zeitgeschichte vom Vormärz an über 1848 und die Aera Bismarck, von 1870 bis zu Eulenburg, Marokko und schließlich Sarajewo. Hier kann man den atemberaubenden Ganz der jüngsten Geschichte sich abrollen sehen an Hand von wohl- frisierten, aber um so vernichtenderen Tatsachenberichten loyaler Illustratoren, wie von der unabhängigen Begleitmusik der Satire, die sich von dem zahmen„Kladderadatsch" bis zur ätzenden Schärfe und Treffsicherheit des„S i m p l i c i s s i m u s" steigert. Gerade die Zeit Wilhelms II. bildet ja den Höhepunkt, well die Bildreportage der untertänigen Jllustrationsblätter ständig und mit geistreicher Pointierung begleitet wird von der grimmigen Kritik des großen Münchener Wochenblattes. Hier sollte jeder Arbeiter durch eigene Anschauung einen Kursus in der Politik nehmen, die uns zu den glorreichen Zeiten zu Versailles und Hitler auf direktestem Wege geführt hat. Es ist schade, daß die außerordentliche Sammlung der Mannheimer Kunsthalle verbleibt; sie sollte öffentlich, zu allen Zeiten sichtbar, als politische Lehrstätte dem Volke zugänglich gemacht werden. f- seh- Die Krise des Deutschen Theaters gelöst. Das Rätselraten um Reinhardt und die Zukunft seiner Theater. das in ergötzlichen Rösselsprüngen die letzten Wochen in den Ber- liner Boul'ewardblättern geübt wurde, scheint seinem Ende entgegen- zugchen. Es heißt jetzt, daß der bereits wiederholt angekündigte Vertrag mit Rudolf Beer und Harlheinz Martin definitiv zu- stände gekommen ist und diese beiden vom 1. Sepetmber ab das Deutsche Theater übernehmen werden. Es wird weiter verlautbart, daß Max Reinhardt demnächst nach Berlin kommen und offiziell seinen Segen der neuen Direktion erteilen und seine Regieabsichten mitteilen wird. Ueber die kapitalistischen Hintergründe dieser ganzen Vorgänge erfährt die Oeffentlichkeit leider weniger. Erst wenn es zum Krachen kommt, werden meist solche Dinge publik. Inzwischen ist auch über das Schicksal der früher zum Rein- hardt-Pachtbetrieb gehörenden Theater am Kurfür st en» dämm entschieden worden. Dr. Moritz Lederer der Leiter der Reibaro, übernimmt sie vom 1. September an. Es werden bereits großartige Pläne angekündigt, doch wird man gut tun, wie bei allen Theaterankündigungen, die Entwicklung selbst abzuwarten Eislers„Vauernrevo;ution"freigegeben Bor wenigen Tagen hatten wir Gelegenheit, uns ausführlich gegen die Beschlagnahme der Chöre op. 14 und op. 19 Rr 2 von Hans E i s l e r zu wenden, vielgesungenen Kompositionen(dar- unter die„Bauernrevolution" nach einem Text von 1525), die aus Anordnung des Innenministeriums laut Notoerordnung von der Leipziger Polizei eingezogen worden waren. Wie uns der Leipziger Polizeipräsident mitteilt, ist nun die Beschlagnahme— offenbar in Beachtung unseres energischen Protestes— aufgehoben worden. Wir hosien, daß sich dies nicht nur auf die„Bauernrevolution". sondern auf sämtliche der eingezogenen Chöre bezieh" Kabarett der Komiker. April-Vrogramm. Die erste Kabarettoper„Rufen Sie Herrn P l i m!". dies« diese prachtvolle Parodie auf die moderne Oper, in der Mischa Spokiansky zu dem Warenhaustext von Robitschek und Mar- cellus Schiffer eine sehr belustigende Musik geboten hat, kann schon das Jubiläum der 51. Aufführung registrieren. Sie ist immer noch die große Nummer des Programms und wird es voraussichtlich nach lange bleiben und Harald P a u l s e n. Albert Peters, Hans F o r r o w und nicht minder Maria Ney und Irene E i s i n g e r weitere Erfolge bereiten. Max Adalbert zeigt seinen unverwäst- lichen Berliner trockenen Humor mit allerliebste» kleinen Anzüglich- leiten in Dymows zeitgemäßer Groteske„Die Bank wird be- stöhle n", wobei natürlich der Einbrecher(Harry Hardt) geneppt wird. Dazu gibt's ein reichhaltiges Baricteprogramm. Die M e l o i l l e s oerstehen sich nicht nur auf ihr Handwerk als Jongleure, sondern wissen auch Laune in ihre Nummer zu bringen. Seltsame Gliederoerrenkungen zeigen die„Lowe, B u r n o f f und W e n s l e y", die in ihrer Tanzparodie für ihre Partnerin beinah« bedrohlich werden. Die große Kunst, sein Publikum zum Lochen zu bringen, versteht Hans K o l i s ch e r mit seinem Witz- und Anekdoten- feuerwerk und seinen Schlagerparodien aufs beste. Dazu gibt's süße und auch zigeunermäßige Geigenklänge von G e c z y s und den unübertrefflichen Conferencier Hellmuth Krüger, der das sonst unpolitische Programm mit ebenso aktuellen wie witzigen Einfällen würzt.'' ck. Er will sich als Sklave verkaufen. In der amerikanischen Zeitung„Daily Enterprise", die im Staate Kentucky erscheint, findet sich nach einer Mitteilung des „American Mercury" ein Inserat, das ein bezeichnendes Licht auf die sozialen Verhältnisse in Amerika wirft. Ein Mann will sich darin als Sklave verkaufen, da er offenbar nur davon die Mög- lichkeit erwartet, bei der heutigen großen Arbeitslosigkeit Unter- kunft und Ernährung zu finden. Cr gibt in der Anzeige ganz offen zu, daß dies allein sein Ziel sei. Die Anzeige, die ein eigen- artiges Kulturbild unserer Zeit ist, lautet folgendermaßen: „Sklavenhalter gesucht. Ich suche einen Sklavenhalter. Ich bin ein körper- lich kräftiger Mann, verfüge über beste Zeugnisse und bin sehr arbeitswillig. Ich will mich selbst in die Sklaverei verkaufen, um aus diese Weise meinen Lebensunterhalt zu finden. Da ich bisher genug zu essen gehabt habe, so bin ich nicht schwach und aus- gehungert, sondern befinde mich im preiswürdigen Zustande. Angebote an..." Wenn es sich nicht um die Anzeige eines Witzboldes handelt, �dann erzählt der Wortlaut dieses Arbeitsangebotes Bände von der un- geheuren Not, die in Amerika herrscht, wo es bekanntlich keine Fürsorge für Arbeitslose gibt. Die Fraseologie des Textes ist seit- samerweise völlig den Anzeigen aus den Zeiten der Silaverei in Amerika angepaßt. Ein neues synihettsches Malaria-Mittel. In Weiterentwicklung der P la sm o ch i n- Arbeiten ist durch die Zusammenarbeit von Dr. Mietzsch, Dr. Maus und Dr. Kikuth in de» Forschungslaboratorien der JG..Farbenindustrie in Elberfeld in einer A t e b r i n genannten Verbindung ein neuer Fortschritt erzielt worden. Dr. Kikuth, Professor Eioli und Dr. Peter machen in der„Deutschen Medizinischen Wochenschrift" nähere Angaben über diese neue Entdeckung: Das 1924 dargestellte Plasmochin ver- nichtct die E e s ch l e ch t s f o r m e n der Malaria-Parasiten, unter- bricht dadurch den Uebertragungszyklus Mensch-Mücke-Mensch und ist daher zur Sanierung gegen die Infektion mit Malaria besonders geeignet. Das neue Präparat Atebrin wirkt gegen die u n g e- s ch l e ch t l i ch e n Formen der Malaria-Parasiten. Da diese die Ur- fach« der akuten Krankheitserscheinungen bei der Malariainfektion des Menschen sind, gelingt es nunmehr, auch sie durch einen syn- thetisch dargestellten Arzneistoff erfolgreich zu behandeln. Die Kam- bination von Atebrin und Plasmochin ermöglicht es jetzt, zur The- rapie der Malariainsektion nur noch synthetisch bergestellte Arzneistoffe zu verwenden. Spielplauänderung. Im Schillertheater werden Sonnabend statt Ostern„Die Geschwister" und der„Zerbrochene Krua" gegeben. Die für heute angesetzte Premiere von„Maria Stuart' im Theater des Westens ist auf Dienstag verlegt worden. Von der Bühnengenossenschast. 44 Prozent der Dühnenangehörigen erwerbslos. Zum Schlüsse der Düsseldorfer Tagung der Genossenschaft deutscher Bühnenangehöriger entspann sich eine eingehende Aus- spräche über den Bllhnennachweis. Der Leiter desselben, Nerking� Berlin, erklärte hierzu, daft von 11 S00 Bllhnenangehörigen 5116 ohne Engagement seien: mit anderen Worten, daß über 44 Proz, aller deutschen Bllhncnangehörigen erwerbslos seien. Be- sonders hoch sei die Zahl der erwerbslosen weiblichen Schauspieler. Präsident Wallauer schloß die Vertretertagung der deutschen Schauspieler, nachdem noch eine Entschließung«ingebracht wurde, die der Leitung das Vertrauen bekundet und sich gegen einseitig politische radikale Strömungen innerhalb der Bühnengenossenschaft wendet. kommunistische Hetze. Gegen die freien Gewerischasten. Kein Tag vergeht, an dem die KPD.-Presse nicht in irgend- einer Weise gegen die freien Gewerkschaften hetzt. In der Ver- schweigung der Wahrheit und der Verwendung der Lüge als legales Kampfmittel läßt sie es dabei nicht fehlen. „Gewerschaftsführer für Lohnabbau im Bau- g e w e r b e" ist heute zum Beispiel der eine Lügenbalken, der andere:„SPD kündigt Gemeindearbeitertaris". Dabei wird unter dem Balken im ersten Falle ganz richtig gesagt, daß genau wie in anderen Industrien auch die Unter- n e h m e r in der Bauindustrie die Lohn- und Arbeitsbedingungen zu verschlechtern suchen: doch dann kommt der Schwindel, die Unternehmer„finden dabei die Unterstützung der sozialdemo- kratischen Gewerkschaftsbllrokratie", der die KPD.-Bürokratie alles mögliche anzuhängen sucht, um sie nur in den Augen ihrer An- Hänger herabzuwürdigen und zu verdächtigen. Auch unter dem zweiten Lügenbalken wird zunächst richtig berichtet, daß die Kündigung der Gemeindearbeiter- t a r i f e auf Anweisung des Reichsfinanzministers Dietrich er- folgte, womit der Schwindel, die SPD. habe den Gemeindearbeiter- tarif gekündigt, gegenstandslos ist. Aber— im Vorstand des Reichsverbandes kommunaler Arbeitgeberoerbände habe der SPD.- Direktor Bollbrecht-Berlin maßgebenden Einfluß im Vorstand— alfojft die willkürliche Kombination der KPD.-Bürokratie fertig, die SPD. kündige den Gemeindearbeitertarif. Die Thälmänner stellten sich bei diesen Manipulationen beson- dcrs dumm, weil sie auf die Dummheit spekulieren. Der in den nächsten Tagen stattfindende außerordentliche Ge- werks chaftsko n greß, der„Krifenkongreß", wird zwar in der KPD.-Presse gründlich herunterzureißen versucht, bevor er noch zusammengetreten ist. doch läßt die KPD. Delegierte zu dem Kon- greß wühlen und fordert die„Gewerkschaftsmitglieder" auf, gegen ihre Gewerkschaften aufzutreten und„Oppositionsdelegierte" zu wählen. Da solche„Delegierte" der KPD.-RGO. zu dem Kongreß nicht zugelassen werden, schaffen die Drahtzieher sich so die Gelegen- ür die Zeit vom 8 bis 11. Apiil heit, die Gewerkschaften und den Kongreß nachher erst recht zu be- schimpfen, weil er die kommunistischen Paroledelegierten abgewiesen hat, falls sie den Versuch machten, sich aufzudrängen. „Gegen den Willen der Gewerkschaftsbllrokratie" sollen diese kommunistischen Parole„delegierten" auf dem lediglich der Ar- beitsbeschaffung dienenden Kongreß„die Fragen des Kampfes um Lohn- und Arbeitsbedingungen aufzurollen". Arbeitsbeschaffung ist für die KPD. uninteressant, denn sie kann nur Streiks gebrauchen, weil Moskau Streikberichte verlangt. Die falsche Thalmann-parole. Vom(Streik deutscher Seeleute in ausländischen Häfen. Emden, 8. April. Fünfzehn Seeleute des Emdener Dampfers„Elise Schulte" er- hielten Strafbefehle in Höhe von je sechs Wochen Gefäng- n i s. Anfang Januar lag das Schiff in New Dort, als dort die Heuerkürzungen der Notverordnung vom 8. Dezember bekannt wurde. Die kommunistische Weltreoolutionsparole auf deutschen Schiffen fand auch 15 Gläubige, die von Bord gingen. Der Dampfer setzte seine Fahrt fort, und die 15 Streikenden wurden auf einem anderen Schiffe nach Deutschland zurückbesördert. Es ist dies der fünfte Emdener Dampfer, auf dem zwischen Oktober und Januar in ausländischen Häfen gestreikt wurde. Wetter für Verlin: Langsame Bewölkungsabnahme bei ab- flauenden Nordwestwinden, immer noch kühl.— Für Deutschland: Im Westen und Süden zeitweise heiter, nachts Bodenfröste: auch im übrigen Reiche allmähliche Besserung, jedoch noch kühl und namentlich im Nordosten noch einzelne Schauer. ..Volk«nd Zeit", unsere illustrierte Wochenschrift, liegt der heutigen Postauflage bei. Vcrantwortl. sür die Redaktion! Rich. Bcrnstci». Berlin: Anzeigen: Th. Glocke, Berlin B-rlig: Borwärls Verlag G.m.b.H.. Berlin. Druck: Vorwckrts Buch. druckcrei und Berlagsanstalt Paul Singer& Co. Berlin S® 68. Lindenstr. 3. Hierzu 1 Beilage. Tlm&lez Ltdilsptele ustv Slaats TIteafer Freiiag. den 8. April staatsopcr Unter nen Linden 20 Uhr Die Hugenotten IGR. SCHAUSPIELHAUS Tägl. 8 U. j Nur noch 3 Teg Csütsto Tnester 8 Uhr Vor teciiDlorgoag v. Gerh. Hauptmann Reßie Max Reinhaidt VoiKsbütme TMer an BQIowDlat: 8 Uhi Kamrail Kasper Volkss Uck von Paul Schurek Regie: Günther Mark Staatl. Sdiillar-IMet 8 Uhr Cyrano vonBeroerac Reinhardt-Inszenierung g »•.Uhr CAS1N0-THEA I ER«'. blt» Lothringer Strafrc 37. ...................................................................... Berlins nenestes Operelten-Theaterl ftft Operette in 3 Akten. Musik von R.Stolz Eistkl Gesangskr. Neue Bühnenausst Juischein 1-4 Personen. Parken au Pi. rauteuil I.— Mark. Sessel I.5U Mark. siafii.oper Cnanonunbur� iJismarckstraße J Freitag, 8. April Turnus i 20 Lhr Friedemann tiacn Fidesscr, balvatinl Schirach, Friedrich, Büsch, Bauoiaim, Gombert Ende �3 Uhr Rose- iheater irofle frankfurter StraSe 13/ ist. Weidue. t'/ 342/ 8.15 Uhr Die Frau, die jeder sudit —Kleines IB.— Unter den Linden Merkur 1524 Täglich 8 V* Uhr CamwElire. Theater aJoiiendoripiatz Pallas 7051 SVi Uhr, Stg 4V* Uhr Trauniginerflaelit Operette in 3 Akter v. LuJ.Wolff a. Karl Bchr Musik von Hans May Regie; Heinz Saltcnburg Rundfunkh halb.Pr Stgs. 414 Uhr Kl. Pr. reipupn� Restaurant Berlins KU.Il Aparte FrühjaiirsmantekKostüme zu ganz besonders niedrigen Preisen MaBanferligung spez. für starke Damen! Paul Linek Damenmänfel- Fabrik, und Hdlg NenkOlln, Benlerstr. 83., i. ilaiser-Friedndi-Str. Buttergroß- Handlung Filialen in allen Stadtteilen Racnnrlaac»irtiim smä Jil RLEIIIEll«IllEIOa Besonders»�nn-mir-iw! 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Moskauer ��rpledrichstad»__J Franziskaner»T"�°°orm Gcorgcnstraße(Ecke Friedricbslraße) 9. 12. 3, 6. 9 Uhr Chauffeur Antoinctte mit Charlotte Ander, H. A. v. Schlettow u. a. 10.30, 1.30, 4.30. 7.30, 10.30 Uhr Spionagetonfilm Unter falscher Flagge mit Gustav Frülillch, Cb. Susa u. a. Neueste Ton-Bild- Reportage Welt-Kino VVoch. 6.45, 9.05 U. Sonntags ab 4.45 Uhr Alt-Moabit 99. Großtonfilm; Xachtk.»tonne mit Oskar Homolka, Oga Tschc- chowa.— Gutes Toiibeiprogr. Arhivhnf Wochenl. ab 6 Uhr Sonntags ab 5 Uhr Perlebercer Str. 29 Ein bißchen Liebe für dich mit Herrn. Thimig.— Schachmatt mit G. Maurus- Tonwoche Charlottenburg 3 Kant-Lichtspiele Kantstr 54(an der Wilmersdorfer Str.) Ben Hur in tönender Fassung Für Jugendliche freigegeben! W. 5, 7, 9 Uhr S. 3, 5, 7. 9 Uhr German ia-Palast Charloltenburg, Wilmersdorfer Str 53/54 Ben Hur in tönender Fassung Für Jugendliche freigegeben! W. 5. 7. 9 Uhr S. 3, 5, 7, 9 Uhr Schlüter-Theater �"qu. Schlülerstr. 17 S. 3 U.: Jgd.-Vorst. Hnall und Fall mit Fat und Patachon.— Durchlaucht, die Wäscherin mit Hans« Xlcse. Jugendliche haben Zutritt Atrium Kaiserallee, Ecke Berliner Straße Wochent. 7, 9% U. Sonnt. 5. 7. 9% U. Uraufführung: Sergeant X. mit Iwan Hos|ukin, Trude von Holo, Peter Voß Hermann Blaß, Regie W. Strijewski.— Tonfilmbeiprogramm W Schöneberg W Titania Schöneberg Hauplstr. 49 W 5. 7. 9 Uhr S. 3, 5. 7. 9 Uhr Große Tonoperette: Der Frauendiplomat mit Hax Hansen. Leo Slezak, Hartha Eggorth Beginn tägl. 6, 7, 9 Uhr £*"11 Stg. 3 Uhr Jugendvorslell Potsdamer Str 50 Es wir«! schon wieder besser mit Dolly Haas, Rühmann.— Japan, China u d. Handschu- rei.— Jugendliche Zutritt a St.gl.t,» Titania-Palast Zi�.io.oü. Steglitz, Schloßstr 5. EckeGutsmuthsstr. Uraufführung! Die Vier vom Bob 13 mit Greil Theiraer, Peter Voß, Fritz Kasp, Hans Junkermann.— Toufilmbcipr. Jugendliche haben Zutritt Hariencforf ab 6 U. . ab 5 U. Ä/f_ f• llariendorfer W. Tonlichtspiclc So. Chaussccslr 305. 2 Großtonfilme: Drei von der Stempelstelle mit Fritz Kampers, Paul Komp.— Holzapfel weiß alles mit Felix Brcssart Knrfnr** w 7' 9 Uhr nariarsi stg. 5. 7, 9 uhr Dorfstraße 22. Ecke Berliner Straße Sonntag 3 Uhr: Jugendvorstcllung Das blaue Licht mit Lenl Riefenstahl.— Tonboiprogr. Jugendliche haben Zutritt TVrin/; Täglich 5, 7, 9 Uhr MlVüll stgs 3 Uhr: Jugendvorslell. Berliner Str. 97. Großtonfilm; Rasputin(Der Dämon der Frauen) mit Conrad Vcidt.— Tonbelpr. c Neukölln A Ihambra Z"-u' tJ:-..Vnlr Hauptstr 30— Variete, Tonfilm Hänncr um Lucio mit Liane Haid, W. Rilla, O. Karlweis.— Goethe-Gedenk- Film. 2 Teile.— Bühne: G. Acosta. der Meister der Kraftjonglcure Mercedes-Palast{] Hermannstr 212 Ton-Komödie: Ein steinreicher Hann mit Curt Bois, D. Haas — Heine Kinder, mein Glück Primas-Palast Lnt�b'u: Am Hermannplatz. Urbanstr. 72/76 Bühnengaslspiel Ludwig Hanfred Lommcl in Runxendorf auf Welle 505, ferner Neugebauer braucht Vorschuß. Mitw. Hilde Wenzel(Kabarett d. Komik) Film- Durchlaucht amüsiert sich mit Gg. Alexander, L. Deyers Kukuk c Friedenau Kronen-Lichtspiele Rheinstraße 65. W. 7. 9 Uhr. Sbd., Stg. 6, 7. 9 Uhr Die Fledermaus mit Anny Ondra, G. Alexander, Petro- vich,— Gutes Beiprogramm Wochent. 6.30, 9 Uhr Sonntgs. 3, 5. 7, 9 U. Koltbusser Damm 92 Das blaue Licht mit Lenl Riefenstahl.— Tonbciprog.— Bühncnschan.— Jugendl. Zutritt Südwesten Film-Palast Kammersäle TellowerStr I W abSIS.So ab3HU. 2 Tonfilme: Der Fronendiplomat mit Max Hansen, M. KKeerth. — Drei von der Seempclslellc mit Kampers, Dusch, Wohlbrück Flora-Lichtspiele�Tmf" W. 5.45, 7. 8.45 Uhr. Sonnt, ab 3 Uhr Der Geheimagent mit Harry Fiel.—- Die verliebt© Firma mit Licn Deyers Süden Theater am Moritzplatz Wo. 6, 8.45 Uhr, Sonnt, ab 4.30 Uhr Fraulein, falsch verbunden mit Hagda Schneider, J. Rie- niann.— Einer Frau muß man alles verzeihen mit Schuz Arn Görlitzer Bahnhof riimeCR w ab 6%. Stgs. ab 3 Das blaue Licht mit Leni Riefenstahl Ferner Knall und Fall mit Fat u. Patachon in ihrem neuesten Film Jugendliche haben Zutritt Luisen-Theater sV"3:! Reichenberger Str. 34. Sonnabend u. Montag nb 6 Uhr Ben Hur in Tonfassung Ferner Expeditionsfilm Entfesseltes Afrika J ugendliche haben Zutritt_ Stella-Palast Köpenicker Straße 12—14 Tonfilm-Operette Ein bißchen Liebe für Dich Le© Parry. Herrn. Thimig der Sensationsfilm X 27 (Spionin oder Dirne?) mit Harlene Dietrich Deutsch-Amerik. Theater Köpenicker Str. 68 Beg. 4.30 U. Sonnt 2.30 rJ. Jogendv, Ben Ilur mit Ramon Xovarro. — Ueberrasch. Toiibeiprogr. Jugendliche haben Zutritt c Treotow °d Excelsior Wocht. 6 30. 9 Uhr Sonnt. 3. 5, 7. 9 Uhr Kaiser- Friedrich-Straße 191 Das blaue Licht mit Lenl Riefenstahl.— Bühnenschau Jugendliche haben Zutritt Stern, Hermannstraße 49 W. 6.30. 9 Uhr. Sonnt jih 3 Uhr X 27 mit Harlene Dietrich.— Gut.Tonbeipr— Bühucnschau Trepto w-Ste rn wa rte Sonnab. 8, Sonnt. 4. 6, 8 Uhr Die blaue Adria. Der gr. Reisefilm nach Venedig und Dalmatien Baumscnulenwog W Lichtspielhaus M.'g.Ma'i.-v0 Bauinschulenvceg 78 2 Schlager: Luise, Königin von Preußen m?t Henny Porten.— Weiß© Schatten mit Honte Blue.— Jugendliche haben Zutritt' " Prenzlauer ffiHySltlltl Allee 56 Wochent. 5 Uhr. Sonnt 3 Uhr. Die verliebte Firma mit Fröhlich.— Es wird geheiratet mit Szökc Szakall.— Bühne: Paul Godwin u. Orchester.— Emel- katonwocho Osten Z Germania-Palast Frankfurter Allee 314 Die neueste Tonkomödie Einmal möcht* ich keine Sorgen haben (Kegelklub alle Neune) mit Hax Hansen, Ursula Grabley Trara um Lieb© F. Bressart, Harta Eggcrth, Haria Pandler Woch, ab 6.30 Uhr. Sonnt ab 3 Uhr Kosmos-Lichtspiele Lückstr 70 Tägl. 5. ca. 7, 8.45 ü, So. 3, 5 ca. 7, 8.45 Uhr Die Jfacht ohne Panee mit S. Arno, Adalbert.— Peez In Viet* mit Jo». Plant. Jugdl, Zntr. Kino Busch Lrtns.SBÄ� Alt-Friedrichsfelde 3 Kadetten mit A Bassermann, Job. Riemann— Tön. Bühne. Jugendliche haben Zutritt g Norden O Alhambra s�trlnl38" W. 5. 7. 9 Uhr, Sonnt. 3, 5, 7. 9 Uhr Drei von de; Stempelstelle. — Knall und Fall mit Fat und Patachon.— Jugendliche Zutritt Luna-Palast Yonni a5b3urhr Gr Frankfurter Str. 121 Tonwoche Ein bißchen Liebe für dich mit Alexander, Thimig, H. Schneider.— Knall und Fall mit Pat und Patachon Schwarzer Adler U«"»? W. 5. 7. ca. 9 Uhr. S. 3, 5. 7, 9 Uhr Unter falscher Flagge mit G. Fröhlich.— Tonbelpr.— Bühne: Revue: 3 um Dolly Viktoria-Theater s�Jbsu5 Frankfurter Allee 48 2 Schlager: Tonfilmoperette: Ein bißchen Liebe für Dich(Zwei glückliche Herzen) mit Hagda Schneider, Herrn. Thimig.— Was kleine Hädchen träumen Frankenbarg nilhä« Gr Frankfurter Str. 74 W. 5. 7. 9 ü. S. 3 U.: Jugendvorst. Unter falscher Flagge mit Ch. Susa, G. Fröhlich— Gr. Beipr. — Woche.— Gr. Bühnenschau Pharus-Lichtspiele MüUerstr. 142 Täallch 5. 7. 9 D. Zwei GroDlonfilme: Ein bißchen B.iebo für Dich(Zwei glückliche Herzen) mit Herrn. Thimig. Ece Parry.—■ Der schönste lIRnnn im Staate mit Slegfr. Arno, Italph Itobert*, El»»! Arno Beba-Lichtspiele Residenzsir 124 W 6.45 u 8.45 Uhr Stg. 5. 7. 9 Uhr 3 Uhr: Jugend vorsl, 2 Großfilme: Ehe m. b II. mit Ch. Susa.— Illusion mit C. Vcidt c Pankow Palast- Theater slg Itoo u.' Breite Str 21a 2 Tonfilme: Skandal in der Parkstraße mit Fritz Kampers.— Das Lied ist aus mit Willy Forst, Liane Haid Tivoli € Zentrum Babylon, am Bälowplatz Wocht. 4.45 Uhr Sonr.1. 2.30 Uhr. Ben Hur in Tonfassung mit Ramon Xovarro Bühne. F re-Ro, Austattungsrevuo, 45 Min. Lachslürme Sonnab. 11.30 Uhr Nachtvorstellung Sexual-Lichtbildervortrag Schrenzel: Hann und Weib in Afrika Wochent 7. y ü Sbd. u. Sonnt 5 U Berliner Straße 27 GroB-Tonoperelte: 2 Herzen und ein Schlag: mil Lliian Slarvey. — Ufo-Tonkabarett ti— Tonw. 6S Tegel A Filmpalast Tegel?S02 Wochent 6. Sonnt 4.15 U Sonntags 2 Uhr: Juuend Vorstellung Entfesseltes Afrika.— Der bebende Berg mit H. Beck- Gaden c HeniflgsderF Filmpalast � Venfs* u. Berliner Str 59 2 Tonfilme: Die Fledermaus mit Anny Ondra.— Das Ende von Haradu föeilage Freitag, 8. April 1932 SivAvnil SjtaJnuigaße Ja[oraräsL mei ohne Arbeit un Ein Wahltonfilm, den das Lehen drehte** Von Lucifer Wohnküche. Drehovgelmrlsik. Langsam aufblenden! Groß: Brotdose. Darüber ein Deckchen mit gestickten Buchstaben: „Wo Brot, da keine Not!" Eine wulstige, knorrige Männerhand kommt ins Bild, öffnet langsam den Deckel der Brotdose... Groß: Das Innere der Brotdose... wenig« hart« Krumen— sonst nichts. Deckel fällt zu. Apparat fährt rasch zurück. Am Küchentisch, wo die Brotdose liegt, steht em junger, kräftiger Mann: Karl. Seine Hand gleitet von der Brotdose herab, lang- sam wendet er sich um... Apparat schwenkt auf Nah: Das Bett, in dem eine oll«, bis zum Skelett abgemagerte Frau liegt, die die Augen geschloffen hall und kaum zu atmen scheint: Die Mutter. Apparat fährt zurück. Karl, am Tisch stehend, kommt ins Bild. Apparat schwenkt rasch auf Nah: Die Cingangstür, in der der andere Sohn der Mutter steht, Franz. Er hall eine Tablettenphiole in der Hand. Sein Gesicht ist freudig. Gesamt: Franz geht rasch auf Karl zu.. Nah: Franz zeigt Karl die Tabletten. Karl: Von wem hast du das? Franz: Schulzens haben es mir abgegeben. Sie haben doch den Arzt und die Medikamente von der Wohlfahrt. Die Pillen werden bestimmt Muttern helfen. Karl(wehrt ab): Quatsch! Wtt müssen Brot für sie schaffen! Franz(sieht ihn groß an): Brot ohne Arbeit? Ueberblenden auf Groß: Wahlplakat: „Wenn ihr Arbeit und Brot wollt, dann wählt Hitler!" Rasches Ueberblenden von„Hitler" auf„T h ä l m a n n"— und wieder auf„H i t l e r". Die Buchstaben flimmern und tanzen. Ueberblenden auf Nah: Dichtgedrängt ein« Gruppe von Menschen, Frauen und Männer, Arbeitertypen, Angestellte, Beamte— in der vordersten Reihe unter- ernährte, schlecht angezogen« Kinder, Mädchen und Iungens jeden Alters, Fingernägel kauend, in den Nasen bohrend, groß den Blick gerichtet wie die Erwachsenen auf die Litfaßsäule, un, die sich die Menschengruppe drängt. Zwei Männer schieben sich ins Bild und durch die Menge.((Apparat geht mit ihnen.) Nah: Das Wahlplakat und Karl und Franz. Sie wenden den Blick von, Plakat ab und sich zu. Karl: Wir müssen bis abends Brot für Muttern haben. Franz nickt entschlossen. Straßenecke Karl und Franz kommen von vorne ins Bild. Jetzt bleiben sie stehen. Karl: Wohin willst du? Franz: Ganz nach links! Karl: Ich ganz nach rechts! Grußlos wenden sich beide den Rücken zu und gehen rasch jeder nach einer anderen Seite ab. Groß: Die schwarzweißrote Flagg« mit dem Hakenkreuz, wehend im Winde, am Dachfirst. Musik intoniert die Hitler-Hymne. Apparat panoramiert vom Dachfirst über die Hausfront, in deren Fenstern überall das Bild Hitlers zu sehen ist, zum Eingang in eine Kneipe. Hier stehen einige Braunhemden. Einer von ihnen sieht nach der Seite, wird lebhaft, stößt die andern an: U f f j e m e r k t! N' I u d! Ein gutgekleideter Herr, der„Jud", kommt ins Bild. Groß: Dem Herrn wird ein Bein gestellt. Er fällt. Vor dem Kneipeneingang. Die Braunhemden johlen— und dann rhythmisch im Sprechchor: Deutschland erwache! Iuda oerrecke! Der Herr erhebt sich mühselig, richtet sich mählich aus, bis er ganz gerade steht... Groß: Das peinlich oerlegen lachende Gesicht Dr. Goebbels. Groß: Die erstarrten Gesichter der Braunhemden. Groß: Dr. Goebbels(gütig lächelnd): Passiert. Geschehen im Eifer der Pflicht für Hiller. Heil! Antwort: Vielstimmiges Hellgebrüll. Dr. Goebbels dankt mit dem Faschistengruß. A n t w o rt: Stärkeres Heilgebrüll. Groß: Ein riesengroßes Maul, das langgezogen„Hell" schrell, iimner größer wird— jetzt wie ein dunkler Schacht aussieht, in den der Apparat hineinzufahren scheint... Dann: Aufblenden auf einen Thronsessel, auf dem Chaplin, in seiner bekannten Typisierung, erscheint. Er grinst, lüftet das Hütchen zum Gruß... Immerzu die Stimmen des Sprechchors: Deutschland erwache! Zwei Braunhemden und Hugenberg kommen ins Bild und überreichen Chaplin die Jnsignien seiner Herrscherwürde. Chaplin legt sein Hütchen ab und setzt sich die Kaiserkrone aufs Haupt. Dann wirft er sein Stöckchen fort und nimmt das Szepter in die Hand. Die Braunhemden werfen ihm den Purpurmantel über... und aus Chaplin ist plötzlich Hitler geworden. Hugenberg beugt vor ihm das Knie, zum Zeichen der Huldigung für den Kaiser des Dritten Reiches. Apparat schwenkt rasch auf die Mannen, die einstimmig rufen: Heil Adolf l. I Fanforen. Tusch. Apparat schwenkt auf Hitler zurück. Groß: Hitler lüftet die Krone zum Gruß(typische Chaplin-Be- wegung), worauf er ein« Coupletsängerstellung einnimmt und sein oberösterreichisches National- und Hsiinatslied„So san mir Lands« leut, linzerische Buam'" singt. Rasch überblenden auf Schulzimmer. Gesamt: Der völkische Lehrer(am Katheder): Wann hat Adolf I. von Deutschland regiert? Schweigen. Apparat panorannert durch die Schulbänke. Di« Schüler sehen sich gegenseitig fragend an. Hilflose, verzweifelte Gesichter. Apparat schwenkt auf Nah: Lehrer(am Katheder). Sein Gesicht verzieht sich zu einer bösarttgen, wilden Fratze. Breitspurig stellt er sich hin, stemmt die vor Wut geballten Fäuste in die Hüfte und brüllt: Was seid ihr? Deutsche Jugend? Waschlappen seid ihr! Rasch überblenden vom Lehrer auf Nah: Gauführer(der dieselbe Stellung einnimmt wie der Lehrer): Frontkämpfer? Nah: Karl: Nein. Gesamt: Beide im Bild. Gauführer: Hinterlandsdiener? Karl: Nein. Gauführer: Ja, waren Sie denn überhaupt nie Soldat? Karl: Nein. Gauführer: Schweinerei! Karl: Ich war ja, als der Krieg ausbrach, ein Kind von 6 Jahren. Gauführer: Jüdischer Dreh! Karl: steht wort- und hilflos da. Gauführer: Was willst du überhaupt? Karl(einfach): Arbeit und Brot. Gauführer(den feisten Bauch weit und behäbig nach vorn schiebend): Der Mensch lebt nicht vom Brot allein. Wichtiger als Brot ist die Arbeit. Wichtiger aber als beides ist die nationale Idee. — Abtreten zur... Rasch ab- und aufblenden! Gesamt: Kahler, nüchterner Raum. Karl und der Sachverständige für Rassen- und Völkerkunde. Apparat fährt auf sie zu. Nah: Sachverständiger(Professor, Eisenbart-Typ, Vollbart, Brille, Schmisse): Sie heißen? Karl: Karl Schmidt. Sachwer ständiger: Schmidt... Schmidt? Schmitz, Schwitz, Schweiß, Schweißfüß«!— Schweißfüße?! Typisch jüdisch! Unzweifelhaft semitischen Ursprungs. Raus! Der Kolleg« für biologische Rassenforschung wird Ihren Blutbefund aufnehmen. Umblenden auf Gesamt: Operationszimmer. Um den Operationstisch herum stehen Aerzte und Studenten in weißen Kitteln. Apparat fährt auf die Gnippe zu: Nah: Die Aerzte und Studenten, verschiedene Typen rassenreinen Ursprungs. Sie haben alle das Hakenkreuz aufgesteckt. Profesior Wotan hebt einen Maßkrug, leert ihn in einem Zuge und stellt ihn unter den Operationstisch. Professor Wotan(sich den biertriefenden Schnauzbari ab- wischend, schnauft und prustet): Meine Herren, meine Methode, auf dem Weg« der Bluttransplantatton die Rassenreinhett des homo communis zu erforschen, ist weltbekannt geworden. Jeder neue praktische Fall stellt Sie vor die Ungeheuerlichkeit meiner Methode. Die Entdeckung des dacillus pestilentiae judaicae ist an Bedeutung nur der Amerikas gleichzustellen. Also, meine Herren, ran an den Speck! Sie wenden sich dem Operationstisch zu... Apparat schwenkt auf den Operationstisch, auf dem Karl nackt liegt. Er ist narkottsiert. Zurück zu Wotan und seinem Stab. Wotan: Sehen Sie, meine Herren, diesen corpus pieb., Die Muskulatur... der Knochenbau... typisch degenerativ... In der Familie dieses objectivum sind unzweifelhaft Alkoholiker und Syphilitiker. Der typische Proletarier, in dessen Familie durch Generationen hindurch Suff...(stößt auf und wischt sich den Schnauzbart). Die Aerzte und Studenten sehen sich an und grinsen. Wotan, die Bewegung bemerkend, grinst gleichfalls und zwinkert mit einem Aug«. Wotan: Nach diesem Exkurs, meine Herren, wollen wir unserem domo plebis das Blut aus den Poren ziehen. Instrumente werden gezückt... Groß: Karl(in der Narkose aufschreiend): Arbeit und Brot! Groß: Phiole, die von Händen gehallen wird. Rah: Wotan(mikroskopiert, hebt den Kopf und sagt mit wissen- schaftlichem Bedacht): Wenn auch in ganz geringem Maße, so finden sich doch im Blute dieses Herrn Schmitt mikrobenartige Erscheinungen des kacillus pestilentiae judaicae. Gesamt: Zimmer des Sachverständigen Sachverständiger und Karl. Sachverständiger(in der Hand den Blutbefund): Meine Schweißfüße, respektive Ihr Name, Herr Schmidt, haben mich nickst getäuscht. Sie sind jüdischer Abstammung! Karl: Aber ich will doch bloß Arbeit und Brot! Sachverständiger(ironisch): Glauben Sie, wir wollen die Juden arbeiten lassen? Rasch ab- und aufblenden! Gesamt: Karl-Liebknecht-Haus am Bülowplah. Abblenden! AusblenZen! Nah: An einem rohgezimmerten Tisch sitzt ein Mann in Rujsenbluse und durchbohrt förmlich mit seinen Blicken das Gegenüber— Groß: Franz: Ich will Arbeit und Brot. Groß: Der Mann am Tisch: Daß du Hunger hast, interessiert uns nicht. Franz(nicht im Bild): Meine Mutter stirbt..! Der Mann: Wichtigkeit! Daß die Partei nicht stirbt, darauf kommt's an! Der einzelne bedeutet nichts gegenüber der Masse. Franz: Aber jeder einzeln« gehört doch zur Masse Der Mann: Erst wenn du der Partei dienst.. Willst du ihr beitreten? Franz(schwankend): Ich suche Arbeit und Brot... Ueberblenden mrf Zimmer des Gausührers. Nah: Tisch. Gauführer und Karl. Gauführer: Wenn du auch nicht ganz rasienrern tust, wollen wir doch ein« Ausnahme machen und dich aufnehmen.(Gibt ihm einen Revolver, einen Schlagring, ein dolchartiges Messer und eine Handgranate und steckt ihm das Hakenkreuz an.) Karl: Was soll ich damit? Gauführer: Arbeit und Brot sd>affen! Ueberblenden auf Karl-Liebknecht-Haus. Nah: Das gleiche Bild wie eben. Nur steht an Stelle des Gauführers der Mann in der Russenblufe und an Stelle Karls Franz Franz(nachdenklich auf die Mordwerkzeuge blickend): Werde ich's damit schaffen...? Nah: Die Mutter der beiden Brüder regungslos im Bett. Abblenden! Aufblenden! Backsteinmauer. Nacht. Lichtschein fällt aus die Mauer: Wahlplakate der Kam- nmnisten und Nationalsozialisten. Straßenecke. Ein Tritpp Braunhemden. Karl mit ihnen. Sie schieben ihn vor. Bedeuten iihni, vorwärts zu gehen. Karl zögert... Nah: Die Mutter der beiden Brüder regungslos im Bett. Dann: Straßenecke. Karl geht endlich... Andere Straßenecke: Ein Trupp von der KPD. Franz mit ihnen. Derselbe Vorgang wie an der anderen Straßenecke. Wieder Schnittbild: Die Mutter der beiden Brüder regungslos im Bett. Die andere Straßenecke: Franz geht endlick)... Die Backsteinmauer Zwei Gestalten kommen ins Bild. Die Schatten von Karl und Franz. Ohne sich zu sehen, reißen sie die feindlichen Plakate von Saisonbeginn bei Solidarität Die ersten Straßenrennen Wenn man bei den Rennfahrern vom Saisonbeginn spricht, so ist der Beginn der Freilustrennen gemeint. Genau genommen haben sie immer Saison, da ja chatten- und chomotramerrennen genug Winterbeschäftigung bieten. Die einzige Winterbahn Berlins, die im Sportplast, ist im vergangenen Winter nur für die Sechs- tagerennen ausgebaut worden und den Amateuren nicht zugänglich gewesen. Die Pariser Radsportler z. B. sind in dieser Beziehung bedeutend besicr daran, da eine ständige challenbahn genügend Be- tätigungsmöglichkelt zuläßt. Die fehlende Winterbahn in Berlin ist die Ursache dafür, daß chomotrainerrennen sehr häufig gezeigt werden. Im Vergleich zu Bahn- und Straßenrennen sind die cho- motrainer für die Rennfahrer aber nur ein Behelf und ein jedes Rennfahrerherz schlägt höher, wenn es bis zum ersten Rennen im Frühjahr nur noch etliche Tage sind. Und letzt ist es so weit. Die R e n n s a h r« r a b t e i l u n g der Ortsgruppe Berlin des Arbciter-Rad- und Kraftfahrerbundes„Solidarität" hat be- reits ihr erstes diesjähriges Rennen, das Querfeldeinrennen bei Schönerlinde, am vergangenen Sonntag ausgetragen. Nun findet am 17. April das erste Straßenrennen„Rund um den Gorinsee" statt. Gerade diese Rundstrecke ist durch die guten Straßen- Verhältnisse und durch ihren geringen Verkehr beliebt geworden. Daß sich schon jetzt nahezu alle Fahrer zu diesem Rennen in die Meldeliste eingetragen haben, spricht für das lebhafte Interesie an diesem Rennen. Do für die in diesem Jahre stattfindenden Bundes- Meisterschaften in chatte der sechste Mann zur Mannschaft noch er- mittelt werden muß, ist für die Beteiligten ein besonderer Anreiz geschaffen. Die genannte Strecke ist von den A-, B- und S-Fohrern zweimal, von den Jugend- und Altersfahrern einmal zu durch- fahren. Außer den Fahrern aus Berlin-Mitte, starten Charlotten- bürg, Wilmersdorf, Luckenwalde, Erkner, Wildau und Zeuthen. Bis letzt sind die Meldelisten noch nicht abgeschlossen, weshalb noch mit der Beteiligung anderer Ortsgruppen gerechnet werden kann. Der Start ist am Sonntag in Bernau, früh 7 Uhr. für die Berliner um 5 Uhr in Berlin am Königstor. » Es wird bei dieser Gelegenheit nochmals darauf hingewiesen, daß Neuaufnahmen jederzeit bei dem Vorsitzenden Kurt Ko- walke, Berlin SW 11. Stresemannstr. 58, und dem Technischen Leiter Walter Zander, Berlin NO 18, Palisadenstr 42, entgegengenommen werden. Eine Karenzzeit ist für neue Mitglieder nicht zu beachten und die Beteiligung schon beim ersten Rennen möglich. Der Beitrag ist mit 2,20 M. für das Viertsljahr und da, Startgeld für ein Rennen mit 0,50 M. bis 0,80 M. ebenfalls äußerst gering bemessen. Im Mitgliedsbeitrag ist enthaltene Raddiebstohl- und chastpflichrver- sicherung, Unfallunierstützung und freier Grenzübertritt.„>solidari- tat" betreibt den Sport um des Sporte» willen und pflegt nur den Amateursport. Es werden deshalb auch kein« Preise, gleich welcher Art, ausgegebn. Die Sieger erhalten lediglich eine schriftliche Be- Art, angegeben. Die Sieger erhalten lediglich eine schriftliche Bestätti- gung des Sieges in Form eines Diploms. Wir appellieren daher an wie den Partei- und Gewerkschaftslreisen, sich dem Arbeiter-Rad- und Kraftfahrerbund„Solidarität" anzuschließen. besorgt euch Zeitscheine Der Oberfßrslcr gibt bebannt: Um dazu beizutragen, daß sich der Ausflugsverkehr im »ommer reibungslos gestaltet und um dem Publikum die Berch- tung der polizeilichen Bestimmungen zu erleichtern, gibt der Staotsoberförster in Potsdam als Verwalter der Staatsforsten innerhalb und in unmittelbarer Nachbarschaft des Be- zirks Groß-Berlin folgendes bekannt: Wer seine Erholungsstunden und Ferientage draußen ver- bringen und dazu ein Zelt aufschlagen will, bedarf eines Z e l t s ch e i n e s, der ihm unter Mitteilung der zu beachtenden Bestimmungen die Erlaubnis dazu' gibt. Die Zeltscheine kosten für Angehörige von sportlichen Vereinen oder Organisationen 1 M., für olle anderen 2 M.: höhere Gebühren werden trotz gelegentlicher gegenteiliger Pressenotizen in den Staatsforsten nicht erhoben. Die Zeltscheinc werden ständig ausgegeben, vornehmlich jedoch Mist- wochs und Sonnabend im Forsthaus Steinbinde, Grünau, Fried- richstraße, Fernsprecher Grünau F 3 6594, auf der Oberförsterei in Potsdam, Alte Königstr. 9/13, Fernsprecher Potsdam 2612, im Forsthaus Wildpark-Sanssoucitor, Fernsprecher Potsdam 1615, im Forsthaus Krampnitz am Krampnitz-Lehnitzse« und im Forschaus Zedlitz beim Sacrowsee. Für Auto- und Motorradausflügler ist es wichtig zu wissen, daß auf der Straße Kladow— Sacrow das Parken außer- halb des eigens dafür eingerichteten, Sonnabends und Sonntags mit Bewachung versehenen Parkplatzes verboten ist. Im übrigen ist das Parken im Walde außerhalb der Wege bekanntlich allgemein verboten. Zum Schluß bittet der Oberförster um eins: Papier und Unrat gehören nicht in den Wald! Feuer bringt dem Walde größte Ge- fahr, deshalb laßt das Rauchen und das Feuerwachen im Walde fein. hinderturnen bei der F�QB. In der Turnhalle Prinzenstr. 70 findet am Sonntag, dem .0. April, das in jedem Jahre wiederkehrende Turnen der F T G B.- Kinder statt. Ein reichhaltiges Programm wird von der körperlichen und sportlichen Erziehung der Kinder Zeugnis ablegen und zeigen, wie vielseitig bei geeigneter Leitung die Kinder beschäftigt werden können. Musikturnen, Spiele, Tänze werden einander abwechseln.. Die Freie Turnerschaft Groß-Berlin ladet alle diejenigen Eltern ein, die bei der Wahlarbeit nicht tätig sind und nach Erfül- iung ihrer Staatsbürgerpflicht die Erziehung der Kinder durch den Arbeitersport kennenlernen wollen. Einlaß ist um 14 Uhr, Beginn 14.30 Uhr. Eintritt 20 Pf., für Erwerbslos« und Jugendliche 10 Pf. ■ÄbschiußderBeTirlLsbämzzfeimkhBD. Bei stärkster Beteiligung und guten sportlichen Leistungen find die Bezirkskämpfe im Gau Berlin des republikanischen Freien Keglerbundes beendet worden. Einzelmeister auf Bohle wurde im Bezirk Westen Ryszkowski-chalte fest 25, im Bezirk Osten Wieland-Olympia, im Bezirk Süden Erich Sorgalla-Aha, und im Bezirk Norden Heilmann-fjeros. Die Bczirksklubmeisterschasten erder Mauer. Jetzt geraten sie aufeinander. Es entsteht ein Hand- gemenge. Messer blitzen aus... Die eine Straßenecke: Die Braunhemden beobachten den Kampf, machen plötzlich kehrt und stürmen davon. Aie andere Straßenecke: Derfelb« Vorgang. Gros;: Karl und Franz gehen mit den Messern aufeinander los. Da kommt plötzlich eine starke Hand ins Bild und reißt die beiden aus- einander. Eine Stimm« ruft: Idioten! Groß: Karl und Franz starren sich an und erkennen sich. Der Mann, der sie auseinanderriß, steht wuchtig zwischen ihnen. Karl: Franz! Franz: Karl! Beide(sich spontan in die Arme fallend): Bruder! Der Mann: Menschenskindor. nun sagt mir nur, was ihr wollt! Beide: Arbeit und Brotl Der Mann: Auf d i e Weise schafft ihr'« niemalsl Karl: Wie denn? Franz: Kannst du es uns sagen? Der Mann nimmt beiden die Waffen ab. Dann zieht er ihnen die Uniformröck« aus: D e r M a n n: Das ist das erste. Und jetzt kommt. Wir wollen dach mal sehen... Sie gehen alle drei sicheren Schristes, den Blick nach vorwärts gerichtet. Abblenden! rangen im Westen der SKK. Halte fest 25, im Süden SKK. Aha, im Osten SKK. Bück dich, im Norden SKK, Marathon. Die Damen- abteilung sieht den Damenklub Freyja an der Spitze. Die Riege auf Bohle des Bezirks Norden, die als letzte ermittelt wurde, setzt sich folgendermaßen zusammen: 1. Heilmann-Heros 2174 Holz, 2. Fleischauer-Marathon 2173 Holz, 3. Ruben-Harmonia 2172 Holz. 4. Herzog-Marathon 2172 Holz. 6. Pürschel-Heros 2171 Holz. 6. Brost- Freiweg 2170 Holz, 7. Franz Ullrich-Marathon 2167 Holz, 8. Erich Dudat-Marothon 2159 Holz, 9. Rofenkranz-Freiweg 2156 Holz, 10. Kaufhold-Marathon 2153 Holz. Auto-Erpresser Eine neue Spezialität von Autofreunden Schon vor einiger Zeit hatte sich ein Ungenannler an den All- gemeinen Deutschen Automobil-Club in Berlin gewendet mit dem Wunsche um Ueberweisung von 50 000 M,, weil er sonst beginnen werde, alle Autos, die aus der Straße stehen, zu bcschädl- gen. Da er zur Abholung der 50 000 M. nicht an der von ihm vorgeschlagenen Stelle erschien, konnten sie ihm leider nicht über- geben werden. Das hat er falsch verstanden und nun seine in Aus- sicht gestellte Tätigkeit begonnen, Indem er an mehreren Plätzen Beilins, z. B. am Anhalter Bahnhof, am Bahnhof Zoo, am Dön- hoffplatz und Unter den Linden, die Reifen unbeaufsichtigt parkender Wagen angestochen hat. Der ADAC bittet nicht nur alle Kraftfahrer, sondern auch das Publikum um Unterstützung bei der Feststellung des Attentä'er» und wird für jeden Fall, in dem jemand wegen einer derartigen Beschädigung von Kraftwagen rechtskräftig verurteilt wird, ein« namhafte Belohnung an den» jcnigen oder die Personen zahlen, die die Feststellung des Täters ermöglichen. hleiuer Sport von überall Die Gruppe Mitte der Freien Schwimmer Groß-PerNn e. V., die im Stadtbad, in der Gartenftr. 5, ihre Uebungsabende hat, bildet Nichtschwimmer kostenlos aus. Die Gruppe unterhält jeden Donnerstag, 20 Uhr, in der Turnhalle der Ruppiner Straß«, am Artonaplatz, eine Sportabteilung, in der die Mitglieder kostenlos Eraänzungsfporl betreiben können. Der Ucbungsabend der Gruppe Mitte ist jeden Dienstag von 20,30 bis 22 Uhr. Auskunft erteilt in allen Zlngelegenheiten Arnold Malodystach, Lothringer Str. 32, und die Vereinsgeschäftsstelle. Elfasser Str. 86/88. Freikörperkultur-Matine« im Großen Schauspielhaus. Zu der am Sonntag, 10. April, stattfindenden Freikörperkultur-Matince im Großen Schauspielhaus, veranstaltet von der Körperkulturschule Adolf Koch(im Verband Volksgcsundheit) sind für Parteigenossen und Mitglieder der Arbeitersportbewegung noch am Sonnabend bis 9 Uhr abends im Schulbüro. Frledrichstr. 218, Karten gegen Vor- legung der Organlsalionsauswelst zu haben. Wegen der Nacktheit bei den Gymnastikoorführungen dürfen Karten am Sonntagoormittag an der Theaterkasse nicht ausgegeben werden, Bei den Ringkämpfen im Zirkus Busch besiegte gestern der starke Equatore-Jtalien den schwächeren Berliner Moebus in der 12. Minute. Der deutsche Meister Ahrens konnte Philipp-Berlin durch Untergriff auf die Schultern zwingen. Naber-Ostpreußen konnte Bela Nagy in der 17. Minute durch einen plötzlichen Armsallgriff besiegen, Bognar und Zimmermann-Rhelnland zeigten ein technisch schönes Ringen, aus dem der Ungar nach 16 Minuten durch einen Ueber- � wurf als Sieger hervorging. Den schönsten Kamps des Abends! lieferten sich Plöller-Wien und Sasorski-Polen, Bei einem doppelt geführten Ausheber war schließlich der Pole der Glücklichere und konnte seinen Gegner verade in der 21, Minute auf beide Schultern legen. Heute, Freitag, stehen sich im Entscheidungskampfe der Ver- liner Kowall und Pröller-Wien gegenüber. Außerdem kämpfen: Naber-Ostpreußen gegen Equatore-Jtalien, Paßmann-Lettlond gegen Omeltfchenko-Ukraine, Belisch-Bulgarien gegen Bognar-Ungarn und Zimmermann-Rheinland geg>en Sandor Nagy-Ungarn. Neue Rekorde im Arbeitersport Bei den Meisterschaften der Wiener Arbeiter-Gewichtheber gab es zwei neue internationale Höchstleistungen, Der Federgewichtler Richter riß beidarmig 90 Kilogramm und der Schweroewichtler Schritter erreichte im Beidarmig-Stoßen 142,5 Kilogramm. Der Berliner Meisterheber W a l l o s ch e ck- Lichtenberg-Friedrichsfelde 04 konnte im Einarmig-Links-Stoßen den internationalen Rekord(ISO Pfund) im Halbschwergewicht erreichen. Seinen eigenen Rekord im Federgewicht(Rechts-Stoßen), der als deutscher Bundesrekord an- erkannt ist, verbesserte S ch a f n i tz e I- Augsburg von 170 auf 175 Pfund. Den Städteringkampf Budapeft-Wien-Graz in Graz sah die Budapester Arbeiterringer vor Wien erfolgreich. Der Bundes- meister im Ringen„Friesenheim" siezte über den norddeutschen Meister„Wilhelmshaven" mit 2214: 514 Punkten. Stettiner Ar- beiterboxer trugen in Kopenhagen drei Mannschaftskämpfe aus, verloren zwei und beendeten ein Unentschieden. Um die ostdeutsche Meisterschaft boxen jetzt zum fünften Male.,Hansa".Weihwasser und..Eiche"-Liegnltz. Arbeiter-Fufjball Spiele zum Sonnabend und Sonntag suchen folgende Bereine: „V o l k s s p o r t N e u k ö l l n" auf eigenem Platz für drei Männer- mannschasten. Anschristen an R. Schubert, Neukölln, Weserstr. 204, Telephon F 2(Neukölln) 6080, ab 20 Uhr.— Adler 08 sucht für Spiele aus eigenem Platz für drei Männermannschaften eben- falls Gegner. Telephon D 8(Pankow, 4986.— Der Lichtenberger Fußballklub Normania. Bezirksmeister 1932, sucht zur Vervoll- ständigung seiner Iugendfußball- und Frauenhandballmannscyasten sowie zur Neugründung einer Schülermannschaft noch Mitglieder. Sitzung jeden Freitag, 20 Uhr, bei Wegner. Frankfurter Allee 236. Die Kreissußballeitung gibt bekannt, daß an den Sonntagen 10. und 24. Aprll, vormittags, die Schüler- und Jugendspiele stattfinden. Die Spielleiter werden dafür Sorge tragen, daß die Spiele bis 12 Uhr beendet find. Näheres erfolgt durch Rundschreiben an die Vereine- Vereine, die am Sonnabend Freundschaftsspiele aus- tragen, teilen dies bis Freitag unter Dönhoff 292(Manz) mit. l�vdce� Da infolge der Reichsprasidentenwahl am Sonntag keine Ar- beiterhockeyjpiel» stattjinden, haben mehrere Mannschaften am Sonnabend Freundschaftsspiele vereinbart. So toirb in Spandau der dortige Freie Hockey-Klub gegen den Athletik-»port-Klub um l7zb Uhr auf dem Erer in der Wilhelmstraß- mit zwei Mann- schaften spielen. Der Ärbeitersportoerein Rvt-Weiß und die Freie Sportvereinigung Pankow spielen um 17 Uhr in der Schönhauser Allee, und der Ärbeitersportoerein Schöneberg 07 und die Freie Turnerschaft Groß-Bcrlin-Tempelhos treffen sich um 1714 Uhr in der Rubensstrahe. � Vedeiter-?ur». rntb Sportbuud, 1. fltelf, 4. Bezirk, Nsrdgruppe. Die Fuß- ballvereine ASB. Neukölln, Frohe Stunde, Britz 88, Fichte, Berlin 12 uno � holen ihre Spielermarkcn beute ab 19 Uhr, und Montag ab IL Uhr,«n Saueid, Halensee, Westfälische Str. 82, ab. Die Radfahrer der KarteUvcreine des 7. Bezirk« melden sich zur Wahlarbe« Sonntag. 19. April, im Lokal von Barow, Schorrenstr. 3, und beteiligen stltz ferner an der WahLpropagandafahrt nach GToßbeeren am 17. Ävrll. «SD. Rot-Weiß. Wir beteiligen uns an der Aundgebung im Lustgarten. Treffpunkt 1«� Uhr Normaluhr Dan�iger Strahs Ecke Schönhauser Allee. Räch. zügler!8 Uhr an der Granitschale im Lusmarten. �/nds vallentraintna. Freie Schwimmer Groß-Berlin e. V., Gruppe Mitte. Montag. 18. April, Uhr. Gruppenversammlung Elsässcr Str. 86—88, Fußballklub„Eintracht", Reinickendorf. Anschriften nur noch an Erunn Ratzlom, Reinickendorf.West, Straße 56, Hau« 4b.,..- 'Verein für Leibesübungen, Ostring, e. D« Morgen letzter Uevungsabsnd m der Turnhall? Realgymnasium, An der Parkaue. Das Training im-Aienbergec Stadion, Herzbergstraße, hat begonnen und findet jeden Dienstag, Donnerstag und Sonnabend, ab 17 Uhr, statt. kreitax, 8. April. Berlin. 16.05 P. le fort: Skilitufbilanz. 17.30 Gärten im April(Cryk Peplnskl). 17.50 Ncsper: Funkhllfe. 18.05..Ausländer über Deutschland."(Arn Mikrophon: loh. Halfeldt.) 18.15 Dr. Alfred Beyer: RücksIchtsIosiBkeiten. 18.15 Unterhaltungsmusik. 19.55 Mitteilungen des Arbeitsamtes. 20.00 Die Leiden des juncen Werther. Für den Rundfunk beerbeif«* von Frnyt Brinroll. Ltf.: Cdlef Köppen. 21.00 Taces- und Sportnachrichten. 21.15..Die Pantoffeln der Zarin." Oper von Tschaikowsky- 22.35 Wetter-, Takes- und Sportnachrichten. Tanzmusik. KOnicsvusterbauseo. 16.00 Ob.-Reg.-Rat Dr. Kart Zlerold; Die Begotichtung von Pfltnen. 16.30 Leipzig: Konzert 17,30 M. v. Mattlngberg; Die geistige Lage der fran. 16.00 Verschollene Musik au» der Zeit Bachs.(Luise König and flan« Schnitte.) 18.30 Dr. Ooldsteln: Der Konflikt zwi«cben der eUencrzcugondcn uad eisen- verbrauchenden Industrie. 18.55 Wetter für die Landwirtschaft 19.00 Vortrag für Zahnärzte. 19.30 Ob.-Reg,-Rat Dr. V. Engelhardt: Erwerhsloalgkeft und Erwachsenenbildcng. 30.00 Unterhaltungsmusik. 20.30 Warschau(Polen): Europäisches Konxert, Philharmonisches Orchester. Dir.: Grcgoire fltclbcrg. l. Drei kleine Stücke. 2. Chopin: Klavierkonzert f-mo!l(h'cnry Sztompka, Klavier). 8. Arten, 4. St Moniuazko: Zwei kleine Stücke, Alexander 3rledrleh:J(upff:rfUch UU(l[Radierung*> Ueber eine von technischen Schwierigkeiten so umstellte Kunstart wie die der Tiefdruck-Graphiken kann wohl nur ein ausübender Künstler Abschließendes sagen. Alexander Friedrich, der Radierung wie Kupferstich als Ausübender beherrscht, der vor allem aber ein weit über den Durchschnitt unterrichteter und philosophisch geschulter Künstler ist, legt in diesem Buch das Resultat einer tiesen uno selbständigen Denkarbeit vor. Man fühlt sich von seiner Art, Kupferstich, Radierung und Kaltnadel und ihre komplizierten tech- nischen Prozesse von der blanken Kupferplatte bis zum gedruckten Abzug zu betrachten, leidenschaftlich angezogen: es ist wie ein magnetisches Fluidum, das einen in seinen Bannkreis zieht. Die anscheinend handwerklichste, ja beinahe trivialen Handgriffe des graphischen Geschehens werden unter seiner bohrenden Betrachtung zu Weltwundern, unlösbar verflochten in die Rätsel spekulativer Philosophie. Ein solcher Standpunkt ist in der Kunstbetrachtung nicht neu. Aber die bis in mystische Tiefen grüblerisch hinabsteigende Intensität seiner Untersuchung, die ihre Quellen bei der Alchimisten. bei den frühgriechischen Philosophen Zeno und Heraklit, ja bei der Einsteinschen Relativitätstheorie sucht und das Schlichtoerborgene künstlerischer Handwerksübung in die strenge und schwierige Be- grifjswelt der Metaphysik eintaucht, ist von aufregender Geistigkcit.. Man gewinnt bei seiner Lektüre ein Weltbild, entstanden aus den Tiefen des künstlerischen Werdeprozesses, die keinem Außenstehenden, keinem Gelehrten zugänglich sind, weil solche Erkenntnisse ohne eigenes Schöpfertum unmöglich sind. Die Kehrseite von Friedrichs Darstellung Ist freilich auch die große Schwierigkeit, ohne philo- sophische Vorkenntnisse in die dunkle Sprache dieses Denker» ein» zudringen. Die außerdem sehr eigenwillige und private S>'rache des 2lutors. ihre Weitschweifigkeit und innere Bezogenhelt erschwert das Verständnis noch mehr: es droht manchmal eine Bibel für Esoteriker zu werden, so abgründig ha« sich Friedrich in seme mystischen Anschauungen von Kupfer und Druckerschwärze ver- spönnen, über denen er ganz vergißt, daß es auch noch Menschen gibt, für die Kupferstiche und Radierungen schlechthin Kunstwerke sind. Blätter zum Anschauen und Sichersreuen. Faul F. Scttmickt. *) Alexander Friedrich: Handlung und Gestalt des Kupferstichs und der Radierung(Herkules Seghers zum Gedächtnis). Essen. Fredebeul u. Koenen. 1931.