BERLIN Sonnadeiid s. April 1932 10 Pf. Ar. 1 67 B 33 19. Zahrganx, Erscheint tSqlich außer Sonntags. M M££«n,c>ge»i>rrt»:®tt tti äujlfttti Slbrntjusjabr en.ScrmörH" Bczugavrei« für fi g M W gM ä OA Rcklamejrile 2.— M Ermäßig! drit, Auegaben Ii i'f. uro©ociie, 3,20 M vre Mona, �." i ä JI/ I£«orwärls-P-rlag G, m. d. H,. (baren**2 Pf monallich für Zustellung lue Hau«) im voran« M g%. i t Aß�gJL behält nch da« Ren» der Ablebn i-dlbar P o n d e i o g 3,g7 M einschließlich so Pf, P°NiciIung«> ff, l'»T■ fwliW muC» stLAJ&Cj f f TrO Redaltton und Ervrdti und 72 Pf, Postbcstcllgebübreir j V 77' w m Serusvrecher! z etnsvalttge Mtllimrterjeile 30 W. Ermäßigungen nach Tarif'vostscheckkonlo .. Berlin Rr. 27 Ö2v.- Oer Verlag Ablehnung nicht genehmer Anjetgen oor ton: Berlin GW 68, �indeniir Döndoft(A 7) 292—297 warn am Meuchelmordpläne in der SA. Auch Rohm verdächtig und femereif? Herr Bell, der außenpolitische Mitarbeiter von Hitlers Stabschef Röhm, schreibt uns unter Bezugnahme auf unseren Artikel„Verräter verfallen der Feme": „Tie haben in Nr. IKK einen Auszug aus den Mitteilungen der„Münchencr Post" über die Tschcka- Organisation im Braunen Hause wiedergegeben. Da- bei ist auch meine Person genannt worden, mit dem Hinweis, daß ich seit längerem offenbar verdächtig sei. Im Zusammenhang mit der Nebcrschirft„Per- rätcr verfallen der Feme" könnte der Eindruck cnt- stehen, als ob ich ein Verräter sei. Ich verwahre mich gegen jede solche Unterstellung auf das entschiedenste. Im übrigen mache ich darauf aufmerksam, daß der Mordanschlag nicht auf mich allein geplant war, sondern vor allem auf Graf Dumoulin und den Stabschef Nöh m." Wir hatten bei unserer Wiedergabe der Mitteilungen der„Münchener Post" keineswegs die Absicht, uns in die Streitigkeiten zwischen der politischen Leitung der NSDAP. und der Leitung der SA. über die Verwendung der SA. ein- zumischen. Die Namen der Fememörder Schulz und Schweikart haben jedoch selbstverständlich bei uns sofort die Erinnerung an die Taten dieser Leute hervorgerufen. Die Opfer der Schulz und Genossen sind von ihnen als Verräter angesehen worden. Ob sie deswegen wirklich Verräter waren oder ob sie nicht unschuldig gemeuchelt worden sind, ist eine ganz andere Frage. Die Zuschrift des Herrn Bell zeiat jeden- falls, daß diese Leute von ihren finsteren Methoden nicht lassen können, und daß sie ihr gefährliches Treiben von damals in der NSDAP, fortsetzen. Im übrigen hat jetzt der Staatsanwalt das Wort! Verhaftungen in München. Al ü n ch e n, 9. April. Die Polizeipreffesielle teilt mii: „Ein in ZNünchen wohnender Fabrikant, der sich noch vor Jahresfrist als Standartenführer der SA. bc- tätigt bat. forderte vor Ostern mehrere Züitglieder der NSDAP, aus. einige unbcguem gewordene Führer der Partei aus der Welt zu schaffen, und stellte zu diesem Zweck Geldmittel zur Verfügung. Die Erhebungen der Polizei führten am 7. April zur F e sl- nähme von sechs Personen, die dem Amtsgericht München zur haflfragelösvng vorgeführt wurden. Inwieweit die in der„ZNünchener Post" vom 8. April 1932, Nr. 8l, unter der Ueberschrist„Tscheka-Oraanisation im Brauen haus" gemachten weiteren Ausführungen zutreffen, wird geprüft. Groener bei Hindenburg. Der Herr Reichspräsident empfing heute den Reichsminister Dr. Groener zum Vortrag. Herrn Aazi'Zucker. (Sympathie des Iucker-Gewaltigen für die„Arbeiterpartei". Sogenannte prominente Sympatliisierendc haben kürzlich für den komischen Regierungsrat aus Braunschweig einen Aufruf veröffent- licht. Dazu bringt die Nazi-Preff« möglichst täglich kleine Nachträge. heute sind es wieder ein Dutzend Freunde der nationalsozialistischen „Arbeiterbewegung". Dabei handelt es sich um sechs Adlige, frühere Oberpräsidenten, Generalleutnants und General- majore, jetzige Majoratsbesitzer und Ritterguts- besitz er. Die anderen sechs geben als ihren Berus an, daß sie Superintendent, Professor, Diplomingenieur und ähnliches seien. In dieser Liste ist der interessanteste syinpathisierendc Mitläufer der Generaldirektor Dr. Oskar Köhler Der Herr Generaldirektor Dr. Oskar Köhler regiert in der Zuckerfabrik Maltfch-Dietzdorf G. m. b H. Er sitzt weiter als Geschäftsführer in der Delitzscher Rübensamenzucht G. in." b. S) und ist stellvertretender Vorsitzender des Aufjichtsrates der Die Fahrt ins Dritte Reich Die Znsiation fährt mit! Deutschen Zuckerbank A.-G. Köhler sitzt außerdem noch in verschiedenen anderen Produktionszweigen, die zum deutschen Zucker- gcschäft gehören, als mehrfacher Aufsichterat. Als stellvertretender Vorsitzender des Aufsichtsrats der deutschen Zuckerbank A.-G. gehört er zu den sogenannten Oberpromincnten in der deutschen Zucker- industric. Wir fragen: hat Herr Köhler nur seine„Sympathie" erklärt, oder zahlte er auch der Nazibewegung bares Geld? Diese Frage ist besonders wichtig deswegen, weil die deutsche Zucker- industrie erst wieder durch eine Verordnung der Reichsrcgierung für 1332 mit einem hohen Zuckerzoll weiter geschützt worden ist Die Sozialdemokratie hat iinmer verlangt, daß in Deutschland der Zuckerprcis herabgesetzt werde, damit der Zucker- umsag steige. Statt dessen wird die deutsche Zuckerindustrie weiter durch einen so hohe» Zuckerzoll geschützt, daß sie mit ihren Preisen u in das Mehrfache über dem Weltmarktpreise liegt. Auf dem Weltmarkt kosttet der Zentner Zucker 5 M., bei uns in Deutschland 2l),Zv M. Der hohe Preis erschwert den Absatz des Zuckers und die Rübenba uern können ihr Rohmate- rial nicht mehr absetzen. Dazwischen sitzt, wie die Made im Speck, die Zuckerindustrie und verdient, und ihre Generaldirek- toren schreiben Sympathieerklärungcn sicherlich mit metallischem Beigeschmack sür die Nazibewegung. Das alles nennt sich dann Arbeiterbewegung! Man hat genug...! Der große Aüolf vor leeren Bänken. Hitler erlebte am Freitagabend in Köln ebenso wie in Frank- surt eine Enttäuschung. Er sprach in der Messehalle, wo während seiner letzten Rede kurz vor dem 13. März 2S0lK) Personen, diesmal aber höchstens 3000 bis 10 000 Personen erschienen waren. Davon waren nicht weniger als 1000 SA.-Leute, die man aus der weiteren Umgebung herangezogen hatte. Die Kundgebung bewies, wie die am Vortage in Frankfurt a. M., daß die Bevölkerung vondenNazisgcnug hat! Es könnten Spane fallen... Tobe im Wokilkampf. Görlitz, 9. April. In einer Kundgebung der Eisernen Front zur Reichspräsidenten- wähl sprach Freitagabend Reichspräsident L ö b e vor etwa 1000 Personen in der Görlitzcr Stadthalle: die Rede wurde in den anderen Saal und in den Stadthallcngarten übertragen. Lobe führte u. a. aus, die Wahl am kommenden Sonntag und erst recht die Wahlen 14 Tage später seien von höchst wichtiger Eni- scheidung, vielleicht sogar von historischer Bedeutung. Der Kampf gehe nicht um zwei Personen, sondern um die Repräsen- tauten zweier verschiedener Weltanschauungen: Demokratie oder Diktatur! Ein Erfolg Hitlers müßte die Krise nicht nur zur Katastrophe, sondern auch zum Bürgerkrieg führen. Hindenburg sei nicht der Mann der Sozialdemokratie, aber er habe die Verfassung geachtet und gebe die Garantie, daß er auch in Zukunft nicht enttäuschen werde. Wenn Hitler die Macht ergreife» sollte, dann würden, so betonte Löbe, ihm in den Hammerschaften neue Gegner erstehen. In jeder Fabrik, in Gas- und Elektrizitäts- werken, auf der Eisenbahn usw. werde Arbeit dem Dritten Reich nicht zur Beifügung stehen. Auch der Mittelstand und der Beamte mögen bedenken, daß bei einem Uebergang ins Dritte Reich Späne fallen würden. Man solle nicht glauben, daß die Republikaner von 1332 sich so in die Mäusclöcher verkrieche» werden, wie sich die Monarchisten 1318 in die Mäuselöcher vcr- krochen hätten. Löbe schloß, an die Eiserne Front gewandt, mit der Mahnung, klaren Kopf zu behalten und bereit zu sein, wenn notwendig, auch mit der Tat die deutsche Republik zu verteidigen,»m sie fo> t- zuentwickeln zum sozialen Volksstaat. Der Tandtag einberufen. Außerordentliche Sitzung am Dienstag. Der Preußische L a n d 1 a g ist am Sonnabend inittog kelegraphifch zu einer Plenarsttzuug für Dicnskag, den 12. April, mittags 12 Ahr. einberufen worden. Auf der Tagesordnung stehen nur zwei Gegenstände, und zwar 1. dieAenderungdes§2oderGeschäfls� o r d n u n g über die Wahl des ZNinisierpräfidenken und 2. der kommunistische Zlnirag, der sich gegen angebliche Wahlbedr.- lrächtigung wendet. Die Plenartagung wird voraussichilisi nur einen Tag dauern. Festung fü? Scheringer. Der Etrafantrag des Reichsanwalts Leipzig, 3. April. Im Kzochvcrratsprozcß gegen den" Retchswehrleutnant n. D. Scheringer beantragte der Vertreter der Reichsanwoli fchaft eine F e ft u n g s h a f t ft r a f e von 2Vi Jahren unter Anrechnung von 6 Monaten der Untersuchungshaft. KPN.„verschärst..." Aber die Sozialdemokratie fährt ganz gut dabei. Die rechtZkommunistische Zeitschrist„Gegen den Strom" wagt ;3, folgende schlichte Wahrheit festzustellen: Seit 4 Jahren wird unter der Flagge des ultralinken Kurses der Kampf gegen die SPD.„verschärf t". Das Ergebnis ist, daß die SPD. dabei ganz gut fährt, ja, daß es ihr gelungen ist, die Scharten, die sie in bisherigen Wahlkämpfcn gegenüber der KPD. erlitten hat, wieder auszuwetzen. Man kann sich vorstellen, welche Flut von Schimpfwörtern d': wegen Uber die„Brandleriften" niedergehen wird. Aber, wie) j scheint, habe» auch die vor„Verschärfungen" keine Angst. Es gelingt nichts mehr! Wetter am Wahltag: Boraussichtlich bewölkt, aber wesentlich wärmer. Während in den südlicheren Zonen, in Italien, Spanien, Süo- cußland und in den Balkanländern seil Tagen schon beständiges Frühlingswelkcr Herrschi, ist in Mitteleuropa unler dem Einfluß eines starken polaren Lufkstromes abermals ein erheblicher Temperatursturz eingelrelen. Die sehr warmen Tage zu Beginn der Woche ließen berechtigte Hoffnungen auf schönes Frühlingswetter auskommen. Der plötzliche Kaltlufteinbruch aus dem hohen Norden machte diese Frllhlingshoss nungen jedoch wieder zunichte. Wenn die vorliegenden Wetterme!- düngen zutreffen sollten, wird der polare Luststrom durch einen milden maritimen Lustkörper abgelöst, der aus dem Nordosten konimt Die britischen Inseln sind bereits unler feinem Bereich geraten, und da der Warmlustkörper weiter ostwärts zieht, wird ini ganze» Reich am morgigen Wahlsonntag mildes Wetter eintreten. Zur Zeit lagert über Island und Finnland eine Depression und im Süden ein f)od)- druckgebiet. Dadurch wird eine Westwindlage bedingt, die für Sonn- tag etwa folgendes Weiter bringen dürfte: Nach einer regenreichen Nacht ist am Sonntagvormittag Aufklärung zu erwarten. Der Gimmel wird grösttenteüs wolkig fein, ab und zu wird die Sonne die Wolkenivand durchbrechen. Die Temperaturen, die heute im Reich durchschnittlich 2 bi» 4 Grad Wärme betragen haben, werden am Wahlsonntag erheblich höher liegen. Hiilerjungen als Mordbuben. Neichsbannerleuie angeschossen. Im Chemnitzer Ortsteil Glösa wurde ein Trupp Reichs- bannerleute, der friedlich aus einer Versammlung heimkehrte, überfallen, und aus dem Hinlerhalt beschossen. Ein Reichsbanner- tamerad erhielt einen V r u st s ch u h, ein zweiter einen O b e r- a r m Ich u st und ein dritter einen handstreisschust. Die versolgung der Mordbuben, die sofort mit Hilfe der Polizei aufgenommen wurde, hatte Erfolg. Drei Ralionolsoziaiisten wurden als Täter s e st g e n o m m e n. Systema'ische betvafsnete Lleberfalie.- Täter verhaftet. Von der Landjägerei in Minden wurden drei Ratio- nalsozialisten fe st genommen, die an einem U e b e r- fall aus das Wohnhaus eines fozialdeniokroti- schen Lehrers in dem benachbarten Dorfe Meißen beteiligt waren. In der Nähe des Hause» hatte sich eine Schlägerei abgespielt, worauf die Nationalsozialisten ihr Ueberfallauto alarmierten. Da, al» das Auto eintraf, auf der Straße»ieinand mehr zu erblicken war, gaben die Insassen des Wagens auf die Wohnung des Lehrers mehrere S ch ü j s e ab. Einige durchquerten die Wohnküche und ein Zimmer. Es ist als ein Wunder zu bezeichnen, daß niemand verletzt wurde, obgleich sich in der Küche mehrere Personen be- fanden. Drei weitere an dem Uebcrsall beteiligte Nazis konnten noch nicht verhaftet werden. Vor dem Schöffengericht in Minden wurde ein Nationalsozialist zu 6 Monaten, zwei Wochen Gefängnis verurteilt. Der Bursche wurde als Insasse eines Ueberfallauto» ermittelt, von. dem aus zwei Reichsbannerleutc mit dem Revolver bedroht und mit Stahlruten verprügelt worden waren. Einer der Ueberfallenen war solange bearbeitet worden, bis er mit furchtbaren Verletzungen zu- sammenbrach. Oer Gpihelbeineb der Putschisten. Sie bereiteten Terrorakte vor? Die„Rheinische Zeitung" veröffentlicht in ihrer Donnerstag- Ausgabe Berichte von Nazispitzcln, die im Verlauf der haussuchun- gen bei der Kölner SA. gefunden wurden und die erkennen lassen, daß auch von der Kölner SA. sür den Fall eines Sieges von Hitler bei der Reichspräsidentenwahl gewalttätige Aktionen gegen Gebäude der Kölner Arbeiterbewegung und gegen Geschäftshäuser geplant waren Außer Photos über diese Ge- bäude hat sich die SA. auch bemüht, Photos vom Innern der W o h- nungen bekannter Kölner Sozialdemokraten zu erlangen. Zu den bespitzelten Persönlichkeiten gehört auch der Kölner Oberbürgermeister. Aus den Angaben und Go- heimberichten geht schließlich auch hervor, daß Beamte bestimmter Kölner Behörden amtliches Material an den Nachrichtendienst der Nazis geliefert haben. Spaltung der Deutschen Studentenschast Schmutzige Wahlmanöver der Nazistludenten. Von der Sozialtstischen Studentenschaft wird uns geschrieben: Bereits vor einigen Wochen ging die Meldung durch die Presse, daß die„Deutsche S t u d e n t e n s ch a s t" sich gespalten habe. Der nationalsozialistische Vorstand dieser Organisation de- mentierte diese Nachricht. Jetzt haben die K o r p o r a t i o n s- Vertreter, die die entscheidenden Verhandlungen mit den Nazi- studenten geführt haben, in einem vertraulichen Rund- schreiben, daß der Sozialistischen Studentenschast vorliegt, die Gründe sür das Ausscheiden der Korporationsstudenten aus dem Vorstand der„Deutschen Studentenschaft" dargelegt. Dieses Rundschreiben straft die Dementis der Nazis Lügen. Die ausge- schiedenen Vorstandsmitglieder werden in Zukunft sogar einen eigenen Informationsdienst herausgeben. Die Spaltung ist damit tatsächlich vollzogen. Der„Deutschen Studentenschaft" ge- hören nur noch Nazistudenten anl Glaubt der Reichswehr- minister Groener noch immer seinen Erlaß auf- rechterhalten zu können, der diese Nazifiliale sür unpolitisch erklärt hat? In wenigen Tagen beginnt das neue Semester. Die„Deutsche Studentenschaft" ruft die Studenten zum„Z a h l st r e i k" aus. Es handelt sich hierbei um ein nationalsozialistisches Wahlmanöver. Außerdem glaubt man, dadurch über die inneren Schwierigkeiten im eigenen chaus hinwegtäuschen zu können. Diese S p e k u- lation wird sehlschlagen. Dieselben Leute, Nazis und Stahlhelmer, die heute mit der Not der Studenten hausieren gehen, haben im Landtag einen sozialdemokratischen Antrag auf Gebühren- stasselung zu Fall gebracht. Man darf erwarten, daß der Staat gegenüber den Nazistudenten seine Autorität wahrt, daß er aber endlich durch eine Reform des Gebührenwesens die schwere Lage der minderbemittelten Studenten erleichtert! Schah von perfien und kein Ende. Drei Monate Gefängnis für die„Netza*. Der zweimal vertagte Prozeß gegen den Verleger der persischen Zeitung„Netza" Rink und deren Drucker Wols tonnte endlich statt- finden. Der Staatsanwalt beschuldigt beide Angeklagte, dies« Zei- tung alz Fortsetzung der verbotenen Zeitung„Pejta" herausgegeben zu haben. Der Angeklagte Wols, in dessen Druckerei auch die Zeitung„Pejta" erschienen war, behauptete, daß der Herausgeber dieser von den Behörden verbotenen Zeitung ihm aus seine An- frage ausdrücklich erklärt habe, weder er noch der Kreis um ihn habe mit der Zeitung„Netza" auch nur das geringste zu tun gehabt. Der Angeklagte Rink, Parteikomnninist, machte dagegen kein Hehl dar- aus, daß er im Autrag« seiner persischen Gesinnungsgenossen nach Verbot der Zeitung„Pejka" die Zeitung„Netzka" als selbständiges komimrnistische» Blatt habe erscheinen lassen. Der Lektor am Orien- talkschen Seminar Beck erstattete jedoch sein Gutachten dahin, daß beide Zeitungen nach Stil, Zlusdruckswcise und Inhaltstendenzen sich mehr oder weniger d.-cken. Der Staatsanwalt beantragte gegen den Angeklagten Wolf 4 Monate Gefängnis, gegen den Angeklagten Rink S Monate. Das Gericht sprach Wols frei und verurteilte Rink auf Grund der Notverordnung zur gesetzlich zulässigen Mindest- strafe von drei Monaten Hätte man es aber nicht für nötig befimden, auf Betreiben des in s«iner Ehr« so empfindlichen Schah Pferde u> Ln Preußen und Die Kommunisten verbeiten ein Flugblatt an die Frauen, worin es heißt: Die sozialoemokratische Braun-S«oering-Regierung, diese Regierung des„kleineren Uebels". gibt für das Jahr 1932 für Kinder- speisung nur noch 250 000 M. aus. dagegen sür die Berpfleguna von ZK>0 Schupopscrden 2 023 820 M Das macht für ein Kiiid im Monat— 5 Pf., für ein Schupopserd im Monql— 47 M. Wo ist der Ausweg? Sieh hinüber nach der Sowjetunion. Dort gibt es leine Krise, lein« Erwerbslosigkeit, keinen Hunger und keinen Faschismus. Die Frau ist dort ein freier Mensch und ihre Kinder haben eine gesicherte Zukunft. Um die Schamlosigkeit dieser verlogenen Demagogie vollzumachen, wird ein Bildchen beigegeben, das auf der einen Seite ei» wohlgenährtes Pferd, auf der anderen Seite ein totes Kind im offenen Sarge zeigt. Was ist Lüge und was ist Wahrheit? Natürlich ist der Aufwand sür die Kinder mit den angegebenen 250 000 M. nicht erschöpft. Gerechterweise müßte man den ganzen Sozialauf- wand des Reiches mit rund 7MilliardenMark darauf untersuchen, ein wie großer Teil dieses Betrages den Kindern zugute kommt. Neben diesen Reichsausgaben gibt es einen preußischen Wohlfahrtsetat von 86 Millionen Mark, der natür- lich zum großen Teil für Zwecke der Kinderhilfe verwendet wird. Daß das alles angesichts der ungeheuren Not noch lang? nicht ausreicht, darüber besteht kein Streit. Immerhin sieht es mit den„5 Pfennig pro Kind" schon etwas anders aus. Nun aber die Pferde! Auch in Rußland gibt es eine berittene GPU. Zlußerdem eine starke Kavallerie, über die T h ä l m a n n wohl am besten Bescheid weiß, da er ja bei ihr General ist. Möge also er als Sachverständiger gehört werden. Soviel dürfte allerdings feststehen, daß es i n R u ß- land mindestenszehnmal soviel Polizei-und Militärpferde gibt wie in Preußen-Deuischland— und daß sie schlechter gepflegt werden, wollen wir keineswegs be- haupten, wir würden uns sonst den ernsten Tadel der„Roten Fahne" zuziehen. Und nun die Kinder, die in Preußen so schlecht be- von Persien die erste Zeitung zu verbieten, so wäre das Gericht nicht in Verlegenheit gekommen, den Verlsger der zweicen Zeitung zu drei Monaten Gefängnis zu oerurteilen. Im übrigen scheint die Perser-Schah-Justiz-Episode noch immer nicht ihre endgültige Erledigung gefunden zu haben: wie verlautet, hat die StaatsarnDaltschost gegen das freisprechende Urteil in Sachen de» persischen Studenten Alawi Berufung eingelegt. «in Stahlhelm-Wih. Im Kreisblatt des Kreises Hadeln(Niederelbe), der„Nord- hannoverschen Landeszeitung", hat der Stahlhelm folgendes Inserat veröffentlicht: Ausruf! Der Stahlhelm ist und bleibt überparteiktch� und stramm rechts. Der wählende Kamerad kann daher Sonn- tag nur Hitler seine Stimme geben. Dr. Giebel, Kreisführer, Stramm rechts, für Hitler stimmen— und dann„überparteilich"? Herr Dr. G:ebel ist Rechtsanwalt. Er wird wahrscheinlich in der Lage sein, den Widerspruch zwischen Worten und Taten ebenso juristisch hinwegzudisputieren wie den zwischen dem Ehrenmitglied Hindenburg und der Haltung des Stahlhelms überhaupt, Arbeiterwaffen vor Gericht. Heimwehrgranaten auf dem Richtertisch. Wien. 9. April. Der Prozeß über die Wasfensunde im Ottakringer Ar- beiterheim brachre gleich zu Ansang sensationell« Anträge de» Verteidigers der Angeklagten, Abg. Dr. E i s l e r, Cr teilte mit, daß in der Wohnung des früh«l«n Assistenten der Grazer Universt- tät, Dr. Wilhelm R ö s l e r. eine Handgranatenwerk- statt des Heimatschutzes sei. Dr. E i s l e r legte dem Gericht Erzeugnisse dieser Werk- statt vor: drei Weißmetallen« geschlossene Hülsen sowie sechs Glas. behälter mit gelben Chemikalien. Als weiteres Beweiemate- ml legte er die Anzeigen darüber an Mitglieder der steierischen Landesregierung, an das Landesgendarmeriekommando in Graz, so- wie die Antworten und serner zahlreiche Photographien von bewaffneten Aufmärschen des Heimatschutzes vor. Schließlich stellte er den Antrag, den steierischen Landezhauptmann Dr. Rintelen, den steierischen Gendarmeriekommandanten und den früheren Bundeskanzler Dr, Schober zu vernehmen. Der Gerichtshof be- schloß, den Houptangeklagten Leopold Pfeifer mit Rücksicht auf seinen Gesundheitszustand sofort zu enthaften. Heute morgen wurde der Prozeß aus unbestimmte Zeit o e r t a g t. Japaner verlassen Schanghai. Angeblich schon abgemacht. London, 9. April.(Eigenbericht.) Aus Tokio wird gemeldet, daß zwischen der japanischen und der chinesischen Militärkommission eine Einigung über die Frage der Abberufung der japanischen Truppen aus Schanghai erzielt worden sei. Die Truppen sollen nach de» hier vorliegenden Meldungen Schanghai schnellstens ver- lassen. Mädchenleiche an der Hinkeldey-Aiücke. Aus dem Spandauer Schiffahrtskanal an der Hmkeldey-Brücke wurde die Leiche eines jungen Mädchens geborgen. Die Tote dürste nur kurze Zeit im Wasser gelegen haben. Das Mädchen ist etwa 20 bis 25 Jahre alt, 1,50 Meter groß, schlank, mit dunkelblondem Bubikops. Das Mädchen trägt braun- kariertes Kleid, dunkelbraune Seidenstrümpse, schwarze Spangen- schuhe Ein Taschentuch trägt das Monogramm Bei der Toten wurde eine Quittung gefunden, die vom 5. April datiert ist. Um den Hals hatte das Mädchen eine goldene Kette. Nachrichten nimmt die Verniihtenzentrale entgegen. id Kinder n Sowjelrußland bandelt werden und die es in Rußland so ausgezeichnet haben! Auch hierüber wollen wir nichts aus eigenem sagen, sondern nur den Bericht eines russischen Unters uchungs- a u s s ch u s s e s über Krippen und Kinderspeifeanstalten zitieren, der in der„Krasnaja Gazeta" vom 23. Januar 1931 enthalten war. Da berichtet der Untersuchungsausschuß z. B. aus Leningrad:.. In einigen Kinderbewahranstalten erhalten die Kinder einmal in fünf Tagen Milch, m anderen wird Milch in übermäßigen Men- gen verabreicht. Das Essen, das 20 000 Kindern in Leningrad verabreicht wird. ist ekelerregend. Für Kinder von drei bis vierzehn Jahren wird das Esten zusammen zubereitet und in gleichen Mengen verabreicht. Besonders schlecht steht es mit der Verteilung der Milch. Die in geringer Menge ge- lieferte Milch entspricht nicht den elementarsten hygienischen An- sorderungen. Die Besichtigung der Molkereien, die die Leningrader Kinderbewahranstalten versorgen, hat grausige Ergebniste gezeigt. Der Schmutz in den Molkereien ist erschütternd. Im Sowchos Priktino(also auf einem„sozialisiertem" Landgut) ist der ganze Kuhbestand tuberkulös. Der Sowchos hat mehr als einmal tuberkulöse Milch in ungekochtem Zustand geliefert. In der Leningrader Zenlralmolkerei stehen die Milchfässer offen herum. Die Füllung der Kannen erfolgt mit schmutzigen Gummi- schlauchen. Es gab Fälle, wo in der Milch lote Nagetiere und Frösche gesunden wurden. Dies ist nur ein Zitat unter ungezählten! Das grauen- hafte Kinderelend in Rußland ist ja allbekannt. Also auch in Rußland könnte man Flugblätter herausgeben, in denen auf der einen Seite die glänzende Verpflegung der Pferde, auf der anderen Seite ein Kinderelend geschildert wird, wie man es sich hier zu Lande gar nicht anders vor- stellen kann. Es ist nur ein Unterschied dabei. In Deutschland, wo noch den Behauptungen der Kommunisten die schrecklichste Unter- drückung herrscht, kann man solche Flugblätter ungestört ver- breiten. Zn Rußland würde man dafür sofort erschossen werden! Lokale werden durchsucht! 120 Festnahmen in der letzten Nacht. Die Polizei bemüht, durch vorsorgliche Maßnahmen die nächl- lichen Zusammenstöße zwischen links- und rechtsradikalen Gegnern nach Möglichkeit zu verhüten. Diesem Zweck dienten auch Durch- s u ch u n g e n zahlreicher verkehrslokale der ksmmun'ften und Rationalsozlallsten In den gestrigen späten Abend- und Rochl- stunden. Die Aktion der Polizei richtete sich insbesondere gegen Lokale, d'x von jeher als Auspunkte blullger Schläge- r e I e n und Schießereien bekannt sind bzw. in verdacht stehen. Im großen und ganzen sind die Durchsuchungen ergebnislos verlaufen. Nur in einem Falle wurden in dem berüchtigten notionatjoziolistischen Verkehrslotal in der Ziege- ler Straße geladene Pistolen gesunden. 38 Nazis, die in der Gastwirtschaft angetrofsen wurden und von denen sich keiner als Besitzer der sortgeworfcnen Pistolen bekennen wollte, wurden fest- genommen und ins Polizeipräsidium gebracht. Insgesamt wurden in der letzten Nacht rund 120 Personen— fast ausnahmslos Kommunisten und Nationalsozialisten— wegen verschiedener Delikte festgenommen. 100 Personen befinden stich zur Zeit noch im Polizeipräsidium,«in großer Teil von ihnen wira wieder dem Schnellrichter vorgeführt. Vier Litfaßsäulen wurden abermals niedergebrannt, ohne daß es gelang, einen der Täter zu fassen. Schreckschüsse am Nettelbeckpkatz. Am N e t t e l be ck p l a tz auf dem W e d d i n g kam es heute in aller Frühe zu einer schweren Schlägerei zwischen na t i o n a l- sozial! st ischen Zettelverteilern und Kommunisten. Polizcibeamte mußten erst einige Schreckschüsse abgeben, um die wie besessen aufeinander einschlagenden Gegner erst einmal voneinander zu trennen. Mehrere Rädelsführer wurden festgenommen. Oen partner auf der Bühne erstochen. Aus Spiel wurde blutiger Ernst. I g l a u in Böhmen, 9. April. Die Landwirtssöhne Johann und Franz Slrobl aus hafnerluden halten bei der Dilellanlenaufführung des Stückes„Die wilderer" mitgewirkt. Als der Forstadjunkt, dargestellt durch den Grundbesitzer Karl HSgenauer. in einer Szene erstochen werden sollte, hielt Franz Strobl ein scharfes Messer so ungeschickt, daß högenaucr hineinrannte, sich die Schlagader zerschnitt und nach wenigen Minuten aus der Bühne verblutete. Ja der jetzt statt- gehabten Gerichtsverhandlung wurde der unglückliche Täter zu >4 Tagen, sein Bruder, der Regisseur, zu S Tagen Arrest, bedingt auf ein Zahr, verurteilt. Ein dcutichnationaler Schwindel. In einer Kleinen Anfrage des deutschnationalen Landtagsabgeordneten Hillger-Spreg e l- berg war gesagt worden, daß Landger schtedirekror Mosur, der in dem Gerichtsverfohren gegen die Landooikführer i» Schleswig-Holftein als Untersuchungsrichter wirkte, behauptet habe, ihm sei von zwei Regierungsstellen eine besondere Ve- lohnung von je 10000 Mark angeboten worden, die er allerdings nach reiflicher Ueberlegung persönlich abgelehnt hätte. Wie der Amtliche Preußische Pressedienst mitteilt, stellt der preußische Justizminister in seiner Amwort auf die Kleine Anfrage jest, daß Lan�zerichtsdircktor Masur niemals behauptet hat, daß ihm als Anerkennung für seine Tätigkeit als Untersuchungsrichter in der Straksache gegen Heim und Genossen wegen Sprengstoffner- brechens von Regierungsstellen eine Belohnung angeboten worden sei. Ein solches Angebot ist auch nicht erfolgt. Auch sonst sind Fälle, in denen eine derartige Belohnung gezahlt worden wäre, nicht bekannt geworden. Rumpelstilzchen hat verleumdet. Der„Deutsche Presiedienst", herausgegeben von RumpelstiUchen-Stein. verbreitete einen Artikel. der ein« Verdächiigung der BcförderungspoUtik des preußischen Justizminisiers darstellte. Minister Schmidt stellte Strafantrag, und Rumpelstilzchen blieb nichts anderes übrig, als vor dem Schossen- gericht Berlin-Mitte zer erklären:„Ich habe von dem Erscheinen des Zlrtikels keine Kenntnis gehabt-, ich bedaure, daß der Arliiel erschienen.ist: ich habe mich davon überzeugt, daß die in dem Artikel ausgestellte Behauptung der Wahrheit nicht entspricht." Wahlkniff im Memelland. Bevorzugung litauischer Zwergparteien. Kowno, 9. April. Im litauischen Regierungeanze!<;er wird die Aenderung des z 7S des litauischen Seimwahlgesetzes zu Ungunsten der deutschen Parteien im Memelgebiet verösfentlicht. Auf Grund dieser Aenderung werden auch die Stimmen der k l e i n st e n litauischen Splitterparteien, die bisher unter den Tisch fielen, für die litauische Liste gezählt werden. Zunkergenosse a. D. Gaiga'at. Dem längst verflossenen Dreitlassenhaus gehörte als Litauer der Pfarrer G a i g a! a t an. Er gehörte zur herrschenden Junker- sraktion der Deutschkonservotiven und ging treu mit ihr. Die Kon- scrvotiven van damals nennen sich heute deutschnational— ihr Gaigalat aber wuchs mit den höheren Zwecken des L!tauertums. Heute leitet er das evangelische Konsistorium für Litauen und so- eben hat er beschließen lassen, daß Pfarrstellen im Memelland nur noch Absolventen der K o w n o e r Fakultät erteilt werden sollen, d. h. Litauern. So will der ehemalige Junkergenosse zur Entdeutschung des Memellandes beitragen. polnische Mnderheitsbefchwerde. Zurückweisung durch die lieichsregieruna. Der„Bund der Polen in Deutschland" hat in einer Beschwerde an den Völkerbund Lorfälle in Deutsch-Oberschlesien, aber auch in anderen preußischen Ostprovinzen vorgebracht. Die Rclchsregierung ist in ihrer Aeußerung dazu an den Völkerbund diesen. Versuch entgegengetreten, andere als oberschlesische Ereignisse oder Zustände vor dos Genfer Forum zu bringen, und der Beschwerde Material entgegengestellt, wonach die tieferen Gründe für die S p a n n u n- gen zwischen den beiden Bevölkerungsteilen in den deutschen Ost« Provinzen in dem Verhalten der polnischen Minderheit selbst, be- sonders in der von ihren Führern betriebenen Agitation und Propaganda zu suchen sind. Die Ermordung Holuskos. Schwere Belaflung der pilsudski-Elique. Warschau, 9. April.(Eigenbericht.) Der Leiter der Ministerialabteilung für die Behandlung der stawischen Minderheitsvölker Polens, H o l u f k o, wurde vor einem halben Jahr in Ostgalizien, wo er zur Erholung weilte, e r- mordet. Die zunächst als Täter verhafteten Ukrainer mußten sämtlich wieder außer Verfolgung gesetzt werden. Immer mehr ver- breitete sich der Verdacht, daß der ehemalige Sozialdemokrat und spätere Pilsudskist Holufko ebenso ein Opfer der Obersten- c l i q u e geworden sei wie seinerzeit der von Wilna nach Warschau gelockte und dort ermordete General Z a g o r s t i(sprich Sagurski). Der sozialistische„Robotnik" und andere Oppositionsblätter haben gerade jetzt wieder darauf hingewiesen, daß die Mörder Holuskos noch immer nicht ergriffen sind, man wisse nur schon, daß sie keine Ukrainer seien. Die Negierungspresse schnappte aus diese Anspielung sofort«in und antwortete mit schimpfendem Gekeife. Das Lustfahrtabkommen in der Schwebe. Ebenso wie der zwar vom polnischen Parlament schon ratifi- zierte, dem Reichstag aber noch nicht einmal zu diesem Zweck vor- gelegte deutsch-polnische Handels vertrag, ist auch das vor ge- raumer Zeit vereinbarte deutsch-polnische L u f t f a h r t s abkommen noch nicht in Kraft gesetzt. Es besteht tatsächlich noch kein deutsch- polnischer Flugverkehr— was fast unglaublich klingt, da von Berlin Fluglinien sonst nach aller Welt gehen und Flugzeuge von überall- her hier eintreffen. Run hat die polnische Gesandtschaft dem Auswärtigen Amt mitgeteilt, daß Polen bereit sei, die Rati- sikationsurkunden dieses Vertrags auszutauschen, was eben zur Inkraftsetzung erforderlich ist. Kulturpflege einst und jetzt „Marxistische Wirtschaft" und preußische Kunst „Die Vier vom Bob-13." „primus-palast- Titania." Backfische beiderlei Geschlechts werden sich über die Handlung freuen. Soll doch die Tochter eines unwahrscheinlich reichen Mannes (der sonderbarerweise weder von der Wirtschostskriise noch von einem Steckbrief bedroht ist) einen Baron heiraten, den sie nicht liebt. Da der Rekordsport sein Leben nicht ganz ausfüllt, ist der Herr Baron zwischendurch noch ein bißchen Heiratsschwindler und Falschspieler. Das entdeckt in gewollt dummdreister Art ein neunmal kluger De- tektw. Und zum Schluß bekommt die reiche Tochter nicht den Baron, sondern den Führer von Bob 13, dem sie eigentlich, weil er ihr nicht den Hos machte, einen ganz gemeinen Streich spielen wollte. Dem Manuskriptschreiber siel nicht viel ein und dem Regisseur Dr. Johannes Guter desgleichen nicht, doch hat er Routine und Talent zum gemütlichen Lustspielton. Vor allen Dingen aber gab er den Kameraleuten reichlich Arbeit. Sie holen viel heraus durch einen interessanten Wechsel von sportlich aufregenden Moment, und Zeitlupenaufnahmen, von artistisch gekonnten Bildern und solchen, die nicht mit dem Verstand, sondern mit dem Gefühl gesehen sind. Die Industrie ist ja heutzutage so mit dem Ton beschäftigt, daß sie vom rein Filmischen so gut wie gänzlich abgekommen ist, und daher stellen ein paar hervorragende Landschastsausnahmen den ganzen Film schon über den Durchschnitt. Grete T h e i m e r bleibt als Millionärstochter selbst im Trainings- anzug noch Puppe. Von Werner F ü t t e r e r verlangte der Re- gisseur stärkste Zurückhaltung, wodurch er dem Darsteller unzweifel- Haft einen Dienst erwies. Firtz Rasp ist der Meisterdetektw für Filmleinwand. Er gibr dem Publikum Rätsel auf, und das Rätsel- raten ist heute immerhin noch der Lieblingssport. Musikbegleitung, Lieder und Dialog« sind auf Zurückhaltung gestimmt. Das schadet nichts: denn die Landschaft wirkt ohne Zutaten am besten. e. d. DaS Museum der ZtaatSiheaier, Oberwallstr. 22, veranstaltet im Rahmen der Jahrhundertfeier eine Sondwausstellung:„Goethe im Spielplan der Berliner Theater", die eine U-bericha» oller bijher an den Berliner Bühnen zur �Darstellung gebrachten Eoctheschen, Werke in der Lriginalbcsetzung, Porträts von Künstlern aus der Goelhe- zeit bis aul die Gegenwart, DekorationSskizren, ManuKripte und der- gleichen bietet. Sie wird rom lt. März bis 2t. April täglich vormittags| r»n 11 biß 13 Uhr geöffnet lein. ..Gegen die Zensur.- Bei der Kundgebung, die die„Dent'che Liga sür Menschenrechte" am Mcn'ag, 8 50 Ilbr, im Herrenbausc reranstaltet. wirken Dr. Rudolf Anthelm. Jritz Engel, Dr. Max Hochdorf, Herbert Jhering, Dr. Rudolf Llden. Ernst Ottwaldt und Ernst Toller als Redner mit. Karten an der Abendkasse. Bortrag. Freitag, 8 Uhr, spricht Dr. Fritz Schiss über:„Die Be- beutung der Kinderzcichnungen sür den werdenden Menschen" für den Deutschen Monistenbund und die Freireligiöse Ge- meinde Berlin in der Kochstr. 13. Der Kampf um die Macht in Preußen schlägt(schmutzige) Wellen bis weit in die sogenannten„unpolitischen" geistigen und künstlerischen Bezirke. Dabei kann man immer wieder feststellen, daß gerade gewisse Verfechter einer„idealistischen" Philosophie und Kunstauffassung sehr irdische Töne finden, um ihre Sehnsucht nach der Wiederkehr des alten Junker-Preußen» kundzutun. Dafür ein typisches Beispiel: Vor kurzem hat die Berliner Staatsoper die Oper„A n d r o m a ch e" des schwer Llriegsverletzten Herbert Windt uraufgeführt. Diesen Anlaß zieht— es ist ja Wahlkampf!— ein Herr Paul Schwer? an den Haaren herbei, um sich in der von ihm redigierten„Allgemeinen Musikzeitung" wie folgt vernehmen zu lassen: „Während die marxistische Wirtschaft der verflosienen zwölf Jahre es den großen und kleinen Schiebern und Betrügern möglich machte, sich am kranken Volkskörper zu mästen und sich am Staat und an der Volksgemeinschaft schamlos zu bereichern: wäh- rend die Konjunkturschleicher und Gesinnungsheiden(nicht zuletzt in der Musik) in mehr oder weniger fette Stellen hineinbugsiert wur- den, ging bei so einem armen, vom Kriege verwüsteten kompo- nierenden Idealisten der Gerichtsvollzieher ein und aus____ Wenn es überhaupt noch einer Anklage gegen das verrottete und verlogene marxistische System bedarf, dieser Fall Herbert Windt böte klassisches Material hierfür." Daß der Herausgeber einer immerhin nicht unbekannten Fach- Zeitschrift diesen ordinären Winkeiblättchenblödsinn über den„Mar- xi-mus" nachschwätzt, versetzt uns heute kaum mehr in Erstaunen. Aber dann redet dieser rittlerliche Kämpe doch davon, man müsse auch in einer Fachschrift in diesen Zeit politisch Stellung nehmen, £eon ißlum, der Führer der französischen Sozialisten, begeht heute seinen 60. Geburtstag. Der Parleioorstand hat ihm die Glückroünsdie und firudergrüße der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands übermittelt. well sich„die ekle Parteipolitik vergiftend auch in die im Grunde unpolitischen Bezirke der Kunst eingesressen hat". Die alte Weise: Haltet den Dieb! Erst vergiften die versumpfenden Teile des Bürgertums in politifch-nationaler Maske alles Geistige, und dann sind es die„Marxisten" gewesen! Wer ist da verrottet und ver- logen? Dieser Herr Schwers weiß im übrigen sicher recht gut, daß Herbert Windt in den letzten Iahren wiederholt von verschiedenen, den„Marxisten" keineswegs fernstehenden Seiten unterstützt worden ist. Run ist sogar seine Oper aufgeführt worden, ohne die geringste Rücksicht aus die weltanschauliche oder gar politische Haltung des Komponisten. Wie war es nun früher im königlichen Preußen, be- vor das„marxistische System herrschte"? Als einmal ein fran- zösischsr Kultusminister einem in Not geratenen deutschen Gelehrten eine bedeutende Unterstützungssumme mit einem ehrenvollen Be- gleitschreiben aus freien Stücken gewährte, da meinte Richard Wagner dazu, er und seine deutschen Freunde in Paris„mußten aus bisher uns bekannt gewordenen Analogien, die sich durch meine späteren Erfahrungen vollkommen bestätigten, uns die Ansicht bil- den, daß solche liebenswürdig bezeugte und prompt wirkende Teil- nähme eines Ministers in deutschen Landen undenkbar sei". Der- selbe Wagner wollte seinen„T a n n h ä u I e r" so bald als möglich in der Berliner Hofoper aufgeführt sehen. Voraussetzung dafür war, daß der König die Widmung des Werkes annahm. Dazu mußte Wagner nun genau angeben, welche Stücke der Oper sich sür— M i l i t ä r m u s i k eignen, damit sie dem König bei der— Wachtparade vorgespielt werden könntenl Herbert Windt aber brauchte im„marxistischen" Preußen nicht etwa einen proletarischen Tendenzchor in seine Oper hineinzukomponieren, um die Auffüh- rung zu ermöglichen. l. w. b. Lebendiger Goethe. „W-rther" im Rundfunk. „Die Leiden des jungen Werther", für den Rundfunk bearbeitet von Ernst B r i n g o l s: aufgeführt im Pragramm der Berliner Funkstunde. Es kam nicht, wie man fürchtete. Diese Darbietung bemühte sich nicht, eine ehrfurchtgebietende Literaturgestalt kunstvoll monumental zurechtzuzimmern. Es gab keine respektvolle Lange- weile, sondern ein sehr lebendiges Hörspiel. Bringolf hat den Werther außerordentlich geschickt bearbeitet, die brcitsließenden Betrachtungen gekürzt, die„Handlung" konzentriert, ohne den Geist des Werkes, ohne seine Grundstimmung zu verändern. Nicht literarische Bildung, sondern Liebe zu dem Werk hat die Fader dieses Bearbeiters ge- leitet, und dieser Liebe gelang es. was die offiziellen Rundfunk- Goeths-Feiern vergebens oersuchten: ein Werk von Goethe so vor das Mikrophon zu bringen, daß auch dem literarisch nicht gebildeten Hörer die Darbietung zur Freude wurde. Bringolf hat, wo die plastische Gestaltung des Hörbildes es er- forderte, Wendungen leicht umgemodelt, Monologe in Dialoge auf- gelöst. Doch mit solcher Vorsicht, daß nirgends die Hand des Be- arbeiters störend hervortrat. In einer großen Linie floh das Werk hin. Es wäre vielleicht zweckmäßig gewesen, nach dieser Aufführung mit einigen Sätzen auf den Grundtext und seine Abänderung durch diese Bearbeitung hinzuweisen. Die Leitung der Sendung hatte Edles Koppen: er bereitete dem Werk eine sehr verständnisvolle Aufführnng. Besonders erfreulich war, daß nicht die Sticht nach historischer Treue für die Aus- wähl der musikalischen Untermalungen maßgebend war, sondern der Wunsch, den tiefsten Ausdruck für den Stimmungsgehalt der Dichtung zu finden. Tes. Hygiene-Ausstellung. Europa-Haus. Da» Dresdener Deutsche Hygienemuseum hat im Europahaus gegenüber dem Anhalter Bahnhos eine Ausstellung „Der Mensch in gesunden und kranken Tagen" er- öffnet. Sie bleibt zunächst bis Mai. Um den breitesten Schichten der Bevölkerung den Eintritt zu ermöglichen, ist der Eintrittspreis auf 59 Pf. festgesetzt, an Vereine, Betriebe, Krankenkassen usw. werden aber Gutscheine zu 39 Pf. gegeben, Erwerbslose zahlen bei Vorzeigung ihres Ausweises 29 Pf., Kinder und Schüler 19 Pf. Die Ausstellung, die jetzt zum erstenmal in Berlin gezeigt wird, ist schon durch viele deutsche und europäische Großstädte gewandert und bisher von 22 Millionen Menschen besucht worden. Sie will, wie die Krebsausstcllung über eine einzelne Krankheit, über viele Krankheiten und gleichzeitig über Bau und Funktion des menschlichen Körpers und allgemeine Eesundlieitspslcge aufklären. Aus sehr praktische Weise wird durch sarbige Bilder, plastische Modelle und viele neu ersonnene Methoden das Ziel erreicht. In der ersten Abteilung, die den gesunden Menschen behandelt, fällt besonders der „durchsichtige Mensch" ins Auge. Viele Apparate, die die Funktionen menschlicher Körperorganc veranschaulichen, können in Bewegung gesetzt werden. In der zweiten Abteilung werden die wichtigsten Volkskrankheitcn vorgeführt und Wege gezeigt, wie sie verhütet werden können. Die Gesundheitspflege, die letzte Abtei- lung, will zur Vorbeugung der Krankheiten erziehen. Die hygie- nifche Körperpflege wird im weitesten Umfange mit besonderer Be- rücksichtigung des Säuglings und Kindes und unter spezieller Her- oorhebung besonders wichtiger Gebiete lErnährung usw.) vorgeführt. Die Ausstellung ist täglich von 19 bis 29 Uhr geöffnet. „Hier irrt Goethe." Studentenulk im Renaijfance-Theater. Der ungeheure Widerspruch, der aufklafft zwischen dem offi- ziellen Goethe-Kult und der Wirklichkeit, sordert— wenn je etwas— zur Satire heraus. Nichts natürlicher, als daß die Kabaretts und Kleinkunstbühnen sich dieses dankbaren Stoffes bemächtigt haben. Nun kommt eine Ctudcntentruppe aus München, die sich„R a ch- richter von München" nennen und hier in Berlin von Ernst Josef Ausricht eingeführt werden, mit einer besonderen literarischen Posse, in der der Goethe-Rummel und gleichzeitig der ganze Ops- rettenhumbug und viele, viele Einzeldinge verulkt werden. Halten wir mit unserem Urteil nicht hinter dem Berge: es ist eine Ute- rarische Parodie mit vielen zeitgemäßen Songs und manchmal treffendem Witz, von Dilettanten brav und recht gespielt und ge- sungen. Aber es ist keineswegs die große Zeitsatire, die von den gesellschaftlichen Erscheinungen ausgeht, sondern Literaturgepläntcl, und die darstellerische Form erhebt sich nicht über die bei Vereins- festen und Ulkveranstaltungen übliche Höhe. Die Rachrtchter mit den elf Scharfrichtern auf eine Linie zu stellen, ist durchaus ab- wegig, und der übermäßige Applaus, der den jungen Leuten von ihren Gönnern bereitet wurde, sollte sie nicht verlocken, sich nun für Künstler zu halten und zur Bühne zu gehen. Raum und Zeit werden gehörig durcheinander gewürfelt. In einer Poststation bei Straßburg treffen sich Goethe, Herr und Frau von Stein, Casanova, der große Abenteurer, der hier Ganova ge- nannt wird, Friederike von Lehar, Emil Ludwig M. Eckermann und richten den Salat an, der uns nachher weiter serviert wird. Emil Ludwig ist sozusagen der Ehorführcr, der die Puppen seines Biographieromans dirigiert. Durch Verkleidungen und Ver- wechlsungen gelangt Casanova zur Rolle Goethes, und er wird so der Galan der Frau v. Stein in Weimar. Die Weimarer Hofgesell- schast wird im Serenissimus-Stil abkonterfeit. Napoleon muß schließlich eingreifen, um wieder Ordnung in die Dinge zu bringen. Es sei gern anerkannt, daß die Eitelkeit der Biographen, die Süßseligkeit der Operettcnkitschiers. die Schnüfselsucht der erotischen Verdränger, die Pedanterie der Gocthe-Philologie und vieles anderes treffend gekennzeichnet und veralbert wird. Und wenn das Ganze nicht in der wichtigen Aufmachung eines Gastspiels und mit erheb- lichem Apparat— die Lewis-Ruth-Land macht im Orchester vortreffliche Musik—, so würde man sich der jungen Leute, die ihre Theaterstudien durch eigene Praxis vertiefen, und ihrer frischen und ulkigen Laune gern erfreuen. v. Afrika-Ausstel'ong der Berlin Sezession. Heute wurde in den Räumen der Berliner Sezession eine Aus- stellung afrikanischer Plastik eröffnet, die die Sezession in Bcrbin» dung mit den staatlichen Museen zusammengestellt hat. Man will, wie E. von Sydow in einem Vorwort sagt, nur in einzelnen er- lesene» Stücken Höhepunkte der künstlerischen Produktion der Natur- völker des schwarzen Erdteils geben und hat sich daher darauf be- beschränkt, Figuren und Masken von typischer Art auszuwählen. Am reichhaltigsten vertreten Ist die deutsche Kolonie Kamerun. Der„Fausr-Film von Fr. Wilh. M u r n a u mit Gösta Eck- mann, Camilla Horn und Emil Jannings in den Hauptrollen wird jetzt aufs neue im Ufa-Pavillon geboten. Dieser immer»och inter- efsante stumme Film gibt den mittelalterlichen, weniger den Goethe- scheu Faust in einer teilweise hervorragenden Bilderschau. Die musikalische Begleitung wird von einem Orchester besorgt. Deuksch? Thealeraufsllhrung>n Posen verboten. Der Verband deutscher Angestellter in Posen, der das Theaterstück„I, P, Z' von Klabund In Posen zur Aufführung bringen woll e, ist heute von der Polizei benachrichtigt worden, daß sie diese Aufführung verböte, da Klabund in Polen verboten sei. Eine nähere Begründung des Ver« bot» ist nicht erfolgt. Im Deutschen KLnstlertheater wird die für Sonntag angesetzte Nach- mittagSvorstelliing von„F a u st" mit Rücksicht auf den Wahltag aus Sonntag, 17. April, verschoben. Die Kamera zeigt in Ncitansführung den„A l a u e n Engel" inlt Emil Jannings, Marlene Dietrich.— Sonntag, 11.30 Uhr, wird der „F a u st- F i I m" von F. W. Murna» wiederholt. I» der Städtischen Oper geht Montag, K.Ag Uhr,„P a r s i f a l" als Bolksvorstellmig unter Robert F. Denzler in Szene. Antwort an den Gparkommissar. Die Gewerkschaften für die Arbeitsämier. Äuf das Gutackten des Reichssparkommissars oder die Prüfung der Berliner Arbeitsämter ist jetzt vom Orts- ausschuß Berlin des ADGB. und dem AfA-Bezirkskartell Branden- bürg eine Antwort erteilt worden in Form einer Broschüre, die 45 Druckseiten umfaßt. Im ersten Teil der Antwort nehmen die Gewerkschaften zu den Borschlägen des Sparkommissars hinsichtlich der Verwaltung und des P e r s o n a l s der Berliner Arbeitsämter Stellung. Es hat nicht erst der Anregung des Sparkommissars bedurft, um auf dem Gebiete der Schulung und Fortbildung der Arbeitsamtsangestellten praktische und fruchtbringende Arbeit zu leisten. Die Arbeitsämter haben bereits Forlbildungskurse und Arbeilsgemeinschasten für ihre Angestellten eingerichtet. Daß alle Arbeitsamtsangcstellten Kurzschrift und Maschineschreiben beherrschen müßten, wird von den Gewerkschaften bestritten. Die Berechtigung dieser Forderung wird von ihnen nur anerkannt für die im reinen Büro- dienst beschäftigten Angestellten und die Prüfer im Außendienst. Sowohl die Arbeitsvermittler wie die Bearbeiter der Anträge der Arbeitslosen in der Versicherung könnten ihre Kenntnisse in Kurz- schrift und Maschineschreiben überhaupt nicht verwerten. Die Forde- rung des Sparkommifsars soll offenbar den Nachwuchs bei den Arbeitsämtern aus Arbeiterkreifen unter- binden. Die Gewerkschaften verweisen in diesem Teil ihrer Ant- wart mit Recht auf Me Gehässigkeit, die aus dem Gutachten des Sparkommissars gegen die Arbeilslosen spricht. äie zitieren einige besonders markante Stellen des Gutachtens, in denen der Sparkommisfar die menschliche Fühlungnahme der Ar- beitsamtsangestellten mit den Arbeitslosen als Z e i t v e r l u st kriti- siert oder z. V. hinsichtlich der Wciterversicherung der Arbeitslosen in der 5iral>kcnkasse bedauernd erklärt:„Ein großer Teil der Arbeits- losen würde zweifellos von dem Recht auf Weitervcrsicherung keinen Gebrauch machen, wenn nicht das Arbeitsamt alle mit der Weiter- Versicherung verbundenen Arbeiten übernehmen würde." Bei der Stellungnahme zu den Auslassungen des Spar- "ommissars über die angeblich ungenügende Arbeits- l e i st u n g und im allgemeinen zu hohe Eingruppierung der Arbeitsamtsangestslltcn weisen die Gewerkschaften u. a. die Zu- �' üung zurück, daß -in Angestellter ununterbrochen 2C0 Unterstützungen in der Stunde auszahlen ne. Diese Leistung könne zwar vorübergehend in Zeiten des stärksten Andrangs vollbracht, aber nicht als Regellei st ung verlang werden. Besonders eingehend wird im zweiten Teil der Antwort zu den kleinliche» Nörgeleien des Sparkommissars an der Arbeitsvermittlung zu seinen„organisatorischen" Vorschlägen aus diesein Gebiet Stellung genommen. Hier hatte der Sporkommissar bekanntlich an einer Anzahl von Beispielen aus der Vcrmittlungs- Praxis nachzuweisen versucht, daß die Arbeitsvermitllung in Berlin überhaupt nicht klappe und vor allem den Arbeitsoermittlern und den leitenden Persönlichkeiten einzelner Arbeitsämter indirekt den Vorwurf gemacht, sie wären trottelhast und völlig ungeeignet. In der Antwort der Berliner Gewerkschaften wird nachgewiesen, daß die Beauftragten des Sparkommissars zum Beweise ihrer kühnen Behauptungen Fälle herangezogen haben, die sich ganz anders zugetragen haben, als sie in dem Gutachten des Sparkommissars dargestellt worden sind. Die Gewerkschaften erklären, daß sich dieser Teil des Gutachtens des Reichssparkommissars auf eine Reihe von Einzel- Vorgängen in den Arbeitsämtern und in den Fachabteilungen stützt, die entweder ungenügend geprüft oder falsch und schief dargestellt sind. Auf dieses Material von„Tatsachen" basieren die ungerecht- fertigten Vorwürfe des Sparkommissars gegen die Berliner Ar- beitsämter und das Landesarbeitsamt, die wiederum zur Begrün- dung der technischen und organisatorischen Abwanderung-vorschläge, insbesondere hinsichtlich der Dezentralisierung der Fach- Vermittlung dienen. � Der dritte Teil der Antwort beschäftigt sich mit den bisherigen Experimenten im Dienstbetrieb der Arbeitslosenversicherung(Um- stellung auf Berufsgruppen, Erhöhung der Mcßziffern usw.). In den Schlußbemcrkungen erklären die Gewerkschaften, daß sie in den Vorschlägen des Sparkommissars keine Verbesserung der bisherigen Organisation der Arbeits- Vermittlung und keine Ersparnismögtichkeiten sehen. Die vorgeschlagenen Aenderungcn, die nur Flickwerk sind, müssen von ihnen abgelehnt werden. Die Gewerkschaslen müssen an der gegenwärtigen Form der zentralen Fachvermitt- lung fe st halten und werden jedem Versuch, diese Organi- sationsgrundlage zu verändern oder gar zu beseitigen, den schärf st en Wider st and entgegensetzten. In der Antwort hc'ßt es zum Schluß: „Solange keine anderen Vorschläge für eine Aenderung der bisher bewährten Organisation der Berliner Arbeitsvermittlung vorliegen als die, die der Reichssparkommissar gemacht hat, müssen die Gewerkschaften an der bisherigen Organisation festhalten. Die Gewerkschokten werden sich im besonderen gegen jede Aende- rung wenden, die geeignet ist, ihren Einfluß bei der Mitwirkung in den Organen der Reichsanstalt noch weiter zu mindern, d. h. das jetzt schon kümmerliche Selbstverwaltungsrecht noch mehr ein- zuengen.." Inzwischen hat der R e i ch s a r b e i ts m i n i st e r diesen Teil des Gutachtens übernommen. Die Verwaltungsausschllsse sind durch Notverordnung ihrer wesentlichen Rechte beraubt worden, nur um die Gewerkschaften auszuschalten, deren Sachkenntnis man nichts als bürokratische Borniertheit entgegensetzen kann. Aber auch darüber ist das letzte Wort nicht gesprochen. Wenn einmal die Schlammflut der Nazis verebbt sein wird, dann wird es wieder einen a r b e i t s- fähigen Reichstag geben. Und dann wird das Gutachten und seine Auswirkungen richtig bewertet werden: als M a k u l a t u r. Oer abgebauie Kuliurpalast. Nach drei Jahren Aufbau. Der„Trud"(Nr 42 vom 20. März 1932) berichtet über den Bau ocs„Kulturpalastes" in Okulowka. In Okulowka besteht eine Reche von Papierfabriken mit über K000 Arbeitern. Der Kullurpalast wird bereits drei Jahre lang gebaut. Von der eine Million Stück Ziegel, die für den Bau erforderlich sind, konnten im Laufe der ersten zwei Jahre nur 400 000 Stück geliefert werden. Die Beiiefe- rung mit Zement, Kalk, Elektrizitätsausrüstungen usw. stockt immer wieder. Im Laufe der drei Jahre konnte der Bauvorschlag des „Äulturpalastes" nur zu 35 Proz. durchgeführt werden. Der Bau- lciter hat den Vorsitzenden des Betriebsrats einer am Bau des „Kulturpalastes" interessierten Papierfabrik, der sich über den schleppenden Gang der Bauarbeiten beschwerte, einfach hinaus- geschmissen. Jetzt sind die Bauarbeiten sogar völlig einge- st e l l t worden. Unter diesen Umständen begreift man, warum di« Presse der KPD. über die Vundesschule des ADGB. und die Gewerkschasts- Häuser in Deutschland schimpft. Sowjetrußland hat ihnen nichts Gleichwertiges an die Seite zu stellen. Amerika europäisieri sich. Arbeitsiosigleit als Mo Beilage. $ T> Siaali Theafcr Sonnabend, den 9. April staatsoper unter"en Linden I»><, Uhr Die Bochzell des Figaro StailLStepnlliau' Ondamcamirkt 20 Uhr E�monl Schiller-Theater Charlottenburg. 20 Uhr Die Cksdivrister Hierauf: Der verbrochene Krng PJDAZa mheMile.BH.5».«» Slgs. 2. 5,615».Tel.:E7 Welilisel 4031. Ein (.•«flt'ert'ehe Rose- Theater rolle Frankfurter Straße 13? ei. WeithH t 1 34?/ 6 und 9 Uhr Dte Frau, die jeder sudii VoiKsbilhne Piiatar am BOlowolati 8 Uhf Kamrad Kasper Volkss Qck von Paul Schurelt Regie: GQntber Stark SlaatL Sdiillei-IMel 8 Uhr Die Geschwister Hierauf: Derzerbrochene Krug Slddf.Oper Chanonenburv tlismarckstraße 34 Sonnabend, 9. Api il Turnus i 2ü Lhr Tiefland Salvotini, Ditter, Baumaun. Haitraann, Frind Ende 22�0 Uhr Qeatsdiet Theater 8 Uhr Vor SoiiDeiiDntem v. Oerh.Haupimanr Regie Max Reinhardt Theater itfoiiendortpiatz Pallas 785) W-Uhr.Stg 41:t Uhr Traum einer Nacht Operette In 3 Aktei v. Lud.Wolff d. Karl Bchr Musik von Hans May ttegic: Heinz Saltcnburg Rundfunkh halb.Pr Stgs. 4*4 Uhr Kt. Pr Kleines in.— Umer den Linden Merkur 1824 Täglich 8-/. Uhr SWMksM. SCHAUSPIEUlAUSTägl.8U. I Noi roch 2 Tage J_| .15 Ulli Flora 3434 /audien erlaub I>Ie none Variete-Revue .,FUnf im KAsewasen'* mit Rhrlieh Hatmny. TWorcran. Theimer, SOneland usw.| ronna&end u. Sonntag je 2 Vorstellr.| 4 n. C.15 ülir. 4 Dt�r klclre Trelsr i '■.uhr CASINO-THEATERsv, m.. Lothringer Strafte 37. ■ uiiiiiniiiiiiiniiNiiiiiiiiiMiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiin Berlins neuestes Operetten-Theater! Operette in 3 Akten. Musik von R.Stolz tlrstkl Gesangskr. Neue Bühnenausst jutschem l-4 Personen. Paikeu du Pts Pauteuii I.— Mark, Sessel i�u Mark. Homöopathie Nieren-, B asen-, Leber-, Gallen-,]Vla?cn-, Darm-, Innere u. Nervenl. V Vliinzstr. BeDanfll.nar2M. LIISCI 10-2,4-7,5�.11 (Beilage Sonnabend, 9. April 193Z Brrftnl StuUau�gaße dei IbutdrA Reichsbanner und Republik Von H. R. Knickerbocker Eiserne Front 1932 Im Lustgarten am 8. April Adolf Hitler hat am Tage vor dem ersten V/ahlgang dem amerikanischen Journalisten H. R. Knickerbocker in einem Interview seine nächsten Pläne, die er als Reichspräsident durchzuführen beabsichtigt hätte, mitgeteilt; der erwartete Sieg ist allerdings ausgeblieben! Wie Knickerbocker über die faschistischen Chancen in Deutschland denkt, geht aus den folgenden Ausführungen über das Reichsbanner hervor, die Knickerbockers Buch „Deutschland so oder so?"(Verlag E. Rowohlt, Berlin) entnommen sind. Ohne daß wir uns mit allen Einzelheiten von Knickerbockers Darstellung identifizieren, darf der Bericht des ausländischen Beobachters das größte Interesse beanspruchen. Hitler wird nicht im R e i ch zur Macht kommen. 5)itler wird niäzt in Preußen zur Macht kommen. Cr wird überhaupt nicht zur Macht kommen, und wenn er es versucht, wird es einen Augenblick des Bürgerkriegs geben, ein Intervall der Unruhen, aber daraus wird die Republik stärker denn je hervorgehen. So lautet die Voraussage, das ist der seste Entschluß des vom Kampfgeist beseelten Reichsbanners, dessen Hauptquartier für das Reich in Magdeburg liegt! in dieser Stadt zeigt sich zum erstenmal in glaubhafter Weise, daß der deutschen Republik endlich bewußt geworden ist, welche Gefahren der Faschismus birgt, und daß die Republik Vorbereitungen dazu trifft, sich gegen die Gewalt mit Gewalt zu verteidigen. Der Bund kriegerischer Republikaner im ganzen Reich, das Reichsbanner, ist die einzige Organisation in Deutschland, die für einen �ampf zur �rhaltunst der Tcmokratic vorgesehen, ausgerüstet und auch bereit dazu ist. Bis heute hatte das Reichsbanner im Gefühl seiner Sicherheit, vielleicht allzu sehr auf seine Stärke vertrauend, Hitler und seine Faschistenbünde nicht ernst genug genommen. Bis heute sah es so aus. als wollte die Republik b-,m Kommen des Faschismus resignierend und kampflos zusehen. Heute sind die republikanischen Krieger zu neuem Leben erwacht, sie haben sich reorganisiert und planen, ihre Kräfte gewaltig zu ver- mehren: die wichtigste Kunde aus Deutschland für Amerika ist die Tatsache, daß die Führer des Reichsbanners hier in ihrem General- stabshauptquartier mit überzeugender Kraft den Schwur getan haben, Hitler werde in Deutschland niemals zur Herrschaft gelangen, und daß sie alles getan haben, um die Faschisten an der Ausführung ihrer Umsturzabsichten zu verhindern. Es war ein kalter Tag, es regnete in Strömen, der Schmutz im Reichsbanner-Sportstadion, das vor den Toren Magdeburgs liegt, reichte bis zu den Knöcheln. In Schmutz und Regen wurde ein Regiment von Männern, die die grünen Hemden der republi- kanischen Garde trugen, von ihrem neuest Führer K a r l 5z ö l t e r- mann inspiziert. Wir marschierten mit den Leuten. Wir sahen, wie sie vor dem schwarzrotgoldenen Banner der Republik salutierten, das ihr Insignum ist und der Organisation den Namen gegeben hat. Wir härten ihre Hurras für die Republik, die Hitler zu ver- uichtcn versprochen hat. waren 1300 von den 1300 000 Männern im Reich, die geschworen hasten, die Rcvustlik mit ihrem Leben zu verteidigen. Ihr Führer erzählte mir, daß die Kräfte des Reichsbanners im nächsten Monat um eine weitere Million vermehrt würden. Ich sah Hitlers Chancen, die Republik zu stürzen, in einem neuen Licht. Für Amerika mit seinem großen wirtschastlichen Interesse an der Zukunft des Reiches gibt es einen klaren Punkt in dem Gewirr der Ereignisse in Deutschland. Das ist die R e v u b l i k. Wenn man aus eine Anzahl notwendiger Einschränkungen verzichtet, kann man sagen, daß das Geld Amerikas und des übrigen Aus- landcs in Deutschland solange sicher ist, wie die Republik besteht. Dieses Geld ist jetzt in den„Stillhalte�-Abkommen festgehalten. Es ist eingefroren. Bis zu diesem Grade ist es in dem gleichen Sinne unsicher wie eingefrorene Kredite überall in der Welt. Doch soweit der Einfluß einer Regierung aus die Sicherheit des Kapstals reicht, lehrt die Vergangenheit, daß keine Regierung zum Schutz der aus- ländischen Privatanlagen in Deutschland mehr unternehmen kann, als es die republikanische Regierung getan hat. Zufällig ist die jetzige Regierung gerade die. deren Erhaltung dem Reichsbanner erwünscht ist. Daher die überraschende Wichtig- keit des Reichsbanners bei einer Beurteilung der unmittelbaren Zukunft Deutschlands. Diese Wichtigkeit resultiert jedoch weder lediglich aus der Stellung, die das Reichsbanner der Regierung gegenüber einnimmt, noch daraus, daß das Reichsbanner bald doppelt so stark sein wird wie der nächststarke Verband: sie resultiert vielmehr aus den? Charakter derjenigen Mitglieder, die es in der nächsten Zukunft neu aufgenommen haben wird. Das Reichsbanner, das sich Haupt- sächlich aus den Reihen der Sozialdemokraten, der Demo- traten und eines Teils vom linken Flügel der Zentrums- Partei rekrutiert, hat nun die Mitarbeiterschaft des überaus wich- tigen Allgemeinen Deutschen Gewerkschafts- b u n d c s gewonnen, dem im Reich fünf Millionen Gewerkschasts- Mitglieder angehören: die Gewerkschaftsleitung hat in Aussicht gestellt, daß von diesen 5 Millionen eine Million sich in der aller- nächsten Zeit in die Listen des Reichsbanners eintragen wird. Die Disziplin des ADGB. ist eine Gesöhr dafür, daß eine Versprechung der Führer schon so gut ist wie seine Ausführung. Was das bedeutet, mag durch ein Ereignis aus der Nachkriegs- geschichte Deutschlands belegt werden. Äm 13. März 1920 marschierte um 6 Uhr morgens die Brigade Ehrhardt durch das Brandenburger Tor ein und die Linden entlang: Wolfgang Kapp erklärte die Republik für gestürzt: die Regierung Ebert floh nach Dresden. Der ADGB. gab die Order zum Generalstreik aus. Augenblicklich waren die Lebcnsfunktionen Deutschlands gelähmt. Im ganzen Reich stellten Eisenbahnen, Straßenbahnen, Wasser- werke, Telegraph, Telephon, Gas- und Elektrizitätswerke den Betrieb ein. Die Kapp-Truppen und das Kabinett Kapp hatten keine Beförderungsmittel, sie konnten nur zu Fuß gehen, reiten oder in den wenigen Automobilen fahren, die sie hatten: andere Gespräche als von Mund zu Mund waren ihnen unmöglich, sie bekamen keine Lebensmittel und tonnten nichts von alledem tun, was im gewöhnlichen Leben selbstverständlich erscheint. Sie muhten zum Fluß um Wasser gehen, sich mühsam Nahrungsmittel zu sammeln suchen, nachts in der unbeleuchteten Stadt umhergaloppieren, Ku- riere ausschicken statt zu telephonieren— diese Aufständischen, die alle Bequemlichkeiten der modernen Zivilisation gewohnt waren, konnten ihre Funktionen nicht weiter ausüben, sobald ihre Apparate zu funktionieren aufhörten. Den Menschen des Maschinenzeitalters machte es Mühe genug, sich am Leben zu erhalten, als sie sich Plötz- lich mittelalterlichen Verhältnissen gegenübersahen: die Ausgabe, ihre Macht zu befestigen und eine Regierung zu organisieren— ganz zu schweigen von der Aufgabe, den Streik niederzuringen— ging weit über ihre Kraft. Am 17. März resignierte Kapp und floh nach Schweden. Der General st reik hatte seine Regierung nicht länger als vier Tage leben lassen. Daß der ADGB. einer Million Mitglieder gestattet hat, in das Reichsbanner einzutreten, kann sich noch als der bedeutsamste Ent- wicklungsschritt in der deutschen Politik seit dem September 1ll30 erweisen, in dem die Hitler-Scharen 107 Abgeordnete in den Reichstag entsandten. Im Jahre 1920. als der Generalstreik Kapp zum Sturz brachte und die legale Regierung, an deren Spitze damals Ebert stand, selbst mitwirkte, lagen die Verhältnisse anders als heute. Der Streik richtete sich gegen eine illegale, aufrührerische Regierung. Wenn Hitler die Macht illegal an sich reißt— was, wie er beteuert, nicht in seiner Absicht liegt—, würde ein Generalstreik heute dem des Jahres 1920 gleichen, und die Chancen für seinen Erfolg ließen sich danach bemessen. Kommt 5)itler aber legal zur Macht, dann wird es natürlich viel schwieriger sein, zu einem Generalstreik auszurufen: immerhin rückt die Einordnung einer Million Gewerkschaftsmitglieder in ein gewaltig vergrößertes Reichsbanner einen Generalstreik selbst unter diesen Voraussetzungen in den Bereich der Möglichkeit. Wenn die Million Gewerkschaftsmitglieder, die für das Reichs- banner vorausgesehen sind, vom Standpunkt ihrer V e r w e n d- barkeit für einen Generalstreik ausgewählt wird, dann kann es sehr leicht sein däß diese Männer soviel leisten werden wie 5 Millionen.(Knickerbocker meint hiermit die Hammerschaften der Eisernen Front.) Daß sie mit allem vertraut sind, was für eine Lahmlegung der lebenswichtigen Betriebe im Reich, der Wasser-, Gas-, Elektrizitätswerke und Eisenbahnen, notwendig ist, würde ihre Leistungsfähigkeit aus ein Vielsaches steigern. Aber das Reichsbanner mutz auch mit der Wahrscheinlichkeit rechnen, daß die nationalsozialistischen Sturm- a b t e i l u n g e n die lebensnotwendigen Betriebe besetzen würden. Gegen diese Eventualität ist mit der Verstärkung der Kampftruppen des Reichsbanners von 130 000 auf 230 000 Mann vorgesorgt. Die Mannschaft ist in der üblichen Weise organisiert, von Motorrad- bis zu Sanitätsabteilungen. Ihre neueste Einrichtung ist die„N", die Notabteilung. 1000 Mann von diesen neuen Mitgliedern sah ich bei ihrem ersten Tressen. Es waren kräftige Burschen, und ihre Gesichter strahlten selbst im Regen vor Vegeistc- rung. Diese republikanisch erzogenen und republikanisch fühlenden Söhne republikanischer Familien konnten endlich, selbst innerhalb ihrer republikanischen Organisation, dem entgegensehen, was die nationalsozialistische Jugend schon seit etlichen Jahren genießt: dem Kampf.„Wenn Reichswehr und Polizei 21 Stunden in ihren Ka- fernen bleiben wollten, könnte das Reichsbanner allein sowohl mit den Nationalsozialisten wie mit den Kommunisten aufräumen," sagte ein Reichsbannersührer zu mir... Das RcrcliSbanncr nchvrt zu den wichtigsten �at- torcn in der politischen Struktur Deutschlands, und unter der Führung Karl Höltermanns, seines neuen Vcfehlshabcrs, vcrhcistt cS, der allcrwichtigstc zu werden. Wenn man seine Bedeutung in einem weiteren Sinne würdigen will, muß man daran denken, daß das Reichsbanner nicht nur eine republikanische Kampsorganisation ist, sondern auch der wichtigste organisierte Förderer der d e u t s ch- f r a n zö s i s ch e n V c r st ä n- d i g u n g im Reich. Es bleibt konsequent auf der Seite der Libe- ralität. In ihm sind jene Bestrebungen des deutschen Volkes repräsen- tiert, die dem Militarismus und der Autarkie am kräftigsten ent- gegenwirken— und diese beiden sind es gerade, die vor dem Kriege Deutschland der Welt entfremdeten, und die heute wieder nach oben drängen. Mit seinem Kampf gegen diese militärischen und autarken Tendenzen hat sich das Reichsbanner eine schwere Zlufgabe gestellt, denn andere Kräfte, vor allem auf dem Gebiet der Außenpolitik, treiben die deutsche Jugend mächtig zu den radikalen Lösungen des Nationalsozialismus und des Kommunismus. Gin fortgesetzter Druck der Franzosen auf Deutschland gefährdet die Gxistcnz der Republik immer mehr, er schwächt ihre Verteidiger und stärkt gerade die Kräfte, die der französische Nationalismus fürchtet. Drei Ereignisse könnten die Defensivkraft des Reichsbanners und der Republik unterhöhlen: der Tod Hiudenburgs, mit dem das Heer von feiner persönlichen Bindung an de» Feldmarschall-Präsi- denten der Republik befreit wäre, der Mißersolg der deutschen Be- mllhungen, eine befriedigende Lösung des Reparationsproblems zu erreichen: ein Entschluß Brünings oder des Zentrums, eine Koalitionsregierung mit Hitler zu bilden. Nur einer dieser Eventualitäten muß das Reichsbanner nicht untätig zusehen. Durch seine Reorganisation durch die Schaffung der„Eisernen Front" aus Gewerkschaften, Sozialdemokraten und Reichsbanner und durch das Zurschautragen des Entschlusses, einer faschistischen Regierung um jeden Preis Widerstand ent- gegenzusetzen, könnte es imstande sein, dem Zentrum noch deutlicher klarzumachen, wie riskant es wäre, Hitler in die Regierung auf- zunehmen. Ich war dabei, als die 1000 Mann der Notabteilung ihrem Führer zuhörten, der ihnen ihre Pflicht erläuterte. Auf 1000 Ge- sichtern drückte sich Zustimmung aus, als fföltermann rief:.,D i e deutsche Republik darf und wird nicht in so schmachvoller Weise untergehen wie die Mon- archie Kaiser Wilhelms." Dann kam etwas sehr Lehrreiches. Ich hatte darum gebeten, daß den Leuten zwei Fragen vorgelegt würden. Zuerst fragte Herr Höltermann: „W ieviele von euch sind arbeitslo s?"» Zwei Drittel hoben die Hände in die Höhe. Dann:„W ie viele von euch sind bereit, ihr Leben für die Republik zu lassen?" 1000 5)ände wurden emporgereckt. Diese Männer waren zwar arbeitslos, aber ihren Glauben an das System hatten sie nicht verloren. Herr Höltermann erklärte im März würden ihrer zwei Millionen fllnshunderttausend sein. Die Oeutsche Republik ist zum Leben erwacht. Sport am Sonntag Wegen der Reichsprüsidentenrvahl sind zu morgen keine Ar- beiter-Fußballserienspiele angesetzt' Im 2. Bezirk findet dosilr heute adend. 17 Uhr, ein bedeutsames Treffen statt. Auf dem Sportplatz in der Schönhauser Allee(Ercrzierplatz) stehen sich der Buncesneuling Nord und Hansa 31 gegenüber. Die Nord-Leute haben bisher in Gessllschastespielen gezeigt, daß sie über ein beachtliches Können verfügen. Die Hanseaten werden sich also sehr in acht nehme» müssen, wollen sie die Punkt« beHallen.— Auf dem Sportplatz in der Zdqnaststraße am Bahnhof Stralau-Runimcls- bürg erwartet ebenfalls um 17 Uhr Lichtenberg I die Fußball- abteilung des B u t a b. Schon in den Serienfpielen der Kreis- klaffe gab es zwischen diesen beiden Mannschaften stets harte Kämpfe um die Punkte: von diesem Freundschaftsspiel wird man ebenso einen harten Kampf erwarten können. 2lm morgigen Sonntag hat Lichtenberg I auf eigenem Platz Hochbelrieb. Von morgens an ist der Platz besetzt. Das Hauptspiel, das um 16 Uhr beginnt, tragen die Lichtenberger gegen den Sportverein Vorwärts- Kogel aus.— Heute Sonnabend spielen Normannia- Lichten- berg I gegen Minerva 2 8. Das Spiel findet um 16.45 Uhr auf dem Städtischen Sportpark Neukölln, Plag Nr. 1, Eingang Siegfsiedstraße, statt. Der Krcisme'ster Eintracht-Reinickendorf spielt heute um 17 Uhr auf dem städt'schen Sportplatz in Reinickendorf, Scharnweberstraße, Platz 4, gegen Vorwärte-Wedding. W« i t« r e Spiele: Lichtenberg I 2 gegen Mahlsdorf 1: Lichtenberg 3 gegen Hansa 31 3.— Iugendmannschaften: Teltow gegen Eintracht-Reinickendorf: Nowawe, gegen Branden- bürg: Lichtenberg I gegen Vorwärts-Wedding: Drewitz gegen Nor- mannia: Adler 08 gegen Wilmersdorf: Lichtenberg I 2 gegen Hansa 31.— Schülermannschaften: Adler 08 gegen Spandau: Cladow gegen Potsdam: Soffen gegen Pankow: Nowawe, gegen Elstal: Werlsee I gegen Källnische Heide I auf dem Städtischen Sportpark. Platz 4, vormittags um 11.15 Uhr. Vorher unlere Mannschaften. Für die Arbeiter-Handballer besteht morgen Spielverbot im gesamtep 1. Kreise(Berlin-Brandenburg). All« Spieler leisten Wahlarbeit lei der Eisernen Front! Arbeiter-wasserball-vorschiu. Die Meisterschaftsspiele der Ber- liner Arbnter-Wasserballspieler werden am Sonntag um 20 Uhr im Lunabad mit t«r Begegnung Neukölln-Union fortgesetzt. Es Ist mit«in«m sicheren Erfolg Unions zu rechnen Die letzten Serien- spiele nahmen fo'genden Verlauf: Union schlug Spandau knapp mit 8: 6 und Lichtenberg brachte der Mannschaft von Freiheit eine überraschende 7: 2-NiedeUage bei. Radfahrer Solidarität. Am Sonntag besteht für alle Ab- tcilungen Startverbot. Alles stellt sich den Bezirken für die Wahl- arbeit zur Verfügung. Frei« Turnerschast Groß-Bcrlin. Zum Fohneneinmarsch im Sportpalast am Montag, 11. April, sind all« Teilnehmer mit Sportkleidung um 19 Uhr in den Garderoben. Rennen zu Karlshorst. Auf die mit großem Erfolg durch- geführte Premiere folgt am Sonntag In Karlshorst die zweite Ver- anstaltung der neuen Saison, die mit ihrem inieressanten Programm gleichfalls hervorragenden Sport verspricht. Die Rennen beginnen um 13 Uhr. Trabrennen zu Mariendorf, Am Montag. 11. April, folgt in Mariendorf ein weiterer Renntag mit einem interessanten Pro- gramm. Die wertvollst« Nummer ist der Eichen-Preis. eine 2000- Meter-Prüfung für die internationale Klasse, die durch ihre aus- gezeichnete Besetzung zu einem spannenden Ereignis weoden wird, Die Rennen beginnen um 13 Uhr. Voxlcämple»m Spicdernring �VaNnci-»toppt Polt Daß mehr Sorgfalt in der Zusammenstellung des Programms >ich lohnt, bewies im Berliner Spichernring der gute Besuch am Freitagabend. Von den vier Treffen«ndeten drei vor Ablauf der Distanz, darunter auch der Hauptkampf zwischen den Schwergewich:- lern W a l l n e r- Düsseldorf und Pott- Köln, Letzterer mußte von Beginn an viel einstecken und nach zw«i Niederschlägen stoppte der Ringrichter das Treff«» zugunsten Wallnerz in der zwei en Runde. Wallner revanchierte sich hier für die vor einiger Zeit erlittene Punktniede.lage, Ebenfalls nur zwei Runden dauerte der Ein- leitungskampf zwischen den Fsdergewichllern Fuchs- Berlin und B a r t n e ck- Breslau. Bride waren in der zweiten Runde mil den Köpfen zusammengestoßen, der Breelauer zog sich hierbei eine Augenverlegung und der Berliner eine Stirnwunde zu. Bartneck mußte auf Ano.dnung des Arztes auf die Fortsetzung des Kampfes oerzicht«n. Meergrün- Berlin war dem Elberfelder S ch ü t t- ler klar überlegen: das Treffen wurde in der fünften Runde ab- gebrochen. Im Schlußkampf des Abends trug der alte Haudegen S e y f r i e d- Bochuni über W om m« I s d o r f- Berlin einen hohen Punktsieg davon, Liste der Bax-Wcllmeifler. Die amerikanische National Boxing Association veröffentlicht ihr« n«ueste Liste der von ihr anerkannten Bor-Weltmeister. Es find dies: Fliegengewicht: Poung Per«z- Frankreich: Bantamgewicht: Al, Brown-Amerika: Leichtgewicht: Tony Canzoneri-Amerika: Weltergewicht: Jackie Fields-Amerika: Mittelgewicht: Gorilla Ioneo-Amerika: Halbschwergewicht: G«org« Njchole-Amerika: Schwergewicht: Max S ch m« l i n g- Deutschland.. Der Weltmeistertitel der Fedes hat sich kürzlich zur Amateurfrage wie folgt geäußert: „Verstöße gegen die Amateurbestimmungen müssen unbedingt bestrast werden. Entweder wir haben einen Amateurstandpunkt oder wir haben keinen. Solange die heutigen Amateurbestim- mungen bestehen, muß nach ihnen gehandelt werden. Ihre Be- folgung muß für die Aktiven und Veranstalter eine Gewissens- frage sein. Bei den Olympischen Spielen wird von den Teil- nehmern d«r olympische Eid geschworen. Er wird zum Mein- e i d, wenn unter den Teilnehmern Sportsleute sind, die nicht mehr als Amateure bezeichnet werden können. Aus dielen Gründen muffen all« nationalen Verbände dafür sorgen, daß Einzel- erscheinungen im H a l b p r o f e s s I o n a 1 i s m u s be- eitigt werden, I«de gefühlsmäßige Einstellung muß bei ieser Generolrelnigung auescheiden. Erst dann bekommen wir gesunde Verhältnisse, die jedeni Aktiven und jedem Mitarbeiter wieder Freude am Sport verschaffen." Das sind mannhafte Worte, die man aber bester schon früher gehört hätte. Jedenfalls ist nicht aus der West zu schaffen, daß sich die bürgerlichen Sportvereine um die Starts der verschiedenen Wunderläuser.-springer und-schwimmer nur so gerissen haben. weff sie wußten, daß sie Kaffenfüller sind, Sie haben sich dabei nicht gescheut, beispielsweise Nurmi für einen Start bis zu 2000 Mark zu bewilligen, eine Summe, die natürlich die Unkosten Nurmis wefent- lich übersteigt, und einer Bezahlung seiner Leistung gleichkommt. Man hat sich auch nicht gescheut, Nurmi und die anderen gemein- sam mit Amateuren starten zu lassen, und damit be- wüßt Amateure und Berufssportler zusammengebracht. Ein Ber- liner Mittagsblatt erklärt ganz offen, daß dem Sportclub Charlotten- bürg der Bau der großen Tribüne auf seinem Platz am Funkturm nur dadurch möglich gewesen ist, daß er mst der Herausstellung ver- kappter Berufesportler ein schönes Stück Geld verdiente. Jetzt �ir wählen Hindenburg! m ■ � i \ t' *■1 J.5 t 5 IM i- i P | fordert man, daß mit dem veralteten Amateurgesetz Schluß gemacht j werde, daß man es zum mindesten erweiter«. Man hütet sich abar l wohlweislich, zu sagen, was man eigentlich verlangt. Wir sind nicht der Meinung, daß man im bürgerlichen Sport- lager radikal mit den Sportlern aufräumen wird, die aus ihrem Sport ein Geschäft machen. Man kann schließlich auch nichts dagegen hoben, wenn Leute, die für besondere Leistungen körperlich und geistig qualifiziert sind, sich diese ihre Leistungen bezahlen lassen, nur soll man sie dann nicht als Amateursportler bezeichnen, sondern als das, was sie sind, nämlich als Artisten. Was leistet Wien für den Sport? Zehn Jahre Arbeit der roten Gemeinde Die großartigen Leistungen der österreichischen Sportler und in erster Linie die der Wiener haben sich in den letzten Jahren überall in der Welt Achtung und Bewunderung erzwungen. Der enorm- Aufschwung, den die gesamte Wiener Sportbewegung nahm, war wohl nur durch die intensive Förderung der roten� Gemeinde ma ihrer sozialdemokratischen starken Dettremng in der Stadtverwaltung möglich. Der gesamten Bevölkerung ermöglichten d-ie in den letzten zehn Jahren geschassenen Einrichtungen eine ausgedehnte und man ig- sästige sportliche Betätigung. Keine Mittel und keine Arbeit wurden gescheut, wenn es galt die Volk sgestindh est zu fördern. In den letzten zehn Jahren gab allein Wien 9 006 000 Schilling für den Sport aus. 720 000 Ouadratmetsr Bodenstäche_ mit 33 Sportonlagen wurden den Sportvereinen zur Verfügung stellt. Ferner erbaute die Gemeinde 22 Kinderplanschbüder._ Den„A»tö- Sportorganisationen Wiens wurden im letzten Jahre 73 000 Schilling zugewertdet. Di« Bundesregierung hatte für die 123 000 Arbeiter- sportler Wiens nur ganze 2000 Schilling übrig. Für das Stadion, in dem die 2. Arbeiter-Olywpiad« stattsand, wurden 6 600 000 Sc!: ling ausgegeben und für die sechs neuen Sportplätze konnten 300 00t Schilling bereitgestellt werden, für Verbesserungen anderer Anlagen 60 000 Scl'illing. Drei Turnhallen erforderten 376 000, die Z2Iuze!td- pAtze mit' zwölf Eisbahnen 322 000 Schilling, deren InstandhaltunZ 630 000 Schilling. 398 000 Schilling echiellen die Vereine an Unter- stützung. Der Schilling ist etwa 60 Pfennig wert. Das sind Zahlen und Leistungen, die wohl einzig dastehen und die der Beweis für die ungefchwächie, umsichtig und vorwärts blickende Arbeit einer roten Mehrheit in einer roten Gemeinde im Dienste der Körperpflege und Volksgesundhest sind- Für das 28. Berliner Sechstagerennen vom 4 bis 10. November sind bereits jetzt die ersten Fahrer verpflichtet worden, und zwar der Franzose Gutmbreticre, der Holländer Piet van Kempen und Pisnenburg, der Italiener Bresciani und der Wiener Max Bulla. FT»B. Ndrcchllllllg all« Bafftctc« Wontag, 11. April, 19 Uhr, in der � 9Ub:U«Äch>tz«»i»»d, Abt. Llchterfetb». Der U-bung-abend Montaz. 11. Avril, fällt aus. Wir beieiligen uns batlit geschlossen an der Kundgebung der Stsernen Front im Svortpalast.-.a.«.,-,„i> Radsabrer„«olidoiUit". Sonntag. 17. April, Dezirlast-rnlahrt. 1. und 2. Unterbezirk nach Kalkberge; z. und«, Unt.rbezirl nach Lowendruch. Für all« anderen Touren Startaerboi. Lonnabenil, 9. April. Berlin. 16.05 Obermatlstratsrat Dr. Richard Niese: Praxis des Mietelnieungsamtes. 15,00 EnShlung der Woche.(OOntber Blrkenleld.) 18.20 Dr Hans Staudinger: Die Mfentllche Betriebe in PreuSen. 18.40 Max Meli liest eigene Dichtungen. 19.00 Die funkstunde teilt mit•. 19.05 Stimme zum Tu«. 19.15 Qoetbe-Lleder von Pranz Schubert.(Maria Ranzow, AU; Bruno Seidler- Wlnkler, Plflsel.) 19.45 Sportglossen(B. v. Rezmcek.) 20.00 Aktuelle Abteilung. 20.30 Langenberg: Lustiger Abend. 22.00 Wetter, Nachrichten, Sport Tanzmusik. Könlgswusterbaus«». 15.00 Dr. Pritz Lbbol; Vom unbekanntem Darwin. 17.30 Dr. K. Bornstein; OesundheitsgeniSCe Lebensweise. 17.50 Nalrz: Punktecbnlk 18,00 Musikalische Wochenschau. 15.15 Günther; Deutsch. In. 40 Dr. Kantorowlcz: Der Hund als Hausgenosse 19.05 Englisch für Anfänger. 19.30 Dr, Wrede: Vaterlandsliebe. 20.10 Zauber der Stimme. Sonntag, den 10. April. Berlin. 6.45 Punkgymnastik. 9.00 Für den Landwirt. 8.55 Morgenfeier. 10.05 Wcttervorbersagc. 11.00 Mcta Brljt erzflhlt Märchen. 13.10»ony van Cyck liest elgeqc Arbeiten. 14.30 Mozart 1. Sonate A-moll(lt-V. 3)0). 2. Sonate B-Dur(K-V. 333). (Küthe Heinemann, Flügel.) 15.00 Otto Zoll liest eigene Novellen. 15.30 Populäres Orchesterkonzert. 17.25 Dr. Alfred Pldlzer- Von A bis Z. 17.55 Walthar Eichitz liest eigene Pros«. 18.25 Pranz Schubert Quartett O-dur lür Plate, Gitarre. Bratsche und Cello. (Hans Frenz. Kurt Qudlan, Irmgard Veldt. Hans Schräder.) 18.40 Deutsche Volkslieder. Für gemischen Chor, zwei Violinen, Bratsche und Gitarre, bearbeitet von Constantin Brunck. 19.00 Orchesterkonzerl. Berliner Funkorchester. 22.00 Wetter, Nachrichten, Sport. Unterhaltungsmusik.— Während des Abendprogramms Bekanntgabe der Wahlresultate. KOnlgswusterhausen. 7.00 Hamburg: Hafenkonzert. 11.00 Anton Orlkamp- Münsterländisches Bauerntum. 11.30 Leipzig' Bacn-Kantate. 12.10 Heuny Herz: Chinesische Lytik. 12.20 Leipzig: Konzern 14.00 Berta Voigt: Was soll aus unserer Tochter werden, 17.25 Hermann Schwab: Im Fluge über den Hart 17.45 Junge Qeneration spricht; Wie stehen wir zu den heutigen Formen des politischen Kampfes?(.Mehrgespräch.) Die Hilfe gegen Gicht und Rheumatismus. Sie wissen kein sicheres Mittel gegen diese Plagegeister? Einreibungen. Packungen. Bäder. e-albcii usw. lindern meistens nur für einige Zeit die Schmerzen, aber sie packen nicht immer das Uebel an der Wurzel. Ich empfehle Ihnen ein wirklich erprobtes Mittel, und Sie sollen e- selbst versuchen, ohne daß es Sie etwas kostet; aber ehe ich Ihnen mehr sage, lesen Sie die solgenden Briese: Pslichtgemäh erstatte ich Ihnen meinen aller- besten Dank für die wahrhaft wundervolle Heilung meines langjährigen Gicytleidens durch Ihre ge- schätzten Gichtosint-Tabletten. Kostspielige Bäder sowie Einreibungen aller Art waren erfolglos durch ein Inserat wurde ich aus Ihre Tabletter aufmerksam. Nach Gebrauch der ersten Kur fühlte ich mich jchan geheilt. Ich kann jetzt wieder al» 53jährige Frau laufen wie «ine von 18 Iahren flehe Margens schmerzlos aus und gehe abends ohne Schmerzen zur Ruhe. zur Freude unserer ganzen Familie. Ich bin jetzt wieder dank Gott und Ihrer werten Tabletten seelensmunter. wie neu geboren, und kann daher mit bestem Gewiffen jedem Gichtleidenden Ihre werten Gichtosint-Tabletten aus das beste emp- fehlen, da dieselben bei mir wirklich Wunder ge- leistet haben, und spreche nochmals meinen aller- besten Dank aus. I. W. in B. Ich bekam einen schweren Gelenkrheumati»- mus. alle angewandten Mittel verlagten bei mir. Da ließ ich mir das empfohlene Gichtofint von Ihnen senden, und dies tat Wunder vei mir. Meine strenge Auedauer wurde durch völlige Heilung belohnt, obgleich ich schon fast verkrüppelt war. Ich habe dies gute Mittel schon oft emp- fohlen und werde es weiter tun. Ich Haffe, daß dies der beste Dank gegen Sie ist. M. B. in D. Solche Briefe besitze ich über elftausend (notariell beglaubigt), und nun hören Sie weiter: Gicht und Rheumatismus können nur von innen heraus wirklich kurieri werden, durch Eni- giftung des Blutes. Dieses ist verunreinigt durch zurückgebliebene harnsaure Salze, und diese müssen heraus, sonst nützt alles Einreiben und Warm- halten nicht». Zur Beseitigung der Harnsäure dient das Gichtosint. Sie können das glauben oder nicht. aber Sie sollen keinen Pfennig dafür ausgeben, che Sie sich überzeugt haben. Teilen Sie uns Ihre Adresse aus einer Post- karte sofort mil und adressieren Sie diese an: Generaldepot der Biktoria-Apotheke. Berlin 273, Friedrichstr. 19: es geht Ihnen dann vallständig kostenfrei eine Probe Gichtosint mit weiteren Auf- klärungen und genauer Gebrauchsanweisung zu.