MorgmavssaSs Nr. 168 Ä 85 4S.Iahrg0 Ps. Rabatt lt. Tarif. Worte über IS Buchstaben zäblen für zivei Worte. Arbcilsmarlt Millimeter. zeile 25 Pf. Familienanzcigcn MiM- ineterzeile IS Pf. Anzeigenannabi.- ltu Sauptgeschäsl Lindcnstraße S. woebeutäglich von 8-/, bis 17 Ubr. Der Ber tag behält sich dasRecht der Ab» Ichnung mchtgenebmirAnzeigen vor! Jentealorsan de« GozialdemokraMwe« Oaetei Deutschlands Redaktion und Verlag: Berlin SW 68. Lindenstr. 3 kzernipr.. Tönboil fÄ 1)292— LS? Telegramm-Adr.t Sozialdemolrat Berlin Vorwarts-Verlaa G.m.b.H. Postscheckkonto: Berlin 37 536,— Bankkonto: Bank der Arbeiter. Angestellten vnd Beamten, Lindenstr. 3 Dt B.u.Di?r.»Gej.. Dcposttcnk.. Leruialeiner Sir. 65/66. Der zweite Schlag Schlagt Hiller!- Fort mit den Hakenkreuzbanden! Heute wird Hindcnburg wieder zum Reiäispräsi- deuten gewählt. Daran zweifelt niemand. Und dennoch ist dieser Kampf mit stärksten Spannungen geladen, weil das »Za h l c n o e r h ä l t n i s des zweiten Wahlgangs von größter politischer Bedeutung ist. Hitler weiß, daß er heute geschlagen wird. Er hat in seinen Wahlreden den Sieg um zehn Jahre vertagt und immer wieder zappelnd geschrien, daß er nicht kapitulieren werde. Er hat sich einen G r a b st c i n gewünscht, auf dem zu lesen steht, daß er niemals schwach geworden ist. Dos ist die Sprache eines Mannes, der begriffen hat, daß sein Stern sinkt. Was fällt, das falle, und du sollst es noch stoßen. Je schneller die Hitler-Episodc in der deutschen Geschichte erledigt wird, desto besser wird es für das deutsche Volk sein. Er- nuchtelung tut not! Reinigung tut not? Jede Stimme mehr, die beute'für Hindenburg, jede Stimme weniger, die l cutc für Hitler abgegeben wird, ist ein Schritt zur Ge- s'indung. Je schneller der deutsche Faschismus in den Orkus verschwindet, desto sicherer und rascher wird auch das Gestirn der Demokratie und des Sozialismus wieder emporsteigen. Die notwendige Rciitigung ist ein politischer Akt. Sic sollte zugleich auch ein juristischer und eilt V e r- m a l t u n g s a k t sein. Der politische Akt muß heute und von heute in zwei Wachen bei den Preußenwohlen nollzogen iverden. Der juristische Akt muß sich, wenn es noch Recht und Gerechtigkeit gibt— aber ob es die gibt, ist nicht ganz sicher— bor dein Reichsgericht in Leipzig abspielen. Der Vcrwal- t u n g s a k t jedoch darf auf keine» Fall noch lange auf sich warten lassen. Das ist das Verbot der SA. und der SS., d i e Befreiung des deutschen Bodens von der r ö h in i s ch e n Arme e. Liest man die Borheimer Dokumente, die neuen Eni- büllungen aus den Polizeiottionen in Bayern, Preußen, Hessen und anderwärts, nimmt man dazu den schmutzigen Sittenskandal des Braunen Hauses und die neuesten Fest- stellungen über dos Wiederauflcbendcssch warzen F e m e w c s e n s, dann faßt man sich an den Kopf und fragt, wie sich in einem Staatswesen, das doch ein geordnetes sein will, etwas derartiges entwickeln konnte! Die Gesellschaft, die sich„Nationalsozialistische Arbeiter- partes Deutschlands" nennt, mag als Partei weiter existieren, solange es Leute gibt, die an ihrem Phrasenschwindel Ge- fallen finden. Die militärischen Einrichtungen dieser Partei aber müssen zum Verschwinden g c- bracht werden. Jeder Tag, den diese Aktion aufgeschoben wird, ist schuldhaftes Versäumnis! Kein Wort über die verlogene Infamie jener Rechts- blätter, die dos Rei6)sbanner und die Eiserne Front mit SA. und SS. auf die gleiche Stufe stellen, ihnen ähnliche Absichten unterschieben wollen. Nur Feinde des gegenwärtigen Staates können so tun, als gäbe es keinen Unterschied und müsse es gleiches Recht ge' en für die, die den Staat verteidigen und jene anderen, die ihn z e r st ö r e n wollen. Aber dies sei in aller Offenheit gesagt: Gegenüber den Rüstungen zum Bürgerkrieg, die jetzt aus nationalsozialistischer Seite festgestellt wurden, sind die Abwehrmaßnahmen der ver- sassungstreuen Republikaner noch durchaus unzureichend. Darum gibt es jetzt nur zweierlei: Entweder die Bürger- kriegsarmee Hitlers hört auf zu bestehen, oder es muß un- gesäumt alles geschehen, um ihr eine stärkere, eine noch straffer organisierte, eine mit allem Nötigen noch besser versehene Gegenarmee entgegenzustellen. Wünscht die Reichsregierung. wünschen die Länderregierungcn nicht, daß dies geschieht. so haben sie nur ein Mittel in der Hand, es zu verhindern: Sie müssen der republikanisch gesinnten Bevölkerung die Ge- wißheit geben, daß auf deutschem Boden keine f a s ch i st i- sche Privatarmee mehr existieren wird! Die sozialdemokratischen Arbeiter, die heute ihre letzte Anstrengung machen, um Hitler mit Hindenburg entscheidend zu schlagen, haben diesen ganzen Kampf mit großer Kalt- blütigkeit, aber auch mit verbisse nerWut geführt. Sie haben wieder einmal Staat und Volk vor dein Sturz in den Abgrund gerettet, und sie wissen schon aus alter Erfahrunz. daß man ihnen das außerhalb ihrer eigenen Reihen nicht danken wird. Erst künftige Geschichtsschreiber werden die Frage aufwerfen, was wohl aus Deutschland geworden wäre, wenn es hier nicht in den Zeiten der großen Gefahr MU- lioncn politisch geschulter Arbeiter gegeben hätte, die ohne Rücksicht auf ihr eigenes Wohl das Notwendige leisteten! Ohne die rettende Tat der sozialdemokratischen Arbeiter wäre Deutschland heute die sichere Beute einer Gesellschaft wüster Abenteurer. Die sozialdemokratischen Arbeiter haben das Ihre getan, sie verlangen jetzt vom R eich, daß es das Seine tut! Sie wollen nicht Unterdrückung, sondern sie wollen Freiheit, das heißt Befreiung von den Organisationen der Gewalt und des Terrors, Sicherung der demokratischen Republik, sittliche Erneuerung, Wiederherstellung der staat- lichcn Ordnung. Das alles läßt sich nur erreichen, wenn mit der faschistischen Bandenwirtschast ein für allemal Schlub gemacht wird! In diesem Sinne noch einmal, zum lctzjcnmol: Schlagt Hitler, wählt Hindenburg Die Keme in der SA. Vergebliche Ableugnungsversuche.— Die Verhaftungen in München. Tic sagctinntUe Lügcnadwehrjtcllc der N2TAP. laßt zu den Veröfsenllichungcn der„Münchener Post" über eine Tschckazcllc im Praunen Hauci erklären, daß daran kein wahres Wort sei. Gegenüber dieser Erklärung stellen wir die folgenden Fragen: 1. Wie kommt es, daß Herr Rühm am Sonn- abendmorgcn in Berlin eingetroffen ist und im „Kaiserhof" Wohnung genommen hat? 2. Wie kommt es, daß der in den Veröffentlichungen der„Münchcner Post" genannte außenpolitische Mitarbeiter R ö h tn s, Herr Bell, ebcnkallS am S o n n a b c n d m o r g c n der Redaktion des„Vor- wärts" eine Erklärung gegeben hat, die auf eine volle Bestätigung der Mitteilungen der„MLnchener Post" hinauskommt, die E x i ft e n z einer T s ch e t a b e- stätigt und darüber hinaus feststellt, daß 2l n s ch l ä g e dieser Tschekazcllc gegen Herrn Rühm und den Grafen du Moulin-Eekardt geplant seien? Äie Münchener Verhaftungen. ZU ü n ch e n. 9. April.(Eigenbericht.) Die Polizei verhaslelc sechs ZNordverjchwörcr. an ihrer Spitze den angeblichen Ehaufseur des Horn-Kommandos der Zelle G und den Zabrikaulen und Bandagiflen E. Danzeisen aus Zllünchen-caini. Danzeisen. der im vorigen öahr noch Standarlcnsnhrcr der SA. war, zur Zeit aber nicht mehr ZNilglicd der hitler-porlei sein soll, organisierte kurz vor Ostern ein U m l e g c k o m m a n d o und stellte zur Durchführung des ZUordplans eine größere Geldsumme zur Dersügung, die bereits unter die Aktivisten verteilt wurde. Unter den Opfern, die als der Partei unbegucmc Führer beseitigt werden sollten, befanden sich der Stabschef Böhm und sein avßcn- potililcher ZNllarbeiker Bell sowie der Ehef der Nachrichtenabteilung Graf du ZU ouli». Eckart. 2a diesem Zusammenhang wurde auch der Retchssührer der SS., Abgeordneter Himmler genannt, der durch seine Tollhausorganisation. des sogenannten Ziasseamts, innerhalb der SS. weitesten Kreisen verhaßt geworden Ist. Die Art der Beseitigung war der ZUordkolonne selbst überlassen. Außer Danzeisen wurde auch seine Frau vcchastct. die inzwischen wieder freigelassen wurde, ferner der aus Karlsruhe von dein Reichslagsabgcordneten Buch herbeigeholte Horn und jener berüchtigte, des Garcis-ZIiordes verdächtige Leutnant Schwei- k a r t. Fünf der Berhaslelen wurden bereits dem Unlersuchungs- richtcr vorgeführt. Bei ihrer Vernehmung verwickelten sie sich>n zahlreiche Widersprüche. Mhm, Himmler und Bell in Berlin. Am Sonnabend kamen aus München in Berlin an: der Stabschef der SA., Röhm, der Führer der ST.. Himmler, Graf Spreti. und iltohms Mitarbeiter Bell. In ihrer Begleitung war Rechtsanwalt Luetge- l> r ü n c. Sämtliche Personen, die als Dbjckte eines Anschlags der Tschcka im Braunen Hause genannt worden sind, haben demnach München verlassen. Attentat auf Luther. Bei der Abreise nach Senf.- Luther unverletzt.- Täter verhaftet. Aus dem Potsdamer Bahnhos wurde gestern abend um 2t Uhr auf den Rcichsbankpräsidenten Dr. Luther, der mit der deutschen Delegation nach Genf abreisen Wollte, von zwei jungen Menschen ein Rcvolvcrattcntat ausgeführt. Es wurden auf ihn mehrere Schüsse abgc- geben, die jedoch fehlgingen. Lediglich eine Kugel durchschlug seinen Moekärmcl und st r c i f t c ihn am Arm, hinterließ jedoch nur eine kleine Schramme. Als Täter wurden der litjährigc Werner Kertscher und ein Dr. Max Rosen, der aus Hamburg stammen soll, verhaftet. Weitcrc Angaben über die Personalien verweigern die Attentäter, die sofort nach dem Polizeipräsidium transportiert und der Abteilung In zugeführt wurden. Die Atieniater. Währungsphantasten- frühere Rostonalsozialisten. Die beiden Attentäter sind bekannt in der Freiland- Freigcld-Bewegung. Seit Jahr und Tag haben sie iu de» Zeitschriften der Währungsphantasten. heftige Angriffe gegen die Geldpolitik der Reichs- bank geführt. Einer der beiden Attentäter hatte eine Einladung des nationalsozialistischen Juristenbnndcs. Abteilung Volkswirte, tu der Tasche. Beide haben früher der Nationalsozialistischen Partei an- gehört, find jedoch vor einiger Zeit ausgetretev. Erobert Preußen I Montag, 11. April, ZG Uhr, Sportpalast Rednor: Otto Braun, Otto Wels, Otto Hörsing. Unkostenbeitrag ZV Pf. fahnenainmarsch Lucher leicht verletzt. EmStreifschuß am Arm. Magdeburg, 9. April. Cin Vertreter des WTB. sprach aus dem Bahnhof mit Dr. Luther. Die Personen, die das Attentat verübt haben, find dem Reichs- barrkpräsidenten von Ansehen ganz unbekannt. Einen der Täter hat Dr. Lirther selbst festgehalten. Wie der Reichsbankpräsident er- klärte, trat der Attentäter, der den Schuh abgegeben hat, auf ihn zu mit den englischen Worten: l suppose--(ich vermute...) Die Wunde ist ein ungefährlicher, vier Zentimeter langer Streifschuh unterhalb des Oberarms. Die Wunde wurde von dem Dr. Luther begleitenden Major verbunden. Der Reichsbankpräsident will die Reife unbedingt sortsehen. Wis das Attentat geschah. Ein Schuß aus unmittelbarer Nahe. Während die Herren der Delegation auf den Zug nackz Bafel warteten, bewegten sich in ihrer Nähe zwei sehr gut angezogene 5)erren. Kurz bevor der Reichsbankpräsident den Zug 8.32 Uhr de- steigen wollte, zog einer der Herren einen Revolver und gab einen Schuh auf den Reichsbankpräsidenten ab, der ihn, wie bereits schon gemeldet, nur am Aermel streifte und nicht ver- letzte. Daraufhin oeranlahte der Begleiter des Täters den Bahn- aufsichtsbsamten, der sich in der Nähe der Delegation aufhielt,, die Verhaftung des Attentäters zu veranlasien. Wie sich dann kurz daraus herausgestellt hat. gehörte der Angeber ebenfalls zu den Verschworenen. Der Täter übergab kühl lächelnd mit ironischen„Bitte!" die Waffe dem Aufsichtsbeamten. Zunächst ver- weigerten die Täter jede Auskunft. Inzwischen hat die Polizei fest- gestellt, dah noch ein dritter mit im Bunde gewesen sein muß, der ober inzwischen geflohen ist. Der Schuß auf Luther wurde aus unmittelbarer Nähe abgegeben. Der Aermel von Dr. Luthers Mantel wurde durchschlagen, der Rock- ärmel angesengt, der Arm selbst blieb völlig unverletzt. Auf dem Bahnhof ist das Attentat fast unbemerkt geblieben, so dah keinerlei Auflauf entstand und der Verkehr des Reisepublikums sich völlig g'att abwickeln konnte. Wie der Bahnjteigschaffner, der am Bahnsteig A seinen Dienst im Augenblick des Attentates versah, erzählt, hört« er etwa zehn Minuten vor Abgang des?v-Zugsz nach Bafel, der nur I, und H. WagenAaffe, zwei Schlafwagen und einen Kurswagen nach Rom führt, einen lauten Knall. Es hörte sich an, als wenn ein Auto- zu.fm geplatzt fei. Der Bahnbeanue nahm an. daß das Äsräufch vom Blitzlicht der Photozraphen herrühre, die stets bei der Abfahrt von Delegationsmitgliedern m mehr oder minder großer Zahl er- fchsinsn. Als sich aber augenblicklich darauf vor dem zweiten Schlafwagen ein Menschenknäuel bildete und erregte Ruf« er- tönten, war es klar, daß sich etwas besonderes ereignet haben mußte. Wenige Minuten später wurden, von mehreren Beamten der Bahnpolizei eskortiert, zwei Männer durch die Sperre geführt. Nach den weiteren Beobachtungen eines auf dem Bahnhof be- fchaftigtsn Zeitungshändlers sind an dem Attentat drei Männer beteiligt gewesen. Zwei von chnen begaben sich offenbar mit Bahnsteigkarten auf den Perron, wo sie unauffällig bis zu dem zweiten Schlafwagen liefen. Hier ging Dr. Luther, um noch etwas frische Luft zu schöpfen mit einem Begleiter auf und ab. Wie immer waren in nächster Nähe der Delegation Bahnpolizeibe- a m t e sowie der Bahnhofsvorsteher und weitere Bahnhofsbeamte postiert. Diesem Umstand ist es zweifellos in der Hauptsache zu danken, daß der Attentäter nicht mehr zum zweiten Schuß kam. Ein Beamter sprang geistesgegenwärtig hinzu und schlug die Pistole nach unten. Wenige Sekunden später war der Täter, der sich zur Wehr zu setzen versuchte, über- wältigt. Sein Komplice wollte den Anschein erwecken, als ob er nicht zu dem Schützen gehörte und markierte noch den Angeber. Der Trick verfing aber nicht und beide wurden abgeführt. Der dritte im Bunde ist ein Mann in den mittleren Jahren gewesen. Er wurde, wie sich später herausstellte, mit den beiden Festgenommenen beobachtet. Er hat sich dann aber rechtzeitig aus dem Staube gemacht. Erst Querulanten, dann Aiientaier. Die beiden Täter Dr. Max Rosen und Werner Kertscher hatten im Oktober vorigen Jahres eine Klage gegen den Reichsbankpräsident«« Dr. Lucher und das gesamte Direk- torium der Reichsbank wegen Wechselreiterei, Anstiftung zum Be- t?uge, Banknotenbetruges. Hochverrats, verschleierter Buchführung, Schädigung des deutschen Volksoermögens usw. eingereicht. Dieses Strafverfahren ist aber von der Staatsanwaltschaft des Landgerichts I Berlin eingestellt worden. Dr. Max Rosen ist am 7. September 1873 in Buenos Aires geboren, von wo er feit 1939 nach London abgemeldet war. Soweit bisher festgestellt werden konnte, hatte Dr. Rosen keinen dauernden Wohnsitz gehabt. Cr betätigte stckz als Rechts- kansulsnt und Volkswirtschastler und gilt in seinen Bekanntenkreisen als„guter Finanzberater". Er hat sich auch schriststellerisch betätigt und hatte u. o. vor dem Kriege auch ein Drama verfaßt. Aus Lieb- habsrei soll er für englische Zeitungen Feuilletons verfaßt haben. Als seine Anschrift gab er bei seiner Vernehmung die Düssel- dorser Straße 37 an. wo sein Sekretär, ein Hypothekenmakler namens Walter Hein, wohnt. Werner K e r t s ch e r. der den Schutz abgab, ist National- okonom und Mitarbeiter des Dr. Rosen. Cr hat seinen Wohnsitz in K o st i tz in Thüringen. Beide haben eine Zeitlang der National- sozialistifchen Partei angehört. Eiern und Wassiljew erschossen. Das Moskauer Llrieil vollstrecki. Moskau, 9. April. Das Urteil gegen Stern und Wassiljew, das bekanntlich wegen des Attentats auf den deutscheu Botschaftsrat v. Twardowski auf Tod durch Erschieße» lautete, ist heute vollstreckt worden, nachdem das Zentralexetutivkomitec der Sowjetunion die Begnadigungsgesuche abgelehnt' hatte. Wir haben zu diesem Prozeß bereits Stellung genommen.! Dem Attentäter und seinem angeblichen Anstifter ist der' Mund für immer geschlossen. Erwiesen ist nur das Attentat j — seine Gründe sind durch Erörterung in hermetisch ge- schlossener Verhandlung wie durch die vom Gericht einseitig veriaßte Urteilsbegründung nicht vor der außerbolsäfewisti- schen Welt geklärt. Oer deutsche Botschafter nach Berlin abgereist. Moskau, 9. April. Der deutsche Botschafter von Dircksen ist nach Berlin ab- gereist.. Die Leitung der Botschaft hat Botschaftsrat von Twar» 0 o w s k i übernommen, preffs und Notverordnungen. Eine Besprechung mit Groener. Vertreter der„Reichsarbeitsgemeinschast der deutschen Presie" lzaben am Sonnabend dem Reichsinnenmimster in einer persönlichen Besprechung erneut ihre schweren Bedenken gegen die für Staat und Presse gefährlichen Auswirkungen der Pressenot- Verordnungen, wie sie insbesondere in den letzten Wochen beobachtet werden mußten, dargelegt. Sie haben selbstverständlich die Notwendigkeit zur Wahrung der Staatsauto- rität anerkannt, aber gleichzeitic» mit allem Nachdruck darauf hingewiesen, daß es ebenso notwendig ist, der Presie die Sicherheit und Freiheit wiederzugeben, deren sie für die Erfüllung ihrer ver- antwortungsvollen journalistischen und verlegerischen Aufgaben gerade in heutiger politisch so schwieriger Zeit bedarf. Der Minister brachte den Bedürfnissen der Presse volles Ver- ständnis entgegen und gab die Zusicherung, unverzüglich die vorgetragenen Wünsche und Vorschläge der Presse zu prüfen. Reichskanzlefrede in KönigsHerg, Nationalsozialistische Etörungsversuche. Königsberg, 9. April. Reichskanzler Dr. Brüning sprach heute im„Hause der Technik". Als er feine Rede mit den folgenden Worten begann:„Am End« einer langen Agitationsreise halte ich hier in der Hauptstadt Ost- preutzens die letzte Versammlung ab. um auch hier in der Heimat Hwdsnburgs für � ihn Zeugnis abzulegen. Die v e r g i f t e n d st e, schamloseste Agitation ist geführt worden nicht nur gegen die Reichsregrerunz— daran find wir gewöhnt—, sondern auch gegen die Persönlichkeit des hochverehrten Herrn FeldmarschallK", kamen aus einer Ecke des Saales störende Zwischenrufe. Dr. Brü- ning wandte sich scharf gegen die Zwischenruser und erklärte, die Rundfunkhörer im ganzen Reiche hätten schon bei der Wiedergabe seiner durch dauernden Lärm der Nationalsozialisten gestörten Neichstagsrede sich ihr Urteil über die Störer gebildet und würden sich auch entrüstet gegen die Störer dieser Ber- sammlung wenden. Stürmischer Beifall folgte diesen Worten, und der Kanzler kann seine Ausführungen in aller Ruhe fortsetzen. Loudsnsr Abgesang. Oer Dertreler Deutschlands ist nicht enttäuscht. London, 9. April.(Reuter.) Staatssekretär v. B ü l o w ist heute nachmittag noch Genf ab- gereift. Bor seiner Abreise erklärte er einem Reutervertreter, er sei der Meinung, daß die Biermächtekonferenz ein zufriedenstelle»- des Ergebnis gezeitigt habe, da sie Klarheit in den größten Teil der Donaufrage gebracht habe, die Mächte wüßten nun, woran sie seien. Die Frage sei vorher nicht genügend geprüft worden und jetzt sehe man sie im richtigen Licht. Er sei von den geringen Ergebnissen der Konferenz gar nicht entmutigt. denn er habe niemals erwartet, daß sie das Problem beim ersten Anlauf lösen werde. Cr meine aber, daß, in welcher Weise auch die Frage in der Zukunft behandelt werden möge, sich etwa» an den Arbeiten der letzten drei Tage entwickeln werde. Jetzt führen sie nach Gens, wo die Besprechungen zusammengefaßt werden. Cr erwarte für die Zukunft ein neues Vertrauen. Terror in der Kleinsiadi, Die Lokalprosse unter Nazidruck. Die deutschnationale„K ö s l i n e r Zeitung" veröffentlicht in ihrer Nummer vom Montag, 4. April 1932, ein nationalsozialistisches Runoschreiben des Gaues Pommern, das ihr vom Landesverband Pom- mern der Deutfchncnionalen Volrspartsi zugsgangen war. Das Schreiben hat folgenden Wortlaut: Stettin, den 10. März 1932. Königstor S. Sonderfchreiben Nr. S. An die Leiter der Stadtortsgrüppsn! Der anliegende Aufruf der Sauleitung Pommern muß am Sonnabend in allen Lokalzeitungen erscheinen! Die meisten der pommerschen bürgerlichen Zeitungen haben Ausrufe für Hindenburg und Duesterberg gebracht. verhandeln Sie sofort m>k den verantwortlichen Leitern öhrer Lokatzeituog und dringen Sie mit allen Milleln darauf, daß auch unser wahtaufrus im Textkeil der Zeitung... unentgeltlich erscheint. Nachen Sie den Schriftleiter daraus aufmerksam, daß von seinem Verhallen in diesem Falle unsere künftige Einstellung zu der Zeitung bestimmt wird uüd drasieü Sie nSligenfallo mit BotzkoR. Wenn der unentgeltliche Abdruck auch dann noch verweigert wird, lassen Sie den Aufruf als Inserat erscheinen. Alle Zeitungen, die den unentgeltlichen Abdruck im Textteil verweigern, sind sofort der Gauleitung zu melden! Heil Hitler! gez. Tietbphl, Gaupropagandaleiter. Die„Kösliner Zeitung" hat gegenüber dieser Boykott- erklärung des Gaues Pommern der NSDAP, erklärt, daß sie in Zukunft ihren Textteil für nationalfoziali- st i s ch c Aufrufe und Bekanntmachungen irgendwelcher Art nicht m e h r zur Verfügung stellt, solange nicht das Rundschreiben des nationaisozialistischen Gaupropagandaleiters ganz offiziell zurückgezogen worden fei. Wie aber sonst der unverschämte Terror der Nazis auf die Inhaber kleiner Lokalblätter wirkt, kann man sich denken. Ihre Herausgeber mögen sich zähneknirschend fügen, aber sie fügen sich, weil sie wissen, daß die s o z t a l d e m ok r a- tischen Arbeiter unter ihren Lesern es verschmähen, in der gleichen Tonart mit ihnen zu reden. Neuer Streich gegen Memelöeuischium. Schulrot Meyer verhastet und abtransportiert. M e m e l, 9. Ätpvll. S-lzulrat Meyer, ein Führer der VolkSpnrtci, sus der Kandidatenliste der Volkßpartei für den neuen Landtag an dritter Stelle stehend, ist verhaftet v-orhen. Der jüngst wegen angeblicher Spionage verhaftete Reichsdeutsche Becker hatte Schulrat Meyer aufgesucht, mn sich über die pplitische Lage im Memelgebist zu informieren. Bei dieser Unterredung richtet« Becker an Schuirs: Meyer auch die Frage, ob da» Me-ne!- gebiet all« Handlungen der lstauischen Regierung ruhig«-.xzegen- nehmen würde. Schulrat Meyer antwortete darauf; daß bis Meme!- ländsr b-i der Verfechtung ihrer Recht« nur den Weg des Rechtes gehen würden und daß sie all« Gewalttaten, ganz gleich. von wem, aufs schärfste ablehnen müßten. Ganz abgesehen von dieser grundsätzlichen Einstellung hätten gewaltsame Maßnahmen der Memelländer keinen Zweck, da die Memelländer wehrlos seien. während die gegnerische Seite ihre Organisation mit allen Kräften stärk«. Zur Bekämpfung dieser Ansicht übergab Schulrat Meyer Becker die Abschrift eines Droh bris ies an den ehemaltaen Abg. Kraus, weiter die Abschrift eines Rundschreibens der liiauischeit Schützenoereinixung, das vor längerer Zett unter den Beamten der Memsstr Zentralbehörden umlief und in dem für den Vertritt der Beamten zur litauischen Schügenoereinizung geworben wurde. Nach Beckers Verhaftung wurde Schulrat Meyer zunächst von eineyi Beamten der politischen Polizei und später von einem litauischen Un torsuch unzsrichter für besondere An- g e l e g e n h e i t e n, der nach Memel gekommen war, vernoinnfZit. Heute wurde Schulrat Meyer für 10 Uhr vormittags zur politischen Polizei bestellt, um dort van dem Untersuchungsrichter wieder vernommen zu werden. Als er bis 1 Uhr mittags nicht zurückgekehrt war. ging seine Frau zur politischen Polizei, und hier wurde ihr ein Brief ihres Gatten übergeben, in dem er mitteilt, daß er ver- haftet fei und nach dem Gefängnis in Basaren abtransportiert werden solle. Ter Abtransport war mzwischen schon erfolgt. Schulrat Meyer hatte also keine Gelegenheit gehabt, sich von seiner Familie zu verabschieden. Die Verhaftung hat natürlich große Erregung hervor« gerufen._ Das Llnglück am Werbellinjee. Dier deichen geborgen.- Der Kahn als Fähreersah. Zm Laufe des späten Nachmittags wurden gestern vier der fünf bei dem Looleunglück auf dem Alerbellinsee um» Leben gekommenen Personen geborgen. Zunächst fand man den Führer. den Turnlehrer Schau und den Schüler Rakete, kurze Zeit daraus, nachdem sich inzwischen der See ziemlich beruhigt hatte, zwei iveitere Schüler, und zwar Wolf und S o n k a. Es fehl! nunmehr noch einer der Ertrunkenen. Inzwischen hat sich eine sensationelle Ausklärung für den UnsoU er- neben. Die Wanderorup;'!? hatte nicht, wie bisher angenommen wurde, eine Bootsahrt machen wollen, sondern wollte von Altenhös nach der Schorshcide übersehen. Da die Fähre zur Zeit geteert wird und so au» dem a'igemeinen Verkehr herausgezogen war, hatte ein Looteverleiher einen Kahn zur Verfügung gestellt, mit dem dann die Wandergruppe über den See sehen wollte. Sie sollte dann später bei ihrer Rückkehr dm Kahn wieder abliefern. Die Suche nach dem letzten Verunglückten mußte insoige d?r Dunkelheit eingestellt werden. Wan wird jedoch morgen früh sofort die Suche forlseheu. poliiischer Mord. Ans der Ovanionburger Chavssee in Fenhnau. wunde gegen Mitternacht der LLjähuize Kommunist Weih von Nationalsozialfsteu aus dem Hinterhalt erschossen. Tie Täter flüchteten auf Fahrräder» in Richtung Berlin. Oie Embsrufung des Landtage. Die Wahl des Ministerpräsidenten.— Antrag der Regierungsparteien. Die preußischen Regierungsparteien haben im Preußi- schsn Landtag den Antrag gestellt, die Geschäftsordnungs- bestimmung über die W a h l d e s M i n i st e r p r ä.s i d e n- t e n zu ändern. Der Landtag wird am Dienstag zu dem Antrag der Regierungsparteien Stellung nehmen. Die preußische Verfassung bestimmt lediglich, daß der Landtag den Ministerpräsidenten wählt. Die Einzelheiten der Wahl regelt die Geschäftsordnung. Sie schreibt vor, daß nrm Ministerpräsidenten gewählt ist, wer mehr als die Hälfte der abgegebenen gültigen Stimmen erhallen hat. Hat im ersten Mahlgang kein Bewerber diese absolute Mehrheit er- halten, so findet Zwischen den beiden Bewerbern mit der höchsten Stimmenzahl Stichwahl statt. Gewählt ist dann, wer in der Stichwahl die höhere Stimmenzahl erlangt. Der Antrag der Regierungsparteien will die Stichwahl- bestimmung streichen. Gültig soll lediglich die Bestimmung bleiben, daß zum Ministerpräsidenten gewählt ist, wer mehr sUs die Hälfte der abgegebenen gültigen Stimmen erhalten hat. Voraussetzung für die Wahl des Ministerpräsidenten wäre also in Zukunft nur die absolute Mehrheit der Stimmen. Trotz langjähriger Beratungen der Geschäftsordnung ist ein neuer Entwurf im Landtag bisher noch nicht zur An- nähme gelangt. Es erschien indessen wichtig, die Bestimmung über die Wahl des Ministerpräsidenten noch durch den alten Landtag ändern zu lassen. Hier liegt ein wohlverstan den es demokratisches Interesse vor. Ein M i ß- trauensvotum kann nur mit mehr als der Hälfte der gesetzlichen Mitgliederzahl des Preußischen Landtags zur Annahme gelangen. Demgemäß soll in Zukunft auch die Bestimmung über die Wahl des Ministerpräsidenten ge- staltet werden. Es ist ein unerträglicher Zustand, daß ein Mißtrauen nur von einer Mehrheit des Landtags ausge- prochen werden darf, daß aber für die Wahl des Ministerpräsidenten, d. h. eine positive Maßnahme von viel größerer Wichtigkeit, unter Umständen eine Minderheit aus- 'chlaggebend sein kann. Außerdem kann ein solches Mißverhältnis zwischen Mißtrauensvotum und Minister- Präsidentenwahl die Gefahr mit sich bringen, daß ein st ä n- dig sich wiederholendes Spiel mit Regie- rungs stürz und Mini st erpräsidentenwahl getrieben und damit jede positive parlamentarische Arbeit unmöglich gemacht wird. Es ist daher eine selbstverständliche Forderung, daß ein Kabinett die Geschäfte solange zu führen hat. bis eine Land- tags Mehrheit einen neuen Ministerpräsidenten gewählt und dieser sein Ministerium zusammengesetzt hat. Rur wenn diese Wahl aus einer Landtags m e h r h e i t beruht, hat ein lolcher neuer Ministerpräsident die Aussicht, im Amt zu blei- ben und nicht sofort wieder durch ein Mißtrauensvotum gestürzt zu werden. Die Annahme des Antrags der preußischen Regierungs- Parteien würde den gleichen staatsrechtlichen Zustand für die Wahl des Ministerpräsidenten herbeiführen, wie er in den beiden größten Ländern nach Preußen, in Bayern und Sachsen, aber auch in einigen anderen Ländern, wie z. B. .Immer feste öruff!4 »Der Anlauf war nicht stark genug, daran lag's!* d-nten ausbauen will, ist völlig unberechtigt. Abgesehen davon absr stellt sich dts„nationale Opposition" doch so sisgssgswiß, als ob sie im neuen Preußischen Landtag die Mehrheit er- �ingsn würde. Sie könnte dann in jedem Fall die politische Macht übernehmen. Aber sollte die Wut über den Antrag nicht doch aus Schwächegefühl entspringen, das durch laute Prahlereien nur mühsam verborgen werden soll? Heinrich Cunow. Zu seinem 70. Geburtstag am AI April. Muten in tiefschürfenden ethnologischen Studien feiert Genosse Heinrich Cunoro am 11 April seinen siebzigsten Geburtstag. Aus seinen völkerkundlichen Studien und aus den ihnen ent- sprossenen wissenschaftlichen Werken, die den wissenschaftlichen Ruf Cunowz begründeten und zur Verleihung einer Pro- l c s s u r an ihn führten, tritt aber nur eine Seite der so viele Gsbiele umspannenden Persönlichkeit Cunows zutage. Cunow ist nicht nur ein hervorragender Gelehrter, sondern auch ein eifolgroicher Lehrer, ein wirklicher Pädagoge, der sich als solcher vor allem an der sozialdemokratischen Berliner Bildungs- schule bewährte und den Entwicklungsgang vieler Schüler dieser Anstalt richtunggebend bestimmte. Mit dem Gelehrten oerband Cunow stets den Poll Hl er. Das wissenschaftlich Erkannte wollte Cunow eben in wirtschaftliche, politische und soziale Praxis umsetzen. Schon frühzeitig wird die gewandte politische Feder Eunows im„Vorwärts" fichtbar. mit dessen leitendem Redakter» Wilhelm Liebknecht er in enge Fühlung getreten war. Lange LHre ist er dann alz Redakteur im ..Vorwärts" tätig gewesen. Seine gründlichen nationalokono- mischen und soziologischen Kenntnisse befähigten Cunow für die Lei- tung der wissenschaftlichen Zeitschrift der Sozialdemokratie: der „Reuen Z» i t", die er von 1S17 bis zu ihrem Eingehen allein redigierte. Als preußischer Abgeordneter hat Cunow. auf dem Gebiete des Schul- und Hochschulwesens manche wertvollen An- regungen gegeben. Diese entstammten seinem reichen, unioersalen Wissen.. das.vor allem in folgenden, bei I. H. W. Di etz er- ichiensnen Schriften niedergeschlagen ist!„Die sozial« Ver» i a s f u n g.des Z n k a r« i ch s s",„Die Parteien der Großen Französischen Revolution und ihre Presse".„Die Technik- in der Urzeit".„Der Ur- sprung der Religion und des Gottesglaubens", ..Die Marxsche Äeschichts-, Gesell schafts- und Staatstheorie" Bände),„Allgemeine Wirtschaftsgeschichte" Bände). Wir Möschen dem früheren Kollegen Cunow noch viele Jahre fruchtbarer geistiger Tätigkeit! Hetzblatt verboten. Dar Obervräsident dar Provinz Sachsen hat das Verbot der nationalsozialistischen„Nauen Krsiszeitung" rn Vad Liebenwarda, das bisher für fünf Tage aus- gesprochen war. um weitere vier Wochen ver- l ä n g« r t. Das Verbot wird damit bagründet, daß Verlag und Schriftleiwng in ihrer Sonderausgabe den Reichspräsidenten be- schimpfen, und in böswilliger Weise verächtlich machen. »Also nochmal— Volldampf voraus!* Bums!!! Justiz sabotiert Staatshoheit. Ein unglaubliches Ltrteil in Hannover. Die hannoversche Justiz war erst kürzlich Gegen- stand einer Debatte im Preußischen Landtag. Tag für Tag könnte die Liste politischer Skandale in der hannoverschen Justiz sortgesetzt werden. Am Sonnabend aber haben Richter ein Urteil gefällt, das nicht nur jedem Rechtsglauben Hohn spricht, sondern einen I u st i z s k a n d a l darstellt. Oberpräsident R o s k e hatte kürzlich verfügt, daß die Verbreitung von Nazizeitungen, wie es von Hitler während des Osterburgfriedens angeordnet war, sine Umgehung der Burgfriedenverordnung bedeute und infolgedessen zu unterbinden sei. Der Reichsinnenminister hat dieses Verhallen durch eine Erklärung ausdrücklich gebilligt. Dagegen hatte das hannoversche Naziorgan eine cinstweutge Verfügung erwirkt. Nach einer skandalösen Verhandlung, die auf die Beschwerde Noskes hm stallfcmd und in der der Nazi- anwall sogar eine Haftstrafe gegen den Qbsrpräjidsnten be» antragte und sich zahlreiche Ausfälle gegen die Ragisrung lelltets, ohne daß der Vorsitzende Richter einschritt, wurde am Sonnabend folgender Urteilsspruch gefällt.: „Die einstweilige Verfügung vom 2. April 1ZK2 wird mit der Maßgab» bestätigt, daß das Verbot auch für den Teil nicht gilt, daß sich bei der Werbeverteilung aus be- sonderen Gründen(Begehung strafbarer Handlungen, Störung der öffentlichen Ordnung und dergleichen) Anlaß zu politischem Einschreiten ergibt." Noch toller als dieses Urteil, das einen Eingriff der Justiz in die staatlichen Hoheitsrechte darstellt, ist die Urteils- begründung. Unter vielem anderen finden wir darin Sätze wie die folgenden: .... daß der Oberpräsident trotz erkannter Ungefetz- l i ch k e i t seiner Maßnahmen diese getroffen und durchgesetzt habe, ... daß es dem Oberpräsidenten von Anfang seines Vorgehens an in erster Linie daraus angekonnnen ist, durch schonungslos« Aus- Nutzung staatlicher Machtmittel die ihm mißliebige Werbung politisch Andersdenkender zu unterdrücken.... Entweder hat der Oberpräsident über den Sachoerhalt der hier strittigen Wer- lmng falsch berichtet oder der Innenminister hat trotz richtigen Be- richts den oben als unhaltbar gekennzeichneten Standpunkt... ein- genommen und aufrechterhalten. Im letzteren Falle liegt die Wik l- kür beim Innenminister, nicht beim Oberpräsidenten.... Ein derartiges Vorgehen von Beamten, die in leckender Stellung tätig sind, ist widerrechtlich und stellt sich als eine zum Schadenersatz verpflichtende unerlaubte Handlung im Sinne der Z§ 823 ff. BGB. dar.... Es entspricht anerkannter Rechtsprechung, daß gegen Willtürmaßnahmen von Beamten der ordentliche Rechts- weg offen steht.... Ob der Staat es ist oder ein Privater, der mit widerrechtlichen Eingriffen droht, kann dabei seoenfalls keinen Unterschied machen, wenn die staatlichen Eingriffe, die für den vorliegen- den Fall oben als glaubhaft angenommen worden sind sich als eindeutige Willkürmatznahmen darstellen Wenn aljo die Machtstellung der staatlichen Behörden dazu mißbraucht wirb. sachlichen Erwägungen fernstehende Absichten um jeden Preis durch- zusetzen...." Oberpräsidsill Noske teilt zu'Diesem Urteil von Razi- richtern sblgenDes mit:„Gegen die Entjchetdung in Sachen Der ernstSZetligsn Verfügung, oie am Sonvabsndmovgen eine hannoversche ZivWammsr erlassen hat, üt bareits die B e rufung beim O b e r l a nd e s g er ich t eingÄgt. Wsz-m der ganz ungewöhnlichen Begründung des Urteils finden zur Zeit Erörterungen zwischen dem Herrn preußischen Minister des Innern und dem Lustizminister statt. Der Innenminister hat die Begründung des Urteils auf schnellstem Wege an- gefordert." Der sozialdemokratische„Volkswille" bemerkt zu dem Urteilsspruch„Dem Gericht fehlt jede Kompetenz in der Streitsache, die nur auf dem Verwaltungswege zu entscheiden ist. Es ist interessant, daß eine preußische Behörde. denn um eine solche handelt es sich bei dem Gericht, trotz der Beschwerde des Staates ihre Kompetenz überschreitet.»>n gegen den Staat zu urteilen. Eine Unmöglichkeit wäre es, wenn nach diesem Urteil, das von allen bier in Hannover gefällten das unbegreiflichste ist. der preußische Justizminister den Dingen in der hannoverschen Justiz noch weiter seinen Laus läßt. Hier wird geradezu Sabotage an der St a a t s- a u t o r i t ä t verübt, wie sie sich keine Staatsgewalt gefallen lassen kann. Oberpräsident NoskesindetinHannover nicht nur keinen E h r e n s ch u tz, sondern er wird auch inderDurchführungseinerRegierungsmaß- nahmen gehindert. Welcher Richter hätte sich derartiges im alten Staat erlauben dürfen? Lustizbämmerung. Ein Spaziergang durch die Ziechtspflege. ..Justizdämmerung" ist die wichtigste und intereflanteste Justiz- schrift, die im letzten Jahrzehnt erschienen ist. An Hanh von Do- kumenten, die der Oeffentlichkeck bisher meist unbekannt sind, wird die justizpolitische Entwicklung von der Kabinecks- justiz in den alleren Zeiten Der preußischen Monarchie, über die Ciicheitsjustiz der wilhelminischen Zeit, die unabhängige Justiz seit 1913 bis zur SA.-Just!z des Dritten Reiches gezeigt. Aus der Fülle des Materials seien erwähnt die Kapitel: Wie Ehefpräsident Grol- man auf dem 5)ofball angeschnauzt wird: Zenlrumsführer Ober- landesgerichtspräsrdent Spahn wird zum Rapport bestellt: 89 Haus- suchungen wegen Ordensschachers— 699 Seiten Bericht an den Justizminister: der Landgerichtsdirektor als JNtzuisitor ohne Porte- feuille: Ehefpräsident Tigges,„der beste Mann der deutschen Justiz"; ein Untersuchungsrichter oho« Glacehandschuhe: Mißbrauch'der Immunität zur Richterhetz«: Justizsadotags durch Richterablehnung: Atomisisrung' der Iifftiz: Meineid aus Furcht vor Terror: Miß- brauch von Recht und Gesetz: die SA.-Leute des Barreau. Es fol- gen spannende Darstellungen der großen Wirtschafts- und Korrup- tionsskandale: der Raiffeisen-Skandal, Uralzeffs Echmuckkästlsin. Komiptionsragout. Schließlich wird durch Dokument««in üper- raschender Einblick in die Justiz des Drillen Reiches gegeben: Pr«u- ßischsr Richtervsrein gegen Spitzelberichte: Abschied vom unabhängi- gen Richter; nur. der Pg. darf recht haben; ohne Pension auf die Straße: die Galgenaspiranten von morgen: Durchorganisation d«s Ueberwachungssystems usw- Jeder Richter, Staatsanwalt, Rechtsanwalt, Berwaltungsbeavts. der das Buäj w..dis. Hand bekommt, wird es verichsingen, jeder andere wird es mck höchster Spannung und größtem Interesse lesen, weil«s ihn im Innersten packt und aufwühlt.(Pslksfunk-Verlag ®. m. b. H., Berlin SW. 68. Brosch. 1,S9 M.) Der Jagdschein. Ein unzurechnungsfähiger Nozianwalt. Bor kurzem ist ein vom preußischen Staatsminister mm gegen einen nationalsozialistischen Rechtsanwalt geführter Bsleidigungs- prozsß zu Ende gegangen, der die Oeffenckichkell interessieren dürfte. Der Rechtsanwalt Wolf Wilberg in Breslau verteidigte im November 1939 einen nationalsozialistischen Wanderredner vor dem dortigen Schöffengericht wegen Vergehens gegen das Gesetz zum Schutz der Republik. Cr benutzte m seinem Plädoyer eben die Redewendungen, um dcretwillen sein Mandat unter Anklage gestellt war,, dazu, um anschließend in der„Ich"- und.,Wir"-Fprm dos Programm der NSDAP, zu entwickeln und sich mit dem Verhalten der derzeitigen Reichs- und Staatsregierung auseinanderzusetzen. Dabei gebrauchte er nach der eidlichen Aussage des damaligen Vor- troters der Staatsanwaltschaft, der nunmehr als Zeuge vernommen wurde und der die Ausführungen des Angeklagten mitgeschrieben halle, Wendungen, die schwere Beleidigungen des preußischen Staotsministeriums darstellten, so z. B machte er dem Staate- Ministerium den Vorwurf der bewußten Berletzimg der Verfassung. Wie der Amtliche Preußisch� Pressedienst mitteill, wurde der An- geklagt» trotzdem vom Schöffengericht Sagan in der Hauptoerhand- lung freigesprochen, und die Berufung der Staatsanwallschaft wurde von der Großen Strafkammer des Landgerichts Glogau mit denselben Gründen verworfen. Die Begründung des Freispruchs und die Verwerfung der Berufung waren freilich sehr wenig rüdw- lich: beides geschah nämlich in Anwendung des Z S1 StGB., aHa wegen Unzurechnungsfähigkeit. VW Im tschechoslowakischen Aarpathorußland, so ist jetzt auch im rumänischen Huzulenland eine schwere Hungersnot ausgebrochen. Durch das Aufhören der Waldarbock hat dieses beckel- arme Bergvölkchen ihren einzigen Erwerb verloren Erobert Preußen! Unsere nächsten Veranstaltungen: Dienstag, den 12. April: 4. Kreis— Prenzlauer Berg. 193-: Uhr in der Schulaula, Cleim- straße 46, öffentliche Kundgebung, 8. Kreis— Spandau. 19"/; Uhr in der Jubiläumsturnhalle, Moltke- Straße, öffentliche Kundgebung. 99. Abt.— Britz. 191; Uhr, öffentliche Kundgebung bei Becker,; Chausseestr. 97 108a. Abt.— Cöpenlck. 19K Uhr, öffentliche Kundgebung im Lokal Seidler in Uhlenhorst. Karstadt. Joseph& Co., Epa. 19�- Uhr im Cartensaal von Kllems Festsäle, Kundgebung der Angestellten und Arbeiter. Mitwirkung des Neuköllner Sängerchors, Politisches Kabarett „Rote Rotte" Reichspost-Zentralamt. 16' I Uhr bei Pinger, Tempelhof, Dorfstraße 50. Betriebsfremde haben keinen Zutritt. Referenten: Dr. Richert Mischler, Siegfried Aufhäuser, MdP., Hermann Harnisch, MdL., Erik Hölting, MdL., Karl Litke, MdR., Max Heydemann. Hlttwocn, den 13. Äpril: 106. Abt.— Johannisthal. 19H Uhr in der„Autoklause", Fried- richstr. 6, öffentliche Kundgebung. 1Z1 Abt.— Niedarschänhausen. 1914 Uhr im Schloß Schönhausen, öffentliche Versammlung Bergmann Seestra&e. 16 Uhr im Schrader-Haus, Liebenwalder Straße 56 Betriebsfremde haben keinen Zutritt. Spinnstoff-Fabrik Zehlendorf, ZoiS-lkon Filmwerk, Sendlinger Optische Werke, Gustav Lohse, Goedicke, Bitumuls, Tcl- towor Kunststein-Warke, Deutsche Asbest-Werko, Bio-Mali- Patermann. 1614 Uhr im„Weißen Schwan", Teltow, Puhls- dorfer Platz,„Die Gewerkschaften im Abwehrkampf gegen den Faschismus". Ipfthansa, Dapag, Spandauer AFü-Arbeiter. 1614 Uhr im Lokal Richter, Staaken, Spandauer Straße 112. Referenten: Luise Kahler, MdL., David Steiler, Hermann Harnisch, MdL., Dr. Richert Mischler, Karl Weiner, MdL., Georg Klaussner, MdL. Oonner�.ag, äen 14. fep/H: 1. Kreis— Mitte. 1914 Uhr im Gewerkschaftshaus, Engelufer 24-25,„Eiserne-Front-Veranstaltung". Z. Kreis— Wedding. 1914 Uhr in den Pharus-Sälen, Müllerstraße 142, öffentliche Kundgebung. 17. Kreis— Lichtenberg. 191; Uhr, öffentliche Kundgebung in der Schulaula Lichtenberg, Schlicht-Allee. 139a. Abt.— Tegel, Freie Scholle. 20 Uhr, Frauenwerbover- anstaltung im Schollenkrug, Hermsdorfer Straße. Mitwirkung der„Roten Rebellen". Referentin; Frieda Licht vom ZdA. Jungwähler-Kundgebung für die Bezirke Mitte, Prenzlauer Berg. Pankow und Weißensee. 1914 Uhr im Gartensaal des Saalbaues Friedrichshain, Am Friedrichshain,„Die Jugend im Preußarkampf". Redner; Dr Ernst Fraenkel. Kaufhäuser des Zentrums. Kundgebung dar Angestellten und Arbeiter. 1914 Uhr in den Arminsälen, Kommendantenstraße 58-59. Politisches Kabarett„Die Roten Funker". Aktiengesellschaft für medizinische Produkte, Sauerstofffabrik Tegeler Straße, Schering■ Kahlbaum, Gummiwarenfabrik Schwarz. Batterie- und Elemente-Fabrik Schmidt, Standart lack-Werke, Berliner Tapeten-Fabrik:„Eiserne-Front-Veranstaltung", 161; Uhr im Gesellschaftshaus Triftstr. 65,„Die Gewerkschaften im Abwehrkampf gegen den Faschismus". Staatl. Porzellan-Manufaktur, Vereinigte ehem. Werke Charlottenburg, Kali-Chemi-Werke Charlottenburg, Clangor: „Eiserne-Front-Veranstaltung". 1614 Uhr im Tiergartenhof, Berline. Straße am Bahnhof Tiergarten,„Die Gewerkschaften im Abwehrkampf gegen den Faschismus". Schwartzkopf.„Eiserne-Front-Veranstaltung", 16 Uhr bei Leuschner, Ackerstr. 110 Bezirksamt Wedding. 16 Uhr in den Pharussälen, Müllerstr. 142. BVG. 191: Uhr,.Eiserne-Front-Veranstaltung, im großen Saal der Kammersäle, Teltower Str. 1-4. Referenten: Robert Breuer, Hermann Harnisch, MdL., Dr. Richard Lohmann, MdL., Siegfried Aufhäuser, MdR., Karl Hanebuth, Max Fechner, MdL., Otto Ortmann, Franz Künstler, MdR., Dr. Richart Mischler, Albert Grresinski, MdL, F eiiag, den 1 5. April: 2. Kreis— Tiergarten. 1914 Uhr, öffentliche Kundgebung Im Moabiter Gesellschaftshaus, Wiclefstr. 24. 5. Kreis— Wedding. Zwei Kundgebungen im kleinen und großen Saal der Atlantiksäle, Behmstraße am Bahnhof Gesundbrunnen, Z.Kreis— Charlottenburg. 191s Uhr, öffentliche Versammlung in der Nürnberger Str. 63. Steglitz. 191; Uhr im Gymnasium Steglitz, Heesestraße. 14. Kreis— Neukölln. 1914 Uhr im großen Saal der„Neuen Welt" Baumsehulenweg.„Eiserne-Front-Veranstaltung", 1954 Uhr im Lyzeum Baumschulenstraße. 109. Abt.— Friedrichshagen. Oeffentliche Kundgebung Im großen Saal des Gewerkschaftshauses. Iii. Abt.— Bohnsdorf. 20 Uhr bei Madry,„Vier Jahreszeiten", öffentliche Kundgebung. Jungwähler-Kundgebung für die Bezirke Tiergarten, Wedding, Reinickendorf. 191; Uhr in der Hochschulbrauerei See- Ecke Amrumer Straße,„Die Jugend im Preußenkampf". Referent: Erich Schmidt. Heilstätte Herzborge. 20 Uhr bei Otto, Herzbergstr. 78. Gaswerk Lichtenberg, Kraftwerk Klingenberg. 16 Uhr im„Flußbad Lichtenberg". Versorgungsbehörden. 1914 Uhr in den Germania-Sälen, kleiner Saal, Chausseestr. 110. Referenten: Otto Meier, MdL., Marie Kunert, MdR., Erich Raddatz, MdL., Jockel Meier, Karl Wermuth, Kurt Löwenstein, MdR., Johannes Stelling, MdR., Ernst Brandenburg-Magdeburg, MdL., Ernst Hildebrandt, Max Brinifzer, Georg Mader- holz, MdL., Paul Mielitz. Sonnabend, den 16. April: 8. Kreis— Spandau. 1914 Uhr, öffentliche Kundgebung in Cladow, Cladower Hof(Roske). 85, und 86. Abt.— Tempelhof-Marlendorf. 1914 Uhr, öffentlicha Kundgebung Im„Birkenwäldchen", Tempelhof 108a. Abt.— Cöpenlck. 20 Uhr, öffentliche Kundgebung im Lokal Pirschel in Cöpenick-Nord. 115. Abt.— Schmöckwitz. 1954 Uhr im Lokal„Zur Palme", öffentliche Kundgebung. Referenten; Georg Maderholr, MdL., Erich Raddatz, MdL., Karl Hetzschold, Kurl Löwenstein, MdR. Sonntag, den 1 7. April: 8. Kreis— Spandau. 16 Uhr, öffentliche Kundgebung in Gatow bei Walter Krause. 107. Abt.— Falkenberg. 15 Uhr, Kundgebung der„Eisernen Front" im Deutschen Haus, Alt-Glienicke, Grünauer Straße 124. Abt— Mahlsdorf.(Genaue Zeit wird noch angegeben) bei Anders, Bahnhofstr. 35-57, öffentliche Kundgebung 152. Abt— Blankenburg. 16 Uhr, öffentliche Versammlung bei Klug, Dorfstraße. Referenten Georg Maderholr, MdL., Max Heydemann, Otto Meier, MdL., Kar! Litke, MdR. Nänr.er und Frauen! Erscheint in Hassen I Vor der Preußenwahl. Das Aprilheft der„Gesellschaft� wird von einer zu> sammeiifassenden Betrachtung über„Die Entscheidung vom 1 Z. März" von Georg Decker eingeleitet, mit der die Situation der politischen Front, soweit es das statistische Material zuläht, rückblickend geklärt wird. Ein Aufsatz von Fritz Baade lxhairdelt das bedeutsame Thema:„Agrarpolitik und Preußen- wähl".' Genosse Baade gibt zunächst eine wirtschastliche Analyse der landwirtschaftlichen Marktlage Deutschlands, welche die deutsche Agrarkrise in den Zusammenhang der Welt-Agrarkrrse hineinstellt'. die anschließende politische Analyse zeigt eindringlich, daß mit der Agrarpolitik der letzten Jahre alles getan wurde, was für das Ab- bremsen der Preiskatastrophe nur irgend möglich war. Der Aussatz schließt mit sehr beachtlickien Hinweisen aus einige agitatorische Konsequenzen, die sich jeder unserer Referenten unbedingt zu eigen machen muß. Nur ein Satz sei hier festgehalten:„Eine so landwirt- schaftsfreundliche Agrarpolitik zu treiben, wie wir es tun, soviel Geld für die Osthilfe usw. auszugeben und es dann mitanzusehen, daß die Wahrheit über diese Politik gar nicht zu den Landwirten dringt, daß systematisch all« diese Hilten durch eine Flut von Lügen für das landwirtschaftliche Bewußtsein ins Gegenteil verkehrt werden, das kamt sich auf die Dauer kein Staat leisten." Aus dem weiteren Inhalt des Heftes seien noch die Beiträge von Pietro Nenni über „T ro tz k i und der Faschismus" sowie von Mark Mit- nitzky über„Technischen Fortschritt und Arbeits- l o s i g k e i t" besonders hervorgehoben. Gewerkschaftliches siehe 3. Beilage, Berantwertlich silr Politik: Victor� Dch'ff! JSirtsckuikt:®, jM-gelhSfei: EcwerkschaftS! und Verlag:!______________„.______________ und ZZerlagzanstult Paul Singer u. Co.. Berlin SW. 63. Llndenstraß« 3. Hierzu 4 Beilage«. mmm .; 7."X... /y.v. 0BÜGELGLOCKE fein gekörnt. Strohgeflecht, zweifarbige Bandgarnitur . i...■■■■,'' v.. 0MO DELLKOPIE feinstes pedalart. Mottled, sehr fesche' Garnitur Publl!.ums>UrtoIl« übor N« JL- Quall* tä:eiu— Brief} und bis übar 50 Jahre im Gebrauch befindliche Waren zeugen für die Güte der N. J.-Quall?äTen Herren-Hut Hcarfllz« Flach- und p(fftA Boleroform, angerauht, jl r B neueste Fruhjahrsfarben Her»«''eA Herren-Socken Seidenflor, neueste Jac- quardmuster, mit ver- N« tfAC »tärkter Sohle........... V» I KS in den Sdiau- fensfem und in den /b'eiiungens Sporthemd mit angeschnittenem Kra- ffk dfej/b gen, vorzug:iche Qualität, vflHI moderne Farben........"■ww Halbschuhe für Herren, schwarz oder braunRindbox, mitGummi- »ohle, moderne form und Ausführung, Grö»se39 46 Damen-Schirm �«.«s Kunstse-de, moderne Bor-£'«fli duraamusfer••«„•••••••• Ie* 5 w" BIRUN€ 3 e SPAMDAUSR STRASSI K ICSNI6S7RASSI O GISRÜNDIT ISIS Markisenstoffe j fa imprägniert, farbig gestreift, D ca. 120 cm............ Meter 1■ w W Die N. 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Mit einem Flugblatt fing die Hitler-Partei in der letzten Woche erst gar nicht mehr an, mal waren es vier, mal fünf, mal sechs, jeder konnte sich aussuchen, was ihm am besten in den Kram paßte. Für Muttern lag ein Frauenflugblatt bei, für Großvätern eins mit paradiesischen Rentnerversprechungen, die arbeitslosen Söhne und und Töchter erhielten ein Huhn an die Wand gemalt, und Vater hatte die größte Auswahl: vom Kriegsbeschädigten bis zum Bäckermeister, vom Bauern bis zum Schlosser war für alle gesorgt. Jedem Deutschen sein Versprechen. Blaß vor Neid wäre die Familie Zint— zur Zeit Moskau— geworden, wenn sie nur einen Zipfel jenes Schlaraffenlandes hätte erspähen können, das die Nazis den Berlinern von Tag zu Tag schöner aufgebaut hatten. Alle Wölfe halten sich ein Schafskleid übergehängt. Aber heute hilft kein Mundspitzen mehr, heute wird gepfiffen, heute wird das Werk vollendet. Lange genug hat der Kampf gedauert.— Im folgenden sei eine kleine Galerie Berliner Zeilgenossen vorgeführt, die den Wölfen Glauben schenkten. Es war dazu in keinem einzigen Falle nötig, die Figuren zu erfinden und nirgendwo ist das Kolorit retuschiert worden. So, wie die Worte fielen, wurden sie aufgezeichnet. Der Himmel voller Geigen. „Ist es nicht hcgriigcnswrrt, wenn der nnrioiiafsnzialjslischc Etant eine oUgcmclne großzügige Altersversorgung einführen will, die euch von der Furcht vor dein ungervissen Lebensabend befreit?" lockte das Blaittc für die Arbejisinvaliden,»leinrentner und Sparer. „Seid Ihr nicht damit einverstanden, weint mir die Warenshauspest, die jeden deutsdicn Gcwcrbctrcibendcit vernichtet, ausrotten wollen?" flötete es dein Mittelstand ins Ohr und„gibt es einen unter euch, der es als eine Gemeinheit betrachtet, weint er im liationalsozia� liftischcn Staatswesen Verwendung jinden soll," raunten die Denta- gogen den Kriegsopfern zu. So sehen die aus! Aber da war ein junger Apotheker, einer von den 1200 pharmazeutischen 21 tt gestellten Deutschlands, die keine Arbeit haben. Der Mann ist.s)itleria>ter. Neulich war er bei Verwandten, bei einer kleinen Familienfeicr. Als die Reihe an den Apotheker war. zu reden, sagte er folgendes:„21a, wenn ijitlcr kommt, dann habe i ch wenigstens meine Apotheke! Hitler wird schon dafür sorgen, daß mehr Apotheken ausgemacht werden." Wahr- hastig, der Mann hat das gesagt...Ja, soll man nun.eisten Vortrag halten, daß die gegenwärtig norhandeueit 6800 deutschen Apotheken schwer unter dem um etwa 30 Proz. gesunkenen Verbrauch an Arzneien leiden? Daß die deutschen Apotheken eisersuditig darüber wachen, daß kein Drogist auch nur eine Sdiachtel Aspiritt verkauft! tut er es dod), dann verklagen sie ohne Gnade den Drogisten. Am liebsten möchten die Apotheker jeden Drogisten zum Frühstück ver- zehren, um die lästige Konkurrenz loszuwerden und damit ihr altes diirdilöcherkes Privileg wieder voll zur Geliung kommt. Bei einer solchen Sachlage stellt sich dieser Mensch hin und sagt: na wartet man, wenn Hitler kommt...! Die 6800 deutschen Apotheker würden Hitler steinigen, wetm er 1200 neue Apotheken konzessionieren würde. Aber das ist so die Wirkung der nationalsozialistischen Traktate. Den nacktesten Egoismus hat man grohgczüchtet. Sie wollen das Chaos... Am vorigen Sonntag hat Adolf der Vorlausige in Dresden, Leipzig, Chemnitz und Plauen— das war da, wo immer die Sonne ausging, wenn er kam— verkündet, daß er Deutschland vor dem Chaos, dem Bürgerkrieg und der Inflation schützen wird. An den Berliner 21nschlagsaitlcn haben diese Worte obendrein noch ge- standen. Die Hitler-Trabanten ahnen vielleicht gar nicht, wie viele ihrer wildgcwordencn Anhänger sie damit bitter enttäuscht haben. Kein Zweifel: in diesen Zeiten gesunkener Kauskrast, in denen nur nod) Brot und Kartossein als unumgängliche Nahrungsmittel sich einigermaßen auf einer Höhe ihres Verbrauchs gehalten haben, in diesen Zeiten geht es dem gewerbetreibenden Mittelstand nidst gut. Die Gastwirte glaubten sogar, zur Besserung ihrer Lage einen rcgelreditcn Streik führen zu müssen. Und matt braucht nur durch die Gcschästsstraßen zu gehen und aufmerken, wie beinahe jedes Haus einen leerstehenden Verkaussladen hat. Es wird so teidst niemand geben, der die Not des Mittelstandes verkennen wollte. Trotzdem sagt ein Gastwirt, jedem, der es hören will, die folgenden Worte:„Was wollen Sic denn nur? 21iir gehört hier in meinem Lokal kein Stuhl mehr: jedes Faß Bier ist aus Pump. Am 1. Juli muß id) raus aus meinem Laden, weil ich die Miete nicht mehr bezahlen kann. Am 1. Juli werde id) als alter Mann ohne einen Groschen aus der Straße liegen und da sage ich Ihnen: alles mutz drunter und drüber gehen, deshalb wähle id) Hitler. Wenn wir das Chaos dann haben, dann bin idi wenigstens meine ganzen Schulden los!" Und abends, wenn die Steuerberater und Bücherrevisoren bei den Mittelständlern und Gewerbetreibenden die Türen ausklinken, um ihnen ihre Büdier und ihre Steuern in Ordnung zu bringen und wenn dann die Unterbilanz von Monat zu Monat größer wird, dann klopfen im Scheine der Lampe hundert- fach an jedem 2lbend die Handwerksmeister und Äleinsabrikanten ihre Berater auf die Schüller und sagen:„Nur eine Inflation kann mich noch retten!" Deshalb wählen diese Leute Hitler, den sichersten Garanten der Inflation. Alles war vergebens, alles ist vergessen. Vergessen die furchtbaren Tage vor nunmehr zehn Jahren, als wir wohl einen Hungererport hatten, aber für eine Briefmarke in der Wodzc arbeiteten. ... und sie wollen den Krieg! Dann lausen in Berlin ein paar tausend Propheten einher, die haben alles 2!ationalgefühl in Erbpacht genommen. Es sind vor- nehmlich ehemalige Ausländsdeutsche, lauter kleine Farmer Lang- kopps. Einer erzählt folgendes:„Sehen Sie mal, id> bin vor dem Krieg ausgewandert. Jd> hatte damals in den Straiis Settlements die Vertretung einer 5)amburgcr Brauerei. Alle vierzehn Tage tarn der Dampfer und brachte mir meine Kästen Bier. Die Schwarzen holten das Bier vom Schiff, sie lieferten es audi ab und wenn wir Weißen nidst gerade Whisky tranken oder uns Wind zufäd>eln liehen, dann ging ich kassieren. Später war ich dann an einer Gummiplaniage und an einer Zinnmine beteiligt. Diese Beieili- gungcn waren eine halbe Million Goldmark wert. Alles haben mir die Engländer weggenommen. 2Iatitrlidi wähle ich Hitler, der bringt, uns unsere verlorenen Kolonien wieder. Krieg meinen Sic? Herr,'wir nehtiten noch jeden Tag wieder die-Knarre auf Veit BuckeL Igssen.Sie, sich' das gesagt sekti!" Hier haben, wir das ein- deutige, aber audi so typische Eingeständnis eines HiilefianerS— der nur die Reden seiner Meister so aufgefaßt hak, wie sie gemeint waren—, daß er den Krieg will Hitler mag alle 3266 Berliner Anschlagsäulen bekleben, daß er gegen den Krieg ist, nicht einmal seine Anhänger und Mitläufer glauben ihm das. Aber was heißt Kolonien? Um den durchaus problematischen Besitz einiger zentral- asrikanisdier Ficbersümpfe ein Kriegsabentcuer zu provozieren, wäre ein Verbrechen: ganz abgesehen davon, daß Kolonialfragen doch nidit mehr mit der Vorkricgscllc bcizukommcn ist, seitdem die Schwarzen die weihen Männer lange genug in Unterhosen gesehen haben. Zwischen hüben und drüben. Der beste Sdsrittmachcr Hitlers heißt Schmalhans, jener be- kannte Küchenmeister. Wenn der junge arbeitslose Apotheker'Arbeit und damit Geld hätte, um sid), sagen wir, ein Tennisracket zu kaufen oder Sonntags mit seiner Braut nad> Schlad, tcnsce tanzen zu fahren, würde er und die erdrückende Mehrzahl aller seiner Kameraden sidz den Teufel um Hitler sd)cren. Hitler hat das negative Verdienst, beinahe den gesamten im tiefsten Grunde unpolitischen Flugsand in unseren Landen zusammengekehrt zu haben. Wer die größere Speckseite versptidzt, dem leisten diese Menschen Folge. Es ist doch kein Zufall, daß so viele k o m- in u n i st i s ch e und itatioiialistiscste Schlachtgesünge die gleiche Melodie, ja mitunter fast den gleichen Text haben. Die von einem Lager ins andere wediselten, nahmen einfach ihre Sturmlieder mit, oft genug waren nur zwei Namen auszu wediseln. Früher sang man: Dem Karl Liebknecht haben wir's geschworen. Der Rosa Luxemburg, der reichen wir die Hand, heute heißt der Text halt: Kam'radcn, die Rotfront und Reaktion ersdiosscn, Marsdster'n im Geist in unseren Reihen mit. Dieses 5) i n- und 5) e r p c n d c 1 n zwischen Hakenkreuz und S o w j e t st c r n ist kein Gesthwätz. Es war zu der Zeit, als am 2tollcndorfp>atz der bekannte Kriegsfilm„Im Westen nichts 'Neues" lief. Damals führten allabendlid, die Braunhemden ihre .Jndianertänze. auf. Den größten, dieser Kriegstänze. sah eine» 'Abends der Wittenbergplatz..Zwischen den tobenden'Nazis staiid.«Li -Konnnunist, bor einmal bamntano Ist und Sann meist in einem. merk würdigen hälborientalisd,cn Putz durch die Straßen läuft, so. daß ihn jeder wiedererkennt. Plätzlid, rief es:„Mensch, kiek mal, weit will denn der hier?" Der baß erstaunte Kommunist sah sich um und wollte gerade den Rufern sagen, sie sollten sid, doch still verhalten. Der Mann nahm nämlid, an, er hätte einen kommunistischen Stoß trupp vor sid,, da er jeden der Rufer kannte und sie für seine Parteigenossen hielt. Aber da kam er schiedst an: diese Rot front-Jungen waren i n z w i s d, e n längst SA. Leute geworden und nur dem wüsten Getümmel hatte es der Baumlange zu verdanken, daß ihn seine früheren Pgg. nicht durd, walkten. Die Miene dazu hatten sie bereits aufgesetzt. <- Zoll svlcstcn Leuten die dcutseste stiepublik ausgeliefert werden? Zoll der Unverstand über Vernunft undc auf dem flachen Lande. Unter Mithilfe des Eisernen Motorkorps wurden die Altmark, Eprccmald und die Ost- und Westprignitz bearbeitet. Ueberall waren Radfahrerstaffeln von sechzig Mann gebildet, die tägltck, in drei Versammlungen jür den Saalsdiutz zu sorgen hatten. In dem eisigen Aprilstunn, durch näßt von Regen- und Hagelschauern, fuhren die Werber über da:. Land. So wurde zum Beispiel im Kreise Teltow bis gestern abend auch das kleinste Dorf mit Flugschriften belegt. Besonders um worden war dort die Jndustriegegend zwischen Niederlehme und Wildau-Zeuthen. Hier versuchten am Freitag die Kommunisten eine Tarnest mB- tiegdstert- con der hervorragenden Klangschönheit, lonreinheit und nicht mehr zu überbietenden Wiedergabe von Musik und Sprache der neuen GRAETZ-lnduktor-Kraftsystem-lautsprecher Nr. 99 und 3001 JE H R I C H& G R A E T Z A» ABT, 2 7, BERLIN SO 3 6 Wann �er Gö�e- £rnd��Än��5e,S IM* 42-30 S Nazis provozieren weiter Mehrere Ueberfälle auf Reichsbanner— Erfolgreiche Abwehr Demonstration zu veranstalten, brachten aber nur ganze �8 Mann auf die Beine. Dagegen bewegte sich gestern abend»och ein«mpo- sanier Demonstratio nszug der Eisernen FroiU durch die an der Görlitzer Bahn gelegenen Jndustriedörfer des Teltower Kreises. Es galt, nochmals vor allem die Steinarbeiter und die Schwartz- kopfsarbeiter zu- ermahnen, Hitler zu schlagen. In den späten Abendstunden kehrten gestern abend übrigens auch die Hindenburg- Flugzeuge von ihrer Agitationsfahrt durch die deutschen Gaue nach ihrem Lzeimathafen Tempelhof zurück. Für die heutige Wahl empfiehlt es sich, einen Ausweis mitzunehmen. Im allgemeinen verlangen die Abstimmungsvorsteher bei der Stimmabgabe keinen Personalausweis, die Angabe des Namens und der Wohnung ge- nügt. Infolge der vielen Umzüge ist es aber nüiglich, daß dies- mal da und dort Ausweise vor der Stimmabgabc verlangt werden. Die Abstimmungsvorstände sind nämlich nach ZU? Absatz 4 der Neichsstimmordniing berechtigt, von den Stimmberechtigten eine» Ausweis über ihre Person zu verlangen. Bei Idcntitätszwcifeln find die Abstimmungsvorstel�r sogar ausdrücklich angewiesen, von diesem Recht Gebrauch zu machen. Die Wahl sell'st beginn wieder nm Uhr und ist um 18 Uhr beendet. Bechlzeitige Stimmabgabe ist in jedem Falle angebracht. Ein furchtbarer plan. Oie Sprenganlage eines Selbstmörders. Wie erst jetzt bekannt wird, verüble var einigen Tagen der bZjährige Ingenieur Wolkendorf aus der Schwarhkopf. st ratze 2 unter recht eigenartigen Umständen Selbstmord. W. bewohnt im Vorderhaus zwei Stuben und Küche. Bor einiger Zeit wurde W. von seiner Frau geschieden. Letzthin verlor Walkendors auch feine Stellung, urad als er die Miete nicht mehr bezahlen konnte, sollte er zu», I. April die Wohnung verlasse». Als sich einige Tage nach Ultimo in der Wohnung de« Mannes nichts regte, schäpsten Hausbewohner Verdacht und benachrichtigten Polizei und Feuerwehr. Als die Beamten über«ine Leiter durch das Fenster in die Parterrewohnung eindrangen, fanden sie Wolkendorf i n den, g a s e r f ü l l t e n S ch l a f z i m m e r tot am. Den Beamten fiel starker Benzingeruch auf, und als sie in einem Nebenraum »achsahen, entdeckien sle einen großen BenziabehZtler. der mehrere titer Venzin enthielt. Die Flasche war entkorkt, so daß sich bereits größere Mengen Benzindämpfe in der Wohnung angesammelt halten. Jetzt wurden die Polizeibeannen stutzig, und bei den weiteren sehr vorsichlig bewerkstelligten Nachforschungen landen die Beamten eine Selbslschußanlage, die durch Spanndrähte mit der Wohnungs- lur in Verbindung stand. Der zweifellos geistesgestörte Selbstmörder wollte beim Oeffnen der Wohnungstür n,it dieser etwas sonderbar konstruierten„Höllenmaschine" offenbar«ine Sprengwirkung er- zielen. Der Tote hielt in der Hand eine Lunte, deren Ezit- zündung er wohl beabsichtigt hatte. Ein neuer Riesenprozeß. Zahlreiche Siedler und Kleingewerbetreibende betrogen. Vor der Strafkammer des Landgerichts I nimmt am lS. April ein neuer Setrugsprozeh von Kieseuausmaßen, sür den vorläufig drei Monate Verhandlungsdauer in Aussicht genommen sind, seinen Anfang. H.,„B a u h i l f e" G. m. b. H. und ähnliche längst zusammengebrochene Gesellschaften. Wegen Urtundenfälschuug, fortgesetzten Betruges. Bilanzfälschung und Konkursvergehens haben sich die Borstandsmitglieder der Üandhilse G. m. b. H., über die im September 1928 der Konkurs erässuet worden ist, zu verant- worten: der Weinbergsbesttzer Gustav Hoest, der Kaufmann Bruno Hermann, die Ehefrau Luise Gleisner, der Ma- schinenmeister Erich U f a b e l, ferner die Aufsichtsratsmitglieder Kaufmann Martin Zimmer in a n n und Rentner Gustav K n e i f e r t. Zu diesen Angeklagten gesellen sich die Borstands- Mitglieder der Bauhilf- G. m. b. H.: der Rechts- und Wirtschafts- berater Ernst Gauch und die Ehefrau Sophie L i b u tz k e. Auch Hoest war Vorstandsmitglied der G. in. b. H. Die Angeklagten /ius ctsm Kuzsiscdsn übertragen von Werner Bergengruen. Der Spiegel wurde gebracht. Der Feldwebel hielt ihn dein Kammerunteroffizier vor. „Also was ist jetzt: bist du ein Schwein oder nicht?" „Zu... Befehl... ich bin ein Schwein... Herr Feld- webel.. „Schämst du dich nicht?" „Zu Befehl, ich... ich schäme mich, Herr Feldwebel!" „sieh mal genau hin, hast du schon je in deinem Leben so eine ekelhafte Fresse gesehen?" „Zu Befehl... nein, Herr Feldwebel... bei Gatt nicht!" Der Schreiber mußte sich ebenfalls im Spiegel betrachten und wollte vor Lachen platzen. Gontscharow hörte jetzt zu lchlmpsen auf. Er harte seine Wut ausgetobt und machte sich jetzt, nicht ganz ohne Gutmütigkeit, über die beiden lustig. „Schöne Freunde! Gebt euch einen Äuß. ihr zwei Hüb- Ichen ihr! Los! Wollt ihr oder wollt ihr nicht? Küsten!" schrie er plötzlich. Sie knurrten noch ein wenig und küßten sich dann unter dem brüllenden Gelächter der ganzen Kompanie. Aber Gant- Ichatoo, war damit noch nicht zufrieden. „Was war dos für ein Kuh? Ihr seid doch so dicke Freunde! Noch einmal! Feste!" Sie wollten nicht mehr recht heran, und der Feldwebel nahm beide eigenhändig am Kragen und stieß sie so lange mit den Stirnen gegeneinander, bis sie sich ausreichend ge- tüht hotten. Darauf ließ er von ihnen ab. Betrunkene waren nichts seltenes. Leute, die Stadturlaub gehabt hatten, kamen vollgesoffen zurück, randalierten, ge- rieten sich in die Haare, mißhandelten die Rekruten. Die Kameraden suchten die Betrunkenen vor den Borgesctzten. zu verstecken, zogen sie aus, legten sie schlafen und paßten auf, daß sie nicht wieder munter wurden. Fiel aber ein Be- dm Lause des gestrigen Nachmittags und der Abendstunden verübten hakentreuzlertrupps aus Reichsbannerleutc mehrfach hinterhältige Ueberfälle. 3n einigen Zöllen wurden die Angreifer als SA.-Leute festgestellt und der Politischen Polizei übergeben. Mehrere Keichsbannerlentc wurden durch Messerstiche und Schläge mit Stahlruten verletzt. Ein Pollzeiwachtmeisler. der aus der Schlohbrücke in Eharlottenburg einen hakenkreuzler fest- stellen wollte, wurde von dem Burschen angegriffen und verletzt. In Neukölln an der Ecke Rosegger« und Kaiser- Friedrich- Straße kam es gegen 17 Uhr zu Reibereien zwischen Reichsbanncrleute» und SA.-Zettewerteiler». Die Nazis halten sich aus dem Lokal in der Stuttgarter Straße 7 Perstärtun- gen und gemeinsam siel nun die ganze Hitler-Bando über das Reichs- banner her. Im Verlaufe des Handgemenges, bei dem trotz ihrer zahlenmäßigen Ueberlegenheit die Hakenkreuzler bald den Kürzeren zogen, wurden zwei Reichsbannerlcute und vier Hiller-Burfchen vor- letzt. Als das Ueberfallkammando anrückte, flüchtete die Bande in ihr Lokal nach der Stuttgarter Straße 7, wo später 13 Mann, die als Haupttätcr von Zeugen erkannt und festgenommen ins Polizei- Präsidium gebracht wurden. In der G n e i s e n a u st r a ß e wurde ein Begleiter eines Propagandawageirs dos Hindenburgausschustes von Hakenkreuzicrn schwer mißhandelt. Bier Täter, darunter zwei Nazis, wurden festgenommen. An der Ecke Graetz- und Krüll- straß« in Treptow überfiel ein Trupp Nationalsozialisten mehrere Reichsbannerleute. Die Nazibanditen gaben auf die Reichs- bannerkameraden mehrere Schüsse ab. ohne glücklicherweise zu treffen. Bier Täter, die sich naö'her sämtlich als SA.-Leute ent- puppten, wurden nach längerer Verfolgung von der Polizei ein- trunkener dem Feldwebel in die Hände, oder, was noch schlimmer war, einem Offizier, womöglich noch einem Offizier von einer anderen Kompanie, so kam er um seine Strafe nicht herum. Der Feldwebel schlug ihn freilich nur in die Fresse und stellte ihn unter Gewehr, die Offiziere aber ver- fuhren reglementmäßiger und strenger. Wir hatten in der Kompanie einen asten Schützen namens Larin, einen Trinker. Radaubruder und Raufbold. Er brachte es mit Gerissenheit und List fertig, sich Tag für Tag unter Alkohol zu setzen, behielt sich aber während des Dienstes so fest in der Hand, daß die Borgesetzten seinen Zustand nicht wahrnahmen. Dafür bejoff er sich aber an Sonn- und Feiertagen so ausgiebig, daß er den Mittelpunkt des Interesses nickst nur st'ir die Kompanie, sondern sür das anze Bataillon abgab. Dann sing er an zu grölen, setzte sich ie Mütze umgekehrt auf, Kokarde nach hinten, knöpfte sich die Bluse auf, nahm das Koppel ab und fuchtelte damit herum. In diesem Aufzug taumelte er durch die Kaserne und verlangte von den Kameraden Schnaps. Mit seiner beharr- lichen Zudringlichkeit konnte er manche so weit bringen, daß sie sich ihn mit Gewalt vom Leibe hielten und ihn ver- prügelten. Sein blatternarbiges, breites Gesicht war dann dunkelrot, die hellgrauen Augen glotzten so stier und aus- druckslos. daß einem ein Schauder ankommen konnte. Er bekam ein paar Faustschlägc und wurde schlafen gelegt, war aber bald wieder auf den Füßen, torkelte im bloßen Hemde in der Kaserne umher, grölte und tobte von neuem. Der Feldwebel stellte ihn gegen die Wand, weil er sich ohne eine derartige Stütze nicht mehr aufrecht halten konnte und schlug ihn mit der flachen Hand eine ganze Zeit lang rechts und links ins Gesicht: „Dir will, ich die Besoffenheit austreiben! Du volles Schwein! Man legt dich schiasen, du Hnndesohn, aber du Vieh schläfst nicht! Hast wohl lange nichts in d'e Fresse ge- kriegt? Da hast du was. du blatternarbiger Affel" Die Ohrfeigen klatschten schallend m Larins Gesicht. Er fiel vornüber, auf den Feldwebel zu. wurde aber sofort durch einen Schlag in seine Ausgangsstellung zurückgebracht und bumste mit dem Kopf gegen d,e Wand. Nach diesen väter- lichen Ermahnungen in Worten und Werken kam Larin ein wenig zur Besinnung, gab Ruhe und legte sich schlafen. Am folgenden Tage stand er stundenlang unter Gewehr, mußte allerhand Arbeiten außer der Reihe machen, und am nächsten Feiertag spielte sich wieder genau die gleiche Geschichte ab. Tschaika wollte ihn nicht vors Kriegsgericht bringen, da ja geholt und ins Polizeipräsidium gebracht.— In Oberschönc- weide sielen gleichfalls SA.-Leute über Reichsbannskameraden her. Ein R e i ch s b a n n e r m a n n wurde durch einen Messer- st i ch verletzt. Der Täter wurde gestellt und der Politischen Polizei übergebe». In der B e r n a u e r Straße im Norden Berlins rotteten sich etwa 70 Hakevkreuzler zusammen und fiele» über Passanten her. Es spielten sich empörende Szenen ab. bis endlich die Polizei erschien und die Lümmclgarde» mit dem Gummiknüppel auseinandertrieb. 25 Mann wurden sestgenommen und eingeliefert. In Neukölln konnte einwandfrei festgestellt werden, daß die an der Schlägerei in der Kaiser-Friedrich�Ztraße beteiligten Haken- kreuzler sämtlich ortsfremd sind. Die Burschen müssen demnach aus anderen Stadtteilen nach Neukölln„gelegt worden fein. Die- selbe Beobachtung ist auch an anderen Stellen gemacht worden. Flagaenkrieg am Schlesischen Bahnhof. In der Langen Straße am Schlesischen Bahnhos. die stark kommunistisch verseucht ist, kam es gestsr» nachmittag wiederbolt zu tumullartigen Zwischenfällen. Aus drei Fenstern mehrerer Häuser hingen Hakenkreuzsahnen heraus. Schnell bildeten sich kommunist:- (che Steinwerserkolonnen. die überall dort die Scheiben einwarfen, wo die Hiller-Fahnen zu sehen waren. Um eine Wieder- holung der Zwischenfälle zu verhindern, wurde von der Polizr kurzerhand die Einziehung sämtlicher Flaggen, auch der zahlreichen kommunistischen, angeordnet. Das.zuständige Polizei- reoier sorgte dann auch für die Befolgung der polizeilichen An- ordnung. der Feldwebel von sich aus Gericht hielt und das Urteil höchst eigenhändig vollstreckt. Wir sind beim Exerzieren. Da taucht Lsachetzkie unmög- «che Gestalt auf. Der komische kleine Kopf mit dem faltigen Gesicht schaukelt aus dem dünnen Halse mit dem vorspringenden Adamsapfel. Der trippelnde, knicksende Gang paßt nicht zu der langen Gestalt. Die langen Arme baumeln beinahe bis auf die Knie. Er sieht aus wie ein alter kranker Affe, den man in eine Uniform gesteckt hat. Der Kompanieführer kommandiert: „Stillgestanden! Augen rechts!" Der Bataillonskommandeur kommt näher und heult ab- gehackt: „Guten Tag. Kinder!" „Gesundwünfchwohlgeboren!" Cr geht auf eine Gruppe Offiziere zu. si« recken sich vor und salutieren, er dankt, schüttelt ihnen die Hände und sagt zu jedem: „Ua, ua." Das bedeutet: Gilten Tag, guten Tag." Daun sagt er: „Bitte nur fortzufahren." Taschaika. der wegen seiner schönen Kommandostimme im ganzen Regiment berühmt ist, schreit: .Zum Parademarsch! Das Gewehr— über! Kompanie in Zügen!" Und der Kommandeur des ersten Zuges, der hinter dem Kompaniechef steht, greift das Kommando auf: „Erster Zug. Augen rechts, im Gleichschritt— marsch!" Die übrigen Zugführer kommandieren, sobald ihre Züge den Aufstellungsort des ersten erreicht haben, nur kurz: „Gerade— aus!" Taktmäßig, mit besonderer Kraft die Leine werfend, Köpfe nach rechts, marschiert die Kompanie am Bataillons- kommandeur vorüber, die linke Hand, wie es das Reglement verlangt, als besondere Ehrung für den Kommandeur gegen die Hosennaht gepreßt. Unsere Kompanie ist beim Turnen. Man nimmt einen Anlauf, stößt sich vom Sprungbrett ab und überspringt eine zwei Meter breite, wasssrgefüllte Grube. In dieser flebung dürfen nicht genügend vorgebildete Rekruten noch nicht heraugezozen werden.?lber die Offiziere sind nicht dabei, sie stehen plaudernd abseits, und daher nimmt d«r Zugführer sich den armen Tjurin aufs Korn. „Also, Tjurin, hopp!"(Fortsetzung folgt.) Zimmermann und Usabel waren außerdem Vorstandsmitglieder der Gemeinnützigen Baugesellfchast Groß-Berlin G. m. b. H. Ferner sind noch angeklagt der Kaufmann Albert H e n s ch e l, der Tischlermeister Paul Müller und der Maurermeister Max Walter. Die Landhilfe und Bauhilfe waren als Bausparkassen gedacht. Schon bei der Gründung begann mnn mit Fälschungen. Eine große Zahl von kleinen Landwirten und Gewerbetrelbenden hat ihre Genossen- scha.stsanteilc verloren. Der Schaden beläuft sich aus mehrere 100000 Mark. Zu der Verhandlung sind 132 Zeugen geladen. Gegen 5)oeft, der nie Weinbergsbesitzer gewesen ist, sind auch jetzt wieder zahlreiche Strafanzeigen bei den Staatsanwaltschaften in L i e g n i tz und G l e i w i tz eingelaufen, weil er zusammen mit verschiedenen an- deren Angeklagten dort in ähnlicher Weise sein Treiben fort- gesetzt hat._ Zollstelle befchlagnahmi 204 OOOMark. Oie Affäre des Direktors Haßler. Innerhalb einer Untersuchung der Zollfahndungsstelle wurde kürzlich der Direktor der Bergmann-Elektrizitätswerke. A u g u jt H a ß l« r. sowie der Bankproturist A r n h e i m aus Berlin, lest- genommen, da beide unter dem Verdacht größer»apitalschiebunge» standen Es tzandette sich dabei um den Betrag von einer Viertel- Million. Die Zollsahndungsstelle hat jetzt bei einem Geschäftssreund des Direktors H. in Aachen die Summe von 204'000 Mark beschlagnahmen können, die H. nach dorthin geschasst hatte. Es handelt sich dabei um einen Teil des Erlöses aus dem Verkauf der Effekten, die H. durch Arnheim in Berlin umsetzen ließ. Die Beamten griffen jetzt zu und haben das Kapital sichergestellt. Da- nach sind H. und A. aus der Haft entlassen worden. Die Unter- suchung gegen sie geht weiter._ Einziehung kleiner Geldforderungen. Die Erhöhung der Mindestgebühr im Gerichtskostengesetz auf Grund der 3. Notverordnung des Herrn Reichspräsidenten von 50 Pf. auf 2 Mark verteuert die Einklagung kleiner Forderungen. Bei der geringen Höhe der Postgebühren empfiehlt es sich, statt des Zahlungsbefehls die P o st n a ch n a h m e oder den P o st a u f t r a?- zu wählen. Diese. Cinziehunzsart, die auch den Vorteil der schne! leren Abwicklung bietet, erscheint besonders dann angebracht, wenn die Begleichung geringerer Schuldbeträge lediglich aus Vergeßlich- keit oder Nachlässigkeit unterblieben ist. Deuischlandsender gestört. Während der Btüning-Bede aus Königsberg. Das Wolffche Telegrafen-Büro teilt mit: „Gegen 20z- Uhr setzte der Deutschiandsender. aus dem die Rede des Reichskanzlers Dr. Brüning aus Königs- berg übertragen wurde, plötzlich aus. Der Berliner Sender funktionierte störungslos weiter. Die Unterbrechung des Deutschlandsenders, die um 20.31 Uhr begann, war um 20.3? Uhr bereits behoben. Sie hatte rein technische Gründe zur Ursache. Vermutungen, daß es sich dabei um Störungsocrsuche politischer Art gehandelt habe, sind, wie uns initgeteilt wird, voll- kommen unzutreffend. Nach Beendigung der Uebertragung der Rede des Reichskanzlers mußte auch da» nachfolgend« Programm eine Uebertragung aus München-- 00 Minuten lang ausgesetzt werdeni um bis Uchrnschen Störungen vollkommen.zu beheben." Eine schärfere Kontrolle der Zendcstelle Königswusterhauien- Zcesen würde sich auf jeden Fall in Zukunft empsehlen— besonders bei der Uebertragung politischer Reden. 5� unS SS Ein Leser schreibt uns: Neulich hört- iä, solzende Unterhaltumz zweier Berliner Jungen an einem Zaun. Sagte der eine:„Willst« wissen, wal SA. und SS- for Brieder sind? Schreibse beede nebnanda uss'n Zaun!" Zog der andere ein Stück Kreide aus der Hosentoiche und schrieb: SASS. Der Betrug im Wohlfahrtsamt. 200 Kälte von Veruntreuungen in Weißensee festgestellt. Dos Bezirksamt Weißens«« teilt mit: Das Bezirksamt Weißense« hat jetzt insgesamt über 200 Fälle von Bernntreuungen des Stadtaberinfpektors« e y f f c r t, deren Gesamchöhe annähernd die Summe von IS 000 Mark beträgt, fest- gestellt. Diese Veruntreuungen reichen bis zum Jahre 1929 zurück. Erst im Jahr« 1029 rnuröe Senffert auf den Posten eines Kon- lrolleurs der Unterstützungszahlungen berufen. Vorher waren ihm also derartige Verfehlungen nicht möglich. Da Seyffert hie betres- sende» Verfügungen und Zahlbogen aus den Akten entfernt und vernichtet hat, werden die Feststellungen außerordentlich erschwert. Die Erhebungen nehmen einen großen Umfang an, da es erforder- lich ist, zahlreiche Unterstützungsempfänger zu vernehmen. Seyffert hat die Verfehlunzen stets in derselben Weise begangen, indem er aus Grund gefälschter Verfügungen durch Unter- s-ützungsempfänger Beträge abheben ließ, die er dann dem Hilfs- bedürftigen unter Vorspiegelung satscher Tatsachen zum größten Teil wieder abnahm. Inwieweit und welche anderen Personen Seysiert wissentlich Unterstützungen bei seinen Veruntreuungen ge- währt haben, bürste erst durch die strafrechtliche Untersuchung geklärt werden. Eine neue Lotten'emaschine. Seil Jahren wird von den verantwortlichen Stellen nach einer .Lvsnraschin«" gesucht, die jeden Betrugs versuch und all« Unrtgel- Süßigkeiten bei Lotterien und Tombolen von vornherein ausschliegt. Verschiedene Apparat« und Maschinen haben den Prüfungen nicht standgehalten. Neuerdings beansprucht min wieder einmal eine Neuerung aus diesem Gebiet« das Interesse der Oesfentlichkeit. Di« viedler-Fortulos E. m. b. ch. Berlin, die ihre Werkstätten unweit es Schlesischen Bahnhofs hat, ließ zwei äußerst sinnreich« Ma- ichinen konstruieren, die nach einer Vorführung vor Vertretern der Press« all« Aussichten haben dürfte, vielleicht von den staatlichen Aus- sichtsbehorden anerkannt zu werden. Zwei komplizierte Miniatur- Rotationsmaschinen, die man offne Uebertreibung als ein tleines Wunderwerk der Technik bezeichnen kann, stellen die neuartigen sogenannten Kontroll-Ausspiellose her. aber es würde zu weit führen, über die Einzelheiten und technische» Vorgänge zu be- richten. Darum sei kurz noch folgendes angefügt. Wenn dt« Wo- schinen auch den bevorstehenden sachmminischen Begutachtungen stand- stalten sollten, so«erden m Zukunft die Tpielteilnehmer und die Auisichtsbehörden die hundertprozentig« Gewißheit haben, daß ge- sälschte oder unecht« Los« nicht mehr in den Ziehungsgang gelangen lönnen. Die Spielleitungen und die Aussichtebehörden sind jetzt in der Lage, sich jederzeit die Gewißheit zu oerschaffen, daß sänUliche spielplanmäßigen Ausspiel- und Gewinnlose auch tatsächlich vorhanden sind und den Ziehungstrommeln zugeführt wurden. Durch eine fortlaufend verzeichnete Nummernkontrolle auf jedem Los ist außerdem eine weitere Ueber wachung möglich. Tie billigen Zoo-Abonnements. Die Direktion des Zoologischen Gartens hat, um weiten Kreisen der Berliner Bevölkerung angesichts der schwierigen Wirtschaftslage eine sommerliche Erholung im günstig gelegenen und auch gärt- uerisch reizvoll, ausgestatteten Zoo, gewissermaßen dem Kurpark von Berlin, zu erngöglichen, die Jahreskarten für Erwachsene er- hcblich verb illigt und deren Preis auf 25 Mark herabgesetzt. Die Jahreskarten für Kinder bis zu sk Jahren kosten 1ö Mark. Die neuen Jahreskarten geilen vom l. d. M. ab ein ganzes Lahr. Sie können bis zum 14. Juni an allen drei Schalterkaffen des Zoologischen Gartens, später nur an der Schalterkasse des Eingangs Budapester Straße, gelöst werden. Weiter hat die Direktion für den gemeinsamen Besuch von Zoo und Aquarium die Einrichtung getroffen, daß ein geringerer Uebergangspreis er- hoben wird. Der Nachlaß beträgt an der Uebergangskasse für Er- wachsen« 30 Pf. und für Kinder unter 10 Jahren 25 Pf. Herr Julius-chmidt und seine Ehefrau, Johonva, Bcrtin-Neukolln, Serinannstr. IM— 197, ein lanaiäbriget treuer Abonnenl des„Brnwärts", begeben heute, Sonntag, 10. April, dos Fest der goldenen Hochzeit. Ter Jubilar ist SchöHag, die Jubilarin 60 Jahre oll. Der Weber von Aran. Wie ein Diplomingenieur zu seinem Doktor kam. Wer kennt den Staat Aran? Dieses seltsame Gebilde ist in Amerika vor etwa dreizehn Jahren gegründet worden, es besitzt nicht weniger Land als der Vatikan und hat überall seine Glau- bigen, die gewissermaßen in allen Ländern den Staat im Staate bllden. Der weltumspannende Aran-Staat besitzt Schulen, auch in den USA. registrierte Universitäten: diese haben das Recht, Doktortitel zu verleihen. Und wer's nicht glaubt, der möge bei den deutschen Generalkonsulaten in Chicogo und New Nork Auskunft«inholen. Das ist allerdings von den Gerichten schon mehr als einmal geschehen, die Antwort war nicht gerade günstig. Professor Weber, Präsident des Aran-Staates für Deutschland behauptete gestern vor dem Schöffengericht Schöne- berg, die Auskünfte seien nicht richtig gewesen. Zum Beweis daflir, daß der Aran-Staat tatsächlich existiert, kann er eine Unmenge Schriften vorlegen. Und die Zeit mird kommen, da die Mensckcheit erkennen wird, was der Aran-Staat für sie bedeutet. Von all diesen so wichtigen Dingen wie auch von den zehn Vorstrafen des„Professors" Weber hatte der Diplomingenieur E. in Hamburg keine blast« Ahnung, als er sich entschloß, um jeden Preis den Doktortitel zu erwerben. Er hatte in Stuttgart die Technische Hochschul« absolviert, hatte in eineni szüttenwerk Material zu einer Doktorarbeit über„Dichtgasreinigung" gesammelt, das Buch sogar in einem bekannten Verlage erscheinen lassen. Die Stuttgarter Tech- Kreis- und AUteiiungsleiter! Die Wahlresultate bitten wir möglichat umgehend nach Beendigung der Auszählung»eleph. unter Dönhoff 5086— 67 und 5086—-SOES oder durch Boten(Raafahrcr, Motorradfahrer usw) zuzustellen. Das Sekretariat ist den ganzen Tag geöffnet nische Hochschule wollte aber die Arbeit nicht als Doktorarbeit gellen lasten, er dachte an irgendeine andere, vielleicht auch eine auswärtige Technisch« Hochschule. Do fand ein guter Freund durch einen Pfarrer den Weg zum„Professor" Weber. Der Hamburger Diplom- iugenieur schickte die Arbeit ein, erhielt einige Wochen später die Benachrichtigung, sie sei geprüft und für gut befunden worden: es würde vielleicht möglich sein, ihn von den mündlichen Prüfungen zu dispensieren. Dann bekam er die Mitteilung, er sei von den Prü- sungen dispensiert, er solle die 400 Mark einschicken. Er tot es und erhiell ein Diplom von der Universität des Aran- Staates. Hocherfreut teille der Diplomingenieur seinem Freunde von dem großartigen Ereignis mit: eine Woche später war die gute Etünmung verslogen. Der Schwiegervater, der Herr Amtsgerichts- rat, hatte feinen Herrn Schwiegersohn über den Wert des auslän dischen Doktors oufgeklärti im amerikanischen Generalkonsulat wußte man nichts von einer solchen Universität, das Doktor- diplom wandert« ins Polizeipräsidium und Professor Weber ins Gc fängnis. Vor Gericht erklärte er, er habe kein Geld verlangt, er habe nur gesagt, daß der Hamburger Diplomingenieur für einen Beitrog von l00 Dollar zugunsten der Araner Universitätsbibliothek Mitglied der Universitätsgefellschast werden könne, das DiMom erhalte er gratis: die Zlrdeit sei von einer Kommission in Marseille geprüft worden. Die hundert Dollar habe er nicht erhalten. Der Oberarzt der Wittenauer Heilanstalt nannte den Professor eine» pathologischen Querulanten, einen ebensolchen Lügner, der seine Phantasien in einer Weise vorzubringen verstehe, daß mau annehmen müsse, er glaube an sie: ob er an sie nicht auch wirklich glaube, könne man mit Bestimmtheit nicht sagen. Das Ge- richt verurteilte diesen„arischen" Professor, der in seinem Schluß- wort gegen den Judenftaat polemisierte, nachdem er in einleitenden Worten bezeichnenderweise sich zu Hitler bekannt hatte, wegen Be- truges zu drei Monaten Gefängnis. Llrieil im �ennbahn-Gkandalprozeß. Zu dem großen Rennbahn- Skandalprozeß, der seit Februar vor der Großen Strafkammer des Landgerichts III gegen l! aktive und zwei frühere Polizeibeomte sowie gegen ZZ wilde Buchmacher und deren Spanner wegen Durchstechereien ans den Rennbahnen geführt worden war, wurde das Urleil verkündet. Megen Bestechung wurden vernrteill der Polizeiwachlmeisler a. D. Friedrich Damm zu lll Monaten und 5 Tagen Gefängnis, der Bolizeiwachtmeister Otto Sydow zu 9 Monaten Gefängnis, der Polizeiwachtmeister Kurt kvinkelmann zu b Monaten Gefängnis, vier weitere polizeibeamte zu je 3 Monaten Gefängnis, fünf aktive polizeibeamle und der frühere Polizeiwachtmeister Surt Liesner wurden freigesprochen. Die Buchmacher and Spanner wurden zu Gefängnisstrafen von 1 bls lll Monaten und außerdem zum Teil wegen Hausfriedensbruches, Vergehens gegen das Rennwettengefeh zu kleineren Geldstrafen verurteilt. Ferner wurde auch auf Geldstrafen wegen Renowettsteuerhinterziehung gegen eine Reihe von Angeklagten erkannt. Scala im April. Kapirän W i»st 0 n s See l ö wen urb Wassermnnphen sind wieder einmal die Hauptattraktion des Scala-April-Programms. Diese sympathischen und klugen Tiere tauchen und schwimmen mit ihren weiblichen Konkurrenten um die Wette, einer produziert sich sogar als Lebensretter. Dann zaubert Horace Gold infinit einem ganzen Stab von Mitarbeitern, daß einem Hören und Sehen ver- geht, besonders mit dem Sehen ist es eine eigene Sache, denn wo bleiben all die Mädchen und Männer, die sich�vor unseren Augen in nichts auflösen? lind wen» dann zum Schluß ein lebendes Mädchen mitten durchgesägt wird, sa ist das eine wohl bekannte, aber immer noch oerblüfiende Illusion. Berlins beliebtester«chlager- komponijt, Rudolf Nelson, ist nun auch auf der Darietöbühne zu sehen und zu hören. Er und Hans Sommer spielen aus zwei Flügeln seine beliebtesten Schlager, und Mary L 0 s s e f f versteht es aus dem Effeff. die schönste» von ihnen temperamentvoll zum Vor trag zu bringen. Ein sehr starker Mann. Frank E d e r s, jongliert mit Kanonenkugeln wie mit Gmnmibällen, und der Musitalakt Dunio gefällt durch meisterhaftes Violinspiel. Die zwei Exzentrik- clowns I 0 0 c r s sind nicht nur gute Musiker, sondern auch fabel hast« Recktünstler. Zwei Dorvils i» ihren Reoue-„Tä!izen" zeigen, wie gut sie ihre Glieder beherrschen, und Harald und Lola sind im Wechselspiel eines Schlangentanzes gut aufeinander abgestimmt.» Ein paar schlichte, schöne Worte wurden dem Meisterjongleur aller Zeiten, dem jüngst verstorbenen Rastelli, gewidmet, der für den Mernat April in der Scala oerpflichtet war. kriminalkommistar Otto Seiferl, seit vielen Jahren Leiter der Dienststelle VI, 7, im Berliner Polizeipräsidium, hat am 9. April seinen 6 0. Geburtstag. Kommissar Seifert steht seit 1896 im Dienst der Berliner Polizei, 1921 erhielt er das Dezernat für Ur- künden, Aktien, Wertpapierfälschungen sowie Darlehns-, Bermitt- lungs- und Hypochekenschwindel. In zahlreichen Fällen ist es Seifert gelungen, Großbetrüger hinter Schloß und Riegel zu bringen. Tie Stüdlengemeinschaft iür wiffeaschastlich« Heiwattmide beginnt am Montag,, dem ll. April, mit ihren Veranstaltungen des Sommerhalbjahres. Das Programm enthält mit Führungen verbundeve Vorlesungsreihen u. a. der Zerren Prof. S 0 l g e r(Geologie), Dr. H u e ck tPflanzcnsoziologie), Dr. Effenbcrger(Hybrobiologle), Dr. Glasewald(Vogelkunde), Prof. Hoppe(Märtisches Wirtschaftsleben), Rcgiemngsrat Ewald(Tic märtische Stadl) und eine Führungsreihe des Herrn Prof. Bock zur Ein- führung in das deutsche Kunstgewerbe.— Das ausführliche Programm ist erhältlich bei der Geschäftsstelle der Staatlichen Stelle für Naturdenkmals- pflege, Bcrlin-Schöneberg, Grunewaldstr. 6—7, wo auch Auskunft erteilt wird. Sprechzeit: 10— 14 Ubr, Fernsprecher: B 7 Pallas 6600. Gebühr 6 M. Hier findet auch am Montag, dem ll. April, von 17.30 bis 19 Uhr, die erste Vorlesungsstunde statt, wo Dr. Hueck seine Vorlesungsreihe über die Pflanzengesellschasten, deren Lebenshaushalt und die Entwick- lung der brandenburgischen Hochmoore im Vergleich zu den übrigen norddeutschen Hvchmoorgedicten beginnt. Was fehtt Ihnen %um Svühj? 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Anschließend: 1 rühkonzert. 11.30: Aus Hannover: Platzkonzert. 12.10: Wettermeldungen für den Landuirt. 14:?challplatlcn- koMzert. 15.20: Ans Arbeit und Leben. 15,15: Der Alltag in der Ehe. 16.05; Gelehrte arbeiten und leiden. 16.30: Deutsche Lieder des Rokoko. 17: Schumann-Konzert. 17.30: Jugendstunde. 17.50: Aus Magdeburg: Unterhaltungs- musik. 18.30: Gespräche mit Wcrklcutcn 18.55: Die Funk-Stunde teilt mit... 1": Stimme zum Tag. 16.10: Politische Zeittingsschau. 16.30: Unter- baltungsmusik. 20.15:„Die heilige Johanna der Schlachthöfe" von Bert Brecht. 21.10: Tages- und Sportnachrichten. 21.20: Franz-Liszt-Konzcrt. Danach: Tanzmusik. Dioitslag, den 12. April. 6.30: Gymnastik. Anschließend; Frühkonzert. 11.30: Aus Königsberg: .Mittagskonzert. 12.30: Die Viertelstunde für den Landwirt. II: Schallplattenkonzert. 15.20: Aus Arbeit und Leben. 15.15: Streiizüge durch das Bc- tricbsrijiegcsctz. 16.05: Humor als Weltanschauung. 16.25: Chansons. 16.50: Jugendstunde. 17.15: Bfichcrsiuudc. 17.15: sozialpolitische Umschau. 18.10: Rlasorchcstcrkonzcrt. 18.55: Die Futtk-Slunde teilt mit... 16: Stimme zum lag. 16.10; Fortsetzung des Blasorcüeslcrkonzcrts. 20: Geschichten von der VVaterkanl. 31: Tages- und* Sportnachrichten. 21.10: Mtssa solcmnis, von Beethoven. 22.20: Zeitberichte. Mittwoch, den 13. April. 6.30: Gymnastik. Anschließend; Frühkonzert. 6: Von der Deutschen Welle: Schulfunk. 11.30: Aus Leipzig: Mittagskonzert. 12.30: VVettcrraelduu- gen tur den Landwirt. 14: Schallplattenkonzert. 15.20: Aus Arbeit und Leben. 15.45: Mode. Reklame und Dckorationskuust als Frauenbcrnfe. 16.05: Programm der Aktuellen Abteilung. 16.30: Orchesterkouzcrt. 17.45; Musikalische Jugendstunde. 18.05: Joachim Maaß liest eigene Dichtungen. 18.20: Cbor- gesänge. 18.40: Eine Viertelstunde Technik. 18.55: Die Funk-Stunde teilt mit... 16: Stimme zum'lag. 16.10: Tanz- und Unterhaltungsmusik. 16.30: Für die Oper in der Provinz! 20: Aus Schneidemüh!:...Martha", Oper von Flotow. I. und 2. Bild. 20.45: Aus Magdeburg:..Die verkaufte Braut". Oper von Smetana. 2. Akt. 21.35: Ans Greifswaid:„Nadja". Oper von Künnekc. 3. und 4. Akt. 22.30: Wetter-, Tages- und Sportnachrichten. Danach; Tanzmusik. Donnerstag, den 14. April. 6.30; Gymnastik. Anschließend; Frühkonzert. 11.30: Aus Hamburg: Blas- orcliesterkonzert. 12.30: Die Viertelstunde für den Landwirt. 14: Schallplattenkonzert. 15.20: Aus Arbeit und Leben. 15.45: Auf Raubtierfang am Vmazonenstrom. 16.05: Ist Fieber eine Krackbeil? 16.30: Kamracrorchestcr- konzert. 17.30: Von der bildenden Kunst. 17.10: Jugendstunde. 18: Griechische Volkslieder. 13.25: Wilhelm Busch zum 100. Geburtstag. 18.53: Die Funk- Stunde teilt mit.. 16: Stimme zum Tag. 19.10: Tanzabend. 21: Aus Breslau:„Der letzte Zeuge" von Hermann Bnrtc. 32,15: Wetter-, Tages- und Sportnachrichle». 22.30:..Rufen Sic Herrn PUht!". Operngroteske von Mdscha Spoliansky. Freitag, den 15. April. 6.30: Gymnastik. Anschließend: Frühkonzert. 10.10: Wochcnmarkt- Allerlei. 11.30: Solistenkonzert. 12.30: Wettermeldungen für den Landwirt. 14: Schallplattenkonzert. 15.20: Aus Arbeit und Leben- 15.45; Die führenden Männer Amerikas. 16.05: Für das Bordbuch des Wassersportlers. 16.30: Aus Leipzig: Opcrnlänze. 17.30: Walter Harlan zum I. Todestag. 17.55: Das reue Buch. 18.05: Doktor Ueberau erzählt. 18.25: Vom Wirtschaitszentrum zur Wohlfahrtsmetropole. 18.53; Die Funkstunde teilt mit,,, 16: Stimme zum Tag. 16.10: Aus Magdeburg: Mandolincnorchcster-Kouzcrt. 16.55: Mitteilungen des Arbeitsamtes. 20: Aus Washington: Worüber man in Amerika s Berliner Rundfunks�. spricht. 20.15: Aus Leipzig: loseph-Haydn-Konzert. 21: Der fröhliche und besinnliche Wilhelm Busch. 21.45; Klavierkonzert. 22.15; Wetter-, Tages- und Sportnachrichten. Danach; Tanzmusik. Sonnabend, den 16. April. 6.30; Gymnastik. Anschließend; Frühkonzert. 11.30: Aus Königsberg: iMittagskonzert. 12.30; Wettermeldungen für den Landwirt. 14: Schallplattenkonzert. 15.20; Jugendstunde. 15.40: Sonnentanz-Feicr der Prärieindiancr. 16.05: Humor in der Justiz. Jb.30; Unterhaltungskonzert Als Einlage: Zehn.Minuten Film. IS; Die Erzählung der Woche. 18.20; Die erste Walpurgisnacht. Ballade von Goethe. 19: Die Funk-Stunde teilt mit... 19.05; Stimme zum Tag. 19.15; Querschnitt durch die Operelte„Zirkus Aimec" von Curt Götz und Ralph Bcnatzky. 19.55; Mitteilungen des Arbeitsamtes. 20: Konzert. 21; Tages- und Sportnachrichten. 21.10: Lustiger Wochen- Schluß. Danach: Tanzmusik. Königswusterhausen Sonntag, den 10. April. 6.45: Ucbertragung aus Berlin. II: Stunde des Landes. 11.30: Ucbcr- tragung aus Berlin. 12.10; Chinesische Lyrik. 12.20: Aus Dresden: Mittags- konzert. 14: Elternstunde. 14.30; Ucbertragung aus Berlin. 15: Roda Roda liest Schwänke und Schnurren, Satiren und Gleichnisse. 15.30: Ucbertragung aus Berlin. 17.30; Im Fluge über den Marz. 17.50: Junge Generation spricht Anschließend Ucbertragung aus Berlin. Montag, den 11. April. 16: Pädagogischer Funk. 16.30: Aus Berlin: MUtagskonzcrt. 17.30: Bücherstande. 18: Was ist deutsch? 18.30: Spanisch für Anfänger. 18.55: Wetterbericht für die Landwirtschaft 19: Aktuelle Stunde. 19.30; Stunde des Landwirts. Dcutschlandscndcr: 20:„Cavallcria Rusticana", Oper von Mascagni.• Anschließend:..Bajazzi". Oper von Lconcavallo. 22.40: Wetter-, Tages- und Sportnachrichten. Danach: Aus Leipzig: Unterhaltungsmusik. Dienstag, den 12. April. 16.30: Aus Leipzig: Nachmittagskonzcrt 17.30: Pioniere und Abenteurer der Wirtschaft. 18: Querschnitt durch Zeitschriften. 18.30; Hochschulfunk. 18.55: Wetterbericht für die Landwirtschaft. Anschließend: Englisch für Fortgeschrittene. 19.15; Gedanken zur Zeit. Deutschlandsender: 20: Aus Breslau: Die schönsten deutsthen Volkslieder. 21.15; Ans Nürnberg: „Gustav Adolf". Ein Spiel von Jul. Schieder. 22.20: Politische Zeitungsschau. 22.35: Wetter-, Tages- und Sportnachrichten. 22.50: Aus Hamburg: „Die Ritler vom Schlager." Komponistenabend. Mittwodi. den 13. April. 16; Pädagogischer Funk. 16.30: Aus Hamburg: Nachmittagskonzert. 17.30; Praktische Siedlungsfragen. 18: Das Orchester und seine Instrumente. 18.30: Wilhelm Busch, der lachende Dichtcrpliilosoph. 18.55; Wetterbericht iür die Landwirtschaft. 19; Volkswirtschaftsfunk. 19.30: Stunde des Beamten. Deutsch! anüsender: 20; Aus Hamburg: Unterhaltungskonzert. 20.45; Aus Hannover; Funkhuldigung für Wilhelm Busch. 21.35: Ucbertragung aus Berlin. Donnerstag, den 14. April. 16: Pädagogischer Funk. 16.30: Aus Berlin: Nachmittagskonzcrt. 17.30: Die heutige Rechtslage der Kriegsbeschädigten und Kriegerhinterblicbcncn. 18: Wir bauen Melodien. 18.30: Spanisch für Fortgeschrittene. 18.55; Wetter» bcrJchf für die Landwirtschaft. 19; Bilder vom heutigen Rußland. 19.29: Stunde des Landwirts. 21.30:..In dritter Lesung angenommen.* Lehrspiel. Dcutschlandsendcr: 19.45; Ucbertragung aus Berlin. 21: Aus Washington: Konzert. 22.10: Wetter-, Tages- und Sportnachrichten. Anschließend: Ucbertragung aus Berlin. Freitag, den 15. April. 16: Pädagogischer Funk. 16.30: Aus Leipzig: Nachmittagskonzcrt. 17.30: Schicksale klagen an. 18: Deutsch für Deutsche. 18.30: Volkswirtschaftsfunk. 18.55; Wetterbericht für die Landwirtschaft. 19; Wissenschaftlicher Vortrag für Acrzte. 19.30: Stunde der Arbeit. Dcutschlandsendcr: 20: Aus Washington:. Worüber man in Amerika spricht. 20.15: Unterhaltungsmusik. 20.45: Tages- und Sportnachrichten. 21: Aus Hamburg; Volkstümliches Konzert. 22.15: Wetter-, Tages- und Sportnachrichten. 22.30: Aus Hannover: Instrumental-Kabarett. SoiinabFiid, civil 16. April. 16: Ben Akiba sa-it„Gedankenlosigkeiten*. 16.30: Aus Berlin: Nach- mlttagskonzert. 17,30: Viertelstunde tür die Gesundheit. 17.56: Viertelstunde Funktechnik. 18.05: Musikalische Woctienschau. 18.30: Werner Krauß,. Hans Albers, Willy Fritsch, die drei erfolgreichsten Darsteller des deutschen Tonfilms. 18.55: Wetterbericht für die Landwirtschaft. 19; Englisch iür Anfänger. 19.30: Stille Stunde. Dcutschlandsendcr: 20: Aus Leipzig: Kabarett. 22: Wetter-, Tages- und Sportnachrichten. Anschließend: Ucbertragung aus Berlin. Kußgänger, lern' dich schützen! Fußgänger-Woche 11.-16. Slprit 1932 in Berlin. Die Verkeljrswacht Berliii-Braudeiiburg e. V.. die sich seit«cht Jahren inil- der Belehrung und Erziehung der Fahrzeug- lenker beiaht, geht nun mehr inieder daran, auch dem Fuß ganger mit einer Erziehiingü.woche aufzuwarten. In einer kleinen Druckschrift hat die VBB. heute Richtlinien für den Straßen- verkehr des Fußgängers zusaniniengestellt. Paragraphen sind da- bei erfreulicherweise vermieden worden. Vielmehr wird Wert dar- auf gelegt, dem Fußgänger klarzumachen, daß die Beachtung der Verkehrsregeln in erster Linie seiner eigenen Sicherheit dient. Der Berliner Straßenverkehr erforderte 4931 36 7 Tote und 1 0 2 S 0 Verletzte. Davon entfielen auf die Fußgänger 207 Tote und 3899 Verletzte. Man darf hoffen, daß auch die Fuß- gängerwoche dazu beitrügt, für 1932 diese schrecklichen Zahlen herabzumindern. Die'Ausgabe der VBB. während der Fußgängerwoche ist nun die, diese Verkehrsregeln an den Mann, und natürlich auch an die Frau zu bringen. Dabei fetzt eine außerordentlich gute Zu- f a m m e ii a r d e i t mit der Berliner Schutzpolizei ein. Auf jedem Berliner Polizeirevier erhält jeder, der das Revier zur An- oder Abmeldung oder aus sonstigen Gründen auft'ucht, ein Exemplar der„Verkehrsregeln für Fußgänger". Sogenannte Sand- wichmänner verteilen an den chaupipuntlen der inneren Stadt und der Bororte die Lerkehrsregelii. Schutzpolizeipatrouillen werden in der Nähe dieser Zetteloerteiler Aufstellung nehmen und dem Publi- kum jede gewünschte Auskunft über Berkehrsfragen erteilen. Den Berliner Schulen stellt die VBB. kW 666 Stück der Verkehrs- regeln nebst 2666 Plakaten zur Veriiigung. In den öfsenilichcn Verkehrsmitteln wie Straßenbahn. Omnibus werden kleine Plakat- zettcl angeheftet mit der Bitte„Fußgänger verhütet Unfälle!" In der 18. Volksschule, Berlin O. 27, Äoppenstraßc 84 sani Schlesischen Bahnhof), steht dos Vcrkehrszimmer wachen- tags von 16 bis 19 Uhr, Sonntags von 16 bis 14 Uhr zur Besichtigung bereit. Wer sür diesen Weg die Zeit nicht erübrigen kann, findet eine kleine Ausstellting auf dem U-Bahnhof Witlcnbcrgplatz. Auch der Rundfunk wird von der Fuß- gängerwoche Kenntnis nehmen. Die Berteiliinzsstcllcn werden tag- lich gewechselt. Am Montag, dem II. April, werden um IS Mir z. B. folgende Slcllen von den Zcttclvertcilcrn besetzt: 1. Friedrich- straße Ecke Unter den Linden: 2. Friedrichftraße Ecke Leipziger Straße: 3. Potsdamer Plag: 4. Mönigflraßc(am Rathaus): 5. Augustc-Biktoria-Platz: 6. Kurfürftendamm Ecke Joachims- thaler Straße: 7. iinie: 8. Hallefches Tor: 9. Charlotten- Ecke Kochstraße. Seine goldene Hochzeit feiert heute Genosse Mar Lefser, Veterancnstr. 21. Ein dreifaches Jubiläum kann heute Genosse Eduard Hacker, Rhcinsbcrger Str. 7. feiern. Der Jubilar ist 23 Jahre vcrbeiratet und ebensolange„Vorwäris"-Lcscr und Lezirtsführer in der Partei. Segründet 1875 ßiHiiga Vh&U& Qhoßeh. ExtKa-Vehkauß Große Posten: Hemberg Ausstellung u. 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April 1032 Die„SA." des Mittelalters Nazi-Terror im Spiegelbild des Landsknechtswesens— Alles schon da gewesen! i Auch das Allllelaltcr hatte seine Nazis, seine„SA.": das Condluechlslam. 3n jener Zeit, als das Rittertum— wir würden sagen: die alte Armee— seine geschichtliche Rolle ansge- spiell Halle, trat die neue, eigenartige Erscheinung vor die Oesfent- lichkeit des„heiligen römischen Reiches deutscher Nation". Galt es vordem unter den Kreisen, die sich für besonders bevorrechtigt hielten, den Rittern und Adligen, als selbstverständlich, dag das Kriegshandwerk nur von den„Edelsten der Nation" ausgeübt wurde, so änderte sich diese Anschauung schnell, als das Rittertum seine Kriegsküchtigkeit eingebüßt Halle. 3eht tauchten plötzlich uralte, vorchristlich-germanische Ideen von der allgemeinen Wehr- Pflicht des Volkes wieder auf. Die Bürger und Bauern, bis- her verschmäht und über die Achsel angesehen, wurden unter der erstmalig anstaucheuden Parole„Für Kaiser und Reich" von den kriegslustigen Fürsten herangelockt. Und sie kamen, glücklich über die hohe Ehre, die ihnen zuteil wurde, für ihren obersten Kriegsherrn Leben und Gesundheit riskieren zu dürfen. Verbrecher, Abenteurer, Raufbolde. Aber die Truppe der.Landsknechte", wie man sie taufte, fam- melte sofort andere Element« um sich, als die Verfechter des Wehr- pflichtgedankens ursprünglich erhofft hatten. Die Bürger und Bauern, die bei ihrem Eintritt in die Landstnechtreihen Wams und Schuhe, Blechhaube und Harnisch, Schwert, Spieß oder haken- büchse mitbringen mußten, blieben bald in der verschwindenden Minderheit, und das Gros der schlecht besoldeten Truppe bestand aus Existenzen, die nichts zu verlieren und alles zu gewinnen hatten: wurzellose Wandergesellen: her- gelausenes Gesindel, Bettler. Verbrecher, Abenteurer, Raufbolde. Die französische Ritterschaft, die vor Padua zusammen mit den Landsknechten stürmen sollte, weigerte sich, Schulter an Schulter mit solchen Soldaten zu kämpfen... In Deutschland selbst scheint es solche Bedenken nicht gegeben zu haben. Viele Adlige legten ihren Hochmut ab und gingen unter die Landsknechte: Mitglieder des Herrscherhauses wurden zu Söldnerführern, und sogar Kaiser Maximilian l. stellte sich einmal selbst an die Spitze einer Lands- knechtschar, mit dem Spieß auf der Schulter, und zog so in Köln ein. Der Zweck heiligte schon damals die Mittel, und Maximilian dürfte nicht viel anders gedacht haben als heute der Exkronprinz, wenn er an die Seite des Braunauer Landsknechtsführers tritt. „Ein unnuh Volk." Die Blütezeit der Landsknechte war nur kurz. Schienen sie an- fangs unter nationalen Gesichtspunkten zu kämpsen, so wurde das Krtegführen bald zum Selbstzweck und zur gern wahrge- nommenen Gelegenheit, sich durch Raub und Plün- d e r u n g z u bereichern. Die Landsknechte scherten sich wenig darum, in wessen Diensten sie standen. Der Condottiere vermietete sich und sie an jeden Fürsten, der sie haben wollte, und im Laus der Zeit waren dies immer mehr ausländische Herrscher. Dazu kam. daß die deutschen Fürsten gern eine„Inflation" veranstalteten, um sich den Luxus des Kriegführens erlauben zu können: sie ließen ..leichteres", minderwertiges Geld prägen und bezahlten damit die Landsknechte. Die aber wurden die schlechten Münzen nicht wieder zum vollen Wert los, und da bald auch die ausländischen Herrscher genug hatten von der Korruption, die sie mit den Landsknecht- Haufen in Kauf nehmen mußten, so begann damit die Auflösung der Truppen. Run wurden die Landsknechte„Haupt- beruflich" Räuber, Plünderer, Betrüger und so- mit eine entsetzliche Landplage. Eine zeitgenössische Chronik sagt:„Ein unnütz Volk, das ungefordert, ungesucht Umlaufe und Kriege und Unglück sucht, ein unchristlich und verloren Volk, dessen Handwerk ist hauen. Stechen, Rauben. Brennen, Morden, Spielen. Saufen, ja, das sich an anderer Leute Unglück freut und mit jedermanns Schaden nährt." Klingende Münze— mißtönendes Ende. Man braucht nicht weit zu suchen, um die Parallelen zwischen dem Menschenmaterial, das sich in den Landsknechthaufen sammelle, und dem. das heute die SA. der Nazis bildet, zu sehen, hier wie dort der Mißbrauch entwurzelter Existenzen: hier wie dort der Köder des Nationalismus, unter dem sich alles Negative so leicht entschuldigen läßt: hier wie dort die Spekulation aus das Austoben- dürfen niedrigster Instinkte: hier wie dort der selbstsüchtige End- zweck einzelner, die sich der Soldateskabanden so lange bedienen, als es ihnen in den Kram patzt. Man kann sich darauf verlasien. daß auch das Ende der SA. nicht anders sein wird als das der Lands- knechthausen: es wird in dem Augenblick beginnen— und er ist nah!—. in dem der versprochene Sold in unbrauchbarer Münze gezahU werden wird. Oer unbeliebte Autoruf. Die Chauffeure hören nicht auf die Anrufe. Der Berliner Autoruf, der nach langjähriger Stillegung und nach langwierigen Perhandlungen von der Innung vereinigter Droschkenbesitzer durch Inbetriebnahme von 40 Säulen vor einiger Zeit wieder eröfsnet worden ist, hat schon wieder mit Schwierigkeiten zu kämpfen. Diesmal liegt es daran, daß ein großer Teil der Ehauffeure der Einrichtung gegenüber sich ablehnend verhält. Die Innung vereinigter Kraftdroschkenbesitzcr, die dem Magistrat und den Behörden gegenüber die Garamie übernommen hat, hatte von jedem Fahrer die Abnahme eines Schlüssels zur Bedienung der Säulen bei einer Gebühr von 2 Mark verlangt. Es hat sich f nun herausgestellt, daß insgesamt in Berlin höchstens 12 Schlüsiel für die Bedienung der Autoruffäulen abgenommen worden sind. Die anderen Fahrer erklären, daß die 2-Mark-Gebühr für den Schlüssel zu hoch sei. Auch ein Berliner Krasrdroschkenunternehmen. das allein 1400 Wagen im Berkehr hat, hat sich bisher nicht entschließen können, seine Chauffeure mit den Schlüsseln zu versehen, die ihrerseits selbst die Ausgabe scheuen. Man kann jetzt öfter beobachten, daß zwar der Autoruf von Interessenten benutzt wird, daß aber die Fahrer sich zum Teil seelenruhig das Läuten anhören, sich aber nicht melden, so daß die ganze Autorufanlage illusorisch wird. Falls sich die Situation beim Autoruf nicht ändert, ist zu de- fürchten, daß die Anlage, für die die Innung Gebühren an den Magistrat und die Post zahlen muß, wegen Unrentabilität abermals außer Betrieb gesetzt werden muß. Bemerkenswert ist dabei, daß sich in anderen Städten der Auto ruf bewährt hat und der- artige Schwierigkeiten, wie in Berlin, nicht aufgetreten sind. Raubüberfall im V-Zug. Vier Reifende beraubt.— Die Tater verhaftet. valeuce(Rhoues, 9. April. Aus den O-Zug Marseille— Gens, der vm 4.08 Uhr in Valeuce eintraf, wurde ein Raubüberfall verübt. Zwei junge Burschen zwangen kurz vor valeuce vier Reisende eines Abteils t. Klasse unter vorgehaltenen Revolvern, Ihnen ihre Wertsachen auszuliefern. Die Opfer sind zwei Franzosen, ein Schweizer und der Direktor der österreichischen Bundesbahnen. Seefehlner aus Wien. Seefehlner ist von den Räubern durch einen Schuß am Kops verletzt worden: ihm wurde eine Kassette mit Geld und Wertsachen geraubt. Die gesamte Beute dürfte sich auf etwa 6000 Franken belaufen. Zwei Kilometer vor Valence zogen die Räuber die Notbremse und entkamen zunächst, wurden jedoch kurze Zeit später von der Gendarmerie se st genommen. Es handelt sich um einen 18jährigen Matrosen des vor Toulou ankern- den„Jean Bart", der sein Schiff ohne Urlaub verlasien hatte, und um einen gleichfalls 18 Jahre alten Angestellten aus Paris. Man fand bei ihnen die Revolver und insgesamt etwa S000 Franken. Sie erklärten, sich erst im Zug« kennengelernt zu haben und gaben den Ueberfall zu. französischer Segler vermißt. Acht Rettungsboote mit 25 Menschen vermißt. London. S. April. Nach einer Funkmeldung des britischen Dampfers „D e e r p o o l" hat dieser Dampfer vier Matrosen des französischen Tegelschiffes„R o u z t c" aufgenommen, das auf 54.S8 Grad nördlicher Breite und S.S2 Grad west- licher Länge bei stürmischem Wetter untergcgange« ist. Acht Rettungsboote, in denen sich SS Mann befanden, werden noch vermißt. Die„Rouzic" war in Saint M a l o nach Saint Pierre und Miquelou in See gegangen. Verbrecher ohne Heimat. Argentinischer Kreuzer irrt auf den Weltmeeren umher. Bor kurzem war der argentinische Hilfskreuzer .E h o c o" mit 700 des Landes verwiesenen Sträflingen auf Fahrt gegangen, um die Sträflinge in den Häfen jener Länder abzusetzen, in denen sie das Staatsbürgerrecht hatten. Die französischen und polnischen Hasenbehörden hatten das Anlausen des Kreuzers und das Landen der Verbrechen verhindert. Nur die spanischen Behörden aus Las Palmas und die italienischen in Genua hatten diejenigen ihrer Staatsangehörigen, die noch im Be- sitz gültiger Papiere waren, an Land gelassen. Ein Versuch, in Hamburg anzulaufen, war ebenfalls mißlungen, da vorbestraft« Deutsche nicht an Bord des„Chaco" sind. Nunmehr hat der argen- tinische Außenminister gngeordnet, daß die Papiere der Ausgewiesenen an Bord des„Chaco" unter keinen Umständen mit dem Visum zur Rückkehr noch Argentinien versehen werden dürfe». Was nun aus denSträflingen werden soll, ist voll- kommen ungewiß, da sich an der Haltung der betreffenden Länder wohl kaum etwas ändern wird. Rur einer ganz kleinen Anzahl von Sträflingen, die in Argentinien rechtsgültige Ehen mit Argentinierinnen eingegangen waren, wird die Rückkehr gestattet, das heißt, sie werden sofort nach dem im Feuerland gelegenen Zuchthaus Ushuaia geschafft werden. Beim Geschirraufwaschen ge- nügt ein Kaffeelöffel®fär eine normale Aufwaschschüssel. So ergiebig ist es/ ______ Eimep heissesWasser/ gibt erneuernde Reinigungskraft für dutzende Sachen! 10 Liter starke ®-Eraft, die spielend alles sauber schafft! vervielfacht seine Kraft. Deshalb kann kein Feit, Oel öder Schmutz H) widerstehen. vernichtet die Feinde Ihrer Gesundheit.®) ist der Wächter der Reinheit im Hause. In wenigen Augenblicken verwandelt jeden Gegenstand in ein blinkendes Wunder. Erleichtem Sie sich das tägliche Geschirrabwaschen und alle übrigen Scheuer- und Reinigungsarbeiten durch das unvergleichliche ülen, Reinigen für Geschirr und alles Hausgerät atMngbA Horge-steUi in d-en Pot8ilwerk«ru I M! M.»« s--.- 180 Kreil, komplett 38Ö/—. 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Arbeiiernot ist Mittelstandstod— Hitler-Sang heißt Untergang. Die Wirtichaitsentwickinng seit 1929 l>at den gesamten sogenann- ten Mittelstand schwer gcrrofsen. Kleinkaufleute und Hairdwerker— don ihnen allein soll heute die Rede sein— die die Wahrheit noch nicht begriffen haben, daß Arbeiternot der Tod des Mittelstandes ist. baden alle politische Vermmit über Bord geworfen und die Hitler- üJefolgschast angetreten. Hcuie heißt es die Wahr>)eit erkennen. Die Wahrheit über die Berelendung des ZNittelstandes lautet: An der schweren Welk Wirtschaftskrise konnte auch der Mittelstand nichts ändern. Aber bei der Berhindernng der Dehler, die in Deutschland gemacht wurden, kämpfte der Mittelstand seil Dohren in einer falschen Aront. IBemond in Handwerks- und kleinhandelstreifeu ziveifeli heule mehr an dem Sah:„hat der Arbeiter Geld hat's die ganze Wcltl Geht's dem Arbeite r gut, braucht's keine Mittel st anbshnt!" Aber der Mittelstand Hot sich in den vergangenen Zahrcn politisch wohl den Kartell- und Baaksürslen. den ostelbischeu und den Hausagrariern zur Berfügung gestellt, die ihn mißbrauchen, nicht aber dem arbeitenden Volk, von dessen Lohn und Gehalk er lebt. Die ungeheure Arbeitslosigkeit bringt heule auch de» Mittelstand zur Verzweiflung, weil bei gedrosselten vcrkanssmöglich- kellen neben de» hohen Material- und Krcdikkosteu, den Staats- und Geme indesteucrn. den Miet- und sonstigen laufenden Kosten zum Leben nichts mehr bleibt. Aber die Parteien und Wirtschaftsorganisationen des Mittelstandes haben für den mageren Köder der Warenhaus- und Konsumvereinsdekämpfung den KarleUhcrzögc» und Großagrariern Kapital verschleudern »nd Subventionen schlucken helfen und wie der Sauskraft der Massen und des Staats, so auch sich selbst das Grab gegraben. Was bestimmt denn heute den Umsatz und die Kosten des Mittelstandes? 2er Handwerker und der kleine Kaufmann leben von dem, was ihnen von ihren Aufträgen und Berkäufen nach Abzug aller Kosten übrigbleibt. In einer Krise darf der Umsatz zurückgehen, wenn nur auch die Kosten entsprechend sinke». Aber was hat der Mittelstand erlebt? Sein Umlatz ging viel stärker zurück als jemals in einer �riie, deren wir uns erinnern können, und er blieb auf viel höheren Kosten sitzen, als jemals zu erwarten war. Die Folge war die jetzige Berelendung. Was mar schuld daran? Der Marxismus, wie Hugenberg jagt, der Staat, das„System", wie Hitler oerkündet? Sehen wir zu Zuerst die kosten; denn von ihnen hängt ab. was bei der Arbeit und beim Berkauf übrigbleibt. Für den Handwerker uxir das Material am teuersten. ilnfcre ÄarwllirDiüinen belieferten das Ausland um billigem Kifen, Draht und Blech, mit billigen Kohlen, Zeinent, Papier usw. Im Inland blieben die Preise hoch; sogar die notwendigsten Maschinen würden durch die kartellierten Rohstoiie verteuert. In der Konjunktur hatten die Kartellin du st rien groß« Gewinne gemacht; sie stöhnten nur, um noch mehr zu machen Sie bekamen iast alle billige Auslandskredite— und haben sie nutzlos oerbaut und verschleudert. Das Wirtschastsführertum stand hoch im Kurs. Heute find riesige Bc r l u st e da. Deshalb bleiben die Preise hoch. Die Bankenkredite liegen fest oder sind verloren. Das Handwerk, der Handel bekommen überhaupt keine Kredite oder zahlen sich mit Zinsen bankrott. Wcr ist hier schuld? Das„System", das vo» Hitler bekämpft wird? Läßt sich Hitler nicht. von dcn Kartcllindustrien bezahlen? Hat man bei Hitler n och etwas n o» der Berstaatlichung der Banken gehört, von der Ber- st a a t l i ch u n g der K a r t e l l i n d u st r i e n? Der Nein« Kaufnwnn, der Handwerker müssen M i c t e z a h l e n. Selten haben sie ein eigenes Haus. Hausbesitzer und Kartell- Industrien, besonders die Schwerindustri«, stehen in einer Front, verbündet gegen alle, die von ihnen abhängig sind. Die Richrherren haben die Hausbesitzer geslügt, als als erstes der Mieterschutz bei gewerblichen Räumen siel. Die Äapitalbildung mü se gefördert werden, so hieß es. die Bildung jenes Kapitals, das zu Milliarden dann verschleudert wurde. Wer von den kleinen Leuten koniTte von dem Kündigungsrecht der letzten Notverordnung Gebrauch machen? Wer mußte den Verlust seiner letzten Kundschaft bei der Geschäjtsoerlegung nicht mehr fürchten als die nickst ermäßigte Miete? Es wurden auch die Frachten gesenkt. Aber auch die, die den Neinen Leuten zugutekommen? Gesenkt wurden Aus- nahnietarife, Wassengütertarise, Küstentarise, und die Nutznießer waren wieder die kartellierten Industrien, die sich auch noch durch Zölle schützen. Der kleine Kaufmann und der Handwerker zahlen Steuern, im Verhältnis viel Steuern. Sie zahlen sie wirkliche sie müssen — wcim sie reicht zahlen, ist ihre Existenz dahin. Gibt es für sie Steuer- und Kapitalslucht ins Ausland? Si« sind an Werkstätte und Laden gebunden. Gibt es für fi« Nachsicht? Dafür braucht der Staat das Geld zu dringend. In den Großindustrien und bei den Banken aber ist soviel Kapital fehlgeleitet und verlaren worden, daß für die wichtigsten Steuern nichts mehr auskommt. Da der Staat weiterleben muß, auch nachdem den Beamten die Gehälter beschnitten sind, wurden Arbeiter, Kleinkausleute und Handwerker noch srhärfer herangezogen. Wer ist hier schuld? Gewiß ist hier ein System schuld. Aber ist es das republikanische, parlamentarische, demokra- tische, dasHitlerbekä m pstunddosdochwenig st«ns den kleinen Leuten die politische«selbstverteidi- gung erlaubt? Oder ist es das hochkapitalistischc und das der jämmerlich versagenden Wirts chafts- führ er., von denen sich Hitler seine Wahlkosten ebenso bezahlen läßt, wie seine SA.- und seine S S.- T r u p p e n? Bon den Kosten der Handwerker und kleinen Kausleute ließe sich noch mehr sagen: wie sie beim Einkaiis immer teurer und schlechter wegkommen, je länger die Krise dauert, wie deshalb die Berluste am Lager iinmer größer werden, wie ihnen die Sicherheit ihrer Natpiennige den Schlaf raubt, und zwar wieder, weil so verant- wortungslos in Deutschland mit srenrden Geldern umgegangen worden ist. Was wird Hitler dagegen tun? Wo ist Hitlers Festlegung auf Banken- und Kreditkontrolla? Sie ist ihm verboten von seinen kapitalistischen Geldgebern. Wo aber liegt beim Umsah der Handwerker und klein- kauflculc der Hund begraben? Warum haben die Schuft er, Schneider, Sattler, der BeNeidungs Händler, der Gastwirt, der Drogist, der Möbelschreiner, der Radio-, Photo-, Sport- artilelhändler immer weniger zu tun? Weil die heutige Lohn- und Gehallshölze der breiten Massen, der Massen mit früher einmal lSV bis 20Ü M. Monatseinkommen, nur mehr bescheidenes Essen und die notwendigsten Reparaturen erlaubt und weil durch das letzte Notocrordnungskunststück aus dem wenigen noch weniger gemacht, neue Arbeitslosigkeit der alten hinzugefügt wurde. Warum warten Schlosser, Klempner, Doch- decker, Fußboden- und Fliesenleger, Maler und Tapezierer, Glaser, Tischler und Installateure umsonst auf Aufträge? Weil die Bauwirtschast zugrunde- gerichtet ist und der Staat keine Aufträge mehr gibt. Die Löhne und Gehälter aber sind niedriger, ihre Kaufkraft geringer als sie fein müßte, well das arbeitende Volk Opfer über Opfer bringen mußte, um die Zinsen für das von den Monopol- und Kartellindustrien falsch angelegte Kapital aufzubringen. Die Bauwirtschast ist ein Friedhof, weil die Steuersabotage und der Steuerausfall bei den kapitalverfchwendenden Großindustrien auch die letzten Reserven der Hauszinssteuer für not- wendige Staatsausgaben zu opfern zwang. Die Lohn- und Geholtsfenkungen aber haben dem Handwerksmeister und dem Kleinkaufmann ans der Kostenseite keine Entlastung gebracht, weil sie die letzten Gesellen und Angestellten entlassen mußten. Sie haben für sich selbst nicht mehr genug. Wahrlich, es ist zu begreifen, wevo der kleine selbständige Mittelstand heute verziveifelt. Es ist wahrlich auch zu begreife«. daß der kleine selbständige Mittelstand auf verkünder einer neuen Well, eines besseren„Systems" hört. Aber es ist nicht zu begreifen, daß der kleine selbständige Mittelstand ans Hitler hereinfällt. Wo ist Hitlers Wirtschaftsprogramm? Für das arbeitende Volk, f ü i; d e n M i t t e l st a n d? Warum schweigt Hitler über sein Wirtschastsprogramm? Warum reizt Hitler das darbende Bolk nur zur E m p ö ru n g auf? Warum verspricht er einem v e r- durstenden Volke Blut, wenn es nur nach Wasser verlangt? Hitler hat kein Wirischastsprograirrni für das arbeitende Volt und den Mittelstand. Hitler schweigt über alle Wirtschaftsfragen. weil, wenn Hitler reden wollte, er zugeben müßte, daß er mir ein Wirtschastsprogramm jür seine Auftraggeber hat, von denen seine Bewegung Geld erhält. Hitler kaim nur. von„Kopse rollen" und Ausräucherung„des Systems" sprechen, well er als Kandidat der Schwer- industrie, der Großagrarier und des Hauses D o o r n— noch ärger als unter dem Dreiklassenwahlreckst— den Arbeiter- und Mrttelstandsmaffen alle 1918 erworbenen politischen Rechte nehmen muß, um die Besohle seiner schwerindustriellen, groß- agrarischen, monarchistischen Zlustxaggober durchführen zu können. Hitlers einziges Programm ist die politische Diktatur, die Knebelung des Geistes und aller Kritik, die Herrschaft des Kasernen Hofs, denn er muß, nachdem seine Austraggeber ihm täglich ihre Wechsel präsentieren— wie Goebbels verlangen sie Ware gegen Geld—, ein politisches System aufrichten, in dem die bankrotten Wirtschaftssührer, Großagrarier und Gamaschenofsiziere des kaiserlichen Systems ihre Herrschaft aufrechterhalten können. Hitlers einzige Sendung ist, die politischen Grundlagen für jeden Aufstieg der arbeitenden Massen und damit auch des Mittelstandes ein für allemal zu zerstören. Well er aber als Eondottiere der sozialen und politischen Reaktion Teutschlands in einem demokra tischen Lande Massen braucht, darum reizt er das darbende Volk, das seiner Elendsstintimmg Lust machen möchte, nur zur Empörung auf, darum appelliert er an den inneren Schweinehund im Wen- schen und verschüttet alle Quellen der Vernunft durch die Entfesselung des Massen- und Rassenhasses. wird eine solche wirtschaftliche und poiilische Teuseiei jemals den, Mittelstand mehr verdienst und mehr Aufträge, weniger kosten. weniger Skeucrn und wieder ein besseres Auskommen bringen? Wir werfen die Frage auf. Möge sie jeder Angehörige des kleinen selbständigen vllttelslandes am 10. und 24. Aprll selbst beantworten. Der Stahlirust im Winter. Januar bis März weiterer Produktionsrückgang/ Auftragsbestände gebessert. An den Monaien Zanuar bis März hat sich die Produition bei der Vere'nigie Stahlwerke A.-G. in Düsseldorf weiter verschlechtert. Im vergleich mit dem vorhergehenden Quariai Oktober/Dezember ist die Kohlenförderung von Z.Sö aus 3,50 Millionen Donnen, die Koks- produkiioa von 1,06 aus 0,95 Millionen Tonnen, die Roheisenerzeugung von 0,60 aus 0.51 und die Rohsiahlprodukt'on am stärksten von 0.63 bis ans 0,51 Millionen Tonnen gesunken. Der seit fast anderthalb Jahren ununterbrochen anhaltende Abbau der Belegschaft ist seht innerhalb des Gesamlkonzerns sest zum Stillstand gekommen. Die Zahl der noch im vclricb bc- schäf.igten Arbeiter betrug Ende März 52 465 gegen 54 512 Mann Ende Dezember, v'cl schlechter als im Gelamtkonzern ist die Lage in den Fechen betrieben, wo noch größere Entlassungen stattsondcn. Die Zahl der vergorbeiler hat sich seit Ende Dezember von 42 210 aus 37 617 Mann oerriogerk. so daß also in den Eisenbetrieben im verichisquorlal Neueinsteiinngen crsoigi se'n müssen. Der Werl des Umsatzes hat sich gegenüber dem Vorquarlol von 144,2 aus rund 116,7 Millionen Mark verringert, wobei aussälll. daß sich der Znlandsabsah mi. 79.7 gegen 52 Millionen Mark verhäilni-mäßig gut gehalten hat. der Auslandea'.-sah dagegen mit knapp 37 gegenüber 62,1 Millionen scharf sank. Diese Schrumpfung im Export dürste mit dem weitere« Preisversall aus dem Wettmarkt zusammenhängen, der den Stohiwerkrverband zeilweise zur Einstelluwz des Auslandsgeschäfts veranlaßte. Seil Beginn des laufenden Geschästsjahres 1931/32, das vom Oktober bis September läuft, sind die Umsätze des Slahllrusts aus 260,9 gegen 440,3 Mit- l'onen im gleichen Zeilabschnitt des Vorjahre» zurückgegangen� Eine leichte Besserung hat sich bei den Austragsbesländca äuge- bahnt. Sie betrugen Ende März rund 50 Proz. des entsprechenden Auslragsbestandes im Monatsdurchschnitt 1930/31, während das Verhältnis Ende Dezember nur 44 Proz. betrug. Reichsbank stark enilastet. Llitimo-Anspannung schon in der ersten Aprilwoche mehr als ausgeglichen. Der Bericht der Reichsbank für die erste Aprilwoche gibt mit feiner außerordentlich starken Entlastung die Begründung für die om Freitag beschlossene Diskontsenkung der Zentralnotenbank. In der Berichtswoche wurden an die Reichsbank 331,2 Millionen gewährter Kredite zurückgezahlt, das sind fast 89 Millionen mehr als Ende März zum Quartalsultimo von der Reichsbank in Anspruch genommen wurden. Die Bestände an Handelswechseln und Schecks verringerten sich um 83,8 auf auf 3172,7 Millionen Mark und die Bestände an Reichsschatz- wechseln, die zum Ultimo um 38,6 Millionen Mark gestiegen waren. sanken um 33,7 bis auf 3,? Millionen Mark. Besonders stark waren die Rückzahlungen bei den Lombarddarlehen, die um 189,3 bis 100,4 Millionen abgenommen haben, während der Zuwachs an Lombarddarlehen zum Ultimo 133 Millionen betrug. Der Noten- rückfluß umfaßte 130,6 Millionen, womit sich der Umlauf an Reichsbanknoten auf 4083,7 und der Umlauf an Rentenbaiikscheinen auf 406,3 Millionen verringerte. Die D e v> s e n b i l a n z ist in der verichlewoche nahezu auxge- glichen. Einem leichten Zuwachs der Goldbestände um 92 000 Mark steht ein Abslnh an Deckungsdevisen in höhe von 1 1 1 000 M entgegen. Insgesamt haben sich also die Bestände an Gold und Deckungsdevisen um 19 000 M. aus 1020,5 Millionen M. vermindert. Die jlolendeckung in der Berichtswoche betrug 25 Proz. gegen 24,1 Proz. In der Vorwoche. Aeues Siillhalteabkommen. Mir kurzfristige Schulden der deutschen Kommunen und Länder. Die am 29. März eingeleilelen Verhandlungen über die Regelung der kurzfristigen Auslandsschulden deutscher Kommunen und Länder sind gestern zum Abschluß gekommen. Die Verhandlungen wurden in durchaus freundschasllichem Geiste geführt und beide Parteien haben sich bemüht, den gegebenen Um- ständen Rechnung zu trogen. Es ist ein Vertrag zwischen dem deutschen Schuldnerausschuß unter der Leitung des Ministerialdirektor Dr. Ruppel und den ausländischen Gläubigerausschüssen, welche die Gläubiger in England. Holland, Schweden und der Schweiz vertreten, paraphiert worden. Das Abkommen sieht vor, daß die Gläubiger ihre kurzfristigen Schulden bis zum 15. Mörz 1933 aufrechterhalten. Die Gläubiger erhalten alsbald eine zehnprozentige T e i I r ü ck- Zahlung auf ihre kurzfristigen Forderungen nach dem Stande vom 31. Juli 1931, soweit sie nicht eine entsprechende Teilrück- Zahlung seit dem 31. Juli 1931 bereits erhalten haben. Der Zins- s a tz beträgt praktisch für die Dauer des Abkommens 6 Proz. Für den Fall, daß an den Auslandsmärkten eine außergewöhnliche Steigerung der Zinssätze eintreten sollte, sind Bestimmungen vor- gesehen, um den vereinbarten Zinssatz dem anzupassen. Das Ab- kommen tritt in Kraft, sobald die Gläubigerau-schüsse, die die- jenigen Auslandsgläubigcr vertreten, denen mehr als die Hälfte der aufrechterhaltenen kurzfristigen Schulden der Länder und Gemein- den zustehen, das Abkommen unterzeichnet haben. PER/iSTAN-TEPPICHE ges.qesch reine wolle rn Hond�ranse/ ge'reueCopien 1 rse�-Teppichen' 24»»1$»» 1451501 |c4s5 löardinensfoffe Allraumöardine" I kumSeide i.idanii-.ren CCji qeiqesm�nuqellQuerterÄC, | bednxii,9i130cfflytMi; JA» tojvoileSdiolowfe.fensrV® j .Diwandecken �tS�nurSfionaauersnsz IISM0 Boucle'-Läuferstoffe_ > SÄ| PERjlSTAN-TEPPICH E «*'• Äsi qes gesen reme wolle m Hancifranse. Steppdecken Copjen von NexiS'-.repolonsn m»ierstich ca'l5O»20O( m.- Schlagt die Heute fällt der zweite Streich. Die Gewerkschaften rechnen tmt dem privatkapitalistischen Unternehmertum als ihrem Gegner. Diesc� Gegnerschaft zwischen der Ausbeutung der Arbeitskraft und dem Schutze der Arbeitskrast ist sozusagen natürlich. Unnatürlich dagegen ist die Feind- fchaft gegen die freien Gewerschaften in den Rethen der Ar- beitneh merschast. Diese Feindschaft ist ursprünglich von dem Unternehmertum hervorgerufen und.geschürt worden, durch Irreführungen. Versprechungen und Drohungen. Un- kerattnis, Abhängigkeit und Charakterlosigkeit wurden ausgenützt zur organisierten Gewerkschastsfeindschaft durch die Eelbenbewegung. Dem Unternehmertum wurde mit der Lest klar, daß seine Aufwendungen für die Gelben sich nicht lohnten. Es haben sich zwar noch einige Reste dieser Werksfriedlichen erhalten, aber doch nur als Beweis dafür, daß die Gelbenbewegung� erledigt ist. In der ersten Nachkriegszeit schien es, als habe das Unter- nehmertum die Gewerkschaften rückhaltlos anerkannt, seine sozial- reaktionäre Einstellung preisgegeben. Da es jedoch auf dem Wege der Arbeitsgemeinschaften— den es heute noch mit den Christlichen gehen möchte— nicht auf seine Rechnung kam, haben die Scharfe macher in seinen Reihen wieder die alle Zllekhode der Korrumpierung eines Teils der Arbeiterschaft aufgegriffen, die sie heute in der „großzügigeren" Form der Finanzierung der ljitlerbe- w e g u n g betreiben. Bei der großen Arbeitslosigkeit ist es natürlich leichter, einen Teil der Arbeitnehmerschaft einzufangen. Die Nazi- bewegung ist aber nicht nur eine rein gewerkschaftsfeindliche Bewegung wie die frühere Gelbenbewegung, sie ist z u g l e i ch e i n e politische Bewegung, von deren Förderung bis zur Macht- entfaltung sich das Unternehmertum die Enlrechlung der Gewerkschaften verspricht, sowie die Beseitigung oder Verwässerung der gesetzlichen Arbefterschutzbeftiminungen samt der Sozialversicherung. Das sind keine Vermutungen, sondern öffentliche Bekenntnisse der Scharfmacher und ihrer Presse.' Die Nazihewegmig ist durch und durch a r b e i't e r f e i n d l i ch mid- kulturfeindlich. Sonst würde das. Unternchmertum nicht Usi- summen dafür hergeben. Die Macher der chitler-Garde sind die schlimmsteu und gefährlichsten Feinde der Gerverkschasiev. Der- säumte es die Arbeitnehmerschaft, setzte sie nicht alles daran, die Nazis zu schlagen. dann wird sie' von den Nazis samt dem hinter ihnen stehenden Scharftnachertnm vernichtend geschlagen. Die Gewerkschaften haben noch einen ausgesprochenen, wenn auch noch unnatürlicheren Feind in der kommunistischen Bewegung. Die Kommunistische Partei saint ihrer RGO. hat alle Ursache, sich 'niit'-uns gegen- die faschistische Nazibewegung zu wenden. Sie müßte und-würde es tun, die Austragung grundsätzlicher Auf- fassungen zunächst zurückstellen, wenn sie in ihren Entschlüssen frei wäre. Sie iftres nicht, sie ist gebunden an die Moskauer Welt revolutionsparolen, an die ihr von den Moskauer Machthabern und deren Roten Gewerkschaftsinternationale vorgeschriebene Taktik. KPD. und RGO.. begünstigen indirekt die Nazibewegung— nicht nur durch ihre lächerliche Thälmann-Kandidatur— sondern in jeder Weise, um in der Beschimpfung der. freien Gewerkschaften und dön Quertreibereien gegen sie nur ja nichts zu versäumen. Sie gönnen sich dabei nicht einmal eine Atempause, um in entscheiden- den Mmnenten gegen die Nazis vorzugehen, well sie nicht in den Verdacht kommen wollen, einmal vernünftig zu Handel» und einen Schriit mit uns zu gehen. Wir müssen mit den Tatsachen rechnen und haben deshalb unsere Eiserne Frank gegen alle Sewerkschaflsfeinde aufgerichtet, vorab gegen Nazis und KPD. Jedem einzelnen von uns, dem es gelingt, die Stimme e i n e s Arbeitnehmers aus einem der gegnerischen Lager für uns zu gewinnen, der hat feine Stimme verdoppelt. Heute und in 1-1 Tagen gilt es gegen die Gewerkschaflsfeindc vorzugehen, das heißt für die Sozialdemokratie einzutreten. Die schwerste Entscheidung- fällt am 21 April. Bis dahin müssen- wir noch alles aufbieten, um den Hauptschlag gegen die Gewerkschaftsfeinde mit. voller- Wucht zu führen. Umschwung in Frgnkrsich? Hnndeiskammern protsstieren gegen Einfuhrdrosselung. Die Politik der scharfen CinfuhrdrossÄung, die die stanz äflschc Regierung fest dem Sommer vergangenen Jahres mit der Festsetzung von Einfuhrkonkinzenten konsequent verfolgt, stoßt letzt auch m französischen Wirtfchaftskreisen auf Widerspruch. So stellt die Bereinigung der französischen Handelskammern der Hafenstädte fest, daß die stanzösischen Maßnahmen sogar Länder bstrgfsen hätten, die keinerlei Drossewngsmatznahmen für ihre Ein- fuhr getroffen hätten. Frankreichs Maßnahmen feien, so heißt es in einer Entschließung, sowohl für den französischen Außenhandel wie für die ganze stanzö fische Volkswirtschaft schädlich. Der Rück- ganz der Einfuhr müsse zwangsläufig auch die Aussuhr aus Frankreich verringern. Von 1930— 1931 fei Frankreichs Export dem Werte nach um 30 Proz. gesunken, in der Schweiz und Holland aber mir um 23 Proz., in Deutschland um 19 Proz. und in Italien lind Belgien nur um 17 bzw. 11 Proz. Im laufenden Jahr sei die Entwicklung noch schlechter. Die Aufrechterhaltung der frmizösischen Preise auf einem zu hohen Niveau im Vergleich zu den anderen Ländern habe Frankreich der fremden Absatzmärkte beraubt und dazu beigetragen, den inneren Verbrauch zu drücken und di« Arbeitslosigkeit zu steigern. Die Haudelskammervereinigimg verlangt eine Politik de? Zoll- abbaues und der Herabsetzung der Gestehungskosten. Hannoversche Bodenkreditbank. Glänzender Abschluß infolge vorflchtiger Politik. Die Hannoversche Bodenkreditbank, die der Arbeiter dank irnhesteht, hat sich auch in den Stürmen des vergangenen Krisen- sahres sehr gut gehalten. Das Hypothekengeschäft konnte sogar noch erweitert werden. So stieg der Umlauf an Goldpfandbriefen um 4,44 auf insgesamt 65,8 Millionen, während sich der Umlauf an kommunalen Schuldverschreibungen �>on 18,7 auf 23,7 Millionen erhöhte. Damit stieg der Gesamtumlaus der Emissionspapiere von 50,1 auf 89,6 Millionen Mark. Auch das Aktivgeschäft entwickelte sich entsprechend günstig. Die Goldhypotheken erreichten 67,3 gegen 6�.1 und die kommunalen Darlehen 25,2 gegen 19,2 Millionen Mark. Dar Geschäftsbericht weist darauf hin, daß das Neugeschäft wie auch dos Altgeschäft von Rückschlägen verschont blieb. Es wurden im Berichtsjahr weder unmittelbar noch mittelbar'Grundstücke selbst erworben. Di» von dem Institut besonders gepflegte Klein- und M i t t e l h y p o t h e k auf städtische Wohnungsbquten hat sich bisher als besonders k r i s e n s e st erwiesen. Trotzdem baut die Bank für künftige Fälle vor und hat 800 000 Mark offene Abschreibungen — im vorigen Jahr keine Abschreibungen— abgesetzt. Bei diesen starken Sicherungen kann der Reingewinn von 539 000 gegen 716 000 Morl im Vorjahre als ein günstiges Ergebnis angesprochen werden. Die Dividende wird van 12 auf 9 Proz. herabgesetzt. Die vorsichtige Politik des Unternchmsns trug im vergangenen Jahr besondere Früchte, denn die Gesellschaft war auch in den schwierigsten Zeiten des vergangenen Jahres allen Anforderungen vollauf gewachsen. Den Inhabern der allen Psandbriesc sind in drei Teilausschiit- tiingea insgesamt 40 Proz. des Soldmarfbelrages ihrer Pfandbriefe zugekommen. Es Ist beabfichligi, im Laufe des Jahre» noch eine weitere Teilausfchüttnng vorzunehmen. Derartig hohe Ausschüttungen dürften bei der Pfandbriefaustvertung in Deutschland einzig dastehrn.___ Hohe BraunkohlKtt- Oimösnde. piktschekS Vraunkohlenverke Leonhard zahlen wieder S proz. Trotz eines Abs atzrückganges von 10 Proz. kann die zum Pelfchek-Konzern gehörige Bjr aunkohlesiwerte Leonhard A.- G. aus ihr 8-Millinnen-Ääpltol für das Geschäftsjahr 1931 wieder 8 Proz. Dividende verteilen. Der Arbeiterschaft ist es— wie sonst im Braunkohlenbergbau wegen der rücksichtslosen M e ch a n i- s i e r u n g des Betriebs— nicht gut ergangen da im Mai der Ab- raumbetrieb stillgelegt wurde, um die Kohlenoarräte zu vermindern.■- Bei einem unveränderten Bruttoüberfchuß von 2,5 Mill. Mark sind die Zahlungen für Steuern und Abgaben von 0,73 auf 0,62 Millionen Mark zurückgegangen, während die Abschreibun- gen von 0,93 auf 1,0 Million Mark erhöht wurden. Für die ivsitere Verb efserung der Anlagen, insbesondere der Brikett- fabrik, wurden immerhin 0,23 Millionen Mark aufgewandt. Die Forderungen erhöhten sich von 2,1 aus 3,2 Millionen Mark, während die Schulden(1,2 Millionen Mark) sich unwesentlich veränderten.— In den ersten beiden Monaten des laufenden Geschäftsjahres ist der Absatz hinter den entsprechenden Vorjahres- absatz zurückgeblieben. Zollfreie Einfuhr von Hühnerweizen. Seit Monaten hat die Sozialdemokratie immer wieder und wieder auf die Notwendigkeit einer Verbilligung des Fufterge- trezdes hingewiesen, um die Lage der Bauern zu erleichtern. Den energischen Forderungen der Sozialdemokratie hat sich die Regierung nicht entziehen können. Der M a i s p r e i s wurde im Dezember von 190 M. auf 150 M. gesenkt. Diese Senkung der Maispreise genügte aber nicht. Die Sozialdemokratie verlangte da- her im Interesse der Geflügelhalter eins Erweiterung der Verbilli- gungsaktion für Hühnermais, um auf diefo Weise dem katastrophalen Rückgang der Hühnerbestände entgegenzuwirken. Jetzt endlich hat sich die Reichsregierung entschlossen, wenn auch nicht den Mais. zu verbilligen, so doch Weizen als H ü h n e r f u t t e r zollfrei hereinzulassen. Im Laufe dieser Woche ist mit einer Notverordnung zu rechnen, durch welche die Deutsche Getreidehandelsgesellschast angewiesen werden soll, Weizen einzuführen, ihn durch Notfärbung als Futter zu kennzeichnen und on die Genossenschaften und ay den 5?andel weiierzugehen. Die Zu. i eilung an die Hühnerhalter erfolgt aus Bezugsschein, der iiDii den Verwaltungsbehörden ausgestellt wird. Voraussichtlich wird einmal eine.Menge von 5 Pfund Weizen je Huhn abgegeben zu einem Verkaufspreis von etwa 6,50 M. je Zentner frei Hof des .Hühnerhalters. Nach dem Ergebnis.der letzten G e fl ü.g e l• Zählung, die einen Bestand von etwa 70 Millionen Hühnern auswies, w«rden also 200 000 Tonnen Weizen zollfrei eingeführt werden können. Ehcrlolienburger Wassermerke zahlen Dlnidende. Die Char- lottenburger Wasser- und Industriewerke A.-G. hatte beabsichligt, anstatt einer Dividende Genußscheine an die Aktionäre zu ber- teilen, um nicht Bargeld auszalsten zu müssen. Dieser Dorschlag war in der Generalversammlung auf wenig Gegenlisbe bei den Attwnären gestoßen. Nun hat sich die Verwaltung des Unter- nehmen» doch entschlossen, die Auszahlung einer Dividende von 4 Proz. i n b a r vorzuschlagen,«in Vorschlag, über dessen Annahme eine neue GeneralversamMlung zu beschließen hat. Berliner Brauereien lenken ein. Kündigungen auch bei Bötzow zurückgezogen. Nachdem die Schultheiß-Patzenhoscr-Vrauerei die vp» ihr zum 12. April ausgesprochenen Kündigungen ihrer Gesamtbelegschaft zurückgenommen worden sind, ist jetzt auch in der Brauerei Bötzow die Zurücknahme der Kündigung der gesamten Belegschaft erfolgt. Der Verein Berliner Brauereien hatte seine Mitglieder- bekanntlich angewiesen, die Brauereiarbeiter zum 12. April zu lün- digen, um unter dem Druck dieser Massenkündigungen das von den Brauereiardeitern und ihren- Gewerkschaften abgelehnte Bieraus- fahren an dem arbeitsfreien Mittwoch- zu er- zwingen. Dieses diktatorische Vorgehen der Brauerech esitzer, das die gewaltsame Durchbrechung der Fünftagewoche be- zweckte, hatte unter der Berliner Brausreiorbefterschaft- einen Sturm der Entrüstung hervorgerufen- Die Vrauereiarbeitsr waren, entschlossen, diesen Gewaltstreich mit den schärfsten Gegenmaßnahmen zu beantworten. Durch die Zurücknahme der Massenkündigungen im Schultheiß-Patzenhofer- Konzern und in der Aötzow-Brauerei, die zusammen etwa 3000 Ar- beiter beschäftigen, ist der Konflikt für nahezu die Hälfte der Ber- liner Brauereiarbeiter beigelegt. Am Montag wird zwischen dem Verein Berliner Brauereien und den Tariforganisationen verhandelt, um den Konflikt auf der ganzen Linie beizulegen. Es ist zu erwarten, daß nunmehr auch die übrigen Brauereien die Nutzlosigkeit ihres Vorgehens einsehen u>ch sich nicht länger aufs hohe Pscrd setzen, zumal der finanzielle Nutzeffekt des Bierausfahrens am arbeitsfreien Mittwych sehr problematisch ist. Verzicht auf RGO.- Sympathie. Ein kleiner Streikplcn zu Wasser geworden. Im Berliner Kohlenhandel ist der RGO. wieder einmal eine „Aktion" vorbeigelungen. Die Berliner Kohlengroßhandlung„BBÄ.", die in verschiedenen Stadtgegenden Lagerplätze unterhält, hat durch einen Antrag beim Oberpräsidenten die Stillegung ihres Lagerplatzes in der Sickingenstraße erwirkt.. Infolge der außerordentlich schlechten Beschäftigungslage war es nicht möglich, die Firma zu bewegen, die zur Entlassung kommenden Arbeiter, etwa 40 Mann, auf die anderen Plätze zu übernehmen. Die RGO. hielt diese Situation für günstig, unter den nicht von der Stillegung bedrohten Arbettern einen sogenannten Sympathiestreik anzuzetteln, um wieder einmal mit einer„Aktion" unter ihrer„siegreiche» Führung" aufwarten zu können. In einer gemeinsamen Belegfchaftsversammlung sollte ein RGO.-B e r tr e t e r, der außer dem Vertreter des Ge- samtoerbandes auf Veranlassung einiger Belegschaftsmitglieder geladen war. den Weg zeigen, den er zur Abwendung der Stillegung für den.richtigen hielt. Nachdem er sich zuerst um eine klare Antwort berumgedrückt hatte, empfahl er den nicht zur Entlassung kommen- den Arbeitern den Eintritt in einen Sympathiestreik, der solange geführt werden müßte, bis die Arbeiter des stillgelegten Kohlen- platze» auf die übrigen Plätze übernommen worden seien. Die gewerkschaftlich nicht ganz unerfahrenen Arbeiter der Firma quittierten diesen blödsinnigen Vorschlag mit Gelächter. Selbst die zur Entlassung kommenden Arbeiter erklärten dem RGO.-Strategen, daß die noch im Betrieb verbleibende Belegschaft der Firmenleitiing keinen grö ß e ren Gefallen tun könne, als auf diesen Borschlag einzugehen, der ihr die Möglich-. teil geben würde, endlich die ihr mißliebigen Arbeiter auszumustern. Als der RGO.-Apostel merkte, daß er gegen die gewerkschaft- liche Vernunft mit seinen Phrasen nicht ankommen konnte, zog er betrübt von dännen. Lohndruck auf Umwegen. Bei der Butterhandlung Ernst Kosmalla war ein Chauffeur fest zwei Iahren tätig. Er mußte jeden Tag eine und an den Sonn- allenden 2 bis 3 Usbsrstunden machen, ohne daß er dafür irgsnj»- welche Entschädigung erhielt, obwohl er immer wieder seinen ihm nach dem Tarifvertrag für den Großhandel, zustehenden Lohn forderte. Die Folge war. schließlich, daß-r kurzerhand znit der Begründung..Arbeitsmangel" entlassen wurde. Dessen ungeachtet wurde drei Tage späterhin neuer Chauffeur eingestellt. Obwohl nun diese Firma an ihren Geschästswngen, auf ihren Geschäftsbogen usw. sich als„Butiergroßhandlung" bezeichnet, er- klärte sie vor Gericht, nur ein C i n z e l h a n d e l s g e s ch ä s t zu sein, weil- nämlich der Tarisvertrag für das Einzelhandelsgewerbe bedeutend niedriger ist. Die Firma Kosmalla besitzt in Berlin über 40 Filialen(auch die Geschäfte Butterhandlung zu den 3 Ster- nen gehören zu diesset Firma) und beliefert außerdem noch andere Geschäfte in Berlin, Zehlendors usw. mit Waren. Sie behauptet vor dem Arbeitsgericht, nur um einem setzt arbeitslosen Chauffeur ' nichtFemen ihm zustehenden Tariflohn zu zahlen, sie sei ein Einzel' Handelsgeschäft... Den noch bei Kosmalla beschäftigten Arbeitern wäre zu raten, sich endlich- ihrer zuständigen.Organisatum. dem 4I es amt o e r- band, anzuschließen, damit auch bei dieser Firma gesunde Vcr- Hältnisse geschaffen werden können. Bon öer Reichsbahn penflomeri Letzt neuer Posten als Mitrspa-Direktor. Aus Cisenbahnerkreifen wird uns geschrieben: Mit dem 1. April 1932 ist der Direktor des technischen Dezernats bei der Reichsbahn- direktion Halle- Saals, Bode, wegen Erreichung der Alters- grenze in den dauernden Ruhestand versetzt worden. Seine monatliche Pension beträgt ungefähr 7 0 0 Mark. Trotzdem bat die Rcichsbahn-Gesellschaft dafür gesorgt, daß er umgehend äls Direktor bei der Mitropa angestellt wird. Es wäre zweckmäßig, wenn sich das Reichsverkehrsministeripm als aufsichtssührende Instanz einmal etwas genauer mit der Reichs- bahnpersonalpolitik in den.höhere» Regionen beschäftigen würde. Lahresabschluß der Tabakarbeiter. Eine ausnahmsweise günstige Mnanzlagc. Bon den Mitgliedern des Deutschen Tabakarbeiter-Verbandes waren im Jahresdurchschnitt 1931 nicht weniger als 37,13 Proz. arbeitslos, 22,28 Proz. waren Kurzarbeiter, während 40,59 Proz. voll-arbeiteten. Wenn die Hauptkasse dabei noch eine Mehreinnahmc von 185 024' Mark erzielte, während der LokalkassenbestanS um 50 000 M. zurückgegangen ist, dann müssen schon besondere Verhält- nisse vorliegen. Im ersten Halbjahr 1931 bezogen die Tabakarbeiter die Tabaksteuerunterstützung, so daß der Verband seinen Mitgliedern während dieses Zeitraumes keine Unterstützung zahlen brauchte. ' Der Verband hat dennoch im Jahre 1931 an A r b e i t s l o s e n- unter st ützung 332275 Mark ausgezahlt und an Kran kenuiiterstützüng 121 604'Mark. Hinzu kommen 72 339 Mark Jnvalidenunterstützung, ferner Gemaßregelten- und Umzugsunterstützung. Die Beitragseinnahmen sind allerdings um 262 479 Mark zurückgegangen. Da die Beiträge gestaffelt sind, kommt eine Beitragskürzung nicht in Frage, aber auch keine Kürzung der Unterstützungsleistungen.' Am 21. November- hält der Verband seinen Jubiläums» Verbandstog ab und zwar in Bremen, wo er seinen Eitz hat. v Jtde&ffe Kathreiner ifi-einefäilfe Ein Appell der Metallarbeiter-Zniernaiionale. D>« Metallarbeiterinternationale nahm dieser Tage Stellung zur allgemeinen Wirtschaftslage. Sie sah hiertei von der Veröffentlichung einer Entschließung ab, faßte melmehr den Inhalt der Hsrawngcn in einem allgemeinen Bericht und in einem Mahnwort an die Metallarbeiter aller Länder zu> fammen. Voran stellte die International« da- erfreuliche ErgebniZ. daß die Üändesorganisationen der chauptländer trotz der schweren Wirt» «chaitskrise intakt geblieben sind und von einer„Srise der Gewerk- 1 schaften� nicht gesprochen werden könne. Der erfolgreiche Ztbwehrkampf gegen die reaktionäre Welle des Faschismus in Deutschland läßt den Beginn eines Wiederauisteigens der Gewerkschaften und eine größere Aktivität deutlich ertcnnen. Der deutschen Arbeiter- schaft wird für ihre erfolgreiche Zlrbeit gedankt. Zur Wirtschaftskrise wurde festgestellt, daß die kapita- listischen Methoden zu ihrer Milderung und Ueberwindung durch Lohnabbau und Einschränkung der Sozialpolitik i» allen Ländern vollständig ve.rsagt haben. Die Weltwirtschasts- krifs gleiche bedenklich einer . Krise des kapitalistischen Systems selbst. In keiner anderen Zeitepoche besaß die Menschheit«inen größeren und leistungsfähigeren Produktionsapparat wie gegen- wartig. Nie erzeugte die Landwirtschaft gewaltigere Mengen von Nahrungsmitteln mit höherem Nährwert als heute. Dennoch feiern gezwungen 2 5 Millionen rüstige Menschen. Die übergroße Mehrheit der Bevölkerung darbt und hungert. Di« Maschinen stehen still, die Schornsteine hören auf zu rauchen, die köstliche Frucht der Völker wird wieder vernichtet. Weit ein Wahnsinn und welch ein Widerspruch. Trotz der furchtbaren Ergebnisse des Weltkrieges bereiten verbrecherische Naturen die Grundlagen für ein neues noch viel unerhörteres Blutbad vor. Demgegenüber fordern Millionen im inlernakionalen Mclallarbcitcrbund ver- cinigkc Mclallarbeiker eine durchgrcster.de und vorbehaltslose Abrüstung in allen Staaten der well. ■Satt Kanonen und Giftgasen, die nach dem Stande ihrer gegen- wältigen und noch weiterhin entwicklungsfähigen Technik zur Zer- siörung aller Kultur fuhren mußten, verlangt die Metallarbeiter- internationale Sicherheiten du r ch'Ab r üstu n g, Verstänüi- gung und Zusammenarbeiten aller Völker zum Wohl ihrer Bürger. Das Sekretariat des Bundes wurde beauftragt, diesen Teil der Kundgebung der Abrüstungskonferenz in Genf schriftlich zu unterbreiten. Auf wirtschaftlichem Gebiete forderte die Konferenz die B e- seitigung der Zollschranken und Handelshemmungen so- wie Schaffung eines einheitlichen und aufnahmefähigen europäischen Wirtschastsroumcs. Auskömmlicher Lohn als Mittel der K a u f k r a ftst e i g e r un g ist hierzu unerläßlich. Produklion und Konsum müssen in planwirkschaflliche Bahnen gelenkt werden. Mehr denn je habe sich durch die Zusammenbrüche großer Konzerne und durch die Mängel der Kreditorganisationen und.der Kreditver- sorgung kapitalbedürftiger Länder erwiesen, daß der K a p i t a l i s- in ns nicht mehr fähig ist, den verfahrenen Karren wieder in Gang zu bringen. Schon heute werde Staatshilf« in einem Umfang für die Privatwirtschaft geleistet, die der Oeffentlichkcit unbekannt sei. Daraus sei der Schluß zu ziehen, daß sich Gewerk- schaften und Partei auf dem richtigen Wege besän- den. Die Entwicklung vollziehe sich nicht im Sinne der Individual- Wirtschaft der Vergangenheit, sondern im Sinn« der Planwirtschaft- lichcn Formung zur sozialen Gemeinschaft der Zukunft. Zar Milderung der gegenwärtigen Arbe'tslosennot bedürfe es ausreichender Unterstützung der Arbeitslosen. Die gesetzliche Einführung der 4l)-Ktnnden-wochc und der sechsstündigen Schicht für kontinuierliche Betriebe sei nicht nur zur augenblicklichen Entlastung des Arbeitsmarktes, sondern auch als Dauerregelung im Hinblick auf die gewaltigen Produk- tionsmittelkapazitäten vordringlich. Ueberall müssen alle Kräfte für die Propagierung und Durchführung dieser Forderung eingesetzt wer- den. Ergänzend müsse hinzukommen die Beschaffung zusätzlicher Arbeitsmöglichkeiten in nationalem und internationalem Maßstab. An die Metallarbeiter und Metallarbeiterinnen aller Länder richtet der Internationale Metallarbeiterbund den Ruf: kämpft mit uns gegen die politische und wirtschaftliche tteaMon! helft mit bauen an den Fundamenten einer besseren Zukunft! Ausgelöste" Lohnabbauer. Ein mißlungener Trick der Schwcnndustriellen. Zwischen dem Deutschen Metallarbeiterverband und dem Verband für die Zentralheizungsindustrie bestand ein T a r i f o e r t r a g, der auch eine Regelung der Löhne enthielt. Um nun von diesen Löhnen loszukommen, hat sich der Verband für die Zentralheizungsindustrie„aufgelöst*, und zwar sind dessen Mitglieder geschlossen nach vorheriger Abrede aus dem Verband„ausgetreten" und von dem Arbeitgeberoerband für die"oriimeftliche Gruppe des Vereins Deutscher Eisen- und Stahl- industrieller, der den ganzen Sachverhalt gekannt, und ge- billigt hat, als Mitglieder aufgenommen worden. Der Arbeit geberverband Nordwest verlangte mm von dem Deutschen Metallarberterverbcnd, daß dieser die Anwendbarkeit des nordwestlichen Tarifvertrags auch auf die Arbeitsver- bältnifss der Heizungsmonteure anerkennen sollte, da der 7 tisn ertrag, der bisher diese Arbeitsverhältnisse geregelt hat, durch ..Auflösung" des Verbandes für die Zentralheizungsindustrie in Fortfall gekommen sei. Für die Monteure hätte die Anerkennung d:s Tarifvertrags für die nordwestliche Gruppe eine Lohn- Minderung von 1,28 M. auf 0,70 M. bedeutet! Da der Deutsche Metallarbeitervcrband sich weigerte, dem Ansinnen des Arboitgeberverbandes Nordwest Folge zu leisten, kam es an einer Reihe von Orten zu einem Arbeitskampf, den der Arbeit- gsberoerband Nordwest durch einstweilige Verfügung zu unter- binden versuchte. Das Arbeitsgericht in Essen hat den Erlaß einer einst- weiligen Verfügung abgelehnt, mit der Begründung, der Tarif- verlrag für die nordwestliche Gruppe sei fachlich nicht zu- ständig. Das Landcsarbeitsgericht hat die Berufung des Arbeitgebcrverbandcs Nordwest zurückgewiesen und in seiner Begründung zum Ausdruck gebracht, das Verhalten des Arbeitgeberverbandcs Nordwest— bei bestehendem Tarifvertrog mit einem anderen Tarifgegner des DMA. übereinzukommen, dieser Tarifträger solle sich vorzeitig auflösen und seine Mitglieder sollten Mitglieder des Arbeitgeberverbandes Nordwest werden— müsse als äußerst bedenklich hingestellt werden, so daß der Auffassung des Deutschen Metallarbciter-Verbandcs, dem Verhalten des Arbeit- geberoerbondes könne die Einrede der Arglist entgegengehalten werden, die Berechtigung nicht abzusprechen sei. Der Vorfall zeigt mit aller Deutlichkeit, welche Gefahr die Rechtsprechung des Ncichsarbeitsgerichts in sich schließt, dajj ein Tarifvertrag zum Fortfall kommt, wenn der Arbeitgeberv«band. der Tarifkovtrahent ist, vorzeitig sich selbst auflöst. Ein radikaler„Klassenkämpfer". Geld ist die Hauptsache. Der Kommunist Paul Sch midt, wohichast in Stanne- wisch, bot sich am 7. April 1932 bei seinem Betriebsi'.rsenieur Ludwig gegen einen Betrag von 10 Mark dafür an, dl« auf dem 4S Meter hohen Schornstein der Glas- fabrik Waißwasser in der Nacht vom 6. zum 7. April angebrachte Fahne mit der Aufschrift„Wählt Thälmann" her- unterzuholen. Ehe er dazu kam. hatten andere Betriebs- arbsitsr ohne Entschädigung die Thälmannfahne bereits herunter- geHoll Der KPD.-Mann, über feine schmutzige Handlungsweise zur Rede gestellt, erklärte wörtlich:„Bei mir handelt es sich in er st er Linie um das Geld und nicht um meine Partei." Und solche Menschen spielen bei der KPD. eine Rolle als„Klassen- kämpfer''. Der Bergarbeiterstreik in Nordböhmen. Belegschaften»on51 000 aus 33 000 Mann zurückgegangen. Der Streik rollt das ganze soziale Problem des nordböhmischen Bergbaugcbieies auf. In den letzten 10 Jahren ist die Zahl der Lergarbeiter von S1 000 auf 33 000 herabgesetzt worden, dabei sind die Lebensverhältnisse einfach unerträglich. Obwohl die neue Streikleitung sich bemüht, die Disziplin ans- rechtzuerhalten, kann sie kommunistische Terrorakte nicht verhindern, die sich gegen die Notstandsarbeiten richten. Nachdem der Konflikt im Ostrancr Revier hcigelegt ist, hofft man, auch den Streik im nordwestböhmischen Revier durch Vsr- Handlungen beenden zu können. Der INankeltaris der bayer scheu Grohmelallindusiric. wurde unier Einfügung eines sogenannten Kurzar beiterurlaubs bis zum 31. März 1933 verlängert. Abonniert die Jeituyg her Aand- und Kopfarbeiter! Ich abonniere die volle Ausgabe des«vorwärts".< zweimal täglich frei ins Haus zum Preise: von Z,2Z Mk. pro: 5 Monat(pro Woche 75 Pf:).| < Ich abonniere den„Sonntag. Vorwärts" zum V Preise von 55 Pf. pro Monat. (Nichtzutreffendes bitte zu durchstreichen,) Name:, Wohnung: -.Straße Nr.. vorn- Hof— Quergeb.— Seitcnfl--- Tr. links— rechts i bei____,_-.- AuvfAlen und einsenden an den Verlag des„Vorwäris", Berlin SW KS. Oindensiraße Z. Aussperrnngsdrohung in Dänemark. Kopenhagen, 9. April.(Eigenbericht» Die dänischen Schweineschlächtereien kundigen für den 15. April die Aussperrung von 5000 Arbeitern an. Die Arbeiter lehnten etnen ihnen zugemuteten Lohnabbau von 20 Pro,; ab, Ehemalige Angehörige der Reichsdruckerci, die noch Au»wer- lun�Äorderunacn an den Spar- und Darlehnsoerein von Angehörigen der Reichsdruckerei haben, können die Beträge persönliä» oher schriftlich unter Vorlegung des Sparbuchs und der Mitglieds (arte bei der Kasse des Vereins, Berlin SW. 08, Oranienstr, 9Z. abfordern. Kassenstunden Dienstag, Donnerstag und Sonnabend, ,l0 bis 12 Uhr und 15 bis 15.30 Uhr. Neue Kurse der Berliner Gewerkschastsschule. In der Woche vom ZZ. bis 30. April beginnen folgende Kurse: Bu. 17:„Die WirtschastSkrise»nd die Pläne zu ihrer Lösung". Lehr.,. ,mtz siricke. Beginn: Tonnerslag, SS. April, um 78 Uhr. im SitnNigssäal des Buchbindcrverbandes, Engeluser St— 25, i. Hof, Ausgang 0,;i Tr. Taucr 6 Abende, TD. 18:„Tie Tätigkeit der Betriebsräte und Gctvcrlschastssnukiiouärc in der Krise"...Lohnforderungen bei Konluric» und Kontursrech!." Lehre-, Tr, Ernst FraenkU. Beginn: Montag, 25. April, um 20 Uhr, im Leivni;- Ghmnaswm. Mariannenplatz 27— SS. Tauer 6 Abende. (�$�i 10» f'tftttfitfinevirtäfiiffnÄ«»»»Xt-r.n:« ..'�t-nannenplay 2i— rs.-rnuer:> eroenoe. Ii. 20:„Der Nationalsozialismus und die Gelverischasteil". Leiirer: Walter GhMng. Beginn: Montag, LS. April, um 20 Uhr, im Sophien Lyzeum. Weinmcisterstr. 16—17. Dauer 6 Abende, SO. 21:„Macht und Recht— Demokratie und Diktatur". Lehrer: Dr. Theodor Haubach. Beginn: Dienstag, 26. April, im Leibniz-Gymna- sunn� Mariannenplatz 27—28. Hörergebühr für jeden Kursus 2 M., Jugendliche zahlen I M., Arbeiis- lose find von der Zahlung des Horerbeitrage- befreit. Anmeldungen kennen ichon setzt erfolgen in dem Büro der Berliner Gewerlschaftsschuli-, SvgK- user Zt— 25, II. Stock. Zimmer 25, Montags und ftzreimas geosrnet ch- 16—19 Uhr, und auf dem ersten Abend der einzelnen Kurse. Achtung, Betriebsräte! Der nächste arbeitsrechlliche Jnformatronsabent für Betriebsräte findet statt am Dienstag, 13 Uhr, im Saal 5 bzw. Saal Z bei Gewerkschaftlhauset, Engeluser 24—25. Leiter des-Abends ist Kollege Bührig. Zutritt haben alle sreigewerkschaftlich organisierten Kollegen und Kolleginnen, Eine vorherige Anmeldung ist nicht erforderlich. Ein Härer- beitrag wird nicht erhohen. TPD.-Araltion Bezirksamt Tempelhof. Dienstag, I;;. Aoril, 20 llhr,%t, kammlung im Lokal von Pinger, Tempelhof, Dorfstr, SO. 1. Nsnwah'en, 2. Eiserne Front. 3.„Die Preußenwahl und die Stadt als Ardeitgeder', Refe, rent: Paul Hepprich, Vorsitzender de» Eesamtdctricbsrat» der Stadt Kerlin, ftfeie Gewerkschafts-Lugend Verlm eute: Südostkrcis: Jugendheim Tcmpelhof, Olcrmaniaslr. t, Eingang sötzftraße,„Was wir draußen sehen."— Morgen: BußerordentliKc Zusammcntunst aller Gruppcaleitunqen im Sitzungssaal des Kuchhinder, nsrbandes, SO. 10. Engeluser 24,25, Hok, Ausgang 0, 3 Treppen. Tagesordnung: 1. Die Satzungeh der freigewerkschastlitden Iuacndzcutrale. 2. Unsere Seiinordnung. 3. Die Friihjahrswerbung. 4. Mitteilungen, guiritt nur gegen Vorzeigung der Funltionärkarte und des Nerbandsbuches. Beginn 20 Uhr,' Die Werbevcranstaltung in Köpenick fällt aus. @Iustendgruppe des Zentralverbandes stcr Ansteste?iten Leute, Sonntag, findet Im Jugendheim Dpanda», Lindenufer l. dir Jugendseirr statt. Beginn 20 Uhr. Eintritt 25 Pf.— Morgen, Montag. finden folgende Veranstaltungen statt: Wcdding: guaendbeim Turiner Eile S.e. itraßc. Arbeitsgemeinschaft:„Unser Verband— sein Ziel und seine Einnö:- tungen". Leiter: Borr.— Aordast 11! Jugendheim Schonlanker Stragc«Schul- barocken). Arbeitsgemeinschaft:„Warum stnd wir in einer srrien Sewer! ichost?" Leiter: Derkow.— Welßensec: Jugendheim Pistoriussti. 21. Abend eigener Ausgestalt una:..Politische Satire".— Britz: Städtische,.-' Jugendheim iRathaus). Heitere B-rufserlebnisse, oon Jugendmitgliederu erzäbll,— Urba»: Jugendheim Hobrecht. Ecke Sandcrstraße, Lese u'.rd Aussprachcadend:„.Pom Äampirekord zum Massensport".— Jugcndfeicr der Nordgruppcn in der Aula der weltlichen Schule Goteuburgcr Straße. Beginn 20 lihr. Eintritt 25 Pf Lnormei' prysssddsu rnsturtiileo, FnlirrftO- und Motormdzal-oliilr r.n noch niedagewesenen Preisen.— Sperlal-Fahrrüder schon für 40....13... Ballonräiler 10.., -15.., 50... Mcrn-Kuckcr jetzt bedeuiend billiger, 53.-,60..,yerchT0rote8.-,\reona, die Prlzisione- toarke, jetzt schon fürOO.-vcrchiomt. Brennabor* nallonrllder 70....Ilern-Ilollanrüder 65... TO.—, 75.—. Orlg- Areonn-Itnllonrnder OS.- bis 113... B.Z.-Bndor«5.., 70.., 73... Tron»- rt-:tfld er TS.- CiebraiirbteRttderlS.-,SO.., 3.., 30— 3000 Kluderrader 7.50, 10.». 15.-, 19... Jugerdrltder 33.. an. Roller 0,95. 1,80. Rahmen 15... IS.., S9.., 25... Fahrrad-, Ant«. und TIotorradzntleMr enorm billig, AUi limoselimen%5.-. 05.� Radio— Sprech- apparate— Seballplatten Rlescnanswahl. Sfeoer Katalog nach auawärts gratis. W«llmeltlep Sawall führt nur Arcona-Rad. G.m. BERLIN«. Ernst Machnow b. H. Weinmelstarstr. 14 FlllalOs Cbarlottcnhargr, WIndseheldstr., Ecke Kantatr. 2. l'lUaler Kantatr. 34. um i drüsstes Fahrradhaiis Deutschlands.>, nK0N7EBNFRE!-PEIN DEUTSCHES UNTEBNEHMEH Kauft Porzellan Konsum-Wareniiaus Autobereifung* Wilhelm Grabs Vertrieb In- und ansländUcher Kellen Autoreifen- und Schlaucfa-Keparahir- WerkitÄfte/ AntorubehCr BerHn SW 48, Prledrichstr. 249 NÄhe Ben�Aüia�cc-Piafz— Tel." F 5 Bergmann 4736 Tafe®k®fMrs 5emW®it«arkt auf 3 Sföi 30 A Sie seUert Mut Hobee, zu«fiesem bkUigen Preandlungen wartet ech- lcr Plunder auf seine Verladung nach USA. Deutschland ist durch ein Bierhaus München vertreten. Ich gehe die kleinen abseitigen Gassen von Santa Cruz, sehe mir die Patios an, die Innenhöfe der Häuser, die alten Majolika- fliesen, die geschniicdelen Gitter mit den vieljältigei, und immer verschiedenen Ornamenten, ich sage„buenas dias" zu Vater, Mutter, Kindern, die dort, nicht in den Stuben, tagsüber leben. Mit verbundenen Augen kann der Fremde sagen, ob er in Madrid oder in Sevilla spaziert, er braucht nur zu hören. Die Straßenschrcie in Madrid sind hart, schrill, im Dreiklang trompetend, die in Sevilla langgezogen, heiser, arabische Kehlgesänge, Reklame mit sentimentalein Timbre. In einem der kleinen Weinkeller, in denen wahre Giganten von Fässern lagern, trinke ich ein Glas Manzanilla, der Küfer fragt mich, ob ich Langostinos, Almegas, Caracoles oder Ostras, Languiften, Miesmuscheln, Schnecken oder Garnelen dazu essen will; ein gesegnetes Land. Draußen treiben Gemüseverkäufer ihre Esel vorüber.„Oi. Burro", rufen sie in kurzen Intervallen. An einer Ecke streiten sich zwei alte Weiber, ihre Wortkaskaden steigen höher und höher. Was ist geschehen? Jedes Viertel hat seine eigene Madonna, jedes Viertel behauptet, die seine sei die schönste, gnadenreichste, wundertätigste. „Wie?" ruft die Senora Concha.„Sie beleidigen unsere Ma- donna? Hat sie nicht den kranken Sohn der Senora Velasquez geheilt, der lahm war und hinkte, daß es einen jammern konnte? Läuft er nicht jetzt wie ein Pferdchen, und hat die Madonna nicht Don Raphael vom Tode errettet, als er von einer Mauer stürzte?" „Aber ich sage ja nur. daß die Familie, die das große Los, El Goroo, den Fetten, gewann, vorher unsere Madonna darum an- gefleht hat. Haben Sic mir nicht selbst erzählt, daß Sie in der legten Ziehung auch gespielt und Ihrer Madonna eine Wachskerze, faustdick, geweiht haben? Wo blieb der Gewinn, bitte, wo blieb der Gewinn? Zeigen Sie ihn doch! lind übrigens war Don Raphael betrunken als er von der Mauer siel, und die Mauer war nicht höher als eine Gartenhecke!" „Ach, Sie schlechtes Weib, hat Ihre Madonna geholfen, als Sic ein Geschwür plagte? Es wissen schon viele, daß Ihre Madonna.." Und die Schimpfworte fliegen wie Bälle im Pelotaspicl, kein gutes Haar wird an den Madonnen gelassen, Geiz und schmutziger Charakter wird ihnen vorgcworjcn, keine Missetat, die sie nicht be- gangen haben sollen. In der Nähe läutet eine Glocke, die Weiber trennen sich, ich folge der einen zu„ihrer" Madonna. Die Kirche strahlt im war- men Geleucht der tausend Wachskerzen, in weißseidenem Kleide, in gestickter Mantilla und köstlichem Schal thront die Madonna, in der Hand hält sie das Stöckchen des Alkalden, Idas Machtsymbol des spanischen Bürgermeisters, ihre Brust ist mit einem militärischen Orden dekoriert. Vereine mit Fahnen haben sich vor dem Altar aufgestellt, im hinteren Schiff spielt eine Kapelle, ein Dutzend Sänger mit einem Pfarrer als Dirigenten singt lateinische Hymnen. Das alte Weibchen kniet nieder und betet eifrig den Rosenkranz. Vielleicht fleht sie die Madonna an, durch ein handgreifliches Wunder den Leuten des Nachbarviertels zu beweisen, wer die beste Madonna ist, sie oder die von drüben. Nachmittags bin ich bei einem Bildhauer eingeladen. Er führt mich in sein Atelier. In einer finsteren Ecke steht eine Madonna aus Gips. Die Wangen sind beinalt, die Lippen rot gefärbt, die Augenbrauen, wie mir der Schöpfer stolz bedeutet, kunstvoll ein- gefegte echte Haare. Sie sieht so schön, so süß, so lieblich aus, wie das Volk sie sich wünscht. „Für eine Kirche in Sevilla?" frage ich. „Ein Dorf in der Nachbarschaft hat die Madonna bestellt, ober dann nicht den vereinbarten Preis gezahlt. Die Bauern wollten sie abholen, ich habe sie nicht herausgegeben,„erst zahlt, ihr Betrüger, dann könnt ihr eure Madonna bekommen", schrie ich sie an, und nun steht sie da zwischen den» Gerumpel." Arme Madomia. 8richW.Schmidl: 3)61* TOOfCf 611 fie/lICfl Inge wartete ein wenig am..Fahrstuhl, ob nicht jemand käme und sie cmportrügc, doch der ganze riesige Treppenflur blieb stumm. Inge ging langsam Uber die Stufen und los auf jeder Etage die Namen der Einwohner, lächelte, wenn sie ihr drollig erschienen und dachte: was mag geschehen, wenn du an dieser fremden Tür schellst? Da stand der Name des Papas und darüber groß und streng: v. Ranow. Inge klingelte, sie drückte, da alles still blieb, noch einmal energisch das Signal, das sie mit Papa verabredet hatte: kurz, kurz, lang. Nun öffnete das schwarzhaarige Dienstmädchen. „So früh schon hier, Inge, o, und wie fein!" rief Fräulein Nclly, hob Inge in ihrem schwarzen Seidenmäntclchcn empor und drückte ihr kräftig die nackten Schenkel. Inge sträubte sich, sie wollte auf den Boden hinab, sie lief wie ein Wiesel über den Teppich der Diele, dirckf auf Papas Schlaf- zimmer zu. „Inge, du mußt warten, Papa schläft noch, du darfst hier doch nicht so wild sein! Bleib sofort stehen, Inge, hörst du denn nicht?!" Inge schüttelte die sonnenblonden Locken wild um die Stirn, lachte laut auf und rief:„Papa noch schlafen, jetzt, es muß doch bald Mitlag sein, wir haben zu Hause schon s o lange gefrühstückt!" und stürmte in Papas Schlafzimmer hinein. Eine Tür fiel scharf ins Schloß, ein kleiner Schrei verhallt« wischen dicken Portieren, Inge lief auf das breite Bett ihres Daters zu, um Papa zu küssen. Doch Papa wandte sich mit umwölkter Etirnc ab. „Guten Margen, Papa, guten Tag, Papa, warum liegst du noch zu Bett, bist du krank? Ich soll dich und Fräulein von Ranow grüßen, Mama findet das Wetter heute himmlisch— ob ihr nicht mitkämt zum Grunewald?" „Ist das eine Art, hier so hineinzujagen? Wo steckt denn die Nelly?" „Ich bin ihr doch weggehopst, Papa," sagte Inge, halb ängstlich und halb voll naiven Raffinements. ,�Hm... also weggehopst!... Shast du dich für mich so schön gemacht? Ganz in Seide, zieh mal den Mantel aus." Inge lächelte ihren Papa siegessicher an: „Da schau mal, das neue Kleid von Mama."— Sie drehte sich im Kreise, der rosige Rocksaum flog um die nackten Knie. Inge wagte es nun, sich auf den Bettrand zu setzen, aber als Papa sie küßte, fuhr sie abwehrend über fein unrasiertes Gesicht. „Jh, wie du kragest, Papa. Warum bist du noch nicht aus- gestanden?" Inge hob das Rüschen. „Wie es hier duftet"... und, in einer unbewußten Ideen- Verbindung:„Ist Fräulein von Raiww auch erst so spät auf- gestanden?" „Das weiß ich doch nicht, Kind, wie du fragst," sagte der Vater. „Ich habe starke Kopfschmerzen, du muht wieder nach Hause fahren. Inge." Da hörte Inge auf der Diele Fräulein von Ranows Stimme. Sie stürmte zur Tür, das Dienstmädchen sagte:„Jawohl, gnädige Frau." Inge stutzte sekundenlang, als sie die Worte hörte und Fräu- lein von Ranow in einem wehenden weißen Morgenrock sah, aber dann rief sie mit kindlich unbekümmerter Stimme:„Guten Tag, Fräulein von Ranow, Mama läßt grüßen, und der Papa ist krank, wir wollen ihm einen Umschlag machen." Inge zog die Widerstrebende in das Schlafzimmer. Papa fuhr herum, bloiscr noch als zuvor schien sein Gesicht, er fuhr Inge an: „Was machst du heute nur für Dummheiten, Inge, gib Fräulein von Ranow frei, du zerreißt ihr ja- noch das Morgenklcid." „Lassen Sic doch den kleinen Wildfang," sagte Fräulein von Ranow, ihr Gesicht war tiefrot, sie nestelte am Haar, das so blond war, als wäre sie Inges Mutter.„5)aft du schon gefrühstückt, Inge?" „Aber längst! Wir schlafen nicht so lange. Mama und ich!" sagte Inge eifrig und selbstbewußt.„Steh doch auf, bitte, bitte, lieber Papa," fügte sie hinzu, und Fräulein von Ranow unterstützte ihre Worte. „Bielleicht versucht man's, sich zu erheben. Wir wollen Inge doch nicht so enttäuschen und sie wieder davonschicken." Aber Inge sah, daß auch ihre vereinten Bitten nicht halfen. Sie blickte auf Fräulein von Ranow, bei der Papa nun schon so lange wohnte, weil Mamas Wohnung zu klein wäre. Es gab in Inges Klaffe einige Mädchen, die hatten schon öfter gefragt:„Wo wohnt denn nun eigentlich dein Papa?", worauf Inge gor nichts erwiderte, sondern sich energisch auf den Hacken umdrehte. Aber wenn sie Mama von solchen Fragen erzählte, dann gab es immer einen stillen trüben Abend, ohne Spiel, Musik und sonstigen Zeit- vertreib. Fräulein von Ranow stand am Ende des Bettes, unschlüssig, ob sie gehen oder bleiben sollte; sie fragte: „Was machen wir nun mit Inge? Ihre Mama wird sicher cnt- täuscht sein, wenn sie allein nach Hause kommt..." Inge sah, wie Fräulein van Ranow mit den Augen ihren Vater bat, er möchte aufstehen, aber der böse Papa, der in seinem Bett aussah wie ein großer verbockter Junge, war nicht zu erweichen. „Die Mama soll mir vorher schreiben, wenn wir einen Ausslug machen wallen, ich kann solche Ueberruinpelungen nicht leiden." Und ich finde sie so schön, dachte Fräulein von Ranow, die längst Papas Gattin war, nur Inge sollte nichts davon erfahren. Und nun versuchte die blonde Frau mit einer List den über- raschten Papa umzustimmen, auch sie war zuvor erschrocken aus den Kissen geflüchtet, als sie Inge an der Tür hörte. „Wir müsien Inge nach Hause schicken, der Papa ist doch so krank, daß er heute nicht aufstehen kann, siehst du das ein, Inge?" Man mußte Papa immer zur Opposition reizen, wenn man etwas bei ihm erreichen wollte. Aber da bemerkte die Kleine, wie neben dem Kopfkissen noch ein zweites ebenso zerdrücktes lag. Sie hatten in der Uebcrraschung vergessen, die Kissen aufcin- anderzulegen, und so sehr sich nun auch der Papa bemühte, das Versäumte nachzuholen, so blieb doch eine verräterische Bucht den erstaunten Blicken sichtbar. Und Inges Kindcraugen wurden groß, als sähe sie ein furcht- bares Tier über die weißen Betten wandern, ein Blitz der Er- kenntnis schien ihre Seele zu entzünden, sie wurde schweigsam und traurig. Sie hörte in der Erinnerung, dach nun bewußt, wieder eine Türe hart ins Schloß fallen, den unterdrückten Schrei und Fräulein Nellys Worte„Jawohl, gnädige Frau." Inge wurde plötzlich zu einem erwachenden Menschen, dem ein Schleier vor den Augen zerreißt; sie hörte die merkwürdig neu- gierigen Fragen der Mädchen auf dem Schulhof, sie erkannte, warum die Mutter manchmal weinte, wenn der Vater zu ihr kam, warmn sie zuweilen so nervös lachte. Sic erinnerte sich einer Szene, da sie sehr lange an Mamas Halse hing, um sie zu trösten, weil Papa so böse fortgegangen war. Damals, es war schon lange her, mußte sie zu Mama sagen, ja, es zwang sie innerlich etwas dazu:„Mama, wenn der Papa auch nicht bei uns wohnt, so darfst du dich doch niemals scheiden lassen, das ist sehr schlimm." Ein ältcrese Mädchen hatte in der Pause von der Scheidung ihrer eigenen Eltern gesprochen, von allen wurde die Arme bedauert, Scheidung mußte etwas ganz Böses sein... O, Inge wußte nun genau, warum die beiden Kopfkissen neben- einander lagen, warum der Papa so verstimmt war, als sie uncr- wartet kam. warum man sich immer anmelden mußte. Sie suchte Fräulein von Ranow mit den Augen, aber vielleicht mar diese Dame gar kein Fräulein mehr, vielleicht war sie längst Papas Frau, und ihre Maina geschieden. Es war eine Zeitlang still in dem Schlafzimmer. Inge horte, wie ihr Papa sich erhob und sagte: „Nun gut also, Inge, wir wollen alle zusammen mit der Mama in den Grunewald fahren." Fräulein von Ranow— oder war es Papas Frau?— sagte: „Das ist ja fein, in einer halben Stunde sind wir fertig." Dabei sah sie aber ängstlich in Inges Augen, die Merkwürdig schimmerten. Inge dachte: wenn man diese Frau doch plötzlich hassen könnte, bisher hatte sie sie beinahe wie Papa und Mama geliebt, weil sie immer gut und lustig war. Daß auch Manra sie nicht haßte, sondern immer freundlich von ihr sprach! Sie löste ihre kleine Faust von der Mcsstnkuppel des Bettes, inan sah, daß sie eine ganz blasse Haut bekommen hatte. Inge war nur iwch von diesem Wunsche erfüllt: nach Hause zu eilen, den Kopf in Mamas Schoß zu legen, zu weinen und sie uin die ganze Wahrheit zu bitten. Aber jetzt mußte sie standhaft sein. Nur nicht zeigen, daß man alles wußte. Papa küssen, der Frau die Hand geben, knicksen und davonlaufen, um sich nicht durch Tränen zu verraten. Inge hörte erstaunte Ausrufe, entsetzte Fragen, als sie mit tonloser Stimme sagte: „Papa, du darfst nicht aufstehen, wenn du krank bist, wir werden eben heute allein nach dem Grunewald fahren, Mama und ich.. Auf Wiedersehen." Sie rannte zur Tür, ehe man sie halten konnte, sie sah nichts mehr vor ihren verschwimmcndcn Blicken. Die beiden Gatten blieben stum zurück. Sie sahen einander traurig in die Augen. 3Caits Vh. SLicglcr: Bedeutung uiifcrcr Vornamen Wie die Familiennamen, so wurden auch die Vornamen ur- sprünglich keineswegs willkürlich gewählt, sie kennzeichnete» viel- mehr eine Eigenschaft, einen Zustand oder einen Wunsch ihres Trägers. In der ersten Zeit der Christianisierung der einzelnen Völker nahm die Kirche in erster Linie die Namen der Apostel und Mär- tyrer, später auch der Helligen, in den Kalender auf und verlieh sie den Täuflingen je nach ihrer nationalen Zugehörigkeit. Die bekehr- tcn Juden bekamen also hebräische, die Griechen griechische, die Römer lateinische, die Germanen deutsche Taufnamen. Da die Kirche, um ihrer Profanierung vorzubeugen, von Ansang an be- müht war, den eigentlichen Sinn und Zweck der Namensgebung zu verwischen, ist die originale sprachliche Bedeutung dieser Namen nach und nach verblaßt. Wir wollen uns hier darauf beschränken, einige der Volkstum- lichsten Vornamen auf ihre' Entstehung und Abstammung hm-zul� untersuchen und beginnen mit demche b r ä i sch c». Adam, der erste Mensch, heißt ins Deutsche übertragen eigent- lich„der Erdentsprossene", Eva soviel wie„Leben". Anna(channah) ist die„Holde", EliisasbetH), Lisbeth, Ilse„die Gott Verehrende", Johannes und Johanna„der(die) Begnadete", Iosef(a), Iosefine „der(die) Mehrerin", Maria(niirsam)„die Bittere", Michael— „Wer gleicht Gott?", Thomas—„Zwilling" und dergleichen. Dem Griechischen entnommen sind u. a. Agathe, die„Guie", Agnes, die„Keusche", Alexander, der„Männerschützende", Andreas, der„Mannhafte", Christian bzw. Christoph— der„Anhänger" bzw. „Träger" Christi, Eugen— der„Wohlgeborcnc", Georg— der„Erd- bearbeiter", Bauer; Helene ist soviel wie„Strahlende", Irene„Fried- lichc", Julius„der Milchbärtige", Käthe und Katharina(katharc) die„Reine", Nikolaus(nike, Sieg, und laos, Volk)„Volksbesieger", Peter(petroH der„Fels", Philipp(aus philo«, Freund und hippos, Pferd) der„Pfcrdefreund", Sophie—„die Weisheit", Stefan (stephanos, der Kranz)„Bekränzte", Dora, Dorothea, Theodor(a) „Gottesgeschenk" u. v. a. Ebenso zahlreich sind auch die lateinischen Namen, so z. B. Anton nach dem römischen Familiennamen Antonius, August,„der Er- habcne", Beate, Beatrix, ebenso wie Felix, Felizitas— der(die) „Glückliche", Cäcitie= die„Blinde, Kurzsichtige", Klara, Klärchen (clara) die„Glänzende", Laura, Lore und Lorenz(Laurentius) der „Lorbeerbekrünzte", Leo— der„Löwe", Max(maximus)„der Größte", Moritz(Mauritius)„der Maure", Paul(paulus, klein) der Geringe, Regina— die Königin, Renatus und Renate, franz. Renö(e) der(oie)„Wiedergeborene", Urban(von urb«, Stadt), der Städter, Ursula(ursus, Bär), die Bärin, Biktar(ia) und Vinzenz— der Sieger(die Siegerin). Haben die erwähnten Bornainen aus toten Sprachen gleichsam internationale Verwendung gefunden— natürlich wurden sie je- wcils den verschiedenen Zungen angepaßt—, so sind uns außerdem eine ganze Reihe Personalbezeichnungen altdeutschen bzw. gotischen und nordischen Ursprungs erhalten geblieben. Wir finden darunter Rainen wie Adele, d. h. Edle, Adolf, d. i. Edelwolf, Alfred—„wie ein Elf", Bernhard— der Bärenstarke, Dietrich(diet, Volk, und rth, Fürst) der Volksfürst, Erich(nord. eirikr) der Alleinherrscher, Erwin(aus era, Ehre, und vrini, Freund) Ehrcnfreuiid, Ferdinand hari, Heer, und nand, kühn), der Heereskühne, Franz— der Freie. Fritz und Friedrich(aus lridu, Friede», und rih) der Fricdensfürst, Gustav(nord. Audhstair), der Kampfleiter, Heinz und Heinrich(von hap, Heim, und rih), der Hcimfürst, Herbert(hari.hreeht), der„im Heer Glänzende", Hermann(heri-raan), der Heeresmann, Hugo und Hubert(hupu.herath) der„Gedankenglänzendc", Ida— die Arbeit- samc, Karl(got. charal), der Mann, Konrad, Kuno und Kurt(von kuoni, kühn), der Ratskühne, Lothar(hlut-hari), der Heeresberühmt«, Ludwig(hlut-wig), der Kampfbcrühwte, Oskar(nord. o-, Gott, kar, Ger), der Gottesspeer, Richard(nh-hart), der starke Fürst, Robert. (hruad-berath, der Ruhmglänzende, Rudolf(hruad-wedl), der Ruhmeswolf, Walter(walt-hari) der Heeresgewaltige, Wilhelm (willo-helm), der durch seinen Willen Beschützende u. v, a, Vor der Schaffung der Familiennamen war der Vorname also nicht bloßer Schall, vielmehr eine Kennzeichnung der Person, deren Wert heute allerdings fast vollständig verloren gegangen ist. Es wäre deshalb gewagt, auch heute noch behaupten zu wollen: nomen est omen. Die meisten Zernsprechstellen unter allen europäischen Staaten hat Deutschland, nämlich 3,3 Millionen. Auf W Einwohner kommt bei uns ein« Sprechstelle.. otaf ssouierweck: Die S>oMorfrage Die Resi schluckte ein paarmal, wischte sich mit dem feuchten Taschentuch die Tränen fort und sagte traurig: „Aber ich liebe ihn doch, Vater!" Der Waldhofbauer'egte die Pfeife, die er gerade stopfen wollte, nochdrücklich und geräuschvoll auf den Tisch.„Ob dn den Lackel liabst oder net. dos is mir wurscht, verstehst mi! Ileberhaupt, was sind'n das für neue Moden: ich liebe ihn! Eolchenen'Menschen liebt man eben net! Döz hat's bei mein Großvater net geb'n, dös bat's bei mein Vater net geb'n, und dös gibt's bei mir erst recht iiet, verstehst mi?! Meine Tochter Heirat an Landwirt--" „Aber er i st doch Landwirt, Vater!" „An Dreck is er! An Mensch, der wo studiert hat, kann a tüchtiger Schulmeister oder a Jnschenör san. aber koan Landwirt net! Landwirtschaft kann man aus koan Buch net lern... An Bauer braucht koan Studium net... An Bauer braucht Erfahrung, und 'n hellen Kopp, und'n paar derbe Faust!——" „Aber Vater, was das anbelangt——" „Po, na.'s langt eben not! Und überhaupt: i will und mag den lackierten Affen net zum Schwiegersohn, verstehst mi! Du betratst'n net und damit basta! Und dös sog i dir: wann du mir nochmal kimmst mit dem Lackel, dem g'scherten. dann— dann---" Er suchte nach einer furchtbaren Drohung, fand keine, schlug statt- dessen—„sakra!"— mit der Faust auf den Tisch, griff nach seiner Pfeife und schritt hinaus, daß die Dielen dröhnten. Aber die Rest Hatto denselben Dickschädel wie ihr Pater. Ein« Weile starrte sie ihm verdutzt nach. Dann schlug sie ebenfalls und nicht weniger kräftig auf den Tisch: „Und ich heirate ihn doch! Damit du im Bild« bist!" "***■ Der Waldhosbauer hielt auf Tradition. Und di« Tradition »erlangte, daß nach glücklich eingebrachter Ernte«in kleines Fest neranstaltet wurde.„Woaht, Seppl," sagte der Waldhofbauer zu seinem Großknecht,„die Feiten san zwar hundsmiserabel, aber die Leut ham sich bei di« Sauhitz'n tüchtig abplack'n müsfeni da woll'n ma uns net lump'n lass'n!... Spann den Schirmnel an, Seppl. und hol a Fass'l Bier!... Und dann kannst nachher dei Knautsch- kommoden a bisserl schmiern, damit die Weibslcut heut abend was zu schwofen kriegen..." — Und sie knegten„was zu schwofen". Denn der Seppk hatte tüchtig geschmiert— allerdings weniger die Ziehharmonika, als feine Kehle. Schwitzend saß er in einer Ecke der großen Tenne auf einem Torsballcn und suchte seiner„Knautschkonimoden" süße Walzer- und Polkaweisen aus denl Leibe zu pressen. Das Instrument hatte zwar deutlich hörbare Symptome von Altersschwäche aufzuweisen. außerdem griff der Seppe! hin und wieder ein wenig daneben, aber derartige Entgloisungeii wußte er geschickt mit einem lauten„Juhv!" zu kaschieren Der Waldhofbauer hatte einige benachbarte Großbauern ein- geladen, die auch prompt mit ihren Frauen und— heiratsfähigen Söhnen erschiene» waren. Denn die Rest war ein« gute Partie. Es wurde ihr eifrig und in einer derben Art der 5)os gemacht, und sie durfte nicht einen einzigen Tanz auslassen: trotzdem war sie die einzige auf diesem Fest, die sich nicht amüsierte. Aber als gegen S Uhr der Gemeindevorsteher Voigt und fein Sobn chans in der Tenneneinfahrt auftauchten, strahlte sie plötzlich über das ganze Gesicht. Der Gemeindevorsteher reichte dem Waldhofbauer» die chand. „N Abend, Schorsch!— Lustig seid's, dös muaß ma schon sag'n.. Und wie zur Entschuldigung fügte er hinzu:„Wir ham uns drob'n auf'm Tannenberg die Rüben ana'schaut, der chansl und ich... Und auf'm Retourweg ham wir gedacht, wir woll'n mal neinschaun bei dir. Schorsch--" „Schon guat!" knurrte der Waldhofbauer mit einem scheelen Blick auf den chansl:„schon guat, Krischan... Da setzt euch her und trinkt a Maß Bier mit uns--" Der Gemeindevorsteher sehte sich zu den übrigen Bauern an den Tisch, wo man bald in ein« hitzige Debatte über Ernte und Getreide- preise verwickelt war, während der chansl etwas abseits mit der Resi ebenfalls ein eifriges Gespräch führte— allerdings nicht über Getreidepreise... Der Waldhofbauer sah es mit wachsendem Zorn. Aber als die beiden gleich darauf engumschlungen einen Walzer tanzten, packte ihn die helle Wut, und er beschloß, dem„lackierten Affen" gehörig eins auszuwischen. Kaum, daß der Tanz zu Ende war und die beiden am Tisch Platz genommen hatten, räusperte der Waldhofbauer sich und sagte vernehmlich: „Na, Hansl, tanzen hast ja gelernt in der Stadt... hoffentlich ham's dir auch sonst noch was beigebracht auf die Hochschule...?" „Na. ich denke, ein bißchen schon!" antwortete der Hans gelassen. „So? Na, dös woll'n wir gleich mal sehn... Da, nimm mal den Bleistift— hier hast a Stllckl Papier... Und nu schreib mal: 3 Kilo Hafer..." „Drei Kilo Hafer!" wiederholte er ungeduldig, als Hans ihn fragend ansah.„Schreib's hin!... So! Und jetzt grad darunter, damit du's nachher zusammenzählen kannst: 1 Kilo Häcksel!" Hans zuckte die Achseln, tat aber, wie ihm geheißen. Unter allgemeiner Aufmerksamkeit diktierte der Waldhofbauer weiter: „Zwei Kilo Heu!... Ein halbes Kilo Melasse!... Drei Kilo Rüben!... tl) Liter Wasser!... So, hast alles? Na, dann mach a Strich drunter, und rechne mal aus, wann«in Gaul dös alles z'samm sreß'n tuat, wieviel Roßäpfeln er nachher fallen laßt!" Wie auf Kommando brach ein brüllendes Gelächter los. Der einzige, der nicht lachte, war Hans. Mit krausgezogener Stirn beugte er sich über das Papier und tat so, als ob er eifrig rechne. Dann stand er langsam und feierlich auf und sagte in die plötzlich eintretende Stille: „Das macht genau dreiundsiebzig und einen Holben!" „Nanu?" machte der Bauer verdutzt.„Dreiundsiebzigund--! La. wie willst'» dös beweisen?" „Nichts einfacher als das—" erwiderte Hans freundlich „Wiegen Sie bitte die genauen Mengen ab und geben Sie alles zu- fanimen einem ihrer Pferde zu fressen: Sie hohen dann weiter nichts zu tun, als einig» Zeit später sorgfältig mitzuzählen——!" Jetzt Hatto Hans die Lacher auf seiner Seite. Der Waldhofbauer kratzte sich hinter dem Ohr.„Da hört's, Freundernl," sagte er verdrießlich,„was die jungen Leut heutzutag auf die Hochschulen lernen... Nix wie Dummheiton! Di» Buabn könn net ama! a Mistgabel richtig anfassen— aber dabei tuon's so, als ob's Gras wachs'n hörn mit ihre damische Intelligenz!" Er trank seinen Maßkrug in einem Zuge leer, setzte ihn hart und resvektheischond aus den Tisch und funkelt« feinen Widersacher heraus- fordernd on:„Dülleicht sagst mir a noch, wievül Milch a Kuh geb'n tuat. wann's drei Kilo Rüben g'fresien hat. z'wogen dem Stoffwechsel und so. hä?!" Der Hans schmunzelte und sagte sehr gebildet:„Das läßt sich natürlich ohne Kenntnis des jeweiligen Falle« nicht mit Bestimmtheit sagen, weil man auch Kühe individuatisiersn muß! Man kännte allerdings eine Wahrscheinlichkeitsrechnung aufstellen, wenn man das Alter der betreffenden Kuh berücksichtigt und vor allen Dingen di« Zeit weiß, zu der sie zum letztenmal kalbte... Aber auch Stall, PZeide- Möglichkeit, Jahreszeit wären in Erwägung zu ziehen— ja, sogar die Farbe der betresscnden Kuh, weil bekanntlich ein schwarzes Fell die Reflexion der Sonnenstrahlen mehr begünstigt als ein weißes, und darum--!" „Dös san faule Redensarten!" unierbrach der Waldhofbauer mit hochrotem Kopf Hansens schöne Rede.„Bon solchenem sau- blöden Gequatsche kann koan Bauer»et satt wcrd'n! Wann du mir meine präzise Frage net präzise beantworten kannst, nachher ivoah i g'nua! Dann pfeif' i auf eure landwirtschaftliche Hochschulen, mei Lioba!" Vom Gemeindevorsteher abgesehen, der sich neutral verhielt, gaben die übrigen Bauern ihre Zustimmung durch ein beifälliges Gemurmel kund. Währenddesjen hatte die Resi dem Hans heimlich etwas ms Ohr geflüstert. Der lachte ein wenig in sich hinein, und sagte dann laut: „Also gut. ich sehe, daß wir uns auf dieser Basis nicht einigen werden! Darum gestatten Sie mir auch einmal«ine Frage: Sie haben hinten im Hof zwei verschiedene Hühnerrassen, nämlich schwarz« Minorka und weih« amerikanische Leghorn, nicht wahr? Welch« Hühner legen nun mehr Eier, die Minorka oder die Leg- Horn?" Der Waldhofbauer kratzte sich verdutzt hinter dem Ohr, den» diese Frage kam ihm völlig überraschend: außerdem hatte er sich um das Federvieh nie recht gekümmert. Aber er verlor nicht die Ruhe und sogt« diplomatisch: „Natürlich woaß i dös ganz genau... Aber warum fragst mi— willst dös vülleicht a berechnen, z'wegen die damische Re- flexjohn und san Quatsch?" „Ja," sagte der Hans bestimmt:„tch«erde Ihnen dies« Frag« klipp und klar beantworten und auch beweisen-- unter einer Bedingung!" „hä?" machte der Waldhofbauer. „Unter der Bedingung, daß— die Resi meine Frau wird, wenn ich diese Frage richtig beantworte!" Der Waldhofbauer fühlte die Augen sämtlicher Anwesenden mit gespannter Erwartung auf sich gerichtet.„Also guat," sagt« er bedächtig,„wenn du die Frage klapp und klar und ohne Wenn und Ader beantwortst. und wann du uns die Antwort beweisen kannst, nachher— nachher magst von mir ans die Resi Heirat'»!"at ihn einmal so charak- terisiert:„Bebel ist der Lokomotivführer der Sozialdemokratischen Partei, Auer ihr Weichensteller." Auer hat manchen„Parteistonk" ausräumen müssen, seine baslivarischs Grobheit liest ihn dazu geeignet erscheinen. Und sein Humor half über die schwierigsten Situationen hinweg. Seine rauhe Außenseite deckte«in wahrhaft kindliches Gemüt. Reine herzlichste Menschenliebe, strenger Gerechtigkeitssinn auch dem Gegner gegen- der. nie versagende Treue zur Sache des Proletariats machten sein ganzes Wesen aus. Eduard Bernsteins Schrift über ihn. die kurz nach seinem Tod« erschien, ist ein auch heute noch sehr lesens- werter Beitrag zur Geschichte»er Partei. 'teenFsreMtoPrenW Mittwoch, den 13. April, 19>~ Uhr, im»ssldsu Friedrichshsin, Am Friedrichshain; daffentiiclie ICuGidsetong Ansprachen: Gertrud Kanna FS. d, L., Helene Schmitz£4. a. L., Käthe Kern. Mitwirkende: Eas zeiisemäße Kabarett„Das Kleeblatt".— Sine ckrc;s der isAJ.— Arbeiterspori- lerinnen.— Freie lFSutik» und Sportvereinigung. Otto pollender fieftorben. In Leipzig ist Genosse Otto Pollender im. 72. Lebensjahre ocrstoroen. Genosse Pollender war ursprünglich Buchdrucker und wurde von Prüm) Schönlank in die Redaktion der„Leipziger Volkszeitung" berufen, in der er viele Jahre lang den lokalen Teil leitete. Bei der Parteijpaltung 1917 blieb Pollender bei der Mehr- heitspartsi und schied infolgedessen aus der„L. P." aus. Eine Zeitlang wurde er wieder Lokalredakteur bei der von der Mehrheits- Partei in Leipzig herausgegebenen„Freien Presse", die bei der Wiedervereinigung 1922 ihr Erscheinen einstellte. Besondere Per- dienste hat Pollender sich als langjähriger Vorsitzender der Leipziger Ortskrankenkasse und als Stadtverordneter erworben. Welkerausjichlen für Berlin. Anfangs regnerisch, später wolkig mit steigenden Temperaturen, ziemlich frische südwestliche Winde.— Für Deutschland. Im Süden ziemlich heiter, nachts noch Boden- sröstc, am Tage milder; in Nord- und Mitteldeutschland weswst- wärts fortschreitende Regenfälle mit nachfolgendem Temperatur- anstieg. parteinachrichten für Groß-Berlin Eilliendungk« ffi, 6iKt« Subtil sind »etlin SB 68. iUnbcnftcaftc 1 stet» an Das•3cjltl»(cfretatiat 2. S»s. 3 Xtcusen rechts,)u richte» Achtung, Stadtverordnetenfrattion' Die nächste Fraktionssttzung findet am Donnerstag, 16 Uhr, statt. -!- Achtung? Zahlabende und Mitgliederversammlungen werden im Dienstag-„Vorlvärts" veröffentlicht. Die Referentenzentrale. -» Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Lehrer u. Lehrerinnen Deulschl.(ASL.j. Bezlrksgr. Berlin. Aachgr. höhere Schulen. Sitzuno Montag, ll. April, 36 Uhr, im Söllnischin Sqmnafium(am U.BHs Snfelbiütic), Soal 17.®tno|Ic Mlnifterialrat Ballet Lande spricht über die höhere Schule in Staat»ub Sesellscholt der legten»wöis Jahre. Genossen und «lenossinnen, bringt sgmpathifierenbe«oflegen und»olleginnen mit! Mit so.ua. liftischem Gruß! Der vbmonn: ge,. Pol, Na(Psoltbur, Abteilungsmietervertreter. Die Z< mird in den selben von bort autusotbetn. Puherbem bitten wil.......... Rott, auMuschneiben und bei«nsrogen bei ratsuchenden Genosse» aus die darin angegebenen Zeiten und Abreisen autmcrlsam AU mache». Zeitschrist Wohnungsbau und Miete, herausgegeben vom Parteinarstaub. den nächsten Tage» den Abteiluug-t-iterir iUlgesanbt. Wie bitte» die. on bort»utusorbern. Auterbem bitten mir die Genossen,»achstebenbe Wohnnngs- und Meterausschich der SPD. Groh-Berlin. Spicchstuubeu in Wohnnngeangeleaeuhcttru werben in der Lprechstunbe „Vorwärts' und bei solgenb» Senoffen abgeboltrni Vottlsch, R. sz, Su dorfstr. Z. täglich oo» 17—18 Uhr, außer Sauna brmb», ßange,». II», U« «Ander Str. Ui. täglich, außer Montag und~"' '" ißrr Sarnabenba. außer Montag und Sonuabrnb Most. Rv. SS. Srellstr. SS, außer Soanabenba. täglich pgn Vlu.Zlummel-burg.»i-pericker Shonsiee zz. Dienstaga und Ix Ufie. Xhälr. 3®. U,»leinbeerenNr.:z. Grtb ____. iq Ni.es» ex i. bca Surga. Ureter- nan Uhr. öonnobenba. töslich«o» 16�1? Uhr.«aner, inftee U. Dienaioga und itreiiag» vpn l7 bis " ll. au»er alWiaach» und efannabeub», täglich non U— 16 Ußr. Hirthe, y. n?, Leu» Pnhuhosstr. zz. NU» Äontngs»oo tS— 66 Uhr. Schriftliche Aniraaea sind nue an de» Borftßeoden Grr"- de, s-Iusschuffe», Senosj.'n August Pattloch, Pcrliu ä>. 6», Purgjebarsftr.».»U richten. -i> Beginn allep Beeanstaltnngen Uhr. sofern kein» besonder« Zeitangabe! Heute. Sonntag. 10. April. iL Adt. Die KenossUrvc« und Genossen treffen sich heuto frijh Schulz Leuekawstr. zur Wnlilarbolt. 14. Abt. K Ubr finden sich säintliche Mitglieder h�i �chmibt. Knipradestr. 109. zur Blikl«?b«it ein. 18. Abt. Alle-siarieig-uossen. die nicht zur Wavlgrbeit«ingrfeilt sind, melden sich hei Kemnitz. Ufersir. 13, Abt. Alle Genosieu, die nicht zu? V»hl«,doit eivgetotlt such, treffe» sich frühmorgens bei Busch. TUfiU» Str.$7. 39. Abt. Wahlhelfer früh 8 Uhr Lindenstr. 4. 46.«bt. Die Genossen melde» sich zum Plskachwchs» wi fmfnm, Htzgzl? bergerstr. 20». 42. Abt. Jöiü 9* 3 Uhr kommen qlle Bezirksführor zu Wilkc. Rergmannstr. Alle Genossen, die noch nicht 5ur Wahlarbeit eingeteilt sind, melden siäz bis tO'.a Uhr an derselben Stelle. 85. Abt. Treffpunkte für die Wahlarbcit: 1. und 12. Bezirk bei Pinger, Kjegel. bahn, Dorfstr. 2 bis 5. und 13. Bezirk bei Pommerening. Berliner Glraße 1ÜV. V. Bezirk bei Schäfer. Ringbähnstr. 12. 7. Bezirk bei Hepvol. Germania-� Ecke Gottlieb-Dunrel.Straße.— �entrallokal ist Pommerening, Berliner Str. UiU. Abe Genossinnen und Genossen treffen sich in den be- treffenden Lokalen zur Wahlarbeit pünktlich 8.30 Uhr. 1V8s. Abt. Zenfralwahllokal Eisner, Aaiser-Wilhelm-Str. 3. Alle Genossen und Genossinnen, die noch nicht zur Wahlarbcit eingeteilt sind, melden sich dort. Montag, 11. April. 7. Kreis. Sitmnfl der Iugcndkommission fällt aus. 14. Abt. 20 Uhr Funktion Ersitzung bei Baurissen, Pijtdusserftr. 11. 39. Abt. Unsere FunktlonSrsihnng fällt wegen der Kundgebung im Sport. palast aus. Dienslag, 12. April. 4. Areis. 16' 3 Unr im Altersheim. Danziger Str. 62, Jusaunnentunft der erwerbslosen Parteimitglieder. Bürgerliche oder soziale Republik. Atefe- rcnt Erich Wen dicke. ä. Arejs. Arbeiterwohlfahrt. 17 Uhr Zusammenkunft der Erwerbslosen im cheim Tilsster Str. 4 5. Wirtschaftspolitisäx Information. Referent Dr. Hans Adler. 19. Abt. 20 Ubr Funktionärsitzung bei Sandom, Nensburger Str. 3. 17. Abt. �unktionärsitzung bei Pose, Nordbafcn 6. 18. Abt. Funktionärsitzung bei Schade,.�ibliner Str. v. Alle Funktionäre müssen bestimmt erscheinen. 23. Abt. Funktionärsitzung bei Grunewald. Kameruner Sr. 19. 41. Abt. 2u Ubr bei Schult. Mariendorfer Str. 5, Funktionärsitzung. 43. Abt. Funktionärsitzung bei Ärcpp. Planufer. 83. Abt. 20 Uhr oohlabenb bei Pommerening, Berliner Str. 100. 112. Abt. In Rahnsdorf. Schule Fürsten walder Str. Mitoliederversammlung. Preußische Justiz und �andtagswahl, Referent Erich.�uttne.r. M. d. L. 136. Aot. Bei Kiehne Borstandssitznng mit den Bczirksfllhrcrn. MnMiches Er. scheinen ist unbedingt notwendig. Mittwoch, 1Z. April. H. Ädt. Zufunnucukitiift bot ißnfletcu Porteimitgliedet an leekäiinier Stelle. Referent Eriäi Wendtlke Vi. 6Ibt. Die Zusammenkunft der längeren Parteimitglieder fällt in diesem Monat aus. ZZ. Abt. Bei Wertalla, Kohenlohestr. 8, Zusammenkunft illngerer Partei- Mitglieder. Wege und Ziele unserer Arbeit. Referent Eänther Heinß. 4«. Abi.?>>e Zahlavonb» am lll. April fallen aus. Iii. Abt. lg t'hr Zufammenlunft der jängere» Parteimitglieder bei Saunet. Arbeitsbeschaffungsprogramnu Referent Valtin Lartig. Frauenveranstaltungen. 17. Kreis. Dienstag, 12. April, 19'/- Uhr, Funktionärsizung bei Rtorr, Reue Bahnhofstr- 28. ä7.?!bt. Montag, II. April, 20 Uhr. bei Dohrmann, Krunune Str. Z2. grauen- abend. S8. Abt. Mittwach. 13. April, 20 Uhr, im Rankehaus, Rankest!, i. Referent Dr. Strisiaer. 74.1. und 74t.. Abt. Donnerstag. II April, 20 Uhr, bei Radlg, Potsdamer Straße Frauenarbeit in de» Parlamenten— Preußenwahlen. Refe. renti» Luise Itäbler. M. d.£.-,. 79.«bt. Mittwoch. Ii. April, 191'- Uhr. bei Reimann, Sebanstr. 17. Gesund- heitafärsorge im Dritten Reich� Reierentin Frida Alexander. 117. Abt. Miltwoch. 13. April, 19'/- Ubr. bei Prunn, TUrrschmibtstr. 40. Rreußenwahten und politische Laae. Referentin Gls» Eteinkichker. 138. Abt. Donnerstag, 14. April, 20 Uhr, Helferinnensitzung. Lindauer Straße. 138. Abt. Freitag, lö. April, 19'/, Uhr, im Jugendheim, Turnhallengebäude, Roonstr. Sozialismus und Familie. Referentin Paula Kurgaß. Bezirksausschuß für Arbeiterwohlfahrt. lz. Kreis. Tempelhof, Mariendorf, Marienfelde, Lichteneabe. Wir laben alle bei der Äinterhilf« tätigen Genoffenlinnen) zu der am Montag, 11. April, 20 Uhr, Dorfstr. 42, Sitzungszimmer 1, stattfindenden Schlußsitzung der Pe- zirkswinterhilse ein. 20. Kreis. Reinickendorf-Ost. Dienstag, 12. April, 20 Uhr, Reinickendorf, Dsi, Lindauer Str., Baracke Jugendheiiii, Versammlung. Tagesordnung wird noch betaimtgegebei!.( Sozialistische Sludentenschasi Berlin. Freitag, lö. April, spricht in unserem Heim, Albrechtltr. 11, Gartenhaus I!, Genoffe Professor Gumbel-Heidelberg, Uber wowjetriißlaiid. Begin» pUnttlickl 30 Uhr. Arbeitsgemeinschafi der Kindersreunde Groß- Berlin. Der letzte Bastellursus der Restsalkenhelser findet wegen der Per. t-Jj&y an staltung im Sportpalast nicht morgen, Montag, sondern Mitt- woch, 13. April, tiil.-, Uhr, in der Geschäftsstelle, Lindenftr. 2, statt. Alle Restsalleuhelser, die den Baftelkurfns bis jetzt besucht haben, sind oerpslichtet, die augesaugeuen Arbeiten am Mittwoch zu be» Winden. Die Arbeitsgemeinschaft der Czatanflöten kommt am Dienstag, 12. April, um 20 Uhr bei Rudi Barthel, Schintestr. 25, norn 3 Tr., zusammen (U-Bahn Schonleinstraße). Tiergarten: Alle Jung- und Roten Fallen sind Montag, 11. April. 10'- Uhr, am Benssel, Bahnhof und Dienstag im Heim Walbenserstr. 20 Fatlenvollner- fammlnng. Alle Restsalten am Mittwoch Versammlung. Webbiua: Wir üben am Montag zur Maifeier. Alle Teilnehmer miissen 17 lh Uhr aul dem Äassersportptatz Plotzensee sein. Bei Regenwetter in der Turnhalle LUtticher Str. 4. Die arbeitslosen Helfer kommen am Dienstaz 14 Uhr zur Schule Goteuburger Str. 8—12 zum Arbeitsdienst zur Maifeier. Die Musitgruppe übt Mittwoch Heim Willbenowstr. 3. Alle Instrumente und Roten stud mitzubringen.— Abt. Gesundbrunnen trifft sich zur Probe Iti Uhr an der Falkeuecke. Der Gruppenabend der Restfallen findet jetzt jeden Montag statt.— Abt. Hnwbolbthain: Die Gruppenabende sind jetzt Putbusser Str. 22 Montag. Rote Falten Dienstag, Iungfalken Freitag, gemeinsam im Zimmer 1, Mittwoch Turnhalle. Prenzlauer Berg: Donnerstag 20'; Uhr Helferarbeitsgemeinschaft Danziger Straße 82. Vorher, ab 19' e Ubr, Besprechung der NestfaUeubelfer.— Abt. Freiheit und Hermann Müller: Morgen. Montag, fallen sämtliche Gruppenneran- ftaltungen wegen der Veranstaltung im Sportpalast aus. Mittwoch 17 Uhr Treffen der beiden Roten-Fallen-Gruppen im Heim Sonnenburger Str. 20. Freitag Gteimstr. 33— 33 lieben zum 1. Mai. Sonntag. 17. April, Fahrt der beiden Abteilnnge» nach Vriefelang. Treffen 7>b Uhr am Bahnhof Schön. hauser Allee. »renzberg: Montag 20 Uhr Arbeitskreis der Rotfalkenhelfer. Manteuffel ftraße 7. Dienstag 20 Uhr Arbeitskreis der Jung» und Restfolkenhelfer, Wasser. lorftr. 4. Dienstag Baden für Jung-»nd Rote Falken 17 Uhr Baerwaldftratze. 13 Pf. mitbringen. Mittwoch,, 13. April, tagt der Instrumentatkreis ab 18 Uhr im Heim Vorckstr. 11. Die Abteilungsleiter werden gebeten, nur Falken mit Geigen zu diesem Instrumentallreis z» schicken. Alle anderen Falken gehen an diesem Tage zur Probe der Maifeier der Partei und der Probe für die Rund- funkauffnhrnng. Heute, Sonntag, kommt der Tanz, und Singelreis um 16 Uhr im Heim Urbanstr. 167 zusammen. Schsneberg, Abt. Ferdinand Laffalle(Friedenau): Unsere gemeinsame Feier mit der SAI. findet Dienstag im Ingendbeim Offenbacher Str. 5a statt. Alle Falken kommen um 17 Uhr im Falkenlittel ins Heim. Eltern 19>... Uhr.— Schöneberg: Alle Falken sind zu der Film-Matinee am Sonntag. 17. April, in den AIhambra-Lichtspielen in Schöneberg, Hauptstr. 30, eingeladen. Wir zeigen den Großtonfilm..Kamerabschaft". Karten im Voroerkaus bei Gen. Rieth. Wartburgstr. 37; Gen. Peterfon, Feurigste. 66; Gen. Dieberich, Stubenranch. ftraße 39. Ebarlottenbnrq: Montag. 11. April, 161/ Uhr, Fallenvollversammlung im Heim Rosinenstraße. Alle Falken müssen erscheinen Remvabl. Neukölln: Der Falkenrat tagt morgen, Montag, um 17% Uhr in der Baracke. Alle Jung, und Rote-Falken-Oblente erscheinen. Besprechung der R.-F.. Helfer aller Gruppen Montag um 18 Uhr Baracke. Die Gruppen Helen alle in dep Arbeitsstunde das Material ab. Mittwoch. 13. April,»m 17 Uhr. erste Probe zur Maifeier in der Schule Donaustr. 126.— Abt. Lichtkämpfer: IF. und RF. am Dienstag um 17% Uhr im Heim Bergstr. 29. RF. 17% Uhr Baracke.— Abt. Quelle: Sonntag von 4—6 Ubr sind olle RF. und IF. in der Baracke Gang hoferstraße. Treffpunkt 3 Uhr Bhf. Sermannstraße.— Abt. Sturmfalke: Alle Falken kommen Dienstag zur Karl-Morr-Smule. Vorbereitung des Werbe- abends. Mittwoch, IL. April. 20 Uhr, Karl-Marx. Schule, Elternversammlung. Zeltlager, Werbeabend, Verschiedenes. Abt. Steglitz»nd Lichtorfelbe: Rote und Iungfalken Freitag, 13. April, 13% Uhr, Kreissingestunde bei Genossin Frieda Riesfei, Südende, Stephan» ftraße 34.— Abt. Steglitz: Jugendheim Albrechtstr. 47; Rote und Iungfalken lesen und basteln Dienstag 17 Uhr.— Abt. Lichterselb«: Oberrealsckule' Ring» ftraße 3: Rote Fallen Mittwoch 17 Uhr:„Wie geht es bei einer Wahl zaR' Donnerstag 18% Uhr Schwimmen, Stabila. Sterbetafel der Groß-Berliner Partei-Organisation 29. Abt. Am 7. April verstarb unsere langjährige Genossin Worth a Kemnitz, Dunckerstr. 9. Ehre ihrem Andenken! Einäscherung Montag. 11. April, 17'/» Uhr, Krematorium Boumschulcnweg. Um rege Äeteillgung bittet ber Abteilungsnorstanb. Am Frestag. dem 8. Avril, vor» mittags Uhr. verstarb mein lieber Mann, ber Tssmter liarl Lcülickt im 58 Lebensjahre In tiefem Schmerz I,iil«e SelilU'Ut. Berlin SO, Envrustr 43. Die Einälchernng findet am Diens» tag dem 12. Avril. abends»/.6 Uhr. im Krematorium Baumschulenweg »«i>1-snii»i»L Für die Beweise herzlicher Teil- nähme beim' eimgange unserer lieben Eniichlafenen lagen wir allen Be ann- ten sowie den Genoisinnen»nd Ge» Nossen der 34. Abteilung unseren herz. DeilsMelalUiMiU vienstng, den 12. April. abend-, 7 Uhr. im verdaudnhan», Linienstrohe SZ.SS. Eingang MiSsser Stroste Sö-S», Aulgang v. üer vsiis vsai! Sger Tagesordnung: I, Jahresbeüchl der Branchenleilung. 2 Bericht des Kassierers 3. Ronwahl der Branchenleitung. 4. Berichiedenes. Ohne Mitgliedsbuch kein ZutrUt. Wegen de: Wichtigkeit der Tagesordnung ' aller Äollrgen. zahlreich ist es Pflicht erscheinen. 8» Dienstag, den 12. April. abends 21.2 Ahr, in den Sophien» Sitte»(Gr. Saal), Sophiensir. 12-1« Versamminnä aller HediamKer, llumadjer, OpiiKer.Eidier. Eidierinnen a. Siromerzeugenfie infiaslrle Tagesordnung: l. Sozialismus in Anhland." Reierent. Kollege Paul Eckert. 2 DistUistpn. 3. Branchenangelegenheiten. Mitgliedsbuch m» einem der obigen Berufe versehen. teg'tlMiert Es ist Pfiich: aller Kollegs« imb Salleginnsn. an dielet Bersamminng teil. zunehme» Hie Url-vcr- aiiaog. GENOSSENSCHAFT BERLIN U. UMGEGEND E.G. M.B.H. SEG-Raucfeliaiiaice Feinschnitt Neue Sorte....... 5O-gr-Pak.40Pf. 1 KrßlS- und Hittelschnitl Hamburger Krüll.... 50-g-Pak Virginia-KrUII......, Gold-Krüli........ Negerdorf CC.... Negerdorf BS.... Negerdorf Prima.. Negerdorf Extra.. 45 Pf. 50„ „ 60.. lOO-g.Pak. 50„ S 70.. .. 90.. HO.. HEINI SOUIFZINMER direkt ab Fabrik Engros-Preise BERLIN O 34 Grobschnitt Negardorf 8B...... idO-g-Pak. 70 Pf. Negerdorf Prima....„ 80„ Negardorf Extra....„ 118„ «SES-Zigarreii Weitere Sorten Rippenlabak...... lOO-gtPak. 30 Pf. Konsumschnitt..;.. 50.g-Pak. 20„ Extra feiner Portorico. iog.g-Pak. 60„ Schwarzer Krauser... so-g-Pak. SO„ basonders zu empfehlen in den Preis- lagen von 10 Pfennig bis zg 15 Pfennig GEG-Zlgarillos IX.'Zl GEGrZigaretten Smarra iria.. Phantis Stück 2 Vi Pf- Neptun............ styck 4 Pf. . 3V,..! Kisil............... S.. „ 4 Qastalda............ 8„ | EilUcnduugcn füt diese Rubrik uut au Das 3uBcnDsetrctatial I Berlin SB 63. ÜinDcnstrafif 2, vorn 1 Treppe ttdjto. ■Kit beteilige» uns heute an der Bahlarbeit in Den zuständigen Wahl- loto lcn. Iungwähler-Kilndgebungen„Die Zugend im Preu>;eukani?s" Donncrslan, l4.-''lpril, 391.. Ulir, im Gartensaal des iZaaldous Friedrickis» Imili, Am Fricdrichshain 16—.">9. für die Werbebezirke Mitte, Prenzlauer Derq und Pankow. Arierent Ocitoffc Dr. Ernst JtocnfcL— Freitag, IC». April, lOVtt Ahr, in der üochscln'.lbrnui'rei, See- Ecke Ämrumer Straße, für die Werde- injtrfc Tiergarten. Wedding und Reinickendorf. Referent Erich Schmidt.— Alle Heimabende für die in Frage kommenden Gruppen falten an diesen Tagen ans. c]— Oeffentliche Iungwählerversanunluna Montag, IL. April. 13'�. Ahr, � ....... Ehausseestr. 110. Referent Genosse; in den Germania-Prachtsälen Dr.>lurt Löwenstein, M. d. R. _ Ü-J Niederschönhausen: Lindenftr. 47: Ausstellung„Unsere Arbeit".— �arlshorst: Wahlprovagonda. Treffpunkt 9 Achr� bei König, am Bahnhof.— Falkplatz I: 9 Uhr bei Zeuge, Mila- Ecke Eantianstraße. Werbebezirk Wedding: IL Uhr Heimabend, Turiner Ecke Secstraße(auch Humboldthain). Kreuzbcrg: Alle Genossen stellen sich für die Wahlarbeit ihren zuständigen Parteiabteilungcn zur Verfügung. Werbebezirt Reulölln: Das Wcrbematerial muß bis Dienstag vom Jugend- sekrctariat abgeholt werden. Morgen, Monkog, Kundgebung im Sporipalask, 19'ö Uhr: Trcsspuukte der Ableitungen: Sportpalast: 19 Ilhr Bhf. Bülowstragc.— fiäpcnirfot Sicticl: 18 Uhr Roter Troff".— Südwesten: 18% Uhr vor dem Heim Lindenstr. 1.— Friedrichs. selde: 13 Uhr ll-Bhf. stichtenberg.— ttarlshorfl: 18% Uhr Bhf. Karlshorst.— Kumdoldthain: 18% Uhr.,Rote l'IDcc".— Falkplah l; 17%. Uhr„Rote Ecke".— Tcmpclhos: 18 Uhr Bors- Cic Berti nrr Strogc. ticule, Sonntag: Sportpalast: 7'.- Ahr Nationashof. Vülowstr. 66:' Wühlarbeit.— Wonnsee: „Lindenhof": Wahlarbeit.— Köpenick II: Dahlwitzer Str. 15: Heimabend.— Vortrage, Vereine und Versammlungen # Reichsbanner„Schwar;-Rot-Gold". G c s ch ä i t s s! e 1 1 c: Berlin L. 14. Srbastionstr. 37—93. Hos 2 Tr Tiergarten(Ortsverein): Wiederbeginn der Turnabenbe Mittwoch, \o. April, in bekannter Turnhalle.— Prenzlauer Berg(Iungba): Dienstag, l�.'. April, Zusammenkunft an bekannter Stelle.— Friedrichshain (Vortrupp): Mittwoch, 16. April. 1P'"4 Ubr, Tu�endhemi Eberl gstr. 12(Saak). Schöneberg-Friedenau, Kameradschaft Nollendorf: Dienstag, IL. April. 20% Uhr, Mitgliederversammlung bei Jürgens, Barbarossa str. ö.i. Referent Kam. Werner Burmeister. Thema:„Nun alle Kraft auf Preußen"— Renkölln Britz(Bottrupp): Mittwoch, 16. April, 19% Uhr, Heimabend, Jugendheim Bergstr. 29. Zlrbeiter-Samariter-Bund e. V., Kolonne Berlin. Scschaftsstcllc: RO. 43. Iostystr. 4. Tclcphoa: U Z«önigstadt 344». [£-hm 3. April verstarb unter MitgNcd Fritz Rösner. Sein Andenken werden wie in Lhecn halten. Briefkasten 0er Redaktion. F. T. 4. Auch eine Tochter ist ihrem Vater gegenüber unterhaltspflichtig. wenn sie dazu nach ihren Einkommens- und Berntögensverhriltni'sen in der Lage ist. Der Unterhaltungspflichtige ist von seiner Unterhaltspflicht nur dann frei, wenn er bei Berücksichtigung seiner sonstigen Verpflichtungen außerstande ist. ohne Gefährdung seines standesmäßiaen Unterhalts den Unterholt zu ge- währen. Bestimmte Beträge oder gar Hundertsätze sind nickt vorgesehen.— E. H., Lichtenberg. Ucbcr die Frage, ob sich die sreiroillige Weiterversicherung für Ehefrauen empfiehlt, kann man streiten. Wir möchten die Weitcrversiche- rung empfehlen, zumal damit zu rechnen ist, daß, wenn die heutige Notzeit überwunden ist, wieder günstigere Bestimmungen Platz greifen werden.— F. T. 58. Eine Sondervergütung für die Benutzung der Waschküche kann der Wirt nicht fordern, wenn die gesetzliche Miete gezahlt wird. cW'o:h i n-d 6 h e r wli~ h eute 2 -' 7 V. Sfaafs fe Theafer Sonntag, den 10. April Staatsoper Unterden Linden 19Vs Uhr Carmen SiaitLStapieihius GeadarmsamarkL 20 Uhr Zum 25 Male Peer Gyn! Schiller-Theater GjarloUenbur«. 20 Uhr Nathan der Weise WinKär •Garten' 8.15 IIb) Flora 3434 itaüdieo orlaubi ]>le neue Varictc-Kcvuc ..FUnf im Käsew»j:enifc mit Khrlirh. Halnia.y, Morgnn,| Tlielmer, Söneland usw. Heute 2"Vorst cl Inneren 4 u. 0.15 Uhr. 4 nur kleine Preise i s�hrCASlNO-THEATEK�uh. Lothringer Strafte 37. iiiiiiiiiiiiiiiiiiiitiiMniiniiiiiiiiiiiniiMiiiiiiiMiimiiuiiirMiiitiniii Berlins neuestes Operetten-Theater! ..Pappina', Operette in 3 Akten. Musik von R. Stolz Erstkl. Gesangskr. Neue Kühnenausst Gutschein I-4 Personen. Parkett so PI. Pauteuil I.— Marie Sessel 1.50 Mark. Rose- Theater iroSe Frankfurter Strato 137 lei. Weiduel c 7 1427 3 und 6 Uhr Die Frau, die jeder sudii 9 Uhr Götter unter sich Stüdf.Oper Charloilenburi> Bismarckstraße!4 Sonntag, 10. April Turnus I 19.30 Girr Don Giovanni Dindernagel, Kislnser, liüsch, Roswaerrge a. G, Baumann Undc 22,45 Uhr -Theater in tinr., Sircsemannsir- Täglich 8';* Uhr BsiDzHühmanng Her Mustergatte Schwank in 3 Akt MMn Theafer 8 Uhr Vor SoDoeDuntergang v. Oerh.Hauptmann Regie Max Reinhardt Theater a.nollendor{pia!2 Pallas 7051 S'/i Uhr, Stg. 4V. Uhr TrauiöeiöerNaelil Operette in 3 Akten v. l uU. Wölfl d. Karl Behr| Musik von Hans.May' Regie; Ucin: Salteubui g i Rundfunkh. halb.Pr 1 Sigs. 414 Uhr Kl. Pr.» FolHsüUttne TFiealer am BQIowalalz 8 Uhr Kamrail Kasper Volkss.ück von Paul Sclturck Regie: (lünther Stark Slaall. Sdiillsi- Theater 8 Ohr Nathan der Wetse idetropol-lheaier Täglich Sl!4 Uhr C.'urt Götz in Mus Aimee Operette von Cur! Götz,..Musik von ..... Benal/lr?- Theater desWestens Täglich S1.1! Uhr Nur bis 11. April lieopoldiTic Konsiuntio in: In jeder Elte. Heute Philharmonie Bssttüra-Zyklus (7. Abend) d.Phllhannon.OrdiRst Dirig.Prof J.Prfiwer Sol.: Prof. J.Prüwer Klav.), S. Oo dberg (Vioi I, J. Schuster Cello), Tripcl-Konz. 7. Sinfonie. tofciuiir. linfr.tti.-s. Circus Busch Sonntag, den 10. April abends S1/. Uhr internationale Ringkämpfe und VarletO-Prograram. Bekanntgabe der Preise ojo- 3... WnhlerRebmsse Ih. im Admiraispalast Täglich 81 1 uhi Käthe Dorsch Gustaf Gründgens in: Liselott' Singspiel v.EduatdKODii ehe Das neue 100 KV 1. kpril ein ganzes Jahr gültig ErMsene...25.-in. Kinder(bis w 16 Jahren) 1 5.- Id. Denken Sie an die großen Vorteile, die Ihnen ein ständiger ß e s u c h des Z ED CW bietet. —Kleines To.— Unter den Linden Merkur 1624 Täglich 8Vi Uhr GanoviEliie. I«im-Tten« Täglich SVj Uhr Der grofie Erlolg Erika v.Thellmaoa Karl Vespcrmano in: Morgen gehts uns gut) Montag, den ll.Äpri! nachmittags J Uhr HAUSWERUHö Rgstauan} Berlins/ Rennen zu K&RISHORST Sonntag, den 10. April, nachm. 3Uhr Rosenberg-Jagdrennen 'swTnemünller11 ifies€ils$liigl!sliaus! Inhaber: A.. KALLiES .Säle frei! | Inden Oonncrsiag_ sipziqer Sdngsr in mH- ilmmk 9 E 0 i E: w «iSternbefg \ OUHR MOZART m. AM NOllENDORfPlAl? VORVERKAUF PALLAS 06?9 GALA VORSTELLUNG AUFWÄRTS-KONZERT Am Mittwoch, dem 13. April 1932, nachmittags von 3 bis 6 Uhr, findet imgroßenSaal des Berliner Gewerkschaftshauses das schon am ersten Osterfeiertag angekündigte III. AUFWÄRTS-KONZERT statt. Es wirken erstklassige Kräfte mit. Die Musik wird ausgeführt vom Kammerorchester des Deutschen Musiker-Verbandes unter Leitung von Paul Müller. Für Stimmung sorgt Karl Boldt.— Eintritt 25 Pfennig. Karten sind im Vorverkauf zu haben im Zimmer 7 des Gewerkschaftshauses,! Tr.; im Zimmer 33 des GewerkschaUshauses, 2 Tr.;as!eigeV!Müll!zI!Müii!!g. Landparzellen bei Aaven (Vahnst. und Ehoussee) v. 1000 qm an, Preis 20—60 Pf. p. gm, verk. der Bes. Dorckiardk, Ehorlottbg., Wielandstr. 33. Tel.. J 1 Bismarck 372. 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