Nr. 175. Erscheint täglich außer Montags. Preis pränumerando: Vierteljährlich 3,30 Mart, monatlich 1,10 Mt., wöchentlich 28 Pfg. frei in's Haus. Einzelne Nummer 5 Bfg. Sonntags- Nummer mit illustr. Sonntags- Beilage„ Neue Welt" 10 Pfg. Post- Abonnement: 3,30 Mt. pro Quartal. Unter Kreuzband: Deutschland u. DesterreichUngarn 2 M., für das übrige Ausland s Mt. pr. Monat. Eingetr. in der Post Zeitungs: Preisliste für 1896 unter Nr. 7277. Vorwärts 13. Jahrg. Infertions- Gebühr beträgt für die finfgespaltene Petitzeile oder deren Raum 40 Pf., für Vereins- und Bersammlungs- Anzeigen 20 Pfg. Inferate für die nächste Nummer müssen bis 4 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochen= tagen bis 7 1hr abends, an Sonnund Festtagen bis 9 Uhr vormittags geöffnet. Eernsprecher: Amt 1, v. 1508 Telegramm- Adresse: " Sozialdemokrat Berlin". Berliner Bolksblatt. Zentralorgan der sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: SW. 19, Beuth- Straße 2. Abonnements- Einladung. Mit dem 1. Auguft eröffnen wir ein neues Abonnement auf den „ Vorwärts" mit der illuftrirten Sonntags- Beilage ,, Die Neue Welt". Mittwoch, den 29. Juli 1896. Der Schuh der Arbeiter vor Gefahren. Wiederholt ist von unserer Partei in der Preffe wie im Reichstage darauf hingewiesen worden, daß das Unternehmerthum rücksichtslos Gesundheit und Leben der Arbeiter in Gefahr bringt, wenn es sein Vortheil erheischt, und daß nur ein streng durchgeführter gefeßlicher Schuh verhindern kann, daß Jahr aus Jahr ein zehntausende von Expedition: SW. 19, Benth- Straße 3: geschütt ist, wie der Stand der Fabrikarbeiter. Bevölkerung- und das nicht anzuerkennen, ist nichts weiter als ein Zeichen ganz falten und herzlosen Undants." In Arbeiterkreisen hat sich damit Iskraut und seines Gleichen die andern sind ebenso gerichtet; dem Unternehmerthum waren aber diese Worte Labsal. In den Berichten der preußischen Gewerberäthe für 1895 sind sowohl über die Ursache der Unfälle wie über die der Gesundheitsschädigungen einige Urtheile gefällt worden, die vollauf unsere schon früher ausgesprochenen Ansichten bestätigen. Westpreußen, indem er auf die Geschäftsberichte des ReichsGewerberath Prilling in Danzig schreibt aus dem Bezirk Bersicherungsamts bezug nimmt: Um so unangenehmer wird es ihm sein, daß ernster zu nehmende Männer die Kritik unterstützen, die von Seiten der Sozialdemokratie am bestehenden Arbeiterschutz geübt wird. Es muß lobend anerkannt werden, daß die Berichte einiger GeArbeitern zu grunde werbe- Inspektoren offen und ehrlich die obwaltenden Verhältnisfe gerichtet werden. Gewöhnlich wurde uns dann entgegengehalten, schildern und dabei zu denselben Schlußfolgerungen kommen, die Es ist die Pflicht eines jeden Parteigenossen, für die daß ein solcher Schuh der Arbeiter jetzt schon bestehe und die von unserer Seite gezogen wurden. Weiterverbreitung des Zentralorgans der Partei nach Berufsgenossenschaften eine große Fürsorge ausKräften thätig zu sein. Allseitig anerkannt ist die Beübten, um die Zahl der Unfälle zu vermindern, fchon im eigenen deutung unseres Blattes in dem großen Befreiungs- Interesse, da ja die Unternehmer die Kosten der Unfälle zu tragen tampf des Proletariats, und auf das beste bewährt hat hätten". fich feine knappe, schnelle und genaue Berichterstattung, Seilung innerhalb 13 Wochen beendet ist, fallen den Kranten Letztere Behauptung ist ganz unrichtig; alle Unfälle, deren namentlich während der umfassenden Kämpfe, welche die tassen zur Last und bei diesen haben die Arbeiter zwei Arbeiterschaft in den letzten Monaten mit dem Unternehmer- Drittel der Beiträge zu entrichten, bei den Hilfskaffen thum auszufechten hatte. zahlen sie dieselben völlig. Also es sind auch ArbeiterUeber dem politischen und wirthschaftlichen groschen, die dabei dabei in betracht kommen und zwar Theil werden aber die lokalen Vorkommnisse Berlins in ganz bedeutendem Maße, denn 1894 waren in den feineswegs vernachlässigt. Die Besprechungen unserer tom verficherungspflichtigen Betrieben 213 363 Personen verletzt worden, munalen Angelegenheiten bringen den Leser in die Lage, die auf Kosten der Krankenkassen gepflegt wurden, während 69 619 auf die Unfallversicherung famen. die Erscheinungen auf diesem wichtigen Gebiet des öffentlichen Lebens genau zu verfolgeu. Der lokale Theil schon aus eigenem Intereffe" ausreichend sein müffe, ist außerDaß die Fürsorge der Berufsgenossenschaften des Vorwärts" verzeichnet alle Begebenheiten des Tages dem auch deshalb unrichtig, weil es für den Unternehmer weit und giebt ein getreues Bild des Vereins- und Vervortheilhafter ist, Schutzvorrichtungen gegen die Gefahren des sammlungslebens, welches in Berlin besonders starke Betriebs nicht anzubringen und dadurch Ausgaben zu Wellen schlägt. sparen. Wenn dann auch Arbeiter zu grunde gehen, so foftet ihm das nicht viel und wenn es sich um Gesundheits schädigungen handelt, welche allein den Krankenkassen zur aft fallen, dann kostet es ihm häufig gar nichts. " Ebenso widmen wir dem Feuilleton die größte Aufmerksamkeit, Die vielfach verbreitete Meinung, daß die gewerblichen Unfälle sich seit Inkrafttreten des Unfallversicherungsgesetzes vermindert hätten, stellt sich hiernach als irrthümlich bar. Es wird vielfach angenommen, die verschärfte Kontrolle über die Anmeldung der Unfälle hätte eine Erhöhung der Unfallziffer in den den Nachweisungen herbeigeführt, ohne daß eine dem völlig entsprechende Ver= mehrung der Zahl der Unfälle in Wirklichkeit ein. getreten wäre. Man täuscht sich aber über diese Erscheinung, wenn dem zuverlässiger gewordenen Meldewesen zu große Bedeutung beigemessen wird. Die Zahl der Unfälle, für welche Anzeigen erstattet worden sind, steigerte fich von 27,42 in 1887 auf 37,21 in 1894 vom Tausend gerechnet, also um 35,7 Prozent. Die Zahl der ents Von dem zur Zeit im Vorwärts" erscheinenden Roman chädigungspflichtigen Fälle, bei welchen jeder von Bulwer, der in der Weltliteratur einen hervorragenden heute als eine so besonders großartige Leistung gepriesen wird, Die Folge diefes völlig ungenügenden Arbeiterschutzes, der Zweifel an der Zuverlässigkeit der Angaben ausgeschlossen ist, fteigerte sich bei 1000 Personen von 4,14 in 1887 auf 6,54 in Blatz einnimmt, liefern wir neu hinzutretenden Abonnenten ist die, daß die Arbeiter ebenso mit ihrem Leben, wie 1894, also um 58 p Ct. Hieraus darf gefolgert werden, daß den bis jetzt in unserem Blatte erschienenen Theil gratis mit ihrer Gesundheit dem Unternehmerthum die Profite erdas zuverlässiger gewordene Meldewesen in der That nach. Nachdem Rienzi" beendigt sein wird, bringen arbeiten müssen. Ja, die Unfälle nehmen in bedeutendem nicht den Einfluß auf die Erhöhung der Unfallziffer haben wir aus der Feder von E. Bosquet einen Roman Maße zu! Und das ist nicht, wie der jetzt glücklich aus dem fann, welcher ihm gewöhnlich beigemessen wird." der Unternehmerinteressen ,, Arbeiterinnenloos", der in meisterhafter Schilderung Reichstag verabschiedete Vertreter Derselbe Gewerberath läßt auch seit 1894 in seinem Bezirk ein packendes und in seiner Art typisches Bild von der Lage wie früher alle, auch die kleinsten Beschädigungen zur der Unfälle zu ersehen sind Möller- Dortmund sagte, nur dadurch veranlaßt, daß jetzt mehr Tabellen anfertigen, aus denen die Entstehungsursachen eine Maßnahme, deren all. der französischen Arbeiterin giebt. Anzeige gelangten. Nein, diese Zunahme der Verstümmelung und gemeine Durchführung dringend zu fordern ist. Aus den Tödtung der Arbeiter rührt von dem immer ungenügender Tabellen ergiebt sich, daß die Unfälle herbeigeführt wurden zu werdenden Schuge her, der den Arbeitern zu theil wird. 88,5 pCt. durch Gefahr des Betriebes an sich bei ge= Als dies von unserer Seite im Reichstage erklärt wurde, ringer Unachtsamkeit des Arbeiters; zu 2,6pCt. durch Verschulden ereiferten sich besonders die Nationalliberalen über diese Ver- der Mitarbeiter; zu4,5 pt. durch Gefahr der Betriebe an hetung"; ihnen half der Antisemit Iskraut, der in bezug sich bei grober Unachtsamkeit; nur 0,7 pet. durch Nichts auf den ganzen Arbeiterschutz in Entgegnung auf die Angriffe benutzung der Schutzmittel; 1,7 pet. durch ungenügende Aufdes Genossen Wurm am 24. Januar d. J. sagte: sicht oder Nichtbeachtung der Vorschriften seitens des Unter ,, Es ist nichts weiter als ein Zeichen der tältesten und nehmers, und 2 pCt. durch mangelhafte oder fehlende Schutzhärtesten Undankbarkeit, wenn von seiten der vorrichtung. Sozialdemokratie nicht anerkannt wird, daß auf diesem Diese Zusammenstellung zeigt deutlich, daß der weit überGebiet etwas nicht blos, sondern ein ganz bedeutender wiegende Theil der Unfälle vermieden werden kann, Theil gethan ist. Es giebt augenblicklich feinen wenn genügende Vorkehrungen getroffen werden. Denn Stand Deutschland, der so durch Geseze die Gefahr der Betriebe, bei denen schon durch geringe Unacht" Für Berlin nehmen sämmtliche Zeitungsspediteure, sowie unsere Expedition, Beuthstr. 3, Bestellungen entgegen zum monatlichen Preise von 1 Mark 10 Pfennige frei ins Haus. Für außerhalb nehmen sämmtliche Postanstalten Abonnes ments zum Preise von 2,20 M. für die Monate Auguft n. September entgegen.( Eingetragen in der Post- Zeitungsliste für 1896 unter Nummer 7277.) 83] Redaktion und Expedition des ,, Vorwärts". Rienzi. Der lehte der römischen Volkstribunen. Roman von Edward Lytton Bulwer. 3 weites Kapitel. Die Unterredung und der Zweifel. " Als Adrian von dem Palast seines Vormundes nach der Richtung des Forums ging, begegnete er dem Bischof von Orvieto, der, auf einem kleinen Pferde sizzend, und durch einige seiner Diener begleitet, plößlich anhielt, als er den jungen Ritter erkannte. es macht der Stadt Ehre, wenn sie Achtung für die Wissens schaften zeigt." " Des Jubiläums nicht zu erwähnen," fügte Adrian lächelnd hinzu. Ah, des Jubiläums nicht zu erwähnen, sehr gut! Lebe wohl für jetzt." Und der Bischof vitt in feierlichem Schritt weiter, um seine verschiedenen Freunde zu besuchen, und sie aufzufordern, ebenfalls morgen im Lateran zu er fcheinen. ,, D, laß fie! laß sie! sie haber nicht unsere Erfahrung, unsere Kenntnß der Welt, Adrian. Ich bitte Dich, wann Ah, mein Sohn, es ist selten, daß ich Dich sehe; wie find wohl jemals durch Redensarten Kastelle gestürmt, oder geht es Dir?- gut?- So, so; es freut mich, es zu Soldaten bestochen worden? Ich habe es gern, wenn vernehmen. Ach, was ist das hier für ein Wesen im Ver- Adrian setzte jetzt seinen Weg fort, bis er über das Rienzi mit dem Pöbel über das alte Rom und solches Zeug gleich zu unseren ruhigen Genüssen in Avignon! Dort finden Kapitol hinaus, bei dem Triumphbogen des Severus, den spricht; sie haben dann etwas, womit sie sich beschäftigen sich alle Männer leicht zusammen, die, wie wir, denselben verfallenden Säulen des Jupitertempels vorbei war, und und worüber sie schwagen können, und so verfliegt alle Vergnügungen, denselben Studien ergeben sind. Aber hier sich unter dem langen Grase, dem Gebüsch und den verihre Reckheit in Worten; sie könnten vielleicht ein Haus dürfen wir kaum unsere Häuser, außer bei wichtigen Ge- nachlässigten Weinstöcken befand, welche die jetzt unterverbrennen, wenn sie seine Rede hörten. Aber da wir ein- legenheiten, verlassen. Aber da wir von wichtigen gegangene Pracht des goldenen Hauses des Nero bedeckten. mal davon sprechen, so muß ich geftehen, daß der Pedant Angelegenheiten sprechen, so fällt mir unseres Sich auf eine, auf der Erde liegende Säule an dem in seinem neuen Amt unverschämt geworden ist; hier, hier, guten Rienzi Einladung in den Lateran ein; Du wirst Drt segend, wo der Wanderer jetzt in die sogenannten dieses Papier erhielt ich heute, ehe ich aufstand. Ich höre, boch dabei sein; es ist ein sehr schweres Latein, was er Bäder der Livia hinabsteigt, sah er ungeduldig nach daß alle vom Adel ein ähnliches erhalten haben. Willst erklären will so sagt man mir wenigstens sehr der Sonne, als tabele er sie wegen der Langsamkeit ihres Du es lesen?" und der Alte übergab seinem Verwandten interessant für uns, mein Sohn- sehr!" Laufes, ein Papier. " Ich habe dasselbe erhalten," sagte Adrian, nachdem er einen Blick hinein geworfen. Es ist ein Gesuch Rienzi's, uns in der Kirche St. Johann von Lateran einzufinden, um die Erklärung einer alten, kürzlich aufgefundenen Tafel anzuhören. Sie steht, wie er sagt, in der innigsten Verbindung mit der Wohlfahrt Roms." SIAGNO Es ist für morgen bestimmt," erwiderte Adrian. Ja Nicht lange jedoch hatte er gewartet, als er einen gewiß, ich werde dort sein." leichten Schritt durch das duftende Gras kommen hörte, und durch die Weinranken erblickte er jetzt ein Gesicht, das wohl der Nymphe, der Gottheit des Drtes, hätte angehören tönnen. " Und höre, lieber Sohn," sagte der Bischof, indem er seine Hand vertraulich auf Adrian's Schulter legte, ich habe Gründe, zu hoffen, daß er unsere armen Bürger an das Jubiläum für das Jahr 50 erinnern, und sie auffordern wird, die Wege von den Räubern zu reinigen; eine „ Das mag wohl für Professoren und Gelehrte sehr sehr nothwendige und bei Zeiten zu nehmende Maßregel; unterhaltend sein. Entschuldige; ich dachte nicht daran, denn wer wird der Absolution wegen hierher fommen, daß Du auch für solche Sachen Geschmack haft, und auch wenn er in Gefahr steht, unterwegs ohne Vergebung seiner mein Sohn Gianni wird es gern hören. Gut! gut! das Sünden in das Fegefeuer zu fahren? Du hast den Rienzi find unschuldige Vergnügungen. Geht nur hinder Mann gehört?-ja? ist es nicht ein Redner wie Cicero? spricht gut." nicht wahr? Gut, der Himmel segne Dich, mein Sohn! Du wirst doch nicht fehlen?" Wollt Ihr nicht auch hinkommen?" " Ich guter Junge ich!" sagte der alte Colonna, indem er so verwundert aussah, daß Adrian sich nicht enthalten konnte, selbst über die Einfalt seiner Frage zu lachen. " -O Nein; ich gewiß nicht." Doch höre noch ein Wort; sage allen, denen Du begegnest, es sei wahrscheinlich, daß viele kommen würden; Meine süße, schöne Frene! Wie soll ich Dir danken!" Es dauerte lange, ehe der entzückte Liebende in Frenen's Bügen eine Traurigkeit bemerkte, die sie sonst nie in seiner Gegenwart gezeigt hatte. Auch ihre Stimme zitterte, und ihre Worte schienen talt und gezwungen. Habe ich Dich beleidigt?" fragte er, oder welches Unglück ist Dir widerfahren?" Frene erhob ihre Augen zu denen ihres Geliebten und sagte, ihn ernsthaft anblickend:" Sage mir, aber aufrichtig, würde es Dich sehr schmerzen, wenn dieses unsere letzte Zusammenkunft wäre?" ( Fortfehung folgt.) samkeit deS Arbeiters ein Unfall entsteht, beruht, wenn nicht auf Mangel an Schutzvorrichtungen, so daran, daß nicht geübte, der Arbeit nicht gewachsene Personen zur Verwendung gelangen, und daß die Hetzjagd bei der Arbeit, oft durch die A k k o r d a r b e i t, oft durch Antreiben seitens der Vor- arbeit er verursacht, zu solchen Unfällen Anlaß giebt. Wie die Tabellen zeigen, sind die zahlreichen Unfälle in gefährlichen Betrieben bei Transport, Verladungen und durch Sturz der Arbeiter erfolgt. Der Geiverberath für W e st p r e u ß e n fügt hinzu: „Bei der S te igerung der Unfallgcfahr in den gewerb- lichen Betrieben überhaupt muß der Schutz der Ar- beiter vor Gefahren, und zwar sowohl gegenU»> fälle als auch besonders gegen gesundheits- schädliche Einflüsse dauernd als ein sehr w e s e n l- licher Theil des Gewerbe- Aufsichtsdienstes angesehen werden, wiewohl die Möglichkeit der Unfallver- hütung nicht so groß ist, wie allgemein angenommen wird." Wir geben zu, daß die Grenzen innerhalb der heutigen Pro- duktionsweife euggezogen sind, denn sie wird nicht die Hauptübel beseitigen: die Verwendung ungelernter Arbeiter, die Ab- setzung derselben durch übergroße Arbeitslast und die ungenügende Entlohnung, die wieder eine ungenügende Ernährung- und damit Verringerung der körperlichen und geistigen Spannkraft zur Folge hat. Trotzdem könnte eine schärfere Kontrolle vielen taufenden von Arbeitern jährlich die Gesundheit und das Leben erhalte». An den A r b e i l e r n liegt es nicht, wie manche Unternehmer behaupten. Der w e st p r e u ß i s ch e Bericht erklärt ausdrücklich:„Es ist nicht anzunehmen, daß die Schutzvorrichtungen von den Arbeitern ab- sichtlich beseitigt werden, sofern sie bei ihrer Arbeit dadurch nicht erheblich behindert werden." Daß das Gegentheil auch vorkommt, bestreiten wir gar nicht. Je u» i n t e l l i g e n t e r der Arbeiter ist, um so weniger wird er der Maschinenarbeit gewachsen sein und den Nutzen der Schutzvorrichtungen begreifen. Je mehr ungelernte und unreife Arbeiter zu den komplizirtesten Thätigkeiten heran- gezogen werden— als Preisdrücker— je mehr dabei die Arbeitszeit wächst und der Lohn fällt, um so mehr wird der Arbeiter auch die Schutzvorrichtungen nicht genügend würdigen. Zlus dem Bezirk Frankfurt a. O. bringen die Berichte dafür den Beweis. Der dortige Gewerbe- rath klagt, daß in der H o l z i n d u st r i e soviel Unfälle vor- kommen und zwar wegen der„zuweilen überaus leichtfertigen Weise, mit der Arbeitgeber wie Arbeitnehmer hin- sichtlich der Holzbearbeimngs-Maschinm verfahren." Daran schließt folgende Mittheilung:„Leider werden auf den in ländlichen Bezirken befindlichen Schneidemühlen noch oft frisch eingestellte Tagelöhner als Hilfsarbeiter bei Kreissägen verwendet." Im Regierungsbezirk Düsseldorf waren an Gebläse- Maschinen jugendliche Arbeiter beschäftigt, die ums Leben kamen. „Jetzt sollen", heißt es im Bericht,„wie aus anderen Hochofenwerken nur noch erfahrene und erwachsene Arbeiter an den Gebläsemaschinen Verwendung finden. Ebensowenig dürfte es statthaft sein, einem jugendlichen Arbeiter das An- drehen eines Gasmotors zu überlassen. In einem solche» Falle mußte sich ein Junge dabei über seine Kräfte an- strengen, so daß er nicht schnell genug loslassen kounteund sogar verletzt wurde." AuS dem Bezirk H i l d e s h e i m heißt es: ..Die Hälfte der Unfälle, die um ISpCt. gegen das Vorjahr stiegen, fällt auf die Gewerbe-Jnspeklion Hildesheim und hiervon wiederum öl pCt. auf die Eisen- und Stahl- Berufsgenossenschaft. Allein das Pein er Walzwerk meldet 511 Unfälle gegen 3SS im Vorjahre. Da die Zahlen aus diesem Werke zuverlässig sind und jede noch so geringfügige Verletzung gemeldet wird, so läßt sich der Einfluß erkennen, den die Einstellung neuer, noch nicht mit den betreffenden Arbeiter vertrauter Arbeits- k r ä f t e auf die Zahl der Unfälle ausübt. Während die Arbeiterzahl sich um etwa 18 pCt. vergrößert hat, ist die Zahl der Unfälle gegen das Vorjahr um 31 pCt. gestiegen." Das gleiche wird aus den Zuckerfabriken gemeldet. Der P o s e u e r Beamte schreibt: „Die Unfallgefahr in den Zuckerfabriken entspringt nur zum geringeren Theile der nicht genügenden Sicherung der Betriebseinrichtungen, vielmehr hat den hauptsächlichste» An- theil der Umstand, daß in jeder Kampagne wechselndes Arbeiterpersonal verwendet wird, das kaum angelernt, wieder entlassen werden muß.— Die Verhütung von Unfällen hängt wesentlich auch von einer energischen Fabrikleitung und einem zuverlässigen Aufsichts- und Arbeiterpersonal ab." Die Energie der Fabrikleitung wird besonders dann nützlich sei», wen» sie sich darauf richtet, bessere Bezahlung und kürzere Anstrengung der Arbeiter zu erwirken und dadurch ein leistungsfähigeres, intelligenteres Personal zn bekommen. Wenn aber aus ganz Deutschland, Polen und Rußland die schlecht bezahltesten, gefügigsten und unintelligentesten Arbeits- kräfte in die Zuckerfabriken geholt werden, bleibt es, wie es war: die Zuckerproduktion geschieht auf Kosten der Steuer- groschen aller Arbeiter und der Gesundheit der dort beschäftigten; das sind die Grundlagen der hochzuhaltenden„nationalen Industrie". Auch die von uns seit Jahren erhobene Forderung, daß Maschinen gleich mit den zugehörigen Schutzvorrichtungen gebaut werden müssen, findet Unterstützung seitens der Gewerbe- Inspektion(Pommern); ein energischeres und allseitiges Vor» gehen könnte da ebenfalls manchen Schaden beseitigen. Die Berichts zeigen, daß einige Beamte sowohl sehen gelernt haben als auch das. was sie sahen, offen ausspreche»! Es ist dies ein Fortschritt gegen früher; aber er müßte»och weit größer sein, wenn er Wirkung haben sollte, denn die Selbstsucht des Kapitalismus ist nicht durch sanfte Mahnungen zu de- seitigen. Dazu bedarf es einer Energie— wie sie nur die LI r b e i l e r besitzen, die im gewerkschaftlichen und politischen Kampf sich ihr Recht aufs Dasein erobern müssen. Inkertmkirmsrfe« und London, 26. Juli 1896. Die Friedensdemonstration im Hydepark.*) Unter herrlichstem Sonnenschein vollzog sich die Ausstellung und der Abmarsch der zu Tausenden versammelten Arbeiter Londons, um im Hydepark, der historischen Stätte aller großer politischer Kundgebungen des letzten Halbjahrhunderts für die Friedensliebe der Arbeiter aller Länder, für die Beseitigung der wirthschaftlichen Ausbeutung und für die Vergesellschast- lichung der Produktionsmittel zu demonstrire». Und die Londoner Arbeiterschaft, an ihrer Spitze die frei- erwählten Vertreter ihrer Klassengenossen aus allen zivilisirten Ländern, prägte dieser Demonstration einen ganz be- stimmten Charakter auf. nicht nur dadurch, daß sie die Soziali- sirung der Produktionsmittel verlangte, sondern daß sie zugleich auch offen aussprach, die Arbeiterschaft könne ihre wirthschaft- liche und politische Befreiung nur erlangen, wenn sie die politische Macht erobere Und zu dem Zwecke müsse sie überall das all- gemeine Stimmrecht fordern und zu erreichen suchen. Damit ist für den Internationalen Arbeiterkongreß, der morgen früh eröffnet wird, Klarheit geschaffen. Der Versuch der Handvoll Anarchisten aus den verschiedenen Ländern, t» denen ') Leider verspätet eingetroffen. sie die Arbeiterbewegung entweder wie in Holland auf eine gewisse Zeit hinaus ruinirt haben oder in der sie, wie in Deutsch- land, Belgien, Frankreich und England, sich abgewirthschaftet haben, der Versuch, den Internationalen Kongreß zu benutzen, um ihre Bedeutungslosigkeit für den Augenblick ins Gegentheil zu verwandeln, wird jämmerlich scheitern. Es war eine Riesendemonstration, nicht nur für den Frieden, sonder» auch für den Sozialismus. Einige Minuten weniger als eine Stunde dauerte es, bis der ganze Zug in Be- wegung war; punkt halb 3 Uhr ertönte das Abgangssignal und 26 Minuten nach 3 Uhr zog das letzte Banner über den Abgangspunkt, die Vbariog Oross-Eisenbahnbrücke. Mehr als 66 Musikkapellen waren im Zuge, über 600 Organisationen (Vereine, Parteigruppen, Gewerkschaften, Temperenz- und Unterstützungsgesellschaften, soweit sie aus Arbeitern be- stehen u. s. w.) ivaren mit ihren Fahnen vertreten— es war ein wogender Fahnenwald, der in allen Farben im glänzenden Sonnenschein schimmerte. Die Zahl der am Viktoria-Embankment ausgestellten Arbeiter mag beim Abmarsch gegen 100 000 betragen haben; diese Zahl wuchs im Zuge durch die Stadt bis zum Hydepark immer weiter an, weil aus den Tausenden, die sich längs der Straße auf dem dreiviertelstunden langen Weg auf- gestellt hatten, immer neue Gruppen sich anschloffen. Den Zug eröffneten 25 berittene Mitglieder der Gewerkschaft der vereinigten Hufschmiede, mit einer 40 Mann starken Musik- bände, hinter der die verschiedenen Organisationskomitees des Kongresses sowie die bis jetzt in London eingetroffenen D e l e- g i r t e n marschirten. Dann folgten in endloser Reihe die Ge- werkschaften und sonstigen Partei- und Arbeiterorganisationen; abgeschlossen wurde der Zug durch einen förmlichen Park der verschiedensten Fuhrwerke, auf denen Frauen und Kinder saßen, die weit aus dem Norden und Süden oder aus dem langgestreckten Osten Londons gekommen, die weite Strecke unmöglich zu Fuß zurücklegen konnten. Die großen alten Gewerkschaften waren wohl alle vertreten, ebenso die sog. neuen: nebe» zahlreichen Sektionen der Gas- arbeiter und allgemeinen Tagelöhner fielen besonders die Gewerk- schasten der städtischen Arbeiter, der Briefträger, der E i s e n b a h» a n g e st e l l t e n, der M i l i t ä r s ch n e i d e r und Militär musikin st rumenten- Arbeiter, der vereinigten Ladenangestellten, der Markthallenträger, der Zündholz-Arbeiterinnen, der Arbeiter im Worlicher Arsenal w.:c. Die Straßen, durch welche der Zug sich im raschen Schritt bewegte, waren durch Schutzleute freigehalten; ebenso marschirten an der Seite des Zuges Schutzleute, um das ruhige Fortbewegen zu erleichtern: vielleicht lernt die Berliner Polizei, die za während des Kongresses in London durch ihre Kommissare vertreten ist, hier eine Seite ihrer Aufgabe tiefer erfassen, als sie sie bisher praktizirte: nämlich, daß sie bei solche» Gelegenheiten für die Bürger da ist, zu denen die Arbeiter hier unbestritten zählen. Wie es Sitte ist bei solchen Demonstrationen, waren auch heute eine ganze Reihe von Fahnen- und Plakatinschriften dem Zweck der Demonstratio» angemessen. Wir können natürlich nur einige hervorheben: Einer lautet: Laßt jene kämpfen, die a»S dem Kriege Vortheil ziehen. Ein anderer endlich: Die jüdischen Arbeiter sind für den Frieden, Die jüdischen Kapitalisten sind für den Krieg! die Matrosen- und Heizerunion führte einen Wagen mit sich, auf dem Neptun mit Bären und Wölfen saß. Die Poplarfektion der unabhängigen Arbeiterpartei hatte einen Wagen ausgerüstet mit einer Friedensgruppe. Weißgekleidete Kinder und Mädchen mit phrygischer Mütze umlagern die Göttin des Friedens mit dem Falmenzweig. Die p o l i t i s ch en Organisationen hatten fast durchgängig rothe Fahnen, theils mit, theils ohne entsprechende anfeuernde Inschriften, zahlreiche rothe Fahnen waren außerdem mit der phrygischen Mütze geschmückt; kleinere Klubs hatten ein- sach an eine Stange ein Stück flatterndes rothes Tuch gebunden, andere wieder vermochten kaum die schweren seidenen Banner und Fahne» gegen den Wind zu halten. Die Gewerkschaftsfahnen sind nahezu insgesammt aus schwerer Seide, vorwiegend grün und roth, einzelne geradezu künstlerisch bemalt. Sie tragen Namen und Zweig der Gewerk- schaft, meist mit den Berufsinsignien und einem anfeuernden Motto. Szenen aus dem Familienleben, hier der organisirte Arbeiter im glücklichen Heim, darunter der unorganisirte Arbeiter in verwahrloster schmutziger Hütte. Kranken- und Unterstützuugsvereine haben Szenen dargestellt, wie durch die Organisation das Elend aus der Familie ferngehalten wird, Temperenzler Unglücks- und Schreckensbilder aus Trinkerfamilien; die ffidische Schneidergewerkschaft hat auf einer ihrer Fahnen eine Versammlungsszene, in welcher L. Lyons die Abschaffung der Schwitzarbeit fordert, auf der Rückseite eine Schwitzstube mit ihren Opfern; in den vier Ecken das trostlose Heim des Schwitzarbeilers, das prachtvolle Heim des Ausbeuters, die Hölle des Sweatinghauses und daneben die Villa des Konfektionärs. Eine andere Fahne dieser Gewerkschaft zeigt die starke Hand des Arbeiters mit der Umschrift Organisation: Durch den Fleiß der Organisation ist die Macht des Unter- nehmers zersprengt, die Kapitalisten fliehen. Wieder eine andere Fahne stellt die strahlende Freiheitsgöttin dar, wie sie ans und über den Greueln des Kriegs sich erhebt. Ruhig, aber freudigen, begeisterten Blickes und begrüßt von sympathischen Zurufe» der Tausenden, die am Wege sich ge- sammelt, ziehen diese tausende von Arbeitern nach dem Hydepark: blühende Mädchen in rothen Blousen neben verwelkten, von Arbeil und Sorge gebrochenen Müttern; kräftige Burschen mit breiter Brust und sehnigem Arm neben den wankenden Gestalten jugendlicher Greise aus Fabrik und Schwitzstube, neben gebeugten, von Kummer, Entbehrung und Ueberarbeitung früh gebrochenen Männern — Kinder zarten Alters, denen der Fluch der Arbeit in Gestalt und Gesicht wie ein Kainszeichen aufgeprägt ist— der Riesenzug ist eine furchtbare Massenanklage gegen die heutige Gesellschaft— ein Menetekel der letzten Stunde! Als der Zug im Hydepark anlangte, hatte der Himmel sich verdüstert, Regentropfen sielen— ei» paar Minuten und ein Platzregen goß eine halbe Stunde lang in riesigen Bächen nieder— damit war natürlich die Demonstration im Parke selber nahezu unmöglich geworden— die Massen suchten Schutz vor dem Liegen, die Redner auf den zwölf Tribünen mußten unter diesen Umständen sich natürlich auf wenige Worte beschränken, umgeben von verhältnißmäßig kleinen Gruppen, die trotz des strömenden Regens aushielten. Auf jeder der Tribünen waren die verschiedenen Nationen durch ihre Redner vertreten, Deutschland durch Bebel, Liebknecht, Singer, Oesterreich durch Adler, Kautsky, Resel, Frankreich durch Lafargue, Guesde, Jaurös. Vaillant, Millerand, die Italiener durch Ferri, Belgien durch Vandervelde, Spanien durch Jglesias, Dänemark Knndsen und Holm, die Schweizer durch Greulich und Bttrkli, Rußland durch Plechanow und Volkowsky, die Polen durch Daszynski und so weiter, die Engländer durch die zahlreichen Vertreter der größten gewerkschaftlichen und politischen Organisationen: Watts, Pearson, Gibbsen, Mary, Gray, Beim Tillet, Tom Mann, Hobele, W. Thorne. Wilson, Williams, Pickard, Hyndmann, Queich, Aveling, Mc. Corthy, Edith Lanchester u. a. Die angenommene Resolution haben wir schon in unserem Begrüßungsartikel veröffentlicht. Mag der Gewitterrege» auch die volle Entfaltung der Demonstration gehindert und vor allem verhindert haben, daß die Tausende und Abertausende der angesammelte» Menschen- massen ihrer Sympathie mit den demonstrirenden Arbeitern Aus- druck gaben— die Bedeutung dieser Friedenskundgebung in- mitten des völkerverhetzenden Treibens der herrschenden Klassen wird ihre Wirkung üben: die Arbeiter- Internationale de? Friedens trat gestern ihren Siegeszug an; von London über die ganze Welt. London. 27. Juli 1896. Nachdem der strömende Regen— die„Daily News" nennt ihn eine Sintfluth— etwas nachgelassen, fanden sich am Sonntag Abend die Delegirten des Kongresses zum offiziellen Empfang zusammen in den Räumen des Horseshoe-Hotels. Diese erwiesen sich als viel zu klein. Heute früh 9 Uhr traten die Delegirten der einzelne» Nationen zusammen, um die vorläufige Prüfung der Mandate vorzunehmen und für die einzelnen Punkte der Tagesordnung die Delegationen und Kommissionen zu er- nenne». In die M a n d a t sp r ü f u n g s- K o m m i s s i o n wurden gesandt: Fischer, Ulrich, Zetkin; ins Kongreß- Bureau: Liebknecht und Singer. In die Kommission für die Agrarfrage: Bebel, Schoenlank; für politische Aktion: Singer, Liebknecht; für w i r t h s ch a f t l i ch e und gewerkschaftliche Aktion: Legie», Molkenbuhr; für Krieg: Grillenberger, Wurm; für Erziehung und kör perlicheEnt Wickelung: Dietrich, Zetkin; für O r g a- s a ti o n: Bock, Segitz. Für den Freitag Abend hat der Kommunistische Arbeiter- Bildungsvcrein die deutschen Delegirten zu einem Kommerse eingeladen. Die internationale parlamentarische Konserenz soll am Dienstag Abend ihre Sitzungen eröffnen. Deutschland ist durch folgende Delegirte vertreten: Bebel. Liebknecht und Singer für Parteileitung und Fraktion; Frl. Baader. Borgmann, Erbe und Fischer für Berlin; Grillenberger für das rechtsrhein. Bayern, Kerrl- und Junge-Bremen(Zigarrenarbeiter) Scheps(Breslau und Provinz Schlesien), Vetters(Wadlkreis Frankfurt a. M), Schnlzc-Cossebaude(neun erste ostsächsische Wahlkreise), Schumann-Bielefeld(Minden, Münster-Lippc-Detmold), Wurm(Reuß und 10. Hannover), Schoenlank(Leipzig Stadt und Land), Ihrer(deutsche Frauen und Wahlkreis Osthavelland), Zetkin (deutsche Frauen U.Schneider U.Schneiderinnen), Joos-Schivarzburg Sondershausen, Tbomas-Rirdorf(Dlsch. Steinardeiter), Kloß(Holz- arbeiter), Tauscher(Württe»ibg. Sozialdemokraten), Legten(Echlesw.- Holstein), Meist(Rheinland), Klees(Halle u. Magdeburg), Bock (Schuhmacher u. Gotha), Störmer- Hamburg(Seemann- Verein). Jahn-Charlottenburg(Porzellanarbeiter), Dreesbach(Baden), Grünberg-Hartha(10. sächs.), Hng-Ba»t(Oldenburg), Ulrich (Hessen), Metzschke-Altenburg(Hutarbeiter), Stühmer-Hamburg (Schneider), Molkenbuhr(Hamburger Wahlvcrcine), Jserloh- Lüdenscheid(Westliches Westfalen), Segitz(Metallarbeiter). Rüther(Berliner Metallarbeiter), Wiehle(Brauer), Bern- stein-London(Kollbuser Textilarbeiter), Diederich(Bremen): also �41 Delegirte aus Deutschland. Dazu kommen noch: für die deutschen Sozialisten- und Arbeiterinne« in der Schweiz: Schmitt- Bern und Eichmüller- Zürich; für den deutschen Leseklub Paris: Schenk; für den kommunistffchen Arb.-Bildungs-Verein London und Jnter- nationalen Soz. Klub: Molteler- und Leßner-London. Die Zahl der vertretenen Organisatione» übertrifft bei weitem die Zahl der(46) Delegirten. Die Mandate für die Anarchisten Kohl-Dresden(Leipziger), Kampsmeyer- London(Magdeburger), Gumplowicz, Pawlowicz und Landauer(Berliner Anarchisten) wurden, weil im Widerspruch mit den Einladungsvoraussetzungen, die von früheren Kongressen beschlossen wurden, für u n g i l t i g erklärt. Landauer suchte wenigstens das von der Konsumgenossenschaft„Befreiung" ausge- stellte Mandat zu retten; da es sich aber nur um emen Sozialisten- und Gewerkschaften-, nicht aber Genossenschastskongreh handelt, wurde auch dieses Mandat für ungiltig erklärt. In dem prächtigen Saal der QueenS-Hall, worin> verständigen. Dazu wird es harter Arbeit bedürfen, aber die Engländer werden sich auch bemühen, den fremden Brüdern den Aufenthalt möglichst angenehm zu machen. Er schließt mit dem herzlichsten Will- kommengruß aller englischen Parteien und Gewerkschaften für die vom Festland gekomnienen Delegirten. Mit jubelnder Zn« stimm ung wird die Rede des Vorsitzenden aufgenommen. Im Namen der deutschen Sozialdemokratie spricht Singer dem Organisationskomitee den herzlichsten Dank aus für den brüderlichen Empfang. Wir geben, fährt er fort, auch die Versicherung, daß wir mit den Arbeitern aller Länder auch künftig Schulter an Schulter kämpfen wer- den bis zur endgiltigen Befreiung der Arbeiterklasse. Wir wissen uns auch einig mit der ganzen heutigen Versammlung in dem Gefühl der Trauer, daß unser großer Lehrer Friedrich Engels, der de» letzten sozialistischen inter- nationalen Arbeitcrkongreß in Zürich unter dem jubelnden Beifall der Vertreter der Arbeiter aller Länder geschlossen hat, heute� nicht mehr hier unter uns weilt, um diese» größten aller bisherigen Kongresse eröffnen zn können. Er ist von uns genommen, aber sein Geist, seine Lehren führe» uns, und der beste Dank für sein arbeitsreiches, mühevolles Leben im Dienste und zum besten der Arbeiterklasse aller Welt spreche» wir ihm dadurch aus, daß wir ihm nacheifern im Pflicht» gesühl, Pflichterfüllung und selbstfoser Aufopferung. Die beutfche Sozialdemokratie ist nicht blos eine politische, tarischen Sozialisten als Parteien des Ueberganges Aus dem Reiche des Herrn Miquel. Der fondern auch eine wirthschaftliche Partei, die von vornherein er nichts anderes als fonservative und in den meisten Fällen Kaufmann Josef Cohn aus Thorn war von der Straftammer tlärt, daß die politische Macht dazu benutzt werden muß, die reaktionäre Parteien. Alle haben den Zweck, das Privateigen zu Pr.- Stargard wegen Unterlassens der Verfteuerung einer Kaufwirthschaftliche Befreiung der Arbeiterklasse herbeizuführen. Wir thum zu erhalten und zu vertheidigen 2c." punktation zu einer Geldstrafe von 6400 m. verurtheilt worden. find hierher gekommen, um über die Mittel zu berathen zur Hebung„ Es ist nicht bloß nüßlich, nein es ist unbedingt nöthig, daß Nun hat der Finanzminister Dr. Miquel diese Strafe auf der Lage der Arbeiterklasse, zur Besserung der Lohn- und Arbeits- die revolutionären Sozialisten und anarchistischen Kommunisten 1000 m. ermäßigt. verhältnisse. Wir wissen aber, daß gerade der Besitz der politischen gegen alle diese Parteien Front machen, denn es handelt sich für Daß diese Praxis geeignet ist, andere Leute von SteuerMacht es uns erleichtert, Einrichtungen zu treffen zur Erleichterung fie zusammen, die gemeinsamen Prinzipien den Kommunismus hinterziehungen abzuhalten, scheint uns recht unwahrscheinlich. des Kampfes für diese Besserstellung; aber wir verkennen trotzdem zu vertheidigen." nach keiner Seite die Wichtigkeit der wirthschaftlichen, der gewerkGegen das Unterstüßungs- und FreiUnd derselbe Herr Corneliffen, der 53 Seiten in diesem zügigkeitsgesetz will nun der Bund der Landwirthe an schaftlichen Organisation. Mögen die Bourgeois politische Bünd- Tone schreibt, der will den Anschein erwecken, als ob er fämpfen. Er veröffentlicht in der Deutschen Tageszeitung" niffe aller Art schließen, wir fümmern uns nicht darum, wir wissen, ein Anrecht hätte, an unseren Kongressen theilzunehmen. einen ganzen Gefeßentwurf, deffen erster Paragraph die Aufdaß die Arbeiterklasse überall nur einen Bundesgenossen bat, An dem Tage, an dem unsere Abgeordneten den Wunsch hebung der bestehenden bezüglichen Gefeße fordert, in den weiteren ihre Arbeitsbrüder, und nur einen Feind, die Bourgeoisie. Gegenüber dem Dreibund von Deutschland, Desterreich und äußern, Zutritt zu den Sigungen der freikonservativen Partei will er die Gemeinden gegen die Belastung mit Unterstüßung Italien, dem russisch- französischen Zweibund müssen wir Ber- zu erhalten, soll der Herzenswunsch der" Post" erfüllt werden, Fremder schützen und somit die Freizügigkeit, eines der wenigen treter der Arbeiterklasse den Einbund der internationalen und Herr Landauer auf unseren Rongreffen Siz und Stimme Güter der Arbeiterschaft beschneiden. Arbeiterschaft gründen. Und dieser Kongreß wird ein weiterer haben. Herr von Nathusius- Hundisburg, der vom Merfstein, ein Schritt weiter im Kampfe um die Emanzipation der Bund der Landwirthe so heftig befehbete zufriedene Agrarier", Arbeiterklasse; er wird, wie die nachfolgenden, immer mehr die Nationalliberale Geschichte des Sozialismus. In hat im Landwirthschaftlichen Verein zu Neuhaldensleben, dessen Bahn freimachen zu fiegreichem Kampf für die endgiltige Be- einem im überlegenden Tone geschriebenen Auffage behandelt Vorsitzender er ist, eine Erklärung abgegeben, in der er, nach freiung der Arbeiterklasse. Dr. Ludwig Ruge, der Bruder Arnold Ruge's, die Gesellschaft der Vossischen Zeitung", folgendes den Agrariern zu Gemüthe Singer fowohl wie Liebknecht, der als Ueberfeger funktionirte, der Freien, einen geselligen Klub, der anfangs der 40er Jahre führt: werden mit jubelndem Beifall und Tücherschwenken begrüßt. au Berlin bestand, dessen maßgebendste Mitglieder Caspar Er sei heute noch Agrarier, aber nicht im enragirten Sinne, Vandervelde, Mitglied des belgischen Parlaments, begrüßte den Schmidt( Max Stirner), Bruno und Edgar Bauer waren und daß er Gewaltmaßregeln von der Regierung zur Hebung der Rongreß zugleich auch im Namen der französischen Arbeiter, da der angeblich furze Zeit auch Friedrich Engels angehört haben landwirthschaftlichen Produktenpreise fordere. Als solche Gewaltdie französische Delegation noch nicht erschienen. Er fühle fich foll. Von diesen Leuten behauptet Herr Dr. L. Ruge, daß das maßregel müsse er den Antrag Kanit in seiner jebigen Ge dazu auch um deswillen berufen, weil zwischen ihnen und den einzig dauernde, welches sie zu stande gebracht haben, die stalt bezeichnen; dessen Durchführung er als den ersten Schritt Franzosen ein besonders brüderliches Verhältniß herrsche. Im Sozialdemokratie ist, deren geistige Begründer sie sind". zur sozialdemokratischen Staatsform betrachte. Diesem Antrage hat wohl noch nie von der heiligen fönne er nur mit der Klausel seine Zustimmung geben, daß jeder industriell und jetzt auch sozialistisch entwickelten Norden Frank Dr. Ruge hat reichs sei die Agitation sowohl Belgiern von wie Familie" gehört, dem 1845 erschienenen Buche, in dem Landwirth, der nach der Annahme des Antrages Kanik nachge. von Franzosen betrieben worden und umgekehrt haben Marg und Engels Bruno Bauer vernichtet haben. Seine Ab- wiesenermaßen noch mit Unterbilanz wirthschafte, auf dem Wege auch die belgischen Sozialisten im Süden ihres Landes handlung schließt der Verfaffer mit folgendem luftigen Saße: der Expropriation von seinem Besigthum entfernt werde. Seiner die Hilfe ihrer französischen Brüder empfangen. Er dankt Engels ging nach England und brachte mit Marx und Most Ansicht von der Befferung der landwirthschaftlichen Lage in dem für den freundlichen Empfang und spricht zum Schluß in die Sozialdemokratie in ein System auf Grundlage von Bauer beschränkten Sinne seien viele Landwirthe, aber sie wagen aus begeisterten und beifällig begrüßten Worten das Versprechen der und Kaspar Schmidt." gewiffer Scheu nicht, es öffentlich auszusprechen, wie er es gethan habe bei dieser besonderen Veranlassung. internationalen Solidarität aus. U " Engels ging bekanntlich Anfang der 40er Jahre nach London, Vaillant Paris dankt im Auftrage der inzwischen während Most geboren wurde zu einer Zeit, als" Die deutscherschienenen französischen Delegation dem Genossen Vandervelde französischen Jahrbücher" und" Die Lage der arbeitenden Klassen in für die freundliche Vertretung. Aber so eng befreundet sie England" schon erschienen waren. Daß die Sozialdemokratie auf auch mit den belgischen Genoffen seien, in der Solidarität mit Stirner und Bruno Bauer, direkten Antipoden unserer Gedanken den Arbeitern aller Länder kennen die französischen Sozialisten welt beruht, muß man auch erst aus der Nat. 3tg." lernen. teinen Unterschied: für sie sind alle Arbeiter Brüder Wir hätten des Auffages teine Erwähnung gethan, wenn er und gegen das völkerhetzende und völkertrennende Treiben nicht so deutlich die völlige Unwissenheit unserer Gegner der herrschenden Klaffen und Parteien müssen gerade die die in der„ Nat. Btg." sind noch lange nicht die unwissendsten, ben Gewerkvereinen nicht möglich sei, der Einladung zu dem Arbeiter zusammenstehen und die nothwendigen Vorbereitungen lar zeigen würde. 0 und = Wichtigthuerei. Herr Dr. Max Hirsch ist unglück. lich, daß er seinen Namen schon lange nicht gedruckt gelesen hat, lich, daß er seinen Namen schon lange nicht gedruckt gelesen hat, deshalb hat er an das englische Parlamentsmitglied Burt ein Schreiben gerichtet, in welchem er den lebhaften Wunsch der Vereinigung der deutschen Gewerkvereine zum Ausdruck bringt, mit den britischen Trades Unions aus sammenzuwirken, gleichzeitig aber bedauert ,. daß es gegenwärtigen Kongreß Folge zu leisten wegen der Aufnahme treffen zum Zusammenschluß aller Arbeiter in eine Partei In Schwarzburg Sondershausen schickt man sich sozialistischer Ziele in das Programm der Berathungen. gegen den einen gemeinsamen Feind: die Bourgeoisie! Und Herr Hirsch unterschätzt doch die englischen Gewerkschaften, in diefer internationalen Aufgabe des Proteftes gegen den zwar an, das Verbot der Verbindung mehrerer untereinander auf wenn er meint, daß fie fich mit einem Leichnam, dieser auf- wenn Chauvinismus werden die Franzosen ihre Pflicht als inter- Politischer Vereine nationale revolutionäre Sozialdemokratie voll und ganz erfüllen. zuheben, aber die Gelegenheit wird zu einer Knebelung abfterbenden Gründung des Herrn Hirsch verbinden wollten. Die Aufdringlichkeit des Herrn Hirsch tann in England nur ein Damit war der offizielle Begrüßungsakt geschloffen; Aveling des Vereinswesens mit anderen Mitteln ausgenutzt. Der mitleidiges Lächeln erwecken. Bei uns in Deutschland haben somacht Mittheilung über eingegangene Telegramme und Buschriften, Boss. 3tg." wird darüber geschrieben: Der Geseßentwurf gar die eigenen Parteigenoffen längst aufgehört, den Musterdarunter mehrere aus Deutschland, eine aus Transvaal, von dem umfaßt nur drei Paragraphen. knaben Hirsch noch ernst zu nehmen.Johannesburger deutschen Arbeiterverein, und eine von dem In§1 heißt es furz und bündig:" Die Verbindung mehrerer - Der Fall Bashford wird in der nächsten Reichsbekannten englischen Sozialisten William Morris, der leider durch politischer Vereine unter einander ist gestattet." In der Krankheit am Erscheinen verhindert sei. Begründung ist auf die bekannte Verurtheilung sozialdemo- tags- Seffion bei der Etatsberathung von den Mitgliedern der Eine längere Geschäftsordnungs- Debatte entſpinnt sich tratischer Führer hingewiesen. In Schwarzburg- Sondershausen Reformpartei abermals zur Sprache gebracht werden. darüber, ob mit Schluß der heutigen Sigung die Tagesordnungs ist§ 4 des Bundesbeschlusses vom 13. Juli 1854, wonach jede Begnadigt. Der Pfarrer und Landtags- Abgeordnete Debatte und die Stellung von Anträgen abgeschlossen sei oder, Berbindung politischer Vereine mit andern unstatthaft ist, Stante- Hultschin war im vorigen Jahre( damals Kaplan in wie einzelne französische, englische und holländische Dele praktisch nicht mehr gehandhabt worden, weshalb zu einer Burück- Bauerwiz) vom Pofener Landgericht wegen Beleidigung des girten beantragen, auf morgen vertagt werden soll. Die nahme feine Veranlassung vorlag. Nachdem aber vor kurzem in Lokal- Schulinspektors Dr. Schanschor in Bauerwis zu 300 M. Diskussion fann nicht zu Ende geführt werden. Unter Führung Preußen der Versuch gemacht worden sei, dieser Bestimmung Geldstrafe verurtheilt worden. Diese Strafe ist ihm im bon Cornelissen, Nieuwenhuis und Malatesta, des Bundesbeschlusses noch jetzt eine praktische Wirksamkeit Gnadenwege erlassen und es ist ihm die bereits gezahlte Strafe dem in London lebenden italienischen Anarchisten, zu verschaffen, habe der Bundesrath die Aufhebung des zurückerstattet worden. machen die Anarchisten sowohl im Saale felber wie Verbots im Wege der Landesgesetzgebung oder landesbehördlicher Moelln i. Lauenburg, 28. Juli. Die städtischen Kollegien auf den Gallerien solchen Standal, schreien und toben, Verordnung empfohlen. Für die Sondershauser Regierung habe daß der Vorsitzende, der nicht abstimmen will, so lange fein Grund vorgelegen, die formelle Aufhebung des Berbots nicht haben die Erlaubniß zum Beginn des Baues des nicht vollständige Ruhe herrscht, die Sigung bis Dienstag alsbald herbeizuführen, und es erschien am zweckmäßigsten, dies Elbe- Trave: Ranals verweigert, bis die Waffer. Bormittag vertagt. Die Anarchisten verrathen durch den Beifall, durch einen Aft der Gefeßgebung zu bewirken, weil der Bundes- standsfrage im Moellner See geregelt und der Grunderwerbs= mit dem sie die Bertagung begrüßen, daß es ihnen um nichts beschluß durch ein Gefeß aus. und damit gewissermaßen auch vertrag ratifizirt ist. anderes zu thun ist als um Standal ihre Freude dürfte eingeführt worden ist. Wie es seinerzeit für Preußen voraus indeß wohl von kurzer Dauer sein. gefagt wurde, daß man die Aufhebung dieses Verbots gleichSie haben in Voraussicht der Dinge, die da kommen, bereits zeitig zu einer Rückwärtsrevidirung des Vereinsgesetzes eine Halle in Gray's Inn Road zur Abhaltung des Anarchisten- benußen würde, so ist dies für Sondershausen thatsächlich erfolgt. tongresses gemiethet. Die deutschen Delegirten sind ebenso wie Ueber Versammlungen unter freiem Himmel war in dem Sonders die Desterreicher und Belgier einstimmig gegen die Zulassung hauser Gesetz vom 16. Februar 1874 betr. den Mißbrauch des der Anarchisten, gleichviel unter welcher Maste sie fich präsentiren; Bersammlungsrechts nichts befonderes enthalten, sie mußten also die Engländer haben sich mit 223 gegen 104 Stimmen ebenfalls nur 24 Stunden vorher angemeldet werden, jest soll nach§ 2 für Zurückweisung entschieden. Dagegen haben die Franzosen mit kleiner Mehrheit für die Zulassung sich ausgesprochen. Nächste Sigung Dienstag vormittags 1/211 Uhr. des Gesetzentwurfs die schriftliche, wenigstens 48 Stunden vorher einzuholende Genehmigung der Ortspolizeibehörde dazu nothwendig sein, die versagt werden kann, wenn aus Aba haltung der Versammlung Gefahr für die öffentliche Ruhe, Sicherheit oder Ordnung oder den öffentlichen Verkehr zu bes fürchten ist". Genau so ist es mit der Bestimmung des§ 3, wonach Bersammlungen, in denen öffentliche Angelegenheiten unter Theilnahme von Personen beiderlei Geschlechts erörtert werden sollen, von der Ortspolizeibehörde zu verbieten sind, wenn dies im Intereffe der öffentlichen Ordnung oder der Sittlichkeit erforderlich erscheint". London, 28. Juli.( Privattelegramm des Vorwärts".) Unter Borsiz von Singer fand die Debatte über den Antrag auf zu laffung der Anarchisten statt. Es wurden zwei Redner für und zwei gegen den Antrag bestimmt. Keir Hardie, für Zulassung, mahnte zur Toleranz, während Jaurès energisch für die politische Attion eintrat, welche besonders im Interesse der gewerkschaft lichen Bewegung liege." Hyndmann sprach sehr scharf gegen die Anarchisten, worauf Nieuwenhuis in langathmiger und Da werden unsere Genossen wohl aus dem Regen ermüdender Weise antwortete. Bei der Abstimmung erklärten unter die Traufe kommen. Sicherheit, Ordnung, Sittlich fich 18 Nationen für den Ausschluß. Dagegen stimmten bie feit wer wüßte nicht, daß nach Ansicht der Behörden Franzosen im Verhältniß von 57 gegen 56 Stimmen und diese schönen Dinge gar leicht durch Sozialdemokraten geHolland mit 9 gegen 5 Stimmen. Die Mandatsprüfung ergab 46 giltige deutsche Mandate und 4 ungiltige, 475 Engländer, fährdet werden können! Durch diese Vorlage wird so recht 6 Amerifaner, 19 Belgier, 12 Schweizer, 4 Bulgaren, 1 Rumänen, ins Klarste Licht gestellt, weshalb denn der Bundesrath sich 8 Ruffen, 123 Franzosen. Die Sigung verlief stürmisch, da die so eifrig dagegen sträubte, von Reichs wegen die Materie Anarchisten die Verhandlungen fortgesetzt zu stören suchten, doch ordnen zu laffen. In den Bundesstaaten find reaktionäre gelang diese Absicht nicht. Gefeße weit leichter durchzudrücken. Schwarzburg hat den Weg gezeigt und Preußen wird folgen. Politische Neberlicht. Der große Fischzug ist Rußland in Deutschland gelungen. Das Wolff'sche Bureau berichtet: Die Substription auf die neue 3 prozentige Ruffenanleihe ist soeben( 2 Uhr 30 Minuten nachmittags) an allen deutschen Pläßen wegen starter Ueberzeichnung geschloffen worden." Nach der Haltung der deutschen Presse war ein anderes Resultat nicht zu erwarten. Deutsches Reich. - Der Eifer der Sozialdemokraten in der Agitation für die Erwerbung des Gothaer Staatsbürgerrechts ans läßlich der bevorstehenden Wahlen wird von den Gegnern her vorgehoben. - Hessische Landtagswahlen. 25 Abgeordnete schieden am 27. Juli aus dem hessischen Landtage aus und zwar 18 nationalliberale, je drei Sozialdemokraten( Joests Mainz- Stadt, Müller- Starkenburg 16, und Ulrich- Mainz- Stadt) und Freisinnige und ein Zentrumsmann. Seitens der Regierung ist die sofortige Aufstellung der Urwählerlisten angeordnet worden, damit alsbald die Wahlmännerwahlen vorgenommen werden tönnen. -GR Genosse Joe ft hat sein Mandat für den Reichstag niedergelegt. Er gehörte dem Reichstage feit 1890 an. Unfere Genoffen kandidiren an seiner Stelle den Genoffen Dr. David. Meh, 27. Juli. Wie die„ Lothr. 3tg." meldet, wurden heute Mittag am Deutschthor- Wall zwei Personen, angeblich französische Offiziere aus Korfita verhaftet, die bes Landesverraths beschuldigt sein sollen.Die Spionenriecher waren wieder auf falscher Fährte, denn eine weitere Depesche aus Metz meldet: eine weitere Depesche aus Meß meldet: " Der Lothringer Beitung" zufolge hatten die beiden gestern Berhafteten das Deutsche Thor photographirt, sie wurden als der Eigenthümer Tuleu und deffen Sohn aus Montmagny bei Paris refognoszirt und nach ihrer Bernehmung sofort wieder freigelaffen. -3um Fall Schröder erfährt der Lokal- Anzeiger" u. a. folgendes: Aus Sumatra mußte Schröder bei Nacht und Nebel entweichen, weil er seinen Diener wegen irgend eines unbedeutenden Versehens erschossen hatte. Die in Holländer verstehen feinen diesen Dingen Spaß und ahnden gerichtlich die der gerichtlich selbst eine Ohrfeige, Berlin, 28. Juli. Europäer einem Japaner versetzt. Hätten ihn die Holländer Das unqualifizirbare Auftreten der Anarchisten damals erwischt, so wären den Eingeborenen unserer Kolonien in der Eröffnungssigung des Internationalen Kongresses viele Leiden erspart geblieben. Der Gewährsmann des Blattes fuchen Blätter wie die„ Germania", die" Post" gegen die behauptet, schon vor 1/2 Jahren, bald nach seiner Rückkehr aus Ostafrita, Schröder's Verhalten eingehend geschildert zu Sozialdemokratie auszunützen. Herr Cornelissen ist der haben. Die Blätter hätten aber seine Behauptung nicht abgedruckt, Held unserer Gegner. Wenn unsere Feinde nicht bar aller weil sie zu ungeheuerlich klangen.( Auch uns ging vor JahresEinsicht und jeden Anstandes wären, so müßten sie es als frist eine ähnliche Meldung zu, die uns aber bei dem Mangel an selbstverständlich ansehen, daß Sozialisten mit Anarchisten Die Umsturz vorlage und der Erlaß des Zeugen und bei der Uebung der deutschen Gerichte nicht ver nicht tagen können, und daß, wenn letztere sich in unsere Ver- Kriegsministers. Gelbst bürgerliche Blätter geftehen zu, offentlichbar erschien.) Sonst wäre damals schon bekannt geworden, sammlungen eindrängen, sie hinausgewiesen werden müssen. daß der Kriegsminister auf dem Wege bes von uns mitgetheilten was heute durch die Preffe geht. Daß Schröder die Kopirpreffe Was würden die Redakteure der Germania" sagen, wenn Erlasses die Zwecke erreichen will, die durch die selige Umfturz als Daumenschraube in Anwendung brachte, ist jetzt bekannt. Noch die Herren vom Evangelischen Bund auf den Katholiken vorlage nicht erreicht werden konnten. Das Berliner Tagebl." nicht bekannt aber ist, wie er einmal ein junges Negermädchen, das ihm abends nicht hatte zu Willen sein wollen, eine ganze Nacht tagen als vollkommen gleichberechtigte Theilnehmer anerkannt schreibt z. B.: werden wollten, oder wenn in die Fraktionssigungen derer Der Erlaß des Kriegsministers verfolgt auf Umwegen hindurch unter dieser Daumenschraube hatte schmachten lassen. um Stumm und Kardorff Eugen Richter sich einschleichen daffelbe Biel, wie der berüchtigte§ 112 der Umfturzvorlage. Als die Beamten morgens das Bureau betraten, fanden sie hier und befreiten es Dieselben Gründe, die zum Fall biefes§ 112 der Umfturzvorlage das unglückliche Opfer ihres Chefs geführt haben, müssen daher auch gegen den Erlaß des Kriegs- schleunigft. Einen Granefen( portugiesischen Mischling), ber Die Anarchisten sind sich selbst wohl bewußt, ministers ins Felb geführt werden. In erster Reihe fteht hier die ihm die Wäsche nicht sauber genug gewaschen hatte, ließ er an daß sie nicht auf unseren Kongreß gehören, daß Großziehung des Denunziantenthums und die Untergrabung des einen Baum binden nnd fette ihn stundenlang den fie blos stören und stänkern wollen; dies beweisen Familienlebens. Sozialdemokratische Bäter, deren Söhne im glühenden Strahlen der afrikanischen Sonne aus, nachdem er alle Aeußerungen dieser dieser Herrn.. Go schreibt ihr Heere dienen, sehen sich danach einer Gefängnißstrafe von die entblößten Arme mit einer Lockspeise für die Infekten bes Wortführer auf dem Internationalen Rongreß Chrétien zwei Jahren aus, wenn sie mit ihren Söhnen politische strichen hatte. Das sollte ihm denn doch nicht so hingehen. ( Chriftian) Corneliffen in einer soeben erschienenen Schrift Fragen im Familienkreise besprechen. Und ist nicht schließ- Schröder wurde angeklagt, kam aber mit einer Geldstrafe von " Le communisme révolutionaire. Projet pour une entente lich, bei der heutigen Judikatur des Vereinsrechts, auch die einigen hundert Rupien davon. Weiter berichtet der Gewährsmann des Bolalanzeigers", et pour l'action commune de Socialistes révolutionaires et Familie, namentlich die fozialdemokratische Familie, ein Verein? Vater, Mutter und Geschwister würden sich also daß Schröder einmal in Konflikt mit dem Zollinspektor von Communistes anarchistes"( Der revolutionäre Kommunismus. einer Gefängnißstraße von zwei Jahren aussehen, wenn sie Pangani, Dietert, gerathen ist und von diesem gefordert wurde. Borschlag für eine engere Fühlung und ein gemeinsames ibren beim Militär stehenden Sohn auffordern, das Weih- Schröder hatte Wind davon bekommen und es versucht, sich aus Vorgehen der revolutionären Sozialisten und anarchistischen nachtsfest oder ein Familienfest im Familienkreise zuzubringen. Dem Staube zu machen. Nach längerem Suchen fand Herr Dietert Kommunisten) auf S. 8 z. B. folgendes: Denn barin liegt die Berleitung eines Soldaten zur Betheiligung jedoch seinen Beleidiger. Auf die Forderung, sich mit ihm zu schlagen, " In den Augen der revolutionären Sozialisten und kom- an einer verbotenen sozialdemokratischen Festlichkeit beziehungs- entgegnete Schröder:" Ich kann über mich nicht verfügen. Miein munistischen Anarchisten sind die verschiedenen bürgerweise Vereinigung, also die Anreizung eines Soldaten zum Un- Leben gehört der Deutsch Ostafrikanischen Plantagengefellsd; aft". Da rief Herr Tietert, so laut er fonnte, die Eingeborenen herbei lichen Barteien mit Einschluß der parlamenaehorsam gegen einen Dienstbefehl. würde. «üb als eiefe in großen Schaar«» sich eingefunden halten, prügelte er ihren Peiniger mit einer Nilpferdpeilfche windelweich. Grausamkeit. Wollust und Feigheit sind also die Eigenschaften, die als Grundnatur des verhafteten Schröder bezeichnet werden. Während die Blätter aller Parteien den Fall Schröder ein- gehend besprechen, schweigen die offiziellen und offiziösen Organe der Regierung mäuschenstill. Wollen sie damit die traurigen Meldungen aus Afrika be» stätigen? Oesterreich. l>' Wie», 28. Juli. Die Landtage von Ober-Oester» reich, Steyern, ark, Kärnten und Schlesien sind aufgelöst worden.— Schweiz. Konflikte zwischen Italienern und Schweizern sind, wie wir in der letzten Nummer unter Depeschen meldeten, ausgebrochen. Heute liegen hierzu folgende telegraphische Meldungen vor: Tie Unruhen, welche am Sonntag wegen der beiden des Mordes verdächtigen Italiener stattfanden, haben sich gestern Abend wiederholt. Die erregte Volksmenge beging arge Aus- schreitungen. Die Polizei reichte nicht aus und war ernstlich bedroht. Durch Verfügung des Militärdepartements in Bern wurde aus Ansuchen der Züricher Negierung Militär mit scharfer Munition zur Herstellung der Ordnung verwendet. Dasselbe konnte, ohne die Waffen gebrauchen zu müssen, bis 2 Uhr nachts die Ruhe wieder herstelle». 70 der Ruhestörer wurden festgenommen. Bei de» gestrigen Unruhen, welche wegen der beiden des Mordes verdächtigen Italiener stattfanden, demolirte die erbitterte Menge etwa ei» Dutzend italienischer Wirthschasten und Magazine. Ei» Arbeiter wurde dabei von dem Militär durch einen B a j o n n e t- st i ch lebensgefährlich verwundet, ein P o l i z i st büßte ein Auge ein, 5 andere Polizisten wurden verwundet. Von den demolirten Wirthschasten gehören zwei Süd- tyrolern. Bor dem italienischen Konsulat war andauernd ein großer Auflauf. Viele Italiener rüsten sich zur Abreise. Die italienische Gesandtschaft unterhandelt mit der Züricher Regierung. Der Bundesrath verhandelte heute über die Vorgänge und ver- langte telegraphisch von der Züricher Regierung lelegraphischen Bericht. Diese besichtigte heute die augerichteten Verwüstungen. Heute Nachmittag 4 Uhr rückten drei Bataillone aus St. Galleu hier ein.— Frankreich. Paris, 27. Juli. Sozialistischer Wahlsieg in Lille. Hoch bedeutsam ist die gestrige Wiederwahl des Ge- noffen G h e s q u i ö r e, des Vürgermeister-Adjunkls von Lille, in den Generalralh des Norddepartement. Die Gegner, Geldsack- Republikaner und Pfaffen hatten sich auf einem gemeinsamen Kandidaten geeinigt, um Revanche für die Gemeindcwahlen des letzten Mai zu nehmen. Nach den chauvinistischen Kundgebungeil der letzten Tage hofften sie, einen Theil der sozialdemokratischen Wählerschaft für sich zu gewinnen oder mindestens von den Urnen fernzuhalten. Unnütz zu sagen, daß Ghesquiöre von ihnen als ein„Kandidat Preußens" verschrien wurde. Die Pariser Ordnungspreffe sekunvirte den Liller Chauvinisten mit aller Kraft. Eisenstirnig wie die kapi- talistischen Soldschreiber sind, sprachen sie von„Frechheit" der Sozialisten, weil diese sich als die Herrrn der nordfranzösischen Hauptstadt betrachte». Tie Generalraths-Wahl, verkündeten die Preßkulis, werde zeigen, daß die Liller Be- völkerung den„Vaterlandslosen" den Rücken gekehrt habe.., kürz, es war unter den gegebenen Umständen eine Machtprobe rrsteu Ranges zwischen Sozialdemokratie und Ordnungsbrei. Und das Resultat? Ghesquiere siegte gleich im ersten Wahlgaug mit llOOS gegen 1950 Stimme». In den vor- jährigen allgemeinen Wahle» ging er dagegen erst in der Stich- >vahl durch. Auch die sozialdemokratische» Stimmenzahl ist gegen- über dem Vorjahre um mehr als 300 gestiegen! Das be- meist, daß die Liller Arbeiterschaft desimliv für'die Sozialdemokratie und die Jnternationalität gewonnen ist. daß keine noch so perfid und energisch ins Werk gesetzte chauvinistische Hätz bei ihr verfangen kann. Wetten wir aber, daß die Bourgeoispresse diesseits und— jenseits der Vogesen bei der nächste» Gelegenheit wieder von der Feindseligkeit der„gesammten" Bevölkerung Lille's gegen die „vaterlandslos«" Sozialdemokratie flunkern wird.— Paris, 28. Juli. Das„Journal osfiziel" veröffentlicht heute das Dekret betreffend die Z ö l l e auf s r e m d e n Z u ck e r, welche am 1. August in kraft treten.— Lille, 28. Juli. Der Maire D e l o r y ist wegen der jüngst stattgefundenen Unruhen aus einen Monat snspendirt worden. Damit wird Herr Meline der sozialistischen Bewegung in Lille auch keine» Abbruch thun.— Belgien. -»Bei den Provinzial wählen, deren Wahlrecht für die Arbeiterschaft noch ungünstiger ist, wie das zum Parla- mente, haben unsere Genossen wieder ansehnliche Erfolge zu verzeichnen. In Brüssel haben sie 2000 Stimmen gewonnen, in Brabant haben sie zwei Sitze gewonnen. In Charleroi er- rangen die Sozialisten einen glänzenden Sieg; ihre jämmtlichen 7 Kandidaten wurden mit 13 599 Stimmen gewählt, während die Klerikalen 6899 Stimmen und die Liberalen 5605 Stimmen erhalten haben. I» einer ganzen Reihe von Orten haben sie die Entscheidung bei den Stichwahlen zugegeben.— England. London, 27. Juli. Unterhaus. Esmonde fragt, ob die Regierung wisse, daß der in der Person des jungen T a m a s e s e auf S a m o a neu gewählte König auf deutsche Veranlassung in Opposition gegen Malieloa gewählt worden sei, ferner, ob die Regierung wisse, daß Brandeis im nächsten Monat in der Eigenschaft eines Oberrichters nach Samoa zurückkehre, und endlich, ob die Regierung in die Ein- verleibung Samoas seitens Deutschlands gewilligt habe und, wenn nicht, welche Schritte die Regierung zu thun bkdbsichtige, nm solche Einverleibung zu verhindern. Parlaments- U utersekretär des Acußeren Curzon erwiderte, seine Antwort auf alle diese Anfragen sei„Nein". Dann wurde in zweiter Lesung die Uganda-Eisenbahn-Bill mit 239 gegen 86Stimmen angenommen. Im Lause der Debatte vertheidigte Curzon den Bahnbau. der schon von der vorigen Regierung be- schloffen worden sei und auch, nachdem die Schutzherrschaft über Uganda zur Thatsache geworden, wiederholt vom Lande gebilligt worden sei. Die Eisenbahn-Verbindung Uganda's mit der Küste sei eine nolhwendige Folge der Errichtung der Schntzherrschast. Würde die Bahn nach dem Victoria Nyanza nicht von England ge- baut, so würde Deutschland es thun. Deutschlands Absicht in dieser Hinsicht sei bekannt, und es wäre erwünscht, daß England derselben zuvorkomme. H a r c o u r t tadelte scharf den Angriff auf die vorige Regierung und die Hinweise auf Deutsch- land. AuS dem Munde des Vertreters des Auswärtigen Amtes kommend, seien die letzteren politisch unangemessen. Curzon wies die von Harcourt seinen Worten gegebene Deutung zurück. Er habe nichts gesagt, was seitens Deutchlands übel genonimen werden könnte. Er habe von einer eingestandenen Absicht Deutschlands gesprochen und habe nur gesagt, daß Englands Politik den Zweck habe, Deutschland zuvorzukomme». Harcourt betonte hierauf, daß der- artige im Auslande zur Verstimmung Anlaß gebenden Bemerkungen überflüsssg seien. Er bedauert ernstlich, daß Curzon überhaupt einen Hinweis auf Dentschloud gemacht.— Schließlich nahm das Haus die dritte Lesung der Bill an, durch welche Versöhnungsämter zur Schlichtung der Streitigkeiten zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern er- richtet werden.— Spanien. Madrid, 28. Juli. Die Schritte hinsichtlich einer Ver- ständigung zwischen der Regierung und der Opposition in betreff der in den Cortes zur Berathung stehenden volkswirlhschaftlichen Gesetzentwürfe sind ge- scheitert. Die Liberalen werden bis zum Ende Obstruktion treiben.— Türkei. Kanea, 27. Juli.(Meldung der„Agenzia Stefani".) Heute früh entstand aus ganz unbedeutenden Ursachen eine Panik. Es wurden einige Flintenschüsse gewechselt, ohne zu treffe». Die Konsuln empfahlen dem Bali, strenge Maßregeln gegen die Ruhestörer zu ergreife», welche durch ihr Vorgehen eine Panik hervorrufen.— NKrkci-'Mcrthvichken. Eine Parteikonferenz für den z w e i t e n a n h a l t i s ch e n Reichstags-Wahlkreis wurde am Sonntag in Bern- bürg unter Betheiligung von 21 Delegirten aus 15 Orten und vieler anderer Parteigenossen abgehalten. Die Konferenz stellte den Genosse» A l b r e ch l aus Halle, der den Vortrag hielt, »nter großem Beifall als Kandidaten für die nächste Reichstags- wähl auf, betraute die bisherige Kreisvertrauensperson Max Günther wieder mit diesem Posten und wählte für den Partei- tag in Gotha de» Genossen Georg Z ö b i s ch als Delegirten des Kreises. Aus dem vom Genossen Pens gegebenen Bericht über den Stand des„Volksblatlcs" ging hervor, daß dieser als günstig zu bezeichnen und nunmehr die Existenz des Blattes ge- sichert ist. Nachdem Genosse A l b r e ch t den Auftrag erhalten halte, eine Agitationstour im ganzen Kreise zu unternehmen, und nachdem noch die Herausgabe eines Flugblattes beschlossen worden ivar, ging die Konferenz niit einem begeistert aufgenommenen Hoch auf die Sozialdemokratie auseinander. Polizeiliches, Gerichtliches ic. — Der verantwortliche Redakteur des S t e t t i n e r„ V o l k s- boten", Genosse Henning, wurde vom Schöffengericht zu einer Woche Haft ve'rurtheilt, weil er durch eine Notiz über die gegen unsere Partei ergangenen Strafen„groben Unfug" be- gangen haben soll. Der Amtsanwalt hatte in erster Linie 50 M. Geldstrafe beantragt; das Gericht erkannte aber aus dem Grunde auf Haft, weil der Augeklagte eine Geldstrafe doch nicht selber zahle. Wenn diese neue Praktik allgemein geübt würde, könnte es uns schon recht sein, denn dann müßte auch die Redakteure der nationalliberalen und konservativen Blätter dann und wann das Leben hinter Schloß und Niegel eines deutschen Gefängnisses kosten. Die Erinnerung daran würde diese Leute an der Fortsetzung ihrer Lobpreiserei der jetzigen Gesellschaftsordnung etwas hindern, was der vernünstigeu Entwickelung unserer politischen Ver- Hältnisse nur förderlich wäre. Die Redakteure der national- liberalen und konservativen Blätter, die die letzten sind, welche Geldstrafen aus ihrer Tasche bezahlen würden, werde» aber i» der Regel nicht zu Freiheitsstrafen verurtheilt. Es kommt auch hier wieder das Wort des Ministers Schönstedt zur Geltung: Wenn zwei dasselbe thun, so ist es nicht dasselbe. GemerKfisZÄfilithes. A» die Arbeiterschaft Berlins! Vom Streik der Hut- macher sind noch 400 Personen zu unterstützen, die vorläufig von den Unternehmern nicht wieder eingestellt wurden. Die Hut- macher haben bei ihrem Kampfe trotz der geringfügigen Unterstützung, die sie bezogen, eine Ausdauer und Energie gezeigt, die ihnen wohl die Sympathie der gesammten Arbeiterschaft sichert. Wir ersuchen nun die Arbeiter Berlins, die Hntmacher auch ferner durch Geldmittel nach Kräften zu unterstützen, damit den Opfern des Kampfes das zum Leben nöthigste auch ferner gewährt werden kann. Steuere am nächsten Zahltage jeder klassenbewußte Arbeiter und jede klassenbewußte Arbeiterin Berlins ihr Scherflein bei, eingedenk der thatkräftigen Solidarität, die die Hutmacher bei den Lohnbewegungen anderer Gewerkschaften von jeher bewiesen haben und immer beweisen werden. Die Lohnkommission der H u t m a ch e r. Gelder nimmt entgegen C. K e m p e, Berlin Na, Weinstraße 12. An die Maurer Deutschlands! Vor wenigen Tagen wandte» wir uns an Euch mit dem Ersuchen, den Zuzug von Berlin fern zu halte». Die damals geschilderte Situation ist wesentlich dieselbe geblieben. Nur das Auftreten der Unternehmer wird täglich dreister. In ihrem Be- strebe», den Neunstundentag abzuschaffen, werden die Herren be- sonders durch die jetzige flaue Bauthätigkeit unterstützt. Es tritt hier von Mitte Juli bis Ausgang September die sogenannte Sauregnrkenzeit ein, welche durch die neuen Bauordnungen be- ziehentlich durch die darin vorgesehene Trockenzeit noch vergrößert wird. Das Maurerhandiverk wird in immer größerem Maße Saisonarbeit. Es ist allbekannt, daß die Arbeitslosigkeit in der genannten Zeit bereits größer ist als im Winter. Die Arbeits- losigkeit wird noch ganz besonders dadurch verschärft, daß, da in den Provinze» die meisten Arbeiten bis zur Ernte fertiggestellt werden müsse», die nun hier überflüssig werdenden Arbeitskräfte sich nach den größeren Städten wenden, um sich ihren Lebens- unterhalt dort zu erwerben. So ist es auch kaum zu verwundern, daß jetzt hier ein be- sorgnißerregender Zuzug zu verzeichnen ist. Diesen Zuzug aber uns möglichst fernzuhalten, liegt nicht nur in unserem Berliner Interesse, sondern im Interesse aller deutschen Kollegen. Werden wir mit Arbeitskräften überschwemmt, so wird unser Unter- nehmerthum dreister denn je an die Abschaffung des Neunstunden- tages gehen wollen. Und dem können und dürfen wir nicht Vorschub leisten. Von gut unterrichteter Seite geht unS die Mitlheilung zu, daß die Herren vom Bund in einer Sitzung sich im Prinzip geeinigt haben, von einem noch näher zu be- stimmenden Tage ab wieder auf allen Bauten zehn Stunden arbeiten zu lassen, wer das nicht will, soll sofort entlassen werden. Nun, für uns gilt das Sprichwort: Bange machen gilt nicht! Möge indessen jeder Maurer hieraus lernen, daß der beste Damm gegen die Unternehmerwillkür eine gute, starke und große Organisation ist. An einer solchen Organisation zerschellen die Wellen des Unternehmerübermuthes. Es stehen also bei uns Gewitterwolken am Himmel, welche sich mehr und mehr zusammenballen. Maurer Deutschlands, verschont uns mit Zuzug. Wir hoffen, daß es nur dieser Anregung bedarf, damit die jetzt geöffneten Schleusen des Zuzuges geschlossen werden. Mit Gruß und Handschlag Die Lohnkommission der Maurer Berlins und der Umgegend. I. A.: H. S i l b e r s ch m i d t, Neue Friedrichstraße 44. An die Maler und Verufsgenofsen Berlins«nd der Provinz Brandenburg! Seit dem 26. Juni stehen die Maler von Kottbus im Lohn- kämpfe. Obgleich wir bereits mehrmals an das Solidaritäts- gefühl der Kollegen und namentlich der Berliner Kollegen appellirten, ist das doch nicht beachtet worden. Es sind von dort leider 15 Mann zugereist, welche sich als Streikbrecher verwenden ließen. Kollegen und Berussgeuoffen! Wir appelliren nun nochmals an Euer Eolidaritätsgesühl, fallt Eueren Kottbuser Kollegen unter keinen Umständen in den Rücken! Mögen die Versprechungen noch so günstig sein, nehmt keine Arbeit nach Kottbus an. Die Eut- scheidung steht dort bevor. Die Herren Jnnungsmeister wissen weder ein noch aus, die besten Arbeiter fehlen ihnen. Daher, Kollegen, haltet den Zuzug nach Kottbus streng fern. Es handelt sich bei diesem Lohnkampf nicht nur um die Ivstündige Arbeitszeit und den Minimallohn von 35 Pf. pro Stunde, sondern vor allem um die Organisation. Die Filiale Kottbus ist den Herren Jnnungsmeistern schon längst verhaßt, und der Streik soll das Mittel sein, die Organisation zu beseitigen. Nun, wir werden den Herren diesen Gefallen nicht thun. Halten wir den Zuzug nach Kottbus fern und unsere Kollegen werden den Sieg erringen. Das Agitationskomitee für Brandenburg und Berlin. I. A.: G. Link, Kottbuser Damm 34. Die Arbeiterblätter der Provinz Brandenburg werden um Abdruck gebeten. Ter Bitchdrucker-Gewerkschaftsvorsitzende Töblin ver- öffentlicht im Fachblatt dieser Organisation, dem„Korrespon- deuten", einen in der bekannten hochtrabenden, würdelosen»ud unsachlichen Manier gehaltenen Artikel über das Thema:„Die Parteipresse und die Buchdrucker", dessen demagogische Tendenz am klarsten aus den Schlußsätzen hervorleuchtet. Sie lauten: „Kann man uns beweisen, daß die Erreichung eines einheitlichen verbesserten Lohntariss und einer Verkürzung der Arbeitszeit für die Buchdrucker ganz Deutschlands, daß das Bestreben. unsere Humanitären Kassen, die jährlich gegen 800 000 Mark Unterstützung zahlen, noch weiter auszubauen, ein die Arbeiter» bewegung schädigendes Bemühen ist. so wollen wir gern unser Unrecht einsehen; so lange man jedoch nur durch Schimpfereien, Unduldsamkeit und Verdächtigungen Zersplitterung in unsere Reihen zu tragen versucht, bleibt nur die Bermuthuug offen, daß ganz andere Zwecke verfolgt werden als die Förderung von Arbeiterinteressen. Unsere„Freunde" dürfen überzeugt sein, daß weitere unberechtigte Angriffe die gebührende Zurückweisung finden werden." Es genügt, dieses öde Taschenspieler-Kunststückchen, das schon unterm Sozialistengesetz gegen die Arbeiterpartei exekutirt worden ist und ganz den Geist der„Norddeutschen Allgemeinen Zeitung" und der„Post" athmet, die ja mit gleichen Beschuldigungen seit Jahren krebsen gehen, hier einfach zu registriren. Daß es Döblin, ini Widerspruch mit seiner Angabe, dennoch darauf ankommt, unserer Partei, gleichviel in wessen Interesse, Nachtheil zu be- reiten, zeigt z. Ä. schon das eine, daß er in seinem Artikel über unsere Presse kein Wort davon erwähnt, daß z. B. das„Hamburger Echo" — was ihm nicht unbekannt sei» kann, die Hallesche General- Versammlung in einer Weise bespricht, die selbst der nrtheils- loseste Nachbeter der Döblin'sche» Richtung nicht tadeln kann. Aber abgesehen von allein. Der Leiter einer Geiverkschast. der sich mit der klassenbewußten Arbeiterschaft eins fühlt, findet bei Meinungsdifferenzen überzeugendere Worte, als man sie in den Kundgebungen TLblins von jeher zu hören gewohnt ist. Devot nach oben, hochfahrend nach unten, das lediglich ist der Eindruck, de» das Döblin'sche Auftreten»lacht. lieber den Streik der Weber im Enlengebirge wird unS aus Langenbielau unterm 23. Juli geschrieben: Wenn die Firma gemeint hatte, durch die Entlassungen die Streikenden zur Strecke zu bringen, so wird sie gewiß eines besseren belehrt sein, durch die am Montag Nachmittag im Garten des Genossen Aust abgehaltene Versammlung, wo die Streikenden einmüthig beschlossen, auf ihren alten Forderungen zu verharren. Als Ende voriger Woche die Streikenden nach dem Amte gingen, um ihre gekenn zeich netenQuittunaskarten der Alters- und Jnvaliditäts-Versicherung umzutauschen, meinte der Amtssekretär Haveland: Der Vermerk hätte weiter nichts zu sagen! Schließlich hat sich der Amtssekretär aber doch dazu bequemt, die Karten der Streikenden umzutauschen. Von der Kenn- zeichnung der Quittungskarten ist übrigens der Staatsanwaltschaft bereits mittels eingeschriebenen Briefs Mittheilung gemacht worden. — Mehrere Streikende haben schon andere Arbeit erhalten und einige wollen noch dm Wanderstab ergreifen, um in der Ferne eine bessere Existenz zu suchen. Der Zuzug ist jetzt nach hier/ so gut wie abgeschnitten, denn die Streikenden hatten nach den Orten, von denen die Firma ArbeUskräste heranholen wollte, Abgesandte geschickt, und überall erklärten die Arbeiter, daß sie jetzt, nachdem sie den Stand der Sache erfahren hätten, nicht mehr daran dächten, die Arbeit der Streikenden zu machen. Die Situation ist also nach wie vor sür die Streikenden günstig. Die Breslauer Staatsanwaltschaft ist sehr eifrig in der-Ber- folgnng der von den Streikenden oder deren Freuuden angeblich begangenen Vergehen. Am Freitag hatten auf dem Amte in Langen- bielau die Genosse» Kühn und F e l d m a n n wegen zweier Artikel in der„Volksmacht" Vernehmimg, ebenso erging es am Sonnabend dem Genossen Krätzig; durch die beiden Artikel soll eine Kollekte veranstaltet sein. Da aber alle drei unschuldig an dem Artikel unseres parteigenössischen Organs in Breslmt sind, so wird das Ermittelungsversahren der B r e s l a u e r Staatsanwaltschaft wohl einen negativen Erfolg haben. In Solingen soll, nach bürgerlicher Angabe, der Aus- stand der Feder messer-Reider durch Vergleich b e- endet sein. Ans Brannschlveig kommt durch gütige Vermittelung des Wolfs'schen Bureaus solgende Sensationsnachricht: In der Feldschlößchen- Brauerei hat gestern das gesammte Brauerpersonal die Arbeit niedergelegt wegen der Be- rufung eines nicht sozialistisch gesinnten Kellermeisters ans Hannover. Die anderen hiesigen Brauereien haben sofort Hilfs- personal entsandt. Es versteht sich, daß in diesem Telegramm die Sachlage tendenziös entstellt ist. Jemand mittels des Arbeitsvertrags die politische Gesinnung vorzuschreiben, das ist bekanntlich Spezialität des Unternehmerthums, nicht der Arbeiterschaft. Der Streik wird also einen anderen Grund haben. Der Leipziger Schmiedestreik, der nach acht Wochen für die Gehilfen in der Hauptsache siegreich beendet wurde, hat einen Kostenanswand von 5605 M. verursacht. Die Einnahme betrug 5438 M. Verworfen wurde die Berufung des Redakteurs Gras vom„F a ch g e n o s s e n", des Organs der Arbeiter in der GlaS- und Porzellanindustrie, die derselbe gegen ein Urtheil des Schöffengerichts Döhlen eingelegt hatte. Graf war zu 200 M. Geldstrafe, ev. 1 Monat Gefängniß verurtheilt worden, weil er einen Besitzer der Glashütte Brichnshausen bei Ritzebüttel in einem Eingesandt beleidigt haben soll. DepeMen und letzte Nncheithten. Gießen, 28. Juli.(W. T. B.) Die Strcffkanimer verurtheilt« heute den Redakteur der sozialdemokratischen„Mittel- deutschen Sonntagszeitung" Scheidemauu wegen Beleidigung des Gießener Osfizierkorps zu 200 M. Geldstrafe. London, 23. Juli.(W.T.B.) Prozeß Jameson. Das Urtheil lautete gegen Jameson aus 15 Monate Gefängniß ohne Zwangs- arbeit. Major Willoughby auf 10 Monate, Major White auf 7 Monate. Coventry, Grey und Oberst White auf je 5 Monate Gefängniß. Marseille, 28. Juli.(W- T. B.) Ein heftiges Gewitter, welches heute Vormittag hier niederging, verursachte bedeutenden Schaden. Neapel, 23. Juli.(B. H.) Prinz M in u t o I o, Großprior des Maltheserordens, wurde von einem entlassenen Porhicr überfallen und durch 17 Schnittwunden, weiche ihm der- selbe Nüttels Rasir messers beibrachte, schwer verletzt. Der Attentäter ist verhaftet. Verantwortlicher Redakteur: August Jarobcy, Berlin. Für den Jnseratentheil verantwortlich: Th. Glocke in Berlin. Druck und Verlag von Max Babing in Berlin. Hierzu»Beilage». 1. Beilage zum„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Ur. 175. Tokales. Mittwoch, den 29. Juli 1896. 13. Jahrg. wandte besuchen will oder eine andere triftige Veranlassung hat, eines Krampfanfalles stürzte der 40 Jahre alte Arbeiter dorthin zu gehen, muß jedes Mal um einen Erlaubnißschein ein Adolf Fröbel vor dem Hause Burgstraße 22 von einer Die juristische Sprechstunde fällt am Freitag und Sonn- fommen. Patrouillen beider Regimenter überwachen die Be- dort aufgestellten Leiter und zog eine bedeutende fich abend dieser Woche aus. folgung des Befehls. Diese Anordnung hat offenbar den Verletzung am Kopfe zu, sodaß seine Ueberführung in Zweck, zu verhüten, daß Soldaten der beiden Regimenter in den die Charitee erforderlich wurde. Vor dem Hause dortigen Wirthshäusern zusammentreffen. Potsdamerstraße 22 b wurde der 33jährige Arbeiter Her mann kleninger, als er gerade von einem dort haltenden Milchwagen gegen das Fuhrwerk gequetscht, so daß er anGeschäftswagen abgestiegen war, durch einen vorbeifahrenden scheinend schwere innere Verletzungen davontrug. Er wurde nach Den Mitgliedern des Wahlvereins im dritten Berliner Reichstags- Wahlkreise zur Nachricht, daß am Sonntag, den 2. August ein Familienausflug nach Schmargen dorf stattfindet. Abfahrt früh 10 Uhr. Treffpunkt Lokal Sanssouci Schmargendorf. · Zentral Kranken- und Sterbekasse der Tischler. Die V Mitglieder Versammlung der Ortsverwaltung Berlin C findet infolge des Sommervergnügens des zweiten Berliner ReichstagsWahlkreises nicht Montag, den 3. August, sondern am Montag, den 10. August bei Paulsch, Kulm straße 36, ftatt. Warnung! = Einer unserer Abonnenten ersucht uns, folgendes zu veröffentlichen, um andere mit der Schilderung feines eigenen Reinfalls" vor einem ähnlichen Mißgeschick zu behüten: Ein Herr macht hier die Runde, der dem Gläubigen anpreift, er tönne gratis sein Porträt nach einer Photographie vergrößert erhalten. Nur sei auf den Rahmen eine geringe Anzahlung von 1 M. zu leisten. Wird die Mart angezahlt, so wird dem Glücklichen folgender, uns im Original vorliegender Garantieschein ausgehändigt: Garantie- Schein. 1 Mart. Das Englische Portrait: Atelier macht für die nächsten 30 Tage eine Vergrößerung nach irgend einer Photographie gratis unter der Bedingung, daß jeder Besteller sich verpflichtet, zu jedem Bilde einen Rahmen von uns zu entnehmen Photographische Anfnahmen zu Vergrößerungen finden unentgeltlich statt. Eine Mart muß als Anzahlung bei der Bestellung geleistet werden. Gute und genaue Arbeit wird zugesichert. Hochachtungsvoll Engl. Portrait Atelier. Rahmen von 10 Mart an für Kreide- Portraits 0,40 m.: 0.50 m. Die ganz klein gedruckte Anmerkung am Schluß, daß der Rahmen mindestens 10 M. tosten wird, hat der Menschenfreund vorzulesen vergessen, weigerte sich aber, in dem Fall, der uns mitgetheilt wird, da das Geschäft abgeschlossen ist, die Mark herauszuzahlen. Der Inhaber des Garantiescheins ist also ents weder seine Mark los, oder er muß noch 9 M. zugeben, um da für einen Rahmen und sein Porträt umsonst" zu er stehen. Also Vorsicht vor solchen Menschenfreunden! " " Mit leichter Mühe kann man täglich milfNebenarbeiten fünf bis sechs Mark verdienen", solche und ähnliche Inferate finden sich seit einiger Zeit periodisch in verschiedenen hiesigen Tageszeitungen. Die Bewerber um den Nebenverdienst erhalten aus Paris ein in französischer Sprache abgefaßtes Birkular mit einem hettographirten Begleitschreiben, von einer Person, deren Firma unser Gewährsmann, da er leider dies Schreiben vernichtet, nicht mehr angeben kann. Der Schwindler theilt dem Zur Blutthat in der Markusstraße. Das Befinden der Frau Schmidt, der Louise Schmidt und der kleinen Emilie Schmidt ist unverändert. Lebensgefahr erscheint auch bei der am schwersten verwundeten Frau Schmidt jest ausgeschlossen. der Charitee gebracht. Beim Besteigen des Vorderraums eines -$ er= Ein raffinirter Fahrraddiebstahl, welcher wahrscheinlich in der Fahrt befindlichen Pferdebahnwagens fiel der wiederholt werden wird, wurde am Montag in der Schönhauser 31 Jahre alte Straßenreiniger Gustav Josewsti gerieth unter die Räder und erlitt eine Allee verübt. Gegen 6 Uhr abends saß in einem Restaurant hin, am Fuß. nahe der Ringbahn ein Herr W., welcher von Bernau zu Rad hebliche Quetschung Fuß. Im Polizeigefängniß nach Berlin gekommen war. Das Rad hatte er an der Innen- vergiftete sich mittags der wegen Sittlichkeitsverbrechens seite des Gartenzaunes aufgestellt. Bald tam ein zweiter Rad- verhaftete 37jährige Journalist Hermana Schmidt mit fahrer, welcher seine Maschine jedoch draußen ließ und Herrn W. Strychnin. Nachmittags wurde an der Ecke der Langen in ein Gespräch verwickelte. Nach etwa einer Viertelstunde trat und Koppenstraße der 28jährige Arbeiter Emil 3ielke durch an das Rad dieses Zweiten ein Mann heran, schwang fich plöt- eine Drofchte überfahren und am rechten Knöchelgelenk so schwer lich hinauf und fuhr nach Pankow zu davon. Beide Radfahrer verletzt, daß er in das Krankenhaus am Friedrichshain gebracht sprangen auf:„ Mein Rad wird gestohlen, bitte, leihen Sie mir werden mußte.-An der Ecke Belle- Alliancebrücke gerieth ein auf einen Augenblick Ihre Maschine!" rief der Bestohlene Herrn ungefähr 70 Jahre alter Mann unter die Räder 2. zu. Dieser ging bereitwillig darauf ein und in Windeseile eines schnell um die Ecke biegenden Schlächterwagens, ging es dem Flüchtigen nach. Bald waren Beide den Blicken und erlitt außer einer Quetschung der linken Hand anscheinend entschwunden und Herr W. wartete von Stunde zu Stunde ver- schwere innere Verlegungen. Er blieb bewußtlos liegen und gebens auf die Rückkehr seines Rades und wartet heute noch. mußte in das Krankenhaus am Urban übergeführt werden. Man sei also auf seiner Hut und leihe nicht Leuten sein Rad, Beim Spielen wurde der fünfjährige Sohn des Metalldrehers die man nicht kennt. Schröter in der Wrangelstraße durch einen auf seinem und am Knie und im Gesicht anscheinend nur leicht verlegt. Dreirade fahrenden Dienstmana überfahren Arbeiter Caspar Roszak in der Trunkenheit von dem In der Greifswalderstraße sprang aberbs der 37 Jahre alte Vorderraum eines in voller Fahrt befindlichen Pferdebahn- Wagen 3 ab, wurde überfahren und erlitt einen Bruch des linken Fußes. Nachmittags wurde auf dem Potsdamer Platz der in der Belle Alliancestraße Schankwirth Friz Baillen beim Ueberschreiten des Fahrdammes von dem Pferde einer Droschke zu Boden geworfen und erlitt erhebliche Houtabschürfungen am linken Handrücken und am rechten Arm. Die Schuld dürfte den Führer der Droschke treffen, da er im Trabe um die Ecke fuhr und er den Baillen nicht angerufen hat. Abends wurde der an einer unheilbaren Krankheit leidende 50jährige Schuhmacher Martin P. in seiner Wohnung in der Ackerstraße erhängt vorgefunden.- Vormittags brach im Hause Müllerstraße 66 Feuer aus, das den halben Dachstuhl des Vorgebäudes zerstörte und erheblichen Schaden anrichtete. Anscheinend auf Brandstiftung zurückzuführen ist ein Feuer, welches heute Nacht in der Klosetanlage im dritten Stock des Hauses Stallschreiberstraße entstand. Die Treppe war mit Petroleum begossen. Die Feuerwehr löschte den Brand in kurzer Zeit. Aus den Nachbarortca. Natten als Fahrradzerstörer. Zahlreiche Radfahrer hatten im Laufe dieses Sommers die Erfahrung machen müssen, daß ihre luftgefüllten Gummi- Räder unbrauchbar geworden waren, wenn sie von einem vielbesuchten Sommerlotal westlich der Stadt so auffälliger, als bei der Hinfahrt nichts davon bemerkt worden war. Kürzlich gelang es, die Ursache der Radbeschädigungen zu entdecken; der Aufbewahrungsschuppen des Lokals wimmelte von Ratten, die die Gummireifen zerfressen hatten. abends nach Hause fahren wollten; die Beschädigung war um Königliche Bibliothek. In der Woche vom 3. bis 8. August findet nach§ 48 der Benutzungs- Ordnung die Burüdlieferung sämmtlicher aus der Königlichen Bibliothek entliehenen Bücher statt. Die Zurücknahme der Bücher erfolgt von 9 bis 3 Uhr nach alphabetischer Ordnung der Namen der Entleiher: von A bis H am Montag und Dienstag, " 09 I bis R am Mittwoch und Donnerstag, S bis Z am Freitag und Sonnabend. Zu einer Betriebsstörung tam es gestern Vormittage auf dem hiesigen Nordbahnhofe. Zwischen 8 und 9 Uhr war eine Kolonne unter Leitung des Hilfsrangirmeister Blume mit rangiren beschäftigt. Da viel Arbeit zu erledigen war, wollte B. nicht warten, bis der Weichensteller herankam, sondern legte eine Weiche selbst um. Hierbei beachtete er jedoch nicht, daß die vordere Achse der Rangirmaschine die Ausweichstelle bereits überschritten hatte, wodurch die Maschine entgleiste. Durch diesen Unfall waren alle einlaufenden Büge gezwungen, auf Station Gesundbrunnen zu bleiben. Die Störung dauerte zirka zwei Stunden. = wohnende Weißensee. Die Genossen und Genosfinnen werden auf die am Donnerstag, den 30. Juli, abends 8 Uhr, im Lokal von Sorrer, Straßburgst r. 56, stattfindende öffentliche Versammlung aufmerksam gemacht. Zur Verlesung kommt Reßler's Broschüre über„ Die Ziele der Sozialdemokratie". EinReflettanten mit, daß er einen eigenen Apparat fonstruirt habe, der Spree, am Friedrich- Karl- Ufer, die Leiche des 39 jährigen Polizeibericht vom 28. Juli. Gestern früh wurde in tritt frei. Die Vertrauensperson. mit welchem man mit leichter Mühe täglich drei bis vier Bilder Kellners Hermann Dierberg, und am Landwehrkanal, am die lehrreichen Vorlesungen aus„ Kennan" über die Zu= Rigdorf. Die Genossen werden aufmerksam gemacht, daß vergrößern resp. zeichnen könne. Diese Bilder werden von ihm Thiergarten- Ufer, die Leiche einer etwa 50 jährigen Frau anstände des russischen Verbannungswesens fortgesetzt werden in zum Preise von 1,60 Franks gekauft und repräsentiren einen geschwemmt.- Gegen 91/2 Uhr vormittags mußte ein junger, etwa ber Versammlung am Donnerstag, den 30. Juli, abends Werth von 10 Frants. Wer auf die Offerte eingehen will, hat Werth von 10 Frants. Wer auf die Offerte eingehen will, hat 20 Jahre alter Mann an der Kaiser Wilhelm- und Münzstraßen- Ecke 8 Uhr, in den Viktoria Sälen, Hermannstr. 48-50. nur nöthig, einen Apparat im Werthe von 1 Frant, ein Probe- Vittoria- Sälen, bild, welches ebenfalls mit 1 Frant berechnet wird, sowie die aus einem Omnibus der Großen Berliner Omnibusgesellschaft Buthaten zum Apparat und Papier, welches nur 20 Frants zur Wache fiftirt werden, weil er infolge von Geistes gestörtheit foftet, gegen Nachnahme kommen zu laffen. Wir möchten unsere von der Weiterfahrt sich aufs heftigste widersetzte. Auf der gierung in Potsdam hat angeordnet, daß innerhalb zehn Tagen die Bezahlung des Fahrgeldes verweigerte und der Ausschließung Gastwirthsschilder im Grunewald. Die königliche ReLeser warnen, sich auch nur auf unnöthige Kosten verursachende Wache verweigerte er jede Auskunft. Auf grund eines Phyfikats- fämmtliche Gastwirths- und Firmenschilder Korrespondenzen mit dem Schwindler einzulaffen. Atteftes wurde er als gemeingefährlicher Geiftestranter der auf den Chauffeen und an den Bäumen des Grune Als Folge des Regimenterkrieges in der Blücherstraße Irrenanstalt Herzberge überwiesen. Vormittags fiel in der walds zu entfernen sind. Die Wirthe werden dadurch ist am Sonnabend ein Kommandanturbefehl heraus- Alten Jakobstraße der vierzigjährige Arbeiter Anton Hoffstart geschädigt und das Publikum auch. Einen Grund für diesen gefommen, der den Angehörigen des Garde- Kürrasfierregiments mann in Krämpfe, fiel von seinem Rollwagen und trug eine Regierungserlaß fönnen wir uns nur schwer denken. Sollten und des zweiten Garde- Dragonerregiments mit Ausnahme der so erhebliche Verletzung am Kopfe davon, daß er nach Anlegung etwa die Hubertussauen durch die Gastwirthsschilder auf den Offiziere und Unteroffiziere das Betreten der Hasenhaide gänz- eines Verbandes auf der Unfallstation in der Brüderstraße Gedanken gebracht sein, sich vor den verfolgenden Rothröcken in lich verbietet. Wer von ihnen in diesen Straßen Ver- nach der Charitee gebracht werden mußte. Ebenfalls infolge den Kneipen zu verstecken? Die Ausstellung der Gas- Industrie. Produktionsmittel reichen zur Befriedigung der Bedürfnisse nicht mehr Gestalt gewonnen hat und deren Prinzip nachmals zu zahl " Amerikas, des Seeweges nach Ostindien, dehnen den Markt weit dem elektrischen Lichte bestehen zu können. Das Resultat dieser über die Landesgrenzen aus. Die überseeischen Kolonien schütten Anstrengungen sehen wir in Fr. Siemens' Regenerativ einen wahren Goldregen über den alten Kontinent. Die alten I a mpe vor uns, die im Jahre 1879 ihre erste lebensfähige Der unbeftrittene Zweck einer Gewerbe- Ausstellung besteht aus. Die Nacht muß zum Tage gemacht werden. Gleichzeitig aber reichen zweckmäßigen Konstruktionen geführt hat. darin, ein plastisches Bild von dem augenblicklichen Stande der steigern sich die Bedürfnisse der Vornehmen. Mehr Licht" wird zum zeitig mit der Entwickelung der Regenerativlampe beginnt Industrie und Technik zu gewähren. Die Ausstellung soll dazu Losungswort der Technik, der Produktion, der gesammten Rultur. aber noch eine zweite Entwickelungsreihe in der Benoch gleichzeitig Anregung für die Weiterentwickelung der Zunächst baut man auf den alten Traditionen noch weiter. Die leuchtungstechnit, Die mit den Glühlichtbrennern Industrie und Technik geben, indem sie diejenigen Punkte markant Sinumbrallampe( eine Dellampe, bei der das Gefäß keinen von Clammond, Popp, Louis beginnend über den Fahnejelm'fchen hervorhebt, auf denen weiter gebaut werden tann. Von den Schatten warf), die Moderateurlampe, die Argandlampe, die Glühkamm hinaus zu Auer's Gasglühlicht führt, dem ratios wenigen Theilen der Gewerbe- Ausstellung, die über eine Meßver- Schiebelampe mit Mariotte'schem Gefäß, fie alle vermochten sich nellsten Licht für Einzel- Beleuchtung, das selbst dem elektrischen anstaltung hinausreichen, entspricht die Ausstellung der noch nicht von dem historischen Leuchtmaterial, dem Del, zu Lichte arge Verlegenheit bereitet. Gasindustrie am meisten dieser Aufgabe. Durch die thätige emanzipiren. Nun tritt die Dampfmaschine, die Werkzeug- Aber nicht blos in dieser Hinsicht ist die Spezial- Ausstellung Mitwirkung des Deutschen Vereins von Gas- und Waffer- maschine, die Umformmaschine auf den Plan. Die Pro- des Vereins der Gas- und Wasserfachmänner ein Spiegelbild der fachmännern ift gerade die historische Seite der Gasindustrie, duktion steigert sich in das Niesenhafte. Die Arbeit technischen Entwickelung, sondern noch in einer zweiten und Die Betonung ihrer Ziele und Probleme zum charakteristischen muß zur Bewältigung dieser Produktion immer intensiver werden. nicht minder interessanten Richtung. Es ist heut allgemein Ausbruck gelangt. Im Gasindustriegebäude bekommt man in Man braucht ein einfach zu bedienendes, helles Licht. Und die bekannt, daß daß das Steinkohlen Theer, ein Nebenprodukt der That ein plastisches Bild von der Entwickelung der Gas- Technik schafft dieses Licht durch die Anwendung des Stein der Gas Fabritation, zum Ausgangspunkte für die Her technik und insbesondere von der Entwickelung des Be- tohlengases, das auf der Berliner Gewerbe- Ausstellung stellung zahlreicher chemischer Präparate, von denen die leuchtungswesens, soweit es sich auf die Flammenbeleuchtung sein hundertjähriges Jubiläum feiert. So groß wie der Sprung Theerfarbstoffe die bekanntesten sind, geworden ist. Die fast unerstreckt. Vom Kiehnspahn bis zu Siemens' Regenerativlampe von der handwerksmäßigen Arbeit zur Maschinenarbeit, so unübersehbare Reihe dieser technisch, zum theil auch medizinisch hoch von 4500 Liter stündlichen Konsums, die eine Intensität von vermittelt stehen auch Dellampe und Gasbrenner neben ein bedeutsamer Präparate wird durch die Ausstellung einer Musteretwa 800-900 Rerzen haben dürfte, find alle Beleuchtungs- ander; und diese Lücke wirkt auch auf der Ausstellung der Gas- tollektion der wichtigsten Erzeugnisse repräsentirt. Mit dieser apparate in typischen Beispielen vertreten. Man empfindet und Wasserfachmänner wie eine Riesenzäsur in der gesammten Vorführung stellt sich aber gleichzeitig eine charakteristische Ergewissermaßen das Stammeln der Beleuchtungstechnik, als die Kulturentwickelung. scheinung dar, die darauf hinausläuft, die in jedem Industriefünftliche Beleuchtung noch nicht zu einer brennenden Frage der Bei genauem Zusehen sind natürlich hier wie dort Ueber zweige unvermeidlichen Abfallstoffe zum Rohmaterial für andere gesteigerten Kulturansprüche geworden war, wenn man die antike gänge, die nirgends in der Entwickelung fehlen, unverkennbar. technisch werthvolle Produkte werden zu lassen. Dellampe in traulicher Nachbarschaft mit der ehrwürdigen Licht so groß anscheinend der Qualitätsunterschied zwischen der Kerzen- Neben der Ausstellung des Vereins der Gas- und Wasserpuze dastehen sieht, deren technische Ueberwindung von Goethe flamme und der Leuchtgasflamme ist, so lösen sich doch auch Fachleute birgt das Gasindustrie- Gebäude noch eine ganze Reihe als das erstrebenswerthe Ziel der Beleuchtungstechnik angesehen hier bei näherem Zusehen die Qualitätsunterschiede in Quantitäts- von interessanten Einzelausstellungen. Die Vorführung der verwurde. Unmittelbar dahinter steht eine Fränk'sche Lampe, eine unterschiede auf. Bei der Gasbeleuchtung ist gegenüber der schiedenen Gasglühlicht- Systeme erregt heut faum noch besondere Dellampe aus dem Anfange dieses Jahrhunderts. Mit diesen Kerze oder der Dellampe der Vergasungsvorgang nur räumlich Aufmerksamkeit. Desto mehr Beachtung verdienen dagegen die drei Beleuchtungsapparaten: dem Kiehnspahn, der antifen Del- von der Flamme getrennt und wird durch rationellere Mittel verschiedenen Lampen- Konstruktionen, in denen flüssige Brennlampe und der Kerze ist in vortrefflicher Weise die Stabilität erzeugt. Das Prinzip der Arbeitstheilung mit mechanischen Mitteln, materialien zur Erzeugung von Glühlicht benußt werden. des Beleuchtungswesens während zweier Jahrtausende charakterisirt. das den industriellen Kapitalismus charakterisirt, tritt auch hier in Jn betracht kommen hier verschiedene Systeme von Spiritus Zwei gewaltige Rulturepochen steigen da wieder vor uns Erscheinung und auch das Prinzip der Zentralisation ist nichts glühlicht, wie das die Gesellschaften Helios auf: das Alterthum mit seinen auf der Sklavenarbeit bafirten der Gasbereitung und Gasbeleuchtung Eigenthümliches. Meteor, vor allem aber die Gasolin Glühlampen, wie Wirthschaftsform und das Mittelalter mit seiner Feudalwirth- Diese Entwicklung der Beleuchtungstechnik wird in der Aus- solche von Horwiz u. Salfeld, Louis Runge, schaft und mit seinem Zunftwesen. In beiden Perioden findet stellung des Vereins der Gas- und Wasser Fachmänner durch A. u. D. Huff ausgestellt sind. Das Gasolin ist ein Destillationsüberwiegend Eigenproduktion statt und eine Waarenproduktion charakteristische Repräsentanten der einzelnen Apparat- Typen dar produkt des Rohpetroleums, das bei etwa 60-70° C. siedet. nur für die allerengsten Wirthschaftsgebiete. Die gesammte Pro- gestellt. Wegen des niedrigen Siedepunktes läßt es sich leicht vergasen duktion kann mit Leichtigkeit am Tage durchgeführt werden, so Nachdem einmal der Fortschritt von der Dellampe zur Gas- und dann im Bunsen- Brenner mit nicht leuchtender aber heißer daß zu ihrer Bewältigung nicht Zuflucht zu künstlichem Licht ge- beleuchtung gemacht worden war, herrscht eine lange Beit hin- Flamme verbrennen. Ein über die Brennermündung herüber nommen zu werden braucht; und die relative Geringfügigkeit der durch eine gewisse Stabilität auf dem Gebiete des Be- gezogener Glühkörper geräth in dieselbe intensive Weißgluth wie Waarenproduktion läßt auch noch Zeit genug, um die Fefte beim Schein leuchtungswesens. Erst als die Elektrotechnik auf den Plan bei einem mit Steinkohlengas gespeisten Bunsen- Brenner. Das der lieben Sonne zu feiern. Unter solchen Verhältnissen konnten trat, und das elektrische Bogenlicht die Gasflamme in den Licht der Gasolin- Glühlampe ist nicht wesentlich theurer als auch die primitivsten Beleuchtungsapparate ausreichen. Aber Schatten fette, zwang der Konkurrenzkampf zwischen Gas und Gasglüblicht, aus diesem Grunde dürfte es sich leicht überall allmälig entwickelte sich die Waarenproduktion. Die Entdeckung Elektrizität die Gastechniker zu neuen Anstrengungen, um neben dort einführen, wo der Anschluß an Gasanstalten nicht möglich # und " der Polizeilich nicht erlaubt werden in diesem Jahre die zu theil geworden und dieser Taufendste war der Krantenwärter| Schwaben und die Pfalz verbessert worden. Die vermeyrung des harmiofen Erntefeste" der Laubenkolonisten auf den Köllnischen der Unfallstation selbst, welcher während der Behandlung des Aufsichtspersonals ist Folge der Kritik, die von den im bayerischen Wiesen. Was an denselben staatsgefährlich ist, ist bisher keinem 999ften Patienten von schweren Magenträmpfen befallen wurde. Landtag sigendenden Vertretern der Sozialdemokratie geübt gewöhnlichen Sterblichen verrathen worden. Im übrigen befanden sich unter den Erkrankten in der vorigen worden war. Ein städtisches Arbeitsamt wird nun auch Worm 3 ers hat sich in Rixdorf der dort Prinz Handjerystraße 58 wohnhaft Russen, ein Franzose und ein Schwede, Desterreicher waren in halten. Das hessische Ministerium hat die Sagungen des ge Durch einen Revolverschuß in die rechte Schläfe getödtet oche zahlreiche Ausländer, unter diesen ein Rumäne, zwei gewefene Klempner Heinrich Kaspar, geboren am 21. De- zahlreichen Fällen vertreten. planten Instituts genehmigt. zember 1871. Die Leiche wurde nach der Rixdorfer Leichenhalle Bezüglich der Ausstellungs- Lotterie ist der Plan der Die Leipziger Handelskammer, deren Gutachten über den gebracht. Was den jungen Mann in den Tod getrieben, ist Biehung nunmehr dahin geändert und endgiltig festgesetzt, daß Achtuhr- Ladenschluß wir bereits meldeten, veröffentlicht jetzt, wie unbekannt; er hat feinerlei Aufzeichnung darüber hinterlassen. in den Tagen vom 12. bis 15. Auguft die erste Serie zur Ver- uns aus Leipzig geschrieben wird, ihr vom Gesetzgebungsausschuß Wegen nächtlicher Ruhestörung sollen in Friedenau loosung gelangt. Die Ziehung der zweiten Serie findet im Sep abgeändertes Gutachten über die Gesammt vorschläge Reichskommission für Arbeiterstaiistit. Nachtwächter hinfort alle Personen belangt werden, die abends statt. Die sämmtlichen Ziehungen finden im Hörsaale des Chemie- Von ihr gehört worden ist der Verband deutscher Handlungsnach besonderer Anweisung des dortigen Amtsvorstehers an die tember, die der dritten und vierten Serie zusammen im Oktober nach 11 Uhr bei offenen Fenstern Klavier spielen gebäudes in der Ausstellung statt. gehilfen, derselbe, der vor Jahren die Handelskammern oder singen. Veranlassung zu dieser Anordnung haben Was in der Gewerbe- Ausstellung alles gestohlen zur Unterstützung im Rampf gegen die sozialdemos wiederholte Beschwerden darüber gegeben, daß namentlich in wird. Fast sämmtliche Gastwirthe, welche auch Speisen ver- fratischen Handlungsgehilfen anbettelte, der Verein selbstRestaurationslokalen von Vereinen 2c. wie auch in Privat- abfolgen, flagen über das massenhafte Verschwinden von Messern, ständiger Kaufleute und Fabrikanten zur Wahrung bes häusern bei Gelegenheit von Familienfeftlichkeiten häufig bis in Gabeln und Löffeln. In den automatischen Bier- und Wein rechtigter Intereffen, der Bigarrenhändlerverein und der Buch die späte Nacht hinein gespielt und gesungen und dadurch die Ausschankstellen haben die Gläser schon mehrfachen händlerverein, während die Handelskammer die antisemitische Nachbarschaft belästigt worden ist. Auflagen Erneuerungen erfahren müssen. In der Lese- und die sozialdemokratische Gehilfenorganisation, sowie die Be Ein Unglücksfall ereignete sich, wie der Volks- Zeitung" halle find es Zeitungen, humoristische Blätter, sowie Schreib- schlüsse zweier von 300 und 400 Handlungsgehilfen besuchten Auch Versammlungen in dieser Frage ignorirte. Das Gutachten ist mitgetheilt wird, Sonntag Nacht auf einem Vergnügungspapier, welche als des Mitgehens werth erachtet werden. dampfer der Oberhavel. Der dem Restaurateur Dressel Kataloge auf den Tischen der Verkäufer bilden einen be an das sächsische Ministerium gerichtet und geht dahin: 1. daß, wenn liebten Anziehungspunkt für Langfinger. Charakteristisch sind möglich, von einem weiteren Verfolg des 1. Theils der Vorschläge der in Wilhelmsruh bei Tegelort gehörige Dampfer Bittoria" hatte zwei Diebstähle, die am Sonntag vor sichtlichen Augen der Be- Reichsfommission für Arbeiterstatistik ganz abgesehen um 11 Uhr abends Passagiere nach Spandau gebracht und sollte stohlenen begangen worden sind. In einem Falle wurden einer werde; 2. daß für den Fall einer gefeßlichen Regelung der wieder zurückfahren, als die Maschine versagte. Der Verkäuferin Von Ausstellungsloosen dreiundzwanzig Arbeitszeit im Handelsgewerbe die Bedürfnisse der ver Maschinist fuhr nun mit seinem Kohleneifen in das Schwung Loose vom Tisch, an welchem sie den ganzen Nachmittag faß, fchiedenen Geschäftszweige und Gegenden in rad, um es damit in Gang zu bringen. Wider Erwarten ſette heruntergenommen, ohne daß sie hiervon etwas bemerkte. Eben- größerem Umfange Berücksichtigung finden, fich das Schwungrad alsbald in schnelle Bewegung und der sehr falls am Sonntag wurde einem armen Mädchen, der Büffetdame als dies im ersten Theil der Kommissionsvorschläge nahe befindliche Maschinist erhielt von der Kolbenstange einen eines Restaurants, das Portemonnaie mit dreizehn Mart geschieht; und 3. daß Theil II und III der fraglichen Vorfurchtbaren Schlag gegen den Kopf; dem Unglücklichen ist der Inhalt gestohlen, welches sie gelegentlich Umwechselung von Geld schläge durch die Regelung, die die betreffenden Materien in dem Ropf dabei fast total abgeschlagen worden; der Entwurfe eines Handelsgesetzbuchs erfahren haben, für erledigt Schloffer von Profession, hat diesen Dienst am Sonntag zum Den Besuch der Berliner Gewerbe Ausstellung zu Prinzip die Regelung der Arbeitszeit im Handelsgewerbe, weil ersten Mal zur Aushilfe versehen. Der eigentliche Maschinist erleichtern, haben nunmehr die sämmtlichen preußischen dadurch angeblich eine erhebliche Belästigung des Publikums und des Dampfers ist zu einer militärischen Uebung eingezogen. Der Eisenbahn. Direktionen sowie die nichtpreußischen zum schwere Nachtheile für die betroffenen Geschäfte eintreten würden Unglückliche war jedenfalls mit der Schiffsmaschine sehr wenig theil bei bestimmten aus ihren Direktionsbezirken nach Berlin und nach deutschen" Lebensgewohnheiten ein überaus großer vertraut, denn Passagiere theilen mit, daß sie in großer Angst abgehenden Zügen eine Preisermäßigung von 50 pt. Kundenkreis gerade auf das Ginkaufen in den Abendstunden anschon auf der Fahrt gefchwebt hätten, als sie den Mann die mit 10tägiger Giltigkeit der Billets eintreten lassen. Diese Er gewiesen ist. Wenn der Bundesrath fich dennoch für die ReMaschine bedienen fahen. Es muß außerdem fonstatirt werden, mäßigung findet Anwendung an jedem Dienstag und gelung der Arbeitszeit im Handelsgewerbe entschließen sollte, daß die Qualität des Bedienungspersonals verschiedener Personen- Freitag bei allen Zügen der Direktionsbezirke Aachen, dann soll die Arbeitszeit im gesammten Handelsgewerbe dampfer auf der Havel recht viel zu wünschen übrig läßt. Braunschweig, Magdeburg, Münster, Crefeld durch Einführung einer Abendschlußstunde Diefe Mangelhaftigkeit der Dampferführung hat sich auch und Dortmund, sowie bei fast allen Bügen der Bezirke Maximalarbeitszeit für Handlungsgehilfen geregelt werden, die schon oft genug auf der Oberspree bemerkbar gemacht." Bromberg, Caffel, Danzig, Elberfeld, Erfurt, aber für die einzelnen Branchen und Gegenden verschieden festgesetzt Beim Baden verunglückt ist der Sohn eines Berliner Königsberg, Oldenburg, Posen, Saarbrücken, der Kommission zur Regelung der Kündigungsfrist, Frankfurt a. M., Gießen, Hannover, Köln, und möglichst viele Ausnahmen gewähren soll. Die Vorschläge Eisenbahnbeamten, der gegenwärtig beim Jägerbataillon in Stettin und Warnemünde. Ferner tritt die Erdecken sich mit dem 1894 gefaßten Beschluß des Reichstages Lübben seine Dienstzeit absolvirt. Der Bedauernswerthe mäßigung noch ein an jedem Dienstag in den Bezirken und den Vorschlägen im Handelsgefeßentwurf. Dem Verbot der machte in der dortigen Militär- Badeanstalt einen so unglücklichen übed und Altona( ausgen. D- 3üge), an jedem Sonn Ronkurrenzflausel tönne sie nur nach den Vorschlägen Absprung, daß er sich das Genick brach. abend in den Bezirken Breslau und Katto wig, an des Handelsgesetzbuches, nicht aber nach denen der ReichskomWitterungsübersicht vom 28. Juli 1896. jedem Freitag in Halle a. S. westlich der Bahnstrecke mission zustimmen; das heißt, es soll die Konkurrenzklause! im Röderau- Berlin und an jedem Sonnabend in demselben weiteren Sinne bestehen bleiben. Mit dem Schuße des wirth. Bezirk östlich dieser Bahnstrecke. Von Essen aus haben schaftlich Schwächsten, des Handelsangestellten soll es demnach sämmtliche Züge an allen Tagen die Ermäßigung, nichts werden, dagegen muß das dreimal heilige Interesse des und von München und Nünberg aus alle Züge am ersten Kapitals gegen die Habgier der Handelsangestellten geschützt und dritten Sonnabend im Monat. Von Dresden( Altstadt) werden zum Nutz und Frommen der- Harmonie zwischen werden Züge zu ermäßigten Preisen bei achttägiger Giltigkeit der Kapital und Arbeit. Billets am 1., 5. und 29. August über Elsterwerder und am Tod des Mannes trat auf der Stelle ein. Der Maschinist, ein für einen Augenblick neben sich auf den Tisch gelegt hatte. erklärt werden. Die Handelskammer verwirft demnach im Stationen. Swinemünde Barometers stand in mm, reduzirt auf d. Meeressp. Windrichtung Windstärke PO11-1( Stala 1-12) 766 Hamburg 766 NND Berlin 765 Wiesbaden 763 Still München 764 28 Wien. 763 Still Haparanda. 760 Still Petersburg 766 28 . 768 N 766 • 765 · • N Cort Aberdeen. Paris. A Wetter Temperatur HRADUNON nach Celsius ( 50 G. 4° R.) heiter bedeckt wolfenlos bedeckt wolkenlos woltenlos 22 17 22 19 18 19 heiter 21 0 halb bedeckt 20 heiter 13 heiter 13 wolfig 15 Wetter Prognose für Mittwoch, den 29. Juli 1896. Etwas fühler, veränderlich, vorherrschend wolkig, mit Regen und mäßiger Luftbewegung. Berliner Wetterbureau. Gewerbe- Austellung 1896. In der Woche vom 19. bis zum 26. Juli gelangten auf der Sanitätswache 154, auf der Unfallstation 123 Erfrantungs- und Unglücksfälle zur Behandlung. Am Sonnabend ist auf der Unfallstation dem tausendsten Kranten Hilfe = " nicht Arbeiter Risiko. Aus 3 widau wird uns geschrieben: 9. und 23. Auguft über Röderau abgelaffen. Wie aus den zahl- Zwei schwere Unglücksfälle sind in den letzten Tagen wieder auf lofen Anmeldungen bei den hiesigen Verkehrsbureaus, Dieser Tage wurde ein namentlich aber bei der Bentralstelle für den Fremdenverkehr hiesigen Gruben vorgekommen. hervorgeht, wird infolge dieser einschneidenden Fahrpreis- Zimmerling bei der Arbeit im Schacht durch einen abgehenden" Verbilligung der Fremdenzufluß nach Berlin besonders im Sunt lebensgefährlich verlegt; weiter fiel fich bei ReparaturAugust ein ganz toloffaler sein, und treffen daher die arbeiten ein Drittelsführer durch Absturz zu Tode. Auffällig Verkehrsbureaus weitgehendste Vorkehruugen, um dem Ansturm find die vielen zum theil lebensgefährlichen Verlegungen, welche auf den Förderstrecken durch entgleisende oder abgehende Hunte dann Stand halten zu können. veranlaßt werden. Man schiebt die Schuld entweder auf einen unerwarteten Seilbruch oder auf die Unachtsamkeit der Förders leute refp. der Bergarbeiter, die in den Förderstrecken zu thun haben. Nicht so unrecht werden aber die Bergarbeiter haben, welche die Hauptschuld dem haftigen Arbeiten zuschieben, wie es die Gedingearbeit und das Antreiben der Beamten zur Folge hat, weshalb bie angeordneten Vorsichtsmaßregeln selten beachtet werden; auch sind die Förderstrecken oft zu schmal angelegt, mit wenigen Ausweichestellen versehen oder sonst schlecht im Stande. Die Bergleute wagen es aber selten, darüber Mittheilungen in die Deffentlichkeit gelangen zu lassen; die Furcht vor Maßregelung hält die Armen ab, die Uebel offen darzulegen. Den ersten nennenswerthen geschäftlichen Erfolg hat die Zwölf- Apoftel- Uhr aufzuweisen. Der Andrang zu derselben ist so bedeutend, daß selbst an Wochentagen häufig wegen Ueberfüllung die Kassen geschlossen werden mußten. Jetzt hat sich die Direktion entschlossen, eine Vergrößerung des Zuschauerraumes vorzunehmen und hat das dazu erforderliche Terrain bereits gepachtet. Durch den Erweiterungsbau findet eine Störung im Betriebe nicht statt. Aus Aulak des heutigen FünfundzwanzigpfennigTages machen wir auf die Einrichtung des Kinder- undbureaus" im Hörsaal des Chemiegebäudes aufmerksam. Im Laufe der verflossenen Woche ist dieses Fundbureau" nur in einem einzigen Fall in Anspruch genommen worden, außerdem haben drei Anfragen nach vermißten Kindern vorgelegen. 1894 und 1895 veröffentlicht der Staats- Anzeiger" folgende Ueber den Tabakban in Württemberg in den Jahren Uebersicht: 1894 4070 390 887 m. 52,56 M. 1895 5672 somit gegen 1894 +1602 497,26 ha 12 019,03 24,18 478 504. +3,76 +82 617. Doppelzentner ohne Steuer: 39,39 M. - 18,17 m. Soziale Rechtspflege. Ueber das Geschäftsgebahren der Direktion des Theaters Alt- Berlin macht ein Berichterstatter noch folgende Bahl der Tabatpflanzer: ist. Die Richtung und das Ziel für die weitere Entwickelung Mittheilungen: Die Schuld an dem Zusammenbruch liegt einzig des Beleuchtungswesens aber wird markirt durch die hier einem und allein an der Geschäftsführung, indem der Direktor Herr Bebaute Fläche: größeren Publikum zum ersten Mal vorgeführte Acetylen- Be- Grundlage dienenden Etat in unverantwortlicher Weise über- Erntemenge überhaupt in Doppelzentnern: Blumenreich den von ihm selbst aufgestellten und zur 364,26 ha +138 ha leuchtung von Julius Schülte. 7397,37 Außer der Anwendung zu Beleuchtungszwecken findet schritt, so daß das Stammkapital am 1. Oftober 1896 in +4621,66 das Steinkohlengas heute in der Industrie und im Haushalte vollem Umfange eingezahlt bereits im November uud Erntemenge durchschnittlich auf 1 ha in Doppelzentnern: 20,42 eine immer größere Berwendung. Schon heute gilt die Gas Dezember desselben Jahres vollständig verbraucht war, anstalt als eine Kraftzentrale par excellence und der Gasmotor ja auch ein Theil der bereits fälligen Pachteinnahmen Werth der Ernte: muß in den meisten Fällen als der billigste und bequemste Klein- das gleiche Schicksal erlitten hatte. Erst durch den von uns motor der Gegenwart angefehen werden, besonders in bereits erwähnten Rücktritt des Herrn Direktors Eickhoff wurden Mittlerer Preis von 1 den Fällen, wo die angetriebenen Arbeitsmaschinen einen den ahnungslosen Gesellschaftern die Augen darüber geöffnet, in relativ geringen Leerlauf haben und möglichft an welche Position sich das Theater, Alt- Berlin" befand. War doch ein dauernd voll belastet sind. Gegenüber kleinen Dampf- Gegen- Etat von 44-50000 M. pro Monat( gegen 20000 M. des Vormaschinen ist der Gasmotor ein weit ökonomischerer anschlags) zu decken; für Kostüme und Requisiten waren außer Betriebsapparat. Das erklärt es, weshalb felbft altrenommirte den Dekorationen 18 000 m. ausgegeben, der Bau des Hauses Der Streit bei Heimann u. Ko.( Fabrit feiner Leders Maschinen Fabriken, die den Bau von Dampfmaschinen als hatte 200 000 m. verschlungen. Nach einem vor uns waaren), welcher im Frühjahr dieses Jahres stattfand, gab den ihre Spezialität betreiben, wie M. Borri3 z. B., beut auch liegenden Voranschlag war für Anschaffungs- und Betriebs- Anlaß zu einem Rechtsstreit, der dieser Tage vor der Kammer II fleine Gasmotoren konstruiren. Die beliebtesten Gasmotoren sind Unkosten für die ganze Spielzeit die Summe des Gewerbegerichts ausgefochten wurde. Es handelte sich im heut noch immer die Otto- Motoren, die in gleicher Güte von der von 420 000 m. angesetzt und bis zum Mai 1896 hatte man wesentlichen um die Auslegung der Friedensbedingungen, unter Ga3motoren Fabrit Deus und der Berlin- An bereits die ungeheure Summe von 500 000 Mart denen der Ausstand beigelegt worden war. Gegen die Firma haltischen Maschinen- Fabrit hergestellt werden. Auch theils in baar, theils in Krediten vergeudet, so daß bis zum und ihren Inhaber Heimann flagte die Arbeiterin K. mit der die Gasmotoren von F. Bußte, die gleichfalls auf der Aus- heutigen Tage an baarem Gelbe 115 000 M. Gesellschafts- Begründung auf Lohnentschädigung, daß sie auf grund der Abstellung vertreten sind, haben sich einen wohlbegründeten Ruf fapital, Darlehen Stemmler 60 000 M., Vorschuß von Sehring machungen zwischen Heimann und der Streitkommission ein erworben. Die interessanteste Anwendung des Gasmotors, den zirka 50 000 M., Pacht der Brauerei 35 000 M., Pacht Recht auf die Wiedereinstellung gehabt hätte, troßdem aber von man lange Zeit für unlöslich gefesselt an das Röhren- für Theaterzettel 8000 W.(?) es waren 12 000 m. dafür dem Werkmeister Hellmuth zurückgewiesen worden sei. Der Bes netz der Gasanstalt hielt, besteht in seiner Verwendung als vereinbart Hierzu treten noch flagte hatte eine ganze Reihe Einwände gegen den Anspruch bei Lokomotive, betrieben durch einen Vorrath komprimirten Gases, die Kredit- Paffiva faft in der gleichen Höhe. Den Gläubigern der Hand. Er machte geltend, entgegen der getroffenen Abrede der für ca. 11 Kilometer Fahrt ausreicht. Der auf der Aus Alt- Berlins wird das alles ein recht blumenreicher Erinnerungs- hätten nicht alle Ausständigen die Arbeit wieder angetreten und stellung vertretene Deffauer Gasmotorwagen gehört deshalb auch strauß sein. " wohl zu den beachtenswerthesten Ausstellungsobjekten überhaupt. Das größte allgemeine Interesse vor allem bei den Hausfrauen erweckt aber die Verwendung des Leuchtgases in der Küche. Die zahlreichen Gaskochherde von Goehbe, Fr. Siemens, total verloren sind. Boziale Meberlicht. schon deshalb wäre die Berpflichtung zur Wiederaufnahme der Klägerin gefallen gewesen. Dann sei er auch an die Friedenss bedingungen nicht gebunden, weil die Streitkommission den Friedensschluß nicht in der Bolts- Zeitung" bekannt gegeben Die Orts- Krankenkaffe der Vergolder und Berufs: habe, obwohl dort, wie im Vorwärts" während des Streiks die Schäffer u. Walcker, F. Butke u. f. w. dürften deshalb auch manche genoffen zu Berlin veröffentlicht foeben den Raffenbericht vom Firma fortlaufend als gesperrt veröffentlicht worden war. Und Hausfrau zum Kochen mit Gas bekehren. Dem Arbeiter sind Jahre 1895, der in Einnahme mit 43 654,81 M. und in Ausschließlich behauptete Herr Heimann noch, daß er unter allen anscheinend die Vortheile des Gaskochherdes unzugänglich, weil gabe mit 45 285,66 M. abschließt. Die Abrechnung beansprucht umständen nicht für die Nichtannahme der Klägerin verantwort er die erste Installation nicht erschwingen kann und ihm auch die insofern ein besonderes sozialpolitisches Interesse, als von den lich gemacht werden könnte, da sein Werkmeister- garnicht be. Monatsrechnungen in der Höhe von 3-5 m. stets Un- mit Tod abgegangenen 20 Mitgliedern 17 an der 2ungen- fugt fei, Arbeiter und Arbeiterinnen selbständig anzunehmen und bequemlichkeiten bereiten. Mit einem Schlage ändert sich bies schwindsucht gestorben sind. Einen so hohen Prozent faß zu entlassen. Hinsichtlich dieser Angabe fagte der Werkführer jedoch, wenn die Gasanstalten, wie das vielfach geschieht, dürfte die Lungenschwindsucht kaum bei einem anderen Gewerbe Hellmuth als Beuge aus, er habe allerdings seine Befugnisse den Gasanschluß umsonst besorgen, Gas Rochapparate leihweise erreichen. Das Einathmen des Metallstaubes und der Bronze überschritten, er hätte jedoch nicht mehr mit Fräulein K. zu beschaffen und vor allem die in England so beliebten Gasautomaten sind die so gefährlichen Krankheitserreger, die nicht selten fammen arbeiten können, weil sie ihn in öffentlicher Versammlung aufstellen wollten. Beim Hineinwerfen eines 10- Pfennigftücks in schon bei dem noch jugendlichen Arbeiter den Keim für diese sehr schwer getränkt habe. Die Klägerin hatte ihn nämlich einen solchen Gasautomaten- ein Exemplar ist auch ausgestellt fo gefährliche Krankheit entwickeln. In den voraufgegangenen ihren versammelten Kollegen als Mann geschildert, der sich erhält der Konsument ein bestimmtes Quantum Leuchtgas zur Jahren zählte die Kasse unter den Verstorbenen nur 60-65 pet. von dem etwas nervösen Chef behandeln lasse, = BO wie Verfügung, das er in beliebigen Zwischenräumen aufbrauchen als Opfer diefer Seuche, während im Jahre 1895 der Prozentsaz fie als Arbeiterin es sich nicht gefallen ließe. E3 fann. Er ist also in die Lage verfeht, Leuchtgas im Detail ein- auf 85 stieg. Wie uns aus Berufskreisen mitgetheilt wird, läßt wurden dann die Mitglieder der ehemaligen Streitkommission zulaufen, wie Prestohlen, Spiritus oder Petroleum. Leider ver- die Innehaltung fanitärer Vorschriften viel zu wünschen übrig; vernommen. Dieselben sagten übereinstimmend aus, daß sie hindert bureaukratische Bedauterie in Deutschland die Zulaffung es ist deshalb sehr nöthig, daß die Gewerbe Inspektoren den gerade den Wiedereintritt des einen Heimarbeiters, auf deſſen der Gasautomaten zur Aichung, so daß der deutsche Arbeiter Werkstätten des Vergoldergewerbes größere Aufmerksamkeit Fernbleiben sich der Beklagte ftügt, als zweifelhaft hingestellt noch lange darauf wird warten müffen in bezug auf Beleuchtung, widmen. hätten und daß Heimann auch kein Gewicht darauf gelegt habe. Heizung 2c. fich diejenigen Vortheile zu verfchaffen, die seine eng- Das Fabrikinspektorat Bayerns ift durch Anstellung je Der Gerichtshof unter dem Vorsitz des Asseffors v. Schulz fältte lischen Kollegen längst besitzen. eines neuen Assistenten für Oberbayern, Oberfranten, folgendes Urtheil: Die Klägerin soll befchwören, daß der Be um " urtheilt worden. Er sollte an einer Straßenkreuzung zu schnell müssen. ein Breslau, 28. Juli. Heute früh wurde der Kassirer der hiesigen Grunewald'schen Spritfabrik, bei der, wie gemeldet, ein bedeutendes Kassamanko entdeckt wurde, in Unterfuchungshaft genommen. Das Raffamanto soll seit Jahren bestehen. Der Kassirer leugnet jede Schuld. flagte einmal in der Fabrik erklärt habe, der Werkführer Hell- Wochen hindurch von der genannten Kaffe Unterstügungen geholt. I rinnen gewagt, als sie auch fofort untergingen. Die Kleine Tochter muth( fein Schreckenstind) fönne Leute annehmen und entlaffen. Der Staatsanwalt beantragte im geftrigen Termine vor der eines Ober- Steuerkontrolleurs, eine tüchtige Schwimmerin, eilte Leistet Frl. K. den Eid, dann hat Heimann die geforderte Ent: neunten Straftammer des Landgerichts I gegen den vielfach sofort den Ertrinkenden zu Hilfe, wurde jedoch von diesen am schädigung von 20 M. zu zahlen. Der Gerichtshof war nicht zu vorbestraften Angeklagten eine Buchthausstrafe von 2 Jahren. Halse gepackt und unter Wasser gezogen. Da in der höchsten Der Ueberzeugung gelangt, daß die Arbeiter den von der Streit. Der Gerichtshof billigte dem Angeklagten wegen seiner Nothlage Noth sprang die Tochter des Weinhändlers Troplowit ins Wasser tommission eingegangenen Verpflichtungen nicht nachgekommen aber noch einmal mildernde Umstände zu und erkannte auf ein und steuerte auf die drei im Wasser Ringenden zu. Alle drei find. Dazu hätte es auch eines Inserats in der Bolts- Beitung", Jahr Gefängniß bei sofortiger Berhaftung. flammerten sich nun an Frl. Troplowit an, welche infolge dessen daß der Ausstand beendet sei, nicht bedurft; die thatsächlich mehrmals unter Wasser gezogen wurde. Nur mit äußerster Anim Vorwärts" erfolgte Publikation genüge vollauf. Bufälligkeiten und fleine Schniker in den gerichtlichen strengung gelang es der muthigen Dame, fich mit den drei anderen Ein Monftreprozeß beschäftigte dieser Tage das Gewerbe. Protokollen müssen unter dem Druck der heutigen Judikatur die so lange über Wasser zu halten, bis eine wärterin mit einer gericht. Nicht weniger als 29 Schuhmacher hatten gegen unrecht verurtheilt glauben, zu ihrem Rechte gelangen follen den festhalten konnten, bis man sie sämmtlich aus dem Waffer mangelnde Appell- Instanz vertreten, wenn Leute, die sich zu Stange herbeifam, an welche sich nun die um ihr Leben KämpfenDie Firma Bergschmidt u. Lange mit dem Antrage ge- Ginen klassischen Beweis für diese leidige Thatsache lieferte der ziehen fonnte. Frl. Troplowig hatte noch so viel Kraft, die aus flagt, ihnen den Lohn für drei Tage zu zahlen, an denen sie von Strafprozeß wider den Maschinenführer Grinda von der Berlin- dem Wasser führende Treppe zu erreichen, als sie auch schon in den Beklagten nicht beschäftigt wurden. Ein großer Theil der Steglizer Dampfstraßenbahn. Derselbe war im vorigen Jahre von eine tiefe Ohnmacht verfiel. Die opfermuthige Lebensretterin liegt Kläger beanspruchte außerdem noch eine vierzehntägige der 2. Straffammer am Landgericht II wegen fahrlässiger Gefährdung auch gegenwärtig noch schwer frank danieder. Lohnentschädigung wegen unberechtigter Entlassung. Herr eines Eisenbahntransportes zu einem Monat Gefängniß ver Bergschmidt, der der Inhaber der beklagten Firma, war in Zahlungsschwierigkeiten gerathen und hatte am 1. Juli mittags und ohne das vorschriftsmäßige Läuten gefahren sein und einen durch seinen Werkführer in der Fabrik" Feierabend" bieten lassen, Steinwagen schwer beschädigt haben. Als seinerzeit das Urtheil weil die versammelten Gläubiger die Lieferung von Material einzustellen beschlossen. Bergschmidt behauptete, daß mit dem: verkündet wurde, stellte sich heraus, daß im Urtheilstenor „ Es ist Feierabend!" die Entlassung der die Entlassung der Arbeiter aus welcher schriftlich firirt und verlesen werden muß worden sei. Schreibfehler enthalten war. Es stand da„ ein Tag" gesprochen Köln, 27. Juli. Der Blih schlug beute während eines Diese erklärten aber, hieran statt einen Monat" Gefängniß. Der Gerichtshof 30g schweren Unwetters in den Kamin des vollbesetzten Köln- Mül so weniger zu glauben, als ihnen der Wert meister Hante eine baldige Wiederaufnahme des Betriebes sich noch einmal zur Berathung zurück, berichtigte das beimer Dampfbootes, als dieses gerade bei Mülheim landen verkündete die Berichtigung. Auf diesen wollte. Das vordere Sonnensegel stürzte zusammen und zwölf in Aussicht gestellt habe. Gerade die Aeußerungen des Werk: Protokoll und führers hätten sie veranlaßt, sich drei Tage lang zur Fortsetzung Borgang stüßte der Vertheidiger die eingelegte Nichtigteits eineinhalbzöllige eiserne Streber wurden zerdrückt. Der zahlreichen der Arbeit bereit zu halten; dann erst sei ihnen klar und deutlich beschwerde und drang damit durch. Das Reichsgericht entschied, Passagiere bemächtigte sich eine große Aufregung; viele stürzten daß eine Berichtigung des einmal festgestellten Urtheilstenors ohne ins Wasser, um schwimmend das Land zu erreichen. Plöblich ihre Entlassung fundgegeben worden. Diejenigen Kläger, welche weiteres nicht angängig sei, es hätte einer erneuten Verhandlung trieb ein wuchtiger Windstoß das Schiff ans Land, wo alsbald aus der ohne vorherige Auffündigung erfolgten Entlassung einen bedurft. Die Sache wurde daher in die Vorinstanz zurückverwiesen und die Landung ermöglicht werden konnte. Verluste an MenschenAnspruch auf Lohnentschädigung für 14 Tage herleiten, ver= heimlichten nicht, den Paffus der Fabrifordnung zu kennen, durch nun stellte sich in der heutigen erneuten Verhandlung heraus, leben sind glücklicherweise nicht zu beklagen. welchen die gefeßliche Kündigungsfrist ausgeschlossen werden sollte. zuweisen war. Derfelbe wurde daher freigesprochen und hängte sich in Stuttgart ein Stallwärter des Birkus Busch. Da daß dem Angeklagten ein fahrlässiges Verschulden gar nicht nachAberglaube. In der Germania" lesen wir: Jüngst ers Sie betonten jedoch, daß die Fabrikordnung für sie nicht Sie betonten jedoch, daß die Fabrikordnung für sie nicht bie Kosten wurden der Staatstaffe auferlegt. Ohne ben vielfach der Aberglaube herrscht, der Strick eines Erhängten verbindlich sei, weil man sie weder darauf verwiesen, noch ihnen kleinen Schnizer im Protokoll hätte der Be- vielfach der Aberglaube herrscht, der Strick eines Erhängten ein Exemplar derfelben ausgehändigt habe. Nach mehrmaliger fchuldigte einen Monat Gefängniß verbüßen schiebenen Angehörigen des Zirkus, namentlich den Damen" bringe Glück und sei für vieles gut", so wurden von ver längerer Verhandlung fogar ein Lofaltermin wurde abgehalten fällte das Gericht in der Sache Kretschmar wider Stücke des Strickes, an welchem sich der Unglückliche aufBergschmidt und Lange folgendes allgemein wichtige Urtheil: Leipzig, 25. Juli.( Reichsgericht.) Ueber die Verhandlungen gehängt hatte, abgeschnitten, um solche als Amulett zu Die Entschädigung für die fraglichen drei Tage mußte dem gegen den Bürgermeister von Neustadt bei Koburg tragen!! Gegen diesen wirklichen Aberglauben hat der LiberalisKläger zugesprochen werden, weil in dem Feierabend- wegen Anftiftung zur Amtsunterschlagung, wegen gewerbsmäßiger mus nichts auszusetzen; er findet in ihm höchstens eine interessante gebot feine Entlassung zut sehen ist. Eine solche Hehlerei und falscher Beurkundung im Amte in 61 Fällen, über Schwäche. Wenn aber ein katholischer Christ auf grund seiner muß ausdrücklich ausgesprochen und in nicht miß die telegraphisch bereits berichtet war, ist noch folgendes nachzu- geoffenbarten Religion mit gläubigem Vertrauen eine geweihte zuverstehende Worte gekleidet werden, zu denen der Aus- tragen: Die Straftammer zu Koburg hatte den Bürgermeister Medaille trägt, dann ist es Aberglaube, der die ganze sittliche" druck Feierabend" nicht gerechnet werden kann. Daneben Seidel zu 4 Jahren 6 Monaten Zuchthaus und 6 Jahren Entrüstung des Liberalismus herausfordert. Henchelei!" tommt auch noch in betracht, daß die Arbeiter bezw. ihre Ver- Ghrverlust verurtheilt, ferner den Stadtschreiber Lügelberger Wir pflichten der Germania" in der Beurtheilung des treter mehrmals nach der Fabrik bestellt wurden. Mit der Mehr wegen Unterschlagung im Amte zu 9 Monaten Gefängniß. Seidel, Liberalismus bei, denn an ihm ist wirklich nur mehr Heuchelei. forderung mußte dagegen der Kläger abgewiesen werden. der nicht einmal orthographisch schreiben fann und sich fürzlich Noch mehr freut es uns aber, aus der Germania"-Notiz zu er Daß derselbe von dem bezüglichen Passus in der Fabritordnung wegen anderer Delitte vor dem Schwurgerichte zu verantworten sehen, daß das fromme katholische Blatt jetzt die Amulette" mit Kenntniß hatte, genügt schon allein, dem Kündigungsausschluß hatte, schaltete in seinem Amte sehr willkürlich. Er bezog dem Stricke des Gehängten in einen Topf wirft. Welcher betreffs feines Arbeitsverhältnisses Rechtskraft zu verleihen. Es 2000 m. Gehalt als Bürgermeister, 600 m. als Standesbeamter Wandel der Anschauungen durch des Schicksals gnädige Fügung! bedurfte dazu feines Hinweises und auch nicht der Aushändigung und 200 M. als Raffenverwalter des städtischen Gaswerkes. einer Abschrift der Arbeitsordnung."- Da die Dinge in den Lützelberger, der die Sporteltasse und die Kaffe für die Abfälle Abstürze in den Alpen sind wieder an der Tagesordnung. So berichtet über den Absturz eines Berliners anderen Fällen genau so lagen, wie in der Sache Kretschmar, der Gasanstalt zu führen hatte, stand vollständig unter dem Gindie verglich sich der Beklagte Bergschmidt mit sieben weiteren Klägern fluffe Seidel's. Er benutzte zur Aufbewahrung der Gelder eine Neue Züricher Zeitung": Mittwoch Vormittag ver im Sinne jenes Urtheils. Auch die übrigen 21 Kläger, in deren Kassette, welche er abends verschloffen dem Bürgermeister Seidel unglückte bei Beckenried Dr. 23 eg u an 11. von Berlin, der Sachen nochmals Beweis erhoben werden sollte, werden voraus- übergab. Seidel selbst hatte keine Verfügung über die Kaffette, Kahne aus wollte er wahrscheinlich das dortige steile Felsufer er fichtlich ebenfalls einen derartigen Vergleich schließen. aber er veranlaßte in einer großen Zahl von Fällen LüzelDer Heilighaltung des Sonntags sind bekanntermaßen berger, ihm Geldbeträge aus der Kaffette zu geben, die er dann klimmen, um vielleicht noch einige halbverblühte Alpenrosen zu auch eine Reihe von Verordnungen gewidmet, nach welchen für sich verbrauchte. Auf diese Weise hat er nach und nach erhaschen und dabei stürzte er ab. Jm Schiffchen, das auf dem während der Zeit des Hauptgottesdienstes in Schaufenstern teine 2206 M. erhalten. Die Straftammer hat angenommen, daß See herumtrieb, fand man Rock, Hut und Feldstecher. Die Leiche selbst lag kaum einen Meter tief unter Waffer. Im Berliner Waaren ausgestellt werden dürfen oder doch den Blicken der gebracht und sich dadurch der gewerbsmäßigen Hehlerei schuldia Adreßbuch ist ein Einwohner Dr. Wegmann oder Dr. Begemann Vorübergehenden müffen. Dem Photographen P. wurde es als strafbar gemacht hat. Seidel's Revision hatte Erfolg. Das Reichs nicht verzeichnet. Von den beiden Einwohnern mit Namen Wegangerechnet, daß er eines Sonntags während der fraglichen gericht ob heute das Urtheil bezüglich bei der Angeklagten mann, die im Adreßbuch verzeichnet sind, ist der eine Bürsten-, der andere Zigarrenmacher. Zeit seine Schaukästen nicht verhängt hatte, die den auf, soweit es sich auf die Kassettengelder bezieht, und verwies Straßenpaffanten Proben seiner Kunft zur gefälligen Ansicht bar. die Sache an die Borinftanz zurück. Es wurde angenommen, boten. Polizei und Staatsanwalt warfen ihm vor, eine jener daß gewerbsmäßige Hehlerei nicht vorliege, da nach den Feſterwähnten Polizeiverordnungen verlegt zu haben. B. vermochte ftellungen Lützelberger das Geld sich gar nicht erst angeeignet, bies aber nicht einzusehen; er machte vielmehr geltend, daß die sondern unmittelbar au Seidel ausgeliefert hat. Es könne dem Photographien nur zur Ansicht ausgestellt seien, während der nach nur Mitthäterschaft oder Beihilfe zu der Amtsunterschlagung Begriff Wa are" doch voraussetze, daß die betreffenden Gegen verworfen wurde die Revision Seidel's, soweit sie sich gegen L.'s in Frage kommen, und dann falle auch die Anftiftung. stände zum Verkaufe bestimmt wären. Schöffengericht und seine Verurtheilung wegen Urkundenfälschung im Amte richtete. Straffammer verurtheilten den Mann zu einer Geldstrafe. Das Berufungsgericht führte aus, daß Schau- Tilfit, 27. Juli. Ein fünfzehntägiger Doppelmords. P. R. 1. Das ist möglich. 2. Etwa 20-100. täften den Schaufenstern gleich zu erachten feien und daß Prozeß wurde vor dem Schwurgericht zu Ende geführt. An- Rudolf 100. Im allgemeinen nicht. Merkur. 1. Die schrifttein Gewicht auf die Unverkäuflichkeit der ausgeftellten geklagt waren die Losleute Ferdinand Wohlgemuth aus Inſe liche Eingabe genügt nicht. 2. Es kann auf grund der von Photographien gelegt werden könne." Auch Photographien, und Julius Kalthoff aus Peterischken, im Dezember 1883 Ihnen angegebenen Gründe getrem. werden. 3. Etwa 150 M. Die bestimmt wären, Kunden zu werben, gehörten zuzu Mazgirren die Förster Ludwig und Anna Kaminstischen N. 100. Melden Sie den Unfall bei der Berufsgenossenben Waaren. Der Verurtheilte legte dann beim Straffenat des Eheleute aus Rußland gemeinschaftlich ermordet zu haben. schaft an. Nur dann liegt Versicherungspflicht vor, wenn ein Rammergerichts Revision ein. Er hob u. a. hervor, daß Photo. Dieses Ehepaar verschwand vor mehr als zwölf Jahren Busammenhang mit dem Betriebe vorliegt. Dieser Zusammengraphien Werte der Kunst wären, nicht aber Waaren. Das unter Umständen, die auf Raubmord schließen ließen. Schon hang scheint nach Ihrer Darstellung vorzuliegen. S. 100. Rammergericht hat nunmehr, folgend dem Antrage des Ober- damals wurden die Angeklagten verhaftet, mußten aber aus Lediglich der Umstand, daß der Abnehmer noch nicht großjährig staatsanwalts, bie Revision zurückgewiesen. Als Waaren Mangel an Beweisen freigelassen werden. Nachdem die Stelette ist, berechtigt ihn von dem Vertrage zurückzutreten. Sonst feien nicht nur verkäufliche Dinge anzusehen, sondern auch Muster, der Ermordeten gefunden waren, wurde die Anklage wieder wäre er an den Vertrag, der ihm ein für ihn bie zur Reklame dienen. Nach diesem Urtheil der höchsten Jns aufgenommen. Die Beweisaufnahme in Gegenwart von über fast völlig wertbloses Brockhaus- Lexikon für stanz in ähnlichen Sachen haben die Berliner selbständigen 200 Beugen ergab die Schuld der Angeklagten unzweifelhaft. Den enormen Preis von 160 m. aufhalst, durch Photographen ebenfalls darauf zu achten, daß ihre Schaukästen Jeder der beiden wurde zu fünfzehn Jahren Zuchthaus ver- feine Unterschrift gebuuden. Wir haben Sonntags zur angegebenen Zeit einen schüßenden Schleier tragen. urtheilt. " " Gerichts- Beifung. Dermischkes, " " Briefkasten der Redaktion. Wir bitten bei jeder Anfrage eine Chiffre( awet Buchstaben oder eine Babl) anzugeben, unter der die Antwort ertheilt werden soll. Die juristische Sprechstunde fällt am Freitag und Sonnabend dieser Woche aus. P. D. 78. Ka- i- ro. R. 100. Geit 80. Juli 1883. wiederholt davor gewarnt, sich von zungengewandten Reisenden solche Lerita, Gesezbücher u. s. w. aufschwagen zu lassen. Ist unters schrieben, so kann man nicht mehr einseitig Die Orts- Krankenkasse der im taufmännischen Gewerbe Drei Personen durch ein junges Mädchen vor dem zurücktreten und verliert schließlich den Kaufangestellten Arbeiter ist durch den Buchbinder Richard Ertriuken gerettet. In einer Bade- Anstalt in Gleiwiß hatten preis und das aufgeschwaßte Beug. Für die Zabbert um 84 M. geschädigt worden. Tabbert, der arbeits- sich die junge Frau eines Bantbeamten, sowie deren Schwester, Hälfte des Geldes liefert jede Arbeiter- Buchhandlung eine werthlos war, hatte sich auf grund gefälschter Krankenzettel sechs beide des Schwimmens unkundig, in das Bassin für Schwimme- volle Bibliothek. Sozialdemokr. Verein„ Vorwärts" Berlin. Mitglieder- Versammlung| Donnerstag, den 30. Juli, abends präzise 8 Uhr, in Bernhardt Raabe's Salon, Kolbergerstraße Nr. 23: General- Versammlung. Zages Ordnung: 1. Vortrag des Herrn Dr. C. Joël über: Die heutige Naturanschauung. 2. Diskussion. 3. Berichte des Vorstandes, des Kassirers und der Revisoren. 4. Wahl der Revisoren. 5. Anträge. 6. Verschiedenes. Mitgliedsbuch legitimirt. 274 11 Der Vorstand. Große öffentliche bes Unterfügungs- Bereins General- Bersammlung der Maurer aller Hut- und Filzwaaren- Industrie beschäftigten Arbeiter und Arbeiterinnen( Filiale Berlin) am Donnerstag, den 30. Juli 1896, abends 81/2 Uhr, in Berlins und Umgegend am Donnerstag, den 30. Juli, abends 8/2 Uhr, in Louis Keller's Festfälen, Koppenstraße 29. Tagesordnung: 1. Der Neunstundentag der Maurer der Brauerei Friedrichshain( Lips). und wie können wir dem Bestreben der Unternehmer, Tagesordnung: 1. Das Verhalten der Mitglieder dem uns denselben zu entreißen, erfolgreich gegenübertreten. Achtung! Mützenmacher! Achtung! Filial- Borſtande gegenüber bezüglich des 2. Mittwoch, den 29. Juli, vormittags 9 Uhr, im alten Schützenhause, Linienstraße Nr. 5 u. 6: Große öffentliche Versammlung der selbständigen Mützenmacher sowie deren Arbeiter und Arbeiterinnen. Zages- Ordnung: 1. Situationsbericht vom Streit. 2. Diskussion. Die Fünfer- Kommission. 95/4 Gasanstaltsarbeiter! beendeten Streits. 2. Event. Neuwahl Diskussion. des Vorstandes. 8. Stellungnahme zur darum fei jeder am plate. Kollegen, es gilt in dieser Versammlung wichtige Beschlüffe au faffen, 151/12 Unterstügungsfrage der noch ausständigen Mitglieder. 4. Verschiedenes. Der wichtigen Tagesordnung wegen ersuchen wir sämmtliche Mitglieder, in dieser Versammlung pünktlich au erscheinen. Der Vorstand. Mitgliedsbuch legitimirt. 87/4 Die Lohnkommission der Maurer Berlins und Umgegend. Herm. Ramlow's Weiss- u. Bairisch- Bierlokal. Freitag, den 31. Juli, abends 8 Uhr, im Lokale des Herrn 135 el venoite Röllig, Neue Friedrichstraße 44: Große öffentliche Versammlung 4 Tagesordnung: 1. Bortrag. 2. Distuffion. 3. Wie hält die Zeitung der städtischen Gasanstalten ihr gegebenes Wort in betreff der Löhne. 4. Berschiedenes. In anbetracht der wichtigen Tagesordnung find sämmtliche Gasanftalts. fowie auf Holz mid Rohlenplägen beschäftigten Arbeiter und Kutscher mit 42/18 Frauen eingeladen. Der Vertrauensmann. Regelbahnen. Vereinszimmer Schönhauser Allee 35. Säle u Bersammlungen Festlichkeiten unentgeltlich zu vergeben. Achtung, Zimmerer! Donnerstag, den 30. Juli, abends 8, Uhr, im ,, Königshof", Bülowstr. 37: Große öffentliche Versammlung og für Westen und Schöneberg. Tages- Ordnung: 1. Die Lohn- und Arbeits- Verhältnisse auf den Dimmerplähen des Westens und von Schöneberg. 2. Disfusion. Die in diesen Bezirken wohnenden Zimmerer werden aufgefordert, voll288/15 Englischer Garten", alig au erscheinen. Alexanderstr. 27c. Amt 7, 1576. Arbeitsnachweis der Maler, Lackirer, Anstreicher. Amt 7, 1576. Die Lohnkommission der Zimmerer Berlins und Umgegend. Für den Inhalt der Juferate über. nimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung Theater. Mittwoch, den 29. Juli. Nenes Opern Theater.( Kroll.) • Das Heimchen am Heerd. Deutsches Theater. Comtesse Guckert, Leffing- Theater. Das Modell. Schiller- Theater. Die Kinder der Exzellenz. Neues Theater. Tata- Zoto. National- Theater. Die Reise durch die Gewerbe- Ausstellung. Residenz- Theater. Der Stellvertreter. Erlauben Sie Madame! Adolph Ernst- Theater. Charley's Zante. Vorher: Die Bajazzi. Belle- Alliance- Theater. Der Goldfuchs. Friedrich- Wilhelmstädt. Konzertpark. Spezialitäten- Borstellung. Apollo- Theater. Spezialitäten- Vorstellung. Kaufmann's Variété. SpezialitätenVorstellung. Schiller- Theater. ( Wallner- Theater.) Mittwoch, abends 8 Uhr: Die Kinder der Excellent. Donnerstag, abends 8 Uhr: Vergnügte Flitterwochen. National- Theater. Große Frankfurterstraße 132. Direktion: Max Samst. Die Reise durch die Urania. Taubenstr. 48/49. Reichshallen- Garten Täglich Taubenstr. 48/49. Leipziger Straße, am Dönhoffsplay. Naturkundliche Ausstellung täglich geöffnet v. 10 Uhr vormitt. ab. Eintritt 50 Pf. Wissenschaftl. Theater abends 8 Uhr. Invalidenstr. 57/62, ehrt. Stadtbahnh. Sternwarte täglich geöffnet v. 7 Uhr abends ab. Eintritt 50 Pf. Näheres die Tagesanschläge. Passage- Panopticum. 42 wilde Weiber aus Dahomey. Castan's Panopticum. Neu!! Neu!! Neu!! 41 hochsensationelle Neuheiten die ein Jeder Gewerbe- Ausstellung. sehen muss! Große Posse mit Gesang von Hugo Busse. Regie: Fritz Schäfer. Morgen: Dieselbe Borstellung. National Theatergarten. Heute: Großes Kinder- Freudenfest. Großes Konzert. Theaterstücke. Spezialitäten 1. Ranges. Alexanderplatz- Theater. Alexanderstr. 40. Direktion: Mar Samst. Sensationellste Novität der Saison. Die offizielle Frau. Schauspiel in 4 Aften nach Savoges Rourau von J. Lehmann. Morgen und die folgenden Tage: Dieselbe Vorstellung. W. Noack's Sommer- Theater. Brunnenstr. 16. Täglich: Konzert und Theater- Vorstellung. Im Saal: Gr. Ball. Kaudel's Gardinenpredigten. Lustspiel in 1 Akt von Moser. Die Jagd nach dem Schwiegersohn. Posse mit Gesang in 4 Bildern von R. Starte. Auftreten von Spezialitäten Künstler I. Ranges. Alt- Berlin. Bei günstiger Witterung nachmittags 4, 6 und 8 Uhr: Drel grosse historische Umzüge. Altdeutsches Musikkorps. Kapellmstr. Streller. Erste Wiener Kapelle à la Strauss Kapellmeister Fischer. Sänger- Gesellschaft ,, Flora", 20 Personen, in Vierländer Kostümen. Gintritt: 25 Pig. Viktoria- Brauerei Lützowstrasse 111/112 ( nahe Potsdamer Brücke). ( Garten resp. Saal.) Heute fowie täglich( außer Sonnabend): Stettiner Sänger ( Meysel, Pietro, Britton, Steidl, Krone, Röhl und Schrader). Anfang präzise 8 Uhr. Entree 50 Pf. Im Vorverkauf sind Billets à 40 Pf. und Familienbillets à 1 M. ( für 3 Personen giltig) zu haben. Siehe Plakate.) Zum Schluß: Nur noch kurze Zeit: Cavalleria schufticana Adolph Ernst- Theater. Letter Monat unter Direktion Adolph Ernst. Anfang 8 Uhr. Charley's Tante. Schwant in drei Akten von Brandon Thoma 3. in London. Repertoirstück des Globe- Theaters Vorher: Die Bajazzi. Anfang 1/2 Uhr. Morgen: Diefelbe Vorstellung. Der Sommer- Garten ist geöffnet. Spezial- Ausstellung Interessenverein der Buchdruckerei- Hilfsarbeiter Berlins und Umgegend. Am Freitag, den 24. Juli cr., verNorddeutsche Sänger Schieb unfer Mitglied Franz Dahmen Heute, Mittwoch: 3um 89, Male: im Alter von 37 Jahren. long Die Beerdigung findet am Mittwoch, den 29. Juli, nachm. 3 Uhr, vom Leichenschauhause aus nach dem katholischen Alle fünf Barrisons Kirchhof, Dalldorfer Chauffee, statt. Anfang Sonntags 7 Uhr, Wochentags 8 Uhr. Um recht rege Betheiligung bittet 36/13 Der Vorstand. Entree 30 Pf. Refervirter Pl. 50 Pf. Arbeiter- Raucherbund Berlins Wird Sonntags wegen Regenwetter im Saal gespielt, beträgt das Entree durchweg 50 Pf. Kaufmann's Variété. Budapester Poffen- u. Operetten- Theater Direktion: Gebrüder Herrnfeld. Heute, Mittwoch, den 29. Juli: Nur einmalige Aufführung der Charakterstudie Eine Partie Klabrias. Vorher: Gefälschte Jungen. Ausstattungs- Operette von Arnim. Anf. 8 Uhr. Borzugskarten gelten. Morgen, Donnerstag: Der Verwandlungskünstler und das Original- Lustspiel Die Welt geht unter. Puhlmann's Vaudeville- Theater. Schönhauser Allee 148. Der Krach in der GewerbeAusstellung. Operette in 1 Att von Ernst Ernau. Auftreten des gesammten Spezialitäten- Personals. Anfang 4 Uhr. Entree 30 Pf. Referv. Platz 50 Pf. Apollo- Theater und Konzert- Garten Friedrichstraße 218. Dir. J. Glück. KAIRO Ein Abenteuer Im Harem. ab 7 Uhr nachm. ohne GewerbeAusstellungs- Billet zugänglich. Von 10 Uhr vormittags geöffnet, Riesen- Arena: 5 und 81/2 Uhr nachmittags. Massen- Schaustellungen der Beduinen. Konzert von 4 Kapellen. Entree 50 Pfg. Kinder unter 10 Jahren an allen Tagen die Hälfte. Elitetag Montag 1 Mk. Illuminationstag: Freitag ab 5 Uhr 1 Mk. Entree. und Umgegend. Donnerstag, den 30. Juli, nachmittags 5 Uhr, findet die Beerdigung des Mit gliedes Wilhelm Beugel 29116 Ausschn. nur noch kurze Zeit. Gratis erhält Inhaber dieser Annonce( welcher meine Bäder noch nicht versucht) zur Probe ein 54998* Loh- Tanninbad, sicherste Heilung bei allen Haut-, Blut- u. furen, Magen-, Nerven, Nieren und Frauenkrankheiten, Folgen v.Quecksilbers Blasenleiden, bewährt gegen Gicht und Rheumatismus. von„ Gutgesinnter Freunde" von der Prospekte mit hunderten von Dank. Leichenhalle des St. Markus- Kirchhofs fchreiben Geheilter gratis und franko. in Neu- Wilhelmsberg aus statt. Um G. Münsel, Berlin, zahlreiche Betheiligung bittet Der Vorstand. Todes- Anzeige. Alleu in der Hut- und Filzwaaren= Industrie beschäftigten Arbeitern und Arbeiterinnen zur Nachricht, daß der Rollege 87/5 Justus Stabrie gestorben ist. Die Beerdigung findet am Donnerstag, den 30. Juli, nachmittags 6 Uhr, von der Leichenhalle des Zionskirchhofs in Weißensee aus statt. Um zahlreiche Betheiligung ersucht Der Vorstand. Wallstr. 70, Neu Cöln am Wasser 6-8, Ansbacherstr. 19 und Pankstrasse 32. Lohbäder für Krankenkassen. Wohnungen von 4, 3, 2 u. 1 Stube, Küche, Zubehör, Pferdeställe zu 6 und 3 Pferden, Remifen und Zagerkeller billig zu vermiethen, nahe der Bahn, Frankfurter Allee 16. 2907b Gesunde Wohnungen im SO., Elsenstraße, 5 Minuten vom Bahnhof traurige Nachricht, daß der Monteur erbauten Eckhauſe per Oktober ev. auch Allen Freunden und Bekannten die Treptow, an der Pianofabrit, im neu Georg Düllge nach furzem, aber näheres daselbst auch Sonntags von früher preiswerth zu vermiethen. schwerem Krantenlager im Alter von 9 bis 11 Uhr vorm. Besichtigung. 36 Jahren gestorben ist. Wir verlieren in demselben einen treuen Freund und lieben Kollegen. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Mittwoch, Wohnungen den 29. Juli, nachm. 51/2 Uhr, von der von Stube und Küche zum 1. Oktober, Salle des St. Georgenkirchhofs, Lands- auch sofort, billig zu vermiethen bei berger Allee, aus statt. Hübner, Swinemünderr. 35. Die Kollegen der Stein'schen Maschinenfabrik. Danksagung. 29066 Sagen hierdurch dem Verein Berliner Maschinisten und Heizer unseren innigsten Dank für die letzte Ehre, die derselbe meinem lieben Mann und 2908b unseren Vater erwiesen hat. Wwe. E. Schulz nebst Kindern. Für die vielen Beweise der Liebe und Theilnahme bei der Beerdigung meines unvergeßlichen Mannes, fage allen Ge- 1 noffen, Verwandten u. Bekannten, insbesondere dem Sängerchor der Töpfer Ein Abenteuer im Harem. und Echo I, Bantow, meinen herzBurleske in 1 Aft von W. Mannstädt. lichften Dant. Mufit von Paul Lincke. Eine Scene im Zoologisch. Garten 2919b Die trauernde Wittwe. Hedwig Bähring. Die Beleidigung gegen Herrn Boelke und Herrn Lehniger nehme ich zurück. J. K. ausgeführt Senetts- Troupe. 2900 von der Ferner: 5779L Ein Herr findet Schlafft. Monat 6 M. Wollinerftr. 67, v. 3 Tr. Wiv. Adolph. Möbl. Schlafft. Waldemarstr. 54 v. pt. r. Saub. möbl. Schlafstelle f. 1-2 Her ren b. Wwe. Klotig, Admiralstr. 6, 3 Tr. Schlafftelle f. Herrn zat vermiethen b. Bittner, Charlottenstr. 82, H., 1£ r. Schlafstelle f. 2 Herren i. Simmer u. 29056 in Rammer Schmidtstr. 3. Arbeitsmarkt. Achtung! Stuckateure! Der Firma A. Kleefeld, Gipsstr. 11, Wegen Maßregelung der Bildhauer haben die Stuckateure mit Ausnahme von vier Kollegen die Arbeit sofort 4,50 D. Meyerson, niebergelegt. Languetten- Damen- Hemben, 1/4 Did 20 Kunstkräfte ersten Ranges. Wäschefabrit, Blumenstrasse 6 1. Rasseneröffnung 62 Uhr. Konzert 7 Uhr. Anf. der Vorstell. 8 Uhr. Obst, Gemüse, Mehl- und VortostGeschäft mit Rolle billig zu verkaufen Bergstr. 80. Pueumatik- Rover, 2909b 2901b I. Nussbaum- Einrichtung, Zuzug ist fernzuhalten. Die Lohn- Kommission. 289/9 bestellte Arbeit, neu, umständehalb. mit Gin tüchtiger Brettschneider, Verlust verkäuflich Admiralstr. 8, v. II Fruchtweine Johannisbeerwein, weiß und roth, Stacjel neue, 150 M., hochelegante Maschinen, beerwein, Heidelbeerwein à Fl.( Ltr.) 75 Pf Jahresgarantie, wegen Agenturaufgabe, Brunnenstr. 172, 2 Tr., Gensichen. Schweizer Garten Am Königsthor.- Halteft. d. Ringb.-- Am Friedrichshain. Mittwoch: Kinder- Freudenfest. Theaterund Spezialitäten- Vorstellung. Im Harem, oder: Berliner in Kairo. Volksbelustigungen. 2 Vorstellungen täglich Nachm. 5-7; Abends 9-11 Uhr. pro Glas. à Biter 1 Mart erti. SCHES REICH 10 PEENNIG 1896 1/10 Liter. Rofthalle der Berliner Groß- Destillateure Berliner Gewerbe- Ausstellung Elektr. Eisenbahn- Haltestelle, Marineschauspiele. welcher mit Walzenfäge und Hobelmaschine arbeiten kann, wird fof. gesucht. Berl. Velvetfabrik, Köpnickerstr. 18/20. Tücht. Mamsells finden auf Jakets Gitschiner lohnende Beschäftigung straße 79, v., 4 Zr. b. Meinecke. Tüchtige Belegerinnen werd. sof. ges. Neumann, Hennig& Co., 3eughofstr. 21. Farbigmacher verlangt E. 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Frankfurterstr. 133, 1 Tr. 2913b Tüchtige Versilberer auf Kanten verl. H. Bergemann, Mustauerfir. 29.[ 2010b Verfilberer verlangt Wolgasterstr. 10 Berantwortlicher Redakteur: Auguft Jacoben, Berlin. Für den Inferatentheil verantwortlich: Th. Glocke in Berlin. Druck und Verlag von Mag Bading in Berlin. 2. Beilage zum ,, Vorwärts" Berliner Volksblatt. Nr. 175. Situationsberichte Mittwoch, den 29. Juli 1896. 13. Jahrg. werden, noch zu erwähnen, daß auch die Haus miethen, hätten die Streifenden den Kampf so lange fortzusetzen, bis die wenigstens in der Stadt Sao Paulo, mehr als doppelt so hoch Fabrit zum Nachgeben gezwungen sei. für den Internationalen Arbeter- find als z. B. in Berlin. Kongrek in London. Die aus den einzelnen Ländern der Kulturwelt an den Kongreß gesandten Situationsberichte über die politischen und wirthschaftlichen Verhältnisse sind für die Kenntniß der Verhält nisse dieser Länder von besonderem Werth, weil die Verfasser im Lande selbst wohnen und weil ihre Berichte wohl in den meisten Fällen vor dem Druck durch mehrere Personen ge= Das einzige Gute, der einzige Vortheil, den der Professionist Zu den vom Einigungsamt des Berliner Gewerbehier genießt, ist der, beständig Arbeit zu haben. Das Angebot gerichts festgesetzten Lohntarifen für die Herren- und Knabentonfettion nahm eine öffentliche Versammlung von Arbeitskräften ist noch nicht derartig stark als drüben. Sollte der in der Branche beschäftigten Schneider und Näherinnen ant jedoch die italienische Einwanderung in dem Maßstab wie bisher 27. Juli im Alten Schüßenhause in der Linienstraße Stellung. weiter geführt werden, so werden wir in absehbarer Zeit auch Der Referent, Adolf Schulz, rekapitulirte zunächst die Ursachen, hierin mit Europa konkurriren können und es vielleicht noch den Verlauf und die Beilegung des Streits, wobei er eine einKommen wir nun noch einmal zurück auf den niedrigen Kurs gehende Schilderung der Erhebungen vor dem Einigungsamt prüft worden sind, sodaß der Inhalt aller Wahrscheinlich Aufklärung die immense Verschuldung ganz Brasilien und die Dieser Tarif, der den interessirten Gruppen zur Stellungnahme des hiesigen Geldes und dessen Ursachen, so giebt uns einige zwecks Feststellung eines spezialisirten Minimaltarifes gab. feit nach wirklich mit den Thatsachen übereinstimmen wird. Es Unsicherheit der politischen Verhältnisse, welche beiden Faktoren unterbreitet worden ist, sei das Produkt eingehender Berathungen, dürfte daher unsern Lesern willkommen sein, wenn wir mit dem, den der Allgemeine Arbeiterverein in Eao herabzusetzen, aber einen so niedrigen Stand desselben nicht reitet, indem sie einen direkt entgegengesetzten Standpunkt einaus den Berichten einige Auszüge geben. Der Anfang sei gemacht wohl geeignet sind, den Werth des hiesigen Papiergeldes in etwas zu der Fachleute aus allen Gruppen herangezogen feien. Die Konfektionäre hätten hierbei die allergrößten Schwierigkeiten bePaulo in Brasilien dem Internationalen Arbeiterkongresu rechtfertigen vermögen, da thatsächlich bisher Brasilien noch genommen, wie vor dem Streik. Damals versicherten sie, gewillt immer seinen finanziellen Verbindlichkeiten nachgekommen über die dortigen politischen und wirthschaftlichen Verhältnisse giebt. Der Verein schreibt, nachdem er ausgeführt hat, daß er ist, und bei seinen enormen natürlichen Reichthümern noch au sein, ihren Arbeitern die nur irgend möglichen weitgehendsten feinen eigenen Delegirten senden kann, sondern sich durch einen eine zeitlang der Mißwirthschaft seiner Regierungen ohne Bugeſtändnisse zu machen, und hinterher der brutale VertragsGenossen aus der deuschen Heimath vertreten lassen muß: Schaden zusehen kann. Die wahre Ursache des niedrigen Geld- bruch, der sie für immer in den Augen aller anständigen Um die eigenartigen Verhältnisse Brasiliens einigermaßen werthes darf man getroft auf das Interesse des Fazendeiros an Menschen, gleichviel welcher Parteirichtung, tennzeichne als wortbrüchige Elemente. Mit all diesen Schwierigkeiten verstehen zu können, ist es nöthig, sich daran zu erinnern, daß habe das Einigungsamt von Anfang an zu rechnen ges demselben schieben. Da diese Kaffeebarone ihre hier erst vor acht Jahren die Sklaverei aufgehoben wurde. Das Waaren in Gold bezahlt bekommen und ihre habt. Nachdem Redner die einzelnen Positionen erläutert lange Bestehen dieſer Inſtitution drückt noch heute dem Geiste, Arbeiter wie auch andere Verbindlichkeiten im erklärt er, daß, wenn das Resultat der Bemühungen des Einigungsdem Charakter des Volkes, seinen Stempel auf. Das Volk im Inlande mit entwerthetem Papiergelde be= eigentlichen Sinne des Wortes nimmt keinen Antheil an der zahlen, so ist es klar, daß es in ihrem Interesse liegt, wenn amtes, geordnete Zustände in der Konfektionsbranche anzubahnen, Entwickelung. Gs übt absolut keinen Einfluß auf die Regierung möglichst groß ist. die Differenz zwischen dem Goldwerth und dem Papierwerth daß auf den ersten Anstoß nicht mehr zu erreichen war; er auch nach keiner Richtung genüge, die Kollegen bedenken möchten, Und da diese Klasse einzig das Heft in aus, überläßt dieses Geschäft vielmehr vollständig den besitzenden Klassen, den Besitzern aller Reichthümer, welche auch fast Händen hat, so gelingt ihr es, das auch immer zu erreichen und empfehle die Annahme des Tarifs; Aufgabe der Kollegenschaft ausnahmslos akademische Bildung genossen und das zirar wiederum auf Kosten der arbeitenden Bevölkerung in sei es, durch eine feste Organisation auf dieser Basis weitere Regelungen zu schaffen. In der Diskussion bemängelt Monopol dafür haben. Und diese klasse verfehlt denn doppelter Beziehung. Einmal muß der Staat, das Gemeinwesen, Kullik, daß sich die Kollegenschaft zwecks Beilegung des auch nicht, die ihnen vollständig überlassene Maschine seine Zinsen an feine auswärtigen Gläubiger in Gold bezahlen, der Regierung nur im eigensten Interesse anzuwenden. Mit muß also z. B. jetzt dreimal so viel bezahlen, als wenn der Kurs Streits mit dem Einigungsamt eingelaffen habe; für die Folge dürfe derartiges nicht mehr stattfinden. Die bald anderen Worten: Der eigentliche Besitzer und Nutznießer des seinen normalen Stand hätte. Die hohen Zölle, welche die stattgehabten Abzüge seitens der Konfektionäre sei nicht Landes ist der Großgrundbesitzer, der Fazendeiro( sprich: Preise aller Artikel so furchtbar in die Höhe treiben, sind mit beFafende- i- ro). Diese und deren studirte Söhne, welche sich dingt durch diese enormen Mehrausgaben des Staates. Zweitens zu wenigsten auf die Lauheit der Kollegen zurückzuführen; im Besitz der Regierung, wie aller gut befoldeten Staatsämter vertheuert der niedrige Kurs auch ohne die Zölle schon bedeutend sie sei von den Konfektionären bestochen worden, so sei das der erheben diese dann noch den Vorwurf gegen die Fünfer- Kommission, befinden, scheeren und schröpfen das theilnahmlose und un- die Preiſe aller eingeführten Waaren. Diese Differenz hätte allzugroßen Dummheit" jener Elemente zuzuschreihen. Den Tarif wissende Volf, welches außerdem noch tief im Bann eines wenig zu sagen, wenn der Lohn in demselben Maße gestiegen halte er für viel zu gering und für unannehmbar; die Kommission Ligotten Katholizismus liegt, nach allen Regeln der Kunst. Das wäre, wie der Werth des Geldes gesunken ist; daß ist aber nicht der hätte auf ihrem torrekt ausgearbeiteten Tarif bestehen sollen. Fall, der Lohn ist nur um ein zu der Zeit, da das Papier Goldwerth hatte. Timm hebt die großen auf der Höhe der Zeit stehen, frei, jedoch haben den hiesigen Arbeiterbewegung zu sprechen, so wird es nach dem die darin beständen, daß einmal amtlich die ungeheuren Kommen wir nun zum Schluß noch auf den Stand der anzüge für viel zu niedrig. Vortheile des Verfahrens vor dem Einigungsamt hervor, Zutritt hier nur wieder die Kinder der Reichen, die Kinder, deren Eltern Protektionen haben. Die Kinder der Borhergesagten niemand Wunder nehmen, zu hören, daß diefelbe, Mißstände Armen sind auf die höchst mangelhaften Volksschulen angewiesen. wenigstens nach europäischen Anschauungen, mehr als bescheiden Mißstände in der Konfektions Industrie und die NothDa der Schulbesuch nicht obligatorisch ist, überhaupt die vor- ist. Bis vor kurzem noch bestand hier in der Stadt Sao Paulo lage der Konfektionsarbeiter festgestellt wurden. Die Gesellschaft könne sich demgegenüber einer gründlichen Revision auf die Dauer handenen Schulen dem Bedürfniß durchaus noch nicht entsprechen, als einzige Arbeiteror- anisation auf sozialdemokratischer Grund- nicht entziehen. Die Kollegen seien allerdings mitschuldig, daß die so ist die Zahl der Analphabeten noch immer ziemlich bedeutend; richtes. Wollen wir uns fireng an das Wort halten, so ist es hätten, es sei den Herren indeß auch zu leicht gemacht worden. lage der„ Allgemeine Arbeiterverein", der Einsender dieses Be- Konfektionäre in unerhörter Weise ihr gegebenes Wort gebrochen Kenner behaupten: 70 pct. Der Staat Sao Paulo, und nur mit diesem haben auch heute noch die einzige, denn die brasilianisch sozial. Redner empfiehlt die Annahme des Tarifes als erste Stappe wir es hier zu thun, obwohl die Verhältnisse zum großen Theil demokratischen Vereine, welche sich hier und in Santos gebildet zur Einführung geordneter Zustände. Kullit nimmt nochder Unterricht, auch an den höheren Schulen, die in der That in ganz Brasilien ähnlich, eher noch schlimmer liegen, ist ein haben, find als reine Arbeiterorganisationen nicht zu betrachten, mals das Wort und befürwortet unter Unruhe der Versammreines Agrifulturland. Die Industrie ist unbedeutend und wird wenn auch die Leiter derselben, welche dem gebildeten Bürger lung in längeren, nicht zur Sache gehörenden Ausführungen es zu einer Bedeutung wohl auch nicht bringen, da Kohlen wie flande angehören, sich die größte Mühe geben, die Ideen des den Beitritt der Konfektionsschneider zur lokalen Organisation. auch Metalle von außen eingeführt werden müssen. Das Produkt, Sozialismus unter das Volk zu bringen. welches ausschließlich hier gebaut wird, und trotz aller Miß- Kreise unserer Landsleute, so war es doch unmöglich, die Ideen Kleidungsindustrie, sondern auf die Solidarität der gesammten Wenn wir auch hier unsere Pflicht flet3 gethan haben im 2itte stellt demgegenüber fest, daß die Konfektionsarbeiter nicht nur auf die Mithilfe aller Berufsgenossen in der Bewirthschaft dem Lande immer neue Reichthümer zuführt, ist der des Sozialismus unter den Eingeborenen zu verbreiten, weil es Arbeiterschaft angewiesen seien. Eine Zersplitterung in viele Raffee. Der Staat Sao Paulo produzirt die Hälfte des Bellfonfums en Raffee. Doch ersprießt aus dieser reichen Quelle felten ein Genosse zu solcher Fertigkeit in der portugteftschen Branchenorganisationen, von denen jede neuen Wirrwarr schaffe, dem arbeitenden Volte kein Segen, denn da für den Großgrund- Sprache bringt, um mit Erfolg als Agitator aufzutreten. Wir besitzer die Kultur des Kaffees bis jetzt die weitaus rentabelste hoffen, daß es von jetzt an beffer vorwärts gehen wird, denn begreife sich überhaupt nicht; deshalb habe sich auch der legte ist, so wird dieser fast jeder Zoll kultivirten Landes gewidmet. feit Anfang Juni erscheint in Sao Paulo ein Blatt in portu fei gegenüber den bestehenden Verhältnissen thatsächlich ein FortKongreß einstimmig dagegen erklärt. Der vorgeschlagene Tarif Die Folge von baß so ziemlich alle Lebens- giesischer, italieniſcher, franzöſiſcher und deutscher Sprache, welche schritt; die Kommiſſion müsse ihre ganze Kraft daran segen, daß mittel den vorläufig einmal in der Woche erscheint und der Verbreitung der eingeführt werden. werden müssen, was wiederum Pflicht hohen Preis Lehren des Sozialismus gewidmet ist. Herausgeber dieses Blattes er bei allen Konfektionären zur Geltung kommt. aller Lebens und Genußmittel erklärt. ift charakteristisch, zu sehen, daß auch hier schon,( Socialista") ist der brasilianische Verein„ Centro Socialista". der Kollegen sei es, sich für ihre Leistungen auch den entsprechenden Lohn zahlen zu lassen. Ein eben solches Blatt, aber nur in portugiesischer Sprache, seinem Echlußwort verschiedene Punkte richtig, worauf die Ver Es zu Schulz stellt in wo der Landbau einen Gewinn abwirft, wie Grde vielleicht nicht ein erscheint schon längere Zeit in Santos. Dieser Tage ging auch fammlung gegen eine Stimme folgender Resolution zustimmt: auf der ganzen zweites Mal, die Großgrundbefizer über eine Notiz durch die Zeitungen, daß hier ein sozialinischer Die heutige Versammlung nimmt den vom Einigungsamt Nothstand klagen, und nicht genug, daß der Studentenverein im Entstehen begriffen sei. Daß aber selbst hier in Brasilien es nach und nach anfängt, läufige Abschlagszahlung an des Berliner Gewerbegerichts vorgeschlagenen Tarif als vorStaat auf Rosten der Allgemeinheit ihnen die billigen und beauftragt die Fünfer= für Kommission, die Durchführung des Tarifs einzuArbeitskräfte herbeifchaffen muß, soll er ihnen auch noch Tag zu werden, daß auch hier die befreienden Ideen des durch hohe Einfuhrzölle außerbrasilianischer Produkte behilflich uns der 1. Mai. Aus vielen Städten, wo man vor einem Jahre schaft, durch eine straffe Organisation, durch Beitritt zu treten. Die Versammlung verpflichtet weiter die Kollegen. durch hohe Einfuhrzölle außerbrasilianischer Produkte behilflich Sozialismus mehr und mehr sich Anhänger erwerben, das bewies sein, die fetzung der Kaffeezölle ihnen den Absatz ihrer Produtte zu er noch nicht an die Feier des 1. Mai gedacht hatte, kam dieses dem deutschen Schneider- und Schneiderinnenverband, sich weitere leichtern, natürlich wiederum auf Kosten der arbeitenden Be- Jahr die Nachricht, daß derselbe von allen Nationen gemeinsam Bortheile zu erkämpfen." gefeiert wurde, wie wir dies auch hier in Sao Paulo gethan Wie es die hier herrschende Klasse verstandeu hat, alle Lasten haben. Unsere Feier war nicht besonders imposant, aber sie war fommen, muß aber abtreten, da die Versammelten sich oftentativ auf die Schultern der arbeitenden Bevölkerung zu wälzen, beweist besucht von Bertretern aller hier lebenden Nationen. Und hier erheben und den Saal verlassen. auch das Steuerfyftem. Alle Bedürfnisse des Staates' werden wurde der Beschluß gefaßt, von nun an gemeinsam zu arbeiten. aus indirekten Steuern gedeckt. Der Fazendeiro bezahlt und diesem Beschlusse wollen wir treu bleiben und, ein jeder für seinen folossalen Grundbesis absolut feine Steuern, nur für nach seinen Kenntniffen und Fähigkeiten, arbeiten an dem großen Werke, auf daß es auch hier Licht werde. den ausgeführten Raffee einen ganz minimalen Zoll. völferung. Die hauptsächlichste Einnahme des Staates kommt aus den außerordentlich hohen Einfuhrzöllen, die auf allen Produkten ruhen. Industrie Arbeiter. Versammlungen. " Zum Schluß sucht Frau Gubela noch einmal zum Wort zu Eine öffentliche Versammlung der Stuckateure, von etwa 80 Personen besucht, fand am Montag im Gobu'schen Saale statt. Zunächst bemerkte Bildhauer Domscheid, daß in dem Geschäft von Kleefeld die Vortheile, welche in der Lohnbewegung errungen worden sind, den Bildhauern wieder genommen werden sollen, weshalb eventuell eine Arbeitsniederlegung der Bildhauer erfolgen könne, in welchem Falle dieselben auf die Solidarität Wenden wir uns nun zu der wirthschaftlichen Lage der Mit dem Streik in der Maschinenbau- Abthei der Stuckateure rechnen. Hierauf erstattete der VertrauensArbeiter, so müssen wir diese letteren trennen in die zwei Iung der Eisengießerei und Werkzeugmaschinen- mann Nöseler Bericht über das abgelaufene Geschäftsjahr, Hauptgruppen: landwirthschaftliche oder Fazenden- Arbeiter und& a brit von Karl Schöning beschäftigte sich eine am und warf dabei einen Rückblick auf den verflossenen Streit der 2andarbeiter ein treffendes Gesammtbild zu geben, da die beiter genannter Fabrik; die Versammlung war jedenfalls aus Nach kurzer Debatte wurde beschlossen, wegen des schwachen BeLage derselben je nach der größeren oder geringeren Profitgier dem Grunde, weil Herr Schöning durch Anschlag aufforderte, fuches der Versammlung die Wahl der Bertrauensleute noch der Grundbesitzer sehr verschieden ist. Auch wäre es nöthig, um die Versammlung zu besuchen, um gutes Einvernehmen zwischen nicht vorzunehmen. Nunmehr gab Liebenau den Bericht der Lohndie Lasten und Arbeiten dieser Klasse im Verhältniß zu ihrem ihm und seinen Arbeitern zu bekunden, äußerst stark besucht. fommission. Die Einnahmen derselben betrugen 4808,20 m., die Verdienst flarzustellen, eine vollständige Darstellung des Betriebes Bon den Streifenden schilderten 2übner und Hinke die Ausgaben 804,73 M., es bleibt demnach ein Ueberschuß von 3453,47 m. im Kaffeebau zu geben. Als Mittellinie könnte man vielleicht Ursachen der Differenzen. Nach diesen Angaben versuchte der Nach längerer Debatte, in der verschiedene unwesentliche Einzelfolgendes aufstellen: Die ganze Arbeit wird gewöhnlich im Atford Meister auf Arbeiten, für die vordem ein Preis von 12 M. heiten monirt wurden, ertheilte man der Lohnkommission Entverdingt, und zwar so, daß für das Pflanzen, Behacken, sowie gezahlt wurde, in Zukunft nur noch 8 M. zu zahlen, ein laftung. Bezüglich des Sammelwesens stellte Rösener den Andas Pflücken der Früchte für je 1000 Bäume ein bestimmter Anfinnen, welches von den Arbeitern mit aller Entschiedenheit trag, an stelle der wöchentlichen Beiträge von 50 Pf. in Zukunft Preis bezahlt wird. Der Durchschnittsverdienst einer erwachsenen zurückgewiesen wurde. Der neue Meister, der erst einen Tag in Marten à 10 Pf. pro Woche zu vertreiben. Hierüber entspann Person schwankt dabei zwischen 1-2 Milreis pro Tag. Außer der Fabrik war, ist von der Fabrikleitung aus Westfalen hierher sich eine lebhafte Debatte, in der theils für, theils gegen den Andem bekommt gewöhnlich eine jede Familie ein Stück Land an geholt worden und wollte sich wahrscheinlich durch eine derartige trag gesprochen wurde, welcher darauf Annahme fand. Ein anderer gewiesen, um für sich selbst etwas anzubauen. Doch ist dieses, Rohnreduktion gut einführen; denn schon gleich am ersten Tag Antrag, die Mitglieder der Lohnkommission noch nachträglich mit wie schon gesagt, nicht der einzige Modus der Lohnabmessung, versuchte er Anordnungen zu treffen, die bei den Arbeitern starkes je 10 M. zu entschädigen, wurde gleichfalls angenommen. es fommt auch häufig vor, daß die Arbeiter einen gewissen Mißfallen erregten. Zu einem Arbeiter äußerte er: der Preis Ferner wurde beschlossen, daß die Kommission bei GeProzentsatz der Ernte als Lohn erhalten. Als Norm jedoch kann ist viel zu hoch, bei derartigen Löhnen kann ja die Fabrik gar währung von Unterstüßungen an Ausständige die etwa man aufstellen, daß es nur wenigen aus dieser Klasse gelingt nicht bestehen und das alles, nachdem der Mann erst rückständigen Beiträge zum Fonds in Abzug zu bringen hat. Bis zur Selbständigkeit und zu einem besseren Loose zu gelangen. eben in die Fabrik hinein gekommen war. Auch beab- zur nächsten Versammlung vertagt wurde ein Antrag Röseler's, Die Lage der Arbeiter in den Städten, der Industrie sichtigte er, unter den Schlossern die Kolonnenarbeit einzuführen. betreffend die Agitationskommission für Deutschland, sowie ein Arbeiter, fann man genauer feststellen. Es schwankt der Lohn Die Arbeiter wandten sich nun durch eine Kommission direkt an Antrag Busche's, das Lohukommissionsmitglied Wagner seines der gelernten Arbeiter, Professionisten, zwischen 4-8 Milreis den Chef Herrn Schöning, jedoch wurden sie von demselben ab- Amtes zu entheben. Eine sehr hißige Debatte erhob sich darüber, als Durchschnitt wäre 6 Milreis anzugeben. Der Lohn für gewiesen und blieb ihnen nichts weiter übrig, als gemeinsam daß einige Kollegen, darunter auch Röseler, ohne Vermittelung ungelernte Arbeiter, Hilfsarbeiter, variirt zwischen 3-4 Milreis aus der Fabrik herauszugehen. In der nun folgenden Debatte des Arbeitsnachweises in Arbeit getreten sein sollen. Die Unterpro Tag. Doch ist es nöthig, um diesen Lohn in seinem wahren versuchten die Meister Howardt und Corts ihren neuen Kollegen fuchung der Angelegenheit wurde der Kommiffion übertragen. Werthe zu erkennen, sich den Werth wie auch die Kauftraft des und die Fabrikleitung zu vertheidigen, eine Aufgabe, die ihnen hiesigen Geldes etwas näher anzusehen. allerdings angesichts der großen Fülle des vorhandenen Anklage= Eine allgemeine Arbeiter: und Arbeiterinnen- Versamm Der Milreis in Gold repräsentirt einen Werth nach deutschem materials nicht gelang. Die nachfolgenden Redner, Litfin und lung, die auch von Frauen sehr gut besucht war, fand am Gelde von 2,25 M. Jedoch zirkulirt im Lande nur Papier Stähr geißelten das Gebahren dieser Herren auf das treff Montag in Hente's Salon statt. Da es sich hierbei zumeist und hat jetzt der Milreis nach dem stets schwankenden Kurse lichste. Zum Schluß nahm die Versammlung eine Resolution um die Arbeiter und Arbeiterinnen in Velvet- und Anilineinen Werth von 85 Pf., doch war er schon herunter bis auf an, die den Streit in der Maschinenbau- Abtheilung für berechtigt fabriken handelte, in derem Interesse der Prozeß der Firma 60 Pf. Infolge des schon erwähnten Umstandes, daß fast alle erklärte und verpflichteten sich die Anwesenden energisch, für die Mengert u. Söhne angeregt worden war, referirte im Anschluß Produtte, Lebensmittel, wie auch andere Bedarfsartikel vom Streifenden einzutreten. Die Versammlung sprach die Hoffnung daran Genoffe Jahn über das Thema: Rechtsstaat und Ausland eingeführt werden müssen und hier sehr hohen Zöllen aus, daß Herr Schöning, wenn ihm wirklich etwas an dem Koalitionsrecht". Reduer erörterte hierbei in eingehender Weise unterliegen, baben alle diese Artikel einen zwei, drei und vier- guten Einvernehmen mit seinen Arbeitern gelegen sei, die be- das Wesen und die Aufgaben eines wirklichen Rechtsstaates im fach so hohen Preis wie in Deutschland. Es darf nicht unterlassen rechtigten Forderungen der Streifenden erfüllen möge, andernfalls Gegensatz zu unserem heutigen Klassenstaat, in dem dis " Gesetzgebung und Rechtsprechung in überwiegendem Maße die größtmöglichste Propaganda zu machen, ja, man greife in Jarbeiter- Verbandes. Auf der Tagesordnung stand zunächst der von den herrschenden Klassen beeinflußt wird. In gleicher Weise den Phamplets sogar zu der Lüge, zu behaupten, daß auf baben die gesammten Arbeiter unter dem heutigen Versammlungs- dem größten Theil der Berliner Bauten zehn Stunden und beschränkten Koalitionsrecht zu leiden, wodurch es den gearbeitet werde. Redner ist der Ansicht, daß durch energische Arbeiterinnen erschwert wird, ihre Rechte geltend zu machen. und genaue Kontrolle der Bauten durch die Zimmerer selbst die An die mit lebhaftem Beifall aufgenommenen Ausführungen jenigen binnen kurzem zur Einsicht kommen werden, die augenSchloß sich eine rege Diskussion, in der von einigen Arbeitern blicklich lau genug sind, den Wünschen der Unternehmer zu willverschiedene Mißstände in der Velvetfabrik von Mengers u. Söhne fahren; geschähe dies nicht, so wäre ein Theil des fiegreichen geschildert wurden. Solisch und Schüler fordern deshalb Kampfes vom Frühjahr als nußlos zu bezeichnen.( Bravo.) die Anwesenden auf, sich dem Allgemeinen Arbeiter und Die anschließende Diskussion, an der sich ein beträchtlicher Theil Arbeiterinnen- Verein" anzuschließen, der es sich zur Aufgabe ge- Anwesender betheiligte, ergab, daß auf den verschiedensten macht habe, gegen alle herrschenden Uebelstände in Fabriken Bimmerplätzen arg gegen die Beschlüsse der letzten Zimmer energisch vorzugehen. versammlungen verstoßen wird und treten sämmtliche Redner für eine strikte Kontrolle der Pläge ein, worauf die Versammlung folgende Resolution annahm:" Die Versammlung beschließt von neuem, nur neun Stunden zu arbeiten, und erklären die Anwesenden, die Behauptung der Innung( Bund der Bau-, Maurerund Zimmermeister), daß auf den meisten Bauten seitens der Bimmerer 10 Stunden gearbeitet wird, für unwahr, und fordert die Vertreter der Innung auf, den Beweis der Wahrheit hierfür zu erbringen." Bericht des Vorstandes. Aus demselben ging hervor, daß im vergangenen Duartal fünf Vorstandssitzungen und 3 Mitgliederversammlungen stattgefunden haben. Hierauf erstattete Bierling den Kassenbericht, der folgendes Resultat ergab: Einnahme der Verbandskasse 505,99 M., Ausgabe 479,80 m., bleibl Bestand 26,10 M. Lokalkasse: Einnahme 468,52 M., Ausgabe 402,37 M., Die Mitgliederzahl beträgt 315. mithin Bestand 66,15 M. Unter Verbandsangelegenheiten verlas der Bevollmächtigte den Antrag des Hauptvorstandes und des Ausschusses betreffs Erhöhung der Beiträge um 10 Pf. pro 4. Quartal. Es wurde dem Vorstand überlassen, die Urabstimmung vorzunehmen. Im weiteren wurden diejenigen, welche während des Streits bei Virgens die Arbeit aufgenommen haben, bekannt gegeben und hierauf zu der Streitangelegenheit in der Luxusmöbelfabrik von Fertsch, Kirchhofstr. 45, übergegangen. Nach einer längeren Diskussion beschloß die Versammlung, den Streit aufzuheben und die Sperre über die Werkstatt zu verhängen. Betreffs der Unterstügungsfrage stellte Koppe den Antrag, nur diejenigen Mitglieder zu unterstützen, die mindestens ein Vierteljahr dem Verbande angehören. Als Erfagmitglieder für die Arbeitsgewählt. In dem Bericht der Glaserversammlung ist gestern irr- vermittlungs- Kommiffion wurden Schulz, Arndt und Fromm gar nicht zur Durchführung gebracht worden und dies trotz thümlid, angegeben, daß der Vertrauensmann die Forderung des Arbeiter- Sängerbund Berlins und Umgegend. Vorsitzender Ad. NeuNordens. Achtstundentages empfahl. Wie aus dem nachfolgenden ersicht- mann, Paſewalterfir. 3. Alle Aenderungen im Vereinskalender sind zu richten Eine gutbesuchte öffentliche Zimmerer- Versammlung für die Bezirke Nord, Nordost, Wedding, Gesundbrunnen und Bankow tagte am Montag Abend im Swinemünder Gesellschaftshaus, um über die Lohn- und Arbeitsverhältnisse auf den Bimmerplägen zu diskutiren. Fischer bemerkte in seinem einleitenden Referat, daß auf einem Theil der betreffenden Pläge die Beschlüsse der Zimmerer vom 10. Februar d. J. nicht inne gehalten werden. Der Neunstundentag sowie der Stundenlohn von 55 Pf. sei zum theil in Vergessenheit gekommen eventuell Der guten Organisation der Zimmerer des Go sei beispielsweise auf nachstehenden Bimmerplätzen lich, handelt es sich um den Neunstundentag. der Zehnstundentag bereits wieder eingeführt: Handtke, Marienburgerstraße; Winkelmann, Greifswalderstraße; Hetsch, Greiss walderstraße; Fichel, Danzigerstraße; Gutschow, Stettinerstraße; Strodthoff, Antonstraße; Freise. Userstraße; Buchmann, Lieben walderstraße; Gebr. Steeger, Pankow; Galuschke, Badstr. 33. Wenn auch zugegeben werden müsse, so erwähnt Redner, daß die Zimmerer selbst einen Theil der Schuld an diesen Zuständen tragen, so haben es die Unternehmer durch ihr in den Maurerversammlungen besprochenes geheimes Birkulär nicht fehlen lassen, Rigdorf. Hier tagte am 21. Juli in den Viktoria- Sälen, für die Durchbrechung der Errungenschaften der Zimmerleutel Hermannstr. 48-50, die Generalversammlung des deutschen HolzWarenhaus In der Versammlung des Arbeiter- Bildungsvereins zu Friedrichsfelde referirte am 16. Juli Genosse H. Faber über die Geschichte der Metalle. Darauf erstattete das Schiedsgericht in der Beleidigungsfache Kacza wider Maler Hentschel Bericht und erklärte einstimmig den Genossen Hentschel für keinen Streit brecher. Unter Verschiedenem wurden wieder die schlechten Schulzustände in Lichtenberg zur Sprache gebracht. an Friedrich Kortum, Manteuffelstr. 49, v. 2 Tr. Arbeiter Randherbund Berlins und Umgegend. Nenderungen im Vereinskalender sind zu richten an Karl Stiller, Kleine FrankfurterStraße mr. 7.1. Bund der geselligen Arbeitervereine Berlins und Hugegend. alle zufchriften, den Bund betreffend sind zu richten an: Hermann Jahn, Schönhauser Allee 177 c. abend 9 Uhr im Vorstädtischen Kasino, Acterstr. 144. Theater- und Vergnügungs- Verein Helgoland". Sigung heute Rauchklub Deutscher Michel", Pankow. Mittwoch und Sonnabend in A. Krüger's Restaurant" Bum Thürmchen", Kaiser Friedrichstr. 12, Sigung. Imitiert schwed. Damen- Handschuhe Wertheim Nur für 12 Knopf lang 38 Pf. 3 Damen- Halbhandschuhe, durchbrochen Tage giltig Ausnahme Preise Mittwoch Donnerstag Freitag. 29. 30. 31. Juli. Proben und Preislisten portofrei. Versand Abtheilung Berlin W., Leipziger- Strasse 111. Die Motor- Boots- Gesellschaft Berlin- Rummelsburg vermiethet auch diese Saison ihre neuen und hocheleganten Salon55138* Schraubendampfer zu den bekannten mäßigen Preisen. Bedienung prompt und zuverlässig. Telephon Amt VII Nr. 1985. " " Rummelsburg Nr. 28. ca. 40 ctm lang 35 Pf. Kinderstrümpfe, englisch lang. für ca. 1-2 2-3 3-4 4-5 5-6 6-7 7-8 9-10 11-12 12-14 22 25 25 28 32 35 38 42 45 48 50 14-16 Jahre M. J. Hahlo, Patentanwalt, Berlin NW., Karlstrasse 8. 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