Morgenausgabe Tit. 120 A 56 49. Jahrgang ZZZchmlUch TS'!>», monatlich 3,58 M (SaBon 87 Pf, monatlich für Zuftel» Iiing ins Haus) im Boraus zahlbar, Poftdezug 8,87 M. cwschließlich«oPf. �iouzriwngs» und 75Pf,Postbestellac» biihrrn, Auslandsabonnement S,S8 M. »ro Monat: Mr Länder mit ermäßig» lein Druckfachenvorto 4,65 M. Ter„SenDÜrts* erscheint wochenläa- lich zweimal, Sonntags und Montag» einmal, die Abendausoabe für Verna und im Sandel mit dem Titel»Der Llbend". Illustrierte Sonntagzbeilaz« .Volk und Ieit" Berliner SottSblatt Oienstag 12. April 1932 Groß-Äerlin 10 pf. Auswärts 15 pf. Drc e i u 1 p o l L MilNmclerzeUe aO Pf. Re?lame�e»le 2.- M.„Nleme zcigen" das fettgedruckte Won 20 Pf. Zulässig zwei fettaedruttteWorte'.fcdes weitere WoN 10 Pf. Rabatt lt. Tarif. Worte über 15 Buchstaden zählen f'.K zwei Worte. Arbeitsmartt Millimeter« zeile 25 Pf. Familienanzeigen Mivi« meterzeile 16 Pf. Anzeigenannahme in» Hauptgeschäft Lindenstrahe 5. wochentäglich von&/» bis 17 llht, Der Verlag behält sich dasRecht der Ad« lehnung Nlcht genehmer Anzeigen vor! Jsntvawesan der Goziatdemokeattfche« Partei DeutfOlands Rcvaktion und Verlag: Berlin SW 68. Lindenstr. 2 �crnlpr., Tönboii(A Ti 292—297 Selcfltamm-Slbr.: Sozialdemokrat Berlin. Vorwärts-Verlaa G.m.b.H. PostIchkckron>o:Bcrlln37öZS.— Bankkonto: BaiikdcrArbeiler.AligcsttUlcn und Beamlcn, Lindenstr. 3 Dt B.n,DtSc.»Gcl.. Dcposllenk.. IelUjaIeulcrCti,l)3,Pu Krsun sntlsrvt ttitlsr vis NSDAP., die überführte und geständige Partei des Landesverrats im Kriegsfall. Am 7. April hielt Reichskanzler Dr. B r ü n i n g in 5>oinbllrg eine Rede, in der er sagte: vielleicht kommt bald die Zeit, wo»ran nicht wehr so un. »ettrast»od hemmungslos auf das deutsche Volk toslronrmeln kau», oyne doh dieses Volk alles zu wissen bekommt, was mit lluterwgen beglaubigt ist. Dana wird woa das Wort.1t a l i o n a l" im Zkamcn der Tlalionalsoziolisten nur noch mit Gänsesühchen schreiben. Wenige Tage zuvor war anitlich gemeldet worden, daß die bei den Nationalsozialisten beschlagnahmten Dokumente Beweise für deren landesverräterische Absichten enthielten. Gestern ist im Sportpalast von Otto Braun dasselbe Thema berührt worden, und zwar in einer Weise, für die dis Wort sensationell viel zu schwach ist. Man muß das, was der preußische Miiüftcrpräsidcnl da zur Sprache ge- bracht hat. schon als' eine Ungeheuerlichkeit bezeiä)- neu, die lein Mensch für möglich gehalten hätte. Otto Braun hat gestern im Sportpalast den Beweis für die landesverräterischen Absichten Hitlers und seiner Sumpane geführt. Gr hat diesen Beweis geführt unter Berufung auf be- glaubigte Aeußerungen Adolf Hitlers selbst. Unter atemloser Spannung der ungeheuren Vcrsamm- lung führte Otto Braun folgendes aus: Die beschlagnahmten nationalsozialistischen Dokumente bewiesen nicht nur die Ho.chverräterischen Absichten der NSDAP,, sondern auch ihre landesverräterische Gemeiitgefährlichkeit. Adolf Hitler müfle offenbar von dem InHall dieser Schriftstücke Kenntnis haben. denn er fei in seiner Rede in Lauenburg in Pommern am 5. April auf ihn eingegangen., indem er dort solgendcs gesagt habe: ZVenn ms» seiner psrtei vorverle. daß sie sich einst- zv eilen weigere, die deutschen Grenzen zu schützen, so müsse er allerdings sagen, daß er seine Kämpfer nicht für das System opfern wolle. Er werde die Grenze erst dann schützen, wenn die Träger des gegenwärtigen Systems beseitigt wären. Die Wirkung dieses von Otto Braun vorgetragenen Zi- tats aus der Rede Hitlers auf die Riescnvcrsammlung läßt sich schwer beschreiben. Es schien zunächst, als ob den Massen etwas die Kehle zuschnürte. Als aber dann Otto Braun mit ätzendem Hohn fragte, ob denn nach Hitlers Meinung d i c Polen anderGrenze wartenwürden, bis er mit seiner Privatarmee nach der„Vernichtung des Systems" an die Grenze zurückkehre, als er weiter die Frage aufwarf, was denn aus Deutschland geworden wäre, wenn die sozialdemokratischen Arbeiter im August lgl4 nach dem Rezept Adolf Hitlers gehandelt hätten— da erst brach aus 18 000 Kehlen der Schrei aus, ein Schrei der Wut, der Empörung, der Verachtung! Da waren alte Parteigenossen, die vor 18 Jahren trotz Dreiklassenschmoch und Kaiserreden die Knarre aus den Rücken genommen und ohne Murren ihre Pslidst getan hatten. Da waren wohl auch viele, die au das freche Wort des Burfäzen Goebbels dachten van der„Partei d c r D e- j e r t e u r e". Die Partei der Deserteure— da steht sie! Hitler hat in seiner Dummheit aus der Schule geplaudert. Er hätte vielleicht versudzen können, die Dokumente der V o r- b c r c i t u n g z u m K r i e g s v e r r a t. die sich in den hän- den der Regierung befinden, zu verleugnen und abzuschütteln. Er Hot sich mit diesen Dokumenten und chren Verfassern soli- darisiert. er hat sich öffentlich zu der Absicht bekannt, im Falle einer kriegerischen Verwicklung im Osten seine Privat- tnippen von der Grenze weg nach der Heimat zurück, zukam- mandieren, um„die Träger des Systems zu beseitigen". Was aber ergibt sich aus alledem? Zm Besitze der Regierung befinden sich Ooku- mente, aus denen hervorgeht daß die Rational- fozialisten einen etwaigen Angriff auf die deut- fchen Grenzen als Gelegenheit zu einem putsch benutzen wollen.'Diese Dokumente sind echt, denn Hitler selbst hat sich zu«hnen und ihren Absichten öffentlich bekannt. Versteht man jetzt, worum Brüning in Hamburg sagte, nach dem Bekanntwerden dieser Dokumente werde man das Wort„National" im Namen der„Nationalsozialisten" nur noch mit Gänsefüßchen schreiben? Dos Strafgesetz des Deutschen Reiches bedroht in den ZZ 89 und 90 Handlungen wie die beabsichtigten mit lebenslänglichem Zuchthaus. Ob die geistige Vorbereitung auf sie bestrasl werden kann, ist allerdings eine andere Frage. Ilebrigens kommt es in diesem Augenblick weniger auf die juristisd)e Bedeutung dieses ganz ungeheuerlichen Vorganges an als auf seine politisdze. Die öffentliche Debatte darüber ist eröffnet, ob es einer Partei in Deutschland erlaubt ist, für den Fall einer fcind- lichen Invasion zur Preisgabe der Landesverteidigung und zur Erregung eines Ausstandes im Innern aufzufordern. Die öffentliche Debatte darüber ist eröffnet, ob eine Partei, die sich durch ihren Führer zu soldzcn Absichten bc- kennt, noch den Anspruä) erheben darf, sid) eine deutsche Partei und„national" ,zu nennen. Die Debatte ist eröffnet. Der Versuch, sie durd) eine Ver schwörung des Schweigens abzuwürgen, wird mißlingen. Es wird der sagenannten„nationalen" Presse nidst mehr gestattet sein, alles zu verschweigen, was zuungunsten ihrer national- sozialistischen Schützlinge spridit. Icder nationalsozialistische, jeder deutschnationole. jeder volksparleiliche Führer hat jetzt die Pflicht, jid) zu dem zu äußern, was Hitler aus dem Inhalt der beschlagnahmten Dokumente bekanntgegeben und verteidigt hat. Aber mögen die„nationalen" Herrschaften sich drehen und wenden wie sie wollen, Volk und Geschichte werden ihr un- bestechliches Urteil fällen! und dieses Urteil lautet: Die Nationalsozialistische Arbeiterpartei Deutschlands, die Partei der lautesten nationalen Phrase, die Partei der rück- sichtslosesten Hetze gegen alle deutschen Politiker, die ehrlich dem deutschen Volke dienen, diese Ratio«, alsozialistische Arbeiterpartei Deutschlands findet ein unrühmliches Ende als die entlarvt und geständige Partei des offenen Landesverrats! Braun und Wels rechnen ab. 24 Stunden nach der Reich-präsideiUenwahl eröffnete gestern die j Berliner Sozialdemokratie den Wahlkamps in Preußen mit einer Riesenkundgebung im Sportpalast. So kury: Zeit nach den Stra- 'pazcn einer eben beendeten Wahlpropagonda die Anhänger der Partei wieder in solchen Massen zu versammeln, schien ein Wagnis. Es ist gelungen, und es mußte gelingen! Schon nm 7 Uhr war der ungeheure Raum völlig besetzt. Die später kommenden wußten sich mit Stetiplähen begnügen, gegen 7.45 Uhr wurde der Saal abgesperrt. Pünktlich zur festgesetzten Zeit betrat der preußische Ministcrpräsi- dent Genosse Braun an der Spitze der Fahnen- und Banner- delegation den Saal, unrbroust von dem nicht endcnwvllciidcn Bei- fall der Massen. Dann nahm Genosse K ü n st l c r dos Wort zu seiner Eröfs- nungsansproche. „Die Schlacht ist gefdgagen. die neue Schlacht beginnt! Sa rufen wir Sozialdemokroten, die Männer der Eksernen Front. 24 Stunden nad, der Wahl des Reichspräsidenten. Bei uns gibt es kein Ruhen und kein Rasten. Der Feind der deut- schen Arbeiters äiast, der Faschismus, bleibt nach wie vor unser Hauptgegner.(Stürmischer Beifall.) Der 13. März und der 19. April waren der Anfang und nid>t das Ende des Kampfes gegen Hitler und seine Banden. Genosse Künstler wandte sich dann an die kommunistischen Arbeiter und Wähler, an die er die Frage richtete, wie lange sie nod? auf Geheiß Moskaus das freoelhafte Spiel, das mit ihren Interessen gc- trieben wird, mitmachen wollen? Die Reaktion in Deutschland sammelt sid> um Hitler. Arbeiter, die ihr ehrlid) der proletarischen Sache dienen wollt: laßt end) nicht verhetzen gegen sozialistische Ar- beitsbrüdcr und Sdiwestern! Denkt daran, daß die Sozialdenwkratie durch ihre Haltung bei dpr Reichspräsidentenwahl Hitler daran ge- hindert hat, aus Deutschland ein größeres Klagges-Braunschwelg zu machen. Jetzt muß die proletarische Einheitsfront im Prcußenwahl- kämpf hergestellt werden. Die Parole heißt: Für Otio Braun und Karl Scvcring gegen hiller und hugenberg.(Stürmischer Beifall.) Und nun, ihr Männer und Frauen von Berlin, bekennt euch zu Otto Braun, dem wahren Führer der Republik und der Arbeiterschast. Ihm, dem Volks- und Staatsmann und dem Menschen, ein drei- f a di e s Frei.heil. Achtzehntousendsach klingt der Ruf durch den Riesenraum: der Beifall und die Frcl-Heil-Rufe erneuern und verstärken sich zu einem Orkan, als Otto Brann das Rednerpult betritt. Es Hilst nichts, daß er abwehrt, er muß die Ovationen der sozialdemokratischen Blossen entgegennehmen. Dann endlich kann er das Rlort zu seinen Ausführungen nehmen. Von einem Beifall empfangen, der mehrere Minuten währte. nahm das Wort der preußische Ministerpräsident Otto Brau«l: Vor dem ersten Gang zur Reichspräsidcntcnwahl hat der Pro- pagaudalciter des Braunen Hauses, Dr. Goebbels, von der Tribüne des Berliner Sportpalastes aus verkündet, Hitler wird Reichspräsident! Die Eiserne Front hat dies nicht gewollt. und Hitler ist deshalb nicht Reichspräsident geworden,(Stiirnriicher Beifall.) Aber in diesen Worten kamen der Hochmut und Größen- wah» zum Ausdruck, die in der Natianalistisdzcn Partei vorherrschend sind und nicht durch Verstand, sondern durch suggestive Schlag- warte politische Erfolge erzielen wollen. Dieser Größenwahn Hot merkwürdige Formen angenommen. So hat Hitler in Köln an die Adresse des Reichspräsidenten von hindcnburg die Worte gendztet, daß der würdige alte Mann beiseite treten müsse, damit er,.Hitler, die vernichten könne, die hinter hmdenbnrg stehen. Wäre es ihm möglich, 20 Millionen, die sich zu hindenburg bekannten, alle zu vernichten. dann wäre die Glückseligkeit seines Dritten Reiches da. Aber erinnert nicht die hochmütige, etwas leutselige Herablassung, mit der.Hitler vom Reichspräsidenten spricht, an einen anderen Mann der deutsdien Geschichte, an den Kaiser, der da verkündete:„Wer sich mir evi- gegenstellt, den zerschmettere ich?(Große Heiterkeit.) Durch Stahl- helmer und Moskowiter Hot Hitler einen kleinen Stimmengewinn erzielen können. Aber er ist schon bescheidener geworden. Er sagt. daß er zehn Jahre lang weiterkämpfen werde Das hat er auch bei Moskau abgeguckt, aber vorsichtiger Mann wacht er nicht Fünf- fahrezplane, sondern steckt die Frist gleich«eiter.(Neue Heiterkeit) Freilich ist es zweifelhaft, ob die Sieltenfägcr so lange warten werden und ob auch die Geldquellen zehn Jahre lang so weiterfließcn. Sic werden sich vielleicht fragen: Ist denn unser Geld auch gut an- gelegt?(Sehr richtig!) Hitler hat im Flugzeug, eine Rundreise durch Deutschland gemacht und ist non seiner Höhe herab in d»e Gefilde Lunterpommerns herniedergesriegen. In der Kreisstadt Laucnburg hat er vor angeblich 20000 Menschen— es kommt auf ein paar Nullen nicht an— ein neues Gottesgnadentum verkündet, daß er von der Vorsehung ausersehen sei, die größte Bewegung Deutsch- lands zu schaffen. Er hat dabei weiter gesagt, daß es auf Geistig- ieit und Intellekt weniger ankomme als auf Hunderttausende von Fausten. Er hat mit Köpfen nicht gern was zu tun. Entweder laßt er sie rollen oder er verzichtet ganz und gar auf sie. Aber es ist ein beschämendes Zeichen für die politische Unreife weiter Kreise, daß diese ins Palhologifchc gehende Bewegung der hohlen Demagogie und Weren Phrasen so viele Anhänger finden konnte.(Stürmische Zustimmung.) Gewiß ist die Zeit in ihren Nöten und Sorgen abnorm, aber lraß der viel zu hohen Hillerziffsrn wurde durch die Reich?- Präsidentenwahl offenbar, daß sich die Schlammfluten des Hitloris- mix» an der Eisernen Front gebrochen haben. Am 13. März fiel der erste Schlag, am 10. April der zweite, am 24. April muß der dritte Schlag folgen. Die nationale Front tagte im Harz. Dort wird ein Produkt erzeugt, das viel Stank anrichtet und leicht aus- einanderläuft. So ist es der Har.zburger Front auch gegangen. (Große Heiterkeit.) Hat man sich danrals nicht um den Parademarsch einigen können, so zog man zur Präsidentenwahl aus zwei ver- fchisdcnen Heerlagern, um gelrcnnl zu marschiere» und ocreinl geschlagen zu werden. Dem Stahlfyeli» ist die Lust vergangen: wenn er mit Hugcnberg, dem glorreichen Organisator politischer Niederlagen zusammen den Pxeußenkanrps durchgemacht haben wird, will er sich aus der Tages- poiitit zurückziehen. Hilgenberg, der ehemalige preußische Be- amte, hat den Geschmack gesunden, in Nürnberg von einer Art Saunrciißentum zu sprechen, dessen wichtigste Bestandteile Schma» roßerei und 51orruptio» sei.(Pfui-Ruse.) Hat er dabei an die ihm n a h e st e h e n d e Landbank gedacht, die den Konkursantrag in der Schublade halte, als sie den preußischen Staat noch um eine neue Anleihe anging? Dachte er an den Skandal der Ralfs» « i s e n- G e se l l s ch a f t, die von deutschnationalen Parlamen- tariern geleitet war und zum Schaden von Tausenden van Ge- nossenschastlern mit 70 Millionen insolvent wurde? Damals sprang der vielgeschmähte preußische Staat nicht wegen dieses desorganisier- ten Veamtenapparalcs der Gesellschaft, sondern wegen der be- trogsnen Genossenschaftler ein. Dachte Hilgenberg an den Land- b u n d- K o n z c r n, der aller Not kleiner Bauern zum Trotz 7 Millionen für parteipolitische Zwecke widerrechtlich ausgab? Dachte er weiter vielleicht an den deutschnationalen evangelischen Devaheim-Skandal. durch den 20 000 Bausparer betrogen wurden? Meinte er vielleicht die Affäre La Husen? Die angeb- lich marxistische Preußenregierung ist gekommen und hat geholfen, nicht um der Betrüger, sondern um der Sparer willen. Wenn aber Hugenberg diele Skandale auf den Marxismus zurückführen will, so erwidern wir: es handelt sich um die ekligsten Sumpfblüten des kapllalistischen Systems. und wenn solche Dinge, die früher unterdrückt wurden, heute be- lgnnt werden, so verdanken wir das der Demokratie, Deshalb ver- ti lgt man uns ja mit giftigstem Haß. Wir beseitigten die Gesinde- r onung und wir gaben dem Landarberrer das Koalitiansrecht. wir schulen das neu« Beanckenrecht, das den Beamten freie politische Betätigung bewilligte. Freilich darf kein Staat dulden, sich von seinen eigenen Beamten beschimpfen zu lassen.(Anhaltende Zu- stimmung.) Wollen wir hier aber wieder ausbauen, dann müssen wir mit der Selbstzerfleischung aufhören und mit dem Nazispuk aufräumen.(Stürmischer Beifall.) In gewissen Stellen bor Reichs- Verwaltung scheint man mir hier etwas zu tolerant zu sein. Reich und Preußen müssen zusammengehen, um Hillers Privatarmee ja ichnell wie möglich verschwinden zu lassen. Das beschlagnahmte Materiol beweist den Hochverrat und zeugt auch für den Landes- verrat. foitlev stnt sich öffentlich zu der Absicht bekannt, im?fall einer kriegerischen Verwicklung seine Kämpfer von der Grenze zurückzuzichen. Nach dieser'Feststellung, die eine ungeheure Betnegung hervorruft, folgen weitere Auesüihntngen zum gleichen Thema, die an' anderer Stelle ausführlich gewürdigt sind. Red.) Die Bewegung ist auf Lüge und Betrug aufgebaut. Man mühte an der Menschheit verzweifeln, wenn diese Epedemie der Hilleritis nicht bezwungen würde. Die Angehörigen der Arbeiterklasse haben vieles an Gut und Blut verloren, aber nicht den Verstand. Dos wird den Sieg der Sozialdemokratie ermöglichen. Es geht mir nicht um meine Stellung, denn ich weiß, daß, wenn mir die Fahne entsinkt, Millionen proletarischer Preußen zugreifen würden. Mein Kampf gilt der Erhaltung des demokratischen Volksstaaies, in dem der Wille des Volkes oberstes Gesetz ist. Aus zum Kamps für das demokratische Preußen, für den Sozialismus.(L a n g a n h a l t e n d e r st ü r- Mischer Beifall und Hochrufe.) Mit dreifachem Frei Heil begrüßt, nahm der Vorsitzende der Sozialdemokratie, Otio Wels das Wort:„In einer Zeit, da eine Gesellschaftsordnung zusammen- bricht, findet man nur in der Arbeiterschaft ein großes Geschlecht. Kampf ist für sie das Losungswort, das hat sie am 13. März und am 10. April gezeigt, und das wird sie am 24. Aprll erst recht zeigen. Wir Sozialdemokraten stemmen uns gegen den Rückfall in die Barbarei, die uns durch den Faschismus droht. Die Kommunisten sind in erheblicher Zahl der Parole de» Er- tronprinzen gesolg». Indem sie für Hitler slimmlcn. (Minutenlange stürmisch« Pfuiruf«.) Schmach über ein solches Ver- hallen!(Donnernder Beifall.) Schlagt di« Faschisten, wo ihr sie trefft, rief man einst. Am Sonntag sind die Hillerstimmcn durch kommunistische Ilebcrläufer gestiegen. Wir müssen jetzt unsere Cr- ziehnngssrbeit auf di« verführten Proletarier lenken, die heute noch kommunistischen Parolen folgen.(Lebhaster Beifall.) Als Se vering, von dem selbst der ,.Lakal-?lnzeiger" zugeben mußte, laß seine Hunde rein sind, wieder preußischer Innenminister wurde, da ftaiS, in den natümalsozicllisllscheu Monatsblättern:„Unser Tod- süind wieder an der Macht"'. Und es hieß, daß das System nicht verloren fei, solange«in Mann wie Severing da sei, der sich für das System in Stück« schlagen lassen würpe. Di« Leute äusckzen sich, nicht in Severing. aber£arin. daß nur«in Mann da wäre, der für Demokrat!« und Republik in den Tod ging«; Mi!« lionen sind da, die sich nicht nur in Stücke schlagen lassen, I andern auch, die schlagen werden, die die Republik«rntchke» wollen. Im kommumsllschen und nationalsozialtstrschen Lager schämt man sich heute der Bundesgenossenschaft. Die„Rote Fahne" ist sehr schüchtern geworden, und in einem Interview in einem Londoner Blatt bestreiket Hitler, auch nur eine einzige kommunistische Stimme bekommen zu haben. Im Gegenteil hätten die Kommunisten heimlich« Abkommandierungen für Hindeirburz vorgenommen. Bei solchen Erklärungen spekuliert man wohl doch ach eine allzu große Dummheit.(Stürmisches: Sehr richtig.) Wie dieses ganze seltsame Bündnis aussieht, zeigt die Tat- fache, daß ein Mcmii wie Weißenberg seinen Gläubigen ver- kündete, der Zorn Gottes werde die zerschmettern, die nicht Adolf Hiller wählten. Wer sind die Nationalsozialisten? Herr Kube hat vor Iahren gegenüber dem Berliner Polizeipräsidium wehklagend von den u n r e t f e n Burschen der NSDAP, gesprochen, die ihn als Angehörigen der völkischen Freiheitsbewegung bedrohten. Der Berliner SA.-Führer Graf Helldorf, der Held vom Kur- fiirstcndamm, hat durch größenwahnsinnige Verschwendung sein väterliches Erbe vergeudet: bei der Taufe seines Sohnes kostete das beim Traiteur Kannenberg bestellte Festmahl i�ht weniger als 5000 Mark. Das sind die Leute, die beim notleidenden Mittelstand aus Dummenfang ausgehen. Welcher Zynismus zeigt sich in einer Rede des Prinzen Auwi, der an 7. Stelle der Landesliste steht' und scheinbar das Talent seines Vaters, taktlos zu sprechen, geerbt hai�, Er sprach von der Versammlung der Tiere, in der ein Schweni meinte, daß alle Tiere gleich seien, und der Löwe«widerte: das würde dir Schwein so passen. In Wahrheit ist. hasVolk für den Nationalsozialismus nur Schwein und Kanaille und Gegenstand der Verachtung und Beschimpfung. Wir müssen durch Austlärunz das Selbstbewußtsein wieder wecken. Die Ladendorfs. 5>ugenberg und Dingeldcy werden sich vergeblich bemühen, ihre Anhänger aus der Nationalsozialistischen Partei wieder herauszuholen. Auf zum Kampf! Am 24. April müssen die Fahnen der Republik im Siege wehen und die Tofcnglocken des Faschismus läuieu.(Stürmischer Beifall.) Wieder rezitierte Martha John. Franz Künstler sprach das Schlußwort:..Berlin soll nicht nur rot, sondern republikanisch und sozialdemokratisch sein. Preußens Führer sollen Otto Braun und Karl Severing bleiben! Der vom Kapital bezahlte Adolf Hitler darf nicht siegen über Män- ner der Arbeiterklasse wie Braun und Severing. Die Sozialdemo- kratie, die Eifere Front und das republikanische Preußen, sie leben hoch!" Donnernd stimmten die Tausende in das Hoch ein, begeistert grüßten sie noch einmal die Fal>nsn der Partei, des Reichsbanners, der Sportler und der Hammerschaften. So war der Kampf um Preußen eröffnet! ge <5me halbe Million übergelaufen.— Von der KpO. für Hitler erzogen. Die kommunistische Presse wagt nicht zu bestreiten, daß kommu- nistischc Wähler zu Hitler übergelaufen sind. Sie tröstet sich damit, das; dies nur eine sehr dünne Schicht sei. Die„Weit am Abend", die dies Geständnis ablegt, spricht von 5 Prozent des kommunisti- schen Berdrstes, das wären etwa 70 000 Stimmen. 3n Wahrheit werden die Schätzungen, die das Ueberlaufe» von einer halben Alillion Kommunisten zu Hitler annehmen, der -vahrhcik näher kommen! Erstaunlicherweise will Hitler selbst den Einbruch in die Front der KPD. nicht wahr haben. Er erklärt dem Korrespondenten dez„Daily Expreß":„Ich selbst bin fest überzeugt, daß k e i n-c Kommunisten für mich gestimmt haben." Warum bestreitet er eine zahlenmäßig erwiesene Tatsache? Der Grrard liegt nahe: dieser Zuwachs ist ein wcilcrcs, sehr schwer- wiegendes Argument gegen seine Legalitätsbeteiterungen, ein kräftiger Schuß»cm Nationalbolschewismus! Er verstärkt di«„national- kommunistischen Haufen" in seinen Reihen. Die Annahme ist berechtigt, daß diese Haufen nicht zu ihm gestoßen sind um des natio- nalsttischen Geschreis willen, sondern wegen des Klamauks, den sie von ihm erwarten. Das kommunistische Abendblatt in Berlin, das im übrigen ein v o l l e s G e st ä n d n i s der Schande der KPD. ablegt, nennt diesen Geisteszustand der kommunistischen lleberlöusec „revolui-onäre Ungeduld". Das sagt alles! Diese lleberläufer kßnnten es Nicht erwarten, daß der Bürgerkrieg ausbricht, und weil sie bei der KPD. nicht länger darauf warten wollten, sind sie zu Hitler gelaufen! Mord und Tot- schlag auf jeden Fall, ist es nicht mit Thälmann, so ist es vielleicht mit Hitlsr! Das sind die Frücht« der Erziehung durch die KPD.:«in Haufen von polütschen Amokläufern, deren einzige politische Gesinnung der Wille zum Verbrechen des Bürgerkriegs ist! Eine Bande von Ueberläufcrn, denen es gleich ist. ob sie die Pistole für den Bolschewismus oder für den Faschismus ob- drücken! Und nun, wo das Ueberlauien dieser Hausen zu Himdert Mus enden von Thälmann zu Hitler züfernmäßig festgestellt ist, ergibt sich die weitere Frage: wie viele solcher Elemente waren schon vorher bei Hitler? Das ist es, was Hitler nicht wahr haben will! Cr will seine Berwandtschast mit den bokschewistischen Bürgerknsgshetzsrn, seine Rekrutierung aus diesen Kreisen nicht öffentlich aufgedeckt haben, er will lieber, daß die KPD. als stiller Bundesgenosse für ihn arbeitet. und deswegen streitet er den Zuzug aus dem KPD.-Lager ab! Aber Hitlers Abstreiten rettet die KPD. nicht vor dieser unaus- löschbaren Schande! Jetzt gilt es, die KPD. zur Rechenschaft zu ziehen, die Zlrbeiterbewegung von ihr zu reinigen! Die Verluste der KPD. Die KPD. hat nicht nur gegenüber dem ersten Wahlganz der Präsidentenwahl, sondern auch gegenüber der Reichstagswahl vom 14. September 1030 verloren. Sie erhielt bei den Reichstagswohlen 4 500 000 Stimmen, im ersten Wahlgang 4 083 000 Stunmen, gewann also 393 000 Stimmen. In: zweiten Wahlgang erhielt sie 3 700 000 Stimmen, verlor also gegenüber der Reichstogsirwhl 884 000 Stimmen, gegenüber dem ersten Wahlgang aber 1 2 7 7 0 0 0 Stimmen. In G r o ß- B e r l i n ist das Verhältnis für sie noch ungünstiger. Hier hat sie dauernd verloren: Verlust gegenübt r bor Reichstagswahl 14. September 1030.. 739 235— 13. März 1932.... 685411— 53824 10. Aprll 1922.... 575638— 10359? Im westlichen Industriegebiet(Wahlkreise West' falen-Nord und-Süd, Düsseldorf-Ost und-West) zeigt sich deullici), wie die Wahnsinnstaktik ans die kommunistischen Arbeiter gewirkt hat: 14. Sept. 1030.. 800000 10. März 1332.. 064 000 Gewinn gegenüber 14. Sept. 10.'!0 74 000 10 April 1332. 672 000 Verlust„ 14„ 1930 21$ 000 Interessant" ist auch die Entwicklung.in Hamburg und Hessen. Hier erreicht« die KPD. einen Höhepunkt bei den Länderwahlen des Jahres 1SS1. Seitdem ist ez rasend abwärts gegangen: Hamburg- Ii. September 1930..... 135 279 Bürgerschaftswahl Sept. 1031. 162 618 13.»ärj 1932....---- 1 23 379} 72135 -«--"11--2........ 58796 Hessen- 14. Sept. 1330(Reichstagswahl).. 84 000 15. Nov. 1031(Landtagswahl).. 100 000 13. März 1032......... 105 000 1 Verlust gegenüber 15. Nov. 1931 39 000 14. Sept. 1930 14 000 Diese Ziffern aus Gebieten, die die Kommunistische Partei bis- her als Hochburgen ansah, zeigen den vollen Umfang ihrer kata- strophalen Niederlage. Großkamps in den Ländern. Die �andtagsVahlen vom 24. April. Aus den zweiten lvahlgang der Präsidenlenwahl solgen noch zwei Wochen des Großkampfcs»u den Ländern. Am 17. April finden in Sachse» und Oldenburg Volksentscheide für die Auslösung der Landlage stakt, Me von den extremen Parteien beantragt worden sind. ?lm 24. April sind Landtagswahleu in Preußen, Layern. Württemberg. Anhalt, Hamburg. Eine exakte Umrechnung der Er- gebuisie vom IS. April aus die preußischen Wahlkreise liegt noch nicht vor. 3n Bayer» wurden abgegeben 2 628 000 hindenburg. Stimmen gegen 1 500 000 Stimmen der Rechten und der Kommunisken, in Württemberg 898 000 Hindenburg-Sttmmen gegen 527 000 der Extremen, tu Hamburg 441 000 für Hindenburg, 335 000 für die Extremen. Reichstag nicht vor Mai. Sitzung des Aeltestenratei«. Der A« l t« st« n r a t des Reichstags, der sich am Pdontaz mit der Frage der Einberufung des Reichsparlamerlls beschäftigte, beschloß aus Vorschlag des Reichstagspräsidenten Lob«, sich am 26. Aprll nochmals mit der Frage zu bsfqssen. Vorlausig erfolgt also keine Einberufung des Reichstags. Professor Pokrowsli, ein russischer Historik-.r und alles Mit- glisd der bolschewistischen Partei, ist gestorben. Er wurde vor allem berühmt durch die Herausgabe während des Krieges von Doku- mentsn aus den zaristischen Geheimarchiven, aus denen die annexio- nistischsn Absichten Rußlands und semer westlichen Bundesgenossen klar hervorgingen. �eichskabinett und Arbeitsbeschaffung. Oer Kanzler spricht auf dem Krisenkongreß. Die Reichsrcgierung wird am Dienstag und Mittwoch Kabinettssihungen abhalten, in denen vor allem die Fragen der Arbeitsbe- schassung und der Ausstellung des Haushalts für 1932 berate» werden. Der Reichskanzler wird am Rlittwoch auf dem Krisenkonzreß der freien Gewerkschaften sprechen. Dank für Wahlarbeit. Groener an die DeHörden. Der Rsichsinnemninister vcröifentlicht folgendes:„Die Wahl des Reichspräsidenten hat 44 Millionen deutsche Männer und Frauen zweimal zur Ausübung ihres höchsten staatsbürgerlichen Rechts ani- gerufen. Vorbereitung und Durchführung der Wahl wie Ermitllung des Wahlergebnisses haben an Organisativnsgeschick und Arbeits- kraft der Behörden in Stadt und Land sowie die Arbe-tsfreudigkeit der Wahloorftände höchste Zlnforderungen gestellt. Dem Schutze der Wahlsreiheit hat die Polizei in bewährter Pflichttreue gedient. Ich spreche allen beteiligten Reichs-, Landes- und Kommunalbehörden und den zahlreichen in den Wahlvorständen ehrenamtlich tätig gc- wessnen Männern und Frauen Dank und Zlnerkennung aus." Der Ralhenau-Preis. Die Walcher-Rathenau-Gelellschast hat den Wälther-Rathenau-Preis für 1331 in Gestalt der Medaille den Herxen Dr. Melchior. Hamburg, und Harry Grat Keßler, Berlin, zuerkannt. Der Geldpreis wurde in diesem Jahre nicht verliehen, sondern wegen der Notlag« der Zeit an mehrere Sckzris!- steller als Werkbeitrag oerteilt. Boxheim und der Oberreilhsqn.satt. Wie verlautet, ist die Bor Untersuchung über die Hersteller der Boxhsuner Dokumente vom Obsrreichsanwalt abgeschlossen worden. Es kann damit gerechnet werden, daß in etwa 14 Tagen die Entscheidung des Oberreichson- walts bekanntgegeben wird Keine neue Vereidigung. Die Amtszeit Hindenburgs gilt als verlängert. Anläßlich der Wiederwahl de-, Reichspräsidenten von Hürden- bürg ist die Frage aufgeworfen worden, ob ein« neue Vcreidi- gung desselden durch den Reichstagspräsidenten erfolgen müsse. Diese Frage ist z u v e r n e i n e n. Die Bestimmungen der Ler- sassung darüber lauten: Der Reichspräsident leistet bei der Ueb er nähme seines Amtes vor dem Reichstag folgeirden Cid: Das 2lmt des Reichspräsidenten dauert sieben Jahre, Wieder- wähl ist zulässig. Eine neue Amtsübernohme findet aber gegenwärtig nicht statt, Der Reichspräsident behält vielmehr sein Amt und fuhrt es weiter. Die Amtszeit von sieben Jahren wird durch die Neuwahl verlängert und fortgesetzt, aber das Amt nicht neu Über- nonrmen. Der einmal geleistete Eid gilt also auch für die falzurdc Arnrsperiode des Präsidenten. Lieber die Formalitäten, die nach der gestrigen Reichs- Präsidentenwahl noch zu erledigen sind, sei folgendes mitgeteilt: Zunächst wird der Reichswahlleiter das endgültige Ergebnis feststellen. Alsdann wird sich der Reichswcchlleiter an Hindenburg wenden mit der Frage, ob er die Wahl annehme. Nach der Erklärung des Reichspräsidenten tritt der Reichswahlausschuß zusammen, um festzustellen. daß Hindenburg als zmn Reichspräsidenten gewählt zu betrachten fei. Darauf wird das Wahlprüfgericht noch einmal zu- sannnentreten, womit der Wahlakt geschlossen ist. Brünings Dank an das Reichsbanner. Die Dundespresiesielle des Reichsbanners Schwarz-Rot-Gold teilt mit:„Am Sonnabendabend fand in Königsberg eine Wahl- kundgebung des Hindenburg-Ausschusies statt, in der Reichskanzler Dr. Brüning sprach. Die Nationalsozialisten versuchten systematisch die Versammlung zu stören, und zwar mit Sprechchören, weißen Mäusen usw. Das Reichsbanner Schwarz-Rot-Gold hatte für diese Kundgebung den Saalschutz gestellt, und zwar mit 1200 Mann, und verhinderte die Störungen. Am Schlüsse der Versammlung meldete der Führer der Schufo, Kamerad Möwe, dem Herrn Reichskanzler die 1200 angetretenen Reichsbannerkameraden. Darauf sprach der Reichskanzler dem Reichsbonner Dank«nd Anerkennung aus, daß es dem Schutze des Reichsbanners zu verdanken sei, wenn die Versammlung ungestört zu Ende geführt werden konnte." tteberfall auf Reichsbannerleuie. Äwttat im Kreise Waldenburg. Breslau, 11. April(Eigenbericht). Am Sonntag nachmittag wurden, wie die„Schlesische Berg- wacht" berichtet, in L i e b i ch a u(Kreis Waldenburg) zwei Reichsbannerkameraden von vier Nationalsozialisten überfallen. Die Nazirohlmge rissen ihre beiden Gegner vom Rade und bearbeiteten sie mit M e s s e r n und Schlaginstrumenten. Die Reichsbannerkameraden trugen schwere Stichwun- den und Hiebverletzungen davon und mußten ins Knappschahs- fizarett überführt werden. Ein Ueberfallkommando verhaftete die Täter. In der Wohnung der Nationalsozialisten wurden mehrere 5)icb- und Stichwaffen gefunden. „Peuple" und Hindenburgs Wohl. Was das Organ der belgischen Sozialisten sagt. Brüssel. 11. April.(Eigenbericht.) Der sozialistische„Peuple" schreibt zu dem Ausgang der Prä- sidentcnwahlen, daß mit ihm die Phase der deutschen Un- gewißheit noch nicht ihren Abschluß gefunden habe. Noch könne man nicht mit Bestimmtheit sagen, wohin die Fahrt gehe: noch konnten Ereignisse im Inneren oder im Ausland die Waagschale nach rechts oder links senken. Immerhin aber sei die endgültige Wahl Hindenburgs eine Garantie dafür, daß das von den Rechts- und Linksradikalen so skrupellos bekämpfte System für die nächsten Jabre gesichert erscheint, und zwar selbst dann, wenn die National- svzialisten bei den Wahlen in Preußen und den anderen Ländern neue und größere Fortschritte machen sollten. Den katastrophalen Rückgang der kommunistischen Stimmen hält der„Peuple" für die bemerkenswerteste Erscheinung der Wahl. Er !eige zunächst, daß die Kommunisten ebenso, wenig wie die National- sozialisten von dem sozialdemokratischen Block auch nur den kleinsten Splitter abbröckeln könnten. Andererseits beweise das Ergebnis verschiedener Wahlkreise, daß ein erheblicher Teil der kommunistischen Wähler für szitler gestimmt haben müsse, was ebenso bezeichnend wie lehrreich sei. Jedenfalls zeige das Zahlen- Verhältnis zwischen den Thälmann- und Hitlcr-Stimmen deutlich. daß auf die Kommunisten als ernsthafte Gegner gegen den Faschismus in Deutschland nicht zu rech- n c n sei. Was die holländische presse sagt. Amsterdam. 11. April.(Eigenbericht.) Die Wiederwahl Hindenburgs wird in der gesamten holländischen Presse mit großer Genugtuung ausgenommen. Das Amsterdamer Organ der Sozialdemokrat!« bezeichnet die Wahl als eine Lektion für diejenigen, die immer noch die Neigung haben, die Kommunisten als einen extremistischen Flügel des Sozialismus zu betrachten. Der Kommunismus außerhalb Nußlands sei eine Politik proletarischer Entartung, nichts weiter, daher auch die Verwandtschaft mit dem Nationalsozialismus. Den Großfürsten des Kapitalismus sei es nicht geglückt, ihrem Handlanger Hitler den Wag zur Macht freizumachen. Nun müsse man ein Durchgreiscii von Severing,«ine Entmaski-rung der Hitlerschen Puischpläne und am 24. April die Wahlen in Preußen abwarten. Der„Telegraf" sagt: Während Hindenburg vor sieben Jahren nur mit einer relativen Mehrheit gewählt sei. habe er jetzt die absolute Mehrheit erzielt. Es s-i jedoch deutlich, daß in Deutschland noch keine Beruhigung eingetreten sei.. Die Zähl der fiitler. Stirn- meu sei nach immer anormal hoch und zeige deutlich die v«r- yängnisvollen Folgen der Wirtschaflskrisa. Der„Neue Rotterdamer Kourant" nennt es«ine unerhörte Lei. stung, daß die Stimmen für Hindenburg, für den bei der ersten Wahl schon der letzte Mann herbeigeholt zu sein schien, noch zu- genommen hätten. Der Goethe-Hos tu wieu, ein neuer großer Eememdewohnpau, Nt m Gegenwart des deutschen Gesandten vom Bürgermeister S e i tz Piorltch erössvet worden. Der Treffpunkt. Im Hitler-llager vereinigten sich am 10. April Millionen Stahlhelm- und Kommumstevwähler „Nur keine falsche Scham, Jungfer Rote Fahne! Es war öoch vorauszusehen, daß wir uns einmal in diesem Lokal treffen würden." Amerikas Abrüstungsvorschlag. „Ersparnisse in allen Haushalten gebieterisch notwendig." Genf. 11. April.(Eigenbericht.) Am Älonkag brachte der Amerikaner Gibsou nach einem Rückblick Hevdersons über die bisherigen Beratungen der Abrüstuogskonserenz und einer Erioueruug an den lehlcn Beschluß der Seaeralkommisilon. jetzt sofort mit der Ealschei- dung der wichtigsten Prinzipien eines Abkommens zu beginnen. den ersten wirklich konkreten Abrüstungs- Vorschlag ein. Der Vorschlag Amerikas will praktisch bei dem Zweig beginnen, der onr stärksten das gleiäze Recht aller Staaten auf Sicherheit be- droht, nämlich der Ueberlegsnheü der Angriffswaffen über die der Verteidigung. Beginnend mit den Landrüstungen schlägt deshalb Amerika die vollkommene und kontrollierte Abrüstung der Tanks. der schweren beweglichen Artillerie und der Gase vor. Gibsons Resolutiansnorfchlag fordert ferner von der Kommission für Land- rüstungen die Aufstellung eines Plqnes für den Abbau der Tanks und der fahrbaren Artillerie über IS, 5 Zentimeter Kaliber sowie die Ausschaltung der Anwendung von Gas im Kriegsfall«. Die po- litische Kommission soll die entsprechenden Vertragstextc ausarbeiten unter Einschluß der Verpflichtung aller Staaten, sich im Kriegsfalle der genannten Waffen nicht zu bedienen. In seiner Begründungsrede betonte Gibfon, das wichtigste fei, einen klaren und definitiven Vertrag so rasch wie möglich zustande zu bringen. Es gelte das allgemeine Sicherheitsbedürfnis durch die Abrüstung zu befriedigen. Das Gefühl der Unsicherheit loinrne aus der Furcht eines Ueberfalls. Die Sicherheit könne nur dann zurück- kehren, wenn die Verteidigung dem Angriff überlegen gemacht würde. Die amerikanische Regierung glaube, daß Bcrträgc wie der vorgeschlagene cingehalken würden und daß jenes ciugezangcnc Risiko kleioer sei als das bestehende. Ersparnisse ln allen Haus- Halten feien gebieterisch uolwendig. Es genüge daraus hinzuweisen. daß die größle fahrbare Kanone ohne Anlerhaltskoslen 1SL Rüllioaen Mark, der größte Tank IL Tllillioncn Mark kosteten, deren Debcusdaner nur sehr kurz seien. IBeigcrten sich die Siaalm, die geringe Herabsetzung selbst anzunehmen, ja müsse mau die Ztbrüsiuugskoufcrcnz als eine Farre bezeichnen Amerika habe große Bestände in den genannten Massen. Es sei aber bereit, als erster dieses große Opfer auf sich zu nehmen. Der englische Außenminister Sir John Simon erklärte das Einverständnis der englischen Regierung mit dem ameritanisckzen Vorschlag, der bezüglich der Angriffswaffen zur See und in der Luft anschließend ergänzt werden müsse. England sei bereit, olle An- grissswaffen durch internationale Zll'kommcn abzuschaffen, trotz der großen Opfer, die das erfordere. Durch die Annahme und Durch- führung von Gibsons Vorschlag werde ein erster wichtiger Schritt zur Abrüstung getan. Die Staatsausgaben würden vermindert zu- gunsUn der viel notwendigeren sozialen Aufwendungen, und«ine der wichtigsten Ursachen der Unsicherheit werde beseitigt.— Für Deutschland erkannte N a d o l n y den Vorschlag mit aller Befriedigung an. Beschlüsse der BLZ. Herabsetzung der deutschen Kreditzinsen. Basel. 11. April.(Eigenbericht.) Die am Montag abgehaltene Berwaltungsralssitzung der Bank für Znlernakionale Zahlungen in Basel beschloß die Erneuerung der an Oesterreich. Ungarn und Jugoslawien gewährten Sredile uod sehte den Zinssah für den der deutschen Relchsbonk gewährten Kredit von 18 Millionen Dollar von 8 auf 6 Prozent herab. Der Gewinn des zweiten Geschöflsjahre» der BIZ. ist um drei Millionen Franken höher als im Vorjahre. Litauen wird im Haag verklagt. Klageschrift von den Signatarmächten eingereicht. Haag. 11. April. Die Regierungen van Großbrilaauien, Frankreich. Italien und Iapan haben heute durch Vermittlung ihrer hiesigen Gesandtschastcu den Memelkonflikt beim ständigen internationalen Gerichts- Hof anhängig gemacht. Sie haben dies in Form einer gegen die litauische Regierung gerichteten klage getan, die sich auf Artikel 1k der zwischen den genannten fünf Regierungen vom S. Mai 1924 in Paris abgeschlossenen Memelkonvention, bezieht. In ihrer Slageschrist führen die eingangs erwähnten vier Regirrungen die Absetzung des Präsidenlen des Memeldirektoriums Böttcher, die Er- nennung eines von Simaitis präsidierten neuen Direktoriums sowie die Auflösung des Zllemcllandtoges an. Das Geheimnis der Götter. Worum Krau Hanau wieder sitzt. Pari», 11. April.(Eigenbericht.) Der neue Hanau-Skandal wird immer mehr zur K o- m ö d i e. Zunächst wurde die Beschlagnahme der Zeitschrift„Forces" aufgehaben. Jetzt ist auch von her Anklage wegen Diebstahls eines amtlichen Dokuments kaum noch die Rede, obgleich die Nach- forschungen nach dem Polizeiberuht noch fortgesetzt werden, und dies sogar im Büro des Fiuanzminifters. Da ober dir! Re- gicrung, wahrscheinlich von der Grohfinanz dazu gedrängt. Frau Hanau unschädlich machen will, hat sie nach anderen Bcschuldi- gungen gesucht und sie auch gefunden. Die Staatsonmaltschast hat die„Präsidentin" wegen Verbreitung tendenziöser Nachrichten, die eine Baisse gewisser Wertpapiere hervorrufen sollten, unter An- klage gestellt. Dieses neue Verfahren stützt sich darauf, daß Frau Hanau unter dem Titel„Dos Geheimnis der Götter" einen Telegramm- und Briesdienst mgerichlel hatte, durch den sie ihren Kunden in der Hauptsache u n g ü n st i g e Nachrichten über verschiedene Aktiengesellschaften mitteilte und ihnen darin empfahl, mit deren Papieren auf Baisse zu spekulieren. Nun sind einige der im Geschäftshansc der Frau Hanau de- schlagnah mten und versiegelten Akten geöffnet worden. Dabei stellte sich heraus, daß sich bei den Akten eines Direktors der Hanau- Bank die K u n d s n l i st e für das„Geheimnis der Götter" befand, in der die Polizei den Beweis dafür erblickt, daß eine enge Zu- fammenarbeit zwischen der Zeitschrift und der Bank bestanden hat. Frau Hanau hatte dies geleugnet und daher die Aufhebung der Versiegelung der Bankräume verlangt., Der Vankdireklor weigerte sich, die Schlüssel der versiegelten Geldschränke herauszugeben, so daß die Polizei deren Inhalt . noch nicht nachprüfen konnte. Der Verteidiger der Angeklagten hat die provisorische Frei- lassung seiner Klientin beantragt mit der Begründung, daß Frau Hanau, die bei einem Autounsall beide Beine gc- brachen hatte und nur an Krücken gehen kann, ständiger arzt- licher Behandlung bedarf. Frau Hanau hat in einem dem Unter- suchungsrichtcr übcrgebenen Brief gegen die neue Anklage protestiert, da sie jeder rechtlichen Grundlage entbehre. In Sydslawicu ist letzthin der Ministerialrat General S i w k o- witsch durch den Außenminister M a r i n k o w i t s ch ersetzt und zum Kommandanten der Königsgarde ernannt worden. Dl« BU- dung politischer Parteien ist von de.r Genehmigung ihres Programms und ihrer Satzungen durch den Innenminister und— von dem Besuz van mindestens 60 Mitgliedern in jedem Verwaltungsbezirk abhängig: Parteien der Minderheitsvölker sind also unmöglich.— Fünf kroatisch« Abgeordnet« sind aus der „radikalen Bauerndemagogie" ausgetreten und hoben einen eigenen Klub gegründet. GiM>ssm VBIIÄUMS Verkauf jov/eit Vorrat Mcngencbgabo vorbthalf. ■■Zur gef). Beachtung!"* Die zu unserem grossen Jubiläums- verkauf bereitgesteillen Waren sind durchweg hochwertige, ausgesuchte Qualitäten, z. T. Sonderanfertigungen nur für unsere Firma. 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Akten v. LoiLWolff o. Karl Bebr Musik von Hans May Regie: Heinz Salteoborg Rundfunkh. halb.Pr. jStgs. 4� Uhr Kl. Fr cireüs BUSCH täglich 8- L Uhr; Ringkampfe. .Ileii«f!zrldt-?NM.- Pnbi30R.Hs3.-Ml. In dem uns so rlozlich enteifionen P Genossen Kurt Lehsu verliert die sozialistische Bewegunq einen nimmermüden Aümpfer. c>c proletarische Iuaend einen rastlosen Heller. linier?trbeitslreis ein, n in langen Iadrciedewohrten Mitarbeiter und Freund. EcinAndenIen wird unvergessen scw. l. Rudolf Abiabiun. Bleute Pliiüiarmonie EKtriGvüc-Zyidfls (< Abend) d.Phllligrraan.arinesl. Bnmo Xittelsdur Chor Dirig. Bruno Batlcl Missa Solemnis. Abn Ukr.| ml Krematorium Gcrichtstra�e statt. Nege Deteiligung wird erwartet. Am st, April starb unter Kolleg«. der Klempner tteivrieii �uvge geb. 5. Ottober 1863. Am 6. April starb unser Kollege. der Schlosser kuöolf Korvllörler geb. 11. Dezember 1880, Die Beisetzungen haben statigefundein Ehre ihrem Avdenlen! vir Ortwerwaltrusx. Für die meiner Dlutter erwiesene letzte Ehre tage ich allen Freunden] und Dekannten. Insbesondere den De. nassen und Cenossinnen der 45. Abtlz.\ der SPD., meinen besten Dan! Kui* Treitschkc. i Gardinen und Stoffe Halbvorhänge ousGUteriOll, verschieden© modern© Aus'Ch- � o nA rungen..................Mster w/VU Halbvorhänge au* Markiselfe, mit Hcnd- klöppelfuss und Franken................ Meter Halbvorhänge aus Gitferiull, hoch-. wertigo moderne Ausführungen, Slück 4,t0 Tüll- Fensterdekoration 3teiligr solid© Jubilaumr- j~r c z CA qualitäten.......... Garnitur 4#/ O 0,OU 5,50 7,75 5,90 7,75 1,20 e*t.5�iw.mod,Ausfuh.,ca.l20cm.,br.,Mlr. 2,25 3,90 1,60 1,90 Allen Freunden und Bekannten die traurige Nachricht, daß meine innifipelicbie Frau, unsere heners- gute Mutter, Großmutter und Schwester Berta iernsdort jeäJsjei nach langem schwerem Leiden am 10. April im 61. Lebensjahie gestorben ist. Im Namen der Hinterbliebenen Gmil Bernsdort Berlin-Fricdrichshagen, Bruno-Wille-Str- 41 Die Einäscherung findet Donnerstag, den 14. April, IS Uhr, im Krematorium ßaumschulertweg statr. IE I q i m,, i n l-i I in ollen Häusern ousser Brunnen- MCliin'Oüt.l sircsje und Andreosstrasso Ceuchtlsch« Eidi® oobo zt, i Klubt'sch mit Marmorplalle, Plait. 50 cm 0, Stuck 13,7o, gebeizt....StöÄ 26,53 Zterlisch. Mussbaum four. niert............. Stüde 17,50 I Cooch-BeTtsleJon we.« od. Rauchtisch. Elche gebeizt, ��80x190� St 11 50 mit Messingplotte und Glas Gr-"• 80>3lyu»•"r30 kosien........... Stück 17,50| Mofr atzen 3teil, m. Kellkiss., Sessel moderne Form, mit gut. i Foserföüung. Sailndrellberug, Gobelinberügen, Stück 2L,50: Gr. ca. 90x190 cm, St. 18,50 Teawagen färb, lackijrt, mit Reform. Unterbetten Gummirollen...... Slück 8,75 i eine Seite Trikot, eine Seife Blumentlscha farbig lackiert, Jacquarddrell,Gr. ca. 90x190 mit Glafaufiage» Stück 11/50 i cm............... 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K I5n,SI. Derlin-Lichterscid«. den 20. Februar 1932 Daa Tlmfop eztrf>t. DMiiMllaMei-VAild Adiinnö! NediitniKer. Ihr- raatöer, OpUUer, Evöier and FJdterinncn und die Brandie der strosnerzeoüenden Indastrle! Die Dranchcnnrrsammlung findet«ichl im G-werkschastshauel. sondern Dienstag, den 12 April, i«, den Sophien-SAIen, -ophlenstrahe IIIS statt. Wir bitten die Kollegen, dir» zu bc- achten. Die Ortsecrwalinng. oe. oiiie Kapilfin KaufabakrJ�ri.. Köekcr, Berlin LimiBnberger Sit afis 22. RDnius. 3861 in-1 stenZi- I erhält. 1 lin .3861» ZUaxlet. Ltdilsptele ttsw| ffaals Tneafer Dlensteg, den 12. April Staatsoper unter den Linden 19 Uhr Tristan und Isolde StntLSdianpKnius lintznKSBiilt. 20 Uhr Peeroynl Schlller-Thestei Charl Ottenburg. 20 Uhr Clavigo T6sl. 5 u. SFs Uhr HORACS G O L D I N WINSTONS Tauch-Rcvue Rud. Nelson Mery Lossen Hans Sommer The Jever* usw. Stadl. Oper Charloiienburg dismarckstraße 34 Dienstag, 12. Api il Turnus II Figaros Hochzeit Maikln, Caiian, Husch, Ptchner Antang 19J0 i hl Ende 32,45 Uht IJhßSdila.Bht. 5 d.B1*, I Stgs. 2. 5, 8IAß.IgI,:l7 j Weldntl 4031. Bltt lUed der Liebe VoUtsbUhne Theitir sin BClomlotz 8 Uhr IM Kasper Volkssück von Paul Schurek Regie: tifinther Stark Stutl Sdiller-Ilieatti 8 Uhr Clavigo 8.15 Diu flora 3434 fiauAsn«kleed! j Die neue Variete-Revue «FUnf im KUscwagea� mit 1 Ehrlich. HaimayeMoraran, Theimer, Sönelanrt usw. »v.ohr CASlNO-THEAiERsv.u»«' Lothringer Sirake 37. nmiiuuuiiuiiiiiiiiiiuiiiiiuuniiu Berlins aeuestes Operetten-Theater! „Pepplna" Operette in 3 Akten. Musik von R.Stolz ETsikl. Gesangskr. Neue Bühnenaussi Jutschein l-4 Personen. Parke« so PI. Pauteuil 1.— Mark. Sessel l.so Mark nserale im Vorwärts Zchern Erfolg! g«8ö- 1 Oesles iwks frmispt1«T IZ ikl. Veickte t 7 342/ 8" Uhr Die Frac. öle jeöer soflit 0mm WMMIyf Restaurant ßerlins BETRIEB( KEMPIHSKll GROSSES SCHAUSPIELHAUS f Wegen Vorbereitung zur Max- Reinhardt- Insronlerung „Die schöne Helena" bis eioschlicßlcb 18. April geschlossen Premiere: 19. April. i. P. R. AB. 5�7 ZI. Urteil: Abschr'«- Das Amtsgericht München, Abteilung Strafgericht, erken'.t in der Pnniiifljigcfache., Aoscaberg. Alfreb, Ghefredakteur tn München. gegen Hirsch, Dr., FeNr, Lchriftle�er in Berlin. Lchifs, Victor, Schriftleiter in BerNn, und e», ruber. Marti». Schriftleiter iit München. yiegen Beleidigung in der öfientlichen Sitzung vom K!. Nci. pcmbct 19-11. an der teUgenommen haben: 1. Amtsaerichtsvrästdent Frant als Vorfitzender. 2. Iustizoberlekretar Bauer als Urkuudsbcamter, atif Grund der Hauptverhandlung zu Recht: Die Anaeklagten Victor Schiff, geboren am 21. Februar 1895 in Parts. Schriktletter der Zeitung.,Borwarts" in Berlin. Dr. Fclir Hirsch, geboren am 7. FeJbruar 1903 in Ber! lediger Schriftleiter der Zeitung„8 Uhr-Abeudblatt" in Berlin..,.. Martin Grub.-r. geboren am 28. Mat 1866 in Harthauseu. verheirateter Schriftleiter der Zeitung„München':r Post" in München. �, sind schuldig je eines Vergehens der üblen Nochrede und werden deshalb je zur Geldstrafe von fünfduudcrt Reich?' mar?, für den Fall der Uneinbringlichke'rt je zur Gefängnii'- strafe von zehn Togen verurteilt. Sic haben die Aasten des Pcrfobrens zu tragen und t\c dem Privatkläae? Alfred Rosenberg. SchriftleUer der 3n. tung..Völkischer Beobachter" in München, erwachsenen not. meudigcn Auslagen zu erstatten. Dein Privatklägcr wird die Befugnis zugesprochen. d:e Verurteilung der Angeklagten auf deren Kosten durch ein- maligc Einrückung der Ilrteilsformel in die Zeitungen „Vorwärts" in Berlin. b) ,.8.Uhr. Abendblatt" in Berlin. c)„Mstnchener Post" in München. „Völkischer Beobachter" in München. In der sstr amtliche Bekanntntochunqeu. üblichen Art inner, halb eines Monats nach Rechtskraft des Urteils öffentlich bckanntzmnachen. gez. Frank. Amtsgerichtsprasident. Zur Beglaubigung: Der Urkuudsbcomte: L. S. gez. Bauer. IT. Ser, Reg. 1797/1931. Abschrift. Die 4. Strafkammer des Landgerichts München I erlaßt in der Privatklagesache Roseabcrg, Alfred, Chefredakteur in München. Hirsch, Dr., Felix. Schriftleiter in Berlin. Schiff, Victor. SchrW-Hr.r in Berlin, und (ntnber. Martin, Schriftleiter in München. wegen Beleidigung, in der öffentlichen Sitzung vom 21. März 1832, an welcher teilgenommen haben: l. der VorF.tze.nde: Landgerichtsrat Renner TT, 2. die Schöffen: a) Adam, Josef, b) Pösl, Adam. 3. der stellvertretende Urkundsbeamtc: Ref. Dollinger. folgendes Urteil: Die Berufungen der Privatbeklaaten und des Privat- flägers gegen das Urteil des Amtsgerichts München vom 13. November 1931 werden verworfen; die Privatbeklagton haben die Kosten ihres Rechtsmittels zu tragen. Die Kosten der Berufung des Privotklägers fallen diesem zur Last. Der Borsitzende: gez. Rentier 17. Landgerichtsrat. Zur Beglaubigung: München, den 2. Ayril 1932. Der llrkundsbcamte der Geschäftsstelle des Landgerichts München 1. gez. Spitzer. Als Vertreter des Privatklägc'rs Alfred Rolenberg, Chefredakteur in München, mache ich diese Urteile hiermit öffent- lich bekannt.' Roder, Rechtsanwalt. Deutidüi Tüeater 8 Uhr ?ör v. Gcrh.Hauptmann Regie Mjx Reinhardt Iii. im Uiniralspalast Täglich SV. Uht Käthe Dorsch OasUf Gründgens in: LiseSott' Sinjspi«! rifiaifiKflanrc -Theater In ßer- Siresemannstr- Täglich 8V, Uhr EthuRühnianni Oer Mustergatte Schwank in 3 Akt Theater desWestens Morgen 8 Uhr Premler. O A$ r S P I E U «retl* Slczaic In Ebekarosseii matropoi-meaier Täglich 81V Uhr Cnrt Gütz in Zirkus Aioioe Opercue von Ctirt Götz, MusiK vou Benaizky —-Kleines Tl».— Umcr den Linden Merkur 1624 Täglich 8". Uhr lMMW. RatsHelEerWeiSdiii Otto Friedrich Schulz MDiierstraBe tas ■ Vereinszimmer i WjmdunmdvMm- Matädx Bis zu 18 Monats Raten Berlin W8 teioziqerSlr. 1�:123 Nr. HO* 49. Jahrgang 1. Beilage des Vorwärts OicnStag, 42. April 4932 Das Martyrium des Lehrlings. eesiornan an mißhandiung.- Enlmensdiler Lehrherr hieihl straflos. Sin August 1901 beging in Auerbach!. N. ein Lehrling Selbstmord, weil er bic körperlichen und seelischen Mihlpindlungen durch seinen Lehrmeister nicht mehr ertragen konnte. Der„Vor- wärts" hatte seinerzeit den aufsehenerregenden Fall verösscnt- licht' und festgenagelt, dop der Grund zum Selbstmord des Jugend- lichcn einzig und ollein in dem völligen Versagen der A ufsichtsbc Hörden zu suchen sei, da diese mehrsach auf die Schimpf- und Prügelszencn in dieser Lehrmerkstätte und ferner noch auf die grenzenlose Ausbeutung durch l> c b c r st u n d c n bis zu m f r Ii I) e n M argen aufmerksam gemacht worden nxrr, ohne ein- zuschreiten. Der bedauernswerte Vater hatte Im Jntcressc kam- mcndcr Lehrlinge und zur Sühne für seinen Sohn Stra fontrag gegen den entmenschten Lehrherrcn gestcilt. Die Antwort des Staatsanwaltes auf die Aufforderung, aurb das Leben und die Ge- fundheit Jugendlicher zu schützen, lautet wörtlich: Beglaubigte Abschrift. 5. St. 21. 1055. 31. Nr. 1. Beschluß vom 22. Februar 1932. ..... Di« Erörterungen haben nun die Behauptungen des Vcr- trcters Scilz in Auerbach, daß sein Sohn, der 17jährige Lehrling Georg Sc iß, von seinem Lehrherrcn, dem Beschuldigten, mittels eines gefährlichen Werkzeugs oder cchcr des Lebens gefährdenden Behandlung vorsätzlich mißhandelt worden sei oder daß der Beschul- digle bei Ausübung feines Züchtigungsrcchtes etwa einmal ohne Uebcrlegung im Zorn— sonach fahrlässig— eine ernstliche Körperverletzung begangen habe, nicht bestätigt... Franke wird als tüchtiger, aber sehr strenger Lehrmeister geschildert, der seine Lehr- iinge mit Ohrfeigen züchtigte, wenn sie etwas versehen hatten. Die Gesellen und Lehrlinge l>abc» wegen der dem Beschuldigten weiterhin zur Lost gelegten Zlrbcitszeitüberfchreitungcn rürkfichtslos, der Wahrheit entsprechend, diesen belastet, so daß insoweit die Bestrafung Frankes beantragt worden ist. Der Verdacht einer unzulässigen Bc- einflussung Frankes gegenüber den Zeugen ist in keiner Weise bc- stätigr worden. Weiterhin ist aber auch das Vorliegen einer ein- sachen Körpervcrleßunn nach i; 223 des Strafgeseßbuches oder einer Pflichtverletzung noch izsf 1 27a, 148 Alst. 1 Ziff. 9 der Gewerbeordnung zu verneinen. Ohrfeigen wegen ungenügender'Arbeit find lein Mißbrauch des gesetzlichen Züchtigungsrechtes, dos übrigens im vorliegenden Falle vom Vater des Verletzten im Lehrvertrag mit dem Beschuldigten ausdrücklich anerkannt worden ist. Durch die Erörterungen ist auch nicht festgestellt, daß der Beschuldigte seinen Lehrling Seitz im iiebcrmoße gezüchtigt und hierdurch eine Gewerbe- Pflicht verletzt hätte. Richtig ist allerdings, daß Franke oftmals Schimpsworte gegenüber seinen Lehrlingen gebrauchte.. Dies ist keine Pflichtverletzung im Sinne des Ss 148 Abs. 1 Ziffer 9 der Gewerbeordnung, sondern lediglich als Beleidigung nach§ 18-5 StGB. auf'Antrag, der jedoch in» vorliegenden Falle deswegen nichr ge- stellt, strafbar..." Staatsanwaltschaft Plauen. Wendel, Staatsanwalt. Es ist also auch durch diesen Beschluß bewiesen, daß der Lehr- Herr geschimpft uich geprügelt hat. Es ist ferner nun gerichtsnotorisch, daß ein Lchrlzerr ständig mit seiner Lchrlingsquetsche lieber- stunden geschoben Izot. Aber olles das hat die Aufsichtsbehörde wohl gewußt, aber nicht verhindert. Der Lehrling Scilz hat diese Zn- stände nicht mehr ertragen können und ist darum in den Tod ge- gangen. Der Staatsanwalt sagt aber, daß die Gründe zu dem Frei- tod vorhanden waren, aber angeblich reichen sie nach der bestehen- den Gesetzgebung nicht zur Bestrajung der Schuldigen au?. Schimpf- warte und Prügel, die gehörte,, in Sachsen im Bezirk der Staats- anwaltfchoft Planen wahrscheinlich zur modernen Lehrlingserziehung. Südslawien unter Wasser. 45 091) Obdachlose. Belgrad, 10. April. Die Ileberschwcmmungen in Südstawien nehmen immer größeren Umfang an. An der S a v e sind die Dämme an drei Stellen in einer Ausdehnung von mehreren Kilometern geborsten. 3000 Häuser stehen unter Wasser, die Zahl der Obdachlosen beträgt 18 000. Auch die Donau sühri tiochwasier, so daß vcr Abfluß der Wajscrmasscn von der Save in die Donau gehemmt ist. Schälzungsweiic sind bereits mehrere hunderttausend Morgen be- bauten und unbebauten Landes überschwemmt. Am stärksten stauen sich die Fluten in der Zlähe von Belgrad bei dem Zusammenfluß der Save und der Donau. Bon Belgrad aus gesehen gleicht die Landschaft einem Meer, ans dem nur einzelne Baumgruppcn her- vorragen. KlugungLück bei Gera. Zwei Todesopfer eines Sportflugcs. Am Sonntagabend ereignete sich auf dem Flug platz Gera ein schweres Flugzeugunglück Das Sportflugzcug D 1919 des Tech- nikums Frantenhouscn am kysslstiuser stürzte aus clwa 100 Bieter hotzc ab. Der Führer Ernst T o l k s d o r f, ein Studierender des Technikums Frankcnhausen, und sein Begleiter, der Zahn- techntker R e i ch a r d t aus Gera, waren sofort tot. Das Flugzeug ging vollkommen in Trümmer. Toltsdorf war einer der besten deutschen Zungslieger und bereits mit den. Silbernen Pilotenabzeichen ausgezeichnet. Den Führerschein besaß der Bierundzwanzigjähcige seil 1928. Kesselexplosion— S Toie. Katastrophe auf einem französischen Dampfer. Paris. 10. April. Aus dem sranzösischen Dampfer„A rmand Boussea u". der sich augenblicklich im Hafen von Saigon IZndochinoj be- findet, ereignete sich am Sonnabend eine schwere Kesselcxplo- s i o n, wodurch neun Watrosen getötet und fünf schwer verletzt wurden. � Neues Bergunglück in Tirol. Fünf reichsdeutfche Skifahrer abgestürzt. Innsbruck, 11. April. Fünf Reichsdeutsche unternahmen vom G a st h o f'Alpen- rose unterhalb der Berliner Hütt« eine Skitour über den .Waxeck-. und Mösele-Glerschcr-aus dos Möfelc-Dreieck, wobei sie- ans dem vollkommen vereisten Grat abstürzten. Ein Teilnehmer, der Student.Heinrich L o d z e aus Dresden, wurde tot geborgen. Das Schicksal der vier anderen Teilnehmer sowie der genaue her- gang des Unglücks ist noch unbekannt. Die Rettung-arbciten haben sofort eingesetzt. Devaheim Prozesi nach Pfingsten. Der Devaheim-Prozcß, der die Gerichte ebenfalls mehrere Mo- natc in Anspruch nehmen wird, wird nach Pfingsten seinen Anfang nehmen. Die Große Strafkammer beim Landgericht I unter Porsitz des Landgerichtsdircktors Jasper Hot als P e r h a n d l u n g s- beginn den 1 8. oder den 20. M a i in Aussicht genommen. Atempause für die Polizei. Umzugsverbot besteht weiter.— Lockerung in Aussicht. Räch der Wahlschlacht ist nun für einige Tage auch für die Polizei wieder etwas Ruhe eingetreten. Auch die Rächt zum Montag und der ganze gestrige Tag ist ohne Zwischensällc verlausen. Zum Teil mag hierbei die erhöhte Alarmbereitschaft der Berliner Schutzpolizei beigetrogen haben, zum ander» waren die Straßen am Sonntag- abend ausfallend menschenleer. Selbst die Lokale wiesen allenthalben eine gähnende Leere aus und man kann sich das nur so erklärcn, daß der größte Teil der Berliner Bevölkerung zu 5)ausc vor dem Radio saß. um die Wahlrcsuttatc zu höre». Obgleich auch die Nacht in jeder Lcziehunz ruhig verlies— es wurden insgesamt nur II Personen wegen geringfügiger De likkc festgenommen— blieb die erhöhte Alarmbereitschaft der Berliner Schupo b: s gestern Wittag u m 12 Uhr ans- rcchterhalten. Jetzt hat wieder der normale Polizeidienst ein- gesetzt und die Polizcimannschaften. die mehrere Tage lang nicht aus ihren Kleidern gekommen sind und nur wenige Stunden Schlaf hatten, können sich der verdienten Ruhe hingeben. Die Polizei- beamten haben wieder in vorbildlicher Weise ihre Pflicht getan, die republikanische Bevölkerung Berlins weiß ihnen Dank dafür. Auch der Berliner Polizeipräsident wird voraussichtlich in einem Schreibe» an seine Polizisten seine Anerkennung zum 2lusdruck bringen. Wieder Versammlungs- und Llmzugsvertot. Wie wir erfahren, ist das Umzugs- und Versammlungsverbot mit dem 10. April wieder voll in Kraft getreten. Es ist jedoch zu erwarten, daß die gleichen Lockerungen wie in den Wochen vor dem 1. und 2. Wahlgang der Reichsprüsidenlenwahl einsetzen und bald bekanntgegeben werden. Mit ziemlicher Bestimmtheit dürste dein- nach damit zu rechnen sein, daß ab 17.'April bis einschließlich 23. April das Umzugs- und Dcinonstrationsverbot gelockert wird. so daß die verschiedenen Parteien im Rahmen der bestehenden Bestimmungen entsprechende Aufmärsche, die natürlich nach wie vor sämtlich der polizeilichen Genehmigung unterliegen, inszenieren können. Da schon in den nächsten Tagen mit einer Hochflut von Versammlungen zu rechnen ist, wird es mit der Ruhe der Schupo bald wieder zu Ende fein und es werden nochmals hohe Ansprüche an die Opfer- und Dienstbereitschaft der Beamten gestellt werden. * Der Word an dem 2Zzährigcn Kommunisten Bernhard weiß aus der Berliner Straße in Hermsdorf, der in Frohnern von einer ncilionalsozialistischen Mörderlügel aus dem Hinterholt getroffen wurde, konnte nach nicht aufgeklärt werden. KriNiinalkom- mistar Fischer, der die Nachforschungen leitet, verfolgt eine S p u r. die vielleicht'Aussicht auf Erfolg haben dürfte. Glückwunsch Berlins an Hindenburg. Oberbürgermeister Dr. Sa hm und Stadtverordnetenvorstehcr H a ß haben an den Reichspräsidenten von H r n d c n b u r g das soleende Glückwunschtelegramm gesandt:„Dem von der große» Mehrheit, des dciitschcn Bolkes wiedergewählte» Herr» Reichsprüsi- 'zieijtc.n, entbieten die herzlichen. Glückwünsche der- Reichehouptsiadt 'Oberbürgermeister' Dr.. Sahm und. Slad't'vcrordnetenvorsteher Höst" Jim ködlichc Unfälle. Auf der Straßenkreuzung Charlotten- und Behrenstraße wurde gestern nachmittag ein bisher noch unbekannter Radfahrer von einem Autobus der Linie 5 überfahren. Die Räder des schweren Fahr- zeugs gingen so unglücklich über den Mann hinweg, daß der Tod aus der Stelle eintrat. Die Leiche wurde beschlagnahini und in.■ Schauhaus gebracht.— In Niederschöncwcidc geriet der 44 Jahre alte Zlrbeiter Richard Kerb er aus der Luisenstr. 16 unter ein Lastauto. Ä. wurde so schwer verletzt, daß ev auf den, Transport nach dem Elisabeth-Hospital in Schöncweide starb. /tus dem Russischen übertragen von Werner Bergengruen. Tjurin wurde ganz grün vor Schrecken. Er lächelte schüchtern und flehentlich, und dies Lächeln glich der Grimasse eines Hundes, der im nächsten'Augenblick niesen will. „Du sollst springen, du Sau! Sonst schmeiße ich dich in die Grube!" Tjurin weiß, daß er zu dieser Uebung nicht gezwungen werden darf und daß er sie in seinem ganzen Leben nicht zustande bringen wird, und darum bleibt er ruhig stehen. Der Zugführer wird wütend: „Gehorsamsverweigerung? Du willst wohl vors Kriegs- gericht, du Hundesohn? Spring!" Tjurin schüttelt sich, die Beine wollen unter ihm ein- knicken. U.nter dem Geschrei des �Zugführers, dem unwillkürlichen Gelächter der Soldaten, den anfeuernden Pfiffen und Hctzrufen nimmt er seinen Anlauf, läuft bis zum Rande des Sprungbrettes und bleibt dort wie angewachsen stehen Er atmet schwer, sieht ängstlich in den Abgrund zu seinen Füßen und zieht sich dann langsam von der Absprungstcllc zurück. Aber der Zugführer läßt nicht nach: „Los, du dickbäuchiges Aas! lind wenn du krepierst— Die wringst! Hopp!" lind Tjurin nimmt von neuem seinen Anlauf, loitst bis an den Rand des Sprungbrettes, stößt sich ab und wälzt sich gleich darauf mit lautem Plantschen im schmutzigen und stinkenden Wasser. Für einen Augenblick taucht er unter, dann erscheint sein Kopf ohne Mütze wieder an der Ober- fläche. Die anderen strecken ihm die Hände entgegen und ziehen ihn heraus. Ganze Ströme trüben Wassers fließen an ihm hinunter, sein verstörtes Gesicht trieft von Schmutz, die Estiefel quatschen. Der Dienst nimmt seinen Fortgang. Mit Sonnenuntergang läßt die Hitze plötzlich noch. Es ist bald neun Uhr. Die Hornisten blasen den Zapfenstreich, darauf das Signal:„Zum Gebet!" In allen Kompanien kommandieren die Unteroffiziere vom Dienst:„Zum Gebet!" und:„Mützen ab!" Nach dem obligaten Vaterunser und dem ebenso obligaten Gebet für den Zaren bläst der Hornist zur I 'Rückkehr in die Zelte. Aber der unersättliche Feldwebel vcr- sammelt die Kompanie im Kreise um sich und läßt sie singen. Es ist schon dunkel, als die Singerei endlich ein Ende ; hat. Alles Hostel davon, um endlich zu seiner Ruhe zu kommen. Hn jedem Zelt schlafen acht Mann. Es ist stickig. Slbcr wenn man nur den Zeltrand ein wenig hebt, um frische Luft hereinzulassen, dann erhebt sich sofort ein Protest- geschrei; es sei viel zu kalt. Also läßt man es. Im Offizierskasino spielt die Regimentskapelle. In der großen hölzernen Baracke, die hinter der Zeltreihe liegt, ist es hell und laut; es riecht nach guter Küche, man hört ver- gnügte Stimmen. Ich habe Lust, noch ein wenig Musik zu! höre». Ich gehe also auf das Kasino zu und setze mich im! Dunkeln auf ein paar zusammengelegte Bretler an der Rück- wand der Kasinobaracke. Plötzlich steht jemand vor mir. Ich'fahre aui und erkenne einen unlängst aus seinem Petersburger Garde- regiment wegen Trunksucht und sonstiger Ausschreilungen strafweise zu uns versetzten Ossizier. Hochgewachsen, gut- gebaut und hübsch, war er im Grunde eine sympathische Er- scheinung und in normalem Zustande auch gerecht und ohne Härte. Sobald er jedoch betrunken war, fing er an zu toben, zu schimpfen, zuzuschlagen, Geschirr zu zertrümmern, und dann hatte seine Umgebung Mühe, ihn zu bändigen und nach Hause zu schaffen. Ich war aufgesprungen, aber zur Flucht war es schon zu spät. Er trat ganz nahe an mich Heran und hauchte mir seinen AlkoHnlaiein entgegen: „Wa... was willst d— du hier? Na??lntworrttt! Na?" „Ich höre mir die Musik an, Euer Wohlgeboren." „Wa— as?... D— d— die M— m— musik? D— d— du A— a— s! W— w— willst wohl vors Krrriegs— hupp!— Krrriegsgerricht? Willst d— du n— nicht auch t— tanzen? Sch— sch— schwei— hupp!— schweinehund! Wwillst du n— nicht auch ein M— mädchen? W— was?" „Nein, Euer Wohlgeboren." „11— u— und wa— warum n— nicht? Ach, Sch— schnauze halten!" Zwei Minuten stand er still, nur mit Aufstoßen beschäftigt. Dann fing er wieder an: „Du k— kommst noch diese Nacht vors Krriegsgerricht! Da kriegst du Mu— musik genug. Und M— mädchen. lind alles. Morgen früh hängen sie dich auf. Verstanden � Antwworrt!" „Zu Befehl, Euer Wohlgeboren!" Ich stand, ohne mich zu rühren, in vorschriftsmäßiger Haltung vor ihm. Er geriet immer mehr in sein besoffenes Geschwätz hinein, torkelte, bekam den Schluckauf, vergriff sich iit deit Worten und verlor zuletzt endgültig den Redefaden. „Nimm Abschied vom Leben, hörst du? Was soll das... be— be— deuten? Gehorsamsverweigerung?" Er griff nach dem Säbel, Ich iprang ctiua drei Schritte zurück. In seiner Hand blitzte die entblößte Klinge. Im gleichen Augenblick rannte ich aus allen Kräften los und auf die Zelte meiner Kompanie zn. Der betrunkene Offizier lies mir nach und brüllte wie ein Irrsinniger: „Halt! Halt! Halt oder ich schieße! Fangt ihn! Halt!" 2luf diese Alarmrufe hin begannen die Unteroffiziere vom Dienst in allen Kompanien zu pfeifen, aber ich rannte weiter und erreichte zusammengeduckt unsere Zellreihe. Im ganzen Bataillonsbezirk wurde es laut. Der Offizier fuchtelte mit seinem Sälicl herum und verlangte vom Dienst- habenden die Auslieferung des„Staatsverbrechers",„Spions' und„Verhafteten". Der Regimcntsadjutant und der Offizier vom Regimentsdicnst wurden herbeigerufen, und es gelang ihnen mit vieler Mühe, ihn zu entwaffnen und nach Hause zu schaffen. Später wurden alte Kompanien befragt, aber ich zog es vor, mich nicht zu melden. Es war sicherer. Ich würde viel leichk weiß Galt welches Verbrechens schuldig befunden werden. Auf einem kleinen Hügel hinter dem Lager findet sich nach dem Dienst die ganze ukraimsche. Gesellschaft unserer Kompanie zusammen. Wassilenko. Rodin. Tschubar. Nis6)tschcnko, Vyllin und andere. Sie futtern ungeheure Mengen von Sönnenblumcnkernen, und wem: sie dos nieder getretene Gras rings herum mit den Hülsen vollgespuckt haben, dann fangen sie an zu singen. Der stupsnäsige, breit- knochige Bylin stimmt an. Heute hat Bylln von Hause ein Zwanzigpsnndpaket Speck bekommen. Ein Stück, das nicht mebr ganz frisch war und schon etwas roch, hat er unter die Landsleute verteilt. Im Zusammenhang damit gab er ihnen allerband Prophezeiungen gastrischer Natur zum' besten, lachte herzhast und wurde immer aufgeräumter.(Fortsetzung folgt.) Gäbet im Kreuzverhör. Sie schönen Tage mit XSklareks in Misdroy. Im Sf larek-Prozeß wurde die Zeugenvernehmung über die Zuwendungen sortgesegt. Zunächst wurde Obennagistratsrat Clsmentz noch einmal über einen Borfall im Jahre I92L gehört. Der Zeuge hielt sich damals im Ostseebad Misdroy auf, wo er Leo Sklarck und den Angeklagten E ä b e l zufällig traf und wo auch choffmann, der im Ostsecbad Zinnowitz im Ferien- aufenthalt war, plötzlich hinkam. An einem Abend sei inan in einem Cafe zusammengewesen, und a» dem Zusammensein habe mich Obennagistratsrat Ziethen teil- genommen. Dieser schilderte dann als Zeuge selbst das Zusammen- zreffen. Man habe Stadtrat Gabel mrt Leo Sklarek, den der Zeuge nicht kannte, im Strand-Case getroffen. Gabel habe sofort mehrere Lagen Kognaks bestellt und sich sehr srcigiebig gezeigt, ebenso Leo Sklarek. Der Zeuge Ziethen bekundete, daß er Gabel mit Leo Sklarck dann später Arm in Arm aus der Kurpromenade gesehen und sich darüber gewundert habe, weil Gäbel Kommunist war und Lea Sklarek deVAkiridruck eines typischen Vertreters der Bour- geoisie gemacht habe. Ob der Aufenthalt Gäbels in Misdroy van Leo Sklarek bezahlt worden sei, vermochte Obermagistratsrat Ziethen nicht zu sagen. Der Vorsitzende verlas sodann ein Schreiben von Frau Gäbel, die als Zeugin aussagen sollte, aber erklärte, daß sie lörperlich und seelisch nicht in der Lage jai, vor Gericht zu erscheinen, und deshalb von ihrem Zeugnisverweigerungsrecht Gebrauch mache. Zu einer dramatischen Episode kam es dann, als der Vorsitzende plötzlich an den Angeklagten Gäbel die Frage richtete: „wollen Sie jetzt den Visam-Ailantel zugeben?" Giibel wich zuerst aus, der Vorsitzende hielt ihm aber vor:„Der Mantel ist ja beschlagnahmt worden und es würde vielleicht für Sie sehr unangcnehn, sein, wenn die Empfängerin hier als Zeugin erscheinen müßte." Gäbel gab hierauf den Empfang des Mantels zu� verweigerte nbcr darüber die Aussage, ob ihn die Dame empfangen hätte, die ihn noch Paris seinerzeit begleitet hatte. In der lUachmittagfsitzung wurde in der Vernehmung der Zeu- gen über die Zuwendungen an die angeklagten Becmüen fortgefahren. Die Zeugin Fräulein Bartels, eine frühere Angestellte der Sklareks, bekundete, daß für den angeklagten Stadtrat Gäbet der DeNnaine„G a b r i e l" benutzt wurde und daß an dessen Adresse nach Karlshorst verschiedene Sendungen, u. a. Garderobe für seine Frau, geschickt wurden. Ueber die Bibliothek, die Gäbel von den Sklareks erhalten und die lövl) M. kostete, wurden die Inhaber der betreffenden Firma gehört, die übereinstimmend bekundeten, daß iwch der Verhaftung der Sklareks Frau Gäbel gekommen sei und 1000 iDfc zur Einlösung der von Leo Sklarek in Zahlung gegebenen Wechsel bezahlt habe. Sie habe dabei betont, daß ihr Manu nichts davon gewußt habe, daß der Bücherschrank durch die Sklareks be- iorgt wurde. Eine andere srichere Angestellte der Sklareks, Fräu-- lein B e h m a t, schilderte, daß Frau Schmitt, Frau Hossmann, Frau. Gäbel und die Frau des Stadtbankdirektors Schröder ihre Einkäufe in Garderobe bei den Sklareks tätigten und dabei so verwöhnte An- spräche zeigten, daß nicht die ÜDG.- Sachen genügten, sondern von Gerson, kerslen u. Tulteur und Arnold Müller geHoll werden mußten. Aus der Bekundung der Zeugin ging ferner die bisher nicht belamite Tatsache hervor, daß Stadtbankdirektor Schmitt auch einen Teppich von den Sklareks erhalten hat. Fräulein Behinak hatte auch Frau Hoffmann den Nutria-Pelz vorgelegt, der von Gerson geholt wurd<, nachdem die anderen Pelze ihr nicht gefielen. Die Zeugin meinte, daß der Pelz bei Gerson 3000 bis 4000 M. ge- iostet habe. Hoffmann wurde er mit 800 M. von den Sklareks in Rechnung gestellt.'--->'.•»>"-> Verstärkte Werbung der»Volksfürsorge*. 44 581,10 Mark zahlte die Rechnungsstelle Berlin der„Volts- iiirforge" on die Hinterbliebenen der im 1. Quartal verstorbenen Versicherten aus. In dem gleichen Zeitraum stellten 1903 Personen in Berlin Anträge auf eine Lebensversicherung bei der„Volks- fürsorge". Die letzte Zisfer ist in, Vergleich zur Einwohnerzahl Berlins unter gleichzeiliger Berücksichtigung des verhältnismäßig geringen Versicherungsbestandes viel zu niedrig. Um diese unerfrcu- liche Tatsache zu ändern, wird in den nächsten Wochen und Moimten die Außenorganisation für Berlin ergänzt und umgestellt. Durch persönliche Fühlungnahme, Empfehlung, Plakateaushang usw. suchen wir 50 Kassierer und 150 Werber, die ehrenamtlich für das Vcrsicherungeunternehmen der Gewerkschaften und Genossen- schaffen, die„Bolksfürsorge", tätig sein wollen. Wir hoffen durch die Verteilung der Arbeit auf viele Schultern die zweifellos noch in großem Maße vorhandene Erfolgsmöglichkeit besser ausnutzen zu können. Heute hat die,„Volksfürsorge" 2 200 000 Versicherte.' Das ist ein verheißungsvoller Ansang. Es muß nun unsere Ausgabe sein, den Bestand zu vervielfachen. Die Möglichkeit dazu ist in Anbetracht der großen Zahl von werktätigen Menschen durchaus vorhanden. Wer uns dabei helfen will, teile das sofort der Rech- niingsstellc Berlin, Abteilung Organisation, S. 42, Ritterstr. 126, mit. 3ii Krankenhäusern und Ansiolten sollen Stimm bezirke gebildet werden, wenn mehr als 75 Wahlberechtigte vorhanden sind. Rälseiraien um die van Qoohs. Die Sachverständigen in dem spannenden Bildertaischungsprozea. Der Prozeß des Kunstmalers Wacker verliert keinen Augen- blick an Spannung. Der Kampf um seine van Goghs hat den Höhe- punkt nahezu erreicht. Heute beginnen die S o-ch verständigen- g u t a ch t c ii. Gestern kam es bereffs zum heftigen Vorgoplänkel. Man erhielt interessante Einblicke in das sonst in der Oeffentlichkeit wenig bekannte Kunsthändlermilieu. Im Wacker-Prozcß wie in jedem Bildfälscherprozeß sonst spielen eine wichtige Rolle die sogenannten Expertisen, das sind Gutachten von Sachverständigen über die Echtheit. Für solche Gut- achten besteht eine Taxe je nach den Kunstsachoerständigen. In der Wacker-Asfäre spielten die Gutachten des Holländers de l a F a i l l e und des Deutschen Meycr-Gräfe eine entscheidende Rolle. Auf ihre Expertisen hin wurden für die van Goghs große Summen gezahlt. Der Wacker-Standal wurde für sie auch eine persönliche Blamage: sie mußten beide anerkennen, daß sämtliche Wacker-Bilder gefälscht waren. Beide, Meyer-Gräse wie de la Faille, schilderten, wie sie Wacker beschworen haben, den mysteriösen Russen nanchoft zu machen. Rteyer-Gräse stellte Wacker eines Tages ein Ultimatum: entweder er nennt den Russen, oder die Sache wird in die Oeffentlichkeit gebracht. Wacker ging mit ihm auf sein Büro in der Zimmerstraßc. hoffe einen Brief hervor, bog die Anschrift nuch hinten und gab Meyer-Gräse den Inhalt des Briefes zu lesen. Der Brief war in der Art gc- schrieben, wie sie Russen eigentümlich ist, und handelte von van Gogh. Meyer-Gräse bat Wacker um Vexzethung, der Tränen in den Augen Haffe. Auch de la Faille bestürmte Wacker, den Russen zu nennen. Obgleich sein Vertrauen bereffs erschüttert war, begut- achtete er weffer die Wackerschen Bilder als echt. Aus der Uucchthcff einzelner Bilder war eben noch nicht die Unechtheit aller anderen zu folgern. Es gibt unechte van Goghs in Mengen, sagt de la Faille. Seine Landsleutc S ch e r j o n und B r e m m e r bestätigten das. B r e m m e r ist gewissermaßen der Herold des Malers van Gogh, er besitzt selbst eine Sammlung von 70 van-Gogh-Ge- m ä l d e n und Zeichnungen und ist der Ansicht, daß die Herkunst eines Bildes für die Entscheidung über dessen Echtheit vollkommen ohne Belang sei. Ban Gogh hat eine Unzahl vvn Bildern verschenkt. Cr hat zum Beispiel eine Menge seiner französischen Bilder seinem Pariser Leinwandlieseranten als Bezahlung hinterlassen. Es gibt in Holland große Sammlungen von van Goghs, von denen niemand eine Ahnung hat. Der Zeuge Scherjon will erst vor wenigen Tagen oan Goghs Werke aus der Brüsseler und Antwerpener Zeff entdeckt haben. Sowohl dieser Holländer als auch Bremmer halten etwa 8 bis 9 von den Wackerschen oan Goghs für echt. Scherion ha'."» sogar einen oan Gogh für 20 000 Mark von Wacker getauft, obgleich de la Faille ihn für gefälscht erklärt haffe. Der Äunstschrifffteller R o s e n h a g e n hat gleichfalls Wackcrschc Bilder begutachtet. Auf Beranlassung des Verteidigers erzähff er, wie vor einigen Jahriti in Amerika eine große Sammlung von Böcklinschcn G«< m ä l d c n entdeckt wurde, die, obgleich von einem Baseler Professor für gefälscht erklärt, von Geheimrat Justi für echt gchal» t c n und teilweise für die Nationalgalerie erworben wurden. Man sieht, es ist gar nicht leicht, sich zu entscheiden, ob salich oder echt. Man darf darauf gespannt sein, wie die deutschen Kuny- sachverständigen sich zu den von den Holländern als echt bezeichneten van Goghs stellen werden. Llmsahsteigerung im Konsum. Konzentration der Warenhausabteilungen. Die Konsumgenossenschaft Berlin und Umgegend hat im März ihren Umsatz erhöhen können, obwohl die Kaufkraft der Per- braucher durch Erwerbslosigkeit und Kurzarbeit, durch Lohn- und Geholtsabbau ungeheuer geschwächt ist Der Gesamtumsatz betrug 4 214 077,66 Mark, was gegenüber dem Vormonat eine U in- satzsteigerung von 8,8 P r o z. bedeutet. Selbst in Berück- sichtigung dessen, daß das Osterfest mit seinem größeren Bedarf in den Monat März fiel, ist unter den gegenwärtigen Verhältnissen ein solches Ergebnis als günstig zu bezeichnen. In den zurückliegenden neun Monaten des laufenden Geschäftsjahres(Juli ISZI/März 1932) wurde ein Umsatz von 45893199.4? Mark erzielt. Die konsumgenossenschaftliche Sparkasse konnte im Laufe des Monats März 329 neue Sparbücher ausstellen und 467 935,97 Mar? Einzahlungen verbuchen. 574 Haushaltungen schlössen sich im März der konsumgenossen- schaftlichen Verbraucherorganisation in Berlin an: der Mit« gliederbcstand am Ende des Monats betrug 20l 119. Ende des Monats März wurden die Warenhäuser Reinickendorfer Straße, Brunnenstraße und Frankfurter Allee mit dem Warenhaus am Oranienplatz vereinigt, das auf Grund seiner künftig bedeutend eweiterten Räumlichkeiten in der Lage ist, den Mitgliedern eine erheblich größere Auswahl als bisher in ailen Gegenständen des täglichen Bedarfs sowie in Bekleidungs- und Haushaltyngsartikeln zu bieten.. Lösegeld für Lindbergh-Kind bezahlt. Wie„United Preß" von zuverlässiger Seite erfährt, ist das von den Entführern des Lindbergh-Kindes geforderte Lösegeld be- reits bezahlt, das Kind aber den Eltern bisher noch nicht zurückgegeben. Lindbergh hat eins Erklärung veröffentlicht, in der die Meldung der„United Preß" weder bestätigt noch als falsch erklärt wird. Die Höhe des Lösegeldes ist nicht angegeben worden, wahrscheinlich beträgt es entsprechend früheren Angaben 50 000 Dollar, Da nun aber die Zahlung in Bantnoten erfolgt ist, deren Nummern selbswerständkich notiert worden sind, so sollen wie verlautet, die Räuber des Kindes Lindberghs verlangen, daß die Zahlung des Lösegeldes in einer Weise erfolgt, die der Polizei für spätere Ermittlungen keine Handlzabe liefern kann, also nicht in Banknoten. Lindbergh, der die Verhandlungen mff den Räubern seines Söhnchens wieder aufzunehmen wünscht, soll bereit sein, die bezahllen Banknoten, die durch die Veröffentlichung der Nummern wertlos geworden sind, d u r ch Go l d zu ersetzen. Unterdessen haben die New-Aorker Zeitung„Daily News" eine Prämie von 50 000 Dollar für jede Meldung ausgesetzt, die zur Auslieferung des Kindes bis zum 10. Mai führen könnte. Erobert Preußen! Unsere nächsten Veranstaltungen: Dienstag, den 12. April: 4. Kreis— Prenzlauer Berg. 19'A Uhr in dar Schulaula, Gieirn- straße 46, öffentliche Kundgebung. S.Kreis— Spandau. 1914 Uhr in der lubiläumsturnhalle, Moltke- straße, öffentliche Kundgebung. 99. Abt.— Britz. 19)4 Uhr, öffentliche Kundgebung bei Becker, Chausseestr. 97. lOSa. Abt.— Cöpenick. 19)4 Uhr, öffentliche Kundgebung im Lokal Seidler in Uhlenhorst. Karstadt, Joseph& Co., Epa. 19)4 Uhr im Gartensaal von Kliems Festsäle, Kundgebung der Angestellten und Arbeiter. Mitwirkung des Neuköllner Sängerchors, Politisches Kabarett „Rote Rotte". Referent: Karl Ulke, MdR, Uedor der Arbeit, gesungen von Richard Klswltz, am Klavier begleitet von Dr. Herberth Bcichspoat-Zenlrdiatnt. 16>4 Uhr bei Pirvger, Tempelhof, Dorf- straßs 50. Betriebsfremde haben keinen Zutritt. 112. Abb— Rahnsdorf, Wilhelmshagan, HessenwinkaL 19 A Uhr im Lokal Sturm, Wilhelmshagen, Wilhelmstr. 16.„Eiserna- Front-Veranstaltung". Referenten: Dr. Richart Mlschler, Siegfried Aufhäuser, MdR., Hermann Harnisch, MdL., Erik Nölting. MdL., Karl Litke, MdR., Max Heydemann, Erich Kuttner, Mr" Mittwoch, den 13, April; 106. Abb— Johannisthal. 19)4 Uhr in der„Autoklause", Fried- richstr. 6, öffentliche Kundgebung. 151. Abt.— Niederschönhausen. 19)4 Uhr im Schloß Scfiön- hausen, öffentliche Versammlung. Bergmann SecstraDe. 16 Uhr im Schrader-Haus, Liebenwalder Straße 36. Betriebsfremde haben keinen Zutritt. Spinnstoff-Fabrik Zehlendorf, ZeiO-lkon Filmwerk, Sondlingcr Optische Werke, Gustav lohse, Coedicke, Bitumuls, Teltower Kunststein-Werke, Deutsche Asbest-Werke, Bio-Malz- Patermann- 16)4 Uhr im„Weißen Schwan", Teltow, Ruhls- dorfor Platz,„Die Gewerkschaften im Abwehrkampf gegen den Faschismus". Lufthansa, Papag, Spondauer APü-Arbeiier. 16); Uhr im Lokal Richter, Staaken, Spandauer Straße 112. Oranstaln& Koppel 16)4 Uhr Im lokal„Alpanfranr",„Efsemo- Front-Kundgebung". Referent; Emil Barth. Referenten; Luise Kehler, MdL, David Steiler, Harmann Harnisch, MdL., Dr. Richart Mischler, Karl Weiner, MdL, Georg Klaussner, MdL. Infolge des Raubes von Lindberghs kleinem Kind hat sich vieler reichen amerikanischen Familien panische Furcht bemächtigt. Auch der New-Aorker TextUindustrielle Waldemar Rukins lebte in ständiger Angst, daß man ihm sein achtjähriges Söhnchen rauben könnte. Er hieff den Jungen fett Wochen in einein vergitterten Zimmer eingesperrt, ließ ihn durch Detektive bewachen und saß selbst stundenlang mit geladenem Revolver vor der Tür. Wiederholt erklärte er:„Ich halte diese Oual nicht länger aus." Schließlich brach er zusammen und sagte sich eine Kugel in den Kopf. Man iand ihn tot vor dem Tür des Zimmers auf, in dem sein Junge schiies. Täglich Planetarium. Mit einer gleichbleibenden Hartnäckigkeit werden neuerdings Gerüchte verbreitet, daß das Planetarium am Zoo oc- schlössen werden soll oder schon geschlossen sei. Die verhäffnismäßig geringen Mittel, die für den Betrieb zur Verfügung stehen, machen es naturgemäß unmöglich, eine so starke Werbung für die einzekneii Veranstaffungen vorzunehmen, wie das an sich wünschenswert und vielleicht erforderlich wäre. Das Planetarium arbeitete in dem letzten Jahr in bewährter Weise. Deronstaltungen finden täglich außer Montag um 3, 5, 7, 3 Uhr statt. Zur Zeit läuft der sehenswerte Film„Dölkerschicksale". Aschenregen über Buenos Aires. Buenos Aires, 11. April. lieber der Stadt ist ein ungeheurer Aschenregen niedergegangen. Man hat bisher niemals eine solche Erscheinung beobachtet und nimmt an, daß es sich um Begleiterscheinungen des Ausbruchs eines 3166 Kffometer entfernt an der chilenischen Küste gelegenen Vulkans handelt. Halbmast! In„Angriff" vom Montag stand zu lesen:„Alle national- sozialistischen Berliner zeigen daher heute zur Feier unseres Sieges noch einnial die Hakenkreuz- Flaggen. In allen Straßen Berlins muß heut« unsere Fahne wehen!" Wir entdeckten, daß diese Parole befolgt wurde. Auf dem turur- artigen Aufbau des Hauses Ecke Kreuzberg- und Belle-Alliance- Straße sahen wir gestern eine große Hakenkreuzslagge. Sie wehte — halbmast! Zur Feier des„Sieges". Hitlerlandsknechte über fallen Wohlfahrtsempfänqer In Rudelsdorf, Kreis Großwartenberg, wurden türzlich einige als unpolitffch bekannte W o h l f a h r t.s- e m p f ä n g c r, die sich auf dem Nachhauseweg vom Arbeits- amt in Großwartenberg befanden, ohne jeden Anlaß von ungefähr 50 Nazis überfallen und auf das schwerste mißhandelt. Der Wohl- fahrtsempfänger L e o w s k y wurde schwer verlegt. Männer und Frauen! Erscheint in Massen! Wegen umfangreicher Unterschlagungen beim Arbeitsamt Ost verurteilte das Schöffengericht Berlin-Mitte vier frühere kausmän- nische Angestellte zu je 1 Jahr 3 Monaten Gefängnis und den mehr- fach vorbestraften Alfred Wopp zu 1 Jahr 6 Monaten Gefängnis. Fünf weitere Angeklagte wurden freigesprochen. Die Luther-Attentäter erst heule vor dem vernehmungsrichler. Die Urheber des Anschlags auf Dr. Luther, Dr. Rössen und K e r s ch e r, werden erst am heutigen Dienstag dem Vsrnehmungs- richter vorgeführt werden, nachdem sich gestern die abschließenden Ermittlungen gegen die Attentäter verzögert hallen. Einer der alten Garde. Der Genosse Gotffieb Jank, Berg- straße 63, 1. Abteilung, begeht heute seinen 86. Geburtstag. Seine Mitgliedschaft datiert von 1893. Solange ist er auch treuer„Vor- wärts"-Leser. Noch heute ist Gottlieb Jank bei jeder Versammlung, Demonstration und besonders bei der Flugblattverbreitung anzu- treffen. Vor zwei Jahren Hot er seine Lebensgefährtin verloren, die die vielen Jahre mit ihm für den Sozialismus gestrebt hat. Heute lebt er nun allein von der kargen Invalidenrente. Wir wünschen ihm von Herzen noch einige srohe Jahre seines Lebens- abends. 00'&S11-70 parieinachnchien MMsür Groß-Berlm Kiu�eudungen fm ölcjc Stnbril find stet» an das Dczirkssetretariat Berlin SD 68. Lindeustratze 3. 2. Hof. 2 Treppen rechts, zu richte« Beginn aller Veranstaltungen 19% Uhr, sofern keine besondere Zeitangabe! ZZ. Rreis. Ächtung! Alle Genossen, die Filmkarten zum Verkauf erhallen haben. werden dringend ersucht, d'e Karten, ftir welche keine Absatzmöglichkeit mehr besteht, schnellstens ,'n Genossen Hagedorn, Mariendorf, Königstr. 42�, milct�ugeben, da in verschiedenen Bezirken äußerst starke Nachfrage besteht. Maifeier! Für die erwerbslosen Genossen stellen die Bezirksführer Aus- weise aus, die an der Kas.e gegen Eintrittskarten eingetausdjt werden. Eintrittskarten gehen den Bezirksführern in den nächsten Tagen zu. 24. Abt. Heute. Dienstag, 12. April, außerordentliche Funktionärsitzung bei Rösner. Erscheinen sämtlicher Funktionäre ist Pflicht. -<7. Abt. Heute, 26 Uhr. Funktionärsitzung. 86. Abt. Heute, 26 Uhr. Zusammenkunft der erwerbslosen, schreibgewandten Genossen, die die Wählerlisten abschreiben, bei Görlitz. Chausseestr. 16. 127. Abt. Heute, 26 Uhr, Funktianärsitzung bei Schiebe, Berliner Straße. 128. und 129. Abt. Heute, 20 Uhr, Arbeitskreis junger Genossen. Funktionär- Versammlung im Ougendhcim Görschstraße. IRorgcn, Mittwoch. 13. April: 2. Kreis Tiergarten. Achtung, Erwerbslose! Alle erwerbslosen Parteigenossen werden zu der am Mittwoch, denr 13. April, in den A�mintushallen. Bremer Str. 73, stattfindenden geselligen Zusammenkunft hiermit herz. lichst eingeladen. Es findet ein sehr gutes Konzert statt. Parteimitgliedsbuch und Erwerbslosenkarte legitimieren. Bitte recht pünktlich zu erscheinen. 9. Kreis. Im Biktoriagarten, WUHelmsauc 114, K-reismitgliederoersammlung. ,'Erobert Preußen." Referent: Erich Kuttuer, M. d. L. 19. Kreis. Die Mitglieder aller Abteilungen besuchen am Mittwoch die Äund- gebunH im„Schloß Schönbausen", Niederschönhausen, Lindenstr. N. Näheres siehe im Kalender der öffentlichen Veranstaltungen. 2. Abt. Die Zahlabende fallen zugunsten der öffentlichen Kundgebungen am Donnerstag aus. Z. Abt. 3m Saal 1 des Gewerkschaftshauses Mitgliederversammlung.„Cr- obert Preußen." Referent: Arthur Crispien, M c>. N. 19. Abt. 20 Uhr Mitgliederversammlung im Lokal Patzenhofer. Turmstr. 26. „Erobert Preußen." Referent: Siegfried Rosenfcld, M. d. L. 14. Abt. Kahlabende in den bekannten Lokalen. I.u Abt. Zahlabende in den bekannten Lokalen. 16. Abt. Zahlabende in den bekannten Lokalen. 17. Abt. Zahlabende in den bekannten Lokalen. 22. Abt. Zahladende in den bekannten Lokalen. 23. Abt. 3n den bekannten Lokalen Zahlabende mit gleiSiem Bovtrag. „Zwischen den Wahlen." 2-�. Abt. 20 Uhr Pasteurstr. 44— 46, Zusammenkunft jüngerer Parteimitglieder. ..Der Krisenkongreß." 39. Abt. Mitgliederversammlung im Baugewerkshaus Großbeerenstr. 96. Be- richt vom Bezirksparteitag. 39a. Abt. Zahlmorgen um 5 Uhr im Markgrafeneck, Markgrafen- Ecke Dessel- straße.„Erobert Preußen." Referent: Max Fechner, M. d. L. 41. Abt. Zahlabende in den bekannten Lokalen. Einteilung der Wahlarbeit für die Preußenwahl. 42. Abt. Zahlabende tn den bekannten Lokalen. 43. Abt. Zahlabenbe in den bekannten Lokalen. 4L Abt. Mteilungsversammlung in der Schulaula, Mariannenstr. 47. Ref. Siegfried Leo:„Der Kampf um Preußen." 43. Abt. Zahsabende in nachstehenden Lokalen: 1. Gruppe Rud�n bei Schntfch, Forster Str. 9; Ref. Gonosse Katzenstein:„Der Weg zur Macht." 2. Gruppe Hoch bei Winzier, Reichcnberqcr Str. 1i»i. 3. Gruppe Kinski bei Minnig, Lausttzer Str. 49: Ref. Dr. Eberlein:„Was ist Marxismus?" 4. Gruppe Groß bei Sommer, Wiener Str. 26; Ref. Dr. Otto Benecke:„Die De- dentung der Preußenwahlen." 46. Abt. Zahlabende in folgenden Lokalen: Wallentyn, Görlitzer Str. 72; Adam, Lübbener Str. 30; Meister, Schlasifche Str. 3; Eichholz, Euvrnstr. 23: Ehwilkowfll, Taborfy:. 7. 47. Abt. Zahlabende� wie folgt: W./83. Stadtbezirk bei Rorerius. Adalbert- straße 19; Ref. Hans Marx. 97. Stadtbezirk bei Lier. Neurnrnstr. 9; Ref. Genosse Eichberg. 98. Stadtbezirk bei Siedentopf. Muskaucr Str. 35; Ref. Genosse Rohde. 99..109. Stadtbezirk bei Taube. Manteuffelstr. 8; Ret. Günther Scheele. 101. /10a. Stadtbezirk bei Lehmann, Muskauer Str. 1, Ecke Zeughofstraße: Ref. Otto Albrccht. 59. Abt. 20 Uhr, Mitciliederversammlung im Neuen Ratskeller, Potsdamer Straße. Ref. Dr. Alfred Gurau:„Politische Lage— Preußenwahlen." 62. Abt. 20 Uhr, Abteilungsversammlung bei Marfand,„Heidekrug". Bericht vom Bezirksparteitag, Parteiangelegenheiten. 74d Abt. 20 Ubr, Mitgliederversammlung bei Stockmann, Machnowcr Str. 2. Ref. Robert Breuer.:„Unser Kampf mn Preußen." 76. Abt. 20 Ahr. Mitgliederversammlung bei Schilling. Königin-Luise.Straße, am U-Bahnhof Dahlem. Dorf. Ref. Hans Franke:„Kamvf um Preußen." 7V» Abt. 20 Uhr, Mitgliederversammlung, Bericht vom Be-irksparteitag. 81. Abt. 20 Uhr, außerordentliche Mitgliederversammlung bei Klabe, Handierv-- straße 60 61. Ref. Robert Schmidt, M. d. R.:„Zwischen den Wahlen." 82. Abt. 20 Uhr, Funktionärsitzung bei Schellhase 84. Abt. 20 Uhr, Mitgliederversammlung bei Lebmann, Kaiser-Wilhelm- Straße 29�31. Ref. Mar Fechner, M. d. L.:„Zwischen den Wahlen." 30. Abt. 20 Uhr, Zusammenkunft jüngerer Parteimitglieder hei Jahn. Fulda. Ecke Weserstraße. Kurzreferate:„Deutschlands politische Parteien und ihre Stellung zur SPD." VI. Abt. Zusammenkunst der jüngeren Patteimitglieder bei Palm, Mainzer- Ecke Bieb riebst roßc. Res. Genosse Svieckermann:„Brauu—Severing." 39. Abt. Zahlabcnde: 154.'IöÖ. Bezirke in der Idcolballe. Hannemannstr. 42. Ref. Georg Rküller:„Erobert Preußen." 156., 157., 158. und 159. Bezirke bei Tristram, Bürqerstr. 48/49. Ref. Gottlieb Reese:„Erobert Preußen." ?9-t Abt. Zahlabende fallen aus. 114. Abt. Mitgliederversammlung im Looenkasino, Knorrpromenade 2. Ref. Dr. Theodor Cassau:„Erobert Preußen." 119. Abt. Zahkabende: bei Klucke, Scheffelstr. 10. Ref. Genosse Drunsel:„Er- obert Preußen": bei Schmidt, Landsberger Ehaullee 11. Ref. Kurt Schrödter: „Erobert Preutzsn": bei Wegener, Frankfurter Allee 238, Ref. Bruno Lösche: „Kampf um Preußen." 122» Abt. 20 Uhr, Mitgliederversammlung bei Kindscher. Cöpcnicker Str. 165/167. Ref. Dr. Paul Krisch«:„Die Schule in Preußen." 123. Abt. Mitgliederversammlung in der„Schützenklause", Hönower Straße 3. Ref. Max Hepdemann:„Wie diskutiert man mit dem politischen Gegner über die Preußenwahlen?" 124» Abt. Zahlabende in folgenden Lokalen: Mahlsdorf.Ort bei Anders, Bahn- hofstr. 35/37, Ref. Heinrich Iakubowicz: Mahlsdorf-Höhe bei Zakob, Lemke str. 150, Ref. Kurt Großmann: Siedlung Teil I im„Nordstern", Hönower Str. 49, Ref. Arthur Richter; Siedlung Teil II bei Schmidt, Marienburger Str. 8, Ref. Kurt Lücke. Thema allen Abenden:„Er. obert Preußen." 125. Abt. Zahlabende: bei Stärke, Tassostr. 16, Ref. Alfred Markwitz: bei Gallas, Lebderstr. 122. Ecke Berliner Allee. Ref. Hans Bauer: bei Ezcr. niewfki, Rölkeftr. 172, Ref. Felix Fligg: bei Pfitzner, Pistoriusstr. 108a, Frauen lein soziales Preußen! Mittwoch, den 13. April, �9'A Uhr, im Saalbau Friedrichshain— Ansprachen: Gertrud Hanna, M. d. L., Helene Schmitz, M. d. L., Käthe Kern Pol. Kabarett: Das Kleeblatt— Musik und Gesang Ncf. Dr. Fritz Eoldschmidl; in S raufe, Eckiönstr. 59, am Anrtsgcrchi, Rof.©ennffe Sctgirt. Thrnia in allen gatzlabenden:„Erobert Preutzen." „Donnerstag, tt, April, gahlabenb des<>, Bezirks bei Peters. Lichten- bcroer Strotz« 12. 127. Abt. 29 Uhr Mitgliederverfommlunz bei Götze, Berliner Str. 98.„Zlampf um Preußen/' Referent: Genosse Amberg. 181. Abt. 2V Uhr bei Sonnet Zusammenkunft der jüngeren Parteimitglieder. „Arbeitsbefchaffungsproziaimn." Referent: Valtin Hortig. 136. Abt. Zahlabende tu den bekannten Lokalen. Ilde. Abt. 2fl Uhr Mitgliederversammlung bei Heese, Berliner Str. 78.„Die konterrevolutionäre Rolle der KPD." Referent: Franz Kiinstlcr, M. d. R. Donnerstag. 14. April: 3. ftztis. 16 Uhr Zusammenkunft der erwerbslosen Parteimitglieder an be- kanntar Stelle. Lichtbildervortrag des Genossen Eurt Biging über: ..Lavplond". 5. Kreis. In den Andreasfestsälen. Andreasstr. 21, Kreismitgliederversamm. lung.„Unsere Arbeit im Preußischen Landtag." Referent: Erich Kuttner, M. d. L. Mitwirkung des Männerchors Friedrichshain. Politische Satire. 7. Kreis. 15 Uhr Zusammenkunft der erwerbslosen Parteimitglieder im Iu- gendheim Roftnenstr. 4.„Ausgang der Präsidentenwahlen und Preußen- wählen." Referent: Dr. Hans Cohn. 9. Kreis. 16 Uhr Zusammenkunft der erwerbslosen Parteimitglieder im Bik- toriagarten, Wilhelmsaue 114. neuer Saal.„Preußenwahlen." Referent: Hans Bauer. 12. Kreis. Die Svrcchchorübungcn werden im Jugendheim Steglitz, Albrecht- straße 47ä, um 20 Uhr fortgesetzt. Außer den bisherigen Teilnehmern sind weitere Genossinnen und Genossen dringend erwünscht. 29. Kreis. 10 Uhr Zusammenkunft der erwerbslosen Parteimitglieder an fol- genden Stellen: Reinickendorf-Ost in der Schule Hovpestraße.„Wirtschafts-- krise und Arbeitsbeschaffung." Referent: Paul Bernstein. Reinickendorf-West Außenspielplatz. Rczitatorin Martha John. Tegel im Jugendheim Schöne- berger Str. 3. Rezitatorin Elfriede Wollmann und das Kistel-Quartett. Wittenau im Jugendheim Nene Schule. 8. Abt. 20 Uhr wichtige Funktionärsitzung bei Rückert. Steinmetzsir. 36s. 13. Abt. Zusammenkunft der jüngeren Parteimitglieder bei Röstel, Putlitz straße 10.„Was hat die Sozialdemokratie seit 1915 erreicht?" Referent: Erich Wendicke. 53. Abt. Zahlabeode: 1. und 12. Bezirk bei Pinger, Dorsftr. 8V.„Politische Lage— erobert Preußen." Referentin: Gertrud Hanna, M. d. L. 4. Bezirk bei Pemmerening. Berliner Str. 100. 89. Abt. Funktionärsitzung bei Görlitz. Chausseestr. 19. 193. Abt. Im Jugendheim Laufcner Straße Zusammenkunft jüngerer Partei- Mitglieder. 124. Abt. 15 Uhr an bekannter Stelle Zusammenkunft erwerbsloser Parteimit- glieder und deren Angehörigen.„Kampf um Preußen." Referent: Ge- nosse Schvodt. Freitag. 15. April: 5. Zdreis Arbetterwohlfabrt. 20 Uhr Erwerbslosenfeierstunde in der Schul. oula Petersburger Str. 4.„Der Arbeiter und der Staat." Künstlerischer Teil durch die Freidenker. Das Ebert-Manz-Quartett, Kammertrio des DMB., Rezitationen Martha John. 107. Abt. 15 Uhr im Gemeinschaftshaus Zusammenkunft der erwerbslosen Parteimitglieder.„Soziale oder bürgerliche Republik." Referent: Erich Vendicko. Frauenveranstalkungen. 1. Kreis. Die Genossinnen werden gebeten, sich beute, Dienstag, 12. April, früh 7 Uhr, zur Havdzettelverbreituvg im Lokal Lohavn, Brüderstr. 16, einzufinden. 99ru Abt. Die Genossinnen treffen sich zur Frauenkundgebung im Saalbau Friedrichsbain am Mittwoch, dem 13. Avril, 18U. Uhr, am Buschkrug. 15S. Abt. Donnerstag. 14. Avril, 20 Uhr, Funktionärinnensitzung im Jugend- heim Schöneberger Str. 3. 13Sa. Abt. Alle Genossinnen beteiligen sich am 14. April an der Frauenwerbe- Veranstaltung. Näheres siehe im Kalender der Kundgebungen zur Preußen- wähl im lokalen Teil. Dezirkscmsschiis; für Arbeiterwohlfahrt. 29. ÄMi» Rcinirfcnbotf.Oss. Die am Dienstag. 12. April, angekilndigie Sitzung in der Lindauer Straße(Baracke, Jugendheim), fällt aus. Weitere Rad). richt folgt. Arbeitsgemeinschaft der Sinderfreunde Grosz-Berlin. MMWWU Morgen. ISHj Uhr. letzter Baflclkutfus der Rcstsalkenhelfcr in k" ibefchäftsstelle Lindenstr. 2. Mitte. Heute abend Probe für den 19. April in der Turnhalle MMWMM Käpenicker Str. IK.. Morgen/ Mittwoch, Probe fiir den 1. Mai im MZMWbersMb-lduchai«» Sartenftraßc. Llllc ErUppen müssen oer, pWMKtrttei, fein. Pren- lauer Berg. Abi. Viktor Abfer 1. Rote Falten und Lung- fafken treffen sich heute unl lö.lü Ilhr zum Bade» vorm Stadtbad Oderbergcr Stratze. 29.»reis Reinickendorf. Heufc, 17l(, Ubr, Sprechchorvrobe für Maifeier im Schollenkrua. Anschließend Sitzung dir Maifeierkommisston lSzp Uhr. Sr- scheinen ist Pflicht. Sterbetafel der Groß-Berliner Partei-Organisation' 30. Abt. Unser lieber Genosse Fritz Wiegand ist verstorben. Ehre seinem Andenken. Einäscherung Dienstag, 12. April, 18 Uhr,»rcmatorium Gericht. straße. Um rege Beteiligung wird gebeten. 1«. Abt. Unser lieber Mitkämpfer Genosse Äarl Schlicht ist verstorben. Ehre feinem Andenken. Einäscherung Dienstag. 12. April, 19', Uhr, in Baum» fchulenweg. Um rege Beteiligung wird gebeten. Wettecmixsichtcil für Berlin: Unbeständig und liihl mit einzelnen Schauern, frische nordwestliche Winde. �— Jür Deulschland: Allgemein veränderlich und wiederholt Schauer, recht kühl, nur im Osten anfangs noch mild. �I�SozialiMcheArbeiterMendGroß-Berlm ■8|re/�B Einsendungen für diese Rubrik nur an das Jugendfekretoriat HUdManlH Berlin 6W 68. Lfndenstraße 2. vorn 1 Treppe rechts Znvgmählerkundgebnngen:„Die Jugl?nd im Preichenkampf": Donnerstag, 14. April, 19'.. Uhr, Gartensaa! des Saalbau Friedrichshain. Am Friedrichshain 16—36. Referent: Genosse Dr. Ernst Fracnkel.(Für die Werbebezirke Prenzlauer Borg und Pankow.) Freitag, 15. April, 19Vj Uchr, Sochschulbrauerei. See- Ecke Amrumer Referent: Erich Schmidt.„Role Funker"...(Für die Werbebezirte Wedding und Reinickendorf.) Govuabend. ig. April, 19'� Uhr. Restaurant„Piccadillr". Schöneberg, Ebersstr. 80. Referent: Ludwig Dicderich.„Rote Rebellen", Gymnastikgruppe der Arbeitersportlcr, Schöneberg.(Für die Werbebezirte Krcuzberg, Schone- bcrg, Westen und Teltowkanal.) heute, Dienstag. 12. April, 13' o Uhr: Arkonaylatz: Elifabethkirchstr. 19 Liederabend.— Köllnischer Waisen- straße 18. Kampf um Preußen.— Gewerkschoftsbaus.' Köpeuickex Str. 32. Sexuelle Fragen.— Zentrum: Waisenstr. 18. Musitabend.— Bcunnouplaft: Bank- Ecke Wiesenstraße. Einführungsahend.— Gesnudbrnnkien l: Gotenburger Straße 2. Der freiwillige Arbeitsdienst.— Gesundbrunnen ll: Koloniestr. 8, im Hause des Wohlfahrtsamtes. 3. Hof, Fabrikgebäude, 4 Treppen. Sexuelle Fragen.— Hnmboldthain: Putbuffer Str. 3, Weiße Schule. Lustiger Abend.-- Rordeu: tortzingstr. 19. Japan— Ebina.— Schillerpar!: Schöningstr. 17. Mit- gliederversammlung.— Weddiug? Willdenowstr. 5. R. 3. Einfsthrungsabend. Wcdding-Noed: Turiner Ecke Seestraße. Mitgliederversamnilung.— Ballan: Heimabend fällt aus. Beteiligung an der Kundgebung. Gleimstratzc.-7 Falk- platz l: 19 Uhr ,Rote Ecke"— Köpenicker Viertel: Manteuffelstr. 7. Uebeu des Eprechchors.— Hafenheide: Wassertorstr. 4. Arbeitsgemeinschaft, 5. Teil.— Reichenberger Viertel: Religiöser Sozialismus.— Süden: Porckstr. 11. Poll- tische Zeitungsschau.— Südwesten: Lindenstr. 4. Bunter Abend.— Schöne- derg I: Hauptstr. 15. Tagespolitik.— Friedenau: Offenbacl-.cr Str. 5a. Gemein schaftsfeier.— Schöncberg II: Hauptstr. 15. Kampfliederabend.— Eharl''tten. bürg: Rosinenstr. 4. Deutsche Justiz.— Charlottenbnrg'Rord: Kaiserin- Augusta-Allee 97b. Liederabend.— Westend: Sportplatz Westend Bunter Abend. — Steglitz l: Atbreckitstr. 47. Sexuelle Fragen.— Tempelbof: Treffpunkt zur Werbung 18 Uhr Dorf- Ecke Berliner Straße.— Reu-Tempelhof: Mintgenstraße. Arbeiterbewegung aller Länder nach dem Kriege und ihre Stellung zum Kriege, 1. Teil.— Köpenick I und IT: Grünauer Str. 5. Lichtbildcrabcnd. Karlc- horst: Treskowallce 44. Materialistische Geschichtsauffassung, 1. Teil.— Lichten- borg. Nordwest: Dossestr. 22. Bunter Abend. Karow: Frundsbtrqstr. 9. Dir machen einen Reichstag.— Riedcrkchönbausev: Lindenstr. 47. Abwehrkampf gegen den Faschismus und Mochtergreikung durch die Arbeiterklasse.— Pankow I nnd N: Görschstr. 14. Tagespolitik. Werbebezirk Prenzlauer Berg: 18 Ul)r Ueben von Kampfliedern, mit den erwerbslosen Parteigenossen im Altersheim Danziger Str. 62. TÖVi Uhr geschlossene Beteiligung an der Kundgebung der Partei in der Sckiulaüla Gleim- straße. Fahnen mitbringen. Werbebezirk Neukölln:„KBD., Faschismus. Eiserne Front." Britz: Rathaus, l und Till: Schule Rütlistraße; n und X: Bergstr. 29: III und XI: Ziethen. straße 58; IV und IX: Kanner Straße; Vi und Vll: KMS., Kaiser.Fricdrich- Straße. Werbebezirk Lichtenberg: 10 Uhr Heim Hausfstrane Zusammenkunft aller Erwerbslosen. Vortrag des Genossen Weber über:„Psnchologie der erwerbo. losen Jugendlichen". 20 Ubr Bibliothek Weichsclstraße: Informationsabend für interessierte Mitglieder.„Der Kamps um Preußen." Referent: Hans Turß. Werbebezirk Reinickendorf: Mitgliederversammlung in Wittenau, Haupt- straße 13.„Der Kampf am Preußen." Referent: Wilh. Lewinski. Vorträge, Vereine und Versammlungen Reichsbuad der Ztrirasbefchädigten, Ärlegstcilnchmrr und itrisgerhurter- dlicdrnen» Ortsgruppe Äestc». 2v Uhr Bezirksvcrfammfung. Anfchlictzend gr- miltlichcs Beisammensein im Ratioiralhof, Bülowstr. 27.— Bezirk Osten S. 20 Uhr in Schmidt» Gcsellfchaftshaus, Fruchtstr. ZSa. Referant: Aamarad Schwarz:„Diktatur oder Demakratie". Rcichsvereinignag ehemaliger itriegsgesaagencr e. V. Nina Groß. Berliner Ortsgruppen. Heimkchrerfest 1932. Sonntag, 17. April, 16 Uhr, Im großen Saal der Germania- Festfüle. Berlin R. i, Ehausseestr. 110. Die Ansprache hat der aus de» Grllnderjahren bestens bekannle frühere Bnndcsvorsttzende Kamerad Erwin Barfantf übernommen. Weitere Mitwirkende sind: Lnftrumentalklub 09, Berliner Kindcrchor, Schaufviefer Krausbaucr, Margarete Walkotte, IIa Berta und die fünf Ernestos. Ferner steht eine Bcreinstombola zur Verfügung. Ab 20 Uhr großer Festball. Eintritt I M. inkl. Tanz und Steuer.' Alle „Ehcmafigen" sind mit ihren Angehörigen herzlichst eingeladen. Sport. Trabrennen zu ZNariendors. Eichen, Preis: 1. Alaiaster(Ch. MWZ:?. Ohlendorf: 3. Contessa Maddalena. Toto: 48:10. Platz: 1o. 12, 16:10. Ferner liefen: Blunann, Lord Petaurist, Coeur Bube, Albrecht der Bär, Kantzate, FriSlo, Land- st reich er. Alazien-PrelS: 1. Wallenstein sJ. Frömmingl: 2. Tavid Dillon; 3.-Eilig. Toto: 16:10. Platz: 12, 24, 17:10. Ferner liefen: Debora, Eschtriit. Herzallerliebste, Eisenhut,, Garde du Corps, Ariovist, Agnes, H. Buchen-Preis: 1. EdeÜindc ÖJ. Mills): 2. Wallst, R.: Z, Mikosch. Toto: 13:10. Platz: 13', i'J, 38:10. Ferner liefen: Dornbusch, Pctcrle, jk.i Cortez, Blaustrumpf, Nellst Arnold, Eminenz, Landjstnker, Ziordpol, Etchen-Prcis: 1. Christine fCh, Mills): 2 Ton Jose: 3, Letzte Liebe. Toto: 20:10. Platz: 11, 12, 13:10. Ferner liefen: Carol, Charlie. M.: Antwort, Gottfried. Ulmen-Preis: 1. Nikeburg(Jauß jr.); 2. Belvesta: 3. Icarns: 4. Ulf. Toto: 21:10. Platz; 11, 15, 23, 15:10. Ferner liefen: Brstnhild, Barbar, Magda. PalainedcS, Maitater, Leib-Garde-Hufar, SokratcS, Clovcr Halc, Pesilifesch, Diane, Ziiisiern-Preis: 1. Contcssa Maddalena(Retzki): 2, Erich, S.; 3. Heideriii, Toto: 115:10. Matz: 39, 104, 14:10. Ferner liefen: Prdonia, ?ldelheliit, Mrcuzlrägcr, Huberta, Dyewuschla, Hildegund, jlavalla. Tele-. gaiion, Estklon._ Mottenjagd... Nicht der bräunliche tfcinc Mottcnfafter, sondern feine -Nachkommenschaft frißt die Wolle, stiftet den ärgerlichen Schaden, Kit— 200 Eier werbe» von einer Motte lose und einzeln an den Wollfasern abgesetzt. Und von Z0 zu 30 Tagen ist wieder ein neues Gefchfccht zur Stelle, drei, bis viermal das Jahr hindurch,— Kampf diesen räuberischen Schmarotzern!— Äfopfen, bürsten nnd„flitten"! Ftit tätet die Motten samt Brut, soweit es nur vordringen kann. Jetzt, in den Woäicn des Großreinmachcns, ist die rechte Zeit zur Moktenjagd, Munition und Gewehr Flit und Flit.Zer» stäuber— hält jedes einschlägige Seschäsr vorrätig. SOtae dich selbst! N< 3 U. ISH 5 1"!. 9: �*1 s® —• o o Q_ X-» — S.» 3 -«O"— üV Q•(D tr. o 3 3. I n- X-" ? O S.|- ro � ev 3 3 3' NJ V 3-T Q. -i n 3»-> t B 5? � «••(DO ich S 5» /S-»«*•*"•»'((TS v- CL.Q.o.a.a. r« "O u 3" CT rt(tz 3, c_ 3- 3-C ? 9-Jl(D CT < 2 ir 3- S � SV >lEeikaufastellen! leipziger str. 1230, Hordenbergstr.?9o vs berolinabaus olexanderpU wilmersdorfer str.edce schülerstu potsdoiner str. *Dr. Mexander SsEana: sm___i• (J£oiel h „Sßas kostet ein Ziimmr mit voller Verpflegung?"„Fünfzehn Rupien, mein 5)err(und eine Rupie sind I.SO M.). unsere Preise sind fix und überall angeschrieben, wir sind keine Natives, keine Eingeborenen, bei uns kann man nicht feilschen noch handeln, wir führen ein englisches Haus; lieber verzichten wir auf eine Kund- fchaft, ehe wir auch nur zwei Annas nachlassen. Uebrigens bc- dauern wir lebhaft, wir sind ganz komplett, wir hoben kein einziges Zimmer frei, olles ist besetzt, nur ein einziges Zimmer ist da, aber das können wir Ihnen nicht geben, denn das ist bestellt und für zehn Tage im voraus mit köO Rupien bcangobt." „Was kostet ein Zimmer mit voller LerpflegiMg?"— „12 Rupien, mein Herr, nicht zwei Annas weniger, bei uns ist europäische Bedienung, jedermann zahlt bei uns 12 Rupien, und wenn sie mit uns auf fünf Jahre abschließen, können wir nicht weniger verlangen. In ganz Bagdad sind wir die billigsten, die besten, iin Zentrum der Stadt." „Was kostet ein Zimmer mit voller Verpflegung k"— „10 Rupien, mein Herr, 10 Rupien, nie hat bei uns jemand weniger bezahlt als 10 Rupien, also, wollen Sie das Zimmer? Auf die Ncwstreet hinaus oder auf den Tigris, auf die Veranda oder den erpciscsaal, auf den Palmengartcn oder den Lichthos, ebenerdig oder im ersten Stock?", „10 Rupien?"—„Ja, Sahib, ober auch der Nachmittagstee ist inbegriffen."„Aber," fügt der Kompagnon hinzu,„den pflegen unsere Klienten nicht in Anspruch zu nehmen, es steht ihnen nicht dafür, für eine Tasse Tee herzukommen, deshalb servieren wir ihn nicht, oder berechnen nur das Service extra, nur 12 Annas, eins dreiviertel Rupie. Doch Sie können jederzeit baden, denn in unseren Preisen ist das Bad auch enthalten. Das soll uns jemand in Bagdad nachmachen."—„Aber," fügt der Kompagnon erläuternd hinzu,„gegenwärtig ist die Heizung verdorben, wissen Sie, diese Engländer, die... unzuverläßlichsten Leute der Welt!"—„Wird das Bad noch während meines Aufenthalts in Ordnung sein?"— . Das hängt von Ihnen ab, Sahib, und den Engländern, ich sage Ihnen, sogar die orientalische Geduld»niß reißen, wenn man mit Engländern zu tun hat. Ein— zwei Schrauben, eine Pumpe, ein — zwei Hähne, eine Heizung fehlen, nicht zu erwarten."—„Wann haben Sie die Sachen bestellt?"„Dos ist es eben, S�hib, wir haben noch gar nichts bestellt, demnächst wird auch der Herd in der Küche schlecht, da warten wir eben, wissen Sie, bis man von den Engländern etwas erhält; es ist nicht gut, daran zu denken." Die europäische Bedienung sieht folgendermaßen aus: am Morgen lämet man, dreimal oder viermal, das ist alles eins, denn es kommt niemand, weil die Glocke nicht geht. Dann geht man zur Tür, die, im Kampf gegen die Hitze, auf die innere Veranda geht, inid ruft„Iussusl". Dann meldet sich eine Stimme, die sagt „Res, Sir".— Es kommt ober wieder niemand, denn aus jedem Zimmer ruft eine Stimme„Iussuf", und bei dem starken Echo kann man vom Schall allein den Standort des Rufers ohnehin nicht finden. Bis sich das allgemeine Jussuf-Rufen gelegt hat, ruft man noch einmal: Justus! Jetzt kommt ein Herr, in Unterhosen, nackten Beinen und Pantoffeln, etwas, nicht stark zerzaustem Haar. Das Mienenspiel beginnt, mit beiden Händen reibe ich mir Schuhe und Gesicht, putze symbolisch Anzug und Zähne. Justus versteht, ein Handtuch! Uebrigens ist es sehr lieb von ihm, daß er überhaupt komnit, er müßte gar nicht kommen, denn er heißt gar nicht Justus. Aber er kommt dock), er kommt und geht, geht aus Handtuchjagd, » töagdad geht von Zimmer zu Zimmer, und wenn ein Zimmer gerade frei ist, dann erbeutet er das Handtuch: etwas vorbcnutzt, aber das macht nichts, denn ein vorbenutztes Handtuch ist noch immer besser als überhaupt kein Handtuch. Und auch das Leintuch ist oder scheint zumindestens vorbcnutzt, aber es ist, genau wie die Decke, sehr praktisch, denn kleinere— größere Lustlöcher sorgen für reichliche Ventilation. Und wenn man geschickt ist und die Decke geschickt auf das Leintuch, das Leintuch geschickt aus die Matratze legt, damit Loch auf Loch zu liegen kommt, dann kann man, ruhig im Bette liegend, Ruhe pslcgen und doch die Vorgänge auf dem Fuß�, boden genau verfolgen. Es ist Januar und die Sonne scheint schön warm.' aber für Bagdad ist es der kälteste Monat und im Speisesaal stehen, in unmittelbarer Nähe vorbcnutztcr Tischtücher, offene Becken mit glühender Holzkohle und auf Stangen wird Brot geröstet. Toait zu machen, Brot zu rösten, ist keine besondere Kunst, ober auch ein englischer Kunstgriff: denn auf der einen Seite werden die kühlen Räume gewärmt, die zehn Monate hindurch gegen Sonnenglut an- kämpfen müssen und zwei Monate hindurch ungemütlich sind, und auf der anderen Seite wird ein dem Europäer ungenießbares Brot genießbar gemacht, werden viele tausend Meilen übersprungen und Große und Blackwelle Erdbccrjam täuschen das englische Home vor. Die Kost ist eine sonderbare Mischung englisch-sranzösisch-orien- talischer Hotelküchc. Von den Franzosen haben sie hier in Bagdad vielerlei Speisen, aber wenig, oder richtiger, wcnigerlci Speisen, aber wenig, von den Engländern haben sie die reiche Auswahl an scharfen und schärfsten Saucen, um die dunkle Herkunft gar mancher Speise vergessen zu machen, und vom Orient haben sie die Mannig- faltigkeit der Name» des Fleisches: den einen Tag Lamm, den anderen Schaf oder Ziege und Widder. Der Nanic macht aber nicht den Unterschied, denn heute oder morgen: es ist immer der- selbe Hammel mit dem starken Geruch, den man aus dem Orient mit sich noch Hanse nimmt und der immer und immer wieder mir unverminderter Schärfe aufsteigt, wenn die Erinnerung an scrne Länder wach wird. Nur im Obst ist die Küche Europa weit überlegen. Und unter den Orangen taucht immer wieder eine besondere Frucht aus: man kommt geradezu in Versuchung, die Mama der Orange nicht ganz erlaubter Beziehungen zu einem Zitroncrich zu verdächtigen: denn das Kind hat von der Mutter nur den runden Körperbau und die drallen Formen, vom Vater aber die gclblichgrüne Farbe der Koleriker und den gallebitteren Geschmack. „Europäische Hotels gibt es nur in Bagdad", sagt Cooks Handbuch, und hat Cook recht— wenn man vom Speifekeben oder wenn man lieber will, vom Schweinesaal des Hotels Savoy in Ashar aus, hart an der persischen Grenze, den starrenden Schmutz und die Zeichen des Zerfalls sieht. Und wenn man dann das Land durch- bummelt, im Süden und im Norden war, in rauchigen Lehmhütten der Eingeborenen Rast machte, um dem müden Motor Rast zu gönnen, und wieder durch Bagdad kommt, da sind schon vorbenutzte Leintücher und gebrauchte Handtücher, Tischtücher von antiqua- rischcm Wert, Schlösser, die weder auf- noch zugehen, ober Schlösser sind, eine Wasserleitung, die eine Wasserleitung ist, selbst wenn sie kein schmutziggraucs, aber doch edles Naß spendet, Inbegriff von europäischer Kultur und Zivilisation, und man glaubt es dein braunen Eigentümer gerne, wenn er. sagt:„Sahib, wir sind keine Natives, keine Eingeborenen, denn wir führen ein englisches Haus." Oer hart Werrmann IHofiar: WeUanfchmmng Kaum einer der vielen Wohnungen, die ich bezog Und verließ, wage ich den Besitz bestimmter Weltanschauungen abzustreiten. An Totalität und Klarheit waren diese Weltanschauungen sogar den- jenigen der meisten Menschen, in denen ich mich heiniisch zu machen suchte, überlegen, und außerdem kamen sie bei Wohnungen häufiger vor. Denn fast jede Wohnung hat Eigenarten aufzuweisen, die ihr niemand geben wollte und niemand geben kann: der Architekt nicht, der sie baute, und der Mieter nicht, der sie einrichtete; Eigenarten, die weder durch Milieu noch durch Erziehung herzustellen oder ab- zustelle» sind; solche Eigenarten eben, die letzten Endes Persönlich- keiten ausmachen; Mcnschcnpcrsönlichkeiten und Wohnungspersönlich- keiten. Da ist zum Beispiel meine jetzige Wohnung. Ich habe wieder einmal entdeckt, wie unwesentlich alles das für sie ist, was der Ar- chitckt oder der bisherige Inhaber ihr aufzwang: daß sie fünf Trcp- pen hoch gelegt wurde, daß die Räume groß und winklig sind, daß die Tapete hier blau und dort gelb und immer hell ist. Gewiß, das macht ihren ersten Eindruck aus; so ist ihr Körperbau, so ist sie angezoen, so sagt sie:„Nehmen Sie Platz!" und„Scheren Sie sich raus!" und„Jetzt werde ich Kaffee trinken"; aber das Wesentliche kommt später, wenn man sie besser kennt; also viel später. Do gab es zunächst den Umstand zu entdecken, daß diese Woh- nung das darstellt, was die Physiologie oder die Psychologie, ich kenne mich da in den Grenzen nicht aus, also die Psychophysiologie einen akustischen Typ nennt. Sie nimmt die Eindrücke von draußen mehr durch das Gehör auf, als durch das Gesicht; ihr eines Ohr ist die Tür zur Treppe; es hört unheimlich fein. Die Schritte der Her- aufkiettcrndcn vernimmt sie schon vom Ssochparterre ob. Der erste Eindruck, den sie von einem Menschen empfängt, richtet sich also nach seinem Treppensteigen; es ist«in akustischer Eindruck, so deutlich, daß es nicht so sehr viel ausmacht, wenn es der einzige bleibt, wenn der Hcrasskommende auf einem andern Treppenflur zu steigen auf- hört. Ohne somit die Neugier einer Portiersrau oder die Bissigkeit eines Wachhundes zu haben, weiß diese Wohnung, wer ihre Haus- genossen besucht. Ich ertappe mich oft bei dem Gedanken:„Arme Professors im dritten Stock! Es gibt Konoentionsbesuch. vielleicht sogar Verwandte!" Dann ist jener Menschentyp die Treppe heran- geklommen, der Stufen so gleichgültig und regelmäßig klopft wie Steine, und de» ich den Bricströgertyp nenne, weil er seine immer gleichen und gleichgültigen Besuche in den seelischen Briefkastenschlitz des Empfängers wirft, amtswurschtig, notdürftig frankiert, häustg wie Drucksachen. Oder es kommt der Zeitungsfrauentyp, eine an- genehmere Variation des ersten, weil er die Hast und das Feminin- immer-Jnteressierte der Presse hat. Sein 5)eraufgehen erfolgt müh- sam und stöhnend; cr bringt Neuigkeiten, das ist immer belastend: nur wenn er Unangenehmes bringt, hat fein Keuchen ordentlich Tempo, man hört geradezu jene infame, ganz im immer eitlen Unter- grund des Seelische» schwingende, ganz leise und doch intensive Freude, die auch der beste Mensch empfindet, wenn er als erster eine unendlich traurige Neuigkeit bringt, etwa:„Du, der N. N. hat sich aus dem Feilster gestürzt..." Dieser Typ rast, sobald cr sich abgegeben hat, in gehetztem Trippclschritt wieder hinunter; er hat keine Zeit; übrigens auch hier desto weniger Zeit, je Unangench- niercs er brachte; die unangenehme Neuigkeit hat immer noch weniger Zeit als die angenehme. All das weiß meine Wohnung: vielleicht mar eben doch sie es, die ihrerseits den Architekten zwang, sie fünf Treppen hoch zu placieren: da kommt sowas seltener und weniger gern herauf. Vorsicht ist Überhaupt ihre starke Seite; eben, weil sie so gut hört. Leute, die scharf hären, sind noch bester gewappnet als Leute, die scharf sehen; Gesichter kann man schminken, Stimmen nicht. Und wie ist diese Wohnung gewappnet, bis jemand, der sie betreten will, bei ihr anklopft! Einhundertundzwölf Schritte hat sie von ihm gehört; sogar wie er auf dem vierten Treppenabsatz verschnaufte, hoc sie erlauscht. Sie weiß: da hetzt jemand herauf, im unrcgel- mähigen Schritt. Er ist nervös, wirr; also Ruhe, wenn du ihn empfängst, um die drohende Aufregung zu Anregung zu mildern. Oder es kommen gar zwei; sie unterhalten sich nicht; Verstand zu- sammengcnommen: es sind sachliche Menschen!(Oder sie sind lang- jährig verheiratet.) Auch schwankende Stimmung läßt sich feststellen: freudig, in regelmäßiger Eile, wird die erste Treppe genommen; dann wird's bedächtig, vielleicht kommst du ungelegen, was sollst du sagen; auf der fünften Treppe wird das überwunden. Ucberhaupt: Hemmungen liegen immer zwischen der zweiten und der vorletzten Treppe. Immer. Das weiß jede Frau. Und Freud auch. Nach all dem hätte /ich meine Wohnung eigentlich, im Besitz dieses Türohrcs, zu einem wachsamen, beinahe gefährlichen, über- legencn Skeptiker entwickeln müssen, und der Skeptiker wäre zu bc- stimmen als derjenige, der sich, fünf Seclcntrcppen hoch einquartiert. Aber da ist noch das zweite Ohr meiner Wohnung, gleichzusetzen dem anderen, dem Hcrzohr der Fünftrcppcnmenschen: ihr Fenster- ohr. Dem obliegt es, auf all das zu achten, was jenseits des Psychisch-Menschlichen liegt; auf das Dingliche. Natürliche, ja sogar — denn es ist ein Schrägfenster!— auf das Himmlische. Der Archi- tekt hat sich gewiß gesträubt, hier ein Schrägfensler hinzusetzen, bei dem sich ein Hineinregnen nie ganz vermeiden läßt, aber meine Wohnung hat es ihm aufgezwungen mit jenem stärksten Zwang. der so stark ist, daß das Denken nicht ausreicht, ihn zu merken. Und gerode der Regen, der Regen auf schräge Fenster! Regen gegen Steilfenster ist unerquicklich, schlägt nur mal so gegen das Glas. unwirsch, lmltlos, rausboldig; aber in dies Fensterohr klingt er hinein wie das vieweinige Krabbeln eines gutartigcn, gemütvollen Käfers, der dem lieben Gott aus der Hand entwischt ist, und wenn es ein starker Regen ist, dann ist das ein gewaltiges und dennoch immer weiches Trommeln, nicht das bellende Kalbfellschlagen eines � Kricgshecres, sondern das rauschende Trommeln auf die mit einem mystisch hallenden Samt bespannten Tarnbourins einer jenseitigen Friedensdemonstration. Wunderschön ist es auch, wie dies Regen- trommeln den gellenden Wind zu Bqden schlägt; meine Wohnung weiß daher ganz genau, wozu sie manchmal pudelnaß wird: damit sie nicht umgeblasen wird. Und umgekehrt freilich. Uebrigens isi das Wesen der Glocken, die sich van einer nahen Kirche bis an dos Fenster lasten, sehr inleressont. Es ist nämlich unglaublich, wie melancholisch Kirchenglockenläuten macht, wenn es mit Regen und Wind zusammentrifft. Diese Klänge vertragen sich nicht. Glocken sollten, trotz allem, nur bei Sonnenschein läuten; es muß stille sein um Glocken. Dies andere Ohr nieiner Wohnung also widert die Skeptische, Wachsame, Kühle ab, das ihr das Türohr gibt; es macht sie fühlsam. hingegeben, traumstark; sie liegt fünf Treppen über der Straße. aber doch noch tausend Treppen unter dem Himmel. Und die meto- physische Krönung ihrer Weltanschauung ist somit das Sichklarwerdcn darüber, daß die Menschen, die bei fünf �Treppen noch Geräusche sind, bestimmt ebenfalls sehr schöne Musikstücke würden, wenn sie noch fünfhundert Treppen höher kletterten. Wobei jedoch sofort nach anzumerken ist, daß Wohnungen solche Weltanschauungen nicht predigen; sie haben sie nur. IHarderiagd Es war mitten im Winter. Der Schnee lag fast kniehoch, hotte aber schon länger gelegen, so daß die Wildspuren nur noch schlecht zu erkennen waren. Schon vor drei Tagen hotte ich die Spur eines starken Steinmarders am Waldrandc entdeckt. Unermüdlich ver- folgte ich die Fährte auf meinen Schneeschuhen. Kreuz und quer ging sie durch die Felder, über Berge und Hügel, durch dichte Feld- gchölze, durch Steinbrüche und Kiesgruben— aber das Versteck des Marders mar nicht zu entdecken. Alle Mühe schien umsonst. Miß- mutig brach ich am vierten Tage die Verfolgung ab. Auf dem Heimwege kreuzte ich die Kreischaussee und traf dort den alten Straßenwärtcr Schräder.„Gaud'n Dag ooch. Junge, dat geiht jo man schwinde opp den Dingern. Wull du nich'ne Marte scheiten? Bi uns sitt eine in de Schüne!" „Menschenskind, Schräder, die such ich schon drei Tage lang und kann sie nicht finden; na, denn man los!" Schräder konnte noch nicht nach 5)ouse mitkommen: so machte ich mich schnell allein auf den Weg und war in einer knappen halben Stunde auf seinem kleinen Gehöft, das einsam an der Land- straßc lag. Seine Frau zeigte mir, wo sie den Marder vor einigen Tagen abends beim Mondschein über das Dach hatte springen sehen. Ich beschloh, mich an diesem Abend dort anzusetzen. Da es noch Zeit war, wärmte ich mich erst einmal hinterm Ofen auf. futterte meine letzte Stulle aus dem Rucksack und ließ mir den dünnen Kaffee schmecken. Inzwischen hatte der Alte Feierabend gemacht, und für mich war es Zeit zum Anstand. Ich bekam einen bequemen Sessel und genügend Decken, suchte mir einen windge- schützten Platz an der Hausccke und harrte der Dinge, die da kommen sollten. Zuerst kam eine ganze Zeitlang garnichts. Dann sah ich mitten auf dem Dunghaufcn plötzlich einen hellen Fleck. War es der Marder? Der halbe Mond stand gerade hinter den Wolken. Das Ungewisse Etwas kam langsam näher. Krampfhaft faßte ich meine Flinte— es war bloß eine armselige Ratte. Langsam ver- rann die Zeit. Nichts war zu sehen. Es schlug halb Sechs. Die tiefe Stille schläferte ein. In Gedanken hatte ich meinen Marder schon auf den Knien und streichelte seinen prächtig seidenweichen, braunen Balg. Plötzlich hörte ich etwas hinter mir in einem schmalen Gange, der zun, Garten führte. Ganz, ganz langsam dreht- ich meinen Kops herum— wahrhaftig, da saß ja vier Schritt von mir ent- fernt der Marder im Schnee! Aber er mußte schon etwas gemerkt haben. Es schien, als wollte cr jeden Augenblick noch rückwärts verschwinden. Regungslos blieb ich sitzen und schielt« zum Marder hin, bis mir die Äugen schmerzten. So nah und doch so fern! Auf einmal sprang der Marder herum, huschte den Gang entlang und sauste in der Zaunecke hoch— da riß ihn mein schneller Schnappschuß herunter in die dichten Fliederbüsche.' Strijbcinig vom lanK-n Sitzen stand ich aus. Der alle Schräder.kam.herausgestürzt:„Wo liggt hei denn?"—„Da hinten in der Ecke" rief ich ihm sreudc- strahlend entgegen. Flink wie ein Wiesel, so schnell, wie ich es dem Alten nie zugetraut hatte, kroch er in die Büsche und zog meinen Marder an der Rute heraus.„No aber, dal is jo unse Katt! Mutter kumm mal schnell her! Wahrhaftig, gucke doch, dat is wirklich und wahrhaftig unse Katt!" Ich weiß nicht mehr, wie es kam. daß'ich so schnell verschwun- de» war. Der alte Schräder aber grüßte mich lange Zeit nach diesem Vorfall nicht mehr.* Stadtförster H. Borchcrt(Bad Sachsa). Jluf dem themjegrund Wenn man von Tauchern hört, so stellt man sich darunter die Helden der Tiefsee vor, die nach untergegangenen Schätzen suchen. Es gibt aber auch Männer, die diesen Berus alltäglich und unter weniger romantischen Umständen ausüben. Zu diesen Tauchern, deren Arbeit nicht minder interessant ist. gehören die„Lumpen sammlcr", die regelmäßig den Boden der Themse nach brauchbaren Gegenständen durchsuchen, die in den Fluten dieses viel befahrenen Stromes verloren gingen. Sie haben es in mancher Beziehung schwerer als die Tiefseetaucher, denn sie„arbeiten b l i n d", wie z. B. Austin in einer englischen Zeitschrift ausführt. Sic sehen nicht von dem Augenblick an, da die Wogen über ihren Klopf zusammenschlagen, bis sie wieder emportauchcn. und das dauert drei bis vier Stunden- Auf dem Grunde, in pechschwarzer Dunkelheit, tasten sie mit nackte» Händen in dem schleimigen Bett der Themse nach Gegenständen, die das Bergen verlohnen, und meist sind es nur verlorene Anker oder Zugketten, angefaulte Taue oder Schiffs- lampen, die sie erbeuten. Aber es gibt auch wichtige Funde, die ihnen unvermutet in die Hönde fallen. So erzählt ein Taucher, daß cr einmal nach einem Anker herunterging und auf einen kleinen Dampfer stich, der feit sechs Iahren verloren war. Ein andermal fand cr einen funkelnagelneuen amerikanischen Kraftwogen in seiner festen Verpackung. Sechs dieser Autos waren i» der Dunkelheit von einem Schiff heruntergerutscht und nur fünf wieder aufgefischt, das sechste kam zwei Jahre später durch den Fund des Tauchers zutage. Am schwierigsten ist das Bergen von Segelbooten, die mit ihrer ganzen Takelage gesunken sind. Sie sind so schlüpfrig wie ein Aal, und man kann in der Dunkelheit mir den Händen sie nur schwer abtasten. Auch Flugzeuge, die in die Themse gestürzt waren und dann nicht mehr gesunden werden konnten, sind von diesen Themse- tauchern schon durch Zufall geborgen worden. So ist das Suchen nach„Abfall" im Themsebett ein ebenso anstrengender wie spannen- der Beruf, der sa manche Uebcrrnschungen bringt, aber sich letzten Endes doch lohnt. Belgien— das dichlstdevolkertc Land der Erde! Nach einer amerikanischen internationalen Bevölkerungsstatistik stellt Belgien das dichtestbevölkerte Land der Welt dar. Mit 631,6 Personen auf die Ouadratmeile hält es den Rekord vor Holland mit 599,4, England mit 489,9, Deutschland mit 353.2, Japan mit 347,2 und Italien mit 343,6 Personen. Derantwartlich für Politik: Victor Schiff; Wirtfcholt:®. Nlingclhöfcr: Ecwrrkschaitodcwcgumt: 3. Steiner: Feuilleton: De. John Schikowsli: r'olalcü' und Sonstiges: Sei« Sorftobt, Anseigeu: Th. Glocke; sämtlich in Verlim. Verlag: Vorroärto. Verlag G. m. t>. H., Berlin. Druck: Vorwärlo Buchdruckerct und Berlogoanstalt Paul Singer u. Co.. Berlin SW. 65, Lindeistlraße 3, Hierzu 2 Beilagen. 2. Beilage des Vorwärts ?lr. 170. 49. Jahrgang 0&««CSvllllUv Vvv U/Uft f& Dienstag, 12. April 4932 xt ra starkes Ägypter-Focmat neue Packun stärkeres Format M ik herabgesetzter Preis t UÄ �';ä■ M y-' Berlin fehlte bisher die Goldmundstück-Cigarette zu 3�3 ffg Jetzt ist„Gold Saba" wieder da! Die neue luftdichte| Humidor-��-Händier-Pockg| erhält dem Raucher unverändert das köstlich zarte Aroma dieser berühmten Mischung. Daher das allgemeine Urteil: . so mild WM so frisch und aromatisch Die verfehlte Branntweinwirtschast Will man die bisherige Mßwirtschast verewigen? Der Bericht der Branntwcinmonopolvcrwalturig über das G e- schaftsjahr 1930/31 beweist van neuem die Notwendigkeit der von der Sozialdemokratie schon seit Jahren gesordcrten Reform der deutschen Branntwcinwirtschaft. Auch im vergangenen Berichts- jähr wurden die Geschäfte der Monopolvcrmaltung lediglich im Interesse der landwirtschaftlichen Brennerei- guter geführt, die ein verbrieftes Recht auf die Herstellung von 5bartoffclspiritus besitzen. Im Bericht heißt es ganz offen, daß die notwendige Verringerung der an> Beginn des Geschäftsjahres vor- handsncn hohen Branntweinboständc zurückgestellt werden müßte, um der Landwirtschast, d. h. 2000 ostelbisckien Rittergutsbesitzern, wegen der großen Kartoffelernte eine Mchrhcrstellung von Brannl- wein zu ermöglichen. Obwohl die hohen Bestände ein Brcnnrccht von höchstens öl Proz. rechtfertigten, wurden den Brennereigütcrn 70 Proz zugebilligt: Ende März 1931 erfolgte sogar noch eine Erhöhung auf 80 Proz. Bei wachsenden Vorräten wurde also die Branntweinerzeugung nach bedeutend gesteigert. Trotz des Rückgangs des Trinkbranntwcinvcrbrauchs seit 19Z8/Z9 um die Hälfte und trotz des Absatzrückgangs für technischen Spiritus um 17 Proz. gegenüber dem Vorjahre übernahm das Mo- nopol im Jahre 1930/31 von den Brennereien 2,.Z Millionen Heüto- litcr Branntwein, nur 10 Proz. w e n i g e r als iin Jahre 1929/30. Die unverkauften Vorräte stiegen von 1,58 Mil- lionen Hektoliter am Anfang a u f f a st 2 Millionen Hektoliter am Ende des Geschäftsjahres. Jetzt ruht die Verbrauchsmcnge für ein ganzes Jahr in den Läger» der Monopolverwaltung. Auch der gesetzliche Beimischungszwang von Spiritus zum Motortreibstoff hat nichts bessern können. Zwar ist der Absatz an Treibswffspiritus van 235 000 auf 509 000 Lzektolitcr gestiegen, er blieb aber infolge der Verringerung des Kraftwagen- Verkehrs noch um 100 000 Hektoliter hinter der Vorschätzung zurück. Das finanzielle Ergebnis des Branntweinmonopols hat sich infolgedessen weiterhin verschlechtert. Der Ge- samtübcrschuh ist von 212,5 Millionen Mark auf 203,9 Millionen Mark gesunken. Der Ertrag der Branntweinsteuer, die so- genannte Hektolitcreinnahmc, ist von 211 Millionen Mark auf 200,5 Millionen Mark gefallen, nachdem er 1928/29 noch 326 Millionen Mark betragen hatte. Dabei scheint uns die Bewertung der Vorräte in der Bilanz m!t 66 Millionen Mark oder 33 Mark je Hektoliter sehr gewagt: denn der Ausfuhrpreis für Brannt- wein beträgt nur 28 Mark. Im Herbst vorigen Jahres wäre es das einzig Richtige gewesen, so wie wir es vorgeschlagen haben tsiehe„Vorwärts" vom 24. September 1931), das Brcnnrccht für das kaufende Jahr auf- zuheben, um das Monopol van feinen rlesigen Vorräten zu ent- lasten. Wäre man unserem Vorschlag gefolgt, so hätten nicht einmal die Brenncrcigüter einen Verlust erlitten: denn die ilcberschüssc des Monopols hätten genügt, um den Brennereigütern die für die Branntwcinhcrstclliing bestimmten Kar- taffeln abzukaufen und sie sogar noch kostenlos an- die Erwerbslosen zu verteilen. Jetzt soll die Branntweinsteuer g e s c.n k t werden, um den Absatz an Trinkbranntwein, der weiterhin katastrophal ab- gi.nommcn hat, zu heben, damit nicht die Borräte im gleichen Maß weiterhin wachsen. Auf K o st e n des Reiches soll also die Subvention an die Kartoffelbrcnncreicn in ihrer gleichen Höhe bei- behalten werden. Bei der jetzigen außerordentlich schwierigen öffentlichen Finanzlage wäre das geradezu Unfug. Wenn die Steuer gesenkt wird, dann muß gleichzeitig, und zwar mit sofortiger Wirkung, das Brcnnrccht für das laufende Jahr auf- gehoben und außerdem eine Reform der Brennrechtsoertei- lung für das nächste Jahr erfolgen, um zu verhindern, daß die unhaltbaren Zustände verewigt werden. Es muß unbedingt er- reicht werden, daß ein Ausgleich zwischen dem natürlichen Bedarf an Spiritus und der Produktion erfolgt. Tolle Schiebungen Kreuzers. 50 Millionen Dollars Staaispapiere zweimal bcliel?cn! Aus Mitteilungen der Generalversammlung der kürzlich vom schwedischen Staat gestützten Skandinaviska Kredit 2l. B., der Bank des Kreugcr-Konzcrns, ergeben sich Anhaltspunkte für eine geradezu tolle Schiebung Jvor Kreuzers. Er hatte einen Posten deut- scher Staatsobligationcn ini Nennwert von 50 Millionen Dollar oder 210 Millionen Mark, und zwar aus der Deutschland gewährten Anleihe. Diese Wertpapiere hatte Kreuzer zunächst bei seiner amerikanischen Zündholzgescllschoft, der International Match Co., deponiert und in Amerika beleihen lassen. Im Sominer 1931 veranlagte Kreuzer die ilcbcrführung der Obli- gationcn nach Europa, wonach sie von der Skandinaviska Kredit A- B. z um zw eiten Male beliehen wurden, und zwar mit 40 bis 45 Proz. des Wertes. Die Skandinaviska Kredit A. B. er- klärt, daß sie van der ersten Transaktion nichts gewußt habe und deshalb über die Obligationen verfügen könne. Die International Match Co. dürfte aber einen Prozeß anstrengen, so daß diese un- geheure Schiebung auch vor Gericht behandelt wird. Für dieses Verfahren gibt es in der Geschichte der Finanzskandale nur ein Bei- spiel, das ähnlich liegt, und zwar das des Engländers Hatru, der doppelte Aktien anfertigen ließ, sich auf ähnliche Weise Finanz- vorteile verschaffte und dann zu 14 Jahren Zuchthaus ver- urteilt wurde. Man erwartet übrigens in dieser Woche einen dritten Bericht der Prüfungskommission, der vielleicht auch über diese Angelegenheit Klarheit schassen wird. In Schweden spricht man davon, daß sogleich nach der Bilanzprüfung gegen die Krcu- ger u. Toll A. B. K o n k u r s a n t r a g gestellt werden soll. Auf den schwedischen Börsen haben die Werte des Äreuger-Konzerns wieder Kursverluste bis auf die Hälfte erfahren. Beschlüsse der BIZ. Die Verwaltungsratssitzung der Bank für intern atio- nale Zahlungen, an der auch Luther teilgenommen hat, de- schloß die Emission der noch nicht ausgegebenen Aktien der Bank, nahm die Herabsetzung des Zinssatzes für den deutschen 100-Mil- lionen-Dollar-Ktredit der Rcichsbank aus 6 Proz. für die Zeit voin 4. April bis 4. Juli zur Kenntnis und verlängerte die der Oester- f reichischen Nationalbank und der Nationalbank für Jugoslawien gc- währten Kredite für weitere drei Monate. Wann kommt das Kartellgesetz? Llnvcrständlichc«! Zögern der Regierung. Vor mehr als einem Jahr— am 14. Februar 1931— ersuchte der Reichstag gemäß einem sozialdemokratischen Antrag die Reichs- rcgicrung, b a l d i g st einen Gesetzentwurf vorzulegen, der eine wirksamere Kontrolle der privaten Monopole ermöglicht. Jetzt wird die Antwort der Reichsrcgierung bekanntgegeben. Sie erklärt, sie werde„zu gegebener Zeit mit einem Gefetzesvorfchlag an den Reichstag herantreten, der das Verhältnis von Trägern wirtschaftlicher Macht zum Staat und zur übrigen Wirtschaft regelt und der die bisher im Verordnungswcge getroffenen Regelungen zu er- setzen bestimmt ist." Es besteht unter den Wirtschaftssachverständigen seit langem ilebereinstimmung darüber, daß die privatkapitalistischen M o n o p o l e durch ihre Preis- und Investitionspolitik an der Ver- schärsung und Verlängerung der Wirtschaftskrise ein gerüttelt Maß Schuld tragen. Selbst die Reichsregierung mußte das indirekt anerkennen, wie ihre Preisabbauaktioncn beweisen. Aber niemand gibt sich einer Täuschung darüber hin, daß derzeitige sporadische Preisabbauaktioncn, die nach einer bestimmten Zeit wieder einschlafen, kein ausreichender Ersatz für eine ständige systematische Kontrolle der Monopole sind. Wann also wird die Regierung den Zeitpunkt für gegeben halten, um eine solche Kontrolle einzurichten? Vielleicht bis das Kind abermals ins Wasser gefallen und die nächste Wirtschaftskrise ausgebrochen ist. Bing-Werke zahlungsunfähig. Fortführung der Spielwarenabteitung wird angestrebt. Die Bing-Werke vor m. Gebrüder Bing A.- G.. Nürnberg, haben ihre Zahlungen eingestellt. Wahrscheinlich ist das ganze 10-Millionen-Mark-Kapltal verloren. Dieses süddeutsche Unternehmen ist vor allem in der Fabrikation von Hausgerät und Spielwaren von großer Bedeutung: es betreibt in Nürnberg drei und in Grünhain(Sachsen) zwei Fabriken. Außerdem beherrscht es eine ganze Anzahl von Gefell- schaften, darunter die O rga A.- G. in Berlin, die jetzt die Büromöbel der Bing-Werke vertreibt. Schon im Jahre 1927 mußten die Bing-Werke saniert werden. Die Sanierung war aber nicht durchgreifend, so daß schon das Geschäftsjahr 1930 wieder mit einem Verlust; von 2,8 Millionen Aiark abschloß. Ende 1930(ein neuerer 'Abschluß liegt noch nicht vor) waren neben 5 Millionen Mark Bankschulden mehr als 2,8 Millionen Mark Waren- schulden vorhanden. Die Aktienmehrheit ist im Jahre 1931 in englische Hände übergegangen. Im Export, besonders im Spielwarencxport, nahmen die Bing-Werke eine besondere Rolle ein. Die im Jahre 1931 sich häufenden Schwierigkeiten im Export dürften nickt zuletzt die Zahlungseinstellung herbeigeführt hoben. Man hofft, einen Vergleich herbeiführen und wenigstens die Spiclwarcnfabrika- tion aufrechterhalten zu können. Silberfireifen in LlSA? bessere Wirtschafislage in einzelnen Zweigen. In den letzten Monatcn ist in einigen anicrikonischcn Industrie- zweigen eine deutliche Besserung der Beschästigungslage eingetreten: in einigen ist der Beschäftigungsgrad gegenwärtig sogar etwas höher als vor einem Jahr. Die nachfolgenden Ziffern veranschaulichen den Beschäftigungsgrad der hauptsächlichsten amerikanischen Industrien. Die Grundlage dieser Ziffern bildet die Entwicklung des Strom- Verbrauchs, der bei 3800 größeren industriellen Betrieben regelmäßig erfaßt wird. Da der weitaus größte Teil der amerikanischen Industrie auf die Anwendung elektrischer Kraft umgestellt ist. so geben diese Zahlen zweifellos ein richtiges Bild der Konjunktur- entwicklunz. Der Stromverbrauch im Monatsdurchschnitt- des Jahres 1923 bis 1925 bildet die Basis der Berechnungszitfern(1923 25— 100)7 Industrie Febr. 1931 Dez. 1931 Jan. 1932 Febr. 1932 Gesamtindustrie..... 110.3 89,6 93,9 98,8 Automobilindustrie.... 88,9 78,1 83,6 85,3 Ehem. Ind. u.Oelrasfincricn 146,6 118,2 134,3 137,1 Rahrungsmiitelgewerbe.. 122,0 124,8 157,2 129,5 Eisen- und Stahlindustrie. 116,5 70,0 77,6 78.2 Metallverarbeitung.... 112,3 70,9 72,7 74,8 Lcder- und Schuhindustrie. 76,1 79,2 81,4 90,6 Holzindustrie...... 84,2 74,1 81,0 86,8 Papierindustrie..... 127,0 107,0 100,3 110,5 Gummioerarbeilung... 112,9 79,2 104,0 112,0 Schiffbau........ 114,8 94.6 93,2 99,2 Steine, Erde, Glas.... 102,6 76,8 77,1 90,0 Textilindustrie...... 99,3 89,8 87,8 96,8 Ob die aus diesen Ziffern ersichtliche Verbesserung des Befchäfti- gungsgrades den Beginn eines neuen wirtschaftlichen Ausschwungs bedeutet, wird allerdings auch van den Amerikanern vorläufig noch nicht behauptet. Was leisten die Konsumvereine? Die konsumgcnossenschastcn sind die Selbsthilfecinrichtungen der zufamwengeschlossenen Verbraucher. Alle Vorteile, die von den konjumgenosscnfchastcn erwirtschaftet wer- den, kommen ihren TU i t g l i e d e r n z u g u I. In der Ver wcndung des Ivirlschastsertrags liegt der grundlegende Unterschied zwischen den gemeinwirlschajtlichen verbrauchcrgenosfcnschasten und den privatwirtschaftlickcn Unternehmungen. Die höhe der nach Maßgabe des Umjahes an die Mitglieder der konjuingcnojfcnfchas- ten verteilten Rückvergütung zeigt den gewaltigen Ruhen, den die organisierten Verbraucher aus ihren Genossenschaften ziehen. In den letzten sieben Jahren(1925 b's 19Z1) wurde den Mitgliedern der dem Fcntralverband deulfchcr Konsumvereine angehören- den Konsumxenossenschasten eine Rückvergütung von Z0Z INillioncn Reichsmark zur Verfügung gcsteili. Au diesem gewaltigen Rückvcrgütungsbeirag find noch die Ertragnisse der Konsumgenossenschaften hinzuzuzählen, die zur Stärkung und zum Ausbau dev. konfumgenofscuschaftlichen Betriebe verwandt worden sind. Alle von der vcrbrancherwirtjchast geschaffenen Einrichtungen sind das ovsschlletzliche Eigentum der Konfumgenosienschastsmit. glicdcr. Das missen die organisierten Verbraucher. Sie wissen aber auch, daß der Wirifchastsertrag der konfumgcnofscnschoslcn nicht ein- zelnen Geldgebern, sondern allen Mitgliedern der Konsum- gcnossenfchaften wieder zuflieht. Heuie wieder Kursveröffentlichungen. Aufhebung des Noiverordnungsvcrbotes. Die deutschen Börsen werden heute wieder ein normales Aussehen bekommen. Ab 12. April ersolgt auf den deutscheu Börsen wieder die Kursnotierung, ebenso wird auch. die Veröffentlichung von Kursen wieder erlaubt. Zu diesem Zweck ist die Notverordnung vom 3. Oktober 1931 ab heute aufgehoben worden. Mue Situation! Ems neue Lohn- und Wirtschafispolttik ist Mig. Hewts fmdet tm di». groqe Besprechung statt zwische« den» Reichsardeit»- nrinister, Vertretern der Unternohmerverdände und der Gelvcrkschaften. Der bevorstehende Ablauf der Lohntarifverträge und die Neuregelung oder die Verlängerung der Löhne ist der einzig« (Gegenstand der Besprechung. Seine wirtschaftliche. soziale, aber auch seine politische Bedeutung kann gar nicht hoch genug eingeschätzt werde«. Seit jetzt bald zwei Jahren wurde der Lohnobbau systematisch uon den Schlichtungsinstanzen auf Anordnung des Rcichsarbeits- Ministers betriebeir Das wirtschaftliche Ergebnis dieser Politik liegt fo klar zutage, daß sich jedes weitere Wort darüber eigentlich er- übrigt Die ungeheure Kaufkraftsdirumpfung, verfchärft durch die dadurch hervorgerufene zusätzliche Arbeitslosig- k e i t, trifft Jnhustrie, Handel und Landwirtschaft um so härter, als durch die Absperrungsmatznahmen des Auslands die Aus- fuhrmäglichkeiten immer mehr eingeengt werden und somit für die nächste Zukunft keinerlei Aussicht besteht, durch eine etwa noch stärkere Senkung der Löhn« den Ausfall an Jnncnkaufkraft wettzumachen durch eine gesteigerte Ausfuhr. Für die nächsten Jahre müssen wir uns vielmehr auf die Pflege dcS Innenmarktes konzentrieren. der in den letzten Jahren fo arg vernachlässigt worden ist. Darüber dürfte man sich auch in Regierungskreisen klar sein, wie aus ver- fchiedenen Aeußsrungen geschloffen werden darf. Wir wollen für heute nicht ein Register der Sünden aufziehen, die von der amtlichen Lohn- und Wirtschaftspolitik begangen wurden. Für den Augenblick gibt es dringendere Sorgen. Man darf auch annehmen, daß man sich heute in Rcgierungskreifen end- lich darüber klar ist, welche verhängnisvolle Folgen die amtlich- Wirt- schasts- und Lohnpolitik gehabt hat. Diese Folgen sind vor allen Dingen wirtschaftlicher Natur. Sie haben sich aber auch politisch verheerend aus- gewirkt. Als Hitler bei den letzten Reichstagswahlen 6� Millionen Stimmen erhielt, glaubte man, den Leuten, die die Privat- armee und die Propaganda Hitlers finanzieren, lohn-, sozial- und wirtschaftspolitisch entgegenkommen zu müssen, um sie„staatstreu' zu machen oder zu erhallen. Mit den auf diesem Wege„ersparten'� Summen ist aber die Hitlorei noch verstärkt finanziert worden mit dem Ergebnis, daß sich die Hitler-Stimmen feit dem September 1330 verdoppelt haben. Daß man die Sozialreaklion nicht bekärnpst, m- den» man ihr entgegenkommt, dürste wohl heute endlich allen klar geworden fein. Gewiß ist das Ueberlaufen von einigen hundert- tausend kommunistischen Wählern zu Hitler eine Schande und«ine Katastrophe der KPD. Heute ist es offenbar, wo die„S o z i a l f a s ch i st e n" zu finden sind. Jedenfalls find es nicht die Mitglieder der freien Gewerkschaften, nicht die Anhänger der Sozialdemokratie, die„aus revolutionärer Ungeduld"— wie die ..Welt am Abend" schreibt— zum Faschismus überlaufen. Aber es find nicht nur Kommunisten zu Hitler übergelaufen. Die Wühler der Parteien, die für sich besonders gern in Anspruch nehmen, staats- erhaltend zu sein, sind zu Millionen übergelaufen und haben Hitler und seiner Prwatarmec einen Freibrief ausgestellt auf Gewaltherr- schast und Diktatur. Glaubt etwa jeutanb, diese rabiat gewordenen Spiest- bürger zur Vernunft zu bringe», wenn man weiter eine Lohn- und Wirtschaftspolitik betreibt, die mit den Stockschlägen ans den Magen der Arbeiterklasse auch den Inneamartt erschlägt? Wie staatserhaltend die Osthilfe gewirkt hat, darüber gibt es ja wohl keine Meinungsverschiedenheit. Wenn aber die Herrschasten, die noch nie gehungert haben, solche Millionengeschenk« beantworten mit einer verstärkten Hetze gegen den Staat, ist es da verwunder- lich, wenn die Arbeiter, die bisher auf die bewußt erlogenen Phrasen der KPD. vom„Hauptfeind" und der„Brüning-Diktatur" horten, in ihrer Verzweiflung zu Hitler überliefen? Gewiß: die mora- tische Schuld trägt die KPD. Aber man soll die irre- geleiteten Arbeiter, die zum Feind überliefen, nicht nur und nicht allein verurteilen. Unsere Lohn- und Wirtschaftspolitik mußte zwangsläufig solche perverse Erscheinungen erzeugen. Und deshalb, und well schließlich mehr auf dem Spiele steht als eine Frage der L o h n h ö h e, ist es allerhöchste Zeit, die Politik der Liebesgaben an die geschworenen Feinde der Demokratie ein- zustellen! Man wird sehen, welche überraschend erzieherische Wir- tungen man damit erzielt. Wie will man aber auch anders die Wirtschast wieder in Gang bringen, den Jnnenmarkt beleben und damit die erdrückenden fixen Kosten erträglich machen, wenn man nicht eine Polilik betreibt, die die Pflege der Kaufkraft zum Gegenstand hat? Und wie kann man die Kaufkraft pflegen, wenn man sie durch Lohn- und Gehaltsobbau zerstört?— Die neue Situation, von der der Reichskanzler gesprochen hat. ist da: sie fordert eine neue Lohn- und Wirtschaftspolitik. Weltwirtschastskonferenz. Dom IGB nach Genf einberufen. Nachdem der Internationale Gewerkschastsbund in seinen auf dem Stockholmer Kongreß d«s Jahres 1930 gutgeheißenen wirtschaftlichen Richtlinien sowie in seinen speziellen Be- selzlüssen zur Krisenbckämpfung zu den allgemeinen und besonderen Problemen der Weltwirtschaft Stellung genommen hatte, war«r insbesondere bestrebt, diese Stellungnahme zu einer möglichst um- lassenden Bekundung der angeschlolsenen oder auf seinem Boden stehenden Gewerkschaften einer möglichst großen Zahl von Ländern zu machen. Zu diesem Zweck wurde jchyn gegen Ende des letzten Jahres vom Vorstand tes IGB. beschZossen, ein« offiziös« inter- nationale Gewerkschaftskonferenz auf breite st er Basis einzuberufen. Dieser Beschluß ist einstimmig von der vom 16. bis 18. März in Bern abgehaltenen Ausschußsitzung des JGL. bestätigt wor- den. Daß es, obwohl die Uobel der ganzen Welt auch Heilmittel für die ganze Welt nötig machen, nicht gelungen ist» den am«- rlkanischen Gewerkschastsbund zur Teilnahme an dieser Konferenz zu bestimmen, wurde in dem aus der Ausschußsitzung vom Generalsekretär Schevenels erstatteten Tätigkeitsbericht so- wie in den Ausführungen der Delegierten des Ausschusses mit Bs- dauern vermerkt. Inzwischen sind die Vorbereitungen zu der am 16. und 17. April in Genf tagenden Konferenz energisch fort- gesetzt worden, wobei sich erfreulicherweise herausstellte, daß die dem JGB. angeschlossenen sowie eine große Zahl nicht a n g e- ichlossencr— insbesondere auch außereuropäischer— Länder für diese Besprechungen das größie Interesse bekunden und stä? mit starken Delegationen in Genf einfinden weiden. Der Konserenz liegt Material zugrunde, das Aufschluß gibt über alle Phasen der Stqllungnahm« de» JGB. auf wirtschastlichcm Gebiet. Aus diese Weise wirb den angeschlossenen sowie hauptsächlich auch den nicht angeschlossenen Ländern die Möglichkeit gegeben, in voller Sackz- kenntnis zu prüfen, inwieweit die im gewerlschaftlichen Kampf gegen die Wirtschaftskrise zu errichtende Front national und international jene Ausdehung ersahren kann, die allein eine Gewähr dafür gibt. dzß die internationale Krise auch totsächlich mit internationalen Miiteln bekämp't wird! Meiailgehätter unverändert. tturzarbeitSabzug wieder 15 Prozent. In den gestrigen Berhandlungen der Tarifgewerkschaften mit dem Verband Berliner Metallindustrieller wurde vereinbart, daß die jetzt geltenden Tarijgehälter unverändert bis zum 31. Juli fortbestehen. Dagegen wird ob 1. Mai auf Grund des Kurzarbeilsabkommens den Abzug für Kurzarbeit von 10 Proz. wieder auf 13 Proz. festgesetzt. Mit dieser unveränderten Beibeholbung der jetzt gültigen Tarist gehälter bis zum Ende Juli ist eine wenn auch nur kurze Atempause geschaffen, um die wirlschastliche Beruhigung und die Möglichkeit eines Wiederaufstiegs vorzubereiten. Dazu wird aber der Wieder- oufbau der zerstörten Kaufkrast die unerläßliche Voraussetzung bilden. Es geht— wenn man will. Wann aber wird man endlich wollen? Im mitteldeutschen Braunkohlenbergbau Hot die Verkürzung der Arbeitszeit, wie die Press« der Grubenherren feststellt, eine Neuein st ellung von etwa 1000 Mann zur Folge gehabt. Das ist ein Beweis, daß durch Arboitszeuoerkürzung die Notlage im Bergbau immerhin um«in gutes Stück behoben werden kann. Durchgreifende Mittel dazu sind aber nur 40-Stunden-Wochc und K r ü m p e r s y st e m. Auf die Einführung des Krümpersystems ist im Arbeitsbcichaffungs- Programm des Reichsarbeitsministeriums hingewiesen worden. Das Krümpersystem allein genügt aber noch nicht. Wenn vor allem das Dollsetzen leerer Fördexwagen an den wegen Ab- satzmangel eingelegten Feierschichten beseitigt werden soll, dann ist die Einführung der 10- Stunden- Woche unumgänglich notwendig. Der Unfug des Vollfctzens und dcr ungeregelten Belchäftigung hat unter den Belegschaften, die größte Empörung harvorzerufen. Es gibt Zechen, die an Feierschichten 1200 bis 1100 Kohlenwagen beladen. Ein bestimmter Teil der untcr Tage beschäftigten Arbeiter kann demnach ununterbrochen arbeiten, während der übrige Teil pro Woche ein bi? zwei Feierschichten aus- zuweisen hat. Während der eine Arbeiter an 26 bzw. 26 Arbeits- tagen im Monat jeden Tag beschäftigt wird, kann ein anderer nur 13 bis 17 Schichten verfahren. Im Preußischen Landtag ist schon vor e-niger Zeit durch den Bergorbeitarverband und die sozialdemokratisch» Fraktion eine Ab- stellung dieser Mißstände durch gesetzliche Maßnahmen gefordert worden. Das Hande-ministerium hat daraufhin«ine Untersuchung veranlaßt. Ueber deren Ergebnis ist bis jetzt noch nicht? bekannt- geworden Abhill« muß rasch erfolgen Gewerkschaft und Kremdenverkshr. Hotel-, Restaurant- und CafS-Angesiellten im Jahre 1951. Der Gchchcürsbcricht des Zentralverbandes der Hotel-, Restaurant, und Cafäangestellten für das Jahr 1931 gibt interessante Aufschlüsse darüber, daß die Beschäftigungs- und Ecschö-tslage im Gastwirtsgewerbc nicht nur von dcr Wirtschaftslage im allgemeinen, sondern auch von den innerpoütischen Verhältnissen wesentlich le- cinslußt wird. Wenn z. B. in B e r l i n in den ersten neun Monaten des voriaen Jahres eine Viertelmillion Fremder weniger gezählt wurde als im Jahre lSZO und in Heidelberg dcr Ausländervcrlchr 1931 gegen das Vorjahr um 38 Proz. zurückging, ist mit Sicherheit anzunehmen, daß nur ein geringer Prozentsatz dieses Rückzanges im Fremdenoerlehr den Kriscnwirkun- ocn auch in den anderen Ländern zuzuschreiben ist, sondern in der Hauptsache auf die Berichte der Auslandspresse über die politische Unsicherheit in Deutschland zurückgeführt werden muß. Die riesige Arbeitslosigkeit, die Kauskrafstzrosselung der noch arbeitenden Bevölkerung durch den fortwährenden Lohnabbau und die dadurch erzwungene weitere Einschränkung des Besuchs der Gast- und Vergnügungsstätten taten das übrige, um die Arbeits- losigkeit auch im Gastwirtsgewerbc bis zu einem nie gekannten Höhepunkt zu treiben. Dcr Monat Februar wies im ersten Halbjahr 1931 mit 83 136 Arbeitsuchenden den Höchststand auf: selbst im Juli, in welchem Monat sonst durch die Hochsaison in den Seebädern die stärkste Entlastung des ArbLitcmarktes eintritt, sank die Zahl der Arbeitslosen nicht unter 68 932. Ende November wurden im Gastwirtsgewcrbe bereits 101 677 Arbeitsuchende gezählt. Diese Entwicklung mußte sich natürlich auch auf den Zentral- verband der Hotel-, Restaurant- und Caseangestellten nachteilig aus- wirken. Einem Rückgang an Beitragseinnahmcn stand trotz der Kürzung dcr Unterstützungssätze eine Erhöhung der Ausgaben gegen- über. Die Hauptkasse hatte im Berichtsjahr eine Einnahme van 781319 M. und eine Ausgabe von 930 090 M. Von den reinen Beitragseinnahmen in Höhe von 636 108 M. wurde über ein Drittel, nämlich 222 387 Mk., an die Mitglieder in Form von Unterstützungen zurückgezahlt. In der Mitgliederbewegung ist erfreulick/erwcise kein so starker Rückschlag eingetreten, wie er infolge der besonders ungünstigen Bejchästigungslag« im Gastwirtsgewerbe erwartet werden mußte. Es gingen dem Zentralverband der Hotel-, Restaurant« und Cas«- angestellten im vorigen Jahr 2787 Mitglieder oder rund 9 Proz. seiner Mügliedschast verloren, so daß er zu Beginn dieses Jahres 27303 Mitglieder, darunter 7132 weiblich«, musterte. An Lohnbewegungen, die zu 80 Proz. Abwehrkämpfs waren, ist feit langer Zeit kein Jahr so reich gewesen wie das vorige. Sowohl die Zahl der Lohnbewegungen wie die der daran Bete» ligtsn ist gegenüber dem Jahr 19Z0 um mehr als das Doppelt» gestiegen. Der Wert der Organisation gerade in Arilenzeiten geht aus den Resultaten dieser Lohnbewegungen am deutlichsten hervor. Trotz der Ungunst der Verhaltnisse konnte noch für 1091 Personen eine Lohnerhöhung von 2931 M. pro Woche erreicht werden. Ab- gewehrt wurde für 22? 120 Personen ein Lohnabbau von insgesawr 713 163 M. pro Woche. Für 193 231 Personen trat ein Lohnabbau von 175 980 M. pro Woche ein. Wenn man berücksichligt, wie stark alle Gewerkichasten im vorigen Jahr duräz die wirtschaftliche und politische Entwicklung gehemmt worden sind, darf man ohne Ueberheblichkeit feststellen, daß die Krisenbilanz des Zentraloerbandes der Hotel-, Restaurant- und Eafeangestellten jeder sachlichen Kritik standhält. „Nun erst recht Hmdenburg". Von der Deutschen Telephonwerke und Kabelrnduftrie A.-G. wird uns unter Bezugnahme auf unsere Notiz in der Sfcorgen-- ausgäbe vom letzten Freitag geschrieben: ..Zur Vermeidung einer Störung des Arbeitssriedens inner- halb unserer Be'.riebc haben wir jede politische Betätigung inner» halb unseres Unternehmens, gleich von welcher Partei sie kommen mag, grundsätzlich untersagt und insbesondere die Verteilung von Flugblättern sowie das Ankleben von Wahlzetteln usw. oerboten. Trotzdem sind bei allen Wahlen die Wände und Treppenhäuser bekritzelt und mit WahlpropagandazeUeln beklebt worden. Wir haben in allen Fällen Leren sofortige Entfernung veranlaßt und auch versucht, diejenigen Personen zu ermiüeln, die immer wieder gegen unsere Anordnungen oerstoßen. Wir müssen entschieden bestreiten, daß dabei irgendwelche Unterschiede in der Partei- nchtung gemacht wurden.„Hochnotpeinliche" Untersuchungen sind in dem vorliegenden Fall« weder von uns vorgenommen, noch waren sie notwendig. Entlassungen sind in diesem Zusammen» hange weder ausgesprochen, noch) waren sie beabsichtigt: ein Ein- greifen des Betriebsrates hat nicht stattgefunden." Unser« Angaben müssen wir aufrechterhalten. Wenn der Leitung des Unternehmens die Vorgänge entweder nicht bekannt sind oder falsch dargestellt wurden, so würde sie durch eine Nach- Prüfung sich von der Richtigkeit unserer Angaben überzeugen können. Daß die Leitung des Unternehmens selbst diese Begünstigung der Nazis nicht veranlaßt oder billigt, wollen wir ihr ohne weiteres glauben. I�reie Gewerkschafts-Iuesnd Berlin Dieilstig, lt. April. Iglz �ll�r.� tagen �fcis Sruppin: Sewerl- 'chaft-haus: IÜgenSheim Gewerstchaslshau«, Engeluser 24—25. Aufgaben der Jugenbzenirale.— Stegliti: Iugcnbhelm Flenuningstr. Ud. teiinbesprechung. 1 Stunde WirtschaftsgeschlÄte.— Epaudau-Wil�ellnstadt: ugendheim Epartpla». Seeburg-r Straße. Erich.Äitstner.Abend.— Pankow: Nugendheim Kissingcnstr. 48. Zimmer 5. Dutheit funkt auf Well« Pankow.— Treptow: Jugendheim Elfenstr. 8(am Bahnhof Treptow). Traven-Abend.—■ Froukfurter Allee: Jugendheim Litauer Str. IL. Die internationale Gewerk- sch'ftzbewegung.— Sai-.drberg» Platz: Jugendheim Landsberger Str. 50. Die Mädel» gestalten den Abend au».— Licht-uberg: Jugendheim Dossestr. 22- Liederabend.— Neu-Lichtenberg: Jugendheim Sunterstr. 4t. Zills, der proletarische Zeichner.— Ostcadc: Jugendheim Karlzhorst. Treskowallee 44(Kant. Schule). Buch und Schallplatte.— Weddiua: Jugendheim Willdenowstr. 5, 2 Treppen, Zimmer 11. Bunter Abend.— Schpncmaide: Jugendheim Hagel werderstraß«, Mädchenschule, im Keller. Der Internationale Kewerkfchattsound — Adlershrs: Jugendheim Adlershof, Bismarckftr. 1. Wirbefeier in Köpenick — Der W:rb:abcod in Köpenick, Dorothcenfchul», Oberspreestraße, fällt not- ständchalber an». f?* Jugenöqnzppe des Zentralverdondes der Anqesiellten foyL Heute. Dienstag, finden folgende Veranfialtunaen Itott: EinfDrnngs- obend der Srvpv« Schöneberz tm Zuaendhiim Hauptstr. 15.— Licht: ! barg: Äuzeniheim Gunter'::. 44. Ausforacheobond: Unser Beruf.— S?oidm:st: Jug-ndheim Lehrter Str. 18— 19. L-leabend.— Dcr Sprech- und Be-oegung». chor übt ah 20 Uhr in der Turnhalle Baruther Str. 20.— Sesundbritunea: I Jugendheim Schönstedlftr. 1, parterre. Bunter Abend. uerM Tapete» Stillat. Kolonie- straße 9. Kie'üimosstücKa. tijiizsns usiu. 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