BERLIN Dienstag 12. April 1932 Der Abend Erscheint täglich außer Sonntags. Bugleich Abendausgabe des„ Borwärts" Bezugspreis fü beide Ausgaben 75 Vf. pro Woche. 3,25 m pro Monai ( Davon 87 Vf. monatlich für Zustellung ins Haus) im voraus tablbar oft being 3,97 m. einschließlich 60 Vf. Vostzeitungs und 72 Vf. Vostbestellgebühren Spätausgabe des„ Vorwärts 10 Pf. Nr. 171 B 86 49. Jahrgang Anzeigenpreis: Die einfvaltige Millimeterzelle 30 Dt.. Reklamezeile 2.-M. Ermäßigungen nach Tarif Bostscheckkonto: Borwärts- Verlag G. m. b. H., Berlin Rr. 37 536. Der Berlag behält sich das Recht der Ablehnung nicht genehmer Anzeigen vor' Redaktion und Ervedition: Berlin SW 68, Lindenstr. 3 Fernsprecher: Donboff( A 7) 292-297 Landtagsschluß! Aenderung der Geschäftsordnung beschloffen/ Schutz gegen reaktionär kommunistische Schiebungen Der Preußische Landtag hat heute mittag in einer voraussichtlich letzten Sigung vor seiner Ablösung durch den neuen Landtag vom 24. April eine wichtige Aenderung des§ 20 seiner Geschäftsordnung beschlossen. Nach dem bisherigen Wortlaut dieses Paragraphen mußte bei der Wahl des Ministerpräsidenten in dem Fall, daß im ersten Wahlgang sich feine absolute Mehrheit ergab, eine Stichwahl vor. genommen werden. Diese Bestimmung über die Stichwahl ist durch den heute gefaßten Beschluß des Landtags beseitigt. Die Sache steht somit jetzt so, daß ein neuer Ministerpräsident nur dann gewählt werden kann, wenn sich eine absolute Mehrheit für ihn findet. Die Abstimmung war namentlich. Rechtsparteien und Kommunisten obstruierten, indem sie sich an der Abstimmung nicht beteiligten. Es gelang ihnen indes nicht, das Haus beschlußunfähig zu machen. Zur Beschlußfähigkeit gehören 226 abgegebene Stimmen. Insgesamt wurden abgegeben 232 Stimmen, bei einer Enthaltung stimmten 228 Abgeordnete mit Ja und 3 mit Nein. Gegen diese jetzt beschlossene Aenderung der Geschäftsordnung ist eingewendet worden, daß der neue Landtag den Beschluß des alten wieder rüdgängig machen könne. Das ist vollkommen richtig, es ist aber ein Argument nicht gegen den jetzt gefaßten Beschluß, sondern für ihn. Der neue Landtag wird durch den Beschluß des alten in seiner eigenen Entschlußfreiheit nicht behindert. Er kann also die Geschäftsordnung abermals wieder ändern, und zwar dahin, daß der Ministerpräsident auch durch Stichwahl gewählt werden kann. Allerdings kann die Stichwahl des Ministerpräsidenten jetzt nur durch einen neuen Landtagsbeschluß wieder eingeführt werden. Der politische Sinn des foeben gefaßten Beschlusses ist aber folgender: Eine Mehrheit für die Wiedereinführung der Stich wahl wird im neuen Landtag aller Wahrscheinlichkeit nach nur dann vorhanden sein, wenn die Kommunisten für sie stimmen, das heißt, für eine Minderheitsregierung der Rechten wäre der Weg erst frei, wenn die Kommunisten durch eine abermalige Aenderung der Geschäftsordnung die Tür aufmachten. Die Kommunisten können nicht mehr durch bloßes Beiseitestehen das Zustandekommen einer Rechtsregierung fördern, sie werden, wenn sie die Rechtsregierung in den Sattel setzen wollen, zu einer positiven Handlung genötigt sein. Das ist in der Hauptsache der politische Sinn des eben gefaßten Landtagsbeschlusses. Der neue Landtag kann eine Rechtsregierung bekommen, wenn eine Mehrheit es will, d. h. wenn auch die Kommunisten durch eine neue Aenderung der Geschäftsordnung und durch sonstige Zutreiberdienste ganz offen die Entscheidung zugunsten der Rechten herbeiführen. Die Sicherung, die durch den heutigen Landtagsbeschluß dagegen geschaffen wird, daß in Preußen mit tommunistischer Hilfe eine Minderheitsregierung der Rechten ans Ruder kommt, bleibt also problematischer Natur. Die Hauptaufgabe werden die Wähler zu leisten haben, indem sie der schwarzweißroten Hakenkreuzreaktion am 24. April eine unzweideufige Absage erteilen. SPO Unsere Fahnen im Sportpalast KPD- Funktionäre bei Hitler! Ueberläufer ausgerechnet in Braunschweig ,, Vaterlandslose Gesellen." Der„ Zag" findet sie in der Sozialdemokratie. vaterlandslosen Gesellen. Hugenbergs Tag" geht heute morgen auf die Suche nach Braunschweig, 12. April.( Eigenbericht.)| Amt auch tatsächlich auszuüben. Bisher scheint Hitler Die KPD. im Lande Braunschweig ist in totaler Auf-| wenig Neigung zur Einlösung seines Versprechens zu spüren. lösung. Der Rückschlag bei der Wahl am letzten Sonntag betrug in den bisherigen KPD.- Hochburgen bis zu 80 Proz. Die K PD.- Funktionäre folgen nunmehr den Wählern ins Hitler- Lager nach. In Blankenburg a. H. stellten am Montag die meisten kommunist i= schen Funktionäre der dortigen Ortsgruppe den Antrag an die Nazipartei um Aufnahme. Die Faschisten haben die Thälmänner mit offenen Armen aufgenommen. Die gleiche Flucht kommunistischer Parteimitglieder wurde in Schöningen, Helm stedt, Wolffenbüttel, Lengelshausen und demokraten, teils von Nicht sozialdemokraten stammen. Die echt in Braunschweig beobachtet. Hitler foll Dienst antreten! Der Minister Küchenthal wurde heute von dem sozialdemokratischen Abgeordneten Thielemann gefragt, ob der Regierungsrat Hitler noch in braunschweigischen Staatsdiensten stehe, und, falls dies zutreffe, wann dieser Beamte seinen Dienst aufnehmen wolle. Küchenthal lehnte eine mündliche Antwort ab. Er wird nunmehr durch eine kleine Anfrage zur Auskunft gezwungen werden. Seinerzeit ist Hitler nur unter der Bedingung als braunschweigischer Staatsbeamter von der hiesigen Volkspartei akzeptiert worden, wenn er sich verpflichtete, sein Von den nationalsozialistischen Dokumenten des Landesverrats, von den Enthüllungen Otto Brauns, von der Lauenburger Rede Hitlers weiß er nichts. Dagegen bringt er einen Mischmasch von Zitaten, die teils von bekannten Sozialsozialdemokratischen Zitate von Wels, Heilmann, Nölting usw. haben mit dem Beweisthema überhaupt nichts zu tun. Sie sind nur dazwischen gemischt, um den Anschein zu erwecken, als wären die anderen Zitate gleichfalls echt. Unter diesen anderen befindet sich ein 3itat, in dem erklärt wird, daß unter Umständen Landesverrat Ehrensa che sei. Und unter diesem Zitat steht Friz Küster. Sozialdemokratischer Reichstagsabgeordneter." Friz Küster ist nicht Sozialdemokrat. Er war niemals Reichstagsabgeordneter. Wir stellen fest: An dem Tag, an dem der Landesverrat des nationalsozialistischen Parteiführers offenkundig wird, erfindet sich der Tag" einen sozialdemokratischen Reichstagsabgeordneten, um die Sozialdemokratie des Landesverrats zu beschuldigen! Frauen für ein loziales Preußen! Am Mittwoch, dem 13. April 1932, 19% Uhr, im Saalbau Friedrichshain- Ansprachen halten die Genossinnen Gertrud Hanna, MdL., Helene Schmitz, MdL. und Käthe Kern Aschenregen über Chile. Vulkanausbrüche in den Cordilleren.— Echwefelgase behindern die Atmung. Santiago de Chile, 12. April. C*n Chile und Argentinien wurden Erdstöfie verspürt, denen Ausbrüche des Riesenvulkans Tin- guiririca und anderer kleinerer Vulkane in den Zcntral-Andcn folgten. Die bei den Ausbrüchen aus- geworfene Asche, die vom Wind fortgetragen wurde, verdunkelte weithin den Himeml und senkte sich wie ein dichter Mantel über zahlreiche Gegenden nieder, so den Schrecken vermehrend, der infolge der Erdstöstc unter der Bevölkerung der Städte und Dörfer verbreitet worden war. Der Verkehr mußte unterbrochen»verde», und in einzelnen Lrtschaften lvar die Dunkelheit so st a r k, das; es den Leuten zeitlveise nicht»nöglich ivar, ihren beruflichen Lbliegenhcitcn nachzugehen. Lpfcr der Naturkatastrophe sind bis seht nicht gemeldet worden. Die von ihre berührten Gegenden erstrecken sich über einen Landstrich von schähungstvcise KöO Kilometer Länge und llKM) Kilometer Breite. Buenos Aires, 12. April. Die Auswirkungen des Bulkanausbrnches im Cordillerengebirge erstrecken sich ans einen Umkreis von 500 Kilometer. Die aus- strömenden Schwekelgase behindern die Atmung. Der Boden des Dorfes Zft a I a r g u e ist so aufgerissen, dag man befürchtet, das Dorf werde völlig vom Erdboden verschwinden. Zu der Gegend von Buenos Aires sind schähungsweise zwei Millionen Kubikmeter vulkanische Asche und Sand niedergegangen. Ein Meteorologe hat festgesielll, dag der Aschenregen in 48 Stunden bis nach Europa gelangen könnte. Erloschene Vulkane in Tätigkeit. Das Gebiet der Erdbeben und Vulkanausbrüche erstreckt sich über eine Strecke von über 700 Kilometer. Es reicht von Santiago bis südlich von Concepcion. Ein Bulkan nach dem andern, die sast alle für erloschen galten, hat seine Tätigkeit wieder ausgenommen. Unaufhörlich wird der Boden von starken Erdstößen er- schüttert. Die ganze Gegend ist mit Aschenwolken bedeckt. Selbst in Montevideo, das etwa 1300 Kilometer von dem nächsten Vulkan entfernt ist, ist dichter Aschenregen gefallen. Viele Leute haben Schirme aufgespannt, andere haben sich Tücher vor Mund und Nase gebunden, um sich vor dem Einatmen der Asche zu schützen. In den Berggegenden werden Menschenverluste befürchtet. Die Fernsprech- und Telegraghenleitungen nach dem Vulkangebiet sind größtenteils unterbrochen. Die chilenische Re- gierung hat ein Flugzeuggeschwader nach dem Gefahrengebiet ent- sandt, das Beobachtungen anstellen soll. Im Neuquen-Gebiet mußten viele Städte am Tage wegen der Dunkelheit infolge des Aschenregens Licht brennen. Der Aschenregen hat stellenweise auch große Ver- kehrsstörungen zur Folge gehabt. So können sich Autos und Eisenbahnzüge nur mühsam durch die am Boden liegende Asche Hindurcharbeilen. Einige Städte in der Provinz Mendoza in Argen- tinien haben dringend Sauerstoffapparate angefordert, da sie durch Aulkangase schwer gefährdet seien. Im Berggebiet von Patagonien ist ebenfalls ein Vulkan ausgebrochen, so daß man auch für Süd- Chile große Befürchtungen hat. In dem Departement Saint Raphael liegt die Asche, die durch den Ausbruch des Vulkans Descabezad herausgeschleudert worden ist, b i s zu 6 0 Zentimeter hoch. Südlich von Mendoza wurden verschiedene starke Erdstöße verspürt. Dauernd werden Explosionen gehört. Hugenberg ist auch noch da! Er seht sich mit den Nazis auseinander. Um daran zu erinnern, daß es auch noch ein« Deutfchnationale Partei gibt— man konnte es fast vergessen— hat Hugenberg gestern in Hannover eine Rede gehalten, in der er über den großen Bruder mit dem Hakenkreuz stark lamentierte. Manches war dabei recht aufschlußreich. So erzählte er, bereits eine Woche nach Harz- bürg hätten sich die Nazis schon wieder zurückgezogen, man habe jedoch den Schein des Zusammengehens bewahrt,„um diesen leuchtenden Zielpunkt der Hoffnungen für Millionen nicht anzutasten." Weniger poetisch ausgedrückt heißt das: Man hat den Massen etwas vorgeschwindelt. Die Mißgeburt von Harzburg war schon nach einer Woche tot, man hat sie aber ausgestopft aufs Pferd gesetzt, um den Anschein zu erwecken, als sei sie noch lebendig. Hugenberg bestätigte dann, daß die Nazis bereit gewesen wären, an der Errichtung eines Kabinetts Dr. Gehler mit Brüning als Außenminister mitzuwirken. Später sei er, Hugenberg, bereit gewesen, einen Nazi als Reichskanzler zu konzedieren. Jetzt will Hugenberg offenbar einen Nazi an Stelle Brauns als preußischen Ministerpräsidenten. Für eine neue Harzburger Koalition, die einstweilen noch gar nicht besteht, will er die Mehrheit in Preußen, denn nur sie gewährleiste,„daß ohne Um stürz und Unruhe die nationale Idee und die wirtschaftliche Ver- n u n s t zur Herrschaft gelangen". Die neue Arbeitsteilung ist offen- bar so gedacht, daß die Deutschnationalen von Ruhe und Ordnung reden, während die Nazis zum Putsch rüsten und dann die Nazis sozialistische Redensarten machen dürfen, während der Großkapitalist Hugenberg für„wirtschaftliche Vernunft" in seinem Sinne sorgt. Das wird dann wunderschön werden, und wer nicht einsieht, daß zu diesem edlen Zweck Braun und S e v e r i n g weg müssen, dem ist eben überhaupt nicht zu helfen! Hitlers Kußtritt für Hugenberg. 5) i t l e r hat einem Korrespondenten der„Time s" eine Unterredung gegeben. Dabei bezeichnete»r die Bemühungen zur Bildung einer vereinigten deutschnationalen-nationalsozialistischen Front als überflüssig, da er sagen könne, daß die Nationalsozialisten jetzt annähernd die gesamte nationale Opposition darstellten. Sprung vom Noer Erben ist seit längerer Zeit erwerbslos. Schöne war längere Zeit Haus- msister bei einem Arzt in Rehfeld im Kreise Torgau. Er ist 47 Jahre alt. t i Zinsfronherr flaggt Hakenkreuz. Man schreibt uns: Am letzten Wahltag fiel in Neutempelhof der Häuserblock Mussehlstraße— Burgherrenstraße, der der Bau- genossenschaft Süd G. m. b. h. gehört, durch besonders reichliche hakenkreuzbeflaggung auf. Es ließ sich allerdings fest- stellen, daß fast sämtliche Flaggen der Hausverwalter Simon teils in der eigenen, teils in leerstehenden Wohnungen, ferner in einer von ihm gegründeten Geschäftsstelle der Nazis an- gebracht hatte, die dadurch entstanden ist, daß von einer Zwei- zimmerwohnung durch unsoziale Verkleinerung noch ein Zimmer abgeschlagen worden ist. Das Naziprogramm fordert bekannt- lich„Brechung der Zinsknechtschaft". Davon können die Mieter des Herrn Simon ein Lied singen. Die leerstehenden Wohnungen (Mittelwohnungen!) kommen nämlich daher, daß in diesem Block wohl so ziemlich die hoch st en Mieten für Altwohnungen in ganz Berlin gefordert werden. Die lOprozentige Mietsenkung der vierten Notverordnung ist hier nicht durchgeführt— wegen angeblicher Auslandshypotheken. Ein Teil der Mieter klagt, andere haben gekündigt. Ihnen erklärte Herr Simon lächelnd:„Bei dem Mangel an Kleinwohnungen finde ich allemal noch Mieter, auch zu den jetzigen Mieten." Diese betragen notsbene für Zweizimmerwohnungen(ohne Heizung) SO Mark monatlich, für Dreizimmer- Wohnungen 116 bis 126 Mark. Eine leerstehende dunkle Vier- zimmerwohnung soll mit Heizung gar 176 Mark monatlich bringen. Außerdem weiß die Verwaltung sich auch noch alle möglichen Nebeneinnahmen zu verschaffen. Für die Anbringung einer Dachantenne auf dem Häuserblock werden 16 bis IS Mark jährlich(!) gefordert, für die Genehmigung eines Wohnungs- tausches zwischen zwei Mietern chres Häuserblocks verlangte die Haus- Verwaltung für sich eine„Entschädigung" von 2S Mark pro Zimmer(!), andernfalls sie die Genehmigung ver- weigerte. hieraus kann sich jeder ein Bild machen, wie die„Brechung der Zinsknechtschaft" unter dem Hakenkreuz aussieht, wenn die schlimmste M i e t z i n s f r o n s ch a f t sich ungeniert mit der haken- kreuzflagge schmückt!_ Premier envcrschiebung. Die Premiere des Gastspiels Margarete S l e z a k im„Theater d e s W e st e n s m.�E h e k a r u s s e l l" ist aus Mittwoch, 13. April, verschoben worden. Die Karten behalten Gültigkeit. Im Museum sür Naturkunde spricht Mittwoch. 6 Uhr, Dr. Hering über „T i e r s a n g e n d e Pflanzen". SonddrauSstellung:„Die Vögel und Säugetiere des Tiergartens". Eintritt frei. Wekler für Berlin. Kühl und veränderlich mit einzelnen Schauern.— Für Deutschland. Im Nordosten trübe und veränder- lich mit Temperaturrückgang. Im übrigen Reiche kühles und un- beständiges Wetter. Im Westen und Süden beginnende Besserung. Oer Besieger der Zahl pi Ferdinand Lindemann 80 Lahre alt Der Senior der deutschen Mathematiker, Ferdinand Lindemann, begeht heute seinen 86. Geburtstag, zugleich jährt sich zum 56. Male die Leistung, die seinen Namen weit über die Fachkreise hinaus bekanntgemacht hat, sein Beweis von der Unmöglichkeit der Quadratur des Kreises. Er erledigte damit ein Problem, das die mathematische Welt seit 4666 Jahren in Atem gehalten hatte. Es handelt sich darum, die Länge der Seite eines Quadrates darzustellen, dessen Inhalt gleich dem eines gegebenen Kreises ist, oder, was auf dasselbe hinaus- kommt, eine gerade Linie zu zeichnen, die genau gleich dem Umfang des Kreises ist. Für alle praktischen Zwecke kann man das mit vollständig genügender Genauigkeit, aber die Methematiker erklären sich erst befriedigt, wenn es gelingt, die Konstruktion ohne andere Hilfsmittel als Zirkel und Lineal durchzuführen, hierzu ist es nötig, den Kreisumfang als ein Bielfaches des Kreisdurchmessers zu ermitteln, d. h. die Zahl anzugeben, die besagt, wie oft der Durch- mesier des Kreises in seinem Umfang enthalten ist. Man bezeichnet diese nicht völlig genau angebbare Zahl mit dem griechischen Buch- staben-(pi), und schon die alten Aegypter gaben sie um 2666 v. Chi. zu 2ö6/81 an. Der berühmte griechische Mathematiker Archimedes |(gest 212 v. Chr.) beschrieb regelmäßige Vielecke in und um den ! Kreis, welche sich mit zunehmender Seitenzahl dem Kreise immer mehr anschmiegen, und ermitteUe mit Hilfe des 96ecks, daß sie zwischen 3'%t und 3'/? liegen muß. Der Wert 3'/? wird heute noch als für fast alle praktischen Zwecke genügend vielfach gebraucht. Auf dem von Archimedes gewiesenen Weg« fortfahrend kam ! man zu immer genaueren Worten; am weitesten kam der holländische I Mathematiker Ludolf van Ceulen(1546—1616), der die Vieleck« über das Milliardeneck hinaus trieb und dadurch die Zahl r bis auf 35 Dezimalstellen genau erhielt. Um 1666, mit Erfindung ,der Infinitesimalrechnung, beginnt eine andere Methode der Berechnung, nämlich durch Redhenentwick- lungen, durch die man sehr schnell zu sehr vielen Stellen kommen kann; so wurde die Zahl~ aus mehrere hundert Dezimalstellen, schließlich gar auf 766 Stellen genau berechnet. Nachdem der große Mathe- matiker Leonhard Euler z1767— 1783) den Zusammenhang der Kreisfunktionen mit den Potenzen nachgewiesen hatte, konnte man sehr bald beweisen, daß man gar nicht an ein Ende kommen kann, daß x eine sog. irrationale Zahl ist. Freilich war damit die Unmöglichkeit der Kreisquadratur in mathematischem Sinne noch nicht bewiesen, die Diagonale eines Quadrats z. B. läßt sich sehr leicht ziehen, wenn die Seite gegeben ist, und doch läßt sie sich nur durch eine irrationale Zahl aus der Länge der Seite angeben. Aber die Ueberzeugung, das- nicht nur eine irrationale, sondern eine transcendente Zalzl sei, d. h. überhaupt nicht als Wurzel einer algebraischen Gleichung dargestellt werden kann, womit die Unmöglichkeit der gesuchten Konstruktion erwiesen wäre, griff doch in den Kreisen der Mathematiker immer mehr um sich. Von nun an richteten sich die Bemühungen zahlreicher hervor- ragender Mathematiker darauf, die Transzendenz von* auch wirklich zu beweisen, und endlich gelang dieser Beweis im Jahre 1882 dem damals noch jungen, erst 36 Jahre alten Ferdinand Lindemann, der bereits Professor an der Universität Freiburg war. Im folgenden Jahre folgte er einem Ruf an die Universität Königsberg und wieder 16 Jahre später nach München, wo er bis zu seinem Rücktritt vom Lehramt wirkte und noch heute lebt. Seine zahlreichen mathematischen Arbeiten, die sich u. a. auch mit der Auflösung algebraischer Gleichungen durch transzendente Funktionen beschästigen, haben lediglich sachwissenschaftliches Interesse. Vor vier Jahren noch unternahm der rüstige Greis eine Reise nach Aegypten zum näheren Studium der Entwicklung der Ziffern, Gewichte und Gewichtssysteme bei den alten Aegyptern. Der Gelehrte hat vor dem Krieg« an den> internationalen Austausch der Wissenschaften wacker mitgearbeitet. Er war einer der Führer der internationalen Association der Akademien. Er hat auch die Hauptwerke der neueren französischen Mathematik übersetzt (Henry Poincare u. a.). Lr. L. Gegen die Zensur! Kundgebung der Liga im Herrenhaus. Es ist nicht so sehr das Verdienst des gewiß Qualitäten auf- weisenden, aber keineswegs überragend wertvollen Films„Kuhle Wampe", daß er in den Bordergrund der öffentlichen Ausmerk- samkeit gerückt ist: es ist dies die Schuld einer subalternen Zensur, > die alles vernünftige Augenmaß verloren hat. Es ist verdienstlich j und in der Ordnung, daß gegen die Knechtung und Versklavung i der freien Meinungsäußerung und der künstlerischen Gestaltung protestiert wird: es kommt aber darauf an, auf welche Weise dies j geschieht. Und da muß gesagt werden, daß die Kundgebung im > Herrenhaus nicht befriedigte. Solche Proteste müssen einer Grund- sovderung genügen: sie müssen aus einem einheitlichen Geist sein. Dr. Rudolf A r n h e i m und Ernst O t t w a l d erkannten die Berechtigung der Zensur, auch der knebelnden Zensur, im Grunde durchaus an. Sie waren lediglich nicht mit der Richtung einverstanden. Zensur ist für sie«in« Machtsrage und einzig im politischen Kampf wird nach ihrer Meinung entschieden, der sich dieser Macht bedient. Das ist kommunistische These, die man vertreten mag oder nicht, von der aus es aber jedenfalls keine Brücke zu der demokratischen und von den anderen Rednern vertretenen These gibt, die an die Möglichkeit einer freiheitlichen und großzügigen Handhabung der Zensurbestimmungen auch im gegenwärtigen Stadium glaubt. Dr. Rudolf O l d e n, der nur leider rhetorisch allzu unwirksam ist, befaßt« sich mit den mühseligen Konstruktionen des Reichsge- ricksts im Prozeß Scheringer. Dr. Max H o ch d o r f trat warm für den zu 1 Jahr 6 Monaten Gefängnis Verurteilten Karl von Ossietzky ein, dessen Tapferkeit und Bekennermut auch dem politischen Gegner höchste Bewunderung einflößen müssen und bedauerte, daß die deutschen Geistigen nicht jenen Sinn sür Berufskameradschaftlichkeit besitzen, der ihre französischen Kollegen auszeichnet. Fritz Engel schilderte die Arbeitsweise der verschiedenen Zensurstellen und rühmte die Toleranz des beim Berliner Polizeipräsidium bestehen- den Kunstausschusses als erfreulich« Ausnahmeerscheinung. Herberg I h e r i n g erwähnte, daß, wenn es gar nicht anders gehe, auch Feuerwehrbestimmungen herangezogen würden, um mißliebige Theateraufführungen unmöglich zu machen, und Landgerichtsrat Dr. Hollen zeugte für die Freiheit der Kunst. Die von der„Liga für Menschenrechte" veranstaltete Kundgebung wurde von Ernst Toller geleitet, dem, soweit er selbst zur Sache sprach, nachzu- rühmen bleibt, daß er als Dichter weit mehr zu sagen hat denn als Politiker._ H. B. Oie,)HeiligeLohanna der Gchlachihöfe" Sendung der Funkstunde. Die Fragen:„Kann man Bühnenwerks vor dem Mikrophon spielen?— Soll man sie nur lesen?" haben schon manches Glaubens- bekenntnis maßgebender Stellen ausgelöst. Daß auch hier alle Theorie grau ist, haben künstlerische Taten bewiesen, die solche engen dogmatischen Grenzen erfolgreich sprengten. Was aber in dieser Sendung der„Heiligen Johanna der Schlachthöfe", eines bisher unaufgejührten BUHnendramas von Bert Brecht, versucht wurde, war zuviel des Guten. Man spielte mit dramatischem Elan einzelne Szenen, erzählte dazwischen die Verbindungsstücke nicht sachlich, sondern gefühlsbetont wie für Minderbegabte, und übergoß das Ganze mit einer lobtriefenden kritischen Tunke. Die Berliner Funkstunde hat Bert Brecht und seinem Werk mit dieser Aufführung einen schlechten Dienst getan; den Hörern auch. Mit wahrscheinlich sehr großem Auswand ist diese Sendung aus Schallplatten aufgenommen worden, die dann für die öffentliche Darbietung abgespielt wurden. Man hätte also höchste Ansprüche mindestens in bezug auf formale Geschlossenheit stellen können. Doch auch davon war nichts zu spüren. Die Schauspieler schienen zur vollen Auswertung ihrer dramatischen Mittel, ohne Rücksicht auf das Wort, angestachelt worden zu sein. Von einer angleichenden oder zusammenfassenden Regie war nichts zu spüren. Jeder redete nach eigenem Ermessen draus los. Ernst Busch und Helene Wcigel waren die einzigen, die in ihren Rollen nicht ihren Stil des Werkes, sondern seinen Mikrophonklang und in ihm Ausdruck seines Sinnes suchten. Eine Kritik an der Dichtung ist auf Grund dieser Sendung nicht möglich. Man ahnte manchmal ihre Gesamttendenz: man erlebte sie. Nur in einzelnen Momenten empfing man einige stärkere Ein- drücke. Die leise Kantinenszene, in der eine hungrige Arbeiterfrau l für einige Mittagessen ihr Herz und ihr Menschentum verkauft, erzählte mehr und erschütternder von der Macht des Geldes als irgendein» der grell aufgezogenen Bilder, die diese Grundtendenz des Werkes beleuchten sollten. Tes. Oer neue Marlene-Oietrich-Film. Schanghai-Expreß im Mozarstaal. Auf dem Bahnhos von Peking soll der Schanghai-Expreß ab- gehen. Es herrscht ein ungeheures Gedränge von Kulis, Gepäck- stücken, andrängenden Passagieren und Soldaten, die in einem Panzerzug den Expreß eskortieren. Wie kein zweiter versteht es Josef von Sternberg, dies befremdende und von Lärm erfüllt« Durcheinander malerisch zu schildern. Er ist der geborene Regisseur des Milieus mit seinen Tausenden von Cinzelzügen. Der Zug setzt sich in Bewegung, und wir sind drei Tage Miterlebende seiner Fahrt und seiner Abenteuer. Ein merkwürdiges internationales Publikum erfüllt ihn, charakteristische Typen werden entwickelt: Vertreter fremder Militärmissionen, ein englischer Stabsarzt, ein Reverend, ein großer Krakeeler, eine Penstonsinhaberin, die mit ihrem Hünd» che» reist. Vor allem aber sind es zwei Damen, die in höchstem Maße die Aufmerksamkeit wecken, die überaus elegante und auffällig« Schanghai-Lilli und ihre chinesische Begleiterin Hue Fei. Allerlei Zwischenfälle ereignen sich. Bei der Paßkontrolle wird ein Chinese abgeführt, ein politisch Verdächtiger. Ein chinesischer Mischlina, Henry Chang, läßt unterwegs den Zug durch seine Banditen auf- halten, es gibt eine Schießerei, die den ganzen Wahnwitz der chine- fischen Bürgerkriege enthüllt. Der englische Stabsarzt wird als Geisel gefangengesetzt und soll, da er sich an d�m Chinesen vergriffen hat, geblendet werden. Schanghai-Lilli rettet ihn, indem sie dem Banditenführer Chang sich selber verheißt. Aber ihre chinesische Freundin ersticht den Chang, die Europäer können flüchten, und der Zug setzt sich wieder in Bewegung. Der Stabsoffizier und Lilli kannten sich bereits früher. Das Geflüster um die abenteuernde Dame hat ihn nicht abgehalten, ihr erneut seine Liebe zu erklären, aber die Geschichte mit Chang, die er zunächst nicht durchschaut, läßt ihn resignieren. Nach langem Hin und Her finden sich die beiden doch, und auf dem Bahnhof in Schanghai umarmt sich, wie erwartet, ein glückliches Paar. Die Handlung hat, wie man sieht, einen stark kolportagehaften Charakter, und die Liebe-geschichte, die in dieser Form einst große Literatur bedeutet hat, ist heute nur noch Kirsch. Es gibt Stellen, wo vernichtendes Gelächter herausplatzen möchte. Trotzdem fesselt der Film, weil er unvergleichlich lebendige Szenen aus der Wirk- lichkeit von heute wiedergibt. Die vorgeführten Typen kommen alle sehr charakteristisch heraus, Warner Oland ist uns von ähnlichen Rollen her schon bekannt. Wiederum erfreut man sich der stillen verhaltenen Art der May Wang, Donald H a r v e y, der Stabs- arzt, ist ein Prachtexemplar eines etenso beherrschten wie mutigen Engländers. Die Schanghai-Lilli gibt Marlene Dietrich Gelegen- heit, ihren ganzen faszinierenden Zauber der Erscheinung, des feinen Gesichts wirken zu lassen. Sie ist als große Kokott«, die in Stimme und Gesicht sich nicht verleugnet, immer noch Dame. Trotzdem: der starke Eindruck, den sie im„Blauen Engel" er- zielte, ist nie wieder erreicht worden, auch nicht in diesem Film. Es wäre Zeit, daß ihr Regisseur sie einmal von einer anderen Seit« zeigen würde und In einem anderen Milieu. Der„Blaue Engel", der eben wieder in der Kamera gezeigt wird. ist. obwohl er einer der ersten Tonfilme war, immer noch unerreicht. Ersreuilicherweise hörte man wieder einmal in dem festlich ge- schmückten Theater ein Orchester, noch dazu unter Stenzeels Leitung. Aber es gab mehr Lärm als Musik. O. Letzies Walier-Konzert. Eine Haydn-Symphonie, ein Klavierkonzert von Mozart(hier war der Dirigent sein eigener Solist), Beet- Hoven s„E r o i c a"— so klingt der Konzertzyklus Bruno Wallers mit dem Philharmonischen Orchester aus; und er versteht es, an den Wiener Klassikern das Wienerische mehr zu betonen als das Klassische. Unnachahmlich die Grazie, mit der er mühe- und absichts- los scheinbar den Erzmusikanten Haydn so hinmusiziert, unbeschreib- lich der Charme, mit dem er Mozart spiell, klangselig, träumerisch (zum Entsetzen sicher alle? sachlichen Beckmesser) ohne rhythmische Ideale, ohne motorischen Ehrgeiz, ohne gläsernen Ton und glitzernde Technik, im Gegenteil, so beseelt wie man es nach der Theorie lich der Charme, mit dem er Mozart spielte: klangselig. träumerisch im Stil Schumanns beinah und dem des großen Mozartdichters Hoffmann. Der Eroica fehlte die letzte Kraft, die letzte Besessenheit: auch im Schmerz voch war sie von vornehmer Zurückhaltung, in der tiefsten Trauer noch von adliger Lässigkeit, eher schön als gewaltig, eher aristokratisch als heroisch— sie war einfach zu schön gespielt. Das aber war sie: hingezaubert von einem Grandseigneur des Klangs und einem unserer größten Meister de» Taktstocks. A. W. Zwei Wege. Arbeitsbeschaffung oder Streif? Der außerordentliche Gewerkschaftskongreß, der morgen in Serlin im Reichstagsgebäude zusammentritt, wird sich ausschließlich mit der Frage der Arbeitsbeschaffung befassen. Der Kongreß wird keine akademischen Erörterungen pflegen. Er zeigt gangbare Wege zur Beschaffung öffentlicher Arbeiten und fordert vom Reich, einige Arbeitsprojekte zu finanzieren. Was fehlt, ist nicht etwa die Arbeit, es sind die Gelder zu ihrer Ausführung. Es dreht sich also darum möglichst große Geldquellen zu erschließen, um eine möglichst große Zahl erwerbsloser Arbeiter beschäftigen zu können. Der Kongreß ist sich von vornherein der verhältnismäßig engen Grenzen dieser Möglichkeiten bewußt und daher weit davon entfernt, das Blaue vom Himmel zu fordern. Die Kongreßdelegierten find sich aber auch darin einig, daß bei einiger Anstrengung immerhin noch manches geschehen tann, um notwendige öffentliche Arbeiten nicht länger aufzuschieben, sondern sie vorsorglich in Angriff zu nehmen. Für die„ Notleidenden" in der Landwirtschaft, dem Handel ( einschließlich der Banten) und der Industrie war bisher immer noch einiges Geld vorhanden. Kann das Reich auch nicht alle Arbeitslose mit Arbeit versorgen, so kann es doch einem gewissen Teil von ihnen Arbeit bieten, und wenn nicht dauernd, so doch für längere Zeit. Der Kongreß fann weder die Weltwirtschaftsfrise beseitigen, noch die privatfapitalistische Wirtschaftsweise aus den Angeln heben. Dadurch hat es der Kongreß von vornherein mit der KPD. und ihrer ,, revolutionären" RGD. verdorben. Doch wenn er nicht tagte, wenn die Gewerkschaften keine Arbeitsbeschaffung forderten, wären sie in diesem Punkte natürlich nicht besser daran. Das ist an sich denn auch ziemlich belanglos. Es ist jedoch für die Arbeiterschaft recht lehrreich, zu wissen, was denn nun eigentlich die über den Arbeitsbeschaffungsschwindel" des ADGB. schimpfenden Revolutionäre" selber zur Entlastung des Arbeitsmarkts tun wollen. Die Herrschaften sind in der angenehmen Lage, sich auf die Ausgabe von Parolen beschränken zu können. In unserem Falle ersparen sie sich selbst die geringen geistigen Unkosten zur Aufstellung einer neuen Parole. Sie empfehlen ihre Universalsalbe gegen alle sozialen Krankheitserscheinungen: den Streit. Sie wollen ,, Erhöhung der Wohlfahrtsunterstützung, Zusakunterstützungen in Form von Naturalien. Kleidung, Mietzuschüssen usw." und fordern die Arbeitslosen auf, gegen den ,, Arbeitsbeschaffungsschwindel" des ADGB. zu kämpfen, für die Arbeitsbeschaffungsforderungen der KPD. und RGO., die so ,, vorsichtig" aufgestellt sind, daß sie unerfüllbar und deshalb als Forderungen weiter zu gebrauchen sind. Streif, Streit und nochmals Streit! Die Streifunterstügungen aber sollen die Gewerkschaften zahlen, während die KPD.- RGO. sich mit der ,, fiegreichen Führung" der Streits begnügt. Die Arbeitslosen brauchen Arbeit, die KPD. gebraucht Streifs. Die Aussichten für die Arbeitslosen, an Stelle der durch wilde Streifs außer Arbeit gebrachten Streifenden in Arbeit zu kommen, sind sehr gering. Die Zahl der Arbeitslosen wird dadurch nicht geringer. PROGRAMM ür die Zeit vom 12. bis 14. April BTL Potsdamer Straße 38 Zwei in einem Auto mit Magda Schneider, Karl Ludw. Diehl, Richard Romanowsky W. 5, 7, 9 Uhr Die Fuhrherren fahren verkehrt. Ihre Innung fährt sie auf den Holzweg. Das neue Lohnabbaudiktat der Berliner Fuhrherreninnung, über das wir am Sonnabend im Vorwärts" ausführlich berichteten, hat unter den Arbeitern des Schwer- und Leichtfuhrgewerbes eine starke Erregung hervorgerufen. Die Berliner Fuhrherreninnung kann bestimmt den traurigen Ruhm für sich in Anspruch nehmen, von allen Unternehmern in Berlin die Arbeiterlöhne im Laufe von 1½ Jahren am stärksten gedrückt zu haben, nämlich um 22½ bis 28 Pro 3. ,, wobei die übrigen Abzüge für Pferdepflege usw. noch gar nicht eingerechnet sind. Der neue Beschluß der Fuhrherreninnung, in der laufenden Lohnwoche die Löhne abermals, und zwar diftatorisch um 15 bis 16 Proz. zu kürzen und für die Pferdepflege überhaupt nichts mehr zu zahlen, wird sicherlich den Neid der ärgsten Scharfmacher im Berliner Unternehmerlager wachrufen. Nicht einverstanden mit diesen Mussolini- Methoden sind aber die im Gesamtverband organisierten Arbeiter des Schwer- und Leichtfuhrgewerbes, die am Montag in einer Bersammlung zu diesem Innungsbeschluß Stellung nahmen. Lediglich aus dem Grunde, weil das Gros der Fuhrunternehmer den Arbeitern diesen Innungsbeschluß noch nicht zu unterbreiten gewagt hat, nahm die Versammlung davon Abstand, Kampfbeschlüsse für die ganze Branche zu fassen. Der Lohnkommission wurde Vollmacht gegeben, die in der vorigen Woche abgebrochenen Schlichtungs= verhandlungen wieder aufzunehmen. Das neile Buch Maurice Baring:" Daphne Adeane" Ueberlebensgroße ausweiten darf: sie ist die an die Schranken erat ter Beschreibung nicht gebundene heimliche Kraftzentrale, die das Schicksal der Personen auf der Lebensbühne mit ihren dämonischen Energien verwirrt. Eine hohe und mit feinsten Schattierungen arbeitende Erzählungs- und Charakterisierungskunst ist hier am Werke. Jede Seite ist überlagert von einem nervösen Feingefühl für erlesene Lebenskultur: aber das Ganze zerrinnt einem unter den Fingern und es bleibt nichts, woran man sich halten kann. Man stellt die Frage: Wie nähme sich Barings Seelenlandschaft wohl unter anderem, kälterem sozialen Klima aus? Es ist schließlich nicht zu leugnen, daß etwa auch Arbeitslose eine den Rätseln der Liebes- und Freundschaftsbeziehungen aufgeschlossenen Seele haben: aber wie kommt es dann, daß in ihrem Leben die Baringschen Probleme unter feinen Umständen zu solcher Blüte und Reife gedeihen könnten? Sollte am Ende die Tiefe, in die Baring mit geübter Kunst des Untertauchens verschwindet, nicht doch bloß eine künstlich geschaffene Versenkung sein, deren soziologis Hans Bauer. scher Fundort der gelangweilte Müßiggang ist? FUNK UNDAM ABEND Dienstag, den 12. April. Berlin. 16.05 Theodor Kappstein: Humor als Weltanschauung. 16.25 Chansons. Elly Neubeck. Am Flügel: James Simon. 16.50 Erlebnisse auf Ruderfahrten.( Prof. Dr. Bennecke.) 17.15 Bücher für den Siedler und Kleingärtner. Am Mikrophon: Heinrich Erich.) 17.45 Dr. Wolfgang Pohl: Sozialpolitische Umschau. 18.10 Blasorchesterkonzert. 18.55 Die Funkstunde teilt mit... 19.00 Stimme zum Tag. 19.10 Blasorchesterkonzert. 19.55 Von der Waterkant. Bunter Abend von Oda Weitbrecht. 21.00 Tages- und Sportnachrichten. Philharmonie: Missa solemnis, von Beethoven. 22.00 Wetter, Nachrichten und Sport. 22.20 Zeitbericht. Querschnitt durch die Weltabrüstungskonferenz in Genf. ( Bearbeitet von Actualis, Frankfurt a. M.) Königswusterhausen. 16.30 Von Leipzig: Konzert. 17.30 Dagobert v. Mikusch- Buchberg: Pioniere und Abenteurer der Wirtschaft 18.00 Dr. Hans Traub: Querschnitt durch Zeitschriften. 18.30 Prof. Dr. Schaeder: Religionen des Orients und das Abendland. 18.55 Wetter für die Landwirtschaft. Anschließend: Englisch für Fortgeschrittene. Des Engländers Maurice Baring bei Ernst Rowohlt er= schienener Roman„ Daphne Adeane" entführt in das Wunderland der großen englischen Gesellschaft der Vorkriegszeit. In diesem 21.10 Wunderland gibt es feine sozialen und, wiewohl die eine der Hauptpersonen Parlamentsmitglied ist, auch keine politischen Probleme, über die ernsthaft zu reden sich lohnte: man reist, jagt, fischt, liest Romane, konversiert gebildet und ist vor allem emsig und unaufhörlich mit seinem sehr subtilen Seelenleben beschäftigt. Es geht äußerst kultiviert bei Baring zu, sehr niveauhaft und sehr delikat, sehr reif und sehr abgeklärt. Das Liebesbeieinander und Liebesnebeneinander von verwöhnten Menschen, denen das materielle Dasein zu wünschen nichts übrig gelassen hat, ist das nach allen philosophischen Nuancen und literarischen Feinheiten hin graziös hin- und hergewendete Problem dieses Buches. Baring bedient sich noch eines besonderen Tricks, um seine Figuren und Begebenheiten mit einem irrlichternden Glanz zu überspielen: zwar nicht im Mittelpunkt, aber im alles überschattenden Hintergrund des Romans steht eine Verstorbene, Daphne Adeane, um die das Denken der Mittelpunftspersonen magisch freist und deren Wesen, anders als das bei Lebenden möglich wäre, der Autor ins Geheimnisvolle, Mystische, 19.15 Dr. Karl Finkelnburg und Dr. Maretzki: Erziehung oder Abschreckung im Strafvollzug? 20.00 Breslau: Die schönsten deutschen Volkslieder. 21.15 München: ,, Gustav Adolf". 22.20 Räuscher: Zeitungsschau. 22.35 Wetter, Nachrichten und Sport. 22.50-24.00 Hamburg: Die Ritter vom Schlager. Verantwortl. für die Redaktion: Rich. Bernstein, Berlin; Anzeigen: Th. Glode, Berlin Verlag: Borwärts Berlag G. m. b. H., Berlin. Drud: Vorwärts Buch. druckerei und Verlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW 68. Lindenstr. 3. Sierzu 1 Beilage. KINO- TAFEL Moabit Artushof Wochent. ab 6 Uhr Zeli Sonntags ab 5 Uhr Perleberger Str. 29 2 Tonfilme: Bobby geht los mit Schneider WibHarry Piel. bels mit P. Henkels. Tonw. Welt- Kino Woch. 6.45, 9.05 U. Alt- Moabit 99. Odeon, Potsdamer Str.75 Auto mit Holzapfel weiß alles mit Felix Bressart W. 5, 7, 9 Uhr Turmstraße 12 Zehlendorf- Mitte Südwesten 199 Nordosten 6 Prenzlauer Beginn tägl. 5, 7, 9 Uhr Film- Palast Kammersäle ,, Elysium Allee 56 Stg. 3 Uhr Jugendvorstell Potsdamer Str 50 Douaumont( Die Hölle v. Verdun). Beiprogramm. Jugendl. Zutritt Steglitz Sonntags ab 4.45 Uhr Titania- Palast W.6.30, U Stg.4, 6.30, 9U. Uraufführung! Die Vier Teltower Str.1 W ab 5%. So ab 3½ U. 2 Tonfilme: Der Frauendiplomat mit Max Hansen, M. Eggerth. Drei von der Stempelstelle mit Kampers, Busch, Wohlbrück Süden Bob 13 mit Gretl Theimer, Theater am Moritzplatz Großtonfilm: Zwei in einem Steglitz. Schloßstr. 5. Ecke Gutsmuthsstr. mit Magda Schneider, Carl Ludw. Diehl. Tonbeiprogramm. Der Hauptdarsteller Carl Ludwig Diehl ist heute, Dienstag, in allen Vorstellungen persönlich anwesend Charlottenburg 2 Groß- Tonfilme: Drei von der Germania- Palast Stempelstelle. Außerdem: Pat und Patachon in Knall und Fall.- Für Jugdl. freigegeben W. 5, 7, 9 Uhr Alexanderstraße 39-40 2 ( Passage) Großtonfilme: Der agent mit Harry Piel. Charlottenburg, Wilmersdorfer Str. 53/54 Verlängert! Ben Hur in tōnendei Fassung Für Jugendliche freigegeben! W. 5, 7, 9 Uhr Kant- Lichtspiele Geheim- Kantstr 54( an der Wilmersdorfer Str.) Außerdem: Drei von der Stempelstelle.- Den ganzen Tag geöffnet! Westen Primus- Palast Potsdamer Str. 19 Ecke Margaretenstr. Uraufführung des Tonfilms: Die Vier vom Bob 13 mit Gretl Verlängert! Ben Hur in tönender Fassung Für Jugendliche freigegeben! W. 5, 7, 9 Uhr Schlüter- Theater Beginn: 5, 7, 9 U. Schlüterstr. 17. S. 3 U.: Jgd.- Vorst. Der größte Tonfilmerfolg: Mädchen in Uniform. Beiprogramm Theimer, Werner Fuetterer, Atrium Harry Halm, Willi Stettner, Fritz Rasp, H. Junkermann Für Jugendliche freigegeben! W. 5.15, 7.15, 9.15 Uhr Unter den Linden Die Kamera Unter den Linden 14 Täglich 3, 5, 7, 9 Uhr Der blaue Engel mit Emil Jannings, Marlene Dietrich. Gastspiel Raditzki von d. Moskauer Oper. Friedrichstadt Franziskaner Wilmersdorf Kaiserallee, Ecke Berliner Straße Wochent. 7, 94 U. Sonnt. 5, 7, 9% U. Sergeant X mit Iwan Mosjukin, Trude v. Molo, Pet. Voß, Herm. Blaß. Tonfilmbeipr. Donnerstag Uraufführung: Ein Lied, ein Kuß, ein Mädel Schöneberg Alhambra Hauptstr. 30. Woch. 5, 7, 9 Uhr Sonnt. 3. 5. 7. 9 Uhr Peter Voß, Fritz Rasp, Hans Junkermann,- Tonfilmbeipr. Jugendliche haben Zutritt Mariendorf Mariendorfer W. ab 6 U. Ma- Li Tonlichtspiele So. ab 5 U. Chausseestr. 305. 2 Großtonfilme: Die Lindenwirtin mit Käthe Dorsch.- Schön ist die Manöverzeit Kurfürst Tempelhof W. 7, 9 Uhr Stg. 5, 7, 9 Uhr Dorfstraße 22. Ecke Berliner Straße Sonntag 3 Uhr: Jugendvorstellung Rasputin mit Conrad Veidt. Gr. Tonfilmbeiprogramm Tivoli Täglich 5, 7, 9 Uhr Stgs 3 Uhr: Jugendvorstell Berliner Str. 97. Großtonfilm: Das blaue Licht mit Leni Riefenstahl. Tonbeipr. Jugendliche haben Zutritt Excelsior Neukölln Wocht. 6.30, 9 Uhr Sonntags ab 3 Uhr Kaiser- Friedrich- Straße 191 1 Das blaue Licht mit Leni Riefenstahl. Bühnenschau Leni Riefenstahl heute persönl. jede Vorstell. anwesend. Jugdl. Zutritt Wochent. 6.30, 9 Uhr Sonntags ab 3 Uhr Kukuk Kottbusser Damm 92 X 27 mit Marlene Dietrich. Tonbeipr. Bühnenschau 9 Varieté, Tonfilm Mercedes- Palast W., U. Die Privatsekretärin mit Re- Hermannstr 212 nate Müller, Felix Bressart. Ferner der Sexual- Aufklärungsfilm: Bis ins dritte und vierte Glied...- Auf der Bühne: Alf Alfini, Humoristischer Bauchredner Tageskino ab Titania Schöneberg 9 Uhr vorm Georgenstraße( Ecke Friedrichstraße) 9, 12, 3, 6, 9 Uhr Keine Feier ohne Meyer mit Siegfr. Arno, Lucie Englisch 10.30, 1.30, 4.30, 7.30, 10.30 Uhr Die andere Selte mit Conrad Veidt Neueste Ton- Bild- Reportage Hauptstr 49 W 5. 7. 9 Uhr S. 3, 5, 7, 9 Uhr Bühne: Ludw. Manfr. Lommel in seinem Sketchen: Neugeba ier braucht Vorschuß.- Runxendorf auf Welle 505. Witwirk.: H. Wenzel, Kab. der Komiker. Film: Der Feldherrnhügel mit Petrovich, E. Brink. Jugendliche haben Zutritt Hallo, hallo, hier spricht Ber- Primus- Palast 6.30, 9 U. lin. - Endkampf mit H. Gibson Friedenau Kronen- Lichtspiele Rheinstraße 65. W. 7, 9 Uhr. Sbd., Stg. 5, 7, 9 Uhr Gloria mit Brig. Helm, Fröhlich, Kampers. Gutes Beipr. Jugendliche haben Zutritt 1 Sonnt ab 3 U. Am Hermannplatz. Urbanstr. 72/76 Yvonne mit Greta Garbo. Ein steinreicher Mann mit Curt Bois Wo. 6, 8.45 Uhr, Sonnt. at 4.30 Uhr Marquise von Pompadour mit A. Ahlers.- Zum gold. Anker mit A. Bassermann Südosten Deutsch- Amerik. Theater Köpenicker Str. 68 Beg. 5 Uhr. Stg. 2.30 Uhr Jugendv. Mamsell Nitouche mit Anny Ondra. Die fremde Mutter mit Marie Dreßler Filmeck Am Görlitzer Bahnhof W. ab 62. Stgs ab 3 Alarm um Mitternacht ( Hilfe, Ueberfall) Kriminaltonfilm mit Gerda Maurus, Hans Stüwe Ferner Gesangverein Sorgenfrei mit R. A. Roberts, J. Falkenstein, Paul Graetz Luisen- Theater W. ab 6.30 Stgs, ab 3 Reichenberger Str. 34. Das blaue Licht mit Leni Riefenstahl Ferner Knall und Fall mit Pat u. Patachon in ihrem neuesten Film Jugendliche haben Zutritt Stella- Palast W. ab 6.30 Uhr Sonnt. ab 3 Uhr Köpenicker Straße 12-14 Mann über Bord spannender Tonfilm mit George Baneroft Ferner Ein Auto und kein Geld Musikalischer Tonfilmschwank mit Dina Gralla, Igo Sym Treptow Treptow- Sternwarte Wochent, 5 Uhr. Sonnt 3 Uhr. Peter Voß der Millionendieb mit W. Forst.- Die Wasserteufel v. Hieflau. Emelkatonwoche Flora- Lichtspiele Landsberger Allee 40/41 PROGRAMM für die Zeit vom 12. bis 14. April Neu- Lichtenberg Kosmos- Lichtspiele Lückstr. 70 19119 Tägl. 5, ca. 7, 8.45 U. 2 Schlager: Madame hat AusTrogang mit Liane Haid. pennächte mit Dita Parlo. Beiprogramm Friedrichsfelde W. 5.45, 7, 8.45 Uhr. Sonnt. ab 3 Uhr Kino Busch Frt., Sbd., Stg. ab 5, Vater geht auf Reisen mit H. Waßmannt. Schofför Antoinette mit Carl. Ander Osten Germania- Palast Frankfurter Allee 314 Das große Tonlustspiel Der Feldherrnhügel mit Elga Brink, J. Petrovich, Betty Byrd, Roda Roda Ferner Das verlorene Paradies mit Otto Wallburg, Paul Graetz. Beiprogramm Woch. ab 6.30 Uhr. Sonnt, ab 3 Uhr Luna- Palast Woch. 5 Uhr Sonnt ab 3 Uhr Gr Frankfurter Str. 121 Tonwoche Das blaue Licht mit Leni Riefenstahl. Zwei in einem Auto mit Magda Schneider Schwarzer Adler Frankf Allee 99 W. 5, 7, ca. 9 Uhr, S. 3, 5, 7, 9 Uhr 2 Tonfilme: Holzapfel weiß alles mit Felix Bressart. Lügen auf Rügen mit R. A. Roberts ab 5 sonst Beginn 6 Uhr Alt- Friedrichsfelde 3 Liebe auf Befehl mit 0. Tschechowa, J. Riemann. Tabu ( Südseetonfilm). Tonwoche Norden Alhambra Müllerstraße 136. Ecke Seestraße W. 5, 7, 9 Uhr, Sonnt. 3. 5, 7, 9 Uhr Eine Nacht im Paradies mit Herm. Thimig. von Kalifornien Der Held Pharus- Lichtspiele Müllerstr. 142 Täglich 5. 7, 9 U. Noch bis Donnerstag: Ein bißchen Liebe für Dich( Zwei glückliche Herzen) mit M. Schneider, Gg. Alexander. H. Thimig, Lee Parry. Der schönste Mann im Staate mit Siegfr. Arno, Ralph Roberts, Lissi Arna Reinickendorf- Ost Beba- Lichtspiele Residenzstr 124 W 6.45 u. 8.45 Uhr Stg. 5, 7, 9 Uhr 3 Uhr: Jugendvorst. Leichtsinnige Jugend mit Cam. Horn. Sein letzter Gang mit George Bancroft Pankow Viktoria- Theater Wocha Palast- Theater W. 7. 8.30 U. Stg. ab 3U 7, Frankfurter Allee 48. Beiprogramm Eine Nacht im Grand Hotel mit Martha Eggerth.- Frauen in Gefahr mit Liane Haid, Gg. Petrovich Alexander, Ivan FilmFrankenburg Bühne Gr Frankfurter Str. 74 W. 5, 7, 9 U. S. 3 U.: Jugendvorst. Geliebte für einen Tag mit Olga Tschechowa. Sein letzter Gang mit Gg. Bancroft. Beiprogr.- Bühnenschau Zentrum Breite Str 21a Stg ab 4.30 U. 2 Großtonfilme: Zu Befehl, Herr Unteroffizier mit R. Roberts. Fräulein, falsch verbunden Tivoli Berliner Straße 27 Wochent 7. 9( 1. Sbd. u. Sonnt 5 U Groß- Tonoperette 2 Herzen und ein Schlag mit Lilian Harvey. · Ufa- Tonkabarett 6-- Tonw. Tegel BahnhofFilmpalast Tegel Straße 2 Wochent 6. Sonnt 4 15 U Sonntags 2 Uhr: Jugendvorstellung Der bebende Berg mit H. BeckGaden Donnerstag 8 Uhr, Sonnabend 8 U Babylon, am Bülowplatz Entfesseltes Afrika. Sonntag 4, 6, 8 Uhr: Oesterreichische Rhapsodie( Film) Baumschulenweg W.6 U., St. 4.30 Stern, Hermannstraße 49 Lichtspielhaus St.2.30 U.J.-V. W. 6.30, 9 Uhr. Sonn ab 3 Uhr Tonoperette: Zwei in einem Auto Tonmit Magda Schneider. beiprogramm. Bühnensch. Baumschulenweg 78 Trara um Liebe mit F. Bressart.- Die fliegendo Flotte Tonwoche mit R. Novarra. Wocht, 4.45 Uhr SonLi, 2.30 Uhr. 2 Tonfilme: Liebesfiliale mit Riemann Irrwege des Lebens Dienstag, 3 Uhr: Sexual- Lichtbildvortrag Mann, Weib in Afrika Hennigsdorf Beg W 6, 8.30 Uhr Filmpalast s¼4. 6%, 8% U. Berliner Str. 59 2 Tonfilme: Va banque mit Lil Dagover, Gründgens. Pat u. Patachon auf Freiersfüßen Beilage Dienstag, 12. April 1932 Der Abend Spalausgabe des Vorwärts Umgestaltung der Ehe? Anmerkungen zum Erwerbslosenproblem Von Marie Hirsch Seit dem Anfang der Wirtschaftskrise hat sich auch die Berufs-| lage der Frau geändert. Die Zahl der weiblichen Arbeitlosen stieg von 560 000 Ende 1929 auf 870 000 Ende 1930 und auf 1 100 000 Ende 1931 Trotz der Tendenz, durch Rationalisierung gelernte Männer durch angelernte und ungelernte Frauen im Arbeitsprozeß zu ersetzen, sind die Frauen in den letzten zwei Jahren in großem Umfang aus dem Produktionsprozeß ausgeschaltet worden. So ist ein großer Teil der Frauen aus der Arbeiterschaft trotz der Arbeitslosigkeit des Ehemannes nunmehr auf Haushalt und Familie verwiesen. Die Ehen Erwerbsloser. Reizes gelöst würden; denn der wirkliche Inhalt naher menschlicher Beziehungen erhält erst dann entscheidenden Wert, wenn sie auch über augenblickliche erotische Luft- und Unlustgefühle hinaus sich in der geistigen und seelischen Verbundenheit der Partner bewähren. Der Mensch kann eben nicht wie das Tier nur seinen erotisch- sexuellen Bedürfnissen folgen. Das Tier ist durch seine Brunstzeiten gebunden; der Mensch hat Freiheit. ber gerade in dieser Freiheit muß er sich selber binden, damit nicht durch das Bedürfnis nach immer neuen erotischen Reizen der verpflichtende Charakter, der so nahen menschlichen Beziehungen innewohnt, verloren geht. Die neue Aufgabe. Die Tatsache, daß sich die Ehe heute nicht mehr auf wirtschaftlichen Besitz und Produktionsgemeinschaft gründet, stellt die Aufgabe, diese Beziehungen ganz neu zu formen. Aber diese Formung fann nur gelingen, wenn in sinnvoller Gleichberechtigung beider Geschlechter darum gekämpft wird, daß die Lebens/ beziehung eine leibliche und geistige zugleich ist. Vielleicht wird durch den ungeheuren Druck der Arbeitslosigkeit ein Anstoß zur Umgestaltung dieser Beziehungen mit geschaffen, denn die Arbeitslosigfeit beider Partner, deren wirtschaftliche und seelische Anforderungen gemeinsam bewältigt werden müssen, macht es dem Mann schwer möglich, als Allein- oder Hauptverdiener ,, Herrenansprüche" zu stellen und die Frau als Arbeitstier" zu mißbrauchen. Wenn eine positive Wirkung aus der riesenhaften Arbeitslosigkeit erwachsen kann, dann wäre es trotz aller verschärfenden Auflösungstendenzen die Wirkung einer Besinnung auf die Formung der neu entstandenen menschlichen Beziehungen, wie sie in der heutigen Ehe und in allen ähnlichen Beziehungen uns vor Augen stehen. Alle diese Dinge sind im Fluß. Nur mit Vorbehalt kann darum versucht werden, über so gewichtige und nahe menschliche Lebens. beziehungen und die Entwicklung, die sie vielleicht nehmen werden, etwas zu sagen. Aber um der Klärung willen müssen solche Verfuche immer wieder unternommen werden. Abitur bestanden- was nun? Eine kleine Diskussion Eine Zuschrift vom Lande Eine Abiturientin schreibt uns: Mit zweiundzwanzig Mädels sind wir angstzitternd ins Abitur gegangen. Jetzt haben wir alle bestanden, und an jeden Glückwunsch dazu schließt sich die Frage: was willst du werden, was fängst du jeztan? Durch den unerhörten Druck der Krise kehrt sich das Verhältnis von Mann und Frau in wirtschaftlicher Beziehung neuerdings um: während bisher in großen Teilen des Proletariats die Frau die alleinige Verdienerin und Erhalterin der Familie war, und der Ehemann durch Rationalisierung und Betriebsumstellung arbeitslos wurde, sind nun beide Teile gleichmäßig vom Schicksal der Arbeitslosigkeit betroffen. Damit übernehmen beide Teile in völliger Existenzunsicherheit, nur notdürftig durch Unterstützungen der Arbeitslosenversicherung und der Wohlfahrtspflege versorgt, die Verantwortung für den Bestand der Ehe und der Familie. Sicherlich wird ein Teil jener Reibungen nunmehr ausgeglichen, die durch den alleinigen Verdienst der Frau bei gleichzeitiger Arbeitslosigkeit des Mannes verursacht waren. Wenn der Mann nicht mehr Hausfrau spielen muß und die Wohnung in Ordnung zu halten hat, wozu er doch auch in proletarischen Kreisen nicht immer die notwendige Veranlagung besiẞt, so ist ein Teil der Schwierigkeiten beseitigt, welche mit der außerhäuslichen Tätigkeit der Frau zusammenhängen. Die Frau kann sich nunmehr im Aussuchen der Einkaufsquellen, in der zeitlichen Anordnung der Mahlzeiten, in der Lagerung der Hauptmahlzeiten, in der rationellen Verwendung von Stoffresten, bein Ausbessern der Kleidung, beim Instandhalten der Wohnung usw. Gottlob sind die Zeiten vorbei, in denen mit dem Begriff an die begrenzten Mittel anpassen. Das aus der öffentlichen Unter- Abitur unbedingt ein Studium verbunden war, und ebenso ist das stützung oder der Arbeitslosenversicherung fließende Einkommen Wort ,, st and esgemäß", wenigstens wenn es sich um einen Bestellt an die Fähigkeit, umsichtig zu wirtschaften, erhebliche Anforderuf handelt, auch zum alten Eisen gelegt. So liegt also die ganze rungen. Diese Solidarität im Tragen äußerst schwieriger wirtschaft- Welt zu unseren Füßen, und unsere Aufgabe ist es, Können und licher Situationen wirkt sich auf den Bestand der Ehe und der Fa- Wünschen glücklich zu verbinden. Auf unserer Abschiedsfeier gab uns milie in verschiedener Weise aus. unsere Direktorin das schöne und umfassende Goethewort mit: Werde, was du bist!" In der heutigen Zeit, in der es lediglich auf Spizenleistungen antommt, hat man nur Aussicht vorwärts zu kommen, wenn man sich einen Beruf wählt, den man mit voller Begeisterung und Hingabe ausübt. Jede von uns hat etwas von der Natur mitbekommen, das sie für irgendeine Tätigkeit besonders befähigt. Bitte vergessen Sie jetzt einmal ganz, daß es Universi täten auf der Welt gibt, Institute, auf denen wir unseren armen geplagten Kopf wieder mit Wissenschaft anfüllen sollen, denn Hand auf's Herz, wer von uns fann mit ehrlichem Gewissen sagen, er fühle sich zu einem bestimmten Studium berufen, spielen da nicht allzuoft Eitelkeit und gesellschaftliches Vorurteil mit? Nein, wenn wir Mädels etwas erreichen wollen, müssen wir unser Hauptaugenmerk auf eine weibliche Tätigkeit richten. Und das nächſtliegendste, notwendigste und gegebene sind da Haushaltsführung und Kochkunst.( Das Aufmachen von Aufschnittplatten und Kuchenschüsseln könnte man ja auch einmal vom funstgewerblichen Standpunkt betrachten.) Wie will man einem Haushalt vorstehen können und Dienstboten anleiten, wenn man selbst ihre Arbeit nicht verrichten fann? In Kinderheimen, Pensionen und Hotels fehlt es immer am meisten an geschultem und gebildetem Personal für die leitenden Posten. Vor allem aber käme dieses für alle die in Frage, die vorläufig keine Stellung oder Ausbildung finden können. Sie erhalten hierdurch eine geregelte und fruchtbare Tätigkeit. Aber um das zu lernen, braucht man nicht etwa auf eine teure HausDie landläufige Feststellung, der Zusammenhalt der Familie sei durch die kapitalistische Wirtschaftsordnung an sich bereits, durch ihre Auswirkungen in den Wirtschaftskrisen aber besonders, erschuttert und in Gefahr, völliger Auflösung anheimzufallen, ist durch neueve Erfahrungen nicht mehr ganz haltbar. Im Gegenteil sprechen Anzeichen dafür, daß die Familie sogar in der heutigen Zeit der wirtschaftlichen Dauerfrise eine erstaunliche Widerstandsfähigkeit beweist. Trotzdem ist die gesellschaftliche Aufgabe der Familie durch die Auswirkungen der Krise noch mehr beeinträchtigt worden, als dies schon in Zeiten der Blüte des Kapitalismus der Fall war. Die Familie ist in der Stadt ohnedies nur Ver brauchergemeinschaft. Durch die Arbeitslosigkeit gewinnen die Eltern zwar Zeit, sich um die Erziehung der Kinder weit intenfiver als sonst zu bekümmern; der Bater vor allem hat Zeit zum Basteln und sieht die Kinder nicht immer nur vor dem Schlafengehen. Die eigentliche Grenze der Erziehungsmöglichkeiten und die erzieherischen Schwierigkeiten beginnen hingegen im verſtärkten Umfang bei den Schulentlassenen. Findet der schulentlassene Junge keine Lehrstelle oder fliegt der Lehrling nach mehrjähriger Lehrzeit auf den ,, Damm", so sind die erziehiichen und die bildenden Umweltkräfte der Familie nicht imstande, dem jungen Menschen dasjenige an der diesem Lebensalter gemäßen Erziehung zu geben, was er gebraucht. Es ist also weniger der Zusammenhalt von Familien mit kleinen oder schulpflichtigen Kindern bedroht, als der Bestand von Familien, in denen die Mehrzahl der Mit glieder, die Eltern sowohl als auch die halberwachsenen Kinder, arbeitslos sind. Noch schwieriger wird die Situation, wenn der größte Teil der Familie von Arbeitslosigkeit betroffen wird und nur ein oder zwei Mitglieder die ganze Last des Lebensunterhalts tragen müssen. Das Verhältnis von Verdienern und Nichtverdienern innerhalb einer Gemeinschaft ist immer der entscheidende Prüfstein ihres Bestandes. Sind in der Familie Kinder, so ist im allgemeinen auch heute haltungsschule gehen, heute lautet die Parole: billig, billig! Das fann man ohne jedes Entgelt, vielleicht sogar mit einem fleinen Taschengeld, in einem bürgerlichen oder ländlichen Haushalt lernen. und Schreibmaschine teilnehmen, etwas was meiner Meinung nach In der Stadt kann man nebenbei an Abendkursen für Stenographie jedes junge Mädchen können muß. Warum sollte es unter der Würde einer Abiturientin sein, Friseuse oder Kosmetikerin zu werden? Denken mit großem Studium? Es geht auch billiger, mit selbständiger, werftätiger Arbeit. Auf wirkliche, positive Arbeit kommt esan, und wenn man das will, findet sich immer noch eine Möglichkeit. Wir müssen aber bescheiden sein und mit der kleinsten Lehrstelle vorlieb nehmen unter Einsetzung unseres ganzen Fleißes und voller Gemissenhaftigkeit. Wir dürfen den Glauben nicht aufgeben, daß dieser fleine Posten nur ein Sprungbrett sei für ein größeres Ziel, und mit diesem Glauben und unserem jugendfrischen Mut werden wir es gewiß schaffen. Antwort Irmtraut Reumann, Wertes Fräulein Reumann! Die Geisteshaltung Ihrer Zuschrift deutet darauf hin, daß Sie aus einem Hause stammen, dem nicht nur die Not des Arbeiterdaseins unbekannt ist, sondern in dem auch ein gewiffer Standes dün tel sich über den einfachen Handarbeiter erhaben fühlt. Um so mehr begrüßen wir es, daß Sie sich an das Zentralorgan jener Partei wenden, die für Gleichberechtigung der Arbeiter kämpft, die an die Stelle der versagenden ungerechten kapitalistischen Wirtschaftsordnung eine gerechtere Wirtschaftsordnung setzen will. Ihre Zuschrift zeigt, daß Sie Einsicht und Mut genug haben, um sich vom Standesdünkel zu befreien, wenn Ihre Denkweise auch noch nicht ganz frei davon ist. Sie fragen: warum sollte es unter der Würde einer Abiturientin sein, diesen oder jenen Beruf zu ergreifen, der Handarbeit zur Voraussetzung hat. Wir fragen Sie: Gibt es Arbeit ihre Würde in ſich? Liegt nicht vielmehr das bittere Unrecht dieser kapitalistischen Wirtschaftsführung darin, daß nicht Begabung, Können und Neigung über den Beruf des Menschen entscheiden, sondern die Vermögenslage der Eltern und daß der Privatbesitz des Monopolfapitals über Markt und Wirtschaft entscheidet und nicht das Intereſſe des Volksganzen? überhaupt eine Arbeit, die ohne Würde ist, trägt nicht vielmehr jede Es ist sehr richtig, wenn Sie schreiben ,,, auf wirkliche positive Arbeit kommt es an", aber wir möchten Sie vor Illusionen warnen, wenn Sie die kleine Lehrstelle als ein Sprungbrett für ein größeres Biel bezeichnen. Berufe, die„ empor führend" find, Berufe mit fierten und monopolisierten kapitalistischen Wirtschaftsordnung kaum noch und die wunderbaren Karrieren sind im Film dichter gesät als in der Wirklichkeit. Jeder junge Mensch muß sich heute darauf vorbereiten. einer von vielen zu sein, und er muß froh sein, wenn er einer von jenen ist, die Arbeit finden. Aber deswegen sollen Sie Ihren jugendlichen Optimismus und Gie einmal an eine Elise Bock oder Elizabeth Arden! Aller Anfang Ihren schönen Willen, ein größeres Ziel zu erreichen, nicht verlieren. Seitdem sich die Krise auswirkt, ist jedoch im verschärften Maße eine ist schwer, und komme ich über den Anfang nicht hinaus, so liegt für die Sie symptomatisch geschrieben haben- haben es sehr schwer; Zunahme der kinderlosen Ehen festzustellen. Hier fällt die Bindung durch die Kinder weg. Das gleiche gilt von der großen Anzahl von Beziehungen, die eheähnlichen Charakter tragen. Absterbende Formen. Es ist eines der entscheidendsten Kennzeichen der Entwicklung der letzten Jahrzehnte, daß die bürgerliche, vor allem die Pleinbürgerliche Form der Ehe langsam ab stirbt. Dieser Prozeß hängt ebensosehr mit der wirtschaftlichen Entwicklung im Kapitalismus zusammen, wie mit der geistigen Begleiterscheinung: der Emanzipation des Menschen; denn die Normen und Wertungen der Glaubensgemeinschafter und Kirchen haben an ver pflichtender Kraft auch dort verloren, wo völlige Lösung von der kirchlichen Bindung noch nicht vollzogen ist. Die bürgerliche und fleinbürgerliche Form der Ehe muß allmählich verschwinden, weil ihre wesentliche Grundlage, die Produktionsgemeinschaft in Handwerk und Kleingewerbe, gleichfalls abstirbt. Nur im Bauerntum wird sie sich auch ferner halten können. Wenn die Gewähr für den Bestand einer Verbindung von Mann und Frau nicht mehr in den wirtschaftlichen Grundlagen wie beim Bauern und Bürger gefunden werden kann, so muß fie in sich felbst soviel Inhalt haben, daß sie eine gewisse Dauer verspricht. Das bedeutet nicht etwa die Forderung, solche Beziehungen auch dann noch aufrechtzuerhalten, wenn das leibliche und das geistige Band zwischen den Partnern tatsächlich zerschnitten ist. Es hieße aber, den Wert, den jede enge Lebensgemeinschaft eheähnlichen Charakters besitzt, für Haltung und Reife des Menschen unterschätzen, wenn folche Beziehungen sofort mit dem Erlöschen des erotischen | es an meiner eigenen Untüchtigkeit. lichem Geschmack, so kann der Beruf der Modistin mit dem SprungIst eine künstlerische Begabung vorhanden, gepaart mit persönbrett des Mannequin durchaus emporführend sein.( Denken Sie an Regina Friedländer, Johanna Marbach und Klara Schulz, Berlin. Nicht wahr, jeder Soldat hat ja bekanntlich den Marschallftab im Tourniſter.) Dieses ist doch gewiß ein Beruf, bei dem die weibliche Eitelkeit hell entzückt sein muß man braucht sich dabei nicht etwa auf Kleider, Hüte, Wäsche beschränken, auch die Feinlederverarbeitung, wie Handtaschen, Schuhe usw. sind mit eingeschlossen. Dann ist da noch ein großes Gebiet, das noch viel zu wenig von Frauen ausgenutzt wird. In fast allen großen Geschäften haben wir männliche Schaufensterdekorateure. 90 Proz. aller Einkäufe werden aber von Frauen gemacht, und auch die Frau ist es, die die Zeit finden muß, die Pracht in den Schaufenstern zu bewundern. Sollte da nicht die Frau wissen, was am meisten auf die Frau wirkt? Schaufensterdekorateurin bestimmt ein Gebiet, auf dem weibliche Fähigkeiten zur Geltung kommen. Und hiermit habe ich schon das ganze große Gebiet der Reklame angeschnitten, denn das Schaufenster ist ja ein großer Reklamefaktor eines Geschäftes. Hier sollten wir Frauen versuchen, hineinzukommen. Wie denken Sie über Gartenbau, Umgang mit Blumen, ist das nicht entzückend und besonders kleidsam für uns Frauen? Unzählige Gärten in Deutschland liegen noch daher mit den ewig vertrockneten Rasenflächen und sechs Hochstammrosen. Sie warten direkt auf uns, daß wir mit modernem Geschmack fie umgestalten. Dekorationsmalerin! Warum gleich Innenarchitektin| aber Sie müssen sich dieser grundsäglichen Schwierigkeit be mußt werden. Der einzelne Mensch allein kann nicht mehr in bewußter ,, werftätiger Arbeit"( das sind Ihre Worte) das, was er ist, herausstellen, er muß sich mit allen Werktätigen ver binden, deren gemeinsame Aufgabe es ist, das persönliche Leben wieder in seinen Sinn und vor seinen eigentlich Horizont zu stellen. Ich glaube, daß Sie auf dem Wege dahin sind, weil Sie weiblichen Tätigkeitsgebieten Verständnis entgegenbringen, die bisher vor den Augen einer jungen Abiturientin kaum folche innere Anerkennung gefunden haben. Sie verkennen nur noch die Schwierigkeiten und Realitäten des städtischen Lebens. Ich stimme Ihnen zu: die junge Abiturientin soll ihr Augenmerk mehr als bisher auf werftätige Arbeit weiblichen Charakters richten. Aber denken Sie weniger an den Marschallstab im Tornister als an Ihre Eingliederung in die organisierte Armee der fämpfenden Werftätigen! Mit besten Wünschen Ihr Jens Grieter. Miquel de Unamo: Kultur... Die Kultur eines Landes ist etwas außerordentlich Intimes, das man nicht auf einem Spaziergang durch die Straßen schätzen lernt, und auch da, wo diese schlecht gepflastert, voller Pfützen und Schmutz sind, wo es feine raffinierte Bequemlichkeit und nicht einmal Polizei gibt, fann es eine Kultur geben, die Ausdruck eines hohen und edlen Geistes in sich schließt. Aus dem Spanischen übersetzt von Karl Meier. Festwoche von ,, VolkssportWedding" Die Kinder eröffnen den Reigen- Große Sportausstellung Aus Anlaß des siebzigjährigen Bestehens des| legenheit!) sowie die Gründung einer Jugendabteilung. Auf einem Arbeiter Turn- und Sportvereins Volkssport Wedding" Bild ist die erste Uebungsstätte des Vereins, der Apfelwein. veranstaltete die Kinderabteilung gestern einen großen garten in der Müllerstraße, naturgetreu festgehalten. Von der Werbeabend. Die riesige Turnhalle des Lessinggymnasiums in Gründung bis zum Jahre 1879 wurde hier im Sommer auf einem der Pantstraße erwies fich als viel zu klein, um alle die Freunde etwas provisorischen Turnplatz geturnt. Den Winter verbrachte und Anhänger aufzunehmen. Daß sich die kleinen Mitglieder voll- man dann in einer kleinen Werkstatt. Erst im Jahre 1879 erhielten zählig beteiligten, braucht nicht erst besonders betont werden. Aber die Weddinger die Schule in der Gartenstraße als Uebungsstätte, um auch unter den Zuschauern konnte man sehr viele Kinder sehen, die dann im Jahre 1886 zum Leffinggymnasium überzusiedeln. Das ficher in kürzester Zeit nicht mehr unter den Zuschauern, sondern Leffinggymnasium ist auch heute noch die Hauptübungsstätte des bei den Mitwirkenden zu finden sein werden. Das, was die Kleinen, Vereins. und unter ihnen die Kleinsten, zeigten, macht jeden Zuschauer selbst noch einmal jung. Zuerst wurden allgemeine lebungen aller Kinder gezeigt. Bald sah man Reigentänze, bald wieder Gymnastitübungen. Dann gab es einen Ueberblick über den Hallenbetrieb der einzelnen Abteilungen. Die Knaben sprangen über den Bod oder turnten am Red und Barren. In der einen Ecke übten sich die Kleinen im Ring- und Reiterkampf, während in der anderen beim Hochsprung die Sprungständer des öfteren die Anziehungskraft der Erde demonstrierten. Die Mädchen zeigten sehr gute Boltstänze, Gymnastik und Reigenspiele. Die Allerkleinsten tollten mit ihrem Leiter auf der Matte und dem Fußboden herum, so daß das Freudengeheul nur so durch die Halle brauste. In seinem Schlußwort forderte der Leiter, Genoffe Toppel, alle anwesenden Rinder auf, bei den nächsten Turnabenden mitzumachen. An die Erwachsenen richtete er den Appell, ihre Kinder aus den bürgerlichen Vereinen herauszunehmen und sie dem Bolkssport Wedding einzureihen. Mit einem fräftigen Frei Heil schloß der erste Werbeabend des jubilierenden Vereins. Die Frau als Volfssportlerin! Unter diesem Titel findet heute um 20 Uhr im Lessing- Gymnasium, Panfstr. 18, der zweite Werbeabend des Vereins Volkssport Wedding zu seiner Siebzigjahrfeier statt. Mehr als 120 Frauen jeden Alters werden in bunter Folge neuzeitlichen Turn- und Sportbetrieb zeigen. Neben der Massengymnastik werden Tanzvorführungen, das Geräteturnen und die herzerfreuenden Spiele einen Einblick in das große Gebiet der Körperkultur geben und sicher recht viel neue Anhänger dem rührigen Verein zuführen. * Unter dem Motto: 70 Jahre Volkssport Wedding" hat der Verein in der Schule in der Pantstraße 18 eine große Sport ausstellung eröffnet. Aus allen Gebieten des Arbeitersports fowie aus dem Sportleben des Altertums find Materialien zufammengetragen, um die Entwicklung des Sports vom Spiel zum Kampfsport zu zeigen. Reiches Bildmaterial zeigt den Werdegang des feiernden Vereins von der Gründung im Jahre 1862 bis auf den heutigen Tag. Da sind die Aufrufe zur Gründung des Ver eins, das erste Statut, der Aufruf aus dem Jahre 1890 zur Bildung einer„ Damenabteilung"( zu damaliger Zeit eine gewagte AngeIn einem Buch ,,, Die Geschichte des Vereins", kann man das Werden und Wachsen nachlesen. Da findet man, daß die Frauen der Mitglieder aus selbstgezüchteten Seidenrauper eine große Ver= Der„ Apfelweingarten" Kompressor von etwa 4 Liter Inhalt. Weiterhin hat auch der in vielen Rennen erprobte Engländer Earl Howe gemeldet, der in der kleinen Klasse einen 1,5- Liter- Delage mit Kompressor steuern wird. Boxsport- Allerlei Holländische Meister im Spichernring Der gute Erfolg des letzten Spichernring- Borabends hat den Veranstalter veranlaßt, für den kommenden Freitag als Haupttampf die Begegnung zwischen dem holländischen Halbschwergewichtsmeister de Boer und dem Breslauer Erich Tobeck anzuseßen. Eine weitere deutsch- holländische Begegnung ist die zwischen Schiller- Hannover und dem Federgewichtsmeister Disch. Eine recht interessante Leichtgewichtspaarung ist die zwischen Phil Nefzger München und Seißler Berlin. Schließlich soll noch der Herosamateur Witt, ein schlagstarker, aber noch nicht ausgefeilter Halbschwergewichtler, gegen Bredow- Berlin sein Profidebut geben. Seifried gegen Domgörgen. Die Herausforderung von Seifried Bochum an den Mittelgewichtsmeister Erich Seelig= Berlin ist bekanntlich vom Sportausschuß anerkannt worden. Der Bochumer gibt sich damit aber nicht zufrieden, er will eine völlige Klärung in der Mittelgewichtsklasse und hat sich deshalb vorgenommen, vor dem Titelkampf zunächst gegen ein Domgörgen anzutreten, dem er schon einmal ein Unentschieden abnötigen konnte. Halbschwergewichtsmeister gesucht. Nachdem Ernst Bistulla, deutscher und Europameister im Halbschwergewicht, sich nunmehr endgültig entschlossen hat, nicht mehr in den Ring zurückzukehren, sind auch die Titel Pistullas freigeworden. Der Sportausschuß hat daher den Wettbewerb um den deutschen Titel dieser Klasse neu ausgeschrieben, für den in erster Linie Heuser- Bonn, Tobeck- Breslau sowie die Berliner Sabottke und Hartkopp in Betracht kommen. Kein technischer f. o. mehr. Die New- Yorker Borkommission hat in ihrer letzten Sizung den Beschluß gefaßt, den technischen f. o., eine Bezeichnung, die bisher bei Kampfabbrüchen durch den Schiedsrichter angewendet wurde, abzuschaffen. In Zukunft wird ein f. o. nur dann anerkannt, wenn ein Borer regelrecht ausgezählt worden ist. Die bisherige Bezeichnung ,, technischer t. o." wird durch die Bezeichnung ,, vom Ringrichter gestoppt" abgelöst. einsfahne herstellten, die dann im Jahre 1899 dem verdienstvollen langjährigen Vereinsvorsitzenden mit in das Grab gegeben wurde. In einer anderen Abteilung wird die Entwicklung der Festkultur gelieferten einen guten Kampf, den nach 17 Minuten der Wiener zeigt. Eine besondere Sehenswürdigkeit ist der aus dem Jahre 1863 stammende ,, Marthakrug", den einige Mitglieder zur Erinnerung an die Taufe eines Kindes ihres Quartierwirts aus Leipzig mitbrachten. Sehr zahlreich ist auch die Presse des Arbeiter- Turn- und Sportbundes vertreten. An einer großen Tafel wird auch die Entwicklung der Zentralfommission für Arbeitersport und Körperpflege gezeigt. Einem jeden Anwahner des Weddings und allen Freunden der Arbeitersportbewegung fann der Besuch der Ausstellung", die täglich Arbeitersportbewegung fann der Besuch der Ausstellung", die täglich von 17 bis 22 Uhr geöffnet ist, nur empfohlen werden, zumal der Eintritt frei ist. " Berliner Arbeitersportler tagten Trotz der großen Not haben wir 3700 neue Mitglieder Die Generalversammlung des Kartells für Arbeitersport und Körperpflege, in dem alle Berliner Arbeitersport- und Kulturvereine vereinigt sind, gab Aufschluß über die erfreuliche Entwicklung des Arbeitersports. Während noch im Borjahre 28 800 Mitglieder in 150 Vereinen ermittelt wurden, belaufen sich mit dem Abschluß des Jahres 1931 diese Zahlen auf 187 Vereine mit 32 500 Mitgliedern. Obwohl nicht alle Vereine ihre Meldungen wozu sie verpflichtet gewesen wären rechts zeitig abgegeben hatten, ist also in einem Jahre ein Zuwachs von 3700 Mitgliedern festzustellen. In seinem Geschäftsbericht stellte Robert Dehlschläger fest, daß in der Arbeit mit den Behörden insbesondere bei der Preisfestsetzung für die Hallenbäder und bei der Regelung von Streitig keiten bei der Vergebung von Turnhallen viel nüzliche Arbeit ge= leistet wurde. Er ermahnte die Delegierten, alle Eingaben und Borstellungen bei Behörden stets durch das Kartell vornehmen zu lassen, weil die Vertretung dann viel wirksamer ist. Ortsausschüsse, die nicht in Anlehnung an das zuständige Bezirksjugendamt arbeiten, feien nicht viel nüze. Andererseits hat aber das Kartell für Arbeitersport und Körperpflege es nicht nötig, unbedingt den in den einzelnen Bezirken bestehenden Ortsausschüssen für Jugendpflege anzugehören, weil die Hauptarbeit doch in dem bei der kommunalen Zentrale bestehenden Hauptausschuß erledigt wird. Seit 1931 ist das Berliner Kartell forporativ dem Gau Berlin- Brandenburg des Jugendherbergsverbandes angeschlossen, und es empfiehlt sich, wie Dehlschläger ausführte, daß auch die Bezirksausschüsse den Anschluß an die jeweiligen Ortsgruppen vollziehen. Daß die Stadt Berlin im Berichtsjahre den Bereinen keine geldlichen Beihilfen gewähren fonnte, ist zwar sehr bedauerlich, aber unter den jezigen Verhältnissen taum zu ändern. Da nügen auch alle Demonstrationen der Kommunisten nichts. Die Betreuung erwerbsloser Jugendlicher ist von dem Jugendleiter des Kartells in die Hand genommen worden; der freiwillige Arbeitsdienst wird von einem erheblichen Teil der Kartellvereine in Anspruch genommen, und es wird da bei der Beschaffung von Sportanlagen viel Ersprießliches für die Vereine geleistet. Der Geschäftsbericht wurde ohne Debatte gutgeheißen. Die Wahlen ergaben bei den Vorstandsmitgliedern die einstimmige Wiederwahl der bisherigen Mandatsinhaber. Am Schluß der Versammlung konnte es sich Cerny, der Vorfigende der Freien Sportvereinigung Fichte", bie nicht mit dem zur Kommunistischen Partei gehörenden Arbeitersportverein Fichte" zu verwechseln ist, nicht vertneifen, eine Attade gegen die Einreihung der Arbeitersportler in die Eiserne Front zu reiten. Er stieß aber auf erheblichen Widerstand in der Versammlung: Zunächst lachte man ihn aus, und als er schließlich ausfallend wurde, mußte er unter dem Unwillen der Anwesenden die Rednertribüne verlassen. Genosse Barthelmann, der Vorsitzende des Kartells, sagte Cerny das, was nötig war: Er und sein Verein täten wohl besser, meinte Barthelmann unter dem Beifall der Versammlung, wieder dort hinzugehen, wo sie hergekommen sind. Berlins Arbeitersport ist so stark und gefefttigt nicht nur in seiner Organisation, sondern auch in seinem Willen zur Eisernen Front, daß er es sich erlauben tann, lieber tausend Mitglieder zu verlieren, als durch politische Auseinandersetzungen wieder eine Situation zu erleben, wie sie vor her Spaltung durch die Kommunisten im Jahre 1928 in Berlin vorhanden war. Dehlschläger perlas schließlich noch ein Schreiben der Zentralfommission für Arbeitersport und Körperpflege, wonach niemand Funktionär sein kann, der in Wort und Schrift gegen die Beteiligung an der Eisernen Front heßt. Ein aufmerksames Auge müßten die Berliner Arbeitersportler auch auf die sogenannten ,, überparteilichen Abwehrkartelle" haben, in denen Leute, die ihre Parteizugehörigkeit nicht oft genug wechseln können, wieder eine dunkle Minierarbeit versuchen. Auf keinen Fall läßt es der Berliner Arbeitersport zu, daß etwa wieder Fraktionsarbeit beliebt wird. Wie recht die Kartellgeneralversammlung in der energischen zurückweisung aller Quertreibereien hatte, ergab das festgestellte Organisationsverhältnis der Delegierten. Von 224 Anwesenden ge= hörten nur 13 der Sozialdemokratischen Partei nicht an. Es bleibt also dabei, daß der Berliner Arbeitersport geschlossen in der Eisernen Front marschiert! ,, Pg. Bier" Nazirektor an der Hochschule für Leibesübungen Adolf Hitler ist es gelungen, eine wirkliche wissenschaftliche Autorität vor seinen Wahlkarren zu spannen. Es ist dies der Geheimrat August Bier, der als Chirurg einen Weltruf genießt und auch sonst um die medizinische Wissenschaft allerlei Verdienste hat. Wie kommt dieser Saul unter die Propheten des Dritten Reichs? Vor einigen Monaten hat der alte Geheimrat seinen 70. Geburtstag gefeiert; zu dem akademischen Festakt waren die freiheitlichen Studenten nicht eingeladen worden. Dagegen war gerade während der Rede des Regierungsvertreters eine Deputation der nationalsozialistischen Studenten mit einer riesigen hatenfreuzfahne erschienen. Diese Prorotation fonnte unmöglich ohne Wissen des Jubilars inszeniert worden sein. Der fast schon vergessene Borgang, der eingeweihten Leuten damals keineswegs überraschend fam, erhält jetzt für die Deffentlichkeit erst seine richtige Deutung. Herr Bier ist im Rebenamt Rektor der Diemschen Hochschule für Leibesübungen. Wenn auch anzunehmen ist, daß es sich dabei um eine Dekoration handelt, so wirkt es doch immerhin eigenartig, daß ein Institut, das ausschließlich vom Reich unterhalten wird, einen Hitler- Mann zum Reftor hat. Das Peinliche der Situation dürften auch die Herren Lewald und Diem fühlen, die ihrerseits für die Wahl v. Hindenburgs eingetreten sind. Schließlich dürfte es die Deffentlichkeit noch interessieren, daß an Ringern wiederum ein volles Haus. Als erstes Paar rangen Ringfämpfe im Zirkus Busch. Der Montagabend brachte den Bröller- Wien und Philipp- Berlin. Die beiden gleichwertigen Gegner Pröller durch Abfangen eines Hüftzuges gewann. Im zweiten siegte nach 9 Minuten durch einen Doppelnelson. Im dritten Kampf Treffen rangen Bognar- Ungarn und Equatore- Italien. Der Italiener brauchte der starke Lette Paßmann nur 8 Minuten, um den kleinen Berliner Kawall durch Ueberwurf zur Strecke zu bringen. Im EntScheidungskampf stellte sich alsdann der Pole Badurski dem Berliner Schachschneider gegenüber. Nach einer Gesamtzeit von 39 Minuten fonnte der Bole seinen Gegner bei einem Ropfzug abfangen und zum Sieg kommen. Der letzte Kampf des Abends brachte in dem Ungarn Sandor Nagy und Belisch- Bulgarien zwei gewandte Technifer auf die Matte. Der Kampf blieb 21 Minuten unentschieden. Heute, Dienstag, wird der Entscheidungskampf zwischen dem Letten Baßmann und dem Italiener Equatore zum Austrag gebracht. Es fämpfen ferner: Grüneisen- Schweiz gegen Omeltschenko- Ukraine, die beiden Berliner Kawall und Philipp sowie Trinkgeld- Bayern gegen Saforsti Polen und Brückner- Breslau gegen Weinert- Sachsen. Der dem Arbeiter- Turn- und Sportbund angeschlossene Freie Sportverein Sagonia 28 gründet eine neue Schülerfußballmannschaft. Die Gründungsversammlung findet Freitag, 15. April, bei Baganz, Gaudystr. 3, statt. Spielplay: Eger, Schönhauser Allee. Bundestreue Vereine teilen mit: 4. Bezirk, Nordgruppe. Heute, Dienstag, beginnt der Rursus Frauensport, 20 Uhr, in der Uhlandschule, Rolonnenstraße, nahe Bahnhof Schöneberg. Einzelmitglieder, 1. Kreis. Donnerstag, 14. April, Mitgliederversammlung mit Lichtbildervortrag. Nochmal Bootspässe mitbringen, da sie ohne Jahres marte ungültig sind. Sigungsraum: Geschäftsstelle Elsasser Str. 86-88 IV. Gäste willkommen. Bezirkskartell Friedrichshain. Mittwoch, 20. April, erster Uebungstag int Stadion Friedrichshain! Montag, 18. April, Passierkartenausgabe Boghagener Straße 114. RV. Vorwärts. Donnerstag, 14. April, 21 Uhr, Mitgliederversammlung. Emil Barth spricht zur Preußenwahl". Freie Schwimmer Charlottenburg. Dienstag, 12. April, Monatsversammlung bei Germar, Kaiser- Friedrich- Straße 13, 20 Uhr. beendet. Die Trainingstage finden jetzt jeden Dienstag, Donnerstag und Berein für Leibesübungen, Ostring, e. V. Die Hallenübungsabende sind Sonnabend, ab 17 Uhr, im Lichtenberger Stadion, Herzbergstraße, statt. Die Streckenläufer für den Straßenlauf Deutsch- Busterhausen- Eichwalde müssen Dienstag im Stadion zwecks Besprechung und Training erscheinen. Altersriegen 1. Kreis. Sonntag, 17. April, 9 Uhr, Spieltag in Hohenschön. hausen, Sommerstraße. Dann Besprechung, wobei alle Bereine vertreten fein müssen. Straßenbahnlinie 64 bis Sommerstraße. Faustballständer, Ball und Schiedsrichter mitbringen. SV. Moabit, Hoden. Mittwoch, 13. April, Hodenfigung bei Röstel, Butligstraße 10, 20 Uhr. Staats Theater Dienstag, den 12. April Staatsoper Unter den Linden 19 Uhr Tristan und Isolde Staatl.Schauspielhaus Gendarmenmarkt. 20 Uhr Schiller- Theater Charlottenburg. 20 Uhr 8.15 Uhr Winter Garten Flora 3434 Rauchen erlaub Die neue Varieté- Revue Fünf im Käsewagen" mit Ehrlich. Halmay, Morgan. Theimer. Söneland usw. 3/4 Uhr CASINO- THEATER 8 Uhr Lothringer Straße 37. Berlins neuestes Operetten- Theater! Peppina" Peer Gynt Clavigo Operette in 3 Akten. Musik von R. Stolz der Hochschule für Leibesübungen die Nazi bewegung in legter PLAZA Städi. Oper Zeit merkbare Fortschritte gemacht hat. Eine Würdigung der politischen Bedeutung der Bierschen Hilfestellung für Hitler erübrigt sich aus dem Grunde, weil der alte Herr trog seines wissenschaftlichen Ranges politisch ohne jede Bedeutung ist. Campbell beim Avus- Rennen Automobilklub veranstaltete 2 vus- Rennen wird immer interDie Meldelifte für das am 22. Mai vom Allgemeinen Deutschen NäheSchles.Bhf. 5 u. 815, Stgs. 2, 5, 815 U.Tel.: E 7 Weichsel 4031. Hin Lied der Liebe Volksbühne Theater am Bülowplatz 8 Uhr Volkss ück von Paul Schurek Regie: Charlottenburg Bismarckstraße 34 Dienstag, 12. Api il Turnus il Figaros Hochzeit Malkin, Callan, Hüsch, Pechner Anfang 19.30 hr Ende 22.45 Uhr Theater Pallas 7051 814 Uhr, Stg. 44 Uhr effanter. Nachdem bereits mehrere deutsche Fahrer von Beltruf Kamrad Kasper a. Hollendorfplatz wie Caracciola( Alfa Romeo), von Brauchitsch( Mercedes- Benz), Zanelli( Alfa Romeo) und Williams( Bugatti) ihre Nennungen v. Morgen( Bugatti) sowie die beiden hervorragenden Ausländer abgegeben haben, fommt nunmehr die Sensation der Veranstaltung. Kein geringerer als der englische Weltrekordmann Sir Malcolm Campbell, der bei seinen phantastischen Rekordfahrten an der Küste von Florida nahezu 400 Stundentilometer erreichte, wird an dem Avus- Rennen teilnehmen. Der Engländer erscheint in der großen Klasse mit einem 12-3ylinder- Sunbeam- Rennwagen mit Erstkl. Gesangskr. Neue Bühnenausst. Gutschein 1-4 Personen: Parkett 50 Pt., Fauteuil 1.- Mark. Sessel 1.50 Mark. HAUS VATERLAND KURFÜRST 7460 Das P ergnügungs Restaurant Berlins BETRIEB KEMPINSKI Günther Stark Traum einer Nacht Rose- Theater- Kleines To. Staatl. Schiller- Theater Operette in 3 Akten Große Frankfurter Straße 13 8 Uhr Clavigo v. Lud.Wolff u. Karl Behr Musik von Hans May Regie: Heinz Saltenburg fel. Weichsel E 7 3422 815 Uhr Die Frag, Unter den Linden Merkur 1624 Täglich 8 Uhr Rundfunkh halb.Pr die jeder Sucht Ganoven Ehre. Stgs. 44 Uhr kl. Pr.