Morgenausgabe Jr 176 A 89 49. Jahrgang 98öchentlich 75 Bt. monatlich 8.25 M ( davon 87 Bf. monatlich für Zuftel lung ins Haus) im voraus zahlbar Boftbezug 3.87 M. einschließlich 60 Pf. Borzeitungs- und 72 Bf. Boftbestellge bühren. Auslandsabonnement 5.65 M. pro Monat; für Länder mit ermäßige tem Drudfachenporto 4.65 Der„ Borwärts" erscheint wochentage Tich zweimal, Sonntags und Montags einmal, bie Abendausgabe für Berlin und im Handel mit dem Titel„ Dez Abend". Sllustrierte Sonntagsbeilage Bolt und Beit" Vorwärts Berliner Boltsblatt Freitag 15. April 1932 Groß- Berlin 10 Pf. Auswärts 15 Pf. Die einipalt. Millimeterzetle 30 Reklamezeile 2.- M Kleine Anseigen" bas fettgedruckte Wort 20 Bf. zulässig zwei fettgedrudte Worte, jedes meitere Bort 10 Pf. Rabatt It. Tarif. Morte über 15 Buchstaben zählen für zwei Worte Arbeitsmarkt Millimeter. seile 25 Pf. Familienanzeigen Milli meterzeile 16 Bf. Anzeigenannahme im Sauptgeschäft Lindenstraße 3, wochentäglich von 81%, bis 17 Uhr Der Berlag behält sich das Recht der Ablehnung nicht genehmer Anzeigen vor! Bentralorgan der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands Redaktion und Berlag: Berlin SW 68, Lindenstr. 3 Fernspr.. Donhoff( A 7) 292-297 Telegramm- Adr.: Sozialdemokrat Berlin Vorwärts- Verlag G. m. b. H. Poftichedkonto: Berlin 37 536.- Bankkonto: Bank der Arbeiter, Angestellten und Beamten, Lindenstr.3 Dt B.u. Dist.- Gel., Depofitent., Jerusalemer Str. 65/66. Das will regieren? Niemals! Die Nazis im Preußischen Landtag/ Reaktionäre schlimmster Sorte Die Nationalsozialisten haben in dem verflossenen Preußischen Landtag noch nicht Fraktionsstärke gehabt. Sie maren daher rein formell nicht in der Lage, selbständige Anträge zu stellen, haben jedoch, wenn ihnen irgendeine Angelegenheit am Herzen lag, die notwendige hilfreiche Unterstützung bei den Deutschnationalen oder anderen Rechtsgruppen leicht gefunden. So zum Beispiel für die Anträge auf Einstellung von Strafverfahren gegen nationalsozialistische Abgeordnete. Die im Naziprogramm grundsätzlich verworfene parlamentarische Immunität war auch im Preußenlandtag Hauptsehnsuchtsziel und stärkstes Betätigungsfeld der Nazigruppe. Ein einziges Mal allerdings haben die Nationalsozialisten auch einen sachlichen Antrag gestellt: sie haben eine wesentliche Erhöhung der Besteuerung der Arbeiterkonsumvereine gefordert. Diese einzige fachliche Anregung als Ergebnis vierjähriger Parlaments arbeit kann sich für eine sogenannte Arbeiterpartei gewiß sehen lassen. Jm übrigen haben sich die Nationalsozialisten im Preußenlandtag damit begnügt, bei allen fachlichen Entscheidungen mit den Deutschnationalen durch dick und dünn zu marschieren. Mit den Deutschnationalen haben die Nazis dagegen gekämpft, daß den Fürsten und den Standesherren von ihren Renten auch nur ein Pfennig gekürzt werde. Mit den Deutsch) nationalen haben die Nazis die Auflösung der Gutsbezirke zu verhindern gesucht; ebenso wie die Deutschnationalen waren fie der Meinung, daß die Einwohner dieser Gutsbezirke fein Gemeindewahl recht und keine Anteilnahme an der Selbstverwaltung er halten sollen. Mit den Deutschnationalen haben die Nazis fich zum Kapp Butsch bekannt. Am 25. Februar 1930 hat der Nazipressechef Wilhelm Kube erklärt: Ich bin auf feiten Rapps gewesen. Ich habe die Kapp- Bewegung mitgemacht und ich schäme mich nicht, dabeigewesen zu sein." Das erklärt Herr Kube von der Nazi- ,, Arbeiterpartei", obwohl der ,, Reichskanzler" Kapp auf Streifführung und Streifteilnahme besonders in den sogenannten lebenswichtigen Betrieben Erschießen als Strafe androhte. Mit dem Be fenntnis zu Rapp haben sich die preußischen Nazis vollinhaltlich auch zum Borheimer Programm bekannt. Mit den Deutschnationalen und mit den kommuniffen- haben die preußischen Nazis im Laufe der letzten vier Jahre Landtag 32 Mißtrauensvoten gegen das Kabinett Braun- Severing zugestimmt. Fein säuberlich geteilt haben Rechtsparteien und Kommunisten je 16 dieser Mißtrauensanträge eingebracht; aber die Gemeinsamkeit der Aktion haben Nazis, Deutschnationale und Kozis bei keinem dieser 32 Mißtrauensvoten verleugnet. Die Kommunisten haben für die Mißtrauensvoten gestimmt, die damit begründet wurden, daß Severing ihren Terror nicht energisch unterdrückte, und die Nazis haben für die Mißtrauensvoten gestimmt, die gestellt waren, weil Severing angeblich die SA. schone. Wie die Deutsche Volkspartei auch für das Mißtrauensvotum gegen Otto Braun gestimmt hat, das als Begründung seine Unterstützung der Stresemann- Politik vorschüßte. An solchen Beispielen fann man lernen, was Nibelungentreue heißt! Gemeinsam mit Deutschnationalen und Kommunisten find die Nazis zum Stahlhelm- Bolfsentscheid 9. August 1931 marschiert. am Aber auch hier feine Regel ohne Ausnahme. Einmal haben sich auch die Nazis im Preußenlandtag von den Deutschnationalen getrennt. Im Sommer 1928 haben die Deutschnationalen für die Bereinigung von Walded mit Preußen gestimmt, die Nationalsozialisten dagegen, weil, wie ihr Kube erklärte, Preußen heute für sie nur ein geographi scher Begriff sei, und fein schöner. Man kann von einem Aube nicht verlangen, daß er das sonst von Lügnern gefor berte gute Gedächtnis hat. Infolgedessen hatte er zwei Jahre später vergessen, daß ihm Preußen nur ein geographischer Be griff sei und kein schöner, und sprach am 17. Oktober 1930| nach ein Mensch, der nicht geprügelt( ge= im Landtag von dem für uns Nationalsozialisten heiligen Begriff Preußen". Die Frage, ob die Nazis preußische Pa trioten sein wollen, muß danach offen bleiben. Hingegen haben sie feinen Zweifel daran gelassen, daß sie auf den deutschen Patriotismus pfeifen. Am 27. März 1930 machte der Naziabgeordnete kaufmann- Elberfeld von der Tribüne des Preußischen Landtages aus landesverräterische Angaben über den deutschen Grenzschutz. Durch lebhafte zurufe darauf aufmerksam gemacht, daß er Geheimnisse der Landesverteidigung preisgäbe, erwiderte Herr Kaufmann: Ihr Geschrei vom fogenannten Landesverrat fann uns nicht beirren. Sie rufen immer dann Landesverrat, wenn es in Ihren Kram paßt." Woraus zu ersehen, daß die Nazis den Landesverrat gutheißen, wenn er in ihren Kram paßt. In diesem Zu sammenhang sei das Geständnis notiert, daß derselbe Abge: ordnete Kaufmann- Elberfeld am 5. März 1929 auf der Landtagstribüne abgelegt hat, daß gerade die Gewert schaften das größte Kontingent zum deut fchen Selbstschuh gestellt hätten. Dies Geständnis flingt etwas anders als die sonst bei den Nazis übliche Lüge, die Rechtstreise allein hätten Oberschlesien vor den polnischen aufständischen Verbänden und das Rheinland vor den Separatisten gerettet. Im Preußenlandtag war natürlich abgesehen von gelegentlichem und versehentlichem Aussprechen der Wahrheit - das Schimpfen und Verleumden Hauptzweck der Nazireden. Zu den Debatten über die Rechtspflege haben sie das Wort ihres Führers Kube von der Verlumpung des gesamten Richterstandes in Preußen beigetragen. In den Kultusdebatten hat Herr Rube nicht weniger als viermal in diesen vier Jahren den griechischen Vers zitiert, wosch unden) wird, nicht erzogen werden könne. Und zur Sozialpolitik hat wiederum der Abgeordnete Kaufmann- Elberfeld am 7. November 1928 den Geiftesblitz beigesteuert: die Sozialdemokratie habe infolge Steigerung der sozialen Lasten den Export unmöglich gemacht. Aber bei der Stellung der Nazis zur Sozialpolitik muß noch eines Vorganges Erwähnung getan werden, den gewiß jeder für eine Erfindung hielte, wenn er ihn nicht im Stenogramm der 121. Landtagssigung vom 30. Januar 1930 jederzeit nachlesen könnte. Der inzwischen verstorbene geordnete Leonhardt von der Wirtschaftspartei hatte den Landtag darauf aufmerksam gemacht, daß ein parteiamtliches Naziorgan, der ,, Ostdeutsche Beobachter", in Nr. 2 des laufenden Jahrgangs für Deutschland einen bethlehemiti fchen Kindermord gefordert hätte: Ab= ,, Alle Kinder, die bei Vergewaltigung einer Deutschen gezeugt find, sollen getötet werden. Kinder, deren Aussehen und Merkmale auf einen Bater negerischer, orientalischer, vorderasiatischer oder hamitischer Rasse schließen laffen, sollen ebenfalls umgebracht werden, um zu verhindern, daß von neuem rasseschlechtes Blut und schlechte feelische Anlagen in den Volkskörper eindringen. Die Mütter der Bastarde müsse man unfruchtbar machen." Die durch den Abgeordneten Haafe hierauf erfolgte Ermiderung ging dahin, daß die Naziabgeordneten den vorgetragenen Artikel ,, in dieser Form" ablehnten: ,, Es ist uns übrigens von der Redaktion mitgeteilt worden, daß Herr Leonhardt sich beruhigen möge, denn er sei mit dem Artikel nicht gemeint gewesen, trotzdem sein Aeußeres zu dieser Vermutung hätte Anlaß geben fönnen." Danach tut man den Naziabgeordneten in Preußen gewiß zuviel Ehre an, wenn man überhaupt ihre sachliche Stellungnahme zu einer Frage nachprüft. Ihr Programm ist die Bestalität. Diese Arbeiterfeinde und Phrasendrescher dürfen niemals die Regierung Preußens in die Hand bekommen! Darum: Alle Kraft für Braun- Severing! Die Auflösung wird durchgeführt. Dicke Köpfe der Naziführer.- Klagges gibt klein bei. Unruhen in Chemnitz. Hitler fit im Hotel Raiserhof in Berlin mit Jensen und die 5 S.& ommando stelle in Braunschweig fei. Er läßt verlauten, daß er den Staatsgerichtshof anrufen es nach der Notverordnung notwendig fei, sichergestellt. Die den Naziführern zusammen und sie beraten, was mun zu tun verfallen. Das Eigentum dieser Formationen werde, soweit wolle. Inzwischen leisten sich die Nazis in Sachsen den Scherz,| Borbereitungen für die Führerschule der Hitler- Bewegung in die Reichsregierung des Verfassungsbruchs zu beschuldigen Flechtorf würden eingestellt. und die sächsische Landesregierung aufzufordern, die Durchführung der Auflösung zu verweigern. Diese Forderung wird in Braunschweig an Herrn Klagges von ihnen nicht gestellt; denn Herr Klagges hat beschlossen, sich nicht mehr maufig zu machen, sondern sich löblich zu unterwerfen und die Auflösung der SA. und SS. durchzuführen. In Hessen beantragen die Nazis die Einberufung des Landtags, in Bremen beantragen sie in der Bürgerschaft, der Senat möge das Reichsbanner auflösen. Alles in allem: viel weniger Widerstand und Lärm, als nach der Großmäuligkeit vorher zu erwarten war. Klagges gibt klein bei. Braunschweig, 14. April. Innenminister Klagges teilte dem Vertreter der TelegraphenUnion" im Zusammenhang mit dem Verbot der SA. und SS. mit, er werde troh feines an die Reich: regierung gegebenen Protestes die notverordnung auch im Lande Braunschweig durch vermeiden. Dahingestellt bliebe, ob es zweckmäßig fei, gegen die führen, um Differenzen zwischen Braunschweig und Berlin zu Reichsnotverordnung Klage beim Reichsgericht einzuleiten. Beschlüsse felen hierüber noch nicht gefagt. Sicher sei jedoch, daß man sich mit dieser Frage beschäftigen und ihre juristische Seite prüfen werde. Die SS. und die S2 felen aufgelöst. Der Auflösung feien auch die 5 S. and S2- Führerschule in tel. Zusammenrottungen der verbotenen SA. Chemnit, 14. April. Im Zusammenhang mit dem Verbot der SA. und SS. fanden am Donnerstag vor dem Hansahaus auf dem Theaterplat, wo sich die Hauptstelle der Chemnitzer NSDAP. befindet, fortgesett große Kund-= gebungen statt. Die Polizei trieb die Menge wiederholt mit dem Gummiknüppel auseinander. Auch an anderen Stellen der Stadt kam es zu Ansam m= Iungen, die die Polizei zum Einschreiten veranlaßten. Vei verschiedenen Zusammenstößen wurden einige PerEine Reihe von Personen sonen leicht verlegt. wurde zwangsgestellt. niter Volksstimme" hat die Tore fest verschlossen. Vor Das Verlagsgebäude der sozialdemokratischen ,, Chemdem Verlagsgebäude sind starke Polizeiposten aufgestellt. Auch sonst ist die Polizei im Innern der Stadt wesent lich verstärkt. Ununterbrochen fahren Polizeistreifwagen durch die Straßen. Erustere Zwischenfälle haben sich bis zum späten Rahmittag nicht ereignet. Bei einer Susammenrottung wurde ein junger Mann durch einen Rebolberschuß schwer verlett. SA. Mörder verhaftet. Er hat den Reichsbannerfameraden Pauls erschossen. Oldenburg, 14. April. Der Bote und Reichsbannermann Martin Beuls ist am vergangenen Sonntag in Sillens er schossen worden. Wie die Oldenburgische Justizpreffe itefle mitteilt, haben die Ermittlungen zur Verhaf tung des Zäters geführt. Es handelt sich um den 20jährigen Bädergesellen Helms aus Waddens, der 2. Mann und Mitglied der NSDAP. ist. Er be hauptet in Notwehr gehandelt zu haben. Aufgelößte GA. überfällt Reichsbanner. Hindenburg, 14. April. Wie von der Polizeipressestelle mitgeteilt wird, überfielen am Donnerstagnachmittag in Hindenburg etwa 15 bis 18 Nationalsozialisten fünf Reichsbannerleute, die Flugblätter verteilten, und mishandelten sie mit Messern, Schlagringen und Stüden. Zwei Reichsbannerleute trugen dabei erheb Liche Kopfverletzungen davon. Unter den Angreifern erkannte man, wie der amtliche Bericht sagt, Mitglie. der der aufgelösten SA. Ber: Schließung der GA. Heime in Leipzig.. haffung des Landtagsabgeordneten Studentkowski. Leipzig, 14 April. Zu der Schließung der hiesigen S.- Heime wird noch mitgeteilt, daß sich bei der Polizeiaftion teine Schwierigkeiten erDer Landtagsabgeordnete Studentkowski, der gestern abend im Zoologischen Garten in einer Versammlung der SA. beleidigende Aeußerungen gegen den Reichspräsidenten und die Polizei gemacht hatte, wurde heute vormittag polizeilich vernommen. Mit Rücksicht auf die Schwere der Beleidigung, und da Verdunkelungsgefahr besteht, wurde Studentfomski der Staatsanwaltschaft zu geführt. Im Anschluß an die Versammlung fam es, nach it. teilung der Polizei, an einigen Stellen in der Stadt zu Ordnungsstörungen, gegen die eingeschritten wurde. Ansammlungen in München. München, 14. April. Ein kläglicher Ablenkungsversuch. Die Gensation von Langewiesen und die unglaubliche Geschichte vom bewaffneten Reichsbanner. In ihrem Bestreben, der aufgelösten S2. zur Hilfe zu kommen, hat die Rechtspreffe eine furchtbare Entdechung gemacht. Die Tele" graphen- Union verbreitete gestern nachmittag als gtrablatt(!) eine Melbung aus Weimar, daß der sozialdemokratische Bürgermeister ord in Langewiese bei Ilmenau die Auflösung der G2 mit Hilfe bewaffneter Reichsbannerlaute vorgenommen habe. Prompt erschien diese Meldung in der Hugenbergschen„ Nachtausgabe in größter Aufmachung unter der Ueberschrift ,, ln. glaublicher Borfall in Thüringen". Da liest man von einer Bewaffnung des Reichsbanners, von Haus= fuchungen durch bewaffnete Reichsbannerieute und ähnliche Scherze mehr. Natürlich haben die Nazis sofort Protesttelegramme an Groener gesandt, und in einem dieser Telegramme heißt es tühn:„ Damit sei die Bewaffnung des Reichsbanners, das in Thüringen schon zahl reiche Ueberfälle verschuldet habe, einwandfrei nachgewiesen." Es ist wirklich eine unglaubliche Geschichte! Was ist in dem Ort angemiesen, der noch nicht 5000 Einwohner hat, Erschredliches geschehen? Wir haben uns bei dem Bürgermeister Genossen Worch erfundigt und von ihm folgendes erfahren: Am Mittwochabend erhielt Bürgermeister Worch vom Kreisamt Arnstadt die Aufforderung der thüringi. schen Landesregierung, für höchste Alarmbereitschaft zu sorgen, da eventuell mit einem SA.- Putsch zu rechnen sei, und alle Waffen auf das Rathaus zu bringen. De er zunächst ohne Polizeibeamte war, beauftragte er zwei zuberlässige Leute mit der Bewachung des Rathauses, bewaffnete fie und beauftragte fic, niemand ins Rathans hereinzulassen. Dann holte er die Polizeibeamten zusammen, löste die beiden Leute wieder ab und ordnete an, daß alle im Ort vorhande nen Waffen aufs Rathaus zu bringen seien. Er nahut den örtlichen SA.- Führer und den örtlichen Vorstenden der NSDAP. vorläufig feit, entlich sie aber nach zehn Minuten wieder, nachdem sie ihm glaubhaft gemacht hatten, daß kein Putsch beabsichtigt set. Das ist die ganze große Affäre! Aus dieser Ausführung eines amtlichen Auftrags ist in der Rechtspresse die Auflösung der S2. mit bewaffneten Reichsbannerleuten, ein Beweis für die Bewaffnung des Reichsbanners in Thü ringen geworden! Fällt den Leuten in ihrer Bestürzung über die Auflösung der S2. wirklich nichts Besseres ein als diese ,, unglaubliche" Geschichte aus einem thüringischen Neft? Reichsrat und Rapallo- Bertrag. Verlängerung von Schlichtungsabkommen und Rapallo Bertrag beschlossen. Der Reichsrat beschäftigte sich am Donnerstagnachmittag in Für die preußische Staatsregierung stimmte Staatsöffentlicher Bollsizung mit der Berlängerung des Schlichtungssekretär Weismann der Verlängerung der Verträge zu, weil es sich abkommens und des Rapallo Bertrages mit der um rein politische Berträge handele. Die Frage der Not des deutSowjetunion. Gegen den Artikel 4 dieses Vertrages, der die schen Waldes berühre auch die preußische Regierung tief, die in einer Meistbegünstigungstlaufel enthält, wurde DDI mehrerer Länder Stellung genommen. den Vertretern ausführlichen Eingabe an die Reichsregierung dazu Stellung ge nommen habe. Das sei aber eine rein handelspolitische Frage. Im übrigen hätten die Ausschüsse des Reichsrates ausdrücklich beschlossen, daß demnächst über die Holzfrage ausführlich beraten werden solle. Der Reichsrat stimmte dann mit Mehrheit der Verlängerung des Rapallo- Bertrages und des Schlichtungsabkommens zu. Der württembergische Gesandte gab eine längere Er klärung ab, in der gesagt wird, daß Württemberg der Verlängerung des Vertrages nicht zustimmen könne, da die russisch e Schleudertonkurrenz auf dem Holzmarkt die Gefahr eines völligen Zusammenbruches der württembergischen Waldwirtschaft in greifbare Nähe gerüdt habe. Die mürttembergische Reerteilen, wenn ausreichende Sicherungen für die Waldwirtschaft geschaffen würden. In der Nähe des Braunen Hauses, und vor allem am Karolinenplag, fam es heute mittag und im Laufe des Nachmittags zu Ansammlungen. Unter der Menge befanden sich zahlgierung fönnte der Vertragsverlängerung nur dann ihre Zustimmung reiche frühere Angehörige der aufgelösten SS. und S. Um die Verkehrsbehinderungen zu beseitigen, zerstreu ten Batrouillen der Grünen Polizei die Ansammlungen. Nazibeamte werden nicht mehr geduldet. Ein wichtiger Schritt der badischen Regierung. Karlsruhe, 14. April( Eigenbricht).. Der badische Staatspräsident gab in der Donnerstag- Sigung des Badischen Landtags zur Auflösung der Privafarmee Sitters eine Erklärung ab, in der er in Uebereinstimmung mit hen Regierungsparteien feststellte, daß in letter Zeit eine ganze Reihe von Beamten ihre beschworene Treupflicht gegen den Staat gröblich verletzt habe und daß gegen diefe Beamten eingeschritten werde. Wegen der Reichsbeamten und der Reichsbahnbeamten werde Ach die badische Staatsregierung mit dem Ersuchen um entsprechende Maßnahmen an die Reichsregierung wenden. Die Erklärung des badischen Staatspräsidenten hat folgenden Wortlaut: ,, Namens der Staatsregierung( Sentrum, Sozialdemokraten, Deutsche Boltspartei) erkläre ich: Der Herr Reichspräsident hat die Sturmabteilungen und Schußstaffeln der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei mit allen ihren Einrichtungen aufgelöst. Die badische Regierung begrüßt es, daß ihr seit Monaten wiederholt und nachdrücklichst in Berlin Dorgetragener Wunsch endlich erfüllt ist. Es geht nicht an, daß im Staat noch ein anderer Staat besteht. Die öffentliche Gewalt darf mur in der Hand der nerfassungsmäßigen Regierung liegen. Es ist unerträglich, daß eine politische Partei eine militärisch organisierte Privat armee besitzt, mit der sie ihre Umfturzbestrebungen durchzuführen versuchen fann. Der Staat hat das Recht, hier jogar die Pflicht zur Rotmehr. Untätig zusehen, hieße für den Staat, fich felbft aufgeben. Die Gebulb der Regierung währte lange, vielleicht zu lange. Das Gebot der Selbsterhaltung legt aber dem Staat mit zwingender Notwendigkeit noch eine andere Aufgabe auf. 3ahlreiche Beamte haben in der legten Zeit ihre beschworene Treupflicht gegen den Staat gröblich perlegt. Die Regierung darf unb fann hier nicht mehr lange zusehen, menn nicht das Vertrauen des Boltes zum Staate erschüttert werden soll. Die Regierung mahnt deshalb alle Beamte, den Legalitätsbeteuerungen der Natio nalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei feinen Glauben mehr zu fchenken. Die Regierung hat das Bertrauen zu ihren Beamten, daß fie, nachdem der Herr Reichspräsident so deutlich gesprochen hat, zu thier Pflicht zurückkehren. Gegen diejenigen, welche troß dieser Ermahnungen sich im Sinne der Kommunistischen Partei oder der Rationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei betätigen, mird die badische Staatsregierung folgende Maßnahmen ergreifen: 1. Den außerplanmäßigen Beamten, Angestellten und Arbeitern wird die Regierung das Dienfiverhältnis im Rahmen der Gesetze fündigen; 2. gegenüber den widerruflich angestellten planmäßigen Beamten wird die Regierung gemäß§ 4 des Beamtengefehes den Widerruf der Anstellung aussprechen und das Dienstverhältnis fündigen; 3. für die unwiderruflich planmäßigen Beamten gilt folgendes: a) fie haben diejenigen Folgen zu tragen, welche fich wegen Verletzung der Treupflicht gegen den Staat auf Grund von Disziplinorverfahren nach Maßgabe der bestehenden oder fünftigen Gefete ergeben. Die Staatsregierung erwartet, daß die Gemeinden ähnlich per fahren. Wegen der Reichsbeamten und der Reichsbahnbeamten wird ich die badische Regierung an die Reidsregierung menden. Diese Maßnahmen sind notwendeg, um eine der wichtigsten Säulen bes Staates, nämlich die Beamtenschaft, por Berfegung und damit ben Staat selbst vor Niedergang zu bewahren." Rote Fahne" verboten. Nach Mitteilung der Polizei ist die„ Rote Jahne" wagen Bere ächtlichmachung und Beleidigung des Herrn Reichspräsidenten auf brei Tage berboten morden. Der Vertreter Babens erklärte, die Ausführungen des württembergischen Vertreters träfen auch für Baden zu. Die babische Regierung unterstüge nachdrüdlich den Wunsch nach ausreichenden Sicherungen für die deutsche Holz- und Waldwirtschaft. Dieser Er. tlärung schlossen sich weitere Länder an. Hitler verleumdet Brüning. Eine bösartige Unterftellung gegenüber ausländischen Berichterstattern. Adolf Hitler hat sich nicht entblödet, ausländischen Journalisten gegenüber zu behaupten, daß er Beweise dafür habe, daß der Reichskanzler das S. Berbot unter dem Drud Tardieus ausgesprochen habe. Gegen diese Infamie mendet sich die Reichsregierung mit scharfen Worten. Sie bezeichnete diese Behauptung als Dollt om men erfunden" und lediglich zu dem med aufgestellt, die Reichsregierung zu verdächtigen und ihr Ansehen im In- und Auslande herabzusehen". Fünfmarfstücke fleiner? Weiter genehmigte der Reichsrat die Ausprägung von weiteren 100 millionen Martin Fünfmaristiden. Bei dieser Gelegenheit murde aus der Mitte des Reichsrates der Wunsch geäußert, daß die Fünfmartstücke in Butunft etwas kleiner ge prägt merden sollen. In der jegigen Größe und Schwere jeien sie zu einer förmlichen Landplage geworden. Es wurde auf die Schweiz verwiesen, die ihre Fünffrankenstüde gleichfalls verkleinert habe. große Beachtung. Die Blätter heben hervor, daß über die außer Drpentliche Maßnahme teine Einigteit geherrscht habe. Der Sa DDID fascist a" ertlärt, es sei lächerlich, mie fehr der französische Sicherheitsmahn bie beutsche Sozialbemotratie angestedt babe, bie nun mit allen Mitteln gegen. die Grundsäge der Gefeßlichkeit und der allgemeinen Politit porgehe, meil fie vom Sicherheitsfimmel beherrscht sei. Natürlich han bele es sich dabei vor allem um ihre eigene Sicherheit. Die Sozialdemokraten, die von figen deen über Gefahren und Berschwörungen beherrscht seien, sähen überall Gefahren und Verrat, mertten aber nicht, daß sie sie selbst heraufbeschwörten. Die Sozialdemokraten mitterten überall Bürgerkrieg, Blut und Anschläge gegen den Staat, ohne zu erkennen, daß sie diese selbst hervor riefen. Da sehe man, wo man in der Innenpolitit hintontme, penn einem der Kopf vom Sicherheitsbazillus verdrehf jei. Die Tribuna" erflärt, daß die Auflösungsmaßnahme eine Gegenlei stung fei, die die Sozialdemokratie für die Wahl Hindenburgs verlangt habe. Selbst wenn man Herrn Hitler zugute hält, daß er unter dem Eindruck des entschlossenen Borgehens des Reiches etmas den Kopf verloren hat, so müßte man doch von einem deutschen Parteiführer mehr Selbstbeherrschung und mehr Bir begnügen uns, diese Albernheiten und Dreiftigteiten mit Gefühl für nationale Würde erwarten. Seine verber Feststellung zu registrieren, daß die Regierung mussoIeumderische Denunziation Brünings als das tinis die Berantwortung dafür trägt. Denn in Italien gibi es Werkzeug Frankreichs stellt übrigens nicht nur eine Verächt teine selbständige Bresse, alles mas dort geschrieben wird, entspricht lichmachung der Reichsregierung dar, die alles Bisherige über trifft, sondern auch einen verzweifelten Versuch, die öffentliche den Direktiven der Regierung. Man magt zwar nicht offen zu Meinung Englands, Ameritas und und Italiens Italiens gegen schreiben, daß Brüning und Groener das Verbot aus Deutschland aufzuputschen, wobei er insbesondere gesprochen hätten, meil fie vom„ französischen Sicherheits auf die Unbeliebtheit Tardieus in der Welt spekuliert. fimmel" angesteckt seien, und spricht vorsichtshalber immer von Hitler verwechselt dabei absichtlich 11rfache und der Sozialdemokratie". Gemeint ist aber mit dieser Verdäch Wirkung. Tatsache ist, daß das S.- Berbot auf die ganze tigung die Reichsregierung. Das Stichwort zu diesen Welt einen ungeheuren Eindrud gemacht hat. Man Berdächtigungen ist offensichtlich im Berliner Hotel Raiserhof hatte sich draußen nachgerade an die Borstellung gewöhnt, hatte sich draußen nachgerade an die Vorstellung gewöhnt, daß die Reichsregierung nicht den Mut und die Kraft habe, ausgegeben und im Palazzo Chigi genehmigt worden! gegen Hitlers Bürgerkriegsprovokationen und vorbereitun gen ernsthaft vorzugehen. Der Mangel an Bertrauen in Deutschlands Zutunft war nicht zuletzt durch diesen Eindrud hervorgerufen, den die Reichsregierung freilich lange Zeit felbst mitverschuldet hat. Mit einem Schlage horcht nun die Welt auf. Man braucht nur einen Blid auf die Auslandsstimmen zu werfen, um zu erkennen, daß das S. Berbot fast noch größeres Aufsehen erregt hat als der Sieg Hindenburgs bei der Reichspräsidentenwahl. Wertlose Legalitätserklärungen. Groener gibt sie der NGDAP. zurüd. 3m Anschluß an die Ablehnung des Empfanges des Abgeord neten Göring hat der Reichsminister des Innern auch die schriftlichen Legalitätserklärungen der nationalsozialistischen Führer und Unterführer an die Partei 3 urückgesandt. weil die nationalsozialistische Führung die Erklärungen für ihr Rüdgabe war zwar au sich schon früher ins Auge gefaßt worden, Archiv zurüderbeten hatte, der Minister hat aber in einem Begleitschreiben darauf aufmerksam gemacht, daß diese Legalitätserklärungen wertlos feien, wenn der Geist einer Partei dem Inhalt der Erklärungen nicht entspreche. der Abrüstungskonferenz wird durch diese Tat Deutschlands Stellung in der Welt und insbesondere auf mefentlich gestärkt merden. Daran hatte Frankreich keinerlei Interesse. Wenn es nach den Wünschen des Herrn Tardieu gegangen wäre, dessen reaktionäre Gefolgschaft den gegenwärtigen französischen Wahlkampf hauptsächlich mit dem Bopanz Hitler bestreitet, hätte die Reichsregierung die S2. ruhig gewähren lassen. Und es ist fein Zufall, daß es gerade die Herrn Tardieu nahestehende Bariser Natio nali ft enpresse ist, die fich trampfhaft bemüht, die Bedenfernerbandes, Genoise Mag Siepers, läßt durch den BreifeAbgelehnte Landtagskandidatur. Der Borsitzende des Frei deutung des S2. Berbots herabzusehen und seine Bemeg- dienst seines Berbandes mitteilen, daß er die ihm angebotene Kangründe zu nerdächtigen. didatur auf der sozialdemokratischen Landeswahilijte abgelehnt habe. 3talienisch- faschistische Dreiftigkeit. Der spanische Botschafter Araquiftain peranstaltete gestern an läßlich des ersten Jahrestages der Begründung der spanischen Republit einen Empfang. Er hielt babei eine Ansprache, in der er die Bedeutung des Bandels in Spanien bahin charakterisierte, daß nicht eine Gruppe, eine Klasse, ja, nicht einmal die Republik über die Monarchie triumphiert habe, sondern das spanische Bolt fich erneuert und seine eigene glanzDolle Bergangenheit zugunsten einer Das S- Berbot findet in der gesamten italienischen Preffe aussichtsreicheren und merivolleren Zukunft überwunden habe. Die Telegraphen- Union", die fich immer besonders befleißigt, nazifreundliche Auslandeftimmen zu verbreiten, d. h. Aeußerungen der italienischen Faschistenpresse, denn andere Hitler- Freunde gibt es in der Welt nicht, meldet aus Rom: Die BBG. steht zur Republit. Polizeipräsident Grzefinsfi spricht in den Kammerfälen. Die Eiferne Front in der Berliner Berkehrsgesellschaft hatte geftern ihre republikanischen Betriebsangehörigen zu einer Rundgebung im Großen Saal der Kammersäle in der Teltomer Straße gerufen. Man kann den Vertrauensleuten nur einen Borwurf machen, der freilich zugleich höchstes Lob ist: der Saal, der rund 2000 Menschen faßt, war viel zu flein, um alle die Arbeiter und Angestellten der BVG. zu erfassen, die ein flares und deutliches Befenntnis für Otto Braun und Carl Senering ablegen mollien. Nur Männer und Frauen, die im Betriebe tätig sind. murden nach genauer Prüfung ihres Musmeises zugefaffen. Trogden mußte die Versammlung wegen Ueberfüllungsgefahr durch die Polizei gesperrt merden. Der Vorsitzende, Genosse Schmidt, eröffnete die Kundgebung mit dem Gelöbnis, Hitler, Hugenberg und Thälmann am 24. April zu schlagen und Preußen seine Regierung Braun Severing zu er halten und gab dann dem stürmisch begrüßten Redner des Abends, Polizeipräsidenten Albert Grzesinsti, das Wort. Er führte aus: Wäre es 1913 möglich gewesen, daß eine politische Bersammlung der Arbeiter und Angestellten der BerTiner Berkehrsunternehmungen stattgefunden und daß auf dieser Versammlung der Berliner Polizeipräsident gesprochen hätte? Nein. Das tennzeichnet den Unterschied von damals und heute! Das Bolf ist gleichberechtigt geworden und beruft seine Bertrauensleute in die Verwaltung. Deshalb aber auch gilt dem ..System" der Kampf der Reaktion. Zwei Wahlkämpfe sind in den lekten Wochen vor allem durch die Eiserne Front zugunsten der Republik entschieden worden. Die Schlachtfront von Sozialdemo= fraten und bürgerlichen Republikanern, von Gewerkschaftlern und Genossenschaftlern, non Reichsbannerfameraden und Arbeitersportlern wird unübermindlich sein, aber für den 24. 2pril steht uns noch ein beträchtliches Stüd Arbeit bevor. Gewiß bekennt sich nur nach einem falschen Hitler- Einmaleins die Mehrheit des deutschen Volkes zum Braunen Hause. Am 10. April haben ja sogar, durch die Parolenschusterei ihrer Zentrale verbittert, Rommunisten ihre Stimme für hitler abgegeben. ( Lebhafte Bfuirufe!) Aber es hat sich gezeigt, daß die Massensuggestion der Hitler- Bemegung nicht ausgereicht hat, auch nur antnähernd die Mehrheit des Boltes zu erfassen. Seit dem 14. September 1930 befand sich die Republik in einem akuten Gefahrenzustand. Die nationalsozialistischen Organisationen, die zuerst nur ein Saalschutz waren, wurden zu einer Privatarmee des Braunen Hauses ausgebaut. Damit ist gestern durch die Notverordnung des Reichspräsidenten Schluß gemacht worden.( Stürmisches Bravo!) Man wird fragen, warum haben Regierung und Polizei nicht früher eingegriffen? Man darf aber nicht vergessen, daß die gefeßlichen Möglichkeiten im Rahmen der Demokratie be schränkt sind. Ein Berbot, das durch irgendwelche Auslegungen mieder aufgehoben merben fönnte, wäre ein Fehler gewesen. Deshalb mußte so lange gezögert werden, bis das notwendige Beweismaterial zusammengebracht war, um alle zuständigen Instanzen davon zu überzeugen, daß ein Berbot diefer Organisationen im Intereffe der Staatsautorität und zum Schuße von Volk und Vaterlund unumgänglich notwendig ist. Es ist deshalb noch nicht zu spät, denn wenn man in der Politik sagreift, ift es niemals zu spät. Das 3ögern hat Kernen ge foftet, aber die. Jeroenprobe ist bestanden worden.( Erneute anhaltende Zustimmung.) Es ist mir in diesen Tagen ein tommunistisches Blatat norgelegt worden, in dem u. a. an die Regierung Braun Sepering und die Sozialdemokratie die Frage gerichtet murbe, marum mir night für ein Berbot der S. und SS. sorgten. Wir haben das inzwischen getan, und die Kom= munisten haben daraufhin erklärt, daß dieses Berbot nur ein Liebesdienst für Hitler sei.( Anhaltende Heiterkeit und ironische Zurufe.) Man erficht daraus, mas von fommunistischen Argumenten zu halten ist.( Neue Branorufe.) Genoffe Grzesinski beleuchtete sodann den Unterschied zwischen dem alten und neuen Preußen in längeren Ausführungen und schloß mit einem stürmisch aufgenommenen Appell zum Kampfe für Demotratie und Republik. Die Reichsbannerfameraden vom Bezirk Kreuzberg gaben der Rundgebung mitreißende musikalische Um rahmung. Der Einmarsch der Hammerschaft der Berliner Verkehrsgesellschaft wurde mit Jubel begrüßt. Mit einem Hoch auf die Sozialdemokratie, die Eiserne Front und das republikanische Breußen endete die eindrucksvolle Kundgebung. Rebellion in der Hitler Jugend. Austritte von Führern in Nordwestdeutschland. Köln, 14. April.( Eigenbericht.) Der bisherige Führer der Hitler- Jugend Nordwest- Deutschlands, Wilhelm Kanser, ist aus der NSDAP. ausgetreten. Die Razis behaupteten darauf, er sei ausgeschlossen worden. Kanser weist die Behauptung des Westdeutschen Beobachters", daß er aus geschlossen worden sei, in der Rheinischen Zeitung" als unwahr zurüd. Bohr sei, so versichert Stanser in seiner Erklärung, daß der Gauleiter Grobé und der Reichstagsabgeordnete Saller ihn zu einer Einigungsverhandlung geladen hätten. Der Erfolg der Verhandlungen habe darin bestanden, daß man ihm ( Kayser) einen Schweigeposten angeboten habe. Das Hitler Kondolenzvifite. Verbot der SA Die Rote Fahne Abgekarteles Spiel! Thälmann 3€ Thälmann: Leider haben meine Wähler, die im zweiten Wahlgang für Sie geftimmt haben, das traurige Ereignis nicht verhindern können. Dafür verbreite ich jetzt: es wäre mit 3hrem Einverständnis geschehen." Otto Braun in Breslau. Maffenfundgebung in der Jahrhunderthalle. Breslau, 14. April.( Eigenbericht.) In einer Kundgebung der Eisernen Front zur Breußenwahl sprach heute abend der preußische Ministerpräst dent Otto Braun in dem überfüllten Riesenkuppelbau der Jahrhunderthalle. Otto Braun, von stürmischem Beifall begrüßt, rechnete mit dem deutschnationalen Parteiführer und dessen gerechnete mit dem deutschnationalen Parteiführer und dessen geschmadlosen Aeußerungen in Nürnberg über das„ Saupreußentum" ab. Sodann beschäftigte er sich kritisch mit dem Unsinn des neuen Schlagwortes der Realtionäre vom Kampf gegen das System". Man dürfe doch niemals vergessen, daß das„ neue Enftem" 1918 ein belogenes, betrogenes und bis auf den legten verschlossenen Türflinfer ausgepowertes Bolt zur Betreuung übernommen habe. Soll Preußen etwa dadurch wieder preußisch werden, daß man ausgerechnet einen Herrn aus Oberösterreich in die Regierung holt? Hinter dem Geschrei von der Wiederherstellung des mahren Preußens steht nichts anderes als ber Drang einer afte nach der Alleinbefriedigung an der Futtertrippa. Es fei aufs tiefste zu bebauern, fuhr Braun fort, daß auch in Breußen unter bent Drud der Verhältnisse harte 2b baumaßnahmen durchgeführt werden mußten. Leider feien auch zum Teil Einrichtungen bedroht, für die er ein Menschenalter gefämpft habe. Er sei jedoch fest entschlossen, von diesen Errungenschaften feinen Fußbreit mehr preiszugeben, als durch die bitterste Not erzwungen werde. Erklärung des Westdeutschen Beobachter" gesagt wird, Kanser sei, der einzige, der für seine Tätigkeit in der NSDAP. von Anfang an cine Angestelltenbesoldung erhielt. Fortwährend wird der Welt porgelogen, daß die Naziführer ohne jede Bergütung arbeiten. Hat man fich aber mit irgend jemand aus der Kumpanei verkracht, dann wird dem Ausgeschlossenen unter die Nase gerieben, was er bei den dem Ausgeschlossenen unter die Nase gerieben, was er bei den Nazis verdient hat. Eine feine Gesinnung, die schlechterdings nicht zu überbieten ist. Kayser will übrigens in Westdeutschland eine neue Jugendorganisation bilden. Demonstrationsverbot aufgehoben. Berfammlungen und Umzüge unter freiem Himmel. Wie der Amtliche Preußische Bressedienst mitteilt, hat der preußische Minister des Innern folgenden Erlaß an alle Regierungspräsidenten und Polizeibehörden gerichtet: In Abweichung von der Bestimmung des Abs. 4 der Anordnung, betreffend das Berbot von Bersammlungen und Umzügen unter freiem Himmel, vom 31. Oftober 1931 ermächtige ich die Regierungspräsidenten, für die Stadt Berlin den Bolizeipräsidenten, in der Zeit vom 17. April 1932 bis auf meiteres auch für politische Bersammlungen und Umzüge unter freiem Himmel auf spätestens 24 Stunden vorher gestellte schriftliche Anträge Ausnahmen zuzu laffen, sofern der friedliche und ungestörte Ablauf der Beranstaltung gemährleistet erscheint und sonstige Bedenten gegen die Abhaltung der Veranstaltung nicht bestehen. Mehrere gleichzeitige Veranſtal tungen verschiedener Organisationen am gleichen Ort sind nur zu in Ferner nahm der Ministerpräsident, nachdem er die Aufbauarbeit der preußischen Staatsregierung im letzten Jahrzehnt ausführlich behandelt hatte, zum Verbot der SA. und SS. Stellung. Die Auflösung werde der Nazibewegung feinesfalls neuen Auftrieb geben. Das Verbot sei kein Unrecht gegenüber den Nationalsozialisten. Der Vergleich der Maßnahme der Reichsregierung mit dem Sozialistengesez sei durchaus unangebracht. Man habe keine Partei verboten, sondern nur deren militärischen Apparat, durch den die NSDAP. einen bis bahin unerhörten Terror ausgeübt habe. Der Klage Hitlers gegen mich, führte Braun meiter aus, sehe ich mit Ruhe entgeger Die beschlagnahmten Dokumente sind Beweise genug für die landesverräterischen Pläne der SA. Zu Hitlers Lauenburger Rede erflärte Braun unter allgemeiner Seiterfeit: Hitler wolle wohl im Falle eines außenpolitischen Konfüifts seine Truppen von der Grenze zurückziehen, weil er aus Er fahrung müßte, daß es in ber Etappe gemütlicher sei, als porn an der Front. Ministerpräsident Braun schloß seine Rede mit den Worten: mich hat fiets der Gedanke geleitet, aus Preußen einen wahren demokratischen Staat zu machen, in dem nicht der Größenwahn des Diftators, fondern der Wille des Bolles ausschlaggebend ist. Dieser Gedanke muß auch in Zukunft Ziel aller Politik in Preußen bleiben! ganz sicher zu gehen, hat Ivar Kreuger nach der Fälschung dieses riesigen Bestandes von italienischen Staatspapieren an verschiedenen Börsen Gerüchte ausgestreut, daß er mit Italien aussichtsreiche Berhandlungen wegen Abschluß eines 3ündholzmonopols führe. Auf Grund dieser Börsengerüchte wurde natürlich von feiner Stelle des Zündholzkonzerns die Echtheit dieser italienischen Schazanweisungen in Zweifel gezogen, da dieser Bestand in Kreugers Händen bereits mit den angeblichen Zündholzverhandlungen in Berbindung gebracht wurde. Es ist noch gar nicht abzusehen, was für Enthüllungen bei der Klärung des Kreuger- Standals der Welt noch bevorstehen In dem Dorliegenden Fall sind die Folgen für Amerika schwerster Art. Dic genannte amerikanische Zündholzgesellschaft arbeitet mit einem Ka pital von mehr als 270 Millionen Mark. In dieser Gesellschaft maren 42 große internationale Zündholzfabriten zusammengefaßt, über die das Unternehmen das amerikanische, asiatische und zum Teil auch europäische Zündholzgeschäft Ivar Kreugers fontrollierte. Die bisherigen Enthüllungen lassen feinen 3weifel mehr auftommen, daß man es bei Ivar Kreuger, dem vergötterten Finanzmann der hoch tapitalistischen Epoche, mit dem größten Wirtschafts piraten aller Zeiten zu tun hat. Amerikanische Milliardenpleite. Der Vorstand der Infull Utility Investments Inc.", einer Dachgesellschaft für eine Reihe amerikanischer Elektrizitätskonzerne, hat nach einer Meldung aus Chikago beschlossen, über das Bermögen der vor kurzem in Schwierigkeiten geratenen Gesellschaft die Eröff nung des Konkurs perfahrens zu beantragen. Der Konzern verfügt über Buchwerte in Höhe von drei Milliarden Dollar Diese Milliarden- Insolvenz ist die größte in der Geschichte der amerikanischen Bolkswirtschaft. habe er abgelehnt und der Führersigung der Hitler- Jugend mitgeteilt, gestatten, wenn die Sicherheit gegeben ist, daß die Beranstaltungen gegenüber 650 Millionen Dollar furzfristiger Schuldverpflichtungen. daß er seinen Austritt vollzogen hätte. Ebenso habe er den Kölner Jungnationalsozialisten, die zu einer Kundgebung versammelt waren, Mitteilung von seinem Entschluß gemacht. Die Jungnationalsozialisten hätten sich darin mit ihm solidarisch erklärt. Auf die allgemeinen Anwürfe der Nazi- Bonzotratie im„ Bestdeutschen Beobachter" gegen ihn näher einzugehen, hieße sich mit Kreaturen auf eine Stufe stellen. Finanzpirat 3var Kreuger, Ungeheuerliche Betrügereien aufgedeckt. Amerikanische Konjunkturpolitik. Die Banten sollen mehr Kredite gewähren. New York, 14. April. Das Federal Reserve Board hat den an das Federal Reserpe System angeschlossenen Banken mitgeteilt, daß ihre Bemühungen, ihre ktiven auf ein Höchstmaß von Liquidität zu bringen, übertrieben seien, und die liquiden Banten dringend aufgefordert, mit der Eintreibung der von ihnen gewährten Darlehen aufzuhören und Nach übereinstimmenden Meldungen führender ausländischer Blätter befinden sich im Befit des Kreuger- Konzerns italienische Im Anschluß an diese Erklärung veröffentlicht die Rheinische Schahanweisungen im Werte von 300 millionen schwedischer KroZeitung eine weitere Don zehn Führern der nordmestuen. Ben italienischer Seite wird die Echtheit dieser Staatspapiere deutschen Hitler- Jugend von Köln, Aachen und Düsseldorf bestritten, da krenger so gut wie feine Geschäftsverbindungen mit unterschriebenen Erklärung, in der sich diese mit dem bis Jialien gehabt hat. herigen Führer Kayser folidarisch erflären Sie sagen u. a.: Auch mir erblicken heute in der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei und der Hitler- Jugend nicht mehr die Bertörperung dessen, wofür mir jahrelang gefämpft haben. An die westdeutschen papieren hat sich nach englischen und schwedischen Meldungen so ab. Lage nach seiner Verhaftung gegen Gelöbnis wieder freigelassen Jungarbeiter richten wir den Appell, fidh Ioszulösen von der perbonzten NSDAP." Typisch für die Bonzencfique ist es, baß in der porteiamtlichen Es handelt sich also hier um die grandioseste Fäl. hung und das ungeheuerlichste Betrugsmanöver, das die an Standalen so reiche Geschichte der tapitalistischen Wirtschaft überhaupt zu verzeichnen hat. Die Affäre mit den italienischen Staatsgespielt, daß der Zündholztönig dieses Batet einer seiner größten amerikanischen Gesellschaften, der International Match Corporation, im Austausch gegen deutsche Staatsanleihen gegeben hat. Um neue Kredite zu bewilligen. Der Steirische Heimwehr- Giftgasfabrikant Dr. Rösler ist am morden bagegen hat der Wiener Schutzbündler Pfeifer, der Hauptangeklagte im Ottakringer Waffenprozeß, drei Monate in Untersuchungshaft ſizen müssen, ehe er bei Bertagung der Hauptverhandlung enthaftet murbe, Der Konflift in den Gemeinden. Fahrlässigkeit oder absichtliche Täuschung. Im Reichsarbeitsministerium fanden gestern zwischen dem Reichsarbeitgeberverband tommunaler Betriebe und den Tarifgewerkschaften Verhandlungen statt über den Reichsmantel tarif der Gemeindearbeiter und kommunalen Straßenbahner, der bekanntlich von den Gemeinden gekündigt worden war. Es wurde eine Vereinbarung getroffen, nach der eine Ver längerung bis zum 30. Juni d. 3. erfolgen soll. Ueber die gleichfalls gekündigten Lohntarife kam indessen eine Einigung nicht zustande. Die Gewerkschaften verlangten eine Zurücknahme der Kündigungen und Verlängerung der Lohntarife auf bezirklicher Grundlage. Die Gewerkschaften verwiesen mit Recht auf die im August des Vorjahres getroffene freie Vereinbarung, wonach die Bestimmungen der Not verordnung vom 5. Juni 1931 als abgegolten anzusehen seien, norausgesetzt, die Reichsregierung erhebe gegen diese Vereinbarung teinen Einspruch. Nun hat das Reichsarbeitsministerium selbst bei dem Zustandekommen dieser Vereinbarung erheblich mitgeholfen. Den Tarifgewerkschaften ist auch nicht bis heute weder vom Reichsarbeitsministerium noch von einer anderen Regierungsstelle eine offizielle Mitteilung gemacht worden, daß die Reichsregierung dieser Vereinbarung nicht zustimme. Die Tarifgewerkschaften hätten auch niemals der Vereinbarung zugestimmt, wenn die Zustimmung der Reichsregierung gefehlt hätte, d. h. wenn sie hätten annehmen müssen, daß man nachträglich auf Grund der übrigens wiederholt preisgegebenen Bestimmungen der Notverordnung vom 5. Juni eine nochmalige Lohnkürzung verlangen würde. Dieses Verlangen ist aber an die Gemeinden als Unternehmer mens Abgedankte Unternehmer. Köttgen als Nachfolger Borfigs. 1 | gestellt worden, und zwar vom Reichsfinanzministerium, ohne die Tarifgewerkschaften davon auch nur zu verständigen. Das eigentlich zuständige Reichsarbeitsministerium ist vollständig ausgeschaltet worden in dieser wie in so mancher anderen Frage. Mit Recht empfinden die Gemeindearbeiter dieses Vorgehen als eine Illoyalität. Lohnpolitisch, sozial und politisch ist die Forderung nicht vertretbar, den Gemeindearbeitern, denen die Löhne mehr als irgendeiner anderen Berufsgruppe ge fürzt wurden in einem Jahr bis zu 30 Pro3. jetzt nochmals zu fürzen. Ob man die Gemeindearbeiter mit Absicht brüsfiert hat und nicht nur einmal wollen wir nicht behaupten. Aber wenn es sich auch nur um eine Fahrlässigkeit handelt, eine nochmalige Lohnfürzung unter Berufung auf die Bestimmungen der Notverordnung vom 5. Juni 1931 ist heute einfach unmöglich. Es wäre allerhöchste Zeit, die Angelegenheit jetzt endlich zu begraben. Berlin will feinen Lohnabbau! Wie der„ Vorwärts" seinerzeit mitgeteilt hat, war von der sozialdemokratischen Stadtverordnetenfraktion sofort nach Bekanntwerden der Kündigung der Cohn- und Mantellarise sowie des Arbeitszeitabkommens für die Arbeiter und Angestellten der Berliner Gemeindebetriebe, Verwaltungen sowie städtischen Gesellschaften im Rathaus ein Dringlichkeitsantrag gestellt worden, der die 3urüdnahme der Kündigungen verlangte. In der geftrigen Sihung des Stadigemeindeausschusses wurde der sozialdemokratische Antrag einstimmig angenommen. in der Ziegelindustrie, stünden heute bereits so niedrig, daß ein weiterer Abbau nicht tragbar sei. Was tun aber die Unternehmer? Sie haben die Parole der Arbeitgebervereini gung, die Tarife mit Ablauf der durch die Dezembernotverord Durch die Presse geht eine Notiz, wonach als Nachfolger Bornung festgesetzten Frist zu fündigen, fast ausnahmslos befolgt. figs im Borsig der Bereinigung der deutschen Arbeitgeberverbände Dabei sind von der in normalen Zeiten beschäftigten Arbeiterschaft der Generaldirektor Röttgen ausersehen sei. Herr Köttgen ist in den Baustoff- und Grobkeramikbetrieben jetzt nur noch etwa bekanntlich der höchstbezahlte Generaldirektor des Herrn von Sie- zwei Fünftel in Arbeit, und davon arbeitet ein großer Teil verkürzt, und zwar vielfach nur 18 bis 32 Stunden pro Woche. feine Einnahmen wurden seinerzeit auf 800 000 Mart jährlich beziffert hat in USA. die Rationalisierung studiert, darüber ein Buch veröffentlicht und gilt als Technifer von großer Begabung. Wie groß aber auch seine Einnahmen sein mögen, wie hoch auch feine Stellung in einem der größten Unternehmungen Deutschlands fein mag er ist schließlich doch nicht ein Unternehmer mit all den Ansprüchen auf Vorrechte, die die Unternehmer als Kapitalbefizer stellen, sondern ein ,, leitender Angestellter" mit dem Titel Generaldirektor. Seine Wahl würde also auch in repräsentativer Hinsicht einer vollzogenen Tatsache Ausdruck geben. Der Tatsache nämlich, daß die Unternehmer freiwillig oder nicht- a b= gedankt haben und an ihre Stelle die neue Herrenschicht, die der Generaldirektoren getreten ist. So tritt also auch äußerlich in Erscheinung, daß den Kapitalisten als Unternehmern die Wirtschaftsführung über den Kopf gewachsen ist, daß sie die Leitung und Führung der linternehmungen und der Wirtschaft in die Hände von fürstlich dotierten Angestellten gelegt haben und sich damit begnügen, als Kunstdilettanten, Sportferen und Laienpolititer ein zwar toſtspieliges, sonst aber durchaus sorgenfreies Leben zu führen. Es wäre an der Zeit, diese tatsächliche Abdantung durch die Sozialisierung der Wirtschaft gewissermaßen zu legalisieren. Der Kampf um den Lohn. ,, Tarifpolitif" der Baustoffunternehmer. Die Tarifpolitik der Unternehmer strogt infolge ihrer inneren Umwahrhaftigkeit förmlich von Widersprüchen und Sinnlosigkeiten. Besonders fraß liegen in dieser Hinsicht die Dinge in der Bau stoffindustrie. Prominente Regierungsvertreter haben bei verschiedenen Gelegenheiten erklärt, die Löhne in den baustofferzeugenden und grobkeramischen Industrien, vor allem aber Obst Apfelsinen und Zitronen 3 Ptd. Smyrnafeigen Jaffa- Orangen Bananen. 46 PL. Pfund 0.28 .3 Pfund 0.68 .3 Plund 0.92 Kaliforn. Tafeläpfel. 3 Phund 0.98 Wurst Hausmacher- Sülze Pfd. 38 PL. Fleisch- u. Dampfwurst Pfund 0.68 Landleberwurst Ptund 1.08 0.78 Jagdwurst..... Pfund 0.98 0.80 Wiener Würstchen Pfund 0.88 Feine Leberwurst Pid. 1.18 0.98 Zervelat u. Salami Pfd. 1.10 0.98 Schinkenpolnische u. Kommelw.0.98 Teewurst teine und grobe. Ptund 1.14 Zervelat t. Fettd. a. Filetwurst 1.22 Speck tett. Pid. 0.66 meger. Pfund 0.84 Pökelfleisch gek.. in Stück.. Pfund 0.98 Schinken gekocht% 0.32 roh%, 0.40 Käse Camembert vollf.( Holbm.) 20 PL. Harzerkäse ca. 1- Pfund- Paket 0.28 Limburgerkäse voll£.0.74 helbl. 0.44 Emmentaler Art Schachtel 6 Stück 0.48 Block käse( Tilsiter Ari) halbt.. Pid. 0.56 Briekäse u. Dän. Schweizer 0.58 Edamer u. Holländer volltett 0.66 Tilsiter Steinbuscher vollfets 0.68 Margarine, Kokosfett Pfund 0.32 Roh- u. Bratenschmalz Pia 0.39 Molkereibutter..... Pfund 1.24 Plund 1.40 Markenbutter Man sollte glauben, daß jezt, wo doch die Stundenlöhne gegen über dem Höchststand bereits bis zu 30 Proz. und die Affordlöhne bis zu 50 Pro3. gefürzt sind, sich wenigstens irgendwo die versprochene„ Hebung des Wirtschaftslebens" zeigen müßte. Statt dessen sind in der Baustoff- und Grobkeramifindustrie neue Stillegungen erfolgt, und sie erfolgen noch weiter Tag für Tag. Wie tief müssen denn nun die Löhne eigentlich sinken, bis die Unternehmer der Baustoffindustrie wieder rentabel" produzieren können? Durch Nichtverbindlicherklärung gefällter Schiedssprüche haben es die staatlichen Schlichtungsstellen und auch das Reichsarbeitsministerium im vergangenen Jahr an verschiedenen Stellen verschuldet, daß in größeren Bezirken der Baustoffindustrie ein tarif loser Zustand eingetreten ist. Diesen tariflosen Zustand möchten aber die Unternehmer jezt auf der ganzen Linie haben. Der Heilfürsorge droht Gefahr. Entschließung des Personals der Heilstätte Beelitz. Eine von über 300 Personen besuchte Betriebsversammlung der Heilstätte Beelig i. M. nahm Stellung zu der drohenden Gefahr, daß infolge der finanziellen Lage der Landesversicherungsanstalt Berlin die Heilfürsorge, die schon jetzt erheblich eingeschränkt worden ist, weitere Einschränkungen erfahren, wenn nicht gar vollständig eingestellt werden soll, mas gleichbedeutend wäre mit der Schließung der Heilstätte Beelis i. M. Nach sachlicher Diskussion wurde nachstehende Entschließung von dem versammelten Personal der Heilstätte Beelig einstimmig angenommen: ,, Die heute, de: 9. April 1932, in Beelitz i. M.- Heilstätten tagende Betriebsversammlung nimmt Kenntnis von der inner kritischer werdenden Lage der Invalidenversicherung. Das ungeheure Anschwellen der Arbeitstofenziffern, ebenfo der gewaltige Abbau der Löhne und Gehälter haben die Einnahmen der Invaliden versicherung derart vermindert, daß mit einer wesentlichen Einschränkung, evtl. mit einer völligen Einstellung der Heilfürsorge gerechnet werden muß, da in erster Linie die Sicherstellung der Renten für die Invaliden erforderlich ist. Diese unbestrittenen Tatfachen bedeuten eine ungeheure Gefahr für die gesamte Volksgesundheit und Volkswirtschaft. Da mur ein gesundes, träftiges Volk unsere schmer daniederliegende Wirtschaft zuen neuen Aufstieg führen kann, betrachten wir es als eine dringende Aufgabe der Reichsregierung, trotz ihrer schwierigen finanziellen Lage die erforderlichen Mittel zur Stügung der Invalidenversicherung und der damit verbundene Durchführung der Heilfürsorge bereitzustellen. Keine Regierung darf tatenlos beiseitestehen, wenn ein ganzes Volk durch Arbeitslosigkeit, Wohnungsnot, Senkung der Löhne und Gehälter starken gesundheitlichen Schaden nimmt und durch Einstellung der notwendigen Heilfürsorge zur völligen Vers nichtung geführt wird." ,, Von der Reichsbahn pensioniert." 11 Zu der mit dieser Ueberschrift uns aus Eisenbahnerkreisen zugegangenen Nachricht in Nr. 168 des Vorwärts" teilt uns die Hauptverwaltung der Deutschen Reichsbahn- Gesellschaft mit ,,, daß es zwar richtig ist, daß der Direktor bei der Reichsbahn Bode in den Ruhestand tritt. Falsch ist dagegen, daß er Diref tor bei der„ Mitropa" wird." Wir nehmen gern davon Kenntnis, daß die von einer Seite der Beteiligten geplante Schiebung durch die Reichsbahn- Gesellschaft nicht unterstützt wurde. Blutige Unruhen in Böhmen. Prag, 14. April.( Eigenbericht.) Nach den blutigen Ereignissen am Mittwoch mit zwei Toten, 30 Verwundeten und 16 Verhaftungen herrschte am Donnerstag im gesamten nordböhmischen Streifrevier Ruhe. In Brür pilgerten große Menschenmengen zu der Stelle, an der am Bortage geschossen worden war. In Komotau tam es zu kleineren Ansammlungen, die von der Gendarmerie zerstreut wurden. Genosse Scheffel, Borsitzender des Einheitsverbandes der Eisen. bahner, schreibt uns: Im Bericht über den Verlauf des Gemertschaftskongresses( 4. Seite des Hauptblattes des Vorwärts", Morgenaugabe vom 14. April 1932) sind meine im Fettdruck hervorgehobenen Ausführungen leider verstümmelt wiedergegeben. Ich habe gesagt: In den Werkstätten, Güterböden, in der Bahnunterhaltung findet ein ständiger Personalabbau trok eingelegter Feierschichten statt. Demgegenüber beträgt die Arbeitszeit im Be'riebsund Verkehrdienst 51 bis 57 Stunden. Die Dauer der Dienstschichten, bestehend aus Arbeitszeit und Dienstbereitschaft, beträgt 57 bis 93 Stunden." Freie Gewerkschafts- Jugend Berlin Heute, Freitag, 15. April, 19% Uhr, tagen die Gruppen: Güden: 311gendheim Waffertorstr. 9. Signal auf Fahrt. Charlottenburg: Jugend. heim Spreeftr. 30. Martha John bringt Heiteres. Rordring: JugendKino heim, Schule Sonnenburger Str. 20. Rummel Theater und die Jugend. Treptow: Jugendheim Elsenstr. 3( am Bahnhof Treptow). Die Mädels gestalten den Abend aus.- Neukölln: Jugendheim Treptower Str. 95. Hermannplag: Jugendheim Ganderwir besuchen die Gruppe Hermannplay. straße 11, Ede Sobrechtstraße. Die Gewerkschaften in der gegenwärtigen Situation.( Gruppe Neukölln besucht uns.) Often: Jugendheim Frankfurter Allee 307( Löns- Zimmer). Das lustige Buch. Die lustige Schallplatte. Zeppelinplag: Jugendheim Turiner Ede Seestraße. Die wirtschaftlichen Ursachen Des Krieges zwischen Japan und China. Reinickendorf- Ost: Jugendheimt AblersLindauer Straße( Baracken). Tarifvertrag und Schlichtungswesen. hof: Jugendheim Adlershof, Bismardstr. 1. Elternabend, Kreis Oberfpree: Elternabend in Adlershof, Bismarcftr. 1. Flughafen: Jugendheim Mariendorfer Weg 69. Literarischer Abend: Wir lesen aus ,, Schtid". Jugendgruppe des Zentralverbandes der Angestellten Heute, Freitag, finden folgende Beranstaltungen ftatt: Südwest: 311 gendheim Nordstr. 11( 2. Hof, Quergebäude, 1 Treppe Zimmer 5). Bruder, schnall den Rucksack über"( Fahrtenabend). Potsdam- Nowamefer Bertaufszentrale G. m. b. S., Geschäftsstunden von 20 bis 22 Uhr in der Be rufsschule Nowawes, Bichgrafstraße. Berliner Druderei und Berlagsgesell schaft m. b. H. Geschäftsstunden von 20 bis 22 Uhr im Jugendheim Ebertn Straße 12. Unsere Photogruppe tagt von 191 bis 22 Uhr im Verbandshaus, Heute findet um 20 Uhr im Berbaudshaus die MitgliederverBimmer 24. fammlung der Sportabteilung statt. Berantwortlich für Politif: Victor Schiff; Wirtschaft: G. Klingelhöfer; Gewerkschaftsbewegung: 3. Steiner; Feuilleton: Dr. John Schilowski; Lotales und Sonstiges: Friz Karstädt; Anzeigen: Th. Glode; sämtlich in Berlin. Ferlag: Vorwärts- Berlag G. m. b. S., Berlin. Drud: Borwäris- Buchdruckerei und Berlagsanstalt Paul Singer u Co.. Berlin SW. 68. Lindenstraße 3. Hierzu 2 Beilagen. WERTHEIM Zusendung von 5 M an. Leicht verderbliche Artikel werden nicht zugesandt. Billige Lebensmittel Fische Kabeljau, Seelachs o. Kopt 12 PL 0 0 Kabeljaufilet.... Pfund 0.16 Rotbars ohne Kopf. ... Pfund 0.26 Schellfisch Pfund 0.26 Grüne Heringe holld. 3 Pfund 0.34 Bratschollen 3 Pfund 0.35 Frischer Zander Pfund 0.40 Frische Bleie..... 3 Pfund 0.32 Lebende Plötzen Pfund 0,28 Leb. Schleie u. Karpfen Pid. 0.58 Lebende Hechte Pfund 0.65 0.75 Räucherwaren Bücklinge. Plund 24pL. Sprotten Pfund 0.24 See'achs u. Schellfisch Pfund 0.28 Makrelen u. Flundern Piund 0.28 Fleckheringe.... Pfund 0.38 Spickaal. Pfund 1.60 Bund 0.36 Matjesheringe.... 3 Stück 0.25 Fischmarinad. pse 0.38 0.60 Feitheringe 2 Losen 0.78 1/1 Dose in Oel u. Tomaten Dose Frisches Fleisch Mastochsen- Suppenfleisch 0.40 Mastochsen- Schmorfl. o. Kn 0.64 Mastochsen- Roulade Pfund 0.88 Schweinebauch..... Pfund 0.54 Schweineschulter.... Pfund 0.58 Kablerkamm u.- Schuft Pfund 0.74 la Berliner Bratwurst Pfund 0.78 Ochsentalg frisch ausgel, auch roh 0.15 Bratf. Fett 0.44 Gehacktes 0.50 Schweineschmalz gar. rein. Pfd. 0.35 Schweineköpfe frisch u. gepökelt 0.30 Kalbshaxe Pfund 28 Pf. Kalbskamm Pfd. 34 pl. P 44 Pf. Kalbsbrust Rücken Kaibsblatt Pfund 48 Pt. Kalbskeule Pfd 60 pl. Kaffee frisch gebrannt, 1.80 Pfund von an Geflügel Gänse gefror.. Hühner frisch .• Sowelt Vorrat Pfund 48 O PL Pfund 0.76 Wolgahühner gefror... Pfund 0.55 Tauben Stück 0.68 10 Stück 0.54 Hirschfleisch Blatt Rücken Keule Pfund 0.56 0.76 0.96 Eier Konserven Schnitt- u. BrechDose 42P Bohnen I. 0.48 tunge Pt. Erbsen feln 1.05 funge 0.58 Kaiserschoten 1.30 Gemischtes Gemüse mittelfein 0.98 Stg.- Spargel sterk 1.90 50/60 1.50 Pfifferlinge I 1.30 Sellerie 0.60 Apfelmus 0.46 extrafein 0.55 Erdbeeren 0.98 Pflaumen 0.58 Pfirsiche kalif., Frucht... 1.15 Frischobst- Marmelade. 0.68 0.65 Pflaum. 0.58 Kirsch- Pid- G Aprikosen-, Orang.- Konfit. 1.10 Kontit. Gemüse Grüne Gurken Stock v. an 22 PL. Salat....... 2 große Köpfe 0.25 Blattspinat Blumenkohl. • 0 .3 Pfund 0.32 Kopf von an 0.25 Radieschen..... 3 Bund 0.20 Malta- Kartoffeln... 3 Pfund 0.38 Kolonialwaren Eier- Schnitinudein Pid. 38 PL. Reis Pfund 0.14 0.21 Bruch 0.12 Haferflocken ... Pfund 0.24 Hartgrieß..... Pfund 0.28 0.29 Vikt.- Erbsen 0.17 0.22 pol 0.28 Bohnen Linsen Piund 0.12 0.18 Makkaroni Bruch Plund 0.40 0.46 Spaghetti..... Pfund 0.65 0.78 Pflaumen kalif., Pfd. 0.24 0.35 0.42 Backobst gemischt 0.36 0.58 0.78 Aprikosen kalf, Fid. 0.60 0.72 0.98 Königskuchen mit Ananas 0.54 Mohnstolle mit Schokol. u. Rosinen Wein Preise für Fl. o. Glas 0.48 0.56 0.48 55 PL. .0.68 1931 Wöllsteiner 1931 Wellener Riesling 1930 Mesenicher Königsbg. 0.90 1929 Bodenhm. Burgweg 1.19 holer. 1929 Altenbamberg. natur 1.25 1930 Wehlener Rosenberg 1.30 1928 Uerziger Würzgarten 1.70 1925 Chât. La Tour- Berdis 1.25 Maikammerer Lir. 0.77 5 Ltr. 3.60 Wermut deutsch. Lir. 1.03 5 Ltr. 4.75 Nr. 116• 49. Zahrgang 1. Beilage des Vorwärts Ireikag, IS. April 1932 Stadtverordnele gegen LohndracH KeseKW� des Stadtiemeisidesiiisschysses/ V�r de? Das wichiigsls Ergebnis der gestriger! Aerak.angcn des Stadl- gemeindeausschusses im Rathaus war die Aunahmo des vos der sozialdemokratischen Stadtverordneten- fraktion gestellte'., Dringtichkeitsantrages der die so- fortige Zurücknahme der ausgesprochenen Kündigungen sämtlicher Lohn- und Zstanleilarife sowie Acbeikszeitabkommen sür die Arbeiter und Angestellten der Verliner Gemetndcbetriebe, Der- wÄklZngen, sowie städtischen Gesellschaften fordert. Die Kündigungen, über deren Auswirkungen wir mehrfach geschrieben haben,—- auch heute finden unsere Leser im Gewerkschaststeil eine ausführliche Darstellung der geführten Verhandlungen— waren auf Veranlassung des Reichsverbondes kommunaler und anderer öffentlicher Arbeit- geberosrbänd« Deutschlands e. V. getroffen worden. Der Stadtgemeindeausschuh stellte sich gestern einmütig hinter die sozial- demokratische Forderung auf Zurückziehung der Kündigungen. Zm Foyer der Sladkosrordnelcnverfammlung wurde gestern bekannt, dah die nächste Stadtverordnetcnversamml.ll"g am 2 8. April stattfinden wird. Zn dieser Sitzung wird der Stadtkämmerer den neuen Haushaltplan für 1332 einbringen. Auf der Tagesordnung des»iadtgemsindeausschusses stand sonst noch eine große Anzahl kleinerer Vorlagen zur Böschlußfassung, die sich zum größten Toll Mit der Festsetzung öon Fluchtlimen und Be- bauungspläNen beschaftioten. Sämtliche Grundstiicksoorlagsn wurden in der Form, wie sie Bürgermeister Dr. Elsas für den Städte- bsuausschutz vorgelegt hätte, angenommen. Im Ausschuß waren nach dem Vorschlag der s 0 z I a l d e M ö- k r ä t i s ch e n Fraktion neue Richtlinien für die Unterstützung der Zioilblindsn beschlossen worden. Än dem Äusschußbeschluß heißt Ss, daß der Oberbürgermeister bis zum Beginn der Haushalts- beratung die Bezirksämter nochmals ernstlich zur Beachtung der Bestimmungen über die ausreichende Unterstützung der Blinden anweisen soll und daß die Richtlinien für die Blindenfürforgs dahin zu ergänzen seien, daß bei hilfebedürftigen Blinden die Gewährung de» Frauen Zuschlages nicht vün der Erwerbsfähigkeit der Ehefrau abhängig gemacht werden darf und daß auf Antrag und nach Prüfung der besonderen Umstände den erwerbslosen Blinden oder erblindeken Ehefrauen ein Führerhuttd gewährt werden kann. Auch diese Vorlage wurde in der Fassung des Ausschusses Berichterstatter war Bürgermeister Lange, vom Stadtgemeindc- ausschuß genehmigt. Gahm und Asch bei Brüning. Berlin bedarf dringend finanzieller Hilfe! Neichskawzlor Dr. Brüning empfing gestern den Dberbiirzermeister von Berlin Dr.- a h in in Be- gleitnrg des Stadtkämmevers Asch, die ihm über die finanzielle Notlage der Rcichshauptstadt Bericht erstatteten. Wir gehe« wohl nicht fohl in der älnwahme, daß gegenüber dem Reichskanzler kein Zweifel darüber ge- lassen wurde, daß die Stadt Berlin nicht mehr in der Lage ist. die dauernd anwachsenden Lasten für die Wohlfahrtserwerbäloson auä»igansr Kraft zu tragen. Nachdem das Reich allen andere» Stollen Unterstützung gewährt hat, muß es den zusammenbrechenden Gemeinden nun endlich wirk- same Hilfe erweisen. 'Oer Oberbörgermeiffer danki. Hm Städtischen Rachrichtendiänst vekösfeMicht der Oberbüräsr- moister folgende Danksagung:„Am vergangenen Sonntag hoben sich wiederum viele tausend Berliner Bürgerinnen und Bürger uneigennützig in den Dienst der Allgemeinheit gestellt, ion auch den zweiten Wahlgang der R« i ch« p r ä s,- deNtenwahl durchführen zu Helsen. Im Namen der Stadt spreche ich allen in den AbstiMmungsvürständen öl» ÄbstimmuNgs- Vorsteher. Abstimmungsvorstsherstellosxtrster, Beisitzer und Schrift- führer ehrenomllich tätig gewesenen DöMen und Herren, besonders denjenigen, die schon am ersten Wahlgang diese Ehrenämter aus- geübt haben, meinen verbindlichsten Dank aus," Das Drama im Tegeler Forst. Bsrnshmang dos Ehemannes/ Die Kran bestätigt Aussagen In den gestrige» Nachmittagsstunden war es Möglich, den Ehe- mann der Frau Ella Martens, die beide in den frühen Morgen- stunden in einem Wartehäuschen im Tegeler Forst auf- runden wurden, zu oernehmen. Während Frau Martens mit schweren Verletzungen im Paul-Gerhard-Ztift lag, begann das Ver- hör ihres Mannes.'''.,-.. t-c Waldemar Marten« war völlig Zusammengebrochen. Er schilderte die Vorgänge in dem Wartehau» der Straßenbahn„An der Gabelung" folgendermaßen: Er war dort Mit seiner Frau in den srühen Morgenstunden etwa nach 2 Uhr--- au» Berlin an- vekommen. Sie saßen beide und überlegten, wa» st« tun sollte» Waldemar M. wurde jetzt von seiner Frau aufgefordert erst sie und dann sich zu erschießen, weigerte sich aber, da er Angst vor dem Tode hatte. In dieser Angst leg!« er seine Pistole auf die Bank und rannte fort. Kaum war«r einige Schritte gelaufen, als er auch schon das Krachen eins» Schusses hörte. Cr drehte sich so- fort um und rannte Zurück. In dem Wartehäuschen fand er dann auch fein« Frau in einer großen Blutlache auf. Er dachte gar nicht daran, Hilfe heibsizurufsn, sondern kniete vor seiner Frau nieder! und verbrachte so die ganze Zeit, bis sie beide von Arbeitern auf- 1 gefunden wurden. In den gestrigen Mittagstunden war Frau Ella M. zum j ersten Male wieder au» ihrer Bswußtlüsigkelt erwacht, so daß man sie ganz kurz vernehmen konnte. In ihren Aussagen gab sie die- selbe Darstellung wie ihr Mann sie gegeben hatte. Walde- mar M. wurde in Polizeigewahrsam behalten. Stallt ZtzM Partei der Arbeit I Alle Stimmen des* Liste 1: Wihlt SozsaidemoSiraten! Lokaltermin bei Galaban. Ein vielskitiger Geldfälscher: Die./ZwerSeelen-Zheorls", das Kilmmsnuskript und das perpetuun» mobile. In der Villa des Falschmünzers Dr. S a l a b a n in der Pots- immer Str. 61, in Bsrlin-Lichterselde-West. fand gestern mittag auf Acranlassung des Untersuchungsrichters der Sraatsanwaltschaft!l ein Lokaltermin statt, an dem der Gerichtsarzt, Medizmalrat Dr. StörMer, und Professor Panzer, der Leiter der Irrenanstalt Wittenau, in der Dr. Salaban sich gegenwärtig zur Beobachtung seines Geisteszustandes befindet, neben dem Leiter der Falschgeld- abtellung im Polizeipräsidium, Kriminalkommissar v. Lieber- mann und dem Verteidiger der angeklagten Eheleute Salaban, Rechtsanwalt Dr. Julius Meyer teilnahmen. Da der Termin von fämtlichsn Beteiligten streng geheim Hehalten worden war, hotten sich vor der Falschmünzervilla nur wenige Neugierige eingefunden. Man besichtigte zunächst die Kellerräume, in deven Dr. Salaban seine Falschmllnzerwcrkstatt eingerichtet hatte. Es wurde dabei festgestellt, daß sich in dem Keller ein Z i m m e r befand, dessen Tür völlig mit Regalen verdeckt war, und dessen Vorhandensein außer Dr. Salaban angeblich keinem der anderen Hausbewohncr bekannt gewesen ist. Dann wurde die Bibliothek Dr. Sälabans in Augenschein genommen, die sich vorwiegend aus juristischen und philosophischen Schristen zusammensetzt. Einen beträchtlichen Teil der Bücherei machten die von Dr. Salaban selbst verfaßten und her-, ausgegebenen rechtswissenschaftlichen Wecke aus. Auf Veranlassung der medizinischen Sachverständigen wurden Mehrere Schriften, die sich mit Wechselprvzesssn und ähnlichen Themen befassen, deich lag- nahmt. Auf Anregung des Verteidigers wurde ferner der Boden- räum besichtigt, wo man«Ine merkwürdige Entdeckung machte, In dem Bodenverschlag fand Man nämlich verschiedene eigenartig aus- sahende Gegenstände, die sich, wie der nähere Ängenschein ergab, als Modells für ein p s r p s t u u m mobile entpuppten, an denen Dr. Salaban, wie durch Nachfrage festgestellt wurde, in der letzten Zeit intensiv gearbeitet hatte. Verschiedene Manuskripte, die Dr. Salaban im letzten Jahre versaßt hatte, nämlich eine philosophisch-? Abhandlung über eine Zwei- See lev-TheSrie, sowie«in Fillnmanuskxipt Mit dem baziehungsreichen Titel„Der Staats- änwalt", wurden trotz eifrigen Suchens Nicht aufgefunden. Der Lv- kaltermin in der sehr geräumigen und luxuriös eingerichteten Villa dauert« Mehrere Stunden, lieber das Ergebnis wurde schließlich ein umfangreiches Protokoll durch den Untersuchungsrichter und den Genchteschreiber aufgenommen, Katastrophe bei einem Aenbau. Columbia(Cljio), H. Apvil. Hu dem im Bau begvifsenea neuen staatlichen Büro- gcbäude, das sechs Millionen Dollar kostet, erciguete sich eine schwere Explosion. Eine Wand wurde heraus- gedrückt, drek Personen wurden getötet, 20 vorletzt. Zahlreiche Bersunen sollen noch unter den Trümmer» liegen. Orechig Mann unter den Trümmern- Man vermutet, daß" die Explosion s im Bürogebäuds in Kolumbus auf die Entzündung der im Erdgeschoß angesammelten Abwassergase zurückzuführen ist. Die Feuerwehrleute be- furchten, daß wenig Hoffnung besteht, die unker den Trümmern Begrabenen, deren Zahl auf dreißig geschätzt wird, zu retten. Zu? Zeit der Explosion befanden sich 12S Menschen im Gebäude, lvetterauosichten sür Berlin: Meist trübe und vielfach regnerisch, Temperaturen im ganzen wenig verändert. Für Deutschland: Nur im Küstengebiet zeitweise heiter, im übrigen Reich« vorwiegend bedeckt, besonders im Süden und Südosten anhaltende Regsufälls. * Aus dam ftussit&huh übartreg»» vdn Warner Bergönflruan. Im Lauf feines Gewehrs fanden sich winzige dunkle Rußrestc, dagegen fehlte jene feine Papierasche, die das Schießen mit Platzpatronen zu hinterlassen pflegt. Nikitin und die drei der Beihilfe Verdächtigen wurden nach Wladiwostok abtransportiert und dem Militärprokureur übergeben. Sie hatten die Todesstrafe verwirkt. Sonderbarerweise ivar im Regiment von diesem Vor- fall wenig die Rede. Ca war, als zögen die Leute es vor, die ganze Geschichte schweigend mst sich selbst abzumachen. Vielleicht ließ die Ermordung dieses alten Halunken sie alle kall. Es war aber auch, als begriffe niemand so recht den Heroismus des Unteroffiziers Rjkitin. der sich als einziger gegen die Brutalitat des Feldwebels erhoben und zwei oder drei Monate nor seiner Entlassung sein Leben hingegeben hatte, um die maßlosen Leiden seiner Kameraden zu rächen. Bald sollte sich im Leben des Regiments vieles ändern. Wir erfuhren, freilich mst einer Verspütuna von mehreren Tagen, daß Deutschland und Oesterreich Rußland den Krieg erklärt hatten. Diese Nachricht mochte zunächst keinen sehr großen Eindruck. Wir waren mehrere zehntausend Werst vom Kriegsschauplatz entfernt, und ein Abtransport dahin erschien uns unmöglich. Die Offiziere erklärten die deutschen nnd österreichischen Streitkräfte im Vergleich mst den russischen, französischen, belgischen und englischen für so gering- fügig, daß der Krieg in zwei bis drei Monaten zu Ende fein müsse. An einen Abtransport der fernöstlichen Truppen an die Front sei überhaupt nicht zu denken, Wir machten uns schon zum Rückmarsch in. die Winter- quartiere bereit. Die Disziplin hatte sich wie mst einem Schlage merklich gelockert. Der Dienst wurde eingeschränkt. die Ofnziere bekamen wir seltener zu sahen, die med tigeren Vorgesetzten waren ruhiger. Nur in den Kanzleien wurde mit größter Intensität gearbeitet, immer neue Befehle, An- Ordnungen, Bekanntmachungen, Warnungen und Verbote mußten hinausgehen. Kaum waren wir In die Winterquartiere niruckgekehrt, als sich die Neuigkeit verbreitete, das erste sibirische Schützen- korps solle auf den Kriegsschauplatz gehen. Wir entnehmen verschiedenen Regimentsbefehlen, einigen Äerfüguitgen Wirt- schaftlicher Natur und privaten Gesprächen mit Offizieren, daß das Korps noch im Laufe des August verladen werden sollte. Allmählich schlief der Dienst gänzlich ein. Ein grüßer Teil des Tages wurde mit dem Ordnen wirtschaftlicher An- gelegenhöiten ausgefüllt. Allerhand Kompagnieeigentum wurde auf Kammer abgegeben. Wir empfingen Feldunifor- Men, lieferten die Gewehrs zum Durchsehen an die Waffen- meister ab, mußten alles zur Mitnahme ins Feld Bestimmte in Batten und Kisten verpacken. Das Regiment war etwa zweitausend Mann stark, und der Ersatz, der unterwegs zu uns stoßen sollte, machte ein weiteres Tausend aus. Die Bagage war ungeheuer. In allen Höfen standen Hunderte von zweirädrigen KarreN zum Trans- port von Lebensmitteln, Fourage» Munition, Sanitätsbedarf, Bskleidungsstücken, Schreibstubenzubshör und dergleichen, dazu Hunderte von Bagage- und Gefechtspferden für die Offiziere. Feldküchen und zweispännige Fuhren reihten sich Unabsehbar aneinander, von Wagenplanen überdacht. All das unterstand dem Kommandeur der Wirtschaftsabteilung und dem Kommandeur der Arbeitskompanic und gliederte sich in Gefschtsbagage und große Bagage. Und solche Regimenter, mit so schwer boweglichsm und gewaltigen Ballast, mit so ungeheuerlichem lebenden und toten Inventar wälzten sich von allen Ecken und Enden Rußlands her in rissiger Menge auf die Front zu. Sibirien allein entsandte mehrere Armeekorps zu je acht Regimentern, außerdem noch Artillerie. Kavallerie, Sappeurs und Kosaken, Was für eine Riesenmenge an rollendem Material war er- forderlich, wenn schon ein einziges Regiment eine so beträcht- licho Reihe von Eisenbahnzügen füllte! Und was für gewaltige Entfernungen waren zu überwinden! Tjurin bekam einen Brief aus seinem Heimatsdors. Da er keinem anderen so sehr vertraute wie mir. suchte er Mick) lange, und als er mich endlich gefunden hatte, schleppte er Mich in den Garten, wo ich ihm den Brief vorlesen mußte: „Sei gegrüßt, lieber Kolenka, du unserer.teurer Sohn nimm unseren elterlichen Segen in Empfang UND ebenso was die Großmutter Änisja ist und gestern ist unser Stcpan sni- geZögen worden ist und was die Katja ist, ist mit ihm bis zur Stadt gefahren dann haben sie noch den Tichon Nikandrvw und Onkel Cfrem seinen Äaujuscha genommen und überhaupt nehmen sie alles was sie kriegen Gott soll dich bewahren unserm lieben Sohn und möchte die Gnade haben nicht alle Söhne voil Hause fort und bleiben die Weiber zurück und niemand für die Arbeit und wir weinen immer wegen dir und Stepuschka alle Deutsche sind Teufel und zwei Rubel schicken wir auch und beten zum Herrgott wegen unsere Kinder und Änisja grüßt die Alte ist immer krank vom Herzen neulich kam die Gevatterin zu weinen wegen keine Nachricht von Peter schreibe du uns ist keine große Sache zu schreiben und- behüte dich die Mutter Gottes Himmelskönigin und dann grüßt dich noch teurer Sohn von Herzen unser Nikolai Betro- witsch hiermit auf Wiedersehen von deinen lieben Eltern," Als ich fertig war. fing Tjurin bitterlich an>u weinen und versuchte vergeblich mit seineu schwimmenden Augen das elterliche Gekritzel durchzubuchstabioren: schließlich ließ er sich von mir den Brief noch einmal vorlesen. Jeden Tag hatte ich eine ganze Reihe solcher Briese zu lesen, die plötzlich von weither, aus der Ukraine und den mittelrussischen Gouvernements eintrafen. Ich mußte auch die Antwortbriefa verfassen, was eine sehr schwierige Arbeit war. Tschaika löste seinen kleinen Haushalt auf. Ein Teil seiner Möbel wurde bei Bekannten abgestellt, andere tomen auf Kammer. Seinen«inen Hund verschenkte er, den anderen wollte er mit sich nehmen i Jagdflinte» und Bilder schickte er. in Kisten verstaut, auf Kammer. Bei mir bestellte er ein halbes Dutzend Abschiedsgedichte, die auf unsere speziell« Situation Bezug nehmen mußten. Ich lieferte sie ihm prompt ab. Endlich kam der Tag des Aufbruch». Rom frühen Mar- gen an rollten in unendlicher Reihe die Bagagcwagen, Karren, Feldküchen, Fuhren mit Preßheu zum Bahnhof, dazu Pferds und Vieh. Die Straßen waren erfüllt vom Lärm, Gerassel. Staub, Gewieher und Biohaebrüll. Unser Bataillon Ist angetreten. Wir sind bepackt bis an die Grenze der Möglichkeit. Außer der gewöhnlichen Aus- rüstung, bestehend aus dem über die Brust gerollten Mantel, Spaten, zwei Patronentajchen, wassergefüllte Feldflasche, Koch- gsichirr und dem großen Rucksack haben wir noch Pakete und Säcke mit den Uoberresten unserer sonstigen Habseligkeiten bei uns. Der prattgestopstc Rucksack kann unmöglich alles auf- nehmen, was mit muß. Man braucht einen Vorrat an Wäsche, Handtuch, Seife, Löffel, Tnukbecher, Tee. Zucker und sonst allerhand Kleinkram, ohne den man nicht einen Tag lang auskommt. Die Soldaten sehen eher wie schwerbeladene Packesel aus als wie behende Kriegsleute. sForlf. folgt.) Kampfftimmung überall! Aufhäuser spricht vor den Kaufhaus- Angestellten. 000 Notruf aus Caputh. Zum zweiten Male seit der Bildung der Eisernen Front war Der Existenzkampf der Obstzüchter und der ,, Naturschutz".- Eine Gemeinde am Ende " die Arbeiter und Angestelltenschaft der Kaufhäuser der Ber liner City zu einer Kundgebung aufgerufen worden, um sich öffentlich zur republikanschen Staatsform zu bekennen. Die gestrige Veranstaltung in den Arminsälen, die einen noch viel stärkeren Befuch aufwies, als die erste Kundgebung der Angestellten und Arbeiter der Kaufhäuser des Zentrums anläßlich der Reichspräsidentenwahl, diente der Mobilisierung zum Preußenwahlkampf. In einem ausgezeichneten Referat legte Genosse Aufhäuser den Versammelten dar, wie verlogen in dem Kampf um die Macht in Preußen die Agitation der Nationalsozialisten wieder einmal ist. Auch im Preußenwahlkampf machen die Nazis für die grenzenlose Not der arbeitenden und arbeitslosen Massen das politische System", die republikanische Staatsform verantwortlich, während in Wahrheit an dem unsäglichen Elend das privatfapitalistische Wirtschaftssystem die Hauptschuld trägt. Nach dem Mißerfolg am 10. April jetzt Hitler jetzt die ganze Hoffnung auf Preußen. Die Nazis wollen das alte Preußen der Vorkriegszeit und des Dreitlassenwahlrechts wieder errichten. Das bedeutet völlige Entrechtung der Arbeiterschaft. Der Kampf gegen das Preußen BraunSeverings ist in Wirklichkeit ein Kampf gegen die vorwärtsstrebende Arbeiterschaft in Preußen. Die Arbeiter und Angestellten stehen am 24. April vor der Entscheidung: Entweder vorwärts oder zurück. Der 10. April hat gezeigt, daß Hitler nicht zur Macht tommt, wenn es die Arbeiter und Angestellten nicht wollen. Der 24. April muß auch in Preußen zeigen, daß die Arbeiter und Angestellten kein Hitlerpreußen wollen. Die von starter Kampfbegeisterung erfüllte Rundgebung wurde mirkungsvoll umrahmt durch politisch- satirische Darbietungen der Spieltruppe der SAJ. Lichtenberg ,, Rote Funter" Glänzende Kundgebung in Lichtenberg. Die Lichtenberger Sozialdemokraten eröffneten den Wahlfampf um Preußen mit einer überfüllten, glänzend verlaufenen Kundgebung, an der über 1500 Frauen und Männer teilnahmen. Die Redner Dr. Lohmann und Dr. Mischler zeigten in zwei fich hervorragend ergänzenden Referaten die hohe Bedeutung der Wahl vom 24. April. Es geht an diesem Tag um mehr als nur um die Macht in Preußen, es geht um die Erhaltung der elementarsten, in opferreichen Kämpfen errungenen Arbeiterrechte. Das Preußen der Rechtlosigkeit und des Dreiflaffenmahlrechts darf nicht wiederkommen. Die Redner riefen die Versammlung auf, die Kampftraft der Sozialdemokratie bis zum Wahltag aufs höchste zu steigern, um ein freiheitliches demokratisches Preußen zu erhalten. Die glänzende Kundgebung, die an Stelle des erkrankten Kreisvorsitzenden Genossen Thurm von dem Genossen 2aaczig geleitet wurde, hatte durch Darbietungen des Reichsbanners und der Arbeiterjugend wirkungsvolle Umrahmung erhalten. Schupoleutnant schwer verunglückt! Selbstentladung der Dienstpiftole. In der Polizeiunierfunft„ Staatsminister Grzesinsti" in der Prinz- Friedrich- Karl- Straße ereignete sich gestern ein feltfamer folgenschwerer Unfall, bei dem der Schupoleutnant 11h1mann schwer verletzt wurde. Der Polizeioffizier betrat um 12.25 Uhr fein Zimmer und schnallte seinen Leib- und Schulferriemen, an dem die Revolvertasche mit der Dienstpistole befestigt ist, ab. Der Verschluß der Revolvertasche muß sich unbemerkt geöffnet haben, denn die entsicherte Pistole fiel heraus und schlug so unglücklich auf den Boden, daß sich die Waffe entlud. Ein Schuß ging los und die Kugel traf Uhlmann in das Becken. Schwerverletzt wurde er in das Staatskrankenhaus nach der Scharnhorststraße gebracht. Dort stellten die Aerzte einen Bedendurchschuß fest. Man glaubte anfangs, daß der Unfall mit dem Aufmarsch der Schupo- Wache, die jeden Donnerstag mit Musik zum Brandenburger Tor zieht, in Zusammenhang stand. Wie wir jedoch aus der Polizeiinspektion erfahren, hatte der verunglückte Schupooffizier mit dem Paradeausmarsch überhaupt nichts zu tun. Die weitbekannte Obstzüchtergemeinde Caputh befindet sich in außerordentlichen Schwierigkeiten. Die idyllisch am Schwielom fee gelegene Gemeinde zählt 3500 Einwohner. Das sind teils hauptberufliche Obst züchter, teils Handwerker, die nach Berlin auf Arbeit gingen und nebenberuflich einen oder anderthalb Morgen Obstland bewirtschafteten. Vornehmlich sind es Bauarbeiter. die sich seit Jahren in Caputh angesiedelt heben. Kaum einer von ihnen hat mehr Arbeit; auf dem Nachweis in Caputh sizen 500 Männer. Sie sind fast alle verheiratet, und wenn man die Angehörigen hinzurechnet, dann ergibt sich, daß die halbe Gemeinde auf Unterstüßung angewiesen ist. 174 Erwerbslose müssen bereits aus Wohlfahrtsmitteln unterstützt werden, es ist klar, daß unter folchen Umständen selbst die reichste Gemeindekasse einmal leer fein muß. Die finanzielle Situation der Gemeinde ist insofern noch un= glücklich, als die 1000 Häuser Capuths über eine Länge von sechs Kilometern verstreut liegen, so daß die Gemeinde den Schuldendienst für ein 30 Kilometer langes Straßennetz zu tragen hat. Diese Schwierigkeiten werden noch verschärft durch eine andere Tatsache. Bon den 1200 bis 1500 Morgen Obstland, das in Caputh bewirtschaftet wird, gehören etwa 700 Morgen dem Rittergutsbesitzer Herrn von Willich. Diese 700 Morgen sind parzelliert und waren bislang an die Obstzüchter verpachtet. Der Morgen Obstland kostete etwa 80 bis 180 Mart Pacht im Jahr. Bar nun an sich diese Summe schon außerordentlich hoch so hoch, daß dadurch die Existenz des Pächters in Frage gestellt wurde, so hat obendrein der Herr von Willich plötzlich beschlossen, die ablaufenden Bachtverträge nicht mehr zu verlängern. Es geht das Gerücht um, daß der Herr von Willich das Obstland der Bebauung erschließen will. Man muß hierzu bedenken, daß noch im Vorjahr für einen einzigen Quadratmeter unten am Ufer des Schmielowsees gelegenen Caputher Landes 15 Marf verlangt wurden. Aber abgesehen davon ist der Kirsch baumbestand auf dem Willichschen Gelände teilweise bereits fünfzig Jahre alt, so daß nuhbringende Erträgnisse ohnedies faum noch zu erzielen sind. Die Leute weisen selbst den Weg zur Rettung. Fistus 30 bis 60 Mark Pacht pro Morgen und Jahr von den Caputher Obstzüchtern verlangt. Nun hat das Geheimnis des Caputher Obstreichtums drei Gründe: den dem Kirschbaum zuträglichen Boden, dem hügeligen Gelände, an dessen Südabhängen die Kirschen besonders gut gedeihen, und dem warmen, feuchten Wind, der von den Havelfeen herübergetragen wird. Leider liegt das seinerzeit abgetretene Gelände in einem Talkessel, und der so notwendige marme, feuchte Wind bleibt schon vorher in den Bäumen hängen. Deshalb sollen die neuen 265 Morgen, die die Forstverwaltung geben will, zwischen diesen Talkessel über die Bahnlinie Caputh- Beeltz hinaus bis zum Schwielowsee gelegt werden. Es würde also gewissermaßen ein breiter Korridor geschaffen werden. Dieser würde noch immer längst nicht genügen, haben doch 204 Bauarbeiter und 23 hauptberufliche Obstzüchter bereits 494 Morgen Obstland beantragt, aber mit 265 Morgen kann man bereits auch schon arbeiten, und vor allem hätten die alten 320 Morgen dann die nötige Luftzufuhr. Alles wäre gut, wenn nicht Caputh innerhalb eines Achtkilometergürtels liegen würde, der von Potsdam aus rechnet und diese ganze Zone unter Naturschutz stellt. Denn darüber, ob in Caputh ein Baum geschlagen wird, hat noch der Naturschutzring Berlin- Brandenburg zu befinden, der dem Regierungspräsidium in Potsdam seine Vorschläge macht. Nun ist keine Rede davon, daß auch nur ein Quadratzentimeter Uferweg weggenommen werden foll, alle Badestellen bleiben, die Krähenberge mit ihrem herrliden Ausblick ins Havelland bleiben unberührt, und dann sind immer noch tausende Morgen Wald rings um Caputh, in denen sich die Berliner nach Herzenslust tummeln tönnen. Niemals würde auch die Gemeindevertretung von Caputh einer Maßnahme zustimmen, die auch nur einen Ausflügler Caputh verleiden könnte. Jeder Fremde läßt ein paar Groschen in Caputh. Aber gerade eine entscheidende Ecke Wald am Schwielowsee will die Naturschutzfommission nicht hergeben. Und ein erbitterter Kampf hebt an. Die Dinge liegen in Caputh so wie fast überall: die Väter lassen ihre Jungen ein Handwerk lernen, und wenn die jungen Menschen ausgelernt haben, bringen sie mit dem Lehrzeugnis gleich die Stempelfarte ins Haus. Neulich lernten sechs Caputher aus, und alle sigen sie zu Hause. Da griff die Gemeindevertretung ein der Kreis Zauch- Belzig gab auch ein paar Mart dazu und schickte die Jungen, die als Maurer oder Schlosser vorläufig feine Arbeit finden werden, kurzerhand auf die Obst= bauschule nach Werder. Vor ein paar Tagen sahen wir die Jungen schon fleißig und vergnügt in den Obstgärten arbeiten. Auch die arbeitslosen Caputher Handwerker sollen demnächst gründlich umgeschult werden. Morgen wird die Krise noch nicht behoben sein, Für jeden Einsichtigen ist es also klar, daß die zugespizten Berhältnisse in Caputh eine eindeutige Entscheidung verlangen. Diese Entscheidung ist von der in Caputh führenden Sozial demokratie in die Wege geleitet worden. Aus den Reihen der Arbeiterschaft hat sich eine Obstbaufommission tonstituiert, die zufammen mit dem Gemeindevorstand beim preußischen Landwirtschaftsministerium vorstellig wurde. Der Gemeindevorsteher, Genoffe Sydow, entwickelte hier ein durchgreifendes Arbeitsaber.morgen hat Caputh fein Geld mehr für Unterstügungen. Desbeschaffungsprogramm für Caputh. Man bat als Ersaz für das Willichsche Gelände um Bereitstellung von fiskalischem Gelände, und erfreulicherweise erklärte sich das preußische Landwirt schaftsministerium auch bereit, als erstes 265 Morgen Staats forst für 3wecke des Obstbaus der Gemeinde Caputh zur Berfügung zu stellen. Bor mehr als 20 Jahren hatte der Fiskus schon einmal 320 Morgen Forst für Obstkulturen abgetreten, für die der 3ft Wacker schuldig? Echt oder unecht, das ist die noch immer ungelößte Frage. Die Beweisaufnahme in dem van- Gogh- Prozeß ist abgeschlossen. Am Sonnabend folgen die Plädoyers. Einer der letzten Gach verständigen des gestrigen Tages, der Restaurator an den staatlichen Museen, Ruhemann, zog zu Beginn seines Gutachtens gewisser maßen das Fazit sämtlicher Sachverständigengutachten. 20 Nazis über einen Jugendgenossen. ihm ungenügende Kenntnis der van Goghschen Bilder vor. Werbeflugblätter der Arbeiterjugend geraubt. Am Mittwochnachmittag um 5 Uhr ging ein Jugendgenosse die Greifswalder Straße entlang. Er hatte 300 Werbeflug blätter für die SAJ. abgeholt, sie in seine Aktentasche gesteckt, ein Flugblatt jedoch in der Hand behalten, um es beim Gehen zu Tefen. Plötzlich sah er sich von einer Nazihorde umringt nach seiner Schätzung etwa 20 Burschen, die ihn fragten, mas er da leje, ihm die Tasche entrissen und die Flugblätter vernichteten. Nach dieser Heldentat" begaben sich die Herrschaften in die Angriff" Filiale in der Elbinger Straße, nerschwanden jedoch bald wieder einzeln und drohten, den Jugend lichen niederzuschlagen, falls er sie meiter beobachte. Der Ruhemann stellte mit Hilfe des Vorsitzenden und der Verteidigung fest, daß fämtliche Sachverständigen elf aus der Zahl der erreichbaren Wackerschen van- Gogh- Bilder einstimmig für gefälscht erklärt, und neun teils für zweifelhaft, teils für echt erfannt haben. Die Betrachtungsweise aber, auf Grund der er zur Ablehnung einzelner Bilder fam, rief sofort die Sachverständigen Meier Gräfe und Eugen Spiro auf den Plan; sie warfen Restaurator an den staatlichen Museen ließ sich aber nicht beirren und bekräftigte seine Behauptungen von der Unechtheit der Bilder durch missenschaftliche Darlegungen, die erst in den legten Jahren Allgemeinbesitz der Maltechnik geworden sind. Unter anderem stellte er fest, daß sämtliche Bilder aus dem Waderschen Besitz mit Farben gemalt seien, die eine Beimischung von arz enthielten, um die Farben schneller troden werden zu lassen. Er machte auch die interessante Feststellung, daß der Schöpfer der Backerschen Bilder fich allmählich vervollkommnet habe. Je mehr. er arbeitete, desto ähnlicher wurden seine Bilder den echten ran Goghs. Demgegenüber war von großem Interesse die Aeuße rung des holländischen Chemikers de Wild, daß wenigstens zwei der Backerschen Bilder nach dem Farbenzustand ein Alter von mehr halb braucht man das Land, um die Leute als Obstbauern anzusiedeln und sie mieder in Nahrung zu sehen. Soll dieses Werk durch irgendwelche ,, Naturschuß" interessen zerschlagen werden? Wir glauben, die Entscheidung kann nur so lauten: Erst Brot für die Menschen und dann Bäume für die Erholung! Wir hoffen, daß der Regierungspräsident von Potsdam auf dem gleichen Standpunkt steht. als zwanzig Jahren haben müßten. Auf diese Weise murde das Gutachten der Sachverständigen widerlegt, die auch diese Bilder für gefälscht halten. Das Gericht steht angesichts der widersprechenden Gutachten welche Bilder gefälscht seien, sondern auch die, ob Wacker die Fäl vor einer äußerst schwierigen Entscheidung. Nicht nur die Frage, schungen gekannt haben müsse, dürfte dem Gericht viel Kopfzerbrechen machen, um so mehr, als Waders Haltung den Experten Meyer- Gräfe, Rosenhagen und de la Faille gegenüber, die über diese Bilder Gutachten erstatteten, ein stets vollkommen einwand freies war. So foll er Meyer- Gräfe in einigen Fällen selbst darauf aufmerksam gemacht haben, daß die Echtheit der ihm zur Begutachtung vorgelegten Bilder angezweifelt werde. Als Rosenhagen eines Tages den Wunsch äußerte, sich ein Bild noch einmal bei Tageslicht anzusehen, gab ihm Wader das bereits ausgefertigte Gui achten zurück, damit eine weitere eingehendere Betrachtung des Bildes stattfinden könne. Die zwei Wochen Verhandlung haben das Rätsel um Wacker nicht zu lösen vermocht. Offene Vordertüren bei der Straßenbahn. Bom heutigen 15. April 1932 ab wird den Fahrgästen bis auf meiteres mieder die Benutzung der Vorderplattformtüren der Straßenbahn- Trieb- und Anhängewagen zum Ein- und Aussteigen gestattet. Der Personenwechsel erfolgt dann gleichzeitig über die hintere und vordere Plattform, mobei cin Unterschied zwischen offen und geschlossenen Trieb- und Anhängewagen nicht gemacht wird. Zur Vermeidung von Zugluft wird das Publikum gebeten, die Borderplattformtür je meils mieder, selbst zu schließen. Billige Konserven! Karotten Kohlrabi Wachsbohnen Jg. Erbsen Pflaumen Birnen Erdbeeren 0,29 0,38 0,52 direkt ab Fabrik 0,62 0,57 0,87 1,15 in 600 Meyer- Filialen direkt ab Fabrik Opfer für die Jugend. Das Jugendherbergswerk muß erhalten bleiben. Wie in den Vorjahren findet auch in diesem Jahr eine als Opfertag bezeichnete Werbung für das deutsche Jugends herbergswert statt, und zwar am Sonnabend, dem 16., und Sonntag, dem 17. April, während am Freitag, dem 15. April, abends um 7 1hr, der Vorsitzende des Gaues Mark Brandenburg im Reichsverband für deutsche Jugendherbergen, Stadtrat Genosse Schneider Neukölln, über die Jugendherbergen im Berliner Rundfunk sprechen wird. Bor Vertretern der Berliner Presse erstatten schon die am Jugendherbergswert tätigen Männer Bericht. Stadtrat Schneider wies eindringlich darauf hin, daß der Jugend, nachdem die Verschickung zu Erholungszwecken fast vollkommen eingestellt worden ist, nichts mehr übrig bleibe als zu wandern. Es zeige sich nunmehr, daß es sich beim Jugendwandern und dem Jugendherbergswerk um etwas ganz Großes handle und daß beide in die soziale Arbeit eingespannt werden. Wenn das Jugendherbergswert etwa auch ein Opfer dieser Notzeit werden würde, so würde das in Jahrzehnten nicht wieder gutzumachen jein. Gaugeschäftsführer Stadtjugendpfleger 2ange gab einen lieberblick über die Organisation des Reichsverbandes, der 1911 mit 17 Herbergen anfing und heute über die stattliche Anzahl von 2300 Jugendherbergen verfügt. Der Gau Mart Branden= burg hatte 1918 nur 8 Herbergen, heute aber 139; er begann im Jahre 1923 als erfter mit der Schaffung von Eigenheimen, Das sind solche Jugendherbergen, die nicht für diese Zwede hergerichtet, sondern eigens zu ihrem besonderen Zweck und mit allen dafür notwendigen Einrichtungen erbaut wurden. Besonders eindrucksvoll waren die Ansprachen von Studienrat Dr. Bleßmann und Gewerbeoberlehrer Kocherscheidt. Beide betonten den überparteilichen, gewissermaßen bündischen Charakter dieses großen Jugendwertes, aus beider Rede sprach die hingebende Liebe und Freude wahrer Jugenderzieher. Dr. Bleßmann betonte, daß die Jugendherbergen feineswegs nur als lleber nachtungsstätten gemertet werden wollen, sondern als Stätten einer neuartigen Jugendtultur, von denen aus die Jugend zu Lebensfreude und Lebensgenuß mit der Natur und mit ihresgleichen tomme, zu einer Freude, die edel, frei und einfach sei. Genosse Kocherscheidt zeichnete in turzen Strichen ergreifend die tiefe seelische und leibliche Not der Jugend aller Bevölkerungsfreise, wie sie sich oft in Kriminalität, Selbstmorden und Verzweiflungstaten äußere, cine Not, die allen Volks- und Jugenderziehern, Aerzten und Geist lichen ans Herz greife. In der Jugendherberge habe jeder Jugend liche ein eigenes Bett, was heutzutage in vielen Arbeiterheimen nicht mehr der Fall sei. Rausch- und Rauchgifte sind aus den Jugendherbergen verbannt. Aber auch eine völkerverbindende Aufgabe versuche die Jugendherberge zu lösen. In 16 verschiedenen Staaten des Auslandes gebe es bereits Jugendherbergen, und auch im fremden Land werde das gute Wert der menschlichen Verständi gung und der Brüderlichkeit unter der Jugend gepflegt. Die erfreulich kurzen, aber dennoch vielsagenden Ausführungen wurden durch Stadtrat Schneider in dem eindringlichen Wunsch zusammengefaßt, in den Opfertagen soviel wie möglich für das Jugendherbergswert zu spenden. 45 Jahre Markt am Maybachufer. Der Wochenmartt am Maybachufer ist nicht nur einer der ältesten, sondern auch einer der bekanntesten in ganz Berlin, besonders aber im Berliner Südosten. Er wird von 770 Händlern besucht, die einstmals mit ihrem Geschäft ganz zufrieden maren. Aber bereits seit dem Jahre 1927, also viel früher, als man allgemein annimmt, machte sich eine rückläufige Bewegung bemerkbar, und heute sind die Händler und Händlerinnen verärgert und mißmutig, weil das Geschäft nicht mehr so gehen will und niemand mehr recht kauft. Sie haben deshalb die Tatsache, daß der Markt vor rund 45 Jahren, im Jahre 1887, von der Richardund Berliner Straße des damaligen Rixdorf nach dem Maybachufer verlegt wurde, zum Anlaß genommen, um auch die Deffentlichkeit auf ihre Eristenz hinzuweisen. Alle Stände waren am Donnerstag mit fröhlichen bunten Fähnchen geschmückt, von den Balkonen der anliegenden Häuser blies eine Stapelle ihre lustigen Weisen in die frische Morgenluft, und die Händler, die ununterbrochen seit 45 Jahren auf den Markt kommen, waren Gegenstand besonderer Ehrung. Diese alten Händler schienen aber auch trotz der Ungunst der Zeit die wahren Optimisten zu sein, während man im Übrigen manche Bemerkung des Berdrusses und des Aergers hörte. Eine Händlerin rief ganz empört aus: So viele Menschen, so viel Tantam, und niemand kauft." Ic, mie soll denn gekauft werden, wenn in Berlin über 600 000 Menschen ohne Arbeit sind. Man fonnte aber auch sehr wohl bemerken, daß gerade bei den heiteren, fröhlichen und freundlichen Händlern immer die meisten Menschen standen und kauften. Man sah auf diesem Markt ungewöhnlich viel Tertilstände: Herren- und Damenstoffe, Wäsche, Strümpfe, Reste usw. In einer Ansprache erläuterte der Vertreter des Verbandes der Markthändler Deutschlands die Situation. Kein Berliner Wochenmarkt, so meinte er, leide unter der wirtschaftlichen neue Packung ( 2) das 77000 Kaufleute suchen Arbeit. Hochbetrieb im Nachweis Kaiser- Wilhelm- Straße. Der 1. April brachte dem Nachweis in der Kaiser Wilhelm- Straße leider wieder eine große Zahl Erwerbslofer, die Dezember gekündigten. Wieder sind es in der Mehrzahl ältere Angestellte, vielfach Menschen, die ein halbes Menschenalter in einem Betrieb tätig waren. Dabei haben gerade die älteren Angestellten, beispielsweise im Verkäuferberus, vielfach eine weit gediegenere, umfassendere Ausbildungszeit hinter sich; dies schon aus dem ganz einfachen Grunde, weil im Laufe der Zeit die Qualität verschiedener Artikel mehr und mehr zurüdging. Durch die immer fortschreitende Normierung innerhalb des Produktionsprozesses leidet ein großer Teil der Arbeitnehmer unter einer allzu einseitigen Beschäftigungsart, die gerade beim Stellungswechsel oft recht hinderlich erscheint. Da hat beispielsweise ein Ingenieur 21 Jahre lang eine Stellung bekleidet und die ganze Zeit über stets ein- und dieselbe Arbeit verrichtet. Auch Verkäufer flagen über allzu einseitige Verwendung in ihrem Beruf. Aushilfsarbeit felten. Gemessen an der steigenden Zahl der Reflektanten finft natür lich die Verdienstmöglichkeit bei Aushilfsarbeiten; so viele Adressen als geschrieben werden konnten auch wenn das ganze Laufend tadellos geschriebener Umschläge nur einen Taler bringt- gibt es nicht. Infolge Personalabbau werden auch die Aushilfsstellen bei den Behörden rarer; allerdings bringen die kommenden Urlaubszeiten etwas Belebung in den Arbeitsmarkt, außerdem gab es während der Wahlkampagne für eine Anzahl Menschen Beschäfti gung. Bei dem Vertreterberuf, der ja bei Ausdauer und Talent immer noch etwas einbringen fann, hapert es bei den meisten Menschen am notwendigen Betriebskapital, meil es ja heute in diesem Fach feinen Spesenzuschuß mehr gibt und der Vertreter, der nicht auf Firum engagiert ist, einzig auf die Propifion angewiesen ist. Mit ein wenig Kapital, Firigkeit und Umstellungstalent lassen sich doch immer noch irgendwann ein paar Mark verdienen. Da kommt einer, wenn er Glüd hat, Sonnabend und Sonntag als Empfangschef eines Bergnügungslotals unter, oder als Nachtportier, oder er fredenzt zur Werderschen Baumblüte dem Publikum Obstwein. Da ist ein ganz großes Sorgenfind der langfristigste Stellungslose des Nachweises, Kaufmann, früher in leitender Stel Iung, seit sieben Jahren ohne Existenz. Die Leidensgeschichte solch eines Menschen aus gehobener Position nimmt einen umständlicheren Weg, als die des einfachen Arbeiters. Dieser Mann glaubte und hoffte jahrelang, auf Grund seiner guten, zahlreichen Berbindungen leicht wieder in ähnlicher Stellung unterzukommen; inzwischen verzehrte er seinen Sparpfennig und feine der vielen Bersprechungen und Versicherungen seiner Freunde ging in Erfüllung. Erft spät, vielleicht zu spät, fand er als letzten Zufluchtsort den Nachweis; heute ist es kaum mehr möglich, diesen äußerlich und innerlich vollkommen gebrochenen Mann zu einer Stellung zu verhelfen. Er fristet durch Adressenschreiben, durch Bändchenknüpfen an den Prospekten der Bäderpropaganda armfelig fein Dasein. Ein anderer Fall: Ein Techniter, dessen Leistung in letzter Zeit viel Aufsehen machte er konstruierte den Schienenzepp fann und fann feine Stellung finden. Eine Kontoristin fommt voller Verzweiflung: 18 Jahre lang war sie in ein und derselben Stellung, jetzt liegt sie auf der Straße. An alle möglichen, nüchtern betrachtet, unmöglichen Stellen wenden sich die verzagten Menschen um Rat. ,, Was hat der Herr Reichspräsident auf mein Schreiben geantwortet?" fragt einer; er glaubt ernstlich, daß der oberste Staatsmann die unbedingte Verpflichtung hat, für das Wohl jedes einzelnen Staatsbürgers persönlich Sorge zu tragen. Mit ihm find niele Menschen dieser Meinung; täglich laufen eine Anzahl mit dem Stempel der Reichskanzlei versehene Bittschreiben im Nachweis zur Erledigung ein. Alle führenden Staatsmänner werden mit derartigen Bittschreiben überschwemmt. Es gefchieht alles. Neben der start reduzierten Erwerbsmöglichkeit überhaupt ist vielen Angestellten, hauptsächlich den älteren, die Konkurrenzfähig= feit am Arbeitsmarkt durch mangelnde technische Ausbildung ungemein erschwert. Aus diesem Grunde hat man unentgelt= liche Stenographie und Schreibmaschinenfurse geschaffen, die in täglid) vierstündiger Unterrichtszeit die notwendige Beherrschung dieser Fächer den Angestellten vermitteln; wer über Aber was will das wenige besagen bei dieser Masse von Arbeits- 5 Kilometer entfernt wohnt, erhält sogar das Fahrgeld erstattet. anwärtern? Und das Schuster, bleib bei deinem Leisten" versteht Außerdem werden auch Schreibmaschinenübungsfurse abgehalten, um sich heute, mo jeder Beruf brachliegende Kräfte im llebermaß hat, die Schnelligkeit des Maschineschreibens zu fördern; als Abschluß erohne dies von selbst. Außerdem mirde beispielsweise niemand ein hält jeder Teilnehmer ein Zeugnis, das der Gültigkeit eines Schulhageres Schreiberlein als Möbelpader vermenden wollen und dem zeugnisses entspricht. 100 Echüler aller Alters- und Berufsklassen Standinhaber am Wochenmarkt fehlte zu des Stoffverkäufers| nehmen an diesen Kursen teil; es wird ihnen damit der Weg zu Muskelstärke gewiß auch das richtige Vertrauen. einer neuen Existenz sehr erleichtert. Eröffnung des Hospitals Buch- Mitte. Depression so sehr wie der am Maybachufer, der auf die werktätige Bevölkerung angewiesen ist. Man entnahm den Ausführungen auch, daß bereits im Jahre 1890 das von den Händlern oft kritisierte Mit dem Beginn des Wirtschaftsjahres 1932 werden, wie der Standgeld für eine 3- Meter- Bude 60 Pf. betragen hat, wäh- Städtische Nachrichtendienst mitteilt, das Waldhaus Buch als Kranrend heute ein 3- Meter- Stand 75 Pf. fostet. Stadtrat 21 brecht| fenhaus für tuberkulöse Frauen und das Friedrich- Wilhelm- Hospital, vom Bezirk Neukölln überbrachte die Glückwünsche des Bezirks| Balisadenstraße, als Hospital geschlossen. amtes. Im allgemeinen bekam man von der Händlerschaft dieses Marktes einen durchaus günstigen Eindruck. Freier Wettbewerb! Polizeipräsident erinnert an Dreisschilderverordnung. Der Polizeipräsident teilt mit: ,, Es liegt Beranlassung vor, erneut auf die Bedeutung der Verordnung des Reichskommissars für Preisüberwachung über Preis. schilder und Preisverzeichnisse hinzuweisen. Diese Anordnungen bezwecken, auf den für den täglichen Bedarf( Lebensmittel und handwerkliche Leistungen) michtigsten Gebieten den freien Wettbewerb zum Vorteil des Verbrauchers in seiner Wirksamkeit zu steigern. Es soll erreicht werden, daß jeder Gewerbetreibende bei seinen Preisen durch genaueste Kalkulation alle Senfungsmöglichkeiten berücksichtigt, um nicht in dem durch die Anbringung der Preisschilder und Preisverzeichnisse verschärften Konkurrenzkampf ins Hintertreffen zu geraten. Der Erfolg diefer Maßnahme wird jedoch vereitelt, wenn der freie Wettbewerb durch Preisbindungen oder Breisempfehlungen ausgeschaltet bleibt. Breisschilder und Preisverzeichnisse verlieren ihren 3wed, wenn sie nicht die auf Grund der Kalkulation der Einzelbetriebe sich ergebenden verschiedenen Preise, sondern einen von Interessentenverbänden festgesetzten Einheitspreis wiedergeben. Preisbindungen und Preisempfehlungen find daher mit den für die Anordnung von Preisschildern und Preisverzeichnissen maßgeblichen Grundsätzen nicht vereinbar. Es liegt im eigenen Interesse der Gewerbetreibenden, von Preisempfehlungen oder Preisbindungen bei denjenigen Waren und gewerblichen Leistungen abzusehen, deren Breise durch Preisschilder oder Preisverzeichnisse fenntlich gemacht sind." Die Kranken des Waldhauses Buch werden zur Zeit größtenteils in andere Krantenhäuser, die Insassen des Hospitals Palisadenstraße demnächst in andere Hospitäler, insbesondere nach Buch, verlegt. Dort werden zum 1. April 1932 in einem Teile der Kinderheilanstalt Buch ein Hospital für Frauen als„ Städtisches Hospital Buch Mitte" und in dem Waldhaus Buch ein Hospital für Frauen als ,, Abteilung Waldhaus des Hospitals Buch- Ost" eingerichtet. * Am 1. April 1932 ist das Hospital Deutsch- Wusterhausen in ein Altersheim umgewandelt worden. Das Heim wird, wie auch früher das Hospital, vom Bezirksamt Schöneberg verwaltet. In ähnlicher Weise wurde das. Hospital Blankenfelde auf ein Altersheim für Frauen umgestellt. Dieses Altersheim untersteht der Verwaltung des Bezirksamts Pantom. Verlobung in Liliput. In Liliput, der minzigen Zirkusstadt mit 29 Einwohnern feiner größer als 100 Zentimeter, wurde ein großes Fest gefeiert. Der Bürgermeister" Heini Behrens, 38 Jahre alt und 94 Zentimeter groß, ein Hamburger, hat sich mit Fräulein Emmie Lamson, 32 Jahre und 98 Zentimeter, einer Engiänderin, verlobt, mas Anlaß zu größtem Jubel in der Zwerg und 3mergenstadt murde. Die Hochzeit der beiden Chekandidaten, die schon sehr bald folgen soll, mird die vierte in Liliput sein. Der weiteren Entwicklung in diefer Richtung steht allerdings ein großes Hindernis im Wege: 19 männlichen stehen nur 11 weibliche Einwohner gegenüber, so daß auf die verbleibenden 7 Mädchen 15 Bewerber kommen. 16 Ueber ,, Jugend und Staat" spricht am Sonnabend, dem 16. April, um Uhr, Prinz zu Löwenstein vor dem Mitrophon der Deutschen Welle". merkt man stärkeres Format 3 herabgesetzter Preis. Erst nach monatelangen Mit Sammelbildern Die Eroberung der Luft Vorbereitungen wurde die Fabrikation der ,, Gold Saba" nach dem alten Original- Rezept wieder aufgenommen. Die neue luftdichte Humidor ständig frisch Händler- Packg. erhält dem Raucher fabrikfrisch das besonders zarte Aroma der berühmten ,, Gold Saba"-Mischung. Sie merken sofort ,, Gold Saba" ist so mild GARBATY GARBATY Eschmides Statt 4 Pf.Jetzt GOLD SABA 3% Kenner archer so frisch und aromatisch CIGARETTEN m/ Gold GARBATY GOLD SAB تونی اتود Pf Extra starkes Agypter- Format Erobert Preußen! Unsere nächsten Veranstaltungen: Freitag, den 15. April: 2. Krels Tiergarten. 19% Uhr, öffentliche Kundgebung im Moabiter Gesellschaftshaus, Wiclefstr. 24. 3. Krels Wedding. Zwei Kundgebungen im kleinen und großen Seal der Atlantiksals, Behmstraße am Bahnhof Gesundbrunnen. Steglitz. 19% Uhr Im Gymnasium Steglitz, Heesestraße. 14. Kreis Neukölln. 19% Uhr im großen Seal der„ ,, Neuen Welt" Baumschulenweg. Eiserne- Front- Veranstaltung", 19% Uhr im Lyzeum Baumschulenstraße. 109. Abt.- Friedrichshagen. Oeffentliche Kundgebung im großen Saal des Gesellschaftshauses", Friedrichstraße 137. 111. Abt. Bohnsdorf. 20 Uhr bei Madry,„ Vier Jahreszeiten", öffentliche Kundgebung. Jungwähler- Kundgebung für die Bezirke Wedding, Reinicken dorf. 19% Uhr in der Hochschulbrauerei Sea- Ecke Amrumer Straße ,,, Die Jugend im Preußenkampf". Referent: Erich Schmidt. Hellstätte Herzberge. 20 Uhr bei Otto, Herzbergstr. 78. Gaswerk Lichtenberg, Kraftwerk Klingenberg. 16 Uhr im„, Flußbad Lichtenberg". Versorgungsbehörden. 19% Uhr in den Germania- Sälen, kleiner Saal, Chausseestr. 110. Siemens- Plania- Werke in Lichtenberg. 16% Uhr, Hammerschaftsversammlung im Lokal Schünemann, Möllendorf straße 54-55. Referent: Max Heydemann. Städtische Arbeiter Bezirksamt Wilmersdorf. 20 Uhr bei Kulka, Lauenburger Straße 21, Ecke Uhlandstraße.„ Eiserne- FrontVeranstaltung". Referent: Max Fechner, MdL. Referenten: Otto Meler, MdL., Marie Kunert, MdR., Erich Raddatz, MdL., Jockel Meier, Karl Wermuth, Kurt Löwenstein, MäR., Johannes Stelling, MdR., Ernst Brandenburg- Magdeburg, Mdl., Ernst Hildebrandt, Max Brinitzer, Georg Maderholz, MdL., Paul Mielltz, Kurt Heinig, MaR. Städtisches Obdach. 20 Uhr, Betriebskundgebung bei Kufittig, Jablonskistraße 9. Referent: Genosse Schoodt. Sonnabend, den 16. April: 7. Kreis- Charlottenburg. 23% Uhr, Nachtvorstellung im „ Tauentzienpalost", Tauentzien Ecke Nürnberger Str. Vorführung der Filme„ Kameradschaft" und„ Kiekebusch er obert Preußen" Ansprache. Eintrittskarten sind zum Preise von 50 Pf. bei den Funktionären zu haben. 8. Kreis Spandau. 19% Uhr, öffentliche Kundgebung in Cladow, Cladower Hof( Roske). 85. und 86. Abt.- Tempelhof- Mariendorf. 19% Uhr, öffentliche Kundgebung im Birkenwäldchen", Tempelhof 108a. Abt. Cöpenick. 20 Uhr, öffentliche Kundgebung im Lokal Pirschel in Cöpenick- Nord. 113. Abt. Schmöckwitz. 19% Uhr im Lokal Zur Palme", öffentliche Kundgebung. 181. Abt. Bezirk Kleingärten Berlin( Blankenfelde- Rosenthal Nordend). 20 Uhr, öffentliche Kundgebung in der Sportklause", Referent: Genosse Reinhold. Jungwählerkundgebung für die Bezirke Krouzberg, Charlottenburg, Spandau, Wilmersdorf, Zehlendorf, Schöneberg, Steglitz. 19% Uhr im Piccadilly", Schöneberg, Ebersstr. 80. Die Jugend Im Preußenkempf". Redner: Ludwig Diederich. Es wirken mit„ Rote Rebellen", Gymnastikgruppe der Ar beitersportler Schöneberg. Fuhrhöfe 1 bis 4 Hauptwerkstatt und Stadtfuhrpark. 19 Uhr, Kundgebung bei Stock, Warschauer Platz, Bogen 12. Referent: Genosse Schoodt Referenten: Georg Maderholz, MdL., Erich Raddatz, MdL, Karl Metzschold, Kurt Löwenstein, MaR., Dr. Richart Mischler. Sonntag, den 17. April: 8. Krols Spandau. 16 Uhr, öffentliche Kundgebung in Gatow bei Walter Krause. 15. Kreis- Tempelhof. 11% Uhr in Tempelhof, Tempelhofer Tivoli, Berliner Straße 97, Film- Matinee„ Der Hauptmann von Köpenick" und Die Wiener Arbeiter- Sport- Olympiade". Ansprache: Paula Kurgaß. Eintritt für Männer 50 Pf., für Frauen 25 Pf. 107. Abt.- Alt- Ollenicke- Falkenberg. 15 Uhr, Kundgebung der ,, Eisernen Front" im Deutschen Haus, Alt- Glienicke, Grünauer Straße. 152. Abt.- Blankenburg. 18% Uhr, öffentliche Versammlung bel Klug, Dorfstraße. Referenten: Georg Maderholz, MdL., Max Heydemann, Karl Litke, MdR. Montag, den 18. April: 11. Kreis Schöneberg. 19% Uhr, öffentliche Kundgebung in der Hohenzollernschule, Belziger Ecke Eisenacher Straße. Lichtenrade. 20 Uhr, öffentliche Kundgebung bei Bohm. 95. Abt. Neukölln, Siedlung Dammweg. 19% Uhr, öffentliche Kundgebung im Bärwinkel. 99. Abt. Britz. Oeffentliche Frauenkundgebung 19% Uhr in der Idealhalle, Hannemannstr. 42. Referentin: Marie Kunert, MdR., Wahlrevue. 130. Abt. Heinersdorf. 20 Uhr im Heinersdorfer Krug, Berliner Straße, öffentliche Kundgebung. 158. Abt. Hermodort. 19% Uhr, öffentlichs Kundgebung bei Lauk, Lindengarten, Berliner Straße 134. 140a Abt. Wittenau. 19% Uhr, öffentliche Versammlung bei Eberhard, Lübarser Straße. Oeffentliche Jungwählerversammlung für Groß- Berlin 19% Uhr in den Germania- Prachtsälen", Chausseestraße 110,„ Die Jugend im Preußenkampf". Redner: Dr. Kurt Löwenstein, MdR., Karl Hetzschold. Referenten: Hermann Harnisch, Mdl., Dr. Hans Cohn, Max Gillmeister, Bernhard Göring, Gertrud Hanna, MdL., Otto Ortmann. Mal. Botanischer Garten. Betriebskundgebung 17% Uhr bei Rosenthal, Lichterfelde, Händelplatz 2. Referent: Max Brinitzer. Stadtentwässerung. 18 Uhr im„ Hackeschen Hof", Rosenthaler Stadtentwässerung. 18 Uhr im Hackeschen Hof", Rosenthaler Straße, Betriebskundgebung. Referent: Otto Meier, MdL. Soziale Baubetriebe. 17 Uhr im großen Saal des Gewerkschaftshauses Betriebskundgebung. Referent: Erich Kuttner, Gehring und Reimers. 17 Uhr im Lokal ,, Zum Mohren", Jerusalemer Straße 9, Betriebskundgebung. Referent: Max HeydeHamelsche Druckerei und Verlagsanstalt. 15% Uhr bei Scholz, Levetzow, Ecke Jagowstraße. Referent: Albert Falkenberg. Eisenbahner, Lehrter Bahnhof. 19 Uhr bei Ladewig, Kronprinzenufer 12. Referent: Fritz Saar. Reichsdruckerei. 16 Uhr in der„ Odd Fellow Loge", großer Saal, Alte Jakobstraße 128, Betriebskundgebung. Referent: Emil Barth. mann. BVG. Tegel. 19 Uhr bei Tornów, Schlieperstraße 64, Betriebskundgebung. Referent: Karl Weiner, MdL BVG. Bahnhof 24 Lichtenberg. Eiserne- Front- Veranstaltung 19% Uhr bei Hensel, Hubertus- Ecke Wagnerstraße. Referent: Erich Raddatz, MdL. BVG. Bahnhof 1. 20 Uhr bel Wende, Koloniestraße 147, Betriebskundgebung. Referent: Max Fechner, Mdl. BVG. Kreuzberg, Tempelhof und Oberleitung Markusstraße. 19% Uhr bel Wollenberg, Tempelhof, Berliner Straße 1, Betriebskundgebung. Referent: Dr. Otto Mönchen. Arbeitsamt Nord- Ost. 16% Uhr bei Blessin, Stargarder Straße 3, Bezirksamt Spandau. 20 Uhr bel Brendemühl, Spandau, Moritz Betriebskundgebung. Referent: Genosse Oltersdorf. Straße, Ecke Viktorlaufer, Betriebskundgebung. Referent: Dr. Richard Lohmann, MdL. Bezirksamt Weißensee. 19% Uhr bei Jänicke,„ Zum Pferdemarkt", Schönstraße. Referent: Stadtrat Reimann. Bornau. 20 Uhr im Volkshausa Bellevue", Wandlitzer Straße, Filmabend( zwei Großfilme, Konzert). Im Anschluß spricht E. Heilmann, MdR., über die Preußenwahlen. Dienstag, den 19. April: 1. Krels Mitte. 19% Uhr, öffentliche Kundgebung im Gewerkschaftshaus, Engelufer 24-25. 3. Krais- Wedding. 19% Uhr, zwei öffentliche Kundgebungen, im ,, Swinemünder Gesellschaftshaus", Swinemünder Str. 42, 4. und& Kreis Prenzlauer Berg und Friedrichshain. Kundund in der„ Patzenhofer- Brauerei", Chausseestraße 64. gebung um 20 Uhr im ,, Saalbau Friedrichshain", Am Friedrichshain 23. Mitwirkung der Maret- Truppe, Tambourkapelle und Bläserkorps des Reichsbanners Friedrichshain.. 7. Kreis- Charlottenburg 19% Uhr, öffentliche Versammlung 8. Kreis- Spandau. 19% Uhr, öffentliche Frauenkundgebung in der Schulaula, Neues Ufer 6 Ecke Keiserin- Augusta- Allee. in Koch's Bismarcksälen", Feldstraße 52. Referentin: Klara Bohm- Schuch, MdR. 9. Kreis Wilmersdorf. 19% Uhr, öffentliche Kundgebung in Schmargendorf, Forsthaus", Warnemünder Straße. Musik, Rezitationen. 12. Krels Steglitz. 19% Uhr, öffentliche Kundgebung in Lankwitz, Lehmann's Festsäle", Kaiser- Wilhelm- Straße 29-31. 14. Kreis Neukölln. 19% Uhr, zwei öffentliche Kundgebungen im großen und kleinen Saal der„ Neuen Welt". 37. Abt. Marienfelde. 19% Uhr bei Lierse, Berliner Straße, Kundgebung. 101. Abt. Treptow. 19% Uhr, öffentliche Kundgebung der ,, Elsernen Front" im„ Viktoriagarten", Inh. Gloger, vorm. Nitschke, Am Treptower Park 25-26. 112. Abt. Rahnsdorf. 19% Uhr im ,, Paradiesgarten" bei Sorge ,, Eiserne- Front- Veranstaltung". 124. Abt. Mahlsdorf. 20 Uhr, öffentliche Frauenkundgebung bel Anders, Bahnhofstraße 35-37. Referentin Käthe Kern. 135. Abt.- Buchholz. 20 Uhr bei Kaehne, Berliner Straße 39, öffentliche Kundgebung. Referenten: Lorenz Breunig, Dr. Otto Friedländer, Georg Klaußner, MdL., Dr. Richard Mischler, Marie Kunert, MdR., Rektor Walter Fischer, Stadtrat Karl Wermuth, Karl Litke, MaR., Arthur Crisplen, MdR., Max Fechner, MdL., Gertrud Hanna, MdL., Friedrich Stampfer, MdR., Emil Barth, Bernhard Göring. Kundgebung der Zugend in Eiserner Front". 19% Uhr in den Andreasfestsälen", Andreasstraße 21, für die Bezirke Friedrichshain, Treptow, Köpenick, Lichtenberg. Redner: Dr. Kurt Löwenstein, MdR., Erich Schmidt. BVG. Hauptwerkstatt der Straßenbahn. 16 Uhr, Betriebskund gebung in der Löwenbrauerei, Hochstraße 1. Referent: Albert Falkenberg. Betriebswerkstatt der Nord- Süd. 15% Uhr bei Rieß, See. straße 154, Betriebskundgebung. Referent: Hans Bauer. Bahnhof 13 Halenses BVG. 19 Uhr, Betriebskundgebung bel Walter, Westfälische Straße 65. Referent: Dr. Hans Cohn. Bahnhof 16, Bahnhof 26, Aboag- Wagenpark und Bahnmeisterei BVG. Betriebskundgebung 19 Uhr bei Schulz, Köpenick, Müggelheimer Ecke Wendenschloßstraße. Referent: Karl Hanebuth. Angestelltenfraktion der SVG. 20 Uhr in den Sophiensälen", Sophienstraße, Betriebskundgebung. Referent: Franz Künstler, MdR. Hauptworkstatt der Abeag Treptew. 16 Uhr bei George, am Bahnhof Treptow, Betriebskundgebung. Referant: Jocke! Bahnhof 16 BVG. 19 Uhr, Betriebskundgebung bei Schellbach, Melar. Charlottenburg, Königin- Elisabeth- Straße 6. Referent: Max Brinitzer. Hauptwerkstatt Grunewald BVG. 16 Uhr, Betriebskundgebung bei Guski, U- Bahnhaltestelle Ruhleben. Referent: Max Gillmeister. Osramfabrik D, Rotherstraße. Zwei Betriebskundgebungen, 15 und 16% Uhr, beide im Lokal Stock", Warschauer Platz. Frister. 16% Uhr, Betriebskundgebung in der Brückenklause", Referent: Dr. Haubach. Niederschönewalde, Brückenstraße 15. Brückenstraße 15. Referent: Otto Ortmann. Arbeitsamt Nord. 16 Uhr bei Heumann, Nordufer 15 Ecke Fehmarnstraße ,,, Eiserne- Front- Veranstaltung". Referent: Erich NAG. TransformatorenKuttner, MdL. Telefunken Akkumulatorenwerke werke. 16% Uhr in Oberschöneweide,„ Bürgerpark", Weißkopfstraße 18, Betriebskundgebung. Referent: Georg Maderholz, Mdl. Otis und Flohr. 16% Uhr, Betriebskundgebung bel Ladewig, am Bahnhof Eichbornstraße, Reinickendorf. Referent: Karl Hetzschold. Marienfelder Betriebe. 16% Uhr im Alten Gasthof", Mariendorf, Dorfstraße 1, Kundgebung. Referent: Max Heydemann. A.O.K. Berlin. 16 Uhr im großen Saal des Gewerkschaftshauses, Engelufer 24-25, Betriebskundgebung. Referent: Otto Meler, Mal. Relchspostzentralamt. 16% Uhr bel Pinger, Tempelhof, Dorfstraße 50, Betriebskundgebung. Referent: Pastor Franke. Statistisches Landosamt. 19% Uhr im Roten Saal der„ Kammersäle", Teltower Straße 2-4, Betriebskundgebung. Referent: Max Heydemann. Städtische Gasworke. 19 Uhr, Betriebekundgebung in den Germaniasälen", Chausseestraße 110. Referent: Siegfried Loowe- Radio. 16 Uhr, Betriebskundgebung im„ ViktoriaAufhäuser, MGR. garten", Lankwitz, Viktoriastraße. Referent: Max Urich. Fripuwerke, Stimming, Auer, Gebr. Kleinmann, Stralauer Glashütte. 16% Uhr bei Wertalla, Hohenlohestraße 3, Betriebskundgebung. Referent: Gottlieb Reese. Ambi- Budd. 16% Uhr im Einsiedler", Johannisthal, Am Sterndamm, Betriebskundgebung. Referent: Emil Barth. Nationalregistrierkasson. 16 Uhr im Gambrinus", Neukölln, Kaiser- Friedrich- Ecke Treptower Straße, Betriebskundgebung:„ Preußenwahl und Sowjet- Union". Referent: Dr. Salomon Schwarz. Nahrungsmittel- und Getränkearbeiter- Verband. 19% Uhr im Schultheiß- Patzenhofer- Ausschank, SW., Lichterfelder Straße Nr. 11-17, Kundgebung. Referent: Dr. Julius Moses, MdR. Bezirksamt Neukölln. 19% Uhr in den ,, Passagesälen", Neukölln, Bergstraße 157, Betriebskundgebung. Referent: Richard Joachim. Arbeitsamt Ost und Knorrbremse. Gemeinsame Kundgebung der Angestellten und Arbeiter 16% Uhr in Kern's Fes! sälen", Türrschmidt Ecke Goethestraße. Referent: Erich Bürig. Männeru.Frauen! Erscheint in Massen! Jugendpflege und Schulfahrten. Die Reichsbahnbirettion Berlin tellt mit: Que glatten Abwidlung bes ftarten Reiseverkehrs auf den Berliner Fernbahnhöfen vor Pfingsten und bei Beginn der großen Sommerferien tönnen aud) in diesem Jahre die von Groß- Berlin ausgehenden gemeinsamen Jugend und Schülerfahrten in den Fernzügen nur unter folgenden ermäßigung nach den vorgeschriebenen Mustern für Donnerstag, Bedingungen zugelaffen werden. Die Anträge auf Fahrpreis. 14. mai fomie für die ersten vier Tage der Sommerferien, 1. bis Freitag und Sonnabend por Pfingsten, also für den 12., 18. und 28. Juni, 18 Uhr, unter Angabe der genauen Teilnehmerzahl, bes 4. Jult, find bis fpätestens Dienstag, 10. Mai, und Dienstag, Buges und des Zielortes bei dem Bahnhofsnorstand des Abgangsbahnhofes zu stellen. Die Fahrtartenausgaben find angewiesen, die Beförderungsscheine nur auf Grund der vom Bahnhofsvorstand ge= nehmigten Anträge auszufertigen. Verspätet gestellte Anträge müffen urüdverwiesen werden. Für die Anträge fommen nur die Berliner und riegener Bahnhof fomie Fernbahnhöfe: Anhalter, Potsdamer, Lehrter, Stettiner, Görliger Bahnhof sowie die Stadtbahnfernbahnhöfe Schlesischer Bahnhof für die Fahrten von der Stadtbahn nach dem Often und Charlottenburg für die Fahrten von der Stadtbahn nach bem Westen in Frage. Im Berliner Stadt, Ring- und Vorortvertehr tönnen die Jugend und Schülerfahrten wie an den übrigen Tagen durchgeführt werden. KARSTADT'S Lebensmittel- Preisliste FRISCH FLEISCH Rouladen........... Pf. 0.98 Schinken m.B........... Pfd. 0.84 Eisbein m. Spitzb........ Ptd. 0.35 KASE UND FETTE Rohschmalz........ Ptd. 0.39 Margarine, Kokosfett.. 3 Pfd. 0.85 Frische rumän. Eier. 10 Stck. 0.59 Bay. Schweizer, vollfett án Pfd. 0.95 Holländer, Edamer 40%. Ptd. 0.65 Stolper Camembert 100 gr. Std. 0.10 Dän. Schweizer 30%.. Ptd. 0.58 Harzer....... co. 1 Pfd. Pak. 0.28 Camembert Halbmond Schtl. 0.24 Briekäse...... ...... 2 Ecken 0.35 Steinbuscher volltett.. Pfd. 0.68 Frühstückskäse... 2 Rellen 0.45 WURSTWAREN FISCHE Pomm. Leberwurst... Pra. 0.64 Sülzwurst, Dampfwurst. Pfd. 0.65 Landleberwurst....... Pfd. 0.75 Jagdwurst Pfa. 0.75 600 Echt. Wesf. Mettwurst Pta. 0,78 Wiener Würstchen.... Pid. 0.88 Knoblauchswurst..... Pfd. 0.90 Feine Leberwurst..... Pfd. 0.98 Teew., grob. u. fein.... Pfd. 1.15 Hamb. gek. Mettw. Pfd. 1.15 Holsteiner Plockw..... Pfd. 1.13 Cervelat. ed. Plackwurst Pfd. 0.89 Salami, ung. Art........ Prd. 0.89 Speck, mag. Pid. 0.84, fett Pfd. 0.68 Schinkenspeck Pf. 1.10 Nußschinken Pfd. 1.38 Westf. u. 6668886 Kabl. u. Seel. e. K. gr.... an 0.12 Kabeljaufilet..... an Pfd. 0.16 leb.Karpf.u.Schleie enfra. 0.53 WEINE U. SPIRITUOSEN rikt. Apfelwain... 10. 3,80, L. v.40 Mosel od. Rheinw. 10L. 5.50, L. 0.60 Frankenweiler 101. 7.00, L. 0.75 Niersteiner.... 10 L 8.00, L. 0.95 Tarrag.. Wermut 10 L. 9.50, L. 1.00 Samos o. Malaga 101. 10.50, L 1.10 Johannisbeerwein 10L. 8.50, L. 0.68 31er Nitteler......... Fl. 0.58 31er Niersteiner .... m. Fl. 0.85 28er Medot( rot Bord.). m. Fl. 1.20 Mimb. 6. Kirschsaft gr. Sakın. 1.15 Weinbrand Special, Fl. 3.60 Fr. Landbutter 1.20 ch.1.15 Pfälzereinster 0.55 UBAHNHO 31er 10 Ltr. 5.30,..... LP. HERY Be stellungen über 5 Mark unter F6 Baerwald 0012 werden prompt erledigt Mengenabgabs vorbehalten KONSERVEN WILD. GEFLUGEL OBST UND GEMUSE 088 Gänse, gefroren.... Pd. 0.48 Wolgahühner, gefr. an Pfd. 0.55 Hirschnacken....... an Pfd. 0.50 Ragout.............. an Pid. 0.25 KOLONIALWAREN Burma. Ptd. 0.13 Moulmainreis.......... Pfa. 0.21 Pfd. 0.22 Junger Kohlrabi.. Dose 0.38 Spinat.............., Dose 0.42 Jg. Brech- u. Schnittboh., Dose 0.42 Jg. Schnittbohnen 1, Dese 0.48 Grünkohl.......... Dose 0.50 Gemüse- Erbsen..., Dose 0.52 Jg. Erbsen, mittelf. Dose 0.74 Gem. Gemüse Dose 0.65 Gem. Gemüse, mittelf. 1, Dose 0.95 Weizenmehl Stangenspargel 50/60%, Dose 1.50 Gelbe Erbsen....... 2 P.d. 0.29 Linsen Apfelmus tafelfert. Dose 0.46 ....... an Pfd. 0.15 Weiße Bohnen...... 2 Pfd. 0.25 Pflaumen m. Stein Dose 0.58 Puddingpulver Stachelbeeren.... .... an Pid. 0.38 Dose 0.76 Pfirsiche Pfa. 0.60 Reineklauden..... Dose 0.98 Pflaumen......... n Ptd. 0.26 Erdbeeren...... Dase 0.88 Birnen....... 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Das Komitee glaubt weiter, daß es im Interesse jedes Staates liegen fkann, der seinen Kredit aufrechterhalten will, den Dienst für kurzfristige Schahscheine, die er ausgegeben Ein Völkerbundsbericht über Auslandsschulden, Moratorien und Außenhandel. hat, unter allen Umständen aufrechtzuerhalten. einnahme? Das ist eine Auslegungsfrage, über die man mit gutem Recht verschiedener Meinung sein tann. Es muß weiter darauf hingewiesen werden, daß wenigstens in den meisten Fällen die gebotene Sicherheit durch ein allgemeines oder ein besonderes Pfand nur das Recht auf die eingehenden Einnahmen in der Landswährung gewährt und keine besondere rechtliche Garantie in bezug auf die Transferierung gibt, die gegenwärtig die Hauptschwierigkeiten bereitet, Das Finanzkomitee des Bölkerbundes hat einen Bericht über| deutet gegenüber einem Vorrecht dritten Ranges auf eine Staats die internationale Finanzhilfe für Oesterreich, Bulgarien, Griechenlend und Ungarn mit entsprechenden Empfehlungen veröffentlicht, dessen Einleitung sich aber grundfäßlich mi: der Zinsen- und Tilgungsratenübertragung von Schuldner. an Gläubigerländer sowie m't den Moratorien als Mittel zur Ueberwindung von Schwierigkeiten befaßt und deshalb auch für Deutschlend von besonderem Interesse zur Klärung der Meinungen ist. Wir geben im folgenden die wesentlichen darauf bezüglichen Darlegungen des Berichts wieder, der so anerkannte Sachverständige m'e Sir Ollo Niemeyer, Sir Henry Stratosch, Dr. Kemp- Transferfrage oft durch die Vertragsbestimmungen, deren Bedeu ner und de Chalendar zu Verfassern hat. Schuldverpflichtungen und Außenhandel. ,, Da gegenwärtig wenige Schuldnerländer so heißt es in dem Bericht über eine Goldreserve verfügen, die sie exportieren tönnten, müssen sie in der Tat, um ihre Verpflichtungen zu er füllen, im wesentlichen Waren ausführen. In der Hoffnung, daß sie auf diese Weise ihren Erportüberschuß erhöhen könnten, bei Vermeidung einer Entwertung ihrer Währung, hat eine gewisse Zahl von Staaten eine Kontrolle über die Devisentrans attionen eingeführt. Das Völkerbundskomitee hat bei verschie= denen Gelegenheiten die zeitweilige Anwendung dieser Maßnahmen empfohlen und Wert darauf gelegt, daß sie begleitet sein müssen von einer Kreditpolitik, die bestimmt ist, das Land für die internationale Konkurrenz zu stärken. Indessen, die Maßnahmen zur Kontrolle der Devisenoperatio= nen, zur Beeinflussung der Handelsbilanz müssen als vorübergehende Anordnungen betrachtet werden. Die Gläubigerländer müssen anerkennen, daß diese Maßnahmen zeitweilig notwendig sind. Wenn die Gläubigerländer, indem sie ihre Zolltarife erhöhen, indem sie Einfuhrbehinderungen schaffen oder die Einführung von Kontingenten und Kompensationen fordern, sich den Anstrengungen ihrer Schuldner, einen Ausfuhrüberschuß zu erreichen, entgegensezen, so werden die Wahrscheinlichkeiten der Zahlungsunfähigkeit außerordentlich vergrößert. Die Gläubigers länder müssen die Waren aufnehmen, deren Ausfuhr allein die Zahlung des größten Teiles der Schulden sichern kann. Wenn sie die Waren zurückweisen, fönnen die Schuldner nicht fortfahren, ihre Verpflichtungen zu er= füllen. Bedroht von Die Gefahren und die Praxis von Moratorien. den Schranken und Repressalien ( Druckmaßnahmen), die vor ihren Märkten aufgerichtet werden, haben die Schuldnerländer Zuflucht genommen zu viel schärferen Methoden der Kontrolle, und sie sind dabei auf noch ernstere Widerfiände gestoßen. So sieht sich der Welthandel heute einer immer wachsenden Einschnürung ausgesetzt. Es ist nach der Ansicht des Komitees von entscheidender Bedeutung, daß die Gläubigerländer die Situation verstehen und daß sie die Barrieren ver schwinden lassen, die sie im besonderen aufgerichtet haben gegenüber den Ländern, die vorübergehende Hilfsmaßnahmen ergreifen mußten, um die Herrschaft über ihre Währung zu behalten." Da unglüd'icherweise gewisse Staaten sich gegenwärtig genötigt sehen, die Uebertragung des Dienstes eines Teiles ihrer auswärtigen Schuld zu fuependieren( einzustellen), sieht sich das Komitee veranlaßt, Stellung zu nehmen zu gewissen allgemeinen Prinzipien, die in dieser Frage anzuwenden sind. Vor allen Dingen legt das Komitee Gewicht darauf, nachdücklich zu erklären, daß nach seiner Ansicht das Land, das sich in dieser Beis entschließt, die Transferierungen( Uebertragungen) zu ſus pendieren. eine sehr schwere Verantwortung auf sich nimmt, und daß es eine dauernde Schädigung seines Kredites und seines Rufes herbeiführt, ganz abgesehen von der Berlegung der vertraglichen Verpflichtungen, die einen Aft von außerordentlicher Schwere darstellen. Andererseits fommt es manchmal vor, daß unbeschadet des offenbaren Unterschiedes, der zwischen Anleihen lesteht, die durch besondere Einnahmen gesichert find, und denen, die nur ein Generalvorrecht genießen, man nur schwer feststellen kann, daß eine gegebene Sicherheit mehr oder weniger gut ist, als eine andere Sicherheit, und daß ein besonderer Gläubiger Anspruch hat auf eine günstigere Behandlung als ein anderer. In Wirklichkeit ist die Lage in dieser Beziehung außerordentlich verschieden in den einzelnen Fällen. Kann man z. B. sagen, daß ein Vorrecht ersten Ranges, das auf eine Gemeindeeinnahme gewährt ist, in einem gegebenen Falle eine höhere Sicherheit beUnter diesen Umständen hat das Komitee das Gefühl, daß die tung in allen Fällen, in denen sie als Richtschnur gelten können, das Komitee durchaus hervorhebt, nicht geklärt wird, und daß man deshalb auf die Hilfe der rechtlichen Auslegung verzichten muß, um das Pro: lem von einem allgemeineren Gesichts: punkt aus zu betrachten. Es scheint demnach dem Komitee, daß bei dem Fehlen vertraglicher Bestimmungen, die die Frage regein, die Regierung, die sich in der bedauerlichen Zwangslage befindet, aus irgendeinem Grunde ihren Verpflichtungen gegenüber dem Ausland nicht nachkommen zu können, sich bei der Auswahl ihrer Handlungen beeinflussen lassen muß von dem wohlverstandenen Interesse ihres Landes und in Verbindung damit von dem gemeinsamen Interesse seiner Gläubiger. Beim Fällen dieser Entscheidung muß die Regierung natürlich das Gleichgewicht fuchen zwischen den Erfordernissen ihres nationalen Kred'ts und dem dringenden Bedürfnis, den Handel und die finanziellen Beziehungen, die die Aufrechterhaltung dieses Handels gestatten, zu sichern. Unter Betonung der vordringlichen Notwendigkeit, in dem Kredit des Staates ein Element aufrechtzuer. halten, auf dem das Wiederaufbau werk begründet werden tönnte, erachtet das komitee es für im höchsten Maße wichtig, daß Aluminium im Vormarsch. Reichsaluminiumwerke: 6 Proz. Dividende. In einer so wechselnden und so verschlungenen Lage wäre es vielleicht nicht angebracht zu versuchen, eine Regel oder ein allge= meines Anwendungsprinzip aufzustellen. Die 3medmäßigkeitserwägungen lassen sich schwer mit Grundsätzen in Uebereinstimmung bringen. Alles, was man sagen kann, ist, deß, wenn eine überragende Notwendigkeit einen Staat dazu führt, die normale Ausführung von Verträgen, die er eingegangen ist, zu suspendieren und ihn zwingt zu wählen zwischen einem Teilmoratorium oder einem Totalmoratorium, es vorzuziehen ist, eine greifbare Grundlage zu schüßen, auf der man in Zukunft aufbauen kann.“ Soweit der Bericht. Die Bemerkungen des Finanzkomitees des Völkerbundes sind wichtig in erster Linie für die internationalen Berhandlungen, die auf der Konferenz von Lausanne notwendigerweise über die Reparationsfrage hinausgreifen müssen und die Fragen der internationalen Verschuldung und der internationalen Handelshemmungen zu einer Lösung führen müssen. Diese Ausführungen verdienen aber in der Teil, der die Moratorien angeht, auch die volle Beachtung für die Entscheidungen, die mögficherweise in der deutschen Wirtschaftspolitit zu fällen sind. Sie scheinen uns überzeugend darauf hinzu1= weisen, daß man ein Moratorium, im besonderen für langfristige Anleihen, niemals vorbeugend, sondern nur dann in Erwägung ziehen darf, wenn eine zwingende Lage eingetreten ist und alle an= deren Ausmege mirtli verbaut sind. Jede Erklärung eines Transfermoratoriums für langfristige Anleihen bedeutet, wie es der Bericht der Finanzerperten sehr flar hervorhebt, eine außer= ordentliche Erschwerung der fünftigen Sanierung durch Kredite und muß deshalb gerade im Interesse der notwendigen internationalen Berständigungen unbedingt vermieden werden, solange die Devisenlage eines Landes noch gestattet, diesen Kreditbezirk vor der Einbeziehung in die allgemeine Vertrauenserschütterung zu schützen. Zunahme der Arbeitslosigkeit unter den Bauarbeitern um 100 000 bis 150 000 Mann gerechnet werden, so daß im Durchschnitt 800 000 bis 900 000 Bauarbeiter arbeitslos fein würden. Im öffentlichen Hochbau werden nur die notwendigsten Reparaturen ausgeführt; die gewerbliche Bautätigkeit wird immer mehr eingeschränkt, da die Industrieanlagen ja im Durchschnitt nicht zur Hälfte ausgenutzt sind. Ganz hoffnungslos find die Dinge im 1931 nur ein Fünftel der Vorjahrsziffer aus. Das Lautamwerk- Vereinigte Aluminiumwerke A.-G., das sich im Besitze des Reiches befindet, setzt seine Dividende für 1931 von 9 auf 6 Prozent herab. Der Bruttogewinn hat sich auf 6,7 gegen 7,2 millionen Mark ermäßigt und der Reingewinn wird nach Wohnungsbau: die Zahl der Bauerlaubnisse machte Ende Absetzung von 1,74 gegen 2,01 millionen Mark Abschreibungen mit 1,75 Millionen ausgewiesen, während im Vorjahr der Reingewinn 2,64 millionen Mark betrug. Daß das Aluminium auch in der Krise des letzten Jahres seinen Bormarsch in den verschiedenen Berbrauchsgebieten fortgesetzt hat, zeigt sich in dem geringen Abfahrüdgang des Syndifats von nur knapp 10 Prozent. Der Geschäftsbericht weist darauf hin, daß der Abfahrückgang sich auf Kosten anderer Metalle in jo geringen Grenzen gehalten hat. Die Einfuhr im vergangenen Jahr ging auf etwa die Hälfte des Vorjahres zurück und stellte sich auf etwa 5200 Tonnen Aluminium, davon 3500 Tonnen Abfälle, die von dem Aluminiumzoll nicht berührt werden. In der Bilanz sind in den mit 15,2 Millionen ausgewiesenen Beteiligungen Aktien im Werte von 6 Millionen Schweizer Franken von der im Oktober 1931 neugegründeten Alliance Alu minium- Compagnie in Basel enthalten, der außer den bisherigen Mitgliedern des europäischen Aluminium- Syndikates auch die kanadischen Produzenten beigetreten sind. Die Verwaltung des Lautawerkes erklärt zu dieser Gründung, daß sie die enge Zuſammenarbeit in der europäischen Aluminiumindustrie verstärkt und endlich eine Verständigungsbasis mit der kanadischen Industrie geschaffen habe. Arbeitsbeschaffung ist not! Katastrophale Schätzungen für den Baumarkt. Wenn es noch eines Beweises bedurft hätte dafür, daß unverzüglich ein umfassendes Arbeitsbeschaffungsprogramm zur Tat werden muß, für die Bauwirtschaft liefert ihn das Institut für Ronjuntturforschung. Nach seiner Schägung wird die Bauproduktion im Jahre 1932 nur noch 2 Mil liarden Mart betragen gegen etwa 4 Milliarden im Jahre 1931 und 7,1 milliarden im Jahre 1930. Wenn nicht sehr bald Maßnahmen zur Belebung des Baumarktes ergriffen werden, dann muß für das Jahr 1932 mit einer Der britische Außenhandel im März. Im Monat März ist die englische Ausfuhr gegen den vorhergehenden Monat von 30 auf 31,1 Millionen Pfund leicht gestiegen, konnte jedoch damit nur den Stand des Januar. erreichen, Einfuhr ist im März von 70,1 auf 61,12 Millionen bien, Der hinter dem Export der letzten Monate 1931 weit zurüdPfund gesunken, da im Februar wegen der bevorstehenden Infraftfegung des zehnprozentigen Generalzolls noch starke Deckungskäufe stattfanden. England also bisher unmöglich gemacht, das wichtigste Ziel der Die allgemeine Absperrungspolitik auf dem Weltmarkt hat es britischen Handelspolitik, eine Steigerung der Ausfuhr. zu erreichen. Die starke Befestigung des Pfundkurses im März dürfte durch Schmälerung der Exportprämie gleichfalls dazu beigetragen haben, die Ausdehnung des Exports zu verhindern. Die Bassivität der englischen Handelsbilanz im ersten Vierteljahr 1931 beträgt 102,13 Millionen Pfund. Die Umsätze des Konsums im Februar. Der Zentralverband Deutscher Konsumvereine veröffentlicht jetzt auf der neuen Grundlage die Monatsumfäße der angeschlossenen Verbände für den Monat Februar. Diese betrugen im Berichtsmonat 49,54 gegen 65,33 Millionen im Februar 1931 und 73 Millionen im Februar 1930. Der Durchschnittsa umsag je Mitglied betrug 22,12 m. gegen 28,68 bzw. 32,96 m. in dem gleichen Monat der beiden vorhergehenden Jahre, Innerhalb der einzelnen Revisionsverbände sind die durchschnittlichen Mitgliedsumfäße sehr verschieden. Der Verband sächsischer Konjumpereine liegt mit 27,86 m. wesentlich über dem Durch schnitt des Zentralverbandes, während der schlesische Verband mit 16,75 m. weit hinter den Durchschnittsumfäßen zurückbleibt. MARK LAM SALP ANDER ALLES AUS EINER FABRIK ALLES EINE QUALITÄT: SALAMANDER- QUALITÄT 975 12.50 SALAMANDER cPaul 3. Schmidt: llfUhelm Sfrtifch Qeboren um 15. April 1832 Ott der Vorkriegszeit tonnte man vielfach die Anficht>)oren, Wilhelm Vufch sei der Humorist des deutschen Bürgers gewesen, also eigentlich ein Verhecrlicher seiner kleinen Schwachheiten, die er, die ,lz6zende Träne im Wappen", mit liebenswürdiger Nachsicht streichelte. Man mußte auch wirklich so denken, wenn man seine ungc- Ii eure Popularität bedachte. Sollte der Spießer von allen guten Geistern so oerlassen sein, daß er eine Verhöhnung seines teuren Selbst nicht merkte? Also: es konnte sich keinesfalls um Satire bandeln, sondern um.Humor, aus der gleichen warmen Ofenecke, um eine gar nicht heimliche, sondern offen cingestanoene Zärtlichkeit für das Obiekt seiner Zeichnungen und Änitteloerse.„Denn es war unser", sichelten die eichzückten Rentiers, und sie kauften seine Biichelchcn mit den amüsanten Abenteuern um das liebe Ich und die Tücke des recht unlieben Objekts. Und noch 1911, drei Jahre nach seinem Tode in der Einsamkeit des Dorfes Mechtshausen, schrieb Robert Eorwegh an offiziösester Stelle:„Er wir das Genie des llleinbürgertums um 1870, darin liegt feilte kulturgeschichtliche Be- dcutung." Schwer fielen dabei freilich seine kultnrkämpferischen Entgleisungen ins Gewicht, just die Dinge, die wir heute kaum iiock> genießbar jinden: in dem banalen„Pater Fiwziiis", dem„Heiligen 'Antonius" und der nur stellenweise genialen„Frommen Helene". Es darf gleich vorweg genommen werden: der Kampf, den er hier gegen Muckertum und kirchliche Anmaßung führte, war ganz schief orientiert und entbehrte um der falschen politischen Plattform willen, von der aus er ihn führte, jeder höheren Rechtfertigung: und das nicht bloß darum, weil er(ganz offenliegend im„Filuzius") Pfaffen- tum mit katholischer Kirche gleichsetzte und diese in politische Gleichung mit Sozialdemokratie und französischem„Erbfeind" brachte, als das dem braven Michel bedräuende„System", wie man heute sagen würde— sondern auch aus künstlerischen Gründe». Seine Motivierungen versagten hier auf der ganzen Linie: an die Stelle geistiger Gesinnung und ihrer philosophischen Bsgvünhung trat un- verhüllte politische Voreingenommenheit. Es gibt, von Hutten med Voltaire bis zu Schopenhauer, Heine und der jüngsten Zeit, Parn- phlcte und Dichtungen genug, die uns das Herz aufwühlen und mit Empörung gegen kirchlichen Gewissenszwang erfüllen: die Streit- jchriften Wilhelm Büschs gehören nieinals in diesen Zusammenhang, weil sie aus dem Ressentiment des protestantischen Spießbürgers von 1870 stammen, für den der Papst irnd der Jesuit noch genau der- selbe kindisch ousgesaßte Gottseibeiuns war, wie für die Lutheraner des Schmalkaldifchen Bundes. Insofern allerdings war Busch tat- sächlich„das Genie des Kleinbürgertums". Aber dieser trübe Flecken bedeutet doch herzlich wenig in seinem Gesmutwerk, d- h. in stinen weltbekannten Jllustrationsbüchern(denn daß er noch etwas anderes war, werden wir sogleich sehen). Das Beste und Typische darin, d. h. also, die unsterbliche Knopp-Triologi«, die Anfangspartien der Frommen Helene, die kostbare Jobsiade, Max und Moritz, Balduin Bählamm und Ataler Kleckset, das Zwillingspaar des Bildmgs pH ilistcr iums, die umiergleichlich echten Typen aus Dideldum, der überaus witzige„Geburtstag", mit dem man gegen jede Art bornierter Politisiererei krebsen gehen könnte, von Kleon, dem Gerbermeister zu Athen, bis zu Hitler, und zuletzt und vor allem die wahrhaft klassischen Besoffenheitsgestalten des .. Haarbsutels", den ich am Ende das Meisterstück seiner Charakteri- sierungskunst nennen möchte: diese gelungenen Amalgame von Vers und Zeichnung sind uns heute wertvollste Dokument« der deutschen Burgerseele und werden es fftr alle Ewigkeit blechen. Hier spricht i �Äer durchaus kein LiÄhäd« urS Vsrtuscher:'ss sntd in Wahrh«t" sehr bitter« und vernichtende Satiren, und man muß sich wundern, wie der ma beißendem Hohn überschüttete Deutsche von 1870 dies« Pamphlete nicht etwa nur ertragen, sondern mit Begeisterung ver- schkungen hat. Des Menschen Blindheit gegen seine eigenen Fehler scheint ohne Grenzen zu sein. Wie ist es nur möglich(fragen wir 1982), daß man sich vor fünfzig Jahren in den Knopp und Mickefett, im Menschen namens Meyer, in Deppe, Sauerbrodt, Jobs und wie sie heißen mögen, nicht erkannt hat? Kann es einen blankeren Spiegel geben? Gerade die Auswahl aus den unteren Stockwerken menschlicher Dummheit und Gemeinheit, gerade das Alltägliche und Allstündliche dieser Atißgeburten von Bsgebnissen, an denen die wackeren Leute zerschellen,, hätte die betroffenen Einwohner des bis- märckischen Deutschland stutzig machen müssen. Es tat es nicht, und darin können wir den hohen künstlerischen Rang der Buischschen Satire ermessen. Der Hmidertjährige erfüllt wahrlich erst heute seine Mission, denn der deutsche„Untermensch", den er wie kein zweiter geschildert hat, erfährt nun feine historische Mission, erst l)eute tritt er aus der Anonymität dos Privatlebens, das Busch mit dem Blick des Genies und abgrundtiefem Haß gc- zeichnet hat, in die politische Arena uick> wirkt, wie er es allein kann und muß, zerstörend. Man versetze die Hundertc von Gestalten Wilhelm Büschs in den Sportpalast, und siehe da, es sind Dtami für'Mann die treuen Schildhaller und Schildbürger des National- sozialisimis! Vielleicht kann man der schöpjerischen Größe dieses Dichter- Malers unter einem solchen Aspekt.am gerechtesten werde». Es ist der Aspekt, unter dem wir längst gewöhnt sind, Daumier zu betrachten.'Man höre aiff mit der Harmlosigkeit, in Wilhelm Busch nur den amüsanten Unterhalter zu sehen. Er ist der schärfste und unerbittlichste Kritiker jener faulen und giftigen Halbheit, in deren Atmosphäre der Spießbürger zu üppiger Fülle gedeiht. Die äußere Harmlosigkeit des Atilieus und der banalen Erlebnisse, die er schildert, darf uns nicht über die vernichtende Absicht und Wirkung seiner Satiren täuschen. Vor>890, in der Zeit, da alle seine wichtigen Werke entstanden sind, lag kein Grund vor, den Deutschen anders als im Privatleben lächerlich z» machen: für die Politik sorgte die Herren- koste. Heute ist jener von Busch mit so grffmniger Kenntnis gezüchtigte Typus in die Arena hinabgestiegen, und wir erleben schau- dernb, wessen seine flanellbehütcte Heimtücke fähig ist. Der künstlerische Wert dieser Bücher steht über jeder Diskussion. Busch war ein ebenso großer Zeichner wie polemischer Dichter: seine Prägungen sind von hivreißender und endgültiger Kraft, sein Strich entblößt so unbarmherzig wie seine Reime. Es ist nicht müßig zu betonen: daß in all dem von Improvisation keine Rede sein kann, daß die scheinbare Leichtigkeit und Aufallsicherheit seiner knappen Linien ebenso wie der hingeworfenen Verse Resultat langer und wocscr fieberlegnugen ist und viel Studium, viel Skizzen, Versuche und Aenderungen erfordert hat, bis der Ausdruck sitzt und Mos sa wirkt, daß es gar nickst anders sein darf. Bei Busch, und bei Daumier auch, versteht sich, hat man den Eindruck unneränderbarer Notwendigkeit. Wobei dem Deuffchcn ein gewisser Vorrang nach der literarischen, der inhaltlichen Seite einzuräumen ist, während bei Daumier die bildhaste Formulierung unmittelbarer und vitaler wirkt. Von Hause aus war Busch wohl Maler. Mit 19 Jahren, 18S1, ging er zur Düsseldorfer Akademie, dann nach Antwerpen und 18Z4 »ach München, wo er bis 1878 blieb und viele Bilder gemalt hat: zwanzig Jahre lebte er dann in völliger ZurückgezogenlM in feinem Geburtsort Wiedensahl im Hannoverschen, von 1898 bis zu seinem Tode am 9. Januar 1908 in Mechtshausen. Man kennt seine Male- rcicn wenig, er trat nie damit hervor, und sie gchören iwch heute fast alle seiner Familie. Dock) darf man ihn hier als vollberechtigtes Mitglied der Münchener Kunst ansehen. Bon den niederländischen Meistern, Brouwcr, Franz Hals und Teniers. empfing er seine wesentlichsten'Anregungen. Diese dunteltonigen Malereien haben mit seiner berühmt gewordenen Zeichenkunst die Beschränkung auf das Private, auf stille beschauliche Winkel gemeinsam: sonst kaum etwas wkaßgebliches. Auch feine Arbeit an Operetten, deren Musik fem Münchsnsr Frsund. der Komponist Krsmpslfezer schrieb: „Schuster und Schneider",„Liebestreue. und Grausamkeit", der „Vetter"— sind nahezu spurlos vorbeigegangen und für uns vsr« schollen. Das wirtlich Geniale und Einmalige seiner Wirksamkeit liegt in der Doppeltätigkeit als Satiriker in Bild und Schrift. Er begann schon 18S8 damit(in demselben Jahr, aus dem sein« ersten Bilder datieren), zunächst als Mitarbeiter der„Fliegenden Blätter", denen er bis 1871 treu blieb. Das erste von ihm illustrierte Werk, das durchschlagenden Erfolg hatte, ist das unsterbliche„Mar und Moritz", das 1865 bei Braun u. Schneider in München erschien i das wunderbare Buch unserer Kindheit. Jeppe Aßkfaer:(jUit Die Taxiermänner hatten ihre Tätigkett bei Jens Muesgaard eben beendet und rückten nun in die Bankecke, um die Dorfneuig- ksiten zu bereden, während sie die Stube mit einem betäubenden Rauch ihrer kurzen Pfeifen erfüllten. Das Gespräch drehte sich zu- meist um den„neuen Mann", Thomas Seeländer, dessen fremd- artiges Wesen uns frömmelnde Sitten die schonungslose Kritik und das Hohngclächter der alleren Eingesessenen erweckt hatten. Der weiße und runzlige Greis Visti Tammefsn, der ein Stück Vieh gut beurteilen konnte, aber nur die notdürftigsten Begriffe von Menschen hatte, die nicht nach seiner Fasson zugeschnitten waren, fing an, indem er die Pfeife mit seiner mageren, zitternden Hand auskratzte: „Jetzt ist der Sohn des Seeländers wohl von der Schule zurück- gekondnen." „Ja, das habe ich auch gehört," antwortete Krejsten Hermann- ien, ein vierschrötiger Bauer mit verfitztem Vollbart und rötlichen Backenknochen.„Da sollen wir wohl noch mehr Spektakel und Veranstaltungen Habens Der Boter macht sonst der Gegend schon genug zu schaffen, scheint mir." „Ja. darin hast du wirNich recht, Krejsten," sagte Visit und ichvb den Tabakkasten von sich.„Ich konnte mir es wirklich nicht verkneifen, Storgaard davon zu erzählen, als ich ihn gestern traf." Storgaaro war der reichste Bauer der Gegend, langjähriger Gemeindevorsteher und Dorfkönig, der jetzt in dem reformeifrigen Seeländer seinen ausgesprochenen Gegensatz gefunden halle. „Wißt ihr, was er mir antwortete?„Dann ist ja einer mehr da, um im Osterhof Kyrie eleison zu singen. Und wenn der Vater nun wieder über diesen Per La— a— sen schwatzen will, so kann er feinen Burschen als Porsänger milnehmen, dann spart er das Abendbrot für den Schulmeister!" „Ha, ha, ha! Ja, der Storgaard ist schlimm gegen die, auf die er Nicht gut zu sprechen ist." bemerkte Krejsten Hermannsen. „Und diese Seeländer mll ihrem Singen und ihren Gebärden uns dem ganzen Hurlumhei, die kann er nun einmal nicht leiden— und das kann ich msiner Seel' auch nicht. Denn es ist beinahe, als ob sie sich besser machen wollen als unsere inen, uns sie sind doch auch nichts anderes als Bauern, wie sie sich auch haben und tun. Ich für mein Teil sage: Laßt die Pastoren predigen, dafür be- kommen sie ihren guten Lohn, aber laßt die Bauern bei ihrer Arbell bleiben." „Der Mann kann ja sonst gut genug sein," sagte Piftt Tamm«- sen,„aber er sollte sich etwas mehr auf der Erde halten. Zum Beispiel seine Landwirtschaft: mm ist er herumgerannt, um Mergel auf seinem Boden zu suchen— aber Mergel auf unserer Eroe— er soll meiner Seel' bald einsehen, was das bringt. Und jetzt hat er Drainröhren nach Sölfig hinausgefahren, aber ich weiß nicht, was er darntt will. Ob er glaubt, daß er das Wasser aufwärts laufen lassen kann? Denn sonst ist kein anderer Ausweg als durch dein Feld, Jens", wandte Visti sich an den Wirt. „Ich will es dem Mann nicht verweigern", antwortete Jens Muesgaard,„kann es übrigens auch nicht, wenn das Recht seinen Lauf haben soll. Und es kann ja sein, daß ich ein klein wenig anders über den Seeländer urteile als ihr. Daß Storgaard ihn nicht leiden kann, darüber braucht man sich nicht zu wundern. Denn er hat hier immer Dorfkönig gespiell, und jetzt hat er nichts mehr zu sagen. Das macht den Mann verdrießlich, das oersteht man gut." „Ja", sagte Söran Voel, der vierte in der Gesellschaft, ein kleiner, fpitznasiger Mann mit einem langsamen Organ,„wenn ich meine Meinung sagen darf, so scheint mir schließlich, daß Storgaard reichlich großmäulig geworden ist. Dem,— hm— ein steifnackiger Bursche ist er von Kindesbeinen an gewesen, und für unseren Herr- gott hat er nun niemals Gebrauch gehabt: und— hm— ich weiß wohl, man soll keinen richten, aber— Hochmut kommt vor dem Fall, und der, welcher— hm— glaubt zu stehen, sehe wohl zu, daß er nicht falle. Wenn wir— wenn ich so sagen darf— ein wenig mehr Gottesfurcht hier in der Gegend bekämen— äyä— das wäre doch nicht das Schlechteste!" „Du bist mir ein schöner Schwätzer, du rennst in die Gebets- Versammlungen, anstatt deine Arbeit zu paffen", rief Krejsten Hermannsen böse aus.„Was du wohl mit Gottesfurcht meinst? Wenn wir Bauern uns an unsere Wirtschaft'und an das hallen, was wir in der Schule gelernt haben, und wenn wir jedem bezahlen, was wir ihm schuldig sind, sollte dann noch jemand da sein, der etwas von uns will?" „Ja", sagte Jens Muesgaard...aber es ist doch auch gut, er« wenig zu wissen." „Ja, äja!" antwortet« Krejsten Hermannsen.„Aber dieser Seeländer erzählt nur von Pastoren und anderen großen Leuten, man hat genug an seinem eigenen." »Es war Peter Lasjen-Skräppenborg, über den er neulich sprach, affo kein Pastor*, wandte Jens Mussgamd„G? am einfacher Mann wie unsereiner." „Nun weiß ich bald nicht, was ich sagen soll*, antwortete fwci unverbesserliche Krefsten Hermannsen.„War er kein Pastor, fa wollte er doch gewiß gern einer sein." „Aber der, über den er das vorige Mal sprach... wie nannte er ihn doch?" begann der alle Visti Tammsfen.„Es ist dock, merkwürdig, daß ich nicht darauf kommen kann!... der mit dem Hammer!" „Meinst dn den schwarzen Schmied?" neckte Hermannsen. „Ach, red' doch keinen Ilnstnn!" fuhr Bisti ihn an und focht mv zweifell mit der kurzen Pfeife. „Thor?" warf Jens'Muesgaard ein. „Richtig", antwortete Visti und sah erleichtert auf,„da hübe« wir wirklich den Mann! Er war doch auch kein Pastor." Kreisten Hermamsscn setzte die gleichgültigste Miene cnp. Bist! Tamesen zog auf seiner historischen Bahn weiter. „Und Grundtvig— er war ja auch kein Pastor?" „War Grundtvig kern Pastor?" sagte Kreisten Hermannsen, dann weiß ich wirklich nichts mehr davon." „Nein," eiferte Visti Tammesen.„er war etwas ganz anderes — wie nennt man es dock,— Dichter!" rief er aus und erhob in der Süße der Befreiung die kurze Pfeife gegen den Deckenbalken. „Dichter?. Was bedeutet das?" fragte Krefften Hermannsen unsicher. „Ach, das ist so crner, der etwas znscmmneirsetzt. Geschichten macht, versteht sich, ebenso wie der alte Schillmeffter. wenn er fei»« Grabschrift macht", antwortete Visti. „Ei sieh", antwortete Krejsten Hmnamsscn zweifelnd.„Dann sollte der alle Schulmeister ein Kerl wie Grundtvig sein: das kann ich nicht glauben! Was sagst du. Jens'Muesgaard— war Grundtvig nicht Pastor?" „Ja, wahrhastig war er Pchtor, und so, daß es feine Art hatte! Aber Pifti nmß ja das halbe verschlafen Ijabcn, beim das sagte der Mann doch oft genug", antwortete Jens Muesgaard. „Ja, dann muß ich es wohl überhört haben", sagte Visti sanftmütig.„Ich bin wirNich ein armer Teufel mi�Begreff'en. Aber kommt zu Ann' Kjestin, da könnt ihr meiner Seel' Bescheid bc- kommen. Sie ist es wert, zu einer Versammlung geschickt zu wer- den, denn sie bringt alles mit nach Hause. Da wir mm einmal dabei find, von diesem fremden Mann zu sprechen, so will ich euch doch erzählen, wie schlecht es mir gestern bei ihm erging: Es war so ungefähr zur Frühstückszell, ofo ich zu ihm kam. um ein Stück Werkzeug zu leihen. Da war ich so unglücklich, daß ick, mitten in die Morgenandacht kam. Sie hatten sich eben vom Tisch erhoben: ich konnte sehen, daß sie Bratkartoffeln gehabt hatten, denn die schwarze Pfanne stand auf einer Scheibe auf dem Tisch und zeigte mit dem Schwanz zur Stubentür. Rundherum an den Wänden hingen Bilder. Die waren wohl von den großen Leuten, von denen er so gern erzählt. Ich knnnle keinen anderen als Frederik den Siebenten erkennen, den ich da- mols sah, als ich in Fredericia lag. Nun. die Leute hatten sich über die Stube verteill. und ich konnte sehen, daß sie mich merkwürdig anschiellen. Ich wollte gerade mein Vorhaben ausrichten, da begann der Seeländer auf einmal anzustimmen: „Morgenstund' hat Gold im Mund. Und Gold bedeutet Freu— eude—" ;iam tonnte ich ja verstehen, worum mau mich so angagtotzt hatte, und ich nahm schleunigst mam« Mütze ab und stallte mich on der Lür auf Aber dann w�en�M'wkftzKMLl nieder, Männer und Frauen zusammen, wie sie gingen und standen, hier bei einem Stuhl und da bei einem anderen, einer an einem Bankende und ein anderer am Langschemel. Nach unten kam das Gange! Und ich ärgerte mich beinahe schon, daß ich aufrecht stand und auf sie heruntersah, wie sie da lagen und alle den Hintern in die Luft streckten, der eine mll Löchern in den Strümpfen und der andere nnt Mist auf den Holzschuhen. Hätte ich unter den Tisch kriechen können, so hätte ich es getan. Als der Seeländcr sich erhoben hatte und sah, daß ich stehen- geblieben war, konnte ich wohl sehen, daß er schlecht zu sprechen war.„Nun, du brauchtest wohl nicht zu knien", sagte er aus seinem Seeländisch. „Nein," sagte ich,„ich bin reichlich all gemorden ffir die Art Künste. Ich kann wohl hinunterkommen, aber es kneift so ver- teufelt wieder hochzukommen. Und ich habe schließlich gedacht, ob nicht das, was man betet, gleich kräftig fft, o>b es min in der einen oder anderen Stellung geschieht. Auch kann ich nicht einsehen, warum ich mich auf meine Knie legen soll, weil ihr anderen euch in eurem Frühstück satt- gegessen habt." Genau so antwortete ich dem Mann, und er muß sich wohl da- mit zufriedengegeben haben, denn er sagte nichts mehr, sondern gab mir das, worum ich gekommen war. Seitdem habe ich nichts mehr von dem Seeländer gesehen." (Autorisiert« Uebcrsetzung oo» W. 8. Andres er.) Sine Anleihe bei derTCiffenfchaU Wie die Moskauer Abendzeitung„Wetfchernjaja Rkoskwa" vom 2. April mitteilt, ist auf Beschluß des„IV. Unionskongresses der Wissenschaftlichen Arbeller" eine Anleche zur Propagierung von Wissenschaft und Technik emittiert worden. Die Eigentümlichkeit dieser neuen russischen Anleihe besteht darin, daß der Wert der ein- zelnen Stücke nicht in einer Geldeinheit, sondern in Arbeitsstunden ausgedrückt ist. Es wurden insgesamt 50 000 Obligattonen aus- gegeben, was ungefähr der Gesamtzahl der Wissenschaster in der Sowjetunion entspricht. Der Wert jeder Obligation betrögt 30 Arbeitsstunden, das besagt, daß der Inhaber der Obligation sich ver- pflichtet, bis 31. Dezember 1932 mindestens 30 Stunden auf öffent- liche Betätigung zur Verbreitung von Wissen und Technik unter den Volksmassen zu verwenden. Diese Tättgkeit umfaßt Vorträge, Leitung von wissenschaftlichen und technischen Bildungszirkeln, Ab- sassung oder Redigicrung von technischer Massenliteratur für Ar- beiter und für Mitglieder landwirtschaftlicher Kollektive, Mllarbcit an der Herstellung von Lehrfilmen, systematische praktische Be- ratung usw. Mll der Durchführung der Anleihe fft am 1. April in der Weise begonnen worden, daß Delegierte des Plenums der„Set- tion der Wissenschaftlichen Arbeiter" mll Obligatio nspaketen nach allen Richtungen der Sowjetunion abreisten Di« Mostauer Wissen- jchafter haben sich bereit« verpflichtet. Obligationen im Werte von nicht weniger als 300 000 Arbeitsstunden, d. h. also ein Fünftel der gesamten ersten, auf 1H Millionen Arbeitsstunden lautenden Emission zu zeichnen. Die Obligationen der neuen Anleih« sind weder verkäuflich noch übertragbar oder beleihbar. lieber die spätere Einlösung der Anleih« macht die Moskauer Zellungsmeldung keine Angaben." H.R. Allgemeine Flugblattverbreitung am Sonnabend, dem 16. und Sonntag, dem 17. April von den bekannten Stellen Alle Genossinnen, Genossen, Arbeitersportler und Arbeiterjugend beteiligen sich Parteinachrichten, Einsendungen für diese Rubrik find Berlin GB 68, Lindenstraße 8. für Groß- Berlin stets au bas Bezirkssekretariat 2. Sof, 2 Treppen rechts, zu richten Beginn aller Veranstaltungen 19½ Uhr, sofern teine besondere Zeitangabe! 2. Areis. Bildungsausschuß. Freitag, 15. April, 18 Uhr, Sigung bei Niederftras, Emdener Ede Baldenserstraße. 4. Abt. Flugblattausgabe Sonnabend ab 17 Uhr bei Brandis, Stralauer Straße 10. 6. Abt. Funktionärsizung Sonnabend hei Dobrohlam. 19. Abt. Sonnabend, 17 Uhr, Funktionärsigung bei Schrepel, Grünthaler Straße 13. 25. Abt. Sonnabend, 18 Uhr, Flugblattverbreitung, Sniprodestr. 7. 26. Abt. Sonnabend bei Beinlich Funktionärsizung. 31. Abt. Sonnabend, 16. April, 17 Uhr, Flugblattverbreitung. Solal Cadiner Straße 10. Erscheinen jedes Mitgliedes ist Pflicht. 36. Abt. Sonnabend und Sonntag Flugblattverbreitung von den bekannten Sotalen aus. 37. Abt. Sonnabend, 18 Uhr, non den bekannten Stellen aus Flugblattverbreitung. Alle Straßenführer find' zur Stelle. 39. b. Ab heute, 18 Uhr, find Flugblätter von der Juristischen Sprechstunde, Lindenstr. 3, abzuholen. 58. Abt. Sonnabend, 17 Uhr, Flugblattverbreitung, Lokal Franzen, Raldreuih. straße 5. 83. Abt. Alle Genossen treffen fich Connabend zur Flugblattverbreitung um 17 Uhr an folgenden Stellen: Best bei Quandt, Molttestr. 31; Ost bei Buberid, Lorenzstr. 56; Süd bei Fritsche, Berliner Str. 123b. 84. bt. Seute in der Zeit von 18 bis 19 Uhr Ausgabe der Flugblätter bei Lehmann, Raiser- Wilhelm- Str. 29-81. 90. Abt. Sonnabend, 18 Uhr, Flugblattverbreitung und Funktionärbespredjung an bekannter Stelle. Alle Bezirksführer müssen vertreten sein. 94. Abt. Sonnabend ab 16 Uhr können die Bezirksführer die Flugblätter von Schröder abholen. 20 Uhr Funktionärstzung bei Schröder, Steinmegstr. 52. 99. Abt. Zur Flugblattverbreitung treffen sich alle Genoffen der Bezirke 152, 154 und 155, alle anderen Bezirke an den bekannten Stellen, am Sonntag, 9 Uhr, im Bersammlungsraum Hannemannstr. 40. 99a. Abt. Sonntag, 8 Uhr, Treffen zur Flugblattverbreitung an der Halle. 104. Abt. Sonnabend, 17 Uhr, Flugblattverbreitung bei Pamp, Hasselwerderstraße 12. 105. Abt. Sonnabend, 18 Uhr, Flugblattverbreitung Bismarckstr. 74. 108a. Abt. Sonnabend, 18 Uhr, Ausgabe der Flugblätter und Handzettel bei Eisner, Raiser- Wilhelm- Str. 3, und Schulz, Bahnhofstr. 34. 111. Abt. Sonnabend, 17 Uhr, Flugblattverbreitung bei Heimann. 115. Abt. Sonnabend, 18 Uhr, Flugblattverbreitung von den bekannten Lofalen aus. 119. Abt. Sonnabend, 20 Uhr, wichtige Funktionärsihung bei Schade, Normannenstr. 32. 120. Abt. Freitag, 15. April, 19 Uhr, Vorstandssigung; 20 Uhr Funktionärfizung an bekannter Stelle. Besondere Einladung erfolgt nicht. 121. Abt. Sonnabend, 16% Uhr, Flugblattverbreitung von Wenzel, Gundel. finger Str. 25, Ede Hönower Straße, aus. 130. Abt. Sonnabend, 181 Uhr, Flugblattverbreitung. 131. Abt. Alle Mitglieder beteiligen sich Sonnabend, 20 Uhr, an der Kundgebung der Kleingärtner in der Sporttlause Bolle- Plaz, Nordend. 136. Abt. Sonnabend, 16 Uhr, Ausgabe der Flugblätter und des Materials bei Riehne, Residenzstraße. Frauenveranstaltung. 19. Kreis. Sonntag, 17. April, nachmittags, Raffeekochen der Frauen in Blankenburg, bei Klug, Dorfstraße. Bezirksausschuß für Arbeiterwohlfahrt. 11. Areis Schöneberg. Die Helfer( innen) der Arbeiterwohlfahrt nehmen an der Filmmatinee ber Rinderfreunde am Sonntag, dem 17. April, 11½ Uhr, in ber Alhambra, Schöneberg, Hauptstr. 30, teil. Es läuft der Film: ,, Ramerabschaft". Eintrittstarten find an der Rasse zu haben und fosten für Ere madlene 50 f., für Rinder 25 f. Es wird um tege Beteiligung gebeten. Arbeitsgemeinschaft der Kinderfreunde Groß- Berlin. Mitte. Achtung! Unsere Werbefeier mit der. SAS. muß umständehalber auf den 21. Mai nerschoben merden. Die Generalprobe heute abend fällt daher aus. Morgen, Sonnabend, 20 Uhr, im Jugend. heim Röpenider Str. 92 ganz wichtige Selfersigung. Die Elternobleute ber Abteilungen kommen schon um 19 Uhr in demselben Seim zusammen. Friedrichshain. Heute, Freitag, üben alle Abteilungen für den 1. Mai. Sonntag Rotfalten- Appell. Treffen 8 Uhr Weberwiese. Alle erscheinen in Faltentracht. 10 Pf. mitbringen. Abt. Margarete Wengels. Heute, Freitag, 18 Uhr, Elternabend in Gruppenheim. Abt. Landsberger Plag. Montag, 18. April, 20 Uhr, Elternabend im Heim. Reukölln. Die Gruppenführer geben folgendes bekannt: Rote Falten. Trefffahrt mit Friedrichshain. Sonntag, 17. April, Treffpunkt 8 Uhr Bahnhof Neutöln. 30 Pf. und Wimpel mitbringen. Restfaltenfahrt nach Rüdersdorf. Treffen Sonnabend, 15 Uhr, Bahnhof Neukölln. Am Dienstag, dem 19. April, Ueben zum 1. Mai( Abendfeier) um 17 Uhr Karl- Marg- Schule. Abt. Lichtkämpfer. Sungfaltenfahrt Sonntag. Treffen 8 Uhr Bahnhof Neukölln. Abt. Lichterfelbe. Karten für den Film ,, Kameradschaft" Sonntag, 17. April, 11 Uhr, Alhambralichtspiele, Schöneberg, Hauptstr. 30, fofort bei Ewald Bolter bestellen. Preis 25 Pf. Treffpunkt 10 Uhr zum Laufen am Händelplatz. Sterbetafel der Groß- Berliner Partei- Organisation 6. Abt. Am 12. April verstarb unser Genosse Oswald Tschachtschal, Beteranenstr. 15. Ehre seinem Andenten. Die Einäscherung findet am Sonnabend, dem 16. April, 12% Uhr, im Krematorium Gerichtstraße statt. Um rege Beteiligung bittet der Borstand. 102. Abt. Am 9. April perstarb nach langem mit Geduld ertragenem Leiden unsere Genossin Martha Kling, Eschenbachstr. 5, im Alter von 47 Jahren. Die Trauerfeier findet am Sonnabend, dem 16. April, 11 Uhr, im Krematorium Baumschulenweg statt. Um rege Beteiligung wird gebeten. 109. Abt. Am Sonntag, dem 10. April, verstarb im 61. Lebensjahr die Ge noffin Berta Bernsdorf, Bruno- Wille- Str. 41. Chre ihrem Andenten. Die Einäscherung hat bereits am Donnerstag stattgefunden. 123. Abt. Am Mittwoch, dem 13. April, verstarb int 62. Lebensjahr unser Genosse Mar Schröder, Kaulsdorf, Wallstraße. Ehre seinem Andenken. Die Einäscherung findet am Sonnabend, dem 16. April, 18% Uhr, im Krematorium Baumschulenweg statt. Um rege Beteiligung bittet die Abteilungsleitung. SEJ Sozialistische Arbeiterjugend Groß- Berlin Einsendungen für diese Rubrit nur an das Sugendfefretariat Berlin SW 68. Lindenstraße 2. vorn 1 Treppe rechts. Abteilungsleiter! Reicht umgehend den Berichtsbogen und das Maiprogramm, soweit noch nicht geschehen, ein. Deffentliche Jungwählerversammlung Montag, 18. April. 19% Uhr, in den Germaniaprachtsälen, R., Chauffeestr. 110( U- Bahnhof Stettiner Bahnhof). Thema: Die Jugend im Preußentampf". Referent: Dr. K. Löwenstein, M. d. R. Alle Heimabende fallen am Montag aus. Die Wanderauskunftsstelle ist heute von 17 bis 19 Uhr geöffnet. Heim SW., Lindenstr. 4. Werbebezirksleiter! Sorgt dafür, daß heute die Handzettel für die öffentliche Jungwählerversammlung am Montag abgeholt werden. Heute, Freitag, 15. April, 191 Uhr: Artonaplag: Elisabethkirchstr. 19. Fortschritt der Technik. Rosenthaler Borstadt: Tiedstr. 18. Rote Fallen wirken. Sportpalast: Kundgebung im Moabiter Gesellschaftshaus. 18% Uhr Bahnhof Billomstraße.- Humboldthain: 18 1hr Rote Dee". De erscheinen. Arnimplag: Sonnenburger Str. 20. Gruppenabend fällt nicht aus. Arbeitsdienstpflicht." Arnsmalber Plag I: Schönlanter Straße. Das Mädel in der GAS. Ballan: Mandelstr. 2. Werbefeier. Danziger Str. 23. Falfplag I: 20 Uhr Rote Ede". Schwimmen. Faltplag II: Sonnenburger Str. 20. Kameradschaft, Freundschaft, Liebe, 2. Teil. Sohenschönhausen: Freienwalber Str. 5. Young- und Dames- Plan. Andreasplag I: 19% Uhr Brommystr. 1. Baltenplay: Tilfiter Str. 4-5. Schallplattenabend. Frankfurter Biertel: Frankfurter Allee 307. Uebungsabend. Petersburger Biertel: Ebertnftr. 12. Freiförperfultur. Warschauer Biertel( R.-F.): Litauer Str. 18. Einführungsabend. Quisenstadt: Waffertor ftraße 4. Bursche und Mädel in der GAI.- Reichenberger Biertel: Manteuffelftraße 7. Heimabend. Süden: Yordstr. 11. Brettspielabend.- Charlottenburg: Rosinenstr. 4. Auf Balze. Sautwig: Gemeindeschule Schulstraße. Die deutsche Arbeiterbewegung im 20. Jahrhundert. Bichterfelbe: Albrechtstr. 14a. Glas. brenner- Abend. Stegliz: Flemmingstr. 14b, Zimmer 25. Historischer Ma terialismus, 1. Teil. Brig: Treffpunkt zur Rundgebung in der Neuen Belt" eine Stunde vor Beginn. Neukölln IV und IX: Treffpunkt zur Sundgebung 19 Uhr Bahnhof Hermannstraße. Neukölln VI: Treffpunkt zur Rundgebung 19 Uhr vor der Neuen Welt", Karstadtseite. Baumschulenweg: Beteiligung an der Rundgebung der Partei in Baumschulenweg, Enzeum. Treptow: Elfenstraße 3. Arbeitsprogramm von Lassalle. Faltenberg: Gemeinschaftshaus. 10- Minuten- Referate. Köpenid II: Dahlwiger Str. 15. 10- Minuten- Referate. Karlshorst: Treffpunkt 19% Uhr am Heim zur Werbebezirksmitgliederverfammlung. Werbebezirk Prenzlauer Berg, Att. Bez. Nordost: Werbefeier und Kund. gebung um 20 Uhr Danziger Str. 23. Redner: M. Marotte. Rote Rebellen", Rote Rotte", Streichorchester. Werbebezirk Schöneberg: Heimabende fallen aus. Ueben zur Maifeier in der Aula der Wartburgschule, 19 Uhr. Werbebezirk Reinidendorf: Wir beteiligen uns geschlossen an der Sunde gebung in der Hochschulbrauerei. Treffpunkt für alle 19 Uhr Müller. Ede Seestraße. Jungmählerkundgebungen: Die Jugend im Preußentampf". Sente, 191 Uhr im großen Saal der Hochschulbrauerei, See- Ede Amrumer Straße. Referent: Erich Schmidt.( Für die Werbebezirke Wedding und Reinickendorf.) Morgen, 19% Uhr, im Restaurant ,, Piccadilly", Schöneberg, Ebersstr. 80. Referent: Ludwig Diederich.( Für die Werbebezirke Kreuzberg, Schöneberg, Westen und Teltowkanal.) Werbebezirk Schöneberg: Sonntag, 17. April, Filmmatinee in den Alhambra. Lichtspielen, Schöneberg, Hauptstr. 29. Programm: Kameradschaft( Großtonfilm). Sprechchor, Lieder, Tonfilm. Beginn 11% Uhr. Eintritt 50 Bf., Sinder 25 Pf. Die Genossen aller Bezirke sind eingeladen. Vorträge, Vereine und Bersammlungen Reichsbanner„ Schwarz- Rof- Gold". Geschäftsstelle: Berlin G. 14. Gebastianstr. 37-38, Sof 2 r. Steglig( Ortsverein für Steglitz, Lichterfelde und Bankwig). Frei tag, 15. April, 19 Uhr, Saalschutz Gymnasium Stegliz, Heesestraße. Bolizeisportverein Berlin e. V., Abt. Einheitskurzschrift. Regelmäßige Nebungsabende an allen Wochentagen außer Sonnabends ron 19 bis 21% hr in Polizeischulgebäude, Hannoversche Str. 28-30, 2. Stod, Zimmer 10. Anfänger, Fortbildungs- und Redeschriftkurse. Auch für Zivile. Freireligiöse Gemeinde Groß- Berlin, Bezirk Neukölln. Sonntag, 17. April, 18 Uhr, Versammlung im Lokal Lehmann, Neukölln, Weser- Ecte Tellstraße. Vortrag des Herrn C. Witthauer: Die soziale Frage und das Rassenproblem. Gäste willkommen. Bund Entschiedener Schulreformer. Dienstag, 19. April, 19% Uhr, Augusta. Schule, Berlin, Elgholzstr. 34-37. Dr. med. Martin Gumpert spricht über: Das häßliche Kind wird schön. Jedermann eingeladen. Esperanto- Gesellschaft Charlottenburg. Montag, 18. April, 20 Uhr, Konditorei Wolter, Charlottenburg, Bismarckstr. 114( Rnie), Klubzimmer. Konversationsabend. ,, Galvani im Dienste moderner Heilweise." Unter diesem Titel präsentiert in den neueröffneten Räumen die G. Wohlgemuth u. Co. A.-G., Botsdamer Straße 21a, eine sehenswerte Ausstellung. Beginnend bei den ersten Erperimenten Galvanis bis zu der heute hochentwidelten technischen Bollendung des jegigen Wohlmuth- Apparates, neranschaulicht die Wohlmuth- Ausstellung in recht übersichtlicher Form die allmähliche Entstehung des tonstruktiven Schaffens Aerzte von Ruf haben längst die Wohlmuth- Heilmethode erkannt und auch bei den verschiedensten Erkrankungen des Nervensystems erfolgreich angewandt. Das feit über 32 Sahren alte Unternehmen hat sich aus den kleinsten Anfängen emporgearbeitet und in den meitesten Kreisen beachtliche Anerkennung gefunden. Die Zentrale der Wohlmuth- Aktiengesellschaft aus Furtwangen wurde nunmehr nach Berlin in die umgebauten erweiterten Räume Potsdamer Str. 21a verlegt. Räumungsverkauf weaen Aufgabe der Geschäftsräume! Das bekannte Gar dinen- und Teppichhaus Weininger, Große Frankfurter Str. 104, Untergrund. bahn Strausberger Blas, veranstaltet einen beschleunigten Räumungsverfant zu jebem annehmbaren Preis. Die gesamten Lagerbestände in Gardinen, Stores, Bettbeden, Steppbeden, Dimandeden, Teppiche, Inlette, Lafen ufm. müffen geräumt marden Es gibt kein loses" Persil! Persil edit nur in Originalpackung! UNSERE PREISE für Labansmittal Bloseph Co verbilligen den Haushalt! Leicht verderbliche Waren vom Versand ausgeschlossen Gemüse und Obst Wurze spinat... 3 Phund 0.20 Blatispinat Holl, Rhabarber Koofsalat Blumenkohl Grüne Gurken Rotkohl Blutapfelsinen Apfelsinen blond Zitronen Hasenköofe • 9 3 Pfund 0.32 Plund 0.14 Kopf ab 0.10 .. Kopf ab 0.25 Stck ab 0.25 9 Plund 0.07 • Dtzd. 0.20 3 Plund C.50 . Dizd. 0.30 Pfund 0.15 Amerik. Tafeläpfel. Plund 0.30 Gänse gefroren... Pid. ab 0,48 Hühner gefroren. Pid. ab 0.55 Fr. Suppenhühner Pfd ab 0.76 Krabbentlelsch br Dose, 250 g 0.39 Sauerkohl Pfd 0.10 Saure Gurkan... 5 Stück 0.20 Konserven Neukölln Berlinerstr.51-55 Stangenspargel dünn... 1.25 Gem. Gemüse mittelfein 0.95 0.39 Haushaltgemüse.. Gemüseerbsen mit Karotten 0.2 Jg. Erbsen mittelfein 0.74 . Pid. Wurstwaren Larm Dase Delik. Sülze... Pid. 0.50 Grobe Mettwurst 0.68 99 Leberwurst Hall. Art 0.68 " 0.66 Frisches Fleisch Schweineschink.. Be Pid.0.64 Schweineblatt.... 0.60 Schweinebauch Pid. 0.54 Schweinekammu- schuft Ptd 0.74 0.70 Eisbein Pid 0.35 13 " 0.78 Schweinekopi m. Backe Pid. 0.78 Kabler 0.78 Hammelvorderil. e . Pid, 0.68 0.48 Speck tetter Speckwurst Schinkenecken. Brechbohnen I Schnittbohnen 4- Pid.- Dose 0.68 Apfelmus 0.46 Berl Mettwurst Kürbis. 0.55 Sauerkirschen mit Stein 0.98 Kirschen rot, mit Stein Reineclauden 0.90 0.95 Margarine o. Kokosfett Pid. 0.32 Pid. 0.39 Pid 0.39 Wurstschmalz Bratenschmalz Griebenschmalz • ... Pid. 0.48 Molkereibutter. .... Ptd 1.24 Talelbutter Ptd. 1.36 Allert. Markenbutter. Pid. 1.40 Eler....... 10 Stück 0.58 Meitwurst Br. Art. Hausm.- Leberwurst. Jagdwurst ff. Leberwurst Wiener Polnische Soldiner vollfett Romadour 20% Briekäse vollfett 20% P 250/32 Pfd. 0.36 4 Stck. 0.25 Allg. Limburger 0.15 Allg. Stangenkäse 0.62 Stck. vollfett Pfd. Pid. 0.58 Bayr. Emmenibaler Verkauf soweit Vorrat! Kolonialwaren Weiße Bohren Schmalzbohnen Burmareis Arraca reis Eler- Schnittnudeln . Pid. 0.12 Pid. 0.18 : Pfd. 0.13 . Pid. 0.16 Pfd. 0.98 Mengenabgabe vorbehalten Marmeladen 0.88 Pflaumenmus..... Ptd. 0.38 Gemischte. Erdbeer. Apfel Aprikosen 0.70 Brattett 0.48 Liesen 0.44 Hartgrieß- Makkar. Pid. 0.39 Johannisbeer o. Kerm 0.80 Kalbskeule 98 0.88 Kalbsbrust. 0.94 Kalbskamm. 0.98 Schmorfleisch. Schweineleber. Viktoria- Erbsen. 0.30 Pid. ab 0.74 Pid. 0.60 • · Pid. 0.17 Dol. Erbsen halbe, extr., Pid. 0.25 Malzkaffe lose D Pid. 0.28 Hakao stark entölt Pfo 0.50 Schokolad.- Pulv. 1 Pid-Dos 0.95 .Pid. 0.44 Pid. 0.34 . Ptd. 0.64 Tee lose. Dorsch Fleischwurst Pid. 0.85 0.68 Suppenfleisch.... Pid. 0.40 Pom. Knoblauchw. Pid. 0.98 Pid. 0.74 Cervelat oder Salami Pid 0.98 Backen.34 Nieren 0.60 0.20 Westf. Fettdarmw.... 1.18 Rinderlunge Meckib. Kümmelw... 1.18 Euter. 0.18 Herzen Pd. 0.38 1.18 Euter 0.18 Herzen P. 0.38 Außerdem: AUCH FÜR Pid Kabliau o. K., i. G. Merian Kabllau- Filet / Pid. 0.88 Pfd. 0.10 Pid. 0.12 a 9 Pid 0.15 . Pid. 0.16 Grüne Heringe Bratschollen Zander geir.. Matjesheringe..s Stack 0.25 ..3 Pfd. Q.34 .... 3 Pid. 0.34 Pid. 0.38 P. 0.38 Pid. 0.39 Pid. 0.48 Pid 0.64 • . Ptd. 0.68 . Pid. 0.54 Hirsch- Kont.. Pid. 0.64 Erdbeer- Konf. Pid. 0.68 Erdbeer- u. Johannisbeer- Gelee Himbeer o. Kern Pllaumen- Konf. Kirsch- Apfel- Gelee Erdbeer- Kont. Glas 0.52 Makrelbücklinge.. Pid 0.24 Stra'sund. Bucklinge Pid. 0.34 Sprotien Rogen Seehason Pid. 0.24 Pid. 0.32 Pid. 0.45 echte Kieler Sprotten Pid. 0.48 Segal Pid. 0.58 Div. Fischkonserven. Pid. 0.35 GLAS- PORZELLAN STEINGUT Spitzenleistungen der Billigkeit!- Verkauf im Lichthof JubiläumsKonfitüren Feurich- Keks, Jubiläums- Misch., vorzüglich im Geschmack, Dose ca. 500 Inhalt 1,25 Edel- Sortiment ,. Bitter, Vollmilch, Nuss, 0,70 3 Tafeln à 100 g Konserven 66000 80.00 Dose 1,30 1,05 Kalif. Stangenspargel 1,98 Brechspargel mittelstark 1,60 Brechspargel ohne Kopte 1,30 Kaisererbsen Junge Erbsen fein Junge Erbsen mittelfein 0,74 Gem. Gemüse mittelfein 0,95 Leipziger Allerlei 0,85 Junge Karotten........ 0,60 Karotten in Streifen..... 0,32 Junge Brechbohnen I., 0,48 Spinat .... 0,42 Span. Aprikosen, Frucht 0,68 Erdbeeren ....... 0,98 Kirschen rot, mit Stein.. 0,90 Sauerkirschen mit Stein 0,98 Mirabellen...... Preisselbeeren 1,05 0,85 Jubiläums- Weine 1931 er Schloss Böckelheimer Müh berg, Natur10 Fl. 8,00 gew.Winzerv., Fl.0,85 10 Feiner Erdbeerwein, 10 Literfi. 9,00, Literf. 0,95 1923er Chât. Larose- Baurech, Bordeauxwein. 10 Flas- hen 12,00 ,, Fl. 1,25 Fein. Kirschsaft, m.Z, 1,1 4 Ch.-Fl. 0,50, 20,65, Preise ohne Flasche JubiläumsHausseifen Scheuertücher 0,25 helle, starke Qual, Stück Fensterleder echt Sämisch, ca., 50/40 cm 1,60. 85133 cm 0,95 Hertle- Seifenpulv. 15%, m.Schnitzeln, 2Pid. 0,35 Billiose Lebensmittel Und JUBILAUMS Verkauf Preise nur Freitags. Sonnabend. Fische und Räucherwaren Zusendung v. Lebensmitteln bei Bestellung v. 5,0J M. an. Käse und Fette Pfd. 0,28 Harzer............ Camembertvollt.Schacht. 0,20 Romadour 20%.... Stück 0,22 Allg. Stangenk. 20%. Ptd. 0,40 Tilsit. Blockkäse 20% Pfd. 0,56 Dän. Schweizer 30%, Pfd. 0,58 Briekäse vollfett.... Pid. 0,58 Steinbuscher vollf., Pfd. 0,68 Gouda 40%.... Pd. 0,72 Tilsiter vollfett....... Ptd. 0,68 Bayr. Schweizer vollf., Pfd.v. 0,95 Molkereibutter..... Ptd. 1,24 Allerfeinste Markenbutter...... Ptd. 1,40 In allen Häusern ausser Andreasstr. Bücklinge........ Pid.von 0,24 Schellfisch geräuchert, Pfd. 0,28 Seelachs geräuchert..Pfd. 0,28 Seelachs geräuchert..Pfd. 0,28 Seeaal gezog, ger, Pfd. 0,58 Stücken und. ger., Pfd. 0,35 Flundern geräuch., Pfd. v. 0,28 Makrelen geräuchert, Pid. 0,28 Sardinen Hertie Dose 1,10, 0,80, 0,40, 0,32 Tafelöl............ Liter 0,50 * Grüne Heringe..3 Ptd. 0,34 * Scholien.........3 Pfd. 0,34 * Kabeljau gr, o.K.. i.g. Pid. 0,12 Schellfisch m.K., i.gz., Pid. 0,26 * Seelachs g 5 gr., o.K., i.gz.. Ptd. 0,12 " Rotbars .Pfd. 0,26 ...... Pid. 0,16 " Kabeljaufilet Zander gefr., 1. gz., Ptd. v. 0,28 Karpfen lebende, Pfd. v. 0,58 Wild und Geflügel Wolgahühner gefr., Pfd.v. 0,55 Suppenhühner frisch, Pid.v. 0,76 Enten............. Pfd. von 0,78 * Wildschweinkeule Pfd. 0,95 Wildschweinrück. Pfd. 0,85 Hirschragout....... Ptd 0,25 * Nur Leipziger Strasse, Alexanderplatz, frankfurter Allee, Wilmersdorfer Str. Schweinebaucho.B. Pid. 0,54 Schweineschinken mit Bein... .Pfd. 0,64 Kaibskeule bis 9 Pfd. schwer, ganz od. geteilt, Pfd. v. 0,60 Rostbeef o. Knoch., Pid. v. 0,98 Schmorfleisch o. K., Pid. v. 0,64 Suppenfleisch..Pid. von 0,40 Gehacktes... Ptd. C, 50 Schweineköpfe Margarine..... Pfd. 0,32 Frisches Fleisch Rohschmalz amerik., Ptd. 0,42 Bratenschmalz..... Pfd, 0,42 Gemüse Möhren gewaschen.. Pfd, 0,05 Rotkohl Pfd. 0,07 Weisskohl ......... Pfd. 0,07 Wirsingkohl Pfd. 0,07 Spinat..... ........... 2 Pfd. 0,15 Salat Kopt 0,10 Rhabarber....... 2 Ptd. 0,45 Blattspinat........ 3 Pfd. 0,32 546800D in Blumensamen Gladiolen grosse, separaten Farben, 5 Stück 0,25 Edel- Dahlien 2 Stück 0,45 Lilien umbellatum 2st. 0,25 Lilien getigert, 2 Stück 0,25 Sommer- Hyazinthen 3 Stück 0,25 Anemonen gefüllt, in separaten Farben, 6 Stück 0,25 Theater, Lichtspiele usw. Staats MA Theater Freitag, den 15. April Staatsoper Unter den Linden 20 Uhr Andromache Staatl.Schauspielhaus Jendarmenmarkt. 20 Uhr Schiller- Theater Charlottenburg. 20 Uhr Egmont Ostern Winter Garten 8 Uhr 15. Flora 3434. Raumen erl. Varieté- Revue ..Fünf im Käsewagen" Mitwirkende: Max Ehrlich. Tibor v. Halmay. Paul Morgan. Gretl Theimer. Senta Sõneland. Fuller Ballett. Duncan Dogs. Collips- Ray. Georg Bill. Patrix. 4 Karmas. 3 Schwestern. Allison. Tōnende SpezialFilm- Revue. Sonnabend u. Sonntag je 2 Vorstellg. 4 Uhr u. 8.15 Uhr. 4 Uhr kleine Pr. SCALA Städt. Oper Uhr CASINO- THEATER 81%. Ubi Täpl. 5 u. 8% Uhr Horace Golain Kpt. Winston usw. Charlottenburg Bismarckstraße 34. Lothringer Straße 37. Freitag, 15. April Berlins neuestes Operetten- Theater! Die Turnus i Bürgschaft PLAZA Reinmar, Rode, Müller, NäheSchles.Bhf. 5 u. 815, Stgs. 2, 5, 818 U.Tel.: E 7 Weichsel 4031. Bin Lied der Liebe Eisinger, Kandi, Gombert, Gonszar Anfang 14.30 Uhr Ende 23 Uhr essing Theater volksbühne Theater am Bülowplatz Täglich 8 Uhr Das 8 Uhr Peppina" Erstkl. Gesangskr. Neue Bühnenausst Gutschein 1-4 Personen: Parkett 50 Pi. Fauteuil 1.- Mark. Sessel 1.50 Mark Operette in 3 Akten. Musik von R. Stolz Schweinekamm oder Schuft ohne Beilage, Pfd. 0,74 Rückenfett bratfertig, Ptd. 0,44 Kassler mild..... Pid. von 0,74 Schweinekotelett Pld. v. 0,78 Eisbein m. Spitzb., gep., Ptd. 0,38 Rinderbacke o. Kn., Pfd. 0,36 mit Backe Ptd. 0,30 Schweineleber Pfd. 0,74 Schweinenieren.. Prd., 64 600 Rinderherzen. ...... Ptd. 0,38 5 JAHRE TIETZ Ufa- Palast Utrechter Straße Sonnabend, den 16. April, 11.30 nachts: Wohltät gkeits- Nachtvorstellung zugunsten notleidender Filmkomparsen Der Zigeunerbaron Operette in 3 Akten von Johann Strauß Musikal Oberlg. Dr. F Günther Regie Arth. Ullmann 60 Mitwirkende! Großes Orchester! Chor und Orchester setzen sich aus Tonfilmkünstlern zusammen. Einheitspreis für alle Parkettpl. Mk. 1.Logenplätze Mk. 2.Veranstaltet vom Verbande der Schauspieler und Komparsen im Deutschen Film, unter dem Protektorate der ,, Dacho" Helit durch Kartenverkauf den notleidenden Kompai sen. Butter- Heinze Filialen in allen Stadttellen Gläß& Thle 115 Maschinenbau und Reparatur Werkstatt für graphische Maschinen Berlin SW 68, Alexandrinenstr. 24/25 Tel.: Dönhoff 4204 Nachtruf: Baerwald 2542 GROSSES SCHAUSPIELHAUS A. Läckemäcker Wegen Vorbereitung zur Max- Reinhardt- Inszenierung ,, Die schöne Helena" Theater der Schauspieler Kamrad Kasper bis einschließlich 18. April geschlossen Maria Stuart Agnes Straub, Tilla Durieux Theater Volksstück von Paul Schurek Regie: Günther Stark Premiere: 19. April. Rose- Theater a.Nollendorfplatz Staatl. Schiller- Theater irose Frankfurter Straße 137 Zeichenbedarf Pallas 705) 8% Uhr, Stg 4% Uhr Heute zum 50. Male 8 Uhr stern Traum einer Nacht Theater Operette in 3 Akter desWestens v. Lud.Wolff u. Karl Behr Musik von Hans May Regie: Heinz Saltenburg Rundfunkh halb.Pr Stgs. 4 Uhr kl. Pr -Theater in derTäglich 8 Uhr GASTSPIEL Gretl' Slezak in Tel. Weichsel 7 3422 815 Uhr Die Frau, die jeder sucht Kleines Tb.. Unter den Linden Merkur 1624 Täglich 8 Uhr Ehekarussell Ganoven Ebre. Stresemannstr. Deutsches Theater Täglich 84 Uhr Heinz Rühmann D 8 Uhr Vor Der Mustergatte Sonnenuntergang Schwank in 3 Akt. v. Gerh.Hauptmann Regie Metropo:-Theater Max Reinhardt Täglich 8% Uhr Curt Götz in Zirkus Aimee Th. im Admiralspalast Täglich 814 Uhi Käthe Dorsch Operette von Curt Gustaf Gründgens Götz, Musik VOD Benatzky Sonntag 4 Uhr in: Liselott' Die Fledermaus Singspiel v.Eduard Kinneke bei JUERGENS Alexanderplatz Neue Königstr. 43 HAUS VATERIAND KURFURST 7460 Day P ergnügungs Restaurant Berlins BETRIEB KEMPINSKI Optisches Institut 158, Schönhauser Allee 136 Lieferant für sämil. Krankenkassen Ziehung I. Klasse 22. und 23. April Preuß. 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Apfelw. 0,65 3,00 Deutscher Wermut 1,00 4,75 Krim- Roiwe.n 1,00 4,75 Douro- Portwein, sehr gute Qualität... 1,60 7,50 DeutscherWeinbrand abgelagerte Qualität 4,60 22,50 Ap.elsaft, alkoholfrei, naturrein Champ. Fl. 0,85 8,00 Preise ohne Flasche Blumensamen Ranunkeln gefüllt, in separaten Farben, 10 Stück 0,25 Gras- Samen Ja TiergartenMischung, Pfd. 0,605 Pfd. 2,75 Begonien gefüllt. in separaten Farben, 4 Stück 0,20 Blumen- u. Gemüsesamen.... .... 6 Beutel 0,25 Erbsen u. Bohnen 3Btl. 0,25 JubiläumsHausseifen Kernseife hellgelb, Frischgewicht, 1000- g- Riegel 0,40 0,45 Hertle- Blütenweiss 0,25 Bohnerwachs 1- P.d.- Dose brutto 4 Stück 0,95, Stück Nach langem schmerzvollen Leiden ist mein Mann, unjer Bater, der Genosse Heinrich Hildebrandt fast 70 Jahre alt, durch den Tod erlöft. Sein Leben war ein Kampt, auch ein Kampf für die Jdee unferer Bartei. Wir haben ihn ftill begraben. so wie es fein Wunsch war. Unseren Freunden und Bekannten geben wir hierdurch Nachricht. Emma Hildebrandt geb. Zöge. Ernst Hildebrandt, Leo Hildebrandt. Bon Beileidsbesuchen bitten wir Abstand zu nehmen. Am 13 April verschied nach fur'em schweren Leiden mein lie er Mann, unser lieber Bater, Schwiegervater und Gro vater, der Pensionär Max Schroeder im Alter von 61 Jahren. Bin- Raulsdorf, den 15. April 1932. Ballstraße 5. Franziska Schroeder geb. Neumann nebst Kindern und Enkeln. Die Einäscherung findet am Sonn abend, 16 April, 18 Uhr. im Krematorium Baumschulenweg statt. Deutscher Metallarbeiter- Verband Verwaltungsstelle Berlin Todesanzeige Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unfer Kollege, der Schlosser Gustav Boernke geborn 29. März 1874, am 10. April gestorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Einäscherung findet am Freitag, dem 15 April, vorm. 10% Uhr, im Krematorium Gerichtstraße statt. Rege Beteiligung wird erwartet. Die Ortsverwaltung. KLEINE ANZEIGEN Preise: Uberschriftswort 20 Pf., Textwort 10 Pf. Wiederholungsrabatt: 5 mal 5%, 8 mal 71/2%, 12 mal 10%, oder 1000 Worte Abschluß 10%, 2000 Worte 15%, 000 Worte 20%. Annahme durch den Verlag. Lindenstr. 3( 1/9 bis 5 Uhr), sämtliche Vorwärts- Filialen v.- Ausgabestellen, sowie alle Annoncen- Expeditionen Verkäufe Solonie Linoleum Baillat, ftraße 9. Räumungs ausverlauf wegen GeschäftsverModerne legung. Salbstores 1,50; Uebergardinen 2,75; Dimandeden 8 Tischdecken Steppbeden 3,75; 6,50; Couches の Ballonräder, 65,-, 85,-, 95,-, fabritneu, 34,-, an, 110,; Geffel 16, mit Freilauf und 19, 45, Rüdtrittbremse jest Schreibtische, Bit- 42-, 45,-. 55,-, fetts, Kredenzen, Ballonräder. Marte Bitrinen, 70,-, Stand- Brennabor, uhren billigst. Mo- Ballonräder Marke rig Hirschowik, D., Stern, 68,- 75,--, Arcona icht 95,-. Andreasstraße 30. Machnow, Wein meisterstraße 14. Größtes MusikInstruments Bians Fahrrad haus Deutichlands. Fahrradzubehör enorm billig. 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