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Wie der Polizeibericht meldet, ist heute nacht gegen die Polizeiwache der hiesigen Polizei- direktion ein Sprengkörper geworfen wor- den, der die Glasscheiben der Gingangstür zerstörte. Beamte wurden nicht verletzt. Ein Polizeiposten bc- merkte gleichzeitig einen mit hoher Geschwindigkeit fahrenden ftrastwagcn, in dem mehrere Personen sagen. Der Wagen machte in einer Nebenstraße halt. Die Insassen stiegen aus und machten sich lärmend an einem Handwagen mit Brennstoff zu schaffen, offenbar, um die Polizei abzulenken, wäh- rcnd der Wagen rasch weiterfuhr. Der Beamte nahm die Ruhestörer fest. Dabei stellte sich heraus, daß er den SS.- Führer, Friseur- meister Hubcr, und zwei weitere be- kannte National soziali st cn vor sich hatte. Ein vierter, der zu flüchten versuchte, und auch der Kraftwagcnführcr» ebenfalls ein N a- tionalsozialist, wurden später gleichfalls f c st- genommen und in das Gefängnis eingeliefert. Der Wagen wurde sichergestellt. Manöver gegen das Reichsbanner. Material an Hindenburg- Er gibt es an Groener weiter. Reichspräsident von H i n d e n b u r g hat an den Reichs- innenminister Groener folgendes Schreiben gerichtet: „Sehr geehrter Herr Reichsministerl Die das Verbot der SA. und der SS. aussprechende Verord- nung vom 13. d. M. habe ich vollzogen, nachdem Sie mir in ernsten Worten die Schwierigkeit der politischen Lage dargelegt und den Erlaß dieser Verordnung zur Sicherung der Staats- autorität als unbedingt notwendig bezeichnet haben und nach- dem die Reichsregierung e i n st i m m i g Ihrem Antrag beigetreten war. Inzwischen ist mir unter Uebergabe von Belegmaterial mit- geteilt worden, daß ähnlich geartete Organisationen wie die hier verbotenen auch bei anderen Parteien bestehen. In Erfüllung meiner Pflicht zur überparteilichen Ausübung meines Amtes und zur gleichmäßigen Anwendung der Gesetze muß ich verlangen, daß, falls dies richtig ist, auch diese Organisationen der gleichen Behandlung verfallen. Ich übersende Ihnen anbei das mir zugegangene Material mit dem Ersuchen es mit dem gleichen Ernst zu prüfen, den ich Ihrem . Antrag entgegengebracht habe und mir alsbald das Ergebnis Ihrer Prüfung und einen entsprechenden Vorschlag vorzulegen. Mit freundlichen Grüßen von Hindenburg." Das plgewicht dieses Schreibens liegt in den Worten «falls dies richtig ist". Es ist aber nicht richtig! Wäre es richtig, daß bei anderen Parteien Organisa- tionen von gleicher Gemeingefährlichkeit wie die SA. bestän- den, so müßten natürlich auch diese der Auflösung oerfallen. Ob der Stahlhelm eine solche Organisation darstellt, ent- zieht sich unserer Kenntnis. Es ist aber sehr wahrscheinlich. daß das Material, das dem Reichspräsidenten zugegangen ist, sich nicht auf den Stahlhelm, sondern auf das Reichs- b a n n e r bezieht Ist aber das der Fall, so wird das Reichs- Ministerium des Innern deni Reichspräsidenten sehr bald mitteilen können, daß nichts weiter vorliegt, als ein Versuch gewissenloser Irreführung, unternommen von den Einsendern dieses aus Lüge und Schwindel bestehenden „Materials", und daß es keine Reichsregierung und keinen Innenminister geben kann, die bereit wären, für das Verbot verfassungstreuer, die Republik schützender, streng auf dem Boden der Gesetzlichkeil stehender Organisationen� die Ver- antwortung zu übernehmen. Die Absicht, eine solche Ungerechtigkeit zu begehen, ist selbstverständlich auch dem Reichspräsidenten in keiner Weise zuzutrauen. Offenbar hat er es für seine Pflicht gehalten, das ihm vorgelegte Material weiterzuleiten, ohne der Stel- lung der Regierung vorzugreifen, die dem Reichstag für ihre Handlungen verantwortlich ist. Dem gegen das Reichsbanner gerichteten Manöver der Rechten ist daher von vornherein der Mißerfolg gewiß. Aussprache Groener-Höliermann. Lieber das„Material' gegen das Zieichsbanner. Der Reichsminister des Innern Dr. Groener halte gestern den Führer des Reichsbanners Hoellermann zu sich gebeten und ihn um Stellungnahme zu den in der Presse gegen das Reichsbanner erhobenen vorwürfen ersucht. hoellermann hat dem Minister erwidert, daß diese Vorwürfe unbegründet seien, daß er aber zur Vermeidung aller Mißdeutungen bereit sei, die erforderlichen Maßnahmen zu treffen. Die Gensation von Langewiesen. Feststetlungen des Thüringer Reichsbanners. Der Gau Groß-Thüringen des Reichsbanners Schwarz-Rot-Gold hat an den Reichsinnenminister ein Schreiben gerichtet, in dem er die nationalsozialistische Behauptung, das Reichsbanner in Thüringen sei bewaffnet, entschieden zurück- weist und dann weiter fortfährt: „Auch in Langewiesen hat das Reichsbanner über keinerlei Waffen versügt. Weder der Gauvorstand des Reichsbanners noch die Ortsleitung des Reichsbanners in Langewiesen haben Anweisung ergehen lassen, sich in eine Hilsspolizei einzureihen. Der Gauvorstand hat von den Dingen überhaupt erst durch die Presse Kenntnis er- halten. Der Ortsvereinsvorstand ist erst zur Kenntnis der Dinge gekommen, nachdem der Bürgermeister der Stadt Langewiesen bereits von sich aus gehandelt hatte." Im übrigen wird mitgeteilt: Ausschlaggebend für die Auswahl der beiden H i l f s p o l i z e i b e a in t e n, die Bürgermeister Worch ernannte, war nicht die Zugehörigkeit zum Reichsbanner, sondern die positive Antwort aus die Frage des Bürgermeisters, ob sie beim Militär gedient hätten. Bemerkenswert ist dabei, daß Bürgermeister Worch schon im Jahre 1926 aus prinzi- pieller Gegnerschaft aus dem Reichsbanner ausgetreten ist. Hitlers Bundesgenossen. Eine feine Liste für eine„Arbeiterpartei". Zwischen Hugenberg und den Nazis ist ein Krach im Gange, der durch die Veröffentlichung eines Briefes von Hugenberg an Hitler hervorgerufen worden ist. Dabei wird von beiden Seiten einiges über die Vorverhandlungen zwischen Hugenberg und Hitler vor der Präsidentenwahl ausgeplaudert. Interessant daran ist, welche Personen als Sammelkandidaten vorgeschlagen wurden. Die Nazis schlugen vor: den Exkronprinzen, General von EPP. Hugenberg schlug vor: den Geheimrat Claß, den Prinzen Lskar, den Herzog von Aoburg. Da sie sich nicht einigen konnten, kam die Kandidatur Hitler. Und nun läßt sich Hitler in seiner Propaganda als„der deutsche Arbeiterführer" bezeichnen! Das paßt ausgezeichnet zu den Fünfen, mit denen er in engster Wahl für die Kandidatur stand. Die Sache der Ewig-Gestrigen, der Reaktion und des Feudalismus — das ist es, was die Nazis vertreten. Die Sache mit Goebbels Auto. Er ist wieder nicht bei der Wahrheit geblieben! Herr Goebbels hat gestern in höchster Erregung dem Reichs- wehrminister telephonisch erzählt, die böse preußische Polizei habe ihm sein Auto weggenommen, so daß er nun zu Fuß gehen nüissc. Was in Wahrheit vorgekommen ist, sagt der Polizeibericht: Freitagnachmittag, 17 Uhr, wurde der Führer und der Wagen I A 40 884 vor dem Hotel Kaiserhof von einem Polizeibeamten auf die Zulassungspapiere geprüft, und zwar weil der Wagen in der letzten Zeit von der Führung der aufgelösten SA. mehrfach benutzt worden war. Nach Prüfung wurde der Wagen sofort wieder freigegeben. Während der Prüfung hielt der Ab- geordnete Dr. Goebbels eine P r o t e st a n s p r a ch e an das dort versammelte Publikum. Wegen der Ansammlung vor dem Kaiserhof und wegen der Rede wird geprüft, ob der Abgeordnete Dr. Goebbels sich eines Verstoßes gegen die Notocr- ordnung vom 28. März 1931 oder gegen die Berliner Straßen- ordnung schuldig gemacht hat. Herr Dr. Goebbels soll bei dieser Straßenrede, wie dem Reichs- wehrminister gegenüber von„Saustaat" und„Ne g e r st a a t" gesprochen haben. Wie die Herren doch aufgeregt werden, wenn es um ihr eigenes Auto gehtl Vor allem aber hat Herr Goebbels den Reichswchrminister angelogen. Er hat ihm erzählt, daß sein Wagen beschlagnahmt worden sei— wovon kein Wort wahr ist. Cr hat dieselbe Unwahrheit später der Presse mitgeteilt. Seine Darstellung ist so wenig wahr, wie seine frühere Be- hauptung, daß er in belgischen Gefängnissen für Herrn von Hindenburg geschmachtet habe. Herr Goebbels ist so großzügig, daß er dabei manchmal die Wahrheit vergißt! Goebbels wird vorgeladen. Ueber den Zwischenfall, der sich gestern nachmittag mii Dr. Goebbels vor dem Hotel Kaiserhof ereignet hat, sind zur Zeit im Polizeipräsidium Ermittlungen darüber im Gange, ob Dr. Goebbels wegen seiner Ansprache und die dadurch hervorgerufene Ansammlung gegen die Notverordnung vom 28. März, die Demonstrationen unter freiem Himmel oerbietet, oder gegen die Berliner Straßenordrung verstoßen hat. Zu diesem Zweck werde!» eine Anzahl von Zeugen und Beteiligten vernommen. Möglicher- weise wird auch Dr. Goebbels zur verantwortlichen Vernehmung ins Polizeipräsidium geladen werden. Falls er einer solchen Aufforde- rung nicht Folge leistet, wozu er in seiner Eigenschaft als Abgeord- neter nicht gezwungen werden kann, und fein Verschulden genügend geklärt erscheint, wird die Angelegenheit der Staatsamvaltschaft übergeben werden. Die polizeilichen Ermittlungen werden aber kaum vor heute abend abgeschlossen sein. 7?az? als LanüfrieSensbrecher In dem Reichsbannerverkehrslokal in der Gundelfingerstr. 2S zu Karlshorst hatten Nazistrolche in einer der vergangenen < Ihr alle kmm Nächte nicht weniger als elf Fensterscheiben zer» trümmert. Kaum waren die Scheiben eingesetzt, wurden in der letzten Nacht abermals neun Scheiben zertrümmert. Morden, Töten, Rauben und Zerstören bei Nacht und bei Tage ist der Zeitvertreib dieser Erneuerer Preuhens. SA.-Führer erhält drei Monate Oefängniö. Der SA.-Führer Burwitz in P u t b u s wurde wegen Durchführung einer nicht angemeldeten Demonstration zu drei Monaten Gefängnis oerurteilt. Augenverblendung. Neue Komödie Hitlers mit einstweiliger Verfügung. Die im Hotel Kaiserhof versammelten Führer der Nazis sind zu dem Schluß gelangt, daß etwas geschehen müsse, um ihren Anhängern Aktivität im Kampfe gegen die Auflösung der SA. vorzumachen. Zu diesem Zwecke lassen sie eine „einstweilige Verfügung" beantragen. Mit tödlichem Ernst lassen sie folgendes mitteilen: „Rechtsanwalt Dr. Hans Frank II-München hat heute für Adolf Hitler und die Rcichsleitung der NSDAP., sowie die Gauleiter der NSDAP. Klage beim Staatsgerichtshof für das Deutsche Reich in Leipzig gegen das Deutsche Reich, vertreten durch den Innenminister Groener und die Freistaaten Preußen, Bayern, Baden, Württemberg und Hessen, eingereicht in der Berfas- sungsstreitigkeit Auflösung der SA. und SS., sowie des Verbots der Hitler-Jugend in Berlin. Gleichzeitig mit der Klage wurde von Dr. Frank II gegen die obengenannten Winder Antrag auf Erlaß einer einstweiligen Verfügung eingereicht, wonach sämtliche Maßnahmen zum Dollzuge dieser SA.-Auslösungsnowerordnung bis zur Entscheidung über die Klage weiterhin einzustellen sind." In Anlehnung an die bekannte Wortbildung„parlamen- tarischer Kretinismus" kann man dazu nichts anderes sagen als„juristischer Kretinismus". Die Verordnung des Reichspräsidenten ist R e i ch s g e s e tz. Einstweilige Ver- fügungen gegen Reichsgesetze kennt die Reichsoerfassung nicht. Die ganze Klagekomödie ist danach nichts anderes als Augen» Verblendung für die ehemaligen SA.-Leute, die schon an- fangen, gegen Hitler„Verrat!" zu schreien. Abqebliht! Die Bremer Bürgerschaft hatte stch in ihrer Freitag- sitzung mit einem nationalsozialistischen Dringlichkeitsantrag zu beschästigen, der nach dem Verbot der SA. und SS. nunmehr ver- langt, auch die Organisation des Reichsbanners zu verbieten. Der Fraktionsführer der Nationalsozialisten be- gründete diesen Antrag mit der Notwendigkeit, daß das Reichsbanner verboten werden müsse, wenn Ruhe und Ordnung aufrechterhalten bleiben sollen. Die Mehrheit des Hauses sprach sich jedoch gegen die Dringlichkeit de» Antrages aus, so daß der national- sozialistische Anstag als abgelehnt zu betrachten ist. Der oldeirburgische Landtag lehnte am Freitag den national- sozialistischen Antrag, beim Reichsinnenmiisterium Beschwerde gegen das SA.-Verbot zu erheben, mit 21 zu 21 Stimmen bei Stimmengleichheit ab. Z�egierungsrai a. O. Hitler sucht um seine Entlassung nach. Braunschweig. Ig. April.(Eigenbericht.) Regierungsrat Hitler hat. wie ein Klagges nahestehendes Blatt meldet, um die Verabschiedung aus dem braunschweigi- schen Staatsdienst und bis zur Erledigung der Verabschiedung um weiteren Urlaub beim braunschweigischen Gesandten in Berlin ersucht. Mit Ablauf des Monat» April würde Hitler somit Regie- rungsrat a. D. mit Pensionsberechtigung sein. Damit ist die Schein- tätigkeit seiner Ernennung und der Schwindel der Regierungs- Parteien entlarvt. Gchlesisthe Razis werden frech. Unruhen in Grünberg nach Auflösung einer national- sozialistischen Versammlung. Grünberg(Schlesien), 13. April. Eine nationalsozialistische Versammlung, in der der schlesische Gauleiter und Reichstagsobgeordnete Brückner sprach, verfiel der polizeilichen Auslösung, weil Brückner trotz wiederholter Verwarnungen b e l e i d i g e nde A e u ß e r u n ge n gegen den Reichspräsidenten machte. Die Verwarnungen der Polizei quittierte Brückner mit Hohnlachen. Nach Auflösung der Versammlung mußte die Polizei den Saal räumen. Ein großer Teil der Versammlungsbesucher sormierte einen Demonstrationszug, der lärmend zur Wohnung des Ober- bllrgermeisters Dr. Busse zog. Die Polizei ging schließlich m i t dem Gummiknüppel gegen die Menge vor, aus der heraus zum Widerstand aufgefordert wurde, und säuberte die Straßen. Nach einigen Stunden wurde die Ruhe wieder hergestellte Mehrere Sistie- rungen wurden vorgenommen. Wegen Aufforderung zum Wider- stand wurde der nationalsozialistische Schrifileiter der„Nardschlesi- schen Zeitung" Schreiber aus Glogau festgenommen. Zeiiungsautomat in die Lust gesprengt. Wieder die Tat von Rechtsradikalen. Lahr(Baden), 16. April. Der Zeitungsautomat des dem Zentrum nahestehenden „Lahrer Anzeigers" wurde in der vergangenen Nacht um 12.39 Uhr durch einen Spreng st offanschlag zerstört. Die Explosion war weithin hörbar. Die Täter hatten in den Zeitungsautomat eine mit Pulver gefüllte Metallröhre eingeführt und sie mit einer Zündschnur zur Explosion gebracht. Die etwa 29 Pfund schwere Tür wurde zehn Meter weit auf die Straße geschleudert. Zwei in der Nähe befindliche Personen wurden festgenommen, mußten aber wieder auf freien Fuß gesetzt werden. Man vermutet, daß die Täter in rechtsradikalen Kreisen zu suchen sind. Otto Braun in Köln Abermals Abrechnung mit Hitler Köln, 16. April.(Eigenberichl.) Am Freilagabend sprach der preußische Ministerpräsident Otto Braun in der großen Rheinlandhallt in Köln vor 12 909 Männern und Frauen. Die halle wurde polizeilich gesperrt, so daß in einem Rebensaal eine Parallelversammlung notwendig wurde, in der weitere 2999 Menschen den Vortrag Otto Brauns hörten. Es war eine rein Kölner Kundgebung. Die Kölner Eiserne Front hatte nicht nötig, wie die Kommunisten und die Razis, bis weit aus dem Mesterwald und aus der Eiset hilfsmannschasien herbeizuholen, um die größte Halle Kölns zu füllen. Die Rede des Ministerpräsidenten war eine gewattiae Abrechnung mit der Skandalpolilik hugenbergs und der hoch- und Landesoerralspolitik Hitlers und der Rationalsozialisten. Mit dem nationalsozialistischen Spuk müsse endlich Schluß gemacht werden, damit wieder stärkeres Vertrauen der Welt zu Deutschland geschaffen werde. Es sei merkwürdig, daß jetzt die Rechtspresse so scharf gegen das Verbot der SA. polemisiere, die vor einigen Jahren das Verbot des Roten Frontkämpfer-Bundes begrüßt habe. Diese Kritik sei ein Fingerzeig dafür, woher Hitler die Mil- lionen für di« Unterhaltung seiner Privat« armee bezogen habe. Das Reichsbonner, das sich zum Schutze des republikanischen Staates gebildet habe, sei nicht gleich- zustellen mit den Armeen, die zur gewaltsamen Beseitigung der Republik dienen sollten. Abermals erhob Braun gegen Hitler den Borwurf des Landesverrats. Wenn Hitler jetzt erkläre, daß er in Lauenburg nur habe sagen wollen, daß die Grenzen im Osten nur geschützt werden könnten, wenn das gesamte Volk hinter der Grenz- truppe stehe, so seien das nur Ausfüchte. Es komme nicht daraus rny was Herr Hitler habe sagen wollen. sondern darauf, was er wirklich gesagt habe, und darauf, was bei den Haussuchungen gefunden worden sei. Die angekündigte klage Hitlers gegen ihn warte er mit der größten Seelenruhe ab. Bei dem ausgefundenen Material, das wohl zu einem Verfahren vor dem Reichsgericht führen werde, sei der Beweis gesunden worden dafür, daß Hitlers Legalitätsschwüre samt und sonders unwahre Bekundungen gewesen seien. In der Frage der Beseitigung der Arbeitslosigkeit sei eine erheb- liche Verkürzung der Arbeitszeit notwendig. Es sei jedensalls besser, wenn di« Arbeiterschaft nur fünf Stunden arbeite, als wenn dauernd sechs Millionen Erwerbslose aus der Straße liegen würden. Die Rede Brauns wurde von den Zehntausenden mit großem Beifall ausgenommen. Geverlng spricht in Nochum. Bochum, 16. April. In einer sozialdemokratischen Versammlung sprach hier heut« abend Innenminister Severing über die Bedeutung der preußischen Landtagswahlen. Der Minister, der hervorhob, daß er sich in seinen Arbeiten nur von Verantwortungsbewußtsein und republikanischer Pflichttreue leiten lasse, erklärt« u. a., daß die Preuhenwahl am 24. April in diesem Jahre deutsche, ja europäische Bedeutung besitze. Nach einer scharfen Kritik an dem Vorgehen der NSDAP, sprach der Redner die Ueberzeugung aus, daß ip dieser Partei die Arbeiter- schast ohne jeden Einfluß bleiben werde. Diese Partei habe nichts Sozialistisches in sich, und trachte nach der Macht im Staate, um die R«publik von oben und unten auszuhöhlen. Die National- sozialisten wollten von den Ländern aus die Politik des Reichs- kabinetts zerstören. Hugenberg nannte ver Minister den Totengräber des deutschen Bürgertums. Er fei gerne bereit, erklärte er an einer anderen Stelle seiner Rede, das preußische Innenministerium zu verlassen, wenn ihm die Gewißheit geboten werde, daß ein Nachfolger vorhanden sei, der für die Wahrung der preußischen und deutschen Verfassung gegenüber dem Vorgehen der politischen Reaktion streng und entschlossen eintrete. Da er diese Gewißheit aber nicht habe, s o bleibe er, solange er das Vertrauen der Wählerschaft besitze. Weltskandal um Kreuzer wächst Ungeheuerliche Enthüllungen/ Drei führende Direktoren verhaftet �öhm kapituliert. Er hat Klage gegen„Münchener Post" zurückgenommen. München, 16. April.(Eigenbericht.) Ernst Röhm, der Stabschef der aufgelöst«« Hitler-Armee, hat im Sommer vorigen Jahre» gegen dt«„Mllnchener Post' Be- Seit dem kürzlich veröffentlichten zweiten Bericht der Untersuchungskommission beim ttreugcr-Konzern ist der Stein im Rollen. Von Tag zu Tag nimmt der Welt- skandal des toten Zündholzkönigs Idar Kreuger größere Ausmaße an. Tie Enthüllungen der letzten drei Tage haben erwiesen, daß Schwedens Nationalhcros, der in der ganzen Welt berühmte Finanzmann Ivar Kreuger. seine Weltherrschaft mit den bedenkenlosesten Mitteln aufgebaut und befestigt hat und in Verfolg seines Hein- mungslosen Machtstrebens und Ehrgeizes auch vor den ärgsten Wirtschaftsverbrechen nicht zurück- geschreckt ist. Dos einzigartige Betrugsmanöver mit den gefälschten italieni- schen Schatzanweisungen hat nach zuoerlässigen englischen Meldungen sogar einen noch größeren Umfang alz man zuerst glaubte. Es handelt sich nicht nur um 399 Millionen Mark, sondern um einen Betrag von 29 bis 25 Millionen Pfund, das wäre bei dem da- maligen Wert des englischen Pfundes die enorme Summe von 499 bis 599 Millionen Mark. Den größten Teil dieser gefälschten Papiere hatte Kreuger seiner mächtigsten amerikanischen Tochtergesellschaft, der International Match Corporation, in den Tresor gegeben und von ihr dafür 59 Millionen Dollar deutsche Anleihen erhalten, die der Zünvholzkönig dann seinerseits wieder als Kreditunterlage bei der Skandinaoia-Bank hinterlegte Durch Schriftsachverständige ist festgestellt worden� daß die mit der Hand geschriebenen Namens- Unterschriften der italienischen Schatzwechsel von Joar Kreuger persönlich gefälscht sind. Die im Auslande hergestellten Druckplatten hat man in einem Geheimgewölbe Joar Kreugers vorgefunden. Außerordentlich interessant ist in diesem Zusammenhang eine Meldung des schwedischen Korrespondenter» der„Financial Times", der von einem Gesuch Kreugers um eine Unterredung mit dem Gouverneur der Bank von England, Mister Norman, zu be- richten weiß. Joar Kreuger fall diese Unterredung vor etwa zwanzig Monaten gewünscht haben, und als dieses Gesuch von Norman ablehnend beantwortet wurde, soll Kreuger wütend bemerkt haben: „Glaubt er, daß ich ein zweiler halry sei?" (Hatry ist ein führender englischer Finanzmann gewesen, der vor einigen Jahren wegen großer Aktienfälschungen Ins Gefängnis ge- kommen ist.) Verhaftungen in Stockholm. Der llnlersuchungsaukschuß des Srcuger-Konzerns hat gestern der Kriminalpolizei derart belastendes Material zugeleitet, daß diese sofort zur Verhaftung von drei führenden Oirek- toten des Konzerns schritt. Es handelt sich um die Direktoren Carl LangoSlockholm, Sven huldt und Victor Holm. Diese drei Direktoren haben zum Teil bereits gestanden, daß sie schon seit dem Zahre 1925 umfangreiche Bilanzsälschungen auf Kreugers Ersuchen vorgenommen haben. Mit Hilfe dieser Fäl- schungen hat Kreuger es immer wieder oerstanden, von den Kapital- markten der Welt den Rahm abzuschöpfen. So hat allein die Kreuger- und Toll-A.-G. für mehr als 999 Millionen Schweden- krönen Schuldverschreibungen und für über 499 Millionen Kronen Aktien und Obligationen der Schwedischen Zündholz A.-G. sowie für 359 Millionen Kronen Aktien und Schuldverschreibungen der süh- renden Kreugerschen Gesellschaft in Amerika herausgegeben. Es han- delt sich also hier, am Börsenwert vor zwei Jahren gemessen, u m hohe Miiliardenbeträge. Die ersten Opfer sind jetzt bereits auf der Strecke geblieben. In Stockholm ist dieser Tage ein Bankhaus in Konturs gegangen und an der Pariser Börse haben Gerüchte von ungeheuer- lichen Verlusten der französischen Finanzwell größte Bestürzung hervorgerufen. Man erwartet an der Pariser Börse von den weiteren Enthüllungen einen Finanzstandal in Frankreich von geradezu riesigem Ausmaße. leidigungsklage emgereicht wegen der Veröffentlichungen über feine homosexuelle Betätigung. Der Klag« wurde jedoch erst stattgegeben nach Abschluß der Untersuchung, die der Staatsanwalt gegen Röhm auf Erund des§ 175 von sich aus eingeleitet hatte. Ohne es auf eine 5zauptoerhandlung ankommen zu lassen, hat nun- mehr Röhm mit schriftlicher Erklärung vom 8. April die Klage zurückgenommen. Der am 15. April ergangene Einstellungs- beschluß lautet: „1. Das Verfahren auf Prioatklage des Hauptmanns a. D. Röhm gegen den Schriftleiter Gruber wegen Beleidigung wird ein- gestellt. 2. Der Privatkläger hat die Kosten des Berfahrcns zu tragen und die dem Beschuldigten erwachsenden notwendigen Aus- lagen zu erstatten, weil der Prioatkläger die Klage mit schriftlicher Erklärung zurückgenommen hat." Gasunglück in der Quihowstraße. Greises Ehepaar heule vorm ttag tot aufgefunven. Auf tragische Weise ist heute früh der 73 Jahre alte Rentner Heinrich Möhrstädt und seine gleichaltrige Frau M a r g a- r e t e ums Leben gekommen. Das Gashahn war undicht geworden und die ausströmenden Gase führten den Tod der alten Leute herbei. Das Greisenpaar bewohnt eine kleine aus Stube und Küche bestehende Wohnung. Als heute vormittag gegen 1�19 Uhr der Briefträger klopfte und keinen Einlaß erhielt, wurden die Nachbars- leute aufmerksam. Nichts Gutes ahnend alarmierten die Mieter die Polizei und Feuerwehr. Die eindringenden Beamten fanden die alten Leute in dem völlig mit Gas erfüllten Schlafzimmer leblos auf. Der Mann lag angezogen im Bett, seine Frau saß in sich zusammengesunken aus dem Sofa. Die Wiederbelebungsversuche der Feuerwehr waren ohne Erfolg. Die alten Leute, die sehr tier- liebend waren, hatten einen Hund und fünf Kanarien- vögel. Obgleich über 12 Kubikmeter Gas ausgeströmt waren, waren der Hund und die Vögel, bis aus einen, der tot im Bauer lag, gänzlich unversehrt geblieben. Die Leichen der Eheleute wurden beschlagnahmt Für das Gerücht, daß die ölten Leute freiwillig aus dem Leben geschieden sind, hat sich bisher nicht der geringste Anhaltspunkt ergeben. Wieder Abkühlung? Sotitikagswetter Bewölkt jedoch kein Regen. Das leichte Ansteigen der Temperaturen in den letzten 48 Stun- den dürfte alsbald wieder einem neuen Temperaturrückgang weichen. Schon am morgigen Sonnlag wird sich eine erhebliche Ab- kühlung bemerkbar machen. Gtelchzeltig wird sich der Himmel stärker beziehen, ohne daß indessen Riederschläge zu erwarten sind. Zur' Zeil lagert über Island und Skandinavien hoher und über Südfrankreich sowie dem Baltan tiefer Druck. Bei dieser Drucklage ist ganz Mitteleuropa in einen östlichen, ver- hältnismäßig milden Luftstrom geraten. Das wird sich also sehr bald ändern, da allmählich kalte Luft aus Mittel- und Nordrußland in diesen Luststrom geraten ist und gleichfalls den Weg zu uns nimmt. Heute mittag waren in Berlin 19 Grad Wärme zu ver- zeichnen— für den morgigen Sonntag dürften die Temperaturen wesentlich darunter liegen Im ganzen Reich ist es ähnlich wie in Brandenburg, nur Schlesien meldet 17 Grad Wärme. Auilane ruhen nicht. In Argentinien und auf Java neue Eruptionen. Buenos Aires, 1ö. April. Der Vulkan Das I a n j a s in der nordargen inischen Provinz Salto, der bisher als erloschen beirachiek wurde, ist am Freilag plötzlich in Täligkeil getreten. Ein Hagel von ausgeworse- neu Steinen ergoß sich über das in der Bähe gelegene Dorf Chiana, dessen Bewohner in eine große Panik gerieten, die durch mehrere starke Erdstöße hervorgerufen wurde. Auch in Süd- argenlinien Ist der Vulkan LasZeguas wieder in Täligkeil. Auch von Su'lino in der Provinz Cordoba und von La Rioja werden starke Erdslöhe und unterirdische Geräusche gemeldek. Wie ein im'' Dienst der chilenischen Regierung stehender vleleorologe erklärte,! sind die jetzigen Vulkanausbrüche in den Anden nur als Vorspiel e'ner großen vulkanischen Krise zu beirach en, die uon Erderschüllerungen starken Ausmaßes begleitet sein wird. London, lS. April. Im Djokdjokarka-Dlflrikl auf Java ist die Levölke- rung in größte Bedrängnis geraten durch einen Ausbruch des Vulkans Werapi und gleichze'tige furchtbare Gewitterregen, die große Ueberschwemmungen und Erdrutsche zur Folge halten. Die ungeheuren von dem Vulkan ausgespienm Lavamengen und riesige Erdmassen sind durch die Regenslul auf das tiefere bebaute Land hinnn ergespült worden. Viele Gebäude sind eingestürzt und lange Strecken der Eisenbahn zerstört worden. Der Fluß Kal'balang ist über seine User getreten und steht fast zwei Bieter hoch über den Eisenbahnschienen. Wir werben, wir werben! Fünfzig Jahre Philharmoniker Das erste Festkonzeri So%iatdemokralSiche3>lakaleatn3>olsdamer3>lal%- und an der QeiiiieldniKhirche! So feierlich als irgend denkbar, mit festlichstem Musizieren, als dessen strahlendes Finale Bruckners Siebente erklang, schloß das fünfte Jahrzehnt, schloß ein halbes Jahrhundert ruhmreicher Tätig- kcit des Berliner Philharmonischen Orchesters. Nicht viele Orchester können ihm an die Seite gestellt werden; es gibt vielleicht keines, dessen Rivalität es zu fürchten hätte, ohne Zweifel ist es eins der besten in der ganzen Welt: ein vollkommenes Instrument in der Hand seines Meisters, ein kostbares Kollektiv, eine seltsame und seltene Gesamtheit als Trägerin kontinuierlicher und unersetzlicher Tradition, eine lebendige Einheit, die ihre eigene Ausdrucksmöglich- keit hat und ihren eigenen Stil. Am heutigen Tage festlichen Rück- Micks von hoher Warte des Erreichten aus ist es lehrreich, ist es interessant, sich klarzuwerden, wie all dies aufwuchs und zu- sammenwuchs, wie es so wurde, daß für uns nur festzustellen bleibt, so sei es gut geworden. Wie sah„Berliner Musikleben" vor fünfzig Jahren aus? Das „berühmte Berliner Orchester"(Wagner nennt es ein- mal so, voll Hohn), die königliche Hofkapelle nämlich(ein mittel- mäßiges Orchester wie damals fast alle in Deutschland), verstaubte und vertrocknete beim immer gleich unzulänglichen Aortrag der immer gleichen klassischen Programme in den seudal-langweiligen „Sinfonie-Soireen". Daneben gab es, die Auswahl war nicht eben groß, das Orchester eines Liegnitzer Stadtmusikus namens B i l s e, das hauptsächlich Volks- und Gartenkonzerte bestritt. Dieser wackere Herr Bilse nun setzte eines Tages 54 seiner Leute an die Lust, weil sie sich irgendwelchen drakonischen Bedingungen nicht fügen wollten: die aber krochen nicht zu Kreuz, sie gingen hin, oerpflichteten sich zu unentwegtem Zusammenhalten und nannten sich„Berliner Philharmonisches Orchester". So die Gründung. Ein Konzertraum von erheblichem Ausmaß war bald gefunden, die heutige Philharmonie, die vorher als Skating-Ring des Rollschuh- laufs Beflissenen zur Verfügung gestanden hatte und nun in einen Konzertsaal umgewandelt wurde(man merkt es ihr heute noch an). So notwendig die neue Orchestervereinigung gewesen sein muß, sie hatte Jahre hindurch mit argen Schwierigkeiten zu kämpfen. Joachim half, wo er konnte, eine Philharmonische Ge- s e l l s ch a f t wurde gegründet und wieder aufgelöst— endgültig aufwärts ging es erst, als 1887 Hans von Bülow,„Hofkapell- meister Seiner Majestät des deutschen Volkes", wie er sich nannte, die Leitung übernahm. Nach seinem Tod dirigierten u. a. Levi, Schuch, Richard Strauß, Gustav Mahler(dieser in Hamburg), bis A r t h u r N i k i s ch, der Unvergessene, 1835 Bülows Nachfolger wurde. Bülow war ein überkritischer, analytischer Geist, ein Mann des überwachen Intellekts, vor allem andern ein pedantischer und immer Beispiele gebender Pädagoge— Nikisch dagegen ein klangseliger Erzmusikant, Frauenliebling mit wallenden Locken, Charmeur mit der linken Hand, Temperamentsmensch und ekstatischer Improvisator; die Aufeinanderfolge dieser so ganz gegen- sätzlich gearteten Meister ist aber dem Orchester(nach Furtwängler) nicht schlecht bekommen: auf solidester und untadeligster Handwerk- licher Grundlage improvisieren zu können, den Gesetzen der Musik wie der Freiheit des Musizierens gleicherweise gerecht zu werden, dies ist das Erbe jener beiden Männer, denen Furtwängler ein würdiger(an dieser Stelle oft gepriesener) Nachfolger wurde. Sa bestimmend die Art der großen und kleinen Dirigenten aber auch gewesen sein mag— gerade an diesem Tage haben wir uns dankbar der jähre- und jahrzehntelangen hingebenden Leistung jedes einzelnen der Künstler zu erinnern, deren Gesamtheit erst das Orchester ist. Die Jahre vor dem Krieg brachten dem Orchester, wie nicht anders zu erwarten, die größten künstlerischen und finanziellen Erfolge. Riesenorchestcr in Riesensälen waren konsequenter Aus- druck jener pompösen Zeit, klangrauschfrohe Orchestermusik war so recht das primäre Musikerlebnis jener Jahre und jener Schicht, die kraft ihrer Zahlungsfähigkeit Kulturträger geworden war, des reichgewordenen Bürgertums. Hier hat sich manches geändert: das Bürgertum ist längst bankerott, die Einstellung zur Musik ist eine andere geworden, das Vokale ist heute wichtiger als das Instrumentale, das Kommermusikalische wichtiger als die großen Orchester, aktives Musizieren erstrebenswerter als passives Zuhören. Ist dies alles den Orchestern auch nicht günstig, so behaupten sie als Vermittler unzähliger Werke von Haydn bis Mahler doch ihren Rang in unserem, ja größtenteils hi st arisch einge st eilten Musikleben. Kein Orchester kann sich heute selbst erhalten; da sie nur mit Zuschüssen aus öffentlichen Mitteln zu existieren vermögen, ergibt sich die Forderung sozialer Musikpflege von selbst. Auch hier aber, in den populären Konzerten, hat das Philharmonische Orchester unendlich viel geleistet. Wie wir hören, sind Stadt, Reich und Rundfunk dabei, die Philharmoniker ihrer finanziellen Sorgen zu entheben und so der Allgemeinheit das Instrument zu erhalten, ohne das tausend herrliche Orchesterparti- turen nichts wären als beschriebenes Papier, denen das Tor zur klingenden Wirklichkeit verschlossen bliebe. Musik aber, die nicht klingt, ist tot... Das erste der beiden Festkonzerte enthielt(nach einer Verbeugung vor Johann Sebastian Bach) ein für diesen Abend, für Furtwängler und das Philharmonische Orchester komponierte- Werk von Hindemith,„Philharmonisches Konzert" geheißen; meisterlich geglückte Orchestervariationen über ein aller- dinge nicht sehr substanzreiches' Thema: echtester Hindemith, virtuos und konzertant, voll kluger Kontraste, blendend instrumentiert(das Blechbläsertripelkonzert z. B.), meisterlich in der Faktur, voll Ruhe und Reife im linearen Ausbau. Der feierliche Schluß, das strahlende Finale war Anton Bruckners Siebente Sinfonie(mit der Furtwängler vor zehn Jahren seine Tätigkeit begann); und hier erst war eine eigentliche Aufgabe für das. was es zu feiern galt: für ein unübertrefflich glanzvolles Orchester, für die Philharmoniker Berlins..ArnoM Walter. Glückwunschtelegramm des« Kultuöministere«. Der preußische Minister Grimme hat an das Philharmonische Orchester folgendes Telegramm gerichtet: „Dem weltberühmten Orchester und seinem genialen Führer, Wilhelm Furtwängler, in dankbarer Anerkennung seiner unoer- gleichlichen Verdienste um die deutsche Tonkunst zum bvjährigen Jubiläum meine herzlichsten Glückwünsche. Aufrichtig bedauernd, daß meine Bemühungen, an der Aktion zur äußeren Festigung Ihres Orchesters teilzunehmen, bisher erfolglos bleiben mußte, hoffe ich zuversichtlich, daß die Verhältnisse es bald auch dem Freistaate Preußen gestatten, Ihnen meine Fürsorge zuzuwenden." Genosse Professor Heinrich Cunow bittet uns um Aufnahme folgender Zeilen: Die Zahl derer, die mir zu meinem siebzigsten Geburtstag gratulierten, ist so groß, daß es mir beim besten Willen nicht möglich ist, alle Glückwünsche einzeln zu beantworten. Ich sage daher aus diesem Wege meiüen herzlichsten Dank allen alten Mit- kämpfern und auch denen der jüngeren Generation, die meines Ge- burtstages freundlich gedachten. Wenn ich als alter Mann zwar nicht mehr in den vorderen Reihen der Kämpfenden stehe, so hoffe ich doch noch einige Jahre auf meine Weise am Schreibtisch der wissen- schaftlichen Klärung und Förderung des Sozialismus dienen zu können. Heinrich Eunow. Wilhelm-vusch-Feier in Wiedensahl. Im Wilhelm-Busch- Geburts- und Heimatsort Wiedensahl, einem Flecken zwischen Stadt- Hägen und Stolzenau, trat am Freitag die Wilhelm-Busch-Gesell- schaft zu ihrer Jahreshauptversammlung zusammen. Neben den zahlreichen Angehörigen der Gesellschaft in Deutschland befinden sich solche in Paris, in der Schweiz, in Brasilien, in Wien und in Holland. Die Gesellschaft hat ein für wissenschaftliche und Samm- lvngszwecke bedeutsames Archiv-und außerdem eine Bücherei ange- legt, in der sämtliche von und über Busch erschienenen Werke ver- einigt sind. Das in dem Geburtshaus befindliche Busch-Museum hat durch wertvolle Erwerbungen ausgebaut werden können. Außer- dem hat die Gesellschaft das bisher noch völlig unbekannte Tagebuch Wilhelm Büschs aus der Düsseldorfer und Antwerpener Zeit ange- kamt. Im Anschluß an die Versammlung fand eine Ehrung Wilhelm Büschs an seinem Denkmal in Wiedensahl statt. Bismarcks„Gedanken und Erinnerungen" im Urtext. Mit Zu- stimmung des Hauses Bismarck wird der Freiburger Historiker Pros. Gerhard Ritter in Gemeinschaft mit Dr. Rudolf Stadelmann aus Grund der lückenlos erhaltenen Handschriften eine kritische Ausgabe der„Gedanken und Erinnerungen" im Urtext veröfsentlichep(m der Deutschen Berlagsgesellschaft in Berlin). Sie reinigt das Werk von allen bisher ungeahnten Retuschen des ersten Herausgebers Horst Kohl und vermittelt durch vorbehaltlose Veros,entl>chung des gesamten Materials sowie durch Kennzeichnung aller Aenderungen. Streichungen und Zusätze ,um ersten Male den authentischen Bismarck-Tert. Jetzt erst wird die schriststellerische Leistung und der Anteil der Mitarbeiter Bismarcks an dem Werke ganz deutlich. „Tos Meiiterphsto". Ter Zentralverband Deutscher Bhotoarapb-n-Ver. eine und-Innungen lReichsv-U.o>,d) und der V-rband Deusscher Amateur. photographen-Vercine veranstalte! vom 16. Nvril bis l. Iwi im Hause der Jurysreien«Am Platz der Repnblit« eme Ausstellung, um die kulturelle Be- deutung der Photographie zu erweisen- Oer verbotene Kriminalreporter. Titania-Valast. Zwei Morde geschehen gleich zu Beginn. Dann setzt die Span- nung ein und das Publikum bleibt in der„angenehm" gruseligen Erwartung, daß noch weiterhin nach Strich und Faden gemordet werde. Doch man tut auch etwas fürs Gemüt, und wenn geraoe keine neuen Mordpläne ausgeheckt werden, fingt man Schlager. Der neunmal kluge Reporter bringt zum Schluß natürlich den Mörder zur Strecke. Der Titel des Films„K r i m i n a l r e p o r t e r Holm" ist oerboten und das zu Recht. Soweit sind wir ja nun schließlich doch noch nicht, daß die Sensationspresse ihre eigene Polizei unterhält und oie echt« Polizei dabei steht und Bauklötze staunt ob ihrer eigenen Dummheit und der Pfiffigkeit der Amateure. Der Film, der jetzt unter dem Titel„Bravo Holm" startet, gehört nicht in die heutige Zeit: denn es braucht gegenwärtig wirklich kein Unter- richt in der Gebrauchsanweisung neuer Waffen zum feigen Meuchel- mord erteilt zu werden. Der Regisseur Erich Engels hat nicht die geringste Begabung zum Kriminalfilm. Der Hauptdarsteller Hermann S p e e l m a n n s ist sympathisch, obwohl er viel zu ausdringlich in den Vordergrund gestellt wird. Julius F a l k e n st e i n ist als Kriminalroman schrei- bender Professor eine regelrechte Elownfigur. Der Kameramann Bruno M o n d i fällt angenehm auf. Er ist auf der Suche nach Neuem. Er ist interessant, doch leider seelenlos. In der vorweglaufenden Ufa-Wochenschau wird frank und frei deutschnationale Progaganda für die Preußen- wähl gemacht.___ e. b. Lustspielhaus. „Abenteuer in Marokko." Ob ein Pariser, der zehn Jahre in Marokko verbracht hat, dort von einem eifersüchtigen Scheich in einen Zustand versetzt wurde, der ihn zukünftig nur noch zur Eunüchenrolle im Harem befähigen würde— das ist das Thema dieses„erotischen Schwanks" von Pierre Malin. Es ist nichts geschehen, und das wird gegen die Verleumdung seines Konkurrenten— es geht um eine junge Witwe— durch die Erlebnisse einer ganzen Serie von Frauen erwiesen. Aber diese Frauen sind dem vermeintlichen Eunuchen zu treuen Händen anvertraut worden, die eine ganz junge von ihrer Mutter, die andere von ihrem höchst eifersüchtigen Gemahl. Die Sache kommt in der deutschen Uebersetzung ziemlich plump zu Gehör. Die Künstler, besonders Alice H e ch y und ihre Kolleginnen, geben sich ziemlich vergeblich viel Mühe um dieses Stück.— n. preußen und Südosten. Michael Krauß hat di« Musik zu den Schlagern gemacht, und wer Lust hat, kann danach singen:„Ich möchte heiraten". Die Hauptsache sind die wirklich guten Darsteller Renate Müller, Tonmeisterin in der Filmbranche, ist ein lustiger Kerl, dem der Schelm im Nacken sitzt. Sie weiß den zögernden Liebhaber, Hermann T h i e m i g, den Liebling aller, durch Haus- frauliche Tugenden und scharfe Konkurrenz anderer vom Heirats- büro gelieferter Reflektanten herumzukriegen. Es ist überhaupt eine nette Welt, alles in Butter. Was ist der Fritz Krunbaum für ein ulkiger Heiratsoermittler und prächtiger Hausherr. Uno was sind die Wolf A l b a ch und Gustl Stark für nette Jungen. Szöke S z a k a l l ist der Schweine beherrschend« Heirotskandidat, der durch seine bekannte Art immer wieder alles entzückt. Der Gloria-Palast hat sich jetzt auch eine Bllhnenschau zugelegt, Fritz Grünbaum strapaziert seine an sich schon heisere Stimme bis aufs äußerste mit jüdischen Witzen und Anekdoten und einer � gießbachartigen Rederei in einem Sketsch. Willi Kollo singt neue Schlager am Flügel. So dauerte das Gesamtvergnügen über 2M Stunden. Ob es nicht lockender wäre, die frühere vorzügliche Kapelle wieder heranzuziehen? r. „Mädchen zum Heiraten." Gloria-palast. Es ist der jede Woche fällige Tonsilm. Einer ist dem anderen zum Verwechseln ähnlich, nicht gerade in der Handlung, aber in der Stimmung und in der Tendenz, die immer dieselbe ist.„Das haben die Mädchen so gerne" konnte man als Generaltitel geben und als Untertitel„Märchen von heute". Wilhelm Thiele als Mixer schüttelt den Liebesdrink nach Kräften und gibt auch einige neue Bestandteile hinein: die Heiratsvermittlung mit Tonsilmausnahmen und die aus der Posse her bekannten Heiratskandidaten aus Ost- „Es war einmal ein Walzer." primus-palast. Eine sehr nette und unterhaltsame, mit viel Applaus bei offener Szene aufgenommene Tonfilmoperette nach einem Buch von Billie Wilder, Regie Victor Jansen, Musik von Franz L e h a r. Ins- besondere: Musik von Lehar, eine einschmeichelnd süße, wienerisch- walzende, flott gesteppte, prächtig instrumentierte, mit einem Wort eine österreichisch-ungarisch einfallsreiche und gekonnte Operetten- mustk, die einem in die Beine fährt und gute Laune macht,„obs stürmt oder schneit". Das Buch ist amüsant, der übliche Wiener Kitsch ganz anmutig vermieden, das satirische Element nur zu be- grüßen, die große Pleite im Hintergrund geradezu anheimelnd. Das Bildtempo ist nicht immer gleichmäßig, im allgemeinen aber sind die durch die ausgedehnten Mustknummern bedingten stehenden Szenen geschickt aufgelöst, es gibt viel witzige und reizvolle Einzelheiten (Wien und Berlin gegeneinander auszuspielen, wirkt immer); und da sehr anständig gespielt wird— Goth, Verebes, Hörbiger, Eggerth und Ida Wüst in den Hauptrollen— und überdurchschnittlich gut ge- sungen(Martha Eggerth, Marcel Wittrisch), da das Ganze begabt photographiert und gut geschnitten ist— war hier ausnahms- und erfreulicherweise einmal über einen gelungenen Tonsilm zu referieren. ar. Die Entscheidung über das Staatliche Schauspielhaus ist ent- gegen Zeitungsgerllchten noch nicht getroffen. Der Kultusminister, der zur Zeit nicht in Berlin weilt, hat sich die endgültige Entschei- dung über die Gesamtfrage vorbehalten. Di« Tribüne, durch die Einnahmen der Berliner Bühnen vor den beiden Präsidentenwahlen gewitzigt, wird in der Woche vor den Preußenwahlen keine Vorstellungen veranstalten. Dorothea Wieck wird mit der Rolle der Viktoria in Bruno Franks Komödie„Sturm im Wasserglas" in der Volksbühne zum erstenmal in einem Berliner Theater austreten. Eine Käthe-Kollwitz-Ausstellung wird im Warenhaus Hermann Tietz, Cbaussccstr. 63—71, vom 16. April bis einschließlich 14. Mai zu sehen sein. Sie ist täglich von 10.30.Uhr vormittags bis 7 Uhr abends bei frei«» Eintritt zu besichtigen. Hoover für Fünftagewoche Wann endlich wird die Reichsregierung handeln? Washington, 16. April. Präsident Hoover hat zur Linderung der Arbeitsi- losigkeit die allgemeine Einführung der fünftägigen Arbeitswoche vorgeschlagen und dem amerikanischen Kongreß empfohlen, mit der Beamtenschaft den Anfang zu machen, was die Einstellung von 33 OVO neuen Arbeitskräften ermöglichen würde. * Mit dieser Jn-itiatioe Hoovers ist endlich das Eis gebrochen. Bekanntlich haben die amerikanischen Gewerkschaften eine große Aktion zur Einführung der Fünftagewoche unternommen. Infolge dieser Aktion dürften bereits über zwei Millionen in den Vereinigten Staaten nur noch fünf Tage die Woche arbeiten. Die Initiative Hoovers dürfte den Erfolg haben, daß die Fünftagewoche zur normalen Arbeitswoche in den Vereinigten Staaten wird. Und in Deutschland? Da gibt es bei der Reichsbahn noch Dienstschichten bis zu 93 Stunden die Woche. Da arbeiten die Beamten noch 54 Stunden, da zögert die Reichsregierung immer noch, der Arbeitslosigkeit energisch mit der Arbeitsstreckung zu Leibe zu gehen. Wie lange noch? Muß man unter Tarif arbeiten? Nochmals Zeche„Caroline". Dortmund, 16. April. Der Spruchousschuß des Arbeitsamts beschäftigte sich in seiner gestrigen Sigung mit den Vorgängen auf der Zeche„Caroline" in Holzwickede. 270 Bergarbeiter, die bis zum 1. April dieses Jahres auf der Schachtanlage beschäftigt waren und entlassen wurden, weil sie sich geweigert hatten, entsprechend dem Vorschlag der Ver- waltung monatlich freiwillig drei(Gratis-) Schichten zu fahren, und denen auf Grund des Bescheides, daß sie aufeigenen Wunsch aufgehört hätten, die Unterstützung für 6 Wochen gesperrt wurde(!), verlangten durch Einspruch Beseitigung dieser Maßnahme. Es handelt sich um Bergleute, die den Zechenvorschlag von vorn- herein abgelehnt, und um solche, die ihre Unterschrift wieder zurück- gezogen hatten. Bezüglich der ersten Gruppe entschied der Spruchausschuß, daß die Sperrfristen aufzuheben seien und die Arbeitslosenunter- stützung zu zahlen sei, weil ein neues Arbeitsangebot unter Rechts- belehrung nicht erfolgt sei. Auch für die zweite Gruppe wurde die Sperrfrist ausgehoben, allerdings mit der Einschränkung, daß keine Arbeitslosenunterstützung gezahlt werde, weil die Vor- gänge auf„Caroline" als ein A r b e i t s k a m p f zu bewerten seien, an dem sich die Bergleute aktiv beteiligten. Nach den Be- stimmungen des Arbeitslosenversicherungsgesetzes dürften den an einem solchen Arbeitskampf Beteiligten während seiner Dauer keine Unterstützungen gezahlt werden. * Der Entscheid, wie auch die Maßnahm« der Verlängerung der Sperrfrist können nur Kopftchütteln erregen. Danach wäre jeder Arbeiter und Angestellte verpflichtet, wenn es sein Unternehmer juristisch nur richtig anpackt, Gratisarbeit zu leisten. Wird das verweigert, erfolgt sodann Entlassung, dann ist das eine„Kampf- Maßnahme", also gibt es keine Unterstützung Eine derartige Praxis ist unhaltbar. Die Entscheidung des Dortmunder Spruch- «usschusses muß aufgehoben werden. Gastwirtsgehilfen für Eiserne Front. Gewinnen dadurch 335 Mitglieder Zu einer Zeit, in der die Zentralleitungen der Verbände günstigstenfalls in der Lag« find, den Jahresbericht für 1931 zu unterbreiten, kann der Vorstand des Zweigvereins Berlin im Zen- tralverbnnd der Hotel-, Restaurant- und Cafeangestellten seinen Mit- gliedern bereits Rechenschaft ablegen über das 1. Quartal 1932. Die gewerkschaftliche Tätigkeit mußte, wie der Vorsitzend« Schneider in der Generalversammlung im Gewerkschaftshaus ausführte, hinter den höheren Aufgaben, die die Mitarbeit in der Eisernen Front mit sich brachte, etwas zurückbleiben; aber wenn die Diktatur ans Ruder gekommen wäre, wäre die ge- werkschaftliche Tätigkeit vielleicht um Jahrzehnte zurückgeworfen worden. Trotz oder vielleicht auch in Gemeinschaft mit der Wahl- bewegung gelang es aber, dem Zweigverein im 1. Quartal 3 35 neue Mitglieder zuzuführen, während für 431 Mit- glieder durch Vertretung vor dem Arbeitsgericht der Betrag von 13 500 M. gerettet werden konnte. An Unter ftützungen wurden 11500 M. an die Mitglieder gezahlt; der Kafsenbe- stand konnte in unverminderter Höhe erhalten werden und auch die An, zahl der verkauften Beitragsmarken zeigte keine nennenswerte Veränderung, nur der durchschnittliche Wert der Beitragsmarken ist infolge der eingetretenen Lohnkürzungen naturgemäß etwas zurück- gegangen. Die von den einzelnen Branchen vorgeschlagenen Delegierten zum Verbandstag in Dresden wurden von der Generalver- fammlung in geheimer Abstimmung nahezu einmütig bestätigt, und zwar Willi Schneider als Vorsitzender des Zweigvereins, ferner von den Branchen: Krafemann, Bürde, Kohlus, Schulze, Hoff- meister, Diesing und Spenner, die weiblichen Mitglieder Richter und Weihrauch und endlich Ruppert von der Mitropa.— An dem erstmalig stattfinvenden Reichsjugendtreffen wird die Berliner Jugend- abteilung durch 5 Delegierte vertreten sein »st reformlstisch? 'jOer Ziechenschast über Einnahmen und Ausgaben fordert. In Essen war's. Dort hielten die Männer der REO. vom„Ein- heitsverband für das Baugewerbe" eine sogenannte General- v e r s a m m l u n g ab. Bei dieser Gelegenheit stellten die Erschienenen den Antrag, daß neben dein Jahresbericht auch ein Kassen- b e r i ch t vorgelegt werde. Eine Selbstverständlichkeit. Denn wenn man für den Verband auch— wie im„Einheitsoerband"— einen Groschen pro Woche zahlt, dann möchte man doch gerne wissen, wo die Groschen bleibe». Allein dieser berechtigte Wunsch wurde von der Versammlungslcitung— nicht erfüllt. Daraufhin wurde beantragt, in vier Wochen eine neue Generalversammlung abzuhalten, damit dann der Kassenbericht erstattet werden könne. Diese Generalversammlung tagt? am l April Sie verlief folgender- maßen: Zwei große Kanonen der RGO. waren erschienen— der„große Revolutionär" Plättermann aus Hamborn und eine RGO.» Leuchte Legi» aus Kray. Di« Generaloersammlung, in der«« scharf zuging, dauerte von 6 Uhr abends bis 1 Uhr nachts. Legis fragte, seit wann es denn in einer revolutionären Organisation üblich sei, einen Kassenbericht zu geben! Wer einen Kassenbericht verlange, sei nicht revolutionär, sondern reformistisch angekränkelt. Da kein Kassenbericht kam, erwartete man, daß Plättermann nun wenigstens einen Geschäftsbericht gebe. Statt dessen hörten die er- staunten Bauarbeiter nur Schimpfen und Jammern über starken Rückgang der Mitgliederzahl. Damit waren aber die RGO.-Leute natürlich nicht zufrieden, sie verlangten von neuem einen Kassen- bericht. Von neuem schimpfte aber Plättermann nur über die Leute, die so wenig„revolutionär" seien, daß sie absolut einen Kassenbericht hören wollten. Schließlich wurde in die A u s s p r a ch e eingetreten, und dabei kam allerlei ans Tageslicht. Der bisherige Kassierer Flecken st ein aus Essen packte aus. Treu und brav hat er die 10-Psennig-Beiträge für die RGO. einkassiert und Groschen zu Groschen gelegt. Jetzt aber hat er es satt. Er denkt nicht mehr daran, Gelder einzusammeln für überflüssige Zwecke, zumal über die Ausgaben keine Rechenschaft abgelegt wird. Für den„Revolutionär" Saefkow, an dessen„großzügiges" Gebaren mit gesammelten Streikgeldern sich u. a. die Arbeiterschaft der Ber- liner Textilfirma Gebauer erinnern wird, ist ein f r a n- zösisches Auto gekauft worden; die Ersatzteile dazu mußten infolgedessen aus Paris bezogen werden. Er(Fleckenstein) habe zahlen müssen. Nach einem halben Jahr sei das schöne Auto kaputt gewesen. Er habe nun noch 250 Mark draufzahlen sollen. Für die Herausgabe von RGO.- Flugblättern sollten die Bau- arbeiter noch draufzahlen. Eine Rechnung darüber wurde Flecken- stein niemals vorgelegt. Fleckenstein feuerte sein Mitgliedsbuch auf den Vorstandstisch und rief den verdutzt dasitzenden Plättermann und Legis zu:„Mit euch will ich nichts mehr zu tun haben." Der Sturm der Aussprache endete damit, daß wieder ein Antrag mit 20 Unterschriften einlief, binnen vier Wochen einer neuen Gene- ralversammlung einen neuen genauen Kassenbericht vorzulegen. Alle Hände gingen für diesen Antrag hoch, nur einer stimmte nicht dafür: der neugewählte Kassierer, ein angeblicher Polier Daun. Der Mann scheint Bescheid zu wissen. Zilmmatinee in Schöneberg. Am morgigen Sonntag, den 17. April, veranstalten die Arbeitsgemeinschaft der Kinder- freunde, Sozialistische Arbeiterjugend und Freie Welt- l i ch e Schule im Bezirk Schöneberg-Friedenau eine Filmmatinee in der Alhambra, Hauptstraße 30/31. Es wird der große Berg- werksfilm„Kameradschaft" und der preußische Regierungsfilm „Schwierige Wirtschaft" mit einer Ansprache von Otto Braun gegeben. Des weiteren Darbietungen der Roten Falken- Spieltruppe. Beginn VA2 Uhr. Karten an der Kasse; Erwachsene 50 Pf.. Kinder 25 Pf. weiter für Berlin: Meist bewölkt, aber ohne nennenswerte Regenfälle. Wieder etwas kühler; mäßige östliche Winde.— Für Deutschland: Im Süden und Südosten trübe mit schwachen Regen- fällen und wenig geänderten Temperaturen. Im Norden und Nord- osten bewölkt und wieder etwas kühler. Mäßige Winde aus äst- liehen Richtungen: keine nennenswerten Niederschläge. „Volk und Zeil", unsere illustrierte Wochenschrift, liegt der heutigen Postauflage bei Bush Nj« Shreuburg: d)ie'Craumfabrik „D i e Traumfabrik" heißt Jlga Ehrend urgs letzter Roman(erschienen im Malick-Verlag). Früher gingen die Menschen mit Träumen um, heute kaufen sie sich sie als Fertigfabrikat an der Kinokasse. In die Welt der Fabrikanten läßt uns Ehrenberg einen sehr tiefen Blick tun: Diese Herren haben sich in aller Gemütsruhe die Erde aufgeteilt. Keine Frucht-, keine Fleischkonserve wird so viel verladen wie der spröde Zelluloidstreifen, der uns armen Teufeln lachendes, verführerisches Leben vorgaukelt. Sie begonnen ihr Leben als Bettler die Filmkönige und werden reich an dem Traumbedürf- nis der Menschen. Die Mensche» haben keine bequemen und billigen Zerstreuungen mehr, sitzen ratlos abends und wissen nicht, wie sie diesem Leben entrinnen sollen, die Menschen schreien nach Illusionen. Also stellt man serienweise Träume her! Das ist erträglicher als Goldgraben, Margarine fabrizieren, Petroleum pumpen. Ohne Kino kein Leben. 62 000 Kinotheater gibt es in der Welt, besucht von 300 Millionen Zuschauern wöchentlich. Natürlich gibt es Schwierig- leiten: beim Uebergang zum Tonfilm, in Patent-, Trust- und Monopolftagen, in nationalen und religiösen Fragen: Die ehren- werten FUmfabrikanten lösen Schwierigkeiten mit ebensoviel Geschick wie Gewissenlosigkeit. Man kauft sich schönrednerische Politiker. Man sendet schlaue, gerissene Delegierte aus, man beruft Konfe- renzen, spinnt Intrigen, macht Apparaturen nach, liefert Träume, Träume, eine Welt von Träumen. Schönheit, Herz, Liebe, Weihe, Patriotismus: gehen Sie zur Kasse, und Sie träumen davon. Das Kino rettet den Menschen vor Gedanken. Der Filmkönig lebt mit einem Wort von der Gedankenlosigkeit der Masse einerseits— und von der Ausbeutung der hilfloseren seiner Angestellten andererseits.(15 Unglücksfälle pro Tag in Hollywood.) Die Filmkönige von der Paramout, Fred National Fox und auch der Ufa treten in diesem Buche handelnd auf und schließlich auch der Rohfilmkönig, Eastman, ein einsamer Greis, der sich durch das erfundene Wort Kodak unentbehrlich gemacht... und dessen nachmaliger Selbstmord verständlich wird. Das belebt das Ende des Buches wieder, das trotz dem bewährten alten Rezept(die Dinge für sich selber sprechen zu lassen) gegen Ende ermüdet. Erst ganz zum Schluß spricht es Ehrenburg aus: die Zauberschachtel, die die Welt regiert, was läßt sie in uns. zurück: gähnende Leere und Oede. Vielleicht wäre es besser, daß wir unsere schlechten Träume selber träumten——— und uns von den Traumfabrikanten innerlich etwas unabhängiger machten. HeinricK Hemmer. Sonnabend, den 16. Apr'l* Berlin. 16.05 Rechtsanwalt Dr. F. Nöbcll: Humor in der Justiz. 16.30 Unterhaltungskonzert 18.00 Die Erzählung der Woche.(Sprecher: Jochen Klepper.) 18.20„Die erste Walpurgisnacht." Ballade von Goethe. Musik von Felix Mcndelssohn-Bartholdy. Dir.: Dr. Kurt Singer. Mitw.: Hildegard Qajcwska, Alt; Paul Feher, Tenor; Fred Drisscn, Bariton; Berliner Aerztcchor; Berliner Funkorchester. 19.00 Die Funkstunde teilt mit... 19,05 Stimme zum Tag. 19.15 Querschnitt durch die Operette„Zirkus Aimee", von Curt Götz und Ralph Benatzky. 19.55 Mitteilungen des Arbeitsamts. 20.00 Philharmonie: Konzert vom Berliner Lchrergesangverein. 21.00 Tages- und Sportnachrichten. 21.10 Lustiger Wochenschluß. Ltg.: Edlef Koppen. 22.10 Wetter, Nachrichten, Sport. Tanzmusik. Königswusterhausen. 16.00 Dr. jur. Prinz zu Löwenstein: Jugend und Staat, 17.30 Priv.-Doz. Dr. Kayser-Petersen: Ist Tuberkulose erblich? 17.50 Ob.-Ing. Nairz: Viertelstunde Fnuktechnik. 18.05 Dr. Heinrich Strobel: Musikalische Wochenschau. 18.30 Alfred Beierle: Werner Krauß, Hans Albers, Willy Fritsch. 18.55 Wetter für die Landwirtschaft. 19.00 Englisch für Anfänger. 19.30 Stille Stunde: Der andere Tag. 20.00 Leipzig: Kabarett. Sonntag, den 17. April. Berlin. 6.45 Funkgymnastik 8.55 Morgenfeier. 10.05 Wettervorhersage. 11.00„Vorsicht, Stoffeil" Erika Mann. 12.05 Junge Lyrik(Fritz Diettrich) 14.30 Tänze und Tanzlieder aus fünf Jahrhunderten. 15.10 Walther Victor liest eigene Prosa. 15.35 Hann! Koehler: Mit dem Motorrad durch Belutschistan. i 16.00 Singakademie: Konzert des DHV.-Orchesters und des DHV.-Männcrchors. 16.45 Aktuelle Abteilung. 17.40 Verdis„Othello". Vortrag mit Schallplattcn(Mikrophon: Felix Stösslngcr). 18.55 Schubert; Fant. C-dur. op. 15(Romuald Wikarski. Flügel). 19.20 Tagesglossen(Alfred Kcrr). 19.50 Sportnachrichten. 22.15 Wetter-, Tages- und Sportnachrichten. Tanzmusik Königswusterhausen. 7.00 Hamburg; Hafenkonzert. 11.00 Dr. Eugen Gürster: Faust. 11.30 Leipzig: Bach-Kantate. 12.05 H. v. Boguslawski; Meisterwerke der bildenden Kunst im Spiegel der Dichtung. 12.25 Königsberg: Konzert. 13.00 Frankfurt: 13. Bundestag des Saar-Sängerbundes in Groß-Rosseln-Warndt. 13.30 Königsberg: Konzert. 14.00 Prof. Dr. Schomburg: Kinderwandern. 15.15 Kindertheater fHörspicl für Kinder von Alice Zchrmann). 17.40 H. v Grote; Vorlesung aus eigenen Werken. 18.00 Hermann Maß: Rückblick und Vorschau auf Grund der Hörerbrief«. 18.30 München: Geistliches Konzert. 19.30 Dr. Herbert Eddelbüttel: Reise In Deutschland! 20.00 Wien; Der letzte Walzci. Perantwortl. für die Redaktion: Rich. Beinftein. Berlin; Anzeigen: Th. Glocke, Berlin. Verlag: Vorwärts Verlag G.m.b.H., Berlin. Druck: Vorwärts Buch. druckerei und Verlagsanstalt Paul Singer& Co.. Berlin SW 68. Lindenstr. 3. Hierzu 1 Beilage. »last» Theater Sonnabend, den 16. April Staatsoper Unter den Linden 20 ühi Eine Nadit In Venedig Slaatl-Sdiauspielbaus jendarraenmarki 20 Uhr Peer Cynt Schiller-Theater Charlottenburp. 20 Uhr Ostern plAZa Nike Schleslsch.BahnöTI 5u.815.Stgs.2.5,815ü. 8 Tel.: E 7 Weichsel 4031 1 DerVogelhändlerj VolKsbtilme Theater am ÜSIowDlatr *» Uhr Kamraa Kasper Volkssiück von Paul Schurek Regie:, Günther Stark Staat!. Sdiillsr- Theater Uhr Ottern —Kleines TD__ Unter den Linden Merkur 1624 Täglich SVi Uhr CaiimEliie. SlädLOper Charloticnburg dismarcksuaße 34 Sonnab., 16. Apiil Turnus II Fidelio Bindernagel. frinl Fidesser, Husch. Baumann. Anfang 20 ohi Ende gegen 2230 U SSOOO««O»S & Flora 3434 Saudien erlaubt| Varlef�-Bevue .,FUnf im KHsewagene sie mir sofort mitteilt. Ich erzähle ihr, daß ich in der vergangenen Woche iin Kreise Schlochau für die Wahl Hindenburgs agitiert habe. „Dann sind Sie ja von meiner Partei", ist ihre Antwort. Das kleine Gasthauszimmer ist von angenehmer kleinstädtischer Gemütlichkeit und Wärme: an der Wand hängt ein kleines mehr- farbiges Hindenburg-Porträt, das den Reichspräsidenten in Feld- marschalluniform zeigt. Es stammt sicherlich noch aus der Kriegs- zeit. Frau W. sragt nach meinen Absichten hier in Flatow. Ich erzähle ihr von dem Wahlkampf für die Preußenwahl. Früher, so spinnt sich der Faden unserer Unterhaltung weiter, habe sie selb st verständlich deutschnational gewählt, Sie sei eine ein- fache Frau, die von Politik nichts verstehe. Aber Hindenburg kenne man doch, Hitler kenne man nicht, und deshalb müsse man doch jetzt die Hindenburg-Partei wählen. Hindenburg sei rechtlich und gottessürchtig; folglich müsse man bei den Preußenwahlen ebenfalls die Hindenburg-Partei wühlen. Die Hindenburg-Partei — es bedarf längerer Ausführungen, um ihr klar zu machen, daß die Verhältnisse denn doch nicht ganz so einfach sind. 3. Versammlung in Petzin. Gegen 8 Uhr abends holt mich Genosse S, ab. Wir fahren mit dem Auto nach dem sieben Kilometer entfernten kleinen Dorf P e tz i n. Schon am Vormittag ist Genossen S. von einem Zentrumsmann aus Petzin mitgeteilt worden, daß die Petziner nationalsozialistischen SA.-Leute aus der ganzen Gegend zusammen- ziehen wollten,— offenbar um unsere Versammlung zu sprengen. Wir haben 25 Reichsbannerkameraden im Lastauto vorausgeschickt. Die SA, erwartet uns in doppelter Stärke, Uin halb neun Uhr beginnt die Versammlung. Nationalsozia- listische Zwischenrufe zwingen mich zu stärkerer Aggressi- v i t ä t. Ich beleuchte den eindeutigen kapital! st ischen, antisozialistischen Charakter der NSDAP. Ich breite das bekannte Tatsachenmaterial über die nationalsozialistischen Führer aus: die Herren Münch»neyer, Röhm, Frick, Kube, Goebbels erscheinen vor der Versammlung im wahren Licht, Tumult setzt ein: wir verweisen die Hauptzwischenrufer ans dem Saal: ihnen schließen sich die gesainten SA,-Leute an. Ich kann nieine Rede in Ruhe beenden: dennoch zeigen gelegentliche Zwischen- »ufe, daß einige nationalsozialistische Horchposten im Saale ver- blieben sind. Es meldet sich auch ein Nationalsozialist zur Dis- kussion. Wir gewähren ihm zehn Minuten Redezeit. Er bezeichnet meine Behauptungen als ängstliche„S y st e m- L ü g e n" und fordert, nachdem er geendet hat, alle deutschdenkenden Versammlungsteilnehmer auf, mit ihm den Saal zu ver- lassen. Es sind aber dann nicht mehr als er und vier seiner Spießgesellen, die fortgehen, Genosse S. rechnet in seinem Schluß- wort mit dem nationalsozialistischen Diskussionsredner scharf ab. Dann schließen wir die Versammlung. Draußen erwarten uns die faschistischen Helden. Es bleibt je- doch vorläufig bei mehr oder minder harmlosen Sticheleien. Unsere Reichsbannerbegleitung fährt ab: unser Auto läuft aber nicht an. Jetzt erwacht das nationalsozialistische Heldentum, Genosse S, und ich sitzen im geschlossenen Auto, um uns 50 johlende SA,-Leute: die beiden Landjäger halten sich zurück, Genosse S. schlägt vor, die sieben Kilometer zu laufen. Unmöglich: sofort umschließen uns die SA.-Burschen wie eine Mauer. Jetzt endlich läuft das Auto an. Beim Einsteigen beziehen wir schnell noch einige Püffe und Hiebe und fahren los. Dos also sind die„Erneuerer De u t s ch l a n d s", die wehrlose politische Gegner erst dann bedrohen und angreisen, wenn sie sünfzigmal stärker sind Kaum einer dieser Burschen war älter als zwanzig Jahre: und doch habe ich leider den deprimierenden Eindruck empfangen, daß das Gift der poli- tischen Verhetzung so tief in diese jungen Menschen ein- gedrungen ist, daß hier jede geistige Aufklärung auf Granit stößt, Es ist zu hassen, daß das Verbot der SA, und SS,, von dein ich einen Tag nach der Versaminlung erfahre, wirksam dazu bei- tragen wird, die politischen Zustände in Deutschland in Bälde zu reinigen... Sport am Sonntag 70 Jahre Volkssporl Wedding. Heute, Sonnabend, begeht der Verein als Abschluß semer Festwoche in den Germaniasälen, Chausseestr 110, eine große Sportschau. Zur Aufsührung gelangt die Sportreoue: Vom Spiel zum Kampf!, die den Entwicklungs- gang des Vereins von 1862 bis zur Jetztzeit schildert. Die Festrede hält der Führer der Arbeitersportler, Fritz Wildung. Nach dem Programm Geselligkeit und Tanz. Der Arbeiter-Srafl-Turn-Verein Sparta 1896 Neukölln veran- staltet morgen einen Wettstreit im Ringen und Heben für Junioren, offen für den vierten Kreis des Arbeiter-Athletenbundes. Junioren find solche, die bisher noch keine ersten oder zweiten Siege erkämpft haben. Die zahlreich eingegangenen Meldungen haben die Er» Wartungen des veranstaltenden Vereins weit übertroffen; sind doch über achtzig Meldungen in allen sieben Gewichtsklassen eingegangen. Der Wettstreit findet statt in der Kottbusser Klause, Kottbusserdamm, Ecke Bürknerstraße, und beginnt vormittags 10 Uhr. Werbelag in Rosenthal. Der Bezirk Rosenthal der FTGB. veranstaltet am Sonntag ab 13 Uhr einen großen Werbespiel- und Turntag. Es spielen alle Mannschaften aus dem Sportplatz Haupt- Ecke Buchhorststraße Handball; tm Anschluß findet in der Turnhalle der grauen Schule, Kastanienallee, die Schulentlassungsfeier der jetzt ins Leben tretenden Kindermitglieder statt, verbunden mit einem Werbe- und Schauturnen aller Abteilungen. Die Genossen und Freunde des bundestreuen Arbeitersports sind herzlich einge- laden. Eintritt frei. Auf dem Werbespieltag des Vereins volkssporl Neukölln-Vrih spielt morgen im Neuköllner Stadion, Platz 7, die Fußballmann- schaft des Arbeitersportvereins Grimma-Sachsen um 16.30 Uhr gegen eine erste hiesige Mannschaft. Der Freie Seglerverein wannsee nimmt am Sonntag in der Zeit von 11 bis 14 Uhr die Weihe seines neuen Bootsplatzes vor. Das Gebäude befindet sich am Großen Wannsee, Herzeshorn, unterhalb der Aussicht. Alle Mitglieder sind vormittags 10 Uhr startbereit zum Ansegeln. Arbeiterwasserballvorschau. Die Serienspiele werden in dieser Woche mit zwei Begegnungen fortgesetzt. Heute, stehen sich die Mannschaften von Neptun und Lichtenberg gegenüber und morgen die von Freiheit und Neukölln. Neptun und Freiheit haben leichte Vorteile, es ist jedoch noch fraglich, ob sie zum Sieg ausreichen werden. Beginn beider Spiele 21 Uhr im Lunabad. Zu der am Sonntag nach Löwenbruch angesetzten Radslernsahrt des 4. Unterbezirks von„Solidarität" ladet die Bezirksleitung alle Freunde und Gleichgesinnte der bundestreuen Arbeitersportbewe- gung herzlichst ein Sammelstart der roten Kavallerie um 13 Uhr in Großbeeren, Verkehrslokal Jumpert, am Denkmal. Die Sporlabteilung des Lutab. Am Sonntag spielt die Sport- abteilung des Butab zum erstenmal auf ihrem neuen Sportplatz in der Treskowallee in Friedrichsfelde. Um 11 Uhr beginnen die Frauen im Handballspiel gegen den Bezirk Osten der FTGB. Um 12.30 Uhr treten dann die Fußballer an. Mit drei Männermannschaften wird gegen Vorwärts-Wedding um die Punkte gekämpft. Beginn des Hauptspisls 16 Uhr. Im Anschluß an den Stafsellauf Deutschwusterhausen— Eichwalde veranstaltet die Sportabteilung des Arbeiter-Sportvereins Neukölln am Sonntag, ab 18.30 Uhr, im Paradiesgarten Treptow eine Winterabschluß-Feier. Nachdem die Abteilung SO männliche Mit- glieder überschritten hat, wurde eine Abteilung für Sportlerinnen begründet. Die vorzügliche Werbearbeit der Mitglieder hat inzwischen die Mitgliedschaft weiter erhöht. Das letzte Beisammensein hat einen ansehnlichen Ueberschuß gebracht, der für Sportgeräte und den tech- nischen Ausbau verwandt wurde. Das morgige Fest gilt der Sport- lerinnenabteilung. Eintritt aus ASB.-Karten 20 Pf., Garderobe auf diesen Karten 10 Pf. Freunde des Arbeitersports sind herzlichst ein- geladen. Die Sportlerinnenabteilung übt jeden Mittwoch in der Weisestraße 20. Dauer- und Fliegerrennen aus dem Olympia-Radrennbahn. Die Leitung der Olympiabahn läßt die Teilnehmer des Steherrennens „Fünf Trümpfe", Sawall, Möller, Thollembeet, Maronnier und Prieto zu den beiden Läufen über 40 und SO Kilometer mit stehendem Start ins Rennen gehen. Bei der aner- kannten Meisterschaft eines Pasquier und Grolimond im Starten mit dem Schrittmachermotor wird der Beginn der beiden Läufe schon durch den Kampf um die Spitze besonderes Interesse bei den Zuschauern auslösen. Einen breiten Raum im Rennprogramm nehmen auch bei dieser Veranstaltung am kommenden Sonntag wieder die Fliegerrennen ein.— Die Berufsfahrer bestreiten ein Punktefahren über 20 Runden sowie ein Mann- schafts-Verfolgungsrennen. Beginn der Rennen um 15.30 Uhr. Der Sportklub 1912 veranstaltet morgen um 14.30 Uhr mit Start bei Rüdersdorfer Str. 4/5 im 20. Jahre seines Bestehens seinen 7. Straßenlauf des Ostens. Es sind 200 Läufer gemeldst, die folgende Strecken lausen: Schüler SXlOO-Meter-Staffel; Jugend 3000 Meter; Männer 6000 Meter; Staffel 2600 Meter. Bei den Ringkämpfen im Zirkus Busch siegten gestern Equator- Italien über den Wiener Pröller, Ahrend-Deutschland über Badurski- Polen, den Entscheidungskampf zwischen Sasorski-Polen und Trink- geld-Bayern gewann der letztere. Im zweiten Entscheidungskampf des Abends legte der Ungar Sandor Nagy den Bulgaren Belisch auf die Schultern. Die Kämpfe gehen weiter. 99 Er hat zu befehlen! €€ Der 2. Vorsitzende der„Deutschen Turnersdiaft" verhöhnt seine Mitglieder Daß Herr Dr. N e u e n d o rf f, der zweite Vorsitzende der bürgerlichen„Deutschen Turnerschast" politisch rechts von den Deutschnationalen steht— um nicht zu sagen, er sei National- s o z i a l i st— ist bekannt. Er ist deswegen in seinem Verein, der doch in reaktionärer Hinsicht seit Jahren wirtlich etwas geleistet hat, heftig angegriffen worden, offenbar von Mitgliedern, denen die Not der Zeit endlich einmal die Augen geöffnet hat über ihre Stellung in der sie umgebenden kapitalistisch eingestellten Wirtschast. Diese Vereinsmitglieder, die längst den Weg zu den Arbeitersportlern ge- funden haben sollten, haben es als untragbar erklärt, daß ein Mann wie Dr. Neuendorff noch länger zweiter Vorsitzender bleibt. Man hatte eben von den politschen Bocksprüngen des ersten Vorsitzenden D o m i n i c u s, der als„Demokrat" sogar Minister war, schon genug. Besonders die Schreiben Herrn Domimcus' an Brüning und Hindenburg wegen der„Tributlasten" und des Vorgehens der litauischen Regierung im Memelland waren von den Mitgliedern als das angesehen worden, was sie sind: nämlich als h o ch p o l i- tische K u n dg e b u n g e n der Führer, die im Gegensatz stehen zu dem Paragraphen 2 der Satzungen der DT., in dem gesagt ist:„Die Deutsche Turnerschast ist unpolitisch!" Herrn Dr. Neuendorsf sind die Proteste, die besonders aus Berlin kamen, sehr auf die Nerven gefallen, wenn er auch so tut, als sei er der Mann der Deutschen Turnerschast, dem niemand etwas zu sagen habe. In der Nummer 4 der„S ch ar", einem Nebenblatt der DT., kanzelt er seine Krstiker folgendermaßen ab: „Ich muß sagen, die Erklärung der Berliner Turnerschast hat mich einfach erschüttert: nach ihr fallen wir also wirklich unter unseren Turnern klassenkampsverlreter haben, und die die Berliner Turnerschast nennt sie„wertvolle und tüchtige Mit- glieder"?„Und Neuendorsf soll verschwinden"— Soll? Wer hat denn hier zu befehlen? Die Berliner Turnerschast gewiß nicht. Ich habe sogar frohen Mut: muß die Deutsche Turnerschast durchaus zwischen ihr und mir wählen, könnten die Berliner leicht zweiter Sieger werden. Im übrigen, oerehrte Berliner Turnerschast, schlage ich dir vor, deine überschüssigen Kräfte anderswo zu verwenden als zu Zwecken der Tempelhüter- schaft über den Paragraphen 2." So springt also der zweite Vorsitzende mit seinen Mitgliedern um. Er nennt die Mitglieder, die ihn aus die Verletzung der Satzun- gen aufmerksam machen,„Klassenkampfvertreter", eine Bezeichnung, die ihm, dem oerkappten Nazi, als die schärfste Cha- rakterisierung von Menschen erscheint, die ihr Recht geltend machen. In der DT. hat eben nur der Vorstand recht; die Mitglieder haben zu kuschen und das ungewaschene Maul zu halten, so wie es ihnen seit Jahrzehnten von ihren Führern anerzogen wurde. „Wer hat denn hier zu befehlen?" fragt Neuendorfs im unver- sälschtesten Kasernenhofjargon. Zu befehlen hat in der DT. selbst- verständlich nur der Vorstand, aber die Mitglieder, die zum aller- größten Teil den arbeitenden Bevölkerungsschichten angehören, haben von der Demokratie im Staate und— vielleicht— von den wirtschaftlichen Organisationen, denen sie angehören, etwas vom Mitbestimmungsrecht mitbekommen. Das wollen sie nun an die Stelle der Vefehlsgewalt des Vorstandes setzen und nun sind die„Klassenkampsvertreter"! Das paßt Herrn Dr. Neuendorfs selbstverständlich nicht, diesem Herrn, der in der genannten Zeitung der DT. sich nicht genierte, einen Abschnitt aus Hitlers Buch„Mein Kampf" zu veröffentlichen. Was Hitler darin schreibt, ist allerdings nicht Klassenkampf, den darf er nicht führen, wohl aber den Karups um höhere Subventionen durch die Schwerindustrie. Und deshalb ist Herrn Dr. Neuendorsf jeder verhaßt, der nach seiner Meinung K l a s se n kämpf betreibt. Vielleicht will er die„M a r x i st e n"(man sieht, er beherrscht das nationalsozialistische Lexikon!) auch nur deshalb aus der DT. hinauswerfen, weil e r glaubt, s i e könnten die Politik in diesen Verband tragen. O nein, das hat der zweite Vorsitzende selbst schon besorgt, und wenn er weiter mit Hitler und seinen Nazis so lieb- äugelt wie bisher, dann könnte die Politischerklärung der Deutschen Turnerschast von einer ganz anderen Stelle her kommen. Das dürste denn auch Diktator Neuendorff, der übrigens bis zur Auf- lösung der staatlichen Hochschule für Leibesübungen in Spandau deren Direktor war, recht unangenehm sein. Den Mitgliedern aber, die den Kurs Neuendorff-Dominicus endlich satt haben, ist der Uebertritt zu den Arbeitersportvereinen dringend zu empfehlen. Sie hatten auch früher schon in dieser reaktionären Gesellschaft nichts zu suchen. Ein guter Boxabend Holländer im Spichcrnring Im sehr gut besuchten Spichernring wurde am Freitagabend ein Programm abgewickelt, das in sportlicher Hinsicht auch ver- wöhntesten Ansprüchen gerecht werden konnte. Am besten gesiel das Federgewichtstreffen zwischen Hans S ch i ll e r- Hannover und dem holländischen Meister Robert D i s ch. Alle acht Runden standen im Zeichen äußerst lebhafter Schlag- Wechsel, in denen sich Schiller hauptsächlich durch vorzügliche Links- arbeit klare Vorteile zu verschaffen wußte. Disch zeigte verschiedent- lich gute Konterarbcit und erwies sich als hart im Nehmen, aber auch sein verzweifelter Endspurt konnte die Punktniederlage nicht mehr abwenden. Nicht besser erging es seinem Landsmann D e B o e r, dem holländischen Meister der Halbschwergewichtsklasse, der in einem erbitterten Achtrundenkampf von dem Breslauer Erich T o b e ck knapp nach Punkten geschlagen wurde. De Boer kämpfte teilweise recht unsauber, was ihm auch zwei Verwarnungen ein- brachte. In der 6. Rund« mußte Tobeck nach einem Tiefschlag für acht Sekunden zu Boden, er erhielt eine Minute Pause, nach der er den Kampf fortsetzen konnte. Tobeck hatte sich in den ersten Runden einen erheblichen Punktvorsprung gesichert, von dem er bis zum Schluß zehren konnte. Im einleitenden Oualifikationskampf setzte sich der Deputant Adolf Witt- Berlin mit Erfolg durch. Sein Gegner und Landsmann, der Halbschwergewichtler Bredow, er- hielt am Schluß der zweiten Runde einen schweren Körpertreffer, der ihn veranlahte, in der Paus« auf die Fortsetzung des Kampfes zu verzichten. Der Schlußkampf des Abends zwischen den Leicht- gewichtlern Phil N e f z g e r- München und Willi S e i s l e r- Ber- lin endete unentschieden. hsoch einmal Volkssport Wedding Zum Abschluß seiner Sportwerbewoche zeigte Volkssport W e d d i n g gestern seinen zahlreichen Anhängern einen Ausschnitt aus dem Uebungsbereich der Männer unter der Devise: Turnen ist die beste Medizin! Daß dieses alle Turnerlied ein gut Teil Wahrheit in sich birgt, konnte man am besten an diesem Abend feststellen. Die jungen Alten zeigten in der Gymnastik sowie an den Geräten, daß sie von ihrer Elastizität nichts eingebüßt haben. Ja, sie machten sogar so manchem Jüngeren noch etwas vor. So konnte man beobachten, daß gerade die allen Knochen immer die ersten unter dem Bock hervor waren. Nach dem Aufmarsch zeigten zunächst die Altersriegen den Wert der Gymnastik. Die Männer boten dann praktische Uebungen am Bock, denen sich einige humoristische Scherze anschlössen. Dann waren wieder alle Turner in Tätigkeit. An Barren, Reck, Pferd, an den Ringen und am Sprungständer herrschte reges Treiben. Große Heiterkeit gab es dann bei den Stafetten. Hier stellte es sich meist heraus, daß es keinen Sieger und keinen Besiegten gab. Ein Wettreiten, bei dem zumeist die Größten von den Kleinsten getragen werden mußten, endete unter brausendem Beifall mit dem Siege der allen Herren. In seinem Schlußwort forderte der Vorsitzende Toppel noch einmal alle An- wesenden auf, die Reihen des Volkssport Wedding zu füllen. „Kuhle-Wampe." In den Presseäußerungen über das Verbot dieses Films ist immer davon die Rede gewesen, daß er in eine Verherrlichung des Arbeitersports ausginge. Die in der Zentral- kommifsion für Arbeitersport und Körperpflege vereinigten Arbeiter- sportverbände legen Wert darauf zu erklären, daß sie mit diesem Film nichts zu tun haben. Ein Schachrekord. Der ungarische Schachmeister Oberregierungs- rat Stephan Abonyi, hat einen neuen Weltrekord auf dem Gebiete des Simultanschachspiels erzielt, indem er sich gleichzeitig mit 120 Gegnern maß. Er hielt auch den bisherigen Rekord mit 105 Gegnern. Die Austtagung der Partien dauerte diesmal von Sonntag, 18 Uhr, bis Montag, SM Uhr, somit mehr alz Hü Stunden. Die Zahl der gewonnenen Partien beträgt 82, während er 13 verlor und 25 unentschieden wurden. Tcnniz.Rot, Abt. Friedrichshaln. Deginn des Spielbetrieb» Sonntag, 17. April. 11 Uhr, bei günstiger Witterung. Arbeitcr-Schützcnbund, Ortsgruppe Berlin. Sonntag, 17. April, vormittags, Kleinlalibcrschießcn in Friedrichsfelde, Upstallweg. Eiche-Bohnsdorl, Kindcrabteiluna. Die Beerdigung des beim Schlittschuh- laufen ertrunkenen Rudolf Ehrig, findet Montag, 18. April, Idlh Uhr, Neuer vieincindefriedhof Grünau, statt. Teilnahme aller Kinder. Treffpunkt 14% Uhr Bahnhof Grünau. FTGB., Tennis-Neukölln. Sonntag Spielbeginn im Bolkspark Tempclhofer Feld.— Soikepspielerinnen 1. Mannlchaft: Sonntag um S% Uhr Werbespiel, U-Bahn Leinestraße, Neukölln. Spielsllhrerin: F. Kohler. Radfahrer,„Solidarität"'. Sonntag, 17. April, Bezirkssternfahrt Kalkberge und Löwcnbruch. Die Abteilungen starten wie folgt: Nach Kalkberge: Prenz- lauer Berg: 8 Uhr Zelt, Kopenhagcner Str. 17. Obsrfchöneweide: 12 Uhr Emmerich, Wilhelminenhofstr. 84. Fricdrichshain(gemischte):, Nadfahrer: 8 Uhr, Kraftfahrer: g Uhr, Jugend: 8 Uhr, alle Petersburger Platz. Wedding: 8 Uhr Schreiber, Triftstr. 83. Weißensee: 8 Uhr Pistoriusplatz. Lichtenberg: 8 Uhr Senkel, Oderstr. 18.— Nach Löwcnbruch: 3. Abt.: 8 Uhr Mariannenplatz. Wilmersdorf: 18 Uhr Lau, Sildegardftr. 14. Echöneberg: 12 Uhr Schmidt, Ebersstr. 18.— Für alle anderen Touren Startverbot. Wir weifen nochmals darauf hin, daß die Sprechstunden in der Geschäftsstelle, Planufcr 88, leden Dienstag von 18— 28 Uhr stattfinden. ADV. Neukölln, Sportabtcilung. Sonnabend ab 18 Uhr Lehrflasse Im Neuköllner Stadion, Paltz II. Ibfh Uhr Funktionärkonferenz bei Krüger, Emser Straße 88. Dcutschwnsterhansen— Eichweide: Tresfvunkt der Radfabrerstaffel 8 Uhr Bahnhof Neukölln. Fahrt nach Dcutschwusterhausen. Tresfpunft der Läufer und des Transportautos I2z4 Uhr im Umkleidelokal, Paradiesgarten, Treptow. Die Mstorstaffcl steht 14'Uhr startbereit am Ratbaus Eichwalde. Sonntag, 17. April, ab 18ih Uhr, Lustiger Abend der Sportabteilung im Para- diesgarten, Treptow. Eintritt auf ASB.-Karten 28 Pf. Garderobe auf AEB� Karten 18 Pf. Gäste willkommen. ASKö-Britz. Beachtet die durch Wahlpropaganda notwendigen Termine, keiner fehle! Sonntag. 17. April, Treffpunkt zum Faustballspiel Buschkrug 7zh Uhr. Montag. 18. Avril, Frauen und Kungmädchen 28 Uhr Ehausseestr. 137. Dienstag, 18. Aoril, Kufeifenhave, 18>:, Uhr Aelteren-Gnmnastik und wichtig« Onformation. Mittwoch, 28. April, Männer und Jugendliche 28 Uhr Chaussee- straße 137. Sportkartell Charlottenbnrg. Di» Vereine werden gebeten, die Meldung für die Teilnahme am Aufmarsch bei der Parteiveranstaltung am 1. Mai auf dem Svandauer Bock schnellstens an den Bildunasobmann der Partei, Bruno Peter- schal, Charlottenburg, Lerfchelftr. 8, zu schicken. Gleichzeitig teilen wir mit, daß olle Sportler, die ein Fahrrod bcssben. fich am Tage der Landtaaswahl In der Radfahrerzentrale zum Nachrichtendienst zur Verfügung stellen. Ort wird noch bekanntgcmacht. 18. April, 18:; Uhr, bei Adler. Kaifer-Friedrich-Straße, Sitzung der Techniker von allen Sportvereinen. Erscheinen ist Pflicht. ASB. Rot-Wciß. Alle Staffelläufer treffen ssch Sonntag. 12:- Uhr Bahnhof Schönhauser Allee zur Fahrt nach Königswusterbausen. Montag, 18� Uhr, Funktionärsitzung bei Krüger, Bornholmcr Str. 91. Haupttrainingstage auf dem Erer Dienstags und Donnerstags ab 18 Uhr. Ferner steht uns die Lauf. bahn Sonnabends ab 18 Uhr und Sonntags vormittags bzw. nachmittags zur Verfügung. Offizieller Beginn des Platztrainings Dienstag, 18 Uhr. Theater der Woche. Dom 12. bis 25. April 1932. Volksbühne: Theater am Bülowplatz! 17., 18., 23., 24. Liliom. 18., 28., 21. 22., 25� Kamerad Kasper. 17., UVj Uhr: Kabarett-Matinee. Staakslheater. Staatsopcr Unter den Linden: 17. Die Fauberflöte. 18. Cavalleria Ruftieana. 13., 22. Falstaff. 28. Troubadour. 21. Walküre. 23. Hugenotten. 24. Ein- Nacht in Venedig. 23. Ein Maskenball. Staatliches Schauspielhaus: 17., 18. Egmont. 18., 28., 21., 22., 24., 2». Di- endlose Straße. 23. Peer Gpnt. Staatliches Schillcr-Theater: 17., 18. Ostern. 18., 28., 21., 22., 24., 25. Clfrano von Berqerac. 23. Nathan der Weife. Städtische Oper, Charlottenbnrg: 17., 22. Tiefland. 18. Manon. 19. Don Giovanni. 28. Die Bürgschaft. 21. Das Rhcingold. 23. Zar und Zimmermann, 24. Rigcletto. 23. Die Afrikanerin. Thealer mil festem Spielplan: Deutsches Theater: Vor Sonnenuntergang.— Deutsches Künstler-Thcater: Faust I.— Theater in de« Strefemannstraße: Der Mustergatte.— Metropol- Theater: Zirkus Aimce.— Theater des Westen«: Ehekaruffell.— Theater im Abmiralspalast: Lifelott.— Komische Oper: Für eine schöne Frau...— Große, Schauspieldaus: Vis 18. Geschloffen. Ab 19. Die schöne Helena.— Lesstng- Theater: Maria Stuart.— Theater am Nollcndorsplatz: Traum einer Nacht.— Zentral-Thcatcr: Der Iuxbaron.— Kleines Theater: Ganoven-Ehre.— Rose- Tdeatrr: Die Frau, die jeder sucht. 24., 21 Uhr: So ein Mädel lDa» Extempo» rale).— Cassno-Theater: P-ppina.— Plaza: Der Vogelhändler.— Seal»! Kntcrnationalcs Paristd.— Wintergarten: Barieto-Revue.— Ncichshallca- Theater: Etcttiner Sänger. Nachmilkagsvorsiellungen: Volksbühne, Theater am Bülowplatz: 17. Kamerad Kasper.— Deutsches Künstlcr-Thcater: 17. Faust I.— Komische Oper: 17., 24. Für eine schon» Frau...— Theater am Nollenborfplatz: 17., 24. Traum einer Nacht.— Rose- Theater: 28., 23., 18 Ubr und 24.. 15 und 18 Uhr: Die Frau, die stder sucht.— Plaza: Der Vogelhändler.— Scala: Internationales Varict«.— Winterqarten: 17., 23., 24. Barietd-Revue.— Rcichshallen-Theatee: 17., 24. Stettincr Sänger, Erstaufführungen der Woche: Sonntag. Rose-Theater: So ein Mädel.— Dienstag. L > p e r: Falstaff.— Großes Schausvielhaus: Die lckione! i n d e n- Die einzige Ersatzkasse für sämtliche Berufszweige ist die Kranken- mmM Stferbekasse für das Peirt— ke ilfeiaifei •m JJönSor«tverwaliuncS: Berlin N 24. Oranienburger Sir. 0*3 und 300 Verwaltungsstellen im Reich