Morgenausgabe Nr. 182.„ ry J. A g2 49. Jahrgang MchentÜch 75 T-t. mouollich Z.ZS M. 87 Pf monatlid) fuc Rulle 1- lung ins£>aiis) im voraus zadldar. Postbezug S.S7 M. einschließlich voPf. Ponzeilungs- und 7Z Pf.Pc!stbestcUge. buhren.AusiandsabonnemenIs.ss M. vro Monal; für Länder mit ermäßi»» tem Druckfuchenvorto«.KS M. rer»Vonnäris� erscheint wochentäg- iich zweimal. Sonntags und Montags einmal, die Adendausgabe für Berlin und im Sandel mit dem Titel.Der Abend". Illustrierte Sonntagsbeilag» »Volk und Zeil" Vevttnee Vottsbßatt Dienstag 19. April 1932 Groß-Äerlin 10 Pf. Auswaris 15 Pf. ric clntpolt. Millimeierzelle SO Pf. Retlamezsile 2.- 31„«leine Anzeigen" das feltgedruikle Wort 20 Pf. .jedrs weitere Wort 10 Pf. Rabatt lt. Tarif. Worte über lä Buchstaden zählen für zwei Worte. Arbeitsmarkt Millimeter» zeiie 25 Pf. Familienanzeigen Milli- meierzeile IK Pf. Auzeigenannahnte im Sauvigeschäft Lindcnstraße st, wochcntäglich von to/, bis 17 Uhr. Der Berlag behält sich dasRccht der A b» lehnung Nicht genehmer Anzeigen vor! JenSrawegan der SozialdemokraiisOen Oavtei Deutschlands Redaktion und Verlag: Berlin SW 68. Lindcnstr. 3 kzernspi.. Dönboli(A T) 293— 297. Telcgramm-Adr.t Sozialdemokrat Berlin. Vorwärts-Verlaa G. m. b. H. Postscheckkonto! Berlin 37 Z3S.— Bankkaiitd: Bank der Arbctlcr.Ä iigcsicUicti und Beamten, Llndenstr. 3 D! B.u.Ti-c.-Ecf.. Depon>ei>k.,Ierii!alcmciCii.siü iiü. Kreuger finanzierte Kommunisien! Der Korruptionsskandal in der Kommunistischen Partei Schwedens. Ltockl,olm l�igcubericht.) Tie Elrihiillutlgctr über die Fiaattzierung des Legans der �iontmunistischeu Partei Schwedens..Poltet Tagbladct" durch Ärcuger staken bei der schwedischen Arbeiterschaft einen«türm der Entrüstung ausgelöst. Diese«timmung ist durchaus begreiflich, wenn man bedenkt, dafi seit dem Selbstmord des Zündstolzkönigs die bolschewistische Presse nicht scharf genug ttrcugcr als den brutalen Atepräsentarrten des modernen Kapitalismus brandmarken konnte. Dabei wurde besonders betont, das« Kreuzers Expansion mit istrcm Endziel stauptsäch- lich gegen die Scwsctuuion gerichtet gewesen sei. Wie schon jetzt eiirtvandsrei feststeht, handelt es sich um eine ungeheure Korruptionsattion, deren Tachoerhalt etwa folgeubcr ist: Der Hauptschriftleiter des Blattes, Kildoni, suchie im Jahre 1930 Kreuger auf zwecks einer Rücksprache wegen Unt.'r- slützung seiner Zeitung. Die Verhandlungen sührtcn zu einem pos!- tioen Ergebnis für Kilboin. Auf kreugcrs Verfügung hat einer seiner bcslcn Zllitarbeitcr. Direktor Lange, im herbst 1930 ftilbom folgende Dcträgc zur Verfügung gestellt: 80 000 schw. Kronen, 20 000 schw. Kronen. 25 000 schw. Kronen und 10 000 schw. Kronen, insgesamt 135 000 schw. Kronen. Lange ließ sich auf eigen« Jmtiatwe«ine Hypothek und Aktien von Kilbom als„Sicherung" geben. Das war eigentlich vollkommen Wer- flüssig, denn Kreuger sagte ihm ausdrücklich, daß er mit der Rücke rst a t tunz- d e r T Ii vi m e n i ch t r e ch n e. Als� Direktor Lange über die Zweckmäßig keil der Trausaktion überl>aupt sein Be- denken äußerte, erwiderte ihm Kreuger. daß er eine Tuboemion sur notwendig erachte, irm dos Blatt für seine Pläne zu gewinnen. ! lieber den Verlauf der Finanzierung hat Longe vor der Stock- holmcr Polizeibehörde ein ausführliches Geständnis abgelegt. Sehr eigenartig ist die Stellungnahme der G c s ch ä s t s l c i- t u n g des k a rn m u n i st i s ch e n Blattes zu der 2lfsäre. Ais die ersten Meldungen über den Korruptionsstandal in der schwedi- schcn sozialdemokratischen Presse erschienen, verbreitete es prompt eine kategorische Er Ilärung, in der„jegliche Bezichun- gen" zwischen der Zeitung und Kreuger b e st r i t t e n wurden. Aber diese Behauptung konnte nicht lange a u f r eck) t e r h a l t c n werden, da die Untersuchungskommission in den Sachen des trauri- gen Nachlasses Krcugers ei'rig an der Arbeit isi. und die Wohrl>eit wäre dann sowieso bald zu chrem Recht gekommen. Daher hat die Leitung des Kommunistcnorgans nach ihrem„Dementi" eine neue Erklärung bekanntgemacht. In dieser wird schon zugegeben, daß die genannten Summen erhalten worden seien: aber daß es sich dabei uni eine„übliche Krcditaktion" handele. Das Blatt sehe nicht ein, weshalb eine Transaktion mit Kreuger ver- mcrslicher sei als mit einem anderen betrügerischen Bankhaus. Aber auch diese naive Version wird nach der ganzen Sachlage bald preisgegeben werden müssen. Es dürste nicht uninteressant sein, hinzuzusügen. daß der Schrift- leitcr des„Volket Dagbladet" Äilbom als«in ultraradikaler Bolschewik bekannt ist. Dieser Mann hat die Siirn, seit Jahr und Tag eine gewissenlose Hetzkampagne gegen die schwedische Sozialdcmokralie und die Gewerkschaften zu sichren! Und nun stellt es sich heraus, daß er gern bereit war, dem Zündholzkönig Kreuger Dienste zu leisten. Heraus mit dem Material! Was liegt gegen das Reichsbanner vor? Die Hetzpresse von rechts ist erbittert darüber, daß Herr G r o c n e r nicht prompt das Reichsbanner verbaten hat, und daß der Schuß der Hintermänner der Hetze gegen dos Reichsbanner daneben gegangen ist. Sie setztdeshalb ihren Lügenfcldzug fort, wobei sich die„Berliner Börsen- zeitung" besonders hervortut. W a s i ft n u n mit dem bela st enden Material, dos gegen das Reichsbanner vorliegt? Das Material gegen die S?l. ist in feinen wescntlicksften Punkten, soweit nicht der Verdacht des Landesverrats in Frage kam, der Oeffentlichkeit bekanntgemacht worden, und seinem Eindruck hat sich niemand entziehen können, der nicht Parteigänger der Nazis ist. Beim Reichsbanner besteht keinerlei Grund gegen die l ü ck c n l o s e Veröffentlichung des Materials, da der Ver- dacht des Landesverrats nicht in Betracht kommt. Die Oeffentlichkeit wird sich für dieses Material sehr interessieren— besonders nach dem großen Geschrei, das die Rechtspresse, bei der auch die Fabrikanten zu suchen sind, an- gestimmt hat. Wir glauben, daß wir auch dem Wunsch der Hctzpresse von rechts entsprechen, wenn wir nachdrücklich dieVerössentlichungdesMaterialsfordern'. Wenn es so gravierend und durchschlagend ist, wie die Rechts- presse erzählt, muß man es doch in der Oeffentlichkeit wirken lassen! Oie Lügenhehe geht weiier. Die Bundespressestelle des Reichslmmicrz teilt mit: Die N a Z i- Zeitung„Note Erde" veröiientlicht ein Telegramm der Giuleiiung Südwestfalen der NSDAP, an den Reich sinnen- ministe r. In dem Telegramm wird behauptet, die Eiserne Front demonstrierte anläßlich der Sevenug-Kundgebung in Bochum össent- lich mit einer Abteilung, die mit Hamm er n bewaffnet sind. Mit Pistolen und Dolche b c w a s s n e t e Reichs- bannerleute überfielen Possanten und bedrohten Geschäststeute. Die örtliche Polizei unternahm nichts. Die Polizei erklärt hierzu, daß dies« Delzauptungen von A n s ap g bis Ende erstunken und erlogen sind. Sie lü't leibst«inen amtlicem Bericht an den Rcichsibnemniirister ein- arreiclit. D-r GauMirüiino des Reichsbanners Schwoiz-Rct-Gaid hat «dinfalls em Telegranun au den Reichsüwut-mv.'.ster gerichtet, ch dem er gegen die maßlose Hetze der Nazis protestiert itnd behördliche Untersuchung sowie Schutzmaßnahmen gegen eine derartige Hetze fordert. Groener gegen Ländersabotage. �eichsinnenminisierium verlangt Beschlagnahme der SA.- Ansrüstungsgegenständ: in Mccklenburg-S.relitz. ?t e u st r e l i h, 18. April. Die ZNccklcnburg-Streliher Regierung, die sich aus einem deutsch nationalen Mini st er und einem n a- lionalsozialistischcn Staatsrat zusammensetzt, protestiert in einem Rundschreiben gegen dos verbot der SA.- und S S.- Z o r m a t t o n e n. dos sie völlig einseilig nennt. Es könnte. so heißt es, aus dem verbot ein ordnungswidriges Verhallen der genannten Ocgauisationen innerhalb des Landes RIccklenburg-Strelih geschlossen werden. Dos Gegenteil sei der Fall. Ihr Austreten gegenüber den Behörden habe keiuerlei Veranlassung zu Lesorgnissen gegeben. Do» sei auch aus der Konserenz der Innenminister der Lander am lZ. April ausdrücklich hervorgehoben worden. Trotzdem sei aus Grund eines ausdrücklichen Ersuchens des Reichsinnen Ministers gemäß§ 2 der verbolsnerord- nung den örtlichen Behörden die S i ch e r st e l l u n g der zur Zeit der Auflösung im Besitz der ausgelösten Organisationen oder eines ihrer ZNIIglieder besindlichcn Gegenstände aufgegeben worden. Hitler prolongiert! Nicht in zehn.Fahren, erst in vierzig! Breslau. 18. April.(Eigenbericht.) Adolf Hitler sprach am Montagabend zum Abschluß seines Fluges über Schlesien in Breslau. Seine beiden Berlammlungen waren laut den von der Polizei amtlich mitgeteilten Zahlen trotz starker Beteiligung aus der Provinz um die Hälfte schwächer besucht, als bei seiner letzten Anwesenheit der schlesischen Hauptstadt. Ilm die zahlreichen unbesetzt gebliebenen Platzrechen noch füllen zu tonnen, ließ man nach Ankunft Hitlers Tausende von Menschen kostenlos hinein. Hinsichtlich der H i n a u s s ch i c b u n g des Zeit- Punktes seiner Machtergreifung brachte Hitler, der nur je zwanzig Minuten sprach, diesmal«inen Rek.ord. Er sagte sowohl in Breslap als auch nachmittags in Beuchen O.-Schl. wörtlich:...Ich bin jetzt 43 Zohre alt. und wenn ich lmr-sber 85 ssahre all werden sollte: Deutschiend w rd durch den Rasiona'sozialismuz geeint werdend Kampf ums Rechi. Die Zusiiz in preußcn. Von Erich Kuttner. Die Justiz ist von Anbeginn ein Sorgenkind der Republik gewesen. Mit dem vom Obrigkcitsstaat übernommenen Richtermäterial ließ sich eine nach neuzeitlichen Gesichtspunkten orientierte Rechtspflege nicht gestalten. Andererseits zwang der allgemeine Notstand des Zusammenbruchs im November 1918 dazu, wenn man überhaupt eine geordnete Rechtspflege beibehalten wollte, die vorhandene Richterschost zu übernehmen und ihre Unabhängigkeit zu garantieren. Die Sonderstellung des Richters, die durch die Weimarer Verfassung besonders garantiert wurde, seine Unabsctzborkeit und Ilnoersetzbarkcit, macht die Pcrsonaipolitik ans dem Gebiet der Justiz besonders schwierig. Das einzige Machtmittel, das die Verwaltung gegenüber frondiercnden Richterlcmcntcn bc- halten hat, ist die in ihrer Hand liegende Anstellung und Beförderung, in besonders schweren Fällen auch die Einleitung eines Disziplinarverfahrens. Aber gerade dieses ist nur möglich, wo klare Verstöße bösartiger Natur vor- liegen. Unter dem ersten preußischen Justizminister, dem alten Zentrumsmann Am Zehnhofs, blieb ziemlich alles beim allen. Erst unter seinem Nachfolger, dem jüngeren Zentrumsdemo- ckraten Schmidt- Lichtenberg, setzte Besserung ein. Unter ihm wurden entschiedene Republikaner und Sozialdemokraten m größerer Zahl ins Justizministerium berufen, ebenso wurden eine Reihe von Präsidien und sonstigen entscheiden- den Posten mit Republikanern besetzt. Gleichzeitig wurde auch dir Staatsanwaltschaft reformiert. Man kann keineswegs bc- hallpten,' daß diese Republikanisiernng des Justizapparates überstürzt oder übermäßig gewesen wäre. Im Gegenteil: auch heute noch dürften mindestens vier Fünstel aller Richter den Rechtsparteien nahestehen. Aber schon die ersten bescheidenen Ansätze einer Besserung genügten, um ein Wutgeheul und eine sisstematische Hetze auf der Rechten auszulösen. Unter dem Schlagwort der„Gesesselten Justiz" suchte die Reaktion die geringen Reformen zu zerschlagen. Das Wort war ein Hohn auf die Tatsachen. War doch die Justiz nie und nirgends so gefesselt gewesen wie im Kaiser- reich, wo sie als Instrument des Obrigkeitsstaates verpflichtet und gezwungen war, gegen alle oppositionellen Bestrebungen mit unnachsichtiger Schärfe, wenn nötig unter handgreiflicher Vergewaltigung von Gesetz und Rechtsgefühl vorzugehen. Der Magdeburger Fall Haas-Kölling spitzte sich zu einem Entschcidungskampf um die republikanische Rechtspflege zu,— und die Republik siegte! Es stellte sich klar heraus, daß die Magdeburger Richtcrfrondc unter Führung des„Fürsten" von Magdeburg, des Vizepräsidenten am Landgericht Hoffmonn, drauf und dran gewesen war, aus reaktionär-fanatischcr Verblendung einen Unschuldigen ouss Schafott zu liefern. Nach der sensationellen Aufklärung des Magdeburger Falles trat bei vielen Richtern, die bis dahin gegen die Republik gestanden hotten, eine starke Ernüchterung und Selbstbesinnung ein. Es kamen einige Jahre erträglicher Rechtsprechung, bis die Nazi welle die Gemüter von neuem aufpeitschte und auch in die Gerichtssäle verheerend hineinschlug. Wo Richter von dem Fanatismus der Hitlem erfaßt werden, ist es mit der tatsächlichen Unparteilichkeit der Rechtsprechung natürlich vorbei, mögen diese Richter auch selber sich ihren Fanatismus nicht eingestehen. Solche Nazi- richtcr find in den letzten Jahren wiederholt hervorgetreten, so z. L. Richter Lau in Glogau, der Richter S u n k e l in Rothenburg bei Kassel u. o. m. Der letztere hat es fertig- gebracht, einen Naziagitator freizusprechen, der die bekannte Verleumdung wiederholt hatte, daß der„Vorwärts" von dem Bankdirektor Goldschmidt 800 000 Mark erhalten und sich dafür verpflichtet habe, nichts gegen die Juden zu schreiben. In der Urteilsbegründung erklärte Sunkcl, daß diese Behauptung — für den Chefredakteur des Blattes nicht ehren- kränkend sei!— Die Gerichte in Niederschlesien haben zugunsten der nationalsozialistischen Verleumder die„fort- gesetzte Handlung" konstruiert: wenn ein Naziagitator in zwanzig oder fünfzig Versammlungen an verschiedenen Orten dieselbe Verleumdung wiederholt, so ist er nach Ansicht dieser Richter, sobald er an einem Orte einmal bestraft worden ist. für alle anderen Verleumdungen des gleichen Inhalts straf- frei! Die ollgemeine radikale Verhetzung hat auch zur Folge gehabt, daß eine sebr wesentliche Errungenschaft, die dem steten Drängen der Sozialdemokratie zuzuschreiben ist. sich nicht voll in der Rechtspflege hat auswirken können: während vor dem Kriege Arbeiter so gut wie gar Nicht zum Schöffenamte berufen wurden, ist unter der Republik der Prozentsatz der Arbeiterschöffen(die auch erst feit Be- stehen der Republik für Verdienstausfall entschädigt werden) ständig gewachsen und wenigstens in den großen Industrie- bezirken auf 30 Proz. und mehr gesttegeru Leider aber ist unter den heutigen Verhältnissen die wachsende Zahl der Ar- bester- und Angestelltenschöffen nicht immer gleichbedeutend mit einer Republikanisierung der Rechtspflege. So kam es z. B. im Bezirk Halle vor. daß Roziverleumder trotz klar er- wissener Schuld vom Schöffengericht freigesprochen wurden und zwar nicht von den Berufsrichtern, sondern von den Schöffen, die— Kommunisten waren! Die schwerste Gefahr aber droht zur Zest der Rechts- pflege von der n a t i o n a l f y z i a l i st i f ch e n Hetze. Durch unerhörten Terrorismus suchen die Naziblätter systematisch Richter und Staatsanwälte einzuschüchtern, die überhaupt einen Nazi zu verurteilen wagen. �Seitdem die Notoerordnung dieser Hetzpresse ihr Einschüchterungshandwerk erschwert hat, wird es von den nationalsozialistischen Abgeordneten in .Meinen Anfragen" systematisch fortgesetzt. So konnte sich der preußische Landtagsabgeordnete Kube z. B. unterstehen, in der Kleinen Anfrage Nr. 2921 die Unterbringung eines bei den Nazis besonders unbeliebten Staatsanwalts„auf Staats- kosten und auf längere Zeit in einem Sanatorium" zu ver- langen. Zahlreiche nähere Angaben über diesen Terror findet man in dem sehr instruktiven Buch„Iustizdämmerung", er- schienen im Volksfunk-Verlag G. m. b. H., Berlin SW 68. Die zahllosen wüsten Angriffe der Nazis auf die Justiz beweisen immerhin eines: es ist ihnen nicht gelungen, die Justiz so zu ihrem Werkzeug zu machen, wie das Vorbcdin- gung für eine faschistische Herrschaft ist. In Italien ist der Faschismus dadurch ins Kraut geschossen, daß die Staats- anwälte die faschistischen Bluttaten grundsätzlich nicht ver- f o l g t e n. die Gerichte sie grundsätzlich nicht bestraften. Darauf zielt auch der Kampf der Nationalsozialisten in Preußen ab. Würde es ihnen gelingen, die preußische Re- gierung und damit die preußische Justiz in ihre Hände zu bekommen, dann würde wahrhaft die Justiz„gefesselt" werden. Dann wäre es mit der richterlichen Unabhängigkeit vorbei. Dann würde jeder Staatsanwalt, der einen national- sozialistischen Mordbuben unter Anklage stellte, sofort ge- schaßt werden, und wo dies doch etwa geschähe, würde kein Richter mehr wagen können, den sonnenklar überführten nationalsozialistischen Angeklagten zu bestrafen. Der Kampf um Preußen ist deshalb auch ein Kampf u m d i e I u st i z. Die großen Errungenschaften der Republik auf dem Gebiet des Strafvollzuges, wie der Straf- vollzug in Stufen, die bedingte Strafaussetzung, die umfang- reiche Gnadenpraxis usw.,— sie würden natürlich gleichfalls von den Nationalsozialisten sofort beseitigt werden. Weiß doch ihre Presse nichts anderes darüber zu vermelden, als daß die modernen Strafanstalten„Luxushotels für Verbrecher" feien. Sie wollen zurück zur msttslallerlichen Grausamkeit und Barbarei. Der Gedanke, daß der Staat, wie das heute im großen Stil versucht wjrd. den Verbrecher zu bessern und zu"«'r ziehen habe, findet in diesen blutumnsbglten und gsWaltanbetenden Gehirnen keinerlei Eingang. Das„Köpfe- roysn" ist ihr unfehlbares Rezept in der Kriminalpolitik genau wie in der Polstik überhaupt. Eine Naziherrschaft in Preußen PSr« daher gleichbedeutend mit einem Rückfall in die Justizbarbarei des Mitelalters Der Kampf gegen Hitlqr sst daher ein Kampf für Recht und Gerechtigkeit! I Oer schießwütige Amtsgerichtsrai. Siaatsanwaltsthast Trier entschuldigt ihn mit ß 51. Der Amtsgerichtexat S i d o n- T r i« r, der in der Nacht zum 27. Oktober 1931 in die Wohnung eines Sekretärs der freien Ge- werkschaften Schüsse abgegeben hat, ist, wie dos Amtsgericht mitteilt, entsprechend einem Antrag der Staatsanwaltschaft außer Ber- folgung gesetzt worden, well sich Zweisel an seiner Schuld ergeben hätten. Die Einstellung des Verfahrens erfolgt auf Grund eines amtsärztlichen Gutachtens, in dem gesagt wird, Sidon habe unter Einwirkung des Alkohols in einem Rauschzustand gehandelt, wodurch die Voraussetzung des§ 51 gegeben wäre. Dos Disziplinar» uenohren werde jedoch weiterbetrieben. Ein Richter, der im alkoholischen Rauschzustand schießt und weiß, daß der Schuß sich gegen einen politischen Gegner richtet, verdient «ine schwerere Strafe als jeder andere Pistolenheld. Die Trierer Staatsanwallschajt aber setzt ihn außer Verfolgung Wir glauben nicht, daß dadurch das Ansehen des deutschen Richterstandes erhöht wird- Insofern erscheint es angebracht, daß der Justizminister weitere Maßnahmen ergreift. Ifang untergraben ihm in der Bürokratie auch personell die Position. An 40 Funktionär« in allen Bezirken Deutsch- lands sind bereits ausgewechselt. Die neue Land- tagsliste der KPD. ist übrigens auch ein Ergebnis des„Kurs- Wechsels". Neue Leute,„unbeschriebene Blätter", die man schieben lann, wohin man will, werden alz„frisch« Elemente" auserwählt. N e u m a u n und R e m m e l e stehen in schärfster Gegnerschaft zu Thälmann und oersuchen jetzt alles, die Alleinherrschaft in die chand zu bekommen. In der Führung der KPD. besteht noch eine dritte Clique. Sie gruppiert sich u m M ü n z e n b e r g. Münzenberg ist mit seinein Zeitungsapparat, mit seiner JAch. und ihren Nebeneinrichtungen der KPD.-Führung schon lange ein Dorn im Auge. Die Wirtschaftskrise hat den Münzcnberg-Konzern auch schwer getroffen, und er war so für den Angriff der führenden Clique im ZK. reif. Jetzt aber hofft er bei den Auseinandersetzungen zwischen den beiden anderen Cliquen des ZK. den rettenden Boden gewinnen zu kormcn. Die verbrecherische Haupifeindparole. Kommunisten überfallen Sozialdemokraten mit Messern. Frankfurt a. 18. April.(Eigenbericht.) In der Nacht vom Sonnabend zum Sonntag wurden in Flörs- heim in der Nähe von Frankfurt SS Mitglieder der Eisernen Front von etwa 1Z0 Kommunisten über- fallen und mit Latten, Eisanstöcken, Messern und anderen gefähr- l'chen Mordwerkzeugen bearbeitet. Pier Mitglieder der Eisernen Front wurden erheblich oerletzt. Als die Polizei erschien, suchten die Kommunisten das Weite. Sie liehen einen Toren zurück. Der tote Kommunist weist drei Herzstiche auf. Es wird angenommen, daß er in der Dunkelheit von fernen Kameraden, die ihn für ein Mitglied der Eisernen Front hielten, erstochen worden ist. Die Rädelsführer bei dem kommunistischen Ueberfall waren ehemalige Separatisten. Am Moutaavizrmütag haben die. Kemmunisten neue Uebersallq verübt. In der Nähe des Arbeitsamtes wurde ein Arbeitsloser, der der Sozialdemokratischen Partei nahesteht, von kommunistischen Bin- diten blutig geschlagen. Sowjeikreuz und Hakenstern. Sie sprengen gemeinsam eine Versammlung Hans Vogels. Fulda. 18. April.(Eigenbericht.) Dre enge Berbruderung der Kommunisten mit den National- sozialisten zeigte sich in einer öffentlichen Versammlung der Sozialdemokratie in Fulda. Die Kommunisten hatten alle ihre An- Hänger zusammengetrommelt, um die Versammlung, in der der sozialdemokratische Neichstagsabgeordnete Hans Vogel sprach, planmäßig zu sprengen. Dabei wurden sie von den Nazis brüderlich unterstützt. Als das Brüllen und Johlen der Nazis und Kozis kein Ende nahm, wurde die Versammlung vorzeitig ge- schlössen. Hans Vogel forderte zuvor noch die Versammlungstsil- nehmer auf, die Lehren aus diesem Skandal zu ziehen und am 24. April nur der SPD. ihre Stimme zu geben. Schacher um Hausbesihergelb. Wahlsorgen von Menh bis Ladendorsf. Aus Hausbesitzerkreisen wird uns mitgeteilt: Der bisherige prominente Führer der Wirtschastspartei, Ab- geordneter M e n tz. Vorsitzender der Berliner Grund- besitzervereine, der erst kurz vor den jetzigen Landtags- wählen sein deutschnationalcs Herz entdeckte, muß nun für sein neues Mandat auch die notwendigen Wuhlschäflein mitbringen. Nur die Deutsch nationale Partei heißt es, vertritt di« HausbesitzeriMoresien, obgleich nach einem in denselben Kreisen verteilten Flugblatt der Präsident der deutschen Hausbesitzer, Humer, diese Anerkennung nur der Wirtschaftspartei zusprach. Zu diesem Streit kommt nun noch der Klingelbeutel, und da wird nun der Dreh«cht notioivil gemacht: Nur die Partei soll das Geld in Form einer Umlage erhalten, die die meisten Hausbejitzsrkandidaten aufstellt. Auf diese Weise eskamotiert Herr Mentz seiner bisherigen Partei die Gelder zugunsten seiner neuen. Eine saubere Gesellschaft! Die Oritisn. OrilKs jsteid» und dritte« Geschlecht. General Üudendorff läßt eine Kampfschrift erscheinen, die den Titel führt:„Heraus aus dem braunen Sumpf!" und in der Slufforderung aufklingt:„Deutsch- Männer und deutsch« Jungen. zieht euch wieder weiße Hemden an!" Darin heißt es: „Hitlers Schuld ist ins Riesengroße a«. wachsen... Herr Hitler hat Herrn Rohm im Amte belassen: nichts kann solchen Tatbestand und solche Schuld je auslöschen... Bekanntlich nennt man ja alle b:e für das eigene Geschlecht krankhaft Veranlagten das„Dritte S« s ch l e ch t". W> e sinnvoll ist also der Name das„Dritte Reich"!!!! Wer hätte gedacht, daß Ludsndorff noch so gut zielen und treffen kann! vcr chinesische fionsiit in SlagcwZch'schrnsl«Oitsibirien) hat sich zur mandschurischen Japan iüiale geschlagen und Propaganda iur sie aetrioben. Darauf hat ihn die Sowjetunion hinaus'omplimen- tiert. Puji will zur Antwort alle Sowjetlons'.llo.te in der Man- Sjchurei ausheben. Ausemanderschung. , Adolf, es muß was geschehen auf das Verbot. Wir SA. verlangen, daß was geschieht?" »Aber bitte, mein Rechtsanwalt Kran? ll arbeitet doch bereits einen Antrag auf Erlaß einer einstweiligen Verfügung aus." »Wat??.'?" Abrüstung etappenweise. Erste Entscheidung im Genfer Hauptausfchnß. Genf, 18. April.(Eigenbericht.) Die Gencralkommisjion der Abrüstungskonserenz kam am Montag zu ihrer ersten Entscheidung. Der Sinn des Artikels S des völkerbundspaktcs wird so ausgelegt werden, daß eine Herabsetzung der Rüstungen nidft auf ciamal. sondern pro- g r e s s i u>n annehmbaren Etappen vorzunehmen sei. Nach der Rede des deutschen Delegierten Nadotny wurde ein gemeinsamer Resolutionsantrag von Belgien, Dänemark, Spanien, Norwegen, der Tschechoslowakei und Uruguay zu Artikel 1 der Ab- rüstungskoiwention beraten, der ausspricht, eine Herabsetzung der Rüstungen nach Artikel 8 des Bölkerpmidspaktes könne nur tu Etappen und durch fortlaufende Revision in möglichst kurzen Abständen erfolgen. Unter der Letonmtg, daß durch dieses Verfahren der Sicherheit Rechnung getragen msrde, schlössen sich Frankreich. England, Japan. Schtpeden und Italien diesem Text an. Die 5loinmission setzte ein Redaklionskomitee ein. um die Vorschläge zu diesem Punkt zu einem einzigen Text zu- sammenzuarbeften. Dieses Komitee hat am Nochmittag einen Tex einstimmig beschlossen, der vorsieht, daß „die Röstungsherabsetzung fortschreitend verwirklicht werden soll in annehmbaren Äbstünden, die aufeinander folgen, dtinv die gegenwärtige Konferenz die erste enlscheldende Etappe de. allgemeinen Herabsetzung aus das uiedrigst mögliche Ausmaß durchgeführt habe". Dieser Wortlaut stellt ein Kompromiß dar. In den amerikanischen Vorschlag wurden die russische Methode der progresssven Verminderung und der deutsche Vorschlag d-p entscheidenden ersten Schrittes sowie des niedrigst möglichen Niveaus eingearbeitet. TO» Sozialistische Mehrheit in Groß, Zürich. Erfolge der Partei bei Zusahwahlen. Zürich. 18. April.(Eigenbericht.) Am Sonntag erhiell die Sozialdemokratie hier bei den Zusahwahlen der neueingemeindeten Vororte für den großen Stadt- rot von Zürich 12 und die Bürgerlichen 9 Mandate. Groß-Zürich wird künstig von einer rein sozialistischen Mehrheil verwallet werden. Die Sozialdemokralen haben 75. die Kommunisken und die Bürgerlichen 66 Mandate. Llniernehmer für Faschismus. Ein verhängrnsvolier Beschluß in Genf. Genf. 18. April.(Eigenbericht.) Die Vollsitzung der Internationalen Sl r b e i t s k o n- f e r e n z hat am Montag die beiden Aenderungen der Geschäftsord- mmg angenommen, noch denen die Freiheit und Selb st be- stimmung der Arbeitergruppe erheblich« i n g e« schränkt werden. Mit 89 Stimmen der Reqierungevertreter und Unternehmer gegen 30 Stimmen der geschlosienen Arbaiiargruppe wurde die Bestimmung angenommen, die ein« Boschwerde gegen «inen Arbcitervortreter in össentlichor Bollsitzung und«ine Diskussion darüber oerbietet. Darauf wurde mit 77 Stimmen der Rcgierungs- vortreter und Unternehmer gegen 28 Stimmen der Arbeiter di« noch gefährlichere Bestimmung verabschiedet, die dem Büro der KoN- serenz das Recht verleiht,«inen Arbeitervertrater, der von seiner Gruppe in keine Kommission entsandt wurde, auf seine Beschwerde hin in jede gewünschte Kommission zu entsendeit. Durch dies« Be- schlüssc Hot die f a s ch i st i s ch c D i k t a t u r mit Hilfe des i n t e r- nationalen Unternehmertums erreicht, daß die unab- hängigen Arbeiteroertreter durch die Kreatur einer Regierung in allen Fragen bekämpft werden können, ohne daß die Möglichkeit eines Einspruches besteht. Der internationalen Arbeiterorganisa- tion ist dadurch ein Schlag versetzt worden. Di« Arbeftergruppe macht ihre Entscheidungen von den kommenden Beratung«« ab- häugig. Der sogenannte Arbeiternertreter aus Italien, Razza, hat bereits den Antrag gestellt, in sämtlich« Kommissionen delegiert zu werden. Tlene Gchandtai in Südtirol. Oeutscheuverfolgung durch Nozifrsunde. Meron. 18. April. Im Winter 1330/1931 hatten Südtiroler Wibtsrsporllsr auf den 5)öh«n oberhalb Merans ein privates Skirennen ver- anstaltet, das die Behörde als anmelde- und genehmigungspflichtig bezeichnete. Die Sportler wurden deswegen bereits mit Geldstrafen von insgesamt 9000 Lire bestraft. Nun haben die Behörden gegen 42 Südtiroler Sportler auch noch?lnk>?ae wegen Hochverräte- rijcher Tätigkeit eingeleitet, beganzen durch die Veranstaltung illegaler Sportseste und durch Arbeit geg«n die faschiftlsche Jugenderziehung. Dieser Prozeß wird vor dem Merqncr Gericht am Dienstag verhandelt. Hiiler und Hohenzollern. Kür und gegen— ganz nach Dcdarf! Am 16. April sprach Herr Auwi, der HohenMernprinz der Nationalsozialistischen Ä r b« i t« r parte!, in S 6) n e i d e in ü h l. Er verwies auf die Erklärung seines Bruders, des Exkronprinzen, gegen Hindenburg für Hitler und erklarte, daß er in vollem Einver- nehmen mit seine in Vater für die Nazipartei agitiere. Kann der reaktionäre, monarchistische Charakter der Hitlcr-Bewegung deutlicher bezeichnet worden? Die in F l a t o w erscheinende Tageszeitung„Die Grenzmark" läßt sich über das Auftreten Auwis in folgenden entzückten Sätzen aus: „Dann aber wirkte als Magnet der Name Prinz August Wilhelm von Preußen. Es ist schon für einen„cmfrechten Demokraten" und„aufgeklärten Republikaner" etwas Besonderes lmög er es noch so leugnen), einen Kaisersohn vor sich zu haben. Jenen vielen aber, oi« im alte» Preußentuin und im vergangenen Kaiserreich etwas mehr sehen als nur irgoudeine(Staatsform, denen diese Ucberlieserungen wertvoll, ja hellig sind, haben de- greislicherwcise den Wun'ch, den Hohenzollernprinzan zu sehen und zn hören, der da im Alten wurzelnd, sich für das Kommende begeistert einsetzt und sich neben seinen, Volksgenossen als Käme- rad in die Kampflinle stellt...." Da wird in Ostelbien mit monarchistischer Propaganda Stimmenfang für die Nazis botrieben. I» Berlin macht Herr Goebbels anders herum; denn hier ist mit Wilhelm von Doorn nichts zu gewinnen. Im offiziellen Organ der Deutschnaiionalen Partei,„Unsere Partei", Rr. 8 vom 13. April 1932, 2. Sondernummer, findet sich auf Seit« 100 ein» Notiz„NSDAP, und monarchistische Frage". Darin steht, zu«iner Kundgebung, am der besonders die monarchische Frage betont werden sollte, sei auch eine Ein- ladung an die NSDAP, ergangen. Dr. Goebbels habe darauf folgendes geantwortet: „1. Di«?tSD'AP. hat entsprechend ihrer Zluigabe der national- sozialistischen und sozialtstischen Umwälzung dcz gegenwärtigen sogenannten Staates Besseres zu tun, als für den monarchischen Gedanken zu demonstrieren. 2. Erst gar für oas angestammt« Herrscherhaus zu demonstrieren und ein Treuegelöbnis vor aller Well däfür abzul«gen, wird von uns als unzeitgemäß erachtet, in 7ln- betracht dessen, daß dieses angestammte Herrscher- 'chen Volke aegsnüster selbst gab rockt en hat, und da, wo es galt, für' den rnon- haus die Treue dem deutf! archischen Gedanken zu demonstrieren, das Gegenteil v p n dem tat. was ieder einfach« Frontsoldat und jeder einfache deutsch« Arbdfter tat, nämlich auszuharren bei einem Volk in der Not. so wi« man bei diss«m Volk im Glück." Aber trotzdem stellt dies« Partei nun dön P r i n z« n Auwi als Kandidaten auf und der Ex-Kronprinz gibt die Parole Hitler auf. Her ist ein lückenloser Bewc'e für di« lügnerische Propa- ganöa dieser Leute, die sich vor der Zlrbeiterschaft r e p u b l i k a- n isch gebärden, und Prinzen herausstellen, wenn st« reaktionäre Wähler kapern mollsnt Adtfimg, BefrlebsfniiMonäre! WidiUges kwgdksttmslerw; Is!§s!srt von unserem Sfiro, UndensWe Z sizzuttoZen/ psrteisus�eis Zss mU- zubringen/ Bürozeil von 9 bis 18 J3br «K Wie es in Eowjeiwßland aussieht. Neutschlands Knegsverpflegung als Ideal. Miäzacl Ansky, ehemaliger Pressechef des DÄts- kommissoriats für auswärtige Angelegenheiten in Sowjetrußland. sprach im Programm der Deutschen Welle über die russische W i rt s ch a f t se n t w i ckl u n g unter dem Titel„Maschine und Mensch". Sein lnapper Tatsachenbericht zeigte ein erschütterndes Bild. Die Unmöglichkeit, eine neue, von kommunistischen Idealen getragene Gesellschaft im Handumdrehen aus dem Boden zu stampfen, hatte Lenin erkannt. Er zog den richtigen Schluß daraus, indem er sagte:„Es gibt ein« Grenze für menschliche Ausdauer und Geduld. Die werktätigen Massen können nicht jahrelang hungern. Wir sind nüchterne Politiker und müssen revidieren." Mit diesen gemäßigten Anschauungen hat die Politik des Fünf- jahresplans restlos aufgeräumt. Wer sich I)eute zu ihnen bekennt, ist verfemt. Der bolschewistisch« Publizist S l u tz k i, d«r in einem Aussatz die Meinung äußerte, in der Vorkriegszeit sei die Bolschewistisöie Partei in gewissen Fällen Vertreter der gc- mäßigteren Taktik Rasa Luxemburgs gewesen, wurde aus der Partei ausgesch lossen, als Verräter gcbrandmarkt. Die bol- jchewistifche Presse selber teilte mit, daß er sich aus Verzweiflung darüber das Leben genommen habe. Wie im Mittelalter olle Wissenschaften mir soweit zugelassen wurden, wie sie sich bc. guemten, Dienstmagd der Theologie zu sein, so ist in Rußland heute Wissenschast nur als Beweis und Verherrlichung der vom Bolschewismus gerade anerkannten Theorien erlaubt. Die Ergebnisse des Fünsjahresplans, jahlenmöfjlg betrachtet, sind zweifellos respckt- heischend. Die Produktionssteigerung, die von£4 Proz. im ersten Jahre des Plans auf 20 Proz. im dritten Jahre fiel, weist zwar eine fortlausend sinkende Tendenz auf, steht jedoch iminer noch auf einer verhältnismäßigen Höhe. Aber die Opfer, die von der Bevölkerung gefordert wurden, sind immer härter geworden. Rußland fabriziert heute optische Instrumente und Fohrräder, die es auf der Leipziger Messe ausstellte, aber die Bevölkerung hat keine Seife. Traktoren wurden sabrizrert: aber im Lande herrschte Mangel an Nägeln. Weite. Strecken wurden elektrifiziert: aber die Menschen stehen in langen Schlangen an, um ein Kilo Petroleum zur Beleuchtung zu bekommen. Im oberen und mittleren Wnlgagebiet, am Ural, im Kasakstan, in der Tatarenrepublik, in Westsibirien sind die Staatsgüter und die Ltollettivwirtschaften un- fähig, die Versorgung mit Brotgetreide für die Millionen Menschen dieser Gebiete zu sichern; dabei handelt es sich hier um fast hundertprozentige Kollektiv- Wirtschaft. Die Baumwollanbaufläche ist seit 1912 uin 182 Proz. gestiegen; der Ernteertrag pro Hektar'ging von 4 Zentner auf 1,9 Zentner zurück. Im Laufe der letzten drei Jahre wurden für die Entwicklung der Eisen- und Stahlindustrie 4 Milliarden Rubel ausgegeben; erzeugt wurden im Jahre 1931 4,9 Mil- lionen Tannen Roheisen gegen 2 Millionen im Jahre 1929. Der Vortragende betonte ausdrücklich, daß alle Zahlen amtlichen bolschewistischen Veröffentlichungen entstammen. Alö Stolz des, Funfjahrcöplanb gilt das große Automobilwerk in Risch»i-?lowgorod, das TöOOll Arbeiter beschäftigte, es mußte wieder stillgelegt werden. Nun ist schon, der zweite Fünsjahrespian ausgestellt, der es wieder an Verheißungen für das Volt nicht fehlen läßt. Der Lebens- standard und insbesondere der Konsum sollen bis zum Jahre 1932 um das Zwei- bis Dreifache erhöht werden. Wie, das verriet die .Jswestija" vor einiger Zeit. Diese Steigerung, schrieb sie, sei durchaus erreichbar, und sie wies zum Beweise dafür auf— Deutschland hin, das in denKricgs jähren demVolke 12 0 09 neuer, bis dahin völlig unbekannter Pro- dutte zuführen konnte. Tiesem Beispiel müsse Rußland folgen. Deutschland Hatto«s mit seinen Ersatzmitteln für Ersatz- mittel allerdings zu einer erschreckenden Gipfelleistung der Not gebracht. Daß jener Lebcnsticfstanb heute einen für das russische Volk erstrebten Idealzustand darstellt, dürfte selbst den rußlandgläubigsten Thälinann-Auhängcr etwas nachdenllich stimmen. Dafür soll die russische Bevölkerung weiter hungern, dafür 8, aber auch 10 und 12 und sogar 14 Stunden täglich arbeiten? Ist das der Staat, den Marx und Engels erstrebten, der Staat, der an Stelle der bürgerlichen Gesellschaft mit ihren Klassengegcn- sätzen die Bereinigung setzt, in der die freie Entwicklung des einzelnen zur Baraussetzung der freien Entwicklung aller wurde? Der Vor- tragende schloß:„Die Generation, die mitten im Strome der russischen Unmmlzung steht, kennt den wahren Namen jenes Staats- gcbildcz nicht, das sie als sozialistischen Staat bezeichnet." Steigt die Arbeitslosigkeit? Statistische Widerspruche. Die' R c i ch s a n st a l t wies für den Monat März einen Rückgang der Arbeitslosigkeit um rund 100 000 Arbeit- suchend« aus. In dem Kommentar der Reichsanstalt für die zweite Märzhälfte wurde der im Verhältnis zum Vorjahr wesentlich geringere Rückgang der Arbeitslosigkeit u. a. damit crllärt, daß mit dem Eintritt der milden Witterung viele Arbeitsuchende auf dem flachen Lande, die während der Wintermonate nicht zur Kontrolle gekommen waren, sich wieder gemeldet hätten und daß dieser Zustrom die Entlastung auf dem Arbeitsmarkt g c r f n g e r er- scheinen habe lassen, als sie tatsächlich gewesen sei. Nunmehr liegt auch die S t a t i st i k der dem A D G B- an» geschlossenen Gewerkschaften vor, die sich gleichfalls auf den März bezieht. Im allgemeinen liefen bisher, von geringen Unterschieden abgesehen, die Schwankungen des Arbeitsmarktes in beiden Statistiken in gleicher Kurve. Diesmal e n t s e r n t sich die Statistik der Gewerkschaften erheblich von der Statistik der Reichs- anstatt. Während diese, wie schon bemerkt, eine Entlastung von rund 100 000 Arbeitsuchenden meldete, und hinzufügte, daß diese Entlastung in Wirklichkeit größer gewesen sei, gibt die Statistik des ZlDGB. eine weitere Verschärfung des Arbeits- marktes an. Insgesamt st i e g der prozentuale Anteil der Arbeitslosen im Monat März von 44.9 auf 42,2 Proz., der der Kürzarbeit blieb mit 22,1 Proz. unverändert. Bei den Gewerkschaften konnte der Ilmstand nicht eintreten, daß eine Anzahl von Mitgliedern während der Wintermonate sich nicht gemeldet hätte, um dann erst mit Eintritt der milden Witterung sich wieder eintragen zu lassen. Es hätte somit eine noch größer e Entlastung als die vnn rund 1� Pro;, eintreten müssen, die die Statistik der Rcichsonsialt verzeichnet. In Wirklichkeit ist ober eine Berschärfung um 0,3 Proz. eingetreten. Diesen Unterschied, der sehr wesentlich ist, muh man sich bis auf weiteres so erklären, daß die Statistik der Gewerkschaften um fünf Tage früher abgeschlossen worden ist. als die der Reichs- anstatt und daß die Statistik der Gewerkschaften die Landarbeiter nicht umfaßt. Eine Entlastung, wenn auch nur geringfügiger Zlrt, ist bei den Gewerkschaften nur in wenigen Berufen zu verzeichnen. In Be- tracht kommen dabei natürlich in erster Linie die Außenberufe, die sogenannten Saisonarbeiter, wo die Arbeitslosigkeit von 88,4 auf 80,3 Proz. sank— wenn man so sagen darf. In der Konjunkturgruppe stieg insgesamt die Arbeitslosigkeit noch von 32,7 auf 36,4 Proz., während die Kurzarbeit mit 20,0 Proz. so gut wie unverändert blieb. Außer in der Saisongruppe ist nur in wenigen Berufen ein geringer Rückgang der Arbeitslosigkeit ein- getreten. Man muß also die wettere Entwicklung noch abwarten, ehe man sich ein definitives Urteil bilden kann. Immerhin ist es alarmierend, daß bis zum 20. März noch eine Verschärfung der Arbeitslosigkeit eingetreten ist. Generalstreik in Neuseeland. Wellington flleuseeland), 18. April. Neuseeland ist von einem Generalstreik betroffen, der als Protest gegen die neuen Gehalts- und Lohnkürzungen durchgeführt werden soll. Die Regierung trifft alle Vorbcngungsmaßnahmen, um die Wiederholung von Unruhen, wie sie siöz in der letzten Wockze ebenfalls auf Grund der Lohnkürzungen ni Nuckland abspielten, zu verhiutzeen. Gsnderfthlichier für das Bangewerbe. fZur Regelung der Lohnstreitigkeiten. Das Wolffbüro meldet: Ter Rcichsarbeitsminiftcr hat für die Durchführung der Lohnftreitigkeitcn im Bau- gewerbc besondere Schlichter b-stellt, und zwar die Herren K i rn in i ch, Schlichter für Südweftdeutsch- land, Qbcrregicrungs- und Gewerberat Dr. Krämer, stellvertretender Schlichter für Schlesien, und Amts- gerichtSrat L k ch t c» ftc i n. stellvertretender Schlichter für den Bezirk Nicdcrsachfcn. Abbau! Abbau! Spruchscnat seht sich über Gesetz hinweg. Der Spruchsenat der Arbeitslosenversicherung hat vor kurzem folgende Entscheidung gefällt: Aerliert ein Versicherter seine Arbeitsstelle aus einem Grunde, der zur'Auferlegung einer Sperrfrist berechtigen würde, und nimmt er— ohne sich arbeitslos zu melden— eine neue Arbeitsstelle an, so ist bei Verlust der zweiten Arbettsstellc eine Sperrfrist wegen Berluites der ersten Stelle zu verhänaen."(lila Ar. 334. 31.) Das Urteil ist in allen seinen Punkten unhaltbar und steht auch mit dem Gesetzcstext im Widerspruch. Bisher hat man in der Praxis angenommen, daß die Zlnnahme einer neuen Stellung den Arbeitswillen eines Arbeitslosen beweist, der entweder selbst eine Stellung aufgegeben oder ihren Verlust verschuldet bat. Aus oiesem Grunde hat man dann von der Verhängung einer Sperrfrist Abstand genommen, aber auch, weil der tj 170 des Arbeitslojenver- sicherungsgefetzes nur verlangt, daß der Arbeitslose angibt, welches Entgelt er in den letzten 6 Monaten bezogen hat und aus welchem Grunde sein letztes Beschäftigungsverhältnis gelöst worden ist. Wie kommt bei diesem klaren Wortlaut des Gesetzestextes der Spruchsenat dazu, einmal die Gründe der Entlassung von der vorletzten Stelle zu fordern und zweitens diese Gründe bei der Be- arlieitung des Antrags für rechtlich von Bedeutung zu erklären? Oer Angestellie für 20 Mark. Im„Börsenblatt für den Deutschen Buchhandel" stand da kürz- lich ein kleines Inserat zu lesen: Stellung im Buchhandel sucht ehemaliger Student gegen 2V Mark monatliche Vergütung. Felix Vlonck, Berlin W20, Nürnberger Straße 69. Der ZdA. richtet an diesen Herrn Felix Blanck einige Fragen: I. Müssen Sie von dem von Ihnen verdienten Geld leben? II. Falls ja, haben Sie sich überlegt, wie Sic das mit 20 Mark im Monat bewerkstelligen wollen? III. Falls nein, haben Sie sich überlegt, daß Sic eine große Zahl von Buchhandelsmigeftellte» ungeheuer schädigen? Den» 1. wird die Buchhaud'ung, die Sie vielleicht einstellt, einen Auge- stellten mit höherem Gehalt— der aber darauf angewiesen ist— entlasten; 2. wird sich jeder Buchhändler, der dieses Inserat gelesen hat, sagen, es gibt ja sa billige— dazu noch akademisch gebildete— Kräfte, wozu soll ich da noch teure beschäftigen? IV. Haben Sie sttzon eiumol die Worte„Solidarität" und „Kollegialität" gehört? Wir empfehlen Ihnen dringend, sich zu überlegen, was hinter dielen Beantfen steckt. Können Sie einmal Ii:; pior Stunden Ihrer„losroareii" Zeil dajür erübrigen? Werkmeister in Reih und Glied Sich selbst und ihrer tt'lasse treu. Der Bezirk Brandenburg des Deutschen W e r k in e i st c r- ; Verbandes hielt am Sonntag in den Gcrmaniafälen feinen | zweiten Bezirkstag ab. Im Mittelpunkt der Tagung stand der Be- richt des Gefchästsführers des Bezirks, Genossen I a c g e r. Der Werkineisterverband ist von den unheilvollen Krisenwirkun- gen ebensowenig verschont geblieben wie die übrigen Gewerkschaften. Ende 1931 wurden im Bezirk Brandenburg bei einer Zahl von 13 800 Mitgliedern 2338 stellungslose Berbandsmitglieder gezählt, darunter 860, die länger als ein Jahr ohne Beschäftigung waren. 2800 arbeiteten am Schluß des Berichtsjahres nur drei Tage in der Woche und 870 Mitglieder sind im Laufe des Berichts- jahrcs wieder in das Arbeitcrvcrhältnis zurückversetzt worden. Wenn trotz dieser ungünstigen Verhältnisse während des ganzen Berichtsjahres im Bezirk nur 460 Mitglieder oder 3,3 Proz. der Gesamtmitgliedschaft verloren gingen und davon noch ein beträcht- licher Teil durch den Tod oder die Uebcrwcisung an Arbeiterorgani- sationen, so ist das ein erfreulicher Beweis für die llebcrzcugungs- treue der freigewerkschaftlich organisierten Werkmeister. Diese Treue hat sich auch offenbart, als sich der Werkmeisterverband in die Eiserne Front einreihte. Unter begeisterter Zustimmung oller Delegierten schloß Genosse Jaeger seinen Bericht mit einer scharfen Kampfansage an die Nationalsozialisten und olle reaktionären Kreise. Der ehrenamtliche 1. Vorsitzende des Bezirks, Genosse Stom- mel, teittc in seiner Eigenschaft als Vertreter des Bezirks im Vor- bandsvorstand u. a. mit. daß in der letzten Vorstandssitzung bc- schloffen worden sei, unnachsichtlich die Mitglieder aus dem Derbande auszuschließen, die sich etwa in der g e w e r k s ch a s t s- feindlichen Nazibcwcgung betätigen sollten. Diese Mit- teilung wurde beifällig aufgenommen. Von der Nt i t g l i e d e r b e w e g u n g im gesamten Verbands- gebiet konnte er gleichfalls die erfreuliche Tatjoche berichten, daß der Werkineisterverband im vorigen Jahr einen nur vcrhättnismäßig geringen Mitglicderpcrlust erlitten hat. Der Deutsche Werkmeister- verband hat im vorigen Jahr insgesamt 2089 Mitglieder verloren, so daß er Ende 1931 noch12ö806Mitgliedcr zählte. Zum 1. Bozirksvorsitzenden wurde einstimmig Genosse Etommel wiedergewählt. Ebenfalls einmütig stimmte der Bezirks- tag einer E n t s ch l i e ß u n g z u r W i r t s ch a f t s p o l i t i k zu. in der es nach einem Hinweis auf die Bedeutung. der Werkmeister für die Produktion heißt: ,Jn stolzem Bewußtsein ihrer untrennbaren Zuge- Hörigkeit zur Arbeiterklasse werden die Werkmeister mit dem Einsatz aller Kräfte, die bedrohte Freiheit. Selbstbestimmung und Selbstverwaltung des arbeitenden Volkes verteidigen... Sic verpflichten sich daher, mit allen Kräften entsprechend dem Wirt- schaitsprogramm des AfA-Bundcs für die Ueberwindung des kapitalistischen Wirtschaftsordnung und ihre Er- fstzung durch eine wahrhafte Gemeinwirtschoft zu kämpfen." „Resorm" auch in England. London, 18. April.(Eigenbericht.) Der Gcneralrat der Gewerkschaften legte der Kommission, die eine neue Gesetzgebung für die Arbeitslosenversicherung ausarbeiten soll, ein Memorandum vor, in dem scharf gegen die A n w c n- dung des Bcdürftigkeitsnachwciscs bei der Arbeits- losenversicherung protestiert wird. Seit dem Amtsantritt der„nationalen" Regierung sind infolge der Einführung des Bedürstigkeitsnachweises 171000 Personen, bei denen angeblich keine Bedürftigkeit vorliegt, von der Arbeitslosen- Unterstützung ausgeschlossen worden. Trotzdem ist die Arbeitslosigkeit in England zur Zeit um 100 000 höher als vor einem Jahr. Erwerbslosenvorsiellung im Giaaistheaier. Arn Sonntag, dem 17. April 1932, fand Jiuf Anregung des preußischen Kultusministeriums im Staatlichen Schauspielhaus eine Sondervorstellung für Erwerbslos« statt. Die zahl- reich erschienenen Erwerbslosen, die die Karten durch ihre gewerk- schaftlichen Organisationen erhallen hatten, sahen in d'eser Bor- stellung„Egrnorn". Das Stück wurde in der Abendbesetzung gespielt und wurde den Zuschauern zu einem tief aufriittclndeu künstlerischen Erlebnis, Dos meisterhafte Spttl der Schaulpiclcr trug noch dazu bei, die Wirkung, die von dem Schauspiel ausging, zu erhöhen, Reicher Beifall lohnte om Schluß den Darstellern; er galt ober auch der Intendanz des Staatsthcoters und nicht zuletzt auch dem Kultusminister Grimme, dessen Initiative die Vorstellung zu vcr- danken war. Für die Erwerbslosen bedeutete der Nachmittag eine glückliche Stund«, die den traurigen und trüben'Alltag aus kurze Zeil vergessen ließ. Die gute und reibungslose Durchführung der Veranstaltung berechtigt zu der Hoffnung, daß dieser ersten Vor- stellung des Staatsthcatcrs bald weitere für die Erwerbslosen folgen werden. »Freie Gewerkschafis-Zugend Berlin Seuto. Diensla?. 19. April, um 19>„ ufix. tagen die Gruppen: Sewrrt- schas ishaui: Iüacndhcim Gewcr?Ich>,Ilshaus vnqelufer 21—25. Da, lustige Luch— die lustige Echallplailr.— Steglig: Iugrndhrim Flein- mingsir. IIb. Heinrich ZMc in Wort und Bild.— Spaadau-Wührlmstadt: Iugcnddeim Gportplatz, Eeeburger Etraste. Inlrrnationalkr Gcmcrtsckialts.Bund. — Pautow! Jugendheim Aifsingenstr. 48. Zimmer 5. Gutheit funlt auf Wellr Pankow.— Zr-ptew: üuqenöheim Clfcnstc. 3(cm Bhi. Treptow). Zivil, uns hrim Dofsestr.'22. Wir schwingen Reden.— Rcu-Lichtcaderq: Ingenddeim Gunterftr. 41. Die Feuerwchr und da, Rctlungswricn.— Osttndr: Iugrndhrim Narlohorst, Trrokowallro 44(Kantschulc). FGI. in Wort und Bild.— Wcdding: Jugendheim Willdenowstr. ö. 2 Treppen, Zimmer II. Warum sreigewerkschati» iiche Jugendarbeit.— Gchiineweidc: Jugendheim Hanelwcrderstrafte. Miidchen» schule, im Keller. Die wirischastlichen ltrsachen de, ilonfliktes zwischen China und Japan.— Adlershos: Jugendheim Adlershvs, Biomareistr. l. Die Gewerk- schatten ip Frankreich.— Daanerstag.?l. April, UM) Uhr, Reue Welt, Hasen- Heide:„Jugend im Preußenlamps". Redner: Giegsricd Aukhäuscr. �uoenboruvpe des'�entralverbandes ster Angestellten Heute. Dienstay. finden folacnde Veranstaltungen statt: Lichtenberg: Jugendheim Gunterftr.-ti. Heiterer Abend.— Nordwest: Jugendheim Lehrter Gtr. 18—19. Cinftihruna der durch uns geworbenen neuen Jugend« Mitglieder.— Gesundbrunnen: Jugendheim Schönstedtstr. 1(parterre). Bunter Abend.— Der Sprech, und Bewegungschor Übt von 20— 22 Uhr in der Turnhalle Baruther Str. 20. Vera ntwartl ich für Politik: Victor Schiff; Wirtschaft: G. Klingelhöfer; Scwerksoiaktei-'rR'eguna: 3. Steiner: �euifletv": Dr. Sohn Schiiomski; i'nd Sonstiges: Korftadt, Anzeigen: Th. famtuch in Berlin. Bniog: �orwärts-Berlag G. m. b. H.. Berlin. Druck: Vorwärls-Buchdrucker-t und Paul Singe? u. Co.. Berlin S$3. 68, Llndenttra«? 5, Hierzu Z Beilagen. 7»r. 152» 49. Jahrgang 1. Beilage des Vorwärts Dienstag, 19. April 19)2 Sklareks und Herr Schneider Ein aufschlussreichcr Brief/ Was die Chauffeure erlebten 3m Sflaret-lSrojcfj wurde gestern übet Zuwendungen verhandelt, die der Angeklagte Bürgermeister Schneider von den Sklareks erhalten hoben soll. Zunächst verlas der Vorsitzeiche einen Vrics Lcoz an Max Lklarek. in dem u. o. Leo von cincin Besuch bei Frau« c i d l c r, der Pythia der Gebrüder Sklareks, sprach, die ihm erklärt Hobe, mit den Grundstücksgcschästen gehe es vorwärts:„Ihr müßt euch aber an Schneider wenden," Schneider erklärte dazu, er habe aller- dings die Sklareks am dos leerstehende Gebäude des Kaushauses Mannheimer, das die Stadt gern los sein wollte, aufmerksam ge- macht. Der Borsitzeiche brachte dann zur Sprache, daß ein Scheck über 5000 M. gefunden sei, von dein die Anklage»eviiuitet, daß Schneider diese Siumne zum Erwerb einer ch n p o i h e t erhalten habe. Schneider bestritt den Empfang dieser äyiitz M., obwohl der Vorsitzende ihm entgegenhielt, daß der Scheck, der das Datum vom 20. Mai 1028 trage, unter dem gleichen Datum in den Sklarctschen Büchern unter der Bezeichnung„Hypothek Böhm" verbucht sei und daß weiter, was besonders verdächtig erscheine, Schneider am nächsten Tage, also am Zl?. Biai. die Zahlung für die Hypothek geleistet habe. Schneider: Mir fehlten für die Hypothek lediglich 500 M,, die ich niir von Mar geliebcn habe lind die er nach einiger Zeit wiedererhalten hat, Vors.: Häven Sie oder Ihre Fran irgendwelche geldlichen Beziehungen zu den Sklarets gehabt? Schneider: Nein. Unter großer Bewegung im Zuhörcrrauin verlas dann der Vorsitzende einen Briet von Frau Sklarek an Schneider, der bei der letzten Haussuchung beschlagnahmt wurde, und in dein die Absenderin in sehr bestimmten Worten von Schneider die Rückzahlung der geliehenen ZOOO IN. verlangt. Es wird in dem Schreiben unter anderem ausgeführt, Max Sklarek habe aus Freundschaft und weil Schneider so großen Wert ans die Hypothek gelegt habe, an der er 10 WXi M. verdienen konnte, das Geld geliehen. Schneider: Von diesem Brief ist mir nichts bekannt. Vors.: Das müßte ja dann von Fran Sklarek geradezu eine Art Erpressung sein. Sie haben aber in der Voruntersuchung auch die von Mar erhaltenen ö M. bestritten. Vielleicht bequemen Sie sich noch vor Schluß der Beweisaufnahme, auch nun noch die Z000 M. zuzugeben. Sie ver- bessern Ihre Position nicht, wenn sich spätcr der Empfang der 5000 M. beitätigen sollte. Schneider: Ich kann nur das sagen, was der Wahrheit entspricht. Es kam dann zu einer Itnterbrechunz der Sitzung, da der AngeNägte Sokaloiski ohne Offizialverteidiger war. Das Gericht wandert zur Wahrsagerin. In der Nachnuttagssitzunz wurden die Chauffeure von Willi und Leo Sklarek vernommen. Sie sagten aus, Schmitt sei in Waren wie der Besitzer selbst ausgetreten. Große Heiterkeit gab es. als der Zeuge erzählte, daß nach einer schlecht ausgefallenen Treibjagd in Berlin Hasen nachgckaust worden seien, um den Freundeskreis der Sklareks z» befriedigen. Als nächster Zeuge wurde in der Nachmittagssitzimg, der Chauffeur von Max Sklarek vernommen, der unter anderem bestätigte, daß er fast täglich mit seinem Chef zu Frau Scidlcr, der Wahrsagerin, fahren muhte. Die Kleiderlleferungen wurden noch einmal bei der Vernehmung des Zeugen Gcislcr, des Inhabers der Schneidersirma Paßkessel u. Mindmann. auigcrollt, der durch Sklarckschc Vermittlung Bürger- Meister Schneider mit Garderobe versorgte. Im Jahre 1028 hat die Finna an Schneider vier Anzüge geliefert, deren Empfang der Angeklagte aber in der Verhandlung bestritt, lieber die Durch- suchung der Schneiderschen Wohnung machte dann der Äriminal- assistenl Hildebrand Mitteilungen, Er habe in einem Älcrdcr- schrank den von der Polizei gesuchten B l a u f u ch s gefunden, ferner habe ihm Schneider ein silbernes Tafel scrvics, angeblich das von Sklarek geschenkte, iilxngebcn. Der Vorsitzende stellte fest, daß Schneider damals dem Kriminalbeamten das falsche Service übergeben habe. Am Mittwoch sollen die restlichen vom Gericht benannten Zeugen vernommen werden. Der Vorsitzende teilte dann noch mit, dos Gericht werde nicht umhin können, eine Verhandlung in der Wohnung der Fran Seidler abzuhalten, da ihre Aussage für das Gericht van äußerster Wichtigkeit fei. Es frage sich natürlich, ob die Wohnung groß genug sei, um alle Prozeßbeteiligtcn aufzu- nehmen. Vielleicht würde es notwendig sein, durch eine Laut- s p r e ch e r a n l a g e die Verhandlung in andere Zimmer zu über- tragen, um eine Teilnahme aller Prozcßbetciliglen zu ermöglichen. der Zusammenbruch einer Beamtenbank Und das wollten Bankdirektoren sein vor der Dritten Großen Slraskammcr beim Land- geeicht I, die auf Grund der Notverordnung zufammenlral, begann Montag vormittag der Prozeß gegen die kausleute Alois Weber und Walter Treumann, de» Makler Egon von Buch- w a l d, den Kunstmaler 3 a ck Sende und den Gefchäflsführer Paul Hocpfner. Weber, der Vorstandsmitglied der Bank für Deutsche Beamte war, wird angekiagt, sich i» den Jahren 192ö bis 1920 fortgesetzt der Bilanzverschleierung und des Verstoßes gegen die Zwecke der Gcnossenfckzaft schuldig gemacht zu haben. Dem Geschäfts- sichrer Hoepsner wird zur Last gelegt, Weber bei diesen Verstößen Beihilfe geleistet zu haben. Treumann und von Duchwaid wird fortgesetzter Betrug gegenüber der Bank für Deutsche Beamte und Kende fortgesetzte Beihilfe zu diesem Betrüge vorgeworfen. Die Strafkammer wird sich in dreimonatiger Verhandlung mit dem Zusamnienbrnch der Bank für Deutsche Beamte, der im Oktober 1920 mit einem Verlust von mehreren Mil- 1 i o n c n erfolgte, zu befassen haben. Die Bank für Deutsche Beamte besaß damals in Berlin bereits 12 Depofitenkaffen und eine Filiale in Görlitz. Alois Weber, der Hauptangeliagte, hatte bereits in den Jahren 102ö bis 1029 eine Reihe von Geschäften getätigt, die ohne Wissen des Vorstandes und des Ansfichlsrates erfolgten und der Bank erhebliche Verluste ver- urfochten. Bei einem Lildergcfchäjt mit einer Frau van Schwarzenberg, die angeblich einen Leonardo da Vinci befaß, der sich aber später als Fälschung herausstellte, hat d'e Bank durch Weber 1Z7 000 Mark verloren. Darauf wurde 1927 ein Beschluß gefaßt, daß bei kommenden Kredit- geschästen die Entscheidung von zwei Vorsta»ds>m:glicderi, gefällt werden müsse. Im April setzte man sogar eine Kreditkommission ein. Trotzdem hat Zllcis Weber Kreditgeschäfte weiterhin allein erledigt. Im Jahre 1927, in dem Alois Weber bereits die Jahresbilanz will'üriich zusammenstellen ließ und dem Aussichtsrot keinen weiteren Ausschluß darüber gab, kam es zu einem umfangreichen B i l d e r g e s ch ä s t mit dem L o in b a r d h a u s Bitterlich. Geschäftsführer war der Angeklagte Hoepfncr, zu dem eines Tages der Angeklagte Treumann kam, um eine Anzahl angeblich sehr wert- voller Gemälde lombardieren zu lassen. Hocpfner besprach die Angelegenheit mit Weber. Es kam dann zu dem Geschäft, nachdem der Zlr.geklagtc.5iunstmalcr Kendo, der ungarischer Professor sein will, die Bilder als wertvoll und als Gemälde alter Meister bcgut- achtet hatte. 3m. ganzen wurden hg Bilder lombardiert, und die Bank für Deutsche Beamte lieh 548 000 Work aus. 'Als sich Weber später darüber kinr war, daß es sich nur um gut gelungene Wiederholungen alter Meister handelte, versuchte man, die Bilder bestmöglichst abzusetzen. Man verkaufte die Bilder an den Prinzen H o h e n l o h e- O e h r i n g c n, der zwei Mil- lionen Mark in Akzepten dafür bezahlte. Nachträglich stellte sich heraus, daß Prinz hohenlohe-Oehringen wegen Verschwendungssucht entmündigt mar. Es kam zu einem Vergleich mit der Hcher.lohe-Oehringenfchcn Bcrmögensnerwalrung, die von dem Verkauf zurücktrat und der Bank sür Deutsche Beamte einen Betrag von 100 000 Mark als Abstand bezahlte. Dr. Chelins, der Schwager Webers, versuchte dann, die Bilder in London an den Mann zu bringen, aber auch das war vergeblich. Schließlich kam es zu einer Auktion, bei der für die mit ö48 000 Mark lombardierten Bilder ein Erlös von 7130, sage und schreibe sieben- ianser.dcinhundertdreihig, Mark erzielt wurde. Bank für Oeuische Beamte. Die Bank für Deutsche Beamte teilt ihren Gläubigern mit, daß zwar die Emil Köster A.-G. ihren Verpflichtungen nachkomme, daß aber die Ratenzahlungen des Schuldners F a r- titsch im Betrage von 270 000 Mark nur zum kleinen Teil ein- gehen werden. Mitte Mai soll eine weitere Quote von ö Proz. aus- geschüttet werden, auf die Vorauszahlungen aber nicht erfolgen können. Eine weitere Quote von 5 Proz soll im Herbst zur Ver- teilung kommen. wlugenci in Eiserner Front! Heute, 19','- Uhr, Jugendkundgebung in den „Andreasfestsälen", Andreasstraße 21./ Redner: Dr. Kurt Lttwenstein, MdR. u. Erich Schmidt Fahrende Lichtreklame. Aeuessi wirkungsvolles propagandomittel im Dienste der Sozialdemokratie. Im Kampf um die Preuhemvahl hat die Sozialdemo« k r a t i e eine völlig neues, außerordentlich wirksames Propaganda- mittel in den Dienst ihrer Werbung gestellt. Seit gestern abend durchfahren nach Eintritt der Dunkelheit zwei hellerleuchtete Lastautos, deren Seiten mit sozialdemokratischen Werbcplakaren ausgekleidet sind, die Straßen Berlins. Die Beleuchtung erfolgt durch außen ongedrachte Scheinwerfer an beiden Seiten des Wagens. Die Hinterwand ist mit einer Leinivandsläche bekleidet. Im Innern des Wagens befindet sich ein Projektionsap- parat, der die Schrift und die Karikaturen eines mitfahrenden Zeichners sofort aus die Leinwand wirrt. Dre hellerlcuchteten, schon von weither sichtbaren'Autos erregten gestern abend überall die größte Aufmerksamkeit der Passanten. Blieb der Wagen stehen, so halte sich schnell eine große Menge gesammelt, die mit stärkstem Interesse die vom Zeichner ans die Leinwand geworfenen Parolen verfolgte, Die Wagen werden an den kommenden Tagen jeden Abend durch ganz Berlin fahren, um auch ans diese Weise di? Wähler wachzurütteln und alle aufzurufen, mit Otto'Braun und Carl Severing für die sozialdemokratische L i st c l zu st i m m c n. Berzweiflungsiai eines Ehepaares. Zm Landhaus in Finkenkrug erhängt aufgefunden. In der Elfterstraße 2 in Finken kru g wurde gestern eine Ehelragödie entdeckt. In ihrem Landhaus wurden der 57jährjge Rcichswehrmojar a. D. Waldemar Royl und feine 40 Jahre alte Frau 5) u l d a erhängt aufgefunden. Da die Tat schon mindestens etwa 12 bis 15 Stunden zurücklag, war an Rettungsversuche natür- 'ich nicht mehr zu denken. Die Leichen wurden beschlagnahmt. Das Ehepaar hatte das Landhaus in der Eisterstraße erst vor kurzer Zeit erworben und völlig neu instandsetzen lassen. Bis in die letzten Tage wohnte Royl mit feiner Frau nach in Spandau in der Bctckeftraße 23. Bermutlich schon in der Nacht zum Sonntag fuhren die Eheleute nach Fiukenkrug hinaus, wo sie gemein- fam in den Tod gingen. Die Tat wurde am Montag entdeckt, als Handwerker aus der Ortschaft erschienen, um nach enige Repa- raturen auszuführen. Die Männer, die Schlüssel zum Hause hatten. ! bekamen keinen Einlaß, da in der Eingangstür van innen ein Schlüssel im Schloß steckte. Man schöpfte Verdacht und' drang ge- waltsam ein. Zunächst fanden die Männer nichts und erst als sie zum Boden hinaufstiegen, entdeckten sie den ehemaligen Reichswehr- offizier und seine Frau: beide hatten sich an einem Dachbalken erhängt. Wie aus Abschiedsbriefen hervorgeht, die an Angehörige, an die Polizei und«inen Rechtsanwalt gerichtet warech haben die Lebensmüden die Tat ans wirtschaftlicheil Sargen begangen. Der Kauf des Hauses und die damit verbundenen Renn- vierungstösten hatten die Verhältnisse des Majors weit überschritte» und in einem Augenblick seelischer'Not beschloß dann Roys mit seiner Frau in den Tod zu gehen. Geheimnisvolles Gas über Hamburg. Sein Ursprung noch immer unaufgeklärt. Hamburg, 18. April. Die chemische Abteilung des Hamburger Gesund- h e i t s a m t s ist damit beschäftigt, den Ursprung der Gaswolke über Harburg, über die bereits berichtet worden ist, zu ermitteln. Bisher haben diese Untersuchungen noch zu keinem endgültigen Resultat geführt. Feststellungen haben ergeben, daß der Wind, der die Gaswolke vor sich henricb, nördlich« bzw. nordöstliche Richtung gehabt hat. Aus dieser Tatsache folgern die Untersuchenden, daß das Gas aus einem Hamburger Betrieb stammen müßte. Andererseits wird behauptet, daß die Gase, die sich aus dem Dampfer„Courier" niederschlugen, weder von einem Betrieb in Hamburg noch in Harburg oder Wilhelmsburg stammen können. Die rätselhafte Ga-wolke ruft die Erinnerung an jene fürchtet- liche P h o s g e n g a s k a t a st r o p h e wach, die am Sonntag, dem 20. Mai 1028, von der chemischen Fabrik Stolzenberg auf der Elbinsel Pente ihren Ausgang nahm und die nicht weniqer als 12 Tote und 90 Schwerverletzte zur Folge hatte. Die Opfer dieser Katastrophe sind auch heute nach vier Iahren noch nicht entschädigt worden. Vom Schornstein abgestürzt. Tödlicher Llnfall eines Berliner Arztes. harburg-wilhclmsburg, 18. April. Tödlicher Unfall eines Berliner Arztes. Der frühere Chirurg am Lichterfelder Krankenhaus in Berlin, Dr. v o n Rothe, war mit mehreren Herren zu Besuch bei einem hiesigen Bekannten. Nach dem Essen stiegen die Besucher auf das Doch des 5)aus«s, um von dort einen Rundblick über die Stadt zu genießen. Dr. von Rothe kletterte die Schornsteinfegerleiter empor. um ein entferntes Gebäude besser sehen zu können, stürzte ober plötzlich infolge eines Schwindelansalls ab und erlitt einen Schädel- bruch. Der Verunglückte erlag bald darauf seiner schweren Ver- lctzung. verstärkt« herobgesetzter Formot, Preis, s-Handler-Packg. verdankt die„Gold Saba" die begeisterte Aufnahme. Diese luftdichte Fabrik-Verpackung erhält dem Raucher frisch und unverändert die ganze Köstlichkeit der berühmten„Gold Saba"-Mischung. Daher ist„Gold Soba" so frisch& und gromatwA y>, flstld i-ÄI- Am Freitag, dem B m 0— � �-H.—___ redker: 22. April, 18 Uhr, LllS 31�1611 R. Breltschead Schwere Strafen für Autodiebe. Zugleich Bestrafung eines gewissenlosen Fahrers. Die Aulodiebstähle nehmen in Berlin überhand und d'e Gerichte gehen deshalb neuerdings schärfer gegen diese Diebe vor. Wegen fortgesetzten schweren Bandendiebstahls van Automobilen und gemeinschaftlicher schwerer Urkundenfälschung verurteilte das Schöffengericht Berlin-Mitte den bereits schwer vorbestraften Pferde- bandler Martin Loose zu 3 Jahren 6 Monaten und 1 Woche Zuchthaus und den ebenfalls schwer vorbestraften Autoschlosser J o- bann M e n g e s zu 3 Jahren 3 Monaten Zuchthaus, außerdem beide zu 111 Jahren Ehroerlust. Der Mitangeklagte Volte wurde wegen Hehlerei in zwei Fällen zu ll Monaten Gefängnis oer- urteilt. Ein vierler Angeklagter wurde freigesprochen. Loose und Menges gehörten zu einer weitverzweigten Autodiebesbandc. Durch die mehrtägige Verhandlung wurde erwiesen, daß sie von Juni bis Oktober vorigen Jahres nachts mindestens neun Autos auf der Straße gestohlen Izabcn. Die Autos wurden in die Garage von Loose gebracht, dort wurden die Nummern geändert, und die Wagen wurden in derselben Nacht noch aus Berlin her« ausgebracht und auf dem Lande verkauft. In zwei Fällen hatte auch Volte an dem Verkauf mitgewirkt, wobei er sich als„Lote des Gerichtsvollziehers" auegab. Loose war bei dem Abtransport der gestohlenen Wagen, obwohl er keinen Führerschein hatte, so rücksichtslos gefahren, daß er drei Verkehrsunfälle ver- ursachte und mehrere Personen verletzte. Er wurde deshalb auch noch wegen fahrlässiger Körperverletzung verurteilt. So was nennt sich Goziatisien! Die S A I. G r o ß- B e r l i n hatte für den gestrigen Montag zu einer öffentlichen Jungwähleroersammlung in den Gennaniasälen aufgerufen. Lange vor Beginn der Versamnilnng fanden sich etwa 2ll0 Mitglieder des Sozialistischen Jugendver- b a n d e s(SAP.) ein mit der unzweideutigen Absicht, die geordnete Durchführung der Versamnilung zu hindern. Nach dem mit großem Beifall aufgenommenen Referat des Genossen Löwenstein erhielt Augiist Siemsen das Wort. Die Versainmlungsleitnng billigte ihm 30 Minuten Redezeit zu, die er dazu benutzte, den Kampf der Sozialdemokratie um die Erhaltung der Zlrbeiterrechte herabzusetzen und weiter zu persönlichen Angriffen gegen den Genossen Kurt Löwen« stein. Nach fünfzig Minuten forderten die im Saale anwesenden Mitglieder der SIL. noch Redezeit für Willi Kreßmann. Als die Ver« sammlungsleitung das dreiste Ansinnen ablehnte, wurden Sprech» chöre inszeniert und Provokationen gegen die Mitglieder der Arbeiterjugend organisiert. Diese Vorfälle, die zur polizeilichen Auf- lösung der Versammlung führten, sind kennzqichvcnd für die Zer- setzungspoiitik der Sozialistischen Arbeiterpartei. Die SAI. wird nun in ehr Vertretern der SAP. und des SIV. in keiner Versammlung mehr das Wort erteilen. lvetlecausjichten für Berlin: Wolkig bis heiter und trocken, wenig Tempcraturänderung.— Für Deutschland: Im Norden uz-d Westen ziemlich heiter, im Süden und Südosten bewölkt, überall trocken mit wenig Temperaturänderung. kiulinvuagen für Dtctc Rubrik üuv Berlin<533 68. Lindensirlitze 8. parieinachrichten ßijfür Groß-Berlin Neu an Das Bejtrlstctreunai J. H»f. 2 Treppen rechts, zu richten Em größerer Dachfluhlbrand rief die Feuerwehr gestcrir nach« itlitmg nach der 6g lauer Straße 9. Vis in die Abendstunden hinein waren die Wehren noch mit den Lösch- und Aufräume- arbeiten beschäftigt. Das Gcfamtpcrsonol des Zoologischen Gartens hatte am ver- gangenen Sonnabend im Marmorsaal des Zoos und seinelii Reben- räumen seine alljährliche gesellige Frühlingsveranstal- tung, die sich eines großen Zuspruchs erfreute. Der Gesangverein der Zoowärter sang mit bemerkenswert guten Stinnnen schöne Volkslieder, ein Kollege glänzte als Musikoirtuose auf allen nlög- lichen Instrumenten, ein anderer bewährte sich als Schnellzeichner. Die reiche Tombola war selbstverständlich sehr„zoologisch". Man konnte Fische, Vögel, Kaninchen und Tauben gewinnen. Bei aller durch den Ernst der Zeit gebotenen Zurückhältung herrschte doch eine kameradschaftliche frohe Stimmung. Der langjährige Leiter des Zoos, Geheimrat Heck, war als Ehrengast erschienen und weilte mehrere Stunden auf der gelungenen Leranstaltuzig. Beginn aller Veranstaltungen lSll- Uhr. sofern keine besondere Zeitangabe! heute. Dienstag. 13. April. ü. Äteii. itrb.'itcrwedllihrt: Zufanimenliuitl der rrwerbsloscil Parlelmit. glieder im Heim Titsifer1 Uhr bei Golf, (btocfeitc. 26, zu einer futjen Besprechung. U. Abt. Sämtliche Genoffen um 111 Uhr Im Swinemünder Gesellschaftsbaus. Alle nocki in Händen der Genossen besinMichen Wahlfahnen und Trans. pnrenie find sofort herousMbringcn. 17. Abt. Versommlnng im Pahenhoier. Chauffceftt. 64. 88. Abt. 17% Uhr beim Genossen Eropenthin, Dorfstr. 2, Handzettel- und Fahnenausgabe. »l. Abt. 18 Uhr bci Köster Funltlonärsttzung. Anschließend zur„Neuen Welt". FneiileMttMM Donnerstag, den ai.fepril, 19:.: Uhr, Hehenzollern« schule, Schöne. erg, Beiziger Ecke EisenacherStraße: OeffentSiche gCundgebung ffür den Berliner Westen Ansprachen: Mathilde Wurm, M.d.R., Paula Kurgaß. Mitwirkende: Die roien Rebellen U.Arbeitsgemeinschaft SchcnebereierKannerchoru. LEedertalel West. ZNorgen, Mittwoch, 20. April. 2. Abt. Mitgliederversammlung bei Lohann, Brüderstr. 16.„Erobert Preugen", Referent Dr. Otto Miinche». 3. Abt. Zusammenlunft jüngerer Parteimitglieder bei Burlik, Sebastian- strahe 68. 3. Abt. 2g Uhr im Rosenihaler Hof. Rosenthaler Sie. 11—12, Mitglieder. Versammlung.„Ervbert Preußen", Referent Genosse Hermez. 7. Abt. Mitgliederversammlung im Nordischen Hos, Inoolidenstr. 126.„Er- obert Preußen", Referent Siegfried Aufhäuser, M. d. R. 16. Abt. Zunktionärsttzung bei Leuschner, Ackerstr. 116. 17. Abt. Die guiammenlunst jüngerer Parteimitglieder fällt aus. 21. Lbt. Bei Kroll, Utr echter Str. 21, Zusammenkunft jüngerer Parteimitglieder. „Wir und die Preußenwahlen". Rcscrcnt Dr. Eberlein. 24a. Abt. 18 Uhr Fluablattvcrbreitung von den bekannten Lokalen aus. 23. Abt. 20 Uhr Zahlabende in dc» bekannten Lokalen. 26. Abt. Mitgliederversammlung im Sitzungssaal des Arbeiter, Sämoriter. Rundes, Iostnstr. 4.„Stohctl Preußen". Referent Georg Müller. 2«. Abt. Ertra-Zablabende aller Gruppen in den belannten Lokalen. 20. Abt. 20 Uhr Zahlabende in den bekannten Lokalen. 32. Abt. Fahlodende in den belannten Lokalen. In der l. Gruppe im Lokal Große Zrantsurter Str. 30. Referent Hans Marr:„Erobert Preußen". 33. Abt.- jsoj Uhr, vor der Kundgebung, Funktivnarsttzung in der Alten Taverne. Fahnen mitbringen. Für die Wablvropaganda stnd Transparente bei Wertalla, PlatcUe bei, Loial zu haben Die Anmeldung besorgt Genosse Lamprecht, Bbffefkl kö/�strnsKvechert r ff, 3733. 83« Abt. Zah labend?- in den-bekaienteir Lolaien, 41. Abt. Alle Genossinnen und Genoffen beteiligen sich an der Kundgebung in den Blücheriaien, BUicherstr. 61. Zeitiges Erscheinen ist erwünscht. 44. Abt. Die Zusammenkunft der jüngeren Parteimitglieder fällt aus. Dafür restlose Beteiligung an der öffenrlichen Kundgebung im Deutschen Hof, Luckauer Straße. 40. Abt. Schwerhörige. Im Jugendheim Lindenftr. 4 Mitgliederversammlung. Rcferentin Gertrud Hanna. M. d. L.: Erobert Preußen. 31. Abt. 18V« Uhr Vorstandssitzung mit den Gruppenführern bei Schellbach. 20 Uhr Zahlnbende in den bekannien Lokalen in allen 4 Gruppen mit Portrag. 32. Abt. 20 Uhr bei Wolter, Kaiserin.-Augusta.üillce 32, Funktioniirfltzunn. 36. Abt. 20 Uhr Za.hlabendei 1. und 3. Gruppe bei Lietsch, Äantstr. 62. 2. Gruppe bei Jv.skomiack, Äolzendorfstr. 20. 38. Abt. 20 Uhr Milgliederversammlnng im Rankehaus, Rankestr. 4: Erobert Preuße». Referent Max Brinitzer. 7l. Abt. Außerordentl. Mitgliederversammlung bei Werner, Berliner Str. 38: Aussprache über die Preußenvxrhi. 74. Abt. Siedlung. 20 Uhr im Waldhaus Svandauer Straße RUtgliederoer- sammlung: Zwischen den Wahlen. Referent Heinrich Iakubowiez. 82. Abt. 20 Ubr bei Schellhase, Ahoenstr. 13a, Mitgliederversammlung: Erobert Preußen. Referent Dr. Korach. 89. Abt. Zohlabende in den bekannten Lokalen. 90. Abt. All- Bezirke Zohlabende in den bekannten Lokalen. 91. Abt. Zahlabend- in den Bezirkslokalen. Einteilung der Wahlarbeit. 93. Abt. Mittwoch, isv- Uhr. Bezirisführer bei Schumann, Treptower Str. 9V. ISV, Uhr Zahlabende in den belannten Lolaien. � 94. übt. Zabwbendlokale: 42.. 66. Bezirk Lokal L-nk. S-lchowcr Str. 8. 67., 68. Bezirk Lokal Breuer, Schillerpromenadc 39. 98., SV., 97., 98. BostrI Lokal Kwella. Oletstr. 13. mi,,, m. 93, Abt. I. Viertel bei Leusä), Jägerstr. 10. 2. Biertel bei Kiew. Prinz- Sandfeim-Str. 84. 3. Viertel bei Haas-, St-inmetzstr. 78. 4. Viertel bei wricger. Lesstngstr. 9. 97. Abt. Zahlabende in allen Bezirken. 129 30. Bezirk bei Krüger Warthe- straße 10, alle aitderen Bezirke an bekannter Stelle. Besprechung der Wahlarbeit und Materialausgabe........._ 98. Abt. Zahlabende: 133. Bezirk bei Wanzlik, Oberlandstr. 1. 186. bis 141. Bez. bei Teiät. Knesebeckstr. 133. 14.'. u. 118, Bezirk bei Noäck, Sulmsstr. 23. 144. u. 143. Bez. bei Borowiaä. Marieirdorfer Weg 7. 99. Abt. Zahlabende in allen Bezirken an den bekannten Stellen. 147. und 148. Bez. bei Rambaw, Chauoeestr. 10..... 118. Abt. Zahlabande in den bekannten Lokalen. Bei Bogel, Friedrich, Ecke Sophienstraßs. Referent Dr. Boller Groß. 132. Abi, 20 llbt bei Klug, Dorfstraße, außerordentlich« Mitglledernersamni» lung. Bericht von, Bezirlsparteitäg. 133. Abt. 20 Uhr Mitgliederversammlung an bekannter Stelle. 134. Abt. Zahlubende mit der Tagesordnung: Unser Komps um Preußen. Gruppe 1: Lokal Wandel. Bücher Aue. Reiorent Genosse naikner. Gruppe 2: Lokal Göpserl, an, Bahnho«. Rcscrenl Genosse Gawlitta. Gruppe 3: Lokal Sonnet, Schdnowcr Ecke Poristraße. Referent Genosse Rott mann. 140». Abt. 20 Uhr bei Heese: Sitzung aller Funktionäre und Wahlhelfer. Schönow. 20 Uhr ö'scntliche Versammlung im Lokal Otzdorff, Dorfftroße. Rcierent von Waldhcim. Donnerstag. 21. April. 3. Kreis. 10 Uhr Willdenowstr. ö, Zusammenkunft erwerbsloser Parteigenossen. Portrag de� Genossen WiN)elm Ttetgens. 5. Kreis. Trbeiterbilduagsschnlc. 20 Uhr Kursus Reese im Heim, Tilfttcr «Straße 4 ä. 7. Kreis. 1) Ubr im Jugendheim Rosinen str. 4, Zusammenkunft der erwerbslosen Parteimitglieder. Heuere Rezitationen der Genossin Friedel Hall. 1Z. Kreis. 14', Uhr Zusammenkunft der erwerbslosen Parteimitglieder im Iugendheiut Tempelhof. Götzstraße. Unterhaltungsnachmittag. Rezitationen Martha John. Musik Dr. Herberth. 11. Abt. Bei Schal.,. Levetzowstr. 21, MitglieberversamuUung: Erobert Preußen. Referent Hans Bauer..... U?. Abt. Zusammenkunft der jüngeren Parteimitglieder bei Röste?, Putlitz» straße 19: Was noch zu erreichen ist? 2. Abend. Referent Erich Wendicke. 51. Abt. 18 Uhr �lugblattverbrcitung von den bekannten Lokalen aus. Alle Genossen helfen. Genossen, die noch nicht zur Wahlarbeit eingeteilt sind, melden sich beim Gruppen nthrer. 78. Abt. Von 18 Uhr ab Flugblattvcrbr.citung von den bekannten Lokalen aus. L4. Abt. 94 95. Bezirk und 70/71. Bezirk Zahlabend bei Schröder, Steurnletz. straße 52. �. 115. Abt. Zahlabende um 17'* Uhr in folgenden Lokalen: 1. Gruppe: ber Stöber, Jung. Ecke Oderstroße. 2. Gruppe Restaurant Tivoli. Weichsel- straße 6. 3. Gruppe bei Radtke, Müagel straße Ecke Schari'.weberstraße. 4. Gruvve bei Lcipke, Kronpnu.�enstr. 47. Die Zahlabende werden pünkt- lich eröffnet, da die Genossen sich um 7'/- Uhr an der öffentlichen Rund- gebung in der Schulaula Parkaue beteiligen. 143. Abt. 19 Uhr Versammlung im Bergschloß Waidmannslust, Pflichtteil» nähme aller Genossen. Araucnveransiattungcn. Achtung, Abtcilungsleiteriunen! Wir bitten all- Abteilungslcitc» rinnen, soweit sie es noch nicht getan habe», umgehend telcvhonisch zu melde», wdbin die Frauenbroschiircn(die kostenlos zur Beriüzuvg ge» stellt werden) geliefert werden sollen.' Do« Frauevsekretariot. W 119. Abt. Die Genossinnen beteiligen sich zoblreich o» der Frguenkundgebunz der 12!. Abt. Mählsdori um dienstog, 19. Avril, 20 Uhr. Tresspunkt zur gemeinsamen Fahrt Stadtbahnhof Licht-nberg-Friedrichsielde lOzs Uhr. 127. Abt. Der Frauenabend fällt zugunsten der Kundgebung in der Schulaula Roedernstraße aus. 131. Abt. Der Fraueitabend fällt im April wegen der Wahlarbeit und zugunsten der Pärteiveranstältungen aus. Sozialistische Studenienschaft Berlin. Die Sozialistische Studentenschait beteiligt sich an der Iugendkundgebung der Eisernen Front am Donnerstag»u der N«ue»-Welt.«Hgßoiiheide. Beginn 19>4 Uhr. Freitag, 22. April, geschloffen- Teilnah nie mit Fahnen an der Lust. gartendcmonstration. Treffpunkt 16u Uhr Kleiner Tiergarten. Arbeilsgemcinschafl der stindersreunde Groß-Berlin. Die Gesckiäftsstelle ist wie folgt geöfknet: Montag, MitiwoG, Frei- tag oon 18— lll Uhr, Dienstag und Dolllierstag pon 9—17 Uhr und Sonnabend- von 9—13 Uhr. Peenzlaner Berg und Friedrichshain: Mittwoch, 18 Uhr, Probe zur >'i Maifeier im Heim Ebertgstr. 12. . Kreuzberg. Abt. Südwest: Morgen, Mittwoch, 19% Uhr, Elternabend Ä im Jugendbeim Porckstr. II, Neukölln: Heute, Dienstag, fallen die Gruppenabende für die Jung- und Rote.Falken-Gruppcn aus. Dafür Ucbcn zum I. Mai iReue Welt) bereits l>i>-- Uhr in der Karl-Mari-Schule. Sterbetafel der Groß-Berliner Partei-Organisation 6. Abt. Unsere Genossin P a u l i n e M e n e r, Zionskirchstr. 16. ist im 72. Lebensjahre verstorben. Ehre ihrem Andenken! Die Einösiberung findet Mittwoch, 2V. Aoril, 19 Uhr, im Krematorium Gerichtstraße statt. Um recht rege Beteiligung bittet der Abteilungsvorstand. cksm Russischen übertragen von Werner Bergengruen. Der Bataillonskommandeur erscheint. Er wendet sich zum Bataillon und heult abgerissen:„Brüder! Ich beglückwünsche euch zur Feuertaufe! Mögt ihr allezeit tapfere und treue Diener des Zaren und des Vaterlandes sein! Wir mußten zurück, weil unsere Artillerie und die Äosaken noch nicht zur Stelle sind. Zur Nacht sind sie da!" Aber offenbar ist sein Gedärm auch nicht widerstandsfähiger als das der anderen, und so verschwindet er schnell hinter einer Mauer. Die Mannschaften werden durchgezählt. In unserer Kom- panic fehlen zehn Mann. Gegen Abend hören wir, daß es sechs Verwundete und vier Tote gegeben hat. Unter' den Toten ist auch Tjurin- Wir marschieren seit vielen Stunden. Ost machen wir holt, stehen lange an Ort und Stelle, sstzen und le�an uns auf bist Erde, schlafen ein, reißen uns mühsam wieder in die Höhe, marschieren weiter. Alle Glieder tim einem weh. Hüft- und Kniegelenke sind wie mit Sand ausgefüllt, trocken und widerwärtig. Die Beine kommen nur mühsam vom Fleck. Der er- schlaffte Rücken krümmt sich unter seiner Last. Neben mir schaukelt Tschaika auf seiner schlanken Fuchs- stute. Dos Leder seines neuen englischen Sattels knirscht wie eine Barke auf dem Fluß, gemütlich und monoton. Tschaika ist jetzt Major. Er war lange genug Haupt- mann gewesen und hatte sich dann so über die Beförderung gefreut, die ihn unterwegs erreichte. Langsam wird es Tag. Hinter uns zeigen sich purpur- farbene Slreisen und unter ihnen nimnit der dunkelblaue Himmel eine grünllch-hellbloua uusi durchsichtige Töfeuig ca- Vor uns ist noch alles schwarz, und die großen Sterne ver- löschen allmählich., Wir marschieren westwärts. Vor uns, vielleicht fünfzig Schritt links von der Marsch- kolonne, schießt plötzlich eine mächtige Erd-, Feuer- und Rauch- säule auf. Die Kolonne gerät in Verwirrung und drängt von der Landstraße nach rechts ab. Dos Regiment macht halt. Zwei, drei Minuten vergehen. Hoch durch die Luft kommt ein mächtiges Summen wie von einer Riesenbiene und im gleichen Augenblick gibt es ein fürchterliches Gekrach, wie ein Stoß gegen das Trommelfell und zugleich wie ein Schlag aus den Kopf. Rechts von uns saust ein hoher feurig-schwarzer Turm in die Höhe, löst sich auf und geht wie eine Kaskade nieder, in lauter kleine Erd- und Staubbrocken aufgelöst. Das Regiment stürzt auf die Straße zurück. An uns vorbei galoppieren Meldereiter, Patrouillen, Adjutanten. Die Deutschen tasten die Kolonne ab: noch zwei, drei Schüsse.und wir befinden uns im Feuer der schweren Ge- schütze. Aber wir bleiben unbeweglich stehen. Mit einem Male duckt sich die ganze Kompanie wie auf Kommando zusammen. Ueber uns durchschneidet mit Pfeifen und Heulen ein Riesen- brocken die Luft und schlägt weit hinter uns in die Ko- lonnc ein. Wieder sehen wir diese fürchterliche schwarze Säule, und nun fliegen monschlichc Gestasten, Arme und Beine durch die Luft, in abenteuerlichen Verzerrungen hochgeschleudert. Steine, Erdschollen, Gewehre, Spaten fliegen mit. Alz Rauch und Staub sich verzogen haben, laufen wir zur Einschlagstelle und sehen mitten aus der Stoße einen tiefen, breiten Trichter, und darin zerrissen« Leiber, Arme. Beine und ver- streute Ausrüstungsstücke. Seitab vom Trichter krümmen sich stöhnende Schweroerwundete. Wir warten nicht erst aus die Sanitätsleute, wir heben die Verwundeten auf und schaffen sie zu den Wagens Sanitätsleute mit Bahren kommen angelaufen. Aerzte und Sanitätsunterosfiziere erscheinen Von allen Seiten hört man Stöhnen, Schreien und Wimmern. ..Die Truppen werden von der Straße weg seitwärts ins Gelände geführt. Dort wird neben einem Hügel sine Grube ausgehoben. Soldaten und Sanitätsmannschaften schleppen die Gefallenen heran. Die meisten haben keine Arme oder Leine mehi. Bielen hängen die Eingeweide heraus. Ein Toter ohne Kops ist auch dabei. Zweirädrige Karren und Sanitätswagen langen bei der Einschlagstelle an und nehmen die Verwundeten aus. Zehn Schritt vom Trichter entfernt liegt ein Schwerver- wundeter auf einem ausgebreiteten Wachstuch. Mantel. Uniform und Hosen sind nur noch Fetzen, Die Sanitätsleute schneiden die blutgetränkten Lumpen weg. Mitten im Leib, etwas unterhalb des Nabels, sind ihm die Muskeln zerrissen und durch das etwa faustgroße Loch sieht man die von dickem, dunkelrotem Blut überströmten Eingeweide. Ein riesiges Stück Verbandsgase wird auf die Wunde gelegt, saugt sich voll Blut und fällt in die Oeffnung. Mit vieler Mühe gelingt es endlich dem Arzt, ihn zu ver- binden. Dem Verwundeten wird Kognak eingeflößt. Dann tragen sie ihn zum Sanitätswagen und legen ihn hin. Aber das alles brauchte er ja nicht mehr. Zum Massengrab werden Arme und Beine gebracht, dann werden die Gefallenen in die große viereckige Grube gelegt, die abgerissenen Körperteile kommen dazu, und alles wird zugeschüttet. Eine Zeremonie des Grauens. Wir stehen hier viele Stunden. Die Borgesetzten er- zählen uns, die Deutschen seien, ohne sich hindern zu lassxn, bis in die Nähe von Warschau vorgegangen. Jetzt sind sie aber plötzlich auf die sibirischen Truppen gestoßen und gehen zurück. Sie wollen uns mit ihrer schweren Artillerie zum Stehen bringen, aber wir werden sie bald vor uns herjagen. Gegen Abend mußten wir wieder auf die Landstraße. Und nun marschieren wir in der Dunkelheit weiter. Weder rechts noch links ist etwas zu sehen. Kaum kömmt ein Gespräch auf. Wir empfinden weder Grauen, noch Schrecken, noch Mstlgid. Wir wollen ganz einfach schlafen. nichts als das. Die Lider sind schwer, der Unterkiefer will vor Hähnen herunterfallen. Mag es gehen, wie es will, wenn man nur schlafen könnte! Schlafen, schlafen! Leim Morgengrauen kommen wir in alten und dichten Waldbestand. Der Wald ist bald zu Ende. Die Spitze der Kolonne hat bereits offenes Feld erreicht. Wir hören fernes Gewehr- und Maschinengswshrseuer. Bei jedem Windstoß klingt es stärker. Das Regiment macht hast. Wir bekommen den Befehl, in tiefgestaffelten Schwarmlinien durch den Wald vorzugehen. Wir gehen über weichen Moosboden, springen über Baum- stumpfe und gestürzte Bäume, stolpern über freiliegende Wurzela und bemühen uns. die Nebenmänner nicht zu ver» lieren.(Fortsetzmzg folgst�. fWiSozialistisKeArbetterjugendGroß-Verlin j Einsendungen für diese Nubrit nur an das LugendsekreLariaL I Berlin SW 63. LindenstraHe 2. vorn � Treppe rechts. Iugcud im Preuftenkampf: ZullgwahlV�undgebung der Iugendgruppcn der Eiseruc» Front am Donners» .tag, dem 2t. April. tLt» Uhr, in der„Neuen Welt", Hasenheide. E» sprechen Tlegfriod Aushauser� M. d. R., und Ludwig Diederich. Fahneneiiunarsch, Ee. diesem fthuia®'''c"tu'''>en' �"'c Ablcilungsvcranstaltunzen fallen an » proletarisches Iligcudorchcstcr. Heute, Iii'. Uhr, Gesamtorckzesterprobe im x«ich-ns«al der«MS., Neulölln. Äalse-.Frirdrich.Ttraße(U.Bhf. Fuldastraße). Heute. Dienstag, lS� Uhr. DrunuenplaK: Pank. CS- Wi-senstraße:„Aufgaben der SAH." Gesund. Irunnen I: Gatenburger Str. Z: Lichtbilderabend.— Gesundbrunnen Ilt Kolonie. ss'ltbe S, 3- Hof:„Tagespolitik".- Humboldtdoin: Putbusser Str. Z:„Heinriä) Alle. Norden: Lortzingitr. 19:„Tagespolitik".— Schillerpark: EeyLning. ftrage 17:.ulnlcre Forderungen für Iuzendschuh und-recht.— Wedding: Will- denowstr. ö, Raum 3:„Kapitalismus und Sozialismus".— Wedding-Rord: Turrner Ecke Seestraße:„Wo gehört die Jungardeiterschaft hin?"— Arnimplah: 18 llhr Telephonzelle.— Arnsivaldcr Plag I; Schönlanker Straße:„Genteinsame Erzieh ung der Geschlechtes.- Baltan: Mandelstr. 2:„Alkohol und Nikotin".— Hohenschönhausen: Dingelstädter Straße: Tanzabend.— Nordosten I: Danzigcr Straße KZ: Heimabend.— Veißensce: Lyzeum Pistoriusftraße, Eingang Park. Schupo- Kundgebung Mittwoch, 20. April, 18 Uhr, Im GroBen Saal der Gesellschsft d. Freunde, Potsdamer Str. 9 Versammlung d.Polizeibesmten Berlins Redner: Polizeipräsident Albert Grzesmskl, Kriminalrat Emil Klingelhöller. Thema: Die preußischen Landlags- wahien und die Poiiseibeamten. straße: Mitgliederversammlung.— Halenheide: Wassert orstr. 4: Cinfllhrungs. abend.— Kopenicker Biertcl: Besuch der Gruppe Hasenheide. Treffpunkt Ib'i Uhr „Rote Ecke".— Reichenberger Viertel: Reichenbcrger Str. KS:„Bursche und Mädel in der Arbeiterbewegung".— Süden: Porckstr. N. Zinuncr 4:„Unsere Vollsoertretungen", l. Teil.— Südwesten: Lindenstr. 4, vorn 1 Tr.:„Staats. fest".— Gharlottcnbnrg: Rosiirenstr. 4:„Abrüstung".— Charlotten durg. Nord: Kaiferin.Augusta.Allce S7b:„Russische Revolution".— Westend: Turnen.--- Steglitz I: Treffpunkt lS Uhr vor dem Heim zur Teilnahme an der Kundgebung in Lankwitz.— Neu.Tempeldos: Wintgensstraße:„Moderne Literatur".— Neukölln VI; Treptower Str. 95: Ausnahmsweise findet der Heimabend mit dem Genossen Eberlein statt.„Erziebung zur Gemeinschaft in der SAI."— Köp«. »ick I: Grünauer Str. Z: Einsührungsabcnd.— Lichtenberg-Rordweft! Dosse. straße 22: Informationsabend.— Riiaickendorf-Ost: Lindauer Str. 1: Uebcu für den l. Mai.— Hermsdorf: Roonstraße: Die Mädel haben das Wort.— Tegel! Schönrberger Str. 3: lll-Minuten-Referatc.— Witteneu: Hauvtftr. 18:„Sexuelle Fragen".— Karow: Frundsbergstr. 9:„Kircbc und Sozialdemokrattr".— Pankow II: GärfGstraße: Lefeobend.— Nenlölla VM: Treffpunkt 19 Uhr Weichsel. Ecke Kaiser. Friedrich. Straße. Beteiligung an der Kundgebung der Partei in der„Neuen Welt". Werbebezirk Ritte: Beteiligung an der Kundgebung der Partei im Eewerk. schastshau», Engelufcr 24—25. „Jugend in Eiserner Front": Kundgebung l9U Uhr in den Andreas. W Festsälen. Andreasstraße. Referenten: Dr. Kurt Sowenstein. M. d. R., W N Crick, Schmidt.(Wecbebezirke Osten, Oberspree, Müggelsee und Lichten, sitz berg.) B ■ Werbebe-irk Osten: Morgen, Mittwoch, sollen alle Heimobende aus, da Uebcn zur Maifeier, Heim Litauer Str. 18. Leitung: Martin Gleisner. Vorträge, Vereine und Versammlungen Sturmvogel, Flugurrband der Werktätigen e. 93., Vrzirksgruppc Ost. Sitzung am Dienstag. 19. April, 29 Uhr. im Rcvaler Vcreinshaus, Rcvaler Ecke Einiou. ?uch. Straßc. Die Segelflieger treffen sich jeden Sonntag in Trebbin aus dem Löwondorfer Berg. Verband Preußischer Bolizeibramten, e. B. Am Mittwoch, 29. April. 18 Uhr, Gesrllschaslohaus dcr Freunde, Berlin, Potsdamer Str. 9, großer Saal, Kund, getzunq der Polizeibeamten Berlins aus Anlaß der Landtagswahlen. Redner: Staatsministcr a. D., Polizeipräsident Albert Grzesinsli; Landtazslandidat Emil Klingelhöller. Vcrcin dcr Reppener in Bcrli». Sonnabend, 23. April, 29 Uhr, Monats. »rrsammlung mit Tanz im Berliner Klubhaus, vbmstr. 2. Landsleute will. kommen, l. Borntzeicher: Oskar Birienhageu, NO. öä, Pastcurstr. 32. borilllsiisclier Leperoni»- unü(ö r u npe L e n r c n clen 2?. Kvrll. 1B- Otir. dieisllsrdeitcr-Verbsn-Iibauz. I.In!enslr. 83-85 cssing. sslsässsr SirsSe) Taino: sscsclukoi el.„1.4 Soclnlisio" rdlunportu Lareton!»— Infangruvo ..I. i d e r e c o": ssrelmg. äen 22 Aprtl. 17—19 Uhr, Schule Danzigcr Straße. Tcmo- Ludo) k. kantoj(Kunportu tabulludotn). „3cbc Jrau ihre eigene Künstlerin durch Bergmann-�Slasse"- Stickereien." sstach dem grogen Erfolg, den die biaus>Bergmann- Zigarettenfabrik A.-E. mit ihrer Sonder-Ausilelluna von Hand- arbeiten unter Verwendung von Bergmami-,. Klasse". Stickereien im Kaufhaus Karstadt gehabt bat, findet diese Ausstellung auch bis Sonnabend, den 23. April 1932, in beiden Häusern der„DEFAKA" B. G., Klosterstraße 21/2-l und Zimmerstraße 16'18, anläßlich der Familien-Spartage der„Tcsaka" B.(8, statt. Die Ausstellung ist täglich ab 9 Uhr geöffnet. Praktische sowie modische Vorführungen mit erklärendem Vortrag über die Verwendung dcr Bergmann- „Alasse"-Stickereien werden nachniittags von" 16—18 Uhr ab- gehalten. Dcr Eintritt ist frei! 'iiSNlSUSt �hins 8rltI fina von- rtetu Die �„r.«M- IQ'" »- Itztrl«- -„'.«„»nuBas» r-ctSr- rwev9' ) Theater, Lichtspiele usw. Staats Theater D Icus Jag, den 19. AprU Staatsoper unter den Linden l?>Ä Uhr Falsfiafff StaitLStospieltiaas uEndaraeonarki. 20 Uhr kgmvnt Schtller-Theater Charlottccbtirg. 20 Uhr Ostern Tlsl- 5 u.»II Uhr HORACE GOLDIN WINSTONS Tauch.Ravue Rud. Ntlun Mary Lotsetf Ham Sommer Tha Jever» usw. MM. Wer Charloitcnburg dismarckstraße 34 Dienstag, 19. Apiil Turnus 1 1 Don Giovanni Biniiernapel, HQsch. Berger a. li., Ililrfsa. Fiiiesser. Kemer Antans 1930> hi ernte geg. 22 45 Uhr klts Sctltiisoa.Baia. Su.l15 Stos,2 5.81" Ii. Tai.: E 7 WeidsaMDÖl DorVotelhändler mitropoi-ineaier Täglich 8V« Uhr Cnrt Götz in ZlrKus Almes Opereite von Curt Götz, Musik von Benatzky »Thealer in der- Streseroannstr. Täglich«>,. Uhi HainzRlihnisnn.° öerMustergatte Schwank in 3 Akt VoiitscUhne Tliutti sin EOlowolatz 8 Uhi Kainrstl Kasper Volkss ück von Paul Schüret Staall. SäiHer-HiBater 8 Uhr Ottern Theater desWestens Heute 81/« Uhr Premiero kurzes GsstsgitI nur bis 25. Iprü Braiimanische Inder tanzen und spielen indische Dramen u. Legendeu GRojJjejf jcha'jspig itmis DIE SCHONE •-*6. Ojf HELENA Ks'.JS&Wi" Heute 7 Uhr Premiere \MAX REBNUx�RBTl [eiyszEMERytNGj original- Befema Patentmatratzen/ Ruhebetten Couchs mit eelama-Faderuns Palent-Drehbell(D. R. P.) ein Grift- ein Bett, sowie das neue Holzbett mit Ctefema-Fedexusg sind vollkommen ger&asdilo«!— Kein Einliefen. FQr schwerste Belastung. Uebcrall erhälll 20 Jahre Garantie. Beri.Federmatratz.-rabrik. Koppenstr. 3i n KS 1887 B« hanclluns Wll Ha Wilhelmstrane 44 Winter * Qarten■ 8.15 Ubr flora 3434«adien erlaubt| Variete- Bevwe ..FUnf Im KUsenagcn" mit 1 Ehrlich. Halmay. Moraan.| Thclmcr. SUncland usw. vuuhr CASINO-THEATER»". uh. Lothringer Strafte 37. iiiimmiiuiiiMiiiiimiMii Berlins neuestes Operetten-Theater! ,«PeB»PinaAb Operette in 3 Akten. Musik von R.StoU Erstkl GesangsKr. Neue BDhnenausst Gutschein i-4 Personen. Parken au Hl.. Hauteuil 1.— Mark. Sessel 1.50 Mark. «KWW Kgsfaumra Berlins Tb. im Admiralspalast Täglich gUi Uhr Käthe Dorsch QnstafOrflndgcns in: Liselotr kiogsuiBlv.EdualdllDnuBk« UNZEN kauft BALL— Berlin UNZEN- Kennst Du dieses Zeichen Auch Du mußt Mitglied werden in unserer BucfigenoJ»en»eJiafl OER eüCHEßiCil&IS?;£• Auskunft und Varzeidin!«»rhältst Du gratis b dar Zaklslalis: Der sUGherhrsis i-, m.!>, N. Bsnm su? ei. Be!ie-A;iiance"P!stz 7 OeoiiilMlMMiliaiiil AditunC! Ädifunö! Austtestenerle und nidit de- zaCsbereditidle ktUSUeder Dienstag, den 19. April 1932, Mittwoch, den 20. April 1932, Coanecoiag, den 21. April 1932, finden in der Zeit von 10 bis 1 Ahr »wecks Einteilung der Wahitörper im porierretanl de» verdandshonfes, Schotter 15, die Einiragungen statt. vonnerskog, den 21. April, nnchi» S Ahr Srandien-versammlunS der Hefalldrüdier n. Pollerer in Ewald» Verein» hau«, Stalltzer Siros- 12«. Tagesordnung: I. Bericht der Branchenkommisston. 2. Distussion 3. Zieuwalil der Branchen'ommtssion. Ohne Mitgliedsbuch fein Aulritt. Es ist Pflicht aller erwerdsloleu sowie in Artest stehenden Kollegen, an dreier Versammlung teilzunehmen. vonner»ßaa, den 21. April, nachm. S Ahr »rsn«ven-Vei'5ammanns der Sold- und Sttdersduniede im„Dresdener Garten", Dresdener Strohe 45. Tagesordnung: I, Iahrrsdericht. ?. Neuwahl der Branchenlestung. 3. Per chiedenes. Ohne Mitgliedsbuch kein Zutritt. Es ist Pflicht aller Kollege», an dieser Perfammlung teilzunehmen. vannerataa, 21. April, nachmittag» 5 Ahr vrandien'Verismmlnnd der CdirurLie-klemailMer im„Aofenlhaler Hos'. Aolenlhaler Skrahe 11,12 lWeißer Saal). T.a gesordnung: I. Jahresbericht. 2. Neuwahl der Branchenkommiision. 3. Branchenangelegenheiten und Ber» fchiedenes. Ohne Mitgliedsbuch kein Zutritt! Es ist Pssicht aller Kollege», an dieser Versammlung lellzunehmen. Donnerslan. den 21. April. nachmittags 5 Ahr: VersammlunS cker Branche der SchsittaTbeiier nnn der in den Meiailkarzwarenbetrleben bescfaailiglcB Kolleginnen u. Kollegen I. Verbandshans, Sitzungszimmer 4, vier Treppen. Eingang ö, Stfdll» t-lrnh- SS 88 Tagesordnung: 1. Jahres dertcht. 2. Neuwahl der Branchenlestung. 3. Verichiedenes. Ohne Mitgliedsbuch kein Zutritt. Es ist Psticht aller Kollege» und Kolle- ginnen, an dieser Versammlung teil- zunehmen.__ vonneratag den 21. April, abends 7 Ahr Brandien- Versammlung der Widder, Widderinnen, Isolierer, isoiiererinnen Im Cslol van Michalstt, Vene Hoch. straße 32-34. Tagesordnung: l. Jahresbericht. 2 Dtskuiston. 8. Neuipal» der Branchenlestuug. L Brattchenangelegenhoiten und Ber« fchiedenex. Ohne Mitgliedsbuch kein Zutritt. Es ist Pflicht aller Koileg«» und Solle- ginne», an dieser Berjammiunz teil- ziznehmon. MMn TUeater 8 Uhr Vor Sonnen- unlersong v. Gcrh.ilauptmann Regie Max Reinhaidi llosc- 1 Dealer ire!« frailturist SImBs IZ! iel. Wiiärni k 1 342/ 8.15 Uhr Die Frau, die jeder sudit Cofnetsias. den 21. April, ahend» I Ahr Versammlung der Anlogen, and Eiektrasdlireitei sowie Srtveiherinnen Im Lokal„Schlestiche helmatt-, Vene Zriedrlchstrasts 1 (nahe Zaanowlhbrüche) Tagesordnung 1. Jahresbericht und Aussprach". 2. Neuwahl der Branchenlestuug. S. Perbandsaugelegenhesten und Per fchiedenes. Eiistri I nur mstBe'baudsduch des DML. und der Beru'-öe'sichiiui'g„Schweißer". Ep wira poll'ähliges Ericheinen etwartei vte OrtsnerwaUnng. I.m!ii?-Ideatei Täglich Slls Uhi Das Tbester der Stepiiler Maria Stuart Agnes Straub, Tllla Durleux Theater a.nQilenöoriDia!2 Pallas 7051 W» Uhr, Stg. ♦ straße)._______< Sine sensationelle Nachricht! Ich veikaufr bio 25. April: Schlaf, zimmer, Eiche, 275,- bis 359,-: Schlafzimmer. Nuß bäum, 299,—: Schlafzimmer. Birke, 490,—; Herren- zimmer 239,—, poliert 299,—; Speise zimmer 275,—; An kleideschränle 85,—. Entzückende Küche» 72,—. S6>rager. Kastonienallee 45. Fabrikgebäude. Fah, lungserleichterung. Speisezimmer, schwer verarbeitet, »Ufett 189 Meter. 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Skrafsache gegen den Schriftsteller Dr. Joseph Goebbels wegen Beleidigung, Dle vierte große Straskanuner des Landgerichio III'Berlin da: am 29. Ob tober 1931 für Recht erkannt: Der Angeklagte wird verurteilt: lm Falle Grzesinskt lAngriff 9!r. 8 vom 29. Januar 1830) wegen Beleidigung zu 399.— I dreihundert) Reiedsmarl Geldstrafe, im Ntchibeilreibungsialle zu lb Tagen Gelang»!« Die Kosten des Perfahren» fallen dem Angeklagte» zur Last. Dem beleidigten Etaalsminister Grze» sinzki wird die Befugnis zugesprochen, binnen 2 Monaten nach Zustellung einer inst Rechlslroltdeschestitgung veisehene» llrteiisaus erltgung auf Kosten de« Än- geitagten im Anartst und Borwärts den erkennenden Teil de» Urteils zu ner» öffentlichen. Da» UtteU ist vollstreckbar. Berlin, den 18 April 1832, Per 0b»rstaal»an!oa» bei dem eandgerich« III. fSstssssZiiSss Fahrrodanlauf. Kraus, Große Frankfurterstr. 52.- FSilssssZllW Ballonräder. fabrikneue, 35,—, 35,—, 55,—, 68,-, Werner, Adalbert. straße 9, Krttbussrr Tor. 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Mit ihm schied ein Mann, der als das Ideale bild eines Forschers gelten kann. Schon in jungen Jahren durch sein Tagebuch von der Weltumsegelung des Schisses„Boagle" und weiter anschließende Arbeiten über einzelne Gebiete der Geologie, Botanik, Zoologie und Biologie bekannt und berühmt geworden, blieb er bis in sein höchstes Älter voit jedem Gclchrtcndünkel frei. Die lange Secsahrt und ständige Seekrankheit hatten ihin ein schweres körperliches Leiden eingetragen, so daß er mehr als die letzten dreißig Jahre seines Lebens niemals von Schmerzen frei war, aber niemals vcrsiel er in Verbitterung, sondern arbeitete unermüdlich und behielt sein mildes Wesen und seine gerechte Beurteilung auch Andersdenkenden gegenüber: seine damals neuen und unerhörten Gedanken trugen ihm starke Gegnerschaft und schwere, oft persönlich gehässige Angrisse ein, aber in der Erwiderung verfiel er niemals in den gleichen Ton, sondern vertrat seine Meinung stets in würdiger Weise mit rein sachlichen Gründen. Und dieser milde, wegen seines körperlichen Leidens in Zurück- gezogenheit einfach lebende Mann hat durch seine fortgesetzte, nie aussetzende Forschungsarbeit die Anschauungen von den Vorgängen in der organischen Welt des Lebens der Tiere und Pflanzen von Grund aus umgestaltet. An die Stelle der festen, vom Schöpfer als unveränderlich geschaffenen Arten, deren Krone der Mensch ist, ist die Lehre von der allmählichen Veränderung und lim- b i l d u n g der Arten getreten, von einer Entwicklung, in die auch der Mensch hinein gehört. Damit soll freilich nicht gesogt sein, daß diese Lehre von der Entwicklung des Lebens ohne Darwin nicht auch entstanden und ausgebildet worden wäre. Die Fragen, melche die wissenschaftliche Welt zu irgendeiner Zeit beschäftigen, hängen ja stets von dem gesamten Zustand der Wissenschaft ab und werden stets van einer ganzen Reihe hervorragender Geister behandelt, wenn die schlicßlichc Lösung auch mit Recht von der Mit- und Nachwelt mit einein bestimmten Namen verbunden wird. So hat auch Darwin Vorläufer gehabt— man braucht nur an seinen Großvater E r a s- m u s Darwin zu denken sowie an Goethe und L a m a r ck— und ebenso kann man unter Darwins Zeitgenossen in gleichem Sinn erfolgreich Strebende nennen, z. B. seinen Landsmann W a l l a c e. lind doch wird die Abstammungslehre mit Recht sür olle Zeiten mit dem Namen Charles Darwin verknüpft und an seinen Namen gebunden bleiben, denn er hat die Lehre in der umfassendsten Weise begründet und durchgearbeitet, so daß sie in den weitesten Kreisen Beachtung fand und sich durchsetzte. Das Entscheidende, wenn auch nicht völlig Neue der Lehre Darwins war, daß die Arten der Tiere und Pflanzen, von denen es in der biblischen Schöpfungsgeschichte heißt, Gott schuf jedes nach seiner Art, nicht unveränderlich sind, sondern sich im Laufe der Zeit abändern, und zwar ollmählich so sehr, daß vollständig neue Arten entstehen, denen ihre Herkunft von den ursprünglichen Arten gar nicht anzusehen ist. Dieser Gedanke der Entwicklung ist uns hcutc Lebenden so in Fleisch und Blut übergegangen, er gehört so vollständig zu den Grundbegriffen unserer biologischen Anschau- ungcn, daß wir uns nur sehr schwer vorstellen können, wie er jemals in Zweifel gezogen und seine Vertreter als Eottesleugucr. und sündhafte Menschen verschrien und.verfolgt werden konnten. IlüS doch waren in der ersten Hälfte des vorigen Jahrhunderts und noch später, als Darwin mit seinen Ansichten hervortrat, die nam- haftestcn Gelehrten und Forscher der Ucberzeugung, eine Art könne sich in keiner Weise abändern, sie müsse ständig so bleiben, wie sie ursprünglich von Gott geschaffen worden sei, und nicht nur die Theo- logen, sondern auch die meisten biologischen Forscher lehnten Darwins Lehre als ketzerische Irrlehre ab, bis die von Darwin in unermüdlicher Arbeit zusammengetragenen Tatsachen die alten Vor- urteile gänzlich über den Haufen warfen, so daß heute, wie gesagt, niemand mehr, dessen Urteil irgend ins Gewicht fällt, an der Tat- fache der Acnderung der Arten und an der Tatsache der Entwicklung der jetzt lebenden Arten aus älteren und zum Teil untergegangenen Formen zweifelt. Aber Darwin tat noch einen weiteren entscheidenden Schritt: Er suchte nach natürlichen Ursachen der Umbildung der lebenden Formen bei Tieren und Pflanzen und glaubte sie zu finden im „Kampf ums Dasei n". Alle Tiere und Pflanzen bringen ja viel mehr Samen hervor, als bei voller Entwicklung auf der Erde Raum hätten, daher muß unter ihnen ein beständiger Kanipf um Licht, Luft und Nahrung stattfinden, welchen nur diejenigen siegreich bestehen, also zur Entwicklung und Fortpflanzung kämmen können, die den herrschenden Lebensbedingungen am besten angepaßt sind. Diese vererben ihre Eigenschaften an ihre Nachkommen, so daß die Natur in ähnlicher Weise wie der inenschliche Züchter bestimmte Eigenschaften an Pflanzen und Tieren heranzüchtct, immer besser für die Lebensbedingungen passende Formen und Arten hervor- bringt. Deshalb spricht Darwin von einer Auslese(Selektion) durch natürliche Züchtung. Diese Selcktionslehre stellt einen großartigen Versuch dar, die den Lebensbedingungen so wundervoll angepaßten Organe der Lebewesen auf natürliche Weise zu erklären, wobei man van der Absicht eines Schöpfers absehen kann. Di« Einführung dieser wissenschaftlichen Denkweise in die Biologie durch Darwin kann gar nicht hoch genug angeschlagen werden. In den 50 Jahren, die seit Darwins Tod verflossen sind, Hot selbstverständlich die Forschung nicht stillgestanden, neue Tatsachen in überreicher Anzahl sind aufgefunden worden, die zum großen Teil Darwins Auffassungen bestätigten und vor allem die Tatsache der Entwicklung, des Hervorgehens der Arten auseinander mit Ein- schlich des Menschen, zu einer immer festeren Ueberzeugung gcstal- teten, zum Teil in Darwins Auffassung von dem Mechanismus der Abänderung sich nicht einfügen wollten— ich erinnere nur an die von dem holländischen Forscher de Bries aufgefundenen, ganz sprunghaften starken Abänderungen, die Mutationen genannt werden, und an die zahlreichen Versuche in jüngster Zeit, durch äußere Einflüsse solche Mutationen in bestimmter Richtung hervor- zurufen. Auch die Gesetze der Vererbung sind seit Darwins Tod wenn auch noch nicht völlig aufgeklärt, so doch weit besser erforscht worden, als es zu Darwins Lebzeiten der Fall war, und dadurch ist auf manche Erscheinungen im Leben der Pflanzen und Tiere neues Licht gefallen. Wenn daher auch manche Einzelheiten in Darwins Lehre heute nicht als haltbar erscheinen und neueren Ein- sichten haben weichen müssen, so bleibt sein Lebenswerk doch unsterb- lich und er selbst einer der Größten im Reiche der Forschung, dem seine Landslcute mit vollstem Recht die Ehre der Beisetzung in der Westminster-Abtei neben den hervorragendsten Geistern Englands erwiesen und dessen Andenken gerade auch die vorwärtsstrcbcnde Arbeiterklasse allen Anlaß hat, in Ehren zu halten. gesamte Kultur als dem Untergang geweiht ansteht und in dem Sehlagwort vom„U ntergang des Abendlandes" zum Ausdruck kommt. Demgegenüber vertritt die aufwärtsstrebcnds Arbeiterklasse einen gesunden Optimismus: sie weiß, daß das kapitalistische Wirtschaftssystem zum Untergang reis ift und auä) untergehen wird, ober die großartigen Fortschritte de? Kultur, die unter diesem System geschossen worden sind, in erster Linie die wissenschaftlichen Fortschritte, werden nicht untergehen, dafür birgt die Ehrfurcht der Arbeiter, der Träger der zukünftigen Wirtschaftsform, vor diesen Errungenschaften, eine Ehrfurcht, die sÄ? namentlich auch in der Hochachtung des Andenkens der Männer äußert, deren Leben diesen Fortschritten gewidmet war. Einen be- sonderen Anlaß, diese Ehrfurcht zu bezeugen, bietet der fünfzigste Todestag von Darwin. Friedrich Wolf: üiampf Hill# As/�III Ein falscher Lehrsatz. Das Gesetz vom Kampf ums Dasein, des Kampfes aller gegen alle, war Parole und Glaubensbekenntnis einer vergangenen Zeit. Es war die wissenschaftliche Beglaubigung der Hcrrenmoral, die ein unanfechtbares Gesetz darin sah, daß der Stärkere nur durch Unterdrückung des Schwächeren stch behaupten könne, daß das Leben selbst durch die natürliche Auslese des Tüch- tigen sich erhalte und die Schwachen austilge. Diese Lehre Darwins, daß der Ltricg und Futtcrkampf das Gesetz des Tierreichs und des Lebens sei, wurde als«ine grandiose Rechtfertigung auch der menschlichen Ordnung von dem Zeitalter der Kanone aufs freudigste begrüßt. Es' ist die These, die die Erde in eine Arena für Gladiatoren und Raubtiere verwandelt hat. .Heute sehen wir diese ganze Epoche in riesigen Ausmaßen zu- fammenstürzen. Die Gcistesrichtung des Manchestertums ist der wahre Grund unserer heutigen Anarchie, der Arbeitslosenheere, der Kolonialkriege, der Wirtschaftskämpse in China und Mexiko: des Kampfes aller gegen alle. Darwin aber und feine Schüler erhoben diesen erbarmungslosen Kampf zur Höhe eines biologischen Prinzips, dem der Mensch sich ebenfalls unterwerfen müsse, wenn er nicht in einer Welt, die sich auf gegenseitige Vernichtung gründe, unterliegen wolle. K r a p o t k i n gegen Darwin. Es ift ein in seiner Tragweite noch unübersehbares Verdienst des russischen Forschers und Soziologen Peter 5* r a p o t k i n, daß er die Enge und den Trug des Darwinschen Beweismaterials auf- deckte, und der Fiktion vom.Kampf aller gegen alle das in der Tier- welt in viel größcrem Umfange geübte Gesetz der„gegenseitigen Hilfe" entgegenstellte. Er wies an zahllosen Beispielen eigener und fremder Forschung nach, wie die Jagden und 5kämpfe der Raub- tiers nur«inen kleinen Raum im Tierreich einnehmen, wie aber die Hebung gegenseitiger Hilfe im Kampf gegen Witterung, Hunger, zur Erhaltung der Art in Brut-, Rift- und Wanderzenosfenschasten die eigentliche Regel sei. Wer stich die Geeignetsten zur Entfaltung der Art, lautet die große Frage! Sie, die ständig miteinaicher Krieg führen, oder sie, die einander unterstützen. Auf dem Kongreß der„Naturforscher von 1880" machte bei einer Aussprache über„Die Auslese der Slärksten" der Petersburger Universilätsprofessor Keßler damals schon auf die Tatsache aufmerksam,„daß einige Falkcnarten. die sür den Raub fast ideak lrrganrsiert," dennocki im Aussterben sind, wäh- rcnid andere verwandte Falkenarten: die gesellig lrben u>id gegenseitige Hilfe üben, gedeihen!" Man wies dort auch auf einen aichcrcn geselligen Vogel, die Ente, hin: sie ist zum Kamps ums Dasein geradezu ärmlich von der Natur ausgestattet, aber sie übt in ihren Brut- und Wandergenosscnschaftcn gegenseitige 5)ilfe, und verbreitet sich über die ganze Erde. Totengräber, Krebse, Termiten. Der Totengräbcrkäfer muß seine Eier in verwesende Materie legen, um seine Larven sogleich mit Nahrung zu versehen. Aber diese Materie darf nicht zu schnell, verwesen: daher pflegen die Käfer die Leichen aller möglichen kleinen Tiere iit die Erde zu graben. In der Regel führen sie ein isoliertes Leben: aber wenn einer den toten Körper einer Maus entdeckt hat, den er schwerlich allein be- graben könnte, so ruft er vier, sechs oder zehn andere Käser, um das Werk mit vereinten Kräften zu vollenden. Sie bestatten den Leichnam sehr bedächtig, ohne darum zu streiten, wer zuerst seine Eier in ihn legen dürs«. Und als G l c d i t f ch, ein anderer Forscher, einen toten Vogel an ein Holzkreuz besestigte, da„vereinigten sich die kleinen Käfer in derselben freundschaftlichen Weise, um mit ihrer gemeinsamen Intelligenz das künstliche Hindernis zu überwinden". Krapotkin berichtet, wie ein Moluckenkrebs im Aquarium zu Brigh- ton auf seinen Rückenschild gefallen war und unter eine Eisenstange zu liegen kam. U e b e r zwei Stunden mühten sich s ä m t- liche Krebse im Aquarium, ihren Kameraden zu b e s r e i e n.— Dr. Erasmus Darwin berichtet, daß der gemeine Krebs in der Zeit, in der er die Schalen erneuert,„eine Schild- wache" ausstellt, die nicht in der Häutung, also hartichalig ist. um Feinde aus dem offenen Wasser von den schalenlosen, ungeschützten Genossen abzuwehren. Die am sorgfältigsten gesammelten und nachgeprüften Bcob- achtungcn über gegenseitige Hilfe stammen aus dem Leben der Ameisen und Termiten. Die Pflege der Nachkommenschaft, das Sammeln der Vorräte, 5)äiiscrbaucii, die Pflege der Blatt- läufe, all dies geschieht noch dem Prinzip der Gemeinsamkeit.-Pro- fessor F o r e l berichtet, wie zwei Ameisen, die verschiedenen Arten angehören, einander vermeiden, wenn sie stch treffen: Ameisen der gleichen Kolonie aber„nähern stch einander, tauschen ein paar Be- wegungen mit den Antennen aus, und wenn eine von ihnen hungrig oder durstig ist(und besonders, wenn die andere sich vollgesogcn hat), verlangt sie sofort Nahrung. Das Individuum, an das die Anforderung herantritt, entzieht sich ihr nie: es öffnet feine Kinn- backen, nimmt eine besondere Stellung ein und bringt einen Tropfen durchsichtiger Flüssigkeit wieder herauf, der von der hungrigen Ameise ausgeleckt wird". Das Wiederauibringen der Nahrung für s andere Ameisen tritt so oft zur Ernährung hungriger Genossen wie' zum Füttern der Larven ein, daß Forel annimmt, der Verdauung?-> apparat der Ameisen bestehe aus zwei Teilen, von denen der hintere dem Gebrauch de? Individuums dient, während der vordere hauptfächlich für G c in c i nsch a f t s z w e ck c bestimmt ist. Wenn«ine Ameise, die gesättigt ist, die Ernährung eines Gcnostcn verweigert, wird sie verfolgt und als Feind getötet. Der Am eisen st aat. Diese Darstellung, die heute leicht tendenziös klingen mag, ist von Gelehrten wie Forel, Bubbock und Pierre Hubers durch viel- fache Beobachtung und entscheidende Experimente sestgestellr. Ob- schon die Ameisen und Termiten auf den Kampf aller gegen all-! verzichteten, haben sie sich dermaßen erhalten, daß diese ungeheure u n d n i ch t d e n M e n s ch e n. Es ist eine eitle und gewalttätige Rangordnung, die den Menschen zum„Herrn der Schöpfung" erheben will. Auch die kühlsten und sachlichsten Erforscher des Lebens der Ameisen schreiben geradezu begeistert von ihren„wundervollen Kolonien", ihren Bauwerken— deren relative Größe die größten menschlichen Gebäude um vieles überragt—, ihren gepflasterten Straßen und brückcnartig gewollüen Galerien, ihren geräumigen Speichern, ihren Kornfeldern, ihren Ernten und der Vcrmälzung des Korns, ihrer regelrechten Landwirtschaft, die so erstaunlich ist, daß sie lange angezweifelt wurde, von ihren Nestern, um die Blattläuse aufzuziehen, die Linne selbst so anschan- lich als die„Kühe" der Ameisen bezeichnete. Hier kommen wir nicht weiter mit Begriffen wie Instinkt oder Kollcktivvcrstand. Es ist im Gegenteil der individuellen Initiative trotz gemeinschaftlicher Betätigung voller Spielraum gelassen. Forel beobachtete ihre außer- ordentliche Auffassungsgabe und Entschlußkraft, als er einen Sack Ameisen auf einem ihnen gänzlich fremden Gelände in der Nähe von Grillenlöchern und Wespennestern ausschüttete. Sie bauten diese zuerst zu, ehe sie den eigenen Bau begannen. B e st r a f u n g der Asozialen. Die Ausnahmen aber, die inmitten solchen sozialen Tierlebens sich ereignen, die„Strafen", die die Gemeinschaft an ihren Missetätern vollzieht, sprechen«ine noch deutlichere Sprache. So wird von den Wespen berichtet, daß sie gemeinsam mit verwilderten Bienen auf Raub ausziehen und friedliche Stöcke überfallen: dann kommen von weither die Bienen anderer Stöcke den Ueberfallenen zu Hilfe und vernichten die Räuber. — In der Nähe der Zuckerfabriken Westindiens und Europas findet man oft einzelne Bienen, die infolge der überreichlichen Nahrung ,chcr Trunksucht" verfallen und lässig in der Nähe des Flugloches umhertorkeln. Auch diese Völlerbienen werden von den anderen vernichtet. Wir brauchen keine bewußte Vorstellung von Solidarität bei Ameisen und Bienen anzunehmen. donnoch hat die Hebung der Solidarität durch Jahrtausende die Art erhalten, ohne die individuelle Jnitialioe zu vernichten. Hundertfach lasten sich Beispiele von gegenseitiger Hilfe auch bei den Vögeln und Säugetieren heranziehen. Brehm berichtet, wie die kleinen, äußerst schnellen Kiebitze sogar Bussard und Weihe durch ihren scharenweisen Angrisf verjagen, oder wie die kleinen Bachstelzen einen Sperber zwangen, seine Beute fallen zu lassen:.. wie Papageien, Spmpsläufer und Affen Wachen aus- ft e l le N; während die Kameraden'Nahrung suchen,, wie die Htrsche des Amurgebiets, die sonst' getrennt leben. Plötzlich zu« in e r Notge meinschaft zu Zehniau senden zusammenkamen. um gemeinsam den Strom zu durchschwimmen und vor dem Schnee- stürm zu fliehen. Diese Beispiele gegenseiiiger Hilfe überwiegen weit die Fälle aus dem engen Bezirk des Raubticrlebcns, die uns den Kampf der Klauen und Zähne als„das Gesetz des Lebens vorzutäuschen wußten. Der Gcnieinschastssinn der Tiere macht aber bei dem bloß Zweckdienlichen der gegenseitigen Hilfe nicht halt. Viele Vögel und Sänger vereinigen sich zu Spiel-, Sang- und Tanzge- m c i n s ch a f t e n aus Freude an der Sache, aus erhöhtem Lebens- gefühl, ihre Zusammengehörigkeit genießend. Wieder ist es Dar- w i n selbst, der beschreibt, wie viele Vögel— Flamingos, Jata- mare, Kiebitze— zur bestimmten Tageszeit zum Tanzen zusammenkommen und sogar„ihre Tanzpläge schmücken". Brehm erzählt begeistert, wie die Schrcivögel„in ungeheuren Mengen jeden Abend sich sammeln, um ein gewaltiges Abendlich anzustimmen, ein Kon- zert, um deffentwillen man hätte hundert Meilen reisen können". Alle sür alle. Aus dieser geringen Auswahl van Beispielen geht schon hervor. daß das Leben der Tiere keineswegs in einem bloßen Bernichtungs« kämpf oller gegen alle besteht, daß die Erhaltung der Art auch durch den Besitz van Krallen und Zähnen nicht wesentlich gefördert wird. Vielmehr zeigt sich von dem gegenseitigen Beistand der Toten- gräberkäfer ausgehend über die Brut- und Wandergemeinschaften der Vögel, die Abwehrschwärme der Kiebitze bis zu jener voll- kommenen Gemeinschaft der Ameisen gerade das II eben gegenseitiger Hilfe als die wirksamste Waffe im Kampf ums Dasein. Andererseits erhellte, wie ein Jndi- oiduum, das dem Gemeinwohl zuwiderhandelt— etwa die geizige Ameise, die trunksüchtige oder räuberische Biene—, wie diese asozialen Individuen unerbittlich beseitigt wurden. Das Buch Krapotkins von der„Gegenseitigen Hilfe in der Tier- und Menschcnwelt" ist eines unserer wichtigsten Bücher. E s gehört in jede Schule. Es soll ein Geschlecht heranziehen helfen, das die laute Phrase von einer Volksgemeinschaft, die noch gar nicht vorhanden ist. verweigert, und das Scham und Ent» schlossenheit genug besitzt, um diese Gemeinschaft durch die Tat aufzurichten, bevor es davon spricht. Dem es aus harter Seelen- und Leibesnot ins Blut überging, daß allein gegenseitige 5) i l s e im Kampf mit u n s e r c ni Schicksal uns retten wird, so wie die Tiere einander nicht niedertreten, sondern ein- ander beistehen, wenn der Schneesturm naht. So fprHch.tiudolf tirdwic In seinen berühmten und noch heute außerordentlich bedeuk- samcn„Mitteilungen über die in Obers6)lesien herrschende Typhus- epidcmie" schrieb im Jahre 13 4 9 Rudolf V i r ch o w: „D-ie Erde bringt viel mehr Nahrung hervor als die Men- schen verbrauchen: das Interesse der Menschheit erfordert es keines- wegs, daß durch eine unsinnige Aufhäufung von Kapital und Grundbesitz in den Händen einzelner die Produktion in Kanäle abgeleitet werde, welche den Gewinn immer wieder in dieselben 5)ände zurückilicßen lassen. Daher beharre ich auf dem Grundsatz. den ich an die Spitze gestellt habe: Frei: u::d umanschränkie Demokratie" Hieraus muß sich stir jeden denkenden Arzt, für jeden denkenden Abteilung des Tierreichs mehr als 1000 Arten umfaßt, und daß! Menschen als selbstverständliche Folgerung und Forderung ergeh e-na Im Bürgertum greift ja«ine Stimmung um sich, die unser« i die Brasilier behaupten: Brasilien gehöre den Ameisen■ jxeies. sozialdemokratisches Preußen. 3Ir.152• 49. Jahrgang 2. Beilage des Vorwärts Dienstag, 49. April 4932 robert Preußen! Unsere nächsten Veranstaltungen: Dienstag, den 19. April: t. Kr«($— Mitte. 19Vj Uhr, öffentliche Kundgebung im Gewerkschaftshaus, Engelufer 24-25 5. Kreit— Wedding. 19H Uhr, zwei öffentliche Kundgebungen, im„Swinemünder Gesellschaftshaus", Swinemünder Str. 42, und in der„Patzenhofer-Brauerei", Chausseestraße 64. ♦. und 5. Kreis— Prenzlauer Borg und Friedrichshain. Kundgebung um 20 Uhr im„Saalbau Friedrichshain", Am Friedrichshain 23. Mitwirkung der Maret-Truppe, Bläserkorps des Reichsbanners Friedrichshain, Fahneneinmarsch. 7. Kreis— Charlottenburg. 19,,4 Uhr, öffentliche Versammlung in der Schulaula, Neues Ufer 6 Ecke Kaiserin-Augusta-Allee. 8. Kreis— Spandau. 1954 Uhr, öffentliche Frauenkundgebung in„Koch's Bismarcksälen", Feldstraße 52. Referentin; Klara Bohm-Schuch, MdR. 7. Kreit— Wilmersdorf. 19'- Uhr, öffentliche Kundgebung in Schmargendorf,„Forsthaus", Warnemünder Straße. Musik, Rezitationen. 12. Kreis— Steglitz. 19K Uhr, öffentliche Kundgebung in Lankwitz,„Lehmann's Feslsäle", Kaiser-Wilhelm-Straße 29-31. S. Kreis— Kreuzberg und 14. Kreit— Neukölln. 19H Uhr, zwei öffentliche Kundgebungen im großen und kleinen Saal der„Neuen Welt". 74., 74a, und 74b. Abt.— Zehlendorf. 20 Uhr, Eiserne-Front- Veranstaliung im großen Saal des Lokals Lindenpark, Zehlendorf, Berliner Straße. V. Abt.— Marienfelde. 19�5 Uhr bei Lierse, Berliner Straße, Kundgebung. 101. Abt.— Treptow. 19!4 Uhr, öffentliche Kundgebung der „Eisernen Front" im„Viktoriagarten", Inh. Gloger, vorm. Nitschke, Am Treptower Park 25-26. 112. Abt.— Rahnsdorf. 19)4 Uhr im„Paradiesgarten" bei Sorge „Eiserne-Front-Veransfalfung". 124. Abt.— Mohlsdorf. 20 Uhr, öffentliche Frauenkundgebung bei Anders, Bahnhofstraße 35-37. Referentin Käthe Kern. ISS. Abt.— Buchhoiz. 20 Uhr bei Kaehne, Berliner Straße 39, öffentliche Kundgebung. Refere nten; Lorenz Breunig, Dr. Otto Friedländer, Georg Klaußncr, MdL, Dr. Richard Mischler, Marie Kunert, MdR., Rektor Walter Fischer, Stadtrat Karl Wermuth, Karl Litke, MdR., Arthur Crispien, MdR., Max Fechner, MdL., Gertrud Hanna, MdL., Friedrich Stampfer, MdR., Emil Barth, Bernhard Göring, Daniel Stücklen, MdR, Städtische Wasserwerke A.-G. und Charlottenburger Wasserwerke und Industriewerke A.-G. 19)4 Uhr,„Eiserne-Front"- Veranstaltung im Hackeschen Hof, Rosenthaler Str. 40/41. Referent: Anton Reißner, MdR. Kundgebung der„Zugend in Eiserner Front". 19)4 LThr in den „Andreasfestsälen", Andreasstraße 21, für die Bezirke Friedrichshain, Treptow, Köpenick, Lichtenberg. Redner: Dr. Kurt Löwenstein, MdR., Erich Schmidt. Tambourkorps. BVG. Hauptwerkttatt der StraGenbahn. 16 Uhr, Betriebskundgebung in der Löwenbrauerei, Hochstraße 1. Referent: Alben Falkenberg. Betriebswerkstatt der Nord-Süd. 151« Uhr bei Rieß, Müllerstraße 134, Betriebskundgebung. Referent; Hans Bauer. Bahnhof IS Halontee BVG. 19 Uhr, Betriebskundgebung bei Walter, Westfälische Straße 65. Referent; Dr. Hans Cohn. Bahnhof IS, Bahnhof 26, Abeag- Wagenpark und Bahnmeistorei BVG. Betriebskundgebung 19 Uhr bei Schulz, Köpenick, Müggelheimer Ecke Wendenschloßstraße. Referent: Karl Hanebuth. Angestolitenlraktion der BVG. 20 Uhr in den„SophiensäTen", Sophienstraß», Betriebskundgebung. Referent: Franz Künstler, MdR. Hauptwerkstatt der Aboag Treptow. 16 Uhr bei George, am Bahnhof Treptow, Betriebskundgebung. Referent: Jockel Meier Bahnhof 16 BVG, 19 Uhr, Betriebskundgebung bei Schellbach, Charlottenburg, Königin-Elisabeth-Straße 6. Referent: Max Brinitzer. Hauptwerkstatt Grunewald BVG. 16 Uhr, Betriebskundgebung bei Guski, U-Bahnhaltestelle Ruhloben. Referent: Max Gillmeister. Osramfabrik D, Rother, trake. Zwei Betriebskundgebungen, 15 und 16)4 Uhr, beide im Lokal„Stock", Warschauer Platz. Referent; Dr. Haubach. Frister. 16)4 Uhr, Betriebskundgebung in der„Brückenklause", Niederschöneweide, Brückenstraße 15. Referent: Otto Ortmann. Arbeitsamt Nord. 16 Uhr bei Heumann, Nordufer 15 Ecke Fehmarnstraße,„Eiserne-Front-Veransfaltung". Referent: Erich Kuttner, MdL. Tolofunken• Akkumulatorenwerko— NAG.- Transformatoren- werke, Kabelwerk Oberspree. 16)4 Uhr in Oberschöneweide, „Bürgerpark", Weißkopfstraße 18, Betriebskundgebung. Referent; Georg Maderholz, MdL. Otis und Flohr. 16)4 Uhr, Betriebskundgebung bei Ladewig, am Bahnhof Eichbornstraße, Reinickendorf. Referent: Karl Hetzschold. Marionfelder Betriebe. 16)4 Uhr im„Allen Gasthof", Mariendorf, Dorfstraße 1, Kundgebung. Referent: Max Heydemann. A.O.K. Berlin. 16 Uhr im großen Saal des Gewerkschaftshauses, Engelufer 24-25, Betriebskundgebung. Referent: Otto Meier, MdL. Reichspostzentralamt, 16)4 Uhr bei Pinger, Tempelhof, Dorfstraße 50, Betriebskundgebung. Referent: Pastor Franke. Statistisches Landesamt. 19)4 Uhr im Roten Saal der„Kammersäle", Teltower Straße 2-4, Betriebskundgebung. Referent: Max Heydemann. Städtische Gaswerke. 19 Uhr, Betriebskundgebung in den „Germaniasälen", Chausseestraße 110. Referent; Siegfried Aufhäuser, MdR. Loewe-Radio. 16 Uhr, Betriebskundgebung im„Viktoriagarten", Lankwitz, Viktoriastraße. Referent: Max Urich. Fripuwerke, Stimming, Auer, Gebr. Kleinmann, Stralauer Glashütte. 16)4 Uhr bei Wertaila, Hohenlohestraße 3, Betriebskundgebung. Referent; Gottlieb Reese. Ambi-Budd. 16)4 Uhr im„Einsiedler", Johannisthal, Am Sterndamm, Betriebskundgebung. Referent: Emil Barth. Nationalregistrierkassen. 16 Uhr im„Gambrinus", Neukölln, Kaiser-Friedrich- Ecke Treptower Straße, Betriebskundgebung:„Preußenwahl und Sowjet-Union". Referent: Dr. Salomen Schwarz. SchultheiG-Patzenhofer. 164 Uhr im Schultheiß-Patzenhofer- Ausschank, SW, Lichterfelder Straße 11-17, Kundgebung. Referent; Dr. Julius Moses, MdR. Bezirksamt Neukölln. 19'4 Uhr in den„Passagesälen", Neukölln, Bergstraße 157, Betriebskundgebung. Referent: Richard Joachim. Arbeitsamt Ost und Knorrbremse. Gemeinsame Kundgebung der Angestellten und Arbeiter 16)4 Uhr in„Kerns Festsälen", Türrschmidt- Ecke Goethestraße. Referent: Erich Bürig. Mittwoch, den 20. April: 5. Kreis— Wedding. Drei öffentliche Kundgebungen, 19)4 Uhr im unteren Saal der„Atlantik-Säle", Behmstraße, am Bahnhof Gesundbrunnen. „Pharus-Säle", Müllerstraße 142. „Hochschulbrauerei", See- Ecke Amrumer Straße. 7. Kreis— Charlottenburg. 19)4 Uhr, öffentliche Versammlung im„Schiller-Restaurant", Bismarckstraße 110. 11. Kreis— Schöneberg. 19)4 Uhr im Friedenauer Rathaus öffentliche Kundgebung. 33. Abt.— S.Kreis. 20 Uhr in der„Alten Taverne", Alt-Stralau 23, öffentliche Kundgebung. 41. und 42. Abt. 20 Uhr in„Kleins Festsälen", Blücherstraße 61, öffentliche Kundgebung. 43. Abt. 20 Uhr in„Rabes Festsälen", Fichtestraße 29, öffentliche Kundgebung. 44., 45. und 48. Abt. 19)4 Uhr, öffentliche Kundgebung im „Deutschen Hof", Luckauer Straße. 46. Abt. Oeffentliche Kundgebung 19)4 Uhr in der Schulaula, Görlitzer Straße 51. 47. Abt. 20 Uhr im großen Saal des Gewerkschaftshauses, Staaken. 19)4 Uhr im Sportpalast, Staaken, Lehrther Straße, öffentliche Kundgebung. Siemensstadt. 19)4 Uhr in„Weidners Festsäle", Sternfeld, Nonnendammallee. 33. Abt.— Lichterfclde. 20 Uhr in der Aula der Oberrealschule, Ringstr. 3, Wählerkundgebung. Männerchor„Einigkeit", Mitglied des ASB. 85. Abt.— Tempelhof. 19)4 Uhr im Birkenwäldchen, Manteuffel- straße, öffentliche Kundgebung mit Film. 104. u. 106. Abt.— Niederschönoweide-Zohannisthal. 19)4 Uhr im„Einsiedler", Johannisthal, am Sterndamm, Eiserne-Front- Veranstaltung. 105. Abt.— Adlershof. 19)4 Uhr bei Wöllstein, Adlershof, Bismarckstraße 73-75, Eiserne-Fronf-Veranslaltung. 109. Abt.— Friedrichshagen. 20 Uhr, öffentliche Frauenkundgebung im großen Saal des„Stadttheaters", am Marktplatz. Referentin: Käte Fröhbrodt. 110. Abt.— Grünau. 19)4 Uhr, öffentliche Kundgebung bei Sander, Grünau, Friedrichstraße 39. 124a. Abt.— Mahlsdorf-SUd. 20 Uhr, öffentliche Kundgebung im großen Saal des Lokals„Hubertus", Köpenicker Allee 100. 129. AbL— Pankow. 19)4 Uhr bei Lindner, Breite Straße, öffentliche Versammlung. Reinickendorf-Ost. 20 Uhr im Schützenhaus, Residenzstraße 1, öffentliche Versammlung. Tegel. 20 Uhr im„Strandschloß", am Tegeler See, öffentliche Kundgebung. Borsigwalde. 20 Uhr bei Woitschach, Ernststraße 1. Bezirksamt Mitte. 16 Uhr Betriebskundgebung im großen Saal des„Hackeschen Hofes", Rosenthaler Str. 40-41. Referent: Heinrich Schließstädt. Siemens-Konzern. 16)4 Uhr Betriebskundgebung bei Weidner, Nonnendammallee 42. Referent: Emil Barth. Eisenbahner Berlins. 19 Uhr im Saalbau Friedrichshain, Am Friedrichshain, Kundgebung. Referent: Karl Hanebuth. Baer& Stein. 16)4 Uhr Betriebskundgebung bei Stock, Warschauer Platz 12. Referent: Max Gillmeister. Lorenz A.-G., Tempelhof. 17 Uhr im Birkenwäldchen, Tempelhof, Manteuffelstraße 11-12, Betriebskundgebung. Referent: Georg Klaussncr, MdL. Deutsche Telephon-Werke. 16 Uhr bei Lehmann, Muskauer Straße 1. Betriebskundgebung. Referent: Willi Echte. Bahnhof 17 BVG. 19 Uhr bei Schramm, Britz, Chausseestr. 123, Betriebskundgebung. Referent: Luise Kähler, MdL. Bahnhof 11 BVG. 20 Uhr bei Schulz, Lichterfelde, Birkbuschstraße, Betriebskundgebung. Referent: Dr. Hans Cohn. Betriebshöfe 22 und 25, Aboag-Hof 20 BVG. 19)4 Uhr in der Sportklause, Weißensee, Berliner Allee 193. Referent: Max Heydemann. BVG. Bahnhof Nordend. 19)4 Uhr im Lokal Sanssouci, Kaiser- Wilhelm-Straße 43, Betriebskundgebung. Referent: Franz Künstler, MdR. BVG. Bahnhof 2, Müllerstraße. 19)4 Uhr bei Heinze, Barfus- Ecke Glasgower Str., Betriebskundgebung. Referent: Max Fechner, MdL. BVG. Verkehrsfraktion U-Bahn. 19)4 Uhr bei Krüger, Tempel- hofer Straße 30, Betriebskundgebung. Referent: Richard Joachim. Bewag-Belegschaft. 17 Uhr, Kundgebung in den„Germania- Sälen", Chausseestraße 110. Referenten: Polizeipräsident Albert Grzesinski, Orlopp vom Gesamtverband. Aron-Werke, Charlottenburg. 16)4 Uhr im„Eden-Palast", Kaiser-Friedrich-Straße 24. Betriebskundgebung. Referent: Hermann Harnisch, MdL. Nahrungsmittel- und Gelrenkearbeiter, Branche Backer. 19 Uhr in Spandau, Moltke- Ecke Bismarckstraße, Kundgebung. Referent: Dr. Otto Friedländer. Große Angestelltenkundgebung der Berliner AfA-Gcwerk- schaften am Mittwoch, dem 20. April, 19)4 Uhr, in den beiden großen Sälen der„Neuen Well", Hasenheide. Thema; „Was wollt Ihr?— Diktatur und Unternehmerwillkür oder Freiheit und Tarifvertrag?" Redner: Hans Gottfurcht und Georg Jaeger. Mitwirkung des Singekreises und des Sprechbewegungschores der ZdA.-Jugend und des Politischen Kabaretts. Eintrittsausweis: Mitgliedsbuch einer AfA-Gewerkschaft. Gaswerke Tegel. 15)4 Uhr im Unterkunftsraum Gaswerk Tegel, Berliner Straße. Betriebskundgebung. Referent: Robert Breuer. Referenten: Gottlieb Reese, Oltersdorff; Dr. Richert Mischler; Bürgermeister Mielitz; Adele Schreiber-Krieger, MdR.; Walter Fischer; Karl Litke, MdR.; Erich Raddatz, MdL.; Arthur Crispien, MdR.; Dr. Julius Moses, MdR.; Gustav Hä'dicke; Drügemüller; Dr. Kurt Löwenstein, MdR.; Kurf Heinig, MdR.; Erich Kuttner, MdL.; Käthe Kern; Bernhard Göring; Otto Ortmann; Max Kreuziger; Albert Falkenberg; Günther Joachim; Klara Bohm-Schuch, MdR.; Dr. Richard Lohmann, MdL.; Georg Maderholz, MdL.; Frida Gladosch, Jockel Meier. Männer und Frauen! Erscheint in Massen! Reichs-, Staats- u. Kommunalbeamte! AmDonnerstag, dem 21. April, abends 19,30 Uhr, im Lehrervereinshaus, Alexanderstraße 41. große Kundgebung der Beamten Preußischer Kultusminister Dr. A.GRIMME spricht über: PBEUSSENWAHL UND BEAMTE Massenbesuch erwartet: Das Betriebssekretariat der SPD. Berlin Oie Anfahrt des DRAC. Mit Schwarz-?iot-Gold in die Provinz. Der republikanische Deutsche Reichs Auto Club, der überall, wa er hinkommt, die schwarzrotgoldenen Reichsfarben zeigt, veranstaltete am Sonntag seine diesjährige Frühlingsansahrt, die zugleich eine wirkungs- und eindrucksvolle Propagandafahrt für den Gedanken der sozialen Republik wurde und die Teilnehmer bis jenseits der Oder in die Ostmark hineinführte. Als erste star- leten die flinLen Rlotorfahrer, die bereits früh um 8 Uhr vom Rudolf-Wilde-Platz in Schöneberg gbfuhren, auf großen Umwegen alle Dorfer östlich Berlins berührten und überall Flugblätter für die Preußenwahl verteilten, Um 9 Uhr erfolgte dann der Start der Autos. Weit über 20 Fahrzeuge fuhren über Müncheberg und Seelow nach ZTüstrin, wo auf dem Altstädtischen Markt Aufstellung genommen wurde. Unter den Teilnehmern befand sich auch der Vorsitzende Neidhardt des Gaues Berlin-Brandenburg des Reichsbanners Schwarz-Rot-Goid. Rektor Wolf, der Vorsitzende des Küstriner Verkehrsoereins, be- grüßte die Erschienenen und zeigte ihnen alle Sehenswürdigkeiten der alten berühmten Festungsstadf. Dann ging es hinaus zum Küstriner Sportplatz, wo sich beim Spiel des Tanibourckiors vom Küstriner Reichsbanner die imposante Ausfahrt von etwa 79 Autos und fast 199 Motorrädern vollzog. Auch aus Stettin, Frankfurt(Oder) und Fürstenwalde waren Gesinnungsfreunde herbei- geeilt. Auf dem Sportplag wurde eine kurze, aber eindrucksvolle Werbeverfammlung veranstaltet. Zunächst sprach der Dichter Max B a r t h e l und nach ihm Dr. Robert Mischler zu den Per- sammelten. Als Mischler sagte, daß keine Rede davon sein könne, daß das treu zur Verfassung stehende Reichsbanner aufgelost wer- den würde, weil diese republikanische Schutzorganisation unmöglich mit den verbrecherischen Braunhemden in einem Atem genannt werden dürfe, erhob sich ein Beifallssturm. Zufällig fuhr in dem- selben Augenblick über den Kopsen der Teilnehmer ein Flugzeug hinweg, von dessen Tragflächen die Inschrift leuchtete; Wählt re- publikanisch! Dr. Mischler hatte übrigens mit der Charakterisierung der Nationalsozialisten vollkommen recht, denn in fast allen Dörfern, durch die die Fahrtteilnehmer kamen, standen uniformierte jugend- iiche Nazilümmel am Straßenrand und riefen, offenbar als Aus- druck wahren echten Deutschtums den Teilnehmern die widerwärtig- sten Beschimpfungen zu. Nach der Demonstration auf dem Sport- platz, an der sich auch sehr viele Nepublitäner Küstrins beteiligt hatten, erfolgte über Buckow die Rückfahrt nach Berlin. „3n Schatten und Sonne" im Planetarium. Der neue c:piol- plan des Planetariums beginnt Dienstag med bringt zwei Filme. Der eine führt uns nach C h i k a g o. Er zeigt dos Gesicht der amerikanischen Riesenftodt. Auch die Schattenseite ist festgehalten. der Schnmtz, die Arireitslosigkeif, die Elendsquartiere. Der zweite Film führt uns in heimische Gebiete. Das Beiprogramm bietet eine kurze himmelskundliche Betrachtung„Ein Abend auf der Perkes-Sternwarte". Die Borfühningen finden täglich, außer Montag, 3, 5, 7 und 9 Uhr statt. mmkums g/K Die Wahrheit über das Wirtfchastselend. Llnd was die Hitler« und Hugenberg-Aposiei darübe? dem Äolk vorlügen. Das hier verwendela Material entnchmen wir einer soeben im Dietz-Verlag erschienenen Schrift von K. Mendelsohn ..Kapitalistisches Wirlschaftschaos oder sozialistische Planwirt- schaft"(S? S.. Preis 75 Pf.), die einen ausgezeichneten und aufrüttelnden Querschnitt durch das Chaos falscher kapita- listischer Wirtschaftsführung gibt, eine Wirtschaftsführung, die alle ins Elend gebracht hat und die allein von der Sozial- demokratischen Partei bekämpft wird. Am 24. April steht Deutschland vor der wichtigsten Wahl feiner neueren Geschichte. Verzweiflung führt breite Angestellten-, Beamten- und Kleinbürgerschichten in die Irre. Sie lassen sich von Hitler und Hugenberg über die wahre Ursache des heutigen Elendes belügen. Für die Erkenntnis der Wahrheit ist es keinen Augenblick zu spät. Die Wahrheit ist, daß die deutsche Armut und das deutsche Elend mit Republik, Demokratie und Parlament nichts zu tun hat. Ä a p i t a l v e r s ch w e n- dung, Kreditoerschleuderung, Versagen aller Wirtschafts- und Bankenführer, Ausplünderung der Wirtschaftsfub stanz und des Volkes, der Arbeiter, Sparer und Kleinaktionäre sind die Ursachen des Elends. Im folgenden geben wir dafür die Beweis«: Verschleuderte Milliarden in der Industrie. Im Ruhrgebiet liegen heute 10 Millionen Tonnen Kohle, 200 000 Bergarbeiter sind entlassen. Aber noch Mitte Januar 1932 nahm der Stahloerein«ine Schachtanloge mit 70 Millionen Mark Kosten in Betrieb. Wenige Monate vorher war auf der Zeche Ewald für 90 Millionen Mark«ine Schachtanlage in Betrieb ge- nommen worden, die aber sofort stillgelegt werden mußte, weil sie wesentlich teurer förderte als die alten Schächte. Die Lemberg A.- E. hat im letzten Jahre 13 Millionen aus oerfehlte Fabrikneugründungen abschreiben müssen;«ine für 5 Millionen Mark vollständig neu errichtete Fabrik in Siegburg wurde erst gar nicht in Betrieb genommen. Sie steht meistbietend zum Verkauf Wunderwerke der Technik sind wohl errichtet: heute sind sie ein Haufen Schrott. Milliarden sind verbaut:«ine Leistunzefähigteil ist da, die auch in der allerbesten Konjunktur niemals ausgenutzt werden tonnte. In den allerbesten Zeiten haben die deutschen Stahlwerte mit 30 Proz., die Röhrenwerte mit 50 Proz., die Zementindustrie mit 30 Proz., die Stickftosfindustrie mit 35 Proz., die Werften mit 50 Proz., die Mühleninduftrie mit 40 Proz., die Flaschenindustrie sogar mit 60 Proz. leergesranden. Heute, wo kaum die Hälfte der Aufträge der besten Konjuntturzeit vorhanden sind, werden die Werte von den Zinsen aufgefressen. von den hier unnötigerweise verbauten Sun». mea habendi« wenig st en eine Vorstellung. Allein bei den Kokereien sind 3C0 Millionen uuhlos verbaut, in der Zement. Industrie mindestens meliere ZOO Millionen. Zn der vaumwoll- industrie find 1% Millionen Spindeln umsonst in Bereitschaft. Zedes Kilogramm Mehl wird um 1 pf. verteuert, weil d>« Mühlen nichi ausgenützt werden können. Toll ist die Mißwirtschaft ans dem Treib- stosfmarkt. Hier gibt es so übermäßig viel Zapfstellen, daß ein Sleinkroftrod jährlich 15 Mark, ein Kleinauto jährlich 100 Mark, ein Lastwagen jährlich SOO Mark, ein Omnibus jährlich 2000 Mark Tribut für die jinanziellc Mißwirtschaft extra zahlen müssen. Milliarden vertaner Kredite. Der Sturz von Vankfürsten, den wir im letzten Jahre erlebt haben, wir nennen nur die Namen Stauß, Goldschmidt, Bonn, Struoe— auch Reinhardt wäre gerechterweis« zu nennen— sind nur zufällige Opfer: das ganze Banksnsystem hat versagt. Fast das gesamte Kreditwesen mußte in dem vergangenen Jahr und in den letzten Monaten von Reichs wegen gestützt werden. Di« Sanierung der sechs größten Banken erforderte 1,6 Milliarden Mark-, davon die reichliche Hälft« aus Reichsmittoln. Wie es zu diesem fürchterlichen Versagen kommen konnte, dafür nur einige wenige Beispiele: der Nordwollekonzern kam bei vier Großbanken zu 100-Millionen-Mart-Krediten, weil die einzelnen Banken voneinander bei der Kreditgewährung nichts wußten. ZOO-Millionen-Mark-Verluste waren die Folge der über- mäßigen Kreditfütterung. Der Blumen st ein-Konzsrn erhielt 45 Millionen Mark Kredite: Dutzende von Millionen gingen ver- loren, die Banten haben sich mit ihrer Unkenntnis der von anderen Banken gewährten Kredite auch hier entschuldigt. Die am Schultheiß-Konzern interessierten drei Großbanken haben sich gegenseitig ihre Kreditgeschäfte und Aktienaufkäuse für den Kon- zern verheimlicht. Dabei ist nirgends die Ungerechtigkeit bei der Sreditverleilung so ernst wie bei den Großbanken. Bei vier Großbanken entfallen dreiviertel aller Kredite aus Grohkredite für 5000 Zinnen, 100 000 mittlere und kleinere Unternehmungen müssen sich in das restliche Viertel teilen. Dabei war es gewiß nicht die Absicht der hundert- taufenden von kleiucn Einlegern, daß mit ihren Geldern Macht- Händler wie Zlick und Thyssen finanziert werden sollten. Llnd alle für ein bankrottes Wirlfchastsführertum. Natürlich wäre es zu einer solchen Hekatombe von Kapital- und Kreditverschleuderungen nicht gekommen, wenn nicht in Deutschland der Irrglaube an da» Wirtschaftsführertum geherrscht hätte. Dieses Wirtschaftsführertum hat erkannt, daß das Ende seiner Macht gekommen ist, von ihm ist die Hetze gegen den„M arxismus als verderbliches System" und das Märchen vom deutschen Rcntnerstaat ausgegangen, wo jeder Reu- geborene schon die Berechtigung zum Sozialrentner mitbringe. Von ihm ist die Hitler-Beryegung finanziert worden, die den einzigen Zweck hat, das verzweiselnde Kleinbürgertum in Deutschland über die wahren Schuldigen irrezuführen. Was ober haben diese Wirt- schastsführer geleistet? Der Oeffentlichkeit blieben die tollsten Spekulationen einfach deshalb oerborgen, well sie durch wissentlich falsche Jnfor- mationen und frisierte Bilanzen irregeführt worden ist. Die letzten großen Skandalprozess« haben gezeigt, wie man vielfach geradezu von einem Roubersystem sprechen wußte. Dafür einige Beispiele: 3m Rcvifionsbericht der Zavag hieß es über die Zavag- Direktion:„wie diese Männer persönlichen Eigennutz bekundet und die Aktionäre wie die Gläubiger in jahrelanger Folge schwer geschädigt haben, färbt das Bild liesschwarz." In der Straf- Verhandlung sagte der Staatsauwall, daß das Zavog-Dlrektorium gearbeitet habe wie eine organisierte Räuberboe». de. Die »Zronksurter Zeitung" schrieb von einer„organisiert"» Aus- Plünderung dieses Unternehmens, eine gleichsam bandcomäßig getriebene Untreue und Selbstbereicherung." Der Nordwollekonzern wurde durch die yrivaispekula- tioueu der Brüder Lahusen zugrunde gerichtet, von 200 Millionen Mark Sonzernverluskeu waren allein 50 Millionen Mark Verluste aus privaten Efsektenfpekulationen und Privatenlnahmen der Lahusen-Zamilie. Beim Norddeutschen Lloyd tauften Generaldirektoren aus eigene Rechnung Lloyd-Akiienpaketc. Als es eine Fehlspckulalion war. wurden die Papiere an die Gesellschaft vertaust. Aehnliche Dinge geschahen bei Otto Wolfs mit der Stolberger Zinl A.-G. und Hammersen-Konzern. Beim Mittelstahl und beim Oberhüttenkonzern gingen 12 Millionen ebensalls durch Spekulationen der Direktoren verloren. was man aber bei solchen Geschäften verdiente, das wurde nach Möglichkeit der deutschen Besteuerung entzogen. Zu der Schweiz, in Holland, Belgien. Luxemburg. Liechtenstein errichicle man sogeuannte„verschiebcbahnhöse" mit den schönen Namen Nutria und llltramare, Aliadu, Helga u. a. — das Kapital kennt kein Vaterland—, um Kapitalien und Gewinne las Ausland zu bringen. Als die Verluste da wareu, waren die Gewinne verschwunden und der Steuerzahler sollte herhalten. Und was kostet eine solche Wirtfchastsführung? wir haben in Oeulschland etwa 25 000 Direktoren von Aktiengesellschasten, da» Zweieinhalbsache der Vorkriegszeit, wir haben sicher 100 000 Ausslchtsratsposten. Allein die ossiziell zugegebenen Aufwendungen sür die Leitung der deutschen Aktiengesellschasten dürsten 1928 und 1929 jährlich 1,5 bis 2 Milliarden Mark ausgemacht haben. Dos Ist mehr als die Gesamtsumme der Dividendenzahlungen der deutschen Aktiengesellschaslen ln den gleichen Zahrcn. Die 4 Millionen Arbeiter und Angestellte, die in diesen Aktlengesellschzstca beschäftigt waren, hallen bei Vollarbcil ein Einkommen zwischen 6 und 9 Milliarden Mark, vergleicht man die Leistungen der Direktoren und Anssichkeräle, sieht man sich das heute angerichtete Chaos an, so kann man wirklich weder von Äe- rechligkeit noch von Vcrnunfl sprechen. Dazu«in paar bekanntgewordene Beispiele— von diesen Dingen hört man ja leider nur selten etwas. Im Karstadt-Konzsrn wurde festgestellt� daß die zwölf Vorstandsmitglieder Bezüge hatten, die dem Jahreseinkommen von 4000 Angestellten des Konzerns entsprachen. Das kam so. daß sie neben festen Jahresgehältern bis zu 120 000 Mark sich noch in eine Tantieme von 30 Proz. des Reingewinns teilten. Di« Vereinigte Glanz st off-Fabriksn A.-G. gaben jeden, Aufsichtsrats- Mitglied 100 000 Mark im Jahre als Nebenverdienst. Wir wollen die Frage gar nicht besonders stellen, ob heute die Bezöge der leitenden Personen in der Wirlschait und bei den Banken auch um jene 23 bis 30 Proz. gesenkt worden sind, um die man seit Krisenausbruch die Löhne und Gehälter herabgedrückt hat. So sieht die tapllalislijche wirlschaflstührung aus. wenn man sie bei Licht beicachlet. wir sind die letzten, die unverschuldete Folgen der Weltwirtschaflskrise nicht gerne berücksichtigen. Aber es muß einem um dos deutsche Volk leid tun, wenn man sieht, wie es von Hitlers und hugenbergs Lügenaposteln über die wahren Schuldigen in die Zrre geführt wird. Auch bei vielen deutschen Unternehmern sind sehr viel guter Wille und sehr viel gute Leistungen; die aber, die am meisten taugen, haben am wenigsten zu sagen, und die, die am meisten versagt haben und ihren Sturz sürchtcv, die greisen heute mit Millionen in die konkursmaise, um den Lügenfeldzug gegen den Marxismus, die Gewerkschaften und die Sozialdemotralie zu finanzieren. Die Sozialdemokratie ist die einzige Partei. die gegen diese Mißwirtschaft wirkliche Abhilfe verlangt. Nur darum wird sie bekämpft. Sie verlangt staatliche wirtschasisführung ebenso im Zuteresse der Sparer uud Kleinaktionäre wie im Zntercsse der Arbeiter. Sie will planmäßige Sredilkontrolle. Durchleuchtung der Wirtschaft, Kar- tcll- und Monopolkontrolle. um endlich der Kapilalvcrschweuduug uud der Ausbeutung de? Massen ebenso vorzubeugen wie der Aue- beutung der verarbeitenden Industrie, der haudwerker und de» sousileen kleinen Mittelstandes. Sie will der willkürherrfchaft der Generaldirektoren und Konzernsürsten ein Ende machen und auck. sür Gerechtigkeit in de? Verteilung der Einkommen sorgen. And wo Subventionen gewährt werden, da will sie, daß der Steuerzahler. der die Subventionen ausbringen muß, auch eine entsprechende Kon- trolle ausübt. wenn das Marxismus ist, und da« ist Marxismus, daun ist wahrlich jeder Arbeiter, Angeftellie, Beamte, jeder Handwerker. Kleingewerbetreibende und Händler ein Tor. wenn er sich noch welter von den Rollensängermelodlen der Hitler- und hugenberg- Leute einsangen läßt, statt sozialdemokratisch zu wählen. Preuße» Witt Wohnungsb-?». Die Schaffung von zweiten Hypotheken. von den maßgebenden preußischen Stellen werden fest einiger Zeit Verhandlungen geführt, wie man nach dem f a st g ä n z- lichen Aussall der Hauszins ft euer wegen der allgemeinen Finanzschwlerigteilen doch noch Mittel sür den Wohnungsbau beschasseu kann. Zn diesem Zusammenhang soll eine ucue staatliche wohnuugskreditanstalt geschas-en werden, die die Röckslüise aus gewährten hauszinssteuer Hypotheken zu verwalten, die Gemoindeverbände von der Pflicht zur Ausbieluno der staatlichen hauszinsstsuerhypothcken befreien und vor allem vürg- Ichast für nachstellixe Wohnungebauhypotheken zugunsten dritter Geldgeber zu übernehmen halte. Zn der Tal die Hauptaufgabe ist heule darin zu sehen, die Gewährung von zweiten Hypotheken sür den Wohnungsbau zu er- leichlern. Alan hosst, daß bei einer Besserung der Kapilalmarkllage die Bcschassung von ersten Hypotheken keine Schwierigkeiten bereiten wird. Zweite Hypotheken zu bekommen war aber bisher kaum möglich. Da au« hallszinesteuermilieln nur noch 25 Millionen sür den Wohnungsmarkt zur Verfügung stehen, während alles andere dem allgemeinen Fiuonzbedars zusällt. und da von diesen 25 Mit- lionen auch noch Beträge sür den Altwohnraum abzuzweigen sind, ist die Frage der Beschaffung zweit stelliger Hypotheken für den Wohnungsbau lebenswichtig geworden. Reichswerke gegen Life. Oer Entscheidungskampf im Gange. Der Kampf der reichseigenea vereinigte Zndllstrie-Unterneh- mungen 21.-0.(Viag) gegen die Verwallung der Zlse-Bergbau 21.-®. tritt jetzt in fein entscheidendes Stadium. Die ordentliche General- Versammlung der Zlse wurde am 22. März auf den Antrag der Viag-Vertreter verlagt, heute vormlltog wird nun die zweite Ge- neralversammlung der Zlse stailfindcu. und die Vertreter der Viag werden mit allen ihnen zu Gebote stehenden Mitteln versuchen, ihre berechtigten Forderungen durchzusehen., Bei dem Konflikt Diag-Jlse handelt es sich, wie wir bereits mehrfach dargelegt haben, um folgendes: Die reichseigen? Viag be- sitzt seit 1930«Ine starke Beteiligung an der Ilse in Höhe von 7,4 Millionen Stammaktien und 1,3 Millionen Vorzugsaktien von einem Gesamttopital der Ilse in Höhe von 50 Millionen. Mit Recht hat die Viag auf Grund dieses Aktienbesitzes zwei eigene Vertreter im Aufsichtsrat der Ilse beansprucht. Diese Forderung wurde bereits auf der Generalversammlung im April 1931 und sodann auf der letzten Generalversammlung im vergange- neu Monat von der im Aufsichtsrat Herrichenden Macht- gruppe torpediert. Die Verwaltung der Viag hatte gestern«ine Pressekonferenz einberufen, um ihren Standpunkt in diesem Äonslikt nochmals klar- zulegen. Der Vorsitzende Geheimrat Lenzmann«rtläric, man werde auf der bevorstehenden Generaloersammlung der Ilse Fragen zur Bilanz und zum Geschäjtsbericht stellen, u:n zu ergründen, wel- ches die wahren Gründe der Jlse-Verwaltung bei ihrem feindseligen Verhalten gegen die Viag seien. Die von Direktor Reinhart bisher genannten Gründe seien in keiner Weise stichhaltig. Geheimrat Lenzmann erinnerte bei dieser Gelegenheit daran, daß die Viag mit der Ilse jahrelang freundschaftlich zusammengearbeitet habe. Besonders in dem Fall« der Ausbeutung des großen Kohlenvorkommens bei Hoyerswerda, für welche die Viag eins Option besaß, habe es sich die Jlsc-Ver- waltung sehr angelegen sein lasten, die Viag um ein gemeinschaft- liches Vorgehen zu bitten Als seinerzeit das Jlse-Paket von der Bubiag zum Verkauf angeboten wurde, l)abe es für die Viag- bei dem engen Zusammenarbeiten mit der Ilse nahegelegen, dieses Aktienpaket zu erwerben. Für die Ve: waltung sprach in diesem Falle auch mit, daß die Ilse mit ihrem Kohlenvorrommen von e:wa 1,6 Milliarden Tonnen ein sehr wichtiger Faktor im mittel- deutschen Vraunlohlenbergbau sei, und daß es in diesem Falle im Hinblick auf die Elektrointeresten der Viag ein Fehler gewesen wäre, dies» letzte freie Beteiligung bei der Ilse auszuschlagen und sie in die Hönde der anderen Gruppe(Petschek. D. R.) gelangen zu lasten. Dieser Attientauf ist aber ohne jede Aggressivität gegen die Ilse durchgeführt worden. Um so überraschender mußte die Viag-Derwaltung die feindselig« Haltung der Macht- haber in der Ilse treffen. Es ließe sich zur Zeit noch nicht übersehen, ob diese Hallung der Ilse mtt den viel diskutierten Handelsgeichästen des Herrn Pstschek zusammenhängr oder mit Bilanzfragen. Die Viag wird jedenfalls auf der Generalversammlung am Dienstag im Jnlereste der Bilanz- klarhell Auskünfte fordern, di« man am 22. März nur in unge- nagendem Maße gegeben Halle.— Man muß nach diesem Austakt mit einer sehr bewegten Generaloersammlung bei der Ilse rechnen. Die Rsichsban? am April. Verringerte Devisenbestände durch Häufung von Rück« Zahlungsterminen. Der Reichsbantausweis vom 15. April zeigt eine erhebliche Entlastung. Die Wechselbestände gingen um 150,0 aus 3022,6, die Lombardbestände um 1,3 auf 99,1 Mill. Mark zurück. Fremde Gelder auf Girokonto zeigen eine Erhöhung um 14,2 auf 384,4 Mll. Mark. Der Notenumlauf ging um 85,3 auf 4000,4 Mill., der an Rentenbankscheinen um 8,7 auf 402,6 Mill. Mark zurück. Dia Gold- und Devisenbestände nahmen diesmal, nachdem die Bilanz in den letzten Wochen ausgeglichen war, u m 3 2,7 Will, ab: die Goldbestände um 19,0 auf 859,8, die Be» stände an Deckungsdsvisen um 13,7 auf 128,0 Mill. Die relativ st a r k e Abnahme der Devisenbestände erklärt sich aus einer Häufung von ausländischen Fälligkeiten in der zweiten Lprilwoch«. Es wäre zu wünschen, daß die Reichsbankleitung unter den heutigen Verhällaissen selbst Angaben über die Devisenentwicklung in ihren Wochenberichten macht und nicht die Oeffentlichkell mit Rätselaufgaben beschäftigt. Die Fälscherwerkstati Lvar Kreugers. Schwere Verluste in Frankreich. Wie der gut informierte Korrespondent der„Financial Times" jetzt meldet, ist man in Kreisen der Unt-Ssuchungskommlssion der Auffassung, daß bei der Kreugerschen Zentralgesellschaft K r e u g e r u. Toll die Konten bereits seit 1 9 1 6 s!!) g e f ä l sch t wurden. Aon den unechten italienischen Staatspapieren, deren Unterschriften Isar Kreuzer persönlich gefälscht hatte, sind nahezu 20 Millionen Pfund— das sind also mehr als 350Millionen Martin den Aktiven der großen amerikanischen Tochtergesellschaft International Match Corporation enthalten. Ein besonderes Kapitel bei der weiteren Klärung der Kreuger-Afsäre wird der Slus- deckung von Korruptionsherden bei dem Erwerb von Zündholzmonopolen sein. Es sollen ganz enorme Summen für der- ortige Destechungsmanvver in Rechnung gestellt worden sein. Der Untersuchungsausschuß reäinet damit, daß das zweite Zentralunter- nehmen Kreuzers in Schweden, die Schwedische Zündholz- A.-G., gerettet werden könne. In französischen Finanzkreisen werden die Gesamtverpflichtungen Kreuzers gegenüber französischen Banken auf 600 Millionen Franken beziffert. Man rechnet vorläufig mit Verlusten von 200 bis 300 Millionen Franken. Die Niederländische Bank hat gestern ihren Diskontsatz von 3 Proz. auf 2Vj Proz. ermäßigt. Der Satz von 3 Proz. war seit dem 28. September 1931 in Geltung. SühÖns w@IBe sännt no-'i einmalig. Puiz-n int der Herr!, erfrisch. schm-Smdeit„ClÄrodont- schreibt uns ein Rauch::. Tab: 5» Pf. und LS Pf.