BERLIN SieMag 19. April 1932 10 Pf. Nr. 183 B 92 49. Jahrgang erscheint täglich außer Sonntags. Zugleict, Adendausgabe des»Vorwärts� B ezag svrets für beide Ausgaden 7ö Pf. pro Woche. 3,2ö M vro Mona! (davon 67 Pf. monatliu, für Zustellung ins Hau») im voraus lahlbar- D o st b e z u g 3,97 M. einschließlich 60 Pf. Postjcitungs- und 72 Pf. Postbestellgebüdreu. SfrcUauJtyaße Jei ,}jofu>us46 Unieigenpret«: Die einsdalttge Mtlltmeterjrtle 30 Pf� Reklamezeile 2.— M. Ermäßigungen nach Tarif Postscheckkonto: Borwärts'Derlag G. m. b. H.. Berlin Rr. 37 536.- Der Verlag behält stch das Reck! der Ablehnung nicht genehmer Anzeigen vor' Redaktton und Ervedttton: Berlin SW 68. Ltndenstr. 3 Fernsprecher: Döndost{A 7) 292—297. KPD, nlr Reichsaanner-llerbül! Die badische Landtagsfraktion beantragt die Auflösung des Reichsbanners und der Eisernen Front E>A.-Bandenterwr planmäßige GA.-Lteberfälle aus das Reichsbanner Karlsruhe, 19. April. �Eigenbericht.) Die koinmunistische Fraktion des Vadischen Landtags hat folgen- deu Antrag eingebracht: Der Landtag wolle beschließen: Die Regierung wird beauftragt, die parteipoliti» schen Zclbstschutiorganisationcn wie Reichs- banncr(einschließlich Untcrorgani- s a t i o n c n). Eiserne Front. Badcn-Wacht, Stahlhelm, Wcrwols usw., im Bereich des Landes Baden sofort zu verbieten, da deren Tätigkeit der Aufrcchtcrhaltung der kapitalistischen Wirt- schaftsordnung dient und dadurch gegen die Jntcr- essen der arbeitenden Bevölkerung verstößt. * Des Zentralkomitee der Kommunistischen Partei Deutsch- lands erläßt soeben einen Aufruf mit der seierlichen Anrede: Sozialdemokratische Arbeiterl Gewerk- schafter! Reichsbannerlameraden! Klassen- genossen!" Das ZK. der KPD. hat also die Frechheit, sich an Sozial- dcmokraten, Gewerkschafter und Reichsbannerkameraden just in demselben Augenblick zu wenden, in dem seine badische Landtagsfraktion das polizeiliche Verbot des Reichsbanners und der Eisernen Front beantragt! In dem Aufruf heißt es: Ihr alle erlebt mit tiefster Empörung, welche Frechheiten und Gewalttaten sich die Hitler-Banden im heutigen Deutsch- land gegen die Arbeiterschaft erlauben dürsen! Ihr alle wünscht nichts sehnlicher, als einen u n b a r m.h e r z i g e n Kamps, eine entschlossene Abrechnung mit dem deutschen Faschismus vorzunehmen. Ihr SPD.-Arbeiter, ihr Freigewerkschafter, ihr Reichsbannermitglieder habt den Willen, daß die Nazi- pest aus Deutschland verschwinden möge. Richtig! Aber die kommunistische Landlagssraktion Badens beantragt, daß die Organisationen, die den Faschismus geschlagen haben, zur Strafe dafür verboten werden, genau so, wie es auch Hitler und Hugenberg verlangen. Weiter heißt es: Aber eure Führer, eure Minister, eure Polizeiprä si- deuten wollen keinen Massenkampf gegen den Faschismus. Tie fordern euch auf, stillzubleiben. Sie verbieten euch wie uns die Straße. Fünf Zentimeter darunter steht: Heute 18 Uhr>m Lustgarten! Wer mit dem preußischen Lraun-Severing-Regiment Schluß machen will, demonstriert heute mit der KPD. Also, Sozialdemokraten, Reichsbannerkameraden. Ge- werkjchafter, geht hin, demonstriert mit der glorreichen KPD. gegen Braun-Severing, für die Auflösung des Reichsbanners und der Eisernen Front! Und immer weiter im Text: Das Verbot der SA., lion Hindenburg ausgesprochen, steht nur auf dem Papier und dient nur als Deckmantel für die weitere Ver- schärfung des faschistischen Kurses gegen die Arbeiterklasse. Nichts wäre verhängnisvoller, als wenn ihr den betrügerischen Versprechungen eurer Führer glaubt. Hindenburg. der ein Leben lang für die Reaktion gestritten hat. hindenburg. der fehl sogar Groener zum vorgehen gegen das Reichsbanner ausgesocderl hat, Hindenburg, der wilhelminische General, wird stets an der Seite der Faschisten gegen die Arbeiterschaft stehen. Halt, das durfte nicht kommen! Wir sehen ganz davon ab, ob Hindenburg wirklich das Verbot des Reichsbanners gefordert hat— sicher hat er das nicht so bestimmt und so ein- deutig getan wie die badische Landiagsfraktion der KPD. Das ZK. sieht aber in der angeblichen Forderung Hinden- burgs nach einem Verbot des Reichsbanners einen Beweis dafür, daß„Hindenburg stets an der Seite der Fa- schi st engegendie Arbeiterschaft st ehenwird". Steht aber dann die KPD., die durch eine ihrer Land- tagsfraktionen das Verbot des Reichsbanners und der Eisernen Front verlangt, nicht auch an der Seite der Faschisten gegen die Arbeiterschaft? In Dortmund wurden Reichsbannerleute, die Flug- b l ä> t e r verteilten, von 4 0 0 S A.- L e u t e n, die sich zusammen- gerottet hatten, überfallen. Mehrere Reichsbannerleute wur- den verletzt, darunter einer schwer. Der Polizeibericht stellt aus- drücklich fest, daß die Uebcrsülle aus das Reichsbanner von den SA.- Leuten planmäßig vorgenommen wurden. Das Reichs- banner hat sofort dem Reichsinnenminister Groener von diesem Bandentreiben der SA.-Leute lelegraphijch unterrichtet und wird sich außerdem noch mit einem Aufrus an die Oessenltichkcit wenden. Klagges ohne Klage. Oeutschnationaler Hohn über nationalsozialistische Schwäche Die Berliner 5)ugenberg-Presse bleibl der Parole treu, Adolf Hitler durch dick und dünn zu folgen. Sie unter- läßt es daher auch, an den Vorgängen, die um die Auf- löfung derSA. herum spielen, Kritik zu üben, Im Reiche draußen ist man nicht überall ebenso diszipliniert, und so kann sich auch die„P o m m e r s ch e T a g e s p o st" nicht enthalten, in die blutenden Wunden des geschlagenen Bundesgenossen etwas Schwefelsäure zu gießen, indem sie schreibt: Roch niemals hat sich eine stolze und weithin bewunderte politische Kampforganisation so widerstandslos, so wie selbstverständlich auflösen lassen, wie die SA. und SS. der Nationalsozialisten. Augenblicklich gibt es keine Partei oder Bewegung in Deutsch- land, die so sehr alles auf die eine Karte der parla- mentaristischen Kampfmittel gesetzt hat, wie die natio- nalsozialistische. Sinngemäß klammert man sich deshalb auch an die wenigen parlamentarischen Machtpositionen, die man inzwischen erobert hat. Otto Braun in Frankfurt a. M. Er spricht vor mehr als 20 090 Menschen. Frankfurt a. ZU., 19. April.(Eigenbericht.) In der überfüllten Frankfurter Feslhalle sprach vor mehr als 20 MI Menschen der preußische Ministerpräsident Otto Braun. Er wandte sich gegen den Schmähartikel des Senatsprästdenten jzeldmann am Oberlandesgericht Frankfurt gegen den greisen Reichspräsidenten. Er habe es nicht nötig, den Reichspräsidenten vor Beschimpfungen zu schützen, aber er müsse doch fragen:„Was wäre einem Richter passiert, der gegen den 90jährigen Kaiser Wil- Helm ähnliche Beschiinpsungcn ausgesprochen hätte. Vielleicht ist die republikanische Verfassung in der Gewährung von Freiheiten etwas zu weit gegangen, als sie den Richtern Unabhängigkeit und Unverletzbarkeit garantierte."(Großer Beifall.) Zif den Sparmahnohmen führte Otto Braun aus:„Es ist be- Manche mögen ougenzwinkernd denken, es sei ja nur„Klugheit", welche die nationalsozialistische Haltung in den letzten Iahren und in den letzten drei Tagen diktiert habe. Wir glauben es nicht, weil wir von Hitlers Ehrlichkeit und Gradheit überzeugt sind. Aber wenn die„Klugheit" so weit getrieben wird, wie sie der natio- nalsozialistische Minister Klagges jetzt in Braun- schweig getrieben hat, wenn keine trotzige Gebärde, keine stolze Abweisung einer laut verkündeten Verletzung der eigenen Würde erfolgt, kein„Hinschmeißen des ganzen Krempels", dann wirkt das erschütternd. Herr klagges hat selbst die Auflösung der SA. in Lraunschweig angeordnet und durchgeführt und dazu noch erklärt, er wolle keine D i s s e- renzen zwischen Braunschweig und Berlin, diesem selben Berlin, dessen Name für das gesamte nationale Deutschland doch nur deswegen einen so unangenehmen Beigeschmack hat, weil dort der Kopf jenes Systems ist, das mit glühendem Haß von dem gesamten nationalen Deutschland verfolgt und bekämpft wird. Der Bruch in der nationalsozialistischen Eni- Wicklung ist seit langem da. Heute liegt er klar zutage. Zluch den letzten Träumer unter den Ralionalsozialislen wird die fröstelnde Erkenntnis der Tatsachen packen. Es wäre interessant, in diesem Zusammenhange festzu- stellen, welche Rolle der deutschnationale Minister Küchen- t h a l bei der Auflösung der SA. in Braunschweig gespielt hat. Sollte er nämlich auf Klagges eingewirkt haben, damit er dem Reichsminister Groener gegenüber jeden nutzlosen Widerstand unterlasse, so wäre die ätzende Kritik, die die „Pommersche Tagespost" an Klagges übt, nicht ganz loyal. I sonders schmerzlich für mich, der ich seit 40 Jahren für die kulturellen Fortschritte gekämpft habe, daß ich gezwungen werde, an einigen «tellen abzubauen. Aber ich bleibe an meinem Posten, damit nicht eine Hand breit mehr zurückgegangen wird, als es die äußerste finanzielle Notwendigkeit erheischt." Im Anschluß an die Rede Otto Brauns, dem init nicht enden- wollenden Beifall gedankt wurde, sprachen die beiden Hessen- nassauischen Landtagsabgeordneten Professor N ö l t i n g- Frankfurt und Bezirkssekretär R ö h l e- Frankfurt. Amerikas Kreuger-Verluste. Rew Pork, 10. April. In hiesigen gut unterrichteten Finanzkreisen schätzt man die Verluste, die der amerikanische Markt infolge des Zusammen- bruchs des Kreuger-Konzerns erlitten hat. auf etwa 200 Millionen Dollar. Also endlich ein kommunistisches Geständnis! Die KPD. kämpft an der Seite der Faschisten gegen die Arbeiterschaft. Neu ist das freilich nicht. Wer Augen hat zu sehen und Ohren zu hören, weiß es längst! Eiserne Front und Reichsbanner stehen im schwersten Kampf gegen die Reaktion. Sic habe» ihn bisher glänzend bestanden. Auch der tückische Ueberfall aus dem kommunistischen Hinterhalt wird ihnen nichts anhaben! Und die Antwort: Nieder mit dem Faschismus und seinen schmutzigen Spießgesellen von der KPD. Alle lür Liste i: Braun-seueringi Ranfred und Alfred. Taß die rechte Hand nicht wissen, was die linke schreibt. „Rote Po st" nennt sich das, was die kommunistische Zentrale jeden Sonntag als W o ch e n z e i t u n g ins Land schickt. Es bringt alles durcheinander, Ernstes und Heiteres! Zum heiteren Teil gehören auch die politischen Artikel. Und da es bei den Kommunisten schon in der frühesten Jugend und im zartesten Alter anfängt, so schreiben natürlich auch die Sieben- und Achtjährigen in der heiteren Ecke. Da ist z. B.„D e r kleine Manfred". Im Rechtschreiben zwar ziemlich schwach, ist er um so stärker in der Politik. „Lihbe Rote Post", beginnt er, und Otto Lroun und die ganze Preußenrcgierung passen ihm nicht und können ihm natürlich ge- stehlen werden. Wie er sich erst in Rußland auskennt, wie es im Gegensatz zu Deutschland dort so herrlich ist. wie es dort das meiste Essen und die schönsten Schulen gibt, das weiß der kleine Manfred aus dem Ef-Ef, so daß er es vor Sehnsucht nach dem Paradies gar nicht mehr halten kann. Die deutschen Sozialdemokraten sind natür- lich Arbeiterverräter, weil sie die SA. nicht ver- bieten! Ueberhaupt, der Severing:„Neulich hat er einen großen Tamtam gemacht, weil sie so Papihre gesunden hatten un hat durchgegriffen un man merkt ja die SA. läuft immer noch nun mit Pistolen und Dolche un das gantzenennt man dann Akziohn gegen die Nazis, wenn nichts dabei heraus- kommt." In der gleichen Nummer der roten Fliegenden Blätter schreibt aber auch der große Alfred. Sein Artikel trägt die dicke feite Ueberschrift:„S A.- V e r b o t. die Wahlbombe der SPD", und darunter steht geschrieben:...„um so alarmierender ist diese Meldung für die klassenbewußte Arbeiterschaft, die das Manöver, das abgekartete Spiel durchschaut... Vor allein sollen durch das Verbot die sozialdemokratischen Arbeiter wieder Einmal dumm gemacht werden... National- und Sozialfaschisten wollen mit dem Verbot ein politisches Geschäft übelster Sorte machen, das ist klar." Recht so! Warum denn diese verdammte Politik so ernst nehmen in diesen schweren Zeiten! Wenn Goebbels sems Kavelle Fuhsel hat, warum nicht auch die KPD.? EinZahr Gefängnis für Wacker Llnterfuchungshast w:rb nicht vollstreckt. Unkar außerordentlicher Beteiligung interessierter kunstkreise— auch Gehcimrat llusti und Dr. Thormeten waren erschienen— ver- kündete Landgerichtsdirekor Neumann heute morgen das Urteil gegen den Angeklagten Kunstmaler Otto Wacker. Er wurde wegen forlgesehken Betruges in Tateinheit mit schwerer Ur- kundcnfälschung zu einem Zahr Gefängnis verurteilt, von der Anklage des Psandbruches wurde er freigesprochen. Wegen dringenden Fluchtverdachts wurde gegen ihn die Uulersuchuvgshaft verhängt, die jedoch nnvollstreckt bleibt, solange sich Wacker zweimal wochenillch im zuständigen Polizeirevier meldet. In der Urteilsbegründung stellt« der Vorfitzauds unter anderem fest, daß auf Grund der einstimmigen Sachoerstäitdigengut- achten und der eigenen Anschauung des Gerichts an der Unechtheit von els von den Wackerfchen van Goghz gar kein Zwecscl sein könne. Die SachoerstäiMgen Rodenhagen und de la Faille scheiden aus. Sie haben seinerzeit selbst über gefälscht« Bilder Echtheitsgulachten erstattet. Die holländischen Sachverständigen Bremmer und Scherion waren unter allen Umständen saclikundig und objektiv. Ihre Ver- ehrung für van Gogh ist aber derart groß, daß ihnen in diesem Falle Irrtümer unterlaufen konnten. Das Gericht Hot sich dem Gut- achten der Sachverständigen Justi, Dr. Tonnelen und Rnhsmann an- geschlossen. Es ist auch auf Grund der chemischen und röntgenneologi- scheu Untersuchung der Ansicht, daß auch sieben weitere Bilder gefälscht sind. Es ist ferner der Ansicht, daß auch die Echcheit der Bilder von Scherion und Bremmer nicht erwiesen sei. Die nächste Frage ist: Hat Wacker gewußt, daß die Bilder Fälschungen darstellen. Zum Beweis für seine Gutgläubigkeit hat er sich auf die Echthsitserklärungen berufen. In Wirklichkeit waren diese für ihn nur ein Aushängeschild. Er hat ferner den Russen vorgeschoben. Die Urteilsbegründung fetzt sich nun ausführlich mit diesem großen Unbekannten auseinander und gelangt zum Ergebnis, daß er über- Haupt nicht existiert. Wacker hat ganz bewußt die gefälschten van Gazhs in den Handel gebracht. Bei der Strafzumesiung sei zu berücksichtigen, daß er bis jetzt unbestraft ist. Er ist ein labiler, degeneratwer Psychopath, als solcher leicht beeinflußbar, zumal wenn in der ganzen Fälschungsaffäre auch andere ihre Hand im Spiele haben sollten. Er hat mehr aus Schwäche als aus Schlechtigkeit gehandelt. Suche bei Kommunisten. Vo-ize!ak.'ion in ganz Preußen. Zn ganz Preußen sind seil heute früh Haussuchungen bei kommunistischen Sportorganisationen im Gange. Die Aklion wurde überall dort durchgeführt, wo sich der verdacht ergab, daß verschiedene kommunistische, militärähallche Sportorganisationen als Nachsolgeorganifalwuen des verbotenen Roten Frontkämpscr-Bundes anzusehen sind. Da die Hau-suchuntzen in der Provinz zum größten Teil erst M den Mittagsstunden beendet waren, läßt sich zur Zeit über das Ergebnis noch nichts sagen. Im übrigen dürste die Sichtung des umfangreichen beschlagnahmten Materials, ichnlich wie vor kurzer Zeic bei der Durchsuchung der SA.-Büros, mehrere Tage dauern. In V e r l i n fand die Durchführung an etwa 3 k> Stellen zur gleichen Zeit statt. In der Hauptsache waren es Wohnungen von kommunistischen Funktionären, die offenbar als die Führer des illegal fortbestehenden RFB. anzusehen sind. Gleichsalls wurden einige Büros angeblicher kommunistischer Sponsormationen von Beamten der Politischen Polizei besetzt und verschiedenes Akten- und Korrespondenzmatenal beschlagnahmt. Goethe bei den Angestellleu. Aus Paris wird gemeldet: Der Gewerkschaftsbunte der Angestellten veranstaltet aus Anlaß des Goethe-Jubiläums vier Vorträgs. Der erste wurde am Montag- abend gehallen Der Leiter des germanischen Instituts der Pariser Universität, Professor Lichtenberger, sprach über den ersten Teil des Faust. Der Reinertrag der Veranstattuni Arbeüsloseiitasse des Verbandes zugeführt. �gen wird de» Oer Skandal um die„Ilse" Großkapital gegen Reichsinter essen Heute vormittag fand in der Commerz- und Privatbank die mik größter Spannung erwartete Generalversammlung der „2 l j e" Bergbau A.-Ö. statt, aus der die Reichswerke„Viag" svereinlgie Zudustrie-lluteruehmungen 2t.-®.) zum entscheidenden Augriff um ihr Recht vorgingen. Bei diesem Komps des Reichsunlernehmens gegen die„Ilse" geht es bekanntlich darum, daß die im Aussichtsrat herrschende großkap'talislische Clique unter Führung des tschechischen Kohlenkönigs Ignatz Petfcheck, der„Viag" die angebotenen zwei Aussichtsratsmandate verweigert, obwohl dieses Neichsunternehmen 2Z Prozent des„Ilse"Kapikols besitzt. Die Generawersamnckunz nahm einen äußerst bewegten Verlaus. Noch dem Benreter der„Viag" meldeten sich eine große Anzahl Kleinaktionäre zum Wort, die in schärfster Form das Ver- lzalten der Verwaltung geißelten. Der Vertreter der„Viag", Rechts- anwalt Netter, gnff zunächst die skandalös« Tatsache an, daß die Verwaltung die berüchtigken tZ Millionen Mark Schuh- oktien, die nicht im Verkehr sind, bei der Abstimmung für sich einsetzte. Unter stärkster Bewegung der Versammlung teilte der Dertreter der „Viag" mit, daß auf dieses Zlltienpaket von 12 Millionen Mark nur 3000 Mark eingezahlt seien(Stürmisches Hört, hölt!), jo daß sich also die phantastische Tatsache ergibt, daß eine Machsgruppe, die nur 3000 Mark aufgewendet hak, sich Stimmen im Werte von mindestens l2 Millionen zuschanzt. Noch sensationeller aber war die Mitteilung des Redners, daß im allgemeinen diese Schutzaktien nur dem Zweck dienen, die Ge- sellschaft vor Ueberfremdung zu schützen. In dem Fall dieser ge- nannten„Ilse"-Schutzaktien hat man aber bei der Affäre Petfcheck diese Schutzaktien dazu benutzt, um eine Ueberfremdung durch Ignatz Petfcheck herbeizuführen. Damals habe im Preußischen Landtag der Abg. Schiftan er- klärt, daß diese Transaktion„mit objektiv anfechtbaren Mitteln" durchgeführt worden sei(Lebhaftes: Hört, hört!) Der „Biag"-Vertreter stellte sodann den Antrag, daß für diese zwölf Millionen Aktien auf der heutigen Generaloersammluag kein Stimm- recht zugelassen werden soll. In scharfen Worten griff ein Aktionär die bekennte Aeußerung des Lorsitzenden Bankdirektor Reinhardt an, daß man die„Viag" wegen ihres öffentlichen Charakters zurückgestoßen habe. Es sei undenkbar, daß heutzutage Großbankoertreter die Mit- arbeit der öffentlichen Hand zurückzustoßen wagten. Wie war es denn bei den Großbauken, als sie Hilfe bei dem Reich erbale»? Als es um Subventionen ging, hat man der öffenttichen Hand Aufsichfsmandats direkt angeboten. Hier aber scheint der Grundsatz vorzuherrschen, daß das Reich bei kranken Unternehmungen erwünscht, bei gesunden Unternehmungen aber unerwünscht ist. Die Kleina ktioikäre, so fuhr der Redner fort, haben das größte Interesse, daß die„Viag" in den Aussichtsrat kommt, denn sie haben allen Grund, gegen die Petfchek-Gruppe miß» trauisch zu sein. Wie war es denn bei den Hohenlohe-Werken, wo Petschek gleichfalls eine Doppelrolle als Großaktionär und Groß- Händler spielte? Da hat sich die Petscheck-Gruppe riesige Geheimrabatte bei Ge- schäslen aa sich selbst zugeschanzt, unberechtigte Zinsgewinne einge- noramen und die Produktionsbetriebe mehrfach bei ein und dem» selben Geschäft belastet.(Stürmisches Hört, hört!) Die Generalversammlung dauert bei Schluß der Redaktion noch an. Ausiegungskönsie in Genf. Abrüstung„wie ich es auffasse". Genf, 19. Apr'l.(Eigenbericht.) Die gestrige Abstimmung, die einen ersten konkreten Fortschritt bedeutet hatte, schien heute wieder gefährdet, als Titulescu- Rumänien, unterstütz: von den De.tretern Perstens und Jugo- siawiens, ihn nun unter dem Gesichtepunkt der nationalen Sicherheit und den Verpflichtungen für ein internationales gemeinsames Bor- gehen auslegen wollte. Sofort ertlörte L i l w i n o w, aus In erp: etation könne er weder Form noch Inhalt der Entschließung annehmen. Tituleecu forderte ihn gereizt auf, seine Konsequenzen zu ziehen, wenn er sich den V-stimmungen des Völkerbund-paktes nicht anschließen wollen Henderson schob z e d e Interpretation beiseite und ließ über den Text abstimmen, mit dem Erfo'g, daß unter stürmischer Heiterkeit von Lstwinow bis Titulescu alles dafür war. Beide erklärten dann unter neuem Lachen der Der- fammlung, sie hätten im Sinne ihrer eigenen Auslegung ge- stimmt. Die Kommission ging dann zur Aussprache über die weiteren Prinzipien der Herabsetzung und Begrenzung der Berücksichtigung der Sicherheit und der Methoden der Abrüstung, besonders für dos möglichst liete Niveau des ersten Schrittes über. In der Aussprache waren Italien und Deutschland für die aus alle anzuwendende direkte Meched«, während Rumänien, Jranlreich, Persicn und Spanien auf der Berücksichtigung besonderer Verhältnisse in den Sicherheitsbedingungen der Länder bestanden, wobei Paul Loncour in» einer von Tardieus Art sehr günstig abstechenden Form und äußerstem Entgegenkommen sprach. L i t w i n o w be> kämpfte diese„individuelle Methode", bei deren Anwendung die Konferenz nie ein Ende nehmen werde. Der Ziauschgifi-Schmuggel. Geheimnisvolle Telegramme.- Der Bankier Eliopoulos. Die monalelangen Arbeite» der Zentralstelle zur Bekämpfung des Rauschgislhandcls in Berlin haben jetzt zu einem Erfolg geführt. Die Zusammenhäuge der internationalen Rauschgistbande sind so klargelegt, daß der Bande das Handwerk für die nächsten Jahre gelegt ist. In fast allen Teilen der Erde sind die Rauschgiftsendungen dieser Bande beschlagnahmt worden. In Tientsin, Stombnl. Mar- seille. Hamburg und New Jork konnten Sendungen aufgehalten werden. Auch dem Bankier des Schmugglerrmges. dem Griechen E l i o p o u l o s. sind die Hände gebunden worden. Nach seiner damaligen Festnahme im„Rheingold-Expreß" wurde er sofon nach Hamburg übergeführt. Hier ist er vorläufig gegen eine Kaution von 10 000 Mark freigelassen worden. Elwpoulos muh sich aber bei der Polizei melden und wird auch überwacht. Er stand mit dem„Afghanen Moses", der sich später als ein Rumäne Reiter aus Bukarest entpuppte, dauernd in Verbindung. Reiter war in Deutschland der Hauptagent. Er besorgte die„Decksendungen"— wie Spielwaren usw.—, er wußte, wo die Sendungen in Deutsch- lond lagerten, und er organisierte auch die Verfrachtung nach USA. Wolter Fried, der noch gesucht wird, handelte mit Anweisungen des Rumänen. Reiter bezog für seine Berliner„Tätig- keit" ein Fixum von monatlickz 1000 Mark. Außerdem halle er einen großen Spesensatz zur Verfügung, der es chm ermöglichte. selbst die teuersten Telegramme zu kabeln, wenn irgendwo Gefahr drohte. Interessant sind die beschlagnahmten Telephonrech- n u n g e n die man bei Reiter vorfand. Es ist einwandfrei er- wiesen, daß er mit dem Bankier Eliopoulos in Paris in ständiger .elephonischer Verbindung stand. Nächtliche Schlägereien. Litfaßsäulen in Flammen. Mit dem Näherrücken des Termins der Landtazswahlen am kommenden Sonntag macht sich eine von Tag zu Tag steigernd« Wahipropaganda bemerkbar, die von den radikalen Parteien für ihre„besonderen Absichten" vornehmlich auch in die Nachtstunden verlegt wird. Die Bilanz der letzten Nacht sind 40 Festnahmen: es handelt sich ausnahmslos um'K o m m u n i st e n und Haken- k r e u z l e r. Große Ausregung verursachte eine S ch i e ß e r e i, die sich gegen 22.30 Uhr in Alt Moabit Ecke Elberfelder Straße, einem alten Unruheherd, zwischen Nationalsozialisten und Kommu- nisten abspielte. Bon Anwohnern wurden etwa 8 bis 10 Schüsse gezählt. Als die Polizei in einem Schnellauto an der Kampfstätte erschien, hallen die Gegner den Platz bereits geräumt und waren in den Seitenstraßen entkommen. In Neukölln an der Friede!- straße stieß ein Trupp Kommunisten und Hakenkreuzler aufeinander. Mit Hiebinstrumenten, Koppelschlössern und Stahlruten gingen die Gegner auseinander las. Zwei Beteiligte wurden durch Hiebe am Kopf erheblich verletzt. Von dem alarmierten Ucberfallkommando, das der Schlägerei energisch ein Ende bereitete, wurden drei Nazis und drei Kommunisten festgenommen— Außerdem wurden wieder in der Cuvrystraße, in der Flottwellstrahe und in der Vahnstraße in Steglitz Litfaßsäulen mit einer leicht brenn- baren Flüssigkeit Übergossen und angezündet. In einem Falle wurden drei Männer, die im Derdacht stehen, zu der Branditisterkowime zu gehören, festgenommen und der Politischen Polizei übergeben., poiigei paßt auf? In den folgenden Nächten wird sich die Wachsamkeit der Polizei noch erheblich steigern. Es soll unter allen Umständen dafür ge- sorgt werden, daß die Landtagswahl im großen and ganzen in Berlin mindestens ebenso friedlich verläuft wie die beiden Wahl- gänge zur Reichspräsidentenwahl. Nacht» werden die Schupo- Patrouillen wieder erheblich verstärkt und außerdem werden Auto- streifen und Radfahrerpatrou-llen alle Stadtgegen- den unaufhörlich durchstreifen. Der Schupo stehen wieder schwere Tage bevor: daß sie ihrer Ausgabe gewachsen ist, darum braucht niemand bange zu sein. Gastod eines Nervenkranken. Heute mittag wurde im Hause Wiener Str. 5 2 am Görlitze? Bahnhof eine Gastragödie entdeckt. Hauebewohner bemerkten starken Gasgeruch, der aus der Wohnung des 64 Jahre alten Pen» sionörs Richard K a h I e r t drang. K- war früher Kriminalbeamter: vor einiger Zell wurde er pensioniert. Seine 33 Jahre alle Tochter Frieda führte ihm die Wirtschaft. Als die Nachbarn auf Klopsen keinen Einlaß fanden, alarmierten sie Polizei und Feuerwehr. Die gewaltsam eindringenden Beamten fanden Kahlen und seine Tochter in dem völlig vergasten Schlafzimmer leblos auf. Der Mann war bereits der Einwirkung der Gase erlegen, die Tochter dagegen konnte noch Wiederbelebungsoersuchen ins Le.en zurückgerufen werden. Ihr Zustand machte aber eine sofortige liebe: führung ins Bethanien-Krankenhaus notwendig. Wie aus Abschiedsbriefen hervorgeht, machte ein Nervenleiden Kahlert schwer zu schaffen und im beiderseitigen Einverständnis beschlossen Vater und Tochter aus dem Leben zu scheiden. Die Leichen wurden be- schlagnahmt. Oer Tod auf den Ech'enen. In den heutigen frühen Morgenstunden machten Strecken» wärter in der Nähe des Bahnhofes Wittenau aus den Schienen einen grausigen Fund. Dort wurde die Leiche eines jungen Mannes gesunden, dem der Kopf xom Rumps getrennt war. Der junge Mann halt« anscheinend in den Nachtstunden aus dem Schienenstrang der Oranienburger Strecke' S e l b st m o rd ver» übt Man benachrichtigte die Polizei, die sofort eine Untersuchung einleitete. Bei der 2lbsuchung des Bahngelände- wurde in der Nähe der Fundstelle' eine Schüler-Fahrkaite gefunden. Diese weist den Namen auf: Heinz Engelk«, Hannooer, Charlollenstraße. iRstorboot gekeniert. Paris. 18. April. Beim Wehr von Cröteil ist gestern abend ein mit fünf Personen besetzt« Motorboot gekentert. Von den Insassen konnte nur ein« Fr au gerettet werden: die anderen vier Personen. darunter zwei Kinder, ertranken. yy' V.'.]!,.. ASies tritt zur wichtigen Donnerstag, 21. April, 18 Uhr in den bekannten Lokalen an Wie der russische Arbeiter lebt. Anders als die privilegierte Ausländerfamilie Zint! Auf die Schilderung des üppigen Lebens der deutschen Familie Z i n t in Moskau hat die„Rore Fahne" volle drei Seiten ver- wendet. Wie viele Seidcnstrümpfe und wie oft Gänsebraten, was für Pelzmäntel und wieviel Kilogramm Kaviar diese glückliche Fa- mllie konfunriert, wissen jetzt ihre Leser. Was sie aber nicht wissen und auch nicht erfahren dürfen, ist das Leben des ruf» fischen Arbeiters. Die Familie Zint wird als Ausländer-Spe- zralistenfamilie privilegiert, unendlich besser bezahlt, besser er- nährt, besser gekleidet, besser behaust; es trennt diese Ausländer ein Abgrund von den russischen Arbeitern, wie die Weißen von den Negern in Kolonialländern. Die S t a t i st i k ist in Rußland aus einer Religion, die ihre Tabellen und Diagramme an die Stelle der Jkones(Heiligenbilder) hängte, zu einer Geheimwissenschaft geworden. Die„Sla- tistiche Rundschau" ist eingegangen, Kontrollziffern werden nicht mehr veröffentlicht, Preise werden geheimgehalten wie militärische Geheimnisse. noch bis vor kurzem wenigstens in einigen Sowjei-Zei. kunzea dann und wann Rachrichien über Löhne und Lebens- witielpreise zu finden waren, so hat auch das fehl aufzchörl. Kein einziges Moskauer Platt mehr gibt bekannt, welche Mengen von Lebensmitteln auf die Karten abgegeben werden, obwohl das die Menschen in Rußland tausendmal mehr interessiert als die �Fortschritte" der kommunistischen Parteien in Europa. Aber schließ- lich erfahren sie es ja noch rechtzeitig genug, nachdem sie stunden- lang im„O t s ch e r c d", der Schlange, gestanden haben. Das„Ge- heimnis" soll vor denen behütet werden, welche russische Zeitungen im Ausland lesen. Lon den größeren Blättern bringt jetzt ein einziges in Leningrad derartige Mitteilungen: die„Leningradskaja Prawda". Aus der letzten Seite, im kleinsten Druck. zw.schen der Meldung, daß eine Straßenbahnlinie in Zukunft anders geführt wird, und einer anderen über die Vertagung einer Versautmlung des Vereins der„Materialistischen Aerzte", findet man höchst bemerkenswerte Mitteilungen. Sie betreffen den ruf- fischen Proletarier,„nur" ihn und nicht die Familie Zint, und es ist also ganz verständlich, daß die„R o t e F a h n e" sie einer Uebersetzung nicht für wert hält. In der Nummer der„Len. Pr." vom 14. März 1932 kann man lesen:„Heute beginnt die Abgabe von Fleisch auf Abschnitt 2. Für die erste Kategorie 500 Gramm, für die zweite Kategorie 200 Gramm, für Kinder 250 Gramm. Schluß der Abgabe am 21. März" In die erste Kategorie sind die Schwerarbeiter ein- gerecht, in die zweite Kategorie alle übrigen: Angestellte, Lehrer, Ingenieure. Hausgehilfinnen. Unter Fleisch wird nicht bloß rohes Fleisch verstanden, es gehörten auch Speck und Wurst dazu. Die Mengen gelten für eine Woche. Mit anderen Worten: der Leningrader Schwerarbeiter hat das Recht, auf feine Fleisch- karte in einer Uloche ein Pfund Fleisch. Wurst oder Speck zu beziehen, der Angestellte muß sich mit noch nicht einem halben Psuud in der Woche begnügen. Daß er das Fleisch wirklich bekommt, ist damit noch lange nicht ge- sagt. Am 5. März wird zum Beispiel bekanntgegeben, daß die Ausgabe von Fleisch auf den fünften Abschnitt der Februarkarte bis zum 6. März verlängert wird- Im Februar konnten also nicht einmal die kläglichen Mengen, auf welche' die Karte Anspruch gibt, voll ausgegeben werden. Ausreichend ist nur die Versorgung mit Brot und Zucker. Die| Arbeiter und Angestellten erhalten 3 Pfund Zucker im Monat. Die Brotmenge bleibt die gleiche wie in den Vormonaten, allerdings verschlechtert sich die Qualität durch immer schärfere Aus- Mahlung. Verschiedene Grützesorten werden sowohl an Ar- beiter wie an Angestellte verkauft, im Monat 3 Pfund: Buchweizen- grütze(Käscha) erhalten nur Arbester, je ein Pfund monatlich. Rudeln bekonunen nur Schwerarbester, 2 Pfund, für andere ist nichts da. Saisonarbeiter haben Ansprmh nur auf 2 Pfund Grütze und 1 Pfund Nudeln im Monat. Daß die Bauern unter diesen Umständen vorziehen, im Dorf zu bleiben statt in die Stadt aus Arbeit zu gehen, ist nur zu begreiflich. Die Angaben, die wir hier wiedergeben, sind der Nummer vom 3. März entnommen. Am 8. März wurden wieder einige Normen mitgeteilt. Di«„Plan- Wirtschaft" funktioniert offenbar so glänzend, daß zu Beginn des Monats noch gar nicht übersehen werden kann, wieviel Lebens- mittel zur Verfügung stehen werden. Daß es keinen Kaffee gibt, ist zu verstehen. Das russische Nationalgetränk ist Tee. Ein Ar- bester muß mit 25 Gramm einen Monat lang sein Auslangen finden, Tluxestellle oder Aerzte oder Lehrer mögea ruhig Wasser trinken. sie haben keinen Anspruch auf Tee. Befouders elend steht es aber wii der Feliversorgunz. Buster gibt es in Leningrad nicht, ebensowenig Margarine oder Schweineschmalz oder Rindertalg. Es gibt nur Pflanzenöl, das aus den Sonnenblumenkernen gepreßt wird. Arbeiter bekommen davon 750 Gramm im Monat, Angestellte 300 Gramm. Die Fa- milie Zint ißt Gänsebraten. Der russische Arbeiter erhall«in Pfund Fleisch und noch nicht ganz drei Achtel Fett in der Woche, der russische Angestellte nicht emmal ein halbes Pfund Fleisch und ein Siebentel Pfund Feit. Die„Rote Fahne" übersetzt sonst so vieles aus dem Russischen. Es wäre vielleicht angezeigt, daß sie auch einmal diese kleingedrucktcn Mitteilungen auf der vierten Seite übersetzte und ihren Lesern mitteilte. Sie wird sich hüten. Sie erzählt lieber Märchen von dem„wachsenden Wohlstand des russischen Proletariats". Was wirklich wächst, ist einzig und allein die Empörung der dürftig lebenden, schwer arbeitenden, politisch unfreien russischen Proletarier über dos Lnxuelcben, das privilegierte Ausländer auf chre Kosten führen! FrMrsich und Kreuger-Krach. EchDedifcher Llntcrhä'ndier in Paris eingetroffen. Paria, lg. April.(Elgcuberichl.) Der Präsident der schwedischen Zündholzgesellschsst. Bankier j Rydsbeck, ist am Montag in Paris eingelrofseu und hat Ver- Handlungen ml! verschiedenen franzSsischsn Danken eingeleitet. Ob- gleich Rydsbeck bisher jede Auskunft über den Zweck seines Poriser Auf-nihz'.is abgelehnt Host legt man seinen Derhondinngen große Bedeutung bei.. Driond-Dknkmal bei§>■ Elieunc. Der Generalrat des Loire- Departements hat am Montag beschlossen, in der Stadt St. C h a m o n d ein Briand-Denkmal zu errichten. Der verstorbene Lußemninister hat diese Stadt von 1902 bis 1919 in der Kammer vertreten. Waklerberichi für Berlin: Roch etwas wärmer, teils heiter, teils wolkig, keine nennenwersten Riederlchäge, leichte südwestliche Winde. — Für Dauisch'aud: Im Süden Besserung, im Nordwesten Be- wölkungszunahme. aber keine erheblichen Niederschläge. Im übrigen Reiche keine wesentliche Llenderung des herrschenden Wiuerungs- charakters., Die Kunstexpertife vor Gericht Rückblick auf den van Gogh-proZeß Ein bis dahin unbescholtener junger Mann, aus kleinbürger- lichen Verhältnissen stammend, künstlerisch interessiert und über das Normale hinaus begabt, hat als Tänzer einigen Erfolg. Aber auf diesem Wege kann er nicht so weit aufsteigen, wie ihn Ehrgeiz und Begabung locken. Sein Vater, ursprünglich ein kleiner Geschäfts- mann, ist Moler geworden, auch sein Bruder malt— in Düsseldorf. Cr führt eine Art Doppelexistenz: unter einem Namen von mslo- dieser Phantastik als Tänzer, unter der bürgerlichen Firma, die die Ehrlichkeit im Schilde führt, als Kunsthändler. Aber der große Kunsthandel, in Verlin oder München nicht anders als in Paris, bildet einen festverbundencn Ring, in den einzudringen beinahe un- möglich ist. Vertrauen kann sich der junge Wacker nicht so rasch erwerben, wohl aber Kennerschaft, und dazu bemächtigt er sich des- jenigen Meisters, der als der begehrteste jeden Kunsthändler, als der problematischste jeden Psychologen reizt. Er kauft sich alles, was ihm an Literatur über van Gogh erreichbar ist. Und wie sich sein Bruder zeichnerisch an Paraphrasen über Werke van Goghs versucht, dringt er selbst in das Werk und Wesen des Künstlers ein, der an der Grenze des wachen Bewußtseins, an der Grenze auch zweier Stile in kurzen Jahren ein so ausgedehntes, auch im miß- lungenen Versuch immer wieder erstaunliches Schaffen vollbracht hat. Da geschieht das Wunderbare, an das man eben glauben muß und das dem Staatsanwalt als Ausgeburt eines Wunschtraumes erscheint: ein Russe kommt an einem Tanzabend in die Garderobe des Tänzers, jung, unendlich reich, nun in der Schweiz ansässig und dem jungen Wacker zugetan. Seine Familie besitzt eine jedem an- deren unbekannte Sammlung von gegen 30 van Goghs, und ob- wohl er nicht verfügungsberechtigt ist, überläßt er sie dem Freunds auf dessen Zureden in Kommission zum Verkauf, ja, er läßt den Erlös bei Wacker als Darlehen stehen, damit dieser davon im Kunst- viertel von Berlin, im Jhneschen Hause in der Viktoriastraße einen vornehmen Kunstsalon nach eigenstem Geschmack aufmachen kann. Wacker weiß, was er zu tun hat, und bringt diese„van Goghs" nach und nach zu den Experten, und jeder bestätigt ihm, daß es sich um echte, ja vorzügliche Werke des Meisters handelt, für Ge- bühren, die zwischen 40 Gulden und 60 Mark schwanken. Erfahrene Kunsthändler Berlins und Hollands kaufen diese van Goghs für Summen, die sich immer mehr den 100 000 Mark nähern. Und finden in ihrem Publikum Abnehmer dafür. Bis eines Tages, als in Berlin bei Paul Cassirer eine van Gogh'-Ausstellung unbezweifel- bar echte Bilder neben denen Wackerscher Herkunst zeigt, Fräulein Dr. Ring, die als Leiterin des Hauses Cassirer und als Kunst- Historikerin ihren Blick an alter Kunst geschult hat, zu dem 5)al- länder de l a F a i l l e, der. ursprünglich Jurist, eben einen viel- bändigen und höchst fleißigen Katalog aller van Goghs einschließlich der Wackerschen abgeschlossen hat, kurzerhand sagt:„Alle Bilder von Wacker sind falsch!" Und nun geht es, wie Fräulein Rings Teilhaber Dr. F e i l ch e n- felb dem Gericht auseinandersetzt, wie mit des Kaisers Kleidern in AiBeTsens Märchen: nachdem es erst einmal einer gesehen stet, sehen es alle. Die Käufer geben den Berliner Händlern die Wackerschen Bilder zurück, und einer dieser Händler, solchermaßen geschädigt, er- stattet Strafanzeige. Wacker erzählt, was er immer erzählt hat, er sei durch Ehrenwort gebunden, den Namen des russischen'Vor- besitzers nicht zu nennen, und jetzt ist der Russe auch seinem Anwalt (der ihn übrigens auch nicht kennt) nicht mehr erreichbar. Drei Jahre vergehen, kein Russe meldet sich, obwohl in homosexuellen Kreisen das Gebot„Treu um Treue" ganz besonders stark gelten soll: ober es meldet sich auch niemand von dessen Familie und macht die Rechte auf den oan-Gogh-Besitz gellend. EnMich kommt der Prozeß. Zwölf Experten marschieren auf. aller soweit ihre Meinungen auch useinandergehen— ihnen allen stellt Wacker seine Ueberzeugung entgegen: die Bilder seien echt, und jede Stimme dagegen stamme aus Konkurrenzneid oder aus einer Unsicherheit der Experten. Es gibt noch dümmere Menschen als Experten, meinte vorher recht zynisch Julius Msier-Graefe, der als Verfasser d'cker und dünner Bücher über Vincent, als einstiger Besitzer mehrerer van Goghs die Echrheitsexpertisen für Wacker geschrieben Halle und der nun selbst nicht mehr an seine Bestätigungen glaubt. Und der Zeuge de la Faille erklärt: er habe 250 falsche van Goghs ge» sehen, ebenso viele in Berlin wie in Paris, und zu diesen Fälschungen gehören für ihn von den Wackerschen Bildern, die er zuerst sämtlich anerkannt und dann sämtlich verurteilt Halle, jetzt nur noch die große Mehrzahl: fünf aus dieser Reihe aber sind nach de la Failles heutiger Meinung echt. Natürlich sind auch diese beiden holländischen„Ex- perten" für die Echtheit ihrer eigenen und einiger anderen Bilder aus der Wackerschen Masse. Wenn der Berliner„vereidigte gericht- liche Saä)oerstSndige" für moderne Kunst von seiner nur beschränkten Kenntnis der Werke van Goghs spricht, so will er wohl selbst gern mildernd« Umstände für seine anfängliche Zustimmung und heutigen Zweifel haben. Der Maler Eugen Spiro sagt in allem und jedem das Gegenteil von dem, was sein Kollegs Leo von König als „Sachverständiger" über den Wert der Wackerschen Bilder behauptet. Die objektiven Kriterien, die technischen Sachverständigen zur Verfügung stehen, machen allerdings jedem, der sie nachprüft, die Fälschung zur Gewißheit. Hellmut Ruhemann, der Restaurator am Kaiser-Friedrich-Museum, hat 16 der Wackerschen Bilder Putz- versuchen unterzogen, und keines von ihnen widerstand dem. Kurt Wehlte, der technische Sachverständige des Reichsoerbandes bildender Künstler, hat Röntgenaufnahmen der unzweifelhaften van Goghs gemacht, und wo bei Wacker ein krauses Liniengewirr er- scheint, bieten die echten Werke bis ins kleinste die plastische Klar- bcit des aus dem Gefühl, nicht nachahmend und variierend gcstal- tenden Kopfes. Wackers Bilder haben durchweg ein Harz als Bindemittel verwandt, weil das schnell trocknet und die BÜöer bald gealtert erscheinen läßt, während es bei 22 von dem Haarlemer Restaurator de Wild untersuchten echten van Goghs durchweg fehlt. Diese drei Gründe scheinen unvergleichlich schwerer zu wiegen als die Meinungen lllerarijch oder händlerisch interessierter Experten. die mit einer in den meisten anderen Berufen bekannten Un- bejchwertheit ihre Urteile erstallen und abändern können. Ein an psychologischen Problemen interessierter, in vielen Sätteln gerechter Mensch, dem niemand die Bezeichnung„fixer Lunge" bestreiten wird, hat es fertig gebrocht, mit Hilfe leicht ge- wonnener Experten einen Bestand von Bildern dunkler Herkunft als van Goghs teuer zu verkaufen. Er hat damit dem deutschen ' Kunsthandel eine heute nach vier Jahren noch nicht verheilte Wunde zugefügt. Aber woher stammen nun wirklich diese Bilder, wer ist der Maler gewesen, der bei ihrer Produktion so vieles und das so rasch zugelernt hat, daß er, mit recht rohen Fälschungen bezinnenb, schließlich Bilder zustande brachte, die wirklich van Gogh be» ängstigend sich angeglichen haben und noch heute in erlesenen Sammlungen hängen? Der Moabiter Prozeß ist die Frage nach dem Fälscher ganz und gar schuldig geblieben. Man hat früher dcn Verdacht hören können, die Bilder seien Schöpfungen der �- Wackerschen Familienproduktion. Das ist ein bisher unbewiesener Verdacht. Konzertchronik. Die neunte Sinfonie/ Kammermusik und Solisten. Das Iublläumsfest des Philharmonischen Orchesters schloß repräsentativ und würdig mit dem feierlichsten Werk beut- scher Musik, der Musik überhaupt: Beethovens Neunter Sinfonie. Stach Waller, Sllcdry, Klemperer interpretierte sie nun auch Furt- w ä n g l e r als letzter in dieser Saison: ohne alles musikantische Gelöstjein, voll romantischer Inbrunst, voll energetischer Spannungen, voll leidenschaftlichen und übersteigerten Willens zur Größe, die er freilich im letzten Satz erst vollkommen zu erreichen vermochte, in dem vom gleichfalls jubilierenden Kittelschen Chor prachtvoll gesungenen Finale: Ria Ginster, Frieda Dierolf, Rae- w a e n g e und Böckelwann waren ihm ausgezeichnete Helfer. Eine Ueberraschung brachte der 2. Kammermusikabend des Busch-Quartetts: Vusonis selten zu hörendes Streichquartell in O-Moll, eine wertvolle Jugendarbeit des Meisters, die be: aller stilistischen Unsicherheit eine Fülle von Schönheit birgt und eine Ueberfülle interessantester Details im Harmonischen. Kontra- punktischen und Satztechnischen. Brahms(op. 67) geriet ausgezeich- net: Schuberts unsterbliches C-Our-Quartell ließ allerdings viel von dem vermissen, was für Schubert und dies Werk charakteristisch ist, die fast slawische Weichheit, die österreichische Grazie, die süd- deutsche Musik- und Musitantenkultur, der mit norddeutschen Tugenden wie Ernst, Herbhell und Strenge nicht beizukommen ist. Ueberslüssig, trotz dieser Einschränkungen zu betonen, daß die Quar- tettoereinigung(ein besserer Cellist würde ihr allerdings nichts schaden) auf einer Höhe ist. die nur wenige zu erreichen vermögen; von der das L ü t t i ch e r Streichquartett z. B. noch Himmel- well entfenll ist. Rsinhcll und Intonation sollte nicht erst täte- gorisch gefordert werden müssen; von stilistischer Unreife gar nicht zu reden. Dem jungen Geiger Cyrill K o p a t s ch t a ist nickst nur im Künstlerischen, ist schon allein im Technischen d:e Berechtigung zum Konzertieren vorläufig abzusprechen. Wertvoll dagegen war die Bekanntschaft mit Gerhard Misch; wenn ihm auch noch die kristallene Klarhell mangelt, um Bach zu gestallen, verfügt er doch über einen großen, sinnlich-warmen Geigenton, der im Tschai- kowsky-Konzert prächtig zur Geltung kam. Don den jungen Pianisten ist eine vielvexsprechnrde Anjängerin an erster Stelle zu nennen: Sara Wittenberg(eine Schnabel- schaler in), die einen schönen Ton, technische Reise und stilistische Klug- hell mll prachtvoller Vitalität verbindet, bei der— trotz aller an» erzogenen Veherrschthell— das wilde Klavierspiel innr-er wieder durchbricht, die voll Jugend ist, voll Kraft und voller Versprechungen — eine ersreulich« Ausnachme unter den klav-erspielenden Mädchen. die jenseits des fleißig erlernten, oft auch kullivierten Spiels meist wenig Eigenes zu geben haben, wi« otwa Herta Torkanowsty. Lukka K o l e s s a(eine längst Arriviert«) spielt« Chopin: ungleich. mäßig, ohne gerade imponierende geistige Borstellung des Werks- Verlaufs, temperamentvoll, aber voll köstlicher Details und mll viel Charme. Auch Paul Lichten st ern verfügt bereits über einen guten Namen, dem er mit ernstem Streben, innerlicher Vertiefung und einem Können Ehre macht, mit dem er die spielerische Musik des 18. Jahrhunderts in gläserner Klarheit ebenso zu meistern weiß wie etwa Beelwuens opus III, diese in reiferer Kenntnis und angemessener Gestaltung. A- W. Ein junger Tänzer. Matinee im Kleinen Theater. Tänzerischer Nachwuchs, der mehr verheißt als die Fähigkeit, sich in eine gut geleitete und anspruchsvolle Gruppe einzuordnen, stellt sich selten vor. Deshalb ist Heinz Fintel zu begrüßen, der im Kleinen Theater Solotänze bracht«. Er ist zwar vorläufig keines- falls ein fertiger Künstler: doch vielleicht kann er es einmal werde». Fintel ist noch zu sehr bemüht, zu zeigen, was er kann. Seine Tänze sind eine Häufung von Bewegungs- und Ausdrucksmotiven. die in jeder Einzelheit volles Lebensrecht beanspruchen, ohne Rück- sicht auf eine zusammenfassende künstlerische Linie. Zur Einfachheit, zur Innerlichkeit muß Fintel erst noch finden. Es scheint, daß es ihm möglich sein wird. In Tänzen, die seelischer Ausdruck sein wollen, bleibt er zwar noch stets im Motiv stecken: in den reinen Vewegungstänzen dagegen gelingt ihm manchmal künstlerische Geschlossenhell. zusammenfassender Ausdruck eines geistig-körperlichen Tanzeriebnisses. Mll zu seinen besten Darbietungen gehörten zwei Maskentänze. Hier bestimmt das in der Maske erstarrte Gesicht die puppenhaft mechanisierten Bewegungen, die hinter der Ober- fläche ihrer Geste die oerdrängte Lebendigkeit tragisch ahnen lassen. Das ist nicht mehr tänzerisch erdacht« Formel, sondern unbewußt gestaltete Kunst. Leider scheint bei Fintel die Gefahr nicht aus- geschlossen, daß er sich ins Dekorative verliert. Sein Weg scheint zum Bühnentanz zu weisen. Gerade dieses Ziel aber fordert vom Tänzer Verzicht auf jede persönliche Eitelkeit, ganze Hingabe an dt« Kunst.___—lz. Oas Theater dem Volke! Die Spitzenoerbände der Gewerkschaften, die Organisationen der Bühnenangehörigen, eie Ar. eiter-Kulturorganisationen und der Deutsche Volksbühnenverband veranstalten am Himmelfahrtstag, dem 5. Mai, im Großen Schauspielhaus in Berlin eine große Kundgebung unter dem Stichwort:„Das Theater dem Volke!" Die Kundgebung wird in erster Linie die Erhallung des gemein- nützigen Theateis fordern und Programmsätze vorlegen, wie dem Theatsrabbau Einhall geboten und die Idee des Dolksthoaters noch- drücklich gefördert werden kann. Als Redner sind vorgesehen: Kultusminister Grimme', der Altonaer Oberbürgermeister Brauer, der Eeschäftsführer des Volksbühncnverbandes Brod- deck und David Ststter vom Cssamtverband. Die Ver- ansiallung erfährt durch die Mitwirkung der Orchester, Chöre und Salillen der Staatsopcr und Berliner Städtischen Oper ein« große künstlerische Umrahmung. Der Haupltell der Kundgebung wird von der Deutschen Wesse auf oll« deutschen Sender übertrvcien werden. DaS Rase-ThaU« bringt mit Unlsrftüxung der SelelljSast zur Be» kämpfung der EeschlechrSkrenkMten sechs Borflellungen des Austläruna-. (rüdes„Nicht vor den Leute» am i\., 59.. LS., 96., 98. und 99 Stoeä nachmittags 530 Uhr. ja kleinen Preisen O.SO, 0,50 und 0,75 Mk. Im Mufeum für Naturkunde spricht Mittwoch. S Uhr, Vrofessor Bischofs über hi» Anpassungen der Immen an den Blütenbesach. Im t. Steck wird weiter ausgestellt: Tie Vögel und Säugetiere des Tl«gartcnS. Professor Emil Orlik spricht Donnerstag. 8 Ubr. in der Akademie der Ziunste CFarifer Play 4) über„Goethes äußere Erscheinung". Eintrittskarten zu 1 M. ün Büro der Akademie. Kampsesweise der KPO. Hetze gegen freigewerkschastliche Betriebsrate. An, Sonntag brachte die„Rote Fahne" drei Photos von Ge- nassen ans der„Bewag" als„ein strahlendes Kleeblatt", mit sol- gender schuftigen Glossierung: »Seht euch die Visagen an. Wenn man im Kino sitzt und steht «inen Kriminalfilm über die Banden von Al-Capone, dann strahlen dies« ausgesuchten Banditengesichter eine Engelsgiite aus, im Ber- gleich mit diesen nebenstehenden drei Köpfen. Wer sind diese strahlenden Gesichter? Warum haben sie so gute Laune, dost sie mit vollen Backen lachen, in dieser schweren Zeit der Krise mit k Millionen Erwerbslosen? Sie können auch lachen! Dies sind die wohlbestallten Sozialfaschisten der Bewag: cherr Schäfer, der Personalchef, Herr Meißner, das Betriebsratsmitglied vom Kraft- werk Klingenberg, und Herr Betriebsrat Elfchner vom Werk Schiff bauerdamm." Heute bringt das Moskaublatt die Bilder der Reformisten Waßmann(Betriebsratsvorsitzender) und Langer(Arbeiterratsvor- sitzender) mit der nicht minder niederträchtigen Bemerkung: »Sie freuen sich, daß sie zum Lohnraub, Hegtempo, Massenent- lassungen, Maßregelung revolutionärer Arbeiter, dem Unternehmer Helferdienste leisten können." Aber auch ohne Bilder hetzt das Blatt gegen die „reformistischen" Betriebsräte der einzelnen größeren Betriebe tagtäglich, während es die eigenen gewerkfchaftsfeind- lichen„revolutionären" Betriebsräte als die besten Menschen hin- stellt— wenn und solange sie die kommunistischen Parolen befolgen. Kommt bei Propagierung besonders verrückter Parolen der eine oder andere„revolutionäre" Provokateur zur Entlassung, dann wird er als Märtyrer verherrlicht. Dabei betreibt diese übelste gewerkfchaftsfeind- liche Partei die Demagogie, sich noch obendrein bei der gewerk- schaftlich organisierten Arbeiterschaft als die einzig wahren Arbeiter- freunde anzubiedern. Unsere Gewerkschaftsgenossen geben d i e beste Antwort auf die Gewerkschaftshetze der KPD., indem sie alles daran setzen, der Moskaupartei am Sonntag zu einer weiteren Niederlage zu verhelfen. Metallarbeiterverband gegen Nordwest. Lanvesardeitsgericht weist Berusungsklage ab. Düsseldorf, 19. April. Das Landesarbeitsgericht Düsseldorf verhandelte gestern über die Berufungsklage des Deutschen Metallarbeiterverbandes gegen die Gruppe Nordwest auf Weiterzahlung des in den Schiedssprüchen vom Dezember 1927 und 1928 festgesetzten Lohn- ausgleiche? für die Arbeitszeitverkürzung. Nach längerer Verhandlung lehnte das Landesarbeitsgericht die Berufungsklage des Deutschen Metallarbeiterverbandes ab mit der Begründung, daß in dem Schiedsspruch vom Dezember 1931, der den Schiedsspruch vom Februar 1927 wieder in Kraft setzt, eine Ab- lehnung der Schiedssprüche vom Dezember 1927 und Dezember 1928 und damit auch des Lohnausgleiches zu erblicken ist. Da» Ardeltsgericht Düsseldorf hatte dies« Feststellungsklag« („Abend" Nr. 104), die rund 25 000 Arbeiter und 1% Proz. der gesamten Lohnsumme für das Tarifgebiet umfaßt, ebenfalls ab- gelehnt. Es dreht sich um die Bestimmung über den Lohnausgleich für Arbeitszeitverkürzung in dem Severing-Schiedsfpruch vom Dezember 1928. Wirrwarr in Nordwestböhmen. Nachdem die Ursache des Streiks durch das Präger Abkommen gegenstandslos geworden ist, ist der Zweck des Streiks erreicht und der Streik selbst abbruchreif. Die Spaltung der Bergarbeiter in vier Richtungen verhindert jedoch einen gemeinschaftlichen recht- zeitigen Streikabschlutz. Die streikhungrige kommunistische Partei klammert sich an jeden Streik und schwebt in ständiger Angst, der Streik könnte„abgewürgt" werden, ein Ende nehmen, anstatt daß die Streikfront„verbreitert" würde. Vier Bergarbeiterorganisationen, die beiden freigewerkschaftlichen Verbände sowie der tschechoslowakische natio- nalistifche und der nationaldemokratische Verband entschieden sich für die Wiederaufnahme der Arbeit, während der kommunistische Industriearbeiterverband und die kommunistisch beeinflußte Streik- leitung die Fortsetzung des Streiks beschlossen. Im Teplitzer Revier sind am Montag 31 Schächte von 32 nahezu vollzählig befahren worden. Im Brüxer Revier dagegen wird nur auf zwei Schächten gearbeitet, ebenso im Komo- tauer Revier auf zwei kleineren Schächten. Im Ostrau-Kar- w i n e r Revier, wo die Bewegung bereits beigelegt war, haben die Kommunisten sie wieder angekurbelt. Auftrieb in LlGA. Wirtschastsbelebung oder nur Kriegskonjunktur? In den Pittsburger Stahlwerken hat sich die Lage in den letzten Tagen so sehr gebessert, daß Tausende von Ar- beitern neu eingestellt werden konnten. Aus der Auto- i n d u st r i e und von den Eisenbahngesellschaften liegen beträchtliche Aufträge vor. Zahlreiche Hochöfen in Pittsburg, Poungtown und Birmingham sind wieder angeblasen worden. In letzterer Stadt wurden KXX) Arbeiter auf mehrere Wochen hinaus eingestellt. Buch S)ie Wahl sum iPreußifchen jCandfag Unter diesem Titel ist dieser Tage im„Verlag für Recht und Verwaltung, C. A. Weller", Berlin SW. 68, die oritte, neubearbeitete Auflage, des Kommentars zum preußischen Landeswahl- gesetz herausgekommen. Die beiden Verfasser, der als Autorität in Wahlrechtsfragen bekannte Ministerialrat Dr. Kaisenberg und der Sachbearbeiter für die preußischen Landtagswahlen, Ministerial- rat Dr. Schütz«, bringen in diesem Kommentar das preußische Landesrvahlrecht mit allen seinen Ausführungsbestimmungen und Ausführungserlassen klar und ausführlich erläutert zur Darftellumz. Dieses Buch, in dem das gesamte amtliche Material verwertet wor- den ist, wird allen Wahlbehörden und Parteileitungen die Arbeit erleichtern: Muster für die mit den Wahlvorschlägen einzureichenden Erklärungen der Bewerber und behördliche Bescheinigungen, sowie Muster für Verbindungs- und Anfchlußerklärungen sind zum besseren Berftänonis beigegeben. Durch bildliche Darstellungen und Zahlen- bcispiel« werden die Zluswirkungen der Verbindung von Kreiswahl- Vorschlägen illustriert. Die Durchführung der Wahl und die Vor- bereitunge» dazu werden erleichtert durch eine Wahlflatiftik. einen Terminkalender für die Parteien und durch ein ausführlich er- läutertes Beispiel für Sie Ausfüllung der Wahlniederschrift durch den Wahlvorftand. Da das preußische Landeswahlgesetz in den letzten Jahren mehrfach Gegenstand verfassungsrechtlicher Ausein- anderfetzungen vor dem Staatsgerichtshof und vor dem Wahl- Prüfungsgericht beim Landtag gewesen ist und auch Aenderungen in materieller Beziehung durch Aenderung der Verteilungszahl er- fahren hat, ist die Neuauflage des Kommentars zu begrüßen, da sie allen, die mit der Wahl zu tun haben, ein wertvoller Helfer sein wird. L. J- Rundfunk am Abend Dienstag, den 19. April. Berlin. 16.05 Fritz Heymann: Aus slawischen Opern und Tänzen. 16.30 Lieder von Tschaikowsky.(Elisabeth Ohlhoff, Sopran. Flügel; Heinrich Steiner.) 16.45 Doktor Ueberau erzählt. 17.05 Dokumente in Bildern.(Am Mikrophon: Rolf Brandt.) 17.35 Unterhaltungsmusik. 18.55 Die Funkstundc teilt mit... 19.00 Stimme zum Tag. 19.10 Prof. Dr. Otto Hoetzsch: Johann Gottlicb Fichte. 19.40 O. B. Wendler liest eigene Prosa. 20.00 500 Jahre Schlager. 21.00 Tages- und Sportnachrichten. 21.10 Bläserkonzerte. 1. Händel: Konzert für Oboe. Streicher und Cembalo, g-moll. 2. Haydn: Konzert für Trompete und Orchester. Es-dnr. 3. Mozart für Fagott und Orchester, B-dur(K.-V. 191). 22.15 Räuscher: Zeitungsschau. 22.30 Wetter-, Tages- und Sportnachrichten. Königswusterhanscn. 16.30 Leipzig: Tänze der Nationen. 17.30 Dr. Kurt Zarek: Bücher der Zeit. 18.00 Mersmann: Wir bauen Melodien. 18.30 Prof. Dr. Schaeder; Die Religionen des Orients und das Abendland. Anschließend: Englisch für Fortgeschrittene. 19.20 Wiederkehr odtr Ende des Kapitalismus?(Handelsredaktuer Dr. Mikschs und Fritz Tarnow, M. d. R.) 20.00 Hamburg: Militärkonzert. 21.00 Hamburg: 3000 Jahre Parlamente und Prozesse. IX. ,,Im Namen des Schicksals." 22.00 Wetter-, Tages- und Sportnachrichten. 22.30 bis 24.00 Hamburg:„Die Romantiker." I. Franz Schubert. Lerantwortl. für die Redaktion: Rich. Bernstein. Berlin; Anzeigen: Th. Glocke. Berlin Verlag: Vorwärts Verlag G m. b. H.. Berlin. Druck: Vorwärts Buch. druckerei und Verlagsanstalt Paul Singer � Co.. Berlin SW 68. Lindenftr. 3. Hierzu 1 Beilage. ROCRAMM ür die Zeit vom 19. bis 21. April KINO mo\Q) Potsdamer Straße 38 2 Großionfilme: Da» blaue Ucht mit Leni Riefenistahl— Außerdem: Einmal möcht ich keine Sorgen haben mit Mox Hansen Jugendliche haben Zutritt! Wochent. 5, 7, 9 Uhr Odeon, Potsdamer Str. 75 Eine\acht Im Taradien mil Anny Ondra. II. A. Hobertü Jugendliche haben Zutritt Wochent. 5, 7, 9 Uhr c Moabit Turmstraße 12 Holxapfcl weift»Iis» mit Felix nrc««art. Circtl Thelmer, Ivan Petrorlch Wochent. 5. 7, 9 Uhr Alexanderstraße 39-40 (Passaeo) 3 Groü-Tonlüme: Eine Nacht Im Paradies mit Anny Ondra— Außerdem; Patt u. Pafarhoa in Knall und Fall Jugendliche haben Zutritt Wochent. 5. 7. 9 Uhr Wastan Primus-Palast Potsdamer Str. 19 Ecke Margarctenstr. Uraufführung der Franz-Lchar-Ton- film-0 per eile: E« war einmal ein Walzer(Regie Viktor Janson) mit Hartha Egrsertb, Paul Hör- biger. Ern�t Veröde«, Uolf v. (>oih. Ida Wünt, Lisr.zi Xatzler, Alb. Pauliff, Marcel Wittrlsch Jugendliche haben Zutritt! W. 5.15, 7.15. 9.15 Uhr Unter den linden Arfnchnf yTochent-«b 6 Uhr Sonntags ab 5 Uhr Perleberger Str. 79 2 Tonfilme: Viktoria und ihr llu«ar mit Friedl Schuster, M. Bohnen— Der Korvettenkapitän mit Barry Eiedtke Woch. 6.45. 9.05 U. Sonntags ab 4.45 Uhr All-Moabit 99 GroDtonfilm: Mann über Bord mit Georjf Bancroft— Gutes Ton- bei propra mm Zehlandorf-Mitte 7/»/«* Beginn tägl 5. 7, 9 Uhr stg. 3 Uhr JugendvorstcII Potsdamer Str 50 Hinter den roten Mauern von Eichterfolde m. A. Basscrmann Jugendliche haben Zutritt! Welt-Kino € Steglitz ���harlottenburg�p Germania-Palast Charlottenburg, Wilmersdorfer Str 53/54 Peter Voss, der Millionendieb, mit Willy Porst. Alice Treff, Paul Iförbigscr, Ida Wüst Wochent. 5, 7. 9 Uhr Kant-Lichtspiele Kantstr 54(an der Wilmersdorfer Str.) Zwei Herzen und ein Sehlas mit Ellian llarvey. Wolf Albach- Betty, Otto Wallbarg:— Außerdem d. reichhaltige üfa-Ton- Kabarett Nr. 4 Wochent. 5, 7, 9 Uhr Die Kamera Unter den Linden 14 Täglich 3, 5, 7, 9 Uhr Der Boss mit Will Rog:era.— Gastspiel Baditzkl v. d. Moskauer Philharmonie c Friedrlchstadt Franziskaner Ä�vVm GeorgenstraB«(Ecke Friedrichslrafle) 9. 12. 3, 6, 9 Uhr; Fritz Scholz als Kaczmarck in Dienst i»t Dienet mit Lneie Englisch a. s. 10,30. 1.30, 4.30, 7.30, 10.30 Uhr: Meine Kinder— mein Glück \eae,ta Tea-Uild-Bcpart»** Schlüter-Theater 9 Schlülerslr. 17. S. 3 U.: Jgd.- Vorst. Mamsell\itouche mit Ann>* Ondra— Tonkabarett, Max Ehrlich— Jugendliche Zutritt! �___WHnwSdorg�'M'� Atrium Kaiserallee. Ecke Berliner Straße Wochent. 7. 9% U Sonnt. 5, 7, 9(4 U. Uranfführuna: Ein Eled, ein KnB, ein Mädel mit 4iu«t. Fröhlich. Martha Eggerth, Fritz tiriindanin O.kur Slma, Paul Morgan. Anton Pointner.— 4-ute, Tonfilmbelprogramm d SchCnebera � A Ihambra s�uNNVÄ Hauptstr. 30-— Variete, Tonfilm Ben Hur(in Tonfassung) mit Kamen Novarro.— Belprofr.— Bühne: G, Acosta, der Meister der Kraftjongleure— Jugcndl. Zutritt! Titania-Palast Steglitz. SchloDstr. 5. EckcGutsmuthsstr. Uraufführung: Kriminalrcportcr Holm(Regie Ur. Engels) mit El�u Brink. Jul. Palkenstein. Anny Schwarz, II. Speelmann*.— Gutes Tonfilmboiprofisramm > Mariontfor? A 1Uf~/; Mariendorfer W. ab 6 U. Tonlichtspiele So. ab 5 ü. Chausseestr 305. 2 Großlonfiime: Peter Voft, der Millionendieb— Die verllebte Pinna mit Anny Ahlers _ Tempclhof> Kurfürst sVi.�uhr Sonntag 3 Uhr: Jugendvorstellung Dorfslrafle 22. Ecke Berliner Straße Der Slegser mit Hans Albers. Käthe v. Xoin.— Tonbeipr. Titln]; Tfiglich 5. 7. 9 Uhr llVOll 3 Uhr: JugendvorstcII Berliner Str. 97. Großlonfilm: Eine Yacht Im Paradies mit Anny Ondra, Herrn. Thlmiff— Tonbeiprogramm W Hdukailn M Wocht. 6.30, 9 Uhr Stg 4. 6.30. 9 Uhr Kaiser-Eriedrich-Straße 191 l>ie verliebte Firma mit Anny Ahlers— Beiprogramm— Bühnenschau Film-Palast Kammersäle TcltowerStr 1 W ab5V*».So ab3MiU 3 Tonfilme; Ein steinreicher Mann mit C. Bois— Die\aciif gehört uns mit II Albers Süden Theater am Moritzplatz Wo. 6, 8.15 Uhr. Sonn», ad 4.30 Uhr Kyritr.-Pyritz(Die fidele Sänger- fahrt) mit Ma.v Adalbert— Jazz- symphonle Südosten Deatsch-Amerik. Theater Köpenicker Str. 68 Beg. 5 Uhr. Stg. 2.30 Uhr Jugcndv. Das blaue Eicht mit Leni Kiefenstahl— X 27 mit Marlene Dietrich A,n Görlilzer Bahnhof nimeCR w. ab 6�2. Stgs. ab 3 Man braucht kein Geld mit Heinz Kühmann Ferner Aasslatlungs-Tonfllm: Madame Satan Excelsior Vn LnL Wochent. 6.30, 9 Uhr aURUR Stg. f. 6.30. 9 Uhr Kottbusser Damm 92 Der Sieger mit Han, Alben. Küthe v.\ag>.— Tonbeipr.— Bühncn.chan Titania Schöneberg Hauptstr 49 W 5. 7 9 Uhr S 3. 5. 7. 9 Uhr Der toll© Bömberg: mit A. von Schlcftow— Razzia in Paris mit Albert Pr6|ean Kronen-Lichtspiele Rheinstranc 65. W. 7. 9 Uhr. Sbd., Stg 5. 7. 9 Uhr Der brave Sünder mit D. IIa»». H. KUbmann, M. Pallenbcrg— Catea Beiprogramm Mercedes-Palast s'ib'a9 ü: Hermannstr 212 Man braucht kein Geld mit H. Rühmann, Moser— Bühne: Ge or�e Boulangfcr, der Geigerkönig, mit seinen Zigeunern— Jugdl. Zutr. Primus-Palast 3 ü: Am Hermannplalz Urbaoslr 72/76 Peter Voft der Millionendieb mit Willy Forst.— Bühne: Vier Pianolas, Jazz auf vier Flügeln Ab Freitag: Glta entdeckt Ihr Herz mit Glta Alpar Stern, Hermannstr aße 49 W. 6.30. 9 Uhr. Sonnt. 4, S.30. 9 Uhr Der Sieger mit Hans Albern Käthe v. Sag}.— Tonbeipr.— Btthnensebau Luisen-Theater Reich enberg er Str. AI. Zwei himmelblaue An�en mit Herrn. Thlmitf, Ch. Ander Ferner Sexual-Aufklärungsfihn mit ärztlichem Vortrag; Hygiene der Ehe Für Jugendliche verboten! 4i Frenzlauer ffCilySltllTl Allee 56 Wochent. 5 Uhr. Sonnt 3 Uhr. Xachtkolonne m. Tschechen a. Homolka— Eiebesflllale mit Anny Ahlers— Emelkatonw. Flora-Lichtspiele�T W. 5.45, 7. 8.45 Uhr. Sonnt, ab 3 Uhr Eine Xacht Im Paradfes mit Anny Ondra— Der Glöckner von Xotre Dame Königstadt-Palast T5,g7.c9 Schönhauser Allee 10 Tonoperctle: 2 Herzen und ein Schlag mit Ellian Harvey— Tonbeiprogramm— Tonwoche Conferencier; Schaplra ■ 0'ten■ Germania-Palast Frankfurter Allee 314 Der Sieger Hans Albers, Küthe v. X'agy, Hans Brausewetter, Domgraf Faßbaendcr, Ida Wüst Auf der Bühne: Jackmann, der eigenartige Huraorist am Flügel Woch. ab 6.30 Uhr. Sonnt, ab 3 Uhr Luna-Palast"sönm A 3 uhr Gr Frankfurter Sir. 121 Ton woche Skandal In der Parkstrafte mit F. Kampers, C. Eillen— Bühne: Paul Godwin u. seine 15 Künstler Stella-Palast Snmb Köpenicker Straße 12—14 Hans Albers, Küthe v. Xagy in Der Sieger Auf der Bühne: -10 Minuten Variete W Treptow W Treptow-Sternwarte Mittwoch 8. Donnerstag 8, Sonnabend 4 n. 8. Sonntag 4. 6, 8 Uhr: Die XI- belungen. Siegfriedsage, Film �__Baiiiw«cmil#nw#g W Lichtspielhaus ßaunjschulenweg 78 2 Tonfilme: Düster Keafon: f'a- sauova wider Willen— Alarm um Mitternacht Schwarzer Adler An«k99 W. 5. 7. ca. 9 Uhr. S. 3. 5. 7. 9 Uhr 2 Großtonfilme; Einer Frau muß man alles verzeih n— Gesangverein Morgenfrei Kosmos-Lichtspiele Lückslr. 70 Woch. 5, ca. 7. 8.45 Uhr Sonnlag 3, 5, ca. 7, 8,45 Uhr 2 Großtonfilme: Trara um Liebe mit Felix Bressart— Leichtsinnige Jugend mit W. Rilla J Fricdrlchsfelde W Kino Busch La,. uÄ Alt-Friedrichsfelde 3 2 Tonfilme; Der brave Sünder— Purpur und Waschblau mit H- Nicse— Tonwochc Norden Alhambra �Äol96" W. 5, 7. 9 Uhr. Sonnt. 3. 5. 7. 9 Uhr Peter Voft. der Millionendieb mit Willy Forst.— Es wird geheiratet mit Szakall Viktoria-Theater sTg�bSu5 Frankfurter Alle 48. 2 Großtonfilme: Lügen auf Rügen mit M Solveg. O. Wollburg— Der Herr auf Bestellung mit Willy Forst Pharus-Lichtspiele Müllerstr. 142 Täglich 5. 7. 9 U. Großlonfiime; Drei v. d. Stempelstelle mit Fritz Kampers— Irrwege des Lebens Reinickendorf-Ost Beba-Lichtspiele Rcsidenzstr 124 W 6.45 n. 8.45 Uhr Stg. 5, 7. 9 Uhr 3 Uhr: Jugend vorst. Das ausgezeichnet gute Tonfilm Programm Pankow Palast-Theater l0echtab 7. 9. 5 U. Frankenbarg»ühno Gr Frankfurter Str. 74 W. 5. 7. ft U. S. 3 U.: Jugendvorst. Der Hauptmann von Köpenick mit Max Adalbert— Tonbeipr. Tonwoche— Bühnenschau— Jugendliche haben Zutritt! Babylon, am Bälowplatz Wocht. 4.45 Uhr Sonn. 2.30 Uhr. Zwei Tonfilme: Einmal möcht ich keine Sorgen haben mit Max Hansen. Crsula Grabley Peter Voft, der Millionendieb Willy Forst Willy Forst anwesend! Dienstag, Donnerstag 3 Uhr: Sexuallichlbildvortrag Mann, Weib in Afrika» Breite Str. 21a Zwei Herzen und ein Schlag mit Lilian Harvcy. Otto Wallburg, Rosa Valctti Titln Ii Wochent. 7. 9 V l IVO II Sbd. u. Sonnt. 5Ü Berliner Straße 27 2 Großlonfiime: Die Fledermaus mit Anny Ondra— Meine Kinder, mein Glück ■ Ta9el■ Filmpalast Tegel Wochen! 6. Sonnt 4!ö U Sonntags 2 Uhr: Jueend Vorstellung Skandal in der Parkstraße mit F. Kampers. C. Lilien, S. Sö- neland— Vorhang auf!— Tonbeiprogramm ��JNennlgjdor�� Fi Itnn/t //y c/ w 6, 8.30 Uhr rumpaiasi stgs tu.«h. u. Berliner Str 59 Tongroßfilm: Der Raub der Mona Lisa mit Willy Forst— Panik in Chikago Beilage Dienstage 19. April 1932 SiVÄimö %ALui�aße Atk l&foätk Wollt ihf das wiederhalben? Dann wählt National Wer Knecht ist, soll Knecht bleiben! Erinnerungen an die gute alte Zeit Von flellmut von Gerlach Weim man die Nationalsozialisten reden hört, muh man glauben, die preußisch-deutsche Geschichte beginne erst mit dem 9. November 1918 und sei, dank dem von den verruchten Marxisten begründeten „System", eine einzige Kette von Torheiten und Verbrechen. Von dem, was vorher war, sagen sie nichts. Entweder, weil sie zu jung sind, um davon etwas zu wissen, oder zu gerissen, um davon etwas wissen zu lassen. Reden wir darum ein bißchen von dem System, wie es bis 1918inPreubenim Gang« war. Ich kenne es von innen her, weil ich als Sohn eines oft elbischen Rittergutsbesitzers mitten unter denen aufgewachsen bin, die die Herren und Nutznießer des alten Preußen waren: im Kreis« Wohtou, einem Stück jenes alten Reichs- tagswahlkresses Wohlau-Gutrau-Steinau, der der„goldene Wahl- kreis" der Konservativen genannt wurde, weil er mit einer einzigen Ausnahm« immer nur konservative Parlamentarier yach Berlin ent- sandt hat. Den Grundstock für die konservativen Wahlsiege gaben die landlosen Laudarbeiter ab. Sie waren zwar nicht mehr den Großgrundbesitzern leibeigen, dafür aber waren sie ihnen seeleneigen geworden. Ihre politische Abhängigkeit war so unbeschreiblich groß, daß sie gar nicht auf den Gedanken kommen konnten, anders ab- zustimmen, als es der„gnädige Herr" wollte. Bei der Landtags- wähl machte die öffentliche Abstimmung die Wahl zur Kontroll- Versammlung. Bei der Reichstagswahl wurde das offizielle Wahlgeheimnis durch Manöver jeder Art zur Komödie: Wahlvor- fteher war regelmäßig der Rittergutsbesitzer oder fein Vertrauens- mann; als Wahlurne diente eine Suppenterrine, in der die Stimm- zettel in der nach der Stimmliste nachprüfbaren Reihenfolge aufein- midergeschichtet wurden die verdächtigen Stimmzettel wurden durch kleine Aeichen gekennzeichnet: die Arbeiter wurden direkt vom Felde durch den Inspektor zur Wahlurne geführt, bekamen den„richtigen" Stimmzettel umnittelbar vor dem Wahllokal in die rechte Hand ge- drückt und wurden von Inspektor und Wahlvorsteher beobachtet, ob sie nicht im letzten Augenblick noch einen Austausch vornahmen. Fast nie konnte ein Rebell gegen die konservative Awangsherrschast seiner wahren Gesinnung Arwdvuck geben. Versuchte es einer doch, flog er unweigerlich auf die Straße. Für die Landarbeiter war das Wahlrecht konservative Wahlpflicht. Sie konnten sich dem Zwange nicht entziehen, weil sie minderen Rechtes, Staatsbürger zweiter Klasse waren. Für die Industriearbeiter galt die Gewerbeordnung, die ihnen Koalitionsrechte und Streikrecht sicherte. Sie konnten wenigstens versuchen, ihre Lage durch Lohnkämpfe auszubessern. Für die Landarbeiter galten Landesgesetze. Das für sie maßgebende Gesetz vom 24. April 1854— also aus der dunkelsten Reaktionszeit Friedrich Wilhelms IV. stammend— bestimmt« in seinem§ 2: „Gesinde, Schilfsknechie, Dienstleute oder Handarbeiter der§§ 2a, b, c, d bezeichneten Art, welche die Arbeitgeber oder die Obrigkeit zu gewissen Handlungen oder Zugeständnissen dadurch zu bestimmen suchen, daß sie die Einstellung der Arbeit oder die Verhinderung derselben bei einzelnen oder mehreren Arbeitgebern verabreden oder zu einer solchen Verabredung etwa auffordern, haben Gefängnisstrafe bis zu einem Jahre verwirkt." Zu den von diesem Paragraphen betroffenen Handarbeitern ge» hörten nach§ 2 sowohl die Jnstleute, Tagelöhner, Einlieger, Katen- leute usw.. die in den Häusern der„Herrschast" wohnten, wie die Handarbeiter, die sich„zu bestimmten land- und forstwirtschaftlichen Arbeiten, wie z. B. Erntearbeiten auf Acker und Wiese, Melio- rationsarbeiten, Holzschlagen usw. verdungen haben". Alle Landarbeiter also unterlagen einem Gesetz, das Gefängnis- straf« bis zu einem Jahr denen androhte, die durch Zufarnmenschluh bessere Lohn- und Arbeitsbedingungen zu erreichen versuchten. Dos Gesetz stand nicht etwa bloß aus dem Papier. Gerade in Schlesien habe ich es erlebt, daß Landarbeiterinnen ins Ge- fängnis wandern mußten, weil sie zu dreien oder vieren sichzu ihrem,.gnädigenHerrn" begebenund ihm erklärt hatten, sie mühten die Arbeit nieder- legen, wenn ihnen ihre Hungerlöhne nicht wenig» ftens ein bißchen aufgebessert würden. Der Ausdruck H u n g e r l o h n Ist wirklich keine bloße Redens- art. Anfang des Iahrliunderts habe ich einen Prozeß durchfechten müssen, den der Besitzer des Ritterguts C u n e r n. im Kreise Wohlau. «in Hauptmann d. R. j) am scher, gegen mich angestrengt hatte. In diesem Prozeß wurde vor Gericht sestgestellt, daß in Cunern die Männer im Winter 69, im Sommer 89 Pf. T a g e l o h n erhielten, die Frauen im Winter 35, im Sommer 49 Pi. Dazu gab es an Nebenbezügen außer ein papr Furchen Kartoffellaird nichts, nicht eimnal freie Wohnung. Wegen dieses Prozesses, der in der Deffentlichkeit zu lieblosen Kommentaren gegenüber den Großgrundbesitzern gsfichrt hatte, wurde der Landrat von Wohlau, der konservative Landtag sabze» ordnete v. W r o ch e m, von der Regierung zum Bericht aufgefordert. In dem Bericht, der durch eine Indiskretion zu meiner Kenntnis kam, tobte Herr v. Wrochem gegen mich. Er mußte jedoch zugeben, daß die Lohnvertstiltiiisse in Cunern„wenig erfreulich" seien. Er habe Herrn Hauptmann Hamscher vorgehalten, daß bei solchen Ver- Hältnissen die Leute zu Vergehen gegen das siebente Gebot geradezu angereizt werden mühten. Kühl ließ ihn jedoch Herr Hamscher abblitzen:„Dabei komme ich immer noch billiger fort als bei höheren Löhne n." Daß Herr Hamscher bei solchen Lohnen überhaupt �noch Arbeiter fand, kennzeichnet die damalige materielle Lage der'Landarbeiter- schaft. Daß nicht eimnal bei solchen Zuständen Streik erlaubt war, sondern ins Gefängnis führte, kennzeichnet die Gesetzgebung nn da- maligen Preußen. Nur eine Arbeiterschicht war gesetzgeberisch noch elender gestellt als die Landarbeiter, nämlich die Dienstboten. Für sie galt noch die Gesindeordnung vom 8. November 1819. In ihr fand sich z. B. ein§ 77, der also lautete: .Jteizt das Gesinde die Herrschaft durch ungebührliches Betragen zu Zorn, und wird in selbigem von ihr mit Scheltworten oder geringen, Tätlichkeiten behandelt, so kann es dafür keine gerichtliche Genugtuung fordern." Damit war das Prügelrecht der„Herrschast" an dem Dien st boten sanktioniert. Das heißt formaljuristisch bestand kein solche? posttwes Rechh sondern nur ein sogenannter Strafausschließungsgrund. Wurde das Gesinde mit Ohrseigen oder anderen sogenannten„geringen" Tätlichkeiten traktiert, sö durfte es nicht zum Richter gehen. Tatsächlich war es also in des Wortes wörtlichster Bedeutung der Prügelknabe der Herrschast. Die Lebenshaltung der Landarbeiter stand auf einem selbst dem städtischen Arbeiter kaum vorstellbaren niedrigen Niveau. Im Jahre 1991 siel mir der Küehenzettel der preußisehen Ansiedlungskommission für Posen und Westpreußen in die Hände. Diese Staatsbehörde bestimmte für die Tausende der ihr unterstellten Landarbeiter, daß sie nur dreimal in der Woche Fleisch erhalten sollten, jedesmal 199 Gramm: viermal in der Woche war Fasttag. Ich ließ lOV Gramm Fleisch abkochen und sah, daß man die Portion beguem in einer Streichholzschachtel unterbringen konnte. Auf Presseangriff« wegen dieser Art der Beköstigung er- klärte der Präsident der Ansiedlungskommission: „Tie Ansiedlungskommission kann keine bessere Nah- rung gewähren,»»eil sie sonst von den privaten Nach- bardetrieben der Schleuderkonkurrenz bezichtigt »vcrden tvsirdc." Arbeiters chutzgesetze für die Landarbeiter gab es nicht. Wenn der Knabe oder das Mädchen mit 14 Iahren die Schule verließ, konnte.» sie ungehindert im Sommer zu IKstündiger Arbeit herangezogen werden. Ja, beim Rübenverziehen oder Kar- toffelbuddeln sah ich unzählige Male Schulkinder vom 8. Lebensjahr ab beschäftigt. Sie arbeiteten vor Schulbeginn, sie arbeiteten nach Schulschluß. Meist wurden die Schulferien, den Großagrariern zu- liebe, so gelegt und so ausgedehnt, daß die Kinder viel« Wochen hintereinander von früh bis abends auf den Feldern sich abrackern durften. Natürlich litt der Schulunterricht darunter außerordentlich. Auch waren die läMichen Schulklasscn vielfach phantastisch überfüllt, mit hundert und mehr Kindern besetzt. Aber die Junker sahen darin kein Uebel, im Gegenteil. Wie oft habe ich aus dem N binde der Herren die Aeußerung gehört:„DiedümmstenOchsenknecht« s i n d d i e b e st e n. Je mehr die Arbeiter lernen, um so wenig». wollen sie auf den» Lande arbeiten." Die Wohnungsverhältnisse waren grauenhaft. Ais Regierungsreferendar in Magdeburg stellte ich in der Börde, wo die Zuckerrüben Millionäre saßen, geradezu himmelschreiende Zustände fest. Auf der Domäne O e v e l g ü n n e z. B. waren in verschiedenen Fällen ztvei Landarbciterfamilien, jede mit mehreren Km- dern, zusammen auf eine Stube angewiesen. Dabei war der Domänenpächter Amtsrat Gödicke Vorsitzender des reichstreuen Volksvereins für den Kreis Wanzleben. Auf meinem väterlichen Gut Mönchmotschelwitz wohnten die verheirateten Knechte alle in dem sogenannten Gesindehous. Jede Familie hatte nur eine unheizbare Stube für Mann, Frau und, je nachdem, 2 bis 10 Kinder. Alle Frauen mußten in einer gemeinsamen Küche kochen, deren Fußboden gestampfter Lehm war. Natürlich drängten die Landarbeiter nach Erlösung aus der ländlichen Hölle. Di«„Arbeiternot", d. h. die Not, genügend Ar- beiter zu bekommen, war ein Hauptthema aller Agraroersanimlungen. Das beste Abhilfemittel wäre die Ansässigmach ung der Landlosen gewesen. Aber mit solchen Vorschlägen kam man schön an! Einer meiner Verwandten, Rittergutsbesitzer auf Kreidelwitz im Kreise G log au, erwiderte mir, als ich mit jugendlichem Enthusiasmus die innere Kolonisation gepriesen hatte: „Damit wir jeden Einfluß auf die Leute verlieren! Jetzt sind sie schon bockbeinig genug. Aber wir haben sie wenigstens in der Hand. Wenn sie die Frauen oder die Kinder nicht zur Arbeit schicken, schmeißen wir sie aus der Wohnung. Aber wenn sie erst auf ihrem Eigenen sitzen, dann werden wir sie wohl noch untertänigst bitten müssen, daß sie überhaupt zur Arbeit kommen! Und wie die Kerls dann wählen werden!" Natürlich gab es ehrenvolle Ausnahmen unter den Großgrund- besttzern. Aber die riesige Mehrheit verhielt sich schroff ablehnend gegen jeden noch so berechtigten Versuch der Landarbeiter auf Besse- rung ihrer sozialen und gesetzgeberischen Lage. Fast ohne Ausnahme bekannten sich die Herren zu dem Satz: Wer Knecht ist, soll Knechtbleiben! Proteten auf Vorposten Stimmungsbild aus der Grenzmark** Von H. Tempel, MdR, Die schönste unter all den vielen Versammlungen, in denen ich in den letzten Wochen gesprochen habe, war eine öffentliche Kund- gobung im ostfriesischen Reiderland, im kleinen Fischerdorf Ditzumer Verlaat. Jawohl, eine Versammlung in diesem weltverlorenen Ort, der da unten in dem Winkel zwischen Holland, dem Dollart und der Ems eingekeill um sein bißchen Dasein sich quält. An die dreihundert Menschen mögen da zusammengewesen sein. Landarbeiter, Ziegeleiarbeiter, Bauarbeiter, dazwischen ein paar Fischer und klein« Pächter. Frauen und Jugend nicht zu vergessen. Im tobenden Frühlingssturm, der vom Meere her uns fast das Motorrad unter dem Leibe fortriß, haben sie sich zu Fuß und zu Rad aus ihren Katen hierher durchgekämpft und füllen nun sitzend und stehend den Saal bis in die letzte Ecke. Sie sind alle gekommen, die Proleten, die hier Hausen. Hausen und aus Arbeit warten und— hungern. Nirgends gibt es ein urwüchsigeres Empfinden für das, was wir Solidarität nennen, als bei den Arbeitern des Reidcrlandes. Nirgends ein stolzeres proletarisches Selbstbewußtsein. Hinter dem Ofen hocken, wenn die Parteigemeinschaft ruft? Das gibt es nicht. Mag der Sturm rasen! Wir bleiben nicht weg. Das wäre ein Makel. Ich lese in der Lokalzeitung die Wahlergebnisse nach und nick« immer wieder. D i tz u m e r Hammrich— das ist die politische Gemeinde, zu der Ditzumer Verlaat gehört— hat aufgebracht 219 Stimmen für Hindenburg, 129 Stimmen für Hitler, 5 für Thäl- mann. Holthusen 666 Hindenburg, 296 Hitler, 14 Thälmann. Bunder Hammrich 297, 113 und 7. Den Vogel schießt das arme kleine Landarbeiternest Beschotenweg ab: 143 für Hindenburg, 17 für Hitler, 5 für die KPD. Ich weiß nicht, ob es in Beschotenweg auch nur einen einzigen Arbeiter gibt, der in Arbett stcht Ich stell« spontan die Frage auch hier im waal:„Wer unter euch ist arbeitslo s?" Mit einem Ruck gehen die Arme hoch. Man traut seinen Augen nicht. Sind es denn alle? Noch einmal andersherum gefragt.„Wer von euch hat noch Arbeit?" Vielleicht ein gutes Dutzend! Ein Dutzend unter etwa dreihundert Menschen. Einen Augenblick ist alles still. Eine beklemmende und fast ergreifende Stille. Alle Mitglieder, alle Funktionäre ohne Arbeit. Die meisten sind Wohlfahrtsunterstützte. Wieviel Mark mögen sie die Woche für sich und ihre kleinen Kinder haben! Mangel spricht aus ihren hageren Gesichtern. Mangel und Hunger. Trotzdem sind sie hier. Niemand klagt. Mancher steht auf der schwarzen Liste der Bauern. Und dabei ganze fünf Proteststimmen für die KPD. Wir sprechen über das alte Preußen. Ueber das alte Wahlrecht. Die Jungen ersahren, vielleicht zum erstenmal, daß man früher unter jenem Wahlsystem, das Bismarck das elendste aller bestehenden nannte, öffentlich wählen mußte. Wer überhaupt das Wahlrecht hatte, mußte also dem Wahloorstand, der fast immer ein Großbauer war, öffentlich laut und deutlich sagen:„Ich wähle den und den." Einen Atemzug lang überlegen meine Hörer die Sache. Dann ruft es:„Das täten wir auch heute noch!" Und alle die blonden Friesenschädel nicken dem Ruser bedächtig zu. Das täten sie auch heute noch, wenn es nötig wäre. In diesen steifnackigen Menschen da unten ist noch das alle Friesenwort lebendig:„Leewer dod as Sklav!" Dies Wort, das unsere Bürger und Bauern so gern mit stolzem Kopfauswersen aussprechen und nach dem sie ach so selten handeln, wenn Gefahr ist, daß sie einen Kunden oder einen Auftrag verlieren und«ine Beförderung oder ein Pöstchen riskieren könnten. Diese hier vor mir, oft bettelarme Kerls, sie leben ihr Friesenwort Sie klagen nicht. Sie bitten nicht. Sie könnten so manchem Beamten, so manchem bezahlten Diener des Staates ein Vorbild fein. Die Spannung zwischen Großbauer und Landarbeiter, zwischen Hof und Kate, die hier das ganze gesellschaftliche Leben beherrscht, hat ein Geschlecht von Kämpfern gesonnt, das einen fast heroischen Wesenszug an sich trägt. Nirgends gibt es prachtvollere Kundgebungen als in diesem Reiderland. In ganz Deutschland sollte eine solch triebhaft krast- volle Kameradschaft im gesamten Proletariat lebendig sein. Dann wäre Hitler nicht mehr als eine Vogelscheuche. Südens H&ndballiag Die Ccssauer waren zu Gast Wie im Varlahr hatls auch dsr diesjährige Handball- merbefpieltag der FTGB. Süden einen vollen Erfolg. Bereits die Vormittagsspiele brachten teilweise hervorragenden Sport, die eingeschobenen Faust- und Trommelballspiele sorgten immer wieder für Abwechslung, und das große Interesse der Zu- schauer an den Vorgängen auf dem Spielfeld war die beste Auer- kennung dafür. Aber das Hauptinteresse konzentrierte sich doch auf die Spiele der D e s s a u e r Mannschaften. Als erste trafen die beiderseitigen Iugendmannschaften zusammen. Wie das Endergebnis von 9: 3 besagt, waren die Südenjungens ihrem Gegner in bezug auf Ballbehandlung, Spielaufbau und Tempo klar überlegen. Sozusagen als Vorschau auf das Hauptspiel folgten die zweiten Männermannschaften Süden begann sehr eifrig, erkämpfte sich auch die Führung, lag sogar mit 3: 2 im Borteil, doch dann machte sich die unermüdliche Arbeit des sehr guten Dessauer Mittelläufers bemerkbar. Da auch der Dessauer Angriff nicht wie bei Süden aus fünf Stürmern, sondern aus einem Sturm bestand, wurde die Hintermannschaft Südens bald derart überlastet, daß die Läufer den Sturm nicht mehr unterstützen konnten und dieser auf sich allein angewiesen war. Nach einem eingeschobenen Pushballspie!, das nach vielen lustigen und humoristischen Zwischenfällen schließlich einen 2: 0-Sieg Brandenburgs brachte, folgte dann das Hauptspiel der ersten Männermannschaften Süden I als eine der fpielstärkftsn Mann- schaften des 1., und Dessau-Groß-Kühnau als einer der besten Ver» treter des 2. Kreises. Auch hier begann Süden mit aller Hingabe, konnte auch anfänglich in Führung gehen, um dann den Dessauern in der 2. Spielhälfte vollkommen die Führung der Spiechandlung überlassen zu müssen Süden war im Feldspiel sogar etwas über- legen, aber die Durchbrüche der Desiauer wurden dafür meist mit enorm scharfen und raffiniert plazierten Torschüssen abgeschlossen, während sich die Südenstürmer, besonders in der 2. Halbzeit, immer wieder an der Dessauer Hintermannschaft festliefen und schließlich auch in dem Torwart ein gewaltiges Hindernis zu überwinden hatten. Schalerinnen gegen Hennigsdorf 2: 2, Schüler gegen Vrllsfport Neuküvn Ii 0: 0, I. Frauen gegen Hennigsdorf 11:0. II. Jugend gegen Acttdus-Strödltz I 0:3, I. Jugend gegen D-ssau-Srog-Kühnau I 8:3, V. MZnner gegen Berlin 12 III 8: 2, IV. Münncr gegen Brandenburg III 3: 0, III. Männer gegen Brandenburg II 10: K, II. Männer gegen Deffau.Eroß-Äühnau II 8: 13, � I. Männer gegen Dessau-Sroß.ZIiihnau 14:8. Dm ÄbsdiSu�fesi bei«Weddin�" Vom Spiel zum iCampi Unter diesem Motto stand die große Festosranstaliung des Ver- eins Volkssport Wedding im Großen Saal der Germania- Prachtsäle, der sich für die 140» Besucher als viel zu klein erwies. Der jubilierende Verein hat es durch eifrige Propaganda ver- standen, seine zahlreichen Anhönoer olle zuin Fest heranzuholen. Unter den geladenen Gästen sah man neben zahlreichen Vertretern der befreundeten Organisationen und der Behörden den Bürger- meister des Verwaltungsbezirks Wedding, Leid, und recht viele der frühgren Mitglieder des 79 Jahrs altsn Vereins. Pünktlich) öffnete sich um 20 Uhr der Dühnsnvorhang zur Dar- stellung der Sportrevue„Dom Spiel zum Kampf". Im ersten Teil wurde das Werden des Vereins von 1862 ab in vier gutgelungenen Bildern dargestellt; das letzte Bild mit der Wiedergabe der Kämpfe im Verein um Anschluß an den Arbeiter-Turn- und Sportbund fand besonders die ungstellte Zustimmung aller Anwesenden. Nach dem Fallen der Initialen der„Deutschen Turnerschast" und dem Aufleuchten des roten Bundesobzeichens begann unter den Klängen der Marseillaise der Einmarsch von hundert roten Sturmfahnen. Ms sich der Fahnenwald nach der Aufstellung auf der Bühne in der Mitte teilte und der Führer der Arbeitersportler, Fritz W i l- d u n g, das Wort zur Festrede ergriff, kannte die Begeisterung keine Grenzen Mit der Mahnung an die anwesenden Arbeiter- sxortler, dem Bunde die Treue zu halten und im gegenwärtigen Kampf der Eisernen Front nicht abseits zu stehen, schloß Wildung seine Ausführungen. In bunter, aber methodischer Folge wurde nun das Festprogramm abgewickelt mit Sprech- und Ve- wcgungschören, Gesang und turnsportlichen Darbietungen aller Wteilungen. Zahlreiche Anfragen oeranlassen uns, die Uebungsstätten des Vereins bekanntzugeben: 1. Männerabtellung: Turilballe Mtticher Str. 4. Freitags 20—22 Ithr.— 2. MännertAIter-iabteilimn: Turnballs Müller- Ecke Triftstraße. Freitag, 20—22 Uhr.— 1. Frauenabteilung: Turuhalle Panistr. 13. Daursrstags 20 bis 22 Uhr.— 2. FrauenabteUuiig fstosr LS Jahrs>: Turnhalle Pankftr. 13. Diens» tags 20—22 Uhr,— 3. Frauenabteilung: Turnhalle Schüninmtr. 17. Tun» nsrstags 20—22 Uhr.— Ji'genbabtcilung: Turnhalle Müller. Ecke Trift ftraste. Dienstag 20—22 Uhr.— Svrrtrbtrtlung tMänner unb Iugcnb): Turnhalle Panistr. 18. Freitag» 20— 22 Ubr.— S?artabtsklung(Ftoncni: Turnhalle Plinfftr. 13. Mrntags 20—22 Uhr.— Knallenahteilung: Turnhalle Müllcr- Ecks T�iftstraße. Dienstags und Freitags 13—20 Uhr.— 1. Miidchstuibteilnng: Turnhalle Pankstr. 18. Msntags und D.'nnerstags 18— 20 Uhr.— 2. Mädchen. abteilmist: Turnhalle Müller- Ecke Triftstraßc. Montags unb Donnerstag» Scheibenstangs um den Sieg. Auch die Heber stellten ihre in den Wintermonaten erreichte gute Form unter Beweis und erzielten durchweg gute Leistungen. Der Spartaner Wiese(Federgewicht) erwies sich als der beste Mann des Tages; er hoste sich im einarmig Reißen und Stoßen 120 bzw. 130 Pfund und im beidarmig Reißen und Stoßen 160 und 190 Pfund, die höchste Punktzahl(29.1) des Tages. Der veranstastende Verein, der durch den Uebertrist einer guten Staffel des Sportklubs der Straßenbahner feine Reihen erheblich verstärkt hatte, konnte die meisten ersten und zweiten Plätze belegen. Rafuttate im Singen: Flieg-ngsioicht: t. Lchllckcifcn fälSS.]; 2. Lenge? 3. Bsnnin fÄW.i.— Halbschrisraewicht: 1. Lorbeer(Sparta).— Schwergermcht: aeiBi_...________________,____________...___... 20,1 Punkt«: 2. Ramcab(Wedding) 17,5 Punk!«.— Hglbfchroerz-.ipicht: 1. Hinz« (Sparta) 19,5 Punkte._ Auf Aufo und Moioirad Bran d en bur gische Dauerpr üfungslahrt Nicht ein einziger Teilnehmer hat diese 377 Kilometer lange Strecke durch die Mark Brandenburg, nun zum siebenten Male vom Gau I des ADAC, organisiert, straspunktfrei absolviert. Der Haken lag am Eichberg bei Saarmund, wo eine GesHmeidigkeiteprüsung abgehalten wurde. Diesen steilen Hang mit seinem tiefdurchfurchten J u> a n dlm P r« uü«■> Im m pk Jungwähierkurdgebung der Jugendgruppen der Eisernen Front Donnerstag, 21 Aprii, 19 30 Ubr, in der Neuen Weit, Hasenbeide.- Es sprechen; Siegfried Äuthäuser, Ludw. Dicderich. Fahnenaufmarscfa- Gesang- Sprechchor- Splellruppen Alle Arbeitcrsportler belelügen sich. Sandboden in 40 bis 45 Sekunden Fahrzeit, wie die Ausschreibung forderte, zu bezwingen, war nickst möglich. Keiner hat das fertig- bekommen, und hier gab es die meisten Strafpunkte. Und wie wäre es erst geworden, wenn es stark geregnet hätte! Besser bestimmt nicht. Auch sonst gab es manche Schwierigkeiten auf den haltlosen Feld- und Waidwegen. Obacht mußte man da schon geben. Es war erfreu- lich, daß man diesmal ein„Auf-Vorrat-Fahren" dadurch zu ver- meiden suchte, daß mehrfach Geheimkontrollen eingerichtet waren. wodurch die Fahrer gezwungen werden sollten, überall den vor« geschriebenen Durchschnitt einzuhalten. Das ist ja letzten Endes der Zweck einer solchen Prüfung. Genau 100 Fahrzeuge, nämlich 40 Wagen, 32 Motorräder und 28 Motorräder mit Seitenwaoen wurden früh aus der Avus gestartet. Verbunden damit war eine Sonderprüfung. Jeder bekam nur ein« Minute Startzeit, die, über- schrillen, mll Strafpunkten belegt wurde. Aber obwohl die Fahr- zeuge die ganze Nacht über im Freien standen, die Motoren also ordentlich kall geworden waren, klappte der Start recht gut, und nur wenige kamen m der vorgeschriebenen Zell nicht weg, mußten also schon hier Strafpunkte hinnehmen. 38 Wagen, 2-5 Solo- und 25 Seite nwagermaschinen sind nachmlltogs am Ziel llr Martendorf wieder eingetrudelt. So gut die Organisation der Fahrt selbst durchgeführt war, so wenig klappte die Ausrechnung der endgültigen Wsrtungsergebnifse. ArbsitospOZikex', anireien! Der Arbeiter-Turn- und Sportbund erläßt zur Preußeirwcht folgenden Ausruf: Dar 24. April rusi uns zur Arbcii auf. Wir sollen entscheiden über die Dorauesetzungen, unter denen wir in Zukunft Arbeitersport betreiben könuon. D'-e linsicharheli de? Wirljchasie- und Iiuanzlebens Hai eine innen- und außenpolitische Vertrauenskrise he-v-rgerusea. auf deren Loden die uatioualsoziatistischen und kommunistischen Pa» llolea hochkommen konnten. Die unabänderliche Tatsache, daß das Staatswesen in einem der Arbeilerbewegung Rechnung tragenden Sürnie umgebaut worden Ist, haben die Gegner von links und rechts erstehen lassen. Sie richten ihre ganze Wut gegen die Arbeiter- organifationen, sie wallen sie zerschlageu, ihnen gilt ihr Kampf. Die Aufbauarbeit der S o z i a l d e m o k r a i l e und deren Landlazs. sraktian Ist ihnen ein Dorn im Auge. Dort wollen sie vorstoßen. dort wollen sie an Loden gewinnen, um nicht nur die politischen und wirtschasllichcn, sondern auch die kullurollca Einrichlungea der Arbeiterklasse zu zerstören. Unsere Einrichtungen, die wir in jähr- zchrtelangim Fleiß geschaffen haben, sind das Ziel ihrer Wünsche. Unsere Spielplätze und Verelnshelme möchten sie in ihrem Lefitz haben. Das wird nicht geschehen; denn die Arbeitcrsporller wissen, ! daß für sie der 24. April ein Tag des Sampfes und c! u Tag d e s S l e g c s i si. Die Acboitersporller denken nicht daran, der Razibeweannz das Feld freizugeben, noch weniger vor den naziverbündeten Kommunisten zurückzuwe.chev. Unsere Parole am 24. April ist: Wir stehen treu zur Jahn? des Sozialismus! wir kämpfen für die Sozialdemokratische Partei und stellen uns damit bewußt auf den Loden der Republik und der Lerfasjung. Um UNS werden sich scharen alle die. die mit UNS den Ausbau und den Aufstieg wollen. Die Parole des 24. April lau'.el: Alle Arbe't-rsportler stimmet» für die Lisie 1, für Braim-Severmg! 523*., 5., Sczl-I Ncrdring. Dorstcmd-IlZMlg DieilStag. 18. April. A Uhr, IjA eimstr. 66.— iw-itt Nard-st. Turn, und Epvrlb-tr�d jetzt Turnhall« stratze 44— 10 jeden Dienstag und Freitag------...-,... van 28 did 22 Uhr si!r Männer und Sug«ndliche. Jeden Mittwoch und Dan» nerstag ab 18 Uhr' Trainingsbctrieb im Friedrichshain. Touristenverein„Di« Siotutftcuabc". Dienstag, 19. April. Abt.-riet rta:*. Hain: Franlfurter;;lle- 307(Ebert-Saal). Sowjetrutzland(Dr. Zeanl).— Abt. Friedenau: Lff-nbackir Str. U.— Abt. Humboldthain,«taummbteilung: Willdeuomstr. 5. Vollbdulzne.— Abt. Humbaldthaw. Jugendgrupp«: Pauk- Dcke Giejenstraße. Scimab-pd.—-Abt. Humboldthain. Atudergruppi!: Paul- Sie SEteftr.fraijje(Zimmer 3). Lichtbild-rvertrag: Di« Mark Brandenburg.— Oibt. Weddu z.S-sulldbrunnen: Willdinowltr. 5. Berliner Humor.— Abt. Siccien:(Sonncnburgcc Str. 20. Fallt aus. Wir beteiligen uns an dn Bee- anitaltunz im Friedrichshain.— Abt. Osten. Stammadteiluna: Edertnstr. 12. Vortrag über 91''"~ und WWW■_: Sä tv: erste. 17, Turn- ,8SZ Uhr.— Abt. HumSöÜithatn: Pani�Ecke� Wjeke�ra�a. 18— 20 Uhr.— Soorivlatz: Städtilchcr Sportplatz Velkspark Ziehberge.— Badeanstalt: Städtische Badeanstalt Serichtstraxe."' � stpnzrstr. 10, am Sparrplatz. Dereinelokal: Ott» Saath, «-»rlJLiter'-'W'assLFbsli-Zerle Ein vorbildlich flottes Spiel lieferten sich am Sonnabend R e p t u a und Lichtenberg. Lichtenberg fand sich schnell zu- 7MNIZN und war in der ersten Halbzeit durch bessere schwtmmerische Leistungen meist überlegen. Neptun kombiniert« zunächst recht un- sicher, kam dann aber durch gutes Abfpiel im Sturm noch beim Seitenwechsel knapp mit 6: 4 in Front In der zweiten Spielzell war Lichtenberg weiterhin im Feldspiel besser, doch klappte es bei Neptun im Sturm des öfteren ausgezeichnet. Mit 8: 7 blieb Lichten- berg schließlich äußerst knapp urllerlezen. Ein Unentschieden wäre erreichbar gewesen.— Die in dieser Serie erstmalig spielende Mann- schaft von F r e i h ei t, die sich bei ihren ersten Spielen recht gut anließ, hat in der letzten Zell wieder etwas nachgelassen. Sicherer als es das Refullat sagt, blieb Neukölln am Sonntag über diese Sieben mll 5: 4 erfolgreich. Es mongello den Freihellleuten am fystemoollen Spiel. Neukölln baute feine Angriffe planvoller auf. kam jedoch auch seinerseits vorerst durch ungünstiges Stellen der Stucmreihe zu keinen Enolgen. Erst energische Durchbrüche des Mittelstürmers und des Verbinders führten schließlich zu verdienten Erfolgen und mit einem 4: 0-Stand ging es in die Pause. Die zwelle Hälfte begann mit einem Selbsttor des sonst guten Torhüters Neuköllns doch stellte der Verbinder mir einem Alleinaanz das alt« Verhältnis wieder her. Freiheit fand sich dann besser zusammen und kam mit energischen Stürmerlellungen stark auf. Der Vor- fprung des Gegners war jedoch»'cht mehr zu holen LNQHS Scö wer etiilescn Dar Arbeiter-Kraft-Turn-Verein„Sparta 1896" veran- staltete«inen glänzend beschickten Wettstreit im Ringen und Heben für Junioren, die bisher noch keinen ersten und zweiten Platz belegen tonnten. Mehr als 70 Wettkämpfer aus den Vereinen � Teltow. Rosenthal. Tegel, Lichtenberg, Alt-Wedding und Sparta kämpften mll großem Elan und Eifer ans der Malle und an der Zchwsnsrotgold auf dem Wasser Am Sonntag eröffnete auch die Reichsbanner-Wass«r- sport-Abteilung, Zug Köpenick, die Saison. Ruderer, Padd- ler und Motorbootfohrer trafen sich im Voollhaus in Wendenschloß, um lei herrlichem Wetter nach der Mten Berliner Schweiz zu fahren. Ins Bootshaus zurückgekehrt, sand dann die Besichii- gung des Neubaues statt, der für weller« 100 Mttglieder Raum gsschasfen hat. Neue Duschanlagen, neue Garderoben und er- wcitji.te VootzhMllon ermöglichen eine wettere Stärkung des repu- blikanischen Wassersportes. Nicht nur auf dem Lande ist das Reichs- banner aktiv, sondern auch auf dem Wasser marschiert der Sport unter Schwarzrotgold. Der„Damen-Wasser-Sportklub Schwarz-Rot- G o I d". der erst im Dezember o. I. gegründet wurde, eröfftulle ebenfalls am Sonntag seine Sportsaison. In der kurzen Zeit sind 60 junge Mädchen ün Rudern ausgebildet worden; begeistert fuhren sie am Sonntag in ih.en Zweiern, Vierern und Achtern zum ersten Male nach der Berliner Schweiz. Im Augenblick kann dieser Klub weitere Mllglicder nicht aufnehmen; es bieiet sich jedoch die Mög- lichkeit, noch einige Boots im Bootshaus in Köpenick unterzu- bringen. Anfragen an Fräulein A. Hock, Verlin-Nsukölln, Weser» straß« 68, erbeten. ktaad um den Gorinsee Die Rennfahrer der Abteilung Berlin-Mitte des Arbeiter-Rod- und Krqftfahrerbundes„Solidarität" eröffneten auf der be- liebten Streck«„Stund um den Gorinsee" ihre diesjährige Straßenrennsalson. Es stellten sich alle gemeldeten Fahrer dem Starter, die dann bei sehr windigom Weller auf die Reise geschickt wurden. Daotran:«atlenlefcrt.— Mittp>-ch, 20. April. Phatoarbeitrzeineinlchast OTttte: Sotjanmäfir. 13.— Abt. Osten, Lugendgrnpre: gron'.! artci Alle« 307(Sbert. Saal).— Doaperstaz. 21. Aprils BaiuuuiuJlickje Abteilupg: 3cta:ta:M:r:_ lo, Lichiblldervartrag baaer,®. 59, ffre strafe 15—17. BÜMer UtfpnutS des Spottes ra. üJlliEer),— Abt. hall«, 17% Ws Ü)4; Uhr.— Abt. Huim.,. �. Sing«!r«i».— Abt. Prerzlaupr B«rz: Dantlgar a-tr.«2 Sazcäc vbmd.— Abt. Subtsaft: Barckstr. U Sin Amerllafahrrr berichtet(Licht. b-Ib-r).— Abt. AStrnrade:"Bei Ü«ntz.«aifcr.W>ch«1m.Str. 7».- Abt. Neu. kWn: Bergstr. 28. Dlskusstan iib» politisch« Tagasfrage».— Abt. Lichteubertzt vunkersti. 44. Elina» Uber Ostpreußen.„„ Tennbz-Rat Drah-Berliv, Abt. Eharlattenburg. Der Lvielbetrieb atll de» Plätzen ün Sr.Ifspaif Lungfernheibe hat begannen. Di« Abt«iluna nünint npch Mitglieder avi. gnterossenten wallen sich beim Abtellnngsl-iter Brun» Peter- (check. Ebarlattenburg, Serschelstr. 8, melden. ASSä-BriO. Alle(außer den Kindern) treffen sich tut Wald kund gebung m Nudow am Donnerstag, dem 21. April, 1Z?i Uhr, Parchimer Straße Ecke Rudawer Allee(Turna-ug, Trainingsanzug mührsngen fstr Svrsck. und Be- tpcgung-Siar). Da?u letzte Uebungsstunde heute, Dienstag. 18. April, Hufeisen- lall«, 18�—21 Ubr, Aelieren-Ermnasttt. dann Sprech- und Bewegung»char. Mittwoch. 20. April. T"rnhalle Shaussecstr. 187. füt alle, 30—22 Uhr. Quartals. retsam mlunq weoen Wahlarbeit verleg: aus Freitag, 28. April, Hufeisen. halle. Termin freihalten. Froie Svortper-iu-gnua Pankvw. Mittwach, 20. Anril, Antreten der Sportler 18� Uhr, dunkle Safe, wetbe» Schillerhemd. ______________________ m_______« i..., m m kundgebung in den Audreas�älen. Bslichiveranstaitung. Nächste startellsttzung Montag, 2. Mai. Baxbagrner Str. 114. Tenui-.Rvt Srotz.Beiltn, E. Abt. Neukölln. Der Suielbetried aus den 8115t,»n Balksuari Neukölln hat begannen.— SoSeuabteilnnq. Dienstag, 18. April. 20 Uhr, Mügliederrersauunlung in der«leisgeschastsslelle, Slsässer Straße 85-83. Mtäii IüM S Uhr Vor sonnen- onterfianü e. GerhJckauptmenn Regie H-x Reinhaickt -T-n— rr......... bugend rennen: I. Sa'oett Nkinholz 0:6t; 2. Werner Amberqer 6:35; 8. Edmund Wall 0:58; 4. Willi Mllnd 0:58:2; 5. Heinz Amberger 0:5'''' 1:01; 7. Kurt Langmcier 1:01:2. :58:4; 5. tZearg Bchm tugendi&g in Dallgow Zu dem Jvgendtag der 1. und?. Gruppe im 1. Kieiz des Arbeiter-Turn. und Sportbundee in Dallgow waren auz Berlin. Potsdam, Nvwawes und anderen Orten zu Hunderten die Jugend- lichen angetreten, um für die Sachs des Arbestersports zu dsmon- strieren. Dieser Juaendtag war ein Bekenntnis für die Eiserne Front. für den Abwehrkampf otteen den Faschismus. Hand- und Fußball- spiele leiteten am Vormtllag die Beraivstallung«i Am Nachmittag fand der Gruppenjugendtag stall, dar zu den nächsten Beranstaltun- gen Stellung nahm und die tsisuwahlen oornahm. Genosse Flach- Novawe? wurde a'i Jugendletter wielierMwähll; chm zur Seit» stehen Kluckert-Spandau und Richard Kr-llh-Drewitz. Nach einer Demonstration durch den Ort gab«s am Abend eine Dähiienschau. Besonders erwähnt sei noch die aktive Teilnahme der Kleingärtner EharloUenburgs, die Volkstänze und Gymnastik zeigten. Der Sprech- chor der Roten Rebellen und der gemswlame Gesang der Internationale füllten die Veranftattuns!. Ziu-Zitfu-Kurfas. Der Zlrbellerspvrtllich Einigkett 26 dZgiiwt Dienstag, 26. Apctt, 19� Uhr, in der Turnhalle Martusstr. 49 einen Liu-Jttsu-Kursus. Interessenten wollen sich in der Turnhalle oder bei A. Dietze. Verlin O. 17. Madaistr. 2. meld««. te;.: c7«°!esuÄ40ZI erVagelllüacklsrZ öcdverköriM [MAX REINHARDT [8MS2ieWIERJiM€a BCren soton wiener mit dem ä r 1 1 1 i c h empfohlenen OHiari&L• ABcsm- appasai tan neacsteDi BieiBtörer! - Noch Besseres gibt es nicht.— Oeoisäe ftkustik Oesellsdiatt m t, H. Heiteste u. lührende Speiialfabrlk Verkeut u. Vorführung. MfilO-WÜRSW-basPt, MOtaKP.M Eeriln, Kiosurstr.«u Keinioiisncoi'i-ost, srionztn 5tr.4 Verl. Sie Hauptkatalo» 16 Kostenlot AufWunsch Zahlungserleichierttng BerUser Kciaifons* onö Tleldrsdier da» Verband der Oeaticktien Butidrocker) Sage rertisaflgae alifesaeiie aolalioas- ud rtcidnugenrcrMaiBlaiii om MlHwoch,«Uta 20. April 1032, 18 Ubr, im idmlthelg* Pa zet hoter-Braacj-ei-Aasseiiauk, Chaussee» fr 04 Tagesordnung wird In der Versammlung bekannfgr&ebsn. Erscheinen aller Kollegen ist dringend erlorderJdil Als Ausweil dient das Verbandsbud» oder das SpartenmllgUedsbudj. Der Ventand«