Morgenausgabe Nr. 184 A 93 49. Jahrgang Böchentlich 75 Bf. monatlich 3.28 ( bavon 87 Pf. monatlich für Zuftet lung ins Haus) im voraus zahlbar. Boftbezug 3,97 M einschließlich 60 Pi. Bortzeitungs- und 72 Bf. Voitbestellge bühren. Auslandsabonnement 5.65 R. pro Monat; für Länder mit ermäßige tem Drudfachenporto 4.65 M Der Bormärts erscheint wochentage lich zweimal, Sonntags und Montags einmal, bie Abenbausgabe für Berlin und im Handel mit dem Titel, Dez Abend". Illustrierte Gonntagsbellage Bolt und 8eit" Vorwärts Berliner Boltsblatt Mittwoch 20. Apríl 1932 Groß- Berlin 10 Pf Auswärts 15 Pf. Die einipalt. Millimeterzeile 30 p. Reflamezeile 2.- M. Kleine Anseigen" das fettgedruckte Wort 20 Bf. ( zulässig zwei fettgebrudte Worte, jedes weitere Wort 10 Pf. Rabatt It. Tarif. Worte über 15 Buchstaben zählen für zwei Worte Arbeitsmarkt Millimeter. seile 25 Pf. Familienanzeigen Minimeterzeile 16 Pf. Anzeigenannahme im Hauptgeschäft Lindenstraße 3, wochentäglich von 8 bis 17 Uhr Der Verlag behält sich das Recht der Ablehnung nicht genehmer Anzeigen vor! Bentralorgan der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands Redaktion und Berlag: Berlin SW 68, Lindenstr. 3 Bernipz.. Dönhoff( A 7) 292-297 Telegramm- Adr.: Sozialdemokrat Berlin. Vorwärts- Verlag G. m. b. H. Poftichedkonto: Berlin 37 536.- Bankkonto: Bank der Arbeiter, Angestellten und Beamten, Lindenstr. 3. Dt B.u. Disc.- Gef.. Depofitent.. Jerufalemer Str. 65/66. Severing ruft zur Wahl „ Es geht um Freiheit und Brot!" Der preußische Innenminister Severing erläßt die folgende Wahlfundgebung: Zum driffen Male in wenigen Wochen wird die Bevölkerung Preußens zur Abffimmung gerufen, um mit ihrer Stimme ihren Willen nach Formung des öffentlichen Lebens fund zu tun. Jeder ob Mann oder Frau trifft mit seinem Wahlzettel eine bedeutungsvolle Entscheidung, die weit in die 3ufunft hineinwirkt. Das Stimmrecht, das der Boltsstaat allen Staatsbürgern verliehen hat, ist nicht nur ein hohes Recht, sondern eine ebenso vornehme Ehren pflicht, die geübt werden muß im vollen Bewußtsein der schweren Berantwortung, die jeder einzelne durch die Stimmabgabe für eine politische bestimmte Richtung übernimmt. Wahliage find Meilensteine im Leben eines Boltes, auch in normalen Zeiten. Wieviel mehr aber bedeulen fie in einer Zeit staatlichen Werdens, in einer Zeit, da Not und Elend auf Millionen lasten. Kur aus den heuligen Zuständen der Sorgen und Nöte ist es zu erklären, daß Abenteurer und falsche Propheten auch Massen des Volkes an ihre Fahnen zu fesseln vermochten. Aber trotz aller Hehe, troß Lüge und Berleumdung hat bei der Reichspräsidentenwahl die überwältigende Mehrheit des deutschen Volkes gezeigt, daß die Stimme der Bernunft und der politischen Einsicht stärker war, als das Blendwerk der Bolfsverführer und Demagogen. Am 24. April follt ihr, Volksgenossen, darüber entscheiden, ob der im November 1918 entstandene Boltsstaat Preußen, der keine Privatarmeen duldet, der Berfassung und Gefeße von feiner Seite antasten läßt, auch in Zukunft ein Start sein foll, in dem Demokratie und Republit nicht Worte ohne Inhalt sind. Wollt ihr, daß die umſtürzlerischen Pläne der Nationalsozialisten, die bisher an der Disziplin der Malſen gescheitert sind, durch die Ergebnisse des 24. April zur Wirklichkeit werden?! Bei der Reichspräsidentenwahl ist der erste Ansturm der Realtion abgeschlagen, aber die Gefahr ist noch nicht beseitigt. Gegen Preußen geht der Angriff, um die Grundlagen zu beseitigen für die Gleichberechtigung aller Staatsbürger, um die Regierung zu ffürzen, deren Zusammensetzung die Gewähr für Ordnung und Sicherheit und damit für den Bestand der Sozialgefehgebung, des Tarif- und Koalitionsrechts und der Organisationsfreiheit gibt. Täuschen wir uns nicht: die Reaktionäre der Harzburger Front haben die Hoffnung, die alten Borrechte des Geldjacks nach dem Kastendünkel der Besitzenden wieder errichten zu können. Sie vertrauen dabei auf die Kommunisten, die ihnen bei ihrem Vorhaben wie schon so oft, bewußt und unbewußt die Steigbügel halten werden. Boltsgenossen! Mit Recht gilt das Preußen von heute als die stärkste Bastion der Republit. Wer Preußen hat, hat auch das Reich! Dieser politische Sahz der Borkriegszeit hat zum guten Teil auch heute noch seine Berechtigung. Deshalb gilt es, mit aller kraft sich jeht in den kampf gegen die Radikalen von rechts und links zu stellen! Deshalb gilt es, die Herzen mit Begeisterung zu erfüllen, um die großen Ziele zu erreichen, denen der Kampf gift! Ein Anfang ist gemacht! Die feste Abwehrfront der breiten Massen des arbeitenden Bolkes hat sich nicht nur zur Verteidigung, sondern auch zum Angriff zusammengefügt. Vorwärts in diesem Kampf! Es geht um Freiheit und Brot, es geht um die hehrffen Ideale, für die die Besten unseres Volfes aus früheren Generationen freudig Opfer um Opfer gebracht haben. Die Entscheidung des 24. April, Bolfsgenossen, muß fallen für das demokratische Preußen, für die Republit, damit der Weg frei wird für die Beseitigung der Rot, für die Verständigung unter den Völkern Europas. Wir wollen teine Politik der Scharlatane, teine Politit von Maulhelden und Besserwissern! Darum sichert durch eure Stimmabgabe die errungenen demotratifchen und sozialen Rechte, damit es in harter, stetiger Arbeit vorwärts geht, hinauf in eine hellere und beffere Zukunft! Adolf entlarvi! Er redet und weiß nicht was! Hitler hat erft vor wenigen Tagen gegen den preußischen Mimisterpräsidenten Otto Braun und gegen unseren verantwortlichen Redakteur wegen richtiger Zitierung und treffender Beurteilung feiner Bauenburger Landesverratsrede Strafantrag ge stellt. Jetzt wird gemeldet, daß er aus anderen Gründen auch den Chefredakteur und den Verantwortlichen des„ Berliner Tageblattes" nerflagt hat. Diese hatten ihm nachgesagt, er habe behauptet, daß die Auflösung der SA. unter dem Drud Frank reichs erfolgt sei. Durch seinen Rechtsbeistand, den fostspieligen Anwalt Dr. Luetgebrune, läßt Adolf großspurig erklären, er habe eine solche Erklärung niemals abgegeben". Diese Erklärung ist völlig falsch und Herr Luetgebrune wird bald dahinter fommen, daß sein Auftraggeber, Regie rungsrat Hitler, ihn mit vollem Bewußtsein unrichtig informiert hat. Das Tollste an der Geschichte ist jedoch dies: Der Bölkische Beobachter" in München, dessen Kopf mit der dicken Inschrift Herausgeber Adolf Hitler" geziert ist, brachte in seiner Nummer vom Sonnabend, dem 16. April, auf der ersten Seite eine über das ganze Blatt laufende Ueberschrift dieses Wortlauts: Die SA Auflösung war Frankreichs Wunsch." Durch die Erklärung Luetgebrunes fühlen sich nun aber die brei angelfächsischen Zeitungstorrespondenten, denen Hitler im Kaiserhof" persönlich die jetzt dreist abge leugnete Erklärung abgegeben hat, getroffen. Sie veröffentlichen daher jetzt eine gemeinsame Darstellung der Vorgänge. Die Herren Kniderboder, A. Mowrer und Sefton Delmer erflären: ,, Am 14. d. M. empfing Herr Adolf Hitler drei der unterzeichneten Journalisten H. R. Knickerbocker, Edgar A. Mowrer und Sefton Delmer um 2 Uhr nachmittags im Hotel Raiserhof zu einer Unterredung über das Verbot der SA und SS. Ein Fragebogen mit 5 Fragen wurde von uns aufgestellt und durch Herrn Dr. Hans sta engl, dem Auslandspressechef der NSDAP., Herrn Adolf Hitler vorgelegt. Herr Hitler erklärte sich bereit, uns gegenüber die Fragen zu beantworten. Dr. Hanfftaengl war während der ganzen Dauer der Unterredung zugegen. Eine der an Herrn Hitler gestellten Fragen lautete: ,, Glauben Sie, daß die deutsche Regierung bei dem Verbot der SA. ausländischem Drud nachgegeben hat?" Hierauf antwortete Herr Hitler: Ja. Nach meiner Ueberzeugung ist das der Fall gewesen. Schon vor einem Jahr ersuchte die französische Regierung Dr. Brüning um die Auflösung der S. Dr. Brüning fagte zu. Er konnte aber erst jetzt sein Versprechen erfüllen." Darauf warf Sefton Delmer die Frage ein: ,, Haben Sie für diese Behauptung Beweise, Herr Hitler?" Herr Hitler antmortete: Nein, ich habe teine Beweise dafür." Durch diese Erklärung der Auslandsjournalisten wird Adolf Hitler der unwahrheit überführt. Es besteht die Möglichkeit, daß er als„ Führer" einer Partei nicht mehr weiß, was er alles zusammenschwägt das wäre schon schlimm genug!- oder daß er bewußt ableugnet, was er gefagt hat und was feine Trabanten im Lande täglich wiederholen! Die Abfertigung durch die Auslandsjournalisten ist für Hitler um so schmerzhafter, als sich unter ihnen auch Herr Delmer vom ,, Daily Expreß" befindet, der Hitler auf seinen Ueberlandflügen begleitete und begeisterte Jubelhymnen über den großen Weisen von Anti- Zion veröffentlichte. Sogar er muß jetzt feststellen, daß Adolf Hitler öffentlich die unwahrheit sagt. Da der Herr Regierungsrat gleichzeitig mittetlen läßt, er habe in Braunschweig ein Disziplinarverfahren gegen sich selbst beantragt, so könnte das ja gleichzeitig auf den Vorwurf der bewußten unwahrhaftigkeit ausgedehnt werden. Allerdings: einstweilen glauben wir weder an eine Klage noch an ein Disziplinarverfahren! Adolf ist nur groß im. Ankündigen und im Ableugnen! Die Schmach der KPD. Von Max Westphal. Für die Kommunistische Partei Deutschlands ist der 10. April ein Tag der Schmach und Schande. Von den fast 5 Millionen Wählern, die sie im Kampf ,, Klaffe gegen Klasse" am 13. März für Thälmann an die Urne gebracht hatte, liefen ihr am 10. April schon 1 Million davon und ihrer 500000 desertierten geradenwegs zu. Hitler. In ihrer Verlegenheit geben die Kommunisten verschiedene, sich traß widersprechende Ursachen für das schmachvolle Ereignis an. Einmal sollen Schwindelmanöver der Nazis und Sozialdemokraten, ein andermal aber die„ revolutionäre Ungeduld" der kommunistischen Kämpfer die Katastrophe verursacht haben. " In Wahrheit ist die K PD.- Führung ganz allein schuldig. Die Stimmenabgabe der Kommunisten für Hitler ist die logische Folge ihrer Politik". Immer wieder wurde die Sozialdemokratie als der Hauptfeind dargestellt; erst wenn die Sozialdemokratie vernichtet ist, kann der Faschismus geschlagen werden, so wird den Kommunisten stets vorgepredigt. Eine besonders eindringliche Formulierung findet sich im Heft 3 der Zeitschrift Die kommunistische Internationale" ( Jahrgang 1931); auf Seite 119 war dort zu lesen: Daraus, daß das Hauptkettenglied in der gegen wärtigen Phase der verzweifelte kampf gegen die Sozialdemokratic um die Mehrheit der Arbeiterklasse auf der Grundlage der selbstän digen Führung der sich entfaltenden Streifbewegung ist, folgt feineswegs, daß die Kommunistische Partei den Kampf gegen die Faschisten, gegen ihren gefährlichsten, ihren Hauptgegner, vertagen muß. Die Kommunistische Partei muß auch jetzt schon den Kampf an zwei Abschnitten der an sich einheitlichen konterrevolutionären Front führen: gegen die Sozialdemokratie und den Faschismus. Nur Freitag: Aufmarsch im Lustgarten! Dr. Breitscheid spricht zur Preußenwahl. Die Hetze gegen das Reichsbanner. Sachsenregierung macht mit. Dsr sächsische Mmisterpräsident Schieck hat einen Brief an das Reichsinnenministerium gerichtet, in dem er ersucht. Feststellungen darüber zu treffen, ob gleiche Voraussetzungen wie für das Verbot der SA. auch für Wehrformationen änderer Parteien vorliegen.— Der Schritt des Ministerpräsidenten hat in republikanisch gesinnten Kreisen Sachsens starken� Un» willen ausgelöst; er dürfte politische Weiterungen zur Folge haben. Die V o l t s k o n s e r v a t i v e V s r e i n.i g u n g hat sich auch darüber beklagt, daß sich das Verbot auf die natio- nalsozialistischen Kampfformationen beschränkt. Umgekehrt erläßt der Stahlhelm eine Erklärung, in der er sagt, es fei falsch, das Verbot des Reichsbanners zu verlangen� man müsse vielmehr die Aufhebung des Verbots der SA. fordern. Dem Stahlhelm wird es offenbar etwas ängsllich zumute. Er weiß, käme es zu weiteren Verboten. so würde er der erste sein. In den zahlreichen Versammlungen der Sozialdemokratie und der Eisernen Front, die gestern abend in Berlin statt- fanden, machte sich die Erregung über den Schurken- streich der badischen Kommunisten, die das Verbot des Reichsbanners und der Eisernen Front im Landtag beantragten, lebhaft geltend. Einig war man jedoch in der Ueberzeugung, daß"sich das Reichsbanner der. gan-en kommunistisch-reaktionären Meute, die es jetzt um- kläfft, erfolgreich erwehren wird! Was ist mit dem»Material"?— Das staats- gefährliche»Fuchs- und Gänsespiel". Die Scharftnacherpresse, voran die„Berliner Wrsen-Zeitung*, hört nicht auf, nach dem Verbot des Reichsbanners zu rufen. Immer wieder wird auf das„Material" hingewiesen, das dem Reichspräsidenten zugeleitet wurde und das dieser zur Prüfung a» den Reichsinnenminister weitergab. Wir erwarten die um- gehende Bekanntgabe dieses„Materials". Es würde sich sehr bald erweisen, ein wie nichtsnutziger Schwindel hier getrieben wird. Es ist anzunehmen, daß in dem„Material" alles das wieder- kehrt, was die„Berliner Börsen-Zeitung" zur Begründung ihrer Forderung nach einem Verbot des Reichsbanners bereits veröffent- licht hat. Bei ihren„Enthüllungen" spielt der„Wegweiser", das offizielle A n w e i f u n g s b ü ch l e i n für Funktionäre des Reichsbanners, eine große Rolle. Wie die Veröffentlichunzen zu bewerten sind, mag folgendes zeigen: Immer wieder ist vm dem besonderen„Eisenbahntransportwesen" des Reichs- banners die Rede, für das der„Wegweiser" genaue Anweisungen gebe. Tatsächlich findet sich in dem Funktionärhandbuch zwar ein Abschnitt über das Eisenbahntranpportwesen, aber es werden nur Anweisungen gegeben, wie sich Rrichsbannerleuie auf Ecbielen der deutschen"Reichebichn bei Axsörderuug grötzer-r Trupps, bei Sc- siellyng von Soaderzügen zu Tagungen usw. zu verhallen haben l Von einem ei g e n e n Eifenbahntransportwessn des Reichsbanners kann selbstverständlich kein« Rede sein. Genau so per- hält es sich mit den Veröffentlichungen über den L a st k r a.i t- wagentransport. Der„Wegweiser" ist übrigens vor seiner Drucklegung allen in Frage lommendra Behörden, besonders dem Reicheinnca- und dem Reichswehrminislerinm, vorgelegt worden. keine Dwusistelle des Reiches Holle an dem Text xlwaz auszusehen! Es blieb der„Börsen-Zeitung" vorbchalten, die staatsgofährdende Wirkung des Büchleins zu entdecken und es dem„Material" zur Hetze einzuverleiben. Neu aufgewärmt wird auch die Geschichte von der angeblichen „militärischen Uebung" des Reichsbanners in Gera. Der verflossene thüringische lstaziminister F r i ck hatte seinerzeit ein Verbot der Ortsgruppe Gera des Reichsbanners beim Reichsinnenministcr beantragt, well durch die Uebunaen angeblich dsr Versaitzer Friedensvertrag verletzt worden sei. Frick fiel mit seinem Antrag glänzend herein, als selbst Militärsachverständige erklären mußten, daß das von Reichsbannerleuten veranstgltste„Fuchs, und (3 ä n s e s p i e l" auch nicht das geringste mit einer Mlitärübung zu tun hatte. In diesem Zusammenhang wird in der Rechtspresse darauf auf- merksam gemacht, daß das Reichsbanner sein« Uebungen nach i e st- umrissenen Anweisungen durchführt, die in einer Lro- schür« niedergelgt seien. Auch solch ein Büchlein besteht allerdings. Es handelt sich nämlich um die Broschüre„Spähen und Schauen", die für alle Organisationen der Jugendbewegung herausgegeben wurde, und zwar vom— Reichswehrministerium! Also wo bleibt das endgiltige, das vernichtende Material! Noch ein ,Lall Langewiesen"? Hetze der reaktionären presse Breslau, 19. April.(Eigenbericht.) Die schlesischs Rechtspresse, die anscheinend einen zweiten Fall Langewiesen ausklügeln möchte, meldet aus Hausdorf, Kreis Wal« denburg, daß dsr dortige Oberlandjägermeister bei einer Durch» suchung der Wohnung des nationalsozialistischen Ortsgruppenführers zwei Reichsbannerleute als Hilfskräfte herangezogen habe, und daß diese beiden Reichsbannerleute mit entsprechenden Ausweisen des Landrats in Waldenburg versehen gewesen seien. Wie wir dazu erfahren, hat der Oberlandjäger, der für die Durchführung seiner Ermittlungen Zeugen wünschte, den beiden Angehörigen des Reichsbanners keinerlei polizeiliche Befug- niste erteilt. Von einer Benutzung des Reichsbanners als Hilfspolizei kann demnach auch in diesem Falle keine Red« sein. Abrechnung in Hessen. Die Boxheimer werden gestäupt- müssen, um den Faschismus zu vernichten, in der gegcnwSrligen Phase der hauptschläge gegen den styzialfaschismus geführt werden." Die Hauptschläge gegen den Spzialsaschismu?, d. h. ja für die Kommunisten: gegen die Sozialdemokratie. Gegen sie wird die Hauptagitation gerichtet. Gegen ihre Vertreter in Gemeinde- und Länderverwaltungen stimmt man gemeinsam mst Nationalsozialisten und Deutschnationalen und bringt sie, cho es geht, zu Fall, um die Positionen dann Deutschnatio- nalen ßter Nazis zu überlasten. Beim Bolksentscheid in Preußen, beim Angriff der Harzburger auf das Kabinett Brüning, immer find die kommunistischen an der Seite der faschistischen Gruppen, sie sind in Wahrheit das, als was sie uns immer beschimpfen:„der linke Flügel des Faschismus". Zur äußersten Feindseligkeit gegen die Sozialdemokratie war die Kehrseite: fortgesetzte taktische und phraseologische An- mjherung an die Nationalisten. Wenn heute die Fememörder wieder in Freiheit und bei Hitler sind, wem ist das zu ver- danken? Den Kommunisten! Sie haben ihre Amncstierung durchgesetzt. Wer barmt fortgesetzt um die Freilassung der holsteinischen Bombenattentäter? Die Kommunisten! Der Nazi-Röhm erzähst in seinen Erinnerungen:.Lch kann mich an Ausführungen des kommunistischen Redners zum Aus- wartigen Etat erinnern, die ich beinahe ganz unterschreiben hätte können; nur lautete eben die Schlußfolgerung des Kom- munisten: darum auf zum völkischen Freiheitskampf 1-— Darum auf zur Weltrevolution!" Und Röhm bemerkt weiter: „Immerhin bin ich der ketzerischen Ausfassung, daß die revolu- iionäre Schule des Kommunismus der Gewinnung des deutschen Ar- beilcrs für den völkischen Jreihellskampf bester vorarbeiket, als die aller Ideale bare Zersetzungsarbeit der sozialdemokratischen Bour- geoisie." Ausgerechnet: Nazi-Röhm als der Prophet der kommu- nistischen Katastrophe vom 10. April! Man lese weiter noch den folgenden Passus aus dem be- rühmten Wahlprogramm der Kommunisten vom Reichstagswahlkampf 1930: „Die Regierungsparteien und die Sozialdemokratie haben das Hab und Gut, Leben und Existenz des werktätigen deutschen Volkes meistbietend an die Imperialisten des Auslandes verkauft. Die sozial- demokratischen Führer sind nicht nur die Henkersknechte der deutschen Bourgeoisie, sondern gleichzeitig die freiwilligen Agemen des sran- Zöllschen und polnischen Imperialismus. Alle Handlungen der ver- räterifchen, korrupten Sozialdemokratie sind fortgesetzterHoch- und Landesverrat an den Lebensintsressen der arbeitenden Massen Deutschlands." Wer schreibt denn da von dem anderen ab? Die Nazis von den Kommunisten oder die Kommunisten von den Nazis? Was für Folgen das alles für den Geisteszustand der kommu- nistischen Bewegung hat, zeigten besonders drastisch folgende Tatsachen. Für Leo T r o tz k i ist bei den Kommunisten kein Raum mehr, wohl aber für den Nationalisten Leutnant S ch e r i n g e r! Er ist„Kommunist" geworden? Wie sagte er doch vor dem Reichsgerickst in der kürzlich statt- gefundenen Verhandlung gegen ihn:„Ich habe k e i n e n G e- sinnungswechfel, sondern nur einen Wechsel meiner Taktik vollzogen." Er ist noch der alte Natio- nalist, aber die KPD. ist ihm„national" zuverlässiger. Hier verdient weiter in Erinnerung zurückgerufen zu werden, daß die Kommunistische Jugend auf ihrem Reich?jug«ndtag Ostern ISSl in einer Revue das Begräbnis unseres Partsworsitzenden Hermann Müller gemein indenSchmutz zog, aber den damals eben zur Kommuni- stischen Partei übergetretenen Leutnant Scheringer zum Ehrenpräsidenten ihrer Tagung wählte! An ihren Früchten könnte die kommunistische Führung schon längst die Wirkung ihrer Taktik erkennen! Es gab schon fest langem Warnungssignale! In der .„Kommunistischen Internationale" pom 24. September, Seite 1947, schrieb Thälmann in einem Artikel über die Reichstags- mahlen:„Aber der Wahlerfolg der Nazis widerlegt auch ge- miste Stimmungen, wie sie innerhalb der Partei bei einzelnen Genossen auftreten, nach deren Auffassung der Wahlkampf der Partei zu stark gegendie National- sozialisten geführt würde, wodurch eine Ab- schwächung unseres Kampfes gegen die SPD. eintrete." Es gab also Leute in der KPD., die der Meinung waren, es würde zuviel gegen die Nazis und zu wenig gegen die Sozialdemokratie gekämpft! Thälmann mußte sie belehren, daß es falsch sei, die Nazis mühten auch bekämpft werden. Dabei ist er sicher der Meinung, das von Nationalismus strotzende Wahlprogramm zur„nationalen und sozialen Be- freiung des deutschen Volkes" erfülle diese Notwendigkeit um so mehr, als die Nazis es seinerzeit mit dem Wutschrei be- grüßten:«Die KPD. stiehlt n a t i o n a l s o z i a l i st i- s ch e P a r o l e n!" In der Praxis aber wurde dennoch die Linie des schärferen Kampfes gegen die Sozialdemokratie immer stärker ausgeprägt. Schließlich hat sich— und auch das ist nur eine logische Folge aps allem übrigen— die KPD. die reaktionäre Parole zu«igen gemacht. diedasVerbotdesReichsbanners tordert. Der Antrag der kommunistischen Landtagsfraktion in Baden führt ehen auch nur eins Stufe weirer. Man weih freilich nicht, ob es n o ch tiefer geht! Und das Resultat? Es drückt sich vorläufig aus in der Desertion einer halben Million Wähler zu Hitler- Am 15. März hat die„Rote Fahne" in einem Artikel über das die Kommunisten schon schwer enttäuschende Ergeb- ms vom 13. März bereits das UrteilüberdieSchande vom 10. April vorausgesagt. Sie schrieb: „Eins ernsthafte Schwäche liegt sexner dann, daß wir -m Rahmen unseres strategischen Hauptstoßes gegen die Sozialdemo- kratie dle besondere Ausgabenslellmig unseres Kampfes gegen den nalionalsozialistischen Masteuelnsluß nicht genügend In der Praxis erfüllt haben." Was heißt das anders als: vor lauter Kampf gegen den Hauptjeind Sozialdemokratie haben wir den Kampf gegen den Nationalsozialismus vergessen! Eine Partei, die den Anspruch erhebt, als proletarische und gar sozialistisch« Partei ange- sehen zu werden, hat damit, daß sie ihrer eigenen Arbeit in dem Augenblick des Entscheidungskampfes zwischen Sozialis- mus und Faschismus dies Zeugnis ausstellen muß, sich selbst das Schand. und Schmach mal des schmählichsten Ver- rat» für ewig auf die Stirn gebrannt! Darmstadl. 19. April.(Eizenbsricht) Im Hessischen Landtag durste der Verfasser der Box heimer Dokumente. Dr. Best, die Regierung am Dienstag wegen angeblicher Uebergriife der Polizei bei der Durch- suchung der Parteibüros anläßlich der Auflösung der S?l. inter- pellierqn Best besaß die Dreiftigleit, davon zu sprechen, daß die Notoerordnung des Reichspräsidenten„der Ansang des Absolutis- mus, die Errichtung des Polizsistaats in Deutschland" sei. Aus- gerechnet Best, der Urheber der Boxheimer Blutdokument«! Der hessisch« Innenminister L e u s ch n o r blieb dem national- sozialistischen Demagogen die Antwort nicht schuldig. Er überhäust« die brüllenden Nazis so mit Material über die mili- tärische Organisation der SA- und ihre Ziele, daß den Schreihälsen um Hitler das Mundwerk bald gestopft war. Lcuschner zeigte, in welchem Umfange die SA. bewaffnet war, daß präzise Vorschriften für olle Parteibüro? und Einzelmitglieder, die geheime Akten aufbewahrten, gesunden worden sind, nach denen dafür Sorge getragen werden sollte, daß jederzeit eine Flasche Benzin und Streichhölzer bereit ständen, um beim Ein- dringen der Polizei das kompromittierende Material in den Akten in Flammen aufgehen zu lasten. Er erwähnt« ferner Material, nach dem bereits vor dem Verbot dsr SA. vom 12. Aprll Vorsorge dafür getroffen worden war, wie die SA.- und SS.- Formationen als Kegel-, Tennis- und Box». klubs zu tarnen seien. In einem Standartenbssehl des Führers der hessischen Standarte 32 wird beispielsweise angesührt, daß die SS.- und SA.-gührex für den Fall des Verbots Ausweise als „politische Leiter" erhalten. Nach dem Befehl ist f ü r nicht weniger als achtzehn frühere SS.-Führer genau an- gegeben, in welcher Weif« sie zur Fortsetzung der Tarnung der SS.-Organisationen mit falschen Ausweisen versehen wer- den sollen. Der eine dieser Führer hat«inen Ausweis als Leiter der..Organisation" erhallen, her andere Ausweis lautet auf„Kriegs- beschädigtenstagen",«in dritter auf„Landwirtschaftsfragen" usw Leuschner schloß seine Ausführungen an Hand des aufgefundenen Materials mit dar Feststellung, daß an dem illegalen Charakter dsr SA.- und SS.-Organisationsn nicht mehr zu zweifeln sei. Der Hessische Landtag lehnte schließlich gegen die Stimmen der Nationalsozialisten und Kommunisten die Aitträge auf Auf- lösung des Hessen-Parlamems ab. Der nationalsozialistische Antrag, auf die Reichsregierung durch die hessische Regierung dahm wirken zu lassen, daß das Verbot der SA. und ES. aufgehoben oder das Reichsbanner ebenfalls perboten wird bzw. das Vorgehen der Polizei bei der Auflösung der SA. und SS. zu mißbilligen, wurde abge- lehnt. Die Kominumsten stimmten ebenfalls gegen diesen Antrag. Weitere amtliche Dsröffsntlichunssen über die GA. Sarmsladl. 19. April. In Fortsetzung ihrer Veröffenllichunzen üher das bei Haus- suchungen anläßlich des SA.» und SS.-Verhote? gefunden« Ma- terial veröffentlicht die hessische Regierung weiter« Doku- m e n t e. Be! dem Standarten-Gelbverwalter der SS-Standarte ZZ, Otto Sulzbach, wurde ein Brief gefunden, den ein SS.-Mann aus Frankreich an Sulzbach richtete, und in dem der Briefschreiber an- kündigt, daß er.„wenn«» in Deutschland losgeht", zurückkehren I werde» Dann heißt»s wörtlich:„W»r mir später mal nicht paßt, der bekommt eben im Getümmel eine blau« Bohne in? Fell, und dsmit basta." In einem Schreiben des Adjutanten des Sturmbannführers lV/I3 der SS. Gießen. Paul Köster, ist zu lesen, daß die SS. im Gelände gewesen sei und„regelrecht F e l d d i e n st ü b u n g gemacht habe". Der Brief schließt: ,.3ch für meinen Teil werde sorgen, daß Ich sofort dabei bin, wenn sich irgendwo etwas regt, dgs nach Blut und Eisen riecht." Au? den Akten des Untersuchung?- und Schlichtmigsäusschüsses (Uschla) des Gaues Hessen der NSDAP wird ein Beschwerde- schreiben des Führers de? Darmstädtsr Sturmbanners 1/115, Dipl.- Jng. Heinrich Cornelius. Leutnant der Reserve, an den Chef des Stabes der obersten SA.-Führung, Hauptmann a. D. Röhm. veröffentlicht, in dem Cornelius über einen Darm- städter Sturmführer der SA. Beschwerde führt, well der Betreffende, wie es in der Klageschrift wörtlich heißt, „mohrsoch die sofortige Eröffnung von Tälllchkeilen bei der ge- längsten Anpödelung durch politische Gegner befohlen und außerdem keinerlei Ursache gebende Leule.— wie in einem besonderen Fall, der ausführlich dargelegt wird, ein paar ahnungslose Radfahrer— habe anhalten und niederschlage» lasten"! Ein deutscher Richter. Vizepräsident des OLG. beschimpfi den greisen Reichs- Präsidenten. Der Reichsvorstand dos Republikanischen Richter- bundes senfeat uns folgend« Erklärung: „Der Vizepräsident des Oberlandesgerichts Frankfurt a. M-, Dr. H e l d m a n n, hat soeben in öffentlicher Er. klärung in der„Frankfurter Post" u. a. ausgeführt:„Unmittelbar »ach per Wahl Hiadenburgs. nachdem er gerechte An w e n. düng der Gesetze gelobt hat. zerbrach«r die Waffe seines Gegenkandidaten. Wuß« der Füniundachtzigjährigs. was«r tat? Nach den Gesetzen der Natur ist die selbständige Entschluß» fähigkeit in di es em Greisenalter nicht mehr vor« Hand en."... Wir sind genötigt, demgegenüber folgendes zu sagen: Dia ge» se tz l'o se, zum Ausruhr und Bürgerkrieg bestimmte Waffe oe? Hillerschen Sturmabteilungen ist nach Straf- und Staatsrecht phll ig von Recht? wegen aufgelöst worden.. Der aus diesem Anlaß gegen das Reichzoberhaupt geführt« Angriff eines Richters ist juristlsch haltlos, politisch und ethisch verwerflich." Aeliesienrai des Reichstags. Einberufung zum 26. April. Der Aestestenrat des Reichstags ist nunmehr zu einer Sitzung auf Dienstag, den 26. Aprll, nachmittags 5 Uhr. einberufen worden. Ruf der Tagesordnung steht die Festsetzung des Termins der.nächsten Reichstagssitzung. ZK. de? KKD. korrigiert Taben ..Ein ernster politischer Fehler" Die Vrejjesielle des Zentralkomitees der LZZL. erläht eine Erklärung, ln der sie den Antrag ihrer badischen Landtagz- sraktion. das Relck)sbanner und die Eiserne Front nebst Stahlhelm, Wehcmolf usw. zu verbieten. als»einen ernsten politischen Fehle?" bezeichnet. Der Schritt der Fraktion sei ohne vorherige ftcnntms und Zu- sllmmung der Bezirksleitung BadeN'Pfalz crso-Zt. Gegen die Sozialdemokratie wird der Vorwurf erhoben, dag sie aus dem unrichtigen Ankrag der badischen Weltrevolukionäre„einen A a h l s ch l a g er" zu machen versuche, für die Landtags- sraktion dagegen wird als mildernder Umstand geltend gc- »rächt, dast die Reichsbavnerfübrcr in Baden ganz besonders ..arbeiterfeindlich-(!) seien. Die Erklärung endet dann mit der üblichen Schimpferei auf die Sozialdemokratie. Die APD. hat also angesichts der ungeheuren Entrüstung der Arbeiterschaft bis in ihre eigenen Reihen hinein sehr rasch den Rückzug angetreten. An der schmierigen Helferrolle, die sie gegenüber dem Faschismus spielt, wird dadurch wenig geändert. Kreuger und die Kommunisten. Die Subvention von.Folkets Dagdlad". Unsere Veröffentlichung der Tatsache, daß der schwedische Zündholzkönig Jvar Kreuger dem Stockholmer Kommunisten- blatt„Folkets Dagblad" 20» ODO schwedische Kronen zugesagt. allerdings„nur" 135 000 ausgezahlt hat, wird von dem Münzenbergschen Nachmittagsblatt mit einer Flut von Schimpfereien beantwortet. Sachlich bleibt als Erwiderung nur übrig, daß„Folkets Dagblad" und fein Leiter Kilboom nicht der Kommunistischen Partei Schwedens angehören, sondern Rechtsoppositionelle, sog.„B r a n d l e r i st e n" seien. aber mit der schwedischen«Sozialdemokratie gemeinsam Sowjetrußland und die schwedische Kommunistenpartei wütend bekämpften. Auf unsere Erkundigung in Stockholm über diese Be- hauptungen erhalten wir folgenden Bescheid: Stockholm, 19. April.(Ei.g»nbencht.) Die schwache Äommunrstenpartei Hot sich 1929 gespalten. Ihre alten Führer höglund und Ström sind längst wieder mit vielen anderen in die Sozialdemokratie zurückgekehrt. Zwischen den Rechts- kommuniüen Kilbooms und der Sozialdemokratie besteht keinerlei Gemeinsamkeit, sondern im Gegenteil s ch ä r f st e r K a m p f. Von einer stelze der Sozialdemokratie und ihrer Presse geizen Sowjet- ruhlaad kann gar keine Rade sein. Wie in allen Ländern lehnt auch in Schweden die Sozialdemokratie die bolschewistischen Ptechoden ab, aber ebenso energisch jedwede kommerzielle oder gar militärische Aktion gegen die Sowjetunion. hiernach hat also nicht ein Organ dar schwedischen KP., sondern das Blatt der schwedischen Brandleristen Kreuger- Geld erhalten. Ivar Kreuger wird eben, wie jedermann, erkannt haben, daß in Schweden d i e Kommunistenpartei, die ein Tageblatt in der Hauptstadt besitzt, stärker ist als die offizielle MoskauMale. Bei dieser Sudventwn wird der lIroßkapstalist ebenso gedacht haben, wie die schwermdustrielle .DeMsche Allgememe Zeitung die über d>« Kommumstsn geschrieben hat: „lltzas die Kommunisten selbst betrifft, so haben st« in bestimmten Grenzen für das staatspolstifche Leben eine nützliche Funktion. Die Kommunisten müssen verhindern, daß die Sozialdemokratie über- mächtig wird, sie sind für den kapitalistischen Staat so lange ein wertvolles Werkzeug, als sie als Pfahl im Fleische der Sozialdemokratie wirken." Warum sollte Kreuger ein so wertvolles Werk- zeug für den Kapitalismus nicht mit 135000 Schwedenkronen schmieren? Wenn aber das Müruenberg-VIatl ein großes Gezeter darüber erhebt, daß das Deutsche Reich in seiner schweren Finanznot von Kreuger 500 Millionen geliehen Hot— wie gern würde die so trediibedürstige Sowjetunion jede Anleihe abschließen, wenn es nur eine bekäme! Alfons hat nichts bekommen. Stockholm. 19. April. Exkönig Alfons dementiert die Nachricht, daß er von Kreuger Geld erhallen habe. Er habe niemale finanzielle Beziehun- gen zu Kreuzer oder einem ssiner Bertreter gehabt. Am Ende eines Systems. Wiederkehr oder Ende des Kapitalismus? Lor dem Mikrophon der Deutschen Welle unterhielten sich gestern handelsredaktour M i k s und Fritz Tornow über die Frage:„Wiederkehr oder Ende des Kapitalismus?" Beide waren sich darüber einig, daß die heute in der ganzen Welt zu konstatierende Entwicklung zum Monopolkapita- lismus abzulehnen ist. Nedalieur Miks sieht diese Entwicklung als eine durch mehr oder weniger zufällige äußere Konstellationen begünstigte Krank- h e i t des kapitalistischen Systems an. deren Heilung der Staat durch Unterbindung der Konzentrationsbeslrebungen fordern und damü die von den Tendenzen der Wirtschastsemwicklung angestrebte Rückbildung zum liberalistischen Kapitalismus begünstigen könne. Dem hielt Fritz Tarnow entgegen, daß in Wirklichkeit nirgendwo solche Tendenzen sichtbar sind. Konzentration und Kollek- tiyismus sind gleichzeitig Gipfelpunkt und Ende des k a p i t a l i st i s ch e n Systems, das hier on sich selber zugrunde geht; der tapitalijlilche Egoismus feiert in ihnen seine höchsten Triumphe au?.Kosten her kapitalistischen Vernunft. Doch eine Eni- Wicklungslinie läßt sich nicht zurückschrauben: so hat die Moschine über die menschliche Arbeitskraft, der Großbetrieb über den Hand- merklichen Kleinbetrieb gesiegt, trotz aller Kräfte, die sich dagegen stemmten, heute liehen wir in der ganzen Wett in einem Zerfall des kapitalistischen Systems. Je rascher die Notwendigkeit allgemein ertatnt wird, statt feiner du Planwirtschast einzusetzen, desto besser für di- Menschen, denen dadurch wieder die Möglichkeit für Arbsit und Entwicklung gegeben wird. Der Kapitalismus hat uns Millronenheere von A-bsitslosen gebracht, die keine Hoffnung auf Beschäftigung, gafchijjeige d-nn auf die Ausübung eines wirklichen„Berufes" haben. Tis Planwiri- schast allein kann den Menschen wieder in den Arbeitsprozeß einordnen, ihm den L-bensranm zur körperlichen und geistigen Ent- »almng schaffen.__ Der Arbeiterverräter, In Baden stellte die kommunistische LanbiogefrSHiOtt einen Antrag aus Verbot de« Reichsbanners Schwarz-Bo.-Sold! Grone r ,Herr General, bitlschön, verbieten Sie den da,- er ist ein Arbeiterverräier � Englands neues Budget. Gleichgewicht auf Kosten der Konsumenienmaffen. London, 13. Aprl.(Eigenbericht.) Weiter sparen und weiter Steuern zahlen, könnte das Motto für Iteville Ehamberlains erstes Budget sein, das er seinen Gegnern durch den Vergleich mit einem Bergsteiger, der dem Gipfel näher- kommst zu versüßen versuchte.(Ein vergleich, der übrigens aus einer teiihmtca Durchhalterede Lloyd George? während des Weltkrieges stammt. Red.) Alle haffanngon aus S l e n e r s e n k u n- gen sind am Dienstag begraben worden. Der ZZprozenüge Sah der Einkommensteuer bleibt weiter in Srasst das gleiche gilt von den indirekten Steuern. Die indirekt« Besteuerung nimmt zu und ersetzt den Zlussall an direkten Steuern, der bei gleichbleibend-m. Sägen durch die De- pression zu erwarten ist. 27 Millionen Pfund sollen durch den Ibprozentigen Einfuhrzoll sin Lauf dq? Finanziahres über die bisherigen Zalloinnshmen hinan» eingehen, weitere S Millionen sollen neu» Zölle bringen, dt« auf Rat de? Zollkomi'.ees beschlossen wurden. Auf welche Waren die Zölle fallen, wird erst gegen Ende der Woche mitgeteilt werden. Nicht genug damit, wird auch dar T e e z o l l wieder eingeführt, und zwar in Hölze von 1 Pence(1 Pence gleich gegenwärtig etwa 27 Pf.) pro Pfund und 2 Pence pro Pfund, soweit e? sich um Em- fuhren aus dem Empire handelt. Diese Steuer soll 3,6 Millionen Pfund ergeben. Die erhossle Biersteuersenkung ist ausgeblieben. Der englische Zucker wird weiterhin mit 12 Schilling pro Zentner unterstützt und eine Quote von Zucker aus englischen Kolonien mit erhöhter Präferenz ausgestattet, was die Konsumenten und die Staatskasse zugleich belastet. Das Ergebnis dieser Veränderungen ist, daß Einnahmen und Ausgaben in höhe von 766 Ptillionen Pfund balancieren, und Zwar auf der Basis der gekürzten Beamtengehälter und Arbeitslosenunterstützung, des nur leicht gekürzten Wehrbudgets, von dessen weiterer Beschneidung auf Grund der Ergebnisse der Abrüstungskonferenz Chamberlain nichts zu sagen hatte. Dieses Gleichgewicht ist erreicht durch eine Verschiebung in der traditionellen Verteilung der englischen Steuern zwischen direkten und Verbrauchssteuern. Sind auch die hauptteile des Staatshaushalt? entsprechend den Erwartungen, so brachten verschiedene Einzelheiten in Chamber- lains Budgetrede jedoch eine Ueberraschung. Die Regierung will nämlich einen Valuta-Ausgleichsfonds schaffen, der den Restbestand von 25 Millionen eines vor der Stabilisierung im Jahre 1925 in Amerika gegründeten Fonds übernehmen und weiterhin 159 Millionen Psund Kredite aufnehmen kann. Der Fonds soll hie Ausgleichung van heftigen Schwankungen des Pfundkuxsss errnog- lichqn durch Ankauf bzw. Berkauf von Gold und Devisen Aps welche Weise der Kredit des Fonds aufgenommen werden soff. wurde nicht mitgeteilt. Man darf aber diesen Fonds höchstens«ts einen Vorläufer der skabllijienmg ansahen, denn Chamberlain sagte ausdrücklich, der Zeiipunki für die Rückkehr zum Goldstandard fei nach nicht gekommen. Man darf also keineswegs folgern, daß die Stabilisierung auf dem jetzigen Niveau erfolgen soll. Sriegsschulden und Reparationszahlungen. die sich im englischen Staolshoushall gegenseitig die Waage hielten. erscheinen u i ch l m e h r im Budget, und zwar mit der Begründung. daß man die Fragen, die durch diese Posten aufgeworfen würde». nicht prZjudizIcrev wolle. Ein Komitee soll untersuchen, ob und inwieweit die gegen- märtige Steuerfreiheit der Konsumgenossenschaften ge- rechtfertigt ist. Beim nächsten Budget soll diese Steuerfreiheit, wenn nötig, revidiert werden. Abrüstung mit wenn und aber. Einstimmige Sinnahme einer Kompromißformel. Genf, 13. April. sEigenberlchl.) Das Redaktionskowitee der Generalkommission der Abrüstungskonferenz hat am Dienstag auch die zweite Entschließung zur Feststellung des Prinzips der Rüstungsherab- feßnng einstimmig abgefaßt. Damit ist ihre Annahme in der Generalkommisjiou am Mittwoch vormittag gesichert. Die Resolution lautet:„Angesichts der Vorschläge, die von per- schiedeuen Delegationen vorgelegt wurden, bezüglich der Begrenzung und herabselzuug der Rüstungen erklärt die Generalkammission, daß zur Bestimmung dieser Merkmale die Grundsähe des Artikels 8 des Völkerbund spnkles angewandt werden müssen, infolgedessen müssen die Rüstungen herabgesetzt werden auf dos Mindestmaß, da? mit der n all analen Sicherheil und der Ausführung jener inlcrnalioualen Verpflichtungen vereinbar ist. die durch eine gemeinsame Aktion auferlegt sind. Außerdem muß der geographischen Loge und de« besonderen Bedingungen jedes Staates Rechnung getragen werden. Die Geueralkommission erklärt ferner, daß die Prüfung der Anwendung dieser Srlterieu und Methoden zur Durchführung der Herabsetzung und Begrenzung der Rüstungen ahne Aufschub in der Praxis weiterverfolgl werden soll." Zu einer besondrem Erklärung betonte L i l w i« o w, daß sich Rußtand durch feine Mitarbeit in keiner Weise an den Völkerbundspakt gebunden fühle. Tor der Zniernotionaiisierung der Lustfohri. Ems. 13. April. �Eigenbericht.) Frankreich bat für die von fast allen Staaten vsrlangte Jnternationaliflerung der zivilen Transport- luftfahrt am Dienstag ein ayssvhrliches Memorandum an die Abrüstungslonferenz überreicht. 2llz Hauptziel der Jnternalianalisisrung wird die Verhinderung der Verwendung von zivilen Flugzeugen zu Kriegszwecken erklärt. Dieses Ziel solle durch die Bildung internationaler Ge- je lisch asten auf wirtschaftlicher Grundlage erreicht werden mit Vermaltungen. in denen sämtliche Staaten vertreten sind. Es wird j auch in Aussicht genommen, einzelne. Erdteile oder Teile von Erd- i teilen, die besonders nahe Beziehungen zueinander haben, gruppen- weife zu Gesellschaften zusammenzuschließen, die untereinander wieder durch einen gemeinsamen Aufsichtsrat verbunden sein müßten. Diesen Gesellschaften soll allein das Recht zustehen, Flugzeuge und Penklustschiffe über eine bestimmte Motoren stärke und Transporttonnage zu besitzen. Ebenso worden alle Bestimmungen einzeln aufgeführl, die dazu dienen sollen, die Handhabung der internationalen Gesellschaften auch im Falle irgendeines schwer- wiegenden Ereignisses zu kontrollieren. Das Material und die Ve.r- teilung von Gewinnen oder die Aufbringung von Verlusten find ebenfalls genau aufgeführt. Das Memorandum betont ausdrücklich, daß die wirtschaftliche Sicherung der Linien durchaus gegeben sei durch olle bisher erfolgten Untersuchungen. Macdonali» nach Genf abgereist. London. 19. April.(Eigenbericht.) In einer arztlichen Verlautbarung wurde am Dienstag fest- gestellt, daß die Besserung der Augen des Ministerpräsi- deuten Macdonald nach der Operation nicht angehalten habe. Trotzdem ist Macdonald am Dienstag abend nach Genf abgereist. J)ic AerZtc haben dieser Reise nur unter der Voxaus- setzung zugestimmt, daß Maedonold sich mindestens drei Stunden am Tage völlige Ruhe gönnt. Anschlag ans Spaniens Innenminister. Der Gonpernenr von Sevilla durch einen Hommerfchlaa verletzt. Der augsMicklich m Sevilla befindliche spanische Innen- minister wurde heute, als er sich auf eipern Motorboot zur Besichtigung der Stromregulierunggarbeikn auf dem Guadalquivir einschrssie, von einem als Arbeiter gekleideten Mann angefallen, der ihn mit einem f ch w e r e n Hammer nieder- zuschlagen versuchte. Der Schlag verfehlte sein Ziel und traf den danebenstehe ndon Gouverneur von Sevilla, der durch den Hammer an der Schulter getroffen und verletzt wurde. Der Attentäter konnte, sofort sejigenominen werden. Es handelt sich ugi einen Arbeitslosen, der angeblich durch diese Tat die Auswerksamkeit der Behörden aus seine trostlos« Loge lenken wollte. Theater, Lichtspiele usw. Theater SCALA Staats Theater Mittwoch, den 20. April Staatsoper Unter den Linden 20 Uhr Der Troubadour Staatl.Schauspielhaus Gendarmenmarkt. 20 Uhr Die endlose Straße 8.15 Uhr Schiller- Theater Charlottenburg. 20 Uhr Cyrano von Bergerac Winter Garten Flora 3434 Rauchen erlaubt Varieté- Revue Fünf im Käsewagen" mit Ehrlich. Halmay, Morgan. Theimer. Söneland usw. täglich Täpl. 5 u. 8% Uhr Horaca Goldin Kpt. Winston usw. PLAZA Nähe Schlesisch Babnb. 58.815, Stgs.2,5,815 B. Tel.: E7 Welchsel 4031 DerVogelhändler Städt. Oper Bismarckstraße 34 Charlottenburg Mittwoch, 20. April Turnus II Die Bürgschaft Reinmar, Rode, Müller, Eisinger, Gombert, Kandl. Gonszar Anfang 19.30 Uhr Ende gegen 23 Uhr Volksbühne Theater am Bülowplatz 8 Uhr 8 Uhr Kamrad Kasper GROSSES SCHAUSPIELHAUS SCHONE HELENA Novotna/ Hansen Schuster/ Graetz v. Di.men/La Jana Niemar Joken Latabars/ Thellade Ballarini/ Lange MAX REINHARDT INSZENIERUNG 8% Uhr CASINO- THEATER 8%, Uh Lothringer Straße 37. Volksstück von Paul Schurek Staatl. Schiller- Theater 8 Uhr Cyrano von Bergerac Lessing- Theater Täglich 8 Uhr Das Theater der Schauspieler Maria Stuart Agnes Straub, Tilla Durieux -Theater in derStresemannstr. Berlins neuestes Operetten- Theater! Täglich 8% Uhr eppina Heinz Rühmann in Operette in 3 Akten. Musik von R. Stolz Erstk! Gesangskr. Neue Bühnenausst Gutschein 1-4 Personen. Parkett 50 Pi. Fauteuil 1.- Mark. Sessel 1.50 Mark. HAUS VATERIAND KURFURST 7460 Vergnügungs Restaurant Berlins BETRIEB KEMPINSKI Theater Deutsches Theater desWestens Heute 8 Uhr Premiere 8 Uhr Vor SonnenDer Mustergatte Schwank in 3 Akt. Metropo:-Theater Täglich 8% Uhr Curt Götz in Zirkus Aimee Operette von Curt Götz, Musik von Benatzky Th. im Admiralspalast Täglich 8 Uhr Käthe Dorsch Gustaf Gründgens in: Liselott' Singspiel v.Eduard Kuonake Hente kurzes Gastspiel nur bis untergang Philharmonie 25. April v. Gerh.Hauptmann Beethoven- Zyklus Brahmanische Inder tanzen und spielen indische Dranien u. Legenden Theater a. Nollendorfplatz Pallas 7051 8% Uhr, Stg 4% Uhr Traum einer Nacht Operette in 3 Akter v. Lud.Wolff u. Karl Behr Musik von Hans May Regie: Heinz Saltenburg Regie Max Reinhardt ( letzter Abend) d.Philharmon.Ordest. Bruno Kittelscher Chor Rose- Theater Dirig.Prof.J.Pilwer Sinfonie No. 8 f- dur; Neunte Sinfonic d- moll mit Schlusscho. iroße Frankfurter Straße 137 Tel. Weichsel E 7 3422 6 und 9 Uhr Die Frau, die jeder sucht Zurück Dr. Muskat Orthopädie, Röntgen, Rundfunkh halb.Pr Gehstörungen Abends 8 Uhr. Eintritt 1.50 M Blumenspenden jeder Art Uefert preiswert Paul Golletz vormals Robert Meyer Mariannenstr. 3 Stgs. 4 Uhr kl. Pr. Kurfürstenstr. 124 F&, Oberbaum 1303 Grosser UBILÄUMS Verkauf Tafelservice Porzellan, breites Blauband, Poliergoldhenke! 23tellig, für 45 teilig, 1ür 6 Personen 29,50 12 Personen 59,50 Porzellan, Festonform, weiss Speiseteller tief oder flach, Stück 0,22 Abendbrotteller.......... 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April 1932 Die Schutzpolizei im neuen Staat Ein Wort an die Schupos Vom gefürchteten Pickelhauben- Schutzmann zum Freund des Volkes Wenn am 24. April die Männer und Frauen in Preußen ihr höchstes Staatsbürgerrecht durch Abgabe des Stimmzettels ausüben werden, treten auch die Beamten der preuFischen Schutzpolizei an die Wahlurne, um als Bürger eines freien Volksstaates ihre Stimme in die Waagschale zu werfen. Die Schutzpolizeibeamten, unsere Schupos- wie sie seit langem im Volksmunde heißen, werden in der Erkenntnis zum Wahllokal gehen, daß erst der neue Staat auch ihnen Koalitionsrecht und politische Gleichberechtigung gegeben hat. Im alten Preußen des Dreiklassenwahlrechtes waren die Beamten politisch rechtlos. Der neue Staat, den zu schützen sich alle Beamten feierlich durch Eid verpflichtet haben, hat die staatsbürgerliche Freiheit auch in die Polizeiunterkünfte, die Reviere, Wachtstuben und Büroräume der Polizei getragen. Das weiß der Polizeibeamte, und deshalb gehört seine Stimme aus Pflichtgefühl und eigenem Interesse den staatsbejahenden Parteien; und wer ein wahrer Freund des Volkes ist, stimmt mit den Arbeitern und Angestellten für die Liste 1 der Sozialdemokraten, an deren Spitze die beiden Männer stehen, deren Namen mit dem Aufbau des neuen demokratischen, sozialen Preußens für immer verknüpft sind: Otto Braun und Carl Severing. Früher politisch rechtlos! Bor ungefähr dreißig Jahren wurde innerhalb der alten preußischen Polizei der Versuch gemacht, zur Wahrnehmung der Berufsinteressen der Beamtenschaft und zur Schaffung einer besseren Informationsmöglichkeit eine Zeitschrift, die Schumanns zeitung", ins Leben zu rufen. Raum war jedoch die erste Nummer dieser Zeitung erschienen, als durch Dienstverordnung allen Polizeibeamten das Abonnement strengstens untersagt wurde. Die von vielen Beamten sehnlichst herbeigewünschte Bildung einer Schußmannsvereinigung wurde im Keime erstickt. Eine strenge Untersuchung wurde gegen alle Beamten eingeleitet, die in dem Verdacht standen, Mitglieder oder gar Führer dieser Vereini gung, die durchaus auf dem Boden des alten Staates arbeiten mollte, zu sein. Der neue Freistaat Preußen hat auch den Polizeibeamten das volle Koalitionsrecht gegeben. Von Wachtmeister bis zum höchsten Offizier hat jeder Beamte das Recht, fich mit feinen Kollegen in Berufsvereinigungen zusammenzu schließen. Die Beamtenschaft hat von diesem Recht auch außerordentlich starken Gebrauch gemacht. Die große Mehrheit der Polizeibeamten ist in den Polizeiverbänden organisiert. Die gemählten Vertrauensicute gehen heute in den Ministerien ein und Der Beamte, der früher nicht mudsen durfte, hat heute die Möglichkeit, seinen Willen zur Geltung zu bringen. Bei der Borbereitung wichtiger Polizeigeseze werden die Führer der besten Kenner der Wünsche der Beamtenschaft vor der Berabschiedung der Geseze um ihre Meinung gefragt. Früher dagegen besaß der Schumann praktisch nicht einmal das Wahlrecht; denn das Dreiflassenwahlrecht war öffentlich, und auch die Stimmabgabe für die Kommunalwahlen hatte in voller Deffentlichkeit zu erfolgen. So war es eine Selbstverständlichkeit, daß der Polizei beamte entweder der Wahl fernblieb, was für ihn auch nicht ungefährlich war, oder aber er war gezwungen, gegen seinen eigenen Willen für die konservative Liste zu stimmen. Die Wahlen zum Reichstag waren zwar geheim, aber auch hier bestand eine starke Kontrollmöglichkeit, weil die Beamten in Wahlbezirken geschlossen abstimmen mußten. aus. Urlaubes, bei Krankheitsfällen und sonstigen auftauchenden Fragen| einfachen, mit Volksschulbildung ausgestatteten Schuhmann unmögdie Meinung der Beamtenschaft zu vertreten. Jeder Schupo fann Offizier werden. Die preußische Polizei hat seit ihrem Bestehen das Hauptgewicht auf eine vorbildliche Schulung jedes einzelnen Beamten gelegt. Welch ein Unterschied zwischen dem Pickelhauben schußmann des Borkriegspreußens und den modernen Schutzpolizisten. Polizeibeamter konnte im alten Preußen mur ein Mann werden, der seine zwölfjährige Militärzeit absolviert hatte. Auf das Publikum wurden also Polizeibeamte losgelassen, die lediglich eine rein militärische Ausbildung erfahren hatten. Heute wird der junge, frische und lernbegierige Mensch nicht nur militärisch und sportlich in notwendigem Maße ausgebildet, er erfährt auch eine sehr sorgfältige theoretische Vorbildung und wird mit allen Fragen des öffentlichen Lebens vertraut gemacht, um das Ehrenkleid des preußischen Staates tragen zu dürfen. War es früher dem lich, auch nur Leutnant zu werden, so muß heute nach einem Beschluß des Preußischen Landtags der Offizierserfag bis zu 50 Proz. durch Beamte ohne höhere Schulbildung( Nichtabiturienten) ersetzt werden. Es, trägt also heute tatsächlich jeder einfache Wachtmeister den Marschallst ab im Tornister. Gewiß ist der Weg zum Aufstieg nicht leicht, und so mancher Beamte weiß ein Klagelied von den vielen vorgeschriebenen Prüfungen zu fingen. Aber der Staat kann schließlich auch nur die Beamten an verantwortungsvolle Stellen sezen, die den Beweis für besondere Befähigung in vollem Maße erbracht haben. Auch die Abiturienten, die die höhere Polizeilaufbahn einschlagen wollen, müssen sich heute für die untere Laufbahn verpflichten. Sie können so innerhalb der Schußpolizei im freien Konkurrenzkampf mit den Beamten ohne höhere Schulbildung den Befähigungsnachweis für die Offizierslaufbahn erbringen. Der Beamte mit Volksschulbildung fann nach sieben Jahren die theoretische und praktische Befähigung zum Alles marschiert Polizeiverbände und die Mitglieder der Beamtenausschüsse als die am Freitag, dem 22. April, 18 Uhr, nach dem Die Beamtenausschüsse der modernen Polizei. Lustgarten Redner: Dr.Rud.Breitscheid Mitglied des Reichstages Der Anmarsch erfolgt von 6 Sammelplätzen Sammelplätze: 1. Stadtbezirke Wedding, Mitte, Reinickendorf und die in diesen Bezirken liegenden Betriebe: Antreten 16% Uhr Grenzstraße( Humboldthain), Spitze des Zuges Brunnenstr Marsch durch Brunnen-, Elsasser, Artilleriestr., Am Kupfergraben, Museumstr., Lustgarten. 2. Stadtbezirke Prenzlauer Berg, Weißensee, Pankow und alle in diesen Bezirken liegenden Betriebe: Antreten 16% Uhr Danziger Str.( Mittelpromenade), Spitze des Zuges Weißenburger Straße. Marsch durch Weißenburger Straße, Schönhauser Allee, Dragoner, Roch-, Neue Friedrich-, Museumstraße, Lustgarten. aus 4. Stadtbezirke Kreuzberg, Neukölln und alle in diesen Bezirken liegenden Betriebe: Antreten 16% Uhr Fontanepromenade, Spitze Urbanstraße. Marsch durch Urban-, Bärwald Pünzen Dresdener, Neue Roß-, Roß-, Breite Straße, Schloßplatz, lustgarten. 5. Stadtbezirke Tempelhof, Schöneberg, Zehlendorf, Wilmersdorf und Steglitz und alle in diesen Bezirken liegenden Betriebe: Antreten 16% Uhr Hornstraße, Spitze des Zuges Yorckstr. Marsch durch Yorck-, Gneisenau-, Zossener Straße, Zossener Brücke, Alte Jakob-, Neuenburger, Linden-, Markgrafen-, Französische, Werderstraße, An der Stechbahn, Lustgarten. Unter der Miniftertätigkeit Albert Grzesinskis, des Mannes, der, mit der gesamten Polizeibeamtenschaft eng verbunden, heute die größte Behörde des Reiches, die Berliner Polizei, verantwortungsbewußt und umsichtig leitet, wurde auf dem Verordnungswege für die Schutzpolizei das Beamtenausschußrecht modernifiert und neu gestaltet. In einem Erlaß vom 15. Januar 1929 murden genaue Bestimmungen über die Bildung von Beamten ausschüssen bekanntgegeben. Diese Ausschüsse, die in geheimer Wahl von der Beamtenschaft gewählt werden, haben die Aufgabe, die Intereffen der Beamten bei den Dienſtvorgesetzten wahrzunehmen. Bei ihrer Tätigkeit sollen sie sich von dem Bestreben leiten lassen, das Pflichtbewußtsein und die Arbeitsfreudigkeit der Beamten durch Pflege des Einvernehmens untereinander und des Bertrauens zwischen den Beamten und ihren Dienstvorgesetzten zu heben. Die Ausschüsse haben darüber hinaus das Recht, Anregungen und Anträge allgemeiner Art, die sich auf das Dienstver hältnis der Beamten beziehen, zu vertreten, und bei der Schaffung Alle Sozialdemokraten, alle freigewerkschaftlich organisierten von Wohlfahrtseinrichtungen, bei der Regelung des Arbeiter und Arbeiterinnen, alle Arbeitersportler, alle Republikaner sind zur Stelle! 3. Stadtbezirke Friedrichshain, Lichtenberg, Treptow, Köpenick und alle in diesen Bezirken liegenden Betriebe: Antreten 16% Uhr Küstriner Platz, Spitze Fruchtstraße. Marsch durch Frucht-, Friedenstr., Prenzlauer Berg, Prenzlauer Allee, Lothringer, Weidinger-, Kaiser- Wilhelm- Str., Lustgarten. 6. Stadtbezirke Charlottenburg, Tiergarten, Spandau und alle in diesen Bezirken liegenden Betriebe: Antreten 16% Uhr Kleiner Tiergarten, Spitze des Zuges Stromstraße. Marsch durch Alt- Moabit, Invaliden-, Hessische, Hannoversche, Elsasser Straße und weiter wie Zug Grenzstraße. Im Tabak liegt der Wert einer Cigarette! Nicht in irgendeiner beliebigen Zugabe! Die knappe mit Bruchteilen eines Pfennigs rechnende Halkulation der Juno erlaubt keinerlei Zugaben wie Wertmarken, Gutscheine oder Stickereien, es müßte denn eine Minderung der Qualität erfolgen. Josetti lehnt eine Änderung der anerkannt guten Tabakmischung ihrer Juno ab und bietet nach wie vor den Josetti JUNO o/ M.rund 6 STICK 20% vollen ungeschmälerten Tabakwert, also das, was Sie an ihr seit langen Jahren schätzen. KON LINON Alles tritt syr wiciifiien Polizeioffizier erreicht haben. Der mit einem Abiturium aus» gestattete Beamte ist in der Regel nach vier Jahren mit dem vor- geschriebenen Bildungsgang fertig. Den Abschluß des Lehrganges zum Offizier bildet die Prüfung an der Höheren Polizeischule in Eiche. Bessere Llnierkünste müssen geschaffen werden. Seit langem ist die Staatsregierung bemüht, die alten M i l i- tarkasernen, in denen die Polizeibeamtenschaft heute zum größten Teil untergebracht ist, durch neue Polizeiunter- k ü n f t c zu ersetzen. Trotz der drückenden Finanznot ist es auch möglich gewesen, einige neue vorbildliche Großbauten für die Schupos, fo in Dortmund und in Düsseldorf, zu errichten. In Berlin geht gerade jetzt ein Musterbau für die I n s p e t t i o n Köpenick, die bisher in höchst unzulänglichen Baracken in Adlershof untergebracht war, der Vollendung entgegen. Für er- holungsbedürftige Beamte find Erholungsheime, so in Biesenthal bei Berlin, in Hannooersch-Münden und in Lauterbach, errichtet worden. Auch das Staatskrankenhaus, das wegen seines hervorragenden Aerztekoll�giums besonderen Ruf genießt, ist eine Schaffung des neuen Preußen. Beschimpfungen der Schuhpolizei. Der verfassungstreue Polizeibeamte weist es weit von sich, mit Parteien zu paktieren, die offen den Sturz des demokratischen Staates fordern. Gerade er als Hüter der Ordnung ist von der Erkenntnis durchdrungen, daß unserem Volke Rettung aus schwerster Hirtschaftsrot nur auf dem Wege friedlicher Aufbau» arbeit kommen kann. Die Parteien des Umsturzes aber wollen Chaos und Verwirrung. Für sie ist auch der Polizei- beamte, der in schwerster Zeit oft bis zur Grenze des Menschen- möglichen verantwortungsbewußt seine Pflicht tut, der Büttel, den es bei jeder Gelegenheit herabzusetzen gilt. Daran ändert nichts, daß diese Parteien in W a h l z e i t e n sehr gern andere Töne an- schlagen. Die Kommunisten wie die Nationalsozialisten haben sich mehr als einmal darin überboten, die Schutzpolizei in gemeinster Weise zu beschimpfen. Selbst im Parlament wurden im Ton der Gosse solche Beschimpfungen ausgestoßen. So erklärte der Kommunist Schulz- Neukölln einmal im Landtage„Das ist die Mordpolizei! Das ist polizeiliches Verbrechertum. Mörder- banden der kapitalistischen Republik." Der 5tominunist Kasper bezeichnete die preußischen Polizeibeamten im Landtag als eine „Horde von K o s a k e n". Zum Umgangston der National- s o z i a l i st e n gehören gleichfalls wüsteste Beschimpfungen der Polizei. In einem Bericht des Regierungspräsidenten in Königs- berg über einen Zusammenstoß mit Nazis heißt es:„Die Polizei ist schwer geschmäht worden, z. B. haben Zeugen Ausdrücke ange- geben wie'„Bluthund e",„K n ü p p e l g a r d e",„Ihr Mörder",„Ihr grünen Lumpe n*." Und in dem Berliner Naziblatt„Der Angriff" konnte man lesen:„Ja einer Hand die Pistole, in der anderen den Gummiknüppel, fo arbeilen die Zörgiebel-Kosaken." Auch die Deutsch nationalen stimmen in dieses Schimpfkonzert ein. Als der Berliner Polizeipräsident Vorschläge machte, wie die P o l i z e i u n t e r k ü n f t e wohn- lichcr ausgestattet werden könnten, schrieb die „Deutsche Tageszeitung" höhnend:„lieber diese müllerlichen Gefühle dieses Polizeigewalligen für feine blauen Jungens könnle man auf der Stelle Tränen der Rührung vergießen. Wer von uns schlichten Pflasterlrelern halte sich wohl bisher den Kopf darüber zerkochen, wo die edlen Gummiknüppelschwinger ihr ge- dankenschweres Haupt nach getaner Arbeit niederlegen." In ihrenz Haß gegen die Staatsform, die allen Bürgern die staatspolitische Freiheit brachte, möchten die Staatsfeinde auch die P o l i z e i b e a m t e n wieder in die K n e ch t ft e l l u n g zurückgedrückt sehen, die der Pickelhaubenschutzmann im alten Preußen einnahm. Dounerstsg, 21. April, 18 Uhr in den bekannten Lokalen an Der Berliner Asphaltkrisg Stampf asphalt wird allmählich zu Rauhasphalt— Viel unnützes Geschrei Für einen Teil der Berliner Presse schien es in den letzten Tagen keine wichtigere Berliner Angelegenheit zu geben als die Frage der Straßenpflasterung. Mit größtem Aufwand wurde gegen die Asphaltierung der Berliner Verkehrsstraßen gewettert und der Leser dieser„asphaltgegnerischen" Presse mußte den' Eindruck ge- Winnen, daß die Stadkoerwaltung ganz Berlin mit einer Asphalt- decke überziehen wolle. Leider stürzte sich die Pressepolemik in den seltensten Fällen aus sachliche Gesichtspunkte. Einige Zeitungen versuchten selbst die Frage der Strahenbepflasterung mit der Politik zu verquicken. Die„Deutsche Zeitung" entblödete sich nicht, in einer Schupo- KundgeiHing Heute, Mittwoch, 18 Uhr, im GroSen Saal der Gesellschaft d. Freunde, Potstamer Str. 9 Versammlung d.PolizelDeamten Berlins Redner: Polizeipräsident Albert Grzes.nsKI, Krimina. rat Emil Kiingelhölier. Thema: Die preußiscSien LandSags- wahle� und die Potize beamten. Balkenüberschrift zu fragen:„Warum stützt die SPD. den Rutsch- asphalt?" In Wirklichkeit geht es im Augenblick gar nicht darum, neue Straßenzüge zu bepflastern. Im Berliner Rathaus hatte sich die Tiesbaudeputation der Stadtverordnetenversammlung allein mit der Vergebung der Arbeiten zu beschäftigen, die für die In- standhaltung der schon bestehenden Asphaltstraßen notwendig sind. In ganz Berlin ist eine Straßenfläche von rund 6 Millionen Quadratmeter asphaltiert. Mit den Unternehmern besteht ein Ab- kommen, wonach für die Unterhaltung der Flächen eine Durch- schnittsquote vereinbart ist. Um den vielfachen Klagen der Auto- mobilisten über den Berliner„Rutschasphalt" abzuhelfen, hat man mehrere Versuche angestellt, um eine größere Griffigkeit des Asphalts zu erreichen. Dabei hat sich das Verfahren bisher als das beste erwiesen, da» man als Rauhasphaltierung bezeichnet. Bei allen Ausbesserungsarbeiten soll daher jetzt der Stampfasphalt durch den Rauhasphalt ersetzt werden. Gänzlich undurchführbar ist dagegen die Forderung automobilfreundlicher Kreise auf eine Be» seitigung des Asphalts in' allen Verkehrsst'rahen und Ersetzung durch Teerbetonbelag.' Ein Quadratmeter Straßenfläche zu pflastern, erfordert einen Kostenaufwand von ungefähr 1» M. Die Beseitigung der Asphall- straßen in � Berlin würde also 60 Millionen Mark erfordern. Hinzu kommt, daß man bisher die Wirtschaftlichkeit der Teerbetonstraßen im Großstadtverkehr noch nicht hat ausprobieren können. Um hier zu einem Ergebnis zu kommen, hat die Stadtverwaltung jetzt der Teerstraßenindustrie den Auftrag erteilt, eine Straßenfläche von 200 000 Quadratmetern auszuführen. Bei der Neupflasterung van Straßen soll zukünftig besonders in den Außenbezirken das K l e i n ft e i n p f l a st e r. das sich außer- ordentlich bewährt hat, in weit stärkerem Maße als bisher Ver- wendung finden. Das Kleinsteinpflaster gewährleistet eine große Ver- kehrssicherhell und ist außerordentlich wirtschaftlich. Zu der Frage der besten Straßenbepflasterung schreibt uns als guter«achkenner Stadtrat Müller vom Bezirksamt Weißensse noch folgendes: Unsere Stadt Berlin besitzt über sechs Millionen Quadratmeter Stampfasphalt. Seit 1329 wird bei allen Unterhaltungs- und Wiederherstellungsarbeiten, sowie beim Neubau von Stampfasphalt- straßen sogenannter Rauhstampfasphalt verwendet, bei dem dem Stampsasphaltmehl 13 bis 39 Proz. Steinsplitt zugesetzt wird. Der langjährige Unterhaltungsoertrag über diese Flächen, in die siä) zehn Asphaltfirmen teilen, ist abgelaufen und soll nun erneuert werden. Während die ausführenden Firmen beim Vau von Straßen im Herstellungspreis eine vier- bis fünfjährige unentgeltliche Unter- Haltung mit einrechnen mußten, wurde die Unterhaltung des Asphallbelagss nach Ablauf der Garantiezeit nach einem Quoten- system für das Jahr und Quadratmeter bezahlt, wobei eine vertrag- lich vereinbarte Mindestumlegungsziffer erreicht werden mußte Der Quolenpreis war je nach der Vorkehrsklosse verschieden und daher natürlich in der inneren Stadt bei stärkstem Verkehr wesentlich höher als in den Außenbezirken, die einen viel schwächeren Verkehr auf- weisen. Gegenüber dem Steinpflaster, ganz gleich� ob man es „Wiener" oder„Breslauer Pflaster" nennt, ist der Stampfasphalt wirtschaftlich und hygienisch die einwandfreieste Strohendecke. Die Anlieger dieser Straßen werden durch den Straßenlärm am wenig- sten behelligt und die notwendig werdenden Reparaturen können schnell und leicht ohne nennenswerte Behinderung des Verkehrs aus- geführt werden. Die Anwohner von Steinstraßen dagegen kennen zur Genüge die durch die Häuser gehenden Erschütterungen, wenn Lastwagen mit Anhängern vorüberrollen. Der Vorteil des Asphall ist es eben, daß er die Geräusche der mit verschiedenartiger Bereifung versehenen Transportmittel fast völlig abdämpft Dieselben Vorteile soll nach einer Aeußerung des Technsschea Unterfuchungsamtes auch eine gleichwertig« Straße aus Teer» f e i n b e t o n oder Teerfandbelog haben. Bei den letzteren Belägen müssen aber erst die Erfahrungen zeigen, ob diese den großstädtischen Ansprüchen gewachsen sind, da solche Decken ebenso wie der „Dammannasphalt" erst seit etwa zwei Iahren in Berlin beobachtet werden, der Stamvfasvhalt dagegen auf eine über Svjährige Ver- wendung zurückblicken kann. Die deutschen Bitumen- und Teerindustrien haben Angebote ge- macht, die zu unterhallenden Stampfasphaltdecken durch Teerdeton usw., durch Oberslächenbehandliingen mit bituminösen oder Teer- anstrichen mll Splittbewurf und Teppichbelägen aus Hartguß oder Walzasphalt zu ersetzen und führen dafür in erster Linie Wirtschaft- lich« Gründe an.'Gewiß wäre es im Interesse der deutschen Wirt- schast zu begrüßen,- wenn hie für die Einfuhr der ausländischeir Asphallfelsen notwendigen Devisen erspart werden könnten. Otto Braun spricht im Rundfunk Ausgehend von dein Standpunkt, daß im Voltsstaat die Staatsbürger vor der Wahl Anspruch darauf haben, einen Rechenschaftsbericht der amtierende» Sic- gierung zu erhalten, wird Otto Braun am Sonn» abend, dem 33. April. 19.30 Uhr. über sämtliche preußischen Sender über die Arbeit der preußischen Staatsregierung in den Jahren 1928 bis Anfang 1932. also bis zum Schluß der Legislaturperiode des jetzigen Landtags, sprechen. dem Russischen übertragen von Werner Bergengruen. Jetzt hören wir das Gewehrfeuer schon ganz nah. Wir kommen aus dem Walde und sehen weit vor uns geduckte Soldatengestalten in mehrgliedrigen Schwarmlinien vor- gehen. Wir legen noch eine halbe Werft zurück und machen halt. Vor uns ist nichts mehr, die vorgehenden Schützen- ketten haben sich Mehr nach rechts hin oerzogen. Wir erhalten den Befehl, uns einzugraben. Wir legen die Gewehre aus der Hand, werfen die Rucksäcke ab, heben hastig die Erde längs der uns angegebenen Linie aus. Die scharfen Spaten holen aus dem feuchten Boden mächtige Schollen und werfen sie vorn auf. Hinter den Gräben werden viereckige Rasen- stücke zur Markierung der Aufschüttung ausgestochen. Wir werden bald müde, der Schweiß fließt in Strömen, die Vor- gesetzten treiben uns an, und so lassen wir nicht nach, bis die Arbeit getan. Die Schützengräben sind fertig. Wir haben schon seit zwei Tagen nichts Warmes mehr in den Leib gekriegt, well die Küchen uns noch nicht nach- gekommen sind. Auch jetzt ist nichts von ihnen zu sehen. Die Leute laufen in den Wald, machen Feuer und kochen sich Tee. Nicht alle trinken Tee. Manche haben sich sofort auf die Erde geworfen und sind im gleichen Augenblick eingeschlafen. Aber zu einem langen Schlaf kommt es nicht. Gegen Abend müssen wir wieder auf und in weit auseinandergszo- gsner Schwarmlinie vorwärts. Wir verständigen uns durch Zurufe im Flüsterton, verlieren den Anschluß, geraten in eine andere Linie, versinken mll einem Bein iu einem tiefen Erdloch und stürzen. Eine Leuchtrakete zischt in die Höhe, und nun sehen wir eine weite Fläche vor uns und darauf unsere unZleichmäßigen und abgerissenen Schützenketten. Der ersten Rakete folgen andere. Das Feld ist taghell. Wir werfen uns schnell hin. Wir geraten in ein wütendes Gewehr- und Maschinengewehrfeuer. Ich höre das feine Pfeifen der vorbeifliegenden Kugeln: fft, fst. Wir werfen uns instinktiv ganz flach auf den Boden und suchen den Kopf möglichst in die Erde einzuwühlen. Das Feuer läßt nicht nach. Das Feld wird unaufhörlich von Raketen beleuchtet. Der lange und breite Strahl des Scheinwerfers springt von Ort zu Ort und tastet jeden Winkel ab. Ich hebe vor mir etwas Erde aus und stelle mir so eine Kopfdeckung her.«schießen und Schreien hallen an. Jemand ruft mir von rechts her zu: „Weitergeben: Zurück in die Stellung!" Ich gebe es nach links weiter und habe Mühe, den Lärm zu überschreien. „Zurück in die Stellung!" Das Aufflammen einer Rakete läßt mich zurückkriechende Gestalten sehen. Das ganze Feld lebt und ist in Bewegung. Wir erreichen unsere Gräben. Die Kompanien sind durcheinandergeraten. Man hörl rufen: »Fünfzehnte! Wo ist die fünfzehnte? Welche Kompanie? Was für ein Bataillon? Wo ist der Verbandplatz?" Das Gewehrfeuer verstummt. Nur die Strahlen des Scheinwerfers durchfurchen das Feld, und hier und da flam- men Leuchtrateten auf. Auf dem Felde sind viele Tote und Verwundete liegen geblieben. Von dorther kommen Geschrei und herzzerreißen- des, kaum mehr menschliches Gewimmer zu uns herüber. Endlich finde ich meine Kompanie. Einige liegen draußen auf dem Felde, viele sind in andere Kompanien verschlagen worden. Tschaika, Gontscharow, Bylin. Rodin, Wasslle'nko sind da. Ich setze mich in den Graben und schlafe ein. Aber aus dem Schlaf wlrd nichts. Jemand fällt auf mich und bumst mir schmerzhaft gegen den Schädel. Ich erwache. Zu- nächst begreife ich nicht, wo ich bin. Bor mir habe ich die schwarzen nassen Grabenwände, ich atme Kellerfeuchtigkest und Kellerkälte. Und nur hoch über mir, am dunkelblauen Himmel, fun- kein die großen Sterne. Ich stehe im Graben und kann meine Augen nicht ab- wenden von der blauen Unendlichkeit des Himmels und dem Blinken der ewigen Sterne. Welcher Friede, welcher uner- meßliche Friede. Wir rücken vor. Slm Horizont wachsen rauchende Schornstein« empor. Die Nähe menschlicher Behausungen wirkt wie eine freudige Er- regunz. Vielleicht werden wir uns ausruhen und satt esien können. Wir kommen in den Flecken Biala. Die kleinen schmutzi- gen Häuser sind mit Stroh oder Schilf gedeckt. Die Fenster haben keine Glasscheiben, sondern sind mit schmutzigen Kissen und Lappen verstopft. Die schiefen Ecken und Wände sind mit Brettern gestützt und werden trotzdem jetzt, jetzt gleich einstürzen. Auf den Straßen laufen Kinder herum, barfüßig trotz der Kälte, hinten aus den Hofen hängen ihnen schmutzige Hemdchen heraus. In den Haustüren stehen Frauen und alte Männer. Weiter, nach dem Mittelpunkt des Ortes hm, werden die Häuser etwas ansehnlicher, haben hölzerne, grün gestrichene Dächer, kleine Vorbauten mit Treppenstufen und Glassenster. Aber alles trägt den Stempel der Armut, der Not, des Unheilbaren Jammers, der kläglichsten Unterwürfigkeit. Der Gesichtsausdruck der Frauen spricht von ängstlichen Schrecken und von unruhigem Warten auf eine nie wieder gut zu machende Katastrophe. Auf der Suche nach etwas Eßbarem laufen die Soldaten durch den Flecken. Aber die Läden find bereits geleert und geschloffen. Sie laufen in die Häuser, erwischen Milch, Weihbrot. Butter, Wurst. Sie stehlen Hühner und Enten, obwohl die Einwohner ihr Geflügel ver- steckt haben, aber was läßt sich schon vor einem Soldaten- auge verborgen halten? Wir haben uns heute satt gegessen und schlendern jetzt durch den Ort. Was soll man ansangen vor Langerweile und Leschäftigungslosigkeit? Die Einwohner haben Angst vor uns und treiben ihr Geflügel und ihre Ferkel in die Schuppen und Ställe. Bylin hatte sich fest vorgenommen, ein paar Ferkel zu stehlen und sie als Reserve für schmale Tag« zu braten. Wahr« scheinlich gab es im Regiment noch eine ganze Reihe so um» sichtiger Hausväter, wie er einer war. Beim Morgengrauen werden wir geweckt und verlassen den Flecken, der uns beherbergt und satt gemacht hat. Im Laufe des Tages kommen wir an vielen Dörfern. Gutshöfen und Markt'leckm vorbei. Wir folgen den Deut» schen. Wohin wir auch kommen, da hören wir, daß„sie" feit einigen Stunden fort sind. Ueberall begegnen wir ihren Spuren, leeren Konservenbüchsen und Kartons von Feldpost» Päckchen. Die Deutschen werden gut oerpflegt Sie sind satt und tun der Bevölkerung nichts zu leide. Die Bauern fürchten sich zwar, etwas Lobendes über sie zu sagen, aber in vertraulicheren Gesprächen meinen sie. die Russen hätten ihnen in wenigen Stunden mehr Schaden zugefügt als die Deutschen in der ganzen Zeit bisher. Vor uns verstecken sie alles. Nicht einmal verkaufen wollen sie etwas: sie fürchten, wir würden es ihnen doch mit Gewalt wegnehmen. (Fortsetzung fofgt) 60 Einbrüche aufgeflärt. Diebess und Hehler- Konsortium gefprengt. Die Kriminalinfpeftion II 5 hat unter Leitung des Kommissars Sozialdemokratische Versammlungswelle Mühlfriedel zu einem vernichtenden Schlag gegen den Unter Ein Rekord an Propaganda meltberein Santa Fé" ausgeholt. Den Mitgliedern des Rlubs, die jetzt soweit sie noch auf freiem Fuße waren sämt lich verhaftet wurden, konnten über 60 Einbrüche in der City - Alle Kraft für den Sieg der Liste 1! Wer in den letzten Wochen verfolgt hat, mit welcher Intensität die Berliner Eiserne Front für Republik und Demokratie in die Das wahre Parteibuchbeamtentum. Berlins nachgewiesen werden. Weiterhin wurden sechs Hehler felts über Berlin dahingeht, wie sie wohl faum noch erlebt worden stellten der Allgemeinen Ortstrantentasse im genommen. Riesige Warenlager gestohlener Sadjen fonnten bei den Hehlern beschlagnahmt werden. Ueber die Taten des Vereins„ Santa Fé" ist in legter Zeit schon wiederholt berichtet worden. Die Mitglieder hausten in der Gegend des Treptower Parles. Anfang April wurden bereits zahlreiche Berhaftungen vorgenommen. Die Verhafteten, durchweg funge Burschen, hatten Angst, ihre Hehler zu verraten und sagten über diese nichts aus. Erst die späteren Nachforschungen der Beamten klärten die Zusammenhänge mit den Schlern auf. Als förmliches ift. Die Woche vom 11. bis zum 17. April wies neben der macht vollen Kundgebung im Sportpalast, in der Otto Braun sprach, eine Frauenversammlung im Saalbau Friedrichshain auf, bei der dieser große Versammlungsraum nicht reichte. Daneben aber gab es, wenn wir bescheiden rechnen, fünfzig öffentliche und mindestens ebenso viele Betriebsversammlungen der SozialdemoEine eindrucksvolle Wahlkurdgebung veranstalteten die Ange. das Referat. Ueber Preußen das Reich zu erobern, so führte er aus, Gewerkschaftshaus. Landtagsabgeordneter Dr. Lohmann hatte ist die flar ausgesprochene Parole der Nazis. Die Sozialdemokratie hat diese Parole aufgenommen; wir variieren sie und sagen: Ueber Breußen wieder zum Reich! Für uns geht es um das Preußen Brauns und Severings. Wenn wir gerade jezt im Wahlkampf die die Beamten jetzt zu einer Durchsuchung des Schlupfwinkels des Geänderte Wahlzeit bei Preußenwahlen tommen. Dabei wenden wir uns gegen das demagogiſche Geſchrei Haupthehlers schritten, entdeckten sie dort ein Barenhaus. Alle nur erdenkbaren Dinge lagen hier aufgestapelt, Schuhe, Teppiche, Lampen, Mäntel, Dele, Zahnpasten, Radioapparate usw. Dieselben Feststellungen wurden bei den übrigen Hehlern gemacht. Die Leute von„ Santa Fé" hatten gestohlen wie die Raben und alles hierher geschleppt. Es stellte sich weiter heraus, daß die Hehler auch Beziehungen zu Angestellten von Berliner Fabriken angeknüpft hatten und sich von diesen jeweils entsprechende Fabritate liefern" ließen, wenn sie gebraucht wurden. So wurden z. B. bei einem der Hehler 75 Kannen Del beschlag. nahmt, die aus einer Fabrik In den Zelten stammen. Von den Hehlern erhielten die jugendlichen Diebe ein Zehntel des Einkaufs preises als Abgeltung" für ihre ,, Bemühungen". Kommunistisches Material beschlagnahmi! Die Bolizeiaktion, die gestern gegen die fommunistischen Sportvereinigungen angefeßt morden war, von denen an genommen wird, daß sie zum Teil getarnte Gruppen des verbotenen Rotfrontfämpferbundes bedeuten, fonnte in ganz Preußen ohne nennenswerte 3mischenfälle durchgeführt werden. Das Material in der Provinz wird genau gesichtet und über das Ergebnis unverzüglich an das preußische Innenministerium Bericht erstattet. Inwieweit das beschlagnahmte Material den Verdacht recht fertigt, daß der RFB. illegal fortbesteht, muß natürlich abgemartet werden. Auch in Berlin war die Durchsuchung an 35 Stellen gestern schon kurz nach 13 Uhr beendet. Atten- und Korrespondenzmaterial wurden beschlagnahmt und ins Polizeipräsi bium befördert, wo es zur Zeit von Beamten der Politischen Polizei einer Durchficht unterzogen wird. Bisher sind zwei Festnahmen erfolgt. Ueber die Namen der Festgenommenen und den Grund ihrer Inhaftierung kann, wie mitgeteilt wird, im Interesse der Unterjuchung noch nichts Näheres gesagt werden. Wohlfahrtsgelder für den Bezirksvorsteher. Der Bezirkspor steher Eppinger wurde vom Schöffengericht Schöneberg megen fortgelegter fdmerer Urkundenfälschung in Tateinheit mit Amtsunterschlagung zu acht Monaten Gefängnis verurteilt. E., der als Bezirfsvorsteher in Neufön tätig war, hatte Wohlfahrtsgelder unter schlagen und die Quittungen mit den Unterschriften der Empfänger gefälscht. 8 bis 5 Uhr! Wie dauernde Anfragen zeigen, sind sich viele preuhische Wählerinnen und Wähler noch nicht darüber klar, daß bei der Wahl zum Preußischen Landtag am kommenReichspräsidentenwahlen die Wahlzeit von den Sonntag, dem 24. April, im Gegensatz zu den beiden Notwendigkeit einer noch stär feren Demokratisierung der Verwaltung betonen, so wissen mir, daß wir damit der Forderung größter Teile der preußischen Staatsangehörigen nachder Nazis über das Parteibuchbeamtentum". In Thüringen ließ Herr Frid alle Bewerbungen um Einstellung in die Schußpolizei durch das nationalsozialistische Parteibüro gehen. Das Ziel der preußischen Wirtschaftspolitik mar die Sicherung der Boden= schäze, die Aufrichtung neuer Formen der Industrie, kurz, die Ausschaltung pripattapitalistischer Mißwirt. schaft Wenn Politik Kampf um die Macht ist, dann ist unsere Politik der Kampf um die Macht in Preußen. Deshalb gehören alle Stimmen am 24. April der Liste 1, den Sozialdemokraten. Der furzen Ansprache schloß sich die stimmungsvolle Weihe der Sturmfahnen der Hammerschaften an, die aus den Reihen der Kranken8 Uhr morgens bis 5 Uhr nachmittags taifenangestellten gebildet wurden. dauert! Wer also nach 5 Uhr kommt, in der Meinung, er fönne, wie bei den Präsidentenwahlen, noch bis 6 Uhr sein Wahlrecht ausüben, geht seiner Stimme verlustig! Bitte merken und weiterfagen: Wahlzeit am Sonntag, dem 24. April, nur von 8 bis 5 Uhr! trafie, das macht rund 14 bis 16 Veranstaltungen an einem ein3igen Tage. Damit ist das Arbeitsprogramm aber feineswegs er schöpft. Die Jungwähler sind in der gleichen Zeit öfters zu fammengetreten, die Studenten, die sich zum Sozialismus be fennen, dokumentierten ihre Ueberzeugung durch eine Kundgebung, die Arbeiter wohlfahrt war nicht müßig, und an einem einzigen Tage finden sich im Vorwärts" allein 19 Ankündigungen unserer Jugendorganisationen. Die Zahl der Zusammenfünfte der Parteigenoffen innerhalb der Kreise und Abteilungen ist mit 120 wirklich nicht zu hoch angefeht. Wenn man nun weiterhin nod bedenkt, daß auch die Zugehörigkeit zum Reichsbanner, zu den freien Gewerkschaften und zum Arbeitersport manchen Genoffen und manche Genoffin in hohem Maße beansprucht, dann worden ist, die berundernswert ift. Denn, und das ist das Großfann man wohl fagen, daß in diesen Wochen eine Leistung vollbracht artige, in allen Beranstaltungen hat sich der gleiche& ampfwille gezeigt, am 24. April dem Faschismus den dritten Schlag zu verfehen und den Sieg der republitanischen Regierung BraunSevering zu gewährleisten. Der alte Kampfwille und die alte Begeisterung befeelen die Anhänger der Berliner Sozialdemokratie. Am 18. d. M. verschied in Bad Nauheim, wo er Heilung von seiner schweren, durch aufopfernde Berufsarbeit verschlimmerten Kriegsverletzung suchte Herr Bankdirektor Erich Müller Mitglied des Direktoriums der Deutschen G.rozentrale-Deutschen Kommunalbankim Alter von 49 Jahren Der Verewigte hat dem Direktorium seit 1921 als stellv Direktor, seit 1922 als Volldirektor angehört. Sein hingebender Diensteifer, verbunden mit einer großen fachmännischen Begabung, machte ihn zu einem wertvollen Mitgliede unseres Kollegiums, dessen reiche Kenntnis und Erfahrungen uns, schmerzlich fehlen werden. Auch seine liebenswürdigen menschlichen Eigenschaften werden allen, die ihn näher kannten, in bester Erinnerung bleiben, Berlin, den 20. April 1932. Namens des Vorstandes des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes und des Direktoriums d. Deutschen Girozentrale- Deutschen KommunalbankDer Präsidentt: Dr. Kleiner Deutscher Metallarbeiter- Verband Verwaltungsstelle Berlin Todesanzeigen Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Rollege, Der Mechaniter Felix Dölling am 16. April geftorben ist. Uhr, im Die Einäicherung findet am Mittmoch. den 20 April, 17 Krematorium Baumschulenweg, Rie holzstraße, statt. Am 14. April starb unser Kollege, der Werkzeugmacher Max Starzynski geb. 4 Mär 1895 Die Beerdigung findet am Donners tag dem 21. April, 15 Uhr. von der Leichenhalle des Zionstirchhofes in Hohenschönhausen ftatt. Am 16 April starb unser Rollege, der Former Richard Hoffmann geboren 8. Mai 1886. Die Beerb gung findet am Donners tag, den 21 April. 15 hr, von ber Leichenhalle des Neuen Stadttichen Friedhas in B.anienburg aus ſtatt Ehre ihrem Anbenken! Rege Beteiligung wird erwartet. Die Ortsverwaltun. Hiermit fagen wir allen herzlichen Dant für bie tte e unb l'ebepolle Teilnahme an dem tragischen Tod unferes lieben Sohnes, Bruders und Berlobten Kurt Schau Familie Schan Grete Koinatka Berlin, 18. Meril 1932. Am 17. April verstarb nach langer schwerer Krantheit meine liebe Frau Stanislawa Köchel geb. Raczynski im 45. Lebensjahr. Dies zeigen an in Trauer Franz Köchel und Sohn Die Trauerfeier findet Donnerstag, den 21. April, 15 Uhr, in der Halle des Krematoriums Baumschulenweg statt MusikInstrumente Umständehalber modernes Piano. Pianohaus Brun nenstraße 64. Sintpianos, Mietpianos über. aus preiswert Pianofabrik Link. Brunnen frake 35• Mietpianos, Raufgelegenheit, freugfaitiges, 230,-. Bahrt, Sauptstr. 1, Schöneberg. Radio Austausch Bargelblos. Radioapparate, Gleichstrom, Wechsel. strom, Musikinstru. mente, Photoappa. rate, Gelegenheits. täufe. Nerlichs Ra. diomusikhaus, fett Landsbergerstr. 441 Nähe Aleganderplag. Alerander 5575. 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Wir brauchen nicht besonders hervorzuheben, daß sie vom Faschis. mus des Braunen Hauses und von der kapitalistischen Reaktion der Herren um Hugenberg und Dingelden wenig erzählten, sondern die ganze Lauge ihres Zornes über die Sozialdemokratie Arbeiterschaft wird am 24. April zeigen, daß sie für diese Art„ revound die Regierung Braun Severing ausgossen. Die lutionärer" Politik kein Verständnis hat. Die Kundgebung verlief ohne Zwischenfall Im Anschluß an die tommunistische Kundgebung im Lustgarten, bei der zunächst etwa 30 Personen wegen verschiedener Delikte festgenommen wurden, versuchten die Kommunisten in verschiedenen Stadtteilen zu demonstrieren. Die Polizei mußte wiederstunden noch 120 Kommunisten festgenommen. holt einschreiten. Insgesamt wurden in den gestrigen späten Abenddurch die bekanntlich mehrere Bersonen an Bord des Dampfers Die Ermittlungen über die Herkunft der Harburger Gaswolte, Sturier" ertranften, lassen jetzt mit ziemlicher Sicherheit den Schluß zu, daß es sich um Abgase des Dampferscharnsteins handelt. „ Bitte Dati, ein bißchen Geld!" Aber diesmal ist wirklich nur ein bißchen. nötig. Dafür sorgen unsere fabelhaften, immer wieder bestaunten niedrigen Preise zu denen Sie bei uns Kinder- Kleidung jeder Art, gut, schön, zweckmäßig, wie immer sie gebraucht wird, kaufen können. 370 IST KINDERTAG IST MITTWOCH GEHEN SIE also: Oranienstr.40 Am Oranienplatz ZU Chausseestr. 113 Königstraße 33 Beim Stettinar Bahnhof am Bahnh.Alexanderplatz C& A BRENNINKMEYER Nachdruck von Wort und Bild verboten Jugend für Braun- Severing. Frauen für ein soziales Preußen! Glänzende Kundgebung der Arbeiler- Jugend. Donnerstag, den 21. April, 19% Uhr, Hohenzollernschule, Schöneberg, Belziger Ecke Eisenacher Straße: Oeffentliche Kundgebung Die westlichen Bezirke der Sozialistischen Arbeiterjugend Berlin hatten eine Jungwählerfundgebung in dem mit roten Fahnen aus= geschmückten Saal des Piccadilly". Nach den Borführungen der Arbeitersportler und zwei glänzenden Parodien der Roten Rebellen" nahm Ludwig Diederich das Wort: Im Zeiten der heutigen Krise muß ein lebendiger Wille wach werden, die Bataillone| Ansprachen: Mathilde Wurm, M. d.R., Paula Kurgaẞ. zu formieren, um alle Abseitsstehenden zum Kampf durch die lleber Mitwirkende: Die roten Rebellen u. Arbeitsgemeinfür den Berliner Westen Adolfstr. 25: Aussprodeabend. Lichtenberg Mitte: Dossestr. 22: Literaturabend. Reu- Lichtenberg: Sportabend. Lichtenberg- Nord: Gunterfir. 44: ,, Sozialistische Arbeiterführer". Mahlsdorf: Melanchthonstr. 62: Sozialistische Denter und Führer". Bankow I: Rundgebung bei Lindern, Treffpunkt daselbst 19% Uhr. Ablershof: Heim Bismarckstr. 1: Politisch- satirischer Abend. SSG. Neukölln( Jüngere und Aeltere): MS.: Heidelberger Programm", 19-21 Uhr. Werbebezirk Often: Ueben zur Maifeier, Litauer Str. 18. Ale Abteilungs abende fallen aus. Werbebezirk Kreuzberg: Sprechchorprebe 19% Uhr Urbanstr. 167. Berbebeziri Neukölln: Spredchorprobe 191 Uhr Barade Ganghoferstraße. 20 Uhr ebendort Borstandssitung.. Werbebezirk Reinidendorf: Borstandssizung mit den Abteilungsleitern und Jugendbeiräten pünktlich 19% Uhr Wittenau, Hauptstr. 13. gangszeit zur Berwirklichung der sozialistischen Ziele in Wirtschaft schaft Schöneberger Männerchoru. Liedertafel West. Vorträge, Vereine und Versammlungen und Gesellschaft mitzureißen. Wir stehen heute mitten in den Teilkämpfen der Gegenwart. Bir glauben an das Preußen Braun und Severings. In Neupreußen wird das Fünffache für Wohlfahrt ausgegeben als vor dem Kriege. Im Preußen Brauns und Severings wurden die Berufsschulen an die Stelle des militärischen Drills gesetzt. Das Ziel war: mehr Lehrkräfte und insbesondere eine Ausbildung der Landarbeiterjugend. Heute gilt es, feine unsinnigen Papierforderungen zu erheben, sondern die Grundlage unseres Staates gegen den Einbruch des Geg ners zu erhalten. Im alten Staat waren die Jugendlichen noch feine vollen Staatsbürger. Erst die Sozialdemokratie hat 1918 der Jugend das Wahlrecht gegeben. Das Bürgertum fühlt sich heute von seiner eigenen Jugend bedroht und fordert deshalb eine Heraufsetzung des Wahlalters. Wir meinen aber, wer mit 14 oder 15 Jahren ins Wirtschaftsleben eintritt, der hat mindestens mit seiner Mündigwerbung ein Recht auf Anteilnahme an der Gestab tung der politischen und kulturellen Entwicklung. Das Wahlrecht verpflichtet aber zur ständigen Erziehung. Der Kampf um Preußen ist ein Kampf um die Republik, um die Zukunft des Sozialismus. Deshalb stimmt am 24. April die gesamte arbeitende Jugend für Braun und Severing. Mit einem begeisterten Kampflied fand die Kundgebung ihr Ende. Radfahrer vom Lastauto zermalmi. An der Kreuzung Hardenbergstraße und Joachimsthaler Straße im Westen Berlins ereignete sich in den gestrigen Abendstunden ein folgenschwerer Verkehrsunfall. Ein etwa 25 Jahre alter Radfahrer, dessen Personalien von der Polizei bisher noch nicht ermittelt werden konnten, wurde von einem Lastauto erfaßt. Der Unglückliche geriet so unglücklich unter die Räder des schweren Fahrzeugs, daß er zermalmt wurde. Selbstmord eines Untersuchungsgefangenen. Für ein freiheitliches Preußen. Reichsbanner ,, Schwarz- Rot- Gold". April, Geschäftsstelle: Berlin G. 14. Sebastionftr. 37-38. Şof 2 Tr. Friedrichshain. Kameradschaft Andreas. Mittwoch, 20. 19% Uhr, Mitgliederversammlung bei R. Pratsch, Am Schlesischen Bahnhof. Referent: Kamerad W. Troschke. Wilmersdorf. Donnerstag, 21. April, 19 Uhr, Saalschutz Viktoriagarten, Wilhelmsaue. Tempelhof( Oris: verein). Donnerstag, 21. April, 19 Uhr, Saalschutz Mariendorf, Schule Kurfürstenstraße, und Lichtenrade, bei Rohrmann. Neukölln- Brig( Bortrupp). Mittwoch, 20. April, 19% Uhr, Heimabend im Jugendheim Bergstr. 29. Mitte, 4. Kameradschaft. Mittwoch, 20. April, 18 Uhr, Treffpunkt bei Brandis zur Propagandafahrt. Pantow( Ortsverein). Mittwoch, 20. April, 19 Uhr, Mit einer Kundgebung: Für den inneren Frieden, für ein freiheitliches Preußen, für ein glücklicheres Deutschland trat im Tauenzien- Balaz auch der Centralverein deutscher Staatsbürger an die Deffentlichkeit. Dem Ruf waren weit über den Rahmen der eignen Mitglieder Anhänger gefolgt. Aus den verschiedenen Reden klang hervor, daß es keiner noch so bösartigen Haßagitation gelingen Türkisches Zelt. Tambourkorps mit Instrumenten. fann, die deutschen Juden von ihrer staatsbejahenden Einstellung abzubringen. Bon allgemeinem Interesse waren besonders die Ausführungen des Polizeivizepräsidenten Dr. Weiß, der u. a. folgendes sagte: Je schlechter die Wirtschaftslage sich gestaltete, um so frecher wurden die Anwürfe der Staatsfeinde von rechts und links gegen den freiheitlich demokratischen Staat. Durch das Verbot der A. ist endlich wieder einmal durch einen Machtspruch des Reichsprästdenten die Staatsautorität gewahrt worden. Preußen muß unter Führung der Weimarer Koalition das letzte Bollwerk der Ordnung und der freiheitlichen Gesinnung bleiben. Der Gemüsewettlauf. In unserer legten Sonntagausgabe berichteten wir über die Konkurrenz der Frühgemüsegärtner. Es hieß da unter anderem, daß ein Kilo fanarischer Tomaten 35 M. fostet. Es muß selbstverständlich heißen: ein Zentner Tomaten. Deutscher Arbeiter- Sängerbund, Gau Berlin. Geschäftsstelle: P. Schneider, Berlin NO. 55, Hufelandstr. 31. DIBIS 19% Uhr, Mitwirkung bei der Wahlkundgebung der SPD. in der Männerchor Friedrichshain: Achtung! Heute, Mittmoch. 20. April, Alten Taverne, Alt- Stralau. Arbeiter- Samariter- Bund e. V., Kolonne Berlin. Geschäftsstelle: NO. 43, Jostystr. 4. Telephon: E 3 Königstadt 5440. Jugendabteilung Reinidendorf: Mittwoch. 4. Mai, 20 Uhr, Jugendversammlung. Freitag, 6. Mai, 20 Uhr, Bastelabend. Conn. tag, 8. Mat, 9 Uhr, Besichtigung der Rettungsstation Saatwinkel. Mittwoch, 11. Mai, 20 Uhr, Vortrag: Jugend im Erziehungsheim. Freitag, 13. Mai, 20 Uhr, Bunter Abend. Mittwoch, 18. Mai. 20 Uhr, Lichtbildervortrag: Unhygienische Angewohnheiten. Freitag, 20. Mai, 20 Uhr, Liederabend. Mittwoch, 25. Mai, 20 Uhr, Vortrag: Modernes Rettungswesen. Freitag, 27. Mai, 20 Uhr, Heimabend. Sturmvogel, Flugverband der Berktätigen, e. V., Ortsgruppe ReuköllnBrig. Mitgliederversammlung hente, 20 Uhr, bei Schröder, Steinmegstr. 52. Bereinigung ebem. Striegsgefangener, Ortsgruppe Berlin- Osten. Heule, 20 Uhr, im Lokal Joh. Jeschke, D. 34, Tilsiter Str. 79. Berein der Driesener zu Berlin. Mittwoch, 20. April, 2014 Uhr, Monatsfizung bei Landre, Gruner- Ede Neue Friedrichstraße. Wetteraussichten für Berlin: Teils heiter, teils wolkig und etwas wärmer, leichte jüdwestliche Winde. Für Deutschland: In Mittel- und Süddeutschland wolkig bis heiter und im ganzen wärmer, im Süden Aufhören der Regenfälle, im Nordwesten Bewölkungszu jeden Dienstag und Freitag von 19-22 Uhr im Staatlichen Franzönschen nahme und im Küstengeviet Regenneigung. SEJ Burb Berlin für Einheitsfurzschrift. Uebung in allen Geschwindigkeiten Gymnasium, Reichstagsufer 6, am Reichstagsgebäude. Anfängerfurje, sowie Aufnahme neuer Mitglieder zu jeder Zeit. Auskunft erteilt Fris Plauschinn, Berlin Zehlendorf, Echarfestr. 18, I. Sozialistische Arbeiterjugend Groß- Berlin 20 Uhr, Mitgliederversammlung in den Caftnofeſtfälen, Bappelallee 15. Refe Einsendungen für diese Rubrit nur an das Jugendsekretariat Berlin SB 68. Lindenstraße 2. vorn 1 Treppe rechts. Jugend im Preußenkampf! Jungwähler- Rundgebung der Jugendgruppen der Eisernen Front morgen, Donnerstag, 1914 2hr, in der Reuen Welt, Hafenbeide. Es sprechen die Genossen Siegfried Aufhäuser, R. v. R., und Ludwig Diederich. Fahneneinmarsch, GeAlle Abteilungsveranstaltungen fallen aus. sang, Sprechchor, Spieltruppen. Lustgartenfundgebung mit Demonstration am Freitag, dem 22: April. Im Untersuchungsgefängnis des Amtsgerichts in Neukölln murde gestern in seiner Zelle der Ingenieur W. erhängt aufge= funden. Gegen. stand am 27. April Hauptverhandlung an.€ 5 handelt sich dabei um einen Prozeß gegen vier Räuber aus Neukölln, die am 2. Juli 1931 die 65 Jahre alte Hausbefizerin Therese Felste überfallen hatten. Der Tip dazu war den Tätern aber, wie sich später herausstellte, von dem Ingenieur W., dem Schwiegerjohn der Frau, gegeben worden. Die Burschen beab sichtigten zunächst einen großen Wohnungseinbruch und rückten mit schweren Werkzeugen an. Die alte Frau wurde aber in der Nacht von dem Geräusch wach, trat den Einbrechern entgegen und wurde niedergeschlagen. Die Täter raubten 600 Mark Mietgelder und flüchteten. Die Ermittlungen des Raubdezernats führten dann zu ihrer Berhaftung, bei der sich herausstellte, daß der Schwiegerjohn nider Biertel: 191 Uhr Gechertschaftshaus. den Tip gegeben hatte. Das Sekretariat wird am Freitag wegen der Luftgarten- Rundgebung um 16 Uhr geschlossen. Gefunden auf der gestrigen Jungwählerversammlung: 1 Bund Schlüssel, 1 Rappahandschuh. Abzuholen vom Sekretariat. Heute, Mittwoch, 19% Uhr. Bedding, R. F.: Turiner Ede Seestraße: ,, Bas will die GAS.?" Явре Wannsee: 191 Uhr Ueben zur Maifeier. Tempelhof: Gößstraße: Gefangenenfürsorge". Kaulsdorf: Schule Reichsbund der Ariegsbeschädigten, Ariegsteilnehmer und Striegerbinter bliebenen, Gau Groß- Berlin, Ortsgruppe Norden 14. Donnerstag, 21. April, rent: Gausekretär Kamerad Gustav Schwarz. Thema: Demokratie oder Diktatur? Freie Arbeiter- Stenographenvereinigung Grok- Berlin. Reichsturzschriftfurse für Fortgeschrittene. Norden I: Jugendheim Willdenowstr. 5( nahe Bahnhof Wedding), 150-220 Gilben Debattenschrift, jeden Freitag, 19 Uhr. Norden II: Jugendheim Geestr. 57( Ede Turiner Straße), 60-100 Gilben, jeden Montag, 19% Uhr. Neukölln: Karl- Marr- Schule, Raiser- Friedrich- Str. 209/210. 50-100 Gilben jeden Dienstag, 140-220 Silben Debattenschrift jeden Donnerstag, 100-140 Silben jeden Freitag, 191 Uhr. Die Beiträge betragen 1,50 M. für Erwachsene, 1 M. für Jugendliche, 50 Pf. für Erwerbslofe, 10 f. für Arisen und Wohlfahrtsunterstügungsempfänger monatlich. Weitere Aus. funft erteilt, gegen Einsendung einer 8- Bf.- Briefmarke, Otto Benghoefer, Bor. fitender, Belten in der Mart, Wilhelmstr. 10a. Su allen Aurfen sind Gäste willkommen. Longfellow English Debating Club Bülowstr. 104: Heute abend 84 Uhr spricht Mr. Robert Barry über das Thema: The Geneva Conference". Gäste willkommen Berantwortlich für Politif: Bictor Schiff; Wirtschaft: 6. Alisgelhöfer; Gewerkschaftshewegung: 3. Steiner; Feuilleton: Dr. John Schifowsti; Lofalcs und Sonstiges: Frig Karstädt; Anzeigen: Th. Glode; sämtlid) in Berlin. Verlag: Vorwäris.Berlag 6. m. b. S., Berlin. Drud: Vorwärts- Bumbruder: l und Berlagsanstalt Baul Ginger Berlin E. 68, Lindenstraße a. Hierzu 2. Beilagen.. Eine neue und bessere art, Wäsche zu spülen, eine Methode, die praktische Hausfrauen entdeckten! Das Spülen der Wäsche hat den Zweck, die Wäsche von allen Seifenteilchen zu befreien, die sie während des Kochens in sich aufgenommen hat. Mangelhaft gespülte Wäsche neigt zum Vergilben und wird schnell unansehnlich. Deshalb spült die sorgfältige Hausfrau immer zuerst in gut warmem Wasser und danach solange kalt, bis das Wasser klar bleibt. Geben Sie dem ersten warmen Spülwasser 1 bis 2 Handvoll Henkel's Sil kalt aufgelöst bei. Sie werden erstaunt sein, um wieviel schneller, sorgsamer und gründlicher alle Rückstände der Waschlauge beseitigt sind und wie klar, blütenweiß und duftig schön eine silgespülte Wäsche ist. Sil spült und bleicht- ganz unerreicht $ 160/ 325 Zum Einweichen der Wäsche, zum Weichmachen des Wassers: Henko, Henkel's Wasch- und Bleich- Soda. Tr. 184 49. Jahrgang 2. Beilage des Vorwärts 20. Mittwoch, 20. April 1932 Stürmische Szenen bei der Ilse". Die Gewinne bei Conti- Gummi Standalöse Rechtsbeugung.- Proteste gegen Bankdirektor Reinhart. Wer von der gestrigen Generalversammlung der Ilse- Bergbau 2.-G.( vgl.„ Abend" Nr. 183) eine Entspannung im konflikt zwischen dem Reichsunternehmen Biag und der Ilse erwartet hatte, jah sich schwer enttäuscht. Im Gegenteil, mit eiserner Stien fuchten die großkapitalistischen Machthaber der Ilse die Probolation gegenüber den Reichsvertretern auf der letzten Generalversammlung Ende März durch neue, verschärfte Herausforderungen noch zu übertrumpfen. Was sich gestern Herr Reinhart, Borsitzender des Aufsichtsrats der Ilse und führender Direktor der vom Reiche aufgepäppelten Commerz- und Privatbant, gegenüber den Reichsvertretern und der gesamten Aktionärsminderheit herausnahm, war eine brutale Bergewaltigung, eine glatte Rechtsbeugung. Die Vorgänge, die fich auf der Ilfe- Generalversammfung abgespielt haben, sind derart ungeheuerlich und so typisch für den Größenwahnsinn der kapitalistischen Herrschaftsschicht, daß wir einen Teil der Diskussion im Zitat wiedergeben. Der Vertreter der Reichswerke Viag, R.-A. Netter, hatte, mie wir bereits im gestrigen ,, Abend" berichteten, den Antrag gestellt, die berüchtigten 12 Millionen Mark Schutzaktien der IlseBerwaltung nicht mit abstimmen zu lassen. Borf. Reinhardt:„ Der Antrag Netter wird zur Ab stimmung nicht zugelassen." R.- 2. Netter: ,, Dies ist ein ganz ungefegliches und auto fratisches Verfahren, wenn der Vorsitzende meinen Antrag einfach abschneidet. Die Verwaltung wird die Konfequenzen zu tragen haben. Die Generalversammlung ist souverän, und ich erhebe gegen diese Willkür des Borsigenden ausdrücklich Proteft. ( Stürmischer Beifall der Kleinattionäre.) Wenn die Ilfe- Verwaltung feine bessere Waffe hat, ihre Sache zu verteidigen, als Ungefeglichkeit, muß es um fie schlecht stehen. Die Dürftigkeit der Bilanzerläuterungen des Vorsitzenden Reinhart wird nur noch durch ihre Kürze übertroffen. Die Bilanz ist fein Kreuzworträtsel. Die Behandlung der Bilanzfragen ist genau so autokratisch wie die Unterdrückung der Abstimmung." Ein Kleinaktionär:„ Der ganze Konflift wegen der beiden Auffichtsratsfige der Biag bei der Ilse ist durch das Syndikatsintereffe Betschefs beeinflußt. Im Frühjahr 1933 wird das Ostelbische Braunfohlensyndikat erneuert. Dieses Syndikat ist der Schlüssel für Herrn Petscheks Machtstellung. Der Schlüffel für das Syndikat aber ist die Herrschaft in der Ilse. Wenn im nächsten Jahr die Syndikatsfrage neu geregelt ist, wird man die Ueberraschung erleben, daß die Biag ohne jeden Widerstand ihre geforderten Aufsichtsratssige erhält. Das Interesse der Kleinaftionäre ist gegen die Monopolherrschaft des Großfapitals gerichtet. Unser Interesse ist mit dem Verbraucherintereffe, also mit billigen Preisen und gutem Absatz, identisch." Der Kuriosität halber möchten wir noch den klassischen Aus sehr start machte. Dieser Mann nannte in seiner Naivität die spruch eines Aktionärs wiedergeben, der sich für die Ilse- Berwaltung Dinge beim rechten Namen, über die man in den Kreisen der Braunfohlenfönige und Bantmagnaten wohl genau so denft, aber niemals spricht. Er erklärte:„ Die Verwaltung hat ganz recht, wenn sie sich gegen das Eindringen eines Reichsunter nehmens zur Behr seyt. Unter den Aktionären der Ilse hat das Reich nichts zu suchen. Der Staat hat über der Wirtschaft wie über den Parteien zu stehen. Wir wollen nur zum Staat gehen, wenn es uns schlecht geht."( Stürmisches Gelächter.) Im weiteren Verlauf der Debatte brachten verschiedene Aktionäre die noch niemals ganz geflärten Vorgänge zur Sprache, die sich bei dem überraschenden Eindringen der Petschef. Gruppe in die Ilse A- G. im Jahre 1927 abgespielt haben. Auch die Doppelrolle Ignaz Petscheks als Großaftionär bei den Bechen und Großhandelsinteressent wurde lebhaft erörtert. Ueber alle diese Dinge wird der bevorstehende Prozeß, den die Biag gegen die Ilse jetzt anstrengen wird, hoffentlich Klarheit bringen. Wir erwarten von der Biag, daß sie bet diesem Prozeß mit allen ihr zu Gebote stehenden Mitteln vorgeht und mit Hilfe des Gerichts in die Dunkeltammer der Ilse- Verwaltung gründlich hinein leuchtet. Darauf meldete fich Justizrat Binner, der älteste und bekannteste Attienjurist Deutschlands, zu Worte. Geheimrat Pinner erklärte unter großer Bewegung der Versammlung: Was in der Frage Der Abstimmung über die Schuzattien geschehen ist, ist gesetz. widrig. Diefe Frage mußte unter allen Umständen an die Generalversammlung zur Abstimmung gerichtet werden. Ich gebe hiermit meinem stärksten Bedauern Ausdruck, daß von dem Borfizenden das Gesetz wie auch die Praxis so außer acht gelassen jenes System ohne Maste, dem das deutsche Volk den worden ist." R.-A. Netter:„ Ich bin seit dreißig Jahren Affienpraktiker. Noch niemals habe ich erlebt, daß der Nestor( Aelteste) des deutschen Affienrechtes einem Manne wie dem Vorjitenden diejer großen Verwaltung attestiert, daß er ungejehlich gehandelt hat." Dividende/ Exportverlufte/ Kapitalherabjehung. Die Continental Gummimerte.- G. in Han= nover nimmt in der deutschen Gummiindustrie eine beherrschende Stellung ein, nachdem sie sich die wichtigsten Konkurrenzunternehmen Excelsior, Peters Union, Bolad- Titan und Liga ange= gliedert hatte. Die Finanzkraft des Unternehmens ist sehr groß und die Aktionäre fönnen sich auch nicht beflagen. Das gilt leider nicht von den Arbeitern; ihre Zahl wurde infolge der rigorosen Zusammenlegungen der fufionierten Betriebe und sonstiger Bereinfachungen in Betriebe" erheblich vermindert und im Jahre 1931 von 13 000 auf 11 000 herabgedrückt. Der Rohgewinn im Geschäftsjahr 1931 stellte sich auf 19,8 gegen 23,2 Millionen Mark im Vorjahr. Ausfälle auf Forde rungen waren besonders hoch im Exportgeschäft( Bfundentwertung!); sie werden mit 2,9 gegen 1,8 millionen Mart aus Mark geringer, und auch die Abschreibungen konnten von gemiesen. Der Aufwand für Reparaturen mar um eine Million 3,5 auf 2,3 Millionen Mark ermäßtigt werden, da menig Neuanschaffungen vorgenommen wurden. Sehr erheblich, von 1,7 auf 0,7 Millionen Mark, sind die 3inszahlungen zurückgegangen. 6( 8) Prozent Dividende gezahlt. Aus dem Reingewinn von 2,1( 3,2) Millionen Mark werden NO In der Bilanz erscheinen die Vorräte start erhöht mit 15,5 gegen 10,3 Millionen Mark; die stillen Reserven auf diesem Konto sind nach dem Geschäftsbericht durch den Preissturz für Kautschuk und Baumwolle zum Teil aufgezehrt worden. Forde haben von 16,4 Millionen Mark auf den immer noch hohen rungen sind von 27,2 auf 17,9 Millionen Mark, BankgutBetrag von 11,6 Millionen Mark zurückgegangen. Bankschulden find praktisch nicht vorhanden; die sonstigen Schulden sind von 9,8 auf 5,2 Millionen Mark zurüdgegangen. Ein Zeichen für die große Finanzkraft des Unternehmens und für die enormen Gewinne der früheren Jahre ist der neu ausgewiesene Dividendenausgleichsfonds Dividende zahlen könnte. Das Kapital soll durch Einvon 8 Millionen Mart, aus dem man 40 Proz.(!) ziehung von 3 Millionen Marf eigener Aftien von 40 auf 37 Millionen Mart herabgesetzt werden. gering zurüdgegangen. In den ersten Monaten des laufenden Jahres Der Umfaß ist mengenmäßig im Geschäftsjahr 1931 nur hat sich noch feine Besserung gezeigt. Daß der Wettbewerb burch Breisunterbietungen ,, ungesund" geworden set, wie der Geschäftsbericht behauptet, dafür bietet der Abschluß und die finanzielle Lage des Unternehmens allerdings nicht den geringsten Beweis. Die fünfftündige Generalversammlung der Ilse gab im Hinblick auf die im Gange befindlichen und noch bevorstehenden politischen Kämpfe einen glänzenden Anschauungsunterricht. Hier zeigte sich Reichshilfe auch für Klein- Reedereien. Die Reichsregierung hat nunmehr bestimmt, daß von der Ge samtsumme von 77 Millionen Mart Schiffahrtstredite, für die das Reich die Bürgschaft übernimmt, 7 Millionen Mart abgezweigt werden zur Unterstützung der mittleren und fleineren Reedereien. fatastrophalen Verfall der Wirtschaft, die ungeheure Serie der Jufammenbrüche und das heute herrschende Maffenelend zu verdanken hat. Es sind die gleichen Kreise, deren völliges Versagen das Einspringen des Reiches mit Hunderten von Millionen Steuergeldern notwendig gemacht hat und die im gleichen Augenblid, wo der Staat fie gerettet hat, an nichts anderes denken, als die Macht der Plutokratie, die unbeschränkte Herrschaft des„ Wirtschaftsführertums" wieder aufzurichten. Darum rufen diese Kreise nach einer Beseitigung des„ Systems" in Preußen, jenes sozialen Systems, das die Volksrechte gegen den Machthunger dieser Berderber mit allen Kräften vertritt und in Zukunft noch Aktionär Dr. Cremer( volkspart. Abg.): Ich möchte die Verstärker vertreten wird. Wenn es noch eines Beweises bedurft hätte, waltung warnen. Was glauben Sie, was diese Diskussion für einen daß die demokratische Untermauerung der WirtEindruck in fapitalistischen wie besonders in antitapitalistischaft eine der dringendsten Aufgaben der Gegenwart ist und schen Kreisen machen muß! Welchen Einfluß muß diese Generalversammlung auf die fünftige Gestaltung des Aktienrechts haben! daß die Kontrolle über die Privatwirtschaft und ihre Publizität im Die Kräfte und Kreiſe, auf die sich der Kapitalismus in Deutschland Intereſſe des wirtschaftlichen Ganzen verschärft werden muß, dann Wenig Arbeit- brachliegendes Kapital. Borf. Reinhart: Bon ungefeßlichem Handeln kann keine Rede sein. Ich weise die, Vorwürfe des Herrn Pinner zurüd. Ich vertrete hier nur die Interessen der Ilse und feine Sonderinteressen.( 3urife.) Es gibt taum eine Gesellschaft, die eine solche Bilanzklarheit wie die Ilse aufzuweisen hat."( Lachen.) heute noch überhaupt stüßen fann, werden durch derartige Vor- haben diesen Beweis die Ereignisse auf der gestrigen Generalverfommnisse völlig abgestoßen." sammlung der Ilse- Bergbau A.-G. refflos geliefert. Der Chemietrust in der Krise. Weiterer Abbau der Belegschaft.- 7 Prozent Dividende. durchaus bezeichnend, daß Es ist aber für die Leistungssteigerung je Mann und Schicht im vergangenen Jahr über 15 700 Mann weniger in den chemischen Betrieben arbeiteten als vor sechs Jahren, während die Erschließung neuer Fabrikationsgebiete und der gewal tige Ausbau der bestehenden Fabrikationsabteilungen speziell die Umfäge im chemischen Geschäft der IG.- Farben seit 1925 außerordentlich gesteigert haben. Die JG.- Farbenindustrie A.-G. in Frankfurt a. M., das mäch| nommen haben, läßt sich nicht feststellen, da die Verwaltung nach tigste Unternehmen in Deutschland, wird, wie wir schon berichtet wie vor ihre Umsätze geheim hält. ha en, für das Geschäftsjahr 1931 eine Dividende von 7 gegen 12 Broz. im Vorjahr ausschütten. Der Rohertrag wird mit 155,3 gegen 217,4 millionen nach Abzug der Generaluntoften ausge= wiesen. Bei fast unverändert hohen Abschreibungen von 55,5 Millionen und start ermäßigten Steuern von 40,2 Millionen beträgt der ausgewiesene Reingewinn 51,4 gegenüber 95,1 Millionen Mark. Wie wir bereits berichteten, verfügt die IG.- Farben infolge umfangreichen Ankaufs eigener Attien jetzt über einen Bestand von 114,3 Millionen, von denen 110 Millionen Mark einge zogen werden sollen. Das dividendenberechtigte Stammkapital vertingert sich damit auf 685 Millionen Mark, womit entsprechend auch die Ansprüche, die bei der Dividendenauszahlung an die flüssigen Mittel des Unternehmens gestellt werden, sich verringern Wie man das bei der IG.- Farbenindustrie schon gewohnt ist, zeichnet sich die Bilanz durch alles andere als durch Klarheit aus. Böllig undurchsichtig ist die Absetzung von 55,5 Millionen Mart Abschreitungen gegen 56,4 bzw. 70,4 millionen in den beiden Bo jahren, da die neu in die Anlagen gesteckten Beträge im Berichtsjahr nur 27,8 Millionen betrugen, 1930 aber 50 Millionen und 1929 jogar noch 120 Millionen Mark. Hier müssen also millionenschwere Sonderabschreibungen vorgenommen worden sein, über deren Verbleib sich aber der Gefchäftsbericht ausschweigt, so daß es Sache der Generalversammlung ist, diese Frage zu flären. Auch umfaße werten in diesem Jahr nich genannt, obwohl die JG. Farbenindustrie bei ihrem Chemie monopol in Dertsd lend alles andere dagegen einwenden könnte als die Forge vor der Konkurrenz. Die Abbaumaßnahmen haben sich auch im Berichtsjahr fortgelegt. Gegenüber einer Gesamt elegschaft von 154 600 Mann Ende 1928 betrug der Belegschaftsstand Ende vergangenen Jahres nur 98 716 Mann. Die in den Chemiebetrieben Beschäftig ten wurden von 79 963 bis auf 68 022 Mann abgebaut, während 1928 noch 114 185 Mann in diesen Betrieben arbeiteten. Weichen Umfang die Rationalisierungsgewinne bei der SG. Farben ange | Zu den einzelnen Fabrikationsgebieten berichtet die Berwaltung nach den belannien Quartalsmitteilungen nichts wesentlich Neues. Troß der Krise hielt sich der Absatz in Farbstoffen und Färberei Hilfsprodukten stabil. Wefentlich hierzu trug das Ueberseegeschäft bei. Auch der Chemikalien- Absah erwies sich als durchaus widerstandsfähig. Nene Märkte konnten erschlossen werden. Auch die Umsätze für Pharmazeutika und Pflanzenschutz entwickelten fich befriedigend. Schärf.re Auswirkungen brachte die Krise im Stidstoff geschäft, das infolge der starten internationalen Ueberproduktion schon im vorhergehenden Jahr durchaus schlecht war. In den ersten Monaten dieses Jahres konnte sich der Absatz erheblich beleben, so daß ein Teil des Rückstandes aus dem Vorjahr aufgeholt werden fonnte. Die Herstellung des fünstlichen Benzins hat gleichfalls mieder Berluste gebracht. In der Bilanz fällt die außerordentliche Flüssigkeit der Finanzen auf. Die Schulden gingen um mehr als 90 Millionen auf 217,8 millionen zurüd, wobei die im Vorjahr noch vorhandenen Bankschulden gänzlich zurückgezahlt wurden. Demgegenüber stehen 416,5 Millionen Forderungen und über 93 Millionen Banf guthaben und Kassenbestände gegen 149 Millionen im Vorjahr. Die Bezüge der 21 ordentlichen Borstandsmitglieder und 22 stellvertretenden Direktoren werden mit 5 878 719 Mart angegeben. Das bedeutet. daß pro Person ein Jahresgehalt von durchschnittlich 135 000 Mart gezahlt wird. Wo bleibt bei der IG.- Farben der Abbau der Mammutgehälter? Die trediffuchenden Reedereien wenden sich an diejenige Bant, mit der sie gewöhnlich arbeiten. Diese hat die Voraus fezungen für die Garantieübernahme durch das Reich zu prüfen: Sanierungsfähigkeit durch einen neuen Kredit und drittens einmal die Sanierungsbedürftigteit; zweitens die die Sanierungswürdigkeit der Inhaber, die die Gewähr für die Fortführung der Reederei bieten sollen. Die Bank stellt danach einen Antrag an das Reichsverkehrsministerium auf Bürgschaftsübernahme für den Kredit, den die Bank möglichst ohne Inanspruchnahme der Reichsbank der Reederei einräumen will. Norddeutsche Kabelwerte verteilen 4 Prozent Dividende. Starter Umfaßrückgang. Die Norddeutsche Rabelwerfe A.-G., Berlin- Neukölln, die zum Gesfürel- Ludwig- Loewe- Konzern gehört, hatte im Geschäftsjahr 1931 gegenüber dem Vorjahr einen Umfagrüdgang zu verzeichnen, der sich mengenmäßig auf 24 Proz., wertmäßig auf 38 Proz. belief. Der Bruttogewinn ging von 1,6 auf 1,1 Mill. Mark zurüd, so daß troß ermäßigter Abschreibungen die Dividende auf das 4.- Mill- Kapital von 10 auf 4 Proz. herabgesetzt werden mußte. Infolge des hohen Exportanteils am Gesamtumsaiz hat das Unternehmen aus der Pfund- Entwertung Währungsverluste erlitten, die aber nicht in Ziffern angegeben werden. Die Beschäftigung ist im Berichtsjahr immer schlechter geworden. Dazu wurden die Lagervorräte, megen der sinkenden Rohstoffpreise systematisch abgebaut. Das Kapital des Unternehmens wurde also in zunehmendem Maße freigefeßt. 3mar sind die Bankguthaben von 1,1 auf 0,6 Mill. Mark zurückgegangen; aber die Schulden von 0,7 Mill. Mark find gänzlich getilgt worden und die Forderungen erhöhten sich von 2,0 auf 2,1 Mill Mart. Nach Angaben auf der Generalversammlung ist im laufenden Jahre die übliche Frühjahrsbelebung ausgeblieben; einmal wegen der erhöhten Exportschwierigkeiten und zmeitens, weil die öffentlichen Verwaltungen in ihrer Finanznot feine Aufträge erteilen können. Die Beschäftigung ist also noch schlechter geworden, und die flüssigen"( überflüffigen!) Mittel haben sich weiter vermehrt. 2 TTP Berringerte Sofina- Gewinne. Die Sofina, die große belgische und größte europäische Finanzierungs- und Beteili gungsgesellschaft für Elettrizitätsunterneh mungen, verzeichnet für das Jahr 1931 noch einen verhältnismäßig großen Betriebsgewinn. Er war zwar mit 154 Millionen Franken um etwa 12 Millionen Franken niedriger als im Vorjahre, verwendet jedoch diesmal fast 41 Millionen Franken für Abschreibun aber um 14 Millionen Franken größer als 1929. Die Gesellschaft gen, so daß als Reingewinn diesmal nur knapp 115 Millionen Franten ausgewiefen werden, d. h. rund 40 millionen Franken. weniger als im Vorjahre. Infolgedessen geht auch die Dividendenausschüttung von 700 auf 500 Franken je Attie zurüd. In der Bilanz haben sich die Beteiligungen von 590 auf 765 Millionen Franken erhöht. gleichzeitig die Schuldner von 319 auf 443 Millione.n. Das Anwachsen der Beteiligungen ist in der Hauptsache Kraft und Licht A.-G. eine Folge der Interessenahme der Sofina an der Berliner Bantiergewerbes warnt vor der Bayerischen Bank für Warnung! Der Zentralverband des Deutschen Bank- und Industrie und Landwirtschafts- 2.- G., Berlin W. 15, Kurfürstendamm 173/74, die das Publikum zu spekulativen Effettenfäufen und zum Verkauf von Pfandbriefen bewegen mill Verhängnisvoller Fehlerfreis. Durch Lohnabbau können die Gemeinden nicht saniert werden. Bekanntlich verlangt das Reichsfinanzministerium die An| gleichung" der Gemeindearbeiterlöhne an die Löhne der Reichsarbeiter zum 1. Mai. Der Angleichung würden die Arbeiter von ctwa 1000 Gemeinden noch unterliegen. Die Durchführung der Forderung würde die Aufhebung, d. h. die 3erstörung fämt. licher Lohntarife der Gemeindearbeiter zur Folge haben. In der Ablehnung geht der Reichsarbeitgeberverband mit den Gewerkschaften fonform. Im Kündigungsschreiben eines Bezirksarbeitgeberverbandes heißt es: ,, Durch diese Forderung des Reichsministers ber Finanzen werden die im Reichsarbeitgeberverband zusammengeschlossenen Bezirksarbeitgeberverbände öffentlicher Verwaltungen und Betriebe gezwungen, die zur Zeit laufenden Lohntafeln... zu tündigen." In einem Schreiben des Reichsarbeitgeberverbandes an den Reichsminister der Finanzen heißt es ferner: ... Wir ziehen daher aus dieser Erfahrung die Lehre, daß § 7 Absatz 4 Kapitel 1 des zweiten Teils der Berordnung vom 5. Juni 1931 nur unter Zerstörung wertvoller und auch finanziell durchaus vernünftiger Eigenheiten des Systems der Gemeindearbeiterlöhne durchgeführt werden könnte..." Die Gemeinden halten angesichts der bereits viermal gefentten Löhne eine weitere Senfung nicht für tragbar. 20ber sie stehen in diesem Augenblick unter dem Druck der finanziellen Abhängigkeit vom Reichsfinanzministerium. Wie gewaltig die Einkommenschrumpfung der Gemeindearbeiter sich auswirkt, mögen folgende Zahlen zeigen: Die Jahre ssumme der Arbeiterlöhne betrug nach dem Stande des Jahres 1930 etwa 750 Millionen Mart. Die direkten Lohn türzungen betragen 25% bis 27% Proz. Hinzu kommen Lohneinsparungen durch Arbeitszeitvertürzungen. Zeit arbeiten 155 000 Gemeindearbeiter verkürzt. Lohntonto der Gemeinden, inklusive Beamtenbesoldung, erreicht heute einen Jahresbetrag von etwa 900 millionen Mart, bei einer Gesamtlohn- und Gehaltssumme von etwa 3 Milliarden Mark. Die Ausgaben der deutschen Gemeinden für die Wohl fahrtsermerbslofen betrugen nach dem Stande von Ende Dezember 1931 im Jahresausmaß 1150 millionen Mart. Die Einsparungen aus Gehalts- und Lohnkürzungen befragen mithin etwa 78 Proz. der gesamten Ausgaben für die Wohlfahrtserwerbslofen. Es liegt auf der Hand, daß die Ausgaben für Wohlfahrtsunterftüßung ohne die Drosselung der Kaufkraft durch den Lohnabbau wesentlich niedriger wären. Die Politik des Lohnabbaus bewegt sich in einem fehlerhaften Zirkel. sterium ist von den Organisationen der beiden Parteien darauf Bei den wiederholten Verhandlungen im Reichsfinanzministerium ist von den Organisationen der beiden Parteien darauf hingewiesen worden, daß eine Vergleichbarkeit der Gemeindearbeiterlöhne mit den Reichsarbeiterlöhnen unmöglich ist angesichts des Fehlens vergleichbarer Momente bei der Arbeitsleistung. Die Gemeinden beschäftigen den größten Teil ihrer Arbeiter in Betrieben, die hochqualifizierte und ange: lernte Arbeiter bedingen, in Elektrizitätswerken, Gas- und Wasserwerken, Verkehrsbetrieben, Kanalisation, Reparaturwert. stätten, denen gleichgeartete Verwaltungsbetriebe des Reichs nicht gegenüberstehen. Dorf, wo das Reich selbst Befiher von gewerblichen Betrieben ift, wie z. B. bei den Reichselektrowerken, wird vom Reich die Ungleichung an die Reichsverwaltungsarbeiter nicht gefordert. Die Gewerkschaften fordern vom Reichsfinanzminister, daß er Abstand nimmt von den Versuchen, sich ein Aufgabengebiet anzumaßen, das nicht unter sein Dezernat fällt. Lohn- und Arbeitsfragen sind ureigenstes Gebiet des Reichsarbeitsmini3uristeriums. Es ist im höchsten Grade bedauerlich, daß das ReichsDer Gesamtbetrag der Cohneinsparungen dürfte mit 33% Pro3. eher zu niedrig als zu hoch berechnet sein. Die Einsparungen beim Arbeiterlohntonto sind auf mindestens 250 Millionen Mart zu schäzen. Die Gesamtfumme der Einsparungen beim Gehalts- und arbeitsministerium die Federführung für die Gemeindearbeiterlöhne an das nicht zuständige Finanzministerium abgetreten hat. Die Ge meinedearbeiter fordern unter allen Umständen die Aufhebung dieses Zustandes. Sie haben erklärt, daß sie sich gegen weitere Lohnabbauversuche mit allen Mitteln zur Wehr sehen werden. Und sie fun recht daran. Nicht nur in ihrem eigenen Interesse, sondern auch im Interesse der durch Lohnabbau ausgebeuteten Bolkswirtschaft. Gefahren der Arbeitslosigkeit! | Die Jugend wird zermürbt und zum Feind der Gesellschaft. ,, Sobald die innenpolitischen Entscheidungen getroffen und die außenpolitische Regelung vorgenommen ist, werden wir mit aller Kraft das Arbeitslosenproblem angreifen müssen. Nach meiner Ueberzeugung ist das nur möglich durch eine ganz radikale Verkürzung der Arbeitszeit da gehe ich noch weit über Ihre 40- Stunden- Woche hinaus!" währt. Nicht einmal ein Bibliothetsbud) fann er sich ausleihen, weil er den Groschen Leihgebühr nicht befigt. Hier wird es nicht lange dauern, daß aus dem Lebensbejaher ein Gesellschaftsfeind geworden ist. Otto Braun auf dem Außerordentlichen Gewerkschaftsfongreß am 13. April. Zu der Frage der Arbeitsbeschaffung wird uns von einem fugendlichen Arbeitslosen aus Schlesien geschrieben: Ende Februar 1931 gab es 900 508 Wohlfahrtserwerbslose und 574 356 Personen, die keinerlei Unterstügung erhielten. Ende Februar 1932 waren die Zahlen der Wohlfahrtsunterstügungsempfänger auf 1833 000 und derjenigen, die keine Unterstügung erhielten, auf 769 000 Personen gestiegen. Wer sind nun eigentlich die Leute, die keine Unterſtüßung erhalten? Das sind in den meisten Fällen die Menschen, die aus Der Arbeitslosenversicherung ausgesteuert sind und die Ange hörige besitzen, deren Einkommen so hoch ist, daß es den Gas der Bedürftigkeitsprüfung des Wohlfahrtsamtes übersteigt, so daß sie nach den Bestimmungen der Fürsorgepflichtverordnung feinen Anspruch auf Wohlfahrtsunterstügung haben. Man hat die Alterszusammensetzung dieser Menschen bisher noch nicht statistisch erfaßt. Der Fachmann weiß aber, daß fie fich zu mindestens 70 Proz. aus Menschen im Alter von 20 bis 30 Jahren zusammenfeßen. Das sind alles Menschen, die schon begannen, sich ein eigenes Leben zu bauen und eine eigene Familie und Eristenz zu gründen und die plöglich von der Wirtschaftskrise in ein Nichts zurückgeschleudert wurden. Diese Menschen, die einen Anspruch auf Lebensmöglichkeit hätten, sind alle in die abscheulichsten und unwürdigsten Zustände verfest worden. Sie werden gezwungen, zu den Eltern zu gehen, um fich von diesen, die meist selbst in den dürftigsten Berhältnissen leben, mit erhalten zu lassen. Man stelle sich vor, wie einem jungen Menschen zumute ist, der schon selbst auf eigenen Füßen jungen Menschen zuinute ist, der schon selbst auf eigenen Füßen stand und dem nun plöglich gesagt wird, daß er sich von seinem Bater, der vielleicht alt, verbraucht und selbst arm ist, erhalten laffen müffe. Man stelle sich die Familientragödien vor, die entstehen müssen, wenn einem alten Mann, der selbst nichts zu beißen hat, aufgegeben wird, feinen erwachsenen Sohn oder seine erwachsene Tochter vollständig mitzuerhalten. Da gehen Liebe und Familienzusammengehörigkeit frachen. Und dann ftelle man sich vor: Ein junger Mensch, der geistige Bedürfnisse hat, der sich vielleicht schon zu einer gewissen höheren Geistigkeit durchgearbeitet hat, dieser muß jeden Pfennig, den er braucht, vom Bater, der selbst nichts hat, erbetteln. Er fann sich nicht einmal ein Baar Schuhe auf eigene Kosten befohlen lassen. So etams zermürbt. So etwas macht zum Gesellschaftsfeind. Ich kenne einen jungen Arbeiter, der sich mit eisernem Fleiß in der Freizeit geistiges Wissen und eine gute Weltanschauung er arbeitet hat. Dieser Mann gab das Geld, das andere für Alkohol und sonstige Vergnügungen ausgeben, für Theaterbesuche, gute Bücher usm, aus. Und nun ist er schon lange arbeitslos. Aus der Arbeitslosenversicherung und Krisenfürsorge ausgesteuert. Wohlfahrtsunterftühung erhält er nicht, weil feine Angehörigen, die Elfern und zwei erwachsene Schwestern, zujammien ein wöchentliches Einfommen von 24 Mart haben! Und die Menschen, die keine Angehörigen mehr besigen? Nun, ich tenne einen jungen Mann, der als Führer in der Jugend bewegung Schlesiens einen guten Namen besaß. Dieser Mann war einer von den feltenen Menschen, die hohe sittliche und gesell schaftliche Reife mit einer großen Begabung in fich vereinen. Dieser Mensch erhält nach langer Arbeitslosigkeit 4 Mark Wohlfahrts unterstügung. Und als er davon nicht mehr leben und sterben tohlenrates in den Ausführungen des Generaldirektors Silver. berg miderflangen, sollen die deutschen Unterhändler einge fchüchtert werden. Die Tatkraft, die die deutschen Regierungss vertreter bei der Formulierung der Genfer Konvention eingesetzt haben, schien hinterher gewissen lähmenden Einflüssen ohnehin ausgesezt zu sein. Dabei ist wohl selten ein internationales Abfommen so bis in die letzte ökonomische und sozialpolitische Einzelheit ausgewogen worden wie dieses, und selten sind auch an die Verſtändigungsbereitschaft der Arbeiter größere Ansprüche gestellt worden, als beim Zustandekommen dieser Konvention. Es steht gerade den deutschen Bergbauunternehmern schlecht an, von der Inkraftlegung dieses Abkommens als von einer Benachteiligung ihrer wirtschaftlichen Interessen zu sprechen, sind es doch in weitem Maße ihre Wünsche gewesen, die die einzelnen Bestimmungen des Abkommens, fo z. B. in der Ueberschichtenfrage und in der Braunkohlenfrage, hauptsächlich beeinflußt haben. Rechnet man die viertelstündige(!) Arbeitszeitverkürzung, die die Konvention für Deutschland bringen soll, gegen die zuge laffenen Ueberstunden auf, so ergibt sich ein Ausfall an produttiver Arbeitszeit von sage und schreibe drei Minuten je Schicht. Daß diefer geringfügige Ausfall eine Belastung von vielen Millionen" für den Bergbau bedeute, wie Herr Silverberg mal meinte, ist eine taum ernst zu nehmende Hebertreibung. Wer es auf sich nimmt, die Infraftsegung dieses Abkommens an so haltlosen Einwänden scheitern zu lassen, wie sie die deutschen Zechenbesiger vorbringen, wird mitschuldig an dem wirtschaftlichen und sozialen Zerfall der europäischen Bergbauwirtschaften und verwirkt zugleich ein erhebliches Stüd deutschen Ansehens, das uns jebenfalls in der internationalen Sozialpolitit- ficherlich nicht zum Nachteil der großen Politik bisher noch verblieben ist. Man kann nur wünschen, daß die bevorstehende Genfer Regierungskonfe renz einen Umtehrpunkt zur Ordnung der europäi schen Kohlenwirtschaft bedeute und daß alle Beteiligten einsichtig genug sind, das Genfer Ventil zu öffnen, ehe es auch anderwärts zu ähnlichen Aus- und Aufständen fommt, wie fürzlich in Polen und in der Tschechoslowakei. Dr. Berger, Bochum. Die KPD. hat abgewirtschaftet. Kein Resonanzboden mehr bei Mig& Genest. " Vor den Arbeitern und Angestellten der Mig u. Genest A.-G. sprach in einer von den Funktionären der Eisernen Front" am Montag, dem 18. April, im Birkenwäldchen", Tempelhof, Manteuffelstraße, einberufenen Bersammlung Genoffe Franz Künstler über das Thema„ Der Kampf um Preußen". In sehr wirkungsvoller Weise zerpflückte der Referent die Argumente der Gegner und schloß mit dem Appell, am 24. April dafür zu sorgen, daß durch die Wahl von Braun- Severing die Diktaturgelüfte der vereinigten Reaktion von rechts und links endgültig erledigt werden. Bon gegnerischer Seite meldete sich nur Herr Kunz von der Bezirksleitung der KPD. zum Wort. Seine Ausführungen, im Stile der„ Roten Fahne" gehalten, waren sonst inhaltslos. Es war daher Künstler im Schlußwort ein leichtes, die Phraseologie des Vertreters der KPD. zu widerlegen. Ein anschauliches Bild über die Tätigkeit der sogenannten ,, roten Betriebsräte" wurde sodann den Bersammelten durch den Betriebsratsvorsitzenden, Genossen Galle, gegeben. Nachdem noch der Angestelltenratsvorsitzende, Genosse John, einen Appell an die Angestelltenschaft gerichtet hatte, sich in die„ Eiserne Front“ einzureihen, wurde die Versammlung durch den Genossen Galle mit einem Hoch auf die freien Gewerkschaften, Eiserne Front und SPD. geschlossen. Schiedsspruch für Westfachsen. Leipzig, 19. April. In den Verhandlungen über die Verlängerung des Manteltarifs tonnte, ging er auf die Landstraße. Ein Jahr später habe ich ihn für die Textilindustrie von Mittel- und Westsachsen wurde folgender wieder einmal getroffen. Schiedsspruch gefällt: Der Manteltarifvertrag wird mit Wirkung Dom 1. Mai 1932 mit folgenden Abänderungen und Ergänzungen wieder in Kraft gefeßt: Da war aus ihm ein Penner geworden, der für nichts mehr Sinn, als für Effen, Trinken und Schlafen hatte. Verkommen auf der Landstraße. diese Einzelschidjale vertausendfachen, verhundert Wenn man überlegt, daß das nicht Einzelschicksale sind, daß man tausendfachen muß, dann fann man erst ermessen, welches Berbrechen die bestehende Wirtschaftsordnung an der Menschheit anrichtet. Wenn man bedenkt, daß überall junge Menschen zermürbt werden, daß Schicksale zerbrochen werden, junge Männer mit den besten Anlagen zu Eckenstehern und dumpfen Tieren, junge Mädchen zu Gelegenheitshuren gemacht werden, dann muß man sagen, so geht das nicht weiter! Die Gesellschaft beraubt sich ihrer besten Kräfte. Die Gesellschaft bringt sich in Gefahr, von den Menschen, die einmal die Berzweiflung zur Explosion treiben muß, zertrümmert zu werden. 1. Für das Jahr 1932 wird folgender§ 2 A. eingefügt:( 3iffer 1.) Alle Arbeiter und Arbeiterinnen, die zwischen dem 1. Oktober 1931 und dem ersten Werktag nach dem 1. Mai mindestens vier Monate im Betriebe beschäftigt waren, haben innerhalb der Ferienperiode Arbeitstagen. Der Urlaub wird in der Zeit vom 1. Mai bis des Kalenderjahres Anspruch auf einen Urlaub von sechs durchschnittlichen Wochenarbeitszeit des Betriebes oder einer Bezum 30. September gewährt werden. Der Urlaub wird nach der triebsabteilung vom 1. Oftober 1931 bis zur Urlaubsgewährung unter Sugrundelegung der tariflichen Lohnfäße( für Zeitlohne arbeiter Zeitlohnsaz oder Wochenlohn, für Affordarbeiter Atfordpflichtfat) bezahlt. Ende einer fommunistischen Aftion. Mährisch- Ostrau, 19. April. Der wilde Streit der Kommunisten im Ostrau- Karwiner BergBrüg, 19. April. Darum ist es eine Notwendigkeit, Arbeit zu schaffen, gerade für die, die nicht mehr vom Arbeitsamt betreut werden. aber feine Fürsorgearbeit und feine Gelegenheitsbaurevier ist zusammengebrochen. arbeit. Das fann nicht helfen. Sondern geordnete, rechtmäßige Arbeit, die die Not lindert, die junge verzweifelte Menschen wieder frei von wirtschaftlicher Abhängigkeit des Elternhauses macht. Und diese Arbeit muß bald fommen. Es hat feinen 3wed, große Pläne dauernd zu wälzen, die nicht durch geführt werden. Taten, Taten und nochmals Taten will die Jugend jehen. Darum: Schafft Arbeit oder ihr macht euch des Berbrechens schuldig, die wertvollsten Teile der Gesellschaft zerstört zu haben. Um das Bergbauabkommen. Internationaler Sabotageversuch. empfahlen die kommunistischen Berichterstatter mit Rüdsicht auf den In der Revierkonferenz der Bergarbeiter am 19. April Abfall des Teplitzer Reviers aus der Streiffront, am 20. April die Arbeit aufzunehmen, um eine weitere Zersplitterung der Arbeiter zu verhüten. Dieses unrühmliche Ende war vorauszusehen. Die Forde rungen der Arbeiter waren bewilligt und vertraglich festgelegt. Aber Moskau brauchte eine„ revolutionäre" Aktion. Der Zusammenbruch fonnte nicht ausbleiben. Freie Gewerkschafts- Jugend Berlin Heute, Mittwoch, 20. April, um 19 Uhr, tagen die Gruppen: Süd. westen: Jugendheim Nordstr. 11( Fabrikgebäude). Die Frauen im Beruf. Schöneberg: Jugendheim Hauptstr. 15( Gartenhaus). Wo und warum organisieren sich die Jugendlichen. Spandau- Neustadt: Sugendheim Linden. ufer 1. Lustiger Abend mit Martha John. Nordring: Jugendheim Sonnen. Weißensee: burger Str. 20. Entwidlung und Aufgaben der Gewerkschaften. Jugendheim Weißenfee: Partstr. 36. Luftiger Abend. Arnswalder Blaz: Sugendheim Rastenburger Str. 14. Warum feiern wir ben 1. Mai? Bei Gelegenheit der augenblicklich in Genf stattfindenden Internationalen Arbeitsfonferenz jollen dieser Tage die Regierungsvertreter der europäischen Hauptkohlenländer zusammenkommen, um die bereits im Januar eingeleiteten Verhandlungen über die gemeinsame Intraftsegung des Genfer Arbeits zeitablommens für den Kohlenberbau wieder aufzufälla: Sugendheim Bergstr. 29( Sof). Der Krieg im Fernen Often. nehmen. Während die Bergarbeiterinternationale fürzlich auf ihrer Brüsseler Tagung noch einmal sehr eindringlich die alsbaldige Ratifitation dieses Abkommens verlangt hat, bamit wenigstens dieses bescheidene Resultat jahrelanger Bemühungen zur Ordnung der inter nationalen Kohlenwirtschaft auch noch in dem verhängnisvollen han delspolitischen Wirrwar Europas verlorengehe, haben die 3echen. befizer diesseits und jenseits des Kanals ein literarisches und diplomatisches Sperrfeuer gegen dieses sozialpolitische Hilfswerk eröffnet. Reu Flug hafen: Jugendheim Flughafenstr. 68( U- Bahn Bobbinstraße). Bunter Abend. Sumboldt: Jugendheim Graun. Ede Lorgingstraße. Das luftige Buch die Lustige Schallplatte. Schillerpark: Sugendheim Schule Schöningste. 17. Aus dem Leben eines Rumpels. Tegel: Sugendheim Tegel, Schöneberger Str. 4. fred Gutheit tommt. Baumschulenmeg: Sugendheim Baumschulenweg, Ernststr. 16, Unterhaltungsabend. Charlottenburg: Wir beteiligen uns an der Kreismite glieperversammlung. Oftfreis: Andreas Festfäle, Andreasstr. 21: Werbever anstaltung. Jugendgruppe des Gesamtserbandes, Fachgruppe Gärtnerei und Binderei: Bunter Abend. Morgen, Donnerstag, 19 Uhr, Rundgebung: ,, Jugend im Breußenkampf", Neue Welt, Hasenheide Jucendaruppe des Zentralverbandes der Angestellten Heute fallen alle Veranstaltungen der Jugendgruppe aus. Wir beteiligen Mit tendenziösen Behauptungen, die von den uns geschloffen an der AfA- Rundgebung in der Meuen Welt", Basen. Zechenbesizern bei allen möglichen Gelegenheiten schon vorgebracht heide. Die Gruppen treffen sich vor dem Saaleingang am 19½ Uhr zum Ein. Diefer Menich muß jegt auf alles verzichten, mas das Leben geworden sind und auch in der letzten Vollversammlung des Reichsal Bimpel und Fahnen mitbringen. Es tagen nur bie Gruppen Spandau, Röpenid, Nowawes. Erobert Preußen! Unsere nächsten Veranstaltungen: Mittwoch, den 20. April: 8. Kreis- Wedding. Drei öffentliche Kundgebungen, 19% Uhr im unteren Saal der Atlantik- Säle", Behmstraße, am Bahnhof Gesundbrunnen. Pharus- Säle", Müllerstraße 142. ,, Hochschulbrauerei", See- Ecke Amrumer Straße. 7. Kreis- Charlottenburg. 19% Uhr, öffentliche Versammlung im Schiller- Restaurant", Bismarckstraße 110. 11. Kreis Schöneberg. 19% Uhr im Friedenauer Rathaus öffentliche Kundgebung. 19. Kreis- Pankow. 19% Uhr bei Lindner. Breite Straße, öffentliche Versammlung. $ 3. Abt. 5. Kreis. 20 Uhr in der ,, Alten Taverne", Alt- Stralau 23, öffentliche Kundgebung. Berliner Brennstoff- Gesellschaft m. b. H. 19 Uhr im Saal 3 des Gewerkschaftshauses, Engelufer 24/25, Eiserne- Front- Veranstaltung". Referent: Jockel Meier. 8. Abt. 20 Uhr im Nationalhof", Bülowstraße 37, öffentliche Kundgebung. 86. Abt. Mariendorf. 20 Uhr in der Aula, Kaiserstraße, öffentliche Kundgebung. 88. Abt.- Lichenrade. 19% Uhr bei Rohrmann, Hilbertstraße, öffentliche Kundgebung. 99. Abt. Buckow. 19% Uhr bei Dietrich, Buckow, Dorfstr. 1, öffentliche Kundgebung. Mitwirkung der Britzer Rotte. ,, Vorwärts ist die große Losung". 100. Abt. Rudow. 20 Uhr öffentliche Kundgebung im Lokal Grimmer, Juliuspark, Rudow, Neuköllner Straße. Ansprache. Film: ,, Ritter von Kiekebusch". 41. und 42. Abt. 20 Uhr in Kleins Festsälen", Blücherstraße 61, 103. Abt. Oberschönewelde. 19% Uhr, Eiserne- Front- Veröffentliche Kundgebung. 43. Abt. 20 Uhr in Rabes Festsälen", Fichtestraße 29, öffentliche Kundgebung. 44., 45. und 48. Abt. 19% Uhr, öffentliche Kundgebung im ,, Deutschen Hof", Luckauer Straße. 46. Abt. Oeffentliche Kundgebung 19% Uhr in der Schulaula, Görlitzer Straße 51. 47. Abt. 20 Uhr im großen Saal des Gewerkschaftshauses, Staaken. 19% Uhr im Sportpalast, Staaken, Lehrther Straße, öffentliche Kundgebung. Siemensstadt. 19% Uhr in Weidners Festsäle", Sternfeld, Nonnendammallee. 11 83. Abt. Lichterfelde. 20 Uhr in der Aula der Oberrealschule, Ringstr. 3, Wählerkundgebung. Männerchor Einigkeit", Mitglied des ASB. 85. Abt. Tempelhof. 19% Uhr im Birkenwäldchen, Manteuffelstraße, öffentliche Kundgebung mit Film. 104. u. 106. Abt. Niederschöneweide- Johannisthal. 19% Uhr im ,, Einsiedler", Johannisthal, am Sterndamm, Eiserne- FrontVeranstaltung. 105. Abt. Adlershof. 19% Uhr bei Wöllstein, Adlershof, Bismarckstraße 73-75, Eiserne- Front- Veranstaltung. 109. Abt. Friedrichshagen. 20 Uhr, öffentliche Frauenkundgebung im großen Saal des„ Stadttheaters", am Marktplatz. Referentin: Käte Fröhbrodt. 110. Abt. Sander, Grünau, Friedrichstraße 39. 124a. Abt. Grünau. 19% Uhr, öffentliche Kundgebung bei Mahisdorf- Süd. 20 Uhr, öffentliche Kundgebung im großen Saal des Lokals ,, Hubertus", Köpenicker Allee 100. Reinickendorf- Ost. 20 Uhr im Schützenhaus, Residenzstraße 1, öffentliche Versammlung. Tegel. 20 Uhr im Strandschloß", am Tegeler See, öffentliche Kundgebung. Heinrich Schließstädt. Borsigwalde. 20 Uhr bei Woitschach, Ernststraße 1. Bezirksamt Mitte. 16 Uhr Betriebskundgebung im großen Saal des ,, Hackeschen Hofes", Rosenthaler Str. 40-41. Referent: Bezirksamt Lichtenberg. 19% Uhr im Reform- Gymnasium, An der Parkaue, Lichtenberg, Kundgebung. Referent: Stadtrat F. Stimming. Siemens- Konzern. 16% Uhr Betriebskundgebung bei Weidner, Nonnendammallee 42. Referent: Emil Barth. Eisenbahner Berlins. 19 Uhr im Saalbau Friedrichshain, Am Friedrichshain, Kundgebung. Referent: Karl Hanebuth. Beer& Stein. 16% Uhr Betriebskundgebung bei Stock, Warschauer Platz 12. Referent: Max Gillmeister. Lorenz A.-G., Tempelhof. 17 Uhr im Birkenwäldchen, Tempelhof, Manteuffelstraße 11-12, Betriebskundgebung. Referent: Georg Klaussner, MdL. Deutsche Telephon- Werke. 16 Uhr bei Lehmann, Muskauer Straße 1. Betriebskundgebung. Referent: Willi Echte. Bahnhof 17 BVG. 19 Uhr bei Schramm, Britz, Chausseestr. 123, Betriebskundgebung. Referent: Luise Kähler, MdL. Bahnhof 11 BVG. 20 Uhr bei Schulz, Lichterfelde, Birkbuschstraße, Betriebskundgebung. Referent: Dr. Hans Cohn. Betriebshöfe 22 und 25, Aboag- Hof 20 BVG. 19% Uhr in der Sportklause, Weißensee, Berliner Allee 193. Referent: Max Heydemann. BVG. Bahnhof Nordend. 19% Uhr im Lokal Sanssouci, KaiserWilhelm- Straße 43, Betriebskundgebung. Referent: Franz Künstler, MdR. BVG. Bahnhof 2, Müllerstraße. 19% Uhr bei Heinze, BarfusEcke Glasgower Str., Betriebskundgebung. Referent: Max Fechner, MdL. BVG. Verkehrsfraktion U- Bahn. 19% Uhr bei Krüger, Tempelhofer Straße 30, Betriebskundgebung. Referent: Richard Joachim. Bewag- Belegschaft. 17 Uhr, Kundgebung in den GermaniaSälen", Chausseestraße 110. Referenten: Polizeipräsident Albert Grzesinski, Orlopp vom Gesamtverband. Aron- Werke, Charlottenburg. 16% Uhr im Eden- Palast", Kaiser- Friedrich- Straße 24. Betriebskundgebung. Referent: Hermann Harnisch, MdL. Nahrungsmittel- und Getränkearbeiter, Branche Bäcker. 19 Uhr in Spandau, Moltke- Ecke Bismarckstraße, Kundgebung. Referent: Dr. Otto Friedländer. Große Angestelltenkundgebung der Berliner AfA- Gewerkschaften am Mittwoch, dem 20. April, 19% Uhr, in den beiden großen Sälen der Neuen Welt", Hasenheide. Thema: Was wollt Ihr?. Diktatur und Unternehmerwillkür oder Freiheit und Tarifvertrag?" Redner: Hans Gottfurcht und Georg Jaeger. Mitwirkung des Singekreises und des Sprechbewegungschores der ZdA.- Jugend und des Politischen Kabaretts. Eintrittsausweis: Mitgliedsbuch einer AfA- Gewerkschaft. Gaswerke Tegel. 15% Uhr im Unterkunftsraum Gaswerk Tegel, Berliner Straße. Betriebskundgebung. Referent: Robert Breuer. Referenten: Gottlieb Reese, Oltersdorff; Dr. Richart Mischler; Bürgermeister Mielitz; Adele Schreiber- Krieger, MdR.; Walter Fischer; Karl Litke, MdR.; Erich Raddatz, MdL.; Arthur Crispien, MdR.; Dr. Julius Moses, MdR.; Gustav Hädicke; Drügemüller; Dr. Kurt Löwenstein, MdR.; Kurt Heinig, MdR.; Erich Kuttner, MdL.; Käthe Kern; Bernhard Göring; Otto Ortmann; Max Kreuziger; Albert Falkenberg; Günther Joachim; Klara Bohm- Schuch, MdR.; Dr. Richard Lohmann, MdL.; Georg Maderholz, MdL; Frida Gladosch, Jockel Meier. Donnerstag, den 21. April: 7. Kreis Charlottenburg. 19% Uhr im Eden- Palast", Char lottenburg, Kaiser- Friedrich- Straße 24, zwel öffentliche Kundgebungen. 9. Kreis Wilmersdorf. 20 Uhr im Viktoriagarten", Wilmers dorf, Wilhelmsaue 114, öffentliche Kundgebung. 11. Krols Schöneberg. 20 Uhr Im Ledigenheim Lindenhof, öffentliche Kundgebung. 17. Kreis- Lichtenberg. 19% Uhr in der Schulaula Lichtenborg, Parkaue, öffentliche Kundgebung. Bezirksamt Friedrichshain. 16 Uhr in den Andreas- Festsälen, Andreasstr. 21, öffentliche Kundgebung. Referent: Stadtrat R. Rosin, anstaltung im ,, Blumengarten", Oberschöneweide, Ostendstr. 108. und 108a. Abt. Cöpenick. 20 Uhr im Stadttheater", öffentliche Kundgebung. 120. Abt.- Friedrichsfelde. 19% Uhr, öffentliche Kundgebung bei Tempel, Friedrichsfelde, Prinzenallee 45. 122. Abt. Biesdorf. 20 Uhr, öffentliche Kundgebung in den Schiller- Sälen", Biesdorf, Königstraße 120. 123. Abt.- Kaulsdorf. 20 Uhr, öffentliche Kundgebung in der Turnhalle, Adolfstraße 25. 127. Abt. Hohenschönhausen. 20 Uhr in der Schulaula, Rödernstraße, öffentliche Kundgebung. 134. Abt. Buch. 19% Uhr, öffentliche Kundgebung bei Göpfert, am Bahnhof Buch. 137. Abt. Reinickendorf- West. 20 Uhr bei Müller, Scharnweberstraße 15, öffentliche Kundgebung. 139a. und 143. Abt.- Tegel. Freie Scholle und Waidmannslust. 20 Uhr im Bergschloß", Waidmannslust, öffentliche Kundgebung. -POW 141. Abt. Rosenthal. 20 Uhr bei Manthey, Rosenthal, Hauptstraße, öffentliche Kundgebung. Oeffentliche Kundgebung der Jugend für Groß- Berlin. 19% Uhr in der ,, Neuen Welt", Hasenheide. Jugend in der Eisernen Front", Redner: Siegfried Aufhäuser, MdR., Ludwig Diederich. Efha- Werke, Britz. 16% Uhr bei Tristram, Britz, Bürgerstr. 47-48, Sprechchor, Spieltruppe, Fahneneinmarsch, Tambourkorps. Betriebskundgebung. Referent: Georg Klaussner, MdL. BVG. Bahnhof 29, Spandau. 19% Uhr bei Stöcker, Spandau, Pichelsdorfer Straße Ecke Adamstraße. Referent: Richard Joachim. | Relchs-, Staats- und Kommunalbeamten. 19% Uhr Im großen Saal des Lehrervereinshauses, Alexanderplatz, Kundgebung. Referent: Kultusminister Dr. A. Grimme. Fabrikarbeiter- Verband. 19% Uhr im Saal 4 des Gewerkschaftshauses, Engelufer, Kundgebung. Ehrich& Graetz. 16% Uhr bei Doehling, Treptow, KiefholzEcke Elsenstraße, Betriebskundgebung. Referent: Dr. Otto Mänchen. Aboag Helmholtzstraße und Technik. 19 Uhr. in der ,, Helmholtz- Quelle", Helmholtzstraße 21, Betriebskundgebung. ReTelefunken und Orenstein& Koppel. 17 Uhr im Hochbahnferent: Max Brinitzer. restaurant, Tempelhofer Ufer 30. Betriebskundgebung. Referent: Gottlieb Reese. BVG. Hauptlager und Fa. Grängel. 16 Uhr bei Schulz, Oranienburger Straße, am Bahnhof Wittenau- Nordbahn. Referent: Hermann Haenisch, MdL. Referenten: Otto Ortmann; Käthe Kem; Jacob Altmaier; Heinrich Schliestädt; Lorenz Breunig; Adele SchreiberKrieger, MdR.; Erich Kuttner, MdL.; Bernhard Göring; Luise Kähler, MdL.; Karl Litke, MdR.; Paul Mielitz; Max Heydemann; Kurt Heinig, MdR.; Klara Bohm- Schuch, MdR.; Günther Joachim; Max Fechner, MdL.; Ernst Hildebrandt; Jockel Maier; Hans Gottfurcht; Oltersdorf; Albert Falkenberg; Gertrud Hanna, MdL.; Franz Künstler, MdR.; Otto Meier, MdL. Freitag, den 22. April: 75. Abt. Wannsee. 20 Uhr im Lindenhof am Wilhelmplatz, öffentliche Versammlung. Referent: Stadtrat Karl Wermuth. 76. Abt. Dahlem. 20 Uhr im Lokal Schilling am U- Bahnhof Dahlem- Dorf, öffentliche Kundgebung. Referent: Günther Joachim. Landesarbeitsamt. 16% Uhr bei Ladewig, Kronprinzen- Ufer 12, Betriebskundgebung. Referent: Max Heydemann. 121. Abt.- Karlshorst. 20 Uhr im ,, Deutschen Haus", am Bahnhof Karlshorst, öffentliche Kundgebung. Referent: Dr. Haubach. Sonnabend, den 23. April: 8. Kreis- Spandau. 19 Uhr auf dem Rathausvorplatz Spandau, Straßenkundgebung. Referent: Karl Litke, MdR. 85. Abt.- Tempelhof. 19% Uhr in der Aula des Realgymnasiums Kaiserin- Augusta- Straße, öffentliche Kundgebung. Referenten: Klara Bohm- Schuch, MdR., Otto Burgemeister. Rezitationen: Martha John. 111. Abt. Bohnsdorf. 19% Uhr bei Heimann, Waltersdorfer Straße 100, öffentliche Kundgebung. Referent: Georg Maderholz, MdL. 124. Abt. Mahlsdorf. 20 Uhr bei Anders, Bahnhofstr. 35/37, 135. Abt. öffentliche Kundgebung. Referent: Georg Ucko. Karow. 20 Uhr bei Meye, Karow, Dorfstr. 1, öffentliche Kundgebung. Referent: Erich Raddatz, MdL. 139a. Abt. Freie Scholle Tegel. 19% Uhr im Schollenkrug, Hermsdorfer Straße, öffentliche Kundgebung. Referent: Dr. Richard Mischler. Männer und Frauen! Erscheint in Massen! Hausbesih und Landtagswahl." Die Freie Haus- und Grundbefizervereinigung Groß- Berlin e. V.", Charlottenburg, Kantstr. 137, zu der die republikanischen, von sozialer Gesinnung erfüllten Be fizer von Miethäusern und Eigenheimen gehören, veranstaltet ihre nächste Monatsversammlung am Donnerstag, 21. April, 19% Uhr, im Lehrervereinshaus, Berlin C. 25, Alexanderstr. 41. Stadtrat Dr. Heuer spricht über Hausbefiz und Landtagswahl". Parteinachrichten Einsendungen für diese Rubrik find Berlin 58 68. Lindenstraße 3. 3 Probe zu schicken, als sie Sprechcorterte erhalten haben. Alle anderen inters effierten Helfer und Fallen tönnen außerdem daran teilnehmen. Abt. Bor. märts: Der Gruppenabend fällt aus, wir beteiligen uns an der Probe für den 1. Mai. Neukölln, Abt. Sturmfalle, Bauvolt, Jungvolt und Kurt Eisner: Heute, 16% Uhr, Gingenüben zum 1. Mai. Sterbetafel der Groß- Berliner Partei- Organisation für Groß- Berlin Straße 86, fit am 16. april verfiorhen. Chre feinent Andenten! Eindscherung stets an das Bezirkssekretariat 2. Sof. 2 Treppen rechts, zu richten Beginn aller Veranstaltungen 19% 11hr, sofern keine besondere Zeitangabe! 12. Kreis. Donnerstag, 21. April, 15 Uhr, in der Schule Friesenstraße, Stegliz, Suſammentunft der erwerbslosen Parteimitglieder: Was bedeutet die Auflösung der SA. für uns?" Referent Georg Müller. Pünktlich 20 Uhr im Jugendheim Stegliz, Albrechtstr. 47a, wichtiger Uebungsabend bes Sprechchors Steglis. Bisher unbeteiligte Genossen und Genossinnen werden dringend zur Teilnahme aufgefordert. 18. Kreis. Donnerstag, 21. April, 15 Uhr, Zusammenkunft der erwerbslofen Parteintitglieder im Weißenfeer Lyzeum, Eingang Parkstraße. Der Irrweg der Kommunistischen Partei", Referent Karl Schoodt. 20. Areis. Donnerstag, 21. April, 15 Uhr, Zusammenfünfte der erwerbslosen Parteimitglieder an folgenden Stellen: Reinickendorf- Dft: Schule Hoppe. straße, Rezitationen Genoffin Suz- Hädrich. Wittenau: Jugendheim Neue Schule, Hauptstraße. Referent Dr. Ernst Bod. Reinidenbars- West: Außen. spielplag. Breußenwahl und Erwerbslose", Referent Baul Bernstein. Tegel im Jugendheim Schöneberger Str. 3. Preußenwahl und Erwerbslose", Referent Heinrich Jalubowicz. 4. Abt. Heute ab 17 Uhr Flugblattausgabe bei Brandis, Stralauer Str. 10. 6. Abt. Heute Ertrazahlabende in den bekannten Lokalen. 11. Abt. Unfere Mitgliederversammlung findet heute, Mittwoch, 20. April, bei Scholz, Levegowstr. 21, statt. Referent Hans Bauer: Erobert Breußen". 19. Abt. Donnerstag, 21. April, Ertrazahlabende in den bekannten Lokalen. Flugblattverbreitung. 24. Abt. Donnerstag Flugblattverbreitung von den bekannten Lokalen aus. 38. Abt. Seute, 20 Uhr, außerordentliche Sahlabende in allen 19 Bezirken. Rontrollstempel eintragen lassen. Dafite fällt die Mitgliederversammlung am 27. April aus.- Freitag, 22. April, nach der Kundgebung, Funktionär. Sigung bei Bartusch, Friedenstr. 88. 39. Abt. Donnerstag, 18 Uhr, Lindenstr. 3, Juristische Sprechstunde, Flugblattnerbeitung. 48. Abt. Donnerstag, 21. April, 18 Uhr, bei Keller, Fürstenstr. 1, Flugblattverbreitung. 55. Abt. 8. Gruppe: Mittwoch bei Schulz, Wallstr. 99, Einteilung zur Wahlarbeit. 57. Abt. Donnerstag, 17 Uhr, beteiligen sich alle Genossen an der Flugblatt. verbreitung: Rantstr. 51, Wielandstr. 4 und Wielandstr. 40. Alle Genossen, die noch nicht zur Wahlhilfe fitr Sonntag eingeteilt sind, melden sich bei ihrem Gruppenleiter. Abteilungsvorstand und Gruppenleiter treffen fich um 21 Uhr im Edenpalast anläßlich der Bersammlung zu einer kurzen Gigung. 72. Abt. Mittwoch, 20. April, 20 Uhr, bei Ströder, Nordheimer Ede Binger Straße. Borbesprechung für die Wahl. 84. Abt. Die Kinderfreunde wollen in Lankwig eine Gruppe gründen. Dienstag und Donnerstag 17-19 Uhr in der 15. Volksschule. Anmeldungen von 7. bis 14jährigen Rindern bei Genoffin Käthe Schulz, Staifer- Wilhelm. Straße 42. Auch die Bezirksführer nehmen Adressen entgegen. 92. Abt. Heute Bablabenbe in folgenden Bezirken: Bezirke 29a, 54, 55: Rippert, Jägerstr. 88; Bezirke 51, 58, 60: Sägerheim, Wildenbruchstr. 81; Bezirte 52, 53, 37: Fiebler, Schandauer Str. 1; Bezirk 56: Fischer, Heidelberger Str. 31; Bezirke 59. 81, 82: Wolff, Kaiser- Friedrich- Str. 173: Bezirke 62, 80, 85: Borchert, Roseggerstr. 9; Bezicle 63, 79: Gimon, Berthelsdorfer Str. 9; Bezirke 87, 88: Schneider, Rosenstr. 7. Thema: Die bevorstehende Wahl". 108. unb 108a. Abt. Mittwoch, 20. April, 15 Uhr, im Barteiheint, Schloßstr. 27, wichtige Sufammenkunft aller erwerbsloser Parteigenossen. Ausgabe von Bahlmaterial. 108. Abt. Donnerstag Flugblattausgabe zwischen 18 und 19 Uhr im Parteiheim, Schloßstr. 27. 108a. Abt. Donnerstag, 21. April. 18 Uhr, Ausgabe von Flugblättern und Wahlmaterial bei Eisner, Raiser- Wilhelm- Str. 3, und Schulz, Bahnhofftraße 34. 120. Abt. Achtung, Bezirksführer! Mittwoch, 20. April, ab 17 Uhr, Material. ausgabe an bekannter Stelle. 125. Abt. Donnerstag, 21. April, 20 Uhr, im Botal Sum Pferdemar, Su sammenkunft der Funktionäre der Bartei und Gewerkschaften und der in her Abteilung gemählten Areisvertreter. 133. Mst. Achtung! Heute findet teine Mitgliederversammlung statt. 135. Abt. Heute, Mittwoch, 20 Uhr, Mitgliederversammlung an bekannter Stelle. Frauenveranstaltungen. 31. Abt. Der Frauengbend fällt aus. Die Genoffinnen treffen sich Donnerstag 19 Uhr Edenpalaft, Raiser- Friedrich- Straße. 141. b. Der Frquenabenb am Donnerstag, 21. Anril, fällt aus und findet erst am Donnerstag, 28. April, ftatt. Nähere Mitteilung erfolgt np. Arbeitsgemeinschaft der Kinderfreunde Groß- Berlin. Areisleiterffgung Freitag, 22. April, 19½ Uhr, im Jugendheim Lindenstr. 4. Neftfaltenturfus Montag, 25. April, 19% lior, in der Geschäfts. Stelle, Lindenstr. 2. Witte: Der gauze Areis übt zum 1. Mai um 17 Uhr im Erwerbs. Jofenheim, Gartenstraße. Kreuzberg: Sprechcorprobe zum 1. Mai( Bartelfeier) heute, 17 Uhr, im Seim Waffertorstr. 4. Die Abteilungen sind verpflichtet, soviel Fallen zur 92. Abt. Bezirk 85: Unser Genoffe Feliz Dölling, Raiser- FriedrichMittwoch, 20. April, 17% Uhr, Krematorium Baumschulenweg. Rege Be teiligung wird erwartet. Tabaksturz Weltmarkt auf dem HöchstRekord Stück 6% 3 3 Stück 20 Sie sollen Mut haben, zu diesem billigen Preise uns zu vertrouen. Sie werden staunen, dass eine so hervorragende Qualität in dieser Preislage überhaup möglich ist. Wir benutzen die Vorteile des Tabaksturzes auf der ganzen Linie, um einen Höchst- Rekord an Qualität und Preis zu bieten. Ohne Arbeit Zwei junge Menschen am Kreuzweg/ Von Ivan Heilbut Es war eine Mononacht im Frühling, vor Mitternacht. Ueber| achtetes Menschenrecht. Die übrigen gehen widerstandslos non dem Hamburger Hafen, auf einer Anhöhe, stand ein junger Mann selber. Sie haben das Beispiel, wie es ihnen gehen würde, erlebt. und jah über die stille, hier und da von Lichtern belebte Beite hin. Leise kam das Geräusch der Wellen zu ihm herauf. Nach einer Weite wanderte er meiter. Berstoubt, verschwitzt, mit zerriffenem Schuh mert, das blonde Haar fiel thin lang ins Gesicht ein romantischer Bürger hätte diesen abenteuerlichen Aufzug zu den achtzehn Jahren des Wanderers vielleicht sehr hübsch und sehr passend gefunden. Arbeitslos, war Otto von Mitteldeutschland zu Fuß nach Ham burg gekommen, geleitet von der nebelhaften Borstellung, die zu stände in der großen Hasenstadt könnten immerhin günstiger sein als zu Haus. In Hamburg wohnten nahe Berwandte. Um feine Ablage zu erhalten, hatte er ihnen sein Kommen nicht vorher angezeigt, überraschend war er in ihre Stube eingedrungen. Und was er dort vorgefunden hatte, das Elend, war so, daß er fofort dazu überging, ihnen vorzuspiegeln, er märe nur für eine Stunde zum Aufenthalt da und wolle am selben Tage noch weiter. Kein Brot, kein Bett, keine Hoffnung im Haus. Er brachte es nicht fertig, auch mr um einen Bissen zu fragen. Dazu lag der Onkel frant auf feinem notdürftig hergerichteten Lager. Niemand begleitete Otto, als er sich verabschiedete. Allein mar er dann durch die Biertel der Armen und der Reichen gewandert und hatte sich feine Gedanken gemacht. Eine Herberge, in der er Unterkunft erhofft hatte, war überfüllt, eine zweite desgleichen. Und die Nacht hatte ihn überfallen. Nun geht er auf der Chauffee an der Elbe entlang, in der Richtung Blankenese. Die Nacht ist schön, aber die Füße tun meh und das tut der Schönheit der Nacht Abbruch. Auch die Schönheit ist nicht für alle Leute da, sondern nur für die reichen. Aber die reichen Beute genießen sie nicht, fie fizzen lieber in Restaurants und Cafés als unter den Sternen. Nicht weit, aber von Bäumen in Gärten, von Heden an Villen verdeckt, fließt der Strom. Mitunter, durch einen Blick zwischen Häusern, sieht man viel glänzende Lichter am anderen Ufer. Dort ist eine Berft. Otto steht still. Kein Geräusch in der Welt. Es geht gegen Mitternacht. Durch einen schmalen Weg zwischen den Gärten geht er zum Ufer hinunter. Aber der Strand ist nicht welliger marmer Sand es gibt hier nur Schlick. Gegen die Flut, die vom Meere fommt, ist ein Ball gebaut. Auf diesem läßt sich gut promenieren, aber schlecht schlafen. Der Boden ist hart. Seden, Gitter und Pforten am Wege, und hinten liegen die Herrschaftshäuser. Die Leute schiafen. Schlaft schön murmelt Otto durch die Zähne, gut' Nacht. Er segt sich auf eine niedrige Mauer, die ein Gitter trägt. Ein Motorboot inattert leise im Strom. Es hat eine grüne Laterne. Fern blinkt Leuchtfeuer, verschwindet und blinit. Ein seltsam fesselndes Bergnügen, dem Spiel der fernen Signale zuzusehen... Auch die Sterne blinken gold und grün. Mitunter rauscht das Wasser, die Wellen gießen sich länger aufs Land. Es wird tälter, ein Wind weht. Ein großer Dampfer kommt langsam heran, er zieht vorüber mit Luten und Lichtern, das Wasser spiegelt Laternen wider. Er geht ein in die Ferne. Sein Rauschen wird leise, taum hört man ihn noch. Was man nicht alles erlebt, wenn man nachts nicht ins Bett geht, denkt Otto. Dieser Anblick von Dampfern, Strom und Wellen, t bas nun bürgerliche Romantik und nichts mehr? Laternen am Mast, Laternen in Wellen, ein Gleiten, ein Schatten. Und Stille. Borüber. Ich möchte mohl wissen, warum er den Menschen ergreift, bieser Anblick... Uebrigens, Philosoph, zieh deine Knie ein menig höher, es ist eine richtige Brise im Gange. Puh, ist es falt! Daß es nach einem so warmen Frühlingstage so talt sein kann! Er spaziert weiter. Der Weg fällt allmählich ab bis ins Wasser. Der Strand ist hart, aber einzelne Sträucher schützen vorm Wind. Otto sucht sich ein Bett aus alles ist do, sogar das Kopfkissen, wenn auch aus Erde. Aber nachdem er sichs in diesem Paradiesbett sozusagen bequem gemacht hat, zeigt es sich, daß die Spekulation verfehlt ist: Hinterm Strauch ist's nicht weniger mindig als anders wo. Er setzt sich aufrecht und reibt seine Beine. Wieder ein Dampferchen. Horch, mit Musik. Die Klänge reiten ganz weich auf der Luft, leiser, verklingen, werden noch einmal, vom Binde getragen, lauter. Nun ist es wieder still. Es sieht zauberhaft aus, aber das macht mich nicht satt. Zum Teufel damit! Brot und Bett das ist Wirklichkeit, das andere ist Zeitvertreib für gelangweilte Satte. Ein Stall ist die Welt, der Mond die Laterne. Ja, das ist eine unverlogene Poesie von heute: Ein Stall... aber leider nicht einmal warm genug für die Nacht. Und wieder mandert er auf der Chauffee. Die Bäume wispern, die Vögel schlafen. Er geht jetzt den Weg zurück, der Stadt entgegen. Zwei Stunden nach Mitternacht kommt er am Bahnhof an, und er beschließt, den Rest der Nacht im Wartesaal zu verbringen. * Ein herber Geftant, von abgestandenem. Bier, faltem Rauch und Menschenausdünstungen, der sich auf Kleider und Haut legt, empfängt ihn dort. Ein merkwürdig reges Leben... Eine Gesellschaft von Reisenden, fünfzig bis hundert Köpfe start, im Aus sehen sehr an Zigeuner erinnernd, sigt beisammen. Sie handeln untereinander. Der eine preist an, der andere schlägt ab. Wenige unter ihnen schlafen. Die Alten fizen auf hohen Säden. Frauen mit Tüchern um Kopf und Nacken haben die Körbe vom Rücken abgestellt, fie lüften das Wachstuch, das über dem Korbe liegt: Wollene Westen, Hosen, Unterzeug, Strümpfe. Sie muſtern die Qualität und machen einander Komplimente, der sauberen Arbeit wegen. Eine Stunde vergeht, in der nichts geschieht. Ani Büffet ist ein müdes Kommen und Gehen. Dann tritt ein neuer Gaft ein, fast ein Junge noch, mit einer abgetragenen. Gymnasiestenmüze befleidet, mit grüner Joppe, furzen Manchesterhosen und graugrünen Strümpfen. Schwer wie im Halbschlaf trottet er durch den Wartes faat. Auf die Bant, genau neben Otto, wirft er seinen Rudsad ab. Dann fällt er felbst auf die Bant, verständnisinnig rüdt Otto ein Stüd beiseite, der Junge zieht seine Beine herauf und schläft schon. Otto betrachtet das blasse Gesicht. An den Schläfen, unter der von Staub gedunkelten Müge liegt blondweiches Haar; die Nase ist findlich und stumpf, die Stirn ist breit. An den Rinnbaden zieht sich ein weißlicher Flamm, im übrigen steht das Gesicht voll von blonden Härchen.. Gegen drei Uhr nachts kommen Beamte herein, acht oder zehn. Die Schlafenden an den Tischen und auf den Bänken merden gerufen sie rühren sich nicht; sie werden gerüttelt... da fahren sie auf, bliden mit blinden Augen den Beamten an, blicken wie ins Leere. Die Kontrolle... Beige deine Fahrkarte vor oder marsch! Und es erweist sich, daß die meisten der Schläfer nicht reisen mollen sie wollen nur schlafen. Sie sollen hinaus. Das wollen sie nicht. Um brei in der Nacht... hinaus? Sie fallen zurüd auf die Bank und schlafen. Darauf faffen. zwei Beamie einen Schläfer bei Füßen und Kopf, fie tragen ihn sehr eilig, sanft aber nicht, bis an die Tür. Wie sie ihn draußen auf die einfachste Weise abgelegt haben, hört man sein Gebrüll, er liegt auf der Erde, mehr als der Sturz auf den harten Boden der Bahnhofshalle schmerzt ihn fein miß Sie stecken den Kopf in den Kragen und ziehen die Müße tiefer auf das Ohr. Dann tanzen sie murmelnd und fluchend ab. In ziet Minuten find mehr als drei Viertel der Gäſte draußen. Otto stellt sich schlafend. Neben ihm auf der Bank liegt der Junge. ,, Fahrkarte!" ruft der Beamte. Aber der Junge, die Müze über die Augen gerüdt, ist im Tiefschlaf. Der Beamte reißt ihn am Arm. Der Junge murmelt und schläft. Otto blinzelt, um scheu den beginnenden Kampf zu betrachten. Da neigt der Beamte die Bank auf die Seite der Mensch und der Rucsac fallen herunter... Der Junge liegt auf dem Boden, auf dem Gesicht. Er ist noch immer in Schlaf verstridt aber mit einem Ausdruck von rasendem Haß starrt er nun dem Räuber seines Schlafs in die Augen. Fahrkarte!" ruft der Beamte. " Ein Ausbruch verzweifelter Wut schäumt aus dem Munde des Jungen. Indem er, von des Beamten Händen getrieben, den Warte faal verläßt, folgt ihm Otto. Er trägt ihm den Rucksack nach. Der Junge will keine Hand zur Hilfe. Langsam, mit abgewandtem Geficht nimmt er seinen Rucsac am Riemen und wirft ihn auf den Rüden herum. Er trottet vorwärts, die weite Halle ist öde und hallt. trachten ja, es ist eine Tatsache geworden, mit der ber Befther rechnen muß: Die Zoologische Handlung hat in nächster Nähe einen gefährlichen Konfurrenten bekommen. Nein, teine zweite zoologische Handlung, feinen zweiten Laden mit Paradiesvögeln, Eidechsen, Schildkröten und Affen, sondern einen Buchladen, eine Zeitungsfiliale. Kurz gefagt: einen Braunen Laden". Nun werden Sie schon erraten, daß in diesem„ Braunen Laden" der Völkische Beobachter", Herrn Goebbels Angriff" und die ,, Brennessel" aushängen. Bevor der Braune Laden" fam, machte in dem Edgeschäft ein Schneider Pleite. Vor dem schlechtsitzender blauen Jadettanzug, den er einer Puppe übergezogen hatte, un Kunden anzuloden, blieb natürlich niemand stehen. Der Strom der Bassanten staute sich erst vor der zoologischen Handlung. Nun ist das anders geworden. Die Paradiesvögel, Eidechsen, Schildkröten und Affen haben ihre Anziehungskraft eingebüßt, nur die feinsten Kinder freuen sich noch, wenn das Aeffchen Flöhe sucht und auf der Schaufel wippt. Die Mutter, der Vater, der ältere Bruder, die ältere Schwester drängen vorüber, zum„ Braunen Laden" hin. Neidlos muß man das feststellen. Diese gläubigen Kleinbürger haben am 10. April Hitler zum Reichspräsidenten haben wollen, und am 24. April werden sie die Liste 8 wählen. Da steht es ja schwarz auf weiß, welche Sünden die" System"-Parteien auf sich geladen haben, und daß uns aus diesem Dreck nur Hitler retten fann. Da hängen Bilder: Hitler drückt einem Handwerksburschen die Hand! Hitler verteilt Zigaretten! Hitler am Lager eines ermordeten G2.- Mannes! Hitler vor Hunderttausenden Fehlt bloß noch)", sagte mal jemand hinter mir, fehlt bloß Sie gingen nebeneinander, als ob sie feit jeher zusammen- noch: Hitler auf der Toilette des„, Kaiserhof". gehörten. ,, Weißt du irgendeine Herberge?" fragte Dito. Hast du Geld?" war die Antwort. ,, Nein." ,, Gar nichts?" ,, Gar nichts." ,, Hast du Brot?" ,, Nein." ..Hast du Arbeit?" ,, Nein." " Wann hast du zuletzt gegessen?" ,, Ich habe mir heute aus einem Papierforb ein Stück Brot geholt." ,, Komm mit rüber, da steht eine Bant bei der Kirche. Bald tommt die Sonne, dann wird's wärmer. Ich heiße Otto." Ich heiße Töge." ,, Töge?" mollie Otto noch fragen, aber da schlief er schon ein. Sein Kopf lag in Töges Schoß. ( Schluß folgt.) K. R. Neubert: Konkurrenz Die Zoologische Handlung in der stillen Straße eines Berliner Vorortes, die dort schon seit einigen Jahren eristiert und ein Hauptanziehungspunkt der umwohnenden Jugend somie der vorübergehen-| den Erwachsenen mar, denn immer bildeten sich Gruppen vor dem Schaufenster, um fremdartige Vögel, sich windende Schlangen, poffierliche Meerschweinchen und mit Flöhefang beschäftigte Affen zu beMax Der Mann tonnte von Blüd sagen. Wenn ich nun ein Nazi wäre! Ich hätte ihn doch lazarettfertig gemacht. Man muß die Gesichter dieser Menschen studieren, wenn sie vor dem ,, Braunen Laden" stehen. Es wäre zu billig, sie einfach zu ironisieren Man sieht es ihnen an, daß sie ihre Sorgen haben, man tann ihnen sogar zutrauen, daß sie schon erwogen hatten, aus der Kirche auszutreten, als sie zweimal megen der rückständigen Kirchensteuer gemahnt wurden. Natürlich haben sie sich dann doch wieder beruhigt... " Aber was man noch feststellen muß: alle diese Hitler- Bähler vor dem Braunen Laden" haben noch nie eine Schrift von Feder oder Rosenberg, immer nur die Goebbelschen Leitartikel gelesen. Ung mas man noch feststellen muß: sie entsprechen nur in den seltensten Fällen dem Ideal des Rassezuchtwarts der NSDAP. Auch der Schneider, der in diesem Laden Pleite machte, steht jetzt manchmal vor dem Bölkischen Beobachter" Müssen nicht Neidgefühle in seinem Herzen erwachen, wenn er die Menschengruppe vor dem Laden sieht? Oder mählt er am 24. April auch Liste 8, meil er Pleite gemacht hat? Erhofft er von Hitler einen Riesens auftrag für braune Uniformen? " Komisch, ich habe schon so viele Menschen vor dem Braunen Laden" stehen sehen, aber noch niemals ist jemand hinemgegangen. Sie find ja auch niemals in die zoologische Handlung eingetreten, immer standen sie nur vor dem Schaufenster. Und daß sie jetzt lieber vor dem Braunen Laden" stehen als vor der zoologischen Handlung, nimmt nicht Wunder. Dort zeigt man ihnen noch viel felt famere Tiere, und dort setzt man ihnen noch viel größere Flöhe in den Pelz... " Dortu: Fässer in Kalifornien Yoi, darling sweep: pompom, runny quickly! Pompom timtam! Lustig, ouf ihn, gib ihm yoi, darling sweep der Hammer flingt, die Werkstatt fingt pompom- timtam! Unser Böttcherlied. Drei Mann in der Werkstatt Klang und Sang Sonne und Lebensfreude. In Kalifornien, in der Obststadt Bomona, in der Apfelstadt,' ne halbe Stunde Bahnfahrt von Los Angeles, der zweimiffionenstadt. Pomona ist flein, nur 15 000 Be mohner, alles lebt von Obst. Noch vor fünfzig Jahren war hier Wüste, heute: nig wie Gärten, Gärten, Gärten! Künstliche Bemässerung hat aus der Wüste ein Paradies gezaubert. Orangen, Zitronen, Aepfel, Birnen, Pfirsich, Apritojen, Feigen, Mandeln, Trauben! Südkalifornien, alle Obstbäume in Blüte. Lustig, timtampompom, das Böttcherlied. Ab und zu gudt unser Boß in die Werkstatt, ein Bloody- Dutch, ein Holländer ist er gutmütig und freundlich: Well, Boys, alles all right? Des, Boß, Pompom- timtam! Und er schenkt jedem ' ne Zigarre, unser Chef, der Bloody- Dutch. Well, ein reicher Mann ist er auch gerade nicht, unser Chef; Obsthändler ist er, Apfelwie wir hat er mit nig angefangen händler, er verschickt die bunten kalifornischen Aepfel in Fässern nach Rotterdam und Hamburg und London und Paris. Jawohl, in dassern verschickt er die Aepfel, halbreif werden sie verpackt Fässern, daß die Edeläpfel nicht gestoßen werden. Und die Fässer macht er selbst, unser Boß, der Bloody- Dutch, oder besser in mir anderen machen ihm die Fässer, wir drei internationalen Böttcher: hier Saisonarbeit ist, die nicht länger als fünf Monate dauert, bald ist unsere Zeit um, dann heißt es wieder: Boys, go on, ihr seid fremd, erobert euch die Welt. Yoi, darling sweep, runny quickly! Das Böttcherlied im Yankeeland. ein Deutscher, ein Jre und ein Normann. Schade nur, daß das Unser Chef bestellt droben im kalifornischen Waldnorden ein paar Waggons Zedernholz und in Los Angeles bestellt er sich auf der Union' n paar Böttcher, auf dem freien Gewerkschaftsbüro und dann, und dann: dann geht die Season an, die Faßsaison, fünf Monate dauert sie. In diesen fünf Monaten hämmern wir dem Aleppel- Holländer seine Fässer zusammen, die er für den Apfelversand braucht im Juli August sind die Alepfel versandfähig: rote Baden, Wachsbaden, goldene Baden, falifornisches Edelobst geht in die Welt. Timtam- pompom, ihr Böttcher! Fünf Monate in Pomona. Der Schweiß rinnt uns von der Stirne, der Kautabak hält uns den Mund feucht, und durch die hohen scheibenlosen Fenster guckt die liebe Sonne, draußen blühen die Aepfelbäume. Zum Frühstück bekommen mir unser Beefsteak mit Ei und Bratkartoffeln. Und einen Krug voll Limonade. Dem Boß seine Frau focht gut, fie iſt' ne Schmedin. Alles ist hier in der Obststadt international. In den Gärten arbeiten Italiener und wenn die Obstpflückzeit fommt, dann bestellt sich der Farmer Japs- Girls von Los Angeles, japanische Wäschermädels, die pflücken das Obst. Yes, Sire, sagt der Boß, am Mittagstisch bei der Lasse Kaffee yes, Kalifornien hat 75 000 Japaner und 50 000 Deutsche und 100 000 Staliener. Kalifornien ist fast so groß wie Germany, an Ausdehnung, es hat 400 000 Quadratkilometer Bodenfläche, mit rund 4 Millionen Bewohnern. Der Süden ist heiß, im Norden wachsen in den rauhen Gebirgen die hundert Meter hohen Zedern, falifor nische Stiefern. Unsere Gegend hier von Pomona liegt auf der Breitenhöhe von Marokko, Winter gibt es feinen. Auch wenig Regen. Aber im hohen Gebirge regnet es, im 3500- Meter- Gebirge in den Mountains San Bernardino. Und das Wasser stürzt zu Tale, wir fangen es auf, fünstliche Seen, Dämme, wir verteilen das Wasser in Kanäle und Gräben was früher trockene Wüste das ward reichstes Kulturland. Pomona in Kalifornien. Die Apfelstadt. war Immer erzählt unser Boß. Die ersten Europäer hier waren Spaniolen. Sie brachten die weiße Kultur ins Land, fie legten die ersten Gärten an- Mönche waren sie: Jesuiten und Franzis faner. Sie nannten das ,, neue Land" Caliente Fornalla feiner Size: California heißt zu deutsch: Heißer Ofen! wegen no Das Land hier herum hat aber nicht nur Obstwälder Sire, da sind auch Turmmälder, Kalifornien hat Del, nicht weniger als 1200 Petroleumtürme! Del und Obst, Seide und Honig ist der Reichtum Kaliforniens. das Und dann erzählt der Boß von der südkalifornischen Haupts stadt, die heißt eigentlich Engelstadt( vielleicht nach ihren Film engeln in Hollywood?). Nein Auch Mönche gründeten die Engel stadt Los Angeles. Sie nannten die Siedlung: La Puebla de la Reina des los Angeles, Stadt der Königin der Engel, nach der Madonnenkirche. Und heute hat diese Engelsiedlung zwei Millio nen Bewohner. Sie liegt 50 Kilometer von der See. Der Hafen von Los Angeles heißt San Pedro. San Pedro, dam!, oho, da bin ich gelandet, der deutsche Böttcher. Ich war Zimmermann auf einem britischen Tramp, auf ' nem Frachtboot, ich fuhr mal vom Hafen San Pedro nach Los Angeles( eine halbe Stunde Schnellbahn), ich gudte mir in Engel stadt das Autorennen an und ich selbst verrannte mich ins Net eines Filmgirls turz: mein Schiff in San Pedro war weg, als ich ohne Geld an der Pier stand, zurüd aus Engelstadt. Well, Charly, was nun? No money no job! Sein Geld, keine Arbeit Never mind, is nich schlimm, was ein rechter Böttcher is, der hämmert sich sein Lebensschicksal allerwege und allermeere zurüd nach Angeles, auf die Union: hier ist mein Verbandsbuch all right, die Gemerfschaft schickte mich nach Pomona. Yoi, darling, sweep, timtam! Wir singen das Dantee- Böttcherlied. Fässer in Kalifornien. Trodenfässer. Aepfelfässer. California no drinks! Nir Alkohol. -Aber was unser Kollege is, Pat: der Jre, der weiß immer noch nen Tropfen Gin aufzutreiben. Branntewein, heimlich. nig ver. raten, Pat liebt ihn gar zu sehr, den Gin seit damals trinke ich. sagt Pat als ich alles verlor. Bat hatte mal' ne eigene große Faßfabrif, in Merito, in Santa Rosalia, das mar zur Kriegszeit, als die merikanischen Rinder. herden gepökelt in die Salzfässer hinein mußten und dann füs teures Geld nach Europa gingen. Damals war Pat reich. Die Faßfabrik in Merito. Der Krieg war aus nig mehr merikanisch Pökelfleisch, nig mehr irisch Fässer no more, no Sire, Pat ging pleite All money away, alles Geld war futsch seit der Zeit sucht Pat den Gin. Wir singen: Das gibt's nur einmal, das kommi nicht wieder! Immer lustig, right or wrong, wir sind Böttcher Timtam- pompom: Pomona! Unser dritter Kollege, der Normann, der hat früher in Bergen auch auf Salz gehämmert, norwegische Heringsfässer. Und ich selbst habe in Old- Germany auf Bierfässer gearbeitet. Was Wunder wir haben alle drei heimlich Durst! Madame kommt mit Limo pade, dem Boß seine Frau o, Adolfine: wäre das Bunsch Swensta- Punsch, aber sie lächelt Jungens, wir sind im Trodenen, Yankeeland. Aber trogdem: Yoi, darling sweep, pompom, runny quickly, das freie Böttcherlied. Faßsaison in Pomonal