BERLIN Donnerstag 21. April 1932 10 Pf. 311.187 B 94 49. Zahrgan? gtfdj eint täglich außer Sonntag Z. Zngletck Abendaosgabe des»Vorwärts� Bezugsvrets für beide Ausgaben 7ö Pf. pro Woche. 3, 23 M. pro Monat (davon 67 Pf. monatlich für Zustellung ins Haus) im voraus Ubliar. Postbezug 3,97 M. einschließlich 60 Pf. Dostzeitungs' und 72 Pf. Postbestellgebühren. rrlßfuta/A UnjctgcnprcU: Sic dni'caUigc Mtüimcicriciic 30'M. ÜJdlamcjcilt 2.— tP!. Ermäßigungen»ach Tarif.'Üoilichrcklonro: Brrwäns-Veriag G.m.b.H., Berlin Rr. 27 AS.- Der ZZeriug behältk s a l, ein Kampf um Tod und Leben der gesmnten deutschen Nation. Sehr eingehend befaßte sich der Rodner mit dem Nationalsozialismus und seinen Führern. Hitler habe nicht einmal klar gesagt, was er zu tun gedenke. falls ihm überraschenderweise die Macht zufalle. In, weiteren Perlauf seiner Rede charakterisierte Dr. Grimme die verschiedenen Führer der Nationalsozialistischen Arbeiterpartei, wie Hauptmann Rühm, Goebbels und Rosenberg, und befaßte sich eingehend mit den .Schriften Dr. Rosenbergs und der Biographie Hitlers. Die national- ' sozialistische Bewegung sei u n ch r i st l i ch. Bedauerlich sei, daß auch Pfarrer die hake»kreuz sahne von der Kanzel wehen ließen. Auf die Angriffe gegen das je g ige System über- gehend, sagte Dr. Grimine, Braun und Severing seien die Männer gewesen, die stets gesagt hätten: ,.Wir haben in dieser Krisenzeit sparen und Maßnahn, en treffen müssen, um den Staat zu erhalte,,/ Qm jetzigen System gelle mehr als Stimmenfang der Staat. Otto Braun in Frankfurt a. d. O. Frankfurt a. d. Oder. 21. April. Bei einer wegen Ueberfüllung geschlossenen Wohlkundgebung in Frankfurt a. d. O. sprach gestern abend der preußische Ministerpräsident Otto Braun über„Es geht um Preußen" Er wandte sich zunächst gegen die Wahlkampsmethode., der Opposition, um alsdann eingehend auf die Verdienste hin- zuweisen, die sich die preußische Regierung seit 1919 erworben Hab». <•.v.>%. w."'' —---- Berlin im Wahlkampf Wählt liste I Braun Severing »klMB .............■ �/(aU um .......;..•••:,..........• Links: Ein Propaganda- Auto der Sozialdemokratie er- regt berechtigtes Aufsehen. Oben: Der Verband der Nahrungsmittel- u. Getränke- arbeiter hat am Giebel seines Berbandshaufes am Reichs- tagsuser eine wirkungsvolle Wahlreklame angebracht. Freitag Lustgarten Besondere Aufmerksamkeit widmete er dabei den Wohlsahrts- und kulturellen Staatsaufgabcn, der namentlich dem Osten angehenden Frage der Aufhebung der Gutsbczirke und den agrarischen Hilfsmaßnahmen des Staates, der Bereitstellung des Grenz- fonds und besonders auch der S i e d l u n g s p o l i t i k der Regie- rung, die in dem einen Nachkriegsjahrzehnt rund 49 999 neue Sied- lerftellen und über 79 999 Landarbeitcreigenheime geschaffen habe. Braun wurde oft von Beifall unterbrochen.. Der Schluß ge- staltete sich zu einer eindrucksvollen Kundgebung für den Führer und Vorkämpfer der Regierung. Schwindel mit Kreuger-Millionen. Infame Wahllügen in letzter Stunde. In einer llleihe von Provinzblätter» taucht, äugen- Mxeinlich aus gleicher schmutziger Quelle kommend, die Meldung auf, die Sozialdemokratie habe von Jvar Krenger durch Vermittlung Hilfcrdings als Provision für den Abschluß der sogenannten Llreuger- Anleihe den Betrag von 3 bis 4 Millionen Mark erhalten. Das ist selbstverständlich ein sau st dicker Schwin- d e l. nur erfunden, weil den polttischen Hasardeuren jedes sachliche Argument gegen die sozialdemokratische Politik fehlt. Tie Sozialdemokratie hat weder direkt noch indirekt, weder als„Provision" noch unter sonst einer Marke irgendeinen Pfennig, geschweige gar Millionen von Mark von ftreuger erhalte». Ter Erfinder dieser Geschichte ist ein plumper Lügner, den man leider nicht packen kann, da er sich sorgsam in Tunkel hüllt. Tardieu schiebt Boncour vor. Matte Entgegnung auf den englischen Vorschlag. Gens, 2l. April.(Eigenbericht.) Das große Ereignis der heuligen Sitzung der Generalkommis- sion blieb aus. Der ausdrücklich zur Verteidigung seiner bedrohten Position aus Paris herbeigeeilte Tardieu sprach nicht selbst. Er ließ dagegen den völlig überraschten Paul Loncour die äußerst schwierig gewordene Slellung verteidigen. Unter dem doppelten Druck der persönlichen Divergenz zu Tar- dieus provozierender lhaltung und der völligen Isoliertheit Frankreichs vor der Konferenz entledigte sich Paul Boncour, mit ungeheurer Anstrengung seine Erregung meisternd, der undankbaren Aufgabe in außerordentlich matter Form. Es war ei» schlecht verhehlter Rückzug auf die S l t e st e n A b l e n k u n g s- Manöver. Deutlicher konnte die Wandlung der französischen Delegation vom Angreifer zum verzweifelten Verteidiger nicht in Erscheinung treten, als durch das ungewollte Zugeständnis, daß alle Staaten gleiche» Anspruch aus Sicherheil haben, und daß die diskutierten wasfen besonders gefährlich seien. Drei Gründe waren es im wesentlichen, die Paul Boncour dem englischen Antrag auf qualitative Rustuiigshsrabsetzung entgegenstellte: Das Verbot der Angriffswaffe» vermindere die Sicher- hcit, statt sie zu erhöhen. Da alle Waffen untereinander verbunden seien, so schasse dieses Verbot eine neue Ueberlegenheit verbleib«»- der Waffen. Endlich würden die französische» Aorschlüge auf Jnter- Nationalisierung der wirkungsoollsten Waffen durch de» englische» Antrag im voraus ausgeschaltet. Frankreich, so erklärte er, trete dem Prinzip der qualitativen Begrenzung der Rüstunge:, bei. Es habe es schon immer bei der Festsetzung der endgültigen Ziffern Im Schlußantrag durchgeführt wissen wollen. Die einen wollten die Angriffswafsen verbieten, Frankreich wolle sie zur Wahrung des Rechts und Erhöhung der Sicherheit dem Bülterbund als einer internationalen Macht zur Lersügung stellen. Diese Möglichkeit wäre nach Annahme des englischen Antrags nicht mehr vor- Händen. Er entscheide im voraus die Fragen, die unter den nächsten Punkten der Tagesordnung beraten werden müßten und mit de:;, heutigen Bcratungsgcgenstand untrennbar verbunden sei?». Dal-.: h werde das bestehende Material vernichtet, ichhc cs dem Völkerbund zu seiner Stärkung zu geben. Es gelte auch nicht, den Krieg zu humanisieren, sondern ihn zu oerhindern. Auch weml man die bezeichneten Waffen oerbiete, behielten manch« Sraaten eine lieberlegenheit. Solche Maßnahmen bedingten eine außerordentlich strenge Kontrolle, über die ebensalls mit diesem Verbot gleich» zeitig entschieden werden müsse. G i b s o n- Amerika wies in überzeugendster Form sofort das chauptargument Bonconrs als falsch nach. Der englische Antrag schalte keinen einzigen Vorschlag im voraus von weiteren Entschlüssen aus. Amerikas Antrag auf Verbot der schweren Artillerie, der Tanks und der Giftgase bezeichnete er als Riederschlag der allgemeinen Anschauung aus der Konferenz und des Verlangens der öffenkllchen Meinung der ganzen Welt. Es handele sich also absolut nicht um einen ausgesprochen amerika- nischen Vorschlag. Er solle nur den ersten Schritt darstellen und auf allen Gebieten zu weiteren Schritten ermutigen. Kanada, Irland, Norwegen, Indien, Holland, Australien und Südasrika traten rückhaltlos f ü r den englischen Antrag ein. Japan unterstützte Ihn ebenfalls unter Vorbehalt aller weiteren Schritte. An dieser Sitzung des Hauptausschusses der Abrüstimg?- kommisfion nahmen zum erstenmal, bei ihrem Erscheinen lebhast begrüßt, Reichskanzler Dr, Brüning und Premierminister Mac» d o n a l d teil. Börse sehr sefi. Zufolge der Londoner Oiskontsenkung- politische Hoffnungen. Die Börse, die schon im Vornnttagsverkehr eine sehrsreund- liche Haltung aufwies, brachte im weiteren Verlauf durch- wag ziemlich erhebliche Kurssteigerungen mit sich. Günstig beeinflußt wurde die heutige Börse durch die Diskont» sentung der Bank von England von 3� auf 3 Prozent, auch wirkten die außenpolitischen Nachrichten aus Genf günstig. Die Wahlaus- sichten für den kommenden Sonntag werden optimistisch beurteilt, und man erwartet ein weiteres Abebben des Radi- k a l i s m u s. Auf dem Aktienmarkt war die Steigerung bei den I G.- Farben besonders bemerkenswert, die von 87 auf 90'? Prozent stiegen. Auch Elektrowerte waren meistens höher notiert als gestern. U. a. wurden Siemens u. Halste mit 98Mi gegen 97 und Gesfürel mit i8is gegen 47 Vi genannt. Sehrfe st laggleichfallsderRenten markt. Pfandbriefe erhöhten sich im Kurse durchweg um 1 H bis 2 Prozent. Auch nach Kommunalobligatlonen herrschte starke Nachfrage, so daß diese gleichfalls im Durchschnitt eine Kursbesserung von etwa 2 Prozent durchsetzen konnten. Auch Stadtanleihen waren gefragt bei durch- schnittlich 1 Prozent höheren Kursen. Starke Nachfrage herrschte nach Rsichsbahnvorzugsaktien, die heute 74% gegen 73% Prozent erreichten. Nazisaule geborsten. Oer Eturmtruppführer von Gandersheim. Lrauuschweig.ZI. April.(Eigen berichl.) Wieder ist eins Lraunschwelger Razlstiuls geborsten. Der Sturmlruppführer Bunge aus Gandersheim. Letter des be- rüchtlglen �Arbellekommaados" der Kreienser SS.- Schule, wurde durch eins plötzliche Revision überführt, in seiner Eigenschaff als GeschSstssührer einer Baugewerks-Zunungs- kafse mindestens 7000 Mark unterschlagen zn haben. Die Kasse ist ernsthast gefährdei. Bunge war ein übler Morxisienlöier und großmäuliger Ziazi,.führer'. Landbündier als Sisalsrat. Gre'z. 21. April. Im Dezember vorigen Jahres erregte die Verhaftung des ehe» maligen Thüringer Staatcrals Erich Port großes Aufsehen. Port, der in Klein-Reinsdorf im Landkreise Greiz«in Gut besaß, wuxde in das Pezirksgerichtsgefängnis eingeliefert, weil er im Perdacht stand. Unterschlagungen begangen zu haben. Der Verdacht be- stätigte sich. Dag Ereizer Gericht hatte sich nun mit dem Fall zu befassen. Die Anklage legte Port, der schon mit 32 Jahren Staate- rat in Thüringen geworden war und mehreren Regierungen an- gehört hatte, zur Last, als Rechner der Spar- und Darlehn s- k a ss e Klein-Reinsdorf aus dar Genossenschaftskasse 11 030 Mark, weiter durch den Verkauf von im Lagerhaus aufbewahrten Ge- trcide von sieben Landwirten 1300 Mark und 1200 Riark dem Rad- sahrervcrein Klein-Reinsdorf. dessen Vorsitzender er war, unter- schlagen zu haben. Port gab die Verfehlungen zu und erklär!?, fein Gut sei verschuldet gewesen. Da er als Staatsrat kein GeHall bekam, sondern nur Tagegelder, habe er dadurch, auch als Vor- sitzender des Landbundes und all der Organisationen. denen er in führender Stellung angehörte, mehr Ausgaben als Einnahmen gehabt und schließlich Gelder in Anspruch genommen, die ihm nicht gehörten. Das Urteil lautet« auf zwei Jahre Gefängnis und zwei Jahr« Ehrverlust unter Anrech» nung der Untersuchungshaft. Po.t, der nach seinem Austritt aus der Thüringer Regierung Geschäftsführer der Land- voltpartei in Zwickau war. ist existenzlos, da sein Gut Klein- Reinsdorf In andere Hände überging. Auch Hamburg wählt Die alie Hansestadt will ein arbeitsfähiges Parlament, ksme Krachbude Auch in Hamburg wird am 24, April gewählt. Bisher regierte in Hamburg(seit 1924) die große Koalition, bestelMid aus Sozialdemokraten, Staatspartei und Deutscher V o l k s p a r t e i. Die Sozialdemokratie hatte im Senat die Hälfte der Sitze inne. Di« parlamentarische Mehrheit, aus die der Senat sich stützte, verwandelte sich durch die Herbstwahlen des vorigen Jahres in eine Minderheit. Dar Senat erklärte infolgedessen seinen Rücktritt, blieb aber als geschäfteführende Regierung im Amt und brachte Ham- bürg glücklich durch die Schwierigkeiten des letzten Notwinters. Die im Herbst gewählte Bürgerschaft— so heißt das Hamburgische Parlanisnt— erwies sich als vollkommen unfähig zu praktischer Arbeit. Es gab in ihr unendlich lange Sitzungen und fruchtlos« Auseinandersetzungen zu azllatorischen Zwecken, aber die von den Nationalsozialisten und Kommunisten großspurig angelündigten Anträge zur Linderung der Not der Werk- tätigen blieben aus. Ebensowenig waren die Ratio nalsozia- listen und ihre Mitläufer imstande, den neuen Senat zu bilden. Sie hallen ihren W a h l e r f o l g, der ihnen schließlich doch wir 27 Proz. der Abgeordnetenmandate verschärfte, erheblich über- schätzt. Es gab in dieser Bürgerschaft alles in allem nur eine in der Verneinung siels einige Mehrheit von Rationalsozialisteo. Kommunisten und Deutschuationalen., Am 23. März machte die Bürgerschaft ihrem ruhmlosen Dasein durch den einmütig geiaßten Auslöfimzsbeschluß ein Ende. Die Entscheidung am kommenden Sonntag geht um die Frage: Faschistischer oder demokratischer und sozialer Senat, mit anderen Worten darum, ob Hamburg künftig mit der Sozialdemokratie oder ohne sie, und das heißt gegen sie, regiert werden soll. Die Sehnsucht nach einem solchen reaktionären Senat »«ut«, 19% Uhr, Keherzolkernschule, Schöneterg, Beiziger Ecke Eisenacher Straße: Oeffentliche üCundgebung für den Beklcner Westen Ansprachen; Kakhitclc V/urrn, M.d.B., Paula Kurgaß, Hitwirkende: Bie roten Rebellen u. firbeltsgemein» schafi Schöneberger KSnnerchctru. Uedc rtalel West, Uniformverbots angeklagt. Er hatte Schulterriemen und Hakenkreuzbind« getragen. Das Schöffengericht Falkenbsrg hat jedoch Clemens auf Staatskosten frei- gesprochen, obwohl die bezeichneten Lusrüstungsgegenstände fraglos unter das Uniformosrbot fallen. Korruptionsskandal in Belgien. Durch Genossen Anseeie enchullt. Brüssel, 21. April.(Eigenbericht.) In der belgischen Kammer teilte der verdiente Führer der bel- gischen Konsumgenossenschastsbewegung, der Genter Sozialist A n f e e l e, am Mittwoch mit. daß bei Vergebung der Arbeiten für den Alhert-Kanal große Unregelmäßigkeiten vorgekoin- men feien, an denen das Kabinett nicht unschuldig sei. Diese Mitteilungen erregten großes Aufsehen und riefen bei den Regierungsparteien einen Entrüstungssturm hervor. Der zuständige Ä r- I beitsminlster mußte die Unregelmäßigkeiten jedoch zugeben. Der Albert-Äanal verbindet Antwerpen und Lüttich und soll j das neue Kempener Kohlengebiet erschließen helfen. Als das Projekt ' ausgeschrieben wurde, versuchten zwei Firmen, und zwar eine bel- i gi sch e und eine holländische, um die Erteilung des Auftrags. Die holländische Firma hatte, wie Anseele mitteilte,«in besseres Projekt als pis belgische ausgearbellet. Es war nur um ein Prozent teurer. Trotzdem erhielt die belgische Firma den Auftrag, entgegen der besseren Einsicht des sachverständigen Arbeitsministers, weil an chr mehrere belgische Großbanken interessiert sind. Weitere Enthüllungen in der Affäre, besonders hinsichtlich der Terrainspekulation, sollen bevorstehen. Vier Menschen in Feuersnot. Zdettvng über Feuerwehrleitern. Ein gefährlicher Wohnungsbraud, durch den vier Personen in Lebensgefahr geriete», brach heute morgen m B s r- lin-Marienhorf. Kurfürstenstr. öl. aus. Als die Wohnungs- inhaberin Laurenz heute früh die Küchentür öffnen wollte. schlugen ihr helle Flammen entgegen. Frau Laurenz und ihr Untermieter Hilf« versuchten, sich über den Treppenfwr in Schlesische Justiz. Oer„überlegende" Leser und das sich überlegende Gericht. Bon der schlesischen Justiz gibt solgender Vorfall einen Begriff: Vor dem Großen Schöffengericht in Oppeln hatte sich der Haupt- schriflleiter des„Schlesischen Adler"(Kampfblatt der NSDAP.), der bereits dreimal wegen Beleidigung vorbestrafte von F r i d e- rici wegen Verächtlichmachung des preußischen Staates zu oer- antworten. Er hatte in einem Artikel den gegenwärtigen Freistaat Preußen als„Hort der Barbarei und Sklaverei" be- zeichnet. Der Staatsanwalt beantragte eine Geldstrafe von 300 M. Das Gericht unter Vorsitz des Landgerichtsdirektors Dr. Ehrt st tan verkündete jedoch folgenden Beschluß:„Das Gericht steht auf dem Standpunkt, daß sowohl o b j e i t t v als auch subjektiv der fragliche Artikel eine Beschimpfung des Freistaates Preußen enthält. Da aber nur ein überlegender Leser den Sinn des Artikels verstehen kann, hat dos Gericht bs- schlössen, d>e Alien der Staatsanwaltschaft zwecks Ueberprüfung zurückzureichen. Diese soll entscheiden, ob das verfachrcu wegen Gcrlncfüglgkeff eingestellt werden soll ober ulchli" Der überlegende Leser, das überlegende Gericht, die über- legende Staatsanwaltschaft... Der republikanische Leser wird sich fragen, ob hier wirklich so viel zu überlegen oder ob nicht am Ende irgendjemand.überzulegen ist... Der Schachtmeister Clemens aus Falkenbsrg i. Schl. war vor dem Schöffengericht Falkenberg wegen veberttetung de» Neu-Boxheim f ist in rechtsbürgerlichen Kreisen mll Einschluß der Deutschen Volks- Partei, deren schwankende und zweideutige Haltung die Arbeit des Senats nicht gerade erleichtert hat, sehr stark, und darin liegt natürlich die Chance iür die Nationalsozialisten und die Eeiayr für Hamburg. Die Gestallung der Verhällnisse in Hamburg ist für das politische Gcsichi Deutschlands und die Entwicklung seiner Wirtschaft von besonderer BÄ-eutunz. Der Hamburger Hasen, der größte des Kontinents,»st nicht nur eine mächtige Verksyrsanlage, sondern zugleich em sehr ernvfind- sicher politischer Seismograph. Das weih die überwiegende Mehr» hell der hamburgifchen Bevölkerung. Sie weiß vor allen Dingen auch, daß die Wirtschaftspolitik der Natwnalloziasisten, ihre auf rnög- [ich sie Einschränkung des Außenhandels und besonders der Drosselung der Einfuhr gerichteten Bestrebungen für den Wellhafun Hamburg die Wendung zur Katastrophe bedeuten würden. Daher besteht die begründete ülussicht, daß die ina t i o n a l- sozialistische Welle auch hier z u r ü ck e b b e n w>i r d. Der Walzlkampf wird von der Sozialdemokratie und der Eiseanen Front mll stärkstem Schwung geführt. Die Stimmung in den Nassen ihrer Anhänger und deren Disziplin ist ausgezeichnet. Der Riefenauf- marsch am letzten Sonntag hat vor der ganzen Bevölkarunz den Beweis dafür erbracht und überall starken Eindruck gemqcht. All- gemein erwartet man auch in bürgerlichen Kreisen einen Mandats- gewinn der Parin. Auch die Staatspartei rechnet sicher mit einem Zuwachs an Sitzen in der neuen Bürgerschaft. Damit ist eine Mehr» hell für eine Senatsbildung auf der bisherigen oder einer ähnlichen Grundlage durchaus in den Bereich des Möglichen geuückt. Bürgermeister Roß. Sicherhell zu bringen, tonnten jedoch die Wohnung nicht verlassen. da sich die Tür und das Schloß durch die Hitze berells verzogen hatten. Das Feuer breitete sich in der Wohnung immer weiter aus, so daß den beiden nichts mehr übrig blieb, als sich auf das Fensterbrett des einen Zimmers zu schwingen und sich am Gesims festzuhalten, von wo sie von der Feuerwehr über Leitern ge° rettet werden konnten. Inzwischen halle sich das Feuer über den Treppenflur zur gegenüberliegenden Wohnung gefressen, so daß es auch hier den Mielern nicht mehr gelang, ihre Wohnung zu verlassen. Sie mußten über eine mechanische Leiter von der Feuerwehr in Sicherhell gebracht werden. Die Wohnung der Frau Laurenz ist vernichtet: auch die über der Wohnung liegende Dachtonstruktion ist teilweise den Flammen zum Opfer gefallen. ' „Jetzt ersinnt schleunlsssi ein Demeuti' Ilnd üjean man «öS Sle Echtheit S.rOoknmente nachweist, machen ro.l'6 wie Hitler: wir öememiercn. Dementiert zu haven!" Leichenieilfunde bei Rummelsburg. Llntersuchllngen der Mordkommission. Au der Wassersrout das S t ä d k i s ch e u Walsell» hause» lll der hauplstrahe 1 tu Rummelsburg eukdeckle ein Zullgz gellern abend eine menschliche Hand. Er beoachrichsigte selllen Lehrer, der die Polizeiz Milliarden— im Gegensatz zu zwei Milliarden im Jahre 1313— für die soziale Fürsorge notwendig. Die Aufteilung des Restes zwischen Ar- beitnehmern und Unternehmern geschehe durch staatliche Lohnfest- fe�ung. Der Kampf gegen diese Bindungen durch den Staat bleibe eine der wichtigsten Aufgaben deutscher Sozialpolitik und deutscher Unternehmerorganisation. Der Redner hat wohl nur in der Ell« übersehen, daß di« Zahl der Arbeitslosen im Jahre 1913 um elliche Millionen geringer war als in den Jahren 1931 und 1932 und daß die Zeit nach einem verlorenen Krieg mit der Zell des Friedenszustandes nicht recht vergleichbar ist. Was aber die angebliche Aufteilung des restlichen Volkseinkommens durch staatliche Lohnfestsetzung betrifft, so könnte das deutsche Ilntcriiehnrertum, das Millionen und aber Millionen Mark in den letzten Jahren durch Spekulationen verschleudert hat, mit der Art dieser„Aufteilung" eigentlich zufrieden sein. Wenn es aber mit den bisherigen Lohntürzungen immer noch nicht zufrieden ist, die Krise zu noch größerem Lohndruck für sich ausschlachten will, dann muß die deutsche Ar- beitnehmerschaft unverzüglich ihre Schlüsse dar« aus ziehen und am Sonntag damit beginnen. 7h- Vereinigung— sagte Dr. Köllgen weller— wünschte zwar eine ausreichende soziale Fürsorge, aber sie übersehe auch nicht d i e arbeitsmoralischen Gefahren, die m einer Schwächung der Selbstoerantwortung als Folge überspannter Für- sorge lägen, und sie verlange die Anpassung der Leistungen der Versicherung aller Zweige an die Leistungsfähigkell der Wirtschaft. Die Gefahren der Arbellslosigkeit interessieren die Herren der Arbellgoberverbände offenbar weniger als die der„überspannten Fürsorge".„Die Leistungsfähigkeit der Wirtschaft" aber ist ein vager Begriff geworden, daß eine Anpassung der Versiche- rungsleistungen— wofür die Arbeitnehmer Beiträge leisten — samt der Fürsorgeleistungen an diese„Leistungsfähigkeit der Wirtschaft", den Hungertod von hunderllausenden von Arbeitnehmern bedeuten würde. Dr Köllgen erklärte, daß die deutschen Unternehmer nicht gegen Tarifverllägs und auch nicht gegen das Koallliocisrecht seien. In der Praxis fördern sie die toalitions- und tarifoertrags- feindlichen Wirtschaftsfriedlichen und Nazis. Der Staat müsse sich auf vermittelnde Hllfeleistung beschränken, ohne den Parteien die letzte Verantwortung abzunehmen. Die Veseitlgung der Verbiudllcherkläruug sei ein Hauptziel der Vereinigung. Ebenso müßten neue Eingriffe des Staates in die Arbeitszeit, wie jje jetzt auf dem Krisenkongreß des ADTV. angedeutet worden seien, abgelehnt werden. In einer Zeit, in der ohnehin in den wesent» lichsten Jndustriegruppen unter 40 Stunden gearbeitet werde, seien neue gesetzliche Verkürzungen der Arbeitszell weder ersordcr- Lch. noch könnten sie eine irgendwie ins Gewicht fallende Ent- lastung des Arbeitsmarktes bringen Dr Köllgen schloß seine von lebhafter Zustimmung der stark besuchten Versammlung begleiteten Ausführungen mit den Worten: „Das deutsche Unternehmertum und seine Spitzenorganisation, die Bereinigung der Deutschen Arbellgeberverbände, haben sich in den Jahren nach dem Kriege ständig gegen die Eingriffe des Staates in die private Wirtschaft zur Wehr gesetzt. Sie haben eine wirtschaslliche Gesundung als Voraussetzung für eine gedeih- liche Existenz des ganzen Volkes nur bei Sicherung von Entschluß» freudigkell und Handelsfrecheit des Unternehmers auf dem Boden freier, unternehmerischer Wirtschast für möglich gehallen. Das wird auch in Zukunft der Leitsatz unserer Arbeit bleiben." Der Staat darf also nicht in die Ausbeutungsfreiheit des Unternehmertums eingreifen, aber er darf nach wie vor die zusammen» brechenden Unternehmungen unserer hervorragenden„Wirtschafts- führer" wie des verflossenen Lorsitzenden der Vereinigung der Arbeitgebsrverbände. Herrn von Borfig. mll den Milleln der Allgemeinheit unterstützen. Der nicht mehr neue Mann, der neue Vorsitzende Dr. Köti» gen hat nur das alte Lied der Spitzenorganisation des deutschen Unternehmertums wiederholt. Wir kennen die Weise und kennen den Text und müssen deshalb die Gewerkschaften der Arbeit- nehmerschaft und chre Vertretung in den Parlamenten stärken. Darum am Sonntag für vraua-Severing. Liste 1. Geschäfistüchtig! HvgenbergS Iilmreklame- das Risiko tragen die anderen? In die Ufa-Wochenschau hat Hugenberg ein Stück deutschnatio- naler Wahlpropazanda eingeschmuggelt. Die Kinothecllerbesiger. di« die Ufa-Wochenschau beziehen, werden damit gezwungen— sehr oft wider ihren Willen—. Propaganda für Hugenberg zu treiben. Technisch ist es schwierig, diese Stehe aus der Wochenschau heraus- zunehmen. Der Zorn des Publikums darüber— wer will denn heute ausgerechnet von Hugenberg noch etwas wissen— entlädt sich dann über die Theaterbesitzer. Sie müssen auch die Geschäftsschädigung in Kauf nehmen. Hilgenbergs Uia aber ist geschäftstüchtig! In den eigenen Ufa-Theatern ist diese propagandistische Stelle herausgenommen! Da bleibt man neutral— Geschäft ist Geschäft! Den Beziehern aus dem Usa-Verleih aber versaut man das Geschäft mit Hugenberg- Propaganda!_ Amerikanische Sprachstatistik. 9lach einer Mitteilung der sran- zösischen Handelskammer in New Vork baben bei der letzten Volks- Zählung von den in Arerika lebenden Ausländern 3 Millio- nen. das sind 23 Proz., die englische Sprache als Mull ersprach« an- gegeben, 2 Millionen, das sind 16 Pro,,, di« deutsche Sprache und mehr als eine Million eine skandinavische Sprach«. Die übrigen Ausländer verteilen sich auf 1800 WO Italiener, etwa 1220000 Juden und rund eine Million Polen. I- de: W'Illlschaft s-»r J-bi.diduelp�cholezie jpriche ljeuie. ä Ubr, Dr. Hanna ilulniiiu ufc;„Tie Frau in Beruf. Che und Politik" in Charleiteüburg. Tchillerstr. 1.6—12?. In der No'kKbilhnsn-klussilbrvvg rgn Bruno FrankK„Slurvi i«r W a> s e r a l a s" sind neben H-n.sr Riese, al« skrau Bogl, Dorothea Wieck und Trud« Sripnne in Sa-iNroll-n beichaft-ot Die Sek-aa-T-en-n dt« Cüor'.hc! FPist N bilden den Inhalt der evrWb fch-Btaniatisdrn Lnstühn-ng de* GoeSemnnn-Dorna» Sonntag. 11 D" 11k?. ini Leinnechea-er 2;«-weile Veranstoltuna stud-t am 26. April im Liui�p-u-laal mit einem Eoech-prograwm dcb Sprewchoret Uatt. Eine �wlpieler-Sl-chwolcllluua von„Ganooen ehre" sind« xreiieg. 1U5 Uhr, im Kleinen Theater statt. Karlen KeUhstr. 11. Variser B Die überflü sige Kunst. Den sungen, aus aller Welt zusamm-ngewch en Pariser Malern geht«s sch'echt, schlechter als den jungen Malern anderer Städte, well es in Paris ihrer soviel gibt und Kunst nach Aussage der Kunsthändler niemals weniger gefragt war als in diesen Tagen. Die Rot ist wirklich groß, es fehlt am tzlotwendigsten. an einem Paar guter Schuhe. Kleidern. Arbeitsmaterial, ost vielleicht auch an einem Topf Suppe. Fehlt es den Leuten, lei denen man Schuhe. Farben, Kohl« oder einen Sack Kar offeln lauft, an Bildern und Skulpturen? Besteht im gewerbetreibenden Durchs chnlltemenschen dos Bedürfnis nach Kunstprodukten? Oder ist der Künstler der Parasit, als der er oft angesehen wird. Zweckloses schaffend, ohne Existenzberechii- gung in einer aufgewülilten Zeit. In einer Pariser Kunstausstellung wurde es unternommen. auf diesem Gebiet das Verhältnis zwischen Angebot und Nachfrage in primitiver Weise festzustellen, Eine Gruppe von hundert Kunst- lern hing in den Riesenhallen des Aussteliungsgebäudes an der Porte de Versailles einig« tausend Bilder auf. und stall des üb- lichen Kaufpreises war ein Gegenstand oder eins War« genannt. gegen Sie das Vild zu haben war. Die Bilder wurden so gegen alles getauscht: ein Sack Kartoffeln, Bücher, Stiefel. Krawatten. Anzüge. Fahrräder. Automoblle. Möbelstück« usw. usw, Der E'.solg war erstaunlich. Die Mehrzahl der Bilder war nach den ersten Tagen erworben. Einfache Menschen, die sich nie in einen der prätentiösen Kunstsalons des Faubourg Honorä ver- irren würden, tauschten gegen eine Ware, die sie vielleicht im Ueber- fluß hatten und nicht abfetzen konnten, gegen Bilder, von deren liebe: flüssigkest manche Kunsllhooretiker überzeugter sind als die Kartosfeihändler, wie die Erfahrung zeigt. Wendepunkt der Gekchichte. In den letzten Monaten hat sich laullos eine Revolution voll- zogen, die eine Jahrhunderte alte Tradition zum Verschwinden Irachtc. Die Luxuzrestauranls. die Tempel der französischen Koch- kunst. haben zu bestehen aufgehört. An ihrer Statt findet man Schwemmen und Garküchen, worin für einen Preis zwischen 14 und 30 Franken ein vollständiges Menü geliesert wird, während man früher schon den zehmachen Betrag für ein Mittagessen auslegen mußte. Diese Erscheinung hat nichts mit dem allgemeinen Preis- abbau zu tun. Sie ist das Snmvtom des Verfalls einer Kulllir- epoch«, die durch eine gewisse Ges6imack:verseinerung, Genuhsähig- keit und Ne:veneinpsindlichkeit gekennzeichnet war. Diese Eigen- schaften verschwinden, mll ihnen aber auch die Fähigkeit, eines jener unendlich komplizierten und kunstvollen Gerichte zu bereiten. Dieselbe Erscheinung vollzieht sich auf dem Gebiet der Mode. Kleines Kunsi-Allerlei. Schinkel, Bosch, Lederer und Moderne. In der Bauakademie am Schinkelplatz hat man für die Hoch, schule für Pclitik einen neuen Saal hergerichtet und bei dieser He» legenhell Ornamentmalereien an der Decke bloßgelegt, di« über- tüncht und durch Einbauten geschädigt waren. Ob man es dabei mll ..Originalmalereien von Schinkel" zu tun hat, wie die Preußische Bau- und Finanzdirektion in der ersten Freude ihrer Entdeckung verkündet, scheint nicht ganz zweifelsfrei. Bei dem Umbau des schönen Schinkel-Werks durch Lucas tn den 1830er Jahren ist so viel verändert worden, daß die Annahme, es hier mit einem späteren Einbau zu tun zu habe», nicht von der Hand zu weisen ist: um so weniger, als die aufwendige Profilierung der Decke und der gemalten Ornamente mehr das Bestreben erkennen lasten, es Schinkel gleichtun zu wollen als den wahren Geist oder aar die original« Handschrift des Meisters. <- Zu Ehren des hundertsten Geburtstages von W i l h s l m L u f ch l)at die Galerie Wertheim(im Warenhause am Leipziger Platz)«ine kleine, aber reizvolle Prioatsammlung von Erstausgaben. Früh- —...........■■■■i iiiiii j. Heute Jugendkundgebung der Eisernen Front 19 30 Uhr, in der Neuen Welt, Hasenheide.- Redner: Siegfried Auf häuser, MdR., Ludw. Diedcrich Sprecfacfaor, Spleth appe, Fehccneinmartcb. Tamboarkprpi Jugend heraus! drucken. Uebersetzungen und Zeichnungen ausgestellt, die mehr bibliophil als anschaulich an den großen Satiriker des Kleinbürger- tum, erinnern. Andere sichtbare Ehrungen dieses Unvergleichlichen scheint sich die Reichshauptstadt erspart zu haben. -» Stall dessen erfreut uns die Akademie der Künste mit einer wichtigen Sonderausstellung: der Professor und Dr. b.c. Hugo L e d e r e r(dem kein lukrativer Austrag in deurschen Landen mehr entgehen kann) hat einen Ehrentisch für den Geheimrat Dullberg im Auftrag der JG.-Farben gebildhauert: aus dem Tisch erhebt sich ein monströses Gebäude von männlichen Figuren, Marmorplatten und einer Europa aus dem Stier, zusammengehalten von einem g«> druckten Programm, dessen tiefe Weisheit auch für geübte Symbol- deuter unverdaulich bleibt. Die Preisfrage lautet: um wievicl Jahr- zehnte muß man Gesinnung und Form dieses Kunsttisches hinter den ersten Geburtstag des beschenkten Jubilars zuriickdatieron? Aus der Suche noch erfreulichen Kunsteindrücken lomrnt man zu dem endgültigen Heim des Vereins Berliner Künstler(Tiergalten- straße 2a) und entdeckt anmutende Zeichnungen von Otto H. Engel und dem stets helleren K o ch- G o t h a: findet bei Gurlitt ein« reich« Uel-ersicht über die Malerei des außerordentlichen Dresdener Willy Kriegel, der mindestens im Stilleben ein« ungewöhnlich starke Qualität entfaltet, und endet bei Hartberg, wo Bruno Kryilskopf nach langer Pause einen schönen Beweis seiner urkräftigen, auf farbiger Umwertung der Wirklichkeit auf- bauenden Malerbegabung liefert. P. F. Sch. Freigabe sämtlicher Eisier«Chöre. Wie wir erst jetzt erfahren, hat der Leipziger Polizeipräsident die Beschlagnahme aller eingezogenen Eisler-Chöre(über die wir seinerzeit ausführlich berichteten) wieder rückgängig gemacht: die Freigabe bezog sich also nicht nur auf dl«„Bauernreoolution", so»- 9 D:- großen Schneiders alons sind zwar schon bankrott, aber sie möchten wenigstens recht und schlecht weiterexistieren Darum geht man auch hier zur billigen Mastenerzeugung über. Es ist vorbei mit den großer igen Erfindungen einer künstlerischen Phantasie. die in Silber. Seid«. Samt und schönen Frauenkörpe.n dacht«: deren Farben die Harmonie eines Cäzanneschen Bildes hallen und deren Linien einer Zeichnung von Picasso. Auch hier gehen eine Fertigkeit und ein Verständnis verloren. Das gilt nicht nur für die Mode, sondern die gesamt« Modell- industiie, die bisher die Bedeutung und den Ruf von Paris aus» machten. Sowie das mittelalterliche Kunsthandwcrk oerschwanb. weil es nicht mehr geübt und vergessen wurde, so geht die Pariser Rdode zugrunde. Die Zukunft gehört bis aus weiteres dem schlech- ten Mastenprodukt, dcr Phantasielosigkeit und der Barbarei... ?Lier Toöesmte'.fr Die Liebe zur Rhewrik und die advokatorisch« Begabung der Franzosen, verbunden mit einem lebcndigen Interesse für die Litera- tur. führen einigemal Im Jahr zur Inszenierung eines höchst sonder- baren Justizschauspiels im Pariser Schwurgerichtsgeböude. Cr- graute Richter, Staatsanwälte und Advokaten konstruieren zur Unterweisung junger Amtsnachsolger nach einem bekannten Roman, der ein Perbrechen behandelt, einen P:ozeß. Der Held wird unter Anklage gestellt, durch Beweise und Indizien zum Geständnis gs- bracht und dann nach der ganzen Härte des Rechts abgeurteilt. Da- bei übernimmt meist«in junger Anwalt die Rolle des Angeklagten. Der Streit wird in allem Ernst geführt, stundenlang prasteln die Reden aufeinander, die Anwälte holen zu mächtigen pathetischen Gesten aus. der Angeklagte ist zerbro6)en und zerknirscht— kurz, ernst könnte es nicht ernster sein. Kürzlich stand bei einem dieser Prozesse Andrö de Justat- Randon. der Held des Romans„Der Schüler" von Paul Bourget. unter Anklage. Das Publikum bildete die Geschworenen. Nach Schluß der Plädoyers stimmte es durch 5iandaufheben über Schuld und Nichtschuld ab. Der Held wurde schuldig erklärt. Der Gerichts- hos zog sich zurück und vc. künccie nach längerer Beratung das Urteil: Todesstrafe! Das heißt: Der Verurteilte wird eines Morgens aus seiner Zelle geholt und auf einem Stadtplatz— in Paris auf dem Boulevard Saint-Jacques— in aller Oefsentlichkeit auf der Guillotine abgeschlachtet. Am selben Tage, wo dem Helden Paul Bourgets zur Unter- Weisung junger Rechtsanwälte und Richter und zum Zlmüsement der alten d«r Prozeß gemacht wurde, wurden in diversen französi- schen Depar ementz auch drei arme Sünder nichtliterorischer Abkunft zu dieser Tode-art verurteilt. Im Ernst und Scherz vier Todesurteile an einem Tage— die Schule ist gut! H. J.) dern ebenso auf den Chor Opus 14 Nr. 1.Kurze Anfrage", wie den gleichfalls beschlagnahmten Chor Opus 21 Nr. 2„Ueber das Töten" —- eine rasche und rühmenswerte Wiedergutmachung offenbaren und nicht zu verantwortenden Unrechts. Kreutzen �viecler preußisch I Sie trete» au zum Rachedior....: Mit Mienenzfigen, mit verklärten. Trompeten sie an unser Ohr: Laßt Preußen wieder preußisch werden! Jawohl: Kein Nachtwächter soll mehr Sich ungestraft zu links bekennen. Jawohl; Das Recht mutz wieder her, Dem Gutsknedit ein paar aufzubrennen! Jawohl: Der Bonner Korpsstudent Soll diesem Lande wieder blühen. Jawohl: Die Wahl zum Parlament Soll in drei Klassen sich vollziehen. Jawohl: Das Stimmrecht, das verliert Der Mann mit Armengeld-Bezfigen. Jawohl: Die Frau wird kommandiert Zum Wasthtrog und zum Kinderkriegen. Sie winden einen Sehnsuchtsstrauß. Im Siegeszeichen des Verjährten: Von Junkermadit und Herrenhaus Soll Preußen wieder preußisch werden. _ Hans Bauer. Menschen vor zwei Millionen Jahren? t Ein Eingeborenendorf, wenn die paar armseligen Cllahhüllen an den Ufern des Liktariasees diesen Namen verdienen, ist der Schauplatz von Funden, die das größte Aufsehen erregt haben. Wie Dr. L. S- A. Leaky aus Cambridge, der Führer der ostafrikanischen archäologischen Expedllion. jetzt berichtet, hat er einen Unterkiefer- knochen des„Homo sapiens" gefunden, und zwar in Erdschichten. die denen der unteren Schichten in Oldaway in Tanganyika gleichen. die Dr. Leakey im Oktober vorigen Jahres durchforschte. Dr. Leakeq glaubt für den am Viktoriasse neuentdeckten Menschen noch eine frühere Existenz annehmen zu dürfen als die des Oldawaymenschen. der vor etwa 2 Millionen Jahren gelebt haben mag. Der geheimnis- volle Fund erhält höhere' Bedeutung durch die Entdeckung von Resten von Menichcnasfen. die Dr. Leakey im gleichen Gelände fand und unverzüglich britischen Sachverständigen zugehen ließ. Diese letzte Entdeckung führt in Verbindung mll der am Viktoriasee Dr. Leakey zu dem Glauben, daß es endlich möglich sein wird, das „fehlende Zwischenglied" endgültig festzustellen. Dcr Zlutor, dcr sich nlchi nennen darf. Das Dortmunder Lano- aericht entschied in dem Prozeß, den der Schriftsteller Adolf Mein- b e r g gegen die Stadt Dortmund angestrengt balle, zugunsten der Stadt. Mehiben hatte im vorigen Jahre ein Bergarbeiterstück „Der Galgen" beim Dortmunder Stadllhecller eingereicht. Da» Stück wurde zur Uraufführung angenommen, aber schließlicy wieder vom Spielplan abgesetzt, well Meinberg nach Angabe der Intendanz die Bedingung, sein Pseudonym Peter Hansen nicht zu lüften, nicht erfüllt halle. Meinberg hatte beim kommunistischen Ausstand im Jalzre ISA) in Dortmund eine führende Rolle gespielt. Insolgedelien bestllchtete die Intendanz, falls der richtig« Name des Verfassers be» könnt werde. Schwieriatellen bei der Aufführung des Stückes. Mein- berg berief sich darauf, daß die Vereinbarung wegen de» Pseudo» nyms nur mündlich getroffen worden sei. De? Verkrag mit Reinhardt. Die Direktion des Deutschen Theaters teilt mit. daß der Vertrag zwischen Max Reinhardt und den Herren Dr. Rudolf Beer und Karlheinz Atarsin unterzeichnet worden ist, nachdem über die noch ossenen Punkte volle Einigung erzielt wurde.— Leider wird nicht gesagt, in welchem Umfang« Reinhardt weller Regie ausüben wird. Oer freiwillige Arbeitsdienst. Nur Vorstufe zur Arbeitsdienstpflicht. Wohin die Reise gehen soll, hat der Generalmajor a. D. Faupel, it. Vorsitzender des Volksbundes für Arbeitsdienst, verraten. Sein Vortrag über das Thema:..Der freiwillige Arbeitsdienst als prak- tische Vorstufe der unbedingt erforderlichen Arbeitsdienstpflicht", ist im„Deutschen Arbeitsdienst", Bremen im Lcnzing(März), wieder- gegeben. Der freiwillige Arbeitsdienst habe bis Ansang Februar erst etwa tZlKKi bis 20 000 Arbeitslose erfaßt, in einem halben Jahre etwa 0,3 Prozent unserer 6 Millionen Arbeitslosen,„ein Ergebnis, das vom volkswirtschaftlichen Standpunkt als gleich Null zu be- zeichnen ist". Es bestehe kein Zweifel, daß auch bei Verbesserung der Ver- vrdnunoen ein schneller, durchschlagender Erfolg mit deni freiwilligen Arbeltsdienst nicht zu erwarten ist.„Notwendig i st die Ar- beitsdienstpflich t." Die A r b e i t s d i e n st p f l i ch t sei billiger als der frei- willige Arbeitsdienst. Zunächst sei der freiwillige Arbeitsdienst— als Vorstufe— zu begünstigen, durch Verlängerung der Arbeits- dienstzeit von 20 Wochen aus 40 Wochen oder ein Jahr. Der Per- sonenkreis müsse dahin erweitert werden, daß jeder Arbeits- lose die Berechtigung zum Eintritt in den freiwilligen Arbeits- dienst bekommt. Die Wartezeit müsse fortfallen, da sie für jemand, der sich sofort zum freiwilligen Arbeitsdienst meldet, keine moralische Berechtigung habe. Zu einer erfolgreichen erzieherischen Beeinflussung reiche die Zeit von 20 Wochen nicht aus. Der freiwillige Arbeitsdienst bleibe immer eine freiwillige Maßnahme, während die ganze Maßnahme die Arbeitsdienst- p l i ch t sei. von der volkswirtschaftlich und moralisch oußerordent- lich viel zu erwarten sei. Diese Offenheit ist zu begrüßen. Sie warnt d i r e k t vor dem Betreten der V o r st u f e des„freiwilligen" Arbeitsdienstes zur Stufe der Arbeitsdienst pflicht-Zwangsarbeit, die noch billiger geleistet werden soll als der freiwillige Arbeits- dienst. Artisten warnen! Vor Engagements nach Sowjetrußtand. Die Internationale Artistenloge fühlt sich jetzt verpflichtet, die Artisten vor Annahme von Engagements in Rußland zu warnen. Eine Zeillang haben sich die deutschen Artisten gerade nicht schlecht in Rußland gestanden, ober die Verhältnisse haben sich dort von Grund auf geändert. Die Staatezirkusse haben alle Abmachungen mit der Internationalen Artistenloge gebrochen. So darf jetzt kein Artist mehr Geld aus Rußland ausführen. Das macht ein Engage- ment für Artisten, die ihre Familien in Deutschland haben, glatt zur Unmöglichkeit. Es dürfen nicht einmal 10 Mark im Monat ge- schickt werden, um Gewerkschaftsbeiträge usw. hier in Deutschland zu bezahlen. Da aber Artisten in Rußland weder Neuanschaffungen machen, noch Requisiten reparieren lassen können, kommen sie nach einem mehrmonatigen Rußland-Engagement völlig abgebrannt über die Grenze. Die ganze Linie verbogen. Ausrede kommunistischer„Etreikobwürger*. Ueber das Ende des Bergorbeiterstreiks in der Tschechoslowakei wurde der„Roten Fahne" aus Prag berichtet: „Als jedoch am Montag auch nur auf einigen kleineren Gruben die Arbeit wieder teilweise aufgenommen wurde, faßte die Zentralstreikleitung im Bewußtsein ihrer revolutionären Verantwortung den Beschluß, Wiederaufnahme der Arbeit vorzuschlagen, um eine Zcrbröckelung der Streikfront zu verhindern." In Wirklichkeit stand die Sache nach dem Präger Abkommen so, daß trotz der revolutionären Parole, den Streik sortzusetzcn, der Streik gegenstandslos geworden war. Um den Anschluß beim Streikabbruch nicht zu verpassen, besonnen sich die Kommunisten auf ihre„revolutionäre Verantwortung" und„würg- ten" den Streik ab. Dafür brauchten sie eine Ausrede, die sie nur finden tonnten, indem sie die„rechte Linie" verbogen, sich auf ihre Verantwortung berufen. Jldoli Orimme: Jluf freiem Grund mit freiem Volk Ein preußischer Minister für Wissenschast, Kunst und Volks- bildung hat vielseitige Verpflichtungen. Er muß für sein Ressort im Landtag sprechen, die Staatsregierung bei der Eröffnung von Aus- stellungen, bei Gedenkfeiern repräsentieren und schließlich fordert die Partei, die ihm sein Amt anvertraut hat, daß sich ihr der Minister bei wichtigen Anlässen zur Verfügung stellt. So entstehen Reden und Aufsätze, die den mannigfachsten Gegenständen gewidmet sind. Ge- nasse Adolf Grimme hat jetzt eine Reihe seiner Ansprachen und Artikel unter dem Titel:..Auf freiem Grund mit freiem Volk" im Verlag I. H. W. Dietz herausgegeben: das auch äußerlich sehr geschmackvoll ausgestattete Buch wird sicher Freunde finden. Eine feste sozialistische Weltanschauung spricht aus jedem dieser Beiträge, eine Weltanschauung, die so sicher ist, daß sie bei jedem Anlaß, der ihr zum Objekt wird, die Beziehung zum Ganzen unserer geschichtlich-gesellschaftlichen Kultur mit überraschender Selbstver- ständlichkeit herstellt. Ob Genosse Grimme vor Berliner Arbeitern über den Sinn der Arbeit spricht, vor dem Preußischen Landtag das Verhältnis von Staat, Kultur und Massen in der Demokratie dar- legt oder den deutschen Soziologen-Kongreh einleitet, immer spricht er von einem letzten Verhältnis zu seinem Gegenstand und er sagt seinen Hörern: ein solches Verhältnis kann nur ein philosophisches Verhältnis sein. Dieses Buch von kaum mehr als hundert Seiten zeigt uns den preußischen Unterrichtsministcr als wahren Kultur- Minister, der seine Ausgabe, die Traditionen des deutschen Geistes zu pflegen und sie der heranwachsenden Generation zu überant- warten, ernst nimmt: hier spricht ein Mensch, der teilnimmt an dem schweren Ringen unserer Gegenwart, inmitten der Vermassung und Betriebsamkeit des heutigen Lebens den Sinn echter geistiger und seelischer Bedeutsamkeit festzuhalten, hier spricht ein Mensch, dem es ernst ist im Kampf um wahre Personalität, die„das Abstands- gsfühl zur Masse überwunden hat zugunsten eines Verbundenhests« gcfühls mit dem unbekannten Soldaten des Daseinskampfes". Schlechthin meisterhaft ist das kurze Lcssing-Porträt, das Genosse Grimme skizziert, und eine ebenso gründliche Vertrautheit mit der Wirkungsgeschichle dos deutschen Geistes beweist der ausgezeichnete Aufsatz zum hundertjährigen Todestag von Hegel, der zuerst hier im„Vorwärts" erschienen ist. Die Wissenschast der deutschen Arbeiter- Nasse, wie sie Marx, Engels und Lasfalle geschaffen haben, wird in diesem Artikel überzeugend von Hegel hergeleitet, und wenn Engels einmal gesagt hat, daß wir deutschen Sozialisten stolz darauf sind, daß wir uns auf Kant, Fichte und 5zcgel beziehen können, so dürfen wir heute davon überzeugt sein, daß sich Deutschland sehr bald zu den Männern bekennen wird, die wie Grimme, der Mitkämpfer Otto Brauns und Carl Severings, die besten Traditionen unsener Geschichte wcitertrogen. J- P. Mayer. Rundfunk am Abend Donnerstag, den 21. April. Berlin. 16.05 Aktuelle AbtcHunj. K-.30 I. Rob. Schumanu: Kinderszenen, or. 15.?. Herrn. Reutier: Die Passio» In neun Inventionen.(Hermann Reutter. Flüeel.) 17.05 Lieder. Eilet Sclilöler, Tenor: Flügel: Rudolf HauscbiM. 17.30 Jugend im Beruf.(Fritz Frlcke.) 17.50 Aktuelle Abteilung. I'.IS Dr. Ludwig Fulda: Die Lebensbedingungen des Bühnenautors. 18.35 Staatssekretär Hdi« Krüger: Der preußische Staat und die Landwirtschaft. 18.55 Die Funkstunde teilt mit... 16.00 Stimme zum Tag. 15.10 Mitteilungen des Arbeitsamtes. 19.15 Gute Schlager. 21.00 Tages» und Sportnachrichten. 21.10„Kameraden 1812." Hörspiel von Hermann Roßmann. Regie: A. Braus. Anschließend; Abenduntcrhaltung. Königswusterhausea. 16.00 Walther Merck: Zum Gedächtnis Georg Kerscbenstciners. 17.30 Dr. Gerhard Schacher: Das deutsche Bevolkerungselemcnt in der Wirtschaft der österreichisch-ungarischen Nachfolgestaaten. 18.00 Rolf Ghatberg und Hartmut w egener: Neue Songs. 18.30 Spanisch für Fortgeschrittene. 16.55 Wetter für die Landwirtschaft. 19.00 Aktuelle Stunde. 19.30 Landw.-Rat Dr. Araend; Aus der Praxis des bäuerlichen WirlschafU- beraters. 19.55 E. H. Burg liest zwei Kurzgeschichten. 20.10 Kopenhagen: Europäisches Konzert. Funk-Sinfonie-Orchester. Palestrina- chor 1. Niels W. Qadc:„Nachklänge an Ossian." 2. Dänische Volksweisen. für gemischten Chor. 3. D. Fr. Kuhlau; Konzert für Klavier und Orchester. D-dur, op. 7.(Polmer Jensen, Flügel.) 4. I. P. E. Hartmanm Ouvertüre zu„Lidcn Kirsten". 5. II Rung; Modersmaalet(Muttersprache).(Text von N F. S. Grundtvig.) 6 C. E. F Wesse: Aventyred i Dyrehavcn(Das Erlebnis Im Tiergarten).(Text von H. Herz.) 7. C E. F Weyse: Natten er saa stille(Die Nacht ist so still).(Text von Joh. L. Heiberg.) 8. Th. Laub; Stille Hjaerte(Stilles Herz).(Text von Jcppe Aakiaer.) 9. C. Nielsen: Sora en rejselysten Flaade.(Text von H. Rode.) 10 C. Nielsen Ouvertüre.Helios". U. C. Nielsen: Pan und Synnx, Naturszene für Orchester. 12. C. Nielsen: Hahnentanz aus„Maskerade". ÜctantmotH. für die(Rrbaftton; Stich,«ernflein, Berlin: Anzeigen: SV©lod«, Berlin Sctlra: SJotroärts Bering®. nt. b. H.. Berlin. Druck: Borwärt» Buch. druckerei und Berlägsanslnlt Paul Singer& Co.. Berlin S® 68. Lindenstr. 8. Hierzu 1 Beilage. �(Befchäfte-Jtnyei'ger äSexirß Jlorde Restaurant A.Pnhsf Stargarder Str., Ecke Lychener Str. Verkehrs! kal der Partei and Reidisbanners Paul meiner Eisemwarenhandlung KOpenicK.schloßstr.13 Tel.; F. 4 samraelntiniraer 2303. Greil Camembert die führende Marke Erhdltlich in allen Lebensmittel- and FeinkosUescfaatten Itlcvc /a», HAUS ota porru om«;/mt/v/ fjrünfirutfr 23 21 Köpenick am Schlopplala AMjgÄsSstroOe 24-25 Bühlers Ballhaus Ttt�licti Clärdaens Widwenball I Sauerkohl in bester Qualität, liefert Paul Graßnick, Lichtenberg,_ J RittrreutfiirMlP 129a Toi. 11 5, 2653 J Friedrichshagener Baugenossenschaft :.G. 4* M.B.H. Hoch- u. Tiefbau R.197 BERLIN-FRIEDRICHSHAGEN• KLUTSTR. 8 ). Andermann Oes. in. b. H. BK. Miiseler Str. SD, Fernspr. Sönigsladt 3290/91 Eiergroßhandel Import{ I EXDort| A.Janiszewski Buchdruckerei und Verlag G.m.b.H. 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April 1932 LprAbemö SflÄjtUUgtA Jtt l&fVHtfb Neltx Wolfthttm: Fröbcls 150. Geburtstag Als Fröbel— dessen 130. Geburtstag mir heute feiern— den Kindergarten schuf, war er bereits ein alter Mann. Es bedurfte für ihn eines langen Wirkens im Dienste der Erziehung, bis feine Er- kenntnisse ihn dahin führten, sich für das Kleinkind einzusetzen. In Uebereinstunmung mit unserer modernen Psychologie, die den Eindrücken der frühen Kindheit größte Bedeutung beimißt, wollte Fröbel dem Kinde von Anbeginn an günstige Entwicklungsmöglich- leiten schaffen. In seinen..Mutter- und Koseliedern" gibt er den Müttern Anweisungen für die Leitung des ganz jungen Kindes und stellt dabei wertvollste Erziehungsgedankcn auf Man mutz es be- dauern, daß die F o r m dieses Buches für den heutigen Leser— soweit er sich nicht zu fachwissenschaftlichen Studien damit befaßt— wenig anziehend ist. Denn manche der in den Mutter- und Kose- liedern gebotenen Anregungen sind auch in unserer Zeit beher- zigenswert. Um etwas hervorzuheben, sei erwähnt, daß Fröbel schon damals auf die Bedeutung von Rhythmus und Bewegung?- Übung für die Entwicklung des Kleinkindes hingewiesen hat, also einer Anschauung Ausdruck verlieh, die damals noch unbekannt war. Die moderne Säuglingsgymnastik sehen wir in ihren Anfängen bereits bei Fröbel angebahnt. Auch zur Montessori- Methode stehen Fröbels Erziehungsideen durchaus nicht in solchem Gegensatz, wie es bei oberflächlichem Hinsehen den Anschein hat. Wer sich der Mühe unterzieht, sich in die etwas schwer lesbaren Schriften Fröbels zu vertiefen, wird da manche Forderung finden. die mit der modernen Pädagogik in Einklang steht. Fröbel betont die Forderung der„nachgehenden" Erziehung, die jedes„Gängeln" des Kindes vermeiden will und sich den der jeweiligen Entwick- lungsstufe entsprechenden Forderungen angleicht. Die 5)inleitung zur Selbständigkeit und Selbsttätigkeit ist nach Fröbel Vorbedingung einer richtigen Erziehung und Beschäftigung des Kindes. Die Bc- gründung des K i n d e r ga r t e n s beweist einen vorausschauenden Blick. Es gab auch damals bereits Ansätze zu einer sozialen Fürsorge für das kleinere Kind, es war aber eben nur Fürsorge, nur Verwahrung—„Bewahranstalten"— nicht aber zielbewußte, dem Alter des Kindes angepaßte Förderung. Was Maria Montessori in ihren Kinderhäusern neben der Ausbildung und erziehlichen Beeinflussung des Kindes anstrebt, die Beeinflussung der Mütter, das war auch bereits bei Fröbel ein wesentliches Ziel des Kindergartens. Es war ja über- Haupt der tiefere Sinn des Wirkens dieses Pädagogen, die Mädchen er Ziehung nach der erziehlich-mütterlichen Seite hin zu vertiefen. Dem galten auch die ersten von ihm veranstalteten Kurse zur Ausbildung von Kindergärtnerinnen, und ein hinter« lassener Plan für eine Mädchenbildungsanstalt gibt uns Aufschluß Über Zielsetzungen, die sich in manchen Punkten mit denen der heutigen„Frauenschulen" berühren. Auch die inodernen Landerziehungsheimc haben in Fröbel einen Vorläufer. Als um die Jahrhundertwende H e r r m a n n L i e tz die Leitgedanken des von ihm im Harz eröfsnetcn ersten deutschen Land- erziehungsheims veröffentlichte, wurde man erst gewahr, wie die Ideen Friedrich Fröbels fortgewirkt hatten. So können wir Fröbel— trotz der großen Umwandlungen auf pädagogischem Gebiet— als Pionier der modernen Erziehung bc- trachten, und der Gedenktag sollte uns Anregung geben, zu prüfen, was aus seiner Gedankenwelt noch heute lebt und weiterhin an- wendungswcrt ist. -i. t. mmut: Die Frobel-litcratur Daß Fröbel schon frühzeitig seine Mutter verlor, daß er mehrere Jahre fremden Leuten überlassen war(von 1797 bis 1799 weilte er bei einem Förster in Hirschberg an der Saale), daß er dann von seiner Stiefmutter, der er sich mit kindlicher Offenheit anzuschließen versuchte, zurückgesetzt worden ist. mag seiner Seele den deullich sichtbar gewordenen Zug des einfmnen Insichselbst- gehens aufgeprägt haben. Später studierte Fröbel drei Jahre in Jena und betätigte sich danach als Vermessnngsbeamter, als landwirtschaftlicher Buchhalter und schließlich als Haus- lehrer bei einer adligen Familie. Mit seinen Zöglingen zu- sammen ging er mehrere Jahre nach Tverdon zu P e st a l o z z i. 1811 studierte er weiter in Göttingen und 1812 in Berlin. 1813 stand er im Lützowschen Freikorps. 1814 wurde er Assistent am mineralogischen Museum in Berlin. 1816 eröffnete er in Gries- heim an der Ilm eine Knabenerziehungsanstalt, die er 1817 nach Keilhau bei Rudolstadt verlegte. 1830 wirkte«r in der Schweiz als Leiter von Erziehungsanstalten. 1837 begründete er in Blankenburg in Thüringen eine Anstalt zur Pflege des Be- fchäftigungstriebes für Kindheit und Jugend, di« der Ausarbeitung. Herstellung und Verbreitung seiner Beschäftigungsmittel diente. In den folgenden Iahren unternahm er Reisen, um sür die Errichtung von Kindergärten zu wirken, und er begann mit Ausbildungö- kursen für K i n d e r f ü h r e r. Von besonderer Wichtigkeit in seinem Wirken ist der 28. Juni 1840, an dem Fröbel den allge- meinen deutschen Kindergarten legründete, der durchaus nicht der erste Kindergarten war und auch nicht nur eine nach Fröbelschen Grundsätzen geleitete Spielanstalt, sondern der ernste Versuch, die gesamte deutsche Frauenwelt für die hohen Ausgaben der Erziehung zu begeistern, die Kindh-iUpslege zu vertiefen und zu fördern. 1844 bis 1848 unternahm er erneut Reisen zur Verbrettung der Kinoer- gärten. 1849 oerlegte er seinen Kindergarten und die Kinder- gärmerinnenanstall nach Liebenstein und später nach Schloß Marien- thal. Dort verstarb er am 21. Juni 1852. Wer Fröbel verstehen will, muß sich in seine Gedankenwelt hineinversetzen. Es gibt eine umfangreiche Fröbelliteratur, di« das ermöglicht. Fröbels pädagogische Idee im allgemeinen behandelt Dr. Johannes Prüfer in seinem Buche„Theone und Praxis in der Erziehung"(bei Klankhardt. Leipzig). Er hebt hervor, daß nicht in erster Linie das so oft geforderte wissenschaftliche Fundament die praktische Erziehung oorwä.ts bringen kann, sondern einzig und allein die rein menschliche Höherbi'dung der Erzieher. Dahin ziellen auch Fröbels Bestrebungen, die darauf Hinausliesen, die Erziehungs- arbeit durch Veredelung der Erziehungspersönlickkeit zu fördern. In Fröbels Kindergarten führen u a.«in Prof. Dr. Eugen Pap- p e n h e i m in seiner bei L. Oemigke in Berlin erschienenen Schrift „Grundriß der Kleinkinder- und Kinoergartenpädagogik Fr. Frö- bels". in der alles wesentliche, was Fröbel über diesen Gegenstand geschrieben hat. zusammengestellt ist. Dann erschien bei Hermann Vöhlaus Nachfolger in Weimar das dreibändige Werk„Die Praxis des Kindergar'ens" von A. Köhler, eine theoretisch praktische An- ieitung zum Gebrauch der Fröbelschen Erziehungs- und Bildung-- mittel in Haus, Kindergarten und Schule, zugleich die beste Er- Die Karl-ZNare- Ächuic Cittern ifcinfa der Schule ins Stammbuch/ Von Fritz Sarseu Auch bei diesem Wahlkmupf ist die von mir geleitet« Karl- Marx-Schule in Neukölln wieder der Gegenstand wütender Angrüfe der Reaktion. Wie ist es dazu gekommen? Das Kaifer-Friedrich-Realgymnasium, das ich vor 1014 Jahren übernahm, war die höhere Schul« der sogenannten besseren Kreise von Neukölln. Vom ersten Augenblick an war mir klar, daß der soziale Boltsstaat die Aufgabe hat, auch die Bildung, die die höhere Schule vermittelt, allen denen zugänglich zu machen, die dafür eine natürliche Begabung mitbringen. Unter dissem Gesichtspunkt hat sich damals der Genosse Löwen- stein bemüht, eine Aufbauschule nach Neukölln zu bringen, die unter meiner Leitung mit der alten Schule verbunden wurde. Es stellte sich sehr bald heraus, daß diese Schule mehr alz nur ein Anhängsel war. Die außerordentlich lebendigen, aufgeschlossenen Kinder ans der proletarischen Schicht, die jetzt in die Schule strömten, brachten«inen ganz neuen Anschauungstreis, ganz neue Erlebnisse mit. Mehr und mehr wurde es nötig, von den alten Bildungs- gittern zum Teil abzugehen, weil sie für diese Jugend keinen Lebens- wert mehr hallen, zum Teil sie unter Gesichtspunkten zu behandeln, die dieser neuen Jugend nahelagen. Fast ganz von selbst baute sich in der Zusammenarbeit von Schülern und Lehrern, die diesen Bildungswillen der Kinder aus der anderen sozialen Lage verstanden, ei» ganz neuer Arbeitsplan auf. der wirklich den lebendigen Interessen der Kinder entgegenkam und von ihnen mit ungeheurem Eifer durchgearbeitet wurde. Nicht aus irgendwelchen Theorien, sondern allem aus dem Zwang dieser Arbeit kamen wir immer mehr dazu, die Formen der autoritativen Schule abzubauen und an deren Stelle Formen der Schularbeit und des Schulleb ens zu setzen, die noch viel zwingender waren, weil sie durch die gemeinsamen sachlichen Interessen dieser Jugend gefordert wurden. So entstanden bei uns Schulgemeinden, gemeinsam« Konferenzen, Ausstellungen, Aufführungen, immer getragen von dem Bewußtsein, daß hier Menschen einer werdenden Gesellschaft am Ausbau einer Schule zusammenwirkten. 1923 richtete der Genosse L ö w e n st e i n, ebenfalls in Zu- sammenarbeit mit uns, die sogenannten Arbeitcrkurse ein. Von diesen erwachsenen Menschen, die noch einmal zur Schule kamen, ging wieder eine Fülle von Anregungen noch der vorhin geschilderten Richtung aus. Stach und nach wurde auch die alte Schule von den neuen Inhalten und den neuen Formen der Arbeit, die sich in der Aufbau- schule und den Arbeiterkursen herausgebildet hatten, ergriffen. Neue Schüler strömten herein, die sich ihrer gesellschaftlichen Herkunst nach wenig von den Ausbauschülern unterschieden. Neue Lehrer kamen, die mit uns arbeilen wallten, da sie hier Zukunft sahen. Di« Arbeit blieb schließlich nicht auf die höhere Schule beschränkt. Wir nahmen einen Dolksschulkreis hinzu. Und heute ist das ganz« System, das über 2000 Schüler umfaßt, von einer einheitlichen pädagogischen Gesinnung erfüllt, hat einen systematischen Aufbau des Arbettsplans vom ersten Schul- jähr bis zur Reifeprüfung und eine einhettliche Arbeitsform. Nach zehnjähriger Arbeit haben wir im letzten Oktober im Zentral- institut für Erziehung und Unterricht gezeigt, was die Schule will, was sie ist und kann. Diese Entwicklung ist gewiß nicht immer so glatt gegangen, wie sie sich jetzt darstellt. Die Schule ist wütend von außen an- gegriffen worden. Die Spaltung der Arbeiterparteien hat in politisch erregten Zeiten immer in die Schule hineingewirkt. Aber ich habe vom ersten Tage an das Prinzip gehabt, nichts zu ver- schleiern, jedem Menschen, der zu uns kam, bereitwillig die Tür zu öffnen. Gleichviel, ob es ein deutschnational gesinnter Pfarrer war, oder ein linksradikaler Gegner. Wir waren immer der Meinung, daß nur die größte Offenheit uns gegen den Verdacht schützen könnte, der durch alle möglichen dunklen Gerüchte aufgebracht und genährt wurde. Und wir können wirklich sagen, daß dieses Verfahren sich bewährt Hai. Denn nicht wenige unserer Gegner haben nach dem Besuch zwar ihre prinzipielle Einstellung nicht geändert, aber gern und in vielen Prcsseveröffentlichungen anerkannt, daß hier ernste, sehr wertvolle und für die Jugend der Republik fruchtbringende Arbeit geleistet würde Dieselbe Anerkennung haben auch die Behörden wiederholt ausgesprochen. Das gilt nicht nur für den gegemvärtigsn Minister, den Genossen Grimme, sondern ebenso für leine Amts- Vorgänger, vor allen Dingen den Staatsminister Dr. Becker. Er hat sich nicht nur selbst von unseren Leistungen überzeugt, und den albernen Verdächtigungen, die nach seinem Besuch zuerst von kom- nnmistischer Seite gegen die Schule erhoben wurden, niemals Glauben geschenkt! wir haben auch nach der ersten Prüfung der Ausbauschule, die 1928 stattfand, in einem 16 Seiten langen Erlaß aus Grund der Durchsicht aller unserer Arbeiten durch eine vom Ministerium beauftragte Stelle die große Anerkennung erhalten. daß unsere Arbeit„als außerordentlich erfolgreich angesehen werden kann", daß dies seinen Grund habe„vor allem in der Hingabe der Lehrer an die Arbeit, die sie gemeinsam mit den Schülern leisten wollten". Es sei„hohe pädagogische Kunst, bei diesen Gegebenheiten junge Menschen an etwas heranzuführen, was man Liebe zur Sache nennen könne. Und von dieser Liebe zur Sache ist in all den Arbeiten, natürlich in den freien Jahresarbeiten vor allem, über- rafchend viel zu finden". Die großen Arbeiten unserer Schüler haben öffentlichen Stellen vorgelegen, wie dein Landwirtschastsministerium, dem Institut für Zeitungskunde, Jndustriewerken(Mercedes), und haben die höchste Anerkennung gefunden. Die Arbeiterkursisten haben nicht nur in den letzten Jahren alle die Reifeprüfung bestanden, sondern sogar 30 Proz. und mehr mit den, Prädikat„gut", resp.„mit Auszeichnung": in Prüfungen, die stets unter dem Vorsitz eines staatlichen Kommissars als Extraneer- Prüfungen abgehalten wurden. Die Menschen, die herausgegangen sind auf die Universität, haben sich so gut bewährt, daß die Studien- stiftung des deutschen Volkes in einem Gutachten erklärt,„gemesssn an den sonstigen Erfahrungen mit den A.St. muß der Studien« ein druck der Neuköllner als ausgezeichnet gelten. Soweit sich heute schon urteilen läßt, befindet sich unter ihnen kein einziger „Versager"... Das Niveau der letztaufgenommensn Neuköllner ist eher noch höher als das der ersten. Es finden sich unter diesen Vorsemestern ausfallend viele, denen von den Prüfern, oft unter Erstaunen, das Zeugnis ungewöhnlicher Bildung und Reife aus- gesprochen wird... Für die sozialeren Naturen stellen sie(die Neuköllner Arbeiterknrse) einen verhältnismäßig idealen Weg dar." Trotzdem: dad ist marxistische Pädagogik, marxistische Schulpolitik, und daher muß die Schule umgebracht werden! In diesem Sinne arbeitet vor ollen Dingen die schwer- industrielle„D A Z.", und ihr Matador, der nun schon zwei lange Artikel über unsere fluchwürdige Schule losgelassen hat, ist ein Herr K u r t S ch w e d t k e. Er vertritt die antimarxistische, wahr- hast deutsche Linie, Wahrheit, Baterland und Religion. Wir haben es uns bisher versagt, seine Sudeleien, in denen er alle allen Ver- dächtigungen, besonders gern, wenn sie aus kmmramistischer Quelle kommen, wieder auswärmt, in denen er aus eigenem einig« per- sönliche Gehässigkeiten und Verdrehungen hinzufügt, in irgendeiner Weife zu beachten. Wir waren und sind der Ileberzeugung, und Zuschriften maßgebender Persönlichkeiten haben es uns gezeigt, daß jeder Mensch mit natürlichem Empsürden für Reinlichkeit sich an- geekell von diesen Machwerken abwendet. Wer es scheint, wir haben Herrn Schwedtke durch unser Schweigen Mut zu neuen Taten gegeben. Darum sei kurz folgendes gesagt, und zwar in Uebereinstunmung mit dem gesamten, aus den Anhängern vor- schiedener politischer Parteien bestehenden Kollegium: Herr Schwedtke war während des kurzen Sommersemesters 1929-, vorüber gehend Lehrer an der Karl-Marx-Zchukc. Er hat sich damals daruni gerissen, an der Anstalt tätig zu sein, die er durch Hospttation vorher kennengelernt hatte. Meine Einwände entkräftete er mit der ausdrücklichen Begründung, daß er in der Atmosphäre der allen Schule(Albrecht-Dürer-Oberrealschule in Neukölln) nicht weiter arbeiten könne, daß er sicher sei, gerade in dem Geist unserer Schule mitarbeiten zu können. Herr Schwedtke hat an unserer Schule den schweren Mißerfolg gehabt, von allen Schülern abgelehnt zu werden. Uebcr seine Leistungen muß ich schweigen. Genug: am Schluß des Halbjahres zog er es vor, selbst um seine Versetzung zu bitten. Ueber seine Erlebnisse an der Schule, von denen er nun in den Zeitungsartikeln berichtet, hat er hier fast ganz g e sch w i e g e n. Von einem Kamps gegen das verrottete System, den er als deutscher Mann doch offen und mutig hätte sichren können, etwa in Konserenzen oder persönlichen Auseinandersetzungen, haben wir nichts demerkt. Auch den Weg, die von ihm jetzt gerügten Mißstände der Behörde mitzuteilen, den Weg des korrekten Beamten, ist er nicht gegangen. Den Ehrgeiz, der ihn unter den damaligen politischen Verhältnissen zu uns getrieben hatte, konnte er bei uns nicht befriedigen. Es gibt Menschen, die aus ihren Mißerfolgen lernen. Er gehört nicht zu diesen Menschen. Er sieht die Schuld nur in den bösen anderen, die ihn nicht zur Auswirkung seiner von chm selbst überaus hoch- geschätzten Fähigkeiten kommen lassen. So wird der Mann, der vor drei Jahren leidenschaftlich zu unserer Schul« wollte, der sich bei einem Kollegen, der ihm dazu verhelf,„für freundliche Sekundantendienste" schriftlich bedankte. heute unter veränderten politischen Verhältnissen ein anti- marxistischer Kämpe. Hemmungslos veröffentlicht er jetzt Notizen, die er aus dam amt- lichen Mitteilungsbuch, noch dazu salsch, vor drei Jahren ab- geschrieben hat, die er sich auch sonst, ebenso falsch, bei allen mög- lichen Gelegenheiten vor drei Jahren heimlich gemacht hat. Er besucht jetzt unsere Ausstellung, um sie nach Material gegen uns durchzuschnüffeln und erfindet es, wenn er keins findet. Wir wünschen seinem Ehrgeiz Erfolg bei den neuen Freunden, denen er sich durch solche charaktervolle Haltung empfiehlt. Wir beglück- wünschen die antimarxistischc Front zu diesem gesinnungstüchtigen Mann! läuterung Fröbelscher Erziehungsgrundsätze, von denen nur hervor- gehoben sei, daß ihm das reine Anschauungs- und Lernprinzip zu eng war. was ihm Veranlassung wurde, den Bau auf eine breitere Grundlage zu stellen. „Fröbels Mutter- und Koselieder", bei Quelle u. Meyer neu erschienen, zeigen Fröbels Mühen um die Höherbildung der Mutter. Der Herausgeber(Dr. Prüfer) sagt in der Einleitung, man müsse sich in dieses Buch besonders vertiest haben, wenn man in das Innerste der Fröbelschen Ideen«indringen will: denn au- diesen Liedern leuchtet uns der ganze Genius Frö eis entgegen. Das Leben Fröbels beleuchten sehr gut die folgenden Bücher:„Prüfer, Friedrich Fröbel"(Teubner. Leipzig). Unstreitig die beste Fröbel- biographie der Gegenwart. O. Stiebitz. Friedrich Fröbels Be- Ziehungen zu Pestalozzi(E. Wiegandt, Leipzig) Es zeigt den inni- gen Zusammenl)ang zwischen den Fröbelschen und Pestalozzischen Ideen. Honschmann, Friedr. Fröbel(Bleyl u. Kämmerer, Dres- den). Weist hin auf die Entwicklung der Fröbelschen Erziehungs- theorte in seinem Leben. Klar hebt der Verfasser hervor, wie Friedrich Fröbel nicht nur eine Methode für den Unterricht fand, sondern für die Erziehung. Und das ist die Methode der Entwick- lung auf dem Prinzip der Darstellung, die chn dazu trachte, über das Pestalozzische Anschauungeprinzip hinauszugehen und die Dar- stellung des Geschauten zu fordern. Indem Fröbel d'eses Gesetz als das Prinzip der Erziehung ausstellte, indem er die Mittel dazu ent- deck e und cen Erziehern in die Hände gab trat er für die Er- Ziehung ebenio resormatorisch ein wie Pestalozzi epochemachend sür den Unterricht. Eine vollständige Ausgabe der Fröbelschen Schriften f ist für die Monumento Germaniae Pädagogica in Vorbereitung, aber . es liegen in den Verlagen Köhler und Reclam, beide in Leipzig, , wortgetreue Einzelausgaben bereits vor Und das 8. Bändchen f Oer Quellen zur Geschichte der Erziehung(O. Nennich. Leipzig) enthält«ine gute Einführung in Fröbels Schnsten Fröbels philosophische Grundanschauungen sind in einer Leipziger Dissertatlon von Schulz(1905) und in einer Jenaer Dissertation von Reg» mann(1907) treffend dargestellt. Niehls erreicht? Arbcitcrsporllcr und Preuftenwahl Immer und immer wieder schreien die Konrmunisten: Der Hauptfeind ist die Sozialdemokratie! Dann kommt die Frage: Was Habt ihr denn erreicht? Wao wir erreicht haben, dafür einige Beispiels aus dem Gebiet des Arbeitersporis. Waren der Arbeiterschaft und ihren Organisationen früher, als Wilhelm noch mit dem Dreiklassenwahlrecht herumregierte, Knebel angelegt, so natürlich auch dem Arbeitersport. Die roien Sportler wurden von den lürgerlichsn Vereinen gemieden wie die Pest. Weiche Angst man zum Beispiel vor den roten Zduderern hatte, da- für hier ein Beispiel. Als der Ruder-Derein„Vorwärts"' im Jahre 1312 zur Errichtung eines Bootshauses auf dem linken Spreeufer bei Baumschulenweg ein gut zu erreichendes Gelände pachten wollt«, wurde das abgelehnt. Erst nachträglich stellte sich heraus, daß der in der Ädähe gelegene Ponton-Uebungs- platz der Garde-Pionicre eine so gefährliche Nachbarschaft nicht ver- trüge. Selbstverständlich erhielt ein bürgerlicher Nuderverein dann das Gelänoe: der war stubenreiner, cheut« noch verspüren die„Vorwärts"-Leut« diese Schikane, sie müssen jedesmal die Fähre benutzen oder«Inen großen Umweg machen, wenn sie zu ihrem Bootsplatz wollen. Die Ueberlassung dieses Lootsplatzes hatte der Ruder-Verein„Vorwärts" nur dem Einfluß des damaligen f o- zialoemokratischen Stadtverordneten Sassenbach zu ver- danken. Ein Teil der Stadtverordneten mußte damals bekanntlich Hausbesitzer sein: Sasienbach war als Eigentümer des Eewerk- schaftshauses einge'ragen und so hatte er manches Dorrecht. Auch dieses Privileg ist durch die Revolution beseitigt wo. den, ihr Herren Kommunisten. Sonst säßet ihr heute nicht im Roten Hause und könntet nicht fortgesetzt spektakeln und die unsinnigsten Anträge stellen. Damals konnte sich die Arbeitersportbewegung nicht so frei und unbehelligt entwickeln wie heute. Welcher Beamte durfte es etwa wagen, einem Arbeiterspo.toerein beizutreten? Wehe dem Nacht- wäch'er im kleinsten Dorf, der eine Arbeiterzeitung las oder gar sozialdemokratisch wählte! Auch den Angestellten war die Aus- Übung des Sports sehr erschwert. Ivo gab es früher die durchgehende Arbeitszeit, wo gab es einen freien Sonnabeudnachmittag, wo war das Ivochenende? Ladenschluß war früher um 10 Uhr abends, erst viel, viel später wurde der Acht-Uhr-Ladenschluß auf Antrag der s o z i a l d e m o> kratischen Reichstagrfraktion eingeführt. Zeter und Mordio schrien die Krämer, ihr Untergang sei nahe! Ein Vertre'er der Handelskammer meinte sogar: Durch den Acht-Uhr-Ladenschluß würden viele Existenzen ruiniert und die jungen Leute nur zu Ge'dauzgaben und Vergnügungen verleitet. Auch Sonntags konnten die Geschäfte mit Ausnahm« der Kirchzeit bis abends geöffnet bleiben. Erst später wurden die Ladengeschäfte um 2 Uhr nach« mittags gesch'ossen. In den Büros sah es nicht anders aus. Die zehnstündige Arbeitzeit war eine Selbstverständlichkeit. Die da- malige Kaiserliche Post trug dem Rechnung und hielt ihre Schalter bis 8 Uhr geöffnet. Wollten di« jungen Lept« ihr« Kenntnisse er- weitern, dann konnten sie hungrig urd müde zwischen 8 und 13 Uhr abends die Fortbildungsschule besuchen, wofür sie noch eine Ge- bühr bezahlen mußten. Heute sst die obligatorische Pflicht- fortbildungsschul« eingeführt, die während der Arbeits- zeit vormit'ags besucht werden muß. Natürlich ist das alles in den Augen unserer Gegner kein Fortschritt. Die Ausübung clucs Sportes war unter diesen llmsiändcn gerade für die Angestellten so gut wie auogcfchlosfen. Erst nach der Revolution wurde das alles anders. U e b e r a l l baute man Sportplätze und besonders die'ozialdemo- kratischen Dezernenten in den Stadtbezirken uzten sich dafür ein. Den Arbeitersportlern standen die Turnhallen wie allen ande- ren offen. Heu'e schreien die Kommunisten Zetcr und Moroio. weil ihnen die Turnhallen nicht zu den billigen Sätzen zur Ber- fügung stehen. Sie nennen das„Tunihallearoub". natürlich begangen von Sozialdemokraten. Die Kommunisten müssen nur deswegen die vollen Gebühren be- zahlen, weil sie mit ihren Parteifportoereinen keinem behördlich anerkannten Spitzenverband angehören. Das haben sie sich ver- scherzt, als sie sich in den anerkannten Zlrbeiterspartoereinen so unanständig betrugen, daß sie hinausgeworfen werden mußten. Wie man früher mit den Arbeiterwcnern umsprang, dafür einige Beispiele: In Schleswig hatte der sozialdemokratische Redakteur Adler die Genehmigung nachgesucht, Turnunter- richt erteilen zu dürfen. Er war staatlich geprüfter Turnlehrer. Er erhielt den Bescheid,„daß sich schon allein aus seiner Zugehörig- keit zur Sozialdemokratischen Partei di« Unmöglichkeit ergebe, ihm die Erteilung des Unterrichts zu gestatten. Jedes Mitglieo der Sozialdemokratischen Partei sei zur Er- teilung von Unterricht an jugendliche Personen ungeeignet und ihm die sittliche Tüchtigkeit für Erziehung und Unterricht abzusprechen". Den Gemeinden wurde von den Auf- sichtsbehörden verboten, ihre Turnhallen Arbeiteriportversinen zu überlassen. Wurden dann die Turnstunden in Wirtshäusern ab- gehalten, erhielten auch die Wirte das Verbot, in ihren Räumen turnen zu lassen Zum Teil wurde das mit„baupolizeilichen Rück- sichren" motiviert und die Gastwirt« häufig mit Strafen belegt. Als der Turnverein„Fichte", der heute vollkommen von den Koni- munistcn beherrscht wird, der Schulaufsichtsbehörde eine lange Liste von staatlich geprüften Turnlehrern einreichte, die gar nicht der Sozialdemokratischen Partei augehörten, wurde geantwortet, man würde überhaupt niemanden die Genehmigung geben, im Turn- verein„Fichte" Turnübungen zu leiten, ganz gleich, auf welchem Standpunkt der Betreffende stünde! In Breslau wurden Cnoe 1913 allen freien Tunrrn zwei Strafverfügungen zugestellt. In der ersten wurden olle Turner und Turnerinnen unlex 13 Jahren mit 3 Mark Geldstrafe belegt, weil sie die Turnstunden der Freien Turnerschaft besucht hatten. Diese Turnstunden waren nämlich in den Augen der Polizei— p o l l t i s ch e Versammlungen. Die Turnwarte und Leiter erhiel- ten, wenn sie diesen Jugendlichen Turnstunden erteilten, bis zu 33 Mark Strafe. So sah es kurz vor dem Kriege in Preußen aus. Endlos könnt« di« Liste dieser Schikanen sortgesetzt werden. Die meisten von denen, die heu'e das Maul so gewaltig gegen den „Hauptfeind", die Sozialdemokratie, aufreißen, wissen gar nicht. was die Beseitigung all dieser Schikanen bedeutet, denn sie haben sie gar nicht gekannt. Durch Polizei und Gesetz schikaniert, durch Saalabtreibung und Versammlungsverbote gehemmt, verfolgt und gehetzt von den Andersdenkenden, das war das Los der Ärbeitersportler. Der Reaktion von rechts und links sind die erzielten Forlschritte ein Dorn im Auge. Darum treten alle Arbeitersportler bei der Preuhenwahl ein für die leiste 1, tür Braun— Sc vering! Schweraihieiik Von Arbeiicr-Aiiisicn, Ringern, Hebern, Boxern Aus allen Teilen des Reiches waren die bundestreuen Artisten im Arbeiter-Athletenbund Deutschlands zum alljährlichen Bundes- Wettstreit, diesmal in Magdeburg, zusammengekommen: auch di« Berliner waren durch ihre besten Könner vertreten. Die Leistungen und Vorführungen waren gegen die Vorjahre wesentlich verbessert. Aus der Fülle der Darbietungen die besten zu wählen, war recht müheooll, die Punttunterschiede waren oft sehr knapp, ja sie standen zum Teil auf gleicher Höhe. Der erste Platz wurde den„Tke Flying Brothers", einem waghalsigen Doppelreck-Barrenakt, aus Leipzig zuerkannt. Mtt ihrer exzentrischen Akrobatik belegten die beiden Berliner..Mar und Fax" einen schönen zweiten Platz. Dritter wur- den die vier Magdeburger„Achilles" mit ihrem Luftalt.„Osterni", das elastische Wunder aus Dessau, sicherte sich diesmal den vierten Platz. Von den Gladiatorengruppen arbeitete das„Grotgan-Trio" aus Speyer am sichersten und kam auf den fünften Platz. Die beiden Senioren der Artistik, die Exzentriker,„Luri-Luri"-Bsrlin. wurden besonders herzlich gefeiert. sr Ringkämpfe in Tegel. Freitag, 22. April, veranstaltet die Freie Sportvereinigung Tegel 1899 e. V.«inen Werbeabend im Ringen. Es kämpfen eins Iugendmannschaft gegen«ine kombinierte von Ver- liner Vereinen, ferner die 1. Männermannschaft von Lichtenberg- Friedrichsfeld« gegen die 2. Staffel von Tegel. Beginn der Kämpfe 19?L Uhr. Eintritt frei. Die Freie Sporlocreiuigung Tegel beginnt jetzt mtt einem neuen Boxkursus. We Einwohner von Tegel und Umgegend, die sich für diesen Sport interessieren, finden Dienstags und Freitags lö1� Uhr in der Turnhalls der Oberrealjchule Tegel, Eraf-Rödern-Korso, Aus» nähme. Der Sporiklub„Alt-Wedding LZ" beginnt fetzt wieder mit neuen Kursen im Ringen, Boxen, Jiu-Jitsu und Heben. Uebungestunden in der Turnhalle Utrechter Str. 31/32 Dienstags und Freitags in ollen Sparten 19.33 Uhr, für Jiu-Jitsu und Boxen außerdem noch Donnere tags 19.33 Uhr. Die Uebungsstunden in ver Abteilung Danziger Str. 23 sind für sämtliche Sparten Montags und Donners- tags. Außerdem sind für die Mitglieder ab lö. Mai Frellust- Übungen auf dem Gelände des Ws''srsportplatzkz Plötzenlee täglich von 13 Uhr bis 23 Uhr. Lporltsgc für Erwerbslose Die Freie Turnerschaft Groß-Berlm veranstsltet ab 19. April an zedem Dienstag und Freitag auf dem Sportplatz im Friedrichs- ham und an jedem Mrnttag und Donnerstag auf dem Sportplatz an der Schönhauser Allee sPlatz lid) tn der Zett von 10 bis 14 Uhr Sporttag« für Erwerbslose, an denen unter der Leitung erfahrener Sporttechniker Ballspiele, gymnastisch« Uebungen, Leichtathletik u. ä. gelehrt werden. Die Teilnahme ist kostenlos. Sportkleidung nicht unbedingt erforderlich. Männliche und weibliche Personen können daran teilnehmen, soweit sie die angegebenen Bedmgungen aner» kennen. Für den Kartellbezirk Lichtenberg beginnt ein Schwimm» kursus, der auch Springen und Rettungsschwimmen vorsieht. Zur Einführung treffen sich die erwerbslosen Jugendlichen Montag. 23. Aprll, 13 Uhr, im Lokal von Sievcrt, Lichtenberg, Schillerstr. 13. Badehose und Mitgliedsbuch mitbringen. Jugend in Herbergen Die Arbeit an der wandernden Jugend Die Jugend des Arbeitersports ist stark am Wandern inter- esstcrt: die jetzt wieder aufgenommenen Wochenendfahrten führen off zum Uebernachten in die Jugendherbergen. Benutzungsrecht ver- pflichtet auch zur Mitarbeit. Die Teilnahme an der Verwaltung des Jugendherbergsoerbandes gab den Vertreten: der Arbeiter- organisationen überall die Möglichkeit, über die Verwendung der von der Lfsenllichen Hand gegebenen Gelder mitzubestimmen. Das war notwendig. Zugleich wurden reaktionäre Einflüsse ans den rechtsgerichteten Jugendverbänden immer mehr zurückgedrängt. Das sicherte den Ausbau der Jugendherbergsbewegung zu einem wich- tigen sozialen Faktor, der besonders jetzt in der Zeit der allgemeinen Jugendnot seinen Wert erweist. Ein großes Werk ist feit 1911 aus kleinen privaten Anfängen entstanden. Das ergibt sich schon ans den Berichten des Gaues Mark Brandenburg im Deutschen Iuge�dherberasoerband. 133 Jugendherbergen mit 3763 Lagerstätten sind vorhanden, davon allein 46 größere Eigenheime mit 2883 Lagerstätten. Im Jahre 1931 verzeichnete man 321 849 Uebernachtungcn(1333: 295 843). Bis zu über 19 333 in einer Herberge ging dabei die Zahl(Men- Hof am Werbellinfee). Das davon nicht weit entkernt gelegen« Arbeiterheim am Uederlet, das nur zu einon Teil dem DJH. zur Verfügung steht, hat mit über 9333 Uebernachtungen bereits die zehnte Stelle in der Liste der 139. Das zeigt, wie wichtig dieses Heim der Berliner Naturfreunde geworden ist. Aus eigener Kraft wurden im Gaubereich Brandenburg neun Naturfreundehenns geschaffen, die zum Teil auch als Jugend» Herbergen dienen. Rund 333 Lagerstätten zählt man in diesen Heimen. Nach den vorläufigen, noch ergänzungsbedürftigen Bs» richten sind hier allein an 33 333 Uebernachtungen zu verzeichnen. Der Besuch in den Heimen selbst ist mehr als doppelt so groß, zählte man doch 1931 am Uedersee über 23 333 Besucher Das darf jedoch nicht dazu führen, die Mitarbett in öffentlichen Organen und in der halbamtlichen Jugendherbergsbewcgung zu vernachlässigen. Jetzt, in der Zeil der Jugcndherbergswerbung. müssen sich daher die Arbeitersportler in besonderem Maße ihrer Pflicht zur Aktivität bewußt werden und mtt anpacken an solchem Jugendwerk. kingkämpte im Tirkus Susch Das erste Treffen am Mittwoch brachte die beiden Deutschen Ahrens-Westfalen und Naber-Ostpreuhen aus die Maue Naber konnte trotz seiner Routine gegen die Kraft und Schnelligkeit des Westfalen nicht ankommen und wurde nach 9 Minuten durch Schlsudergriff zur Strecke gebracht. Im zweiten Treffen trafen sich Paßmann-Lettland und Erünetjen-Schweiz. Nach 23 Minuten siegte schließlich der Schweizer durch Ueberwurf. Im dritten Kampfe trafen die beiden Draufgänger Vadurski-Polen und Eguatore- Italien zusammen. In dem recht harten Gefecht behielt schließlich der Italiener nach 14 Minuten durch Doppelnelson die Oberhand. Em sportliches Fiasko war das Treffen zwischen dem Letten Äru- min und dem Ungar Sandor Nagy Nach dem dritten Gange die Unmöglichkeit eines Sieges einsehend, blieb Nagy bei einem von Krumin durchgeführten Hüftzug auf den Schultern liegen und gab sich besiegt. Die Kämpfe des heutigen Abends sind: Barothy-Un- garn gegen Equatore-Jtalisn. Grüneifen-Schweiz gegen Schach» schncider-Berlm, Sasorski-Polen gegen Sandor Nogy-Ungarn(falls Nagy kampfunfähig ist, wird ein anderer Gegner für ihn kämpfen). Ferner ringt Krumin-Lettland gegen Ahrens-Dcutschland. Erstes Abendrennen auf der Olympiobahn. Die erste dieser abendlichen Veranstaltungen findet am Sonnabend, 23. April, 17 Uhr. statt. In einem Daucrrennen hinter großen Motoren werden sich vier Dauerfahrer über 53 Kilometer in zwei Läufen gegenüber- stehen. Erwachsene zahlen 73 Pf., Kinder bis zum Aller von 14 Jahren 25 Pf. Erwerbslose 53 Pf.: sie erhallen einen Gutschein, der beim nächsten großen Renntag, am 1. Mai, mit 53 Pf. in Zahlung genommen wird. Ein neues Stadion für Schmeling-Sharkey. New Jork verfügt zwar über«ine ganze Anzahl von Freiluflstadien, aber keins davon kommt für die Ausiragung de- Wellmeifterschaftskampfes zwischen Max Schmeling und Jack Sharkey am 16. Juni in Frag«. Die Madison Square Garden-Gescllschaft, die bekanntlich als Veran. stallerin des großen Titelkampfez auftritt, hat sich entschlossen auf Long Island«in neues Riefenfreiluststadion mtt 73 333 bis 83333 Sitzplätzen zu errichten Di« Baukosten sind mtt rund einer halben Million Dollar veranschlagt, schon Mitte Mai soll das Stadion fertig sein. Die Boxriieisferscbaft im Federgewicht Auf der Karte des Berliner Spichernring-Box» abends am kommenden Frettag steht der Kampf um die deutsche Federgewichtsmeisterschaft zwischen dem Tttelhalter Paul N o a ck und Harry Stein. Noack setzt seinen Titel frei« willig aufs Spiel. Er muß also von sich überzeugt sein Trotz- dem wird er gegen Stein keinen leichten Stand haben Form und Selbstvertrauen haben sich bei Stein stark gebessert, und er brennt daraus, die durch Noack im November 1933 erlittene to.-Niederlage wieder wettzumachen. Wenn es Stein gelingt, durch seine aus- gefeille Technik der Kampfmaschine Noack über die Runden stand zu hallen, könnte er zu einem Punkterfolge kommen Das Spichcrnring-Programm bringt als wettere interessante Paarung am Freitag die Begegnung zwischen dem tschechischen Doppelmeffter Hampacher- Prag und dem Berliner Halbschwergewichtler Sa» bottke. Die Treffen Nefzger-F. Reppel und Eggert-Beasley sollen das Programm vervollständigen Frei« und jU»Uls-h»r. 1. Ättls. Mo Uta-, 25. Sloril, 20 Uhr, ftrda- geschäfi�stell«. ElsSlser Str. 56. Sitzung allor techniichc» Leiter uno Evortwort«. Zintzerokrein Vorwärts, jjreitag, IBiz, Uhr, Antreten zur Denionstrstion ■ durch dt- Kruchtstrotz«. Frieden. auf dem Kitstriner Platz. Wir marschieren durch dt». straße, Prenzlauer Berg usm. Nachztigler unterwegs an fvbfti'fnf n v schließen. FTvB., Peärt Charlottcndurg. Mitgliederversammlung Sonnabend, 23. April, liVi Uhr, bei Zcunin, Potsdamer Sri« Sophie-CharloUe-Stratze. ttanndezirl. Sonntag beteiligen sich all« Mitglieder zur Wahlarbeit in ihren Abteilungen. Adler 06 sucht dringend Spiel« filr l. und 2. Mannschast aus«igeuero um Sonnabend, 23. April. Anruf täglich unter D 8 Paillom 4286, ab zische tzarschunasergebniss».— Montag, 25. April. Malgcmeinschaft: Mant«uss«l- itroße 7.— Photo, eotammgruppe: �"**•— hotomar tt.— Schule. Humbolhthain, Iähannisstr. lö: Neuerscheinungen aus dem Spielgcmeinschaft: Tolenburzer Straße, Not» Iltealet LiJtlspieU usw ■ JJJL.1 HaaJi Tneaicr Oocseittag, cea 31. April staatsoper unter cen Linden :« Uhr Die Walküre SlaatlKiausgieidsu! ■inUafunmirliL 20 Uhr Sie cd dose Straße Sctilller-Theoter Cbsrlottenbarp. 20 ühi Cyrano von ßergerac VolKsbtttine Duatet an SOlimlalz S Uhi Kanifai Kasper Volks: tick von Pul Schurch Staad Sdillu-niiattr 8 Uhi Cyrano ronßergerac Theater a.Ro!iendor!p:at2 Pallas. 7051 "•Utn.Stg ♦''«UtiT slMMMM □perettc In 3 Akier ».lue. Wolf! n.K*r: Behr Nnsik von Hans Moj 7eet«: Heinz Saltratgre �undfunkh ha)b.Pr Stgt 4H Ohr ki. Pr §IMi.Oper Clianottenbur«' iismarckstraB« 34 i Donnerst. 21. April Tumas i.l KOfeJUARDU i IMSZEfefiERsJMCi; ösSdOws, sd. ' E 7 A-I-dt.«31 1 iDtrVoi�händleri Rose»Theater r«9e fniittirtD itnli 13 ■ö. Weito f i«!/ 5 Ii Uhr Die Frau, die jeder sudti CASiNO-THEATER«� LoThringer Strake 37, ■iiiiimiuiuiiutimmiiuiuitiiiiuniiiwiiiiiiiiHiiiiiMimiiiiimim Berlins neuestes Operetten-Tbetzter! „Pappin«" Operette io 3 Akten. Musik von R.Stolz Strttki Cesansskr. Neue BQtinenausst JuisCtiem I-4 Personen Patken.v> Pu Pauteuu!.— Mark. Sessel 1.50 Mark. MMii lasaitt S Utir SlfäS* öaS Rf38läl80l(] v. OertuHaup'.mann Reale M»* Reinhard' Iii. in ÄJniiralspalast fäeiicn ki/« ijh, Käthe Dorsüi Costa! CrüDd�eiis Lfselen* am»iiitidiunlSilM«si Rad?. BargiiTiM. ieriiuiil ddimd. Eaanain. kii&s \ n tan<• 20 n■ Ende nach 2? Uhr Elnnelisve rbanü ö. ElssnUaiuer Beuisfliianüs. CrisflmppeBäiün Unieren Perdandsmilgltedern und son'lizen Freunden dt» irau ixe Nach» ruht, daß uniere treu« Helferin Frau Zander rot t Husen?ag«n Infolge eine« tra- guchen Unzitlde-atli» tädlich per. ungludi iit. Oic KoUagen dar 0t-»ve-v«ttuax DteSinäkcheriing erfolgt-w Freitag dem S.> Ami. Isi/, Übt, w> stiemn. toi mm Laumfchulcnmeg GiOlidEstülaüon züri weißen Hlrscb SUHersü-*}*»04. Mie 3>rfngen»ira$e PrChstOcKstube— MltUattlsdi 40 Pf. Outsopllasta Blara Willy Saidilti