Morgenausgabe Nr. 190 A 96 49.Zahrgang DSchentNch T5 Pf., monatli, idavon 87 Pf. monatlich f lung ins Haus) im voraus Postbezug 3.S7 M. einschließl Ponzeiwngs- und 72 Pf. Postbestellae- bühren. Auslanbsabonnement 5.6S M. vro Monat; für Länder mit ermäßig» tun Drucksachenporto 4.6V M. Der �Dorwärts� erscheint wochentäg» lich zweimal. Sonntags und Montags einmal, die Abendausgabe für Berlin und im Handel mit dem Titel„Der Abend". Illustrierte Eonntaasbeüag« .Volk und Zeit" IrG. Aierliner Sotksbiatt Sonnabend 25. April 1932 Groß-Äerlin 10 Pf. Auswärts 15 pf. #!e eint palt. MiMmeterzelle A> Pf. R�klamezeile 2.- M.„Kleine An- zeigen" das setlgednickie Worl 20 Ps. izulässig zwei seliqedruclleWorle�edes weitere Barl 10 Pf. Naball 1t Tarif. Worte Wer lS BnchstWon zähle» für zwei Worte Arbeitsmarkt Millimeter» jcile 25 Pf. Familienanzeigen Millb meterzeile iK-----------'— Im Hanptg meterzeile 16 Pf. Anzeigenannahme ' zefchäfl Lindenstraße 3. tnochentäglich von 8Vi bis 17 Uha Vor Verlag behält sich dasRecht der Ab« lehnung nicht genehmer Anzeigen oor l Jentvalovgan der Sozialdemokratischen Vavtei Deutschlands Redaktion und Verlag: Berlin SW 63. Lindenstr. 3 gernspr.. Tönbosi Itl D 292— 297. Tclegramm-Adr.l Sozialdemokrat SSerlitt. Vorwärls-Verlag G. m. b. H. PostIcheck!oirto:BerlinZ7SZd. � Bankkonto: BankderArdetter.ÄngejteUten und Beamten, Lindenstr. 3 Dt. B. u.Dlsc.-Gef.. Depositen!., Ierulalcmer Str. Lö LS. vis krönt kllr cisn VoikMsst JCfnkg vom Dom Panorama vom Xiifigarlen Stechte vom Dom Wir matfdjtctca! Wie haben gestern gezeigt, wie stark wir sind» als wir zu Hnnderttausendcn im Lustgarte« aufmarschiert sind! Bei uns gibt es keine Triumphpforten, keine Frauen, die sich mit Stindorn im Arm vor das Auto des Führers werfen — aber als Otto Braun die Rednertribüne im Lustgarten betrat, da brausten die Rufe der un- geheuren Massen, die den gewaltigen Platz füllten, wie Donner empor! Das ist die Stimme des arbeitenden Volkes, das dem wahren Führer zu- jubelt, dem Führer, der sich unerschütterliches Ver- trauen erworben hat, nicht durch Versprechungen, sondern durch dicTat! Die Eiserne Front steht für das neue P r e u s» c n! Da ist keiner, der nicht weiß, daß es in zähem Kampfe errungen werden mutzte, und was es für die Arbeiterschaft bedeutet. Da wcitz jeder: wenn Otto Braun spricht, gibt es keine hohlen Versprechungen, keine pomphaften Ankündigungen, keinen Trancczustand, da geht es um nüchterne, harte Tatsachen, um politische Vernunft— aber auch um den eisernen Willen, mit dem die sozial- demokratische Arbeiterschaft in unerschütterlicher Solidarität den Weg nach vorwärts erkämpft hat! Otto Braun und die sozialdemokratische Arbeiter- schaft— das ist eine im Kampf erprobte Einheit! Tic Bewährung des Staatsmannes und das Ber- trauen der Blassen haben sie zusammengeschmiedet. Diese Einheit, und den Kampfwillen, der sie beseelt, haben wir gestern bekundet! Das war die weitaus mächtigste Kundgebung, die Berlin in diesen Wahlkämpfcn gesehen hat! Die Männer und Frauen der Eisernen Front sind wach und kampfbereit. Sie werden Prcutzcn verteidigen, sie wollen zum Angriff vorgehen! Sic wissen, datz sie der Hort der Republik sind! Stürmische Zustimmung brauste durch den Raum des Lustgartens, als Genosse Breitscheid aus- rief:„Wer wcitz, ob ohne das Reichsbanner die deutsche Republik noch bestände!" Fn diesem stolzen Bcwutztsein unserer Aufgabe und unserer Macht werden wir am Sonntag den Faschismus zum dritte« Male schlagen! Auf jetzt, Kampfwille und Begeisterung im Herzen, für das neue Prcutzcn. siür die Zukunft des Arbeitsvolkes! ?ür Srsun-Zevsring! Für die: Sozialdemokratie! Gewaltige Massen uor ono Braun. Die Republikaner Berlins haben bei den beiden Präsi- dentenwahlen große und eindrucksvolle Kundgebungen erlebt und mitgemacht. Was gestern der Lullgarten sah, war von so einzigartiger Eindringlichkeit, daß man mit der Behaup- tung nicht übertreibt: im harten politischen Kampf dieses Jahres hat die Reichshauptstadt eine solche Kund- gebung noch nicht gesehen. Der Beginn der Veranstaltung war auf 18 Uhr fest- gesetzt. Schon von 17 Uhr ab strömten die Massen herbei. Ein Fahnenwald im Schwarzrotgold der Republik und im slam- Menden Rot der Sozialdemokratie türmte sich auf. Geschlossen rückten, zum Teil in Berufstracht, die Hamnierschaften an. Die Firma cherrmann hatte wieder den Vogel abgeschossen. sie war als erste zur Stelle. Besonderen Beifall fanden die uniformierten Genossen von der Berliner Verkehrsgesellschaft, die mit ihrem Banner vor dem Schloß Aufstellung nahmen. Männer und Frauen, alle und junge waren in unabschätzbarer Stärke vertreten. Die Musikkorps unserer Reichsbanner- kameraden vom Friedrichshain und vom Bezirk Mitte, vom Prenzlauer Berg und vom Wedding empfingen die Genossen aus den Betrieben mit den Kampfweisen von Republik und Partei. Ein Flugzeug der chakenkreuzler, das durch Kreisen über dem Platze diese Kundgebung stören zu können glaubte, Wurde mit Pfiffen begrüßt. ißraun und SSreUfcfieid* Bis herüber zum Alten Museum war um 18 Uhr der Platz dicht besetzt. Hier bewährte sich eine Anordnung der Versammlungsleitung, die den einzelnen Kreisen gewisse Teile des Platzes zur Besetzung angewiesen hatte. In mustergültiger sozialdemokratischer Disziplin waren diese Anordnungen be- folgt worden, und nur so war es möglich, daß trotz der lieber- füllung fast alle Teilnehmer die Ansprachen der beiden Redner Otto Braun und Rudolf Breitscheid mitzuhören vermochten. Einen besonders erhebenden Anblick boten die an einzelnen Stellen zusammengeballten Gruppen der Bannerträger: wie rote Flammen leuchtete es aus dem Grau der Zehntausendc. Ein Tusch ertönte, dann bestieg der Vorsitzende des Ber- liner Bezirksverbandes der Sozialdemokratischen Partei, Genosse Künstler, das Rednerpult. Er sagte: „In 48 Stunden findet eine Wahlschiacht ihren Abschluß, die an Heftigkeit alle vorausgegangenen Kämpfe weit überragt. Mit Lüge und Lerleumdung, mit Haß und Niedertracht ist der Kamps von den Faschisten bestritten worden. Was man sich mit unserem Carl Seocriirg herausgenomimcii hat, ist ein Bubenstück von Goeb- bels ohnegleichen. Diesem elenden Wicht kann man kaum mit an- ständigen Argumenten beikommen, weil er und seine Partei durch und durch inoraltsch verlumpt sind.(Stürmische Zustiminung.) Die Aufgeblasenheit und Ruhmredigkeit eines Hitler, der niemals für Volk und Staat das geringste geleistet hat. ist ein Anzeichen für eine Krankheit, die, wenn überhaupt, nur in ihren Ansängen geheilt werden kann.(Erneute Zustimmung.) Nachdem die Jugendgenossin Schmidt unter stärkstem Beifall und in vortrefflicher Rezitation Dr. Goebbels gekennzeichnet hatte, nahm, mit Hiiteschwenken, Hoch- und Frei- Heil-Rufen und minutenlangem Beifallsorkan begrüßt, der preußische Ministerpräsident Genosse Otto Braun das Wort. „Eine kurze Spanne Zeit trennt uns von einem Tage der Entscheidung. Wir wollen die ruhige, zähe, republikanische Aufbau- arbeit fortsetzen, die allein dem deutschen und preußischen Volke den Weg zum Wiederaufstieg aus dem Zusammenbruch des Weltkrieges geebnet hat. Wir lehnen es ab, Experimente schlimmster Art, wie sie die Nationalsozialisten mit uns vor haben, mitzumachen. Wir wissen, daß solche Experimente zum Zusammenbruch und zum Unter- gang von Volk und Staat führen müssen. Seit der Wähltampf um Preußen eröffnet ist, bin ich vom Norden zum Süden, vom Osten zum Westen gereist. Ueberall habe ich den eisernen Willen gc- gefunden, die republikanische Bastion Preußen nicht nur zu verteidigen, sondern zum Angriff über- zugehen. Uns steht die sogenannte nationale Front von Harzburg gegenüber. Sie lief auseinander wie Harzer Käse, sie marschierte getrennt, um vereint geschlagen zu werden. Ihr Angriff richtete sich gegen da» „System". Die Demokratie soll uns nach Meinung dieser Leute in Grund und Loden gewirtschaftet haben. Das ist nicht wahr. Im Gegenteil: was geschaffen wurde, ist durch das Weimarer System aufgebaut wordsn. (Stürmischer Beifall.) Freilich ist dieses System der charzburger Front aus anderen Gründen unangenehm Sie haben heute nicht mehr die ausschließliche Maüit. und wenn sie sagen, daß Preußen wieder preußisch werden soll, so sagen sie in einem gewissen Sinne die Wahrheit, sie wollen wieder das alte Preußen des Dreiklassenwahlrechts. in dem die Erwerbstätigen von der Teilnahme an Gesetzgebung und Verwaltung ausgeschlosien waren. Damals gehörte der Staat einer Sippe und Kaste, und alle anderen standen außerhalb. Diesen Zustand will Herr Adolf Hiller. der ausgerechnet isis Helland aus dem Böhmerwald Preußen wieder preußisch machen will, wieder herstellen. Cr, der als seltsamer Typ des nordischen Germanen in inniger Freundschaft mit seinem Stabschef, Herrn Rohm, das deutsche Volk erretten will, oerkündet, daß Vreußen wieder preußisch werde. Was macht er bei seinen Propagandaflügen durch das ganze Land? Gr verspricht allen alles. Der Arbeiter soll Arbeit. Brot und ausreichenden Loh« habeu. dem Uuter» nchmer wird Lohuabbau verheißen, der Konsument soll billige Preise, der Agrarier hohen Verdienst bekommen, dem Hausbesitzer soll sein Gewinn nicht beschnitten werden und der Mieter soll einen niedrigeren Mietzins bezahlen.(Heiterkeit.) Auf diese Weise glaubt sich Herr Hitler berufen, das preußische Volk wieder glücklich machen zu können. Aber er erinnert an jenen Mann, der uns herrlichen Zeiten entgegenführen wollte und im Augenblick der höchsten Gefahr nach Holland jloh. Politisch nichtgeschulte Kreise der Wählerschaft glauben, daß es gut wäre, Herrn Hitler einmal an die Macht kommen(Stürmische Zurufe- Niemals, niemals!) und ihn zeigen zu lassen, was er kann. 9 Dann nahm, stürmisch begrüßt. Reichstagsabgeordneter Genosse Or. Breitfcheld das Wort. Mit dem Ausgang der letzten Wahlen, so führte er aus, können wir zufrieden sein. Die Prophezeiungen der Gegner sind nicht ein- getroffen. Hitler ist nicht Reichspräsident geworden. Der, der auszog, die Republik zu zerstören, wurde nicht der erste Beamte der Republik..Das hat die Eiserne Front ver- hindert. Obwohl der Staat von heute noch nicht der Staat nach unserem Ideal ist, wollen wir aber doch in unserem Kamps gegen alle Feinde der Republik uns die Fundament« erhalten, auf denen mir unsere Schlachten siegreich schlagen werden. Bei der Reichspräsidentenwahl haben die Männer und Frauen der Eisernen Front in glänzender Disziplin und mst hoher polstischer Einsicht alle Bedenken zurückgestellt, die gegen den Präsidentschafts- onwärter erhoben werden konnten. Hindenburg ist Präsi- d ent geblieben, die Eiserne Front vollführte ein« nationale Tat, als sie am 13. März und am 10. April für Hindenburg eintrat. Das sollte niemand vergessen, auch Hindenburg selbst nicht! Jetzt sind schmutzige Verleumder und niederträchtige Schleicher am Wert. Hindenburg zu bewegen, den Heerbann der Eisernen Front, das Reichsbanner zu oerbieten. Es soll also die Organisation ver- boten werden, die die Republik jetzt und früher schützte.(Stürmische Zurufe: Niemals!) Mit allen Milleln werden wir uns dagegen zur Wehr sehen, denn dos Reichsbanner kann nicht verglichen werden mit Hitlers Privatarmee! Di« Arbeiterschaft in der Eisernen Front und im Reichsbanner hat nie den Bürgerkrieg so wie Hitlers SA.-Bandsn gewollt, sie hat ihn vielmehr stets abgelehnt und chn durch ihr Wirken, ja durch ihre bloße Anwesenheit oerhindert, wühlen wir denn, ob die Republik überhaupt noch bestünde, wenn dos Reichshonoer sie nicht ocrteidigl hätte?(Lebhaftes Sehr richtig!) Arn kommenden Sonntag geht es um die Entscheidung: es geht nicht nur um Preußen als Staat, sondern es geht auch um.die Position der Sozialdemokratie in diesem Staat. Während wir bei der Reichspräsidentenwahl aus Pflichtgefühl der Republik gegenüber für 5?indenburg eintraten, kämpfen wir jetzt für die eigene Partei mit begeistertem Herzen. Um den von Braun und Seoering aufgebauten Staat, gegen den die Reaktion Sturm läuft, kämpft die Sozialdemokratie und die republikanische Bevölkerung. Sie will nicht, daß es wieder ein Dreiklassen st aat wird, sie will nicht wieder eine vaterländische Altertumsversammlung im Herrenhaus hoben, sie will nicht, daß der Großgrundbesitz, die Großkapitalisten alle Stellen in der Regierung und in der Berwastung besetzen, die Arbeiter wollen sich nicht wieder ausschalten lasten! Die Reaktion kann nicht ver- winden, daß ein Buchdrucker preußischer Ministerpräsident,«in Metallarbeiter preußischer Innenminister, daß andere Arbeiter hohe Verwaltungsbeamte sind. Sie können es nicht verwinden, daß der preußische Polizeistaat von ehemals ein Staat des sozialen Fort- fchritts gewesen ist. In dem die Nationalsozialisten als „reoolutionäre" Partei dagegen anrennen, beweisen sie nur, daß sie die letzten Reserven der Reaktion sind. Sie schreien über Korruption im neuen Staat— können sie die in der eigenen Partei nicht leichter finden? Sie nennen uns Noventbervcrbrecher— habe» wir nicht Deutschlaub vor dem Chaos gerettet? Haben wir„Rovemberverbrecher" nicht der Jugend das Wahlrecht gegeben, von dem auch die Hitler-Jugend profitiert? Wenn das alles Verbreche» sein sollen. dann wollen wir gern Novembervcrbrecher sein. Was Parteibuchbeamtentum ist, würden wir erst richtig erfahren, wenn die Nationalsozialisten an die Regierung kämen. Ist nicht ihr„Führer" selber ein lebendiger Beweis schlimmsten Parteibuchbeamtentums? Das Programm der Ratio- nolsozialisten ist sehr unklar, aber darüber sind sich die Führer dieser merkwürdigen Bewegung völlig im klaren, wie. sie die Posten ver- seilen würden, falls sie die Macht dazu Hüsten. Auf dem Weg über Preußen soll es zur Herrschaft im Reich gehen, dann wären die Tore geöffnet für das Dritte Reich. Wie das aussehen wird, weiß Herr Hitler selbst nicht. Wir möchten es aber gern wissen, denn obschon das Hängen und da« Köpfen kein Regie- rungsprogramm ist, würden doch wohl einige von uns am Leben bleiben, die dann irg-ndrnie zum Dritten Reich Stellung nehmen müßten. Gewiß wäre das für ihn eine gute Schule, und in wenigen Wochen würde er nzst seinem Latein zu Ende sein. Aber wahrschein- lich würde er uns im Skich lasten und wie Karl Mehr in die böhmischen Wälder slüchlen. und wir säßen dann in der Katastrophe. (Anhallendes Sehr richtig! und Beksallskundgebungen.) Solche Kuren nach dem Muster des Dr. Eisenbart sind für das deutsche Volk nach der Katastrophe des Krieges mit allen seinen Folgen unerträglich. Notwendig ist vielmehr, zu erkennen, daß die Hitler-Vewegung auf Lug und Trug und auf Widersprüchen schlimmster Art aufgebaut ist.(Neuer Beifall.» Sie stellt ein Maß von Heuchelei dar. wie es in der Geschichte der deutschen Parnun nach nicht erlebt worden ist.(Sehr gut, sehr richtig!) lieber Preußen will man die politische Macht in ganz Deutschland. Das geht nicht um Deutschlands und um der deutschen Westgeltung willen.(Stürmischer Beifall.) Deshalb ist die politische Entscheidung am Sonruag ron ungeheurer Wichtigkeit. Wir müssen das Vertrauen der Welt wiedergewinnen, um z» einer Zusammenarbeit der Völker gelangen zu können. So, aber auch nur so, ist der Fluch der Arbeitslosigkeit in unserem Volke zu bannen.(Stur- mische, miunteulange Zustimmung.) Jeder muß seine letzte Kraft gebe«, damit die Pläne der Reaktion zuschanden werden. Jawohl. Preußen soll preußisch bleiben, aber repnblikanisch-prenßisch, das heißt frei von politisch-m Betrug und übler Charla- tanerie, und regiert allein vom Willen des repnblika- nischen Volkes! » Die letzten Sätze Otto Brauns, die der so ruhige und be- herrschte Mann mit Leidenschaft in die Masten warf, wurden mit einem Begeisterungssturm aufgenommen. Als der sozialdemokratische Ministerpräsident der Republik Preußen den Lustgarten verließ, um nach Potsdam zu einem Appell an die Wählerschast zu fahren, war er Gegenstand erneuter Ovationen. id spricht. Wir wissen nicht, und die Nationalsozialisien wissen es nicht, ob das Dritte Reich eine Monarchie, in der für Hitler keine Stelle frei sein würde, oder eine Diktatur, oder was es sonst werden würde. Auf alle diese Fragen, die doch schließlich im Vordergrund der Erörterungen stehen, wenn es in einem Kampf um den Staat geht, sind die Nationalsozialisten bisher die Ant- wortschuldiggeblieben. Sie reden vom Zerreißen der Verträge, sie grölen auf den Gassen, daß sie Frankreich siegreich schlagen wolle», gleichzeitig umschmeicheln sie aber in ekel- hafter Weise das Ausland. Wenn der Faschismus zur Herrschaft käme, dann würde er vor dem Ausland auf den Knien rutschen, nur um dl« Arbeiterschaft im eigenen Lande niederhallen zu können. Jedem wird alles versprochen, was er fordert. Die Nazis nennen sich„Arbeite r"partei! G r o ß k a p i t a- l i st e n an der Spitze Herr Thyssen. Großgrundbesitzer, der Ge- legenheitsarbeiter Prinz Auw« und neuerdings auch der frühere Kronvrinz sind Mitglieder dieser„Arbeiter�partei! Sie reden von„Sozialismus": Are Führer gehen hin und lagen den aeldspendenden Großkapitalisten:„Hobt keine Angst vor unserem Sozialismus, der kann von jedem Geldfack akzeptiert werden." Sie nennen sich„national"! Haben sie nicht erklärt, daß sie die Landesgrenzen so lange schutzlos lassen würden, so lange das„System" noch in Deutschland herrscht? Wie oft wären wir Sozialisten Landesverräter g«< schölten worden, nähmen wir einen ähnlichen Standpunkt ein. Alles ist Lüge, alles ist Delrva au dieser naliooalsozialistischen Arbeilerparlei. Wahrheil allein ist an ihr. daß sie die Arbeiter- schast niederknüppeln will, dasi es keine Meinungssreiheil. kein« Soalltlonsfreiheik. keine polilische Deweguagssrciheil für die Arbeiter schafl geben soll. Das wird hillers Drilles Reich sei»! In dem Augenblick, wo der Faschismus sich anschickt, die Tore zu stürmen, kennen die K o m m u n i st e n keinen anderen Feind als die Sozialdemokratie. Eine schöne Partei, die vor lauter „revolutwnärer Ungeduld" zu Hiller überläuft! Eine schöne Partei. die Arbeit für den Faschismus leistet, indem sie den Antrag stellt. das Reichsbanner aufzulösen. Wie lange wird es noch dauern, bis auch dem letzten der kommunistischen Milläufer die Augen aufgehen werden über das verbrecherische Spiel, das mtt ihm getrieben w>id. So geht den». Parteigenossen, Republikaner. Männer vnd Frauen der Eisernen Front, am Sonntag in de« Entscheidungskampf! Schlagt die Feindr, die sich uns entgegenstellen, mit noch größerer Wucht als bei de» Parfeisanossen u.-seROSsinnen, Gewerkscftaflisr, ße�hsbaaner- kameraden, Arbaitersporllar! Am»3. März und 10. April habt ihr dem Faschismus eine Niederlage bereitet. Es kommt daraut an, daS Ihr am 24 April aem Faschismus oen Weg zur Mapht In Preußen versperrt Noch einmal lordern wir euch auf, am sonnaDand. dam 23. April, ad 18 Ufr», von den bekannten Lokalen aus zu einer allgemeinen gegen Lüge und Verleumdung restlos anzutreten, Keiner darf fernen i vorwärts mit Otto Braun Cari tevering für ein freies Preußen! letzten Wahlen. Geht mit noch größerer Gntschlossenhett gegen alles vor. das sich eittrr freist ertlichen Entwicklung entgxgcustemmt! Doch wenn Ihr sie am 24. April geschlagen habt, dann ist die Arbeit noch nicht beendet. Wir haben die Eiserne Front geschaffen, damit der gegenwärtige Staat der Staat des arbsttenden Volkes wird. Die Eiserne Front kämpft darum, daß aus dem Kapitalismus die sozialistische Wirtschaft werde, sie will, daß an Stelle einer anarchischen Produktionsweise eine Wirtschast planvollen Systems tritt. Kämpft für den Sozialismus, kämpft für de» neuen Staat, helft Braun und Tevering. weil sie nnssre Hoff- aung. unser Wille, nnsar Staat sind?(Stürmischer, immer wiederholter Beifall.) Reichstogsabgeordneter Karl 2 i t k e schloß die Kund- gebung mit einem letzten Appell, morgen noch einmal trepp- auf, treppab zu werben, um die vereinigte Reaktion von Hitler bis Thälman schlagen. Der gemeinsame Gesang„Brüder, zur Sonne, zur Freiheit" und das Hoch auf die Sazialdemo- kratie und die freien Gewerkschaften, das Reichsbanner und die Arbeitersportler endete diese gewaltige Massenkundgebung. Der Abmarsch vollzog sich in mustergültiger Disziplin. Otto Braun in poisdam. Begeisserte Massenkundgebung— Glänzender Austakt zur Wahl. Die Ankündigung, daß Ministerpräsident Otto Braun in Pois« dam sprechen solle, führte dazu, daß nicht nur der größte Saal Potsdams, das K o n z e r t h a u s sondern zweiweiter« Säle. sowie der Garten des Konzerthauses überfüllt waren. so daß 7000 bis 8000 Menschen Otto Braun hörten. Otto Braun, mit Begeisterung empfangen, rechnete im wesentlichen mit Hugen- berg ab, der kürzlich in einer Versammlung erklärte, daß noch nie «in Staat derartig korrumpiert gewesen sei wie das jetzige Preußen. Braun erklärte, daß der Unterschied zwischen dem alten und neuen Preußen darin bestehe, daß die vielen großen korrupkionssällc der Dorkriegszeik ver- tuscht und verschwiegen worden seien, während seht in dem Freistaat Preußen alle Sorrnplionsfälle unbarmherzig an die Oefsenstichkeit gebrach« werden. In seinen weiteren Ausführungen nahm Otto Braun Stellung zu der ungeheuren WirtschastsnoL Es ist unbegreiflich, meint« Ge- nosse Braun, daß Millionen Menschen untätig sein müssen und von anderen Millionen ernährt werden. Di« Arbeitszeit muß radikal verkürzt werden, um den Arbeitslosen wieder Lebensmut, neu« Hoff- nung zu geben. Die Abrechnung mit den national- sozial! st ischen Beamten wurde des öfteren von den Ver- sammelten durch Beifall unterbrochen. Nach Schluß der Rede wurde Otto Braun durch minutenlange Ovationen festgehalten. Auf der Straße hatten sich Tausend« vpn Menschen angesammelt Ein nationalsozialistischer Krakeeler wurde von der Polizei sistiert Der Preußenflieger. Geaoste Ken, verjagt Hitler-Fiugzeug vom 5ostqarten. Als die Massen in den Lus�arten strömten, erschien ei» H i t l e r> F l u g z e u g mst zwei Hakenkreuzwinipeln über dem Lust- garten und begann zu kreisen. Es wurde mst tosenden Protestrufen empfangen. ZLsOttoBraunzu reden begann, erschien es wieder. Plötzlich tauchte das rote Flugzeug des früheren Kriegs- f liegers und jetzigen Kunstfliegers Kern auf. das eben von einem tagelangen Prypazandaflug über Borpommern zurückgekehrt war. Hunderttausend« sahen mst Spannung und Begeisterung, wie es sich Sqst« an Seste mit dem Hstler-Flugzeug legte, und sporstau brach brausender Beifall aus, als er das Hstler-Flugzeug vom Lustgarten wegdrückte. Anfang der Arbeitsbeschaffung. Lnfiaudsetzuug des Sausbesitzes. Der ReichsarbeZtemlaisler hat die c ander auf verschiedene Rlaß- nah wen hiugcwleseu. die der Arbeitsbeschaffung aus dem Gebiet- der hansreparaluren dieueu können. Die Oänder sind gebeten worden, s-w-il möglich. Wtlel der Haus zias sie uer für Zostaudsetzungen bereilzustellen uud dem einzelnen Hausbesitzer die Ansuahme von Kapital durch Zins Zuschüsse aus der Hans- zinssteuer zu erleichtern. Es ist ferner darauf hingewiesen worden. daß auch die Mögliäzkeit besteht, die erforderlichen TKUlel durch Wechselkredit zu beschaffen. Aus Grund von Verhandlungen mit der Reichsbank konnte festgestellt werden, daß die Reichs- baut grundsätzlich bereit ist. derartige Wechsel zu di»- koutlerea. Auf diesem Wege wird sich dl« Ausführung von Znstand- setzungsarbeileu in erheblichem llmsange ermöglichen lassen. wenn großzügig genug verjähren wird, können hier hundert- taufende Beichtisiigung finden. Brüning zwei Siunden mit Tardieu. Alle großen Probleme besprochen. MTB. Senf. Z2. April. Reichskanzler Brüning hatte heut« nachmittag eine fast zweistündigellnterrednng mit dem französischen Akinifler- Präsidenten Tardieu. bei der auch der Staatssekretär von Bülom aywesead war. Zn dieser Unterredung sind alle großen akln- eilen Frage» berührt worden. Die Lesprechungcn werden Ansang uächster Woche nach Rück- kehr de» französischen Alinlsierpräfldenlen ihre Fortsetzung finden. heute millog halte ein Frühstück den deutschen Reichskanzler mit de« srauzösischen Atin-ster präsiden tea lardien und dem englischen Premierminister Macdonald zusammen geslihr!. Aestoahme von zwei kommunisiischen Bürgers chaiismitgllederi.. Vor dem Hamburger Hause der REO kam es zu Ansammlungen, al? die Polizei und Feuerwehr ein bsanstand'stes kommunisiilch--., Plakat entfernen wellten. Reben drei anbenm Personen wurden die beiden KPD-Bürgerscha.st-abgeordneten Karges und v. d. Reich festgenommen, weil sie vom Fenster des Hauses- aus Ansprachen an -die"Menge richten wollten. Bekenntnisse schöner Seelen. Die?kzi6 und Der Landesverrat. Unter der Ueberschrift:„Landesverrat. Arbeitsrverrat. Korruption" hatten die Na�iblätter im Süden der Provinz -fiessen-Nalsan einen..Wahlaufruf" veröffentlicht, der an bös- williger Entstellung das gewohnte Maß weit überschritt. Die Anwürfe waren in der nun auch schon lange nicht mehr originellen Weise in absichtlicher Planlosigkeit teils gegen die Sozialdemokratie, teils gegen die Regierung gerichtet, mn es dem gedankenlosen Razsieser zu Überlasten, sie nach eigenem <3sschmock auf diesen oder jenen Adressaten zu baziechen. Wegen des schamlosen Vorwurfes des Landesverrates erließ der Oberpräsident der Provinz chesten-Nastau, Aaas, ein zehntägiges Verhoi der beiden Naziblätter. Die in Kassel erscheinende„Hessische Vollswacht" brachte nun die Mitteilung von diesem Verbot und gleichzeitig aus derselben Zeitungsseite den Aus- ruf. dem sie nur die harmlosere Ueberschrift:..An ihren Früchten sollt ihr sie erkennen", gab. Da wegen dieser offen- kundigen Provokation des Oberpräsidenten auch ein Verbot der„Hessischen Vollswacht" zu erwarten war, baten die Ver- ontwortlichen feierlich um Entschuldigung und verösfeirtlichten am Donnerstag(21. April) ein denkwürdige Erklä- r u n g. in der es heißt: Die Unterzeichneten erklären, daß sie dieses Versehen auf das lebhafte st e bedauern und mit der Derösfenllichung keines- wegs einen proiest gegen den Herrn Oberpräsidenken aussprechen wollten. Der Hauptschriftleiter unserer Zeitung hatte vielmehr die Deröffentlichunz dieses Artikels ausdrücklich untersagt. Die Unterzeichneten bedauern das Erscheinen eines solchen Artikels auch deshalb, weil sie es aufs schärfste verurteilen, wenn politisch Andersdenkende des Landesverrats beschuldigt werden. Sie sind vielmehr der lleber- zeugung, daß politische Aleiuuogsverschiedenheiten unter keinen Umständen dazu führen dürfen, den politisch Andersdenkenden des Landesverrats zu bezichtigen. Diese Stellungnahme war für unseren Hauptschriftleiter Beinhauer gerade die Ursach«, die Veröffentlichung des Artikels zu verbieten. Nachdem die Unterzeichneten das Versehen in der Zeitung fest- gestellt hatten, haben sie dem Herrn Oberpräsidenten mündlich ihr Bedauern ausgesprochen. Der Herr Oberpräsident hat nach Abgabe der obigen Erklärung, auf unsere Bitte hin. von einem Verbot unserer Zeitung Abstand genommen. Kassel, den 20. April 1932. gez. Dr. Roland Freister. gez. Beinhauer. gez. Ad. R I t t e r s h a u ß e n. Roland Freisler ist Nazianwalt, Naziabgeordneter und sonst ein lautspreelzender Held im Reiche des österreichisch- braunschweigischen Messias. Veinhauer ist der Chefredakteur des Naziblattes. Rittershaußen der Derlags-Verantwortliche. Sie erklären vor der Oeffentlichkeii feierlichst, daß es eine i n f a m e S a ch e ist, wenn man Andersdenkende des Landes- vsrrats bezichtigt. Sie geben damit nachträglich eine ein- wandfreie Begründung des Verbots der beiden anderen Nazi- Matter, aber darüber hinaus verdammen sie die ganze land- läufige Agitation ihrer Partei, die ans dem infamen Vorwurf aufgebaut ist. die..Novemberverbrecher", die„Träger des Systems" und wie die Ausdrücke sonst tauten mögen, ver- rieten das Land an seine wirtschaftlichen und politischen Feinde! Unter Roland FreiSlere Führung wird der Hstler-Partei damit sozusagen notariell beglaubigt, daß ihre Propaganda auf das schärfste zu ver- » r t e i l e n ist. Dies Bekenntnis schöner Seelen verdient des- halb festgehalten zu werden. raun An alle Gewerkschaftsmitglieder! Die drei Bundesvorstände des Allgemeinen Deutsche» Gewerkschastsbuudes. des Allgemeinen freicu Angestellten. Bundes und des Allgemeiaea Deutschen Leamleabundes er- lassen solgeadeu gemeinsamen Ausruf: Arbeiter, Angestellte und Beamte! . i In fünf Länder» wird am 24. April der K.ampf für und Wider das„System" anSgefochten. In Au- halt wie in Hamburg, in Württemberg wie in Bayern muß er unter dem Einsatz aller Kräfte der republikanischen Front geführt werden. Aber in keinem Lande ist der Ausgang dieses Kampfes von so schicksalsschwerer Bedeutung für die innen- und außenpolitische Entwicklung Deutschlands wie in Preußen. Oie Oeutschnationalen haben es nicht ver- wunden, daß seit über einem Jahrzehnt an der Spitze des alten.HohenzollernstaateS'* ein sozialistischer Ministerpräsident steht. Es paßt ihnen nicht in den Kram, daß die Weimarer jioalitirn gerade in dem klassischen Lande konservativer Vorherrschaft sich in allen Stürmen der wirtschaftlichen und politischen Krise uncrschüt- tcrt behauptet hat. Denn in dieser Koalition ver- körpert sich das..Shstcm". dessen Beseitigung seit Jahren ihr unablässiger Kampf gilt. Das Preußen, in dem Braun und Scvering die Führung haben, das getragen ist von ollen aus- bauenden Kräften der Arbeiter» Angestellten und Beamten, dieses Preußen, in dem es keine Gesinde- ordnungcn mehr gibt, keine Abstufung der Staats- bürgerrechtc nach dem Geldbeutel» keine Koalitions- beschränknngen für Beamte, dieses neue Preußen, in dem der Geist von Weimar den Geist von Potsdam überwunden hat, ist das gewaltigste Hindernis für die Rückkehr des alten Obrigke»tsstaates wie für den Anbruch des /Ontlen Reiches" oder Gowjetdeulschlands. Arbeiter, Augestellte und Beamtet Ihr habt auf preußischem Boden vor acht Monaten beim Volksentscheid Hitler» Hugcnberg und Thäl- mann geschlagen, ihr habt im letzten halben Jahxc erlebt, wie brüchig die Harzburg-Moskauer Front ist. Was sie verbindet, ist der Haß gegen das „System". Was sie beseelt, ist nicht ein aufbauender Politischer Gedanke. Ihre einzige Triebkraft ist der fanatische Wille, unter allen Umständen an die Macht zu kommen. Lm Reiche ist ihnen dieser Versuch zweimal mißlungen. Die Reichspräsidentenwahlen haben gezeigt, daß die Politische Vernunft trotz allem noch die Mehrheit hat. Das deutsche Volk will sein Geschick weder ans dem Felde der inneren noch der auswärtigen Politik den Gcwaltpolitikern anvertrauen, die in den letzten Jahren zun« Unheil unseres Landes gerade genug wirtschaftlichen Kredit und Politisches Vertrauen verwirtschaftet haben. Arbeiter. Llnge stellte und Peaintc! Ihr müßt das eure dazu tun. klare politische Ver- hältnissc in Deutschland zu schassen! Ihr müßt endlich die innerpolitischc Krise bereinigen, die die Wirtschaftskrise immer mehr verschärft und die Massenarbeitslosigkeit unabsehbar steigert! Ihr müßt am 24. April Hitler, Hugenberg und Thöimann zum dritten und letz'en Male schlagen. Schützt das System eurer Freiheiten und Rechte! vsrum Ksins Stimme den Feinden der Weimarer Koalition! Jede Stimme für Braun und Severins festigt das Fundament des deutschen VoSksslaates! Grzeftnski in München. Drei Riefenversammlnngeo.— SA.-Banden veranstalten blutige Saalschlachten. München. 22. April(Eigenbericht». Lügenmelduvg über Eisenbahner. Gnheltsverband der E senbahner weist Schwindel zurück. Gegenüber haltlosen Behauptungen über eine illegale „Mobilisierung" der Eisenbahner erklärt der Vorstand des Cinheitsverbandes der Eisenbahner Deutschlands: „Wie mir heute erfahren, haben einige Rechtsblätter in der Provinz und der Neichshauptstadt Gerüchte verbreitet, nach denen cnrf Veranlasiung der Zemral« unseres Verbandes im ganzen Reiche Besprechungen unk» Versammlungen stattgefunden haben, durch die die Unterführer und Mitglieder des Verbandes mobilisiert werden sollten. Die erwähnten Zeitungen knüpfen daran die Vermutuirg. daß dies« Mobilisierung zu Zwecken der Vorbereitung illegaler Hand- langen(u. a. Sabotageakte) erfolgte. Hierzu erklären wir folgendes: Es ist unwahr, t»ß ocmi Hauptvorstand de- Einheitsverbandes der Eisenbahner Deutschlands solche oder ähnliche An» Weisungen ergangen oder geduldet worden sind. Der verband steht fest auf dem Boden der Reichsversosinog. so daß sich solche oder ähnliche Maßnahmen erübrigen. Zum Schuhe der Reichs- Verfassung wird der Verband erforderlichenfalls seinen Einfluß in legaler Weise geltend machen. Im übrigen beschränkt sich die Tätig- litt des Emhesteverbandes allein auf die Erledigung g e w e r k» s ch a f t l i ch e r Aufgaben. Hieraus ergibt sich, daß die Betsttigung an illegalen Bestrebun- gen und Bittzerkriegsoorberettungen außerhalb des Tätigkeitsgebietes des Verbandes liegt, fo daß ein« Beteiligung der Miigtieder des Verbandes für solche Aufgaben mcht in Frag« kommt. In einigen Zeitungen wird darauf hingewiesen, daß ein Gewsrk- schaftssekretär in Stolp. der u. a. im„Fränkischen Kurier" als ..ReichsgewerkschastssekretSr" bezeichnet wind, sich In der genannten Art geäußert habe. Wir glauben nicht, daß hiermit ein Angestellter unserer Organisation gemeint ist, da solche Aeußcrungen den Tot- lachen widersprechen würden." Schmutz im Wahlkampf. Auch der Zcnirumsführer wird verleumdet. Gegen Genossen S« v e r i n g ist eine verleumderische Broschüre von den Nazi? verbreitet worden, die aus der B a c m e i st e r s ch e n- Schmutz zentrale von 1SZS stammt. Aiph gegen den Fichrer! des Zentrums. Prälat Kaas. ist ein« Verleumdungsbroschüre ver-' breitet worden, die den Titel„Alkoholkönig und Prälat, oder Sprit i g u n g dagegen vir Do runlers uckmng gegen die Brüder Lahusen ist murmehr abgeschlossen. Di« Akten sind der Staatsanwaltschaft zugeleitet worden. 3n drei Ksefenoerfammlongen her Eifsmen Front München sprach am Freitagabend der Berllaer Pallzelpräsidenk Genosie Otzes Ins II. Alle drei Säle mußten schon frühMIg wegen llebcrfüllung polizeilich gesperrt werden, llm Hackerbräu und im Löwenbräukeller hallen sich je 200 bis 300 junge Leute der aus- gelösten SA. rechtzeitig Plätze gesichert in der Absicht, die Versammlungen zu sprenge«. Schon beim Eintritt maßten einigen von ihnen Pslastersteine abgenommen werden. Während die Versammlung im Waguerbrän. wo Grzesinsll zuerst sprach, völlig ruhig verlies, störten die Hillerbanditen die Hackerbräu Versammlung und schon beim Res«rot des Abgeordneten Seisried forlgesehl derart, daß es schließlich zn einem Tumult und zu einer blutigen Saalschlacht kam. innerhalb von zehn Miauten gelaug es dem Reichsbanoer mit Hilfe der Polizei, die das Ueberfallkommando herbeigerufen hatte, die hakeukreuzstrolche aus dem Saal zu werfen. Etwa zwölf Verletzte, darunter auch Reichsbauuerleute. mußten Saniläts- Hilfe in Anspruch nehmen, dazwischen war Genosse Grzesiaskl gekommen und konnte unter begeistertem Betfall der Riescnversamm- lung in vollkommener Ruhe sprechen. Die größten Hitlcr-Rowdys hatten sich aber vor dem Löwenbräukellcr verabredet, der seit 7 Uhr abends von einer riesigen Menschenmenge umlagert war. Ein starkes pollzelaufgebot hielt die Ordnung ausrecht. Grzeflnski kam erst kurz uach%10 Uhr. fiaum hatte er zu spreche» begoaaea. als das hakeukreuzgesiudel systematisch mit Slörungsversucheu uud Stinkbomben arbeitete, die alle Warnungen des Versammlungsleiters uvd des Ordnuags- diensles in den Wind schlug. Als eiuige der rabiatesten Gesellen aus dem Saal entfernt werden muhten, begannen deren Milverschworeue mit Stühlen und Vierkrügen einzuschlagen, so daß im An eine blustge Schlägerei im Gauge mar. hier dauerte es eine Viertelstunde, bis die hakeukreuzbaudeu durch das Reichsbanner mit tatkräftiger Uulerstühuug der Polizei aus dem Saal hinausgeworfen waren und Genosse Grzesinski unter lobendem Beifall seine Rede um zstl Uhr beenden konnte. Soviel sich im Augenblick feststellen läßt, gab es hierbei 25 bis ZO Verletzte. Wieder einmal ist in München der Beweis erbracht, daß ohne Reichsbanner eine republikanische Versammlung nicht durch- geführt werden kann. Nazis als Bombenleger. Avsklärunq des Frankfurter DombenottentalS. Arankfurt a. M, 22. April.(Eigenbericht.) Die beiden Spreng st ofsattentate gegen das Zrank- fnrler Roxi-SIno, die im Gull vorigen Zahres gelegentlich der Auf- führung des Remarque-Zilms„Zm Westen nichts Rene?" verijbl wurden, haben jetzt ihre Ansklärnug gesunden. Vler Nationalsozialisten haben nach ihrer Verhaftung ein Ge- ständnis abgelegt, daß sie die drei mit Spreugstofs gefüllten Bleirohre in einem Rebenroum des Kinos niedergelegt und die Elen- baadgra-mke, die im Vorraum des Kluos, ohne jemsvd zu verletzen. explodierte, geschleudert hoben. Die verhasleten Razis sind sämtlich Unterführer der iazwlscheu aufgelöskeu Frankfurter SA Sie de- künden, von ihren Führern ln nnbestlmmlen Vörie« zu de» Atieala! ansgefordert worden zu sein. Rachher hatten die Führer allerdings nichts mehr von der Sache wisien wollen. Völlig überführt! Oos Brovas Haus und die Boxheimer Dokumente. varmstadl. 22- April.(Eig«nb»richk) Ans sine Erklärung des Raziabgeordneten Best, daß der Eni- wurf zum Bexheimsr Dokument dem Braunen Haus« in München nicht vorgelegen habe, erwidert die hessische Regierung mit einer Erklärung, der wir folgendes entnehmen: „Wenn Dr. Best und die Reichsleitung der RSDUP. nach pzie vor betonen, daß e- sich bei den Boxheimer Dokumenten um ein« „Prioatarbeit" Bssts handle, so sei daran erinnert, daß sein Schreiben vom 6. September 1951 an die Reichsleitung der NSDAP. mn Briefkopf den Vermerk trägt:„NSDAP., Gau Hessen, Recht»- abteilung, Darmstadt. Bismarckstrohe II"(das ist die Adrelse des Darmstädtsr Braunen Hauses), und zur Kennzeichnung der Unterschrift den Zusatz:.Leiter der Rechtsabteilung des Gaues Hessen der NSDAP." Nach dieser ausdrücklichen Unterstreichung des Partei- amtlichen Charakters des Verfassers kann der Brief unmöglich als „Privatarbeit" Bests angesprochen werden. Uebrigens ist das beschlagnahmte Schriftstück ein Durchschlag. während sich das OriginaldesBriefesnicht mehr beiden Parteiakten befand. Hätte Best das Original vernichtet, statt es bestimmungsgemäß abzusenden, warum sollte er dann die Kopie aufbewahrt haben? Die Ausreden Bests fallen aber vollends in sich zusammen durch »in andere- ebensalls beschlagnahmtes Schriftstück, das von Dr. Best persönlich unterzeichnet und von seiner Hond an bezeichnenden Stellen mit Aenderungen bzw. Streichungen ver- sehen worden ist. Es handelt sich um den Entwurf zu Bests Presse-„Dementi" nach Veröffentlichung der Boxheimer Dokumente. In der verössentlichten Fassung dieser Erklärung heißt es an der fraglichen Stell«:„Als von den Dienststellen der NSDAP, keine Weisungen... gegeben wurden..." Ursprünglich stand dagegen im Entwurf:„Als von den Dienststellen der NSDAP, trotz An« frage kein« Weisungen... zu erhalten waren..." Einig« Zeilen später hieß es uriprünglich im Vmmsknptentwurs:„Da ich feststellen(!) mußte, daß für diesen Fall von keiner vermtt« wortlichen Stelle der Bewegung Vorsorg« getroffen wurde..." Dieser Satzanfang ist vosi der Hand Bests gestrichen worden. Warum wohl? Natürlich aus keinem anderen Grunds als dem, daß Herrn Dr. Best, bevor er das Manuskript seiner Press« in Satz gab, noch rechtzeitig einfiel, daß er mtt der ursprünglichen Fassung die Münchener Reichsleitung der NSDAP, vor oller Oeffentlichkest b l o s st e l l e n würde." Englischer Exporimyrd. Zmmer höhere Zölle. London. 22. April.(Eigenbericht.) Die neu« englisch« Zollverordnung erhöht den Npr walsatz für eingeführte Fertigwaren auf 20 P r o z. oqm Wert. Eine beschränkt« Anzahl von Gütern wird mtt SO Proz., Luxus. »aren mtt 25—30 Proz., Toileitenpräparat«. künstlich« Blumen und Juwelierwaren mtt 20 Proz. belastet. Die neuen Zollsätze treten am Montag in Kraft. Oer Oanziger Keuai protestiert gegen deutsch« und polnische Zeitungsmeldungön, wonach das Hauptquartier der Hitler-Arme« nach Danzig verlegt werde. � Herunter mit der Maske! Die Razis als Arbeiter- und Gewerkschastsseinde. Vertrauliche Richtlinien der ReichSbetriebSzellenabteilung der NZTAP.— engste Zusammenarbeit mit den„sperren Pg.S Arbeitgebern"— Weckung persönlichen Neids— das Betriebsrätegcsctz nur eine Frage der Taltik— Adressen- und Photosammlung aller Gcwertschaftssunltionäre. Ueber die Hinterhältigkeit, die sich unter der gewerkschaftsfreund- lichen Maske der NSDAP, verbirgt, herrscht wohl im allgemeinen unter den Arbeitnehmern völlige Klarheit. Wenn aber etwas geeignet ist, den legten Schleier des Zweifels über die arbeitnehmer- und organisationsfeindliche Haltung der NSDAP, zu zerreißen, dann sind es die Anweisungen der Reichsleitung der NSDAP., die sie als „Vertrauliche Richtlinien zur Durchführung unseres Kampfes im Entscheidungsjahr 1932 gegen Vetriebsmarxismus" herausgegeben hat. In der Einleitung dieser„vertraulichen Richtlinien" wird noch einmal hervorgehoben, daß die„Nationalsozialistische Betriebszellen- organifation"(NSBO.) nichts weiter„als die besondere spezifisä)s Waffe zur Eroberung der Betriebe durch Niederringung des Betriebs- Marxismus" sei. Als Gewerkschaft sei die NSTO. schon durch die Feststellung der Reichsarbeitsgerichts nicht anerkannt. Eine Arbeitsgerichtsoertretung durch die NSBO. könne also logischerweise nicht stattfinden. Wörtlich heißt es weiter: „Ebenfalls können bei Streiks keine Anlerstühungen gezahlt werden. Allerdings kommen ja Streiks wenig oder fast gar nicht in Betracht, Bedenken dieserhalb sind bei den Herren Pgs. Arbeitgebern zu zerstreuen." Die Herren Pgs. Arbeitgeber geben den Nazis ja auch kein« Gelder dazu, um Streikende zu unterstützen. Aus den Anweisungen, die in diesen„Vertraulichen Richtlinien" über die„Werbeaktion im Jahre 1932" gegeben werden, sei hier nur ein Satz, der freilich markant genug ist, festgehalten: „Werden eigene Betriebszeitungen herausgegeben, so sind in den Illustrationen und Im Text die Herren Arbeitgeber uud leitende Beamte saußer es seien üudcn) nach größter Möglichkeit nicht zu kritisieren. Ist es unumgänglich notwendig, dann in maßvoller Form." Während also die Hzerren Arbeitgeber in den Betriebszeitungen mit Glacehandschuhen anzufassen sind, ist in demselben Organ „vor allem aufs schärfste das heutige System anzugreifen sowie die arbeiterverräterische Politik der Gewerkschafts- und SPD.- Bonzen. Gerade das letzte leuchtet dem Arbeiter am besten ein. So z. B, Lebensweise und Gehalt der Bonzen(insbesondere Privatleben derselben beobachten), ihren Werde- gang usw. ...Wir dürfen in der Politik kein Mtkel scheuen und gerade die Weckung persönlichen Neids und liliuderwertigkeitsgefühls beim Arbeiter führen oft später zur reifen politischen Erkeuutnis." Das also sind die Wiedererwecker deutscher Art und deutschen Geistes! Ein weiterer Abschnitt der„Richtlinien" beschäftigt sich mit der Tätigkeit und den besonderen Aufgaben der NSBO.- Betriebsräte. Der NSBO.-Betriebsrat ist danach in erster Linie der Partei und der Bewegung verantwortlich. „Die Anord nungen desFührers und der Partei sind für ihn allein maßgebend. Das Betriebsrätegesetz ist nur eine Frage der Taktik für denselben," Auch das wußte man zwar schon lange, schon seit Feder's verun- glücktem Rundfunkgefpräch mit Prof. Nölting. Immerhin verdient dieses unfreiwillige Geständnis festgehalten zu werden. Und nun kommt der Abschnitt, in dem diese„Richtlinien" den Gipfelpunkt dessen erreichen, was sich die NSDAP, bisher der Arbeitnehmerschaft und ihren Organisationen gegenüber geleistet hat und was bisher noch durch keine zur Kenntnis der Oeffentlichkeit gekommene„vertrauliche Richtlinie" in dieser Form bekannt gc- worden ist. „Die akute Gefahr droht nun weniger vou feiten der RGO. und KPD. als von feiten der von dea Sozialdemokraten geführteu Gewerkschaften, hier Hot der Kampf einzusehen. Daß dieser Kamps nur mit besonderen Miteln geführt werden kann, liegt aus der Hand, zumal bei unserer zahlenmäßigen Schwäche in den Betrieben." So aber sehen diese besonderen Mittel aus: „Jeder Nationalsozialist ist ferner verpflichtet, im Betriebe jeden marxistischen Funktionär, gleichgültig welcher Schatkie- ruug, mit genauer Adresse festzustellen, weuu irgend möglich. muß versucht werden, vou jedem dieser Leute eine Photo- graphie zu verschaffen. Das gesamte Adressenmaterial(Photos usw.) ist über den Gau weiterzuleiten an den Sonderdienst(Abt. 1 V B 11 München). Die Hauptsache ist schon, wenn nur geknipst wird, das übrige erledigt dann die technische Abteilung. Ist der Arbeitgeber P g., so steht demselben das Recht zu, fortwährend auf dem Laufenden gehalten zu werden. Auf diefe Weise ist es möglich, daß die einzelnen Betriebe nach und nach von allen schädlichen Elementen gesäubert werden und eine große Anzahl unserer Pgs. in den Betrieben Arbeit finden wird. Auch dürfte solches Adressenmaterial nach unserer Machtergreifung von großer Bedeutung seiu, um mit dea Feindeu des deutschen Volkes ein für allemal aufzuräumen... Wichtig ist noch, die Herren Pgs.-Arbeitgeber darauf hinzu- weisen, daß bei evtl. unerläßlichen Lohnscnkungsaktionen eine nationalsozialistische Belegschaft der wirtschafllichen Lage immer ein anderes Verständnis entgegenbrächte als eine marxistisch verhetzte." Noch selten ist der schamlose Betrug Hitlers an den deutschen Arbeitnehmern so brutal enthüllt worden, m» das hier geschieht. Was Wunder auch! Entspricht doch die Geisteshaltung, die in diesen „Richtlinien" zirm Ausdruck kommt, ganz und gar den Gedanken- gängen Hitlers selbst, der sich bekanntlich seinerzeit gegenüber seinem Gegner Otto Strasser bis heute unwidersprochen so geäußert hat: „Sehen Sie, die große Masse der Arbeiter will nichts auderes als Brot und Spiele, die hat kein Verständnis für irgendwelche Ideale... Wir wallen eine Auswahl der ne u e n H e r r e n s ch i ch t, die nicht wie Sie von irgendeiner Mitleidsmoral getrieben wird, sondern die sich darüber klar ist, daß sie auf Grund ihrer besseren Rasse das Recht hat, zu herrschen, und die diese Herrschaft über die breite Masse rücksichtslos aufrecht erhält und sicher t." Nur noch einen Satz aus den Schlußbemerkungen der„Nicht- Knien": „Der Jude Mordechai hat einmal von der Athletengestalt des deutschen Arbeiters gesprochen, und es wäre ein unvenneidkicher Fehler, wenn man die Richtigkeit dieses Ausspruches übersehen würde." Nun, die Athletengestalt des deutschen Arbeiters wird morgen Sonntag dafür Sorge tragen, daß diesen vom Unternehmertum bezahlten„Arbeiterfreunden", die sich hier wieder in chrer wahren Gestalt zeigen, die Antwort gegeben wird, die sie verdienen: Liste 1, Braun-Eevering? Der Kampf im Fuhrgewerbe. Die Arbeiter fassen nicht mehr mit sich spaßen. Der entschlossene Widerstand der Arbeiter des Berliner Schwer- und Leichtfuhrgewerbes gegen das rigorose Lohnabbaudiktat der Fuhrhcrrninnung ist nicht ohne Wirkung ge- blieben. Den am Sonniag von den Funktionären oer Branche gc- faßten Beschluß, jeden Versuch der Durchführung des Diktats mit der Arbeitseinstellung zu begegnen, hatten zwei Fuhr- Unternehmer osfcniar nicht ernst genommen. Die Arbeitseinstellung war die sofortige Antwort. Nach kurzer Streikdauer verpflichteten sich die bestreikten Fuhrunternehmer, die bisherigen Löhn« bis zur Neufestsetzung der Verdienste für die Gesamtbranche weiterzuzahlen. Die übrigen Fuhrunternehmer nahmen eine abwartende Stellung ein oder verpflichteten sich ebenfalls, soweit sie die Durchführung des Diktats angekündigt hatten, zur vorläufigen Weiterzahlung der alten Löhne. Inzwischen hat der Schlichtung sausschuß mit den Fuhrunternehmern, den Mitgliedern und Nichimitgliedcrn der Innung und dem Gesamtoerband Fühlung genommen, um ein neues Schlichtungsversahron einzuleiten uno den Kon- flikt beizulegen. Da ein Termin für diese neuen Verhandlungen noch aussteht, glauben einige Fuhrunternehmer, bis zur endgültigen Bereinigung des Koirflikts i,m trüben fischen zu können. Diese Unternehmer wollen ihren Arbeitern solange die von der Innung diktierten Löhne zahlen, bis entweder durch Schiedsspruch oder Bereinbarung für die ganze Branche die Löhne neu geregelt worden sind. Das Manöver soll auf Beschluß der gestrigen Bolloersammlung der Arbeiter des Schwer- und Leichtfuhrgewerbes durchkreuzt wer- den. Von diesen Unternehmern soll heute durch die Betriebs- Vertrauensleute die eindeutige Erklärung verlangt werden, daß sie bis zum Abschluß eines neuen Gefamtvertrages die alten Löhn« weiterzahlen. Geben die Unternehmer diese Zu- siche.ung nicht ab, soll ob Sonnabend d'e Weiterzahlung der alten Löhne durch Arbeitseinstellung erzwungen werden. Bon jeder Arbeitseinstellung ist dem Gesamtverband umgehend Mit- teiiung zu machen. Vom Schlichtungsausschuß muß verlangt werden, daß er in seiner baldigen Entscheidung den übermütigen Fuhrunternehmern eine Grenze zieht, denn mit 22 bis 28 Proz. Lohnabbau innerhalb von 1% Jahren haben die Arbeiter des Berliner Schwer- und Leichtfuhrgewcrbes mehr als zuviel Opfer gebracht. Wenn ein Fuhrunternehm«r nicht einmal mehr die miserablen Löhn« zahlen kann, die ietzt in der Branche üblich sind, hat er als„Unternehmer" keine Existenzberechtigung mehr und soll von der Bildfläche ver- schwinden. 612514 Berliner suchen Arbeit. Llnterstüht werden 565 772. Ina Bezirk des Landesarbeitsamts Brandeuburz hat sich die Zahl der Arbeitsuchenden in der Zeit vom 1. bis 15. April um 9398 ve dort, die Z-ch� der Unterstiitzungsbxzieher dagegen um 33 206 Personen. In den Angestelltenberufen hat die Zahl der Arbeit- suchenden zugenommen, in Berlin allein um 4768 Personen. Die Gesamtzahl der Arbeitsuchenden im Bezirk ist 842 988, davon 692574 in Berlin, 212 447 in Brandenburg und 17 967 in der Grenzmark Posen-Westpreußen. Bon den 177 495 Unterstützungsbeziehern in der Arbeitslosen- Versicherung sind 118 468 in Berlin, 55 559 in Brandenburg und 3468 in der Grenzmark. In Berlin beziehen außer diesen 118 468 Versicherungsunter- stützten 156 557 Krisensürsorge und 231 749 Wohlfahrtsunterstützung. Bon je 1999 Einwohnern werden in Berlin 29,52 von der Arbeits- losenoersicherung und 39,91 von der Krijenfürsorge unterstützt. Oer Verband der Fabrikarbeiter. Zn zwei Jahren über 21 Millionen Mark Llnterstuhung. Der Verband der Fabrikarbeiter Deutschlands zählte mit Jahresbeginn 1931 etwa 31,9 Proz. arbeitslose Mit- g l i e d e r gegen 19,3 Proz. im Jahre vorher. Ende 1931 waren 49.1 Proz.. der Verbandsmitglieder arbeitslos und 23,5 Proz. arbeiteten verkürzt. Von den Mitgliedern des zum Verbände ge- hörenden Keramischen Bundes waren Ansang 1931 nicht weniger als 46,8 Proz. arbeitslos, am Jahresschluß jedoch 5 7,9 Proz. arbeitslos. In der Grobkeramik waren Anfang 1931 arbeitslos 57,1 Proz., am Jahresschluß 73,3 Proz., in der Glasindustrie 41L Proz. bzw. 52,1 Proz., in der Porzellanindustrie 32,2 bzw. 37,6 Proz. Auch in der Spielwarenindustrie herrscht große Arbeitslosigkeit. Nimmt man den Lohnabbau hinzu, dann ist begreislich, daß die Beitragseinnahmen stark zurückgegangen sind, wozu noch der Ver- lisst von 54 999 Mitgliedern bis Ende 1931, ein Rückgang von etwa 12,4 Proz., wesentlich beigetragen hat. Unter der durchschnittlichen Mitgliederzahl im Jahre 1931 befanden sich 8 4 952 weibliche Mitglieder, deren Anzahl mit 15,7 Proz. stärker zurück- gegangen ist als die der männlichen Mitglieder mit 11,5 Proz. 11474 Mitglieder sind abgereist und 4293 zu anderen Verbänden übergegangen, während 4379 Mitglieder zugereist und 2215 aus anderen Verbänden übergetreten sind. Neu beigetreten sind 25 625 Mitglieder, im Jahre 1939 waren es 47 411. Die Beitragseinnahmcn sind um über öVi Millionen Mark zurückgegangen. Die erwerbslosen Mitglieder zahlen natür- lich keinen Vollbeitrag mehr, sondern nur noch Erwerbslosenbeiträge, um ihre Mitgliedschaft aufrechtzuerhalten. Die übrigen Beitröge sind dem Einkommen entsprechend gestaffelt und deshalb die Bei- tlagsleistungen geringer. Die Unterftützungsleiftungen des Fabrikarbeiterver- bandes find dagegen höher geworden. Sie betrugen im Jahre 193l insgesamt 19696393 Mark gegen 19418 792 M. im Vorjahr. An der Spitze dieser Ausgaben steht die Erwerbslosemmterstühung mit 6117106 Mark (1930: 5880 546 M.). Die Krankenunterstützung erfor- derte 1939: 2 146 283 M.. 1931: 1 495 389 M. Die Jnvalidenuntsr- stützung erforderte eine Ausgabe von 1 931 739 M.(1939: 1 184 751 M.). Die Aufwendungen an Streikunterstützung stiegen von 259 197 M. im Jahre 1939 auf rund 6 49 99 9 Mark im Jahre 1931 infolge der Arbeitskämpse in der G l a s i n d u st r i e. Mehr als 43 Millionen Mark hat der Fabrilarbeiterverband in den Jahren 1926 bis 1931 seinen Mitgliedern an Unterstützungen gezahlt. Ein Drittel der Beitrags- einnahmen im vorigen Jahre hat der Verband als Erwerbslosen- Unterstützung ausgegeben und insgesamt 56,94 Proz. der Einnahmen für Unterstützungen oller Art aufgewendet. Wo ist die RGO.- Sonderorganisation, die ihren Mitgliedern und vor aller Oeffent- lichkcit derart Abrechnung legt wie die freien Gewerkschaften? Die Gewerkschaften und ihre Führer unausgesetzt beschiinpfen und mit Schmutz bewerfen, nicht zuletzt auch den Fabrikarbeiterverband, das können die RGO.-Kommunisten. Aber weiter auch nichts. Die Krise stellt die Gewerkschaften aus eine überaus schwere Probe. Wenn auch nicht ohne mehr oder minder schwere Opfer, so haben sie diese Probe verhältnismäßig sehr gut bestanden, was ins- besondere auch für den Verband der Fabrikarbeiter gilt. Der Verband hat nicht versagt und wird nicht versagen. Aber auch die Mitglieder dürfen nicht versagen und sollten ihre Mitgliedschaft auch als Arbeitslose aufrechterhalten. 508-�uf an Stalin. Die russischen Gewerkschaften fordern Lebensmittel. Die Gewerkschaften haben ein Telegramm an Stalin gesandt, in welchem sie den Führer der Partei begrüßen. Sie erklären sich auch bereit, für den zweiten Fünfjahresplan zu kämpfen, geben aber der Hoffnung Ausdruck, daß die Parteien und die Regierung sich die Mühe geben, die Lebensbedingungen der russischen Arbeiterschaft zu verbessern. Die Arbeiter wollen Erleichtc- rungen namentlich in der Versorgung mit Lebensmitteln haben. Die„Rote Fahne", die so hübsch von der Familie Z i n t zu erzählen wußte, müßte nun auch einmal die wirklichen Lebensoer« Hältnisse der russischen Arbeiter wahrheitsgetreu schildern. Darauf können ihre Leser lange warten. Der Schrei des Gewerkschaftskongresses nach Brot sagt jedoch genug. Der arbeitende russische Arbeiter lebt noch schlechter als der arbeitslose deutsche Arbeiter. Französischer Texiilstreik zusammengebrochen. Unter„siegreicher Führung" der Kommunisten. Die 4599 Textilarbeiter von V i e n n e an der Rhone, die seit 8 Wachen im Streik standen, haben am Freitag die Arbeit wieder aufgenommen, und zwar zu den letzten von den Unternehmern vorgeschlagenen Bedingungen: Ausr«chterhal- tung der Weberlöhne, Herabsetzung der Löhne der übrigen Arbeiter um 6,85 Pro;., davon die Hälfte sofort, die andere Hälfte nach einem Monat. Das Scheitern des Streiks fällt den Kommu- n i st e n z u r L a st, die die Bewegung zu politischen Zwecken miß- brauchten und die Arbeiterschaft gespalten haben. Achtung Buchdrucker! Tie gesamte Belegschaft der Druckerei des GdA., R. Boll G. m. b. H.. Schiffbauerdamm 19, hat am Freitag, infolge ange- botenen Lohnabbaues von 35 Proz. der Uebertarif. löhne den Betrieb verlassen. Die Kollegen werden ersucht, vor Konditionsantritt Erkundigun- gen beim Gauvorstand, S0 16, Engeluser 24/25. Zimmer 13, ein- zuholen._ Der Gauoorstand. Achtung, Betriebsräte? Der nächste Arbeitsrechtliche Jnformationsabend für Betriebs- röte ist am Dienstag, 26. April, 19 Uhr. Saal 3 oder Saal 5 des Gewerkschaftshauses. Leiter: Genosse Dr. Bruno Broscker. Vor- herige Anmeldung nicht erforderlich. Ein besonderer Hörerbeitrag wird nicht erhoben.___ ?! eue Kurse der Berliner Gewerkschastsschule, SO 17. Die Wirtschaftskrise und die Pläne zu ihrer Lösung. Lehrer: Fritz Fricke. Beginn: Donnerstag, den 28. April 1932, um 18 Uhr im Sitzungssaal des Buchbindcrverbandes, Engelufer 24/25, 1. Hof, Aufgang C, 3 Treppen. Der Kursus behandelt in S Abenden die Ursachen und den Umfang der Wirtschastslrisc und die in der letzten Zeit gemachten Vorschläge zu ihrer Lösung. Besprachen werden die Pläne von Wagcmaun— Lederet— der WTB.. sWon- tinski.Tarnaw.Baade.) Plan, die Borschläge des Allgemeinen Deutschen Gewerl- schastsbundcs und die des AfA-Bundes und der des Reichsarbeitsministerium». SO. 18. Die Tätigkeit der Betriebsräte und Gewerkschaftsfunktionäre in der Krise. Lohnforderungen bei Konkursen und Äonkursrecht. Lehrer: Dr. Ernst Fraenkel. Beginn: Montag, den 25. April 1932, um 29 Uhr im Leibnizgymnasium, Mariannen- platz 27/28. Die Tätigkeit des Betriebsrates ist in der Krise«ine besonders schwierige. Fahlulngsschwierigüeiten der Firmen führen in vielen Fällen zu rateirrneisen Lohn, und Gehaltszahlungen, oft aber auch dazu, daß Arbeitnehmer bei ihren Firmen bei eintretenden Konkursen hohe Lohn- und Gehaltsforderungen haben. Mehr denn je ist es deshalb notwendig, daß die Gewerkschaftsfunktionäre und insbesondere die Betriebsräte gute Sachkenner auch des Konkursrechtes find. Eine Einführung in das Konkursrecht gibt der auf die Dauer von 6 Abenben vorgesehene Kursus. so. 19. Einführungskursus in das Bctriebsräkegeseß. Lehrer: Fritz fricke. Beginn: Donnerstag, den 28. April 1932, um 29 Uhr im Leibnizgymnasium. Mariannenplatz 27/28. Der Kursus behandelt das Wahlverfahren, die Geschäftsführung, die Ob. liegenheiten des Betriebsrats und den Entlassungsschu�. Dauer des Kursus 5 Abende. C. 20. Der Na«ionalsozialismus und die Gewerkschaften. Lehrer: Walter Gyßling. Beginn: Montag, den 25. April 1932, um 29 Uhr im Sophienlyzeum, Weinmeisterstr. 16/17. In dem Kursus werden die Ziele der NSDAP, behandelt. Die NSDAP. als Arbeiterpartei, Hitlers Urteil über die Gewerklchattcn. Dir nationalsozia. liflische Betriebszellen, Organisation. Nationalsozialistische Arbeitsvermittlung. Nationalsozialisten— Lahnkarnpf— Streikbrecher— gelbe Werkoereine. NSDAP, und Arbeitslosenprablem. Arbeitsdienstpslicht. Dauer 6 Abende. SO. 21. Macht uud Recht— Demokratie und Diktatur. Lehrer: Dr. Theodor Haubach: Beginn: Dienstag, den 26. April 1932, um 29 Uhr im Leibnizgymnasium, Mariannenplatz 27/28. Der Kursus soll das Verhältnis zwischen Macht und Recht in der demokratischen Sraatssorm und in der Diktatur grundsätzlich klären. Im Verlauf des Kursus werden als Beispiele für den Unterricht aktuelle Tagesereignisse aus den verschiedenen Ländern herangezogen. Hörergchühr für jeden Kursus 2 M., für Jugendliche 1 M. Arbeitslose sind vom Beitrag befreit. Anmeldungen bei Beginn der Kurse.__ »Freie Gewerkschafts-�uaenb Berlin ! Heute findet folgende Veranstaltung statt: Südkreis: Illu Uhr Aula der Karl-Marx- Schule, Neukölln, Kaiser-Friedrich. Straße Lv8— 210. „Jugend will werben". luc-endoruppe des?entraiverdani>eg ver AnaesteUten 5� Unser Eingekreis UM heute von 20 bis 22 Uhr im Jugendheim Tilsitrr � Straße 4. Verantwortlich für Politik: Bietet Schiff: Wirtschait:®. Klingclhöser; thewerkschastsbewegung: 3. Steiner: Feuilleton: Dr. John Schikowski: Lokales und sonstiges: Fritz Knrftädt: Anzeigen: Th. klocke: sämtlich in Berlin. Verlag: Vorwärts.Berlag S. m. b. H.. Berlin. Druck: Borwärls-Buchdruckeret und Verlagsanstglt Paul Singer u To. Berlin SB. 68, Lindenittaße Z. Hieetzn 2»«lagen. Ar. 190» 49. Jahrgang 1. Beilage des Vorwärts Sonnabend/ 23. April 1932 Von Lügen umsponnen Aber unsere Aufklärungsarbeit in den Landbezirken zerreißt das Netz Xn Osten, das Land der Junker, ist heute das Lau!) der Eitler- Leute. Der Ausspruch eines Rittergutsbesitzers als Schulauista�s- psrson zu einem jungen Lehrer, der sich mit seinen Schülern Mhr Mühe gad, als es dem Herrn notwendig erschien, ist hezeichnend, er tagte:„Ich brauche vor dem Pilüg zwei Ochsen und hinter dem ipflug einen Ochsen." Es wird de» jungen Menschen vom Lande beigebracht, daß alles, was die Redner anderer Parteien vorbringen, Lüge und Betrug sei, das man sich am besten nicht anhört. Besser noch, man stört den Redner durch dumme, massive Zwtschenruse. Die erste Ausgabe zu Beginn einer Versammlung ist also die Siche- rung des Hausrechts durch den Versammlungsleiter. Da die Land- jäger sehr korrekt sind und zum großen Teil noch die Methoden des alten Regimes am eigenen Leibe crsahrcn hatten, ist schon durch ihre Anwesenheit sür verhältnismäßige Rühe gesorgt. Denn wenn der Landjäger aus Ersuchen des Versammlungsleiters nur ein ein- ziges Mal Ruhe gebietet, ist aller Heldenmut der Hitler-Leute von 15 bis 30 Jahren für eine Viertelstunde verslogen und sie sitzen ruhig und gehoriam wie Schuljungen, die zu laut getobt haben, da. Fast alle Landjäger erzählen unausgesordert, daß sie diesen jungen Leuten uno ihren Versührern schon vor dem ersten Wahlgang zur Präsidentenwahl erklärt haben, sie wollen kein Drittes Reich, dos nur eine verschlimmerte Auflage des alten Preußen Reich, das nur eine verschlimmerte Au'lage des alten Preußen sei. Die Zwischenrufe in unseren Versammlungen im Netzelreis heißen fast immer: ,.5iuiisker und Sklorck!". beziehen sich also aus Vorkommnisse aus den Jahren 1924 bis 1929, sind aber in dieser Gegend im Jahre 1932 noch zugkräftig. Wenn man dann den Raiffeisen-Skandal und den L a n d b a n k s ko n d a l er- wähnt und die Hilfe, die der preußische Staat der notleidenden Landwirtschast erwiesen hat— allein von 1924 bis 1929 etwa 1100 Millionen Mark—, ertönt es im Chor:„Bon dem Geld haben wir nichts bekommen!" Wüßten Älein- und Mittelbauern wirklich über die Machtmittel, die ihnen der Wahl- Zettel in die Hand gibt, Bescheid, würde die vergiftende Propaganda der Nazis bei den älteren wirkungslos bleiben. Uebcrall, wo sich frei- gewerkschaftlich organisierte Arbeiter befinden, seien es Landarbei- ler, Ziegcleiarbciter, Holzarbeiter oder Flößer, hatten wir gut de- suchte Versammlungen, meistens sind Ortsgruppen da und auf alle Fälle Vertrauensperfonen. Diese einzelnen Gewerkschaftler und Parteigenossen haben dann die schwere Ausgabe, als Bersammlungs- schütz in oie sogenannten Nazidörfer zu kommen und während der anderen Zeit— die meisten sind leider arbeitslos— Agitation van Mund zu Mund treiben. Außer den Sozialdemokraten sind nur noch die Bewohner in katholischen Dörfern resistent gegen die Lügen- Propaganda der Nazis. Gesellschaftlich betrachtet rekrutieren sich die Nazileute aus den selbständigen Klein- und Mittelbauern und deren -Kindern sowie aus den äch-g« s-c.tz t e-st Si edle r-n. die zum Teil -nicht genug-Land isür-ein«"auskönrmli.ch« Existenz.bekommen haben. �-Jn den A.lekchst'äoten.ist. es die Jugcnddes M i tt« l st a n- de s, besonders auch die h ö hcrenSchülcr und Lehrlinge, die hei, Nazimeistern wohnen. Ausgesprochene Landarbeiter sind fast nie dabei, so daß der Graf von der Sch Ulenburg statt der Arbeiter Besitzersöhne uno Töchter auf seinem Rittergut beschäftigt. Noch der Wahl nstrd es die Aufgabe der Partei und der freien Gewerkschaften fein, planmäßig und regelmäßig — es wird uns oit gesagt: Ja, ihr kommt immer nur zu den Wah- lcn— das flache Land zu bearbeiten. Inwieweit das auch von Grenzmark ist zwar politisch svei, sich ihrer Macht als Masse in der Neumark geschehen kann, wäre zu überlegen. Die Bevölkerung der (Srenzmark ist zwar politisch frei, ihrer Macht als Masse in der Republik aber noch nicht bewußt. Genau so geduckt und armselig wie die Katen um die.Herrenhäuser stehen und sich die kleinen zum Teil noch strohgedeckten Häuser an die Hügel schmiegen, ist ein großer Teil der Bevölkerung. Sie durch den Sozialismus zu freien Bürgern der Republik zu erziehen, ist die Aufgabe von Partei und Gewerkschaften. Eine vom besten Kampfgeist getragene öffentliche Kundgebung veranstalteten die Köpenicker Genossen in dem bis auf den letzten Platz gefüllten großen Saal des Siadttheaters. 5)icr sprach in mahnenden und zündenden Worten Genossin Klara Böhm- S ch u ch: sie zeichnete in klaren Zügen das wahre Gesicht des Faschismus, dessen Wahlkampf aus guten Gründen vom Kapitalismus finanziert wird, und schilderte die ganze Erbärmlichkeit ihrer politischen.Helfershelfer, der K o m m u n i st e n. Eine Welle der Begeisterung durchflutete die Massen, als sie, nach einem besonders zu Herzen gehenden Apcll an die in großer Zahl anwesenden Frauen und an die Jugend, zum Kampf ausrief für das Preußen Otto Brauns und Severings, dem sicheren Hort der Ordnung, der staatsbürgerlichen Freiheit, dem Hort der Demokratie in Deutschland. Die eindrucksvolle Kundgebung war für die Anwesenden eine Feierstunde, eingeleitet und umrahmt von Musikdarbietungen des Reichsbanners, von Freiheitsliedern der Arbeitersänger, von aufrüttelnden Rezitationen. Sie war mit echtestem Kampfeswillen und Zuversicht erfüllt. Mowrstaffel„Solidarität" in der Neumark. Die Motorstaffel von„Solidarität" fährt auf Landagitation! Heber Alt-Landsberg geht es nach Strausberg. Hier ist erster Halteplatz. Propagandamaterial wird übernommen, die Far- ben der Republik werden an den Fahrzeugen befestigt, Plakate, die auffordern, Braun-Severing zu wählen, werden sichtbar angebracht und weiter geht es nach kurzer Rast. Bon Strausberg nach Wriezcn wird Dorf für Dorf mit Flugblättern be- legt. Ueberall erweckt die Motorstasfel Begeisterung bei den An- Hangern der Republik. Ihr müßt öfter kommen! hört man allgemein ruien. In manchen Dörfern sieht es böse au?. Junge Burschen, mit dem Hakenkreuz geschmückt, glaubten hier und da die Stakkel provozieren zu können. Jedoch verdufteten sie schnell, wenn sie die stattliche Zahl der Fahrzeuge und Besatzung übersahen. Don Wriezen geht es nach K ü st r i n in der Neumark, dem F e m e n e st der schwarzen Reichswehr. Unterwegs erlebt man noch manch ergötzliches Schauspiel. Den Spießern blieb die Spucke weg, wenn sie die„Rote Motorstaifel" vorüberziehen sahen. In Küstrin kam es zu jener stattlichen K u n d g e b u n g, über die der„Vor- wärts" bereits berichtet hat. Als es an die Heimfahrt ging, hieß es: Kommt bald wieder! In Tasdorf wird nochmals kurze Rast gemacht und die vorbeifahrenden„roten Radfahrer", die ihre Werbe- fahrt nach Kalkberge gefahren hatten, begrüßt. Dann wurde in flotter Fahrt die letzte Strecke bewältigt. Nazi-Schwarz, früher KpO. Ohnmachtsunfällc im Felscneck-prozep. Im F e l s e n e ck- P r o z c h ist man auch gestern nur wenig vorwärts gekommen. Dafür gab es um so mehr Zwischenfälle. Zln der Reil?« war der dritte Nazi-Angeklagtc, der SA.-Mann Schwarz. Er gehörte zur Zeit der Felscneck-Bluttat erst seit acht Wochen der NSDAP, an. Achnlich wie sein Mitangeklagter und Parteigenosse D o r st. der ihn schwer belastet, war er früher Mitglied der KPD. Schwarz bestreitet mit aller Entschiedenheit, an dem feigen Ileberfall auf den Arbeiter Klemke beteiligt zu sein. Er habe abseits gestanden, und zwar neben einem Schupo, der den SA.-Zug begleitete. Ob das der Wahrheit entspricht, wird ja die Verhandlung erweisen. Dorst aber, der bei der Polizei mit voller Bestimmtheit Schwarz als denjenigen bezeichnet Hai, der mit den anderen SSl.- Leuten über Klemke hergefallen ist, schränkt jetzt seine Aussage ein: er glaubt, daß auch Schwarz dabei gewesen sei. Die Vernehmung des Schwarz war noch nicht zu Ende, als der l Angeklagte K o m in im i st G e n tz in Ohnmacht f i c l. Der j Angeklagte Hohmann stieß noch hervor, das sei weiter kein Wunder, da er und seine Kameraden ja keine Freistunde hätten, und verfiel in.Krämpfe. Die Verhandlung wurde unterbrochen, die beiden Angeklagten aus dem Saal getragen. Nach Wiederaufnahme der Sitzung erklärte der Vorsitzende, daß laut der von ihm eingehalten Information es tatsächlich zutreffe, daß ein Teil der Angeklagten in den letzten Tagen ohne Freistunde gewesen sei, da sie sich im zweiten Turnus befanden und wegen des frühen Beginns des Pro zesses nicht mehr auf den Hof hinausgelassen werden konnten. Dem sollte in Zukunft abgeholfen werden. Die Verteidiger sahen sich durch diesen Zwischenfall veranlaßt, auf Grund der angeblichen Haftunfähigkeit eines Teiles der An- geklagten Haftentlassung zu beantragen. Sie beriefen sich bei ihrem Antrag u. a. auch darauf, daß von der großen Anzahl der SA.-Leute, die am 18. Januar an dem SA.-Zug nach | Felseneck teilgenommen haben, nur 0 auf der Anklage- dank säßen. Es liege umer solchen Umständen kein Grund vor, eine so große Zahl von Kommunisten in Untersuchungshaft zu hallen. Das Gericht lehnte sämtliche Anträge auf Haftentlassung ab und beauftragte die Gerichtsärzte Dr. Ewers und Dr. Leppmann, acht angeklagte Kommunisten auf ihre Haftfähigkeit hin zu untersuchen. Die Verhandlung wurde bis Montag'AW Uhr ausgesetzt. Otto Braun im Rundfunk. .Heute abend»m lU.!»U lkhv sprießt Preußens Ministerpräsident Otto Braun vor dem Mikrophon des Berliner Senders, um den Wählern einen Rethen- schaftsbericlit seiner Regierung zu geben. Tic Rede wird auf sämtliche preußischen Sender übertragen. Das Kreuz ins erste Feld fan 8 Uhr vormittags bis 5 Uhr nachmittags wird am Sonntag gewählt Die Neumühl dos Preupisdien Landtags findet morgen Sonntag, den 2 4. April, in der Zeit von 8 Uhr vormittags bis ä Uhr nachmittags in den dafür bestimmten Wahlräumen statt. Gegenüber der Reichs- präsidentenmahl beginnt die Landtagsmahl also eine Stunde früher und ist audi eine Stunde früher beendet. Die Abgrenzung der Wahlbezirke und die Lage det IV ahlräume sind von den Bezirksämtern für ihre l'ermallungsbezirke ! ä n d t a g K w a h l 1932 Wahlkreis Verlin Ii durdi Säulen antdilag bekanntgegeben,.ins diesen Bekanntmachungen wollen die Wähler ihren zuständigen Wahlraum selbst feststellen. Die bei der ll'ahl zu verwendenden Stimmzettel sind amtlich hergestellt, und enthalten alle zugelassenen Kreisroahlvor schlage, die Partei und die Namen der ersten vier Bewerber jedes Vorschlags. Nur diese amtlidien Stimmzettel dürfen bei der 11 ahl verwendet werden. Auf jedem Stimmzettel darf nur e i n W a Iii v o r s chl a g ge fc"!> n n- zeichnet werden. Stimmzettel, die mehrfach oder überhaupt nicht gekennzeichnet sind, sind ungültig. Die Stimmabgabe kann nur im Wahlraum des II ablbezirks erfolgen, in dessen Wählerliste der Wähler eingetragen ist. Inhaber von Wahlscheinen können in jedem beliebigen Wahlbezirk Preußens wählen. Dein Kreuz gehört ins erste Feld Aus Berliner postamiern. Ein Beamter von ehemalo. Seit einiger Zeit sind in den Dienststellen der Berliner Postämter kleine Hefte ausgehängt, die eine vom Reichs p o st m i n i st e r i u m herausgegebene„Anweisung zur Bekämpfung gemeingefährlicher.Krankheiten im Bereiche der Deutschen Reichspost" enthalten. Diese Anweisung hat einige Anhänge, darunter auch einen, der das im Jahre 1900 erlassene Rcichs- gesetz zur Bekämpfung gemeingefährlicher Krankheiten enthält. E? wäre gegen diesen'Anhang ebensowenig einzuwenden wie gegen die ganze Anweisung des Reichspastministeriums, wenn darin nicht der vor über 13 Jahren entschlafene» Monorchie der Hohenzöllern ein Denkstein gesetzt wäre. Der erste Anhang beginnt nämlich mir der bis 1918 üblichen Einleitung von Gesetzen:„wir. Wilhelm von Gottes Gnaden.. um ebenso hohenzollcrisch zu enden:„Gegeben T r a v e m ü n d c, den 30. Juni 1900. Wilhelm. Graf von Posa- d o w s k r?." Man sollre meinen, daß auch dem Beamten im Reichspost- miuistoriümj' der für die Herausgabe und vor allem Drucklegung der Anweisung ocrantwortlich fft. schon aufgefallen sein dürfte, daß er seit Ende 1918 sein Gehalt nicht mehr durch einen Wilhelm vo>i Goties Gnaden erhält, sondern von der Deutschen Republik. Die Anweisungen nehst ihren Anhänge» sind nämlich nicht etwa noch aus der Zeit vor 1918 übriggeblieben, sondern im vorigen Jahr in der Reichsdruckerei gedruckt. Auch die R c i ch s v c r f a ssun g vom 11. August 1919 sallic j im Reichspostministerium nicht ganz unbekannt sein, in deren Ar- tikel 179 es bezüglich der Gesetze, die aus dem kaiserlichen Deutsch- land übernommen worden sind, heißt:„Soweit in Gesetzen oder Verordnungen auf Vorschriften und Einrichtungen verwiesen ist, die durch diese Verfassung aufgehoben sind, lrcten an ihre Stelle die entsprechenden Vorschriften und Einrichtungen dieser Verfassung." Darüber, daß zu solchen Einrichtungen außer dein im Text mehrfach erwähnten„K a i s c r l i ch e n Gesundheitsamt" auch Wilhelm von Gottes Gnaden gehört, wird es höchstwahrscheinlich im Reichspostimnistenuin selbst keinen Streit geben. Wir nehmen an, daß hier ein höherer Ministerialbeamter der Republik eine Nase drehen wollte. Vielleicht hatte dieser„Diener der Republik" sogar in nationalsozialistischen Kreisen eine Wette abgeschlossen, daß ihm im 13. Jahr des Bestehens der Republik ein solcher Erreich nicht im geringsten schadet. Was sagt übrigens das R e i ch s p o st m i n i st e- rium dazu? 3ur Baumblüte in Werder. Halbstündlicher Verkehr Berlin-Werder. Ansang Mai werden die Obstgärten von Werder in voller Blüte stehen, und Eisenbahn und Schisfahrt treffen schon jetzt Vorbereitungen, um den starken Baumblütenverkehr zu bewältigen. Die Reichs- bahn wird den Verkehr zwischen Berlin und Werder bei Bedarf an den Sonntagen um etwa 10 0 Züge verstärken. Damit wird eine halbstündliche Z u g v e r b i n d u ng geschaffen, während der | regelmäßige Fahrplan nur alle Stunde einen Zug nach Werder vor steht. Die Einsagzüge werden aus den Strecken Berlin— Werder und Potsdam— Werder verkehren. Wochentags fahren bei Bedarf zwischen Potsdam und Werder Pendelzügc zur Verstärkung. Die Berliner Reedereien, die den Dampfer- und Motorboots- ausslugsverkehr bedienen, werden ihre Blütenfahrten nach Werder voraussichtlich am Sonntag. 1. Mai, aufnehmen. Als Auftakt für die Werderfahrten veranstalten die Reedereien am Soimabciid, 30. April, ein« Korsofahrt quer durch Berlin mit g!r- landen- und sahnengoschmückten Schiffen. Die Korsofahrt wird mit- tags an der Mühlendamm-Schleufe beginnen und bis nach Char- lottcnburg führen, wo an der Eisenbahnüberführung be! der Jungfernheidc kehrtgemacht wird. Zlbcnds werden die Schiffe illuminiert zurückkehren. Ein«eUiistotim ist Herrn Karl Kuhnert, Berlin W. 57. Gvebensn. 7. >n der Nackt»am 20. zum 21. April gestöhlen werden. Da der Bcstoblcne infelgedefsen nicht intstande tzt. seinen Beruf nachzugeben, wird aebetew darauf zu achten, wenn der Wagen irgendwo auftaucht und Herrn Kuhnert Rachrrcht zu geben. T i Opel der wirtschaftlichere Wagen! 1,2 LITER 4 ZYLINDER VON RM 1890 A-N/ AB WERK Der nationalistische T error Eine wertvolle Ausstellung zur Preußen wähl 3m Pschorrhaus am Potsdamer plah hat die Liga für Menschenrechte eine sehr beachtliche Ztusstellnng veranstaltet, die den vom Nationalsozialismus in de« letzten Jahren ausgeübten Terror ia seiner ganzen schreckhaften Deutlichkeit zeigt. Da liest man ohne den Zusatz auch nur irgendeiner Phrase die mahnenden Zeilen: Pom Dezember 1S29 bis zum Dezember 1931 sind von den Nationalsozialisten in Deutschland 14S0 Gewalttaten verübt worden, bei denen es S 2 T o t e und 3 2 0 t> Ä e r- letzte gab. Man sieht das Rüstzeug der braunen Horden, die Schlagringe, die Stahlruten, die Änüppel, die man ihnen abgenommen hat. Mit Scham steht man vor den Photogra- phien, die uns die ehrlosen Schändungen von Grabstätten zeigen, und mit Zorn und Trauer blickt man auf die Bilder der gemordeten, angeschossenen oder durch Messerstiche oerletzten Arbeiter. Die Drohbrief«, die feige anonym« Schreiber an. Severing oder Hellmuth von Gerlach ge- richtet haben, find im Original zu betrachten. Zitate aus national- sozialistischen Blättern und trocken« Berichte aus republikanischen Zeitungen sind wiedergegeben und man liest ein« Seite aus dem Buche„Justizdämmerung� von Eick« von Repkow mit den Worten: „Hemmungslose M o r d l u st ist das Kennzeichen der Blut- justiz des Dritten Reiches". Name für Name, Ziffer für Ziffer sind auf einer Tafel die Opfer des braunen Terrors aufgezeichnet: Allein die vier Monate des Jahres 1932 weisen die entsetzliche Ziffer 38 auf. Reiches Reserentenmaterial dient dem Besucher, der sich über die nationalsozialistisch« Schande unterrichten will. Die Bilder Rathenaus und Eisners, Futrans und Landauers und der anderen fo wert- vollen Opfer mahnen. Interessant ist die im Lichtbild wiedergegebene Tätowierung auf dem Ann des nationalsozialistischen Sturmführers Brinkmann aus Osnabrück, der sich vor einem halben Jahr ein« Selb st Verletzung beibrachte. Man liest neben einem Herzen, das durch einen Dolch durchbohrt ist, die Worte„Rache— Heil Moskau. KPD." Die Ausstellung ist mir noch wenige Tage geöffnet. Es lohnt sie noch vor der Entscheidung des 24. April zu besuchen. Ttazi provozieren weiter! Schießereien und Schlägereien. 3n den gestrigen Nachmittagsstunden kam es in der Gips- strahe im Norden Berlins und am halleschen Tor zu Aus- schreitungen nationalsozialistischer Rowdies. Gleichzeitig versuchten Lommunisten einen zum Lustgarten marschierenden Zug der Sozialdemokratischen Partei zu provozieren. Diese persuche scheiterten jedoch an der mustergültigen Disziplin der Parteigenossen. Als die Moskau- jünger in der Zruchtstrahe sogar zum tätlichen Angriff übergingen. schaffte ein Begleitkommando der Schupo in wenigen Minuten Ordnung. An der Eck« Gips- und Auguftstrahe gerieten Kommunisten und Natwnalsozialisten aufeinander. Em Hakenkreuzler zog eine Pistole und feuerte einen Schuß ab, durch den ein Kommunist so tchwer verletzt wurde, daß er ins Hedwigs-Krankenhaus transportiert werden mutzte. Der Täter wurde von der Polizei fest- genommen und ins Polizeipräsidium gebracht.— Arn Halleschen Tor wurde ein Z e i t u n g s h a n d l e r des„A»griff" gegen einen Passaiüen tätlich. Der Nazibirrsche schlug mit so brutaler Gewalt auf den Mann ein, daß er mit einem Nasenbeinbruch und inneren Vllltungen ins Urbankrankenhaus übergeführt werden mußte. Der Täter wurde vom Polizeiposten am Holleschen Tor festgenommen und der Polstischen Polizei übergeben. Äoururirnistcu alä Jvaljncndtcbc! Wie nachträglich bekannt wirb, haben Kommunisten ahnlich wie im Hause Putbusser Straße 9 auch auf dem Grundstück Putbusser Straße 16 eine große Flagge in den Reichsfarben gestohlen. Kommu- nistische Banditen begaben sich heimlich aus den Dachboden des Hauses, brachen den Stiel der Fastne ab, die Eigentum der 14. Ab- teilung der SPD. ist, und flüchteten über die Nachbardächer. Während der kommunistischen Aktion hatten sich vor dem Hause Kommunisten angesammelt, die johlend dos Werk ihrer Gesinnungsgenossen begrüßten. So wird„Weltrevolution" gemachtl * In Mahlsdorf-Nord erschienen am Frsitagnachmittag in der Arbeitersiedlung„Gartenheim" 20 Hakenkreuzler und fielen über eine Gruppe von vier Kommunisten her. die dort Flugblätter verteilten. Die Kommunisten flüchteten, bis ihnen Mahlsdorfer Einwohner zu Hilfe kamen. Zlls das Ueberfallkom- mando anrückte, flüchteten die Nazis. Acht von ihnen konnten später festgenommen werden. Auf dem„Kampfplatz" wurden Dolche und Totschläger gefunden, die von den Nazis auf der Flucht fort- geworfen worden waren. Wie uns aus Mahisdorf mitgeteilt wird, provozieren die Hakenkteuzler schon fest vielen Tagen. Gestern haben sie nun ein« unerwartete Abfuhr erlitten. Es wäre wünschenswert, daß die Schupo den Ortschaften an der Peripherie Berlins während des Wahlkampfes mehr Aufmerksam- keit schenkt, um weitere blutige Zwischenfälle zu vermelden. Bei der gestrigen Schlägerei haben mehrere Arbeiter Kopfverletzungen und Stichwunden erlitten. Max Zieinhardts Abschied. Am Freitagabend versammelte Max Reinhardt die-Ber- lmer der Berliner Presse im Konferenzsaal des Deutschen Theater«, um vor der Oeffentlichkeit die Gründe für seinen Rück- tritt darzulegen. Denn die Verträge, durch die Dr. Beer, bis- her Direktor des Deutschen Volkstheaters in Wien, als General- Pächter die beiden Häuser des Deutschen Theaters und der Kammer- spiele übernimmt, sind seit gestern unterzeichnet. Reinhardt verzichtet auf jede geschäftliche, ober auch aus jede künstlerische Beeinflussung seines Nachfolgers. Juristisch steht ihm keine Macht mehr zu. Ihm bleibt nur so viel Macht, wie er selbst oerlangt, und wie der neue Herr ihm freiwillig einzuräumen geruht. Ueber die Zukunft des Unter- nchn'.cns wurde nur mitgeteilt, daß Karlheinz Martin als künstlerischer Berater dem vielfach erprobten Organisator und Prak- liker Dr. Beer untergeordnet wird. Die Zusammenkunft gestaltete sich zu einer kleinen Abschiedszeremonie für Max Reinhardt, der felbst auf die Bitte von Dr. Faktor, dem Vorsitzenden des Berliner Krilikerverbandes, die Gedächtnisrede hielt. Vor 36 Jahren begann Reinhardt als junger Schauspieler, von Otto Brahm entdeckt, am Deutschen Theater seine Tätigkeit. Er setzte den Geist seines aus- aazeichneten Vorgängers fort. Ja, er schuf und befestigte erst jenen Weltruhm des Deutschen Theaters, der heute internationale Gellung besitzt, und der nicht wegzuleugnen ist, obwohl Reinhardt jetzt, in der Stunde der Krise, die Geburts- und Vollendungsstätte seiner Lebensarbeit verläßt. Der Glanz, der vom Deutschen Theater ausging, ist Reinhardts Werk. Eines der wichtigsten Kapitel moderner Theatergeschichte darf seinen Namen tragen. Die Dichter, denen er sein Regisseur- genie schenkte, wurden zwar nicht, wosern sie die vorwärtsdrängen- den Repräsentanten der Dramatik waren, von chm entdeckt, sie wurden aber von ihm verwöhnt durch schöpferische Anbetung. Er sicherte der Darstellung ihrer Werke die blendende, sogar die un- übertreffliche Vollkommenheit. Cr war dagegen ein unbedingt zu- oerlässiger Entdecker der schauspielerischen Originalität. Ueberall, wo eine Rolle mit dem komödiantischen Temperament harmonierte, setzte Reinhardts produktive Regte ein, vor allem seine großartige am Darsteller geübte Pädagogik. Sein Name wurde der internationalste unter den theatralischen Berühmtheiten der allen und neuen Welt. Reinhardt sprach seine Abschiedsworte ruhig, unfeierlich, sogar ohne Schmerz. Cr macht« seine Jahr« und sein« Gesundheit und seine besondere Künstlernatur dafür geltend, daß er von jetzt ab nur als Theater regisfeur und nicht mehr als geschäfts- beschwerter Theatergeschäftsmann zu leben wünscht. Er wehrte sich dagegen, daß seine stillen und offenen Gegner nun fürchten, ihn nur noch als Revueregisseur und als Propagandisten sür den internatio- nalen Theaterluxusmarkt zu sehen. Cr äußerte seine Hoffnung, noch einmal den Dichter zu finden, der der Rheinhardtschen Phantasie und Empfindung würdig sein möge. Ueber dieses Maß der Per- heißung hinauszugehen, lehnte er ab. als nian von ihm anstatt der Träumerworte ein festes Tatprogramm erbat. Der Vertrag, den er mit Dr. Beer einging, gewährt ihm alle Freiheit. Die Berliner werden vielleicht noch einmal eine Reirchardtsche Regie genießen, vielleicht auch nicht. Das war das von den Anwesenden mit Wehmut quittierte Cr- Icbnis der Aussprache, die der Abschiednehmende den Vertretern der Berliner Presse gönnte. H. Das, /Vorwärts"' Haus im Wahlkampf. Wenn man in diesen Tagen von der neuen Durchbruchstraße am Spittelmarkt in die Lindenstraße einbiegt, sieht man schon von hier trotz der großen Entfernung die vom obersten Stockwerk bis zur ersten Etage reichende riesige rote F a h n e des„P o r w ä r t s"- Hauses, auf der mit weißen Buchstaben„Wählt Liste 1 S. P. D." zu lesen ist. Neben den Schaufenstern des„Vorwärts" hat sich in einem Eckschaufenster ein K l« i n k i n o aufgetan. Die Lichtbild- abteilung der Partei zeigt hier Abend für Abend wirkungsvolle Bilder zur Preußenwahl, und jedesmal findet die Vorführung eine große Anzahl stark interefjierter Zuschauer. Auch die gleich daneben liegenden Schaufenster der Dietz-Buchhandlung werden durch wirkungsvolle Anordnung von Wahlplataten für die Liste 1 der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands und finden gleichfalls große Aufmerksamkeit. Aus dem Russischen übertragen von Werner Bergengruen. Und jetzt ziehen wir wieder in langer Marschkolonne die Chaussee entlang. Es ist noch ganz dunkel. Irgendwo in unserer Nähe marschieren auf Parallelwegen andere Ko- lonnen. Man hört ihre Bagagen und ihre Artillerie, Huf- getrappel, Metallgeklapper und Pserdegewieher. Wir zittern vor Kälte, mummeln uns ein und klappern mit den Zähnen. Wir begegnen einer großen Menge jüdischer Flüchtlinge. Sie haben die umliegenden Marktflecken verlassen und ziehen ins Unbekannte, ebenso wie die polnischen Bauern, die wir früher getroffen haben. Sie haben nur wenige Wagen. In der Menge der Flüchtlinge wirken sie wie einzelne graue Flecken. Sie sind mit armseligem Gerumpel beladen und werden von kleinen, elenden Gäulen gezogen, denen die Haare ausgefallen find, deren Knochen weit vorstehen und die kaum mehr die Beine bewegen können. Die Frauen haben die kleinen Kinder, auf Lumpen- hausen gebettet, in den Armen. Die Frauen sind müde vom Tragen, atmen schwer und haben beim Gehen eine besonders Art, ihre Oberkörper zurückfallen zu lassen, so daß die Bäuche auf eine groteske Weife vorquellen. Bisle sind schwanger. Frauen und Kinder sind in Tücher, Schals und Decken gehüllt. Die alten Männer haben zerrissene, gsflickte. vom Alter grün gewordene Pelze mit rötlichen Hundefellkragen an. Sis setzen mühsam einen Fuß vor den anderen und stützen sich dabei auf ihre Stöcke. Auf ihren gekrümmten Rücken liegt dag Unglück wie eine ungemessene Last. Die vorangeschickten Patrouillen sind verschwunden. Wir haben iteine Verbindung mit ihnen. Die Aufklärung has längst ergeben, daß der Feind-nahe ist, doch fehlt es an zu-- oerlässigen Nachrichten. Wir marschieren ganz langsam. Keuer im Lunapark. Äerg« und Talbahn zum großen Teil vernichtet. Im Berliner Lunapark brach gestern nachmittag kurz nach drei Uhr inderBerg-undTalbahneM Brand aus, durch den «in großer Teil dieser Vergnügungsanlage vernichtet wurde. Tisch- ler und Zimmerleute, die an der Berg- und Taldahn arbeiteten, um sie für die für den 80. d. Vj, in Aussicht genommene Eröffnung des Lunaparks wieder instand zu setzen, bemerkten plötzlich, wie aus dem an der Selle nach dem Wellenbad zu gelegenen Teil der Holz- konstruktion in etwa 10 Meter Höhe über dem Erdboden Flammen h er aus schlugen, die schnell um sich griffen. aberkannt wur- den, so daß si« recht» und ehrlos waren. Bei einer Naziregierung wären die Rentenempfänger ganz auf die Gnade jener„rauhen Kämpfer" angewiesen, die für die Arbeitsinvaliden nur Hohn und Spott übrig haben. Die politische Freiheit der Rentenempfänger ist für den noch zu führenden Rentenkampf unbedingt notwendig. Wir können keine Diktatur ertragen, weil uns dadurch die Kampfes» Möglichkeiten zur Verbesserung ihrer Lebensbedingungen vernichtet würden. Es geht um Sein oder Nichtsein der Republik. Aufgab« der Arbeitsopfer muß es sein, alle Kräfte mobil zu machen und gegen di« Rechtsparteien und den Naziterror Front zu machen. Die Nazis sind die Schutztrnppe des Kapitals. Darum alle Stimmen gegen sie! Jeder sollte dafür sorgen, daß seine Kinder nicht einer Partei ihre Äirnme geben, die ihnen die Renten rauben will, keiner Partei, di« die Sozialversicherung bekämpft. Es geht um das Schicksal Preußens, um die Macht im Reich, um die elementarsten Lebensrechte der deutschen Arbeiterschaft und um das Schicksal der Renten- und Unterstützungsempfänger. Des- halb darf am Sonntag kein Arbeitsinvalide, kein Unterstützung»- empfönger zu chause bleiben. M« müssen von ihrem Wahlrecht Gebrauch machen. Arbeitsopfer Berlins! Stimmt am Sonntaa für die demokratische Republik! Gegen den Faschismus! Die Einsturzkaiastrophe von Rastia. Bisher 15 Tote und 30 Berlehte. In Basti« auf Korsika war, wie im„Vorwärts" berich- tsr, während einer Gerichtsverhandlung im Justizpalast di« Decke des Sitzungssaales«ingestürzt und hatte unter den Trüminern alle im Saal Anwesenden, etwa Süll Personen, begraben. Die sofort auf- gairommsncu Bergungsarbeiten wurden in den späten Abendstunden des Donnerstag beendet. Nicht weniger als IS Tot« und Ä) zu- meist sehr schwer Verlegte wurden unter den Trümmern hervor- oezogen. U Itter den Toten befinden sich zwei Rechtsanwälte und«in Bataillonsführer der Koloniasinfanttrie, der de» Perhandlungen als Zuhöret beiwohnte. Unter i�n- Schweroertetzten befiutav sich die beiden Bürgermeister von Büstia und auch der Angeklagte, der sich wegen Hehlerei in der Angelegenheit d«r korsisch«» Ban- diten zü. verantworten hatte. Er erlitt einen schweren Schädelbruch und mußte in hoffnungslosem Zustand in das Krankenhaus übev- führt werden. Wie verlautet, sollte das Justizgebäud« Kreits vor mehreren Jahren einer gründlichen Renovierung unterzogen werden. Da das Gebäude bereits 1838 errichtet wurde, hatten sich hier und da schon seit langem baufällig« Stellen g« zeigt, deren Ausbesserung in An- beiracht der Wirtschaftskrise aber immer wieder oerschoben wurde. Blutschande eines Großvaters. Umer dem schweren Verdacht, sich an seiner Enkellochter, einem 16 Jahre alten Mädchen, vei gangen zu haben, wurde der Maurer- meister Karl G. in Neukölln festgenommen. Der jetzt 65 Jahr« all« Mann hat das Mädchen bereits fest etwa zwei Jahren miß- braucht. Di« Ellern der Kleinen, die davon«rfahr«n hatten, stellten den allen Mann zur Rede. Er gab die Taten auch sofort zu. Di« Verfehlungen des Mannes hatten sich aber herum- gesprochen und gelangten so zur Kenntnis der Kriminalpolizei, die jetzt unverzüglich einschritt und den Täter der Staatsanwaltschaft zuführte. Tödlicher Verkehrsunfall. Durch«ine Leichtfertigkeit, vor der auch wir schon osters ge° warnt haben, ist am Donnerstag in den Mittagstunden ein junger Mensch van 29 Jahren ums Leben gekommen. Der Arbeiter Joachim cherrmann aus Viereck bei Ueckermünde, der in Berlin bisher unangemeldet sich aufhielt, fuhr mit seinem Fahrrade und hielt sich mit der Linken an einem Lastkraftwagen fest. Als der Wagen plötzlich stoppen mußte, geriet cherrmann ins Schleudern, stürzt« zu Boden und kam so unglücklich unter die chinter- rüder des Wagen», daß der Tod auf der Stelle eintrat. Arbeiterlieder im neue» Geist. Im oerdunkellen Saal des„Kysihäuser", Nieder schöne- weide, stehen aill hell erleuchteter Bühne dichtgedrängt Männer und Frauen und halten im Liebe Zwiesprache mit den Brüdern lmd Schwestern da unten über Leid und Weh, über Kampseswille» und Siegeszuversicht. Hunger ist das Leitmotiv des proletarischen Liedes, ums Brot tobt der Kampf der Massen. Da tönt der Aufschrei der hungrigen Stadt, dort die trostlose Melodie von schwerer Fron, vom öden Heim, von dumpfer Finsternis innen und außen. Tann aber recken sich di« emsgemergelten Leiber, ballen sich kräftige Fäuste, formt sich der Schritt zum Aufmarsch dar Massen, ihr Recht.zu fordern, chr Recht zu crkämptait. Nicht als Sänger vor einem Konzertpublibum stand der Chor dort oben, sondern als Mahner, als Wecker zum Kampf rief er Brüder und Schwestern auf. In diesem Sinn« war der Abend gehalten: nicht als beschauliche Sanges» dardietung, di« gidd für Lies kredenzt, als ein fonnvssiendetes Ganze» recht« sich Lieh an Lied: in schonen, tiefempfundenen Worten sprachen Walle? Altenkirch und Karl Klauder den verbinden- ven Text, lind wie ein flammendes Menetekel erschienen auf de- teuchteter Fläche Kät« Kollwitz' und Aieuniers Gestallen, verödete Fabrsthös». trostlos« Wohnlöcher. M die blutoollen zutiefst packen- den Worte von Becker. Toller, Schönlank, Lersch, Bröger, Barchel und noch vielen anderen Arbeiterdichtern, musikalisch untormall von üendvai. Pnngsheim, Scherchen, Knab. waren zusonunengefaßt Zun, maästoollen Weckrill. Dieler übeväus gelungene Versuch emer Reionnieruiw de» Arbeiterchorgesanges. ausgeführt vom M a n n« r- und gemischt«» Chor A-dlershof unter Leitung von ldsdwig Beelitzer, löste unter den zahlreichen Zuhörern tiefen, vachhalligta Eindruck aus. «*>...,_ SSL. I-.K 1�.1„-XV.• I 108.«W.«ermaben» Flugblaiimsgake jmHfltit 18 rnti 17 Uhr km Parteihedn. JitlitV e5taOmlOn vvn-OCnItt. l Sc5lahlh.es-.- oonwan m««� dm umhäng-vlakat- 71z, Uhr w PaiUei. r hnrn. Alle Scnosskn stellen(ich een Etimmbezirksführern zur Wahlarbeit Dos Zentraloermesfungsamt der Stadt Berlin hat soeben einen neuen Plan"des inneren Berlin herausgegeben, der zum ersten Male die genauen Grenzen sämtlicher Grundstücke enthält, einsthlicß- iich der Numerierung. Der Plan ist trotzdem außerordentlich klar und übersichtlich. Die farbige Auegabe ermöglicht eine» sofortigen lieberblick über den Stand der Bebauung im Innern Berlins, über Baustellen, Freiflächen usw. Das dargestellte Gebiet reicht im Norden bis zum Humboldchain und Bahnhof Prenzlauer Allee/ im Osten bis zum Fricdrichehain und Schlesischen Bahnhof, im Süden bis zum Moritzplatz und Anhalter Bahnhof und im Westen bis zum Zoologischen Garten und den Bahnhöfen Bellenue und Putlitz- straße. Der Plan ist im Zenicalvermessiingsanit(Stadthaus) zum Preise von 3,30 bis-1,56 M.. je nach seiner Ausstattung, erhältlich. Todessprung eines Tobsüchtigen? In einem Tobsuchtoansall sprang am Freitag der 25 Jahre olle Rcgistrator Werner Eckhardt aus der Raths- nowsrStrahe 7 2 vom vierten Stockwerk des Sellenflügels auf den Hof hinab, wo er mit zerschmetterten Gliedern bewußtlos liegen blieb. Durch die Feuerwehr wurde der Unglückliche in das Moabiter Krankenhaus gebracht, wo er bald nach der Einlieferung starb. Die Leiche ist beschlagnahmt worden. Eln Sirbzigjährlger. Genosse Franz Bunge, Rosinenstr. 4, feiert heute in selten körperlicher und geistiger Frische seinen 7l>. G e- b u r t s t a g. Sein ganzes Leben gehörte der Partei. Als junger Maurer kam er in seinen Wanderjahren mit der sozialistischen Sc- wegung in Berührung. Schon von 1883 an kämpfte er dann unter dem Sozialistengesetz. Die Charlottenburger Parteigeschichte ist eng verknüpf: mit seinem Namen, er gehörte zu den Gründern des Wahlvereins. Bis zum heutigen Tag« übt der 70jährig« noch verschiedene Funktionen aus. Erobert Preußen! Unsere nächsten Veranstaltungen: Sonnabend, den 23. April: 8, Kreis— Spandau. 19H Uhr, öffentliche Kundgebung in der lubiläurnsturnhalle Askanierring. Referent; Karl Litke, MdR. 85. Abt.— Tempeihof. 19)4 Uhr in der Aula des Realgymnasiums Kaiserin-Augusta-Straße, öffentliche Kundgebung. Referenten; Klara Bohm-Schuch, MdR., Otto Burgemeislor. Rezitationen: Martha lohn. tlt. Abt— Bohnsdorf. 19H Uhr bei Helmann, Waltorsdorfer Straße 100, öffentliche Kundgebung. Referent; Georg Mader- holz, MdU 124. Abt— Mahlsdorf. 20 Uhr bei Anders, Bahnhofstr. 35/37, öffentliche Kundgebung. Referent; Georg Ucko. 135. Abt— Karow. 20 Uhr bei Meye, Karow, Dorfstr. 1, öffentliche Kundgebung. Referent; Erich Raddatz, MdL 139a. Abt— Freie Scholle Tegel. 19� Uhr im Schollenkrgg, Hermsdorfer Straße, Kundgebung. Referent: Dr. Richard Mischler. Männer und Frauen! Erscheint in Massen 1 CtmenBungca für»te)< RudrU sind B c i i I n SW 83. Lwdenslrab« 3. parieinachrichtey für Groß-Berlin (tet* an da» BijUhscttetartat !. Hof. 2 Tr«»d«» recht», zu eicht«, 12. 4. 8. 1». IL 15. 17. 24. 25. 34. SS. 37. 38. 42. 47. 48. 64. 53. 57. 38. 67. TL 77. 8«. 8t 83. 84. 8«. M. 9«. es. 103. 104- 103. 106. Steele, gentrelwehlbüro: Kiog« �cantfutlcc Str. 80, llwcst.gistsäle, Telophon! E 4 Alexander 2125. Adilunp, neues Lokal! und 8. Steei». Heu!« lutiititdlc Sprechstunde von 17—18 Uhr im Jugend. heim Rosinenstr. 4. Sclegcicheit zum jklrchcnou-lrlti! ttrei». Tie für deute angesetzt« Demonstration fallt au«. Adt. Sonntag 7� Uhr erscheinen alle Genossen zur Einteilung der Wahl. arbeit. Die Äitgliedsbllcher lind wegen des Hontrollstempels mitzubringen. Abt. Kluablattverbreituna Sonnabend ab 17 Uhr von Mathia, Linienstr. 80. Daselbst Einteilung zur Äablgrbeit. Am Sonntag Treffpunkt der Wahl. Helfer 7U Uhr Lokal Hacker, Ali« Schlltzenslr. 7. Abt. Alle Genossen, die nicht zur Äablarbeit eingeteilt sind, treffen(Ich Sonntag 7 Uhr im Nationalhof, Olllowstrohe. Abt. Alle Milglieder trefsen sich Sonntag Ts, Uhr bei Landow, Flensburger Straße 3, zur Wahlardeit. Abt. Di» Parteinniglieder tresfen sich heut« 18 Uhr in den Zabladend, lokalen zur Flugblatlverbreitung.— Sonntag Treffpunkt 7 Uhr fllr all, nicht zur Wahlardeit eingeteilten Senossen im gentralipahllokal. Abt. All» nicht zur Wühlarbeit eingeteilten Genossen melden sich Sonntag 8 Uhr im Wahllokal Kovvrasch. Vineiaplotz 8. Abt. Agitatwnslokal fllr den Wohlsonntag Ealgo, Äiautschou. Eck» Lamoaslrah». v 6 7307. . Abt Wahlhelfer, die noch srel sind, melden sich Sonntag im Lokal Ecke Carmen- Splva. und Greisswalder Strasse. Abt. Sonnabend 15 Uhr Flugblattverbreitung. Sonntag 7si Uhr zur Wahl. arbeit im gentralwahllokal. Abt. Sonnabend 1? Uhr Fluzblottverbreitung von fleisch, Eadiner Strasse 10, au». Abt Sonnabendabend Flugblotiverbreitung von den bekannten Lokalen au». Alle Genossen, die noch nicht zur Wahlarbeit eingeteilt sind, finden sich Sonntag 7 Uhr zur Wohlbilse bei Busch, Tilsiter Str. 27, ein. Abt Sonnabend 17 Uhr ffliigblatioerbreitung von den bekannten Stellen aus. Alle Genossen, die noch nicht zur Wahlardeit eingeteilt sind, melden sich Sonntag 7� Uhr bei Zevie, Ebertnstr. 7. Abt. Sonnabend 1514 Uhr Flugdlativerbreitung von der Juristischen Svrechftnnde, Lindenstr. 3, au».— Sonntag trefsen sich alle Genossen znr Wahlhilse 7 Uhr Llnixnstr. 4. Abt. Sonnabend Flugblattverbreituna von den bekannten Stellen au». Alle Genossen, die bisher nicht zur Wahlardeit eingeteilt sind, kommen Sonntag 10 Uhr zu SSHIke. Bergmannsir. 50. Abt. Heute Flugblattoerbreitiinq ab 17 Uhr von den gablabendlotalen au». Abt. Heute ab 15 Uhr bei kt-ller. Füritensir. 1, Fluablattverbreitung.— Sonntoa 7 ilbr Einteilung der Wablarbeit tm gleichen(Mal. Adt. Sämtliche Genossinnen und Genossen treffen sich Sonntag T\'t Uhr in (fiten siadlabendlokalen zur Wahlorbeit. Abt. 0. Grnppe: Sonnabend ab 14 Uhr Flugblattverbreitung von Reimer, Wilmer«dort,r Sir 21, aus. Abi. Zur Wahlarbeit am Sonntag melden sich alle Parteimitglieder 71.; Uhr Striimme Str. 47. Wielandsir. 4»nb Wielandstr. 40. Abt. Sonntag Wahlbllro Rnnke-Hau». Ziankestr. 4, Hof. Es ist Ehrenpsltcht aller Genossen, sich an ber Wahlarbeit zll beteiligen. Abt. Zur sslugblgttoerbreitnng am Sonnabend sind die Flugblätter von der Wohnung des AbteIInnq»l-tt»r? abzuholen. Abt. Sonnobend 17 Uhr Flugblattverbreitung. Parteilokal Rosenau, Lau- bacher Ecke Baminer Strasse. Abt. Sonntag Treskpuntt zur Wablarheit: I. Bezirk bei Milde, Nvllendotf- strasse 15; 2., 3. und 4. Bezirk bei stoschenz, Avoslel-Paulus-Str. 27. Ab». Morgen 7 Uhr stellen sich sämllich» Mital'cder fllr die Wohlhils« zur Verfügung. Je mehr sich beteiligen, desto weniger wird der einzeln« de. lastet. Lokal: EUrlich. Rubensstrasse. Abt. Feieb-nau. Alle Genossen erscheinen zur Flugblattverbreitung bei stlade,. Handlernsir. 50— 61, zwischen 15 und 18 Udr. Abt. Alb Genossen, di» nicht eingeteilt sind, tresfen sich am Sonntag zur Wahlarbeit M öiinnst, Hmdenbuegdamni Ecke Molkkestrasse. Abt. Äi>>-qgb, de» Wahlmaterial, am Sonntag 7>4 Udr bei Lebmann, Lairei.WNhelm.Str. 20-81. Bichl fllr di« Wahl eingeteilt» Mtiglt-d.r melden sich ebensall» det Lehmann. Abt DU nicht zur Wablorbeit eingeteilten Genossen basten dl« PMcht. sich am W'bltog um 7U> Ubr ini Lokal GörN». ckhausseesbr. 10. zu melden. D", Mätglledsbuch Ist zur Kontrolle mitzubringen. Abi. Fluobkaitnerbreltuna beut» ab 18 IGr von de« bekannte» Lokalen «II».'OtnoO. Bezirk bereit» ab 15 Uhr..Bärminkel». Abt. Die B->irk»si'sirer hes-n hei'te zmi'iSen 15 uud 18 Uhr oon b«„Bor- wärks-Svebtli�n Siealried strasse FlnablLtter ast. Abi. Flnqblnttnerbreltung beut« ob 18 Ubr in avrn Bezirken. 152. Bezirk und Bezirk« 104/1.58 zur gleichen sieit vom BersommlnNasranm Haunemann« strasse 40 aus. Alle Genossen und Genossinnen der Bezirk« 155. 157. 158 und 150 tresfen sich Sonntag 7iz Ilhr zur Wahlorbeit bei Bbttchor, Sahn. strasse 10. Abt. Alle nicht»lir Wnhlarbeit einaeteisten Genasssn trefsen sich Sonntag 7t; Uhr Im Fentralwabllokal Wlnkler.'Wllhekminenbosstrossr. Abi. Die Genossen treffen sich Sonntag 7sg Uhr zur Wahlarbeit bei Pomv, Hossekwerderstr. 12. Abt. Sonnabend ab 18 Uhr Fliiadlattverbreilung bei Schmldibanr, Bi». Marckstr. 74. Alle nicht zur Wablarbeit eingeteilten Genossen trefsen sich Sonntag TH Ubr Im gs-ichen Lokal. Abt. Keule 18'4 Uhr Nugblaltnerbreitung. 20 Uhr Funktionstrsitzunz stek Blockwrtz, H erreich au». Ecke Vaiistrag«. Einteilung zur Wahlardeit zur Berfllgun.q. LlbteilunaswahUssiro in, Stadttheater(Äcreinszimmer). All« nicht eingeteilten Genossen melden sich dort. 108u. Abt. Heut« ab 14 Uhr Flugblattausgabe bei Schulz, Bahnhofstr. 34, und bei Eisncr, Naiser-Wilhelm-Etr. 3. gentralivahllalal Sonntoo: Eisner, Nalfer.Wilhelm-Sir. Z. Die Geiwsstnnen und Genossen, die noch nicht zur Wahlarbeit eingeteilt sind, melde» sich dort. 114. Abt. Heute ab 17 Uhr Flugblattverbreitung bei Schwarzer, Eabriel-Max- Strasse«< 115. Abt. Sonnabend 17 Uhr letzt« Flugblattverbreitung. u und 2. Gruppe bei Stöber! 3. und i. Gruppe i» ihren Hahladendlokalen. 110. Abt Heute ab 15 Uhr Flugblattabholung von Barss, Möllendorffstr. 43. 20 Uhr Besprechung der Bezirlsfiihrer und Wahlhelker im gleiche» Lolal. 124. Adt. Llchiung, Bczirksfllhrer! Heute noch letztes Wahlmaierial vom Ab- telliingsleitcr abholen. 130. Adt. Sämtliche Genossen haben sich heute 18 Uhr an der Flugblallver, breitnng zu beteilige». 110». Abt. All« noch nicht zur Wahlardeit eingeteilten Genossen und Gk. nossinnen finden sich Sonntag ab 7>z. Uhr zur Wahlarbeit im WUtenauer Ratskeller lRatbausi ein. 143. Abt. Alle Wahlhelser treffen sich Sonntag bcrei!» 7 Uhr bei Schmlschkc. Sterbetafel der Groß-Berliner Partei-Organisation 51. Abt. Genosse GebhardlFäßleristam 17. April verstorben. Ehr« seinem Andenken! Trauerscier Sonnabend, 23. April, 15t., Uhr, im.sirema. torium Wilmerodarf. Um rege Beteiligung bittet der Borstand. it I Sozialistische Arbeiterjugend Groß-V erlin Einlendunqen ssir dtes« Rubrik nur an da» gugends-krelariat Berlin SÄ 58 Lindenstrasse 2 vor» 1 Treppe rechts All« Genossinnen und Genossen beteiligen sich heut« an der Flugblallver» dreituna und treffe» sich in den bekannten Parteilokale»; mvraen Beteiligung an der Wahlarbeit. » Abteiluugeleiter, gebt umgehend den Dcrichtobogen und das Mai- Programm ab. wandet, uud Abicilungsleiierl Durch«ine neu« Verfügung der Reichsbahn. direliion sind die Bestimmunge» fllr die Erlangung von Fahrpreisermässigung bei Hugendpflegefahrien geändert worde». Danach wird eine dOprozentige Er- »lädiqung bereits gewährt bei einer siohl von 5 Teilnehmer»<5 lluaendlube und 1 Führer), auf ie weitere 0 jugendliche Teilnehmer wird«in weiterer Fllhrcr zugelassen.— Wir weisen ferner daraus hin, dass zu de» Pfingstfahrien bei Benutzung der Fernbahn die Boruieldungin beim zuständigen«dgangsbahnhof bis Dienstag, 10. Mai, 18 Uhr, vorgenommen werden müssen. heute. Sonnabeud: Nottbusier Tori Urbanstr. 187:„Tagespolitik".— Mahls berf: Funktionär. r.»u�c leibe bezirk Ritt«: Sprechchororob« 20 Uhr stövenicker Str. 02. Morgen be. ieiligen sich oll« Genossen an der Wahlardeit Treffpunkk ah 7>ss Uhr im sireis. Wahllokal Lada», Briiderstr. 18. Werbebezirk Tiergarten: FlugdlaUverdreftung 18 Uhr bekannte Lokale; inorgen«bendort l'i Uhr Wahlardeit. Werbebezirk Wcdbiug: Baden 1015 Uhr Gerichistrasse. Werbcbe-irk Prenzlauer Brrg: Sämtliche Radfahrer tresfen sich um 15 Udr vor den, Altersheim Dauziger Sit 62.(Malerialausgabe.) silewe Fähnchen mitbringen I Werbebezirk Rrukölln: Die Wahlpropaaanda kann umständehalber nicht durchgeführt werden. Jede Gruppe stellt sich zwecks Flugdlättverdreitung den Partciadteilungrn zur Berfügung. 10)5 Uhr Sorcchchorvrob« Bergftr. 20. Berdebrzirk« Brenilaner Berg und Oftrn: Kicktiacr Usbungsabeiid zur Mai- frier, Schulaula DIcNclmenerstc. 5. Erscheinen ist Pflicht. Vorträge, Vereine und Versammlungen Reichsbanner..Schwarz-Rol-fvold". «efchäits stelle: Berit» s. 14. Sebasttanstr 57-88 Hot r Tr. vrt-verei» RUte, 4. si-metadfchafi: Sonntag, 24. April, 714 Uhr, all« bei Brandis. Wichtig« Arbeit Freireligiif« Gemeinbe. Sonniog, u Uhr, Pappslalles 15, Bortrag de» Herrn Dr. si. Sturm:„siuut Hamfnm. Gäste Uiillkomtnen. Vueisigung ber Freund,»au Religio» und Bölllerfriebe». Sonntag, 24. April. 18 Uhr, spricht Pfarrer Bleier in der Trinitatiskirche, Ghärlottcn- bupg, übe» das Thema„Ehriftr'.rtum und Musik�. «-»uilitanlfche««buerueeeiniguug. Montag, 20 Uhr, Vortragsabend mit Diskussion im„Alten Askanler", Olnhalistr. U. Es spricht Herr Rocker über „Nationalismus und siultur". Gäste Willkomm«». Allgemeine Wetterlage. 22.April fe32,ab(ls. � awonbau! Auch Sonnabend u. Sonntag; Park u Rans Sehe rurüJO. Faut u. Rang Mitte 0.7\ Spen- sitz u. Ba kon 1.—. tagen u. Sesse! i.So. Oer Operetten-Sohlapert „S>ei»i>lr«a's llRicitt-hifill!«is litt für mo!} üiU! Tägl. 5 u. 8'/. Uhr HORACB GOLDIN WINSTONS Tatcr.-nevue Rud. Nelson Mary tssse» Hans Ssmmer The Jever* usw. iiiniuiili..... Slä&.oper Ciitriotientmrü iism�rcktuaSe ö« Sonnabend, 23 Aoril Turnus>1 Zar und ncicjermanD Husch. Tiind, Steter. Ka.'.dt Anfang 20 Uhi cnee gegen 2? Uhr ijfc v.Die«. Ulti. i js.as.stas.as.mäü.- e t m». ♦«!| PerVagelhäadleri Theater 8.l!9!l8Bd3rfp!elZ Pallas 70S1 Hilf nodi wjaijt TysI 81'* ÜHr, St�. 4?.'* IraiügeiEefilaclt Operette in 3 Akten Regie- Ktijj Saitebbcr;! Rundtunkh haibRr j Star, r-i Uhr Kl. Pr Theater ciesWsstens j w, ynr iums Iij;i5p!tl rar bis■ 25. April ßraHoiaoisciie Inder -aasen und sweles adisclieür«pi«n u Legenden VoihsbUhne Ibutir an Sülevalatf « Uhr „Uiiom" mit Hans Albers SlaatL Sdiillet-Itealer 8 Uhr MlbaD ficr W€ se RtBWhf APUDT jglUSZEWIBERJ�Ct Kennst Du dieses Zeichen Auch mußt Httgiied werden in unserer Bytigenosaenscfisf} DER Auskunft und Voneichn's erlialfsf Du 9 r d f i s in der ZeHlsteÜo: Der BücnerKFEis 6. ra. l>. u. ssritn su) öl. Baiie geschuit, Bedepersonal* gan» öbrlger Betrieb* Vegetarisdae und Diätküchen ♦ Rohkost Schwedische Heilgymnastik ♦ Massage» Kneippsanatorium Bube ♦ erstklass. Haus ♦ Kurarzt:Dr, med. Hlltl Herrllct:« und ProTner.adea, Terrankurcn, LiAt-, Luft- n-Sehwlmr!- bad im Wald, Tannis- und Spielplatz. Kurhaus mit Konxeri- and Lesesaal» Wsndelhaü®. Kur-Kapallo Mai bis September, täglich Kcnzerto. Mittwodt und Somstagr Tanzabend. Gute, preisv/erie Unterkunft in Hatal«, Gasthof an und bei Privaten. Billigo Pauschalkuran vom t. 9. bis 1. 4, Prospekte u. Wohnungslista unenigoiti. durch Stadt. 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Sabbts Lehranltal» nebttljebäube. Aah. ten, Berlin. Mon» lingeerleichterung.'bijouolaz 10. I|l,,, I unemcinl Operette von Curt Gou. Musik von Senaitkv peTöBaierlnder» streseinaujctr. Tlgüctt N'-. Uhr ieiaj Rüümänn Tspistergatte sehiva k m J A,« cht Käthe Dorsch Custai Gründgens Liselosi' SinisgiilvitenlKilnndn Rose- laeaier LwZs raait Inner itraüe'3? ist. Wetthw c r 342/ ö und � Ubr Die Frao. file Wer Ml strumpfe i-iUiiäums« Oon�cn.StrüinptG S«ÄÄföO,85 'ÄÄÄ K erbearament. k,« 1/*» i..bUäums- Domen- Strumpf a ifwabl. W~t»"bVit'| 55 S6bÄÄutiteK}unJ..larb,P� 1,0 5 I ncolckericroS-.dpP; 1 ne lCi epeO«<>re«i1., 1 1 eine-eihe, mit instt. Hind«licb U.er eh- I ti-Irootlven.•■''6ch. l.r rilitjauiai-vk' u bi I ö u m 5- Harren- Socken „Wahl, Mor ma�'-sudde. ales�. QJQ ..-Herren-Socken SÄSÄÄitoSÄÄ L25 WZ WEISSWAREN ÖSwwssa«.» P.?.KnÄ'~»""*-,M0'9S Spochtet�P astrons stftet o 9S kiei«4»9................. Kleiderkragen eide � ÄÄÄeüiBioH... stück 1 ,25 1,45 Anockhohionnt».............. 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Denn das ist das wesent- liche des Düsseldorfer Vortrages von Hitler: er enthält eine maßlose Verherrlichung des Kapitalismus und eine vollkommene Absage an jede Spur eines sozialistischen Gedankens, sogar in jener Verzerrung, in der dieser Gedanke von dem Nationalsozialis- mus mißbraucht wurde. Es darf wohl kein Zweifel daran bestehen, daß Hiller in Düsseldorf vor einem Kreis sprach, der hundertprozentig kapi- talistisch eingestellt ist. Die Auffassung dieses Kreises macht sich Hitler ausdrücklich zu eigen und versucht sie„moralisch und ethisch zu rechtfertigen". Er hat nämlich folgendes ausgeführt: „Sie haben die Auffassung, meine Herren, daß die deutsche Wirtschaft aufgebaut sein müsse auf dem Gedanken des Privateigentums. Nun können Sie einen solchen Gedanken des Privateigentums praktisch nur dann aufrechterhalten, wenn er irgendwie auch logisch fundiert erscheint. Dieser Gedanke muß seine ethische Begründung aus der Einsicht in die naturgegebene Not- rvendigkeit ziehen... Es ist daher nötig, derartige überlieferte Formen(also den Kapitalismus! D. R e d.), die aufrechterhalten bleiben sollen, so zu begründen, daß sie als unbedingt notwendig, als logisch und richtig angesehen werden können. Und da muß ich sagen:„Das Privateigentum ist nur dann moralisch und ethisch zu rechtfertigen, wenn ich an- nehme, daß die Leistungen der Menschen verschie- den sind." Das ist nun die simpelste, aber auch die üblichste Art, den Kapitalismus zu verteidigen. Originell ist bei Hitler nur die Naivität ein�s vollkommenen Ignoranten, mit der er die ollen Kamellen als seiner Weisheit letzten Schluß verkündet. Dann folgt eine noch naivere, aber völlig eindeutige und endgültige Absage an jeden sozialistischen Gedanken: „Es würde unlogisch sein, die Verwaltung des Ergebnisses einer bestimmten an eine Persönlichkeit gebundenen Leistung dem nächst- besten Minderleistungsfähigen oder einer Gesamtheit zu übertragen, die schon durch die Tatsache, daß sie die Leistung nicht vollbrachte, bewiesen hat, daß sie nicht fähig sein kann, das Er- gebnis zu verwalten." Das ist schon ein bißchen zu dumm. Ist Herr Hitler im- stände, 64 Millionen Männer und Frauen zu erzeugen? Wenn nicht, so kann er nach seiner eigenen Logik nicht sähig sein, das deutsche Volk zu verwalten. Wir danken ihm für den Nachweis seiner eigenen Regierungsunfähigkeit! Diesen seinen Kohl braucht aber Hitler, um den Kapi- talisten zu zeigen(sie haben das jetzt nötig!), daß der Ka- pitalismus mit der Demokratie unverein- bar ist: „Es ist ein Widersinn, wirtschaftlich das Leben auf dem Ge- danken der Leistung, des Persönlichkeitswertes, damit praktisch aus der Autorität der Persönlichkeit aufzubauen, politisch aber diese Autorität der Persönlichkeit zu leugnen und das Gesetz der größeren Zahl, die Demokratie, an dessen Stelle zu schieben." Von irgendwelcher Art oder Abart des Sozialismus ist bei Hitler, wie diese seine Schnorr-Rede vor den Kapitalisten zeigt, nichts mehr übriggeblieben. Bezeichnend ist noch, daß auch sein Nationalismus in diesem Vortrag als sehr verblaßt erscheint. In den Vordergrund wird„das Herrschafts- recht der weißen Rasse" geschoben. Das Herrschafts- recht des internationalen Kapitalismus über die nach der Auffassung von Hitler minderwertigen Völker und minder- wertigen Schichten der weißen Völker, d. h. über die Arbeiterschaft. Wir übertreiben nicht. Hitler bezeichnet den Bolschewismus als„asiatische Weltanschauung" und be- hauptet zugleich, daß 56 Prozent des deutschen Volkes„bol- schewistisch orientiert" sind! Wörtlich sagt er: „Wenn aber diese Weltanschauung auch auf uns Übergreift, dann dürfen wir nicht vergessen, daß auch unser Volk rassisch aus den verschiedensten Elementen zusammengesetzt ist, daß wir daher in der Parole„Proletarier aller Länder, vereinigt euch!" viel mehr sehen müssen als eine nur politische Kampsparole. In Wirklich- keit ist es die Willenskundgebung von Menschen, die in ihrem Wesen tatsächlich eine gewisse Ver- wandtschast mit analogen Völkern einer niedri- gen Kulturstufe besitze n" Also erstreckt sich das„Herrschaftsrecht der weißen Rasse" auch auf die Arbeiterschaft in Deutschland. auf die„bolschewistische" Hälfte des Volkes, die nach Hitler einen rassenmäßig minderwertigen Teil des Volkes darstellt. Seine unsinnige Behauptung, daß die Hälfte des deutschen Volkes„bolschewistisch" sei, braucht Hitler, um nicht„prole- tarisch" sagen zu müssen. Aus dem Hinweis auf die Parole „Proletarier aller Länder", zu der die übergroße Mehrheit der deutschen Arbeiterklasse steht, geht das völlig deutlich hervor. Der langen Hitler schen Rede kurzer Sinn ist die Anerkennung des Herrschafts- rechtes des Kapitalismus über die Arbeiter- klasse! Der Düsseldorfer Vortrag Hitlers hat einen großen Vor- .luriftk GrOnfeld: Die Einstellung zur Gleichberechtigung der Frau und zur Frauenarbeit war seit jeher ein Gradmesser dafür, ob eine Partei Schrittmacherin der Reaktion oder Trägerin des sozialen und kul- turellen Fortschritts war. Bevor die Sozialdemokratie den Frauen das Wahlrecht verschaffte, konnten die Feinde der Frauenrechte ohne Maske auftreten, da sie sich nicht um die Stiminen der weiblichen Wähler zu bemühen brauchten. Mit welcher zynischen Offenheit es geschah, beweisen die„Schriften des Deutschen Bundes zur Bekämpfung der Frauenemanzipation" aus dem Jahre llll4. So schrieb z. B. Prof. Dr. L a n g e m a n n im Heft 1 und 4 dieser Schriften: „Die ganz unberechtigte Forderung gleichen Gehalts für Mann und Frau in ähnlicher Stellung ist aus jeden Fall entschieden zurückzuweisen. Die heutige Zulassung von Studentinnen zu den Männer- Universitäten halten wir für einen verhängnisvollen Schritt, der im Interesse unserer Hochschulen und der studierenden Männer möglichst bald rückgängig gemacht werden müßte. Den Stimmrechtsbestrebungen der Frauenbewegung gilt vor allem unser Kampf. Das Frauen st immrecht bedeutet für ledes Land, und besonders für Preußen und Deutschland, ein nationales Unglück. In den Zeiten der politischen Wah- len haben unsere Mitglieder die Ausgabe, die Kandidaten nach ihrer Stellung zum Frauenstimmrecht zu befragen und ihnen sofort die Gesolgschast zu kündigen, wenn sie sich als dessen An- Hänger bekennen." S o sprachen die geistigen Väter des Nationalsozialismus, der heute mit ebenso gewissenlosen wie betrügerischen Verheißungen um die Stimmen der weiblichen Wähler wirbt und lieber heute als morgen das Frauenstimmrecht zu Grabe tragen möchte. Er verbirgt dabei sein aufrichtiges Bestreben nach rücksichtsloser Männerhcrrschoft hinter den heuchlerischen Versprechungen der„Erlösung der Frauen von der Fronarbeit". Auf der Tagung der NS.-Frauenschaften, die Ende März in München unier Leitung von Straß er und Feder stattfand, wurde laut Bericht des„Völkischen Beobachter" im Hauptreferat oerkündet:„Unsere Parole heißt nicht Emanzi- palion vom Mann, sondern vom Erwerbsleben." Würden die Nationalsozialisten die Weltgeschichte nicht vom Dritten Reich datieren, so müßten sie und erst recht ihre weiblichen Anhänger mindestens wissen, daß die Frauen seit jeher desto härter im Daseinskampf arbeiten mußten, j« stärker sie ge- schlechtlich unterdrückt und der Männerherrschaft preisge- geben wurden. Es gehört bodenlose Unwissenheit und Demagogie dazu, um— wie die Nationalsozialisten es tun— zu behaupten, daß die vielgeschmähte„Frauenemanzipation" die Erwerbsarbeit der Frauen verursacht habe. In Wirklichkeit waren die Frauen des Volkes gerade in jenen Zeiten, die keine Spur von Frauenemanzi- pation aufweisen, buchstäblich Arbeitstiere. Auch heute werden die Frauen von kapitalistischen Unterneh- mern gerade in denjenigen Ländern mit äußerster Härte ausge- beutet, in denen die Frauen noch geschlechtlich und politisch unter- drückt sind. So arbeiten z. B. in I n d i e n viel weibliche Arbeiter im Bergbau unter Tage für Spottlöhne. Hier wie in China müssen die Arbeiterinnen ihre Säuglinge entweder in die Fabrik mitbringen oder sie mit Opium einschläfern. Dabei ist die 12- bis löstllndige Arbeitszeit hier für Millionen Frauen und Mütter an der Tagesordnung. Das sind d i e Zustände, die auch in Deutschland vor 60 Jahren den Arbeiterinnen beschie- den waren, bevor die«ozioldcinokratic den Arbeiterinnen- schuft, den Achtstundcntatz, den Mutterschutz und die Gleichberechtigung der Frau erkämpft hatte. Die Geschichte der Frauenarbeit lehrt, daß in den deutschen Städten schon vor 460 bis 500 Jahren die Not die Frauen zwang, mitzuverdienen, und sür die Masse des Volkes war das Ideal der auf>den Erwerb nicht angewiesenen Hausfrau und Mutter unerreichbar. Trotz aller Bekämpfung der Frauenarbeit, trotz der grundsätz- lichcn Ausschließung der Frauen vom zünftigen Gewerbebetrieb waren das ganze Mittelalter hindurch die Frauen vielfach im Ge- werbe tätig. Auf Grund Frankfurter Urkunden aus der Zeit zwi- schen 1320 und 1500 wurden nicht weniger als 200 Berufsarten mit Frauenarbeit sestgestellt, dabei zählte man 65 Beschäftigungsarten, für die nur weibliche Namen vorkommen. Die Lehren der Vergangenheit zeigen uns, daß alle Ver- böte und Einschränkungen der Frauenarbeit n i e eine Abnahme der Frauenarbeit bewirken konnten, sondern stets die Frauen zu verstärktem Lohnbruck zwangen, wodurch zug: er schafft endgültige Klarheit. Um ehrlich zu sein, müßte Hitler gleichzeitig den Namen seiner Partei entsprechend den Gedanken dieses Vortrags ändern: sie sollte jetzt „i nternationalkapitali st ische Herren partei" heißen! die Männcrarbcit gefährdet wurde. Nun wollen die Nationalsozialisten neuerdings die mittel- alterlichen Methoden auffrischen, indem sie die Einschränkung der Frauenarbeit fordern. So verkündet Herr Dr. P s a s s in seiner programmatischen Schrift„Der Wirtschastsausbau im Dritten Reich": „Eine Beschränkung der Frauenarbeit gehört zu den dringendsten Forderungen der neuen Wirtschaftsordnung"(S. 13) und ferner„Etwa 500 000 in der Industrie beschäftigte Frauen sind durch Männer zu ersetzen".(S. 24, München, 1932.)— Die Diktatoren des Dritten Reiches halten sich also für befugt, den Frauen die Arbeitsplätze zu rauben, sie wollen nach eigenem Gutdünken bestimmen, wieviel und welche weibliche Arbeitnehmer brotlos gemacht werden sollen. Was die deutschen Nationalsozialisten den Arbcitnehmerinn-'n in Aussicht stellen, das wird jetzt vom italienischen Faschismus bereits verwirklicht. Der Vorsitzende der faschistischen Arbeitnehmer- syndikate der Provinz Mailand eröffnete kürzlich einen scharfen Feldzug gegen die Frauenarbeit mit der Erklärung, die Frau habe zurückzutreten, wenn der Mann ohne Arbeitsplatz sei, die Frauen müßten aus den Betrieben hinausgedrängt werden, das faschistische Regime verfüge ohne weiteres über die nötigen Mittel, dies durch- zuführen. Daß der Faschismus die Frauen brotlos machen kann, wird niemand bestreiten, aber gerade der siegreiche italienische Fo- schismus hat bewiesen, daß die Löhne der Männer drüben noch viel niedriger sind als in Deutschland, daß diese Männerlöhne nicht zur Ernäh- rung der Familie ausreichen, daß die Arbeitslosigkeit Verhältnis- mäßig ebenso stark ist wie in Deutschland, und dnft die Frauenarbeit infolge der zunehmenden Not und der kapitalistischen Unterbezahlung der Frauen immer mehr anstieg. Das sollte jede Wählerin den Nationalsozialisten, die den Frauen im Dritten Reich den„natürlichen Beruf" in Aussicht stellen, immer wieder ins Gesicht schleudern. Wenn die italienischen Faschisten jetzt die entrechteten Frauen aus den Betrieben hinaus- werfen, so bieten sie ihnen nicht die Möglichkeit zum„natürlichen Berus", sondern verschärfen ihre Not und ihr Elend. Alles Leid der Arbeitnehmer und ihrer Familien steigert der Faschismus bis zum äußersten, denn er betreibt organisierten Lohndruck zum Wohle der Unternehmer. Der Nationalsozialismus will im Dritten Reich nach dem Muster Italiens den Zl r b e i t n e h m c r n das Strcikrecht nehmen, das Streiken verbieten. Durch Streikbrecher dien st e wollen die Natianolsozio- listen den weiteren Lahnraub den Unternehmern e r m ö g- liche n. Hat dach der Lohnabbau schon bisher die Arbeitslosigkeit immer mehr verschürst. Eine neue„Lohnoerminderung", die Herr Psaff in Aussicht stellt, würde den Männern schon ganz die Mög- lichkeit der Familienernährung und der Familiengründung nehmen und er st recht die Frauen zur Fronarbeit zwingen. Die kapitalistische Minderbezahlung und doppelte Aus- saugung der Arbeiterinnen führen die Nationalsozialisten aus den Poung-Plan zurück und rechtfertigen die Unternehmer wie folgt: „Der durch unmäßige Steuern bedrängte Arbeitgeber zieht die billigere Arbeitekraft der Frau der höher bewerteten des Mannes vor."(„Bölk. Beobachter" vom 24. Februar 1332.) Als ob im faschistischen Italien, das keine Reparationen zu zahlen hat, die Frauenlöhne nicht bedeutend niedriger wären als die Löhne der männlichen Arbeiter! Und warum haben die nicht„dedrängten" Kapitalisten im Bvrkricgsdeutsckzland, das keine Reparationen zahlen mußte, die weiblichen Arbeiter mit nur zwei Fünfteln der Männerlöftnc abgespeist? Als bezahlte Knechte des Kapitals fordern die National- sozialisten nicht die Angleichung der Frauenlöhne an die Männer- löhne. Sie predigen allgemeinen Lohnabbau und ivagen es obendrein, den proletarischen Frauen den Segen des häuslichen Herds bei Hungerlöhnen vorzuschwindeln. Nicht Bekämpfung der Frauenarbeit, sondern Ab- s ch a f f u n g der kapitali st ische n itl u s b c u t u n g ist die Parole der Sozialdemokratie. Nur die Sozial- dcmokratic und die freien Gewerkschaften kämpfen seit Fahrzehntc» für menschenwürdige Löhne, für Hebung der Frauenlöhne, für Fraucnschutz und Mutterschutz, für politische und wirtschaftliche Gleichstellung der Frau. Den faschistischen Tolensrihern der Fragen-»nd der Arbeltnehmerreshte müssen die Prauen am 24. April die eindeutige und gebührende Antwort erteilen! Die Frau im Dritten Reich as ist Spori? Arbeitersportler, Preu�enwähler, hör' zul Der„Kämpfer", die Zeitschrist des Arbeiterbundes für Sport und Körperkultur in Oesterreich(Askö) und des Republikanischen Schutzbundes Oesterreichs bringt in seiner Nr. 4 folgende Definition des Begriffs Sport: „Sport ist Befriedigung des Bewegungs- und Spieltriebes des Menschen und Ausgleich der einseitigen, vielfach ungesunden Lebens- weife und Berufsarbeit! Sport ist Mittel zur richtigen Körperbildung, ein Mittel zur Ver- änderung der ungesunden Lebensweise und trägt zur Gesundheit der Bevölkerung und Gesundheit der kommenden Generation wesentlich bei! Sport ist nicht Mode, Nachahmung, zwecklose Zeitvergeudung, Flirt oder ausschließliches Vergnügen, sondern lustbetonte Körper- arbeit im Interesse der Gesundheit des einzelnen und der Gesamtheit! Sport ist ein Mittel zur Bekämpfung des Minderwertigkeits- gefühls und ein Mittel zur Sublimierung der asozialen Regungen des Menschen! Sport ist nicht Bravour. Artistentum oder Beruf. Dem Sport sind weitere Aufgaben gestellt. Richtige körperliche Erziehung er- kennt Vorzüge und Gefahren des Sports. War das bisherige Er- ziehungsziel allgemeine Wissens- und Geistesbildung, so hat der Sport wesentlich dazu beigetragen, daß als Erziehungsziel der harmonische, geistig und körperlich gebildete Mensch gilt. Die Gesomterziehung muß zu Gesundheit und körperlicher Kraft, zu geistiger Klarheit und ethischer Reinheit führen! Sport ist in der heutigen Zeit zu einem unentbehrlichen Mittel geworden, eine gesunde, Willensstärke, lebensbejahende, körperlich und geistig widerstandsfähige Generation heranzuziehen! Sport ist für die Arbeiterklasse ein wichtiges und unentbehrliches Allltel im Arelheilskamps. Sport erzieht zu Kampsfähigkeit in � körperlicher und geistiger Hinsicht. Körperliche und geistige Kamps- 1 sähigkeit und Klarheit bereiten den Boden sür den Sieg des Sozialismus! Auch darum geht es am Sonntag bei den Preußenwahlen, daß die Arbeiterschaft ihren Sport im oben festgelegten Sinne be- treiben kann. Die Nazis wollen den Sport militarisieren, wollen statt freier Körperbetätigung öden Kasernendrill, die K o m m u- nisten möchten die freien Sportvereine zu Afterorganisationen ihrer Parteizentrale machen. Arbeitersportler, das gilt es zu verhindern! Deshalb: �VaMt Sozialdemokraten! Für Liste 1, tür Braun und Severing! Arbeitersportler! Zur Preußenwahl wendet sich der Vorstand des 1. Kreises (Berlin-Brandenburg) im Arbeiter-Turn« und Sportbund mit fol- gendem Aufruf an die Mitgliedschaft: Bei den Wahlen zum preußischen Landlag geht es um das Sein oder Nichtsein der republikanischen Staalssorm. Erneut muß am 24. April der Faschismus geschlagen werden. Deshalb muh sich jeder Arbeitersportler in den nächsten Tagen sowie am Wohlsonntag der Sozialdemokratischen Partei zur Wahlarbeit zur Ber- sügung zu stellen. Bundesgenossen, Bundesgenossinnen! Zeigt, daß ihr denkende Arbeitersportler seid. Nur der Sieg der Liste 1, Sozialdemokratische Partei, unter Führung von Otto Braun und Carl Severing, bietet die Gewähr sür die weitere Aufwärtsentwicklung der Arbeitersportbewegung. Die Feinde der Republik sind auch die Feinde des Arbeitersports! Daran denkt am 24. April und deshalb wählt nur die Liste 1, Braun- Severing! So steht der Schwimmverein heute groß in der Organisation. stark im technischen Können da. Daß er auch als Schwimmsparte im neuen großen Verein„Volkssport Weihensee" zum Wohle der Arbeiter-Turn- und Sportbewegung wirken wird, dafür garantieren die Mitglieder und ein gut eingespielter Funktionärtörper. Die Abgaben der Buchmacher sür die Rennvereine gehen aus Kosten des Publikums. Der überwiegende Teil der konzessionierten Buchmacher Deutschlands hat sich bereiterklärt,% Proz. des Umsatzes für die in schweren finanziellen Nöten befindlichen deutschen Rennvereine abzutreten. Daß das auf Kosten des wettenden PuM'-- kums geschehen soll, zeigt eine Bekanntmachung der Berliner Buch- macher, nach der bei Ouoten von 31 bis 33, 41 bis 43, 31 bis 35, 61 bis 65 usw. in französischen Rennen vom 15. April ab stets ein Punkt weniger zur Auszahlung gelangen soll. Da die Abgabe der Buchmacher bei 1000 M. Umsatz nur 5 M. beträgt, der Fall, daß die Quoten auf Grund der Abgabe verringert werden, aber drei- bis viermal am Tage eintreten wird, könnte sich die Abgabeaktion der Buchmacher noch zu einem Geschäft entwickeln. keine Auslandslizenz für Gühring. Nach seiner kläglichen Vor- stellung gegen Carnera war Ernst Gühring die Auslandsstart- erlaubnis vorläufig entzogen und dem Stuttgarter ausgetragen worden, erst in einem Qualitätskampf in Deutschland seine kämpferischen Qualitäten zu beweisen. Inzwischen hat Gühring verschiedene Angebote, besonders aus England erhalten, und er wurde deshalb persönlich in Berlin wegen Erteilung einer Aus- landslizenz vorstellig. Der Sportausschuß verharrt« jedoch auf seinem Standpunkt und verweigerte Gühring auch weiterhin die Auslandslizenz, obwohl sich der Stuttgarter schon im Amerika mit bestem Erfolge betätig! und auch gegen die erste deutsche Klasse gute Kämpfe geliefert hat. »ollsfpott Ziiulöllll-Britz t. B. All« Teilnehmer am Bewegungschar zur | Maifeier der Partei müssen Montag, 2z. Avril, 13� Uhr, zur Probe in der 1 Turnhalle, Seisingstroße, sein. Alle noch freien Genossinnen und Gcnosien beteiligen sich am gleichen Abend um 20 Uhr an der Eprechchorprobe auf�dem 5tem Fedcrgewichtsmcistcr Noack bricht sich die Hand und gibt aut Der Berliner Spichernring startete gestern abend die deutsche Federg«wichtsboxmei st«rschaft zwischen dem Titelverteidiger Paul Noack und Harry Stein, dem Heraus- forderer. Noack war während der kurzen Begegnung ständig im Vorteil. Er konnte bereits in der zweiten Runde Stein bis fünf auf die Bretter schicken, landete dann weitere schwere Treffer und kurz nach Beginn der vierten Runde ging Stein nochmals, aller- dings nur für kurze Zeit, zu Boden. Noacks Schlag war so heftig. daß er sich dabei die Hand brach. Er mußte infolgedessen in der sünsten Runde den Kamps aufgeben, so daß der nach Punkten weit hinten liegende Stein deutscher Federgewichtsmeister wurde. Vom Rahmenprogramm interessierte besonders das Schwergewichtstreffen zwischen dem tschechischen Doppelmeister Hampacher und S a b o t t k e- Berlin, die sich einen wilden und vielfach auch unsauberen Kampf lieferten. Obwohl Hampacher leicht im Borteil schien, erkannte die Jury nach acht Runden auf unentschieden. Den gleichen Ausgang fand das Halbschwer- gewichtstreffen zwischen dem Spandauer Eggert und dem amerl- konischen Neger Jack B e a s l e y. Im einleitenden Leichtgewichts- kämpf siegte Phil N e f z g e r- München über Fritz Reppel- Herne in der vierten Runde durch Niederschlag. Arbeiteirmger in Tegel Jugend und Männer aut der Malte Die Reihe der Frühjahrs-Veranstaltungen der bundestreuen Arbeiter-Athleten setzte gestern die Freie Sportoereinigung„Tegel ISS 9" mit einem Ringkampfabend fort. Der Besuch"dieses ge- lungenen Abends war außerordentlich stark: der gebotene Sport stand auf hohem Niveau. Die kampferprobte Iugendstaffel des Tegeler Vereins rang mit viel Glück gegen die kombinierte Mann- fchaft aus den Vereinen Sparta, Alt-Wedding und Rofenthal und gewann die erste Runde mit 8:4 Punkten' und die zweite mit 11: 1 Punkten. Der Mannschaftskamps der Männer von„Lichten- berg-Friedrichsfelde" gegen Tegels zweite Staffel endete nach einem wechseloollen Verlauf mit einem Gleichstand von 14: 14 Punkten. Der Jugendliche Kolbe(Tegel) besiegte Kotsch(Wedding) in beiden Gängen in den ersten Minuten. Fritz(Tegel) legte Boas (Rosenthal) erstmalig w 40 Sekunden und dann noch einmal in der letzten Minute. Erwin Schenk(Rosenthal) mußte durch Wiese (Tegel) in beiden Gängen auf die Schultern. Peise(Wedding) und Zoschke(Tegel) rangen noch einmal ohne Ergebnis, im Rückkampf siegte dann Z. in der letzten Minute. Präfke(Sparta) und Maier (Tegel) trenn'en sich ohne Resultat. Erich Schenk(Rosenthal) siegte über Rüper(Tegel) in der zweiten Minute: R. gewann den Rück- kämpf. Bei den Männern trennten sich Roll(Lichtenberg) und Kloß(Tegel) einmal unentschieden: im zweiten Kampf siegte K. nach drei Minuten. Krause(Lichtenberg) warf Jefko(Tegel) in 2,10 Minuten und I. gewann im zweiten Kampf nach einer länge- ren Kampszeit. Milbredt(Tegel) und Jünnike(Lichtenberg) rangen in den ersten fünf Minuten nur ein Unentschieden heraus, im folgenden Kampfe überraschte I. seinen Gegner in 20 Sekunden. Binder(Lichtenberg) und Lüth(Tegel) kamen über ein Unent- schieden nicht hinaus. Mit dem gleichen Ergebnis trennten sich Reichel(Tegel) und Witzoreck(Lichtenberg): Paul Binder warf im ersten Gang Babdel(Tegel) in 13 Sekunden und begnügte sich in der zweiten Runde mit einem Unentschieden. Walloschek(Lichten- berg) verschuldete seine Niederlage gegen Rosentreter(Tegel) Im ersten Kamnk iel'-0 der Schlußkampf der beiden schwersten blieb osien. Internstioaaler Kundtlug 1932 2Im Nennungsschlußtag des diesjährigen internationalen Rund- fluges durch Europa, am 14. April, waren beim veran- staltenden Verein, dem Aero-Klub von Deutschland, 43 Meldungen abgegeben. Abweichend von den Jahren 1929 und 1930 gaben dieses Mal 6 Länder resp. die dort beheimateten Klubs und Einzelpersonen nur die Gesamtzahl der Teilnehmer an, während ihnen Einzelheiten sowie Nachnennungen im Gegensatz zu früher bis 14. Mai frei- stehen. Das veranstaltende Land. Deutschland, stellt den Großteil Teilnehmer, nämlich 16 Flugzeuge, es folgen Frankreich mit 7, Italien mit 7, Polen mit 6. Schweiz mit 2 und die Tschechoslowakei mit 7 Flugzeugen. Hierbei fällt die Nichtbeteiligung Großbritanniens auf und es ist überaus bedauerlich, daß gerade von dort, dem Pionierland des Flugsportes, dem Land mit der größten Anzahl flugsporttreibender Vereine, keine Meldungen«ingegangen find. Da» ist im Interesse der Veranstaltung um so nachteiliger, alz die eng- lischen Sport- und Touristikflugzeuge wirklich gut sind. Sie ver- danken das nicht zum geringsten der tatkräftigen Hilse, die ihnen seinerzeit die Arbeiterregierung angedeihen ließ. Zu hofsen ist, daß die englischen Eportleute sich doch noch beteiligen werden. Die Tschechoslowakei fällt mit 7 Meldungen besonders stark auf. und man darf mit Recht gespannt sein, was sie im internationalen Wett- bewerb leisten werden. Die Italiener schicken ihre bewährten Breda- Typen; die Polen, die schon beim letzten internationalen Rundflug durch ihre sauberen Maschinen ausfielen, schicken ihre bewährten Piloten mit oerbesserten Flugzeugen. Frankreich ist mit bekannteren Typen und mit einer Konstruktion des Erbauers des französischen Strotoflugzeugz Guerehais vertreten. Leider fehlen auch diesmal wieder die Exponenten des republikanischen Deutschlands am inter- nationalen Rundflug, die dazu berufen wären, dem Ausland an Ort und Stelle die Stärke des republikanischen Gedankens auf luftfahrt- lichem Gebiete vor Augen zu führen. „Neptun" lauft sich um in„Vo!kssport-Weissansee'* Der älteste Schwimmverein im Arbeiter-Turn- und Sportbund, der Berliner Verein Neptun-Weißensee hat seinen Namen in „Volkssport-Weißensee" geändert. Nach 40 Zahren Bestehen als Arbeilerschwimmvereln Ist nun die ZNöglichkeit geschassen, alle bundeslreuen Arbeilersportverelne im Bezirk in einem Zentral- verein zusammenzufassen. Aus der interessanten Geschichte des Vereins geben wir im folgenden einige Daten: Schweren Herzens werden sich namentlich die alten Mitglieder von dem Namen trennen, der ein Begriff war, unter dem sie jähr- zehntclang für den Arbeiterwassersport gewirkt haben. Erfreulicher- weise aber haben gerade diese Alten, den Zug der Zeit erkennend, den Zusammenschluß vorbereitet und ihre Mitarbeit auch unter der neuen Fahne zugesichert. Am 1. April konnte Nante M e n s ch e l, in dessen Händen während des Krieges die Hauptarbeit lag. auf eine 35jährige Mitgliedschaft zurückblicken. Dank ihm und auch dem Genossen Fritz Hube, der über 30 Jahre, und den Genossen Karl Hube, Kurz, Klingner, Ramin, Langer, Becher, Schmölling, Liebe und Maasch, die über 20 Jahre dem Verein die Treue gehalten haben. Jederzeit stellten sie ihren Mann und stehen auch noch heure teilweise als Funktionäre in der Bewegung. Seit dem 17. Juli 1891, an dem der Schwimmklub„Neptun" gegründet wurde, sind 40 Jahre vergangen. Anfangs fanden die Uebungsstunden im Seebad Weißensee und im Winter im Admirals- gartenbad, später im Bad der„Wasserfreunde" in der Komman- dantenstraße statt. Die Beteiligung ließ jedoch zu wünschen übrig. Bereits nach S Jahren trat eine Krise ein: die politische und gewerk- schaftliche Organisationszugehörigkeit wurde von der Mitgliedschaft gefordert. Dabei stieß man auf den Widerstand der Anders- gesinnten und die Trennung war die Folge. Leider fand die junge Arbeitersportbewegung von der Partei damals nicht die nötige Unterstützung. Hemmend sür die weitere Entwicklung waren da- mals die Wasferverhältnisie im Weißen See. Mehrere Jahre hin- durch wüteten die Fischpest, dann die Wasserflöhe, Schlingpflanzen und Schlammpilze in der Größe eines Hutes im See, so daß zeit- weise kein Wasser zu sehen war und die Mitglieder stundenlang zu tun hatten, um den Morast zu entfernen und ein Bad nehmen zu können. Dann kamen behördliche Schikanen. Der Gründung der Jugend- und Kinderabteilung wurden Schwierigkeiten über Schwierigkeiten gemacht, heute lächerlich erscheinende Vorschriften sür die Badekleidung folgten. Am 23. Juli 1908 wurde die Frauenabteilung gegründet. Wie oorteilhast diese Erweiterung des Ver- eins war, zeigte sich einige Jahre später, als bei Kriegsbeginn die Männermitglieder nach und nach fast alle eingezogen waren. Während dieser Zeit war die Frauenabteilung die Hauptstütze des Vereins. Als der unselige Krieg, dem elf wackere Sportgenossen zum Opfer fielen, zu Ende war, hieß es wieder neu aufbauen. Als in den Jahren 1928 bis 1929 die Kommunistische Partei versuchte, die Arbeitersportbewegung unter ihr Diktat zu bringen, trat eine Spaltung ein. Dank der unermüdlichen Arbeit und der politischen Festigkeit der Funktionäre ist auch dieser Rückschlag überwunden worden. Allen Hindernissen zum Trotz setzte sich„Neplun" aus allen Gebieter des Schwimmsports durch. Aus seiner gemeinnützigen Tätigkeit seien erwähnt: Die Mitwirkung an der Gründung des Arbeiterschwimmerbundes im Dezember 1897, die Ausbildung und Betreuung der ersten Rettungsjchwimmermaunschaft. Im Jahre 1901 führte„Neptun" das Wasserballspiel im Bunde ein. Die unentgeltlich« Ausbildung im Schwimmen kam Tausenden zugute. Sonnenplatz. Für oi« Teilnehmer an der Borführnng„Körperschule" Probe Mittwoch, ISsh Uhr, Turnhalle Lcssinastraße. Generalprobe sllr 1. Mai Don. nerotag, 28. April,„Neue Seit". Mitwirkende der Borfllhrungen„Körper. schule" und„Jugend im Rhythmus von heute" um lSZ4 Uhr. Teilnehmer am Festspiel Igsh Uhr..... Freier«allspielo-reiu«eißensce. Beerdigung de, Sportgenossen Kurt Laut Mittwoch, 25. April, 16 Uhr. Alter Gemeindefriedhof. Falkenberger Straße. Treffpunkt 15 Uhr bei Stärke, Charlottenburger Str. 3. FTSB., Be-irt Lichtenberg. Wontag, 25. April, ISZH Uhr, Viert-Ijahrsv-r. sammlung im Gesangssaal des Iahn-Real-Gymnasiums, Schreiberhauer Straße. — Bezirk Witte. Montag, 25. April, Handballersttzung bei Arndt, Schröder. straße 2, 20 Uhr. Gäste und Interessenten willkommen Arbcitcrsportlartell Charlottenbnrg. Alle Sportler mit Rädern treffen(ich zur Prcnßenwahl am Sonntag um 7:>4 Uhr bei Bahrow, Scharrenstr. 3, fllr den Nachrichtendienst der Partei. Am 1. Mar treten alle Percine mit Fahnen zur Kundgebung auf dem Sammelplatz de» Sportkartella Charlottendurg an. Wegen Sammelplatz die Presse beachten. Pslichtoeranstaltung. Arbeiter-Turn. und Lporlbund, j. Kreis. Montag, 25. April, 20 Uhr, in der Kreisgeschäftsstelle Zusammenkunft aller technischen Vereineleiter. Tages- ordnung: Der Strastenlauf am 8. Mai durch den Wedding. Ausstellung: Licht, Luft, Saus.„Rast." Volkssport Sicutölln-Britz. Am Sonntag nach der Wahlarbeit zum Sonnen- platz. Beisammensein, Abhören der Wahlresultate, Diskussion. Vereinsver- sammlung am 30. April. Anträge bis zum 27. April an die Geschäftsstelle. Freier Ballspiclverein Wcißcnsce. Heute, Sonnabend, 17 Uhr, im Stadion „Fauler See". Minerva I Neukölln gegen FBB. Weißensee I. Zur Vervoll. kommnuna der 3. Männer, und der Jugendmannschaft bitten wir Partei- genossen sowie Sympathisierende Freitags, 20 Uhr, im Lokal Stärke, Char. lottenburger Str. 3. sich einzufinden. VfK. Proles, Ostgruppc. Sonnabend, 23. April, Mitgliederversammlung bei Neumann, Gubener Str. 15. Beginn 17Zä Uhr. A-kö. Britz. Sonntag, 24. April, ab 8 Uhr Wahlhilfe(fllr alle, die nicht eingeteilt sind) Fritz. Reutcr-Allee 46. Bei per Wahlkundgebung in Rudow wurde ein Pullover gefunden. Abzuholen in der Geschäftsstelle. Verein». Ouartalsvcrfammlung Freitag, 2g. April, Kufeisenhalle, ISZh Uhr. Antröge bis Mittwoch, 27. April, in der Geschäftsstelle abgeben. & BucA 'Man» Mildebrandl: ä)ie 9iunU des 19' und 20. Jahrhunderts Hans Hildebrandts„Die Kunst des 19. und 20. Jahrhunderts" (Athenaion-Berlag. Potsdam) enthält eine Fülle von Material. Die behandelten Kunstrichtungen und Künstler sind nicht zu zählen. Die 300 Textabbildungen und 23 Farbentafeln geben ein« zureichende Borstellung von Architektur, Malerei und Skulptur der Zeit: leider sind sie lieblos reproduziert und die Unterschristen stimmen nicht immer. Hans Hildebrandt, Professor an der Stuttgarter Hochschule, hat mit außerordentlichem Fleiß und intimster Kenntnis der Eni- Wicklung bis in die neueste Zeit Künstler und Kunstwerke herange- zogen. Ihre Beurteilung steht auf der Höhe der heutigen Kritik. Man muß diese Tugend sehr stark hervorheben im Vergleich mit den anderen großen Werken, die über die neueste Kunst erschienen sind, einschließlich der von Meier-Graese und Einstein. Will man sich über die Kunst des letzten Menschenalters orientieren(die uns ja wohl näher liegt als die des 19. Jahrhunderts, bei der jene ge- nannten Autoren durchaus auf der Höhe sind), so gibt es keinen zuverlässigeren und kritisch sorgfältigeren Führer als Hildebrandt. Das ist sehr viel wert, weil es bisher diese historisch wertende, und von dem maßgeblichen Standpunkt des Mitlebenden, also Mit- empfindenden aufgenommene Kunstgeschichte des 20. Jahrhunderts überhaupt noch nicht gab. Die Schattenseiten seines Buches liegen vor allem in einer schwer übersehbaren Systematik. Bei einem Riesenwäizer von diesem Format müßte die Lektüre durch stärkere Akzente und zahl- reichere Unterschriften schon optisch erleichtert werden, zumal der größte Teil in zu kleinen Lettern gesetzt ist. Schlimmer ist die innere Konfusion, die gegen das 20. Jahrhundert hin nur verstärkt wird. Man findet bedeutende Künstler in widersprechendstem Zu- sammenhang: Marees z. B. ist ins 20. Jahrhundert versetzt(er starb 1887), Gauguin und Cczanne erlebt man bei den Neo» impressionisten, die dem Kubismus Angenäherten sind sämtlich vor der prinzipiellen Erörterung des Kubismus behandelt(wofür es nicht die Spur eines Grundes gibt) usw. Das Material scheint Hildebrandt manchmal über den Kopf gewachsen zu sein; aber eine etwas gewaltsame Einordnung wäre besser als dies hilflose Chaos, bei dem der Autor manchmal selber eingesteht, daß es„sich nicht einordnen lasse". Es finden sich Unterlassungen, die angesichts der sonstigen Sorgfalt im Durchdringen des Stoffs nicht hingenommen werden können; so fehlt die höchst wichtige erste, die realistische Periode im Schassen Hodlers, so ist ihm vollkommen die große, vor allem deutsche Gruppe„malerischer Phantasten" entgange», von denen er Wollheim mit drei Zeilen an gänzlich unpassender Stelle abtut, während er die bedeutenden Kriege!, Gilles, Hundt u. a. überhaupt nicht nennt. Es fehlen weiter von wirklich be- deutenden Künstlern die Architekten: Luckhardt und Dominikus Böhm, die Bildhauer Christoph Voll, Gustav H. Wolfs, die Maler Hans Bolz, Griebel, Champion, Werner Scholz. Hanna Hoch, darf man hinzufügen, ist keine Holländerin, sondern in Gocha geboren. Warum Heckendorf, aber nicht die in derselben Richtung weit be- dcutenderen Krauskopf und Kohlhoff erwähnt sind, ist ebenso rätsel» hast; darum rätselhaft, weil Hildebrandt sonst gut und genau abe zuwägen weih. Dsul Lciuruckt. j