Morgenausgabe Nr. 192 A 92 49. Jahrgang Wöchentlich 7S Pf., monatlich 3.25 M (davon S7 Pf. monatlich für Anstel» lung ins Haus) im voraus zahlbar. Postbezug 3.S7 M. einschließlich so Pf. P�nzeitungs- und 72Pf.Postbestellge» Bühren. Auslandsabonnement 5.65 M. vro Monat für Länder mit ermäßig» tem Drucksachenporto 4.65 M. Der �Vorwärts" erscheint Wochentag» lich zweimal. Sonntags und Montag« einmal, die Abendausgabe für Berlm und im Handel mit dem Titel„Der Abend". Illustrierte Sonntagsbeilage .Volk und Zeit" Vevttnev Vottsvlatt Sonntag 2� Apn> 1952 Groß-Äerlin 15 Pf- Auswärts 20 pf. Die c 1 n| p a 1 1. Millimeterzetle 30 Pf. Rcklamezeile 2.- M.„Kleine An« zeigen" das fettgedruckte Wort 20 Pf. (zulässig zwei fettgedruckteWorte'.icdes weitere Wort 10 Pf. Rabatt lt. Tarif. Worte über 15 Buchstaben zählen für zwei Worte. Arbeilsmarkt Millimeter- zeile 25 Pf. Familienanzeigen Midi» meterzeile 16 Pf. Anzeigenannahme im Hauptgeschäft Lindenstraße 3, - wochentäglich von 8»/, bis 17 Uhr. Der Verlag behält sich dasRecht der Ab» lehnung nicht genehmer Anzeigen vor! Aentrawesan der GoziatdemokrattfOen Oavtei Deutschlands Redaktion und Verlag: Berlin SW 68, Lindenstr. 3 Rcmipt.. Donboit(A T) 293— 297. Telearamm-Adr.: Sozialdemokrat Berlin Vorwärts-Verlaa G. m. b. H. Postlcheckkonto: Berlins? S3S.— Ban!koMo:BankderArbcl!er.Aiigestellien und Beamten, Lindenstr. 3. Dt B. u.Disc.'Gel., Depostienk., Ieruialemer Sir. K5/6S. Hände weg von Preußen! Heute wird gewählt, morgen wird weitergekämpft! Heute morgen trifft Otto Wels in Berlin ein. Er wird sich hier sofort in Behandlung begeben, und wir hoffen, daß es der ärztlichen Kunst bald gelingen wird, ihn vollständig wiederherzustellen. Sein Schicksalsgefährte, Genosse Bau- k n e ch t, liegt in Köln noch schwerer danieder. Auch ihm gilt unser Gruß und unser Wunsch nach rascher vollständiger Ge- ncsung. Wer weiß, was Otto Wels für die Berliner Arbeiter- schast ist, der kann sich ungefähr die Gefühle vorstellen, die der feige Ueberfall von Köln in ihr geweckt hat. Sie verlangt, daß die Tat die verdiente Sühne findet, sie darf das in diesem Fall, da es sich um die Justiz iw Ä ö l n handelt, wohl auch mit einiger Zuversicht erwarten. Darüber hinaus scheint es uns an der Zeit, daß die Reichsregie- r u n g den Vorgängen, von denen der Kölner Fall nur ein Symptom ist,, mehr Aufmerksamkeit widmet, sonst könnten eines Tages die Dinge ihrer Hand entgleiten. Allüberall zeigt sich, daß die nationalsozialistische Parteileitung, die sich in Legalitätsschwüren überschlägt, ihre Schlägerkolon- n e n entweder nicht zügeln will oder nicht zügeln kann. Aus- gäbe der Reichsregierung wäre es jetzt, sich führend an die Spitze aller zener Kräfte zu stellen, die mit dem f a sch ist i- scheu Bandenwesen auszuräumen entschlossen sind. Die sozipldemokratische Arbeiterschaft trägt Zorn und Haß im Herzen bis zum Ueberquellen. Ihre Disziplin aber und ihre politische Erziehung wird sie auch ferner vor U n b e- so n Neuheiten bewahren. Der Haß der Schwachen überschlägt sich in Exzessen. Der Haß der Starken wählt kalt- blsitig überlegend sein Ziel und er versteht auch zu warten. Wir wollen bSn Feind vernichtend treffen. Das können wir nicht durch blindes Dreinschlagen, sondern nur durch wohl überlegtes politisches Handeln. -» Verzweiflung über wirtschaftliche Not und krasse politi- „sche Unwissenheit haben dazu geführt, daß ein erheblicher Teil des deutschen Volkes sich der Führung einer Bande von Abenteurern anvertraut hat. Diese Bande hat am 13. März und am 16. April den Versuch gemacht, die R e i ch s- Präsidentschaft mitsamt dem Artikel 48 und dem Befehl über die Reichswehr in ihre Hände zu bekommen. Das ist ihr nicht gelungen, sie ist zurückgeworfen worden. Heute geht ihr Angriff gegen Preußen! Der Weg zur Reichspräsidentschaft war für die National- sozialisten der Weg zur A l l e i n h e r r s ch a f t. In Preußen kann allein nur der regieren, der für sich allein die Mehrheit hat— und da haben die Hakenkreuzler noch lange hin. Ihr Ziel ist also in Preußen, die absolute Mehrheit, die sie allein nicht haben können, mit ihren Vasallenparteien gemeinsam zu erobern. Gelingt es heute, sie an der Erreichung dieses Zieles zu hindern, so wird damit auch die dritte Ab- w e h r s ch l a ch t gegen den Faschismus gewonnen sein. Sollte wider alles Erwarten die Möglichkeit einer Mehrheitsbild ungrechtsvomZentrum gegeben sein, so würden die Basallenparteien, die sich dafür zur Ber- fügung stellen, auch die Verantwortung zu tragen haben. Aller Wahrscheinlichkeit nach ober wird die Rechte auch mit Einschluß aller möglichen Splitter die Mehrheit nicht erreichen. Erreicht sie aber die Mehrheit nicht, dann darf auch nicht die Regierungsmacht in ihre 5)ände fallen. Eine Rechte, die für sickz allein nicht die Mehrheit hat, kann zur Herrschaft nur kommen durch die H i l f e d e r K o m- m u n i st e n. Diese Hilfe müßte, seit in einer letzten Sitzung des alten Landtags' die Geschäftsordnung in vernünftiger Weiss abgeändert worden ist, offen und für jeder- mann suchtbar erfolgen. Wird eine Regierungskooli- tion Hitler-Hugenberg-Thölmann gewünscht— dann bitte!• * Die WeimarerKoalition wird heute— das weiß jeder, der nicht an Wunder glaubt— die Mehrheit verlieren. Sie wird also verpflichtet sein, einer anderen Gruppierung, falls diese über die Mehrheit verfügt, die Regierungsgewalt abzutreten. Davon aber kann keine Rede sein, daß die Nei- innrer Koalibion als Minderbeit abdanken müßte zugunsten einer andern Minderheit. Im Gegenteil bleibt es im Jnter- esse von Volk und Land ihre Pflicht auszuharren, bis eine Ablösung für sie in der verfasiungsmäßig vorgeschriebe- neu Form vorhanden ist, Solang? jedoch der Landtag ar- beitsunfähig ist, ist eine arbeitsjähige Regierung doppelt notwendig. Eine arbeitsfähige Regierung— glauben die H u g en- b e r g und D i n g el d e y wirklich, daß sie mit den National- sozialisten geschaffen werden kann! An dem Tage, an dem die Harzburger Front geschaffen wurde, gab F r i ck- Pirmasens die Erklärung ab, feine Partei koaliere sich mit andern Parteien nur ä la Mussolini, um sie dann zu ver- Nichten. Hugenberg hat sich über diese Offenherzigkeit bitter beschwert— aber das hat Adolf Hitler nicht gehindert, am Freitag im Sportpalast noch einmal zu erklären: „Sie behauplen, wir wollen alle anderen Parteien zerschlagen. wir bekennen: Jawohl, das wollen wir!" Somit würden die Nationalsozialisten in Preußen eine Koalition nur schließen mit dem Hintergedanken, sickz durch einen Staatsstreich in den Besitz der Alleinmacht zu setzen. Die nationalsozialistische Welle hat die Rechte zahlen- mäßig gestärkt. Ske hat sie über'auch regierungs- unfähig gemacht.' Auch eine R e ch t s m e h r h e i t, in der die Nationalsozialisten ausschlaggebend sind, wäre in Wirklich- keit regierungsunfähig und zum Scheitern verurteilt. Eine Minderheit der Rechten ist das aber erst recht, und es besteht kein Grund zuzulassen, daß sie das größte deutsche Land zum Versuchskaninchen ihrer Regierungskünstc macht. Dazu gc- nügt das arme B r a u n s ch w e i g vollständig. -i- Die Genossinnen und Genossen, die Kameraden der Eisernen Front, die auch in diesem Kampfe in bewundcrungs- würdiger Weise ihre Pflicht getan haben, erwarten mit wachem politischen Sinn das Ergebnis ihrer Anstren- gnngen. Gelingt es der Rechten nicht, die Mehrheil aller Stimmen und Mandate zu erobern, dann haben die tapferen Verteidiger der Demokratie erreicht, was in diesem Augenblick zu erreichen war. Hitler hat am 13. März 1932 gegenüber dem 14. September 1936 Stim- men gewonnen, und er hat am 16. April gegenüber dem 13. März nochmals Stimmen gewonnen, und doch ist er Heide Male geschlagen worden, weil er das gesteckte Ziel nickst erreicht hat. Wenn Hitler heute mit seinen Hilssvölkern die erstrebte Mehrheit nicht gewinnt, so wird er zum drittenmal geschlagen sein. Und hat der Gegner in vergeblichen Stürmen seine Kräfte erschüttert, dann gehen wir zum Angriff vor!. Heute um 5 Uhr Nachmittag wird die dritte große Wahl- schlacht geschlagen sein. D e r K a m p f a b e r g e h t m o r g e n weiter!> Der Ueberfall auf Wels. Die Täter kommen vor den Schnellrichter. ft Bin, 24. April. Tic Vernehmungen der im Zusammenhang mit den tätlichen Angriffen auf den sozialdemokratischen Reichs- tagsabgeordneten Wels und den Polizeipräsi» denten Vauknccht festgenommenen National- sozialisten sind heute nachmittag abgeschlossen worden. Die Zeugenvernehmungen haben im wesentlichen eine Vestätigung des von der P o l i- z e i gemeldeten Tatbestandes ergeben. Die An- gelegenhcit wird noch heute der Ztaatsanwaltschaft über- geben werden, die wahrscheinlich im Schnell ver- fahren die Weiterverfolgung betreiben wird. Das Befinden des verletzten Polizeipräsidenten Bauknecht, der schivere Schnittwunden am Kops davongetragen hat und sich in ärztlicher Bchand- lung befindet, ist den Umständen nach gut. Wels in Düsseldorf. Düsseldorf, 23. April.(Eigenbericht.) Heute abend veranstaltete die Sozialdemokratische Partei eine Massenversammlung in der Maschinenhalle. Als Redner war der Parteivor- sitzende Genosse Ltto Wels vorgesehen. Als Ltto WclS den Raum betrat, der von 13666 Menschen gefüllt war, wurde er mit ungeheurer Begeisterung und lang- anhaltenden Lbationcn empfangen. Trotz des Ucber- falls der Na,zibanden in Köln in der vorhergehenden Nacht sprach Dtto Wels. Unter begeisterter Zustimmung setzte er kurz die Bedeutung des Kampfes um Preußen auseinander, immer wieder von Beifallsstürmen der mit- 8�* n'C� S-nIslsU?s Genossinnen und Genossen stellen sich im Zentralwahllokal ihres Kreises für die Wahlarbeit zur Verfügung gerissenen Massen unterbrochen. Am Schluß der Ber- sammlung bereiteten die Massen dem Genossen Ltto Wels abermals begeisterte Ovationen. Tic Bcrsaminlnng verlief im übrigen ohne jede Störung. Rechenschast. Otto Braun spricht im Rundfunk. Gestern abend sprach Otto Braun im Rundfunk. Seine Rede war ein eindrucksvoller Bericht über die Leistungen der preußischen Regierung. Die Rede schloß: „AU diese willkürlich aus dem weiten Bereich der Arbeiten der preußischen Staatsregierung herausgegriffenen Angaben zeigen Ihnen, wie mannigfach die der Regierung gestellten Aufgaben sind, und wie sehr es darauf ankommt, ruhig, sachlich und ohne Rücksicht auf Tagesströmungen und Popularitätshascherei all diese Arbeiten zu vollbringen. heule überschattet die wirtschaftliche Rot alles und läßt Millionen unter der Wirtschaftskrise leidende Volksgenossen nicht zur gerechten Wertung des trotz aller Schwierigkeiten Geleisteten kommen. Das muß einer späteren Zeit vorbehalten bleiben. Immerhin darf die preußische Staatsregierung für sich in An- spruch nehmen, daß sie unbeirrt um alle Angriffe von rechts und links ihre» Weg gegangen ist, den sie für den richtigen hält, weil er uns aus den Trümmern des Zusammenbruchs von lgl8 wieder auswärts geführt hat und weil der Erfolg der geleisteten Arbeit der war, uns so stark und gefestigt zu machen, daß wir unter dem Ansturm der furchtbaren Weltwirtschaftskrise keineswegs nieder- gebrochen sind, sondern uns als Staat und Volk de- hauptet haben und weiter behaupte» werden. Popularitätshascherei und unsachlichste Arbeit, das Abgeben von tönenden Versprechungen an alle Bevölkerungsteile, das Sichbeliebt- machen durch Aussprechen von Dingen, die jeder gern hören möchte. ist niemals unsere Sache gewesen. Wir sind nicht dazu da. dem Volke etwas vorzugaukeln und es über die Schwere unserer Lage und unserer Ausgabe hinwegzutäuschen. Wir fühlten uns vielmehr v o m Bolke berufen, um mit zäher Energie und Hingabe unser Staats- und Wirtschaftsleben vor dem innner wieder drohenden Zu- sammenbruch zu bewahren, an der Erhaltung der Einheit des Reichs zu arbeiten und den B e st a n d des t--- Fünf Länder. Heuie wählen Preußen, Bayer«, Württemberg, Hamburg, Anhalt Hemer wird in Prat&en. Bayern. Württemberg. Hamburg und Anhalt gewählt. Wir geben im folgenden einen Ueberblick über die Ergebnisse der Reichetagswahl vom II September 1930 in diesen Ländern. Preußen: Sozialdemokraten.......,»,» 4 969 471 Deutschnationale Lolkspartei 1 968 667 Zentrum.......,..,..3 158 144 Kommunisten.............. 3 141 453 Deutsche Voltspartei.. j.•,.»,.. 1004201 Staatspartei............. 681 014 Wirtfchaftspartei 803 086 Nationalsozialisten............ 3 967 927 Landvolk................ 578953 Konsero. Volkspartei u. Deutsch-Hannoveraner 305 833 Christlicher Dolksdienst.......... 509 357 Zersplittert............... 390 692 Insgesamt wurden 21 498 798 gültige Stimmen abgegeben. Die Wahlbeteiligung betrug 82,2'Proz. Das Ergebnis der Reichspräsidentenwahl war das folgende: Abaeaebene Stimmen Duesterberg Hindenburq Hitler Thälmann l. Wahl 23 159 192 1 820 359 11018 638 6 882107 3 280121 2. Wahl 22 268 591— 11 451267 8 202 373 2 441254 Bayern: Lei der Reichsiagswabl in Bayern vom 14. September 1930 wurden bei einer Wahlheteiligung von 79,2 Proz. 3 800 49Z Stimmen abgegeben. Davon erhielten: Sozialdemokraten............ 787 701 Deutschnationale............ 75 047 Bayerische Volkspartei.......... 1175146 Kommunisten.............. 224 713 Deutsche Voltspartei........... 71 736 Staatspartei.............. 69 082 Wirtschaftspartei...v......... 104 875 Nationalsozialisten............ 677 934 Landvolk................ 162 175 Konservative Volkspariei......... 57 958 Voltsdienst............... 66 727 Bayerischer Bauern bund......... 3C3 809 Bei der Reichspräsidentenwahl war das Ergebnis in Bayern bei 4240 000 abgegebenen Stimmen im 2. Wahlgang: chmdenburg chitler Thälmann 2 627 065 1364206 225 617 Württemberg: Bei dsr Reichstagswahl wutlden bei einer Wahlbeteili- gung von 79,4 Proz. 738 381 Stimmen abgegeben. Davon schielten: Sozialdemokraten....,.. 250 720 Deutschnationals............. 54 454 Zentrum................. 281£56 Kommunisten.............. ISO 073 Lvlkspartei und Staatzpartei....... 135 414 Wirtschaftsparlei......?...... 33 805 Nationalsozia isten............ 128 659 Christlicher Dolksdienst.......... 91 425 Bauern und Weingärlner......... 230 3£6 Bei der Reichsvräsidentenwahl erhielten im zweiten Wahlgang von 1392 000 Stimmen: Hindenburg Hitler Thälmann 869 806 408 503 196 453 Hamburg: Zn Hamburg wurde nach der Reichstagswahl vom 14. September 1930 am 27. September 1931 die Bürgerschaft neu gewählt. Dabei wurden Stimmen abgegeben: Reichstagswahl Lürzerschattsiraht Sozialdemokraten....... 240 984 199 190 Deutschnationals Lolkspartei.. 31 376 38 623 Zentrum 10 980 10 389 Kommunisten �...,,,,» 135 279 163117 Deutsche Volkspartei,««»• 69 145 34 024 Staatspartei..... g• 64129 64199 Wtrlschoslspartei......» 16910 10636 Nationalsozialisten...... 144684 187091 Konservative Voltspartei.,.. 20 751 Christlicher Volksdienst.... 11 963 10 358 Bei der Reichspräsidentenwahl erhielten im zweiten Wahlgang: ' Hindenburg Hitler Thälmann 441 144 238 689 96 483 Anhalt: Bei der Reichstagswahl vom 14. September 1930 er- hielten von 221 969 Stimmen: Sozialdemokraten 54977 Nationalsozialisten 43634 Kommunisten 23 742 Deutsche Volkspartei 22895 Deutschnationale Volkspartei 8 235 Staatspartci................ 2 025 Landvolk 12 90l Wirt chastspartei.............. 9 494 Bei der Reichspräsidentenwahl erhielten im zweiten Wahlgang: Hindenburg Hitler Thälmann 106 337 94 872 19 040 Die politische Bedeutung der heurigen Wahlen wird durch die Tatsache gekennzeichnet, daß von den 43 Mil- lionen Wahlberechtigten, die das Deutsche Reich zählt, mn 24. April 3Z Millionen wählen. Rund 85 Proz. der gesamten deutsäien Wählerschaft werden also auf den Plan gerufen. Oer alte Landtag. Die Mandatsverteilung am Abschluß der Arbeiten. Beim Abschluß der Gesetzgebungsperiode des Preußischen Landtags war die Mandatsvertellung im alten Landtag die folgende: Sozialdemokraten............... 137 Deutschnationale Volkspartei......... 71 Zemrum................... 71 Kommunisten................. 48 Deutsche Volkspartei.............. 40 Landvolk.................. 12 Hannoveraner 5 Volksrechtpartei................ 2 Slaatspartei................. 22 Wittlchaitspartsi............... 16 Ratianolistische Deutsche Arbeiterpartei..... 9 Chrilllich-Sozlole............... 4 Kommunistisch« Opposition.......... 1 Kommunistische Li, ke Opposition........ 1 Radikaler Mittelstand............. 1 Soziatisch« Arbeiterpartei........... 3 Bei keiner Fraktion... t, 7 Gesamtzahl....... 450 Beim Vergleich der Mandatsziffern im neuen Landtag muß berücksichtigt werden, daß bei der heutigen Wahl nicht mehr auf 40 000 Stimmen ein Abgeordneter kommt, sondern auf 50 000 Stimmen. «Ke die öf�ntliche Ordnung und Sicherheit, die die Vorbedingung sür jedes Schaffen des friedlichen Staafskörpers ist, gegen jeden Abenteurer uzrd Ruhestörer mit fester Hand zu bewahren. In normalen ruhigen Friedenszelten und zur Zeit einer blühen- den Wirtschaft mag das ollein noch nichts Großes und Bleibendes sein. In der Zeit nach einem furchtbaren politischen und Wirtschaft» lichen Niederbrirch. dem die Katastrophen der Ruhrbesetzung und der Inflation und pndlich die Arbeitslosigkeit von sechs Millionen als Folge d?" Weliwlrtlchaftskrise folgten. > iar es eine CjEiffuog, über die wir heute in dem Gefühl, unsere yslicht getan.zu haben, mit ruhigem herzen dem preußischen Volke Rechenschast ablegen können. Sie haben morgen eine schwere und folgenreiche Emschetdung zu treffen. Sie tonnen durch Ihre Wahl bestimmen, daß diejenigen Kräfte am Ruder bleiben, die. abhold ollen Abenteuern und ge» fahroollen Expeckmenten. nach dem Programm der Vernunft, dabei gewiß ober mit einem Herzen voll heißer Lieb« zu unserem Volt und unserem Land, das Geschaffene erhalten und weiter ausbauen wollen. Sie können aber auch bestimmen, daß an die Stelle des in ruhiger und steter Arbeit Geschaffenen der Wille tritt, den SprunginsDuntleundUngewissezutununddcr Der» nunft und dem Verantwortungsgefühl eine Absage zu erteilen. Ich hoffe und vertraue auf den staatspolitischen Sinn und auf den Gemeinschaftsgeist der preußischen Wähler und Wählerinnen, daß Sie— Ihrer schweren Verantwortung voll bewußt— eine Wahl treffen werden, die unserem Preußen zum Segen gereicht!" Landesverrat als Nazi-prinzip! Kriegsdienstverweigerung- wenn Hindenburg und Groener führen! In dem Stettiner nationalsozialistifechn Blatt„Die Dil- fntur" hat Dr. G r a f v o n d e r G o l tz die Lanenburger These Adolf Hitlers bekräftigt, daß es für Nazis keine Pflicht zur Landesverteidigung gibt, solange das„System" besteht. Die Berliner„nationale" Presse hat auch zu dieser Deklaration geschwiegen. Nur die„Pommersche Tagespost" hat sich be- müßigt gesehen, einen Abwehrartikel zu vkröffentlichen, in dem sie oersicheri. der Stahlhelm werde die nationalsozialistische Kriegsdienstverweigerung nicht mitmachen. Wer den Grenz- kämpf führe, dessen Taten würden einev neuen Volksgeist auslosen: Die Front aber tn einem solchen Augenblick nach innen zu kehren, stakt nach außen, wäre eine krankhafte verirrung oder ein Verbrechen gegen die Ration. Und das deutschnationale Blatt sagt weiter: Es gibt viele deutsche Parteien und noch viel mehr deutsche Standpunkts, aber es gibt nur ein« Grenze, die zu verteidigen ist. Diese Lage ist eindeutig. Eine Versündigung gegen diese klare Er- kennlniz dars Im nationalen Interesse nicht geduldet werden. Gänzlich ungerührt erwidert darauf von der Goltz in dyr„Diktatur": Er bleibt dabei, daß die Grenze nur unter nationalsozialistischer Fübrung geschützt werden darf. Die heutige Führung aber müsse man„mit allen Mitteln" zu beseitigen suchen und ihr nirgends Gefolgschaft leisten. Wer ist nun die Führung, der Graf von der Goltz im Fall eines Krieges die Dienstverweigermg ankündigt? Das sind Hindenburg und G r o e n s r! Wörtlich schreibt Graf von der Goltz: W'r kennen die Verteidigung des deutschen Ostens durch General Groener m den Jahren 1918/13. Wo war die Oberste Heeresleitung, als 1918 Dosen verraten wurde? Wer anders als General Groener oeranlotzte Unterzeichnung des Friedensvertrages, per den Osten preisgab, nachdem er die 1. Gardsd ivision zum Zwecke dieser Ver» tsidiMng aus Kurland zurückgerufen und damit nun auch zugleich öen baltischen Möglichkesten die 5irast entzogen hotte? Wer anders als Hindenburg selbst veranlaßte damals in dringlichem Brief den General Otto von Bs» l o w in Danzig, von der Rettung Posenz Abstand zu nehmen, da er bei allen militärischen Aussichten die politischen Verhältnisse nicht übersehe!... Und warum sollen wir freiwilligen Helfer der Nation nicht schon heute sagen, daß wir uns freiwillig der Führung eine, General Groener niemals nnlerordnen werden. Also, fort mit Hindenburg, fort init Groener! Sie sind es, die„mit allen Mitteln beseitigt" werden müssen. Sie sind es. auf deren Ruf sicf)„keine Hand erheben soll", wenn das Erenzland überfallen wird. Landesverteidigung nickzt früher, al� bis solche„Systemtrager" beseitigt sind. Aber es kommt noch toller! Der nationalsozialistische Graf und Jurist schreibt weiter: wir wissen, daß die ohnehin durch Groener» Ralionolislen. Verfolgung beunruhigte Reichswehr solche Forderungen nichl stellen darf, ohne zu meutern, und da» können auch wir nicht wollen. Wlr aber stnd in der Lage. ohne Bindung offen zu sagen, wie wir denken, und offen zu fordern und zu handeln! Als Otto Braun am 11. April im Sportpalast von Dokumenten sprach, die die„l a n d e s v e r r ä t e r i sch e G e m.e ingesährlichkeit" des Nationalsozialismus be- weisen, als er die Louenburger Rede Hitlers anprangerte, da war es— wie Goebbels sagen würde—„die Journaille" Hugenbergs. die zu diesen Dingen schwieg oder sie beschönigte. Nun ist dieser ganze Komplex durch die Aufrichtigkeiten des Grafen von der Goltz in vollkommener Weise klargestellt wor- den. Mit dem Per chweigen und dem Beschönigen wird es nicht weitergehen. Klare Fronten sind notwendig. Insbesondere werden die bürgerlichen Rechts» Politiker genötigt sein, sich darüber zu erklären, ob sie trotz der auch ihnen bekannten Dokumente, trotz der Lauen» burger Rede Hitlers, trotz der Artikel des Grafen von der Goltz bereit sind, den Nationalsozialisten die Macht in die Hände zu spielen--- und mit welchem Recht sie sich selber noch als„national" bezeichnen, wenn sie das tun wollen! Von der Goltz verklagt den„Vorwärts"? Aus Stettin wird gemeldet: trr„vorwärts" brochie in feine» Abendausgabe vom .??. April unier der Ueterschris«.Landesverrat Ist Nazipr'nzip" einen ArUtel. In dem er gegen den Rechtsanwalt Graf von de» Goltz wegen eines von ihm veröffentlichten Ar/kelz in der pommersche» naiionalsozial'stischen Zeitung.Die Diktatur" die An- schuldigung de» Landesverrat» erhebt. Dr. Gras von der Goltz hat gegen den verantwortlichen Schriftleiter de».vor- wärp" sofort Strafanzeige erstattet. Auch Hitler hat, wie schon bekannt, wegen der Kritik. die wir an seiner Lauenburger Kriegsdienstoerweigerungs- rede übten, gegen uns Slrafantrag gestellt. Bielelicht aoer überlegt der Oberreichsanwalt, ob nicht noch andere Strafanträge zu stellen sind! E>A. in Alarmzustand. Trotz des Verbots marschfertig! Gera, 23. April.(Eigenbericht.) Am Donnerstag wurde in Köstrich. Kreis Gera, hie auf- gelost« SA. von dem Geraer Führer Wetzelt zu- sammengerusen. Dort wurde die Notverordnung im Sinne der SA. behandelt. Den Anwesenden wurde dort Befehl erteilt, am Sonntag, dem 24. April, soll« die aufgelöst« SA. in höchster Alarmbereitschaft sein. Es soller» zur Bereit- schaft all« Lastwagen bereitgehalten werden. Wo die SA. nicht über Lastwagen von Mitgliedern verfügt, sollen sie in allen Fällen gemietet werden Die„aufgelöste" Band« des Hstler pfeift auf die Verordnung. die sie verbietet. Die Schleppenträger der Gewasthaufen aber schicken an Hindenburg„Material", damit er das verfassungstreue Reichsbanner verbieten lasse. Eine würdige Gesellschaft diese „nationale Opposstion". Alt V s« Ii I u Q Oer französische Wahlkamps. Herriot orakelt. Paris, 23. April.(Eigenbericht.) Herriot hat einem Berichterstatter des„Paris Midi" über die Taktfk der Radikalen nach den Wahlen folgendes erklärt: „Ich für meinen Teil werde nicht die Regierungsbildung unter denselben Bedingungen wie 1924 übernehmen. Selbst wenn die Linksparteien den Sieg davontragen, werden sie ohne Unterstützung der Mitte keine genügende Mehrheit haben. Wir werden also die Führer und die Mehrheit von gestern ihr Experiment vollenden lassen oder auch andere Formeln anwenden können. Auf jeden Fall haben wir es nicht eilig. Die Zusammenarbeit mit der Froetia, Marin lehne ich aber ab. Es gibt einen wachsamen, ab«.' aufrichtigen Pazifismus, eine linke Doktrin über die Laiengesetzgebung, die uns Republikaner von der Rechte kennen" Auf die Frage, ob die Radikalen unter diesen Umstände». V» bürgerliche Konzentration oder das L i n k s k a r t e l l vorziehen. erwiderte Herriot:„Sie kennen unsere Stellung zu den großen Problemen und damit habe ich Ihnen geantwortet." Man schließt aus dieser Erklärung und aus der Tatsache, daß die Sozialisten in vielen Wahlkreisen einen heftigen Kampf mit den Radi- kalen führen, daß Herriot für eine Konzentrationsregierung ist. Enischeidungstag für die KpO. Don Moskau anaekündigt. Der Moskauer Rundfunksprecher hat am gestrigen Wahlvorabend auf die gewaltige Bedeutung der Ent- scheidung i» Preußen hingewiesen und hinzugefügt: ..Diese Wahl bringt auch eine wichtige Entscheidung über die Richtigkeit der Taktik der deutschen Kommunisten- Partei. Die Schande des 10. April muß wieder gutgemacht werden. Kein deutscher Kommunist darf am 24. April für die Hitler. Partei st i#»»»». Geschieht es dennoch, so wäre das die schärfst« Verurteilung der Taktik der KPD." Englands Budgeträtsel. Kombinationen um den ValutaausgleichSfondS. London, 23. April.(Eigenbericht.� Dos britische Budget für 1932/33, das der Schatzkanzler Neville Chamberlain im Unterhaus«inbrachte, brwgt keine übermal- tigenden Wirtschaftsgeistesblitze, sondern trägt an der Stirn die dem britischen Steuerzahler schon zur Genüge bekannte Aufforderung: charte Arbeit, rigorose Sparsamkeit, Mut und Geduld! und begnügt sich im übrigen mit harter Tatsachenrech- nung. In jedem Falle hofft der Schatzkanzler die Staatseinnahmen und Ausgaben während des Finanzjahres zu balancieren. Chambsrlains konkreter chauptoorschlag ist die Schaffung eines Ausgleichsfon.ds in Höhe von ISO Millionen Pfund. Mit dieser Summ« soll die Dank von England Gold und fremde Valuten ankaufen. um Sursschwankuugen des Pfundes zu verhindern. Aus diesem Vorschlag geht die interessante Tatsache hervor, daß die Regierung nicht beabsichtigt, in Bälde zum Goldstandard zurückzukehren oder das Pfund auf einer anderen Basis zu stobili- sieren. Eins zweite bemerkenswerte Erscheinung ist das Fehlen der Reparationen und Kriegsschulden als Faktor in dem neuen Budget. Dies ist nicht nur für den aus- ländischen Beobachter, sondern auch für die politischen Parteien Englands eine Ueberraschung und eröffnet«in weites Feld für ver» fchiedenartige Spekulationen. Es ist nicht anzunehmen, daß Chamberlain diese Auslassung im Einverständnis mit den anderen Kabinettsmitgliedern vorgenom- men hat, da das Budget streng geheim gehalten und gewöhnlich erst am Vortage der llnterhausoerlesung den Kabinettsmitgliedcrn mit- geteilt wird. Sicherlich haben keine offiziellen Besprechungen mit anderen interessierten Mächten stattgefunden. Der Schatzkanzler hat also s e l b st ä n d i g gehandelt. Er beabsichtigt ferner nach der Lausanner Konferenz eine Sudgetergänzung einzubringen, in der er die jetzige Auslassung der Reparationen und Kriegsschulden nachholen will, wosür chm die Konferenz die Unter- lagen verschaffen soll. Diese rein sachliche Einstellung auf Tatsachen ist bemerkenswert. Der Schatzkanzler kann von der Lausanner Konferenz keine Riesen- Umwälzungen erwarten. Eine völlige Streichung der Reparationen und Kriegsschulden dürste kaum eintreten. Andererseits liegt es nicht im Bereich der Möglichkeit, daß Deutschland in diesem Finanz- jähr Zahlungen leistet. Ob das Hoover-Moratorium von Amerika aus vor den Herbstwahlen einfach verlängert werden wird, scheint zweifelhaft, desgleichen ein von Europa erklärtes Moratorium als vollendete Tatsache. England wird jedenfalls seinen amerikanischen Verpflichtungen auch ohne Deutschlands Zahlungen nachkommen. Zu dieser letzteren Betrachtung meldeten sich auch sofort von Amerika offizielle und ander« Stimmen, daß man in Englands Absichten mit Bezug auf Schuldenabtragung leinen Zweifel setzte. Do aber wird das Geld herkommen. 'um dies« Verpflichtungen wahrzunehmen? Der englische Steuer- zahler wird Abgaben an Amerika aus semer Tasche nicht gerade mit freundlichen Gefühlen gegenüberstehen. Es ist auch kaum an- zunehmen, daß der Schatzkanzler auf disse Weife ein anti-amerikanisches Fluidum zu schaffen beabsichtigt. Das Ei des Kolumbus dürfte aller Wahrscheinlichkeit nach der geplante Ausgleichsfonds von 160 Millionen Pfund sein, der offiziell der Pfundtursregelung dienen soll. Au» dieser Riesensumme könnt« England den dies- zährigen Vsrpflichtunzen an Amerika— Zinsen und Amortisation-- dienst— nachkommen. Diese Kombination wird durch«inen weiteren, an sich eigen- tumlichen Vorschlag des Schatzkanzlers gestützt. Chamberlain will den erwähnten Ausgleichsfonds der Bank von England zu völlig unabhängiger Verwaltung überlasten. Das heißt, die Bank man England ist nicht verpflichtet, über ihre Transaktionen dem Schatzamt irgendwelche Kontrolle einzuräumen oder überhaupt die üblichen, regelmäßigen Bankoeröffentlichungen vorzunehmen. Diese etwas ungewöhnliche Gshsimpolitik in einer an sich psycho- logisch schon äußerst schwierigen internationalen Lage ist nur da- durch zu erklären, daß der Schatzkanzler mit dem 130-Millionen- Pfund-Fonds die erwähnten, über die Pfundkursregelung hinaus- gehenden Absichten über feine Verwendung hat. Die große Frage, die auch die englische Presse stellt, ist vor- läufig: Wo wird der Schatzkanzler die 160 Millionen Pfund her- nehmen? Die Antwort daraus weiß zur Zeit mir Chamberlain selbst. Oer erste Labour-Wahlsieg. Zu der bereits gemeldekea Rückkehr des früheren Gefundheits- Ministers Arthur Greeuwood ins Unterhans durch feinen Wahlsieg in Dakesield ist noch ergänzend zu berichten, daß die Sonservaliven im Oktober 1SZ1 eine Mehrheit von 4107 Stimmen erzielt hallen,(konservative 16 88l, Labour 11 774 Stimmen.) Obgleich der konservative Kandidat bei der Ersatzwahl wieder die Unierstühung der„Rationalen Regierung" erhielt—- Mac- d o n a l d hatte sich persönlich für ihn und gegen seinen langjährigen Sabinettßkollegen Greenwood eingesetzt—. wurde letzterer mit Z44 Stimmen Mehrheit gewählt. Er erhielt 1Z6S6. sein Gegner lZZ4Z Stimmen. Die konservativen und ihre Verbündeten verloren daher seil Oktober 2669. die Arbeiterpartei gewann 1468 Stimmen. Offenbar ein erstes aber deutliches Symptom des Stimmnagsumschwunges in Großbritannien. Zopf-Rekord. Eine Entdeckung im englischen Parlament. London, 23. April. Der Kriegsminister Lord Hailsham machte am Donnerstag im Oberhaus di« aufsehenerregende Mitteilung, daß kein Handelsminister an den Verhandlungen des Unter- Hauses teilnehmen dürfe. Diese Entdeckung habe ein sehr sin- diger Jurist gemacht. Lord Hailsham fügte hinzu, daß schon seit vielen Jahren der jeweilige Handelsminister im Unterhaus gesessen hohe. In dieser Zeit der Finanznöte sei man versucht zu überlegen, wie viele Millionen Pfund an Strafgeldern von denjenigen einkassiert werden könnten, di« den Posten des Handels- Ministers in der Vergangenheit innegehabt haben. Es sei notwendig, ein Gesetz anzunehmen, das dem jetzigen und den früheren .Handelsministern Entlastung(!) erteile md die zur Zeit noch geltenden Bestiinmunzen ändere. Der Generalstaatsanwalt werde das Gesetz bereits am Freitag im Unterhaus einbringen und in ollen Abschnitten erledigen lasten. Aohnliche Maßnahmen würden am kommenden Montag im Oberhaus getroffen, so daß Handels- minister Rnncrman an den Unterhausnerhandlungen in der kam- wenden Woche werde teilnehmen können. »Du wählst doch im Arbeiterinterefse?" »Ja natürlich: Braun-Severing!" „llm Gotteswillen, nein! Oer Hauptfeivd ist die Sozialdemokratie. Kommunistisch mußt du wählen." -Idiot!" 4; „Hör mal, wenn du durchaus nicht KPO. wählen willst, dann schon gleich Nazi. So haben wir Kom- munisten am 10. April auch gewählt. Auf jeden Fall gegen die SPO.!" „Autsch!!!" „Verräter! Jetzt gibt'S nur eine Parole: Jede Stimme der Sozialdemokratie!" Die GA.-Banden toben. Lteberfall aus die parteigeschästsstelle in Höchst versucht. Fvarrkfurt a. M.» 23. April.(Eigenbericht.) In der Stacht zum Sonnabend versuchte ei« großer Trupp Nationalsozialisten in die Höchster Geschäftsstelle der sozialdemokratischen „Freren Presse" einzudringen, in die sich einige von der nationalsozialistischen Uebermacht der- folgte Eisarne-Frpnt-Lente zurückgezogen hatten. Die nationalsozialistische» Rowdhs waren bereits in den Hausflur eingedrungen, als das Ueberfallkom- mando erschien. Insbesondere tat steh ein Dr. med, Hellwig hervor. Er rüttelte an der Tür und versuchte mit Gewalt in das Lokal einzudringen. Dann schrie er unter anderem:„Ans. wir dringe» in euer Büro ein» das gibt am Montag ein feines Lokal für uns." Der rabiate Arzt stieß auch noch ändere Drohungen aus. Als die Polizei zur Sistierung schreiten wollte» benahm«ich der.»gebildete" Herr derart, daß er ins Polizei- gefäwgnis eingeliefert werde» mußte. Znsgesamt wurden sechs Nationalsozialisten fe st genommen, gegen die Anklage wegen Land- friedensbrnchs und Widerstands gegen die Staatsgewalt erhoben wird. An verschiedenen Stellen von Höchst haben Nationalsozialisten die Plakatsäulen mit sozialdemokra- tische« Plakateu mit Benzin, Übergossen und angezündet. Nazi-kleberfall auf Reichsbanner. Freitagabend überfielen in Dülmen 15 National- sozialiften 5- Reichsbannerleute und stachen zwei davon nieder. Ein Kamerad liegt schwerverletzt im Krankenhans. Im Heim der früheren SA. in Dülmen herrscht Hochbetrieb» ohne daß die kommunale Polizei entsprechende Maßnahmen ergreift. Mordbanden gegeneinander. Heimwehrler von Hakenkreuzkern überfallen. In Ottensheim(Oberösterreich) hiell der Heimatschutz eine Versammlung ab. Im ersten Stock des gleichen Hauses feierten Nazis Hitlers Geburtstag. Als die Heimatfchützler nach Hause gehen wollten, wurde auf sie von den SA.-Leuten vor dem Tor mit den abgeschnallten Leibriemen eingedroschen. Ein Nazi zog sein Messer und bedrohte die Heimatschützler mit den Worten: ».Ich bin Fleischhackcr, ich werd' den heimwehrhuoden zeigen, daß ich mein Geschäft versteh'." Es kam zu einer Rauferei, in der es mehrere Verletzt« gab. Zwei Heimatschützler, die zurückgeblieben waren, wurden in das SA.-H e i m geschleppt und dort niedergeschlagen. Einer der Ueberfallenen sank bewußtlos nieder. Es kam wieder zu Raufe- reiest, in derem Verlaufe auch Gendarmeriebeamte eingreifen muhten. Zahlreiche Heimatschützler wurden verletzt. einer erlitt eine Gehirnerschütterung. Den uni- formierten SA.-Leuten wurden Schlagringe, Totschläger und Stilett- Messer abgenommen. Sozialdemofratifche Toleranz. Das chnstlichsoziale Regime des Dr. L u e g e r in Wien duldete Sozialdemokraten nicht im Gemeindedienst: hinausgeworfen wurden z. B. die Lehrer Otto Glöckel und Karl S e i tz. Jetzt steht an der Spitze der Naziliste in dem Wahlkreis, wo Bürgermeister Seitz kandidiert, der Primararzt des Krankenhauses der Stadt Wien. Lueger hat Ihn als strammen Christlichsozialen angestellt— die sozialdemokratische Stadtverwaltung hat diesen seicher zum Nazi-Agitator gewordenen Arzt an seinem Posten gelassen. Deutschland kann nicht weiterzahlen! Was Brüning in der Genfer Besprechung erklärt haben soll. London, 23. April. Zu den gestrigen Besprechungen in Gens meldet„Daily Herald", daß Reichskanzler Brüning betont hat, daß Deutschland nach Ablauf des Hoooer-Moratoriums die Zahlungen nicht wieder aufnehmen und auch die bisherigen Zlbmachungen für eine Verlängerung des Moratoriums nicht wiederholen könne. Während des Moratoriums habe sich- die deutsche Schuld monatlich um 140 Millionen erhöht. Deutschland könne diese Schuld ehrlicherweise nicht anerkennen, da keine Aussicht auf Rückzahlung bestehe. Er habe darauf bestanden, daß die Lausanner Konserenz Deutschland die Möglichkeit zu einer wirklichen Wiodererholuug und nicht nur«ine Atempause geben müsse. Brüning habe sich ferner für die Mitarbeit an einem Donauplan bereit erklärt, der keine politischen Ziele verfolge und der die Aufrechterhaltung des deutschen Ausfuhrhandels ermögliche. Geglückte Meuterei. Indische Gefangene befreien sich. Bombay, 23. April. 30 indische politische Gefangene entwaffneten im Zug nach Delhi nach Kampf die Polizisten. Ein Polizist wurde getötet. ein weiterer schwer verletzt. Die Gefangenen brachten den Zug zum Strehen und entkamen. Die Führerin der Kongreßpartei, Frau Naidu, ist wegen Vorbereitung einer verbotenen Tagung zu einem Jahr Gc- fängnis verurteilt worden. Insgesamt sind bisher ISOKongreßführer verhaftet worden. Die Regierung glaubt, damit alle Versuche vereitelt zu haben, eine geheime Kongreßsitzung in Delhi zu veranstalten. Zapanfiliale fühlt sich. Todesdrohung gegen Dölkerbundsdelegierten. , Mukden. 23. April. Die mandschurische Regierung hat die Verhaftung und Hin- richtung Dr. Wellington Ku s und der anderen chinesischen Begleiter des Mandschureiausschusses des Völkerbundes angc- ordnet, falls diese die E i s e n b a h n z o n e der Südmandschuri- sehen Eisenbahn oerlassen und dos Mandschurische Hoheitsgebiet bc- tretsn, was angeblich eine Verletzung der Hoheitsrechte der Mandschurei und eine Friedens- und Ruhestörung wäre! Zn Südchina ist die Hasenstadt Amoy in die Gewalt kornvrnt- nistischer Truppen gefallen. I Parteinachrichten für Groß-Berlin ClntcnDungcn für Dicfe Rubrik sind v e r i t o SW 68. Liudenstratze Z. stets an das Beztrtssetretartat l. Hof. 2 Treppen rechts, zu richten Achtung' StadweiorSnetenfraktion! Die nächste Fraktionssitsung findet am Tonnerstag. dem 28. April 1932, 16 Uhr, statt. * beginn aller Veranstaltungen 19�: Uhr. sofern leine besondere Zeitangabe! Heute, Sonnlag, 24. April: «/S. Stets. Sonntag. 1. Mai, für beide Kreise MaSscicr im Saaloau Friedrichs, dain, Beginn Iv Uhr. Sintrittslartcn zu v.SU M. und fi!r Erwerbslose zu UÄt M. bei allen BezirtsfAirern. X Z. Kreis. Zcntralwahlbllro Er. Frankfurter Etr. ZV, Ewest.Festsäle. Telephon: E4 Alexander Zl25. Achtung! Neues rokal. Ii. Stets Neukölln. Das Sreiswahlbüro besindet sich Fuldastr. 5Z lPartei- sekretariat). Tel.: F 0 Kermannplatz 1702. 20. Abt. Zentralwahlbüro Bontke, Schul. Ecke Ehristianiastraße. Alle Ge- nassen melden sich dortselbst zur Wahlarbeit. 2b. Abt. Alle lSenosscn, die noch nicht zur Wahlarbeit eingeteilt sind, treffen sich Vi Ahr bei Hahn, Wörthcr Str. iö. 40. Abt. Alle Eenoffen sind verpflichtet, sich heute in der Zeit von 8 bis 12 Uhr zur Wohlarbeit bei Äeufner, Saoelberger Str. 20», zu melden. 4Z. Abt. Die Genossen treffen sich zur Wahlarbcit 7�.• Uhr in folgenden Lokalen: Gruppe Nudcut bei Slorkowskn. Grünauer Str. 2l: Gruppe Groß bei Sommer, Wiener Str. �ii: Gruppe Loch bei Förster, Glogaucr Str. 2ö: Gruppe Stttsko bei Hanelt. Wiettcr Str. 14. 78. Abt. Treffpunkt zur Wahlarbeit 7'.- Uhr früh bei Schmidt, Ebersstr. 18 und Wandtle, Dahnsir. 2S. 81. Abt. Alle Genossen erscheinen zur Wahlarbeit TA Uhr bei Slabe, Handjern» straße 60— kl. 82. Abt. Zur Wohlarbeit haben sich alle Genossen in folgenden Lokalen pünkt. lich um VI; Uhr einzufinden: 1. und 2. Bez. bei Schrllhase. Abornstr. 15»: 8. und 4. Bez. bei Richter. Felbitr 8: 5. Bez. bei Setix, Bismarckstr. K»: 6. Bez. bei Mecheler, Am Markt 3: 7. Bez. Trefipunkt zu erfragen bei den Boslen: 8. Bez. bei Thiel, Birkbusch. Ecke Siemensslrahei S. Bez. in der Schule Birkduschstr. gv. Es ist Parteipflichl für jeden Genossen pünktlich zur Stelle zu fein.— Die Stabersreuadc wollen neue Gruppen gründen. Dienst tgs 17 bis lg Ubr Jugendheim Albrcchlstr. 47 sowie Volksschule Frtefenslrage fTag wird festgcleqtl. Anmelduna von 7. bis l4jäbrigen Kindern an Erwin Lukafeder, Treilfchkestr. l7, oder Alex Skubich, Ringstr. 7. Die Be- zirksführer wollen bitte Adressen angeben. 85. Abt. Zentralwahllakal Pontmerening. Berliner Str. 100. Alle Genossen, die noch nicht zur Sadlarbeit eingeteilt sind, treffen sich dort um T/t Uhr. 0». Abt. Genossen, die noch nicht zur Wahlarbeit eingeteilt sind, treffen sich Tlt Ubr bei Keil, Prinz. öondjerp-Str. 3«. 07. Abt. Alle nicht zur Wahl eingeteilten Genossen finden sich bei Rohr, Bor. wärts-Spedilion Siegfriedstrasie. ab g Uhr ein. 138. Abt. Alle noch nicht zur Wahlarbcit cinaeteiltcn Genossen treffen sich bei Dtrent, Berliner Ecke Bahnhofstrahe, g Uhr. ZNonlag, 25. April: 1. Stets Mitte. Elternbeiräte-Versammlung bei Regel,«ckerstr. 1, 19V: Uhr. 7. Sttis. 20 Uhr im Jugendheim Rosincnstr. 4 Zusammenkunft der£213.. Sportler und Reichsbanner zur Maiseierprobe. 14. Srcis Bildttugsausschub. Eittung lg Uhr im Parteibüro. 19. Abt. Zusammenkunft jüngerer Parteimitglieder bei Miinzberg, Ctcttiner Straße 52. Pom kommunistischen Manifest zum Heidelberger Programm. Referetit Paul Bernslein. 04. Abt. 2l> Ubr Zusaznuienkunft jüngerer Parteimitglieder bei Schröder, Stein- mellftraße 52. Dienskag, 26. April: 5. Kreis Ardeiterwohlfahrt. IL Uhr Zusammenkunft der erwerbslosen Partei- Mitglieder im Heim Tilsiter Str. 4/5. Mit frischem Mut weiter! Referent Mathilde Wurm, M. d. R. Rezitationen der Genossin Elfriede Wollmann. 5. Kreis Bildungsausschuß. Sitzung bei Neisch, Kadiner Str. 1l). 16. Abt. Bei Krüger, Hussitenstr. 34, Mitgliederversammlung. Vortrag des Genossen Barloczck. 114. Abt. Zn der Bibliothek Weichfelstr. 28, Diskussionsabcnd über Sowjetruß- land. Referent Dr. Salomon Schwarz. Nitlwoch, 27. April: 14. 15. 17. 18. 20. »1. 23. 24. 24». 27. 34. 37. 41. 43. 45. 47. 48. 53. 54. 57. Sreis. Bildungsausschuß-Siflung im Jugendheim Rosinenstr. 4. Abt. Bezirke Kablow und Lindemann Zohlabend bei Klement, Sophien. straße 5. Ergebnis der Prcußenwahlen. Referent Genosse Schweißer. Abt. Bei Husendach. Pcrlebergcr Str. 64. Zabl- und Dtskussionsabend. Abt. Mitgliederversammlung im Swincmitnder Gesellschaftshaus, Swine- münder Str. 42. Ausgang der Wahlen. Resercnt Dr. Croner. Abt Im Swinemllndrr Ecfellschaflshaus, Swineniünder Str. 42, Mitglieder» Versammlung. Referent Ernsl Heilmantt. M. d. L.: Nach der Wahl. Abt. Biitglicdervcrsammlung in der Aula der LS. Genieindeschule, Müller» Ecke Triflstraßc Referenl Frtß Feugler. Abt. Mitgliederversammlung in der Löwenbrauerei Höchste. 2. Referent Dr. Tichauer. Abt. Mitgltederoersantmltittg bei Dabbcrt, Schulstr. 68. Politische Lage nach den Wahlen. Reserent Paul Bernstein. Abt. Im tlcincn Saal der Pharus-Eale. Müllcrstr. 142, Mitgliedcrversamm» lung. Ausgang der Wahl. Referent Hans Marx. Abi. Milgltedcrvcrsatnmlnng in dar Hochschulbrauerei. Nach den Wahlen. Reserentin Mathilde Wurm. M. d. R. Abt. Hm Allersheim Danzigcr Str. 62, Mitgliederversammlung. Nach den Wahlen. Resercnt Dr. Kurt Löwcnstein, M. d. R. Abt. Im H.rmannsheint. Carmen-Sylva-Straße, Mitgliederversammlung. Nach der Wabl. Referent Max Fechncr, M. d. L. Abt. In den Schönhauser Feststilen., Schönhauser Allee 129: Arbeits. bcsümfiungsproqramm. Referent I. P. Mauer. Abt. In der Schulaul- Litauer Str. 13, Mitgliederversammlung: Ausgang der Wahlen. Nefrenl Walter Mafchke. Abt. Im Patze ithofer. Landsberger Allee 25/27, Mitglicdrvcrsammlung. Politische Lage nach den Wahlen. Referent Dr. Eberlein. Abt. Im Friciensüilößchen, Fricsenstr. 14, Mitgliederversammlung. Referent Robert Sll midt, M. d. R. Abt. In Rabis Fcstialen. Fichtestr. 29, Mitgliederversammlung. Nach der Wahl. Referent Genosse Vergim Abt. Ig Uhr in der Schulaula Farster Straße, Mitgliederversammlung. Was lehrt die Landtaoswahl? Neicrent Dr. Siegfried Roscnfeld, M. d. L. Abt. Im Saal l des Gewerkfchaftshauses, Engclufer, Mitgliederverstunm. Referent Genosse Tornow, M. d. R. 2U Uhr im Dresdner Garten, Dresdner Str. 45, Mitgliederverfamm» Was wird in Preußen? Referent David Stettcr. Im Lokal..Zum Nußbaum", Reinhvld Last, Plößensee, Str. 12, Mit- gliederversammluna. Lebrcn der Wahl. Referetit Georg Maderholz. Abt. Mitgli-derversammluttg im Jugendheim Rosinenstr. 4. Nach der Wahl. Referent Hott» Turß. Abt. Im Echtller.Restattrant. Bismarckstr. 110, Mitgliederversammlung. Referenl Bruno Lösche: Nach der Wahl. Inng. Abt. Inng. Abt. 83. Abt. 20 Uhr bei Hoffmann, Dahnbofstraße, Mitgliederversammlung. Aus- gang der Wablen. Referen! Dr. Broecker. 79». Abt. 20 Uhr im Ledigenheim. Lokal Thiele, Endtstr. 37, Diskllfsionsabend illngerer Parteimitglieder. Referent Heinrich Iatubowicz. 81. Abt. 20 Uhr im Gesellschaftszimmer des Ratskellers Friedenau, Riedstr. 3, Mitgliederversammlung. Die politischen und wirtschaflltchcn Aufgaben der Arbetlerklasse nach den Gahlen. Referent Dr. Lomberg. 83. Abt. 20 Uhr Mitglicderversanimlung in den Lichtcrfelder Festsälen. Nach der Wahl. Referent Min.-Rat Karl Knöncr. 84. Abt. Mittwoch, 27. April, wird in Lankwitz in Lehmanns Festsälen, Kaiser» Wtlhclm.Straße 2g/31, die Kindersreundegruppe gegründet. Die Genossinnen und Eenosscn, Eltern und Kinder bitten wir recht zahlreich zu erscheinen. 98. Abt. In dir Lesehalle Rogat. Ecke Ilsestraße. Milgliederversammlung. Die Lehren der Landtagswahl. Referent Genosse Svickermann. >04. Abt. 20 Ubr�funktionärsitzung bei Pomp. Hassclwcrdcr Str. 12. 114. Abt. Zahlabmd 2. Gruppe bei Hötzcl, Wühlifchstr. 30. Referent Dr. Gregor Btcnsiock: Nach den Wablen. 4. Gruppe bei Schüler, Wllhlischstr. 38. Referent Genosse Ungern-Siernberg: Nach den Wahlen. N5. Abt. In der Bibliothek Weichselstr. 28. Zusammenkunft der jüngeren Par- tctmitalicder. Rückblick und Ausblick. Referent Genosse Fritz Schmidt. 127. Abt. Bezirk«Weiße Taube", Siedlung der Stnderrctchcn. Im Lokal von Runki..Weißer Hirsch", Mitgliederversammlung. Nach der Wahl. Referent Ernst Neumann. 139/ Abt. Im..Alten Krug". Hauptstraße, Mitgliederversammlung. Das Ardeitsoeschafsungsprogramm. Reserctu Gottlieb Reese. Alle Büros des Bezirksverbandes Berlin der SPD. sind heute, Sonntag, den ganzen Tag und die ganze Nacht geöffnet. Die Resultate, auch die Gesamtresultate der Kreise, sind sofort auf dem schnellsten Wege, entweder telephonisch oder durch Radfahrer, dem Bezirkssekretariat zu melden. Tel.: Amt Dönhoff 5086, 5087, 5088, 5066, 5067. BS Donnerstag. 2S. April: 5. Kreis Arbeiterbikdungsschulc. Kursus Reese Usir im Heim Tilsiterstr. 4/5. 12. Kreis. Zusammenkunft erwerbsloser Parteimitglieder in Steglitz, Schule Triesenstraße. 15� Uhr. Ausgang der Wahlen. Referent Mar Brinitzer. 12. Abt. Bei Schmidt. Wielefstr. 17, Zusammenkunft der jüngeren Partei. Mitglieder. Aussprache über unsere Arbeit im Sommer. Vortrag der Genossin Else Michaelis: Sozialismus in der Familie. 101. Abt. Vorstandssitzung an bekannter Stelle. Areitag. 29. April: 4. Kreis. IgV) Uhr beginnt in der Schule Danziger Str. 23 der Kursus Dr. Bock: Die Sozioldemokrotie in Oesterreich. Er iindet an drei Freckaaen Natt. Kursusgebübr 0,75 M., für Arbeitslose und Frauen ohne Ein- tommen frei. Krauenveraustaliungen. 9. 17. 18. 3. 4. 5. 8. 14. 15. 16. 17. 18. 24. 24a. 23. 26. 3b 33. 34. 33. 36. 37. 38. 39. 40. 41. 42. Kreis. Mittwoch, 27. April, 20 Uhr. in der Domklause, Fehrbelliner Platz. Fnnltionärtnnensitzung. Bortrag der Genossin Dr. Iris Runge: Sozialistische L-bcnsgcstaltung.„,,... Kreis Mittwoch. 27. April, lg'/: Uhr. bei Morr. Neue B-hnhofstr. 28, Kreisfrouenabend. Fortsetzung der Arbeiisgemeinschaft der Genossin Grete Eesiner: Sozialversicherung...„ Kreis. Dienstag. 26. April, 20 Uhr. b-l Suckwitz, Eportrestaurant, Wetsiettsee. Berliner Allee 193; Die Frau in Recht und Verfassung. Refc. rcnlin Erna Tichauer. ZNonlag. 25. April: Abt. Im Saal 1 des Ecwerkschaftshaufes, Engclufer, W-rbeabcnd heiteren Charakters. Rczitatorin Elfriede Wollmann. Abt. 20 Uhr bei Brandts. Stralaucr ötr. 10: Volk in Fieber. Referent Dr. Julius Moses, M.» b. R. Abt. Im Roienthalc, Hof, Rofcnthaler«tr. 11/12: Die Soztaldcmokratte im Kampf für den Frieden der Welt. Referent Dr. Eberlein. Abt. Bei Arndt, Schröderstr. 2: Der Kampf geht weiter. Referent Dr. Paul Arische.. Abt. Bei Rückert, Sleimnetzstr. 36»: Der Kampf geht weiter. Rcferenttn Else Scheibenhubcr.„. Abb In der Schule Putbusser Sir. 22:, Ausgang der Wahl. Referent Alfred Markwitz._ Abt. Bei Lenz, Demminer Str. 10. Referentin Helene Michaelis. Abt. Bei Leufchner. Äckerstr. 110: Die Fricdcnsidee des Sozialismus. Rcierent in Margarete Hart ig. �, Abt. 20 Ubr bei Klinge. Sellerstr. 14, Vortrag des Genossen Dr. Lewin. Abb Bei Sachse, Lindower Str. 28: Die Bedeutung des 1. Mol. Refe- rent Max Brinitzer.., Abt. Bei Winzer. Winsiir. 16: Unsere Arbeit nach der Wahl. Rc?c. rentin(siertrud Hanno, M. d. L....... . Abt. Bei Wenzke. Earmcn.Svloa'Str. 51, am Bahnhof Wetßeniee: Etlebnissc ans der Landagilation— Ausgang der Wahl. Referent Paul Indrian. Abt. Bei Schmidt, Kniprodcstr. 109 Ecke Künsche Straße: Leben und Arbeit in Sowjetrußlaud. Resercnt Do. I. Schlesinger. Abt. Bei Reche, Metzer Str. 26; Frauenarbeit in den Parlamenten. Reserentin Helene Schmitz. M. b. L. Abt. Im Sportrestanrant Eentianslraße: Gefängniswesen— Frauen. gefängnis in der Barnimstraße. Referent Dr. Wilhelm Lcwinlki. Abt. Bei Eeiitert. Pappelallcc 45: Organisatorischer Aufbau der Parte:. Referent Dr. Walter Groß. Abt. Bei Wertalla, Hobcnloheslr. 3: Wie diskutiere ich mit meinem Ergner? Referent Hans Bauer. Abt. Bei Ncumann. Gubener Str. 45: Sozwlbngienifche Forderungen für die Proletarterfrau. Referenlin Dr. Frida Alexander. Abt. Bei Mitt, Boigtstr. 38: Arbertersport und Sozialdemokratie. Refe- rent Heinz Wagner. Abt. Bei Busch. Tilsiter Str. 27. Referent Stadlrat W. Günther. Abt. In der Patzenhofer-Brauerei, Landsberger Allee 25/27, oberer Saal: Proletarische ssestkultnr. Rcferenttn Susanne Räder-Großmann. Abt. In der Patzenhofer-Brauerei, Landsberger Allee 25/27: Frauen» arbeit in den Parlamenten. Rcfcrentin Ella Kan. Abt. Im Jugendheim Lindenftr. 4: Leben und Arbeit in Sowjetrußland. Re'ercnt Dr Otto Mänchett. Abt Bei Förster, Treibuttdstr.il: Frauenarbeit in den Parlamenten. Reserentin Dr. Hildegard WegscHeider, M. d. L. Abt. Bei Schult. Solms. Ecke Martendorfer Straße: Kranken, und In. validenversichcrung nach der letzten Notverordnung. Reserentin Dr. Klara Senriaues. Abt. Der Frauenahend findet erst am 27. April statt. 43. Abt. Bei Krepp, Planufer 75/78: Der Kampf geht weiter. Referrntin Käthe Kern.,_ 44. Abt. Bei Ewald. Skalitzer Str. 126, Lichtbildervortrag des Genosirn De. Men'cr-Brodnitz: Frauentrankbetten— Erwerbsarbeit. 48. Abt. Bei Ehwiliowski. Wrangelstr. 67:-Ausgang der Wahlen. Referent 47. Äbl� In�der Schule Waldentarstr. 77: De: l. Mai als Fest der Mensch. heitserneuernng. Referent Ruth Schulze, Gävernitz. 48. Abt. Bei Buschmann, Ritterstr. 33: Ausgang, der Wahl. Rcicrent a r. Theodor Eassau.. 53. Abt. Bei Hampel, Ufcnau. Ecke Sickingenstroßc: Der Katttpt geht weiter. Retcrenttn Hcnnn Iadueznnski. �....... m. .58. Abt. Bei Beutel. Kaiser. Fricdrich.Str. 83: Eoztatc Gcrichtshtlfe. Rnc. rcntin Emil Bodcnhcimer. Genossen sind willkommen! 87. Abt. 20 Uhr im Bahnhofsrestanrant Wurzbachcr: Ausgang der Wahlen. Referent Dr. Hans Cohn. 69. bis 72. Abt. Der Frauenabend am 25. April fällt aus. 79». Abt. Filmvortraq im Lcdigcnbeini.. 89. Abt. Bei Gütlich, Begos, Ecke Rubensstroße: Ernstes und Heticres. Vortragende Friede! Hall. 91. Abt. Bei Grimme. Boddinstr. lO/ll: Wie dislnttcre fch mit meinem Gegner? Referent Dr. Otto Fricdländer.- 98. Abt. In der Lcscballe Nogal-- Ecke Ilsestraßc: Wie diskuiterc ich mit meinem Gegner? Referentin Hertha Sotthclf. 97. Abt. Bei«utzki, Leine. Ecke Hermannstraßc: Strctfziigc durch den Orient. Rtfercntin Erna Büstng. �.„.... 98. Abt. 20 Ubr bei Teich, Änefebeckstr. 135 Ecke Bcndastratzc: Poltttfch. satirischer Abend. Vortragend? Margarete Fichtner. 99. Abt. Infolge der vielen Wahlveranftaltungen fällt den Frauenabend IN diesem Monat ans. 99». Abt. In der Schule Pnrchimer Allee: Der Wert der selitisch geschulten Frau für die Arbeiterklasse. Reserentin Elle Michaelis. 101. Abt Bei George, trüberes Rennbahnlokal: Der Ausgong der Wahlen Referrntin Luise Köhler. M. d. L. 102. Abt. AsA.Hot. Bei Faltenhagen. Neue Krugollee 35: Der Kampf um die wellliche Schule. Referent Rektor Schröter. 103. Abt. Bei Tromvier. Frischen. Ecke Luisenstraße: Worum sind Millionen arbeitslos? Referent Wilhelm Tietgens. 104. Abt. 20 Uhr bei Pamp. Hasselwerder. Ecke Fennstraße: Warum sind Millionen arbeitslos? Referent Dr. Ludwig Ereil. 108. Abt. Im Waldkater, Stubenrauch. Ecke Äaifcr-Wilhelm.Straße: Frauen im Kulturkampf der Parteien. Reserentin Dr. Judith Grsinfeld. 114. Abt. Bei Hötzel, Wllhlischstr. 30: Bvlkshumor im Äl-ssenkampf: Vor. tragender Hanns H. Kamin. 118. Abt. 20 Uhr hei Morr. Reue Bahnhofstr. 28, Antikrtcgsabend. Vor. tragender Hans Fuhrntattn. 118. Abt. Bei Tempel, Eudrunstr. 7, Lichtbildervortrag des Genossen Dr. Georg Löwenstein. 119. Abt. Bei Bartz. Möllendorffftr. 43: Lohnobbau und Preisabbau. Refc. rrntin Elfe Steinkühler. Dienstag, 28. April: 75. Abt. 20 Uhr im Lindenpvrk. Wilhclmsplatz: Heiterer Bbenb. Bortra- gende Margarete Fichtndr. 84. Abt. 20 Uhr bei Lehmann, Kaiser-Wilhelm-Str. 29/31: Wie diskutiere ich mit meinem Gegner? Referent Hans Bauer. b4. Abt. Bei Kuhfeld, Selchower Str. 20: Streifzüge durch den Orient. Referent Trnn Büsina. 1243. Abt. Bei Draber» Uhlandstr. 18. Vortragender Franz Hofemaun. 128./I29. Abt. Im Türkischen Zelt, Breite Str. 14, Ilnterhaltungsabend. Vortragende Friede! Hall. Mittwoch, 27. April: 42. Abt. Bei Höhlkc, Bergmannstr. 89: Ausgang der'Wahlen. Refereniin Dorn Bergas. 52. Abt. Bei Wolter. Kaiserin-Augusta.Allee 52: Frauennöte und Frauen, rechts. Referent Simon Katzcnstein. 90. Abt. 20 Uhr hei Scklabeilo, Weichfelstr. 5: Die Frau in der Wirtschafts- iriie. Referent Genosse Gropplcr. 92. Abt. Im Ideal-Kastno, Weichfelstr. 8, Lichtbildervortrag des Genossen Dr. Georg Löwcnstein. 1S2. Abt. Bei Haß, Baumschulenstr. 72: Neue Menschen. Referentin Maria Krische. 115. Abt. Im Tivoli. Weichselstr. 8:. Was hätten die Frauen im„Dritten Reich" zu erwarten? Referent Dr. Milian Schämann. 120. Abt. 20 Uhr bei Tempel, Prinzenallec 45: Roch der Wahl. Reserentin Paula Knrqaß. 143. Abt. 20 Ubr bei Iarius. FUrst�Vismarck-Slraße: Gegenwartsfragen für die sozialistische Frau. Reserentin Else Michaelis. Donnerstag, 28. April: 68. Abt. 20 Uhr be Sandmann, Westfälische Str. 42: Tie Frau von Ijcute und die Kirche. Reserentin Kläre Meyer-Lugau. 136. Abt. 20 Uhr in der Baracke Lindaucr Straße, Jugendheim: Wie disku. tieren wir mit unserem Gegner? Referentin Klara Bohm-Schuch, M. d. R. Neuwahl. 140. Abt. Bei Möbius Droste- Ecke Ernststraße: Ausgang der Wahl. Refc- rent Max Brinitzer. 141. Abt. 20 Uhr bei Hoffmann, Edelweißstr. 5, Frauenabrnd. Referent wird am Mittwoch bekanntgegeben. Areilag. 29. Avril: 128. Abt. Besichtigung des Instituts Magnus Hirschfeld. Treffpunkt 19',! Uhr vor dem Eingang In den Zelten 9». Bezirksausschuh für Arbeiterwohlfahrt. 18. Kreis Weißensee. Montag. 25. April, 20 Uhr, Lokal Huckwitz, Weißen- see, Berliner Allee 193, wichtige Vorstandssitzung. Sozialistische Studentenschaft Berlin. Donnerstag. 28. April, 20 Uhr, im Gcwerkfchaftshaus, Engeluter'25. Ortsgruppen-Milgliederveriammlung Jeder Genosse hat zu ericheincn.— Medizinische Fachschast. Dienstag. 28. April. 20 Uhr, im„Bund", Albrecht. straße 11, Gth. 2 Tr., Fachschaftsversammlung. (Sterbetafel der Groß-Berliner Partei-Organisation 11«. Abt. Genosse August S ch e f f l e r ist am 21. April im 70. Lebens. jähre verstorben, bhre seinem Andenken! Beerdigung Montag, 25. April, 13 Uhr, Zentralfriedhof Friedrichsfelde. Um rege Beteiligung, bittet der Abteilungsvor- stand. Gewerkschaftliches siehe 3. Beilage. Verantwortlich für Politik: Victor Schlis; Wirtschaft: G. Kliagelhöfer; Gcwcrkschastsbewegung: I. Steiner: Feuilleton: Dr. Zahn Schikowsli: Lokales und Sonstiges: Fritz Karftädti Anzeigen: Th. Glocke: sämtlich in Berlin. Verlag: Varwärts-Verlag G. m. b. H.. Berlin. Druck: Porwäris-Buchdruckerel und'Verlagsanstalt Paul Singer u Co.. Berlin SW. 88. Lindenstraße 3. Hierzu 4 Beilage». Berlin C 2, Spandauer Strasse Königstrasse § St u be n h a n d tuch A � M reinleinenes Diapergswebe, IB»A rot oder blau kantig, 45/110 cm MD Bedruckter Pikee � M � für das moderne praktische Früh- Bü jTtj jahrskleid, neue Muster, ca. 80 cm'Cv■ Fresco-Boucle M der mod. gemusterte Kleiderstoff, schöne Prühjahrsfarben, ca.lOOcm I> Flottes Sportkleid moderner Polo-Frise mit kleinen Pelerinenärmeln, in vielen Farben Gabardine- Mantel reine Wolle, imprägniert, schwarz, marine, mode, herren- mässig verarbeitet, Gr. 40-50 Bedruckter Crepe Marocairf Kunstseide, neue Muster, ca.1 00 cm 7ir. 192• 49. Zahrgang 1. Beilage des Vorwärts Sonntag, 24. April 1932 Die nach-1585 Geborenen... Wer heute in dns Nach�al�ehaus gehe,, roollte, wird schwerlich über seine Geschichte etwas in Ertahning bringen können. Der Pförtner, nebenan von den Stettiner Sängern, der weiß noch Bescheid über das chaus, dos einen schönen großen Garten hatte, wie er sogt. Aber draußen die Welt ist jung, chcule werden alle mindestens 20 Jahre alten Preußen. Männer und Frauen, an die Wahlurne treten und iiach dem allgemeinen, gleichen, direkten und geheimen Recht die preußischen Londtogsobgcordneicn wählen. Eine Selbswerständlickkeit. Und wer in den legten Wochen nicht gerade '» sogialdcmokratischen Bersaminlungen gesessen Hot, wird schwerlich ouä) nur einmal das Wort Dreiklasscnwahlrccht gehört haben. Das legte DrciNasscnporlamcnt wurde am Z. Juni tittZ gewählt. Wer damals mmoöhlcn wollte, mußte, von anderen Vorausseßungen ganz abgesehen, 2 4 Jahre alt sein. Frühestens konnte er also 186� geboren sein. Seit 1913 sind wiederum 19 lange Jahre ins Land gezogen, und die heule bereits 44 Jahre allen Prcußenwähler tcnnen aus eigener Anschauung nillst mehr die Dreiklassenschmach Die Wähler wurden eingeteilt nach der Höhe ihrer bezahlten Steuern. Jeder Stlmmbczirk lzatle drei Klassen. Jede Klasse hatte einen W a h l in a n n zu wählen, nicht etwa direkt den Ab- geordneten. Das zu tun, war Sache der Wählmänncr. die dazu noch einmal besonders zusammmkameii. Berliner Bcrhältuisse genommen, saßen' dann' vielleicht 10 steinreiche'challspäschä'� in der 1. Klasse, 100 Mittelständlcr in der 2. Klasse und oft genug weit über 1000 Arbeiter in der 3. Klasse. Aber da jede Klasse ihren einen Wahlmann wählte— unter bestimmte» Voraussetzungen auch zwei—, hotten die 10 Hausbesitzer soviel Wahlrecht wie die 1000 Arbeiter. Dazu war die Wahl nicht geheim, jeder mußte laut und vernehmlich sogen, genauer genommen, sogar zu Protokoll geben, daß er einen Sozialdemokraten wählt. Das konnte nicht nur in Meseritz-Bomst bedeuten, sich den Hugerriemen umzuschnallen. In der Praxis sah das folgendermaßen aus: 1903 beteiligt« sich die Berliner Sozialdernokraite zum ersten Male an preußischen Land- tagswahlcn. In den vier Berliner Wahlkreisen erhielten Sozdem. Freisinnige Konserv. a» Urwählerstimmen.. 122150 20 733 7 114 aber an Wahlmännern. 2 203 3 950 311 Da die einlache Mehrheit der Wählmänncr genügte, fielen den Freisinnigen alle neun zu vergebenden Abgeordnetensitze zu.„Und daß die 08 Proz. der(sozialdemokratischen) Wähler auch nicht einen Abgeordneten ihrer Gesinnung erhielten, daß die neun von Berlin zu vergebenden Mandate sämtlich den Freisinnigen zufielen, die nur 11,59 Praz. der Urwähler hinter sich hatten— konnte der Bcr- gewaltigungscharakter des' Dreiklassenwahlsystcms eindrucksvoller festgestellr werden, als durch die Demonstrierung dieser Tatsache?" fragt Eduard Bernstein in seiner Geschichte der Berliner Arbeiter- bcwegung(III, 419). Blütezeit des Gchleppgeschästs. Erst bei der Preußcnwahl i in Juni 1908 gelang der Sozial- dernokralie der Durchbruch: zum ersten Mole zogen 7 Sozialdemokraten in das Abgeordnelenhaus cm. Damals fanden die Wahl«» nicht«ttva Sonntags statt, soirdcrn der 3. Juni 1908 fiel aus«inen Mimvoch. Außerdem wählten die drei Klassen getrennt, zuerst die zweite Klasse von 9 bis 12 Uhr, dann die erste Klasse von 1 bis 2 Uhr und zum Schluß die dritte Klasse von 3 bis 8 lU?r. In einem Stimmungsbild des„Vorwärts" hieß es damals:„Um 9 Uhr kamen die ersten Wähler der zweiten Klasle einzeln, in längeren Zeit- abständen an... Draußen, in Berlin WW., kann!« man in der Zeit von 1 bis 2 Uhr die„Erstklassigen" von Geldsacks Gnaden sehen, wie sie mit Grandezza ihrer Equipage entstiegen oder nach ihrer Morgen, Promenade im Tiergarten dem Wahllokal zuschlenderten, um ihre gewichtige Stimme abzugeben... Allmählich ändert sich das Straßenbild in den Stadtteilen der ärmeren Bevölkerung. Die Fa- briken entlassen Scharen»an Arbeitern, die der Wahlpflicht genügen wallen. Truppweise eilen sie den Lokalen zu..." Damals war übrigens noch das„Schleppgefchäfl" in hoher Blüte. Die Sozial- demokratie holte damals besondere Gruppenführer, die sich non den Häusern ihrer Naehbarschast ein genaues Verzeichnis der Wähler angelegt halten. Kein Schlafbursche war ausgelassen. In ied«m Wahllokal saßen wiederum Zwei Vertrauensleute— L-istenfüchrer wurden sie genannt—, die genau aufschrieben, wer wählte und wen er wählte. Denn damals mußte jeder laut und deutlich seine Ueber- Zeugung kundgeben. Wer sozialdemokratisch wählte, bekam aus den Listen der Vertrauensleute einen roten, und wer bürgerlich wählte, einen blauen Strich, lind wer dann abends um 0 Uhr überhaupt noch keineit Strich liatte. dem rückten die„Schlepper" auf den Hals. Das heißt, man ging nur zu Männern, von denen man annahm, daß sie sozialdemokratisch wählten. Trotzdem ist es ort genug paisiert, daß Parteigenossen einen Mensche,, zum Wahllokal..'chlepp- ten", der nachher konservativ wählte. Dann war der Aerger groß. Die Bürgerlichen sdsteppten natürlich auch.„Ihren ganzen Sästepp- opparat ließen sie spielen, um l>«ran.zichalcn, was irgendwie die Gewißheit bot. gegen die Sozialdemokratie zu stimmen. In der Gegend der Reinickendorfer Straße schleppten die Freisinnigen in Droschken die Znjossen des Asyls für ftauslcutc heran, nachdem sie sich zuvor vergewissert l>atten, daß sie es nickst wagen wurden, gegen u?» Freisinn zu stimmen", schrieb am 4. Juni 1908 der„Vorwärts". Als um 8 Uhr abends die Wohl geschlossen wurde, strömten die Arbeiter in 23 von der Partei veranstaltete Versammlungen, um dort geduldig auf dos Wahlrefultat zu warten. Die Geduld sollte gut belohnt werden. Mit begeistertem Jubel wurde der Preußen- durchbruch quittiert. Bullaugen der Reaktion. .Jehn' Jahre später war das'Dreiktossenporlament samt dein Herrenhaus.himveggescgt, und während sich.die Paladine der Man- archie in die Büsche trollten, wurde der Weg frei zum Ausbau des Bolksftaats. Audertl>olb Jahrzehnte stand seitdem die Rcaktia» Gewel) r'bei Fuß. Jetzt heult es durch alle Gasten, und an den Anschlagsäulen künden es die größten Lettern: Preußen muß wieder preußisch werden! lind die aus Dachluken heraushängenden Haken- kreuz sahnen untermalen das Zerrbild, das die Landsknechte der Reaktion von der Reichshallpsttadt zu zeichnen versuchten. Diese Dachluken gehören den Hausbesitzern, und die Fahnen konnten nickst groß genug fein, um die faschistische Gesimumg dieser Leute zu dokumentieren. Diese Dachluken sind die Bullaugen der Reaktion. Ihre Besitzer greinen und raunzen noch heule um das verlorene Recht der„Erstklassigen", als jene Herren aus der ersten Etage ebenso viel Bürgerrechte hatten wie die werttätigen Bewohner ihres ganzen Hauses zusammengenommen. So sehr in dem hinter uns liegenden pernio nenlen Wahlkamps die sozialdemokratischen Arbeiter kraft ihrer jahrzehntelangen politischen Schulung sich bemühten, die großen historischen Fragen klar hcrmrs zustell«.,, so wenig konnte in den letzten Monaten darauf verzichtet werden, eine hausbackene, sinnfällige, eben volkstümliche Sprache zu reden. Wenn die Hltlerianer— ihrer braunen Hemden wegen heißen sie in ganz Berlin bereits Indianer— es den Leuten ins Ohr bliesen: „Nun sagen Si.e selbst, Nachbar, was soll das mit dem 85jährigen Präsidenten?", dann wurden, sie.prompt gestellt, und man sagte ihnen:„Abet�.vor-einem- Kaiser,, der nock) älter war, seid ihr in Auf dem Siedepunkt Die letzten Stunden vor dem Entscheidungskampf um Preußen Die letzten Stunden des gestrigen Sonnabends brachten den Höhepunkt des mit auhcrordenllichcr Erbitterung geführten Preuhen- wahlkampfes. Die Spannung, die Berlin von dem erste» Wahlgang zur Reichs- Präsidentenwahl beherrschte, ist noch bei weitem übertrosfen worden. Alles geht zur Wahl! Oas Kreuz ins erste Feld. Ii» Gegensatz zur Nei«4i«präsidentenwahl beginnt die heutige Preußenwahl bereits um 8 Uhr morgens. Es ist auch eine Stunde früher, um 3 Uhr nachmittags, Schluß der Wahlhandlung! Heute ist es deshalb notwendiger denn sonst, rechtzeitig zur Wahl zu gehen. Wieder niuß auch aus sein Wahllokal Qbacht geben. ES läßt sich nicht vermeiden, daß die Wahlämter hin und wieder die Wahllokale wechseln. Wähler, die durch körperlich« Gebrechen verhindert sind, ihren Stimmzettel eigenhändig auszufüllen oder in den Umschlag zu stecken, dürfen sich der Beihilfe einer Vcr- trauensperson bedienen. Tiefe Vcrtraucnsz»erson be- stimmt der Wähler selbst! Der Stimmzettel ist diesmal so lang, daß er zweimal gefaltet in den Umschlag gelegt werden muß. Gleichzeitiges Erscheinen zusammengehöriger Aamilicnmitglicder beschleunigt die Wahl. Wahlschein- inhabcr müssen sich in jedem Fall bor der Wahl noch besonders ausweisen! Heute bleibt der Fußball zu Hause, heute ruht die Laubcnarbcit! Alle Parteigenossen sind vor Beginn-der Wahl in ihren Wahlhrlfcrlokaleu und stellen sich für die Wahlarbeit zur Verfügung. Schlagt Hitler und jäon> forte«! Alle Stimmen für die Liste 1, für Ctto Braun und Earl Sevcring! Jedermann ist sich bewußt, daß heute die große E n l s ch e i- dungsschlacht um Preußen, und damit um Deutschlands Schick- sal, geschlagen wird. In den Nachmitiagsstunden bereits waren die Straßen und Plätze Berlins buchstäblich von den Flugblattern aller Parteien zugedeckt. An diesem letzten Tag vor dem entscheidenden Wahlgang gingen auch die kleineren Parteien aus ihrer bisher ge- übten Reserve heraus und beteiligten sich, wenigstens an den 5)aupt- Verkehrsplätze», an der riesigen Flugblattschlacht. Der„B o r w ä r t s" hatte wie immer vor großen Wahltagen eine Sonderausgabe in ganz Berlin verteilen lasten, die reißenden Absatz fand. Die Sonderausgabe stand unter dem Motto: Arbeit oder Zerstörung? Ein Aufsatz widerlegte den Nazischwindel von jloburg, der im Laufe der Woche bereits durch ein von Nazikolonnen ausgetragenes Flug- blatt in Berlin verbreitet worden war. Nachmittags um 4 Uhr traten gestern noch einmal die Mitglieder der Eisernen Front an, um jede Berliner Wohnung mir einem in letzter Stunde herausgebrachten Flugblatt zu bepflastern. Für die B e r l i n e r P o l i z e i war schon ab 10 Uhr vormittags die h ö ch st e Alarmstufe angeordnet worden. Die sich überall bildenden Diskutierklubs, bei denen es oftmals zu erregten Ausein- «mdersetzungen kam, machten der Schutzpolizei besonders viel zu schaffen. Auch der Flaggenkrieg, den Berlin in der vergangenen Wahlwoche geführt hatte, erlebte am gestrigen Sonnabend seinen Höhepunkt. So steht die südliche Fricdrichstraße im Zeichen einer weithin sichtbaren R i e s e n f a h n e des Deutschen Bange- w e r k s b u n d e?, die zur Wahl der Liste 1 auffordert. Bon, Doch des Baugemerkshauses weht außerdem eine große schwarz- r o t g o l d e n c F a h n e. In den Außenbezirken ist es im Flaggen- krieg zu den kuriosesten Situationen gekommen. Ostmals hängen kommunistische oder Hakenkreuzfohnen so dicht aus neben- cinanderliegenden Fenstern, daß die Passanten ihre Witze machen, als ob die Flaggenden noch nicht wüßten, wohin sie gehörten. Diesen Witzen und Glossen liegt allerdings tatsächlich die blutige Wahrheit zugrunde, daß im zweiten Gang zur Präsidentenwahl eine halbe Million kommuiifstlscher Wahler wirklich nicht gewußt haben, wohin sie gehören. Eine ganze Reihe von Hakenkrcuzlern macht übrigens ans feiner stockreaktionären Gesimlimg kein Hehl. Sie haben dar- auf verzichtet, die Hokenkreuzsahne aus rotem Feld herauszuhängen. Dafür zeigen sie die alten monarchistischen, s ch w a r z w e i ß r o t e n Fahnen, auf die sie schnell ein H a k e n k r e u z genäht haben. Die 5)!tler-Fahne enthält diesen Reaktionären wohl zuviel Rot. SorcijnensKffe AIlraum-Gardine" indonthren bedrucitrP� qes,q«cK,27lüqel i Quererer, calSOcmbrel W- J J J hang.voi.eSdialSeerte.ffp-AWj Diwandecken �rnurSponaauerSfr32i Boucle'-Läuferstoffe___________. . SÄ' Äf 1 P E ß/iSTAN-TEPPICH E •'-"" qes qesch. reine Woi'e m Handfranse,' jictreue Corden von Psi-ssp.iepvlchen Steppdecken•— 1,» IK-£1084 f Soth.dqrpeiseiiig m. 2ier5Hch ca ISO*200 platz Sitzenden. da* Denkmal des Zwisdien den sonnenbesdiienenen Grünflächen des breiten Dönhoff platzes laden Carlenstühle zum Veno eilen ein. Büroan gestellte»Uzen da, Verkäuferinnen aus den nahen Handelshäusern der City, Laufbursdien, die ihre Traglast ein wenig zur Seile gestellt haben, und da und dort müd' gewordene Spaziergänger. Unterdessen lärmt der Verkehr durch die Leipziger Strafte und die Brandung des Lärms sdüägt noch laut genug an jedes Ohr der am Dönhoff* Es langt an dieser Insel im Steinmeer Berlins nur eben zum Versdwaufen und nidit mehr zur besdiaulidien Buhe. Mitten im tollsten Strudel sieht I reihe rrn vom Stein. L ud der steinerne Freiherr wird bis ans Ende seiner Zeit den Blick von einem Haus nidit lassen, das einmal ein Palais war. wählend heule in den Kontoren dieses Hauses so profane Pinge'wie Strickwesten und Krawatten, Lederkoffer und Biiroartikel, Kunstblumen und Damenhüte, l'arfiimerien und Sahnenbaisers— die wieder bilte vorn im Erdgeschoß— ausgehandelt werden. Wir spredien vom großen Doppelhaus Leipziger Straße 7 ä und 7 6. Hier stand bis 1602, die Kommandantenstraße stößt pfeilgerade darauf, das alte Hardcnbergsche Palais, und vom 5. Februar 1S49, seitdem es eine Zweite Kammer in Preußen gibt, die von 1837) ab das Haus der Abgeordneten hieß, bis zum 18. Mai 1868 sdiritten die. erkorenen preußischen„Volksvertreter' durch das schmale Tor dieses Barockbaus. Immer haben die Herren ausziehen wollen, nie hat es ihnen redet behagt in dem Palais, aber erst am 16. Januar 1896, als die 19. Legislaturperiode des prcußisdien Abgeordnetenhauses begann und der konservative Herr v. Krödier die Präsidenten glockc sdiwang, da mar es so weil, in den neuerbanten Landtag in der Prinz- Albredit-Straße Einzug zu halten. Und die Liquidation des hisiorisdten Palais am Dönhoff platz wurde der Spitzhacke übertragen. Wahlpropaganda vor Sduietlridilcr Nationalsozialisten und Kommunisten Vhrfuriht gsstorben." Und für»we Mwut» wenigst»)»» waren dt» losen Mäkler gestopft. Das hätte jedenfalls nicht kommen dürfen mit den Hakenkreuz- sahnen aus den Dachluken. Jede dieser Fahnen ist zum weithin sichtbaren Symbol für die Grundfrage des Kampfes unserer Zeit gewordene das polltische Landsknechlslum der hakenkceuzler ist der Vorspann und der enthüllte Deckmantel der kapitalistischen Reaklion. Es gibt keine Statistik darüber, wie viele Geburtstagsfeiern oder sonstige Familienzusammenkünfte, bei denen man erst artig bei Kasfee und Streußelkuchen beisammen saß, nachher, als die Knobländer auf den Tisch gestellt wurden, mit einem geHöngen Krach endeten: da saß der Sohn, dem hatte die SA. den Kopf ver. dreht, dort der Neffe als der ewige Sympathisierend« mit den Kommunisten, jeder redete und mancher schrie, und da die sozial» demokratischen Verwandten auch nicht schwiegen, hatten alle zum Schluß heiße Köpfe. Alle wollten sie in den letzten Tagen„noch einmal mit rankommen", denn es ging um die Stimme der Mutter und der Schwestern. Die Sozialdemokraten haben in den November- lagen von>918 der Frau die politische Gleichberechtigung gegeben. Wenn die Frauen heute Selbstmord begehen wollen und das Haken- kreuz wählen, dann hat heute zum letzten Male in der kleinen Nachbarkneipe für sie eine Wahlurne gestanden und zum letzten Male haben sie einen'Stimmzettel in der Hand gehalten. Das Hakenkreuz ist dos Todesmal der Freiheit. Aber wir wollen keine Knechte sein. Heute heißt es: Volk auf dem Posten! Wenn wir das grüne Tuch der Wahlzelle zurückschlagen, dann denken wir daran: dem Vater Arbeit, den Kindern Brot. Und wir geben unser« Stimme den Garanten der Freiheit: Otto Braun und Carl Severins, der Liste i! Wählt Sozialdemokraten! Baubüberfall am Rolanduser. Täter geht mit Betäubungsmittetn vor. Ein beispielloser lleberfall spielie sich gestern am Roland» u f e r 9, in der Nähe der Waisenbrücke ab. Dort wurde der 19 Zahre alle Erwin Reinke von einem bisher noch unbe- kannten Räuber In seinem im dorlgelegenen Hause befindlichen Ge- schäft überfallen und durch Chlorosormgaz« betäubt. Der Töler raubte aus der Sasse 21 Mark und einige marillm« Aus- rnstungsgegenständc Im Werte von etwa 200 Mark und ergrifs die Fluchl. Wir erfahren dazu folgende Einzelheiten: Im Haufe Rolandufer 9 betreibt die FamiU« Reinke ein Malrosenausrüstungsgeschäft. Der 19jährige Sohn hatte gestern kaum die Jalousien hochgeschoben, als ein etwa LZjähriger Mann hinter ihm das Geschäft betrat und etwas kaufen wollte. Während Reinke jr. mit dem Manne sprach, schlug dieser plötzlich auf ihn ein und stopfte ihm einen W a t t e b a u s ch ,' der mit Aethcr durch» tränkt war, in den Mund. Der junge Mann verlor sofort die Be- sinnung und fiel zu Boden. Der Räuber griff jetzt nach der Kasse, in der er 21 Mark fand, nahm noch einige Ausrüstungsgegenständ« mit und eilte dann hinaus. Von draußen schloß er die Tür ob und warf den Schlüssel sort. Der gewalttätige Bursche hatte dem jungen Mann den Mund aufgerissen und ihm das Nasenbein zer» trllmmert. Reinke jr. wurde ins Krankenhaus gebraucht. Von dem Räuber fehlt bisher noch jede Spur..-------_■._ Das erste Frühjahrsgewiiier. Gestern abend ging über Berlin das erste Frühjahrsgewitter nieder verbunden mit starken Regengüssen. Es erfolgten mehrere Blitzschläge, die jedoch keinen Schaden anrichteten. Am Görlitzer Bahnhof gab es eine Ueberschwemmung und die Feuerwehr mußte eingreifen, um Wassermassen abzuleiten, die in den Mehlkeller einer Bäckerei zu fließen drohten.— Der kühle Lustkörper aus dem Nord- westcn hat unser Gebiet jetzt vollends erreicht. Die Temperaturen sind allenthalben im ganzen Reich wesentlich gesunken und werden zunächst nicht wieder steigen. Außer Verlin hatte in den gestrigen Abendstunden nur noch Dan zig ein außerordentlich heftiges Gewitter. Ein staatenloser Russe, der kaum ein Wort deutsch kennt, und dessen Personalausweis nicht in Ordnung ist, wird auf der Straße von einem unbekannten Mann angesprochen: er zeigt auf ein Fenster, aus dem eine Fahne hängt, orückt ihm Steine in die Hand und gibt ihm zu verstehen, daß sie für das Fenster be» stimmt sein sollen. Der Russe, vielleicht ein wenig angesäuselt, geht aus den„Scherz" ein, wirft die Steine gegen die Fahne, die Fen» ster gehen dabei in Scherben. Der Russe wird festgenommen, der anoere hat beizeiten das Weite gesucht. Der Russe, der ssch dem Gericht durch einen schlechten Dolmetscher nur schwer verständlich machen kann, entpuppt sich als W e i tz g a r d i st. Einen Mo- nat Gefängnis wird er absitzen müssen. In Friedenau werden Zentrumsflugblätter verteilt. Auch der frischgebacken« 21jährige Nazi N., vor zwei Wochen noch thälmanntreuer Kommunist, läßt sich gleichfalls ein Zentrumsflugblatt in die Hand drücken. Liest es und ist ent» rüstet: die NSDAP, soll gegen die Rellgion sein, hat man so was schon gehört? Hitler gegen Die Religion? Der frischgebackene Nazimann, vor zwei Wochen noch Kommunist, läuft stracks zum Flugblattverteiler, entreißt ihm die Flngblätier und zerreißt s i e. Und was ergibt sich vor Gericht? Dieser Reljgionsver- leidiger hat vergessen, bei seinem Auetritt aus dar KPD. w i e. der der Kirche beizutreten. Er ist heute noch Dissident. Auch er wird«ine Woche Gefängnis absitzen müssen. Ein Nationalsozialist oerteilt Flugblätter. Des Weges kommen drei Kommunisten. Dem Nazi werden die Hände auf den Rücken gedreht, seine Flugblätter sind im Nu in all« Wind« verstreut, fünf Faustschläge sind kein Poppenstiel. Einer von den Wahlkämpfern wird gefaßt, die anderen beiden geben Fersengeld. Bor Gericht verteidigt sich der Kommunist in äußerst einleuchtender Weise: Wir haben uns nur revanchiert, tags zuvor haben die Nazis unseren Flugblattverieiler geschlagen. Man kämpft eben auf beiden Sellen mit„geistigen" Waffen. Die Revanche tostet aber dem Kommunisten 4 Monate Gefängnis. Sechs Mann sitzen aus der Anklagebank, drei Nazis, drei K o m m u n i st e n. Sie haben Flugblätter verbreitet, die nicht genehmigt waren. Sie fitzen friedlich nebeneinander. Na» türlich wußten sie nicht, daß die Flugblätter nicht genehmigt waren: sie wollen in g u t e in G l a u b cn gehandelt haben und er» halten trotzdem ihre Strafe, ein bis zwei Wochen Gefäng» nis. je nachdem, ob sie bereits vorbestraft waren oder nicht. Und zum Schluß«ine Kommunistin. Sie wollte in den 'Sportpalast, obgleich er bereits gesperrt war, und da der Schupo» beamte sie nicht hinewließ, spie sie ihm ins Gesicht und griff ihn Erhöhte Alarmbereiischafinach derWahl Wie der Amtliche Preußische Pressedienst mitteilt, hat der Minister des Innern durch Polizeifunkspruch an alle Ober- und Regierungspräsidenten und den Polizeipräsidenten in Berlin für die Wahlen zum Preußischen Landtag bis um 18 Uhr des 24. April Berellschaft der Polizei uns Land jägerei angeordnet. Ab 18 Uhr gill am 24. Aprll erHöhle Alarmbereilschasl. Die Polizei» und Landjogereischulen haben sich am 24. April ab 12 Uhr mittags abrufbereit zu holten. Selbstmord eines Krankenkassenöirekiors. Der Direktor der Krankentasse der Allgemeinen Elektrizitäts- Gesellschaft, der erst 35 Jahre alte Rudolf Knabe, hat in der Nacht zum Sonnabend in seiner Moabiter Wohnung Selbstmord oerübt. lieber den Grund zur Tat ist noch nichts Genaues bekannt. Man nimmt an. daß die Folgen einer Kriegsverletzung ihn lebensüberdrüssig gemacht haben. hinterher noch tällich an. Sie erhielt einen Monat Gefängnis. Am Montag soll übrigens eine von den Goebbelsschen Walküren dran sein, di« sich in ähnlicher Weise den Schupobeamten gegenüber be- nommen hatten. Zeichen der Erneuerung Deutschlands! Nazis überfallen Passanten! In der'Ballstraße in Eharlottenburg überfielen gestern nachmittag mehrers Gruppen Hakenkreuzler harmlose Straßenpassanten. Durch die Krumm« Straße und Wall- straße in Charlottenburg unweit der Hebbelstraße, der Heimstätte des berüchtigten SA.-Mordsturmes 33, fuhr mehrmals«in mit Na- tionalsozialisten besetztes Auto. Die Banditen hielten ab und zu an und mit Gummiknüppeln und Stahlruten hieben sie aus wehrlose Passanten ein, wobei auch Frauen nicht ver- schont wurden. Aus Pistolen feuerten die Banditen zahlreiche Schüsse ab, offenbar um einige Männer, die Anstalten machten. die Rowdys anzuhalten, zurückzuschrecken. Nachdem die Hakenkreuz- ler nahezu eine Viertelstunde lang die Gegend terrorisiert hallen, fuhren sie mit Vollgas davon. Wie später ermittelt wurde, hatte dieselbe Bande auf ein Lokal in der W a l l st r a ß e einen lieber- fall oerübt. Sechs Nazis, die offenbar zu dem gleichen Rollkom- mando wie die Autobanditen gehörten, wurden später von der Polizei festgenommen. Auf der Straße wurde von der Schupo noch eine Mehrladepistole gefunden, die scharf geladen war.— In der Andreasstraße im Osten Berlins kam es in den gestrigen Nachmittagsstunden zu«inem Flaggenkrieg zwischen Haken- k r e u z l e r n und K o m m u n i st e n. Die links- und rechtsradikalen Gegner versuchten sich gegenseitig die Sowjet- und Hatenkreuzfahnen herunterzureißen. Um endlich Ruhe zu schaffen, verfügte die Polizei die Einziehung sämtlicher Fahnen in der Andreasstraßc. In per- schiedenen Stadtteilen versuchten Nazis und SA.-Leute sazialdemo- kratische Zettelverteiler zu überfallen. In den meisten Fällen stießen die Wegelagerer auf heftigen Widerstand und mußten den Rückzug antreten. Der gegen Vj7 Uhr plötzlich einsetzende starke Gewitterregen erwirkte mehr, als di« Polizeibeamten an verschiede- nen Stellen, wo sich immer wieder Links- und Rechtsradikale zusaw- menrotteten, zu erreichen vermochten. Im Augenblick waren die Straßen leer. Eine«eitere Schandtat leisteten sich Nazis in der Nacht zum Sonnabend in der Rudower Straß« in Britz. Di« Burschen warfen mit handgroße» Steinen sämtliche Fenster-- scheiben des Erwerbslose»heim, des Reichsban- ners«in. Leider tonnten di« Töter unangesochten entkommen. Knegsiod auf dem Feld von Langemarck Äier Arbeiter durch eine Granate zerfeht. Brüssel. 23. April. Zu Langemarck wurden vier auf dem Felde arbeitende Ar» beiker durch die Explosion einer Granate getölek, die sich «och vom Kriege her im Boden befand. Besitzer bes„Manchester Guardian" ertrunken Der Besitzer und Cheftedakteur des„Manchester Guardian". Edward Scott, ist am Freitagnachmittag auf dem Winder- mere-See ums Leben gekommen. Ein Boot, in dem er sich mit seinem Sohne befand, schlug um. Scott versuchte, an Land zu schwimmen, doch ließen seine Kräfte bald nach und er gm* 9 unter. Seine Leiche konnte noch nicht gesunden werden. Sein Sohn, der sich am gekenterten Boot festhielt, wurde g c r e H e t. Scott, der nur«in?lltcr von 45 Jahren erreicht hat, war der Sohn des im Januar hochbetagt gestorbenen Gründers des liberalen Parteiorgans. Er leitet« den„Manchester Guardin" seit 192l). �uz dem Russischen übertragen von Werner Bergengruen. Der Bataillonskommandeur befiehlt mir, die Kompanie führer, Feldwebel und Zugführer zusammenzurufen. Ich haste im Dunkeln in die Stellung und rufe leise:„Welche Kompanie? Kompaniesührer, Feldwebel und Zugführer sofort zum Bataillonskommandeur. Welche Kompanie? Zum Baiaillonskommandeur." Tschaika erklärt kurz die Kampfaufgabe. Er schließt mit den Worten:„Also zu zwölf Uhr ist alles bereit." Alle gehen. Wir sehen immer wieder nach der Uhr. Elf. Elf ein Viertel. Halb zwölf. Wie langsam schleicht doch die Zeit. Um dreiviertel zwölf verläßt Tschaika seinen Unterstand. Die Leute kommen aus den Gräben. Das Rauchen ist ver- boten. Gesprochen werden darf nur im Flüsterton. Koch- gcschirre sind festzubinden. Wir zittern vor Kälte und Angst. Die Zähne säilogen gegeneinander. Das Gedärm gibt nach. Irgendeine Formation ist uns zuvorgekommen. Ganz weit iinks, dann immer näher und näher wird Hurxageschrei laut. Gleich darauf erösfnen die Deutschen ein sürchterliches Feuer und beleuchten plötzlich das ganze Feld. Wir fistd zu früh entdeckt worden. Einzeln und gruppenweise springen wir vor, im deutschen Feuer und in den Lichtstrahlen ihrer Scheinwerfer. Rechts und links schallt über das ganze Feld, nah und fern, das lausendstimmtge ununterbrochene„Ua— a... ua-"».., ua— a..." Unsere Artillerie eröffnet ein heftiges Feuer gegen die deutschen Reserven. Aus den deutschen Stellungen regnet es Infanterie- und Maschinengewehrgeschojse. Die Maschinen- gewehre plappern böse und beharrlich ihr irrsinniges Ge- stottcr. Von allen Seiten und außerdem noch hoch über unse- ren Köpfen hören wir das Pfeifen der Kugeln. Das Gelände oersinkt stellenweise in völliger Dunkelheit, an anderen Stellen liegt es plötzlich in hellstein Licht. Hinter uns wird geschrien:, Kinder! Mit Gott! Zum Sturm! Hurraaaa! Vorwärts, Brüder, zum Sturm Hurraaaa!" Alles springt auf und läuft, stolpert, fällt, springt von neuem auf. „U-a-a-a-a, U-a-a-a-a, U-a-a-a-a, a-a-a..." Wir gelangen an Drahthindernisse, werfen die mitge- brachten Bretter darauf und versuchen auf diese Weise hin- überzukommen. Die Deutschen bewerfen uns mit Hand- granaten. Unser Geschrei verschmilzt mit dem Lärm in ihren Gräben. In der Dunkelheit ist nichts zu sehen. „Ergib dich, Schuft, ergib dich!" schreit Gontscharow. Er ist neben mir. Ich sehe den Blitz seines Säbels und höre ein furchtbares Knirschen, Bersten, feuchtes Platschen. Wir lausen durch die Gräben und stoßen mit den Bajo» netten nach den Köpfen der im Graben Sitzenden. Offenbar sind schon sehr viele von den Unseren hier. Man hört abgerissene russische Laute und Schimpfworte. Irgend jemand kriecht immer noch zwischen den Drahthindernissen herum. Unsere Reserven sind offenbar rechtzeitig zur Stelle gewesen. „Komm heraus, Schuft, komm heraus! Gewehr weg- schmeißen! Taschenlampen und Streichhölzer flammen auf und be- leuchten die blutigen Köpfe und Gesichter der Gefangenen. Einige kommen von selbst aus den Unterständen, andere werden herausgeholt. Wir sammeln sie in Gruppen und drängen uns um sie. Wir stoßen auf«in verlassenes Maschi- nengewehr. In der Finsternis werden die Zurückflutenden nicht weiter verfolgt. Nur die Artillerie setzt ihnen hartnäckig noch und jagt ihnen von verschiedenen Stellungen aus Tau- sende von Geschossen hinterher. Immer wieder rennen wir gegen einander und gegen die Deutschen. Ihre Worts und Schreie mischen sich mit den unseren. Außer mir und Gontscharow scheint niemand aus unserer Kompagnie da zu sein. Am Horizont erscheint ein riesiger roter Mond. Das Dunkel erhellt sich um ein Winziges. Im dunsten Nebel werden die Gefangenen über Gräben und Hindernisse ge- führt. Dann werden sie zur Kolonne formiert und zur Sam- melstelle getrieben. Die Sanitätskommandos sammeln Verwundete und Tote. Das ganze Gelände ist mit ihnen übersät. In.der Morgenhelle durchstreife ich die neuen Gräben und finde. Wassilenko. Er liegt aus dem Rücken. Jemand hat ihm die Arme kreuzweise über die Brust gelegt. Sein Gesicht ist blau und klein, als sei es über Nacht abgemagert. Nase und Kinn schärfer geworden. Er sieht ganz schmal und jung aus wie ein Knabe. Seine halbgeöffneten Augen lächeln pfiffig. Ich treffe endlich Wassilenkos Landsleute Rodin und Bylin. Rodin kommt mit, um den Gefallenen zu sehen. Bylin nimmt die Sache sehr ruhig. „So werden wir alle einmal aussehen. Hier gibts keine feinen Herren mehr. Deinen Freund Kaiser hat es zugleich in die Beine und in den Bauch geschnappt." „Wo ist Kaiser?" „Den haben sie weggebracht. Ich habe gesehen, wie er auf den Sanitätswagen gelegt wurde." Unsere Kompagnie ist zur Sicherung eines Fluhüber- Sanges kommandiert. Wir haben uns in einem kleinen, aber übschen und gut eingerichteten Gutshof einquartiert. Die Bewohner sind fort, aber alles im Hause trägt noch die Spu- ren häuslichen Behagens. Aber alle Schränke. Kommoden, Tische sind bereits durch- wühlt, die Schubladen ausgezogen. Auf dem Fußboden liegen ganze Haufen von Wäsche, Papieren, Briefen, Photo- graphien und-allerhand Kleinkram. Alle Portieren sind ab- genommen, zerschnitten und zu Fußlappen verarbeitet worden. Vom Stabe ist Post gekommen. Der Feldwebel steht mitten im Zimmer, von der Kpm- pagnie umgeben, und ruft mit ungewohnt leiser Stimme die Namen auf. Ein ganzes Packen Briefe bleibt in den Händen des Feldwebels zurück. Er läßt sie von einer Hand in die andere glei- tcn und weiß nicht recht, wo er mit ihnen hin soll. Ich bekomme drei Briefs zugleich. Einer ist von Hause. von meinen Eltern, die beiden anderen sind von meinen Brüdern, von der türkischen und österreichischen Front. Au» dem Brief von Hause spricht die Sorge um uns alle drei. Die Eltern suchen chre Aufregung zu verbergen und verraten sich doch mit zedem Wort. Unwillkürlich drängt alle Besorgnis nach außen. Mein ältester Bruder hatte seine drei Jahre beim Ku» banchen-Regiment in Sarykamyscha abgedient und mußte gleich nach Ablauf seiner Dienstzeit an die Front. Dort in den Bergen gibt es jetzt Fräste von vierzig Grad. Es gibt keine Berpflegung und keine rückwärtigen Verbindungen- (Fortsetzung folgt.) Stadtbank und Sparkasse. Die Abschlüsse für rechtfertigen Vertrauen der Bevölkerung. Die im Miitelpunk! des ünteresses stehende Berliner Stadkbank und die Sparkasse der Stadt Verlin legen d'e Berichte und Abschlüsse sür da» Jahr lSZl vor. die beweisen, bajj die Berliner Bevölkerung zn ihren Lokalinstituten vertrauen hat und vertrauen Hajen kann. Naturgemäß ist die Geschäftsentwicklung bei der Berliner Stadt- bank von der Wirtschaftskrise, oie das Berliner Wirtschaftsleben besonders hart traf, nicht unberührt geblieben. Der Gesamt- umsag ist um 12 Proz. aus 22.3 Milliarden Mark zurückgegangen. Aber der Geschästeumfang hat sich gegen. über dem Vorjahr noch vermehrt; die Zahl der Konten ist um 2«XW auf rund 41 600 Konten gestiegen. Die Sladtbank hat in besonderem Maße das Klein- und Mittelkreditgeschäft gepflegt. Noch besonders vorsichtigen und hohen Rückstellungen verbleibt ein Gewinn von 80 000 M., der vorgetragen wird. Bei der Sparkasse hat sich die Vertrauenskrise und die stets wachsende Wirtschaftsnot in starten Abhebungen ausgewirkt. Die Spareinlagen sind um 102 aus 344 Millionen Mark zu- rückgegangen, ein Lorgang, wie ihn das Institut in ihrer Ge- schichte nur in den Revolutionsmonaten des Jahres 1848 erlebt hat. Inzwischen ist das Vertrauen der Sparer zurückgekehrt, wenn auch die Wirtschattsnot nicht zuließ, daß die Einzahlungen wieder die alte Höhe erreichten. Um für diese gewaltigen Auszahlungen die nötigen Mittel zu beschassen, hat die Sparkasse es vorgezogen, die Akzept- und Kreditbank in beschränktem Umfange in Anspruch zu nehmen, um nicht durch rücksichtslose Einforderung der ausgegebenen Kredite ihre Schuldner wirtschaftlich zu schädigen. Der Betriebs- Überschuß ist mit 0,74 Millionen Mark etwas höher als im Vor- jähr(0,35 Millionen Mark) und wird überwiegend zu Rückstellun- gen verwandt. Wir werden auf diese für Lersins Wirtschaft wichtigen Abschlüsse noch zurückkommen. Ein seliener Fall. Trunkenheit schützt zuweilen vor Strafe. Der seltene Fall, daß die Trunkenheit eines Chauffeurs zu feinen Gunsten verwertet wurde, ereignete sich vor dem V e r- kehrsgericht in Moabit. Unter der Slnklage der Führer- flucht hatte sich der Kaufmann L. zu verantworten, gegen den ein Strafbefehl von zwei Monaten Gefängnis beantragt worden war. Der Angeklagte hatte nachts mit feinem Wagen einen Rad- fahrer angefahren und war dann in schnellem Tempo davongefahren. Ein Polizeibeamter, der zufällig in der Nähe stand. nahm in einer Droschke die Verfolgung auf. Der Angeklagte fuhr ober so schnell und absichtlich auf der linken Seite, daß die Droschke ihn trotz einer Fahrgeschwindigkeit von 70 Kilometer nicht eiicholen konnte. Erst ol» der Angeklagte durch zwei zufällig des Weges kommende Polizeibeamtc zum Halten gezwungen worden war. gelang seine Feststellung. Er roch stark nach Zllkohol und gab auch an, daß er von einem Herrenabend komme. Merkwürdigerweis« hott« der Polizeibeamte in dem Eifer der Verfolgung sich nicht um den verletzten Radfahrer gekümmert. Als er nun wieder an die Unfallstelle kam, hatte dieser sich bereits entfernt, und er ist auch nicht zu ermitteln gewesen. Daher konnte auch keine Anklage wegen fahrlässiger Körperverletzung erhoben werden, sondern nur wegen Flihrcrflucht. In der Verhandlung machte der Verteidiger geltend, daß der Angeklagte freigesprochen werden müsse. Es sei nicht fest- gestellt, ob überhaupt ein Unfall vorliege, andererseits bestehe durch- aus die Möglichkeit, daß der Angeklagte mrter dem alkoholischen Einfluß die Situation nicht richtig beurteilt habe und daß er sich nicht bewußt gewesen sei, daß er verfolgt werde. Dos Schöffengericht kam aus Rechtsgründen zu einer Frei- fprechung des Angeklagten, da es mit dem Verteidiger annahm, daß die Voraussetzung zur Fllhrerslucht eine voraus- gegangene Verlegung oder Sachbeschädigung sein müsse, die aber hier nicht festgestellt werden könne. dsl EKpenrneni von Eherswaido. Ein metaiikanzern, eine Finow-Farm 6. m.b.H. und die Schweiz. Vor einigen Jahren gründeten die Hirsch-Kupfer» und M e s s i n g w e r k e A.-G. in Ebcrswalde die F i n o w- F a r m G. m. b. H. Es war dies dies ein Versuch, auf mannigfache Art die Ototur durch die Technik zu korrigieren; ein Experiment säst auf die Spitze getriebener Rationalisierung in der Landwirtschaft. Der Farm war außerdem eine eigene Kleinhandelsorganisation an- gegliedert. Vor einigen Wochen ist das ganze Unternehmen an eine Schweizer Gesellschaft abgestoßen worden. ,/)irsch-Kupser", ein Unternehmen mit enormer Produktions- kapazität, hatte mehrere Schuppen ungenutzt stehen, hatte brach- liegendes Land, hatte an sich wertlose Abdämpfe und ver- fügte über staunenswert billigen Strom. Der Wunsch nach einer Nutzung dieser Objekte verdichtete sich schließlich zur Gründung e i n e s F a r m b e t r i e b s. In die eine Halle wurden 5000 ameri- konische Leghorn-Hennen gesetzt, in die zweite 4000 Hennen. Die ersten 5000 Hennen lernten nie einen Winter kennen, denn in ihrer Halle herrschte ständig sommerlich« Temperatur. Dafür sorgte der durch eiu Rährensystem in die Halle geleitete Dampf. Ihre Eier legten die Hennen in verdunkelten Kästen. Diese Kästen wiederum hatten ein Loch. Durch dieses Loch sielen die Eier auf ein laufendes Land, an dessen Ende ein Mädchen stand, das die Eier putzte, stempelte und verpackte. Die zweiten 4000 Hennen waren zu je sechs und acht in Käfige gesperrt. Diese Käsige hatten lediglich einen Drahtboden, der Kot fiel durch die Sprossen; man sparte die Reinigung. Dazu kamen die Gcmüsekulturen im Freigelände. Eine phantastische Regenanlage machte alles Walten Pctri überflüssig. Man hatte eine Regenkanone konstruiert, die das Wasser 60 Meter weit schleuderte, ob bei Tag oder bei Nacht, war der Regenkanone gleichgültig. So wurden aus Ingenieuren und Kaufleuten plötz- lich Landwirte. Aber Hirsch-Kupfer begnügte sich nicht mit der Erzeugung, unter Ausschaltung des Großhandels stellte er auch eine Slbsatzorganisation aus die Beine. Blau gestrichene Automobile mit der Auf. schrift„Finow-Farm" sausten durch Berlin, hielten an bestimmten Straßenecken, wo die Seitenwände der Autos aufgeklappt und die Produkte feilgehalten wurden. Diese Autos fuhren nach einein festen Fahrplan und sie hatten ihre festen Haltestellen. Dazu kain eins eigenartige Rechenart. Wöchentlich gibt die Finow-Farm eine Preistafel heraus. Wenn nun in dieser Woche 500 Gramni Dänenbutter 158 Pf kosten, dann gibt die Finow-Farm Stücke für eine Mark ab, und zwar 316 Gramm Butter. Oder 500 Gramm Erbsen kosten 24 Pf., dann verkauft die Farm 1041 Gramm Erbsen für 50 Pf. So werden in Anleihung an die Einheitspreisgeschäfte feststehende Preise dekretiert: 25, 50 oder 100 Pf. Im übrigen bc> schränkten sich die Autos nicht etwa auf den Perkauf der Farm- Produkte, sie führten auch Kolonialwaren, Marmeladen, Dauerwurst und andere angekaufte Lebensmittel. Nun war das ganze ein sehr gewagtes Experiment dieses an- gesehenen Metallkonzernz von Weltruf. Man kann dabei sehr weit gehen und konzedieren, daß ein Experiment an sich noch nicht rentabel zu sein braucht. Aber dann muß das Experiment eine Steigerung erfahren, das Experiment auf immer höherer Stufen- leiter reproduziert, hätte zum Wirtschaftssattor werden müssen. Diese Steigerung blieb jedoch aus, es blieb beim Versuch- Mitte Februar wurde die Finow-Farm an die M i g r o s- AG. in Zürich abgestoßen. Anfang März wurden die Millionenver- lustc bei Hirsch-Kupfer bekannt: die Finow-Farm partizipierte er- heblich an dem Defizit. Unter die strenge Lupe genommen ist die Finow-Farm ein besonderer Teil von Kapitalsehlleitung. Jetzt führt die Migros-A.-G. den Betrieb weiter. Diese Gesellschaft läßt in den Großstädten der Schweiz 21 Verkaufswagen fahren und unterhält auch eine Reihe von Verkaufsläden. Sie arbeitet mit einem Kapital von 750 000 Franken, in ihrem letzten Geschäftsjahr konnte sie bei einem Umsatz von 20 800 000 Franken«inen Nettogewinn von 115 004 Fronken erzielen. In Basel, Bern und St. Gallen besitzt die Migros Schwesterunternehmen. Es bleibt abzuwarten, wie sie sich an Stelle von Hirsch-Kupfer mit dem Experiment von Eberswalde abfindet. Die Karl Marx-Echule. Eine Erklärung. Genosse Dr. Karsen schreibt uns: Auf meinen Artikel„Die Karl-Marx-Schule, einem Feinde der Schule ins Stammbuch", antwortet Herr Kurt Schwedtke bereits im letzten Morgenblatt der„DAZ.". Diese Antwort steht auf einem Niveau, aus dem eine Auseinandersetzung für anständige Menschen unmöglich ist. Ich gebe daher statt jeder weiteren Antwort nur die Entschließung bekannt, die das gesamte Kollegium, also Angehörige der verschiedensten Parteien, bereits am 8. Januar 1932 einstimmig und ohne Stimmenthaltung zu dem ersten Artikel des Herrn Schwedtke vom 30. Dezember 1931 gefaßt hat: 1. Herr Schwedtke war nur während des kurzen Sommer- semesters 1029 vorübergehend Lehrer an der Karl-Marr-Schule. Er wurde auf seinen eigenen Wunsch an die Schule versetzt, nachdem er vorher durch Hospitation in das Unterrichtsverfahren Einblick genommen hatte. 2. 5)err Schwedtke hat während dieses halben Jahres niemals in einer Konferenz die von ihm jetzt gerügten Schäden, insbesondere die angebliche parteipolitische Tendenz zur Sprache gebracht, noch weniger eine Konferenz beantragt oder sich an die Behörde gewandt. Diesen pflichtgemäßen Weg ist er nicht gegangen. Er hat sich anstatt dessen noch seiner eigenen Angabe bei jeder Gelegenheit Notizen gemacht, auch aus amtlichen Mitteilungen. Er zitiert trotzdem nachweislich falsch. Heute, nach mehr als zwei Jahren, unter veränderten poli- tischen Verhältnissen, Übergibt er diese Notizen mit Mißdeutungen und Entstellungen der Tatsachen der Oeffentllcbkeit. 3. Herrn Schwedtkes Urteil über die Leistungen der Schule beruht in erster Linie auf seine m Unterricht, der freilich— auch in unserem Sinne— ein vollkommener Fehlschlag war. Sein Urteil beruht weiter aus den Ausstellungen. Die einzige greifbore Behauptung hierüber,„ein ungewöhnlich hoher Prozentsatz der?1rbeiten beschäftigt sich mit dem Marxismus, nicht in wissenschastlicher, sondern populär-ogitatorischer Weise." ist noch- weislich falsch. Diesem Urteil stellen wir nicht nur das Urteil vieler Sachver- � ständigen gegenüber, sondern auch das eindeutig anerkennende Urteil! der Behörde, da? in dem großen, löseitigen Ministerialerlaß— l 17. II Nr. 10813 III—(Minüterivm Becker) auf Grund der Durchsicht aller unserer Akten und Arbeiten der ersten Abiturienten der Aufbauschule formuliert worden ist. 4. Wir haben sür diesen Artikel nur eine Erklärung: Herr Schwedtke bor an unserer Schule den Erfolg nicht gehabt, den er erwartete. Die politische Gehässigkeit, mit der er uns jetzt angreift, steht einem Manne schlecht, der sich vor drei Jahren danach drängte, gerade in diesem System mitzuarbeiten. Für das Kollegium: gez. Dr. Bahr, Vertrauensmann. Feuerkampf mit Einbrechern. Oberlandjäger in Kaltberge niedergeschossen. Zn kalkberge spielte sich zwischen Einbrechern und Polizei- bcamken eine wilde Lchießerei ab, die damit endeke, daß der Ober- lpndjäger Rehrad au» kalkbcrgc durch zwei Schüsse lebensgesähr. lich verieht wurde, ver angeschossene Polizeibeamle fand im Krankenhaus kalkberge Aufnahme, wo er bedenklich daniederliegt. Die Täter, offenbar Mitglieder einer Berliner Embrecherbamde, waren gegen 5-4 Uhr früh in das Kalkberger Pfarrhaus eingedrungen. Sie durchsuchten zunächst die Schulräume, wo sie eine Sparbüchse mit 70 M. Inhalt erbeuteten. Durch ein ver. dächtiges Geräusch wurde der Pfarrer aus dem Schlaf geschreckt. Der Geistlich« alarmierte telephonisch die Polizei und als sich die Einbrecher entdeckt sahen, flüchteten sie. Im Pfarrgarten stießen sie mit den Polizeibeamten zusammen. Es wurden etwa zehn Schüsse gewechselt, ohne daß zunächst jemand verletzt wurde. Die Beamten nahmen die Verfolgung der flüchtigen Ein- brecher auf. In der Nähe des Vorwerkes B e r g h o f gelang es dem Oberlandjäger Nehrad, einen der Täter zu stellen. Es kam zu einem erneuten Feuergefecht, bei dein der Einbrecher durch eine Lift die Oberhand behielt. Er hörte plötzlich auf zu schießen. Der Oberlandjäger, der glaubte, seinen Gegner gelrofsen zu haben, verließ seine Deckung und ging aus den vermeintlichen Verletzten los. Als er aus fünf Schritt herangekommen war, schoß der Verbrecher plötzlich dreimal auf den Beamten, der schwer ge- gelrossen, bewußtlos zusammenbrach. Der Oberlandjäger schleppte sich bis zur Chaussee, wo er von Straßenbahnern gesunden wurde. Bei dem Feuerkampf ist der Täter, ein großer kräftiger Mann mit brauner Lederjoppe, offenbar auch verletzt worden. Kubes Demagogie. Um die Republikanische Beschwerdestelle. Der Vorsitzende der Republikanischen Beschwerdestelle, Senats- Präsident am Kammergericht i. R. A. F r« y m u th, ersucht uns mit- zuteilen: „Kube, der Vorsitzende der Fraktion der Nationalsozialisten im Preußischen Landtag, hat kurz vor Schluß der Landtagsperiode an das Staatsministerium«ine Kleine Anfrage, betreffend den Geschäftsführer der Republikanischen Beschwerdestelle, Alfred Falk, gerichtet. Es handelt sich darum, daß Falk namens der Republikanischen Beschwerdestelle an die Oberpostdirektion in Frankfurt a d. O. eine Beschwerde darüber gerichtet hat, daß der Oberpostsekretär Eugen W i l k e Mitglied der Nationalsozialifti- scheu Partei und an einem Werbeumzug dieser Partei teilgenommen hat. Diese Beschwerde des 5)errn Falk nennt Herr Kube hinterlistig und heimtückisch— während diese Beschwerde doch auf Grund des Artikels 126 der Reichsverfassung erhoben ist, der jedem Staatsbürger das Beschwerderecht als eines der Grund- rechte zubilligt. Außerdem wünsch: Herr Kube, daß Herr Falk wegen Ausübung seines verfassungsmäßigen Rechtes der Staatsanwalt- schast übergeben werde— ein geradezu lächerliches Verlangen. Ferner nennt Herr 5lube den Geschäftsführer Alfred Falk„hoch- besoldet". Hochbesoldct ist Herr Kube, der als Abgeord- neter ein Monatseinkommen von etwa 600 Mark bezieht. Herr Falk hat nicht den dritten Teil dieses Einkommens. Vielmehr hält sich sein Einkommen erheblich unter der gesetzlichen Pfänibarkeiks- grenze. Dies zur Aufklärung der Oeffentlichkeit." Abenteuer eines(Studenten. Ein reichlich leichtsinniges Hulin ist der Student Wen, er Sch. aus Weimar. Kommt der jung« Doch» im Februar mit 600 Mark elterlichen Geldes in der Tasche nach Berlin, um zu studieren. Zunächst ergab er sich, kaum in Berlin eingetroffen, allerdings mit großer Ausdaper dem Studium der„Bierologie". Dann siel er. in höchst fideler Stimmung, am frühen Morgen in eine Kneipe in Steglitz ein und einem sauberen dort anwesenden Kleeblatt in die Hände. Seine neuen Freund« wußten bald, mit wem sie es zu tun hatten und da unter ihnen ein Ehauffeur war, dessen Wagen vor dem Haus« stand, schlugen sie vor, noch in ein anderes Lokal zu fahren. Der Student war einverstanden, die Fahrt ging los. llnterwegs, an einer stillen dunklen Ecke, kam die üblich« Panne. Jetzt wurde dem Studentlcin angst und cz versuchte, sich zu drücken, kam aber nicht weit, wurde von den Unholden eingeholt, brutal niedergcschlägen und um seine Barschast beraubt. Der Ehauffeur zeigte dann die Sache an, kam aber trotzdem mit den drei anderen unter Anklage. Das Gericht verurteilte zwei wegen gememschaft- lichen Raubes, darunter«inen bereits 21mal vorbestraften Gutsche. zu je 2, den dritten zu 1)4 Jahren Gefängnis. Der Ehauffeur wurde mangels Beweises freigesprochen. Das Studentlcin aber wird sich das Abenteuer hoffentlich zur Warnung dienen lassen; denn 600 Mari sind kein Pappenstiel. 35 Mexikobandiien standrechtlich erschossen. Am Donnerstag wurden hier 35 Banditen standrecht- lich erschossen, weil sie an dem Ueberfall aus Paso del Macho im Veracruz-Stnat m der vorigen Woche beteiligt waren. Ein Akt der Roiwehr! Im Verlause eines Streites, der sich zwischen dem 61 Jahre alten Schneidermeister Oskar H. und den, 31 jährigen früheren Landwirt Helmut Lemke in der Weser str. 30 in Lichtenberg abspielte, wurde Lemke, wie bereits berichtet, tödlich verletzt. Die Untersuchung der Kriminalpolizei hat einwandfrei eroeben, daß H, in höchster Notwehr gehandelt hat und sich des Angreifers nur mit der Schere erwehren konnte. Lemke, in der ganzen Gegend als Trunkenbold bekannt, hatte H. mehrfach tätlich bedroht, �chon einmal muht«-die Polizei zum Schutz dos Schneidermeister» eingreisen. Fahnen und Transparente. Wer jemals eine Abbildung van einer Wahl in einer amerika- Nischen Stadt gesehen, der wird alsbald den ungewöhnlich großen Aufwand an Fahncntuchcii bemerkt haben. Ueberall imb überall die Fahnen mit den Sternen und den Streifen. Kein Geschäftsmann, kein lhatel würde es wagen, irgendeine andere Fahne zu ziehen als die Nationalfahne. In Deutschland ist es anders. Die Nazi und die Deutschnationalen haben in verantwortungsloser Hetze dafür gesorgt, daß in unserem Volk vielfach der kuriose Glaube entstanden ist, schwarzrotgold sei eine Parteifahnc, sei die Vereinsfahne des Reichs- banncrs. Dabei ist doch schwarzweihrot eine Kombination der hohen- zollcrnschen Hausfarben schwarzweiß und der brandcnburgisäicn Farben wcißrot, und es war selbstverständlich, daß der Volksstaat diese Farben nicht mehr führen konnte. Seit einem Jahrhundert sind aber die Farben schwarzrotgold die Farben eines längst er- wünschten deutschen Einheitsstaates. Deshalb werden sie auch bei der Preuße»wähl überall gezeigt und die 5) a k e n k r e u z- sahnen werden von den Fahnen der Freiheit und des Volks st aates verdeckt. Eine großartige Wirkung geht z. B. von der geradezu sehenswerten Werbe- ausfchmückung der Gehag Häuser am P l ä n t e r w a l d in Treptow aus. Die K a r l- L c g i c n- S t a d t an der Greifs- maldcr Straße im Nordosten Berlins hat sieh prächtig nüt Fahnen und Transparenten geschmückt. Auch die G e h a g s i e d l u n g in Britz steht nicht zurück und hat seit letzten Sonntag reichen Fahnen- schmuck angelegt, ein srcudccrregender Anblick. In den vielen Zchlen- dorfcr Bcamtcnsiedlungen trifft inan bezeichnenderweise auf viele Hakenkreuzfahnen. Man weiß wenigstens, woran man ist. Einen überraschenden Eindruck bekommt man, wenn man vom ljallefchcn Tor in den Bcllc-Allmncc-Platz einbiegt. Ganze Häuserfronten leuchten in roten Fahnen und Trans- parcnten, dazwischen schwarzrotgoldene Fahnen. Ein ähnliches Bild bietet sich in der Lindcnstraße am Vorwärtsgcbäude. Die Dictzschc Sortimentsbuchhandlung entfaltet eine besonders wirk- samc Propaganda. Im Norden und O st c n Berlins sind in den letzten Tagen sehr viele rote Partcifahncn, aber auch schwarz- rotgoldcne herausgekommen. Frübcl-Gcdächtmsfeier. In der Staatlichen H o 6) s ch u l c f ü r Musik, Fasancnstraßc, veranstaltete der Demsche Fröbel-Verband eine Fröbel-Gedächlnisfeicr. Die Jugend, die im Sinne des großen Päd- ngogcn und Kindcrfrcundes ihre Erziehung und Ausbildung erhält, Schülerinnen des Fröbelhauses, des Vereins„Jugendheim", des Paul-Gerhard-Stiftes und des Kindsrgärtnerinnen-Seminars der staatlichen Elisobcthschule, mar versammelt, den 1Sf>. Geburtstag des großen Toten festlich zu begehen. Die Bühne, festlich geschmückt, in der Mitte die Büste Fröbcls. faßte kaum die große Zahl der fugend- liehen Festteilnehmer. Ein Orgcloortrag leitete die Feier ein, dann schmückten die Kleinen die Büste und aus vielen jungen Kehlen ertönten Chorlicder. Mit schlichten, cmpfindungsstarkcn Worten gc- dachte die Borsitzende des Deutschen Fröbcl-Verbandes, Lili Drocscher, des großen Vorkämpfers auf dein Gebiete der Jugend- bctreuung. Sic dankte dem geistigen Führer, der, aufbauend auf den mütterlichen und sozialen Kräften der Frau, für diese einen neuen Beruf geschaffen. Sie dankte im Namen der Jugend, die im Berufe einer"Pflegerin, Kindergärtnerin, Hortnerin eine leben- füllende, lebensfreudige Aufgabe gefunden. Gerade in unserer heutigen Zeit, der Stunde schwerer Not, gilt es für die Frau mehr denn je, mitzuarbeiten in der Gemeinschaft oufbauwilliger Kräfte auf dem Gebiete sozialer Arbeitsleistung. im Grünen für alle Die städtischen Volksparks machen sich schön Wenn jeder Gartcndirektor könnte, wie er wollte, dann wüßte er seinen Parkgästen schon gärtnerische Ucberroschungen zu bieten. Heute muß sich jeder Bezirk auf die ollernotwendigsten Aus- bejscrungs- und Ergänznngsarbciten beschränken und auf den Blumenschmuck muß man fast ganz verzichten. Treptow liefert Bäume und Eträucher. Die Treptower Baumschulen sind mit die Hauptlieferanten der Berliner Bezirke für dos notwendige Gehölz. Für Straßenpflanzun- gen werden Platanen, Linden und Ahorn am meisten vcr» langt, die schöne und gutgedeihcnde Ulme wird infolge der seuchen- artig um sich greisenden Ulmenkrankhcit überhaupt nicht mehr ge- pflanzt: dann werden in diesem Jahre besonders viel Sträuchcr stachligen Charakters, wie Rotdorn, Weißdorn und andere Dornhölzcr zum Schutze der Wege gesetzt, schon aus dem ein- fachen Grunde, weil die Ausbesserung und Ncupflanzung ans finanztechnifchcn Gründen so sehr stark unterbunden ist. Treptow liefert so etwa lOOlXII) Gehölze, woran die dichtbevölkerten Bezirke, wie Fricdrichshain, Prenzlauer Berg, Reinickendorf infolge stärkerer Abnutzung der öffentlichen Anlagen sowie eines durch Lichtmangcl beeinträchtigten Wachstums der Pflanzen am stärksten vertreten sind. Die Frühjahrsarbciten drängen sich in diesem Jahre durch die allzulange Frosrperiodc und der reichlich verspäteten Blüte stark zu- samnien: während man in anderen Jahren gewöhnlich schon im März die nötigen Vorarbeiten zur Auflockerung und Bereitung des Bodens vornahm, war das in hicsem'Iahre einfach unmöglich. Wuhlheide als Oauerwaldgebiet. Die Arbeiten in der W u h l h e i d c sind jetzt zum größten Teile beendet, es wurden verschiedene Waldteilc neu aufgeforstet, ein Licht- und Luftbad erstand. Promenadenwegc wurden angelegt. Es gc> schieht alles, um diesen durch Grundwassernähe und durch die aus dem nahen Schöneweide kommende schweflige Säure arg gefährdeten Waldbestand zu erhalten. Gerade hier ist das Vorhandensein von größeren Grünflächen für die Bevölkerung von allergrößter Not- wendigkcit, weshalb auch dieses Gebiet als Daucrwaldgebicl aus- gewiesen wurde. Der Treptower Park befindet sich durch die in den vorhergehen- den Jahren vorgenommene gründliche Abdüngung mit.Kompost in recht gutem Zustand, ebenso die große Spielwiese, die ain lä. April der ollgemeinen Benutzung übergeben wurde. Jetzt wartet und hofft man auf einen ausgiebigen Mai- und Juniregen. Im Plänterwald wird der Baumbestand ständig verjüngt, es soll ja kein Forst für Nutzholz erstehen, sondern der Wold muß, ngch dem Grundsatz des Schönheitswaldes, immer wieder von unten nach- wachsen. Was das Publikum für ein Abholzen ansieht, das ist das planmäßig durchgeführte Nachforstcn. Zn den>iehbergener Oauerkolonien sind vierzig neue Parzellen geschaffen, ebenso wurden die Promenodenwege vom Leutnantsberg bis zur Windhuker Straße zu Ende geführt. Die im Vorjahre angelegte Lager- wiese im 5z u in b o l d t h a i» wird dieses Jahr erst so richtig in Betrieb genommen und zu diesem Zwecke an mehreren Tagen der Woche zur allgemeinen Benützung freigegeben: auch erhielt der Humboldthain seine ersten Buddel- und Planschbecken für die Kleinen. Für die stark erncuerungsbedürftigen Anlagen kann leider nicht genügend getan werden, gerade hier, wo Taufende und aber Tausende von müden, abgespannten Menschen Erholung und ei» wenig Entspannung suchen, wäre dies von besonderer Notwendigkeit. Die 500 vorhandenen Bänke sind, vom ersten halbwegs schönen Früh- lingstag angefangen, bis spät in den Kzerbst, bereits in den ersten Vormittagsstunden ausverkauft und am Nachmittag schwillt dann der Gartenbesuch ins Ungeheuerliche an. In P l ö tz c n s e e wurden die Promenadenwege weitergeführt, insgesamt fanden ungefähr ISO bis 200 Wohlfahrtserwerbslose bei diesen Arbeiten Beschäftigung. Am Goldfischteich in Weihe nsce wurden in Verbin- dung mit dem Neubau der 8. Volksschule die Anlagen renoviert, die Wege verbreitert und eine Rosenböschung angelegt. Der idyllisch gelegene O b c r s e e p a r k in 5z o h c n s ch ö n h a» s c n erhielt eine Scepromcnade von 4 Meter Breite und 400 Meter Länge. Das R ii st e rn d o r f, infolge Absterbe»? von Hunderten von Bäumen seines Namens eigentlich beraubt, liegt jetzt recht kahl da, es konnte nur in geringem Maße nachgepflanzt werden, teilweise wurden die Pslanzenlöchcr zugepflastert. Der Fricdrichshain wird auch nach Möglichkeit instand gesetzt, die Anlagen und Wege werden ausgebessert, in der Frank- f u r t e r Allee werden 470 chinesische Pappeln ncugcpflanzt. In der D i e st e l m c y c r st r a ß c erhält die an Stelle des früheren Krematoriums geschaffene Kinderkrippe einen Spielplatz für Klein- kinder. Der Blumenschmuck der Anlagen muß auch hier bis zu mindestens 60 Proz. eingeschränkt werden. Hundert Wohlfahrt?- erwerbslose fanden hier vorübergehend Arbeit. Oer Terror auf dem Lande. Die deutsche Freiheit, die die Gutsbesitzer meinen. lins geht nachträglich ein Stimmungsbild, geschrieben von einem einfachen Landarbeiter, zu, dos außerordentlich charakteristisch für die Art ist. in der auf den Gütern die deutsche Freiheit der Land- arbcitcr gewahrt wird. Der Brief des Landarbeiters lautet: „Am Sonnabend, dein 9., abends, war hier Versammlung. Wir waren auch da. Herr Gutsbesitzer M. selbst war Redner. Aber ganz rot und blau war er vor Wut und schrie alle an und ging init Gewalt. Zille sollten Hitler wählen. Er kenne nur eine Partei und die wäre Hitler. Wenn c r w ü ß t e. welche 5z in den bürg wählten, die jagte erfrisch los van feiner Scholle und die Folgen würde er t r a g e ii. Es mag noch so ein tüchtiger Arbeiter sein, sagte er, der darf nicht mehr meine eocholle betreten. Und noch vieles andere, was gor nicht zu schreiben ist. Alle haben ihn ausgelocht. Ani 40. halle er dafür 80 5)indcnburgstinimcn in S....." Diese Landarbeiter haben die unverschämte Drohung des Guts- besitzers in der einzig richtigen Form beantwortet. Sie werden auch am 24. trotz aller Terror- und Einschüchterungsvcrsuche Sozialdemo- kratcn wählen. WIIBfS€IHIAFTS'WO€ H äHd." Ein Posten Porzellan-Yafel-Service 44 Eft Streublumenmuster. verschied. Form., 23 Teile, für 6 Pers.■ Weiß Porzellan Speisetellertiach od.tier 0.22 Dessertteller...... 0.1 5 Terrine........... 1.75 Kartoffelschüssel..0.95 Sauciere......... 0J5 Salatschüsseln vonanO 50 P I atte n oval.... von an 0. 5 5 Beilageschale..... 0.25 Kaffeekannen. von an 0.42 Teekannen---- von an 0.85 MÜChtÖpfe---- von an 0.20 TaSSen dünn, sort. 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Denn wie auch immer die schwankenden bürgerlichen Mittelschichten stimmen werden, die Nazis werden in Preußen nicht an die Maäst konnnen. Damit ist auch die Bstowching des Reiches durch den gofchismus abgewehrt und endlich di« langersehnte Situation gekommen, wo mit aller Kraft an die Zlufbauarbmk geschritten werden wnsz. Die Sozialdemokratie hat den Wählermossen in dieser Stunde der Not und der katastrophalen Arbeitslosigkeit gesagt, was sin sozialdemokratischer Wahlsieg bedeutet: dem Pater A r b e i t, d c m Kinde. Brot. Gewiß, wir wissen genau, daß ein Wahlsieg nicht mit einem Schlag alle Dlot zu wenden oermag. Die Massen in Hirn- oerbrannie, unerfüllbare und lügnerische Illusionen zu wiegen, über- lassen wir den Nazis und Kommunisten. Wir geben uns nicht der Illusion hin, oan einem Tag zum anderen dos lapiialstiische System durch das sozialistische überwinden und damit d:e Boraussetzung für die endgültige Beseitigung der kapitalistischen Wirtschaftskatosirophe schassen zu können. Aber wir wissen andererseits, ja sehen es schon heute, daß der mächtige Borstoß der Sozialdemokratie, der Gewerkschaften, der Eisernen Front in den letzten Wochen in der wichtigsten Wirtschasts- frage des Zlugenblicks, der A r b e i t s b e s 61 a f f u n g s s r a g e, Frücht« zu tragen beginnt. Erinnern wir uns des bisherigen Verlaufs dieser Frage: Als die Well« der Arbeitslossgkeit auis höchste gestiegen war. die Arbeits- losenzahl die Cechsmillionengrenze überschritten hatte, forderle die Sozialdemokratie in einem Ankrag ihrer Reichstagsfraktion, daß nun endlich der Anfang mit einer großzügigen Arüeitsbeschaf- fungsaktion des Reichs gsnmcht wird. Au diesem Zweck forderte sie hie Auflegung einer Arbeitsbeschaffungsanleihe, die durch einen Prämienonrciz und volkstümliche Ausstattung die ge- hamsterten Spargelder locker machen sollte. Außerdem sollten oer- stärkt« Hauszinssteuermittel für den Wohnungsbau zur Berfügung gestellt werden. Unterstützt und verstärkt wurden die Forderungen der Partei durch den Krisenkongreß des Allgemeinen Deutschen Gewerkschaftsbundes. Dies« machtvolle Kundgebung war ein einziger Schrei der fünf Millionen freigewerkschastl.ich Organisierten nach Arbeit. Sie zeigt« aber auch ebenso wie die vorhergegangene jozialdemokrotssche Aktion den Weg, a»f dem geholten werden kann: Der Erlös einer Arbeits- beschafstingsanleihe, Steuermittcl und die Hilfe der Reichsbank, selbst- verstondliä) im Rohmen des währungspolitisch Verantwortbaren, müssen eingesetzt werden, um einer möglichst großen Zahl von Arbeitslosen Arbeit zu geben. Als die sozialdemokrotlsche Fraktion und die Gewerkschaften ihre Forderungen aufstellten, waren sie sich darüber klar, daß dos Kcnisiück der Aktion, die Auflegung der Arbeits- beschaffunasanleiye, prakllsch erst nach d c n R e i ch s p r ä si d c n t c n- und Land- tagswahlen verwirklicht werden könnte. Demi es hätte solange mit einem Erfolg einer solchen Anleihe nicht gerechnet werden können, als das Damoklesschwert des Faschismus noch über Deutsch- lavd hing. Der Ausgang der Reichspräsidentenwahl, die Macht- entfaltung und der Vorstoß der E i i e r n e n Front hoben aber Gewißheit darüber gebracht, daß, so schwer auch der Kampf mit dem Fafchisnms für die nächste Zell bleiben wird, die akute Gefahr von der Republik abgewehrt ist. Damit ist endgültig der Zeitpunkt für die Inangriffnahme der Arbeitsbefchaf- fungsaktion, vor allein für die Auflegung der Arbeiisbefchaffungs- onleihe, gekommen. Die Reichsregierung hat aufangs sehr gezaudert, den Forderungen der Sozialdemokratie und der freien Gcwcrk- schatten nach Arbeitsbeschaffung eiitgegenzilkonnncn. Erst als ihre Anstrengungen sich verstärkten und sichtbar wurde, wie breite Massen des Volkes hinter ihren Forderungen stehen, als sich auch in den W a h l st i m in e n ihre Macht manifestierte, begann die Regierung diesem Druck nachzugeben. Und jetzt, knapp vor den Landtagswahlen, ist schon einigermaßen erkennbar, wie sich die Regierung den Verlauf der Arbeitsbeschos- fmrgsaktion denkt. Die Absichten der Reichsrcgierung sind, soweit bis seht erkennbar, folgende: Die Prämienanleihe soll ausgelegt werden. Ihr Erlös soll bis zu 200 Millionen Mark für die verstärkte landwirtschaftliche Siedlung verwendet werden. Die Reichsbankhilsc für die Arbeiisbeschassung soll, selbstverständlich auch nach der Absichl der Reichsregierung, nur im Rahmen der mährungspolitssch absolut unbedenklichen Grenzen, eingesetzt und hauszinssteuermittel sollen herangezogen werden, beides im weseulliäicu sür tiausreparaturen. Zu diesen Absichten ist von unserem Standpunkt folgendes zu sagen: Das Entgegenkommen der Reichsregierung gegenüber den sozialdemokratischen und frcigewerkschaftlichen Forderungen ist unverkennbar und muh mit Genugtuung festgestellt werden. Alle.Hauptpunkte unserer Forderungen sind irgendwie, wenn auch noch keineswegs in vollem Ausmaß, berücksichtigt. A m ir n- befriedigendsten ist freilich die Stellungnahme der Regierung gegenüber unseren Forderungen nach weiterer Förderung d- Wohnungsbaus. Gewiß merdrn im Rahmen der Stadtrand fiedlung und der oerstärkten landwirtschaftlichen Siedlung einige Zehntausende von— allerdings überaus primitiven— Wohnungen gebaut werden. Aber der städtische Wohnungsbau wird völlig vernachlässigt und auch das Baugewerbe wird sich trotz der verstärkten Hausrcparawren nicht entfernt ausreichend beleben können. Die Methoden der Arbeitsbeichasjnng verdienen noch in anderen Punkten Widerspruck). Vor allem erwecken die Formen der Siedlung, die man jetzt als Ausweg aus dem agrarischen Ostproblem wählen will, manche Bedenken. Bei der Siedlung wird ganz besonders darauf zu achten sein, daß der größte Teil der baren Aufwendungen für direkte und indirekte Arbeitsleistungen, Materialkoftcn usw. gemacht- wird, die in den Rahmen der Arbeitsbeschaffung wirklich hineingehören, nicht aber für lebendes Jmientar und bare Boden- erwerbskosten verwandt wird, die nicht der Arbeitsbeschaffimg dienen. Wenn wir mit diesen Einschränkungeil(abgesehen von agnr» politischen Bedenken) nichts gegen die landwirtschaftliche Siedlung als Gegenstand der Arbeitsbeschaffungsaktion einwenden, und erst recht nichts gegen die H a u s r e p a r a t u r e n, die ja zur Aufrecht- «rhaltung und Sicherung des Wohnraums in den Althäuserii dienen und insofern auch wohnungspolitisch von großer Bedeutung sind, so dürfen deshalb die anderen Arbeitsbeschaffungs- aufgaben, die auch im Gutachten des Reichswirtschaftsrates ge- namit wurden, nicht vernachlässigt werden. Innerhalb der gegebenen Grenzen muh auch unbedingt das Maximum an Kapital für die Arbeitsbeschaffung bereitgestellt werden. Unter diesem Gesichtspunkt muß auch die geplante An- leihe gestellt werden. Sie muß schon nach außen hin als das aufgezogen und bezeichnet werden, was sie in Wirklichkeit sein muß: eine allgemeine Arbeitsbeschaffungsanleihe, wie sie von der sozialdemokratischen Rcichstagssraktian gefordert wurde. wenn man dem ganzen Volk sagt: Ihr sollt jetzt eure letzten Reserven herausholen und eine Anleihe zeichnen, die ausschließlich der Arbeiisbeschassung dienen, also die fürchterliche Arbeitslosigkeit mildern soll, und wenn man die Anleihe mit den nötigen Anreizen ausstattet und den Zeichnungsapparat so aufzieht, daß auch der lchte sein Scherslein zum Wohle der Allgemeinheit beizusteuern bereit ist, dann ist dieser Anleihe der Erfolg gewiß. Wie aber auch immer über Einzelheiten ent- schieden werden mag: das Ziel ist jetzt klar gesteckt und wir wollen heute dafür sorgen, daß die poli- tische Vertrauensbasis für eine wirksam« Ar- beitsbeschassung, die nur in der Niederhaltung jeder reaktionären Regierungsbildung bestehen kann, auf möglichst breitem und festem Grunde errichtet wird. i USSSkS" 2-Wie einfach l M �>0 y _ Kleid— «0- «in Hütchen- ein �eCoeyfußtse,n*V,ii und modern L Cesici* ein. wird � vcr\eihen. öcnenChartne §er immer jung l.m wieviel "«h Preise n\edrlgen pr � tach- � Itt foigen*--" -locVeft- und bw y Stß" ärueWa" rt»TO=»lB drudtte"1 RO(k ,emuJtertem j eraH lacVn E--T.Ä «.un-«e>° per ichnWlt® lD Auch wenn Sie sroke und größte Weiten suchen! p'e' obTger»''' Angebots"�stehen Ihnen ab Montag xuf Verfügung!■— Schriftlich« Bestellung»» koane» i«4 Aar Unternehmer und WirtfchastspMi? Oer Neichsverband der Deutschen Industrie zur Lage.- Llnwürdige Selbstverteidigung. Am Freitag hat der Reichsverband der Deutschen Industrie eine. Aorstandssitzung abgehalten und der Oeffentlichteit darüber berichtet. Der Bericht bringt manche wirtschaftspolitisch vernünftige Erkennt- ms. manchen sozialpolitisch unvernünftigen Angriff, aber vor allem eine höchst demagogische Verteidigung des Versagens des kapitali- ftischen Systems in der Form eines Angrifss gegen Gewerkschaften und Sozialdemokratie. Man kann damit einverstanden sein, wenn festgestellt wird, daß die Bestrebungen der Länder mit aktiver Handelsbilanz, sich nun auch eine aktive Zahlungsbilanz zu vcr- schaffen, der Welt zum Verhängnis geworden fei, daß die Methode, möglichst viel exportieren aber nichts importieren zu wollen, zum Ruin der Weltwirtschaft führen müsse. Man nmß auch der Feststellung folgen, dost Deutschland seinen Zircditvcrpflichtungen gegenüber dem Auslande nur nachkommen kann, wenn ihm in entsprechendem Umfang Waren abgenommen werden, und daß jeder Versuch, Zahlungen außerhalb des Waren» verkehrs zu oerlangen, die interntionalen Währungs» grundlagen gefährden muß. Man kann dem Reichsverband im allgemeinen, wenn bei der geforderten Senkung der Produktionskosten Verzicht auf Lohn- scnkungen und die Beseitigung von Monopolpreisen einbegriffen wären, was zu bezweifeln ist, auch in der von ihm geforderten „weitgehenden handelspolitischen und inner» wirtschaftlichen Aktivität" folgen, über die der Bericht sagt: „Insbesondere muß mit allen Mitteln eine Stärkung des deutschen Produktions- und Handelsvolumens, da- mit eine Verbesserung des deutschen Arbeitsmarkts und eine Erhöhung des verfügbaren Devisenbestandes angestrebt werden. Zweitens muh eine möglichst weitgehende Förderung der deutschen Ausfuhr unter gleichzeitiger Stärkung des Jnnenmarkts Platz greifen, und es müssen die Hemmnisse schleunig st beseitigt werden, die gegenwärtig der Auf- wärtscntmicklung von Ausfuhr und Binnenmarkt entgegenstehen. Hierzu gehört in erster Linie eine Senkung aller Faktoren der Produktionskosten, sowie auch eine restlose Ausnutzung aller Kreditmöglichkeiten. Drittens muß, solange eine Devisenbewirtschaftung nicht entbehrt werden kann, diese unter sorgfältiger Beachtung aller handelspoli- tischen Interessen gehandhabt werden." Es ist erfreulich, daß auch in der Frage der Devisen- Politik, wie die Betonung der sorgfältigen Beachtung unserer handelspolitischen Interessen erkennen läßt, der Reichsverband seine kürzlich abgegebene Erklärung unter st reicht. Auf der anderen Seite ist es selbstverständlich, daß wir den von Herrn Dr. Brauweiler angekündigten Bemühungen des Reichsverbandes, die Sozialpolitik weiter abzu- bauen, mit aller Rücksichtslosigkeit begegnen werden. Der Reichsverband möge sich die auf der internationalen Arbeitskonferenz von dem deutschen Regierungsvcrtreter Dr. Grieser gemachte Feststellung zu Gemüle ziehen, daß es oerfehlt sei, die deutsche Sozialpolitik für die kritische ÄZirtschastslage in Deutschland verantwortlich zu machen, nachdem das reiche Amerika, das klassische Land ohne Sozialpolitik, fast noch schwerer unter der Wirtschaftskrise leide als Deutschland. Staunen muß man freilich über die Unbetümmertheit und Naivität, mit der der Vorfitzende Dr. Krupp von Bohlen und Halbach die Gewerkschaften und die Sozialdemo- k r a t i e angreifen und für die deutsche Wirtschaftskrise verantwort- lich machen zu können glaubte. Herr Dr. Krupp bezeichnete es als haltlose, auch auf dem Krisenkongreß der Gewerkschaften ausgc- fprochene Verdächtigung, daß viele Großunternehmer einer zweiten In- flation sympathisch gegenübergestanden hätten. Herr Dr. Krupp hätte besser getan, wenn er sich nicht vor die in Frage kommenden Persönlichkeiten des Ruhrgeblets gestellt hätte, die eine neue Schuldenabwertung und selbstverständlich damit auch in- flalorische Maßnahmen begrüßt haben. , Der Bankier Dr. P f e r d m e n g e s ist sicher ein Mann, der seine Pappenheimer aus dem Ruhrgebict kennt. Dr. Pferdmengcs hätte es sicher nicht nötig gehabt, wenn solche Bestrebungen nicht bestanden hätten, sich mehrfach in der„Kölnischen Zeitung" gegen bestehende inflatorische Bestrebungen zu wenden. Gewiß hat der Reichsverband der Industrie selbst sich eindeutig gegen Wührungsexperimente ausgesprochen: aber er leistet der deutschen Oeffentlichteit keinen Dienst, wenn er das auch von bestimmten Wirtschaftsführern des Ruhr- gcbiets behauptet. Geradezu grotesk ober ist die Stellungnahme Krupps zum Versagen des kapitalistischen Systems: „Auf denselben demagogischen Niveau", so sagte Krupp,„steht der auf dein Gewerkschaftskongreß wieder unlernöunnene Versuch, aus einzelnen V o r k ö in m n i ff e n(!) a l l g e'in e i n« Verdächtigungen gegen die kauf 11, önnif che Ehr- barkeit des Unternehmertums abzuleiten, sowie über- Haupt die Hauptschilld für die jetzigen Zustände der Privatwirt- schuft in die Schuhe zu schieben. Gerade die freien Gewerk- schaften hätten allen Anlaß zur Zurückhaltung in dieser Te- Ziehung. Demi dein Einfluß der sozialistischen Parteien und der freien Gewerkschaften aus die Politik in den Jahren von l!>l8 bis 1929 ist es in erster Linie zuzuschreiben, daß das privat- wirtschaftliche System seiner natürlichen Enkwicklungsgrundlagen beraubt und ausgehöhlt worden ist." Wir müssen ehrlich sagen, daß wir Dr. Krupp d i e S t u r- heit nicht zugetraut hätten, wie ji« in diesem so haltlosen und demagogischen Angriff zum Ausdruck kommt. Zunächst handelt es sich wirklich nicht mehr um Einzelerscheinungen, wenn man auf die systematisch durchgeführten Favag-Räuacreien, die private Bereiche- rung der Lahusen, die Schiebungen bei Schultheiß, Karstadt und beim Lloyd und unzählige andere Fälle, wo wirklich die kauf- männische Ehrbarkeit auis schwerste verletzt worden ist, zurückblickt. Dann aber kam es den Gewerkschaften ja gar nicht darauf an, e i n- 3 eine Persönlichkeiten anzuschuldigen, sondern die Gewerk- schaften und die Sozialdemokratie haben immer wieder auf dos Verlagen des Wirtfchaftsführcrtums und des kapitalistischen Systems hingewiesen. Es überschreitet wirklich schon die Grenze des Zu- lässigen, nach den bis jetzt gemachten Erfahrungen— und wir wissen nicht, welche Erfahrungen uns noch bevorstehen— den Staat und den Einfluß der Arbeiterschaft auf die Staatspolitik für die Entwicklung der Dinge verantwortlich zu machen. Wir haben nichts dagegen, daß der Reichsverband der Industrie und sein Vorsitzender das kapitalistische System verteidigen: aber daß das mit solchen Gassenargumenten geschieht, wie sie Dr. Krupp als Vorsitzender des Verbandes verwendet, läßt wahrlich keine günstigen Rück- fchlüffe auf das gute Gewissen der Führer des Reichsoerbandes zu. Stahlwerk Hennigsdorf neuer Verlust. Das am 30. September zu Ende gegangene Geschäftsjahr hat der Stahlwerk Hennigsdorf A.- G., die von den Mittel- deutschen Stahlwerken(Flick!) und von der AEG. beherrscht wird, einen neuen Verlust von 0,3 Millionen Mark gebracht, so daß sich der Gesamtverlust auf 1,7 Millionen Mark erhöht (Kapital 8 Millionen Mark). Obwohl der Absatz in Feinblechen, dem äiaupterzeugnis des Wertes, nicht so schlecht war wie sonst bei Eisen und Stahl, ist der Gesamtabsatz doch von 1ö,4 Millionen Mark im Jahre 1929/30 auf 10,7 Millionen Mark im Jahre 1930/31 zurückgegangen. Da man zugleich die L a z e r v o r r ü t e abzubauen sich bemühte, ist die Arbeiterzahl von 1204 am 1. Oktober 1930 auf 970 am I. Oktober 1931 vermindert worden. Der Abschluß ist nicht zuletzt deshalb so schlecht ausgefallen, weil Zinsen in der gleichen Höhe wie Steuern und soziale Lasten zusammen, nämlich von 0,3 Mil- lionen, gezahlt werden mußten. Die Schulden sind von 5,4 auf 5,8 Millionen Mark gestiegen, trotz des Lagerabbaus, trotz der ge- ringen Beschäftigung, weil man nämlich Schuldverschreibungen in Höhe von 2 Millionen Mark zurückgekauft hat, wobei aller- Vings«in nicht unbeträchtlicher Buchgewinn herausgekommen sein soE Gut geführte Staatsbank. Geschästsausstehnung der Thüringischen Staatsbank. Auch der Abschluß der Thüringischen Staatsbank, Weimar, für das Geschäftsjahr 1931 beweist, daß das ö f f e n t- l i ch e Bankwesen sich im allgemeinen in diesem fiawstrophenjcihr sehr gut bewährt hat. Zwar ist der Umsatz bei der Thüringischen Staatsbank im Zusammenhang mit der Wirtschaftskrise um 0,43 aus 3,26 Milliar- den Mark zurückgegangen, aber der G e s ch ä f t s u m s a n g hat sich bedeutend erweitert— ein Zeichen für das wachsende Vertrauen in der Bevölkerung zum öffentlichen Bankwesen. Im Geschäftsbericht wird ausgeführt, daß besonders die„T h ü. r i n g e r- W a l d I u d u st r i e"(Glas-, Christbaumschmuck-, Porzellanindustrie) unter der Iulikrise und der sorischrcitciiden Abspcr» rung des Weltmarktes zu leiden hatte. Dagegen war die Möbel- und Teppichindustrie gut beschäftigt. An der Umschuldungs- aktion für die thüringische Landwirtschaft hat die Staatsbank maßgeblich mitgewirkt. Das Sparkassenges ch äst hatte wie überall in der zweiten Hälfte des Jahres unter den starken Ab- Hebungen zu leiden: doch war der Bestand am Ende des Jahres 1931 mit 61 Millionen Mark noch um 7 Millionen Mark höher als am Ende des Vorjahres! Ausfälle har die Thüringische Staatsbank nicht zu verzeichnen gehabt: sie brauchte auch keinerlei Liquiditärshilfe in Anspruch zu nehmen. Nach erheblichen und vorsichtigen Abschrei- bungcn bleibt ein U e b e r s ch u ß von 0,33(im Borjahr 0,57) Mil- lionen Mark: davon erhält die Staatskasse 0,1(0,4) Millionen Mark, 0,23(0,17) Millionen Mark werden in Reserve gestellt und der Rest wird vorgetragen. Wo sind die 20 Millionen? Die Stützung der gewerblichen Kreditgenosfenschasten. In der Dezember-Notoerordnung waren an Mittelstands- juboentionen— Stützung gewerblicher Genossenschaften— rund 20 Millionen Mark eingesetzt. Diese Summe ist restlos verbraucht worden. Es liegen noch zahlreiche Anträge vor, die nicht mehr bearbeitet werden können, weil die Mittel erschöpft sind. Als die Konsumgenossenschaften aller Richtungen vor einiger Zeit die Rückzahlung der ungerecht erhöhten Umsatzsteuer forderten. regten sich gerade Mittelstandskreise darüber auf. Es wurde eine häßliche Propaganda gegen die Konsumgenossenschaften getrieben. Deshalb wollen wir an die oben erwähnten 20 Millionen Mark erinnern. Es wäre auch zweckmäßig, wenn das Reich darüber Aus- kunft geben würde, wer im einzelnen an diesen 20 Mil, lionen Mark profitiert hat. „Volksfürsorge" führt nach wie vor. Die Volkssürsorge, gewerkschastlich-genossenschastliche Versichc- rungs A.-G. Hamburg, teilt über den Geschäftsverlauf im ersten Vierteljahr 1932 folgendes mit:„Die im ersten Quartal 1932 noch immer zunehmende Zahl der Arbeitslosen und die Schrumpfung des Einkommens boten dem Volksoersicherungsgefchäft 1932 keine günfti- gen Aussichten. Trotzdem ist bei der Bolkssürsorge ein Rückgang in der Zahl der Anträge in kleinen Lebensversicherungen gegen- über dem letzten Quartal 1931 nicht erfolgt. Insgesamt wur- den vom Januar bis März des lausenden Jahres 47 791 Volks- und Lebensoersicherungsanträge gestellt. Mit diesem Ergebnis steht die Volksfürsorge nach wie vor an der Spitze der privaten deutschen Versicherungsgesellschaften, auch hinsichtlich des monatlichen Neuzuganges. Der Großhandelsindex ist in der Woche zum 20. April von neuem leicht zurückgegangen, und zwar von 98,5 auf 98,3 Proz. Der Rückgang erstreckt sich auf alle einzelnen Gruppen. Deutsches Iündwarcnmonopol durch Äreuger-Srise nicht berührt. Die Deutsche Zllndwaren-Monopol-Kesellschaft wird durch die Kreuger-Krise in keiner Weise beeinflußt, da es sich um eine durch Reichsgesetz geschaffene Gesellschaft handelt. fprungtkaft wechseln unsere Läger! Der riesige Konsum ermStzllckt««,»tet, die letzten Neuheiten zu fahren. AUS erster Hencl erhalten uniere Kunden die ge» schmaekvollsten und Kleidsamsten Erzeugnisse kultivierter Schneiderkunst. wSenru�o unübertrefflich niedrigen Preisen unaufhaltsamen tfiegeszug unseres Jiauses. Unsere Spezialkunden, die Starken Figuren, finden nach wie vor besonders soryfUiige Beracksiditigung. Zwei Mäntel aus Mcisicrwerkstättcn: llildschöner Jugendlicher Frühjahrsmantel aus vorzüsllch. 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Helfern stting im Heim. Aichtige Togezordnunq. Donnerstag.!6. April, Kreiselternverfanimlung 26 Uhr im Heim Rosinen- strane!.'.Itcsccent: Porsiscender Mar Lchmidtbaner Uber„Eltcrnorganisation". ?» bezug auf die politische Lage Ist das Erscheinen aller Eltern dringend not. wendig. Ochönebcrg. Abt. Echiineberg! Achtung! Elternabend am Dienstag, 26. April, 26 Uhr, Feuriaichule. Thema:„Junge und Miidel in der Fallen- dew-gung'. Referent»icnossc Ulrich. Anfchliebcnd Zeltlagerausfprache. Sleglip, Abt. Cteglitc: liugcndheim Albrechtstr. 47, Dienstag, i7 Uhr: . Barum leiern wir den l. Mai?"— Abt. Lichterfelde: Wir alle gehen zur oirUndungsfeier Lankwid.— Abt. Lot'lwin: Grllndungsfeier Mittwoch. 78 Uhr, Lehmanns F-stföle, Kaifer-Wilhelm-Str. 42. Eltern und Ztindcr sind herzlichst eingeladen. Eintritt frei. Rculölln, RF.: Alle Gruppen kommen zur Falkenratssitzung morgen 1776 Uhr racke. Die aibt-it»-.-— i— a, Montag, in der Arbeitsstunde Material nfiihrern am Dienstaa->n IIS- �SozialistischeArbelteri'ugendGroß-Verlm ! Einsendungen für diese Rubrik nur an das Iugendfekretariat ' Berlin CW 68. Lindenstrah» 2. vorn 1 Treppe rechts. Wir beleiligen uns heule alle an der Wahlarbeit und melden uns in den zuständigen Parteilokalen. 4- und da. Mal. und auf der Programm i?b!�"' umgehend den Berichtsbogen w.v-_____ �/vbiujtsyuycn uno UU1 Eiefnnden auf der Jungwählerverlammlung am ledtcn Montag u------»». Jungwählerkundgebung an, legten Donnerstag: 1 Bund Schlllllel, l Rappa, Handschuh, 1 Windjacke. Bitte die Lachen recht umgehend oom Sekretariat ad- zuholen.— Verloren wurde in der Zungwählerversammlung eine Tasche. Die- selbe ist lm Cekretorial. Lindenstr. 2, abzugeben. Wander- und Abteilungsleiter! Durch eine neue Berkilgung der Reichsbahn- birektion sind die Beflimmunaen für bi« Erlangung»au Fahrprelsermähigung bei Iugendpfleaefahrteu gelindert worden. Danach wird eine ostprozentige Er- mastigung bereit» gcw.idrt bei einer 8ahl von 6 Teilnehmern<5 Sugendliche und I Fiidrers, auf ie wcilcre 6 fugeudliche Teilnehmer wird«in weiterer Führer zugelassen.— Wir weisen serner daraus bin, dag zn den Psingstfahrtcn bei BenutlUNg der Fernbahn die Bormeldunaen beim zuständigen Abgangabahnhof bis Dienstag. 16. Mai, ig Uhr, vorgenommen werden niüisen. Die Arbeilsgemeinschast Abraham lVirtschaftslehre) tagt ab morgen wieder regelmäßig 16�7 Uhr in der Arbeiter-Bildungsschulc, Lindenstr. Z, 2. Hof, 2 Tr, rechts. heule. Sonnlag. Splirtvalast: �edkr Genosse muß sich an der Wahlarbeit beteiligen. Treff- pnnkt 7 Uhr Nationalhof, Btttowstr. G7.— Wannsee: Beteiligung an der Wahl- tuficU, Restaurant Lindenhof.— Tegel: Schöneberaer Str. 3: 18 Uhr Heim- abend.— Renkölln"WH: Äb 10 Uhr im Lokal von Wodtke, Wohlhelferdienst.— Llrnsvzcldc? Platz 1 und II: Treffpunkt zur Wühlarbeit 7 Uhr Lokal Schmidt. Ab 19 Uhr Abhören der Resultate, Heiin Schöulanker Straße. Verbeberirk Mitte: Ea beteiligen sid) alle Genossen an der Wahlarbeit. Treffpunkt 7U- Ubr bei Lohen, Brllderftr. 17. Werbe bezirk Tiergarten: 7�.� Ubr bekannte Lokale: Wahlarbeit. Wcrdcbc.'.irt Weddivg: 1b Uhr Heimabend See- Ecke Turiner Straße. Morgen, Montag. IgK- Ahr. Hanfo: Bochumer Str. 8b: Lichtbilderabend.— Moabit I: Waldenserstr. 20; Tie Schüler gestalten einen Abend.— Moabit 11: Lehrter Str. 18—10: Heim- abend.— Sportpalast: Hcnthiner Str. 17: Heimabend.— Arneroalder Platz II: Schöulanker Str. Ii(Baracken): Bunter Abend.— Falkplatz I: Sonnenburger Straße 20:.Seruelle Fragen".— Falkplatz II: Sonnenburger Str. 20: Brettspiele.— Humannplatz: Sleimstr. Ä— 3.,: lO-Minuten-Referate.— Nordosten H Ranziger Str. 02. Baracke ltl:„Arbeitersamariter".— GtbL»b«„r»» Simnendurger „Kommunistisch! des Monatr" Lärt... W_____ Kifsingenstr. 48; Ltederabend. � nb-'henrf Mstt?: Borstandssitzung, Elifabethkirchstr. 19. rbebezirk Wcddina: Ityioper. Wahlkörper III: mittags 121 z Ahr, im Sihungssaal de» verdaadshauses, Dinisastr.<166: I Eisen-, Metall-, Reooloer-, starussell- und Bohrwerkodreher, Schraubendreher. Rundschlrtser, Einrichter, Automaten- rinrichter, Rohrleger und Rohrleger- h-ls-r. � Wahlkörper IV: mittags 9 Ahr, im Sitzungssaal des Aerdandshausrs, Linieastr.«z»»: Groorure, Ziseleure, Gürtler, Drücker Schleifer. Goloaniseur», Eisensormer, Melaltsormer. Aeinmacher, Arbeit«. rinnen, Feiienhouer. Sietzrrei- u. Hilf»- ardeiter, Zigaretlenataschinensührer, Pe- triebshandwrrtcr. Riuavorsiihrer. Wahlkörper V:&'Aa%n mittags 2 Ahr, im Sitzungssaal des Dctbondshoufcs, Linienftr.<3,65: Hobler, Bohrer, Stotzcr. Fräser, Schnitt- ordeiter, Wolzwertarbeiter, Gold- und i Stlderarbetter, Mechaniker, Optiker, Ahr- I machrr, Werkzeugmacher. Schar sschleifer, Arbeiterinnen. Tagesordnung: Beratung der Anträge und Wahl der Delegierten zur Generalversammlung am S. Wal 1SZ2. Zutritt hadrn nur dieiemgen Mitglieder. die Im LerdandSduch die Berutsoezeich- nung haben, für welche die Versammlungen einderusen sind. Ohne ItUtglicdsbnch und Arbeits lofenkarte(ein Zutritt. manlag, den 23. April, abds. 1 Ahr, im«emerkxhafestzaus Engeluser 24:25 sEirotzer Saal) Versammiand der Werkzeafmadier, Wcrksesg- blrter und Scbsrlscfalelfcr Tagesordnung: 3. Varirag:«Da» Arbcite deschaffungs- Programm und dessen Finanzierung." Reicrcnt: Kolleae Fritz Köcher. 2. Dtslussion. 2. Branchrnangeiegenhelten. Ohne Mitgltediduch kein Zutritt. Es ist Pflicht aller Aollegen, an dieser Versammlung teilzunehmen. Dienstag, den 26. April, abends Z Ahr. im Derdanbshans, Oinienstratze 83'85, Sitzungssaal l, Eingang D. Eisüsscr Stratze 86-88 Brandien-Versauiralunö aller In der Eitenkonttruktlon, Signal- bau, Fahrstuhl- und Autxagban bcschSftlgten Kollegen sowie aller Monteure und Heiter auf Bauten and erwerbslosen Brandtenangebfirigen Tagesordnung: 1. Jahresbericht. 2. Branchenangelegenheiten. 3. Berschiedene», Ohne Mitgliedsbuch ketn Zutritt. Es ist Pflicht aller Aollegen, an dieser Versammlung teilzunehmen. Millmoch. den 27. April, nachmittags I Ahr, im verdands- haus.einlrnstratze 83-85, Zimmer 2, 2 Treppen, Eliässer Strohe 86-88. Eingang B Lrver vßloien- Ten anunloiid der Rohrleger und Helfer Tagesordnung: l. Verband», und Branchenangelegen. heilen 2. Per chiedenes. Milglicdsbuch legitimiert! Zahlreicher Besuch wird erwartet. Donnerstag, den 28. April, abends t Ahr. Im aiewerrschasts- Haus. Engelnfee 24 25. Grotzec Saal »raad,ei,-Ter»ammlllvg der Rabrleger and Heiter Tagesordnung: 3. Iahresdericht. 2. V-rdands- und Branchenangelegen.i Helten 3. Verschiedenes. Milgiiedsduch iegiiimieri! Zahlreicher Besuch wird erwartet. Ose OrtsrerwaUang. Offenlegung der Ginheitswerte des Grundbesitzes Die nach dem Stande vom 3. Januar 3631 sesigestellicn Einheilswerte de» iSrund- besitzes werden nach Matzaabe der Be- kannimochung vom 12. Aprii 1632 in der Zeit vorn 25. April bi» 24. Mai I»Z2 osiengeii-gi. Die Betannimachuna ist am 2.7. April und 6. Mai au den Pialalsäuien angeschlagen: auzerdem ist sie in dem ?ln»sblait der Stadl Berlin Nr. 36 Seite 25? adacdruckt 4)ie Frist zur Einlegung von Einsprüche gegen die offeugelegten Einheiiswerle ende Mit dem 24. Juni 1932. Berlin, den 22 April 1632. Die Finanzämter im Bezirk de» Lande»finonz»mt» Bcrlw. ---- w... i.V.»cm. mietmnt.:'.3— 3"i: lg.Minulcn. Referate.— Nordosten Ii: . uuziaer(jtc 6> Baracke III:„Arheitcrsamariter".— Sibtznhauser«»estadt: Eoni-.enburger Sir. r'':..Tagespolitik".-«ndtwwgl«», Brommpstr. 1: „Sommuniftifche# Maniirst".- Ebar!°ttenh„rg.SLd: sorcestraße:„Schlagwort de« Monats".- Sckioncwride Ii: Berliner Str. 83: Ardeitsg«ine»nsden u'K?b,e'- schonen ax n S'oß��rn, �TZ: Vi Boutle perle das modische Gewebe in reicher Farbenauswahl, reine Wolle, Mtr. Seid.-Afghalaine reine Wolle mit Kunstseide, für das elegante Nachmittagskleid, doppeltbreit... Meter M. 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Es heiht da: „�e früher wir es verstehen, diese Athletengestnlt ldes deutschen Arbeiters) in den Dien st der Ratio- nal sozial! st en zu stellen, desto mehr wird es uns gelingen, M acht im Staate zu ergreifen und diesem vcr- faulten System den Todesstos, zu versehen. Auch hat der Ä a)> P- P u t s ch uns gezeigt, w i e wichtig die Herrschaft über die Betriebe ist. Hierin können wir nur von der K.PT. lernen.(5s dürfte uns auch viel leichter als der KPD. fallen, die Betriebe zu erobern und auf Grund unserer starken finanziellen Kraft»nd unseres gut ausgebauten Propaganda- Zlhharats. Also Pgs. auf in den Entscheidungskampf Lagt uns kämpfen und der Sieg ist unser!" Schamlos rühmen sich die Nazis hier ihrer„starken finanziellen Kraft", die natürlich ihre Quelle nicht in den Beiträgen der Arbeiter hat, die den Nazizellen angehören, denn Beitrüge werden nicht er- hoben. Auch von den Arbeitslosen, die als Spreng- und Schläger- kolonnen dressiert werden, kommen nicht die Millionen, die Hitler sür seine Propaganda auszugeben vermag. Diese angebliche Arbeiterpartei wird finanziert von den„Pgs". die Unternehmer sind, von den Eisen- und Kohlcnmagnatcn an der Richr und in Mitteldeutschland, von den Industriellen Sachsens nnd anderwärts, von den Grosigrundbcsiücrn und„Bankfürsten", die wohl pleite sind oder vorgeben es zn sein, die aber aus der Konkursmasse immer noch Hitler und seine Banden zn finanzieren in der Lage sind. Nicht minder klar ist auch der Hinweis auf den Kapp- Putsch. Alle Legalltätsschwür« erweisen sich gegenüber diesem Eingeständnis als Handlungen, die unter Umständen mit schweren Zuchthausstrasen geahndet werden. Ausschluhreich ist auch der Satz:„Hierin können wir nur von der KPD. lernen." Dieser Satz ist ein vernichtendes Urteil für die KPD. Die Nazis haben die KPD. und ihre Agiiaiions- Methoden so gut nachgeahmt, daß die Anhänger der KPD. einen Unterschied nicht mehr erkennen und hausenweise zu Hitler über- laufen. Nicht zum geringen Teil auch wegen der„starken finan- zicllen Kraft". Die KPD., das angebliche„Bollwerk gegen den Faschismus", ist in Wirklichkeit also die Brücke zn Hitler. Nicht von d«r Sozialdemokratie, nicht von den freien Gewerkschaften, nicht vom Reichsbanner» nicht von den Arbeitersportlern haben die Nazis die gemeinen Mctho- den schmuüiger Verleumdung und schwindclhaft�r Ver- sprechnngcn, der Zerschlagung der Arbeitcrorganisa- tioncn, der Gewalttätigkeiten gegen Klassengcnossen gelernt. Die KPD. war auch hierin dcr große Lehrmeister und Wegbereiter der Nazis. Auch für die KPD. sind wir— genau wie für die Nazis und die sie aushallenden Freibeuter des Privattapitals— der„H a u p t f e i n d". Und deshalb muß für jeden ehrlichen Arbeiter die Schluß- folgerung sein, daß die KPD., von der die NSDAP, gelernt hat, dieser durchaus gleichwertig ist, wenn es sich um die wirksame Vcr- tcidigung der Arbeiterintercssen handelt. Die Nazis wollen jetzt nicht mir die Betrieb« erobern, sondern auch Preußen und das Reich.'Versperrt ihnen den Weg, indem ihr euch um das ruhmreiche Banner der Sozialdemolratie.schart! Die Nazis auf dem Lande. Großagrarier als Freunde der Landarbeiter. In Ostdeutschland haben es die Naziogüatoren vor allem auf die Lairdarbeiter abgesehen. Sic hetzen daher neuerdings mit Vorliebe gegen den Deutschen Landarbeiter-Berband und seinen Vorsitzenden Georg Schmidt. Bon diesem be- haupten sie, er sei in der preußischen Nationalversammlung dagegen gewesen, daß die Landarbeiter als Schwerarbeiter belrachtet werden; er soll gegen die Einführung der achtstündigen Arbeitszeit für Forst- arbeiter gewesen sein und ähnlichen Quatsch mehr. Wer Georg Schmidt ist, und was er für die Landarbeiter geleistet hat, darüber wissen die Landproletarier in Ostclbien besser Bescheid als die Naziagitatoren. Neben Otto Braun, dem preußischen Bünisterpräsidenten, ist Georg Schnnöt der Mann, der dem Landproletariat den Weg freigemacht hat, aus dem die Land- arbeiter sich aus Unfreiheit und Elend herausarbellcn können. Otto Braun und Georg Schmidt sind.für die Landarbeiter Freunde in der Not gewesen und sind es heute noch. Die Freunde der Nationalsozialisten dagegen sind die Groß- grundbesitzer, und daher sind die Junker ja auch so stark in der Hitler-Partei vertreten. Was haben die Großgrundbesitzer, Hitlers Ireuiide, für den Landarbeiter getan? Können die Nationalsozialisten einen ihrer Großgrundbesitzer nennen, der sich in der Vorkriegszeit gegen die G e s i n d e o r d n u n g einschließlich der P r ü g e l st r a s« sür länd- liche Arbeiter eingesetzt hat? Wer von den nationalsogialistrschen Großgrundbesitzern hat sich im Vorlriegspreußen um die Beseitigung des Dreiklassen Wahlrechts bemüht? Wer von den Nazi- Großgrundbesitzern hat sich um den Achtstundentag der Forst- arbeiter ein Bcrdienst erworben? Warum wird fiir die Landarbeiter von den Nazis(siehe deren parteiamtliche Schrift Nr. 17 Seile 25) die zehnstündige Arbeitszeit und keine achtstündige ge- fordert? Wer von den Großgrundbesitzern ist bereit, mit den Land- arbeitcrn Tarife a b z u s ch l i c h o n aus der in der erwähnten Parteischrist der Nazis Nr. 17 skizzierten Grundlage, wonach ein Barlohit von ctioa 2000 Mark im Jahre herauskommen müßte? Wer von den Großgrundbesitzern ist bereit, dem Landarbeiter eine Wohnung zu geben, wie sie die Nazis persprechen? Die Landarbeiter kennen diese Hintermänner der Nazis und eben deswegen kann für sie bei der Prcußenwahl die Parole nur lauten: Preußcnregierung Braun-Scvering! Lohndruck ist Aazipoliiik. Sonst machen die Pgs.-Großgmndbesitzer nicht mit. Im Kreise Lüben in Schlesien fand vor kurzer Zeit eine Ver- sammlung des landwirtschaftlichen Arbeitgcbcrvcrbandes statt. In dieser Versammlung war auch ein« große Anzahl Nazi-Arbeit- gcber vertreten. Diese stellten den Antrag, der Arbeitgeberverband fei auszulösen. Ais hierfür eine Bc- gründung verlangt wurde, erklärten sie, die Auslösung müsse deshalb erfolgen, weil es dem Zlrbcitgeberverband nicht gelungen sei, die Löhne der Landarbeiter über die laut Notverordnung festgesetzten lö Proz. weiter abzubauen. Damit liefern die Nazi-Arbellgcbcr den Beweis, daß sie Tarif- und Lohnsragen der Arbeiter ganz anders behandeln, als es die Nazipartei den Arbeitern verspricht. Arbeitszeitverkürzung? Reichsarbeitsminister verhandelt. Das Reichsarbettsministcrium hat sich entschlossen, die Frage der gesetzlichen Arbeitszeitverkürzung mit Nachdruck in Angriff zu nehmen mit dem Ziel, dem Kabinett den Erlaß einer Verordnung zur Beschränkung der Arbeitszeit vorzuschlagen. Neben den vor» bereuenden Besprechungen, die das Rcichsarbeitsminiftcrirnn mit den beteiligten Stellen und den Untmiehincr- und Arbeitcrorgam- sationen vorgesehen hat. wird u. a. am 28. April eine Referenten- besprechung mit den Ländern und den anderen Reichsresforts stattfinden. Es versteht sich aber auch von selbst, daß sich damit jeder weitere Lohnabbau— gleichgültig in welcher Form— von selbst verbietet. Der Preisabbau ist weit hinter dem Lohnabbau zurückgeblieben. Die Kaufkraft ist nicht erhallen geblieben, sondern weiter geschwächt worden. Die unerträglich niedrigen Löhne und Gehälter müssen wieder erhöht, ihre Kaufkraft muß gestärkt werden. Arbeitsstreckung bei der Reichsbahn. Die Verhandlungen mit Dr. Dorpmüller. Die Besprechung der Eisenbahnerorganisationen mit Generaldirektor Dorp müller zur Vermeidung eines neuen Personal- abbaues, die Sonnabend stattfand, brachte noch kein Resultat. Es müssen zunächst noch Untersuchungen über die Auswirkungen der Vorschläge der Organisationen durchgeführt werden. Die VerHand- lungen werden Ende der nächsten Woche wieder aufgenommen. Hausangestellte und Krankenkassen. Wie es im„Dritten Reich" fein würde. Sind die Hausangestellten günstige Risiken für die Krankenkassen? Diese Frage wurde von der Allgemeinen Orts- krankcnkasse Düsseldorf an Hand rechnerischer Unterlagen eingehend untersucht. Das Ergebnis dieser Untersuchung ist sehr interessant. Es verneint die eingangs gestellte Frage, und ähnlich wie in Düsseldorf dürfte die Antwort auch bei den übrigen großen und größeren Kassen lauten. Zugrunde gelegt wurde bei der Untersuchung die erste Hälfte des Geschäftsjahres 1931. Die Berechnungen ergaben, daß die für die Hausangestellten gezahlten Beiträge die Ausgaben bei weitem nicht decken. Im ersten Halbjahr 1931 betrugen die Einnahmen sür die Hausangestellten 230130,70 M. Verausgabt wurden: für ärzlliche Behandlung 35 021,70 M., zahnärztliche Behandlung 13 880,60 M., Arzneien, kleiner« Heilmillel, Bandagen und Zahnersatz 14802,20 M.. Krankenhauspslege 179132,17 M.. Taschen- gcld 29 050,44 M„ Wochenhllfc 34 182,57 M., Verwaltungskosten- antcll 43202,10 M. Die Mehrausgabe betrug 119813,08 Mark. Die Ausgaben für die Hausangestellten übersteigen also die Einnahmen im ersten Halbjahr 1931 um rund 120 000 M. Diese Mehrausgabe ist einesteils darauf zurückzuführen, daß die Zahl der Erkrankungsfällc bei den Hausangestellten größer ist als bei den üblichen weiblichen Mitgliedern, zum anderen Teil darauf, daß den Hausangestellten nach Z 437 RVO. auf ihren oder auf Antrag des Dienstberechtigten Krankenhauspflege zu gewähren ist und endlich aus die verhältnismäßig große Zahl der Woche nhilfefälle. Die Zahl der weiblichen Kassenmiiglieder betrug in dem angc- gebenen Zeitraum im Durchschnitt 47 000, wovon 7030 5)aus- angestellte waren. Es waren also 10,29 Proz. der weiblichen Mitglieder 5)ausangcstellte. Die Zahl der mit Arbeitsunfähigkeit verbundenen Erkrankungsfällc betrug bei den weiblichen Mitgliedern 8345: hiervon entfielen 1804 Fälle— 22,33 Proz. auf Hausangestellte. Während also?lc Hausangestellten mit 10,29 Proz. an der Zahl der weiblichen Kasscnmitglicdcr beteiligt waren, entsieleit auf sie 22,3 Proz. der Erkronkungsfälle. Bei allen weiblichen Mit- gliedern fand in 2417 Fällen~ 29 Proz. der Erkrankungsfälle Krankenhauspslege statt, dagegen bei den Hausangestellten in 1005 Fällen— 53,8 Proz. der Erkrankungsfällc. Wochenhilfefälle wurden bei den gesamten weiblichen Mitgliedern 459 gezählt, wovon 213, dos ist 40,4 Proz. aus die Hausangestellten entfielen. Der Prozentsatz der Wochenhilfefälle ist also im Verhältnis zn den übrigen weiblichen Mitgliedern außerordentlich hoch. Da im Dritten Reich die Sozialversicherung beseitigt werden soll, kann jede Haus- angestellte sich ausrechnen, was sie verliert, wenn die Nazis siegen. Aus dem gelobten Lande. Bergarbeiter hungern bei der Arbeit Im russischen Bergbau sieht es fürchterlich ans— fürchterlich vor allem für den Arbeiter. S c ch s u n d° zwanzig B e r g a r b« i t e r fa m i l i e n, die vor zwei Jahren nach Rußland ausgewandert waren und dieser Tage wieder nach Deutschland zurückgekehrt sind, geben eine wahr- hast erschütternde Schilderung von dem Elend in den russischen Grubcnreoiercn. Die Löhne sind hinter den Preisen weit zurückgeblieben. Die Lebensmittel sind schlecht, das Brot wie das deutsche Kricgsbrot. Auf den Zechen ein fürchterliches Antreiber- s y st c m. Der Kranke wird als Bummler beschimpft und ist nichts- würdigen Schikanen ausgesetzt, die vielfach durch den Selbstmord des Verfolgten ihren Abschluß finden. Das Sch la n g e st e h c n vor den Leben sm ittelabgabe st eilen bringt oft Vcr- säumnis der Schichtzeit. Wer aber die Schichtzeit versäumt, setzt sich skandalösen Quälereien aus. In Deutschland— so erklären die völlig abgerissenen und mittcllosjen deutschen, ehemals für Moskau sehr begeisterten Berg- arbeitet— hak es der Arbeitslose besser, als in Rußland der Bergarbeiter. wenn er Arbeit hat. Die Zurückgekehrten sind ganz zcr- mürbt, durch Not und Entbehrungen grenzenlos bescheiden und be- dürfnislos geworden. In ihnen sind die früheren eifrigen kowmu- nistischen Funktionäre nicht wiederzuerkennen. Zum Lohnkonfliki in den Gemeinden. !lm die Neuregelung in Sachsen. Dresden, 23. April.(Eigenbericht.) In der Lohnsragc ist für die sächsischen Gcmeindcarbeitcr eine Verständigung noch nicht erreicht. Die Grundloge für die laufende Lohnvereiitbarung bildet der Schiedsspruch vom 1. November 1931. Dieser enthält auch«ine sogenannte Lohnschutzklausel, die besagt, daß bei verkürzter Arbeitszeit ein höherer Stundenlohn gilt, als bei Bollarbcit. Die Lohnvercinbarung hatte der Arbcitgeberverband ebenfalls für den 30..April gekündigt. Der Gc- samtocrband beantragte Verlängerung des gesamten bis- herigen Zustandes. Nach langem Verhandeln bezeichneten die Ver- treter des Arbeitgcbcrvcrbandes die Verlängerung der bisherigen Lohnsätze um 2 Monate als ihr äußerstes und letztes Angebot, jedoch ohne Austcchterhaltung der Lohnschutzklauscln. Diese müsse am 30. April unbedingt fallen. Der Ablauf der Lohnschutzklausel würde bedeuten, daß Tausende gemeindliche Arbeiter und Straßenbahner in Sachsen zu ihrem ohnehin schon gewaltigen Lohnabbau eine weitere Verdienst- schmälcrung von 2,24 M. und mehr hinnehmen müßten. Die Verband lungskommission des Gesamtverbandcs erklärte daher, daß sie sich zu diesem Angebot abschließend nicht äußern könne. Es müsse sowohl der Vcrbandsvorstand als auch die große Lohntarif- kommifsion dazu gehört werden. Anfang der nächsten Woche wird die Entscheidung fallen. Lohnverhanölungen im Gastwirtsgewerbe. Forderungen der Llnternehmer. Der bestehende Tarifvertrag für das Berliner Gastwirtsgcwerbe ist von den Unternehmern zum 30. April gekündigt worden, um— vielleicht in Anbetracht der katastrophalen Arbeitslosigkeit gerade im Gaslwirtzgewcrbe die 40-Stundenwoche einzuführen?— 0 nein: die Forderungen bewegen sich' in einer ganz anderen Richtung! Aus dem vom Genossen H a b e r st o ck vom Zentralverband der Hotel- angestellten in einer öffentlichen Versammlung für den Bezirk Westen am Donnerstagnachmittag vorgetragenem Material seien hier nur folgende Kostproben wiedergegeben: Der Urlaub soll noch mehr verkürzt und der Garantie- lohn soll auf drei Monate verrechnet werden. Das heißt also: wenn beispielsweise ein Kellner im Monat Mai nur den halben Garantielohu durch seine Umsatzprozcntc vereinnahmt hätte, würde der Unternehmer erst Ende Juli verpflichtet sein, die Differenz nachzuzahlen.(Zwischenruf aus der Versammlung:„Wenn er dann noch nicht plcste ist!")— Run, es werden gewiß nicht alle gastwirt- schastlichen Unternehmer dieses Schicksal erleben, wovon aber soll das Bedienungspersonal oder gar erst seine Familie leben, wenn der Ernährer erst nach drei Monaten Anspruch auf den tariflich festgelegten Mindestlohn hat?— Darüber machen sich die Unter- nehmcr keine Sorgen, desto mehr aber die gastwirtschastlichen Angestellten, deren Empörung über diese unerhörten Forderungen in der lebhaften Diskussion in einer Weise zum Ausdruck gebracht wurde, daß sogar ein Vertreter der christlichen Richtung glaubte, die Gelegenheit benutzen zu können, sich bei der freien Gewerkschaft anzubiedern., Die nächsten öffentlichen Versammlungen, die zu den Tarif- --------------- lD i 6 SrnzicjS Ersatzkasse für sämtliche Berufszweige ist ü ie-------------- Mrssul«®!!- und Sierbekasse für das Deuisdie ReicS» «m Jataire£884 ctetgrslnd«!« 3■.Sc*> wüßt das Ansehen der Stadt untergroben» zur Rechenschaft zu ziehen. Batja zahlt besser. Dom Staatsdienst zum Schuh-Ford. Der tschechische Gesandte in Wien, Vavretschka, läßt sich pensionieren und wird Generaldirektor bei den Batja-Schuhwerken in Zlin(Mähren). Er hat in der Vorwoche in Mährisch-Ostrau mit dem dortigen polnischen Konsul wegen einer Vertiefung der tschechisch-polnischen Wirtschaftsbeziehungen verhandelt und war von da nach den polnischen Seehäfen gereist, um die Frachtverhältnisse dorthin zu studieren. In Prag hatten diese Ver- Handlungen großes Aufsehen erregt, da nicht klar war, warum ge- rade B. mit dieser Mission betraut wurde. Nunmehr stellt sich her- aus, daß er diese Verhandlungen keineswegs für den Staat, sondern für Batja geführt hat, der seine Waren lieber über die polnischen als über die deutschen Seehäfen ausfüh- reu möchte. Achiung Buchdrucker! Die gesamte Belegschaft der Druckerei des GdA., R. Boll G. m. b. H., Schiffbauerdamm 19, hat am Frsita� infolg« angebotenen Lohnabbaues von 3ö Proz. der Uebertariflohne den Be- trieb verlassen. Alle Kollegen werden ersucht, bei Konditionsangeboten vorher Erkundigungen beim Gauoorstand, Berlin SO. 16, Engslufer 24/25, Zimmer 13, einzuholen. Es ist damit zu rechnen, daß die Firma ihre Arbeiten in an- deren Druckereien, eventuell auch auswärts herzustellen versucht. Bei der Firma wurden hergestellt unter anderem: GdA.-Zeitung, Gauspiegel, Vorkämpfer, GdA.-Iugend, Material- blätter. Der Angestellte bei Behörden, Techniker, Bergbau, Chemie, Pharmazie, Reisende und Vertreter. Rechtsanwalt. Versicherung. Bank, Mitteldeutsche, Niedersachsenwarte. Fleischer-Verbands-Zeitung, Die Hausfrau, Der Jungdeutsch:. Der Staatsbürger, Iungdcutsche Jugend, Destillateurzeitung. Die Tcxtilwoche, Bundeszeitung deut- scher Radsahrcr, Goethewcrk 19 Bände, Jnprekorr(Deutich-Englisch), Arbeiter-Sender, Mahnruf, Tribunal, Magazin für Alle, Der rote Stern und Roter Pfeffer. Der Gauoorstand. Freie Gewerkschafts-LugenS Berlin teute, Lonntag, 24. April, finden folgende Veranstaltungen statt: ngendgruppe de« Slahrung-mittol-»ad Getränkeaebeiter: Wanderung: Fstrstenwaldi— Scharmutzelsce— Raucnscho Berge. Treffpunkt 7 Uhr Echtes. Bahnhof. Unkostcnbeitrag l,30 M. @Luqendgruppe des s�entralverbandes der Angestellten Morgen, Montag, finden folgende Beranstaltungen statt: Weddiug: Jugendheim Türmer Ecke Eeestragc. Arbcitagemeinfchasi:„Unser Ber» band— sein Ziel und seine Einrichtungen". Leiter: Borr.— Nordost II: Jugendheim Schänlanker Straße(ochuldaraccl. Arbeitsgemeinschaft:„Unsere gewerkschaftlichen Gegner". Leiter: Derkow.— Weißensee: Jugendheim Pistoriuestr. 24. Ausspracheabend mit unseren Eltern.— Britz: Städtisches Lugendheim iRat- Haus). Vortrag:„Was will die Lugend im Zd-Zl.?" Referent: Birr.— Urban: Lugendheim Hobrecht, Ecke Sanderstraßc.„Mensch ärgere dich nicht." Brett» spielabend.— Funttiauäroerlammlung um 2l> Uhr im Bcrbandshauz. Zeder Lugendfnnltionär muß erscheinen. Tonclsmummsr des„Vorwärts" Am Montag früh ist ein« Extraausgabo des„Vorwärts" mit den Wahlresultaten bei allen Zeitungshändlern in GroB- Berlin erhältlich. Unseren Abonnenten wird sie durch Boten kostenfrei ins Haus zugestellt. Unseren Roslabonnenten kann diese Sondernummer nicht geliefert werden, da die Zeitung bis zu dem vom Postzeitungsamt festgesetzten Zeitpunkt nicht fertig gestellt werden kann, wenn die Resuitate möglichst vollständig gebracht werden sollen- Eine Bekanntgabe der Wahlresultale durch Aushang oder llchtbilder in den Zellungsfllialen ist auch diesmal polizeilieh nicht gestattet. Vorkrage, Vereine und Versammlungen # Reichsbanner„Schwarz-Rot-Gold". Seschasts stelle: Berlin S. 14. SebaNionstr Z7-L8. Hof 2 Tr. Prenzlauer Berg(Iungba): Dienstag, 26. April. Zusammenlunft an bekannter Stelle.— Friedrichshain tBortrupp): M'.tiwach, 27. Apr:., Iga: Uhr, Zusammenkunft, Jugendheim Sbertvstr. 12.— Eharlottenbnrg, Käme» radschaft Zoo: Mittwoch, 27. April, 20 Uhr, Siitgliederocriammlung bei Arndt, stantstr. 51. Briefkasten der Redaktion. N. A. 8l. 1. Uns nicht bekannt. Wir raten, sich an eine Drogerie zu wenden. 2. Damno bedeutet Verlust, Einbuße oder Nochteil.—- K. 25. 1. Ja. 2. Der Antrag ist an das Wohlfahrtsamt zu richten. 3. Sie müssen Einspruch erheben, der ebenfalls an das Wohlfahrtsamt zu richten ist. 4. Das Arbeits- amt kann in der mitgeteilten Weise vorgehen.— W. 57. Eine Beschwerde ist zwecklos. Die Notverordnung ist nicht vom Reichstag beschlossen, sondern vom Reichspräsidenten erlassen worden. Die Maßnahmen dienen der Sanierung der Invalidenversicherung.—„E. 1. Nicht die gesetzlichen Borschriften sind maß- gebend, sondern die Bestimmungen Ohres Mietvertrages. 2. Oa. Fllr die ruck- ständige Miete haften dem Vermieter die sämtlichen eingebrachten Sachen des Mieters. Mit der ratenweisen Tilgung der Mietschuld braucht sich der Ver- Mieter nicht einverstanden zu erklären. Woelieapro�ramm des Berliner Rundfunks. Sonntag, den 24. April. «.45: Qymnastik. 7: Aus Hamburg: Hafankomert, 8: für den Landwirt. 9.tzS: Wettervorhersage. 9.50: Ans Danzig: Morgenfeier. 11.05: Kinderstunde. 11.30: Aus Leipzig: Bach-Kantate. 13.10: Junge Lyrik. 13.30: Aus Breslau; Mittagskonzert. 14.15: Elternstunde. 14.45: Aus Stuttgart; HSrbtlder von den deutschen Waldlauf-Meisterschaften. 15.15: Robert Schumann. Spanisches Liederspiel. 15.45: Begegnung mit einer Sirene. 16.10: Unterhaltungsmusik. IS: Herbert Schlüter liest eigene Prosa. 18.30: Aul Schallplatten. Radfernfahrt Berlin— Kottbus— Berlin. 19: Orchesterkonzert. 23: Wetter-, Tages- und Sportrachrichten. Anschließend: Unterhaltungsmusik. Danach: Bekanntgabe der Wahlergebnisse bis zur Feststellung des vorläufigen Endergebnisses. Montag, den 23. April. 6.30: Eunkgymnsstlk. Anschließend: Frühkonzert. 11.35: Aus Hannover: Konzert. 12.30: Wettermeldungen für den Landwirt. 14: Schallplattenkonzert. 15.20: Aus Arbelt und Leben. 15.45: Die Romantik und wir. 16.05: Friedrich Zöllner zum 50. Todestage. 16.30; Klaviermusik. 17: Lieder. 17.30: Dr. Ueberau erzählt. 17.50: Wirtschafls-Rundscltau. 18.15: W. O. Sornin liest eigene Erzählungen. 18.35: Der Angestellte Im modernen Industriewerk. 19.05: Die Funkstunde teilt mit. 19.10: Stimme zum Tag. 19.20: Politische Zeitungsschau. 19.40: Mitteilungen des Arbeitsamtes. 19.45:„Solneraan, der Unsichtbare", Hörspiel von Roberl Kümmerlen. 21.15: Tages- und Sportnachrichten. 21.30: Aus Magdeburg: Konzert. Danach: Tanzmusik. Dienstag, den 26. April. 6.30: Gymnastik. Anschließend: Frübkonzert. 11.35: Aus Königsberg: Mittagskonzert 12.30: Die Viertelstunde für den Landwirt 14: Schallplattenkonzert. 15.20: Aus Arbelt und Leben. 15,45: Moabiter Bilderbogen. 16.05; Klavler- wtrke in verschiedenen Fassungen. 16.30: Unterhaltende Tänze, 17.50: Bücher- stunde. 18.20: Studenten diskutieren. 18.55: Die Funkstunde teilt mit,... 19: Stimme zum Tag. 19.10: Unterhaltungsmusik. 19.55: Mitteilungen Jet Arbeitsamtes. 30: Programm der Aktuellen Abteilung. 20.30; Brahms-Konzert 22.10: Wetter-, Tages- und Sportnachrichten. 23.30: Ans dem Atrium; Richard Tauber singt Lieder aus seinem neuesten Tonfilm...Melodie der Liebe". 17.30: Jugendstunde. Mittwoch, den 27. April. 6.30: Qymnastik. Anschließend; Frühkoiizeit. 9: Von der Deutschen Welle; Schulfunk. 11.35: Aus Leipzig: Mittagskonzert. 12.30; Wettermeldungen für den Landwirt. 14: Schallplattenkonzert. 15.20: Aus Arbeit uad Leben. 15.45; Das Problem des Glückes. 14.05: Programm der Aktuellen Abteilung. 16.30: Unterhaltungsmusik. 17.20: Jugendstunde. IS: Cetnbalomusik. 18.30: Rechtsfragen im gewerblichen Verkehr. 18.55: Die Funkstunde teilt mit.... 19: Stimme zum Tag. 19.10: Tanzabend. 21: Tages- und Sportnachrichten. 21.10:„Retlungs- oper". 22.20: Zcltberichte, Danach; Abcnduntcrhaltung. Donnerstag, den 28. April. 6.30: Gymnastik. Anschließend; Früh konzer t. 9: Von der Deutschen Welle: Schulfunk. 11.35: Aus Hamburg: Blaskonzcrt 12.30: Die Viertelstunde für den Landwirt. 14: Schallplattenkonzert. 15.20: Aus Arbeit und Leben. 15.45: ZünftiRc Lieder von der Landstraße. 16.05: Lebenswunder im Pflanzenreich. 16.30: Zcits:cnösslsche Klaviermusik und Lieder. 17.10: Opern-Arien. 17.30: Jugendstunde. 17.50: Vor und hinter den Schranken des Arbeitsgerichts. 18.10: Von der bildenden Kunst 18.20; Aufstieg oder Niederrang des Bürsertums? 18.55: Die Funkstunde teilt mit.... 19: Die Agrarpolitik der letzten Jahre(Dtsch. Welle). 19.25: Alfred Cndler liest eigene Prosa. 19.40: Chorgesängc. 20: Kabarett der Funkgemeinschaft der Artisten der Internationalen Arllstenloge. 21: Tages- und Sportnachrichten 21.10: Streichquintette. Danach: Tanzmusik. Freitag, den 29. April. 6.30: Gymnastik. Danach: Frühkonzerl. 11.35: Solistenkonzert. 12.30; Wettermeldungen für den Landwirt. 14; Schallplattenkonzert. 15.20: Aus Arbeit und Leben. 15.45: Das Schicksal der Alten. 16.05: Der Sportangler. 16.30: Jugendstunde. 16.50: Unterhaltungsmusik. 17.30; Mitteilungen des Arbeitsamtes. 17.35: Von der französischen Revolution bis zum Wiener Kongreß. 18: Oustav' Rickelt liest eigene..Hundegeschichten". 18.25: Das neue Buch. 18.35: Die Funkstunde teilt mit.... 18.40: Stimme zum Tag. 18.50; Populäres Orchesterkonzert. 20: Worüber man in Amerika spricht. 20.15: Aus Breslau;..Eine kleine Melodie". Ein heiteres Funkspiel für Musik. 21.30: Tages- und Sportnachrichten. 21.40: Funk-Kalender. Danach: Tanzmusik. Sonnabend, den 30. April. 6.30; Gymnastik. Anschließend; Frflhkonzert. 11.30: Aus Königsberg: Wiener Musik. 12.30: Wettermeldungen für den Landwirt 14: Schallplattenkonzert. 15.20: Jugendstunde. 15.40: Künstlcrschicksale. 16.05: Blasorchester- Konzert. Als Einlage: Zehn Minuten Film. 18: Die Erzählung der Woche. 19.25: Interview der Woche. 18.45: Für den Siedler und Kleingärtner. 18.55: Die Funkstunde teilt mit.... 19: Stimme zum Tag. 19.10; Kammermusik. 19.50: Der Tierfreund von Sven Schacht. 20: Aus Wien; Unterhaltungskonzert. 21.45: Wetter-, Tages- und Sportnachrichten. Danach: Tanzmusik. Königswusterhausen Sonntag, den 24. April. Ab 6.45: Uebertragung aus Berlin. 9: Das neue Gartenantlitz der Frtib- lingsmonate. Ab 9.35: Uebertragung aus Berlin. 11.30: Aus Leipzig: Bach- Kantate. 12: 10 Minuten Lyrik. 12.20; Aus Breslau: Mittagskonzert. 14.15; Elternstunde. 11.45: Aus Stuttgart: Hörbilder ven den deutschen Waldlaul- Meislerschaften. 15.15: Vom Pathos der Empfindsamkeit 15.35: Dichterstunde. 15.55: Der Tänzer von St Stephan. 16.10: Aus Berlin: Unterhaltungsmusik. 17.50: Junge Generation spricht Anschließend: Uebertragung aus Berlin. Montag, den 25. April. 16: Pädagogischer Funk. 16.30: Aus Berlin; Nachmittagskonzert. 17.30: Aberglauben in Beruf und Leben. 18: Deutsche Charaktere. 18.30: Spanisch für Anfänger. Anschließend; Wetterbericht für die Landwirtschaft 18.55: Uebertragung aus Berlin. 19.10; Uebertragung aus Berlin. 19.30: Stunde des Landwirts. Deutschlandsendcr: 20: Aus Hamburg: Bunter Abend. 22: Wetter-, Tagesund Sportnachrichten. 22.15: Reise in Deutschland. Anschließend: Uebertragung aus Berlin. Dienstag, den 26. April. 16.30; Aus Leipzig: Nachmittagskonzert 17.30: Die Berufsaussichten des deutschen Akademikers im Ausland. 18: Wir bauen Melodien. 18.30; Die groBen Religionen des Orients und das Abendland. 13.55: Wetterbericht für die Landwirtschaft. Anschließend: Englisch für Fortgeschrittene. 19.20: Gedanken zur Zeit 20; Weltpolitische Stunde. 20.30: Deutschlandsender: Uebertragung aus Berlin. 22.10; Wetter-, Tages- und Sportnachrichten. 22.30. Uebertragung ewe Berlin. 22.45: Aus Haniburg: Russische Volksweisen. Mittwoch, den 27. April. 16: Pädagogischer Funk. 16.50: Aus Hamburg: Nachmittagskonzert. 17.30; Praktische Siedlungsfragen. 18:«Musik und Rasse. 18.30; Hochschulfunk. 18.5?: Wetterbericht tür die Landwirtschaft. 19.00: Stunde des Beamten; anschl. Uebertragung aus Berlin. Dcutschlandsender: 21; Tages- und Sportnachrichten. 21.10: Aus Breslau:„Was die Dorflinde erzählt." Eine Hörfolge aus Schlesien. 22.30: Aus Hamburg: Konzert. Donnerstag, den 28. April. 16; Pädagogischer Funk. 16.30: Aus Berlin: Nachmifragskonzert. 17.30: Aus der Geschichte der Sklavcnbcfrelung. 18: Hünengräber im Emsland. 18.50: Spanisch für Fortgeschrittene. 18.55: Wetterbericht für die Landwirtschaft. 19: Bilder vom heutigen Rußland. 19.30: Stunde des Landwirts. 20: Deutschland- senden Aus Leipzig:„Ritter Roland". Oper von Haydn. 22: Wetter-, Tagesund Sportnachrichten. Anschließend Uebertragung aus Berlin. Freitag, den 29. April. 16: Pädagogischsr Funk. 16.30: Au» Leipzit; Nachmitttsskonzert. 17.30: Die realistische Dichtunu des 19. Jahrhunderts, 18; Tilly, der Mann und Soldat (zum 300. Todestaz). 18.30: Volkswirtschaftsfunk. 18.55: Wetterbericht für die Landwirtschaft. 19: Wissenschaftlicher Vortraz für Aerzle. 19.30: Arbelt und Dichtunz. Anschließend Uebertrazunz aus Berlin. Sonnabend, den 30. April. 16: Die wirtschaftliche Bedeutunz der Ostseeländer. 16.30: Aus Berlin: Nachmittazskonzert. 17.30: Viertelstunde für die Gesundheit. 17.50: Viertelstunde Funktechnik. 18.05: Musikalische Wochenschau. 18.30: Aus Köniisbertz: Wie sieht es im Memelzebict aus? Anschließend Wetterbericht für die Landwirtschaft. 18.55; Deutsch für Deutsche. 19,15: Enzlisch für Anfänzer. 19.35: Stille Stunde. 20: Deutschlandsendcr: Aus Köln: Lustizer Abend. Anschließend Wetter-, Tages- und Sportnachrichten. 22.30: Aus Hamburg: Walpurgisnacht auf dem Bracken. 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Die Arbeit der Forscher wurde in den Laboratorien fortgesetzt, aber praktische Vorschläge sind bis zur Stunde noch nicht gemacht worden. Kürzlich hat der Fachausschuh für Lärm Minderung, der in enger Verbindung mit dem Heinrich-Hertz-Jnstitut für Schwingungsforschung arbeitet, am Potsdamer Platz Geräusch- und Lärmmessungen vorgenommen, wobei zwar wissenschaftlich interessante Zahlen ermittelt, die praktische Nutzanwendung aber wiederum schamhast hintan gestellt wurde. Soviel stellte man aller- dings fest, daß knatternde Motorräder zu den größten Lärmmachsrn gehören. Daß die Lärmbekämpfung noch nicht größere Fortschritte gemacht hat. liegt daran, daß das Problem viel zu sehr wissen- schaftlich und zu wenig praktisch angefaßt wurde. Hier sollen einige Vorschläge gemacht werden, die den Vorzug haben, zum größten Teil sofort durchgeführt werden zu können. Die Industrie, die hochwertige Motoren konstruieren konnte, ist bestimmt auch in der Lage, gute Schalldämpfer herzustellen. Das ist nicht einmal eine neue Aufgabe: Schalldämpfer, die ihren Zweck wirklich erfüllen, sind schon vorhanden. Nur müßten die Polizeibcamten angewiesen sein, darauf zu achten, daß auch ein jedes Motorrad mit gutem Schalldämpfer versehen ist. Heute ist es so, daß sich die Motorradfahrer für ihre Geschwindigkeitsexperimente die menschenleeren, gegen Abend stiller gewordenen Straßen aus- suchen, den Schalldämpfer vom Auspuffrohr entfernen, und dann mit Vollgas und donnerähnlichem Getöse lossausen. Wer den meisten Lärm macht, kommt sich am sportgerechtesten vor, kein Polizei- beamter hindert die Ruhestörer und doch würde«ine Feststellung mit folgender Verwarnung und bei ganz hartgesottenen Sündern eine Bestrafung die Attacken auf die Nerven der Großstadtmenschen verhindern. Motorräder brauchen nicht zu knattern, das beweisen «in« ganze Anzahl renommierter Motorradfabriken, die fast ge- räuschlos arbeitende Maschinen herstellen. Den Einwand, ein stark schalldämpfender Auspufstopf nehme zu viel von der Kraft des Motors fort, braucht der nicht motorradfahrende Zeitgenosse nicht anzuerkennen: auch mit Schalldämpfer fahren die Motorräder noch schnell genug! In der T r a n s p o r t r a d i n d u st r i e herrscht offenbar der Grundsatz, in die Räder mit den größten Kastenaufbauten die klein- steu Motoren einzubauen. Jedenfalls bemüht man sich, selbst Drei- räder, die zum Transport von Matratzen, Klubsesseln, ja von Lasten bis zu 10 Zentner bestimmt sind, mit steuerfreien Motoren zu ver- sehen. Gewiß soll nicht verkannt werden, daß vielen Besitzern solcher Transporträder die Befreiung von der Autosteuer sehr angenehm ist, aber technisch betrachtet, bedeutet die Bewältigung so großer Lasten für eine steuerfreie Maschine«ine ständige Uebcrlastung. Sie ächst und knallt dann eben in allen Fugen und Lagern und ver- ursacht ein Geräusch, das dem der Motorräder nicht nachsteht. Hier erhebt sich die Forderung nach dem Einbau stärkerer Motoren und besserer Schalldämpfer, selbst auf die Gefahr hin, daß einige Mark Steuern das monatliche Fuhrparkbudget des Besitzers belasten. Und noch auf eines sei in diesem Zusammenhang hingewiesen. Die Traktoren, eiserne Pferde genannt, verdienen ebenfalls in ihrer Mehrzahl in die Rubrik der großlärmerzeugenden Verkehrs- mittel eingereiht zu werden. Weil sie eine nur geringe Geschwindig- keit zu entwickeln brauchen, baut man wie in den Transporträdern auch in sie verhältnismäßig schwache Maschinen ein, die aber bei dem sehr großen Uebersetzungsverhältnis die schweren Lasten zu ziehen vermögen. Man jagt sie auf unwahrscheinlich hohe Touren, so daß wiederum dadurch und weiter durch den völlig freien Einbau der Maschinen in das Fahrgestell große Betriebsgeräusche entstehen, die sich unmittelbar der Welt mitteilen. Diese Bauart der Traktoren, die besonders«ine amerikanische Firma beliebt, ist eine Rücksichts- losigkeit gegen die lärmgeplagten Großstädter: daß es auch anders geht, beweisen deutsche Firmen, die einen etwas stärkeren, lang- famer laufenden Motor verwenden und ihn mit einer schall- dämpfenden Motorhaube umgeben. Das sind so einige Geräusche in der Großstadt, die sich sehr leicht abstellen lassen. Mit dem gleichen, geringen Auswand an Energie, mit dem die Aufsichtsbehörde seinerzeit verfügte, daß alle Fahrräder mit einem„Katzenauge" versehen sein müssen, kann man auch die gerügten Lärmmacher zur Raison bringen Ein« Verordnung und entsprechende Anweisung an die Polizeibeamten genügen. Veruntreuungen eines Polizeibeamten. Mit den Geldschranffchlüsseln auf und davon. Hamburg, 23. April. Auf Veranlassung der Schleswiger Polizei wird ein Polizeiobersekretär D. gesucht, der unter Mitnahme einer größeren Geldsumme und der Geldschrankschlüssel verschwunden ist. Bisher fehlt von ihm jede Spur. Der Obersekretär hatte die Kasse der Wirtschafts stelle der Schutzpolizei in Schleswig zu verwalten. Als er morgens nicht zum Dienst erschienen war und auch in seiner Wohnung nicht gefunden wurde, schöpfte man Ver- dacht und ließ den Geldschrank aufschweißen. Es wurde ein Fehl- betrag festgestellt, dessen Höhe nicht bekanntgegeben wird. Da die Unterschlagungen sich über längere Zeit erstrecken, soll er recht erheblich sein. Fingierier Wohnungseinbruch. In letzter Zeit sind häufig Wohnungseinbrüche ver- übt worden, bei denen es sich herausstellte, daß sie fingiert waren. Eine solche Affäre ist jetzt wieder aufgedeckt worden. In der Warschauer Straße war der Kriminalpolizei bei einem Kauf- mann ein großer Einbruch gemeldet worden, bei dem die Täter für Abonniert die Zeitung der Hand- und Hopfarbeiter! Ich abonniere die volle Ausgabe des„Vorwärts", zweimal täglich frei ins Haus zum Preise von 3.2Z Mk. pro Monat(pro Woche 75 Pf.). Ich abonniere den„Sonntag-Vorwärts" zum � Preise von 55 Pf. pro Monat. (Nichtzutreffendes bitte zu durchstreichen.) Slusfüllen und einsenden an den Verlag des„vorwärts", Berlin SD öS. Lindenstrafze 3. etwa 6000 M. Silber usw. erbeuteten. Zur Zeit des Einbruchs war der Wohnungsinhaber verreist. Es stellte sich heraus, daß ein Verwandter des Kaufmanns während dessen Abwesenheit den Einbruch vorgetäuscht hatte. Der Kaufmann, der früher im de- setzten Gebiet lebte und dort ausgewiesen worden war, besaß nocki vor einigen Jahren eine große Fabrik und beschäftigte 20 00 Ar- beiter. Die wirtschaftlichen Verhältnisse hatten ihn jedoch voll- ständig ruiniert und nahezu an den Bettelslab gebracht. So kam er auf die Idee, durch den Einbruch in den Besitz der Versiche- rungssumme zu kommen, um damit eine neu« Existenz aufzubauen. Der Kampf gegen die Geisel der Menschheit. Die Städtische Beratungs- und Behandlungsstelle für G e- schlechtskranke in Berlin-Neukölln berichtet über ihre Tätigkeit im Kalenderjahr 1931 folgendes: In dem Berichtsjahre nahiu die Inanspruchnahme der Beratungs- und Behandlungsstelle erheb- lich zu, und zwar ist die Besucherzahl, die im Vorjahre 18144 bc- trug, auf 23 106 männliche und weibliche Personen gestiegen. Von diesen nahmen erstmalig 4215 Personen(im Vorjahre 1756) die Bc- ratungs- und Behandlungsstelle in Anspruch, woraus sich ergibt, daß die Zahl der neuen Zugänge um etwa das 21-- fache gestiegen ist: freiwillig sind von diesen Personen erst- malig 3173(1198) gekommen, davon 1623(788) Männer, 1441(410) Frauen und 109 Kinder. Der Beratungs- und BeHand- lungsstelle ist gleichzeitig eine Unterfuchungs- und Behandlungsstelle für hautkranke Kinder resp. für elektro-physikalische Therapie an- gegliedert worden, deren Gesamtbesucherzahl im Jahre 1931~ 3232 Personen betrug, unter denen sich 929 Kinder befanden. Auch diese Arbeit muß von dem Personal der Beratung?- und Behand- lungsstelle mitgeleistet werden. j The Thealer, Ltdtlspiele usw klSStt Thc&lcr Sonntag den 24. April Staatsoper unter cen Linden 20 Uhr Eine Nadil In Venedig StutlSüaasiiiete üadarßunnirkL 20 Uhr Die endlose Straße Schiller-Theater Charlotteoburg. 20 Uhr Cyrano von Bergerac Tigllch s u. 8 Vi Uhr/ Barliaroua 9256 HORACE GOLD IN WINSTONS Tauch-Revue Rud. Nelson— Hans Sommer MaryLossefT* The Jevers ur*. Ukg ScMei. BM, S i. Bis, jtjs. 2,S,8UB. Tel.; E 7 Welcbätl«31 Der Vogelhändler Theater desWestens 8'U Uhr kurzes CJstspW nur Iis 75. Spril Braltmaniscbe Inder tanzen und spielen iadiscbe Dramen u. Lebenden Rose■ ineater inte frankfurler Stnli 137 1:1. Wndnel E 7 3427 3 und 6 Uhr Die Frau. die jeder sudit 9 Uhr So ein Mädel (Das Extemporale) , cizojjjes. \SCHAlJSP5ilrt\LIS\ f*AX REawU-�JRDTl INMENIERU�IG WintQr - Garten 5.15 ilhi Flon 343* Um irhubt| Varlete-Kevue „Fünf in» Käsewajten" mit| Ehrlich, nnlniuy. Jiorsa«. Tbeimer. Süneland usw. Heute 2 VoratcUnnren 4 u. 8W Uhr. 4 Uhr Klelre Preise. J Slam, oper Charlonenburg tiismarckstraBe 34 Sonnlag, 24. April Turnus III Rigoletto Pfahl, Desial, Talen, ßeumann. Amerliag, Gaaszar Anfang 20 Uhi Ende 22-30 Uhr | m\M-Tlieaiei Täglich SV» Uhr Das Tbutir der Sdiauipiilu Maria Stuart Tilla Durleux, Erika Wagner Th. im Admiralspalast raglich 8V. Uhr Käthe Dorsch Gustaf Gründgeas Liselott* SinUSpielviiluarilKOnnilie VoiKsblUme Ibutu im BaiDwplali 8 Uhr Liliom" mit Hans Albers Ii" Stall. Sdilllar-Ilieater 8 Uhr Cyrano vonBergerac netropoi-Ttieaier Täglich SV. Uhr turt<»41«, in Zirkus Aimee Operette von Curt Oöu, Musik von Benatzky pTUeaterlo den Sireseraannslr. Täglich 8V. Uhi aeiniRQhmann ii DerMostergatte Schwank In 3 Akt. Rgsfauarf Berlins BETRIEB% KBrfPlHSKltiJ MMn laeetEi 8 Uhr Vor Sonneat- Dnlergang v. Oerh.Hauptmann Regle M« Reinhardt � Hasenheide D Konzert-Tanz Clrcus BUSCH täglich SV. Uhr: Ringkämpfe und firiitd-Pregramiii Pltht30M.bit3.-IIL GRUNEWALD HEUTE 2'/, UHR EROFFNUNGS- RENNEN IMm ifiiöil Montag, den 25. Aprii nachmittags 4 Uhr „Sarolti" Aktiengesellschaft, Berlin Bilanzkonto per 31. Dezember 1931 Gewinn- and Verlattredmang Soll TIandlungtnokosten...................... Steuern.................................. Abschreibungen:... a> Gebäude.......... RM 11®"8— b) Maschinen and Ein-_______ richtungen........■ 833 OoO.°s Bilanz-Konto: Vortrag aus 1930........ RM 132 408.63 Reingewinn 1931...... 4S7 424.74 Vortrag rom t. Zinsen........ Rohertrag.... Haben Januar 1931 RM 7 863 617.55 847 504.45 943 166.98 644 833.37 10 301 122-35 RM 157 408.63 67 034.90 10 076 678.33 10 301 122.35 Die Auszahlung der für 1931 auf festgesetzten Dividende erfolgt abzüglidt 10% Kapital ertragt teuer von heute ab bei: der Dresdner Bank, Berlin und Zweigniederlassungen, der Berliner Handels-Gescllsdtall, Berlin, dem Bankhause Kanold 4 Grüneberg, Berlin und an der Gesellsdiaftskasse in Berlin-Tempelbol gegen Einlieferung des auf Reichsmark lautenden Dividendenscheines für 1931 bzw. des Dividenden- Scheines Nr. 4 der neuen Aktien. Berlin, den 23. April 1932. Der Vorstand »■..uhr CASIHO- THEATER 8,',uh. Lothringer Stralie 37. iiiiiiiiniiniiiitiiiiiiiiiiiiiMiiiliiiuiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiuniiiiiiiiuinii GroHserPreis-Abbaa: Auch Sonnabend u. Sonntag: Park, u Rang Seite nur 0.50. Faut. u. Rang Mitte 0.75, Sperrsitz u. Balkon I__. Logen u. Sessel IAO I>er Operetten-Schlajren ,.K>«5l»l>lna" Riitio-Bsifill! Mm arretiert«dl fir nnlg CtMI 2. 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Vermietung durch Verwalter S p y c h a 1 f* Uainstraße 34= Todesanzeige Allen Freunden und Befunnten die traurige?tachrtcht, daß meine liebe Frau, unsere gute Mutter, Schwiegerund Grotzmutler Hulda Frühschnlz geb. Scholz nach langem, schwerem Leiden sanft entschlafen ist. Im Jtamen der Hinterbliebenen Ernst Frühschnlz Die Beerdigung findet am Dienstag. dem 26. April, um 15'/» Uhr auf dem Garntson-Friedhof stall. Allen Freunden und Partelgenossen die traurige Nachricht, dafi metne liebe Frau, unsere herzensgute Mutter und'Schwiegermutter Agnes Vogel geb. Strlecks nach schwerem Leiden am Sünnabend, dem 23. April, verstorben ist. In tiefer Trauer August Vogel und Kinder Einäscherung am Dienstag, dem 26. April. 19 Uhr. im Krematorium Baumschulenweg, Kiesholzstraße Auch obne Anzahlung. Direkt vom Eigentümer! Sofort. Bauerlaub. o.Banzwavg. KeineWertzuwachsst. Kl. Monatsraten, qu» von M.— an Mm JaMT d.m, nahe dem o rosten Ieefener See 30 Minuten vom Bahnhof Känlgswusicrhaasen Kurz vor Dorf Senzig am Maid- weg, der zur Siedlung führt: großes Schild! Fahrzeit vom Görli'tz.Bhf. bis Königswusterhausen 40 Min., Stedlerkarte 30 Pf. M. Graupner, Berlin M Solmsstr. 37 Tel. Bergmann 270. Täglicher Verkauf in der Siedlung Lerkauss- Büro: TeL Kgsw. 2321 Auskunft auch im Restaurant „Waldesruh". Iuh. Richard Bock parieisaiiiiHiüilüiiail.VergBiiüg. Piänderversfei Gerung Die tu beu Moneten Infi. A u g u ff. September IS3f vetsegten Pfänder tommen. soweit Ne nicht erneuert worden stnb, zur Versteigerung t Bei ülbleifung II. Cifäffet Sic. 74, non, Monteg. dem a. Mai IgZ2. ab u Uhr in der Rrihrnioize: Fahrräder ufw.. Kleider, PclzwerL Wäsche Bef AbfeUung I. Iägerstraße g4. oom Moniag. dem 22. Mai t»22, ad S Uhr tit drr dirihenfoiger Juwelen, tboid» und Eilbersachrn. Kristall Fahrräder. Grltenltände drr Optif, Ktrider, Prizweri, Wäsche FUr vertallene Pfänder, wrichr erst nach drni Antlionedrginn erornrrl oder ein- geios! werden, muß drstimmungegemäß Auitionogcdiihr drrechnel werden. Staalllches Lcihaml. eiiu„�Betten is» Kindarb, PoUter, Chair-eL, an ietl.n, Teün Katalon frei. EUanmebalfllbrUi Stahl CTkün} Am Donaersiag, 28. April 1932, mrrden im Srge der Zwangsvollstreckung iiffcntlich mcistbictend gegen Barzeh lung versteigert: 10 Ahe: Sfaatlfche psandkarnmer Zögerslrahe 04: Schrank» und Kofsrrgrammophonr, 2 Kaffeemaschinen sDorag u. Dcedcrs), 4 Schreibmaschinen, 1'Damenfahrrad, 42 Rollen Kupferdraht, 5 Filmncga- tive sMenschen und Masken, Im sal- schon Perdacht, Der große Unbekannte, Wetterleuchten,„Hetb der Arena"). 12 Ahr: Sfaatffche Biandkoinmer Eliässor Straße 7« Posten Ret!. aschkommoden ohne Spiegel, 1 Klavier, Dstsekt, Sola mit Umbau und andere Möbel, 1 Stehlampe, Mrammophon, 8 Schreib- Maschinen, 1 Ratlonalkassc, 1 Skunks. kragen, 1 Damenfahrrad. nathui. 2 Ahr. Jt 65, Schufeendorfer Straße 26; 1 Iohannisberger Doppclschnellpresse Nr. 10 mit Doppelanlegeapparat. BoUstrecknngsslellen der ZInanZ- ütuter tm Bezirk de» Landesfinanz- omks Bert in. 1 Schlafzimmereinrichtung, 1 Po Frißertoiletten, Ztachtschränkc, P stellenfeile sneu), 4 Waschkommo Nniteler rote Sfuinen looo Slllclt 2.5, 7M. Blumenf.Dresden 86 eiumenspenaen Ieder Art Isfort preiswert j Paul Golletz vormalt Robert Meyar Marlannenstr. 3 Fa Oberbau»i 1303 Ouiffungi Buoaii u.lieKlomemurKrn frrfkj! seil VVJahrrn <�).Spe/ialKöf fonrnd Müller Wimwtxiir/ Eewinnauszug L Klasse 39. Preubisch-Süddeutsche Slaals-Lotterie. Ohne Gewähr Nachdruck verholen Aus jede gezogene Nummer sind zwei gleich Hobe Gewinne gefallen, und zwar sc einer aus die Lose gleicher Nummer in den beiden Abteilungen I und II 2. Ziehungstag 23. April 1932 ön der heutigen Vormitiagszichung wurden Gewinne über 309 M. gezogen 2 oewinn« ,u 50000 DL 1ZZ220 2 Gewinne ,u 1 oooo M. 124641 8 Gewinn« ju 5000 M. 8732 1Q9349 216125 250590 2 Gewinne zu 3000 SIL 336019 12«.minn« zn 2000 91t. 18937 59211 198644 266373 316817 344983 33 Gewinn« zu 1 000 M. 26901 39915 50891 53107 58561 85083 68707 95442 116570 I 35605 172732 177165 201359 286749 287976 303109 350931 362594 32 Gewinne>u 800 M. 9295 56716 93936 130147 150211 181071 187269 240247 249477 255064 260917 333355 373506 394814 396712 3Ü7994 42 s-winn- zu 500 M. 1962 4559 20626 34714 77658 147768 151718 176701 190067 206346 219460 220149 237685 262636 282364 292370 316644 332761 336522 359490 368226 3n der heutigen Nachmiltagsziehung wurden Gewinne über 300 Je. gezogen 2 S«winu- zu 1 00000 M. 333050 6 Gewinne zu 3000 AL 260 6493 377065 10»«Winne zu 2000 M. 19613 157460 234737 271417 352697 24 Gewinne m 1 000 m. 5772 16972 51389 59379 99236 106736 270148 279125 293570 328320 347912 387714 50 Gewinn« zu 800 M. 17505 21326 30334 50671 57139 129496 143018 143149 198650 202305 205344 219811 230390 232950242532 234749 269477 273239 279201 321843 329773 358395 360190 376880 378943 44 Gewinn« zu 500 M. 17275 35000 40943 46256 53196 66982 71004 114072 II�I 114804 141480 175493 175811 178837 181677 210764 22281 1.9673 338756 338137 376011 390132 Die Zi. hung der 2. Klasse der Zg. Preubisch-Süddeutschen (265. Preubischens Slaatslollerie sindet am 18. und 19. Mai 1982 slatL Zurück! Prof. W. Liepmann Chnrlollcnburfi, Berliner Strafe 54. I| (iarten-üiul Bauparzellen im HIttersats-Cieljlude Verkauf durch; Tcrra;n-Gcs. am l'eltow-Canal. Rudow- JobannU- Ihal, Rudow, Gutshaus. Fernruf: Adiershot 25- VcrKaufshaus Blau- Gelb auf dem Gelände.— Linie 47, Haltestelle Stubenrauchstraße. Siedlung KmdelwaBd bei Barl i n-Her msdorl Kerrlidie Hochwald-Grundstücke "ruspestte u. AusKOm.e ägl. v. 9-17 Uhr Glienicke, Nordbutin, Kotienzoilernstriifie 38. Fernruf 0 7 HermeQerf 0834. Original- Bessma Homöopathie Patcntmatratzen/ Runehenen Couchs mit Betema-Federung P alent-Drchbctt(D.R.P.) ein Grift- ein Bett, sowie das neue Holzbett mii icfema-Federung sind vollkommen geräuschlos!— Kein Finliegen. Füll schwerste Belastung. L'cbcrah erhälil 20 Jahre Garantie. I Bwl.FeMnutratz.-f aBrtt, Koppaastr. ai i Nieren-, Blasen., Leber-, a allen, /lagen-. Dann-, Innere u. Nerrenl.| ääfon« n llnz.str. t» BeDanUl.nurZM. IWSH 10-2.4-7.Stg. il Mein Kapilän- SCautabak schmeckt mir doch am bestell! Ne. 192* 49. Jahrgang •"V 4. Beilage des Vorwärts Eonnfsg, 24. April 1932 Qerlmvl Hemimuu lUoftar/'.ßviei min£mide: S)ickköppe Für den Bauern mußte nicht erst eine Wirtschatt-krise kämmen, Nm rhm seine Abhängigkeit zu beweisen non Gewalten, die er nicht regieren kann. Das fassungslose Erstaunen der bürgcrlich-stödtiichc,, Welt über die Totsache, daß man Arbeiter in Massen und Moschi» nen von sagenhafter Leistungsfähigkeit haben kann und dennoch in Not und Elend zu oerkoimnen droht—, dies Erstaunen einer Menschcnart, die sich bewußt von Himmel und Erde emanzipiert hat, kennt er nicht. Er weiß seit Jahrhiindcrtcn, daß man schuften kann wie«in Wilder, daß man pflichtgetrcu und fachgemäß säen, ernten und pflügen kann, daß die Änoä>«n weh tun— und wenn es dem Himmel einfällt, zu viel Regen zu spenden oder zu wenig Regen, oder zu viel Sonne oder zu wenig Sonne, oder zu viel Frost oder zu wenig Schnee—, dann ist alles zum Deubel! Der chinesische Bauer seht sich gegen solche Abhängigkeit aus seine Weise zur Wehr, indem er den Götzen, der für das Wetter neraiüworilich zeichnet, zur Strafe mit Jauche begießt. Der deutsche Bauer ist aufgeklärter Christ und hat diese Möglichkeit der Mreak- tion nicht.'Also muß sich das schlechthin menschliche Bedürfnis, die Dinge nach dem eigenen Kopf zu lenken und sich nicht von den Dingen lenken zu lassen, auf jedem Gebiet durchsetzen, auf das die Witterung keinen Einfluß hat. Auf diesem Bedürfnis beruht die Allgcmeincrsäzeinung des bäuerischen Dickkopfcs. Es wird Familien- terror schlimmster Art getrieben,«s werden Kriege zwischen Hof und Hof ausgetragen, es wird prozessiert, heute wie vor Jahr- Hunderten, lind es würde Mord und Totschlag geben, wenn der Dickkopp nicht, gleich dem Zahnschmerz und dem Schnupfen, die Eigenschaft aufwiese, nur für seinen Inhaber eine ernsthafte An- gelcgenhcit, für den Zuschauer aber reichlich konnsch zu fein. So seien denn einige wahre Beispiele von Dickköppigkeit hier angeführt — der Leser darf getrost darüber lachen, nur, wenn er zufällig «innial einem der Helden dieser GeschiHten Auge in Auge gegen- überstehen sollte: nicht dem Dickkopp ins Gesicht! Das sei ihm von einem Kenner bäuerischer Faustkraft wohlmeinend angeraten, Der Postbäcker und der Kirchcnbäcker. Also da gibt es in einem märkischen Dorf zwei Bäcker. Sie vertragen sich natürlich nicht. Nicht etwa, weil einer dem anderen geschäftlich Abbruch tun mühte, um zu erilticren. Das Dorf ist ziemlich groß und könnte mühelos drei Böcker ernähren. Nein, es gibt für diese Feindschaft einen einzigen, allerdings nach den Ge- wohnhcitcn des Dorflebens höchst stichhaltigen Grund: die beiden Bäckermeister sind verschwägert. Zwischen Schwägern hat Streit zu herrschen: dos ist eines der dunklen Naturgesetze, mit deren Er- tlärung sich die Psychoanalyse abmühen möge. Jedenfalls sitzen beide.in der Gemeindevertretung, beide besuchen die gleiche Kneipe, denn es gibt nur eine im Dorf: aber sie reden selbstverständlich kein Wort miteinander, uni> sie gehören auch verschiedenen Par- ieien an. Als sich kürzlich die Frau des einen bei der Wahl auf dem Stimmzettel oerschrieb und das Kreuz in das Felo derjenigen . üei malte, der nicht ihr Mann, sondern ihr Bruder angehört«, trat der Bruder umgehcnd aus dieser Partei aus und in die ent- gegcngcsetzte ein.(Wie der Wahlirrtum herauskam? Nun, das Wahlgeheimnis im Dorf bleibt vorerst noch meist ein Wunsch- träum.)\ Aber die Geschichte vom Scmmclkrieg, die hier erzählt werden soll, spielte sich vorher ob. Da saßt« den einen, der seine Bäckerei neben der Post hat und deshalb der Poftbäckcr genannt wird, mal wieder«ine unbändige Wut gegen den Schwager, der, ebenfalls nach der Lage seines Geschäfts, als Kirchcnbäcker bezeichnet wird; und der Poslbücker reagierte seine Wut dadurch ob, daß er an «mein schönen Morgen seinen 5Zundcn nicht mehr, wie bisher, fünf Wassersemmeln für einen Groschen verabfolgte, sondern sechs. Diese höchst einfache Maßnahme hatte den gewünschten Er- folg: alle Kunden des Kirchenbäckers bezogen an diesem Tage ihr« Wassersemmeln beim Postbäcker. Aber auch nur an diesem Tage: am folgende» gab der Kirchcnbäcker natürlich sieben Wassersemmeln für«inen Groschen— und ein Zuckerplätzchcn dazu. Die Post- bäckerkundcn tauften infolgedessen beim Kirchcnbäcker. Am nächsten Tage beim Postbäcker: acht Wassersemmeln und zwei Zuckerplätzchcn. Wieder einen Tag später beim Kirchenbäcker: zehn Wasser- scmmcln und vier Zuckerplätzchcn. Usw. usw. lieber den Umsatz konnten beide Bäcker nicht klagen. Längst kamen die Bewohner der benachbarten Dörfer und kauften ihre Semmeln bei einem der beiden. Mal bei dem, mal bei jenem, wer gerade im„Borsprung" war. Deputationen der Bäcker aus den betroffenen Dörfern erschienen, um zum Guten zu reden— und flogen hinaus. Man solle sich nicht in sein« Famili«nangclcgen- heit mischen, erklärte jeder der Schwager. Es war der einzige Punkt, in welchem sie einig waren. Endlich indessen fand sich einer, der sich mit mehr Erfolg in ihre Familienangelegenheiten mischt«. Das war der Gerjchtsvvll- zicher, gesandt von den Müllern, denen beide Schwäger schon längst das Mehl nicht mehr bezahlen konnten— sie arbeiteten ja schon seit Wochen mit starken Verlusten. Jeder fuhr zum Geldvcrleiher in die Stadt. D«r Zufall wollte, daß sie sich dort trafen. Als dem Postbäcker die Nase blutete und dem Kirchenbäcker ein Finger ausgerenkt war, trat der Geldvcrleiher ein und suchte Frieden zu stiften. Noch einer Woche konnte er aus dem Kranken- Haus entlassen werden. Aber di« beiden Schwäger hatten sich beim gemeinsamen Verprügeln des Dritten, der sich in ihr« Familien- Verhältnisse gemischt hotte, endlich versöhnt. Und am nächsten Tage gab es zur großen Betrübnis von fünf Dörfern bei beiden nur fünf Wassersemmeln für den Grosch«»— wie in der alten, schlechten Zeit. Und nicht ein«inziges Zuckerplätzchcn..., Aber man braucht den Mut nicht zu verlieren. Vielleicht kom- man die schönen Wochen des Scmmelkri«gcz mal wieder. Denn beide hoben schon wieder genug gespart, um eine Welle durchhalten zu können— und beide sind längst wieder verkracht. Weil sie ja doch verschwägert sind. Muddcr Rönnebeck und ihre Schwiegertochter. Hingegen hat Muddcr Rännebccken den Kummer direkt im eigenen Hause. Der Kummer heißt Luise und besteht aus der Schwiegertochter, die chr Fritze ins Haus gebracht hat. und die Muddcr Rönncbcckcn nicht paßt, aber schon ganz und gar nicht paß:. Und Luisen paßt Muddcr Rönnebeck auch nicht. Nun iit es leider so, daß Fritz« Rönnebcck sich iin Kriege einen Lungenslcckschuß zugezogen hat, weshalb er Schonung braucht, und weshalb beiondcrs Aufregungen van ihm ferngehalten werden sollen, weil das die Temperatur«rhöht und die Bazillen, die sich an der Wunde angesiedelt haben, in höchstem Maße fördert. Für Mudder Rönnebeck ist es natürlich klar, daß die Schwiegertochter für ihren Fritze solch eine Aufregung darstellt, und sie sucht diese Aufregung mit mütterlichem Eifer zu beseitigen. Luise wieder hält die Schwiegerrniittcr für das Slufrcgende und handelt demgemäß. Fritze hält das zwei oder gar drei Jahre aus, denn er hat immer eine gesunde Natur gehabt. Dann aber wiro es ihm endgültig zuviel, er legt sich nieder und stirbt. Wenn nun Muddcr Rönnebeck und Luise Sinn hätten für kios- fische Dromenszencn, daim würden sie sich über der Bahre des Taten di« schwieligen Hände reichen. Dieser Sinn fehlt aber beiden vollkommen. Vielmehr ist jcoe fest überzeugt, daß die andere Fritzen ins Grab geärgert hat. lind nur mcll vier starke Männer die beiden Frauen holten, kommt«s am Grabe nicht zu Tätlichkeiten, und der Pastor kann seine Rede über den Frieden des Todes zu Ende führen. Bald danach aber begibt sich Muddcr Rönnebccken zum Stein- metz und spricht also: „De Fritze, bat is min Söhn west! Vcrstcihn Ee woli? M i n Söhn! lin dadrum soll hei sin Lichenstecn von mi hebbcnk Un vor sali op stahn: Hier ruht in Frieden mein lieber Sohn Fritz Rönnebeck. Un soft nix nich, Meester!" Ilnd der Meister Steinmetz nimmt einen Leichenstem und meißelt hinein wie angegeben. Andern Togs aber kommt Luis« Rönncbeck zun: Steinmetz und spricht also:„Wat Fritze west is, dat is min Mann west. Un hei kricht ein Lichenstecn von m i. Un drop fall stahn: Hier ruht in Frieden mein lieber Mann Fritz Rönnebcck." Und der Meister Steinmetz nimmt einen weiteren Leichcnstein und meißelt wie angegeben. Und dann läßt er beide Steine zum Friedhos fahixn und stellt den einen am Kopfende und den anderen am Fußende des Grabes Elisabeth Pohlenz: Gespielen meiner Jugend Gespielen meiner Jugend In Gärten Gm ernste Kirchen Unserer Stadt: Mit schmalen Gliedern Starben viele von euch— Mädchen In meinen Gedanken. Die blieben, suchte ich Mach Jahren Um ernste Kirchen— Und fand ihre Zartheit nicht: Schmer tragt ihr Euer derbes Fleisch Und das Neue in euch: Frauen. auf, was ihm um so leichter gelingt, als der Pastor gerade verreist ist. Und nun ist Fritz am Kopf ein lieber Sohn und am Fuß ein lieber Mann— aber an beiden Ende» hat er gottlob seinen Frieden. Und der Pastor hat sich dazwischengcmcngt und wollte die „Schandmale" vom Kirchhof hcrunterhaben, und es ist ihm mit Nichten gelungen, und Muddcr Rönnebeck sowie Luise Rönnebeck gehen natürlich nur noch höchst sellen in„dcsen Paster sin Kirche" — und das Grab mit den beiden Steinen ist noch heute zu sehen als leuchtendes Monument märkischer Dickköpfigkcll. K r i s cha n L a n g st e d t und seine Söhne. Bei Krischan Langstedt wieder sind es die Jungen. Drei hat er mch einen schönen Hof von dreihundert Mvrgeiu Aber glaubt man, daß«iner von den dösigen Jungs den schönen Hof übernehmen will? Mit ntchien. Alle drei sind grundverschieden. Karl, der illtcstc, der hat so ein weiches Gemüt und träumt viel. August, Nummer zwei, hat es mehr mit den: Praktischen. Während der Jüngste, der Berthold, der infame Hund, sich mit allen anderen Kindern im Dorfe schlägt und am liebsten mit Waffen umgeht. Und gemeinsam ist ihnen nur eins, und das ist auch ivas Komisches, Krischan Langstedt versteht durchaus nicht, wie das in seine Familie reingekommen ist: olle drei wühlen gern im Lehm, unü dann machen sie aus Lehm so allerhand Figuren, Gesichter imi> Körper und Menschen und Tiere, und das machen sie ja sehr nett, und Küster und Pastor meinen, alle drei hätten«in« ausgesprochen plastische Begabung. Is ja sicher ganz schön, so nc plastische Begabung: aber lassen sich aus gutem Stalldünger vielleicht Figuren machen? LUischan Langstedt wirft seine ganze väterliche Autorität in die Waage: aber«r setzt sich nicht durch; keiner von den Ltunmels will Bauer werden, alle fetzen sie ihren Dickkopp auf, machen ihre Figuren aus Lehm, und Berti, old, der es mit den Messern hat. schnitzt sogar Holz. Und als Krischan alt ist, muß er den Hos ver- kaufen. Freilich haben es seine drei Jungen mit der plastischen Be- gabung inzwischen zu was gebracht. Und wenn sie Stadtkinder ge- wescn wären, dann wären sie totsicher alle drei Bildhauer ge- worden. So ober sind sie Bauen, kindcr und haben von ihrem Bater eben doch den Sinn für das Reale. An Karl, dem Träumer, war freilich nichts zu retten. Der ist tatsächlich unter die Künstler gegangen. Aber August, der Prak- tische— der verwertet seine plastische Begabung schon bedeutend vernünftiger. Auch er hat sich einen Beruf gewählt, in dem«s allerhand zu formen gibt, aber er ging vom ungenießbaren Lehm zu nahrlxlftcm Teig über und wurde Bäcker. Und Berthold, den der Pastor für den plastisch Begabtesten hielt, und der so gern mit Messern spielt«? Berthold wurde Chirurg.... Der alte Michels und die Politik. Uich zum Abschluß, weil Wahlsonntag ist: Der alte Michels bekümmert sich nicht um Politik. Nicht um die Well. Aber eines Tages kommen drei junge Leute und werben für Thälmann. Lassen sich nicht abweisen, reden und reden und werben und werben. Der alte Michels hört sich das eine Stunde lang mit an. Dann geht er in seine Scheune und komnit wieder, drei Getrcidckörncr in der offenen Hand. „Nu sagen Se mir mal, meine Herron: können Se mir an- geben, welches von den drei Körnern hier Weizen ist, welches Roggen, welches Gerste?" Nein, das können die drei Werber nicht. Da steckt der alte Michels seine drei Körner wieder ein und sagt gelassen: „Sehn Se, meine Herren— wenn Se mir das gesagt hätten, hätte ich Thälmann gewählt!" SpinnfiwbengeickicMen Aus dem Ukrainischen überjelml von Sranm Walker Dorfschreibers Fall. Der Dorsschreiber wollte zu Gast gehen— geschniegelt, in blitzblank feinen Schuhen. Man weiß ja— ein Schreiber! Es hatte aber zuvor geregnet und so ein bißchen gedreckt, daß die Lachen auf allen Gassen standen. Man weiß ja. wie's auf dem Dorfe aussieht! Kommt der Schreiber an so eine Kotloche und kann nicht weiter—» wegen der blanken Stieselchcn! Des Weges kam aber ein Bäucrlein vom gleichen Dorf. ,T)eh, Onkel!" ruft der Schreiber.—„lad' mich auf und trag mich ruber!" Der Biedere hat wenig Lust, allein, da war nichts zu machen, mit dein Dorsschreiber darf inan's nicht verderben. Er nimmt ihn auf den Buckel und schleppt ihn durch den Dreck. In der Mille juckt es den Schreiber, laszuschwätzcn:„Laß gut sein, Lauer, wenn ich erst wieder Dorsschreiber bin, soll dir dies nicht vergessen bleiben." „Was, dann seid ihr nicht mehr Dorsschreiber?" „Ja— weißt du nicht, heut' haben sie mich abgesetzt!" „Eheh!... dann setz ich dich auch ab, denn du bist eine hübsche Last!" Und schüttelte ob den 5)undcsohn— Klatsch!— in den Dreck. Das Asyl im P f e r d c s ch ä d c l. Neben einem Strauche auf freiein Felde lag ein Pfcrdeschädel. Ein Frosch kam vorbeigehüpst, glotzte ihn an und kam darauf, er könne sich in dem Gehäuse niedcrkassen. Hüpfte hinein, fand es leer und blieb über Nacht. Niemand störte ihm Die neue Wohnung gefiel dem Frosch sehr gut, nur zu einsam war sie. Er wünschte sich Gesellschaft herbei. Gegen Abend kam eine Feldmaus von der Jagd, auf der Suche nach Nachtquartier. Sie stutzte, als sie den Roßschädcl sah. Das Häuschen gefiel ihr. Sie huschte näher heran und fragte: „Wer haust in dem Rößlein, Dem geräumigen Schlößlein?" „Der gesprenkelte Hupfer! Und wer bist denn du?" „Ei— das knabbernde Mäuslcin!"— ,Lomm zu mir in das Häuslcm!" Und die Maus kroch zu ihm hinein, sa daß sie nun zu zweien hausten. Bald darauf sprang ein 5zase vorüber, und wie er den Schädel erblickte, fragte er auch schon: „Wer haust in dem Rößlein, Dein geräumigen Schlößlein?" „Der gesprenkelte Hupfer, Das knabbernde Mäuslein. Und wer bist denn du?" „Das hoppelnde 5)äslein." „Komm zu uns ins Häuslern!" Auch der Hase schlüpfte unter, sa daß sie nun zu dreien hausten. Es war noch keine Woche ins Land gegangen, da wechselte ein Fuchs vorüber und machte halt vor dem Schädel. Auch ihm sagte die Wohnung zu, und er fragte: „Wer haust in dem Rößlein. Dem geräumigen Schlößlein?" „Der gesprenkelte Hupscr, Das knabbernde Mäuslcin, Das hoppelnde Häslcin Und wer bist denn du?" „Das Brüderlcin Schlaufuchs!" „Komm zu uns ins Hauslcin!" Auch der Fuchs kroch uillcr, so daß nun ihrer viere waren. Aber es dauerte nicht lange, da trollet« van ungefähr ein Bär des Wegs. Auch er trat heran und fragte: „Wer haust in dem Rößlein. Dem geräumigen Schlößlein?" „Der gcsprenkellc Hupfer, Das knabbernde Mäuslcin. Das hoppelnde Häslcin, Das Brüderlcin Schlaufuchs Ilnd wer bist denn du?" „Ich bin euer 5)errschcr und König, Und daß ihr hier haust, das kümmert mich wenig!" Hiermit fetzte sich der Bär auf den Schädel— med erdrückte sie alle. Hasenjammer. Sitzt da ein Hos im Busch und weint: Das Allerschwochste und Furchtsamste bin doch ich in der wellen Golleswelt. Alles macht mich zittern, alles muß ich furchten. Komnll clli Böglein gewippt, fahr ich schon zusammen, huscht eure Maus vorbei, so gehe ich hoch... Es bleibt nichts übrig— ich gehe mich ersaufen!" Wie er an den Fluß kommt, hoppelt er durch Schilf— auf der Suche nach einer Stelle, von wo er sich leicht ins Wasser werfen kann. „Eheh!" denkt der Üjase—„ich laß mir noch Zeit mll dem Ertränken! Es gibt noch Tiere, die sogar vor mir Furcht haben!'' Schmuggler am Ifltonle UMoro Menfeuerliche ffiergfnhrt/ Ton Marl TUoeller Mit unheimlicher Wucht sagt der reißende Föhn über die Gipfel der Walliser 5)ochalpcn. Dunkle Wolkenbänke kriechen vom italienischen Süden über die Pässe herauf und Hullen Gletscher und Felegrote in undurchdringlichen Nebel. Dieses Wetter ist für den Hochtouristen äußerst gefährlich und verderblich für den Skiläufer, der im Frühjahr die noch tief verschneiten Gipfel der höchsten Schweizer Berge besteigen will. Trotzdem sind wir mit schweren Rucksäcken von Saas-Mmagel na6> der Mattmarkhütte aufgebrochen. Immer stärker peitschen uns die Eiskörner in das vom vielen Tcnipcraturwechsel empfind- lich gewordene Gesicht. Nur selten jagt der Sturm ein winziges Loch in die dichten Ncbelschwaden, wo dann tiefe Gletscherschlünde und steile Schneewände sichtbar werden. Die Sechundfellc unter unseren Schneeschuhen verhindern, daß wir bei dem steilen Ansteig wieder zurückrutschen. Doch an jeder neuen Wegbiegung wächst der Wind zum Orkan und droht uns umzuwerfen. Nur in geduck- tcr Stellung können wir uns langsam vorwärtstasten. Fast wird uns das Atmen unmöglich. Die letzten verkrüppelten Bergkiefern krümmen sich ächzend unter den Schlägen des gegen die 5tfilte kämpfenden Frühlingswindes, der später sanft über die deutschen Ebenen gleitet und wehmütige Herzen krank macht. Mit der Hoffnung auf einen Blick in den grünen Frühling waren auch wir ausgestiegen. In diesen Tagen ist das Wetter im Hochgebirge unberechenbar. Vielleicht glänzt morgen wieder die Sonne vorn blauen Himmel und wir können oen Aufstieg zum Jodcrhorn wagen, wenn nicht allzuviel Neuschnee fällt. Von dort hat man einen weiten Ausblick: nicht nur nach der berühmten Nordostwand des Monte Rosa, sondern auch hinab bis ins blühende Tal von Macugnaga. Diese Sicht aus meterhohem Schnee und gewalligen Eismasse» in den sonnigen Frühling läßt uns die Mühe klein erscheinen, uns— vielleicht sogar vergeblich— durch einen wütenden Schneesturm durchzuschlagen. Vor uns liegt der Monte Moro-Paß, der Uebergang zum sonnigen Italien, die letzte Barri- lade des Hochgebirgswinters, durch den wir uns jetzt vorwärts- kämpfen müssen. Der Weg führt immer im Tale der Saaser Visp entlang. Dieser Teil des Hoch-Wallis ist noch wenig erschlossen. Einsam liegt das letzte Almdorf im schmalen Talgrunde. Di« breiten, schwarzen Holzhäuser scheinen verlassen zu sein: auch die schöne Steinkirche ist geschlossen. Wahrscheinlich kommen erst im Sommer Menschen und Vieh wieder hier herauf. Nun legt sich der Saumpfad am Berg entlang durch niedriges Gestrüpp und an den letzten kahlen Lärchenbäumen vorbei. An d�r Westseite reicht der Allalin-Gletfchcr fast bis hinunter ins Tal; sein« Eismassen berühren nahezu den letzten Baumwuchs. Land- fchaft und Menschen hier oben sind rauh, ernst und dauernd im Kampfe gegen die zerstörenden Gewalten des Hochgebirges. Unter- wegs steht ein Kreuz mit einer Gedenktafel: achtzehn Menschen sind hier von einer einzigen Lawine verschüttet worden. Das letzte Stück Weges nach der Hütte geht über ein« ebene Fläche, unter der ein versumpfter See liegt. Das Steinhaus er- scheint fast zum Greisen nahe, und doch kommen wir nur langsam heran. Ueber die hohen Wächten tanzen die aufgewirbelten Schnee- massen, sausen freudig über die widerstandslose Mulde bis nach dem nächsten Felsen, und wir müssen gegen diese unerbittliche weiße Gewalt ankämpfen, Meter für Meter zählend, die wir dem Ziele näherkommen. Drinnen ist es warm, gemütlich und sauber, wie in allen Schweizer Unterkunftshäusern. Allerdings sind sie auch dem- entsprechend teuer. Wir vertauschen die nassen Ledcrschuhe mit dicken, warmen Filzgaloschen, die für jeden Besucher bereit stehen, und bald kochen auch Suppe und Tee auf dem prasselnden Holz- seuer, das ewig wiederkehrende Mahl des Bergsteigers. Zuversichtlich auf einen besseren Morgen hoffend, legen wir uns unter die Wolldecken auf dem Matratzenlager. Als wir jedoch am nächsten Tage die Fensterläden öffnen, ist draußen noch der gleich«, dichte, graue Nebel. Der Wind pfeift in den Dachstuhl und dichter Schneesall läßt uns kaum ein paar Meter Sicht. Bis zum Mittag wollen wir warten. Solange herrscht fröhliches Hüttenleben: gaulenzen. Singen, Karten spielen und ab und zu kochen. Wenn es bis dahin nicht besser geworden ist, müssen wir wieder ab- fahren.' Gegen zehn Uhr meldet plötzlich einer neue Ankömmlinge, die über den See marschieren. Auch die Neugierde läßt Oualcn klein erscheinen. Wir warten im Schneesturm, um die seltenen Gäste zu empfangen. Doch wie erstaunen wir, als wir sehen, daß es nicht einmal Skiläufer find, sondern Fußgänger, die bei jedem Schritte bis an die Hüften im Schnee versinken. Es sind merkwürdige Gc- stalten, die da im Dunkel langsam herantappen. An der Mauer vor dem Hause setzen sie ihre Lasten nieder. Touristen können es nicht fein, dafür sind sie zu schäbig gekleidet. Zerrissene Militär- jacketts hüllen die kleinen Gestalten ein. Die Bein« sind bis an die Knie mit Lumpen umwickelt und um die Köpfe haben sie dicke, wollene Kopfschützer gezogen. Ihr Gepäck besteht aus niedrigen Säcken, die mit Seilen verschnürt sind, und aus einem kleinen Proviantbeutcl.„Schmuggler", sagt der Schweizer Führer, der mit uns in der Hütte ist. Er redet die Kerle auf Italienisch an.„Ich habe sie eingeladen, sich bei uns etwas aufzuwärmen", meint er dann, und zieht die fünf wild aussehenden Italiener in den warmen Hllttenraum herein. Sie wollen sich anfangs nicht setzen und lächeln verlegen, als wir ihnen Tee anbieten. Langsam werden sie zugänglich und wir unterhalten uns mühsam mit ihnen in franzöji- scher Sprache. Es sind arme Tagelöhner aus dem Tale von Macugnaga. In ihren Säcken haben sie Kaffee und Tabak. Beiöes ist in Italien durch den hohen Zoll sehr teuer. Bei einem Gange verdienen sie 50 bis 80 Schweizer Franken, für sie ein großes Vermögen. Jedes- mal aber setzen sie dabei auch ihr Leben neu aufs Spiel. Der Weg über den Monte Moro-Paß ist von den Italienern gesperrt. Selbst harmlose Touristen, die sich in italienisches Gebiet verlaufen hatten, hat man dort schon festgenommen. Die Schweizer sind deshalb schlecht auf die italienischen Behörden zu sprechen, weil unter diesen Schikanen der Fremdenverkehr leidet. Sie unterstützen darum auch die Schmuggler, wo sie nur können. Bei jedem Gange haben die Schmuggler auch noch das Risiko, alles im Stich lassen zu müssen, wenn sie von den Grenzern gesehen werden. So ist das Schmug- geln im ganzen doch wenig lohnend, denn mit allen Vorsichtsmaß- regeln braucht man für einen Gang hin und zurück acht Tage. Dabei wird die dunkle Nacht oder das schlechteste Wetter, wi« heute, vorgezogen, weil man dann leicht im Finstern verschwinden kann. Wir beneiden sie nicht, wie sie zusammengeduckt dasitzen, abgehetzt, mit unruhigen Augen und durchnäßlem Körper.„Wir müssen es tun", sogt einer,„denn unsere Familien müssen sonst hungern." Als wir zufällig Mussolini erwähnen, macht er nur einen Schlag mit seinem Knüppel durch die Luft. Sehr wohl scheinen si« sich bei uns aber doch nicht zu fühlen, denn nach einer knappen Viertelstunde brechen sie wieder ain. „A rivcclerci!" rufen wir ihnen nach und wünschen ihnen im stillen viel Glück, als sie mühselig durch den meterhohen cchnee weiterstampfcn. Nur der erste hat Schneeteller. Die anderen klettern so, nur mit einem langen Knüppel ausgerüstet, über die Gletscher und Felsen. Dafür kennen sie jeden Schritt Boden in der Umgebung, denn sonst würden sie schon längst umgekommen sein. An diesem Tage kamen sie trotzdem nicht viel weiter. Wi« uns später erzählt wurde, mußten sie schon in der nahen verlassenen Distelalp übernachten. Selbst für sie war dieses Wetter zu ge- fährlich. -.-„..Der weife �Marabu Er geht hin und her und her und hin, immer den gleichen Weg— der Marabu. Die Araber nennen ihn den„Vater des Schnabels", und wo etwas zu holen ist, ist sein langer Schnabel bestimmt dabei. Hellgesichtig und slügelgeschwind stellt er sich üb«r- all ein, wo Beute lockt. Er versteht es, sich ovderrtlich vollzufressen. Er bringt sich also, wie der Mensch in solchen Fällen zu sagen pflegt,„anständig" durchs Leben. Doch ist er gegenwärtig nicht mehr da draußen in der Unsicher- heit, die man Freiheit nennt, er ist jetzt im sicheren Port, er geht in einem Zoologischen Garten spazieren. Er geht hin und her und her und hin, immer den gleichen Weg. Cr ist ganz langbeinig und langnasig gewordene Würd«. Die Menschen stecken ihre langen, spitzen»der ein wenig abgerundeten Nasen durch die Maschen des Gitters. Man betrachtet aufmerksam den Marabu. Er ist gut im Gefieder und angenehm anzusehen, dank der Bequemlichkeit des steten Satrseins. Die Menschen besehen ihn mit Anstrengung und Nachdenken, ab«r indem sie ihn begucken, wollen sie in Wirklichkeit gar k«iii Tier sehen, sondern sie wollen sich im Tier sehen. Ein Tier ist den Menschen immer erst dann verständlich, wenn sie menschliche Unzulänglichkeiten in ein Tier hineingeheimnist haben. Als ob die lebende Kreatul: nur ein Spiegel wäre für menschliches, eitles Selbstporträt. Die Menschen flüstern mit einem Anklang von Hochachtung in der Stimme:„Der weise Marabu." Und er geht seinen gleichen Weg, und durch die Maschen vom Käfig nebenan hackt, sobald der Langbeinige vorbeikommt, immer ein fpitzschnabliger Vogel nach ihm und trifft ihn jedesmal an die gleiche Stelle. Der Marabu zuckt jedesmal zusammen, erschrickt, springt zur Seite, jedoch ändert er nicht seine Marschrichtung. Die Stell« wird mit der Zeit blutig. Es ist Platz übergenug in seinem Auslauf, aber der Marabu wehrt sich weder, noch geht er zur Seite. „Und die Menschen flüstern unverdrossen(und ihre Hochachtung mindert sich nicht im geringsten):„Der weise Marabu." Wer ist nun eigentlich weise: die Menschen, die ihn' weise nennen, der Marabu, der seine Marschrichtung nicht ändert, oder sollte es ein Drittes geben? 0»r vornehme Dorfoieho Bild oben Sommermantel Frühjahrs-> m Kreis: aus Afghalelne 43112 Mantel gute Ous- Moderne getütien, mil kunst- gutes Putler, B&delglocke seid oem, phssierteni gute Pablo, in und mit Blumea- und SbbaJ..• �/ 5 niedrig im � �75 Kipsbind-jJSO locli nehr liirtelli als Worte und Zahlen sagen können, bietet ein Einkauf In unseren großen Spezialabteilungen DAMENKONFEKTION und PUTZ. Unser von Tag zu Tag sich vergrößernde Kundenkreis ist der beste Beweis unserer Leistungsfähigkeit. Uamen-Mäniel_ Frühjahrsmäntel a«, Tweed. mode-v/eiß oder blau-weiß gemustert, fesche Ulsterformen................. 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