BERLIN Vonaerslag 28. April W32 10 Pf. I!r. 1 99 B100 49. Lahrgang s»j«tg c«»rol« Zu lMvZiUz« CEiSlasöcrüfle Sü W» Seflaiwirilt 3.— 53 örmisqinzcu ncoi hzti Ueftfdietffcnt»: SsnvärM.�frln; G m. d. H.. ßt.'Iin Sit 37 S».. De» Berlig tctölt»idb tta'Seilt Ctc 31S leirtan« min«ncdmer-nirtioi do»! enc ttceeftttieii; Cnllit itülxaflt. 3 »crafcr»tr»: CtittsÄ(A T> JJ2-287 Liscketnt täqlicd aalet denntaga. ÄagWct Jöwituajgagt St« ,3ora>4rli' St,», ,,».», fnt »ettr Sa»gabt n 75 ßf. ers Ssia. SL5 W vra 5k«aai sbago««t? Dt»vaatittd füi Zaftellaaz tas Hau«') t» earaa« «WbO«•ftbtiBi S.97 SS. rtafibltt�lfis 60 W.«»fheftoit»*. an» 72 Bf. BeftbfftrtHtebäbrtn Tardieus Halsschmerzen— Genfer Erstickungsanfälle „Koalitionsgespräche" Besondere Freundlichkeiten der Nazis für das Zentrum Einen niedlichen Beitrag zum Koalition sgercde zwischen Nationalsoziali st en und Zentrum liefert das hannoversche Naziorgan, das wie«in Elefant im Porzellanladen wütet. Das Blatt schreibt in einer Polemik u. a. folgeitdes in bezug auf das Zentrum: „Der Anzeiger nennt es also hervorragend geschlagen, wenn das Zentrum deu Einfluß der Kanzel und des Seichlsluhls dazu miß. braucht, um sein« wählerzahl zu hallen.„Hervorragend" ist es also nach dem Anzeiger, wenn die Gegner des Zentrums nicht in der Lage sind, mit demselben minderwertigen Geschütz in die Schlacht zu gehen, weil sie es ablehnen, die Religion zur Dirne der poliük zu erniedrigen... Das. was beim Zentrum vorliegt, ist nlchlz weiter alz eine durch religiösen Gewissenszwang gewaltsam und ohne eigene« willen des eiuzeloeu zusammengehaltene Kirch. gänger-Gemeiuschast, die mit einer Dollsgemeinschast, die nationalen Ursprungs ist, absolut nichts gemein hat. fondern ebenso gut über die Grenzen einer Nation bestehen könnte. Der Anzeiger nennt eine auf so schmierige, widerlich« und niedrige Art zusammen- gehalleue willenlose Herde eine Volksgemeinschaft in engeren Kreuzen!!" Das sieht ganz danach aus, als ob die Hakenkreuzler ein« besondere Sehnsucht hätten, mit dem katholischen Christen- kreuz zu gemeinsamer Arbeit zusammenzukommen. » Die Natioimlsozialistm zeigen auch anderwärts das Bemühen, sich auf Koalitionsfähigkett herauszuputzen. In der Annahme, daß sie in Preußen durch irgendeine Zufälligkeit an die Macht kommen, veranlaßten nunmehr auch die hessischen Nationalsozialisten, die Äoalitionsbesprechungen mit dem Zentrum neu einzuleiten. Es werden Dorfühler ausgestreckt. Um ihre Manierlichkeit zu beweisen, haben die Nazis schon im hessischen Finanzausschuß einzelnen Etatspositionen der„marxisti- schen Fraktion" zugestimmt. Auch auf andere Art versuchen sie jetzt, sich anzubiedern. Sie beginnen ihre Rechen zu säubern. Der Abgeordnet« Buttler. der vor kurzem ein Attentat auf seine Person vortäuschte, mußte sein Mandat nieder- legen. An seine Stell« ist Stadtrat Zürtz-Darmstadt in den Hessischen Landtag eingetreten. Das Süddeutschs Wagner-Büro meldet, daß demnächst noch weiter« Mitglieder der Nazifraktion ausgewechselt werden sollen. Einmal handelt es sich um zwei Naziabgeordnete, die mit dem Strafgesetz in Konflikt gekommen sind. Andererseits will der Abg. Lenz„infolge anderweitiger Inanspruchnahme" scin Mandat niederlegen. Ferner I soll der Abg. Dr. Ioers aus„beruflichen Gründen" au» dem Land« tag mlsscheiden. Das ist aber noch nicht alles. Nach demselben Korrespondenz» büro ist Herrn Karl W e y g o l d. bisher Mitglied der Gauleitung der NSDAP. Hessen, aus der NSDAP, ausgeschlossen worden. Wepgold war derjenige, der in einem Brief offen zugegeben hatte, daß die R e t ch s l« i t u n g der NSDAP, vor den Box» heimer Dokumenten genau unterrichtet war! Oer Nazi-profeffor. Der Badische Landtag stimmic mit allen gegen 18©lim- men der Kommunisten. Nationalsozialisten und Deutschnationalen einem Antrag des Unterrichtsministers auf Aufhebung der Immunität de» nationalsszialistischen Abgeordneten Professor? Herbert Kraft zur Durchführung eines förmliche« Dienststrafverfahren« zu. Aus den Darlegungen des B«> richtserstatters Deufel(Zentrum) ging hervor, daß der Minister in dem Verhallen des Abgeordneten Kraft in der Landtagssttzung vom 17. Februar d. I., wo er den Zentrumsabgeordneten Hilbert verletzte und in der Aeußerung des gleichen Abge« ordneten in einer Versammlung der NSDAP, in Karlsruh« am 7. April d. I.. der Landtag sei„ei n polizeilich genehmig» ter Unfug", ein« schwere Verletzung der Dienst- und Standes- pflichten erblickt. Flucht vor der Arbeitspflicht. Ttaziporole: Wer Die Arbeit kennt und sich nicht drückt.., Weimar. 28. April.(Eigenbericht.) Die Nationalsozialisten forderten heute zu Beginn der Landtag»- sitzung, daßthrAntragaufAuflösungdesLandtagsals erster Punkt auf die Tagesordnung gesetzt werde. Die letzten Wahlen hätten bewiesen, daß die Thüringer Regierung niemanden mehr hinter sich Halle: denn der Landbuud, die Wirtschaftspartei und dt« Deutsche Volkspartei feien bei den Wahlen fast vollstädig aufgerieben worden. Der Fraktionsführer des Landbundes widersprach dem Verlangen der Nationalsozialisten. Der Antrag konnte infolgedessen nicht verhandelt werden. Daraus erklärte der Fraktionsvorsitzende der Nationalsozia» listen. Abgeordneter S a u ck e l, daß sie nunmehr keinInteress« an den weiteren Verhandlungen des Landtage» hätten und den weiteren Sitzungen nicht mehr beiwohnen würden. Sie ver- ließen darauf geschlossen den Sitzungssaal. Gl« Absage Ziarbieus hat in Genf allgemein eine schwere Enttäuschung hervorgerufen, weil damit sofort klar wurde» daß die Abriistungs» konferenz festgefahren ist und bestenfalls erst nach Pfingsten wieder flott gemacht werde« kann. Denn eine Ueberbrückuug des dentsch-französisclzen Gegen» satzes. der übrigens auch ein Gegensatz zwischen Frank- reich und den übrigen Mächten ist, vor allem hinsichtlich der Zerstörung der Angriffs Waffen, ist vor dem Ablauf der französtsche« Wahlen nicht zu erhoffen. Die Stichwahlen finden am 8. Mai statt, der darauf- folgende Sonntag ist Pfingsten— vor der zweiten Mai- Hälfte ist also keine Entscheidung und kein positiver Fort- schritt mehr in Genf zu erwarte». Die Aussichten für einen Ausgleich sind dadurch nicht besser geworden, daß Staatssekretär S t i m f o n, der sich anscheinend stark gemacht Holle, eis Kompromiß zwischen Tardieu und Brüning zu ermöglichen, nunmehr selber nach Amerika zurückreisen muß. Gr hat das in«ioem Telegramm an Tardieu selber mitgeteilt, in dem er bedauert, daß es ihm nicht mehr möglich ist, den franzosischen Ministerpräsidenten wiederzusehen. Au» dem Telegramm, in dem Stimson Übrigenz auf seinen eigenen schlechten Ssfundhellszustand HWweist, spricht ein deutlicher Unterton des Aergers üb» die Absage des französischen Regierungschefs. Offenbar ist der allgemeine Eindruck in Genf, der natürLch in den offiziellen Aeußerimzen nicht zum Ausdruck tonrvni., daß es sich bei Tardieu doch um eine.diplomatische Krankheit" handelt: mit anderen Worten, daß sich der fraryösisch« Minister- Präsident nicht in die Gefahr begeben wollte, sich v o r den Dahlen dem Druck Amerikas und England» persönlich auszusetzen und sich in de? Frage der Abschaffung der Angrifiswafien Zugeständnisse abringen zu lassen, die bei sein» nationalistifchen Anhängerschaft Verärgerung erzeugt haben würden. Solch« Konzessiooeu hälft die Linke, hallen im besonderen die Sazlallslen mit Recht als eine diplomatische Niederlage des bramoibasicrend-n Ministerpräsidenten und fein» bisherigen Mehrhell bezeichnen können. Das wollte er vermeiden. Es mag wohl fein, daß die Halsschmerzen Tardieus echt sind, aber jedenfalls kommen sie ihm sehr gelegen. Richtig ist. daß au» der für morgen geplanten Besprechung der „Großen Fünf", eben wegen der französischen Wahlen, nicht viel herausgekommen wäre. Man gewinnt immer stärker den Eindruck, daß ei« wirklicher Fortschritt auf der Abrüstungskonferenz nur dauu erwartet werden kann, weu« die bisherige Rechts- Mehrheit im französische» Parlament verschwindet und wenn Tardieu einem anderen, fortschrittlichere« Re- gierungschef Platz machen muß. Eine verständigungs- bereitere Regierung in Frankreich würde freilich nichts nützen, wenn gleichzeitig die iunerpolitisch« Ent- Wicklung in Deutschland dazu führen würde, daß eine weniger verständigungsbercite Reichsrrgierung auS Ruder käme. Abrüstung hängt von'Frankreich ab! Blum über die Bedeutung der französischen Wahlen. Dori». 28. April.(Esgenbericht.) Mll dem Herannahen des Wahltages in Frankreich nimmt der Wahlkampf, der. von unbedeutenden Zwischenfällen abgesehen, völlig ruhig o«lausen ist. etwa» leid en schaftlichere Formen an. ßäon Blum fordert im„Populaire" alle Kandidaten der foKialistlschen Partei auf. in den letzten Tagen der Wahlkampagne den Wählermasien die Bedeutung da Vertagung der Genfer Abrüstungsverhandlungen bis nach den französischen Wahlen klarzumachen. Die Vertagung sei erfolgt, well die Konferenz das Urteil der französischen Wähler abwarten wolle und well sie hpff«. daß nach den Wahlen die Uebereinstimmung zwischen der Weltmeinunz und der Leitung der französischen Politik wieder- l ergestellt werde und dann ein« einmütige Entschließung über eine sosortige Herabsetzun'! der Rüstunzen und der Mituärkcedi.e möglich fei. Erfolg od» Mißerfolg d» Abrüstungskonferenz hingen also tum da französischen lvatzleu ab. Herriot oerofieiztlicht in der„Cre Nauvelle" und in d» .Mepublique" Artikel, in denen» seiner Hoffnung auf einen Sieg der Radikalen Ausdruck gibt. Er schreibt:„Man wird für die Radikalen stimmen weil ihre Doktrin am Pesten den Pflichten der Gegenwart angepaßt ist. weil die Radikalen eine bescheidene und vorsichrige Finanzpolllit verlangen, und versprochen haben, daß ihr« erste Sorge der Wiederherstellung des Budgetgleichgewichts gell«. Man wird für die Radikalen stimmen, well sie auf dem Gebiet der Landesverteidigung und d» Sicherhell alle Uebertreibungen ablehnen. Sie wollen die Abrüstung, sie wollen die Herab- setzung der Milllärkredll«, aber sie behaupten nicht, daß diese Herabsetzung allein ein Heilmittel für alle Hebel darstellen kann. Solang« o» noch Mämrer wie Hlller gibt, wollen die Radikalen die Sicherhell de» Landes gewährleisten, denn sie«riimern sich der Vergangenheit." Hoesch reist zu B. üning nach Genf. Doris. Z«. April. Volschast» v. fjoesch reist heule abead von hl» zu Ve- sprechuugen mll Reichskanzler Dr. Brüning noch Genf. Die Enttäuschung über Tardieus Absage. Dari», 28. April.(Eigenbericht.) Die Gens» Berichterstatter der großen Pariser Zeitungen v»- treten gegenüber der Enttäuschung, die die Absage der ge- planten Zusammenkunst zwischen Stimson, Maedonald, Brüning und Tardieu infolge der Erkrankung des sranzösrschen Ministervräjidenlen bei den meisten Delegationen hervorgerufen hat. übereinstimmend den Standpunkt, daß bei einer kurzen Besprechung nicht viel her» ausgekommen wäre. Das.Lounral" erklärt, daß man in einigen Stunden sicherlich nicht«ine Brücke über den Abgrund hätte schlagen können, der Deutschland von Frankreich trennt. Die Lösung der Probleme bedürfe einer gründlichen Vorbereitung und vor allem offener Erklärungen, die geeignet seien, alle Mihver» ständnisse und Hintergedanken zu beseitigen. 40-Gtunden-Woche! Konferenz der Reichsministerien und Läadervertreter. Heuft früh haben lm Rcichsarbeilsmlnisterium Defprochungen mit den Reserenlen der Reichsressorls und der Sozlalmlnlflerftn d» Länder über die Frage ein» ArbeilszeilverkürzuuZ begonnen. Den Vorsitz führt Wnisterialdireklor Dr. S i h l e r. Morgen folgt eine Besprechung mll den Vertretern der lluler« nehm» und d» Arbelftrombände unter dem Vorsitz eine» Mntfftrlal» dirigenftn. Da» Rcichsarheilsmiaisterium bemüht sich ab» mll groß» Emsigkeit, diese Tagungen als ganz übliche und reln lechalfche Besprechungen ohne größere polllisch« Bedeutung hinzustellen. Man verweist darauf, daß Mmlfftr Stegerwald morgen in Erfurt auf ein» Sonferca; katholisch» kausmänaifcher vereine sprechen und sich dabei auch über die Lohnpolitik äußern wird. Eine Rotvttorduung betreffend die Znvalidenverstche» rung ist nach offiziös» Erklärung nicht beabsichtigt. Man arl'eite» o x ein» Gesetzvorlage, die w-hrfcheinlich dem Reichsrat und dem Reichstag zur parlamenlarilchea Behandlung zugehen mird. Do» Reichskabinetl hat sich mit dieser Aogeftgenheit noch nicht abschließen» beschäftigt. Ja, Bauer...! Veutschnatwnaler Kulturabbau gestattet. Vor einigen Monaten sah sich der Preußisch« Staat aus Gründen der Finanznot genötigt, das bisherige Staatliche SchillerTheater— nicht zu sckilicßcn, wohl aber an Privathand zu verpachten. Diese Maßnohme gab einem deutl 6, nationalen Abgeordneten, dein Pfarrer Koch, in der Sitzung vom 17. Februar Gelegenheit, eine wüste Hetzrede gegen die �Kulturfcindlichteit" der„marxistischen" Preußcnregierung vom Stapel zu lasien, die in den Worten gipfelte: Di« Theotercntwicklung, die wir jetzt erleben, ist ein Beweis nicht etwa dafür, daß die wirtschaftliche Lage so war«, daß wir unser Theater nicht erhalten könnten, sondern ein Beweis dafür. daß auf dem Boden ihrer Kultur, wie sie von der jetzigen Begierung vertreten wird, ein solches Institut nicht erholten werden kann. Natürlich donnerten dieser Demagogie die gesamten Deutsch- nationalen Beifall. Heute lesen wir im deutsch nationalen .Lokal-Anzeiger" folgendes: Die aus Deutschnationalen und Nationalsoziali st en gebildete Rechtsregierung in Mccklcnburg-Strelitz habe radikale Spormaßnahmen ergriffen und stärkste Drosselungen im Staatshaushalt eintreten lassen.„Znsolge- dessm"— so schreibt der„Lokal-Anzeiger"—„stellt da» Strelitzer tandesthealcr seinen Spielbetricb völlig ein." Dies« Meldung segelt unter der befriedigten Ueberschrift:„Die Rechtsregierung spart." Moral: Verpachtet eine Linksregierung aus dringenden Erspar- nisgründen«in Stoatstheater an Privathond, so ist dos Kultur. bolschewismus. Legt eine Rechtsregierung die Landesbühne gLi>zlich still, so ist das löbliche Sparsamkeit! „Heranlasten." Oer neueste kommunistische Oreh. Di« kommunistische Presse hat einen neuen Dreh gesunden, der ihre„Einheitsfrontparole" auch nicht gerode gloub- mürdiger macht: sie beschuldigt die Sozialdemokratie» die Faschisten an die Regierung„heranlassen" zu wollen. Die Kommunisten verkennen die Situation. Für ein etwaiges„Heranlassen" der Nationalsozialisten an die Regie- rung sind wir Sozialdemokraten gar nicht zuständig, sondern zwei andere Parteien: das Zentrum und die Kommu- n i st e n. Nach Lag« der Dinge sind nur zwei Möglichkeiten denkbar, wie die Faschisten an die Regierung gelangen könnten: Entweder das Zentrum schlösse aus freien Stücken mit ihnen eine Koalitionsregierung, oder aber: die Kommunisten zwingen das Zentrum zu einer solchen Taktik, indem sie durch ein Zu- sammengehen mit der Rechten jede andere Regie- rung in Preußen unmöglich machen. Auf die Sozialdemokratie kommt es hierbei, wie man sieht, nieder im einen noch im anderen Falle entscheidend an. Aber die Kommunisten sollen uns dock) nun endlich sagen, welche Haltung sie eigentlich von uns verlangen. Erklärt die Sozialdemokratie— das gilt nicht nur für Preußen—, in einer Regierung bleiben zu wollen,. so beschimpft uns die gesamte kommunistische Presse weil wir angeblich„an den Ministersesseln kleben" und nur um die „fetten Posten" kämpften. Glauben die Kommunisten dagegen, daß die Sozialdemo- kratie in die Opposition gehen wolle, so werden wir beschimpft, weil wir die Faschisten an die Regierung„heranlassen" wollten. Die Kommunisten scheinen zu den Leuten zu gehören, denen man es auf keine Weife recht machen kann. Auf jeden Fall ober können wir eins konstatieren. In den Augen der Kommunisten ist es jetzt plötzlich ein Per- brechen, die Faschisten an die Regierung heranzulassen, nachdem dies vier Jahre lang in Preußen ihre einzige Taktik gewesen ist— siehe Volksentscheid! Indem wir diese neue kommunistische Erkenntnis notieren, müssen wir der KPD. indes folgende Mitteilung machen: das Verbrechen, die Faschisten an die Regierung zu lassen, läßt sich a l l e i n d a d u r 6) vermeiden, daß man jede mögliche nichtfaschiftische Regierung positiv unter st ügt. Wenn man dagegen in Gemeinschaft mit den Nationalsozia- listen jede nicht faschistische Regierung st ü r z t, so läßt man damit die Nationalsozialisten an die Regierung heran! Wir sind nun sehr gespannt auf eine Erklärung der Kam- munisten, ob und wie sie selber gedenken, das von ihnen neu entdeckte politische Ver- brechen zu vermeiden. Sehr starke Börse. .Rentenwerte haussierend.— Auch Aktien sehr begehrt. Die heutig« Börse eröffnete zunächst schwächer, da der Abbruch der Genfer Konferenz infolge der Absage des ftanzösischen Ministerpräsidenten Tardicu eine ziemliche Verstimmung hervorrief. Aber der feste Schluß der gestrigen New-�orker Börse und die Senkung des Reichsbankdiskontes gaben sehr bald eine kräftige Anregung. Ein außerordentlich lebhaftes Geschäft herrschte auf dem Renten markt. Hier konnten Kommunalan leihen sich zum großen Teil um 1 Proz. und teilweife sogar bis zu 2 Proz. im Kurse erholen: Äommunalobltgationen wiesen fast durchweg Kurs- steigerungcn bis zu 2 Proz. auf. Auf dem Aktienmarkt setzte sich die gestrige Hausse, die Kurssprunge bis zu 7 Proz. mit sich gebracht hatte, im Verlause d«r heutigen Börs« fort. Besonders auffallend war die Festigkeit von Siemens u..Halske. die gestcri, nach längerer Zeit erstmalig «ieder die Parigrenze überschritten hatten. Siemens erreichten beute 106 gegen 101 H. Auch Farben-Aktien setzten ihre seit einer Woche anhaltende Steigerung fort: sie erreichten heut« 97'-! Proz., nachdem zu.�Anfang der Börse eine Abscbwöchung des Kurses von 96°� auf 95ai Proz. eingetreten war. Auch Elektrowerte lagen durchweg fest. Pon den Montanpapieren stiegen Mannesmann auf ZSH gegen 37 M: und Rheinisch« Brouukoble auf 153�2 gegen 152. Orenftein u. Koppel, die anfangs etwas schwächer mit 24% Proz. lagen, verbesserten ihren Kurs auf 25 Pro;., und Schultheiß-Patzen. hofer konnten mit 62'i gegenüber den heutigen Ansangskursen eine jast zweiprozenttge Steigerunz durchsetzen. Heraus zur Maidemonsfraflon Sonntage um 13 Uhr� im Lustgarten! Aufmarschplan: Allgemeiner Deutscher Beamtenbund: Manawienplatz, Spitze Bethanienufer. Baugetverksbund: Bahnftr.(Bahnhof Großgörschcnstr.) Ba ugcwcrksbu nd und 14. Kreis der SPD t Reitterplatz (Neukölln). Zcntralverband der Maschinisten und Heizer: Lausitzer Platz. Zentralverband der Zimmerer Deutschlands» Zentral» verband der Schornsteinfegergefelleu: Moriannenplatz. Zentralverband der Steinarbciter: Bethanienufer, gegenüber Gewcrkschoftshaus. Allgemeiner freier Angcstelltcnbund: Nauirynstr„ Spitze Oranienplatz. Graphische Industrie(Buchdrucker. Buchbinder), Der- band der Lithographen und Steindrucker. Verband der graphischen Hilfsarbeiter. K. und 13. Kreis der SPD: Alte Iakobstr., Spike Rensnburger Str. 9.. 19., 11. und IS. Kreis der SPD.: Gendarmenmarkt. Gehörlose Gewerkschaftskollege» treffen sich um 11 Uhr am Köllnischen Park und schließen fiw an den Zug der Holzarbeiter an. Auf dem Lustgarten nehmen die gehörlosen Kollegen vor der Rednertribüne Aufstellung. Spandau: Die Spondauer Partei- und Gewerkschastsgeirosien treten mittags um 1 Uhr in der Bethkestraße an. Abmarsch 1 Uhr zum Stadion in Halenfeld«. Der Zug trifft dort gegen 2 Uhr nachmittags ein. >>- Die Arbeitcrfänger treffen sich am 1. Mar, vormittags 939 Uhr. im Saalbau Frredrichsham. Diejenigen Sänger, die sich im Saal- bau Friedrichshain nicht rechtzeitig einfinden können, treffen sich um 11 Uhr im Lustgarten vor der Rednertribüne. Per �dmarscZi von« Geschichte eines deutschen sozialistischen Arbeitervereins im Ausland, der eins fünfzig sith ti g« Kulturarbeit hinter sich hat, ist eben keine Seltenheit, und wir mußten mal«, viele Bozen mit histor-ischen Daten füllikn, wenn wir alle die von fozialPschen Arbeitern im Ausland gegriindekn sozialistischen Vereine hier aus- zählen wollten. Mit dem Verein„Vorwärts" in Buenos Aires hat es aber eine eigene Beivandtnis. An die Gründung dieses Vereins knüpft nämlich die Entstehung des Sozialis» mus eines großen Landes an! Einer der jüngsten Be- arheüer dnt loziaüstischan und gewerkschaftlichen Bewegung Argentiniens, M. Poblete Troncolo, sagt einmal: „Eine eigentliche Arbeiterbewegung von nochholtiger Wirkung entstand erst«r. den achtziger Zahrrn. als der Klub„vorwärts" gegründet nnirde, der das Programm der deutschen Sozialdemokratie verfocht." Von der Bismarckschen Polizei gehetzte deutsche Sozial- d e m a k r a t e n standen on der Wiege der soziatdeinokratisäien Bewegung Argentiniens. In der vordersten Reihe dieser sozialisti- schen Bahnbrecher marschierten A. Latzk», Tb. Weber, Johann und Wilhelm Lucher,?l. Licdtte, Mücke usw. Aus den Kreisen des Verems„Vorwärts" aino die an di« Deputiertentammer des argentinischen Kongresses gerichtete sozialdemotratische Peti- tion mit dm Forderungen des Achtstundentages, des Verbots der Nachtarbeit für Frauen und Kinder, der 30stüichigen Sormtagsriche usw. Rührige Mitglieder des Vereins„Vorwärts" waren es, die eine großzügige Propaganda für die Maifeier ins Leben riefen. Und mit diesen Feiern kam di« Massen- b e w e g n n g des argentinischen Proletariats in Fluß. Mit be- rechtigtem Stolz konnte schon die Leitung des„Vorworts" zu dem Mfährigen Jubiläum dieses Vereins schreiten:„Wir haben heute di« Genugtwing, daß die glorreichen sozialistlschen Ideen, die wir a l s e r st e ins Land gebracht haben, hier sowie überall die Herzen und Köpf« der arbeitenden Menschheit erobert haben. Was vor 30 Iahren niemand für möglich hieft, was mir einige Optimisten zu hoffen' wagten, ist heute herrliche Gewißheit geworden: Di« ungeheuren Massen des hiesigen hauptstädtischen Proletariats sind zu einer selbstbewußten, festgefügten Arm«« zusamm«ngeschm i«de t, und ggrode in diesen Tagen hat diese Masse eine glänzende Wahl- schleicht geschlagen, aus der zwei der hervorragendsten Köpf« dieses Landes: die Genossen Dr. B. I u st o und Alsredo L. P a l a r i o s als Deputierte zum Notionalkongreß hervorgingen." Mit gespannter Aufmerksamkeit folgten die Genossen des Vereins „Vorwärts" allen Fortschritten der deutschen Sozialdeinolratie. Sie hatten reiche Mittel zur Hebung der deutschen Bewegung gesandt. Sie jubelten der deutschen Republik begeistert zu, und sie erklärten in einer Zeit, in der diplomatische Vertreter Deutsch- lands in Südamerika die Männer des neuen Regimes begeiferten und verleumdeten, ihren„unab- änderlichen Willen zur demokratischen Staats- form uird ihr festes unerschütterliches Vertrauen aus ein neues blühende?-'deutsches Baterland. Der Versin„Vorwärts" war stets und ist noch ein« Pflege» statte deutscher Kultur. Bevor die sotten, in Argentinien reichgewordeven deutschen Bourgeois, sich bequemten, ihre Taschen für die Förderung deutscher kultureller Bestrebungen zu öftnen. schufen deutsche Arbeiter im„Vorwärts"«ine deutsche Bühne, errichteten dort eine deutsche Bibliothek und ver» anstalteten dort vielbesuchte Konzerte. Möge dem Verein„Vorwärts", der bereits fünfzig Jahre on dem Aufbau einer sozialistischen Kultur gearbeitet hat, noch reicher Segen aus dieser Arbeit erblühen! P. K. Eir.e Amnestie für llavvo-Vebellen. soweit sie keine führend« Rolle beim Ausstand gespieit haben, ist vom finnisch«,, Parlament auf Rtgierungsoorschlag angenomniou worden. s Schallplattenkultur in Gefahr Llebersicht der neuesten platten Wer die letzten Kataloge der Schallplaltenneuerscheinungen durchblättert, wird in ihnen immer weniger gute Musik finden(mehr als je dominieren Schlager: Tanz, Song,- Salomnusii), wird immer jeltcncr jenen Aufnahmen begegnen, um derentwillen van der In- düstric seinerzeit eigene Kulturobteilungen geschossen wurden— wird ein von Monat zu Monat immer rascheres Sinken des ollge- meinen Produktionsnivcaus feststellen müssen. Industrie überlegt es sich immer mehr, immer sorgfältiger, immer länger, Platten herzu- stellen, deren Koitsumcntcnkreis naturgemäß gering ist. Diese lieber- zeugung ergibt sich nicht nur aus dem Schrumpfen des Zlbsotzes in- folge der Wirtschaftskrise: zum großen Teil leitet sie sich aus der Besorgnis her, Aufgabe und Möglichkeiten der Schallplatte(die ja im Rundfunk einen außerordentlich gefährlichen Konkurrenten be- sitzt) überschätzt zu haben und so eine nicht nur aus der Rot der Zeit verständliche, sondern im Wesen der Sache begründete rückläufige Bewegung zu erleben. Diese Besorgnisse scheinen uns reichlich übertrieben: Rundfunk und Schallplatte stellen so ausgeprägt unterschied- liche Formen von Musikvervielfältigungsmöglichkeiten dar, daß läuin je eine die andere wird ersetzen können. Ist der Rundfunk (von Billigkeit und Bequemlichkeit abgesehen) unendlich vielseitig im Programm— so wird die schon finanziell bedingte Bescktränktheit des Plottenrepertoires dadurch wettgemacht, daß es auf eigener Wohl beruht, daß es beliebig reproduzierbar ist. daß bier die er- zieherifchen, insbesondere selbstcrzieherischen Möglichkeiten viel größere find, vor ollem: daß hier Musik unabhängig von irgendeiner Zeitangabe, irgendeinem Konzerttermin dem Lehen des einzelnen nach dessen eigenem Rhythmus und Ablauf organisch und sinnvoll zugeordnet werden kann. Mag die Produktion nach so sehr eingeschränkt werden: die Kultur- abteilunzen müssen unter allen Umständen erhalten bleiben. Eines Tages wird es auch wieder ein. gutes Geschäft sein. Die akturllc Platte. Reizvolle Gaben zum H a y d. n- Jubiläum sind des Meisters Flöte nnhren-Kompositionen aus den Iahren 1792 und 179Z. Flöicnuhren waren automatisch spielende Minioturorgeln (Walze und Gebläse wurden durch'«in Uhrwert betätigt), von denen uns einige so gut erhalten geblieben sind, daß wir sie genau sa hören, wie sie zu Haydns' Zeiten erklangen. Sie sind(auf P) glänzend reproduziert: das mechanische Musikinstrument von 1792 ist in dem von 1932 mit aller graziösen Zartheit, oller delikaten Galanterie, oller entzückenden Znpfigkeit der Musik, ja mit jedem noch so kleinen Ruck und Zuck der Mechanik zauberhast«ingesangen: rein akustisch ist die Reproduktion von dem Original gor nicht zu unterscheiden. Die G o e t ft e- Platte zum Goethe-Inbiläum: Karl Ebert spricht (auf P.) den Schlußmonolog ans Egmont mit Beethovens Musik sowie Fausts„Nun komm herab, kristallnc reine Schale" mit(mehr historisch interessanter und kurioser als in unserm Sinne angemesse- ner) zeitgenössischer Musik des Fürsten Radzimill. Eine andere P-Pkatte vereint eine Zlnsprache des Grafen Zeppelin van 1908 mit einer solchen Dr. E ck e n e r s von 1932— ein für sich selbst sprechender Beweis von der kulturellen Bedeutung, gleichzeitig ein schönes Kontrostbeispiel für die Entwicklung der Platte.— Freunde Indiens können— aus C, englisch allerding?— G h a n d i. den Mahatma,- den- Heilsbrivger, höchst. persönlich über. sejne geistig« Sendung reden hören. -ex.~v.'. Lrchefier.. �>' Immer wieder ist Stockovski mit dem Philadelphia-Snmphonie- Orchester an erster Stell« zu nennen: hier mit der glanzvollen, kaum zu überbietenden Wiedergabe der Orchesterbearbeitung einer Bach- schen„Toccate und Fuge"(P)/ P fitz ner setzt(auf G die Reih« der P a l e st r i n a vorspiele fort und beendet sie mit der„Musika- tischen Legende", dem Vorspiel zum dritten Akt. Arthur B o» danzky dirigiert eine gute Ausnahm« der Ouvertüre der„Lusti, gen Weiber" van Nicolai(P); lieblich und schlicht erklingen Schubert? Deutsche Tönzc unter Robert Heger(G), wundervoll beschwingt, scharmant, graziös, süddeutsch und süß die Rosenkmialier» malzcr unter Bruno Walter iE). Es sei noch besonders ans den Schallplattenvalksabcnd hingewiesen(die Mitgliedschaft ist kostenlos), der für wenig Geld— die doppelseitige 30-Zentüneter» Platte kostet 2,50 Mark— sehr anständige, wenn auch nicht über» durchschnittliche Platten herstellt, wie die Ouvertüre zu„Figaro". zur„Cnführung". Schuberts Militär marsch mit dem Marsch aus Smetanos„Verkaufte Braut" zusammen u. a. Gesang. S ch a l j a p i n als Boris G o d u n o v im Monolog und in de? Glockenszene des 2. Aktes(F.); ferner„Ihr Wangepoar" aus den .Hugenotten samt Crescencos„Göttliche Augen", von Caruso Herr- lich gesungen, mit all der unvergleichlichen Pracht seiner metallisch- herben, männlichen Stimme(ebenfalls F),— damit ist leider die Reihe der vollkommen einwandfreien und unbedingt empfehlens- werten Opsrnplatten zu Ende. Gotthcls P i st o r, der Bayreuther Tenor, enttäuscht mit einer recht durchschnittlichen Siegsriedplatte(P). ebenso K i p n i s mit Pogners Ansprache aus den Meistersingern(F):' nicht viel anders ergeht es Richard Tauber und Elisabeth R et h« b e r g mit einem Duett aus Butterfln(0), ebenso Laurig Melchior und Emmy Bette ndorf mit dem Liebesduett aus Lohen» grin, dem alle Gesangskultur nichts nützt, da die Platte schlecht auf- genommen ist und wie aus einem tiefen Keller klingt(P). Lotte Lehmann singt(auf O) Schubert-Lieder:„lieber den Wassern zu singen" und„Sei mir gegrüßt"— durchschnittlich gut, nicht mehr, es gibt bessere Ausnahmen von ihr. Dann zweimal Schlusnu»: einmal herrlich: Wunderhorn-Lieder van Gustav Mahler mit Or- chester(G). dos zweitemal— Schuberts„Jüngling an der Quelle'' und„Wanderer an den Mond"(G)— sehr mäßig, ohne jene vor ollem Arienhaften abgemandte Liedkultur, wie sie Leo S l e z a k in so überreichem und einzigartigem Maß besitzt(„Traum durch die Däm- merung",„freundliche Vision", eine herrliche G-Platte). Solisten. Alexander B r a i l a v s k y, Klavier- und Mikrophonvirtuose, spielt Scriabive und De Falla(G), Edwin Fischer Händel: fein getpnt, voll prachwollen Stilgefühl?(F). Ein Larghetto des gleichen Meisters spielt Gregor Piatgorsky. der Meistercellist: ebenso schön ebenfalls(auf O) Rimsky» Hindulied(die Plottenrückseiten entholten jedesmal virtuosische, musikalisch recht belanglose Stückchen). Herrlich der Geigerton Iehudi M e n u h i n s: er spielt(auf F) eine „Serenata Andaluzza" und„La Romanesea", eine prachtvolle alte Melodie. Zwei gute Kammermusikplatten: Moment musikal Nr. 3 von Schubert(O-Trio), Andante und Menuett des F>-Mall-Ouortettz von Mnzort(Amar-Hindemith-Ouartett, P).. Tanzmusik. Von Tanz und Säilogcr. seien. die nettesten erw-jiint:„Wir sind von Kopf bis Fuß" sowie die Geschichte von dem „Blumentopf"(auf F), von den Comedian Hormonists witzig parodiert:-:.E r n T a p/z- m i- r d i.r im D ärn merltchtf, Fortrott (Jack Hyston,.G):„W er meintaus L*«.b«.Tran«»"> Sloiv» svKi„E» mürd's cho n w i e d e r besser"(beide Geezys-P-fi-enK- lich«in von Iljä Lisschakoff reizvoll instrumentierte» unid• schmifsiz gespieltes Schlagerpotpourri„II f a t a n b o m b e n"(G)., .... Arnold. Walter. C— Stimme seines Herrn Grammophon, C— Columbia. P— Parlophon, O— Odean, E= Clektrola. Hilssakiion für das Theater. Aufgaben sozialistischer Bildungsarbeit. Anfang Mai werden die Spitzenoerbände der gewerkschaftlichen und kulturellen Organisationen in Verbindung mit dem Volks- bühnenverband eine umfassende Aktion für die Erhaltung des deutschen Theaters erössnen. Die Begründung dieser Aktion liefert der Geschöftsführer des Dolksbühnennerbandcs, A. Bradbeck, in einem Artikel„Das Theater dem Volke!" im Aprilheft der„Sozialistischen Bildung". Er formuliert die Aufgoben der in dieser Aktion vereinigten Verbände folgender- maßen:„Sie werden das öffentliche Gewissen zur Cr- Haftung des gemeinnützigen Theaters wachrufen und geeignete Wege zeigen, wie unter gleichzeitiger Ucberwindung der sogenannten Thcaterkrise die sozialen Aufgaben des Theaters wieder in den Vordergrund seines Daseins gestellt werden können." Geht Brndbcck hauptsächlich darauf aus, klare Verholtnisse zwischen Theater und Publikum, zwischen Kunst und Volk herzu- stellen, so prüft Emmy F r e u n d l i ch- W i e n in einem Artikel „Das Volk und die dramatische Kunst" die Frage, ob es die drama- tische Kunst verstanden Hot, dos Volk selbst zum dramatischen Helden zu erheben und das Volk für di« Bühne zu erobern. Ihre Schluß- folgerung ist die:„Das Theater ist nicht tot, es ist nur scheintot, weil es die großen Aufgäben nicht sieht, die vor ihm stehen. Es kann dos Volk zurückerobern, das es verloren hat, denn von den Intellektuellen und den Besitzenden allein kann es ja nicht leben. Ist es nicht imstande, die Form, die Darstellung und den Inhalt zu finden, die das Leben des Volkes als Masse zu spiegeln vermöge», dann wird es aus dem Erleben des Volkes einfach ge- strichen werden." Einen weiteren wichtigen Beitrag liefert Fred Buckand in seinem Artikel„Die moderne Staatslehre und di� s o z i a l i fti fch e B i l d u n g". Er untersucht hier das Problem des unmittelbaren Kampfes um den Staat, das Problem der Staotseroberung und der Staatsnerteidigung. das in der Nach- kriegszcit durch die saschistische Welle eine ungeheure Pedeutting erlangt hgt. Er wendet sich gegen veraltete Aussassungen in der Behandlung de? Stoatsproblems. Die sozialistische Staatslehre müsse sich die Erfahrungen der Nachkriegszeit zunutz« machen, um den Glauben on die automatische Entwicklung, zu beseitigen und die Gesamtheit der miteinander ringenden gesellschaftlichen Kräfte stärker als bisher zu berücksichtigen. Die deutschen Ausgrabungen in Warka. Auf Einladung der Notgemeinschast der deutschen Wissenschaft berichtete Regterungsbaumeister E. Heinrich im Reichsarbeiks- Ministerium über die neuesten Ergebinss«. der Au-grabung-n in Warka, on denen er als Mitglied der deutschen Warta-Expedition 1931'32 teilgenommen hat. DM Crfe der Sumerer wurden aw unteren Euphrat und Tigris ausgegraben: Ur, Lorda und Uruk. Der letztere und größte von ihnen, heute Warka genawtt, wird von Deutschen erforscht. Der Held Gilgamcsch soll die riesig« Stodimoucr erbaut haben, jedenfalls ist sie sehr alt. Drei Tempel lagen auf Hügeln in der Stadt. An zweien ist bis jetzt besonders gearbeitet worden. Man hat 18 übereinander liegende, archaische Schichten gefunden, dann erst ist man in etwa 20 Meter Tiefe auf Felsen gestoßen, in dem man den Boden des alten, einst bis hierher reichenden persischen Golfes vermutet. Jede Schicht hatte ihren besonderen Tempelbau aus Lehmziegeln. Lediglich der Tempel der sechsten Schicht ist aus Kalkstein und leuchtete, auf einem Hügel erbaut und weiß gettincht. weit ins Land hinaus. Die Tempclgcbiete umfaßten weite Höf« und Säulenhallen, deren Zweck oft rätselhaft ist. Man weiß nft nicht, wo sich der eigentliche Kultraum befunden hat. Die riesigen Pfeiler sind mit den verschiedenartigsten Mosaiken geschmückt. Um diese zu retten, hat man die Fassaden abgenommen und nach Berlin bringen lassen, da sie sonst, von den mis ihnen lastenden Trümmern befreit, an freier Luft in kurzer Zeit zerstört würden. Bei den mühseligen Alisgrohungsarbeiten hat- man sich durch große Schutt» mosfen,- die van gewöhnlichen Gräbern unterbrachen waren, hin» durcharbeiten müssen, ehe man an die erste, prähistorische Schicht kam, die auf die Zeit um 3000 o. Ehr. zu dotieren ist. Völkerbund und Goethe-Lahr. Zum zweitenmal versammelt sich der ständige Ausschuß für Literatur und Kunst des Völkerbundes zu einer Tagung, und zwar mit Rücksicht out da? Goethejahr in Frank» surt o- M.?lm Vorabend(am 12. Mai) findet in der Frankfurter Oper ein Festkonzert statt. Die Tagung wird Donnerstag, den 12. Mai um 10 Uhr im Bürgersaol des Rathauses erösinet. Nach den osfiziellen Begrüßungsansprachen folgt das„Gespräch über G o e t h e", an dem hervorragende Vertreter der Kunst, Literatur und Wissenschaft aller Länder teilnehmen- Jälbevds findet eine Fest» vorstcllung von Faust F im Städtischen Schauspielhaus statt- Am Freitag, dem 13. Mai, sammelt sich der Ständige Ausschuß zu einem offiziellen� Festakt in der Oper mit Festansprachen. Am Nachmittag und am isomstog finden geschlossene Arbeitssitzungen de? Aiisschiisses statt, Freitogobend eine Festoorstellung in der Oper„Zanberflöte", «omstag eine Festoorstellung von„Elaoigo" im Schauspielhaus.- Gerhart Hauptmann erhält den Goe lhe-Prei» 193?. Das Kura» torium für di« Verleihung des Gnethe-Preises der Stadt Fr a n 7- f u r t. o- M. Hot beschlossen, d«n Goethe-Preis 1932 Gerhort Haupt. mann zu verleihen. Der Preis beträgt wie alljährlich 10 000 M. Die bisherigen Preisträger waren Stefan Gearge. Albert Schwei- tzer, Leopold Ziegler, Sigmund Freund und Ricarda Huch. Der Fite,„Witraanislonh" läuft von Freitag bis SKerrtaj in de» Nbaruz-LiÄttvielev, Müllerftr. 112. Er lchildert die Erlehnilke dp»- fite? Seidaten rerfchiedcuer Rattenen jwisch-o den Fronten.' Er klingt aug in der Sehnsuch» aller Voller:„Rie wieder Krieg!'. I« Planetarium a« Zoo hat sich die alla«n«l» Plaelasivle Liiigab« de» gito �achesdeS eebez? einrn standiz wiedWlt« BÄ-ll„Holt. Erläuterung der Einheitsfront. Wie die Kpv ORGO sie auffaßt Ms Erläuterung zum letzten Appell der KPD- und der NGO. zur Bildung der„Roten Einheitsfront" gibt die„Rote Fahne" einen Auszug aus einer Rede des Reichsleiters der RGO., Franz Dahlem. Es ist nichts Neues, was chsrr Dahlem von sich gab, sondern lediglich eine Aufwärmung der altbekannten Parolen. Di« REO. will Teilstreiks. „Es gibt hundert« und tausende verschiedener Möglicht«tten in den einzelnen Industrien, um solche Teil« bewegungen auszulösen. Die REO. will aus chrer Passivität heraus in die Offensive kommen und fordert, daß die Mitglieder der REO. und der roten Verbände feden Anlaß. und sei es den kleinsten, ausnutzen, um Aktionen zu entfalten. Die Betriebe fallen in eine immer Häher« Kampfatmosphäre gebracht werden.„Dann haben wir die breite Basis, auf der dann auch der Streik des gesamten Betriebes und breitere wirtschaftliäie und politische Massenstreiks besser vorbereitet und durchgeführt werden können.. ,Lur Entlarvung des Krisenkongresses" sollen die größten Anstrengungen gemocht werden. Doch will Herr Dahlem jetzt endlich aus jener agitatorischen Linie heraus, ausschließlich nur Entlarvungspolitik zu treiben." Er will alles in den Vordergrund rlüten, was die sozialdemo» kratischen, freigewerkschaftlichen Massen einigt. Dazu wurde auch der Einigungsaufruf veröffentlicht. Einerseits wird vor opportunistischen Abweichungen gewarnt, andererseits soll ebenso scharf jene Ten» denz liquidiert werden, die keinen Unterschied zwischen den sozialdemokratischen Arbeitern und den Führern der SPD. und des ADGB. macht. Als ob die Spekulation etwa» neues wäre, durch Verun» gliwpfung und Verdächtigung der Führer Mißtrauen in die Reihen der organisierten Arbeiterschaft zu tragen, um sie für die REO.» Agitation sturmreif zu machen. Die erprobten Führer de» ADGB. und der Sozialdemokratischen Partei sind zwar auch nur Menschen, verdienen jedoch in weit höherem Grade das Vertrauen der Arbeiterschaft als die REO.- und KPD.»Führer, von denen man oft nicht weiß, woher sie kommen, noch weniger, wie lange Moskau sie duldet und wo sie dann bleiben. Wenn die ganze kommunistische Einiqungsaktion nicht» weiter ist als ein krampfhafter Versuch, die frei- gewerkschaftlich organisierte Arbeiterschaft ihren Organisationen ab- lrüanig zu machen durch cherunterreißung der Führer, dann wird sie vergeblich bleiben. Bei einem einfachen Vergleich zwischen Ge- werkschaften und REO. ergibt sich der Splittercharakter der REO., ihr« Ueberflüsstgkeit, Nichtsnutzigkeit und Schädlichkeit für die Arbeiterbewegung.___ Maifeier-Schmerzen. Den Kalender beachten! Alljährlich in den Tagen vor dem 1. Mai tauchen die Rechts- belehrungen dienstbeflissener Federn in Gestalt von Korrespondenzen auf, um die Unternehmer an die Möglichkeiten zu erinnern, die Arbeiter entweder vor der Arbeitsruhe am 1. Mai zu warnen oder ihnen die sich aus der Maifeier ergebenden Nachteile onzu» kündigen. Es müssen aber schon ganz fanatische Scharfmarcher oder klein. lich« Kleinkrauter sein, die heut« noch versuchen, die Arbeiter an der Lrbeitsruhe am 1. Mai zu verhindern oder sie am?. Mai deswegen auszusperren. Diesmal aber kommen weder die Rechtsbeflissenen noch die Reaktionäre am 1. Mai auf ihre Kosten, da der 1. Mai der nächst« Sonntag ist. Erwachte Hote!angesie!lie. Viel« Angestellte im Hotelgewerbe in Bad Nauheim, die sich bis jetzt noch nicht zum Organisationsgedanken hindurchringen konnten, haben genau wie ihre Unternehmer Hitler gewählt. Sie bekommen jetzt dafür die Quittung in Form der K ü n d i> gung des Lohntarifvertrages, die einen A b b a u der be> stehenden Gehälter und Löhn« bis zuZZ Proz. vorsieht. Obwohl der staatliche Schlichter, Regierungsrat Meyer in Friedbero, be» reits im Januar 1S32 die Löhn« um IS Proz. gesenkt hat, wollen die Nauheimer Hotelbesitzer einen weiteren rigorosen Lohnabbau. Bei den Angestelllsn, die in Bad Nauheim bis jetzt Hitler nach. llefen, soll es nach der Kündigung plötzlich so etwas wie ein Er» wachen gegeben haben. 200 000 Textilarbeiter in England gekündigt. Weil sie sich gegen Lohnlürzong wehren. London. 28. April. Der hauplausschuß des Verbandes der englischen Vaumwoll- spinnet und-fabrikanken hak einstimmig beschlossen, den Arbeit- gebern die Kündigung der bisherigen Lohn- und ArbeilszeltocrlrSge zu empfehlen. Dieser Schritt ist die Antwort aus die iu der letzten Woche erfolgte Weigerung der Texlilgewerkschaflen, eine Lohnherab- sehung zu erörtern, von der KLadlgungsmagnahme werden rund 200 000 Arbeiter betroffen werden. Zw Rundfunk spricht am Donnerstag, dem 28. April, um 17.50 Uhr, Genosse Landa:„Vor und hinter den Schranken des Arbeitsgerichts." 'eBuch Giarry Söriberg: 3)cr letzte Heg Die nordische Kunst schafft aus dem Volke für dos Volk. Sie ist daher im besten Sinne des Wortes: Volkskunst. Seien e» die Bilder eines Eward Münch oder Andreas Zorn oder die Romane und Epen eines Knut Hamsun. Theodor Storm, Jonas Lie, sss alle schöpften stets aus dem unermeßlichen Reservoir des Volkslebens. Ihre Kunst ist hart und wahr wie das Leben. Der Norden Ist die Wiege des Naturalismus, jener Kunstrichtung, die entschlossen den Weg nach dem Herzen des Volkes nahm. Indem sie dem Volke einen Spiegel seines Schicksals vorhielt, tat sie einen entscheidenden Schritt zu seiner Aufklärung. Wir sind natürlich heute darüber hinaus. Zustandsschilderungen ohne Zustandserklärung hinzunehmen. Wenn zu dem noch Zustände so geschlldert werden, daß man merkt, daß sie der Autor nur deshalb schildert, well er in das Milieu ver» liebt und dieses Milieu ihm bloßer Anreiz zur Artistik ist, dann haben wir es mit sener vagen Kunstgattung zu tun, die sich volks- tümlich gibt, ohne es auch wirtlich zu sein. Diesen Eindruck macht der Roman„Der letzte Weg" Erschienen bei Hermann Schaff- stein, Verlag, Köln a. Rh.) von dem Dänen Harry Söiberg. Die Hauptfigur des Buches, der alte Fischer Ole Skärpe, der nicht mehr auf die See kann, wohl ab«/ die See nach versunkenen Schätzen für sich ausbeuten läßt, dabei Menschen in sinnlose Ge» fahren schickt und über ein gehobenes Kaaonenrobr in helle Ver- zückung gerät, dieser Ole Skärpe. der das L-bcnsglück feiner Tochter zerstört, weil ihm der von ihr Cüraahlte, etn schlichter, ehrgeizloscr Mann, zu gering erscheint, dieser alte Egoist und Leuteschinder, den uns der Verfasser als absonderlichen, aber„lieben-werten" Mann vom alten Fischerschlag einreden will, ist schlechthin unsympallnsch- Darin liegt der Hauptfehler de» Buche?. Da, wo die Tochter Dulderin ist und sich aufgibt, wirkt sie in ihrer weiblichen Schwäche stark. Da ober, wo mit ihrer Besorgnis um das Leben ihres Vaters und damit ihre Lüt'e tzu ihm wachsen, da, wo sie sogar sein Leben zu bewundern ttegiwit, gerät der Autor in«in psychologisches Gestrüpp, in dem m-der er noch der Leser sich zurechtfinden können Einfach und gqrdlinig wie das Volk müssen dr« Charakter« eines Volksbuches sein Dann erst können sie vom Volke verstanden und miterlebt werde» Ausgezeichnet die Uebersetzung von Niels 5) o Y e r. der uns in eindrucksvoller Weise die sprachliche Gestaltungskraft de, Originals vermittelt._ Frieäriclj Lichtnekcr. Rundfunk am Abend Donn erste«:, 28. April- Berlin, 16.05 Dr. K. T. Schate: Ubentvmnöer im Pftenrenretcb. 16.30 1. Gerlach: Sieben kleine Klavierstücke, op. I». OEIse C, ivtaas. rifiseU. 2 Gerlach. fünf Lieder.(Mareareie Vogt-Gebhardi, Sopran- Am rlagei: Der KomponisO. 3. Winfried rillte: Intrada,■»«eine Tiessen: Drei Klavierstücke, cp. 31. CF-lae O. Kraus.), 17.10 Opern-Arien. 17.30 Martin Rascbke:„Uebef Steine". 17.50 Wilhelm tarda. Vom Arbeits£e riebt. 18.10 Feite StBssinger; Von der bildenden Kunst 18.20 M M. Gehrke und Herbert Iherins: Thesen-Dlskas' Aufsti«* oder Nledertanj: des Büreertums? 18.55 Die Funkstunde teilt mit... 19.25 Alfred Cndler liest eteene Pro». 19.40 Chorgesinge. 20.00 Ksbaten der Funkgemelnschaf« der Artisten der ToternatlmaleB Ar- östenloge. 21.00 Tages- und Sportnachrichten. 21.10 I. Joseph Haydn: Quintett C-Dur. op. 88.». W. A. Morart: Outete« D-Dur(K.-V. 593).(Kllngler-Oaartett.) 72.30 Tum Mjihrigen Bestehen des Konservatoriums KHaArorth-Schanreuka. Ltg.: Direktor Robert Robitscbek. Konzert, ausgeführt von Schülern de« Konservatoriums. KSnlgsvueterbausen. 16.00 Dr. Wilhelm StSIten: HaomrirtschaWicho Ausbildung oaeb dem Abitur eine Notwendigkeit? 17-30 Prof. Frite Kern: Menschlichkeit gegen Gewalt 18.00 Dr. Bernh. Deermann: Hünengriber im Emsland. 18-30 Spanisch iflr Fortgeschrittene. 18.55 Wetter für die Landwirtschaft 19.00 Schiele: Die Agrarpolitik der ieteie» Jahre. 19.30 Hans Wankcrl: Wie lebt und arbeitet ein dentseber Arbeiter in RuBiand? 20.00 Leipzig:„Ritter Rqjand".__ 1. Kreis Milte. Arbeiterbildungsschule. Der Kursus Bernstein findet heute nicht statt. Er beginnt erst am Donnerstag, 12. Mai. Wetter für Verlin: Weitere Erwärmung mit zunehmender Go» witterneigung, südöstliche Winde.— Für Deutschland: Im Süden und Westen"Regensälle, in Mitteldeutschland Gewitterneigung, im Osten heiler, am Tage warm. tk- Siecke, nrtrout» Tuch. ..._.._______ Stubenfh. S. Sie»« 1 Beilege. �(Btfchäfk-Jtnjäger + (Bezirk Horden~ Cfien Verlange In HarzHäse nur „BarboIzninerlstdasBestsr „M. S. tadellos!** Hermann Lorenz«raÄ «afiee.fie. Kakao Eis. Rßsterel seit 187« tfosentbeter Str. ii-i* SSHMVerelnszimmer > Varsaamlimoen udo lestilöiseliai vorn: Funmen-Renr uranl anl srofter Mwaftitfec> mmger fldsdnattaiii A. 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Aprfl 1932 Z«'K-KÄ %äiau.'jtaß« Ja ibteäsJi Staatsbürgerliche Orzichung Ättfgabm für ein neues Preußen/ Von Dr. S. Wemberg Dmn verlangt wird, daß der Gefchichtsunternckit zu posi, tioer Staatszesinnung erziehen soll� wenn man die be- rechtigte Forderung erhebt, daß niemand Unterricht in Geschichte und Ltaatsbürgerkunde erteilen soll. üer den heutigen Staat ablehnt, dann erheben sich immer Mieder Stimmen, die diese Forderung als parteipolitische Beein- flussung der Schüler bezeichnen. Man wirst dem heutigen Staat Intoleranz vor. Gegenüber diesen Anschauungen ist es wesentlich. an die Zustande zu erinnern, die vor dem Kriege auf diesem Gebiete herrschten. Nicht der heutig« Staat, wohl aber der Staat der Vorkriegszeit benuyte die Schule zu bestimmten parteipolitischen Zwecken, lieber die Ziele des Geschichtsunterrichts In der Zeit vom Regierungsamritt Wilhelms II. bis-zur Revolution von 1Sl8 gibt Ernst Simon in seinem Buch«„D a s Werturteil im Ge« schichlsunterricht"(Verlag B. G. Teubner, Leipzig und Berlin, 1931. 177 Seiten, gebunden 6 M.) eine gute und beachtenswerte Uebersicht. In dem Erlaß, den Wilhelm II. am 1. Mai 1889 an das Preußische Staatsministerium richtete, heißt es: „Tic fdk Schule) muß bestrebt sein, schon der Jugend die Ucbcrzcugung zu verschaffen, daß die Lehren der Sozialdemokratie nicht nur den göttlichen Geboten und der christlichen Sittenlehre widersprechen, sondern in Wirklichkeit unausführ- bar und in ihren Llonsequenzen dem einzelnen und dem Ganzen gleich verderblich find." Tann folgt eine Anweisung, die segensreich« Rolle der preußi» ichen Könige für die chebung der Lebensbedingungen der Arbeiter» fchaft besonders hervorzuheben und insbesondere den R e l i g i o n s» und Geschichtsunterricht diesem Zwecke dienstbor zu machen. Man sieht also deutlich, im Deutschland Wilhelms II. wurde der Geschichtsunterricht für parteipolitische Zwecke mißbraucht. Noch bezeichnender als der Erlaß des Kaisers siird die Ausführung»» bestimmungen, in die die kaiserlichen Vorschläge durch das Stoatsministerium am 30. August 1889 gefaßt werden, hier heißt es, daß die Belehrung über die Verderblichteit der Sozialdemo- tratie ohne„nähere Erörterung der sozial« st ischen I h e o r i e n*(!) zu erfolgen haben. Die Schüler sollten also die sozialistischen Theorien, die chnen auf höheren Befehl alz oerderb» lich hingestellt werden mußten, nicht einmal kennen lernen. Di« Schule wurde also bewußt und absichtlich in den Dienst der Partei- Politik gestellt. Daß auch die Wissenschaft an den Universitäten nicht frei mar, ersieht man lelchr aus dem Schicksal sozialdemotratl» scher Privatdozenten der Vorkriegszeit. Simon stellt fest: ..Daß Marx etwa in Berlin oder an sonst einer preußischen Hochschule Nationalökonomie seiner Art hätte dozieren könne», ist ebenso u'nwahrschcin- -lich wie» daßüdie. Moskauer Universität cheute-eruen ..bürgerlichen" Professor zuließe." Der demokratisch« Staat will keineswegs die alten Methoden nun mit umgekehrter Front anwenden: es wird nicht verlangt, daß wie im kaiserlichen Deutschland— d>e Schul« ans ein parteipolitisches Programm festgelegt wich. Der republikanische Staat braucht sachliche Kritik nicht zu scheuen, ja,«r ist in feinem Bestände von der Wirksamkeit fruchtbarer Kritik abhängig. Die Schüler des Voltsstaates sollen einen geschichtlichen Unterricht erhalten, der mit dm Ergebnissen der wissenschastlichen Forschung und mit der ge- schichtlichen Wahrheit in Einklang stelst. Aber die Freiheit des Unterrichts darf nicht dazu benutzt werden, um gegen den Staat und die Verfassung zu Hetzen. Di« Forderung nach staatsbürgerlicher Erziehung im Sinne der Verfassung bedeute: keine Festlegung der Schule aus Partei- politische Glaubenssätze, sie verlangt nur die Erzlehung zum verantwortungsbewußten. selbst urteilenden Staatsbürger. Daß m den Schulen keine staatsfeindliche Propaganda ge» macht werden darf, braucht man wohl in keinem anderen Staate als besondere Forderung aufzustellen. In Deutschland ist aber leider die Betonung dieser Forderung außerordentlich notwendig. Die Weimarer Verfassung bestimmt in dem für das deutsche Bilbungzwesen wichtigen Artikel 148, daß in allen Schulen st a a t s- bürgerliche Gesinnung zu erstreben ist. Diese Forderung stellt der Schule ein« hohe und wichtige Aufgabe. Es handelt sich nicht darum, den Schülern politische Glaubenssätze einzudrillen, noch weniger gehört Parteipolstik in die Schule. Die Einsicht des Kindes m sozial« und politische Zusammenhänge soll entwickelt werden: jeder Schüler soll begreifen, daß er zur Mitarbeit am öffentlichen Jeden spater berufen sein wird, er soll erfahren, daß diese Mitarbeit jedem Staatsbürger Verantwortung auferlegt. Es gilt, den Willen zur positiven Mitarbeit am Staatsleben zu entwickeln durch sachliches Wissen um das Werden und um die Ausgaben des Staates, durch Kemünis der Staatseinrichtunzen, durch Ausbildung der klaren Urteilsfähigkeit. Ems Staatsbürgerkunde in diesem Sinne erzieht zur Verantwortung und verhindert, daß die Jugend Urteils- los polstischen Ihetzern in die Arme läuft. Ein Blick auf die deutsche Jugend zeigt, daß diese Ziele noch lange nicht erreicht sind. Di» politische Verrohung hat große Teile der Jugendlichen ergrissen; die politisch« Einstellung eines Teiles der Studentenschaft ist allzu bekannt, als daß eine genaue Darstellung notwendig wäre Politische Verhetzung mit allen ihren Auswüchsen macht sich schon in den Schulen bemerkbar. Der politisch« Radikalismus zählt besonders viel Jugendlich« zu seinen Anhängern und Mstläuiern. Won trifft die Schuld an diesen bedauerlichen Zuständen? Gewiß darf man nicht die Schule allein für diese Tatbestände verantwortlich machen. Der Schüler wird ia nicht nur durch da» Schulleben geformt und gebildet. Es ist klar, daß auch die beste Schule die verderblichen Außeneinstüsse nicht ganz ausschalten kann. Die Verrohimg des politischen Kampfe» geht niemals an der Jugend spurlos vorüber. Aber gerade weil die Schule hier einen schweren Stand hat, gerode w e i l die Schüler in ihrer Entwicklung zun, verantwortungsdewutzteu Staatsbürger durch die Einflüsie von außen so sehr bedroht sind, gerade deshalb hat die Schule die doppelte Verpflichtung,»in Gegengewicht zu schaffen: sie muß ernschaft und mit allen Mitteln stcmtzbürgerliche Gesinnung erstreben. Ein Hauptteil dieser wichtigen Erziehung! aufgäbe fällt dem Unterricht in� Geschichte und Staatsbürgerkunde zu. H-er kann und muß der Grund geleat werden zu politischer Reise und zu einer Sachlichkeit, die jedes Phrasentum ablehnt. Der Lehrer wird vor schwere Aufgaben gestellt. Der Geschichtsunterricht soll ja nicht bloße Kenntnisse von Tatsachen vermitteln, der Schüler soll in den Sinn der Ereignisse und geschichtlichen Kämpfe eindringen, er soll lernen, sich ein wohlbegründet«? Urteil zu bilden. Dazu aber ist Stellungnahme erforderlich. Der Lehrer wirb vor das Problem gestellt, zur Beurteilung und Bewertung der historischen Vorgänge anzuleiten. Ein« einseitige Beeinflussung der Schüler soll vermieden werden: die Bewertungen sollen sachlich sein. Hier aber liegt ein großes PrMem: welche Werturteile darf der Lehrer fällen? Wie ist überhaupt ein objektives Werturteil möglich? Der gewissenhaste Lehrer stößt hier auf sehr schwierige Fragen: Wie hat er sich den Bewertungen gegenüber zu oerhalten, die der Schüler aus seinem Eltern hause mitbringt und die oft inner- halb derselben Schulklass« in ganz verschieden« Richtungen weisen? Soll er mit jedem eigenen Urteil zurückhalten? Wie kann man zu Sachlichkeit in hiltanichen und politischen Fragen erziehen? Ernst Simon zeigt in seinem Buche die Wt«, denen der junge Geschichtslehrer ausgesetzt ist. Er soll jungen Menschen in schwierigen politischen Fragen zur Klarheit verhelfen, aber er ist für diese Ausgabe durch die heutige Art der Hochschulbildung nur schlecht vorbereitet. Er hat sich zwar aus der Universität historisches Wissen angeeignet und hat im besten Falle gelernt, sich ein Urteil zu bilden, aber„er hat nicht gelernt, anderen dazu zu helfen". Die Vorbildung der Geschichtslchrer muß in weit stärkerem Maße auf die praktischen Bedürfnisse des Unterrichts in Geschichte und Staulsbürgerkunde eingestellt werden. Dos Problem der staatsbürgerlichen Erziehung mutz in der Lehrervorbildung einen wichtigen Platz einnehmen. Die Frage nach der Bewertung ist für jede Behandlung der Geschichte grundlegend. Der Historiker muh aus der unübersehbaren Fülle der vergangenen Ereignisse eine Auswahl treffen. Ader es gibt keinen objektiven Maßstab für diese Auswahl. Mit Recht stellt Simon fest:„Da», was einem an der Vergangenheit wichtig erscheint, also dasjenige, woraus man einen Wert zu beziehen wünscht. wird in den meisten Fällen mit davon abhängen was einem heute wichtig ist." Jede Geschichtsbetrachtung ist von der Beurteilung der Gegenwart abhängig. Dies« Einsicht ist wichtig für den Ausbau.des Geschichtsunterrichts. Simon zeigt, daß Toleranz gegen' abweichende Ausfassungen sich durchaus mit Entschiedenheit der eigenen Stellungnahme ver- trägt, er gibt praktisch« Anleitungen, wie die Klippen der einseitigen Beeinflussungen zu vermeiden sind. An Unterrichtsbeispielen macht Simon deutlich, wie er sich in konkreten Fällen die Erziehung zur Verantwortung und zu selbständigem Urteil denkt. Der Radikalismus von rechts und links wirbt heute besonders stark und mit allen Mitteln um die junge Generation. Die politische Phrase und die maßlose Verhetzung vergiften die Seelen der Kinder: die Erziehung zu selbständigem Denken rnid zu verantwortlicher Stellungnahme wird durch die Fonatisierunz erschwert und vielfach unmöglich gemacht. Im nationalsozialistischen Schüler- b u n d sind große Teil« der Schüler höherer Schulen organisiert. Dieser Zustand ist erschreckend. Nur durch einen sachgemäßen Unterricht in Geschichte und Staatsbürgerkunde kann dieser Ver- hetzung entgegengearbeitet Verden. Daher ist es notwendig, daß alles getan wird, um die Jugend gegen die politischen Phrasendrescher zu immunisieren. Hier liegt«ine dringliche und außerordentlich wichtig« Aufgabe der Erziehung. SoMlistischeS Manöem? Vemerkungen zu Dietz�„Ärbeiter-Rejfe- und Wanö erführe«" Im Verlag I. H. W, Dietz Nachf., Berlin, ist unter der Redak- tion Friedrich Wendel? ein„Arbeiter-Reise. und Wanderführer" erschienen, der sich nach dem Untertitel zur Aufgabe stellt,„ein Führer für billige Reis« und Wanderung" zu sein. Der Führer, als dessen erster Vorzug der niedrig» Preis von 2 Mark genannt werden kann, ist bei 4S0 Seiten handlich und«r- staunlich tnhaltereich. Zunächst überraschen die geschickt zusammen. getragenen technischen Angaben. Obgleich sie als Reise- lichen Handelns entstanden ist und warum sie so geworden ist, wie der Reisende sie steht. Aber der Wanderer soll auch nicht mit lang- atmigen geschichtlichen Darlegungen belastet werden, eine geschickte ?luswahl des Weseutlickien muß In Verbindung mit dem, was zu sehen ist. alles nötige sogen. Demgegenüber müßten noch großen Gesichtspunkten immer wiederkehrende Erscheinungen herausgearbeitet werden, beispiels- weise die Grundrihentwicklung der Städte: die sozialen Ausdrucks- Vorbereitungen gewissermaßen nur Nebensache sind, ist es doch von j formen in den Wohnvierteln des Handels, des Bürgertums, ver Nutzen, sie handbuchartig beieinander zu wissen. i Proletarier, die Städtezestoltung der Dynastien und der neuen Zel�.. Wir tmden ausmbrlich die„Urlaubsregtlung Jiir Arbeiter und[ da» Gegeneinander und Miteinanser von Stadt und Land, von.. Angestellte" und die Bestimmungen für„Fahrpreisermäßigungen der Reichsbahn" mit praktischen Erläuterungen abgedruckt. Für di« Frage der Unterkunft sind die Bemerkungen über die Benutzung der Jugendherbergen«lenso nützlich wie die Derzetchnisie der Jugendherbergen, der Naturfreundehäuser, der Gewerkschafts- und Volkshäussr und der gewerkschaftlichen Ferienheim«. Mehrere Ab- schnitte beschästigen sich mit technischen Vorbereitungen einer Reis« oder mit praktischen Wissensgebieten für Wanderer und geben da- durch Fingerzeige, die Wanderung möglichst gewinnbringend, erleb- nisreich und billig zu gestalten, wie z B.:„Unabhängig vom Gast- Haus", wo genauest« Angaben über dl« Eigenanfertigung von Zelten, und„Arbeiterwandern und Photosport", wo Fingerzeige für Ankauf und Ausnutzung eines Photoapparatss gegeben werden. Ebenfalls von großem Wert sür den Arbeiter-Wanderer sind die Ausführungen über„Reisen und Wandern im organisierten Gesellschostsverband". Hier wird vom Sinn und Zweck der„Reise- abtellung des Reichsausschusies für sozialistische Bildungsarbeit" und von der Tätigkeit des Touristenvereins„Die Natur- freunde" gesprochen.„Die Freunde der internationalen Klein- arbeit" verweisen auf di« gerade für den Sozialisten wichtigen Auslandereisen und ihre praktische Organisierung. Wetter« Ab- schnitte berichten von der„Reiseabteilung des Ortsaueschusses Leipzig de» ADGV.", vom„Gemeinnützigen Verkehrs» und Reise- verein Groß-Hamburg" und vom„Wandern in der S o z i a l i st i, schen Arbeiterjugend". Es wird auch auf dos Radwandern im„Arbeiter-Rad- und Kraftfahrerbund Solidarität" und auf das Wasserwandern des„Freien Segler-Verbandes" und der„Freien Faltbootfahrer" hingewiesen, so daß schon dieser Ueberllick mtt seinen vielen praktischen Angaben zeigt, wie sehr beretts in der Arbeiterschaft das Wandern und das organisiert« Reisen üblich ge- worden ist. Der Hauptteil des Wanberführers bringt nun auf rund SSO Seiten ausführliche Beschreibungen von Insgesamt 54 Wanderfahrten zu Lande und zahlreiche Fahrten zu Wasser. Sie geben wirtlich„eine Auswahl der schönsten und Interessantesten Reisen und Wanderungen durch Deutschland und die österreichischen Mpenländer". Meist sind 7 oder 14 Tagestouren zugrunde gelegt, entsprechend der Urlaubsdouer der Arbetter und Angestellten. Die Ausarbeitung der Wanderfahrten ist so erfolgt, daß immer ein« Wetterführung durch das Nachbargebiet in Anschlußtouren möglich ist. Dadurch Ist es dem Wanderer an di» Hand gegeben, seine Feriensahrt selbst auszukauen. Die einzelnen größeren Wondergebiet« sind jeweil» van Kennern dieser Landschaft beschrieben. Begreiflicherweise ist dadurch die Art der Bearbeitung ungleich. E» ist hierbei der Redaktion leider nicht gelungen, eine einheitliche Grundlinie durchzusetzen, trotzdem Arthur Crispien da, Stichwort hierzu gegeben hat. indem er im Geleitwort fordert, daß dem wandernden Arbetter di, Sehens» Würdigkeiten„in einer der Wirklichkeit entsprechenden Art und Weis, nahegebracht, verständlich gemacht werden, da» heißt, daß sie als geschichtliche Denkmal«, als Ergebnisse der gesellschaft- lichen Betätigung ihrer Zeiten gewürdigt werden". Diese Forderung Ist freilich sehr schwer zu erfüllen, Venn sie»er- langt ein« Darstellung des lebendigen Zusammenwirken» von Land- schast, Technik und Gesellschaft, und zwar dialettisch und dynamisch gesehen. Oder ander» ausgedrückt: an den Seheniwürdigkeiten, also an dem. was in der Landschaft, in den Städten, der Wirtschaft, der Technik, der Kunst usw. wert ist. gesehen zu werden, soll klar gemacht werden, wie di» Stadt oder die Landschaft alz Kultur- landschast, als Auedruckeform menschlichen Wollen» und gefellschast- Handel und Berkehr, von Landschoftsformen und Siedlungsui'K" Bei den Wanderungen über Land ist ez angebracht, aus der Werk« statt der Natur zu plauvern und die Wanderwege zugleich so zu wählen, daß man auch von den Bewohnern dieser Gebiete etwas sieht und hört. Denn meisten? reisen doch Städter, denen das Dorf fremd ist, und nur selten flieht einer hinaus, um nur die Einsamkeit zu suchen. Dies alles ist wohl unumgängliche Notwendigkeit, wenn ein Danderführer vis Sehenswürdigkeiten einer Reif«„als Ergebnisse der gesellschaftlichen Betätigungen ihrer Zeiten" verstehen lasien will, und nur dann kann man von sozialistischem Wandern reden. Erst, wenn da» gelungen ist. dient ein Wandelführer den berechtig- ten, zumeist ober erst zu weckenden Reiseansprüchen des sozialisti- schen Arbeiters. Keineswegs aber genügt es, dort kritisch« Bc- merkungen hinzusetzen, wo die bisherigen Reiseführer Worte und Sterne überschwenglichen Lobes abdrucken! Im„Dietzschen Ar- bester-. Reise- und Wanderführer" wird an vielen Stellen versucht, diese neu« Form des Wanderns und Sehens zu verwirklichen, andere Abschnitte 1 leiben aber leider in einer negativ-bürgerlichen Reils» wode stecken. Am besten geglückt sind in diesem Sinne vi« Aus- führungen über da« neue S t« t t i n(S. 114 fg.) und die glänzend«. oft allerdings zu überschwenglich«, zu wenig stoffgebend« Darstellung des„Ruhrgebietes als Reiseziel"(S. 185 tg). Mit dieser Kriiit an der Auswohl des Stoffes und seiner Dar- stellung varf gleich eine Krttik der Methodik des Wanderns ver- bunden werden. Es entspricht nicht dem sozialistischen Erziehung-» ideal, Menschen mtt genauest ausgearbeiteten Wcgrouten durch Städte und Landschaften zu dirigieren. Wie sich die Kinder- freund«, die weltlichen und vie Aufbauschulen über- einstimmend bemühen, den Menschen s« l b st ä n d i g werden und handeln zu lasien, muß auch auf Wanderungen und Reisen jode Bevormundung unterbleiben. Der Reiseführer soll all« Wink« für die technische Dorberettung geben, soll ourch gute Landschafts, und Städteschilderungen die Auswahl des Reiseziels ermöglichen und auf der Wanderung selber beraten, Helsen, führen, nicht aber zwingen und dirigieren. Jeder Mensch mutz sich, nachdem er angeregt und beraten wurde, seine Schätz« voch selber erwandern. Es entspricht der Verbundenheit der Stoffauswähl mtt der Methodik de» Man- derns. daß wiederum am besten die Abschnitte„Stettin" und„Ruhr- gebiet" dieser Forderung de, selbständigen Manderns genügen. Aber auch die Abschnitte„Wasserwandern" können hier lobend hervorgehoben werden. Es hätten auch«inhsttlich überall die Nummern der amt» lichen Wanderkarten für das jeweilig« Fahrtengebiet ge- nonnt werden können, vor ollem, wenn gut« Zusammendrucke, die sogenannten Einhettkblät'er 1: 100 000, vorliegen. Di« dem Wander« führ« beigegebenen Orisnttsrungstarten sind zu klein und inHall«» leer, um praktisch« Dienst« leisten zu können. Dagegen sind die zahlreichen Abbildungen geschickt ausgewähll und geben einen Be- griff von dem Charakter des jeweiligen Reiseziels. Trotz dieser kritischen Bedenken und Bemerkungen gebührt dem Verlag Anerkennung und Donk, mtt dem soziokistlschen Wander. sichrer den Schritt in neues Land gewagt zu haben, noch dazu in wirtschaftlich schwerer Zeit. Daß der Versuch nicht gleich restlos befriedigend geglückt ist. nimmt ihm wenig von seinem We:t. Viel- mehr werden all« Freund« des Wanderns„Dietz' Arbeiter-Reise» und Wandersührer" willkommen heißen und vurch ihn dem Ar» beiterwandern neue Freunde gewinnen, ihrerseits dazu beitragend, daß auch da» Schrifttum für diesen Zweig der Arbeiterbewegung ausgebaut wird. IVildelm Xietgeu*. Feiert den 1. Mai! Das Kartell füt Arbeitersport and Körper- pflege teilt mit: Wie beschlossen, beteiligen sich olle vereine ber Vezirkskartelle an der grohen Woidemonstrakion der Gewerkschaften am Sonntagmiltag im custgorten. Die Treffpunkte für die vereine find: 3� 19. und 20. Bezirk Gartenstr. U 4. und 18. Bezirk Lothringer Str. ?. und 7. Bezirk im Kleinen Tiergarten. 5. und 17. Bezirk am Küstriuer Platz. 15, und lö. Bezirk am Köllnischen Park. 14. Bezirk am Reukerplatz. ß. und 13. Bezirk Alle Zakobstr. 9� 10., 11. und 12. Bezirk am Gendarmenmarkt. 8. Bezirk in Spandau. Antreten um 11 Uhr. Abmarsch 1114 Ahr. Die Arbeitersportler marschieren hinler ihren Sturmfahncn und den Gewerkschaft», und Parteibonnern, pflichtveronstaltung. alle» tritt an!. Berlin Heberbundesmeister Speyer verzichtet auf den Endkampf Der Kampf um die Bundesmei st er schaftimGewich t> heben des Arbester-Athletenbundes Deutschlands ist nun entschieden. Di« Staffel des langjährigen Kunde», und.Kreisnretfters„Lichten- berg-Friedrichsfelde 04" gewann den Titel wieder zurück, da der bisherig« Kundesmeister Speyer auf den Endkampf verzichten mußte. Mit einem hohen Sieg über den Magdeburger Kreismeister hatten die Berliner bereits die Vorrunde gewonnen und galten als die Favoriten. Der Endkampf um die diesjährige Bundesmeisterschaft im Heben wurde in diesem Jahr« erstmalig in zwei Endkämpfe aufgeteilt. Die nier Rreismeister, die die höchst« Punktzahl erreicht hatten, sollten um den Titel kämpfen. In Berlin stritten am ersten Osterfeicrtag der Berliner Meister„Lichtenberg-Friedrichsfelde 04" und der Magdeburger Meister: aus diesem Ringen ging Berlin als über- legener Sieger hervor. Mannheim und Speyer wollten in Mann- heim versuchen, die Punktzahl der Berliner zu überbieten, um damit den Titel zu behalten. Wegen der Erkrankung einiger Heber aus Speyer mußte aber der vorjährige Bundesmeister auf die Schluß- runde verzichten und so dem Sieger der Vorrunde und ehemaligen Bundesmeister ,L.-F. 04" den Titel überlassen. Die in zahlreichen Kämpfen erprobte Berliner Staffel bewältigte im Kampf gegen die Magdeburger«in Gewicht von 4800 Pfund, dazu kommt ein- Auf» mertung von 420 Pfund für beidarmig Reißen. Durch den Abzug des dreifachen Körpergewichts der Manrrschast wurde für die Sieger «in« Punktzahl von 21014 Punkte errechnet. Mit diesem hohen Punktergebnis haben die Berliner wieder ihre groß« Klasse unter Beweis gestellt und den starken Monnschatten im Reich dos Nach- sehen gegeben. ltatk bleibt Europameister Der langjährige Europameister im Weltergewichtsboxen, Gustave Roth- Belgien, verteidigte seinen Titel zum zwölften Male mit Erfolg. Allerdings mockste ihm sein Landsmann Des- m e d t bei der Begegnung in Charleroi den Sieg nicht leicht, olle 15 Runden standen im Zeichen eines mit größter Erbitterung ge- führten Kampfes. Das reifere Können des Europameisters fetzte sich schließlich aber doch mit Erfolg durch und nach Ablauf der Distanz erhielt Roth einen knappen, aber verdienten Punktsieg zu- gesprochen, der vom Publikum mit großem Beifall aufgenommen wurde. * Im Laufe des Monat Mai sollen dreiEuropa meist er- s ch a s t e n im Boxen erledigt werden. Terminlich fest liegt bisher nur der Titelkomps im Schwergewicht zwischen dem deutschen Meister Hein Müller und Belgiens Champion Pierre Charles, der am 28. Mai in Brüssel stattfindet. Di« Verhandlungen zwischen dem Wiener Neubauer und dem Spanier Ignacio Ära wegen der Europameisterschaft im Mittelgewicht hoben bisher wenigstens dos eine Ergebnis gezeitigt, daß der Kampf in Wien stattfindet. lieber den genauen Termin— in Frage kommen der 6., 7. oder 8. Mai— sowie über die Freitustkampfstätte ist man sich dagegen noch nicht einig. Die dritte, im Laufe des Monats Mai zum Aus- trag gelangende Europameisterschast ist die im Fliegen- gewicht, um die in Paris der Franzose Angelmann und der Italiener Savo streiten werden. Oer �VasserrettunHsdienst ist bereit! Mit der warmen Jahreszeit beginnt wieder der allgemeine öffentliche Badebetrieb an Flüssen. Seen und Teichen. Die Gefahren des öffentlichen Badsbetriebcs sind sehr groß, fast täglich bringen die Tageszeitungen Nochrichten über tödliche Unfälle. Der Arbeite r-Wasserrettungsdien st, der im ver- gangencn Jahre 240 Rettungswachen unterhielt, hat olle Maß- nahmen getroffen, um auch in der kommenden Badesaison aerüstct zu sein. Die Zahl der Rettungsschwimmer wurde im vergangenen Winter durch Lehrkurse bedeutend erhöht. Für die Instandsetzung des erforderlichen Materials wurde Sorge getragen. Ab 1. Mai sind all« Rettungsmannschaften des AWRD. startbereit, so daß schon an den ersten Badetagen die im Vorjahre vorhanden gewesenen Wachstationen bei irgendwelchen Unfällen hilfsbereit anzutreffen sind. In diesem Zusammenhang sei nochmals darauf verwiesen, daß im Vorjahre durch die Retiungsstationen des AWRD. insgesamt 788 Menschen vom Tode des Ertrinkens gerettet wurden, und daß 5742 Personen als Unfallverletzte ihre erste Hilfe- leistung aus den Stationen des Arbeiter-Wasserrcttungsdicnstes suchten und fanden. fohrpreisennahiZimg für Jugendliche Das Reicheverkehrsministerium hat nochstehende Versügung er- lassen: Gemäß Verfügung Nr. 404 Tsv. ggl, veröffentlicht im Tarif- und Nerkchrsanzeiger der Deutschen Reichsbalfn-Gesellschast und der deutschen Prinateiscnbahncn" Nr. 22 vom 18. April 1932, wird, um die Fahrten Jugendlicher in kleineren Gruppen zu erleichtern, mit Gültigkeit vom 20. April 1932 gegen jederzeitigen Widerruf, längstens bis zum 31. Dezember 1932, als neu« Ausfüh- rungsbeftimmung zur Fahrpreisermäßigung für Jugendpflege sest- gesetzt: Teilnehmerzahl:„Der halbe Fahrpreis ist mindestens für 6 Er- wachsene zu zahlen." Zahl der Führer:„Zugelassen mit gleicher Ermäßigung ist für 5 bis 9 Jugendliche em Führer und für je wei- tere 9 Jugendlich«, auch wenn dies« Zahl nicht voll erreicht wird, noch ein Führer." Der Reichsausschuß der deutschen Iuoendverbände bemerkt dazu: «Die volle Ausnutzung der S0pro;cntig«u Fahrpreisermäßigung ist gewährleistet bei einer Rindestzahl von ö Jugendlichen und einem erwachsenen Führer. Eine Fährpreisermäßigung wird ober auch dann gewährt, wenn die Gesamtteilnehmerzähl der Gruppe geringer als 6 ist, z. B. wenn die Gruppe aus 4 Jugendlichen und einem Führer besteht. In diesem Falle muß die Gruppe aber nach der Tarifbestimmung den halben Fahrpreis für 6 Erwachsene zahlen." Vom grünen Rasen Rückblick und Ausschau Oer Verein fürHindernisrennen gibt bekannt, daß er, um Wünschen des Publikums entgegenzukommen, mn nächsten Renntag, also am 28. April, auch aus teuren Plätzen den 2,50°M.- Toto eröffnen wird. Dann folgt die Bemerkung, daß die Ersohrun- gen der nächsten Renntage zeigen werden, ob die finanziellen Er- gebnisse dem Verein gestatten, diese Neuerung auf die Dauer auf- rechtzuerhalten. Dieser Zusatz verkennt die Lage. Das Publikum läßt sich nicht zwingen, höhere Beträge als es sich gestatten kann, dem Toto zu opfern. Auch bisher wurden schon auf den besseren Plätzen geringere Beträge alz 5 M. gewettet, nur in der Form, daß sich mehrere Wetrlustige zusammentaten. Eine Abwanderung vom 5-M.-Schalter an den kleineren ist zu befürchten, denn aus Bc- quemlichkeitsgründen hat bisher bestimmt niemand mehr der Boll- blutzucht geopfert, als eigenllich in feiner Absicht lag. Eine Er- ! höhung des Ilmsotzes ist dagegen zu erwarten, mancher sonst nicht getätigte Wettabschluß wird an die kleinen Kassen wandern. Außer» dem bedeutet der kleine Toto fraglos«ine Konkurrenz für die leider noch immer nickst ganz ausgerotteten..wilden" Buchmacher. Erfreulicherweise gab es am letzten Karlshorster Renn» t o g zum erstenmal im Jahr« wirklich guten Sport. Woran es bis» her haperte, läßt sich schwer ergründen. So mag also die Feststcl- lung genügen. Im Goßler Jagdrennen bewies Fruvdsberg,. daß er inzwischen in die erste Garnitur unserer älteren Klassesteepler hineingewachsen ist. Bleibt Fritz Fromm heil, so ist auch mit ihm wieder stark zu rechnen. Diesmal war er noch sehr rückständig. Bandola ist nun doch schon sehr in die Jahre gekommen: ob es gelingt, die gute treue Stute noch einmal soweit zu bringen, daß sie größere Rennen gewinnen kann, scheint recht zweifelhaft. Ein frag» los guter Vierjähriger gewann in Oceanus, dcsien Mutter Oceano eine ausgezeichnete Stceplerin war, das Hürdenrennen der Vier- jährigen. Zu erwähnen bleibt noch, daß in Dorn II ein Held aus „tausend Schlachten" im Bindower Jagdrennen zu einem beschei- denen Erfolge kam. Die Grunowald-Premiere verlies weniger glanzvoll als man hoffen durfte. Ein Regenschauer verdarb einen Teil des sonst sicher gewesenen äußeren Erfolges. Daß Haynes von Stammes- fohne im Preis vom Großen Stern nicht das Letzte verlangte, als Widerhall neben ihr immer besser ging, war verständlich. Die Leistung der Stute, die dem hochgehaltenen Schlenderhaner acht Pfund geben mußte, mar aller Ehren wert, Don Otkodier wird man ebenfalls Besseres sehen, dagegen braucht Goliath noch viel Zeit. Bereits vorher hott« Amalsi, unser weitaus bestes Hürden- pfcrd, die Farben Schlenderhans im Alewannen-Hürdenrcunen zum Siege getragen. Seine Leistung beim Iahresdebut war großartig. gab er doch an seine durchweg bereits gelaufenen Gegner bis zu 16 Pfund, Herakles bewies, daß er mehr Jagd- als Hürdenpferd ist. Großen Sport wird man am kommenden Sonntag in Hoppegarten zu sehen bekommen. Den Preis von Dahlwitz bestreiten voraussichtlich einige der berufensten Dcrbyanwärter. so Mio d'Arczzo, Avcntin und Faustgrof, daneben steht der 5)oppe- gartener Ausgleich,.ein Rennen, das immer seine..Zugkraft hatte, auf dem Programm. Der erfolgreichste Reiter auf d«r Flachen war bisher der junge W. Gcnz mit 11 Siegen vor dem talentierten I. Starosta mit 10 Erfolgen. K. Narr folgt mit 6 Erfolgen vor E. Haynes und H. Kmoche mit je 5 Siegesritten. Otto Schmidt ging gänzlich leer aus. Bei den Hindernisjockeys steuerte I. Unterholzner acht Sieger, je siebenmal waren H. Müschen, W. Wolfs und I. Pintcr erfolgreich. MMN '■'7. 7 ,7/ � 7'> 7 Frauenhockey Eine„Ecke"»oll in ein Tor verwandelt werden! Das Motorradrennen auf der Avus am 8, Mai Wenn zu heutiger Zeit schon über 130 Meldungen zum DMB- A o u s r e n n e n am 8. Mai beim P-ronsmltcr eingegangen sind und bis ,zum endgültigen Nennungsschluß noch gut 40 bis 50 erwartet werden dürfen, so legt das Zeugnis ab für die Bedeutung der Veranstaltung und für den gefunden Optimismus der Motor- radsahrer. Alles, was in Deutschland einen Namen hat und an emer solchen bedeutungsvollen internationalen Veranstaltung teilnehmen kann, hat seine Nennung bereits abgegeben. Zu den schon bisher veröffentlichten Namen kämmen jetzt noch hinzu Meister Bau- Hofer-München, Artur Geiß-Pjorzheim, Walfried Winkler-Ehemnitz, Otto Schanz-Godesberg, Anton Fleischmann-Nürnbcrg. Ernst Laos- Godesberg. Auch aus dem Ausland sind«rsrculicherweise schon Nennungen bedeutendster Fahrer eingegangen. U. a. startet der Sieger des Vorjahre in der 350-K»bikzcntimeter-Klasse, der Engländer Danen- port-Wolvcrhamplon, während Glcave-Macclcsficld, der in England über einen ausgezeichneten Namen vcrjügt. in der 500-Kubikzenti- meter-Klosss an den Start gehen wird. Der Italiener Sandri-Bo- lagna. der sich bei uns glänzend eingeführt hat. gehört mit von der Partie. Darüber hinaus werden noch weitere Engländer, einige Oestcrreicher, Schweizer und Belgier erwartet,'Auch Graf Alvcns- leben-Ostrometzko(Palen) ist wieder dabei, kurz, man sieht schon heute, daß das Avusrenncn des DMB. eine glänzende Bsjetzung auf. weisen wird. Um jedem aus der Beoölkcrung die Möglichkeit zu geben, sich «inen Einblick in das Leben und Treiben eines Avus-Motorrad- rennen? zu verschaffen, hat der Veranstalter diesmal vorgclehen, zum Training am Freitag, 6. Mai, in der Zeit von 10 bis 15 Uhr. auch die Waldplätze den Zuschauern zugänglich zu machen. Der Eintritt zum Trining beträgt aus der Tribüne ö und Gartentcrrasse 1 M., auf den Waldplägen 20 Ps. Die Ringkämpfe im Zirkus Busch. Am vorletzten Tag« des Turniers wurde zuerst der wegen der Polizeislunde abgebrochene Entscheidungskampf zwischen Equatore-Italion und Krumin-Lett- lond fortgesetzt. Der Italiener war gestern besonders nervös und aggressiv, so daß das Publikum bald wieder laut Protest erhob. Dos Ende kam überraschend. Eguotore hatte den Leiten mit einem seiner gefürchteten Doppelnelsons mehrere Minuten bearbeitet. Der Lette erhob sich anscheinend etwas benommen, ober als Eguotore seinen Gegner mit Untergriff faßte, zog.Krumin Jüitzjchiicll einen Schleuder, der den überraschten Italiener auf die schultern brachte. Auch der zweite Kampf brachte eine Ueberroschung. Dem Boyern Trinkgeld gelang es. feinen Gegner Paßmann schon nach i'A Minuten durch Absangen eines Uebsrwurfcs zu legen. Das dritte Treffen brachte Sasorski-Polcn und Grüneisen-Schwciz zu- sammcn. Es entspann sich ein hochinteressanter, schneller Kamps, in dem der Pole seinen Gegner beherzt angrisf. In der 30. Minute versuchte der Pole wiederholt durch Hüstzug zum Ziele zu kommen. wurde aber bei einem dieser Versuche von dem Schweizer mit Untergriff von hinten abgesangen und auf die Schultern gedrückt. 5)eute, Donnerstag, am letzten Tag des Wettstreites, kämpfen um den Wonderpreis: Grüneisen-Schweiz gegen Ahrcns-Dcutschlond. Krumin-Lettland gegen Trinkgeld-Bayern. Je nach dem Resultat des letzten Kampfes werden. noch ein oder zwei Stichkämpfc zwischen Trinkgeld, Sasorski und Krumin nötig sein. Equatore hat nach seiner gestrigen Niederlage von einer weiteren Teilnahme an dem Turnier Abstand genommen. eoN-m». S-mnteg. 1. Mai, aeweinlaw».Zabrt nach dem?lust, anschließend zur Maifeier des Spandauer Kartells im Spandauer Stadion.. Zleitag.«. Mai, 1» Udr, Iugendvrrlammlung bei Thunack, Svorttartell CSarlattenbarg. Ällc Prerine tresfen sich Eonntaa, t. Mai, ,ur Kundgebung im Kleinen Tiergarten lTurnisiraße), 6niiie Wilsnaiier Straße, um ll� Uhr. Alle Sportler marlchiercn nur beim Sportkartcll. Fabnen mitbringen. Freie Kanu-Uoian»roß.Berli», Abt. Havel. Sonntag, l. Mai. Beteiligung an der Maibemonstrotion in Spandau. Treffpunkt ll Uhr im Bootsbaus Fleischer. Spandau. Gätelstr. 7d. Mittwoch, 4. Moi, 2" Ubr. Bersammlung rn Spandau. Lokal Höpfner, Richelsdorfer Str. o:-.— Abt. Obeefpree. Alle Sc» nosien. die die Absicht haben, an dir Grünauer Regatta tcitzunehmcn, muffen heute, Donnerstag, im Bootshaus Buhlheide fein, Touriftevverein„Die Ratvrfrcunoc". Freitag, 2». April. Photo-Arbeits» gemeinlchaft Neukölln: Bergstr. 29. Photo-Arbeilsg-meinschafl Frauke: Johannis. ftraße lü, Dunkelkammer. Photo-Arbeitsgeuiünschail Often: Frankfurter Allee Z07. Faltboot.Abteilung: Llohonnisstr, 15: Bir und die Keife. Basieroer- lehrsfragcn. Abk. Binetaplati-Schonhauler Borstadt: Lortiing. Elke Graunftraße: Fofchismus u»d Arbeitersport.— Südost: Mantcuficlstr. 7: Kurzgeschichten lMortha Bogen). Sborlottenburg: Cpreestr. AI. Britz: Sbausfeestr. gS(3Ral- baust: Ein Globetrotter erzählt. Treptow: Elfenftr. ll. am AM.: Unsere Niär» lilche Bogelwcl».-- Montag. Z. Mai. Malgemeinfchaft: Im Atelier des Eenosien Beiß. Eharlottenburg. Kirchstr. z, n. 4 Tr.: Formung und Geflaliung. Photo. Sramnigruppe: Iohannisftr. 15; Etwas über Feinkornentwicklung(Dr. Iarob. söhnt.- Kovel-Atiiossgrnppe Echwarz-Rot-Sold, Vat-dam. Donnerstag, N, April. 2kU� Uhr, Monatsveifammlung bei Schmidt, Schäneberg, Edersstr. lb. Freie Sport, und Mnsiivcrciniguilg Berlin, Abt. Spiclleiite. Freitag. W. April, llebungsstunde mit Instrumenten. Dircksenstr. l, onlchljeßend Ab- teilungsversammlung. Tagesordnung: Moifeicr, Himmclfahrtsausflug. Kreis» fest, Fahrgeld für Erwerbslose wird vergütet. ASKö'Britz. Heute, Donnerstag, fällt Sprech. Bcwegungschor aus. Morgen, Freitag, 2S, Avril, Ouartalsocrfammlung für alle- außer den Kindern— Hufeifenholl«, 19:-, Ubr. Buxdesbltch ist Ausweis, Eltern unserer Kinder haben Zutritt, Kinderkalte ist Ausweis. MLSb Idealer Donnerstag, den 26. April staatsoper unter den Linden ' 20 Ubr Der(liegende Holländer Stntlidiausplelluus GendanBenmartt. 20 Uhr Die endlose Straße Schiller-Theater Charlottenburg. 20 Uhr Naihan der Welse siam. Oper Charlottenburg BismarckstraEe 34. Donnerstages April Turnus IV DieEnttOhrung aus dem Serall Neueinttudieruffg Perras, Eisinger, Pidesser, Kand', Gombert, Reiff Anfang 20 Uhr Ende 22 45 Uhr VoiKsbfUtne siiut« am BOIavplati 8 Uhr „Ullom" mit Hans Albers Staat!. Mlef-llm!?! 8 Uhr Katban der weise T«cL 5 o, au Uhr Horaue oolalv KaL Wlratanu*. Winnsj. - Garten- 8.15 Hilf Flma 3434 Rajöüo ist and I Vartctd-Bero» «FUnf Im Käftewa�en** mit I�brllcb. Halmay« Morgan, Tbelmer, �öneiand usw. i BETRIEB-e K KEMPIHSKlYJ l sv. uiir CflSlfHMHEATEii" Lothringer Strafe 37. iiiiimiiiiiiiuiiiiiiiiiiitiiMiiiiiiiiiiiiiiiiiiiitniumiiiuniiiiiiiiiiiii Crro»»crFreii».Abb«u! Auch Sonnabend u. Sonntag: Park, u Rang Sehe nurOgiO. Faui.u Rang Mitte 0.7 Sperrsitz u. Balkon f.—, Logen u. Sessel ISO Der Operetteu-Schlajtpr; Riüu-Eeifiin bU,- uiüiert iick für»»ig Heid! Rose-Tlieatcr Srelt FwlfgrU: Strit«U2 Iii. Wtidnil{ 1 1412 8.1 S Uhr Die Frau. die Jeder sudit WESTERMANN& HACKER Kunst- und Bautischlerei— Werkstätten tUrMöbel u. Innenarchitektur Gneisenaustraße 44-45 Fernruf F 6 Baerwald Nr. 0582 Anfertigung und Lieferung sämtlicher Tischlerarbeiten naeh eigenen und gegebenen Entwürfen in allen Holz- und Sülartcn Beste Re'erenzen stehen zur Verfügung! BERLIN SUm Theater a-tioiiendoripiatz Pallas 7Q5i bt Mdi vmlai Tip! Uhr, Stg. 4�4 Uhr Trauineiiierfiaclil Operette In 3 Akten Regie: ftciniSilteakd� RondfQnkh.halb-Pr UÄr SO» Pr. Ou»ftung.ß u. Müaroemorfcea ad AJJobrer fooröd Müllep 'WÄ? «jauuu m uwtwu. X---> Die Verkaufsräume der Steinmetzhiitte Baumschulenweg. Kiefholzstr. sowie Krematorium Wedding, Seestr. 58-59 und Gerichtstr. 48 sind am 1. Mai geschlossen, Sonst täglich imchioncUgü hu 7Uhf sbdv. geöllaet