Morgenausgabe Ar. 200 Ä 101 49.Iahrgang WSchmUich 76 Ps.. monatlich 3,28 M, «davon 87 Pf, monatlich für Zustellung ins Haus> im voraus ,«al>lbar. Postbezug 3,87 M. einschließlich soPf. üi->uzeitungs. und 72Pf.PostbestelIac- sichren. Auslandsabonnemeni 6,86 M. vrv Monat: für Länder mit ermäßig» tem Druckfachenvorto 4,86 M. k>er„Vorwärts' erscheint Wochentag- iich zweimal, Sonnlogs und Montag, einmal, die Abendausgabe für Berlin und im Sandel mit dem Titel„Der Abends Illustrierte Eonntagsbeilag« „Voll und Zeit" � ♦ Berliner VolkSblatt Jreilag 29, April 1932 Groß-Äerlin IV Pf. Auswärts 15 Pf. Die einfpalt. Mtllimelerzeile Sv Pf, Reilamezetle s.- M„«leine An- zeigen" das fettgedruckte Bon 20 Pf, «zulässig zwei fettgedruckteWorlezfedes weitere Sott 10 Pf. Rabati IL Tarif, Warle über lä Buchstaben zäblen für zwei Worte, Arbeitsmarlt Millimeter» zeile 26 Pf. Familienanzeigcn Milli- meterzeile tk Pf. Anzeigenannahm« im Sauptgefchäfl Lindenftraße S, wochsntäglich von 8-/, bis>7 Uhr, Der Verlag behält sich dasRecht der Ab- icbmmg nicht genehmer Anzeigen vorl Jentvawvsan de« Soziawemokvattfchen Vavtei Deutschlands Redaktion und Verlag: Berlin SW 68, Lindenstr. 3 ßemfpt.; Dönboss(A T) 292—297. Telegramm-Adr.: Sozialdemokrat Berlin. Vorwärts-Verlag G.m.b.H. Bollscheckkonto: Berlin 37 53(3.— Öanff onto: iöanf der Sltlicitct.'ä ngcflclltcii und Beamten. Llndcnstr.S Dt. B, u.Disc.-Ge!., Deposile!tk..Leruialemer Str. Kö-K«. Brüning hofft auf Erfolg „Schluß mit der Mittelstufe zwischen Krieg und Frieden" Gens, 28. April. lEigenbcrichs.) Der Reichskanzler führte oin Donnerstag wieder zahl- reich« Besprechungen mit dem amerikanischen Staatssekretär Stimson und dem englischen Ministerpräsidenten. Am Abend nerobschtedete er sich von der internationalen Presse mit einer programmatischen Darstellung der vorläusig abgebrochenen Derständigungsverhandlnugen. in der es heiht: Von ollem Anfang an habe er nicht die Absicht gehabt, aktiv »n die Debatte der Gcneralkommissioi, eil, zugreifen. Er habe vielmehr die Gelegenheit der Anwesenheit einer Reche führender Staats- männer benutzen wollen, um dos Terrain für die unbc- dingt notwendigen Lösungen der nächsten Zeit vorzubereiten. Deutschlands Stellung in der Abrüstungsfragc fei u n v e r ä n d e r t. Es müsse unerschütterlich feschattcn an der Gleichberechtigung und an der Durchführung einer wirtlichen Ab- rüstung. Alle Fragen der Reparationen, des Ausbaues der Wirt- schast und der Abrüstung gehörten unbedingt zusammen. Es seien nicht nur technische Fragen, sondern insgesamt müsse durch gründ- tiche Vorbereitung die psychologische Grundlage für das Vertrauen geschaffen werden, das allein die Boraussetzung für eine Erholung Europas und der Welt sc!. Deswegen dürsc man sich nicht eni- mutigen lassen, wenn der Fortschritt dieser Arbeiten nicht so schnell gehe, wie alle Völker mit Recht erwarten. Es handle sich eben um ungeheuer schwierige Probleme. Die Tatsachen hätten in ihrer Entwicklung ein äußerst schnelles Tempo angenommen in der ganzen Welt, daher sei es ein gutes, daß dos Tempo der Verhandlungen und Lösungen sich nunmehr dieser Entwicklung radikal anpassen müssen, wenn die Lösungen nicht zu spät kommen sollten. Deutschland wisse— und darin seien sich olle Deutschen einig— daß diese Probleme nicht allein von Deutschland gelöst werden könnten. Es sei die allgemeine lieber- zeugung des deutschen Volkes, daß es zu einer Zusammenarbeit aller Mächte kommen müsse, und die Zusammenarbeit engster Art zwischen Deutschland und Frankreich sei nötiger denn je Er selbst sei persönlich überzeugt, daß die Diugc zu meistern seien, wenn man den Tatsachen frei ins Auge sehe. Es müsse endgültig Schluß gemacht werden mit der TNittelstufc zwischen Krieg und Frieden, man müsse zu einem wirklichen Frieden kommen, der kein Diktat und zu einer freiwilligen Verständigung, durch die der Ausbau für Europa und die Well allein gesichert werde. Mit diesem Standpunkt werde Deutschland sicher Verständnis finden, auch bei dem gesamten deutschen Volke, denn man dürfe nicht vergessen, daß die Erregung und Rervosilät des deutschen Volkes durch die Krise, die Rot und ebenfalls durch die ungünstigen Behandlungen von außen her bestimnn werden. Der Reichskanzler schloß mit der festen llcberzeugung, daß er in Uebcreinstimmung mit dem ganzen Volke spreche, wenn er erkläre: Deutschland sei ein snedliebendes Volk und zu jeder Zu- sammenarbeit bereit, sobald es sehe, daß ihm Gerechtigkeit zuteil, werde, für die es kämpte, um ein entschiedener Garant des Friedens und der Zusamemnarbeit zu werden. Rationalsozialistischer Fememord. Der Steglitzer Mord aufgeklärt.— Drei SA.-Leute schlagen einen angeblichen Spitzel tot.- Die Täter verhaftet und geständig. Tas Bcrbrechen an dem 39 Jahre alten Bantcchniler Hugo Freeck, der in den frühen Morgenstunden des 24. April in der Fronhoferstrastc in Steglitz erschlagen aufgefunden wurde, hat sich als ein vorbedachter politi» scher Mord herausgestellt. Freeef, ein politisch völlig unbeschriebenes Blatt, war bei den Steglitzer Nationalsozialisten in den Verdacht geraten, kommunistischer Spitzel zu sein. Von einer Art Nazi-Tscheka wurde er beobachtet, und als mau genügend„BeweiSmatcrial" gegen den ahnungslosen Unglücklichen in Händen zu haben glaubte, wurde er einfach„umgelegt". Drei SA.-Leutc sind alS Täter verhaftet worden. Sie sind geständig. Fceeck wohnte in der Eosanderstroße in Charlotlenburg. Lange Zell war er arbeitslos, dann fand er aus«mein Bau als Maurer Anstellung. Schon am dritten Tage hatte F. Pech. Er verstauchte sich die rechte Hand und mußte arbeitsunfähig und krank geschrieben werden. Als er zum Wochenende sein Ärankengeld erhalten hatte, fuhr er nach Steglitz, wo er von Kneipe zu Kneipe ging und nach ynd nach s e i n G e l d v e r t r a n k. In den Tagen vor der Land- tagswahl hatte F. mehrmals eine ausgesprochene Nazi- kneipe ausgesucht. Der fremde Gast war den anwesenden SA.- Leuten gleich aufgefallen. F wurde beobachtet und da er auf seinen Kneiptouren nicht danach fragte, ob er sein Bier in einem k o m m u n i st i s ch e n oder nationalsozialistischen Lokal ausgeschenkt erhielt, müssen solne Beobachter gesehen haben, wie er gelegentlich auch ein kommu- nistisches Lokal betrat und dort einige Zeit verweilte. Nun stand cs für die verhetzten Hltlergardisteii fest: Freeck war ein koinmunisti- scher Spitzel, also mußte er unschädlich gemacht werden. Nachdem Freeck in der Nacht zum Sonntag wieder einige Zeit in dem Razilokal geweilt hatte und sich nach Mitternacht entfernte, j folgten ihm heimlich drei Nationalsozialisten, sämtlich SA,-Leute aus Steglitz, und zwar der 21 Jahre alte.Kaufmann Eugen Seibel der 28 Jahre alte Akademiker Erwin Soldau und der 21 Jahre alte Schmied HanS Zwiklinfki. An der Bahimnterführung der Virkbuschstraße legten sich die drei Hakenkreiizler aus die Lauer. Als Freeck herangekommen war. fielen sie hinterrücks über ihn her und schlugen so lange auf ihn ein, bis er bewußtlos zu Boden sank. Um die Tat möglichst lange zu verwischen, um Zeit zur Flucht zu bekommen, inarsen sie den leblosen Körper über das anderthalb Meter hol)« Gc- länder der Eisenbohnböschung und entfernten sich fluchtartig. Es scheint, daß sich die Mörder unmittelbar noch der Tat wieder in ihre Kneipe zurückbegeben haben und dort chre Untat genügend„begossen" haben. Die Ermittlungen darüber sind noch nicht abgeschlossen, Als die Mörder nacheinander ermittelt und festgenommen wur- den, leugneten sie zunächst, erst unter der Wucht des gegen sie vor- getragenen Beweismaterials legten sie ein Geständnis ab. Sie gaben zu, in Freeck einen kommunistischen Spitzel vermutet zu haben und durch einige unvorsichtige Bemerkungen des Mannes sind die Burschen in ihrem Glauben offenbar noch bestärkt worden. Es wurde beschlossen, gegen F. vorzugehen, eine Tötunasabsicht bestreiten jedoch alle drei. Es scheint, daß noch weitere Steg- l i tz c r S A.- L e u t e an dem Fememord beteiligt sind, und es ist anzunehmen, daß es der Politische» Polizei, die i» die Angelegenheit eingreifen wird, nun auch gelingt, die übrigen Mittäter fest- zunehmen, Frankreich wählt. Gute Aussichten für die Linksparteien. Wo immer in der Welt in der gegenwärtigen Zeit der Wirtschaftskrise das Volk an die Urnen gerufen wird. da macht sich am Wahltag die Unzufriedenheit und die 53er» zwcislung Luft. Auch das sran.zbsisdic Volk ist von der Welt- Wirtschaftskrise erfaßt worden, wenn auch später und noch nicht so hart wie in den meisten übrigen Ländern. Die grauenhaften Ziffern der Erwerbslosigkeit, die dos Wirt» fchaftslcben in Deittschland, in England und in fast allen übrigen Ländern der Welt kennzeichnen, sind in Frankreiä) bisher unbekannt. Dos liegt erstens daran, daß Frankreich nock) immer vorwiegend ein Bauernland ist, und zweitens, daß es nach dem Kriege ein in die Millionen gehendes ausländisches Jndustricproletariat aufgenommen hatte, das bei sinkender Konjunktur zum Teil all- mähliä) abgeschoben wurde, bevor die eigenen Arbeitskräfte aus dem Produktionsprozeß ausgeschaltet wurden. Dennoch wachsen auch drüben die Zohleir der'Arbeitslosen und vor ollem der Kurzarbeiter in bedenklichem Maße. Aull) der Mittelstand leidet infolgedessen, und die Bauernschaft ist trotz oller protcktionistischen Maßnahmen von der Welt- agrarknse nicht verschont geblieben. Während aber bei uns die extremen Parteien die poliii- schen Nutznießer der wirtschaftlichen Not sind, dürfte iir Frankreich weder der Faschismus noch der K o m-> in u n i s m u s an den beiden nächsten Sonntagen eine beson- dcre Rolle spieken. In einem Lande mit alter politischer und parlamentarischer Tradition, das obendrein die bittcreil Er- fahrungen zweimaliger napoleonischcr Herrschaft hinter sich hat, besteht keine Neigugg siir neue Diktaturexperimente nach faschistischem Muster. Die Reaktion findet ihre natürlichen und traditionellen Ausdrucksformen im Militarismus, Nationalismus und Klerikolismus, also in den Kräften, die seit vier Jahren die Regie» rungspolitik matzgebend beeinflussen. Versuche, wie sie vor allem dyr Zeitungsniagnat Franc�ois Eoty unternahm, für eine gesteigerte, ausgesprochen faschistische Form der Re- aktion Stimmung zu machen, sind nicht zuletzt daran ge- scheitert, daß der italienische Faschismus durch seine aggressive Politik gegen Frankreich fast das gesamte französische Volk in eine instinktive Abwehrfront gegen Mussolini und das von ihm verkörperte System gedrängt hat. Für dos französische Bürgertum, das seine antisozialen Instinkte abreagieren will. genügt einstweilen die reaktionäre Regierungsmehrheit in ihren verschiedenen Schattierungen von T a r d i c u und F l a n d i n als Exponenten der großkapitalistischen Bour» geoisie bis Marin und F r a n k l i n- B o u: l l o n als Ver- körperung der nationalistischen und militaristischen Haß- gefühle des Kleinbürgers. 'Auch der K o m m u n i s m u s, der dem französischen Grundcharakter fast ebenso wesensfremd ist wie dem englischen und der nur vorübergehend in der revolutionären Gärung der ersten Nachkriegszeit eine gewisse Bedeutung erlangt hatte, ist kein nennenswerter Faktor mehr in der französischen Politik, Selbst die Wirtschaftskrise mit allen ihren für das Proletariat so bitteren Begleiterscheinungen Hot der komnutnistischen Bewegung in Frankreich keinen wirklich neuen Austrieb zu geben vermocht. Moskau hat dos Grab des Kommunismus in Frankreich selbst geschaufelt, als es vor vier Jahren einen Befehl erteilte, der so sinnlos und s e l b st- mörderisch war, daß der gesunde Menschenverstand des französischen Arbeiters sich dagegen auflehnte. Auf ausdrück- liche Anweisung der kommunistischen Internationale mußten nämlich im April 1928 die kommumstischen Kandidaturen bei der Stichwahl überall aufrechterhalten werden, obwohl damit offenkiindig nur den ärgsten Feinden der'Arbeiterschaft ge- dient war. Mag auch ein erheblicher Teil der kommunistischen Wählerschaft damals schon von sich aus gegen diesen Wahn- sinn rebelliert haben, der Moskauer Utas wirkte sich doch in zahlreichen Wahlkreisen dahin aus, daß die reaktionären Kandidaten einen knappen Sieg über die Vertreter der Linken, insbesondere über die Sozialisten, davontrugen. Das Sonntag im Lustgarten! Alle demonsfrleren am 1. Hai für den Sozialismus! Amokläufer Tardieu. Ltnerhörier Angriff auf die deutsche Währung in einer Wahlrede. Paris, 28. April.(Eigenbericht.) Die letzte Wahlrede des Ministerpräsidemen Tardieu. die auf einem Bankett der Handelskammer von Belfort von dem Unter» staatssekretär C a th a l a verlesen wurde, stellt vor allem eine Aus- einan Versetzung mit den Reden Blums und ch e r r i o t s dar In seiner gewohnten Ark versetzte dabei der Ministerpräsident auch wieder Deutschland einige Seilenhiebe. Die Sozialistische Partei habe, so heißt es in seiner Rede, un- zweideutig ihr Regierungsprogramm und die verschiedenen Bedin- gungen entwickelt, unter denen sie es durchfuhren wolle: Sofor- t i g e Verringerung der Rüstungen ohne internationale Verpslichtupg gegenseitigen Beistandes, Ausdehnung der So- zialversicherung aus die Arbeitslosigkett und auf die der Landwirtschaft drohenden Gefahren, Berstaatlichung des Versicherungswesens und der Eisenbahnen, das sei das Programm. Ausübung der Macht entweder durch die So- zialisten allein, oder in Verbindung mit den Radikalen oder durch die den Radikalen gewährte Unterstützung, seien die Bedingungen für die Verwirklichung dieses Programmes. Um diese umfang- reichen Pläne zu stützen, haben die Sozialisten die klassischen Verwünschungen über die Finanzpolitik der Rechtsmehrheit erneuert, die von ihm, Tardieu. und dem Finanzminister Flandin vollführt worden sei. Wenn es sich bei dem sozialistischen Programm um einen Einzelsall handelte, könnte man darüber diskutieren. Aber auf die Arroganz der sozialistischen Kritiken antworte nicht nur die Geschichte Frankreichs, sondern die aller Länder, in denen die Zweite Internationale einen beherrschenden Einfluß ausgeübt hat. Nicht ein einziger Deutscher bestreite die Verantwortung dieses Einflusses bei der Entwicklung der Bürokratie, des Staatsdesitttes und der Arbeitslosigkeit in Deutschland.s!) Es gebe keinen O e st e r r e i ch e r. der nicht Zeuge derselben Zerstörung gewesen ist, keinen Engländer, die nicht die Finanzpolitik der Arbeiterpartei für den Ruin der Industrie und des Handels, für den Sturz des Pfundes(!!) und den V.e r- zieht auf die Goldwährung(!!!) verantwortlich macht. Deshalb habe er. Tardieu, erklärt, daß, wenn der Sozialismus an die Regierung käme, dies das Sinken des Franken bis zum Werte von einem Borkriegssou zur Folge haben werde. Leon Blum habe darauf„Erpressung" geschrien: es handele sich aber um eine reine Feststellung.(!!) Blum habe hinzu- gefügt, daß Deutschland ein Beispiel dafür gegeben habe, wie man die Bankiers in ü r b e machen und die Währung retten könne. Die einzige Lehre, die der Sozialismus aus diesen Experimenten gezogen habe, sei also der Z w a n g s k u r s, jener seltsame Zustand, der im leeren Raum geregelten Währung, der einen Deutschen(?) zu dem Ausspruch veranlaßt habe:„Un- svre Währung ist gesund: denn wir haben keine Währung." Das alles versprechen die Sozialisten und sie fügen die Verachtung der Legalität hinzu. Wenn Leon Blum erkläre, daß am Sonntag die Sozialistische Partei siegen werde, dann fühle er. Tardieu, sich beruhigt: denn er habe ein gutes Gedächtnis. Jedesmal, wenn Blum etwas prophszett habe, sei das Gegenteil eingetreten. Wenn. man sich so oft getäuscht Hobe, müsse man vorsichtiger und beschsi? den« sein. Das seien aber nicht die hervorstechenden Tugenden des Sozialismus. Dann folgte die Abrechnung mit den Radikalen, die in etwas maßvolleren Formen gehalten ist, weil sich der M>- msterpräsident wahrscheinlich nicht die Spmvathie d« Radikalen für den Fall, daß sie als Sieger au? her Wahlschlacht hervorgehen. verscherzen will. Bedauerlicherweise müsse man feststellen, so er- klärte Tardieu, daß die Sozialisten bei der Radikalen Partei zahl- reiche Verbündete finden. Leon Blum habe zweimal erklärt, daß er sich mit den Radikalen über die drei Punkte feines Pro- gramms verständigen könnte. Pon den Radikalen sei aber keine oualifizierte Zustimmung zu dieser Erklärung erfolgt. D«n Schluß der Rede Tardieus bildete wieder eine Vcrherr- lichung des Wertes der bisherigen Rechtsregierung und ein Appell an die republikanische Einigkeit. Diese Rode des Herrn Tardieu ist wohl das Toll st e, was sich jemals ein Ministerpräsident in einem Wahlkamps geleistet hat. Er kann sich nicht einmal zu seiner Entschuldigung daraus berufen, daß er sich im Lame einer Improvisation vergalloppiert habe, denn er hat diese Rede erst sorg- sältig n i e d e r g e s ch r i e b e n und wegen seiner Erkrankung durch den Unterstaatssekretär Cachala verlesen lassen Als Deutsche erheben wir gegen die Ausführungen des französischen Regierungschefs den schärfsten Pro- t e st, denn sie stellen einen unverantwortlichen An- griff auf die deutsche Währung, d. h den beut- s ch e n Kredit in der Welt dar. Rur, um ein demagogisches Wahlargument an den Mann zu bringen, erlaubt l'ich� Herr Tardieu unter Verufung aus einen angeblichen Ausspruch eines ungenannten Deutschen, den Wert der deutschen Wäh- rung in Zweifel zu ziehen, ja sogar zu verneinen. Es ist kaum jemals dagewesen, daß der Ministerpräsident eines Staates gegen einen anderen Staat, mit dem er sich nicht im Kriege befindet, eine derart aggressive Rede gehalten hat. in der die Absicht, zu schaden, so unverhohlen her- vortritt. Anders läßt sich der Angriff auf die deutsche Wäh- rung und die deutsche Wirtschaft gar nicht erklären. Wir sind heute wie immer die stärksten Anhänger des Gedankens der deutsch-französischen Verständigung: in seinem Interesse bekämpfen wir den deutschen Rationalismus. Aber wir hätten kein Recht, auch nur ein einziges Wort gegen Adolf Hitler zu sagen, wenn wir nicht gegen den Exzeß des französischen Rationalismus, den die Rede des französi sehen Ministerpräsidenten darstellt, den schärfsten Einspruch erheben würden. Auch sonst stellt die Rede Tardieus nichts anderes als eine ins Französische übersetzte Rede Hitlers oder Hugenbergs dar. Es sind die gleichen Unwahrheiten über die Schuld des Sozialismus an der Wirtschaftskrise und an der Arbeilslosigkeit. die wir von den Bekämpsern des„Systems" hierzulande gewohnt sind. Wenn Tardieu dreist behauptet, daß kein Deutscher(!) die Schuld des Sozialismus an der deutschen Wirtschafts- und Finanznot leugne, dann hält er nicht nur eine Propagandarede für die französische, son- dern auch für die deutsche Reaktion. Uebrigens ist das. was er über die angebliche Schuld der englischen Ar- beiterpartei an der Entwertung des Pfundes, die bekanntlich erst vier Wochen n a 6) dem Sturz der Labour-Regierung vom PurgfriedenskahineU Macdonald auf Drängen der Konservativen beichloisen würde, erMzlj hat. nicht weni- ger ugwahr und lächerlich als seine Ausführungen über Dsutschland- Lisher dachte man, daß Andrä Tardieu zwar keinen moralischen Ruf mehr zu verlieren hätte, aber wenigstens «wen Ruf als Staatsmann. Nach dieser neuesten Leistung erkennt man aber klarer denn se, daß er eins der stärksten Hindernisse für die politische und wirtschaftliche Zu- sammenarbeit zwischen den Völkern darstellt. ist nachweisbar in mindestens vierzig Wahlkreisen der Fall gewesen, möglicherweise sogar in sechzig. Da nun im bis- herigen Parlament die reaktionäre Mehrheit nur sehr gering war— sie betrug bestenfalls 3» bis 40 Stimmen—, hätte eine Verschiebung von nur 23 Mandaten zugunsten der Linken dem französischen Volke und der ganzen Welt diq vier Jahre reaktionären Kurses erspart, die die französische Innen- und Außenpolitik seit April 1928 gekennzeichnet haben. Die französischen Wähler, nicht zuletzt die Kommunisten, sind sich völlig darüber im klaren, wer diese reaktionäre Parlaments- Mehrheit auf dem Gewissen hat, und alle Nachwahlen der letzten Jahre haben gezeigt, daß der französische Kommunis- mus bis auf wenige Induslriebezirke in Paris und im Norden völlig abgewirtschaftet hat. Je schlechter die Kommunisten abschneiden, desto un- günstiger sind die Aussichten der Mittel- und Rechtsparteien, ihre bisherige Mehrheit zu behaupten. Denn es würde sich dann bei der Stichwahl am 8. Mai der altbewährte Grund- satz der„republikanischen D i sz i p l i n", das heißt das Zusammengehen der Linksparteien gegen die Reaktion, voll auswirken können: die sozialistischen und republikanischen Stimmen vereinigen sich im zweiten Wahlgang auf den- senigen ihrer Kandidaten, der im ersten Wahlgang am günstigsten abgeschnitten hat und daher die besseren Aus- sichten hat, den gemeinsamen Feind zu besiegen. Vor diesem wahltaktischen Zusammengehen der Linken hatte die bisherige Rechtsmehrheit der Deputiertenkammer begreiflicherweise eine solche Angst, daß sie vor Toresschluß jene schwindelhafte Wahlreform durchzupeitschen ver- suchte, die die Stichwahlen in den meisten Fällen hinfällig gemacht haben würde. Wer im ersten Wahlgang 40 Proz. der Stimmen— anstatt 50 Proz. wie bisher— erhalten würde, sollte sofort für gewählt erklärt werden. Das kom- inumstische Abgeordnetenhäuflein hatte übrigens diesen reaktionären Vorstoß bis zuletzt unterstützt. Die Linksmehr- heit des Senats machte bekanntlich einen Strich durch diese saubere Rechnung und das Kabinett Laval blieb dabei auf der Strecke. Die dritte Hoffnung der französischen Nationalisten ist nur zum Teil in Erfüllung gegangen. Sie beruhte auf einem Erfolg Hitlers, mit dem man die französische Wähler- schaft kopfscheu machen könnte. Der Sieg Hindenburgs hat jedoch die Erwartungen jener enttäuscht, die mit dem Gespenst des drohenden deutschen Revanchekrieges Wahlgeschäfte gegen die abrüstungsfreundlichere Linke machen wollten. Allerdmgs sind inzwischen die P r e u ß e n w a h l e n gewesen, deren Ausgang von der verständigungsfeindlichen Rechten krampfhaft ausgebeutet wird. Vielleicht werden manche Kandidaten der Tardieu-Mehrheit mst Hilfe der deutschen Harzburger ihren Parlamentssitz behaupten können. Dennoch gilt ein Erfolg der Linken, vor allem der S o z i a l i st e n, als wahrscheinlich. Die Einzelwahlen seit zwei Jahren lassen keinen Zweifel daran, daß die Stimmung im französischen Volke für einen Kurswechsel ist. Die Sozialisten, die einerseits in den Städten den kom- munistifchen Einfluß zurückgedrängt haben, andererseits auch auf dem Lands mit wachsendem Erfolg um die Seele des Lauern ringen und sich dabei als die stärksten Konkurrenten der Radikalen erweisen, haben gute Aussicht, als stärkste Fraktion in die neue Kammer einzuziehen. Do? würde natürlich das bei ihnen noch immer stark umstrittene Problem der Ä o a l i t i o n s p o l i t i k in ein neues Licht rücken. Innerhalb und außerhalb ihrer Reihen wird dieses Thema in Erwartung einer neuen Linksmehrheit daher bereits leb- hast besprochen. Zunächst gilt es aber, den Sieg überhaupt erst zu er- ringen, und man wird nicht einmal am nächsten Montag, sondern erst am 9. Mai darüber Klarheit haben, o b und in welchem Ausmaße die bisherige Rechtsmehrheit gebrochen worden ist. Wie wichtig das ist, nicht nur für das französische Volk, sondern für ganz Europa und für die ganze Welt, das hat die Entwicklung der bisherigen Verhandlungen auf der Genfer Abrüstungskonferenz deutlich bewiesen. KPO. hils! Die Reaktion gibt Ratschläge. Im Anschluß an die Mitteilung, daß der Zentral- ausschuß der KPD. gemeinsam mit der preußischen Landtags- sraktion zusammengetreten ist, veröffentlicht die Telegraphen- Union die folgende Betrachtung: „Die bisher in der Presse ausgesprochenen Vermutungen über die Haltung der Kommunisten gegenüber einem Antrag der Rechts- Parteien ans Rückgängigmachung der Geschäfts- ordnungsänderung hinsickMich der Wahl des Minister- Präsidenten sind von de» Kommunisten als haltlose Ersindmigen bezeichnet worden. Zu deni tatsächlichen Sachverhalt ist zu sagen, daß es der unmittelbaren Unterstützung eines ent- iprechenden Antrages der Rechtsparteien durch die Komnwnisten überhaupt nicht bedarf. Die Rechte befindet sich gegen- t bcr den bisherigen Koalitioneparteien in der Mehrheit, daher tann die von den bisherigen Regierungsparteien vorgenommene Aenderung der Geschäftsordnung wieder rückgängig gemacht werden, wenn die Kommunisten sich bei der A b sl i m ni u n g der Stimme enthalten. Daß die Kominunisten mit den bisherigen Regierungsparteien gegen den'Antrag der Rechten stimmen werten, ist angesichts der scharfen Verurteilung, die die iürzlicho Geichästsordnungsänderung durch die Kommunisten er- 'ahrcn hat, schlecht vorstellbar. Trotzdem muß man sich ans Ueberraschungen gesaßt machen." Liebe Kommunisten, enthaltet euch der Stimme, damit ein Nationalsozialist Ministerpräsident werden kann— das ist der Sinn dieser Verlautbarung. Sie zeigt klar, was die Reaktion vor l)at. Nicht minder klar zeigt sie die Ver- a n t w o r l u n g, die vor der K o n, m mu st i s ch e» Partei steht! Der Reichsrat erledigte am Donnerstagabend unter dem Vor- sitz von Staatssekretär Dr. Zweigert kleinere Vorlagen. Der Lippische Landlag lehnte noch längerer Aussprache über die Politik der Landesregierung in den legten Jahren die von der Rechts- epposuion eingebrachten Mißtrauensanträgc g�gen die Regierung mit 11 zu 7 Stimmen bei drei Enthaltungen ab. Abbau, Abbau! Nationalsozialistische Regi-rungakunsi. In Mecklenburg-Strelitz regieren ein deutschnationaler Minister und ein nationalsozialistischer Staatsrat. Sie haben Gelegenheit, ihre Agitationsversprechungen wahr zu machen. Wie dies geschieht, zeigt der von ihnen aufgestellte Etat. Zwei Beispiele: Der Etat des Vorjahres enthielt einen Posten„Z ur Förderung des Wohnungsbaus" mit 335 000 M. Die Regierung des Dritten Reiches in Neu-Strelitz hat für diesen Posten eingestellt— 18 000 M. Sie hat also 317 000 M. gespart. Es gibt wahrscheinlich noch nicht genug Arbeitslose... Der Etat des Landestheaters betrug bisher 75 000 M, jetzt 10 000 M. Das genügt gerade' zur Zahlung der Pensionen. Das Landesthealer muß also den Betrieb einstellen. So schaffen sie„A r b e i t und Brot"! spotten ihrer selbst... Ii, Hugenbergs illustrierter„Nachlau-gabc" finden wir eine Bilderseri«„Kavaliere ohne G e l d". Das erste Büd zeigt einen Mann, der seine Frau mit allen Zeichen des Entsetzens von einem Modengeichäit sortziehi. Unterschrift: Sie: Sieh mal, Manne, dos schöne Kleid.. Er: Warte nur bis zum 24. Mai. dann tritt d« neue Landtag zujamwen. und alles wird anders. Blutiger konnte der n a t i o n a l s o z i a l ist i s ch- d e u t s ch- nationale Wahlschwinhel nicht verhöhnt werden— und das bei Hugenberg! Japan gegen Völkerbund. Die Vollversammlung einberufen. (Senf. 28. April.(Eigenbrichl.) Japan hat am Donnerstag im Reunzehnerkomitee der Bölkerbundsversammlung seine» Widerstand gegen jede„Ein- Mischung" in die Schanghai« Verhandlungen aus die Spitze go trieben. Das Komitee wollte sich den Text der inzwischen von den Par- teien in Schanghai angenommenen Einigungsiormel in einer Entschließung zu eigen machen. Die japanische Regierung v e- st ritt dem Ausschuh jedoch das Recht, diesen Text eben- fall? zu beschließen, weil das eine Einmischung bedeute! China bestand darauf, daß die Kommission gerade dielen Text annehme als Garantie des Völkerbundes für die Einhaltung des Zlbkomniens durch Japan. Unter dam Druck der kleinen Mächte mußten die Großmächte eine energischere Haltung annehmen, um das Komitee vor dem japanischen Diktat nicht gar zu lächerlich werden zu lassen. So wurde einstimmig beschlossen, am Sonnabend durch eine Voll- s Versammlung den Text der Schanghaier Mmochungen sank- ! uonieren zu lassen. Die zu erwartend« Stimmenthaltung Japans tann keinen Einfluß aus die Verbindlichkeit ausüben, da in dein Verfahren nach Artikel lö des Bölkerbundspaktes Stimmen mehr»- heit genügt. Bombenflugzeug abgestürzt. Tokio, 28. April. In der Nähe von Iokosuta stürzte ein schweres Bombenslug- zeug mit zwei Mann Besatzung ab. Das ist der elfte Unfall der japanischen Lustflotie in diesem Jahr. Die beiden Flieger wäre» sofort tot. J.K. Bedeutungsvolles Zeichen. J. K.— das sieht aus wie ein mystisches Zeichen, und es ist nicht jedem ohne weiteres vcrstündli6>. Wenigstens in Deutschland nicht. In Schweden versteht es ein jeder. Denn 1 Vi., das ist der gewesene große Mann Schwedens der Halbgott, der jetzt enllarvt morden ist. Das ist. wie nian in Schweden ehrfürchtig zu flüstern pflegte: Er. Mit einem Worte, es ist Jvar K r e u g e r. Und doch ist bei diesen Buchstaben Z. K. etwas M y st i k dabei. In dem Buch des bekannten Rassecharlatans der Nationalsozialisten findet man nebeneinander die Bilder vpn zwei K a p i t a l i st e n, der eine ostjüdischcr Typ, der ander« aber beste nordisch-germanische Rosse. Unter dem Ostjuden liest man „Vertreter des rassende» Kapitalismus", unter dem nordischen Typ „Vertreter des schassenden Kapitalismus". Der schassende Kapitalist ist Jvar K r e u g e r. der rassende Kapitalist Ivan K u t> s k e r.. Der Zusammeirbruch Kreuzers und die Enthüllung seiner Fäl- schungen hat die Theorie vom schassenden uich voin rossenden Kapital ebenso als Charlotonerie entlarvt wie die nationalsozialistische Rasse- theorie. Aber ist es nicht ein neckisthes Spiel dcz Zufalls, ein klein wenig Mystik, daß ausgerechnet Ivan Kutisker»nd Jvar Kreuzer nebeneinandergestellt worden sind, die beiden Betrüger, deren beider Rainen mit.1. K. beginnen? Am l. ZNoi werden in, Wien trotz aller Bemühungen der christlichen Bundesregierung die Straßenbahnen nicht verkehren. Die sozialdemokratischen Slrohenbahnrr haben der Gemeinde mit- geteilt, daß sie entschlossen seien, eine Anordnung zur Durchführung de» Betriebs am l Mai sosort mit dem Streik zu beantworte». Daraufhin hat die Gemeinde erklärt, daß sie entgegen dem Auf- trage des Handelsministeriums die Verantwortung für den Derkohr am l. Mai nicht übernehmen könne und die Straßen- bahnen an, 1. Mai nicht ausfahren lassen werde Dir Wiener Meldung, wonach die Bundesregierung ein M o r a- t o r« u m erklärt habe, wird von der amtlichen Nachrichtenstelle in Wiett als der Wahrheit nicht entsprechend bezeichnet. Geld und Einfluß. Der Reichstag kontrolliert die Verwaltung. Von Paul Hertz. Der Haushaüsuusschuß des Reichstags berät in diesen Tagen den Bericht seines Rechnungsunterausschusses über die Prüfung der wirklichen Ausgaben für das Etatsjahr 1930, das am 31. März 1931 abge- laufen ist. Zum Regieren braucht man Geld. Und solange noch eine gesetzliche Verpflichtung besteht, über die Veraus- gabung dieses Geldes Rechenschaft ablegen zu müssen, solange auch nur eine Prüfung der Reichsausgaben durch das Par- lament möglich isst kann allen Bestrebungen, sich allzu sehr vom Parlament zu emanzipieren, wirksam Widerstand ge» leistet werden. Gerade in der Zeit der Notverordnungen war es notwendig, daß der Deutsche Reichstag sich nicht jede Möglichkeit nehmen ließ, von seinem bedeutendsten Recht, dem Budgetrecht, praktisch Gebrauch zu machen. Und er hat dieses Recht angewendet, indem er den Arbeiten seines Rechnungsunterausschusses erhöhtes Gewicht beigemessen hat. Das ist nicht von selbst so gekommen: dem Einfluß der Sozialdemokratie und auch des Zentrums ist es zu verdanken, wenn heute in der Zeit der Notverordnungen dem Machtwillen der Büro- k r a t i e immer wieder durch die Prüfungsarbeit des Rech- nungsausschusses ei« D a m m e n t g e g e n g e st e l l t wird. Unter diesem Gesichtspunkt muß man die Berichte über die Prüfung der Haushaltsrechnungen betrachten, die der sozialdemokratische Berichterstatter des Ausschusses, der Ab- geordnete peinig, in den letzten Jahren vorgelegt hat Schon der ständig wachsende Umfang der Berichte, von denen der jetzt vorliegende 5ö zweispaltig bedruckte Seiten mit ins- gesamt 185 Bemerkungen zu einzelnen Ausgabetiteln des Reichshanshalts enthält, läßt erkennen, daß die Vermin- derung der Plenarsitzungen des Reichstages keineswegs zu einer völligen Ausschaltung des Parlaments oder zu seiner Beiseiteschiebung geführt hat. Das Bild, das der Bericht über die Prüfung der Reichs- ausgaben im Jahre 1930 vom Zustand der Ausgabenwirt- schaft des Reichs gibt, ist außerordentlich lehrreich. Der Be- rieht fei jedem zur Lektüre empfohlen, der heute vielleicht ge- neigt ist, sich abfällig über den Parlamentarismus zu äußerp und den Reichstag als eine S ch w a tz b u d e zu bezeichnen. Die mühevolle Kleinarbeit, die in den 185 Bemerkungen zum Ausdruck kommt, und die doch nur einen kleinen Teil von dem wiedergibt, was in insgesamt 30 Sitzungen des R e ch n u n g s u n t e r a u s s ch u ss e s erarbeitet worden ist, liefert den besten Beweis gegen alle antiparlamentorischen Phrasen. Gleichzeitig ist das Zustande- kommen des Berichts ein entscheidender Beweis für die U n- f ä h i g k e i t der N a t i o n a l f o z i a l i st e n zu sachlicher parlamentarischer Arbeit. Für sie bedeutet der Reichstag nux. die Möglichkeit, zur billigen Durchfüln'ung politischer Radauszenen.' SobÄd- es au bis! praktische Arbeit geht. kneifen sie. AlS'iM Oktober die Arbeiten des Rechnungsaus- schufses begannen, nahm an chnen zunächst der nationalsozialistische Abgeordnete Reinhardt teil. Aber keineswegs etwa in der Absicht, sachliche Arbeit zu leisten. Im„Nationalsozialistischen Pressedienst" vom 26. Oktober 1981 erschien vielmehr eine allen Parteiblättern zum sofortigen Nachdruck auferlegte Notiz, in der Herr Reinhardt wörtlich mitteilte: Meine An- Wesenheit bedeutet nicht eine sogenannte„parlamenta- rische Mitarbeit", sondern sie beschränkt sich auf Leob- achtungen und Feststellungen in bezug auf die Verwendung und Verwirtschaftung von Steuergeldern." Das heißt, daß Herr Reinhardt an den Sitzungen des Ausschusses teilge- nommen hat, um hier billige Sensationen für die national- sozialistische Agitation zu suchen. Nachdem er von der zur Durchführung der Ausgaben notwendigen Vertraulich- k e i t der Sitzungen des Ausschusses erfahren hatte, hat er es dann vorgezogen, den weiteren Sitzungen des Ausschusses semzubleiben. Neben den günstigen Wirkungen der allgemeinen Kontrolle der Ausgabenwirtschaft des Reichs liegt die be- sondere positive Bedeutung der parlamentarischen Rech- nungsprüstmg für das Rechnungsjahr 1930/31 auf mehreren Gebieten. Das wichtigste ist die grundsätzliche Frage der Haftbar machung von Beamten für Ausgaben, die der Reichstag im Etat nicht vorgesehen hat und die auch nachträgliä) nicht genehmigt worden sind. Solange seit der Stabilisierung der Währung der parlamentarischen Rech- nungsprüsung kein so großes Gewicht beigemessen wurde wie heute, haben die Beamten vieler Reichsbehörden, an erster Stelle die des Auswärtigen Amts, dos Steuer- geld des Reichshaushalls häufig als„leichte s" Geld be- trachtet, bei dessen Verausgabung man keineswegs so sorg- fästig umging wie etwa mit dem Geld, das man mühevoll erwerben mußte. Dank der Tätigkeit des Rechnungsaus- schufses haben sich solche Zustände in den letzten beiden Jahren nicht mehr ereignet- In seinem diesjährigen Bericht stellt der Ausschuß ausdrücklich fest, daß Beamte, die schuld- Haft eine nicht genehmigte Maßnahme anordnen oder eine Zahlung anweisen, der Reichst ässe zum Schaden- ersag verpflichtet sind. In acht Fällen sind Be- anne des Auswärtigen Amts amtlich darauf aufmerksam gemacht worden, daß ihr Verhalten als s ch u l d h a f t be- zeichnet werden muß. Man hat sie darauf hingewiesen, daß sie an sich auch für die betreffeitden Geldbeträge persönlich l>oftbar gemacht werden müßten. Wenn der Rechnungsaus- schuß noch zum letztenmal Gnade vor Recht ergehen läßt, so im wesentlichen deshalb, weil die Schuld an den nicht genehmigten Ausgaben zu einem Teil einem inzwischen aus- geschiedenen Abteilungsdirektor des Auswärtigen Amtes zu- geschrieben werden muß. und weil schließlich auch dem R e i ch s s i n n n z m i n i st e r i u m eine gewisse Mitschuld auch nicht abgesprochen werden kann. In Zukunft werden keine Ausnahmen mehr gemacht. Ein anderer bedeutsamer Gegenstand des Berichts ist Krick, der Gerichieie. Gin sauberes Verufsbeamientum haben uns die Nazis verheißen. Na ja, dies ist in der Tat ein sauberer B�eamier! parlamenlarische Rechnungsprüfung. Auswärtiges Amt spekulierte aus die Wahlen.- Eigenmächtigkeit von Beamten. D:r Haushaltsausschuß des Reichstages fetzte gestern die Aus- spräche über den Bericht seines Aechnungsunterausschusses zur Haus- haltsrechmmg 1930 fort. Es begann die Beratung der Feststelliingen und Bemerkungen zu den einzelnen Haushalten. Zum Haushalt des Reichstages begründete der Be- richterftatter. Abg. Heinig ivoz.), die Forderung noch neuen Verhand- lungen mit der Reichsbahnoerwafrimg Über eine baldige Ermäßigung der Pauschale, die das Reich für die Freifahrt der Reichstagsal'geord- veten zahlt. Beim Haushalt des Auswärtigen Amtes kam es zu einer ganzen Serie von Erörterungen grundsätzlicher Fragen. So erläuterte der Berichterstatter einen Fall. bei dem das Auswätige Amt einem Beschluß des Haushalisau?. fchasies über die Umwandlung ein« Ksfandtschafl in ein Sem.. sulal nicht nachgekommen war. in der Hoffnung, daß der im September 1930 neu gewählte Reichstag jenen Beschluß wieder korrigiere« würde. Dos Reichsfinanzministerium hatte die damit entstehende außerpkan- mäßige Ausgabe sogar genehmigt. Räch dem Vorschlag des Abg. Heinig lehnte der Hoilshaltsausichuß die nachträgliche Bewilligung dieser aus der Mißachtung des Reichstages emstandeuen Ausgabe ad. Damit beginnt auch hier ein Verfahren, bei deni die Verantwortlichmachung der Beamten, die jene Ausgabe oeran- laßt hoben, das Ziel ist. Weiter wurde Aber eine ganze Reihe durch die Rechnungs- Prüfung veranlasste verwaltungsmäßige Organisationsmaßnohmen und haushaltsrechtlich klare Tltelvsrwaltung berichtet. Weiter fand ciugehende Erörterung die Beteiligung des Reiches an der E i l d i e n st©. m. b. H. Hier ist durch eine allzu starke Berschachlelung und durch traditionelle private Interessen das Reich nur mit ganz kloinen Reingewinnen beteiligt, obwohl das Unternehmen zu denjenigen gehört, die beachtliche Ueberschüsse erzielen. Beim Auswärtigen Amt spielen die U in z u g s k o st e il | eine große Rolle, denn der gesamte Außenapparat des Auswlirtigea Amtes ist über die ganze Erde verteilt. Der Berichterstatter machte darauf aufmerksam, daß leider das Deutsche Reich deswegen dauernd mit hohen llmzugskosten für feine Auslandsbeainten zu rechnen hat, weil ihm festgefügte Submission startelle der Möbel- Verfrachter gegenüberstehen. Der Abg. Heinig sSoz.) verlangte/daß gegen diesen R i n g w u ch e r mit Hilfe der Verordnung vorgegangen wird, die den Maßbrauch wU'ischafliicher Machtstellungen bekämpft. Bei den Ausgaben für die Förderung des deutschen Nach- r i ch t e n w e s e n s im Auslände und im Jniande, im besonderen aber bei den Ausgaben jur die Pflege von Beziehungen zum Aus- . iond. ergaben stich Angehende Debatten. Der Rechnungsunterausschuß .ist der Auisassunx.'daßstücht aüe. aus. Nstem Tiiel ausgegebenen Mittel den gewünschten vollen Ertrag erbringen. Das EÄo der. Deutfchtumsbewegurig aus manchen Ländern laßt hier ungünstige Schlüsse zu. Ein besonderes Kapitel der Rechnungsprüfung ist die Frage d�r Baukosten und der Reich sbauoerwaltung. Das gilt auch für die Bauten des Auswärtigen Amtes. Hier berichtete der Abg. heinig aus den Feststellungen des Rech- nungsunterausschufies, daß bisher allzu häufig die beteiligten Instanzen, ja sogar ein- zelne Beamte die vom Reichstag bewilligten Bauvorhaben ändern ließen, ohne Rücksicht auf Mehrkosten. Hier wurde verlangt, daß in Zutunst nicht nur der strengste Maß- stab bei der Einhattniig der Reichstagsbewilligungen angelegt wird. darüber hinaus muß auch eine klare Verteilung der Per- antwortung für die Ausführung von Bauten erfolgen. Eine entsprechende verwaltungsmäßige Neuorganisation der Reichsdau- Verwaltung und ihrer Zusammenarbeit mit den einzelnen Ministerien ist dringend notwendig. Bei der Beratung der Feststellungen zu den Haushaltsausgaben die Wahrung der Interessen des Rei6)S durch Beamte, die in den A u f s i ch t s r a t von ganz oder teilweise im Reichsbesitz befindlichen Unternehmungen delegiert werden. Der on sich erfreuliche Umstand, daß die Wirtschaftsbetäti- gung des Reichs in der Nachkriegszest zugenommen hat, brachte als weniger erfreuliche Begleiterscheinung mit sich, daß häufig infolge mangelhafter Kontrolle durch diese Be- amtcn das Reich Sanicrungsverpflichtungen aufgebürdet be- kam, die bei einer intensiveren Kontrolle zum Teil hätten vermieden werden können. Besonders im Geschäftsbereich des R e i ch s e r n ä b r u n g s m i n i st e r i n m s scheint es hier an der nötigen Aufmerksamkeit, vielleicht sogar an dem erforderlichen Interesse der beteiligten Beamten gefehlt zu haben. Allerdings wird in dem Bericht festgestellt, daß den einzelnen Beamten durch die Entsendung in Aufsichtsräte oft eine Verantwortung aufgebürdet wird, die sie auf Grund ihrer ganzen Bsrufslaufbahn gar nicht zu tragen vermögen. Auch hier wird dadurch Abhilfe geschaffen, daß bestimmte Regeln für die Entsendung von Rcichsbcamten in Aufsichts- räte auf Wuntch des Rechnungsansschufses aufgestellt werden. Nicht zu unterschätzen ist auch die Bedeutung der Kontrollarbeit des Ausschusses auf dem Gebiet der zahllosen Fonds, die im Reichshaushalt für soziale, kulturelle und wirtschaftliche Zwecke ausgeworfen sind, ohne daß die Reichsbchärden sich immer bei ilzrer Beravsgabung an die geschriebenen oder ungeschriebenen Richtlinien halten, die der Reichstag bei der Bewilligung der Fonds aufgestellt bat. Auäf in diesem Jahr wird noch festgestellt, daß zahllose Einzelbewilligungen gegeben worden sind, die niemals in der Absicht des Gesetzgebers gelegen haben können. Auch hier gibt dos R e i ch s e r n ä h r u n g s m i n t st« r i u m zu den meisten Beanstandungen Anlaß. Ob nun der„Ver- band deutscher Sauerkrautfabrikante n" einige tausend Mark für Werbemaßnahmen.. erhält, oder ob. man Geld bei dem Zusammenbruch einer vom Reich mit« finanzierten„Deutschen Blumentopf- AG." vor- liert, oder ob man dem„Deutschen 5) o ch z e l t des internationalen Ordens der Rcchabite n" aus persönlichen Gründen Geld gibt, ob hinter einem vierstöckigen Miethaus in Steglitz eine Villa für einen Ministe- rialdirektor gebaut wird, damit man sie nicht gleich sehen kann— in allen diesen Fällen wird durch den Bericht des Rechnungsausschusses die Unzulässigteit rücksichtslos offcngelegt. Durch entsprechende Sicherungsmaßnahmen ist diesen Bestrobungcn in Zukunft ein Riegel vorgeschoben. Sicher hat sich gerade bei der Verausgabung der Fonds dank der Tätigkeit des Rechnungsausschusies in den letzten Jahren schon manches gebessert. Wenn hier noch nicht end- gültig Abhilfe geschaffen werden konnte, so liegt das daran, daß sich immer noch einige leitende Beamte von Reichsbe- Hörden nicht mit dem Gedanken befreunden wollen, daß hie Betätigung der Reichsverwaltung nicht auf eigene Rechnung zu erfolgen hat, sondern in dem ver- f a s s u n g s m ä ß i g e n Rahmen der durch den Reichs- tag gegebenen Richtlinie». Aber die Zal>l dieser Beamten geht— freiwillig oder gezwungen— zurück. Die Kräfte, die sich einer Durchleuchtung des Reichshaushalts widersetzen, wie sie die Sozialdemokratie stets aus Gründen der politischen Sauberkeit gefordert hat, nehmen ständig ab. Und die Büro- kratie lernt, wenn auch ungern, daß trotz der Aera der Notverordnungen ein Wille des Parlaments vorhanden ist, dem man sich nur mtt üblen Folgen widersetzen kann- Daß der Reichstag sich in einer wirtschaftlich und politisch so hochgespannten Ärisenzeit wie heute seinen entscheidenden Einfluß auf die Führung der Reichsgeschäste durch die Ber- waltung erhalten konnte, hat er nicht zuletzt dar Ar- b e i t der Sozi a 1 d e m o k r a t i e zu danken, die sich nicht nur allen Gegenbestrebungen widersetzt, sondern Aufbauarbeit geleistet hat, während andere längst die Flinte inA Kern warfen. Dreimächteschritt in Kowno. Leere Aniwort der Kaschistenregierung. d?s?telchsmlnisterl,imsi de-! Inner««rgeb sich zu be- stimmten Titeln eine cingedende Zlussprnche. Dabei handelt ca sich zuerst um Ausgaben für Nachrichtendienst, weiter um Maßnahmen zum Schutz der Republik, und darüber hinaus um eine außerplonmätzige Ztusgobe in hohe vonm Rcichsministcrium des Innern jene Mittel verwaltete. Aber jetzt ist das für die Deutschnationolen etwas anderes, sie stehen in der gleichen Front wie die neugierigen Kommunisten. Sachlich liegt es so. daß jede Regierung, ganz gleich, wie sie zusammengesetzt sein mag und welches Land sie regiert, bestimmte politische Aufgaben zu erfüllen hat. die sie nicht nnt sämtlichen Unterlagen jedem aus die Nase bindet. Auf der anderen Seite liegt es in Deutschland houshaltsrechtlich aber so, daß eine r e ch n u n g s- mäßige Prüfung derjenigen Titel im Reichshoushqlt." die nicht ausdrücklich als Geheimfonds bezeichnet sind, zu er- folgenhat......... Aus diesen Gründen schlug der BerichterstaKer Heinig(So, 3.) wie in den vorhergegangenen Iahren vor. die haushaltsrechtliche Entscheidung über die Einsichtnahme in diese Fonds dem Haus» Haltsausschuß selbst zu überlassen und die eiüsprechen- den Beschlüsse bei der Beratung des neuen Haushaltsplanes zu fassen. Aber damit waren die Deutschnotionalen Gattheiner und Dr. Qua atz und der Kommunist Torgler nicht zufrieden. Sie verlangten, daß jene außerplanmäßige Ausgabe in Höhe van 496 000 M. nachträglich nicht bewilligt werde, ob- wohl sie durch einheitlichen Beschluß des damaligen Reichskobinetts erfolgt ist. Die Abgg. Dr. Köhler sZ.) und heinig fSoz.) erklärten darauf- hin, daß sie sich wegen ihrer Stellung als Vorsitzender bzw. als Berichterstatter des Rechnungsunterausschusses bei der Abstimmung enthalten würden. Der Antrag wurde dann mit den Stimmen der D e u t s ch n a t i 0 n a l e n, der Kommunisten und eines Abgeordneten der Deutschen Volkspartei gegen die Stimmen der Mehrheit des Zentrums bei Stimmenthaltung der Sozialdemokraten angenommen. Nunmehr wird der Rechnungshof des Deutschen Reiches seiner- s-lts zu prüfen hoben, ob jene außerplanmäßige Ausgabe ordnungs- mäßig erfolgte und ob sie dringlich notwendig war. Nach diesem Bericht, der dem Reichstag zuzuleiten ist, hat dieser endgültig totellung zu nehmen. Die Weiterberatung des Berichtes des Rechnungsunterous- schusses über die Haushaltsrechnung 1930 wird morgen erfolgen. Da der Bericht außerordentlich umfangreich ist und erst zu etwa einem Drittel erledigt wurde, wird die Beratung der Feststellungen und Bemerkungen zu den einzelnen Haushalten noch mehrere Tage beanspruchen. Aowno. 38. Stpril. sLibauischc TeO-Agentur.) Tie Vertreter Frankreichs, Großbritanniens und Italiens setzten heute den Außenminister von der Auf- fassung ihrer Aegicrungen hinsichtlich der Wohle» zum Memcler Landtag in Kenntnis, die folgende Punkte betrifft: l. Tie Ernennung und die Tätigkeit der Wahlaus- ausfchuffe muß unter gerechten Vedingungen gewahr- leistet werden. 2. Das Recht der Abstimmung darf nur Personen gewährt werden, die einen festen Wohnsitz im Gebiet von Memel haben. 3. Während der Wahlen muß Gewähr für Presse- und Versammlungsfreiheit bestehen. Der Minister erklärte, die litauische Regierung stimme mit der Leys Erfindungen. Polizeipräsident Vauknecht stellt Strafantrag gegen den „Westdeutschen Beobachter". Köln. 28. April. Die Pressestelle des Palizcipräsidiums teilt mit: Polizei- Präsident B a u k n c ch t hat der Redaktion des„Westdeutschen Beobachters" in Köln folgende Berichtigung zukommen lassen: In ihrer Nummer 91 von: Donnerstag, dem 28. April 19Z2, steht auf der ersten Seite„Dr. Ley durch Kölner Polizei im Beisein des Polizeipräsidenten Bauknecht auf das grausamste mißhandelt". Diese Notiz., ist. falsch. Richtig ist, daß in meiner Gegenwart Dr. Ley von Palfzeibeomten nicht mißhandelt worden ist. Im übrigen werde ich wegen der Behauptung. Dr. Loy sei von der Kölner Polizei auf das grausamste mißhandelt worden, eine Unter- suchung einleiten und füge hinzu, daß ich gleichzeitig gegen den „Westdeutschen Beobachter" Strafantrog wegen Bcleidi- gung stelle. Tltut landwirischastliche Zölle? Schiele im Bundfunt über Agrarpolitik. Im Rundfunk sprach Reichsminister Dr. Schiele über die deutsche Agrarpolitik. Seiner Ansicht nach muß„Agrarpolitik bc- wüßt in die große Linie der Staatspolitik eingeordnet" werden: sie soll eine„Angelegenheit der ganzen Nation" sein. Das ist eine An- ficht, der auch wir immer zugestimmt haben. Man vermißte leider in den Ausführungen zur Ausgestaltung der Agrarpolitik im Rah- wen der gesamten Wirtschaftspolitik, wie der verantwortliche Mi- nistcr sich den„besten Ausgleich innerbalb der Wirt- schast des eigenen Landes" vorstellt, wie man„allgemein die heimische Produktion stärken" kann. Seine praktisch-politischcn Forderungen gipfelten darin, daß er feststellte, man müsse noch für ein« ganze Reihe landwirtschaftlicher Produkte einen ZolLschutz schaffen. In der Frage des stark umstrittenen Butterzolles mochte Herr Schiele vor dem Landbund eine Verbeugung, wenn er sagte, daß es nicht angehe, daß einzelne Industrietreise den Butterzoll zu einem Handelsobjekt mochten. Es scheint also, ob die angeblich ge- plante Senkung des Butterzolles, wie sie in Verhandlungen zwi- schen dem Reichskanzler Brüning und Vertretern der Länder Däne- Auffassung der Signatarmächte vollkommen überein. Er habe s 6) 0 n vorher alle Maßnahmen ergriffen, die er für nötig halte, um die Freiheit und Unverfälschthett der in einigen Tagen stattfindenden Wahlen zu gewährleisten. Diese Erklärung des l>tauis'6)en Ministers könnte sich— wenn sie wahrheitsgetreu ist— nur auf Maßnahmen bc- ziehen, die noch nicht bekanntgeworden sind. Wahr ist da- gegen z. B.. daß die deutsche Presse unter schärfster Zensur steht, daß deutsche Versammlungen von litauischen Rowdys ungestraft gesprengt worden sind, daß der deutsche Parteiführer Dr. Meyer grundlos ins Gefängnis ge- warfen wurde und daß man durch rechtswidrige Einbürgerungen landfremde Litmier zu Meinelwählern gemacht hat. Einer F a s ch i st e n r e g i- r 1: n g gegenüber darf man sich nicht mit Ministerworten begnügen, wenn man das V 0 l k s r c ch t schützen will! mark und Holland besprochen sein soll, nicht durchgeführt werden wird. Auf dem Gebiete der Getreidewirtschaft ist nach Herrn Schiele nichts Wesentliches mehr zu tun. Aus dem Gebiete der Fleischwirtschoft werde noch in diesem Sommer eine Besse- rung eintreten, wenn die Ueberproduktion von Schweinen durch Verringerung der Schwcinebeslände beseitigt sei. Bleibt dos übrige Gebiet der landwirtschaftlichen Bercdelungswirtschaft, die Molke- reiproduktion und der G a r t e n b a u. Ein verstärkter han- delspolitischcr Zollschutz auf diesem Gebiet sei auch gerade im In- teresse einer erfolgreichen Siedlungspolitik erforderlich. Danach ist also damit zu rechnen, daß ohne Rücksicht auf die Ausfuhrinteressen der deutschen Industrie die Einführung neuer landwirtschaftlicher Zölle bevorsteht. Das Henkerbeil. Der Erzbischofvnn Münster erhielt von einem Rational- sozialisten einen Korton zugesandt, der folgendes enthielt: Erstens ein geschliffenes Beil mit Aufschriften in roter und schwarzer Farbe:„Hell Hitler, dos Dritte Reich naht. Gegen Pfaffen und Rom. Eure Köpfe werden rollen." Zweitens ein mit dem Hakenreuz bemaltes Begleitschreiben folgenden Jichalts: „Das anliegende Mordinstrument bitte wcitersenden an Ohren marxistischen Kollegen Faulhabcr für seine Ab- rüstungspredigt. Wir Deutsche wollen keine Abrüstung, wir wollen Aufrüstung. Deutschland erwache, Brüning verkrache. Faulhaber. das machst Du auch zu toll. Faulhaber. Dein Maß ist nun voll. Faulhaber. Dein Kopf rollen soll. Bon Weihrauch und Notverordnungen wird niemand satt." Es würde sich oielleicht empfehlen, bei künftigen Ä 0 a l i t i 0 n s- Verhandlungen zwischen Zentrum und Nationalsozialisten in Preußen dies geschliffene, dem Kardinal zugedachte Henkerbeil a u f den Verhandlungstisch niederzulegen. Dies Pell sollte das Zentrum daran erinnern, daß das Henkerbeil Mussolinis auch auf die Populari. die katholische Partei Italiens, niedergefallen ist! (Gcwerkfchaftliches siehe 2. BeUagc.) BerantworUich für Politik: Victor Schill! Wirtschaft: ffi, Mingrlhöser; Scwerkschaftsbewegung: I. eteiuer; Feuilleton: Dr. John Echuowski; Lokales und Sonstiges: Fritz �tarstädt; Anzeigen: Th. Glocke; sämtlich in Berlin. Verlag: Vorwarts-Berlag G. rn. b. H.. Berlin. Druck: Borwärts.Buchdrucker'-t und Verla'gsanstalt"Paul Singer u. Co.. Berlin SD. 68, Lindenstraße.3. Hierzu 2 Beilage». Obst Apfelsinen und CA Zitronen 3 m Jaffa-Orangen.... 3 Pfand 0.68 Bananen........ 3 Pfund 0.95 Kaliforn. Tafeläpfel. 3 ptrad 0.98 Datteln..... 3(roke Karton» 0.88 Wurst 65 Dampf- u. Fleischwurst w«#«■ Lanalcberwursl Pfand t.08 0.76 Jagdwurst..... Pfund«.es 0.80 Mettwurst Brauiuchw. Art. Pfund£.85 Wiener Würstchen.. Pfand 0.88 Feine Leberwurst pml i.is 0.98 Zervelat u. Salami Pfd. i.to 0.98 Schinken polnische o-Konuieiw. 0.98 Teewurst feine und grobe. Pfund 1.14 Zervelat tread.-. Filetwurst 1.18 Speck mager. Pfd. AU»» fett. Pfand 0.60 Schinkenspeck w, swa. Pfand 1.10 Nuf5Schinken««j-sPfd.»A*..Pid. 1.35 Gekocht. Schinken«>, Pfand 0.53 Harzerkäse1 pl Camembert Tom..st.e.2So. 0.16 Emmentaler Art sdxxfaei« skia 0.48 LimburgerkäseroiiLo.T2 halbe 0.42 Blockkäse CTIl«llei Art) halbC, Pfd. 0.54 Brickäsc»ome«.... Pfand 0.58 Holländer u. Edamer Toutea 0.62 Tilsiter u, Steinbuscher roiuea 0.68 Schweizerkäse bayr.Tom jfdJui 0.95 Margarine, Kokosfett Pfand 0.32 Roh- u. Bratenschmalz Pfd. 0.38 Molkereibutter..... Pfand 1.24 Markenbutter...... Pfand 1.40 WERTHEIM Zusendung von 5M on. Leicht verderbliche Artikel werden nicht zugesandt. %Bi££jL0& Fische Kabeljau, Dorsch u. gfl Seelachs gan« Fl»,,o.zodb 4 Pfd. 1.65 Käsekuchen........ D.32 Kranzstange........ 0.45 25. . 3 Pfund 0«28 Gemüse Rhabarber Blaltspinat.. Salat.......... 2 Kapfe 0.25 Radieschen...... 4 Bund 0.25 Blumenkohl... Kopf Ton an 0.23 Grüne Gurken.. swa ron an 030 Malta-Kartoffeln... 3 Pfand 0.38 KoloDialwarcn . Harlgricb-Bruch 38. Makkaroni p». Reis Tafel 0.13 0.21 0.28 Bruck 0.12 Haferflocken..... Pfand 0.22 Pflaumen Pid. 0.24 035«.stein 0 52 Badeobst««nuck, 0.38 0.58 0.78 Oiympm- Mehl b�ui. 135 1.45 135 Auszugmehl ptd. 0.26 0.28 030 Sultaninen Pfand 0.38 0 3 8 0.78 Korinthen.... Pfund 0.68 0.78 Zitronat......... Pfand 0.95 Mandeln«M.Pfand 130 1.78 1.98 Kaffee frtick gebr., Pfund 1.88 bia 3,60 Wein Pr«t«el0r ww ylfLo Qltt,—_ 1931 Wöüsteiner... d2 pl 1931 Obermoseler..... 0.60 1930 Nittel. Leiterchen moki 0.90 1930 Burweiler Schlofiberg 1.00 1929 Sicfersh. Martinsberg 1.10 1929 Caseler Herrenberg. 135 1921 Chat. La Lagune.... 1.40 Maitrank tau« Obstwein).... 0.75 Obstschaumwein mit Steuer iL FlasdiC 1,25 O"® Weibwein Rheinpt.xir.035 s iir. 2.65 Apfelwein.. itr. 0.49 s ur. 1.90 Johannisbeerw. ur. 0.68-1.«. 3.25 Petunien....... 4 sind O.Z5 Lobelien mit rnpu-a»«,. z sma O.Z5 Begonien mUTopfballen. Z Stock 0.45 Petunien 3 stock im Topf, top, 0.45 Pe argomen.. Topf ron an 0.45 Cobca........... Topi 0.55 Pelargonien hsngeod...Topf 1.15 Efeu.........Topf 0.50 0.75 Wilder Wein..... stände 0.55 Balkonk&tien mit Spolier und wildem Wein bepfl.. 40-IOO cm. von on Nur Ulpetger Str.: und Rhododendron Dtr. 200» 49. Iahrflang i. Beilage des Vorwärts Freitag. 29. April 49Z2 Mt und arm. Berliner Dienstmann Nr. 157 klagt sein Leid. früher war ich Dianstmcmn. jeyt bm ich Bettln", klagt der 2llt», und seine guten, dlohdlauen Mtmärmeraugen blicken trübe vor sich bin.„Was ist es denn weiter als Bettelei, wsrm man von einer Stelle zur anderen läuft, ob man nicht doch noch ein paar Mark aui die magere Rente dazukriegen kann: dabei hat man die Siebzig aus dein Buckel, die Beine streiken, der Atem reicht nicht mehr für den kürzesten Weg richtig aus und wenn s ans Treppensteigen geht, dann ist es überhaupt alle mit der Herrlichkeit." Innner, sein ganzes, langes Leben hat man feste gearbeitet, in der Fabrik zuerst, später am Bau, dann, wie die Muskeln nicht mehr so mitmachten, als Dienst- mann, als Bauwä6)ter, als Träger, was sich eben gerade bot. Wer -«cht ist alles alle, die Arbeit und die Kraft und erst recht das Geld. Und die ewigen Abstriche an der Rente, die machen sich schmerzlich fühlbar. Mutter ist krank und klapprig, lauft man Medizin, sehlt's am Ersten an der Miete, die mit ihren 21 M. für ein Einkommen von insgesamt 70 M. pro Monat viel zu hoch ist. Nicht ein Pfennig darf außer der Reihe ausgegeben werden, sonst geht das Rechen- exempel nicht auf und man muß mit wehen Beinen doch einmal fahren oder sonstwas Notwendiges kaufen.„Und hier hat man fein Geld ausstehen, was man jetzt so bitter notig brauchte," meint der Mte, dabei nestelt er mit zittrigen Fingern ein alles, vergilbtes Dokument aus seiner Brieftasche..Kautionsbcscheinigung dar königlich preußischen Polizeihauptkass« Berlin 1903" lieft man und dann weiter-„Der Dienstmaim N. M. hat an Kautionden Betrag von 7 3 M. zu Händen der untengenairnten Kasse erlegt" usw.„Mein Geld möchte ich wiederhaben", knurrt der arme Alle; er weiß zwar, daß das Geld längst entwertet ist und er daraus keinerlei Anspruch mehr besitzt. Das hat er schon verschiedentlich und oftmals bestätigt erhalten, aber immer wieder klammert er sich verzweifell und verbittert an das Schriftstück. Und wieder, zum sounsooiellen Male, bittet er, man möchte chm zu„seinem Gelde" verhelfen.... „Die machen mich noch ganz verrückt mit ihren Steuern", schreit j der hochnervöse Marin.„Hab ich denn ein Einkommen, wenn ich fetzt, seit fast dreiviertel Jahr, drei ganz« Paare Schuh zum Ausflicken kriege? Und das nur, weil ich für meine letzten paar Pfennige ein halbes Tausend Reklamekarten oerichickta. Ist denn das überhaupt noch ein Gewerbe zu nennen?" Dabei fällt chm auch das bißchen Arbeit unendlich sauer, auch er hat kranke Leine: das eine von Geburt an verkrüppelt, im anderen bildete sich Wasser, später Muskelschwund bis hinaus an den Ober- schenke!. Aas er das Hosenbein um das abgemagerte Bein spannt, erschrickt man: es hat die Starte eines dicken Spazierstockes. Nun enthüll ober Bein Nr. 1, als körperlicher Geburtsfehler, keinerlei Rentenanspruch, und Bein Nr. 2 ist verschiedentlich behandelt worden, leider ohne Erfolg. So ist man arm, krank und alt, aber doch wiederum nicht alt und krank genug, weil die Altersrente erst mit 63 beginnt, worauf man immerhin noch ganze fünf Jahre warten muß. Bor der fflickschusterei arbeitete der Mann an verschiedenen Stellen. Nun ist er„selbständiger Gewerbetreibender" und hat keinerlei Unterstützungsanspruch.„Ja, wenn ich Arbeit hätte, da brauchte ich die ganze Bettelei und Schreiberei und Lauserei nicht, da zahlle ich eben meine Steuern und dannt basta."„Und wenn der Herr von der Behörde zu mir sagt: Wer hat denn die Möbel in ihrer Wohnung angeschafft und dann meint: Uta, Sie sind ja immer- hin noch recht anständig eingerichtet, was will er damit nun eigent- lich? Soll er mir doch bloß einen einzigen Käufer für ein Möbel- stück nack) weisen, dann kann er den ganzen Krempel oerknufen, ich Hab's dicke!" Dann zeigt er voll Stolz einen Photorahmen, den er konstruiert hat, aber mit dem Patentieren da war es natürlich nichts, ebensowenig wie mit einer verbesserten Phoioapparatur. Er ist ein fleißiger Arbeiter und ein stiller Bastler, er sinniert und probiert und spekuliert, wie er Geld verdienen könnte. Wer er wird fuchsteufelswild, weim sie Geld von chm wollen, wo er doch keines besitzt und keines verdient und auch nicht dem Staat zur Lost fällt.... wieder Berliner Kunstwochen Jeizi aeer uernnnniger/ uoiüsioiniiciie ueransiaiiungen, einige Preise Es gab früher einmal in Berlin sogeuanutc Festspielwochen". die sich dadurch anszeichneleo. daß die preise der Opernbühnen und Sprechkhealer besonders hoch waren. Trohdem reichten die Einlrills- gelber bei weitem nicht aus. die hohen Unkosten zu decken, und die ..Festspielwocheu" kosteten der Stadt eine schöne Stange Geld. Zn diesem öahre haben sich unter Führung de» preußischen Sultus- wmisierlums und der Stadl Berlin einige führende Berliner Bühnen und andere Ännstinstitutc veremtgl. um Ende Mai und Anfang Zun» »t Berlin einige besonders wertvolle Aufführungen zu..Berliner Sunstwocheu" in dem bescheidenen Ausmaß. das der Wirtschoslslage entspricht, zusammenzufassen. Diese„ttuoft- wochen" wollen dem Grundsah„Die Sun st dem Volke" dienen. Es sind große populäre Veranstaltungen bei niedrigsten Vreisen— ein Schloßkonzert soll bei einem Eintrittsgeld von St> Pf. veranstaltet werden— geplant. Die Kunst wochen sind auch als Goethe-Ehrung gedacht, da Berlin mit Rücksicht auf die Reichsfeisrn in Weimar bisher auf eine offizielle Veranstaltung ollgemeiner Art hatte oer- zichten müssen. Außerdem werden hervorragende Werke der Musik ausgeführt werden. Auf dem historischen Schauplatz der Uraufführung des Radziwillschen„Faust", im Schloß Monbijou, wird diese» Werk mit zellgeiiössischen Instrumenten gegeben. Die Zelterfeier der Berliner Singakademie ist in das Programm der Kunfttoochen aufgenommen. Eine besondere Berliner lltot« geben mehrere Nachtmusiken auf dem Schlüterhof des Berliner Stadtschlosses, in dem Tausende von Zuschauern Platz fiiiden und bei denen ein Eintrittspreis von 39 Pf. auch Minderbemittelten die Teilnahme ermöglichen soll. Die Staatsoper bringt in erster Besetzung unter hervor- ragenden Dirigenten die Spitzenleistungen der Saison. Es werden aufgeführt:„Die Hochzeit des Figaro",„Ariadne",.„Die Hugenotten" und die„Sizilianische Vesper", in der Oper am Platz der Republik findet eine populäre Aufführung der Neunten Wmdcrttausciidc Männer und Frauen, die am 24. April in Berlin fttr die Sozlafdemokratio stimmten, gilt es Jetzt, für den M¥orwlirtfsM zu werben. Macht den Wähler zum Parteigenossen! Der Kein blaues Gesicht und seine schwärzlich gewordenen Lippen sind mit Schweiß bedeckt. Der qualvolle Brechreiz zieht ihm Gesicht und flals wie im Krampf zusammen. Die geschlossenen Augenlider sind unheimlich dunkel, fest wie die Augenhöhlen eines Toten- schcdels. Auqen. Schläfen und Wangen sind tief eingesunken. das Kinn starrt spitzig m die Höhe. Mit seiner schwachen Stimme stöhnt er mühsam. Irgend jemand ruft jnich aus einer Ecke des großen Lrankensaales an. „He, du. komm mal zu mir." Mit gerade ausgestreckten Beinen liegt ein junger dunkel- haariger Mensch unbeweglich aus seinem Bett. Seine Blässe kontrastiert sonderbar mit der brennenden Schwärze seiner Augen und Haare. Er fragt mich hastig und ungeduldig nach allem aus, was mich betrifft, und bekommt es dann plötzlich mit der Angst, ich könnte gleich wieder fortgehen wollen. Er bittet:„Setz dich doch. Gib mir deine Krücke." Er ist schwer am Bein verwundet, hat viel Blut ver- loren und fürchtet sich unbeschreiblich vor der Amputation. Er beklagt sich wie ein kleines Kind, naiv und rührend. „Was soll ich denn ohne Bein! Man kann doch nicht leben ohne Bein." Er kommt jetzt aber nicht weiter zu Wort, denn er muß zum Verbandwechsel. Er wird auf eine Bahre gelegt und in den Verbandraum getragen Durch die offene Tür des Berbandvaumes sehe ich den Tisch, aus dem Koridse liegt. Die durchnäßten Binden mit den rosagelben Blutsekretflecken werden entfernt. Nur an der Vorderseite seines Beines ist die Haut erhalten. Aber von der Ferse bis zur Kniekehle ist das ganze Fleisch aufgerissen, und an den Knochen hängen Muskelfetzen, mit Eiter und ge- ronnencm Blut bedeckt. Das hat keine Aehnlichkeit mehr mit einem menschlichen Bein, das ist ein von wütenden Wunden abgenagter, noch heißer und rauchender Knochen. Die Schwester nähert die um ein Stückchen gewickelte Watte mit Wasserstoffsuperoxyd dem Bein, und Koridse schreit:„vchwester, Schwe— ecs— terr, nicht, ni— icht, bit— täh nicht!" Sein Geschrei schollt über den ganzen Korridor, bis in die Krankensäle. Die Schwester fährt schnell und gewandt mit dem Wattebausch über die Wunde. Die Wunde uberzieht sich mit weißlichem Schaum und kleinen Bläsckien. Die Wundrander werden mit Jod bestrichen, und dann tiirmt sich ein ganzer Berg von Verbandmull auf dem Lein auf. Lange Zeit wird das Bein nun mit breiten Binden umwickelt. Jeden Tag bummle ich durch die Krankcnsäle. In einein von ihnen liegen die Leute mit Starrkrampf. Es sind nicht sehr viele. Der schrecklichste Fall unter ihnen ist Lichatsckew. � In ferner Krankengeschichte steht das Won: Tetanus. Der Patient liegt auf dem Bett, konvulsivisch zu einem> Bogen gekrümint. Er stützt sich nur aus Absätze, Genick oder Kops wie ein Athlet, der die Brücke machte. Sein Kopf ist zurückgebogen, die Kinnbacken krampfhaft aufeinandergc- preßt. Dos Hin- und Hergehen auf dem Korridor, das Ge- rausch von Tritten, das Zuschlagen der Türen ruft furcht- bare Zuckungen seines ganzen Körpers hervor, die ihm un- erträgliche Muskelschmer, zen verursachen. weine Nebenmänner sind nicht viel anders daran. Den meisten von ihnen droht Lichatschews Schicksal. Eines Abends, nach den Operationen, verschnaufen sich die Aerzte ein wenig im Schwesternzimmer. Der Ehefarzt sitzt aus dem Diwan, die Zigarette zwischen den Zähnen, um- gibt sich mit dichten Rauchwolken und zähst die im Lause der Woche amputierten Arme und Beine zusammen. Fünfundsiebzig Arme... vierzig Beine... fünfund- siebzig und vierzig... Drei woldaten sind beide Arme amputiert worden Drei weiteren beide Beine. Wieder dreien je ein Arm und ein Bein. Einem Arme und Beine. Viele von ihnen sind gestorben. Die übrigen sind ins Hinterland abtransportiert worden. Die Amputationen waren notwendig geworden infolge von Knochenzcrsplitterun- gen und infolge von heißem Brand, diese beiden Gründe hielten sich zahlenmäßig ungefähr die Waage. Aerzte und Schwestern sind todmüde. Sic sehen blaß und ausgemergelt aus. Sie fitzen auf dem Sofa und den Stühlen herum, als könnten sie sich für unabsehbare Zeiten nicht myhr zum Ausstehen entschließen. Ich nehme von meinen neuen Bekannten Abschied. Viele sind es nicht mehr. Die einen sind gestorben, die anderen in Hinterland abtransportiert. Koridse ist tot. Der mir dem Splitter unter dem Schulterblatt ist tot. Der kleine junge Soldat mit der Brustwunde, der so still und ohne Murren gelitten hat, der mir noch vor drei Tagen einen Brief an seine Mutter diktierte, ist tot. Der hellblond" Deutsche mit dem Rierenschuß ist tot. Und noch viele andere. Einige Mann hoch werden wir zum Korpskommando in Marsch gesetzt. Es zieht mich zu meinem Regiment zurück. Früh am Morgen treten wir im Hof des Sjoitals an. bekommen unsere Papiere und gehen los. Die Schwester» begleiten uns noch bis zum Hostor.(Fortsetzung folgt.) � Flatau bleibt Fraktionsführer. Entscheidung der sozialdemokratischen Rathaussraktion. Die„Berliner Volkszeitung" hat. wie in der Mittwoch-Morgen- riusgobe des„Vorwärts" schon berichtet wurde, von schweren Disfe- renzen in der sozialdemokratischen Berliner Stadtverordnctenfraktion gefaselt, und zwar in einer Form, die nicht anders als d u r ch e i n- ander gequirlter Unsinn bezeichnet werden kann. Selbst- verständlich haben„Rote Fahne" und„Lokal-Anzeigcr" diese Mit- teilungen kritiklos mit hämischen Zusätzen übernommen. In einer am Donnerstag stattgsfundenen Sitzung hat Genosse Erich Flatau der sozialdemokratischen Stadtverordnetenfraktion Gelegenheit gegeben zu einer erneuten Stellungnahme zu der bis- herigen Gesamtarbeit der Fraktionsleitung. Die Fraktion hat in völliger Geschlossenheit einstinimig zum Ausdruck gebracht, dah Gründe für eine Aenderung der Fraktionsführung überhaupt nicht vorliegen und daß deshalb ein Wechsel im Amt des Fraktions- Vorsitzenden nicht in Betracht kommen kann. Der Fraktionsoorstand mit Erich Flatau an der Spitze bleibt also nach wie vor in der seit über drei Iahren bestehenden Zusammensetzung im Amt. In der Stadtverordnetcnfraktion ist auch festgestellt worden, daß die auf dem letzten Bezirksparteitag den Genossen Flatau betreffende Entscheidung mit der ficroorhebung gefällt worden ist, daß Flataus Arbeitskraft vorwiegend für die jetzt besonders schwierige Berliner Kommunalarbcit erhalten bleiben soll. Die„Rote Fahne" spricht im Zusammenhang mit der Kan- didatenaufstellung zum Landtag von„widerlicher Posten- j ä g e r e i".„Widerlich" ist wahrlich die Art und Weise, in der die„Rote Fahne" in Gemeinschaft mit ihren bürgerlichen Freun- binnen versucht, die Oefsentlichkeit glauben zu machen, daß die für die Kommunistische Partei charakteristischen„C l i q u e n k ä m p f e" auch in der Sozialdemokratischen Partei festzustellen seien. „W i d e r l i ch" ist ferner das erfolglose Bemühen der„Roten Fahne", die seit Jahren bestehende freundschaftliche und kamerad- schaftliche Zusammenarbeit zwischen dem Berliner Parteivorsitzen- den Künstler und dem Berliner Fraktiansvorsitzenden Flatau m einen sachlichen, ja vielleicht sogar persönlich zugespitzten Gegen- saß umzulügen. Der„Roten Fahne" und ihren bürgerlichen Trabanten, wie ,.V o l k s z e i t u n g" und„Lokal-Anzeiger", sei gesagt, daß die Wirkung der vorbildlichen Geschlossenheit der Berliner sozial- demokratischen Partcikärperschaftcn für die Gegner der Sozial- demokratie, insbesondere auch in der kommunalen Arbeit, wie bisher sehr deutlich fühlbar werden dürste. *»* Im Rathaus war gestern der Stadtgemeindeaus- s ch u ß zu einer kurzen Sitzung zusammengetreten. Es standen einige Vorlagen zur Beratung, die au« dem Ausschuß für An- gclcgenheiten der Erwerbslosen an das Plenum zurück überwiesen morden waren. Ferner war auf der Tagesordnung die Beratung einer Vorlage über die Verwaltung der städtischen Land schul- Heime verzeichnet. Acht Jahre Zuchthaus. Räuberische Erpressung an einem Kapellmeister. Vor dem Schöffengericht Charlottenburg hatte sich der-lZjährige Kaufmann Alfred G u t h wegen eines Raub- Überfalles auf den Kapellmeister Livschakoff zu verantworten. Der Angeklagte war am Morgen des 11. März in der Wohnung des Kapellmeisters in der Wcstendallcc erschienen und hatte sich der Frau des Kapellmeisters als A b g e s a nd t c r d c r Funk stunde vorgestellt. Er verlangte den Kapellmeister zu sprechen und drang dann än das Schlafzimmer ein, wo Livschakoff noch im Bett lag, um den Kapellmeister mit erhobener Pistole zu zwingen, ihm sein Geld herauszugeben. Livschakoff gab dem Erpresser 1(K1 Mark und verfolgte ihn dann auf der Straße, bis Passanten den Angeklagten festnehmen konnten. Vor Gericht stellte man fest, daß G u t h ein schwer vorbestrafter Mann ist, der u. a. im Jahre 1919 wegen eines Raubübcrfalles bereits zu zehn Jahren Zuchthaus ver- urteilt worden war. Der Staatsanwalt beantragte gegen den An- geklagten diesmal elf Jahre Zuchthaus. Das Gericht verurteilte Guth wegen schwerer räuberischer Erpressung, teils vollendeter, teils versuchter Nötigung in Tateinheit mit Schußwaffenvcrgehen zu acht Jahren Zuchthaus, fünf Jahren Ehrverlust und Stellung unter Polizeiaufsicht. Berliner Schulkinder als Dampfergäftc. Mittags 1 Uhr: Die Kottbusscr Brücke ist dicht von Zu- schauern besetzt und die Riefenkarawanc von Jungens und Mädels hat alle Mühe, sich chindurchzuzmängcn zur Anlegestelle. Unten harren drei stattliche Salondampfer der Reederei Otto Schmidt ihrer kleinen Fahrgaste, um sie zu einer Spazierfahrt nach Neu- chcringsdorf einzuladen. Hunderte freudiger.Kinderaugen leuchten, aufgeregte Mundwerkzeuge treiben lebhafteste Konversation, voll Ungeduld trippeln die Beine beim Anmarsch; man weiß, was für ein mächtiges Vergnügen solche Dampferfahrt für ein Kind bc- deutet. Und gerade die hat man mitgenommen, wo dieser sehnlichste aller Wünsche am Erbübel Not scheitern müßte. Aus 29 Schulen der Bezirke Neukölln, Krcuzberg und Mitte wurden die Kinder Er- Dsr Weg zurück. Andauernder Abmarsch von Berlinern in die Provinz. Unter dem Druck der nicht«wichen wollenden wirtschasts- krise dauert die Rückwanderung von Berlinern in die pro- vinzielle Heimat unvermindert an. Teils hoffen die aus der Reichshauptstadt Abziehenden in den landwirtschaftlichen Erzeugcrgcbieten billigere Lebensverhältnisse vorzufinden: teils bieten sich durch verwandtschaftliche Beziehungen hin und wieder doch noch Arbeits- und Vcrdienstmöglichkeiten. Es mehren sich allerdings auch schon die Fälle, in denen geborene Ber- liner kurz entschlossen den Sprung aufs Land wagen, um der Trüb- sal in der Großstadt endlich ein Ende zu bereiten. Die größte Gruppe innerhalb der Rückwanderer dürsten die Rentner einnehmen. Da gibt es einen vvjährigen Werkmeister, der demnächst nach Westprcußen abreisen wird, um dort zusammen mit seiner Frau seine alten Tage zu verleben. Er war bereits mehrere Jahre arbeitslos und läng st aus- g e st e u c r t. Da arbeitslose Angestellte aber schon fünf Jahre früher in den Genuß ihrer Angestelltenrente kommen, erhielt er unlängst 72 M. Rente zugesprochen. Das wäre für ein weft- preußisches Bauerndorf ein ganzer Batzen Geld, in Berlin ist es herzlich wenig, zumal der Mann davon 38 M. Miete zahlen soll. In der Heimat der Frau— einer Ortschaft des Kreises Flatow— gibt es jedoch Stube und Küche monatlich für 15 M. Außerdem kommen die Berliner nach Westpreußen nicht als Plage, sondern die Verwandten hoben geschrieben, sie sollten nur schnell kommen, man brauche gerade jetzt Leute zum Kartoffelsetzen. Nächstens also wird man abdampfen. Arbeit auf dem Lande. In den nächsten Wochen wird auch eine andere Berliner Fa- milie ihren Haushalt auflösen. Alle hier zitierten Beispiele stammen übrigens aus einem verhältnismäßig kleinen Bekanntenkreis. Der Mann ist gelernter Stellmacher, arbeitete zuletzt aber immer in Pianosortefabrikcn. Die Pianofortcfabriken sind durch Grammophon und Radio tat. Unterstützung bekommt der Mann gar nicht einmal, weil seine Tochter Arbeit hat und über das Minimum verdient. Da schreibt ihm plötzlich ein Verwandter aus Stavcnhagcn(Mecklenburg), warum er denn in Berlin arbeitslos herumsitze, ob er denn seinen Schwager, den Stavenhogcner Zimmcrmeistcr, nicht mehr kenne. Dieser Meister' hat in dieser schweren Zeit viel zu tun. In Mecklenburg werden viele Güter aufgeteilt, man parzelliert und siedelt, und in diesem Jahre hat der Zimmermeister bereits für 80 000 M. Aufträge ausgeführt. Da solle man der Arbeitslose aus Berlin schnell noch Stavenhagcn kommen, für einen Stellmacher gäbe es schon noch etwas zu schaffen. Dieser Mann mußte in Berlin trotz seiner Not 40 M. Miete aufbringen. Es dampfen auch schnurstracks junge Leute ob. In einem Städtchen unweit des Harzes steht eine Schlosserei. Plötzlich stirbt der Besitzer. Die Frau steht mit der Schlosserei ollein da, während ihr Bruder— jung verheiratet, mit einem kleinen Kind— arbeitslos in Berlin auf dem Nachweis sitzt. Die Frau im Harz stellt nun keinen Gesellen ein, sondern schreibt an den Bruder in Berlin, er solle nur schnell kommen und die Schlosserei weiter führen. Zweimol hat die Schwester diese Botschaft nicht zu schreiben brauchen. Zurück in die Heimat. Immer wieder denken Hunderte von Menschen: fangen wir doch einen Handel an, es wird schon gehen. Nun, wenn die Kauf- kraft fehlt, handelt es sich nur schlecht. Bei Milchgeschäften kommen noch andere Dinge hinzu, wie das Aufstehen um 4 Uhr morgens, um die Milch hereinzunehmen, so daß die Leute des Handels bald überdrüssig sind. Und ganz abgesehen davon, konnten viele Lerne ohnedies nur existieren unter Hinzunahme der kleinen Pension des Mannes. Vor einiger Zeit ist deshalb eine solche Milchhändler- familie abgefahren nach Rügen, in die Lheimat der Frau. Rügen ist nicht gerade ein billiges Pflaster, aber für den Ver- wandten kostet der Zentner Kartoffeln denn doch keine 5 M. wie augenblicklich in Berlin. Außerdem hat der Bruder eine Fisch- räuchere! und im Sommer, wenn die Badegäste kommen, eine Bude am Strand, in der er die frisch geräucherten Aale und Flundern feilhält und ein gutes Geschäft macht. Von Berlin will der Mann und die Frau nichts mehr hören und sehen. Noch ein Beispiel für das Wegziehen geborener Berliner aufs Land. Da wohnt hier eine Rentnerin mit ihrer Tochter. Die Tochter ist arbeitslos, schon lange, und sie hat vor allem ein Kind, das wohl keinen Vater hat, aber tüchtig schreit, wenn es nichts zu essen bekommt. Diese Tochter war schon einmal auf dem Lande, sie kann melken, heuen und vieles andere mehr, und ein Bauer im Havelland war nicht abgeneigt, sie zu nehmen, nur daß sie aus Berlin war, störte ihn; was kann da schon Gutes herkommen, dachte er bei sich. Dann sing das Mädel trotzdem an. und der Bauer staunte über ihre Leistung— stehen doch im Stall acht Kühe, die gemolken sein wollen— daß er dem Mädel 35 statt 25 M. im Monat gibt. Die Arbeit ist schwer, aber�das Essen ist gut, olle vierzchn Tage hat das Mädel einen freien Sonntag. Letzten Sonn- tag war sie in Berlin zu Besuch, und da brachte sie den Arbeits- losen in Berlin seine Dinge mit wie Butter, 20 Eier und zwcr Würste. Die Wohlfahrt freut sich auch, denn sie hat einen Menschen weniger zu betreuen. wcrbsloscr ausgewählt, die Reederei stellte ihre Schiffe kostenlos zur Verfügung, Kothrciner spendete seinen Kaffee und der Wirt van Neu-Heringsitorf den Kuchen. An Bord gab es Musik und ein Gratisgastspiel von Onkel Pelle; nach der Kaffeetafel fröhliches Kasperletheater und ein richtiggehendes Tanzvergnügen Wer aber Tnehr für Sport und Spiel inklinierte, für den bot ein großer Spiel- platz Tumnielgclcgenheit; in einer Gartcnccke hatte sich wiedemru eine Schafskopfparlie zusammengefunden. Dann trommelte die Sirene die ganze Gesellschaft wieder an Bord und unter sröhlichein Gesang ging's heimwärts. Dieser ersten Fahrt sollen noch drei ineitere folgen, und so haben noch eine ganzr.Rcthe von Kindern. solch schönen Tag vor sich.■ Der Berliner Gommerschau enigegen. Lleberraschungen am Kaiserdamm. Die nach einer vierjährigen Pause in diesem Jahre erneut und unter dem Kennzeichen: Sonne, Luft und szaus für alle in den Städtischen A u s st c l l u n g s- und Messehallen am Kaiserdamm stattfindende große Sommerschau wird einen ganz großen Anziehungspunkt haben: Ein Riesenoval mit einer Längs- achsc von 300 Metern, gewissermaßen eine Freiluftarcna, die sich um einen mächtigen Rasenplatz in vier imposanten Terrassen aufbauen wird. Wer die Ausstellung genossen hat, wird sich bestimmt hier- hcrslüchten. Hinter ihm liegt das Ausftcllungsgcbäudc, unmittelbar zu seinen Füßen die grüne Arena, auf der sich Jugend und Schön- hcit, Kraft und Anmut unserer Zeit in Kämpfen, Spielen und Tänzen auf grünem Rosen zeigen wird. Darüber hinaus aber locken die Bäume des Grunewalds zum Wandern in die Weite. Dieser Terrasscngorten, umzogen von der reizenden Liliput-Ausstellungs- bahn, wird das Juwel der Ausstellung werden. 75 Veranstaltungen, darunter außerordentlich vielversprechende des Kartells für Arbeitersport und Körperpflege und des Deutschen Arbeitersängcrbundcs, werden hier stattfinden. Wie Direktor W i s ch e k bei einer Vorbesichtigung erläuterte, wird die Ausstellung drei Hauptabteilungen haben: die Abteilung„D a s wachsende Haus" wird etwa 30 derartige Häuser in natürlicher Größe und massiver Ausführung zeigen, die Sonderschau — 11 „2 er Kleingarten" wird 22 Kleingärten von je 300 bis 350 Quadratmeter Größe mit Gartenhauschen für die verschiedensten Zweckbestimmungen umfassen und die Abteilung„Das Wochen- ende" schließlich ist der Wochencndbewegung gewidmet, und an ihr beteiligen sich etwa 3 0 Sport- und Iugendverbände. Die Ausstellung wird am 14. Mai eröffnet werden. Schnellzug Montreal-Chikago enigleist Wagcn stürzt ans ein Haus.— Drei Tote. South Bend(Indiana). 28. April. ver Schnellzug TN o n t r e a l— C hikago entgleiste in der Jlahe von South Bend, als er über eine Brücke fuhr. Ein wagen stürzte aus ein Haus herab, wobei eine Frau getötet wurde. Der Lokomotivführer»nd der Heizer erlitten Verbrühungen und starben kurz daraus. Zwei Reisende wurden schwer verletzt. Für 60 000 Mark Goldbarren gestohlen. ZNescrih(Grenzmark Posen-Westpreußen), 28. April. In der Nacht zum Mittwoch wurde, wie erst jetzt bekannt wird, aus dem Spcrraum des polnischen Grenz bahn Hofs Bent- schen eine Kiste Gold entwendet, die au, Holland kam und für die polnische Staatsbank bestimmt war. Der Wert der gestohlenen Gold- fendung beträgt 80 000 Mark. Der Tat verdächtig sind ein Zoll- beomter und ein Eisenbahnorbeitcr, die verhaftet wurden. Die gesamte Grenzpolizei und die Kriminalbeamten aus Posen münden aufgeboten, um das Gold wieder herbeizuschaffen. Von einem Schwindler schwer geschädigt. Das Postamt Wildpark hat durch einen Schwindler schweren Schaden erlitten. Mit einem falschen Paß, der aus den Namen Fritz Blembach lautete, trat ein Unbekannter an den Postvermalter heran'und erhob eine Summe von 3000 M. Die Polizei glaubt dem Täter auf der Spur zu sein. «N. Osn Wein für Magen und Nerven RHeinweinr 30er Ensheimer 0.55— 30er Laubenheimer Berg 0.80— 29er üebfraumilch 1.15 o. Ff. Moselwein: 31er Langsurer Herrenbera 0.60— 30er Mesenicher Berg 0.70— 30er Nittler 0.98 o. Fl. Rotwein: 30er ingelheimer 0.69— 30er Dürkheimer Feuerberg 0.80— Montagne 0.98 o. Fl. Fruchtweine: Apfelwein(Cider) 0.50— Johannisbeerwein 0.60— Erdbeerwein 0.85 ohne Flasche Süd w e i n e: Feinster alter Tarragona 1.10— Feiner, alter Malaga 1.30— Santa Rosa 140 o. Fl. Spirituosen: Weinbrand-Verschnitt 2 25— Richtenberger 1.95— Goldkirsch 3.15 ohne Flasche Konserven: Gemüse-Erbsen 0.48— Wachsbohnen 0.52— Apfelmus 0.64— Erdbeeren 1.15 Kolonialwaren: Vollreis 0.15— Kaiser-Auszugsmehl 1kg 0.50— Marmelade Pfd. 0.40— Zucker 0.36 Kaffee: Vorzügliche Qualitäten, feinstes Aroma, frisch geröstet'a Pfund 0.48, 080. 0,80 Filialen HöchfileifiungderVerlogenheit! Reichsbanner in widerlichster Weise beschimpft Die Frieürich-Ebert-Wohnsicdlung an der Afrikanischen und «nxikopmunder Straße, unnxit des Stratz-ndahnhafs Miillerstraß?. stand wahrend des letzten Wahlkainpies unter dem Terror der SA.- Banden. In dem angrenzenden Laubcngcländc hatten sich trotz des Verbots SA.-Leute eingenistet und. wie in der Gegend erzahlt wird, waren sogar einige leerstehende Lauben siir die SA. gemietet und einigermaßen wohnlich ausgestattet worden. Täglich fanden Uebergrifie der SA.-Leute auf Republikaner statt. Die Dinge spitzten sich so zu. daß ollen Ernstes von den Bewohnern der Siedlung beschlossen wurde, eine örtliche Abwehrsormation ins Leben zu rufen, um Gesundheit unu Leben der Bewohner zu schützen. Di« Polizei� griff dann aber ein, und durch schärsere lieber- wachung der SA.-chordcn konnten blutige Zwischenfälle verhütet werden. Eines Tages, am 24. April, agillcrte ein sozialdemokratischer S p r e ch ch a r im Laubengelände. Plötzlich wurde auf die Partei- genossen ein Bombardement mit Weinflaschen und Ziegel- steinen erössnet. Eine Gruppe Nazis hatte einen regelrechten Ueberfall verübt.päter wurden sogar Frauen und Kinder mit Pistolen bedroht. Von den ilcberfallcnen wurde das II e b c r i a l I- k o m m a n d o alarmiert, die feigen Burschen hatten in der Zwischenzeit jedoch das Weite gesucht. Lediglich in einer Nazi- laude wurde unter dem Dachfirst versteckt eine geladene Pistole gefunden. Das war aber nicht der einzige Waffensund bei den chiller-Gardisten. schon früher waren verschiedene Schußwaffen be- schlagnahmt worden. Mehrere Nazis wurden von der Polizei fest- genommen. Damit wäre der Zwischenfall erledigt gewesen, wenn der„An- griff'. das Sudelblatt des Herrn Goebbels, nicht in einer kaum da- gewesenen Verlogenheit gegen das Reichsbanner hetzt.„Reichs- bannerlumpen",„Höltermann-Strolche",„Reichsjämmerlinge" und „Reichsbannerverbrecher" hätten die harmlasen Hakenkreuzler über- fallen, so heißt es in dem Naziblatt, und sogar eine Frau und ein vikrjähriges Kind seien verletzt worden. Dieser ganze Bericht in hem Hitler-Blart ist von A bis Z erlogen. In der Hetze gegen das Reichsbanner liegt S y st e m, ein System, das so weit ging, die Verbrechen eines M a t u s ch k a dem Reichsbanner unterschieben zu wollen. Damals wurde der„An- griff" von der Polizei auf mehrere Tage verboten. Kampf gegen Freikörperkuliur. Eelchover Amisvorsteher nimmt Anstoß. Im Sommer des vorigen Jahres hat der Magistrat der Stadt Berlin der Körpcrkulturschule'Adolf Koch am Stadtrand das Gelände Woldsee und S t a d t w a l d Selchow für Freikörperkultur zur Verfügung gestellt. Dieses! Gelände gehört aber in den Amtsbereich des Amtsoorftchers Ramm aus Selchow in der Nähe von Lichtenrade. Schon im Borjahr hat der Amtsvorsteher Ramm in jeder nur möglichen Weise die genannte Körperkulturbewegung auf dem Selchower Gelände durch überflüfsige Forderungen und durch Verbot des Aufstellens einer Feldküche behindert. Jetzt hat Herr Romm es fertig bekommen, einen Tag noch der Preußenmahl durch Berfügung anzuordnen,„daß jede Person, welche auf dem Gelände der Körperkulturschule Adolf Koch in unbekleidetem Zustand angetroffen wird, durch die dazu beauftragten Landjäger zur Anzeige zu bringen sind!" Dieses Vorgehen ist ungesetzlich, denn ein Polizeibeomler darf noch den klaren gerichtlichen Ensscheidungcn, ministeriellen Verfügungen und Dienstvorschriften nicht amtlich und auf Befehl Anstoß nehmen. Außerdem ist es der Körperkulturschule Adolf Koch infolge Ein- spruchs des Amtsodrsteher- nicht möglich gewesen, die geplante Waldschule für gesundheitlich gefährdete Groß- fr a d t k i n d e r zu bouen. Die Folge dieses Verhats wird fein, daß 5iunderte von hlutarmen, schlecht genährten Graßstadtkindcrn von Licht. Lust und Sonne ausgesperrt bleiben. Am Dienstag, dem 10. Mai, findet im großen Saal des Lehrernereinshauses eine öffentliche Protestversammlung statt, die sich auch mit diesen Vor- gängen befassen wird. Schüsse aus polizeibeamie. schwere Zusammenstöße bei Exmittierung eines Mieters. halle(Saale),'28. April. Bei der Exmittierung eines Mieters aus feiner Woh- nung am Stadtgutweg kam es zu schweren Zusammenstößen zwischen der B'eoölkerung und der Polizei, auf die aus mehreren Häusern etwa acht scharfe Schüsse abgegeben wurden. Die Polizei erwiderte das Feuer mit zahlreichen Schreckschüssen und räumte unter Anwendung des Gummniknllppels die anliegenden Straßen, wobei etwa 20 Personen verhaftet wurden. Englischer L-tahlindustrieller erschossen aufgefunden London. 28. April. Paul Richard K u e h n r i ch,«in früherer Direktor der Firma Darwins Limited, der«ine führende Persönlichkeit in der Stahl- industrie von Sheffield ist, wurde in seinem.Hause Holly Court in Sheffield erschossen aufgefunden. Am Mittwach war mitgeteilt worden, daß Kuehnrich eine Urkunde unterzeichnet hatte, wonach er seine Aktiven an seine Gläubiger überlassen hat. Er hatte schwere Verluste in der Universal Stahlkorporation erlitten. Der lodessciniO auf den Arbeiier. �beramtsanwalt Brehm unter Anklage. Der Oberstaatsanwalt in Potsdam hat gegen O b e r a m t s- anmalt Brehm vom Amtsgericht Berlin- Mitte An- klage wegen fahrlässiger Tötung erhoben. Brehm mar der Führer des Kraftwagens, der im Februar d. I. zwischen Rathenow und Nauen mit Berliner Vcrkehrsrichtern verunglückte. Hierbei kam Staatsanwaltschaftsrat Lettner zu Tode. Die Bor- Handlung wird vor dem Schöffengericht in Rathenow ftattfindcn.__ Erik 3oa Hanuiien, der vielgenannte rätselhafte Hellseher, der im Mai in der Skala auftreten wird, gab am Donnerstag vor der Presse und geladenen Gästen eine Privatsitzung, deren Elou das Auffinden einer außerhalb des Lokals versteckten Puppe war. Diese Puppe fand der Hellseher tatsächlich in einer Apocheke am Pols- domer Platz versleckt vor. Als er. mit verbundenen Augen, dort hinging, entstand ein riesiger Menschenauflauf. Auch andere Erpen- menke. unter den Augen und unter der Konirolle der Zuschauer, glückten ausgezeichnet. Die Räume des polnischen Generalkonsulats werden am ö. Mai tW aali&Utz des folmscheu Naiujliolieicrtojjs zejchwM bleiben. 91 ... usffli es ist ein Mord", schrien der FelsenecK-ltazi an seine Frau. Der legte von den angeklagten SA.-Männern im Felfencck- Prozeß ist der Balte G r o s s e t. In seinen krampfhaften Be- mühungen, sich und seine fünf Mitangeklagten herauszureden, warf er gew'ffermaßen deren Darstellung vollkommen über den Haufen: Die Tötung des Klemke soll sich ganz anders abgespielt haben, als bis jetzt behauptet wurde. Er belastete dabei den SA.-Mann W i l l w o ck; dieser sei es gewesen, der dem K! c m t e das Bein gestellt und ihn so zu Fall gebracht habe. Jetzt haben er, Grosset, und zwei seiner Mitangeklagten auf den am Boden Liegen- den eingeschlagen. Klemke raffte sich aber aus und flüchtete, zehn SA.-Leute stürmten ihm nach und aus ihrer Mitte fiel dann der schütz. Was könne also er und seine Mitangeklagten für den Tod des Klemke? Diese hatten aber sämtlich erklärt, der Schuß sei aus der Mitte der SA.-Leute gefallen, unter denen auch sie sich befanden. Grossct hat übrigens aus dem Gefängnis an seine Frau geschrieben:„Ich habe große Gewissensbisse, in die Sache verwickelt zu sein, denn es ist ein Mord." Was er unter dem Ausdruck Mord gemeint habe, fragt die Verteidigung der Kommunisten. Es habe ihm leid getan, daß ein Mensch ums Leben gekommen sei, erwidert Grosset. Sowohl er als die übrigen Angeklagten bestreiten, daß in der Gegend der Kolonie Felscncck eines schönen Tages ein Plakat gehangen habe:„Für jeden R o t- M o r d fallen drei Kommunisten. Hütet e u ch." An der Reihe ist dann der Borsitzende des Siedlcrvcreins Felseneck. der Angeklagte Ada m. Ihm wird nur unbefugter Waffenbesitz vorgeworfen. Man erfährt von ihm, daß es bereits vor dem 18. Januar mehrere Ileberfälle von Nationalsozialisten gegeben hatte. Der Ausschuß des Siedlervcreins beschloß deshalb, eine Woche einzurichten, eine Alarmvorrichtung auszustellen und auch«ine S e l b st l a d c p i st o l e anzuschaffen. Klemke besorgte sich die Waffe, reichte auch wegen eines Waffenscheines ein, hatte ihn aber am 18. Januar noch nicht erhalten. In dieser Nacht klopfte es an sein Fenster. Jemand rief: Ueberfall. 5ilemke kleidete sich schnell an. ergriff seine Pistole, hörte in der Ferne Schüsse, Rufe. Steinbombardement, sah Lichter von Fohrrädern, die Alarmvorrichtung meldete Gefahr: er gab zwei Schreckschüsse in die Luft ab, um die'Angreifer abzuschrecken. An den blutigen Er- eignissen selbst ist er nicht beteiligt. Adam berichtete auch von einer bemerkenswerten Episode. Nicht lange vor dem 18. Januar berich- tele auf der Sitzung des Pflanzervereins der Kolonist Bamuschka, daß er von einer Rotte von zehn Nationalsozialisten gestellt worden sei, unter Rufen: Da ist der Klemke. Die Nazis waren gerade dabei, ihre Koppel auf ihn niedersausen zu lassen, als ihr Führer erklärte: Das ist nicht der richtige. Man stellte seine Per- sonalien fest(! D. Red.) und ließ ihn laufen. Auch der Kolonist Gratz ist nur wegen unbefugten Waffen- bcsitzcs angeklagt. Er wurde van seiner Mutter geweckt. Der Lärm draußen hatte die Frau aus dem Schlafe geschreckt. Gratz ergriff seine Waffe— es war ein verrosteter und ungeladener Revolver — und lies in der Richtung des Lärms. An den Schlägereien hat er sich auch nicht beteiligt. 5)eute wird die Verhandlung fortgesetzt. SA.-Schläger freigesprochen. Oer ileberfail auf das Reichsbanner am Bahnhof Believue. Das Schncllschöffengcrichl sprach gestern unter dem Vorsitz des Amlsgerichlsrats wefenberg die vier Nazis, darunter drei frühere SA.-Männer. Slruh, R a l z o k, P e t r t ch und k n o ch, die am S. April am Bahnhof Bcllcvue mit Lallen und k n ü p- p e l n über Reichsbannerleule hergefallen sind, van der Zlnklogc des Londsriedensbruches und der schweren Körperverletzung frei. lieber die erste Verhandlung in dieser Saäic ist bereits berichtet morden. Der Prozeß mußte vertagt werden, da nur drei Angeklagte zur Stelle waren, und die Verteidigung der Angeklagten eine An- zahl neuer Zeugen laden wollte. Zlm 8. April kam es zwischen Nationalsozialisten und Reichsbannerleuten, die sich vor ihrem Vcr- kehrslokal aufhielten, zu einem Zusammenstoß. Die Nationalsozia- listen zogen den kürzeren und alarmierten in den Sprcehollen ihre Kameraden. SA.-Leute in Stärke von etwa hundert Mann stürmten, bewaffnet mit Latten und Knüppeln, herbei, stürzten sich auf die Reichsbannerleute, die mit dem ersten Reichsbannertrupp nicht identisch waren und sich am Bahnhos Bellevue versammelt hatten, um nach Spandau zu fahren Mehrere Reichsbannerleute trugen Verletzungen davon. Nur vier von den SA.-Leuten kannten festgenommen werden: Strutz. als er davonlief, Ratzack, der von einem Reichsbanncrmann, Petrich, der von einem Reichsbanner- mann und einem Schupobeamten erkannt wurde, und Knoch, der selbst zugab,„gestoßen" zu haben. Er und Petrich wollten in„Abwehr" gehandelt haben. Die Angeklagten erklärten gestern, sie seien nur zufällig in die Schlägerei hineingeraten bzw. an ihr überhaupt nicht be- teiligt gewesen. Der Staatsanwalt beantragte gegen Ratzack. Pe- trich und Knoch Gefängnisstrafen, für Strutz Freifpruckz. Die An- geklagten hätten sich des Landfriedcnsbruches schuldig gemacht, ihre Verteidigung, sie hätten sich in Notmehr befunden, weil ihre Käme- reden überfallen worden seien, treffe nicht zu: der erste Zwischen- fall sei bereits längst erledigt gewesen, die Angeklagten und ihr« Kameraden nicht berechtigt gewesen, auf eigene Faust einen Rache- f e l d z u g zu veranstalten. In der Begründung des Freispruches führte jedoch der Vorsitzende aus, daß der zweite Zwischenfall zeitlich dem ersten Zwischenfall so schnell gefolgt sei, daß beide Zusammenstöße nicht onseinanderzuhalten feien. Die Angeklagten hätten sich in Notwehr befunden. Gegen dieses Urteil wird die Staatsanwaltschaft Be- rufung einlegen. „Interessant, aufregend, blutig." Ift das proletarische Abonnentenwerbung? Eine.'Berliner Münzcnl?erg-Abcndzcitung macht aus diese gc- schmocklosc Weise Propaganda: Sic verteilt in den Wohnungen und auf den Stempelstellen im Faksimile ein„Verzeichnis der vom Scharfrichter Kraul; in Preußen sowie in den deutschen Fürsten- thmncrn seit 1878 Hingerichteten Personen". Das Tstelbilü zeigt ein Henkerbeil, der Rücken Rad. Richtschwcrt und wiederum Henker- beil. Im Innern des Werbezettels steht als Anpreisung des Iicholts wörtlich: „Es sind nicht nur interessante, aufregende und blutige Tagebuchblätter, die sich hier zum ersten Male dem Leser öffnen, sondern es wird gleichzeitig ein Stück finstere preußische Geschichte des 18. Jahrhunderts blitzartig beleuchtet." Ganz abgosohe.i davon, daß das Jahr 1878 ins 10. und nicht ins 18. Jahrhundert fällt: Diese Ankündigung„aufregender und blutiger Tagebuchblättcr" ist ein Appell an die r o h c st c n und niedrig st cn Instinkte des Menschen. Das Programm der Kundgebung für die Erhaltung des Theaters am'D o n n c r s t a g(5)lmmclsohrtstag), dem S. Mai. vor- mittags II Uhr. im Großen Schauspielhaus lautet: 1. Ouvertüre zu i der Oper ,. Oberau" von Karl Maria von Weber, 2. Ansprachen des preußischen Kultusministers Dr. Grimme. Oberbürgermeister Brauer- Altona, A. B r o d b e ck und David Stetter, 8. Rezitation: Die Schaubühne als eine moralische Anstalt, von Friedrich Schiller. 4.„Verachtet mir die Meister nicht". Arie aus der Oper„Die Meistersinger van Nürnberg" von Richard Wagner, S.„Wacht aus!" Chor aus der Oper„Die Meistersinger" von Richard Wagner. M i t w i r t c n d e: Orchester der Staatsopcr und der Städtischen Oper(Dirigent: Generalmusikdirektor Leo B l e ch). Gesang: Wolter Groß mann von der Berliner Staatsoper, die Vereinigten Chöre der Staatsoper und der Städtischen Oper und Alfred Beierle(Rezitation). Die genannten Künstler und Orchester haben sich bereitwilligst in den Dienst der guten Sache g e st c l l t. Wir hoffen daher, daß die Arbeiter- schast die Veranstältung. die der Erhaltung des Kulturtheaters und -orchcsters dient, stark besucht.— Karten zu 50 Pf. sind an den bekannten Stellen zu habe». Gelbstanschlußbetrieb Kaulsdorf. Die Oberpostdirektion Berlin teilt mit, daß die V e r in i t t- lungs stelle Kaulsdorf in Bersin-Kaulsdorf, Wilhelmstraße 22; 22a, in der Nacht zum 8. 5. auf S e l b st a n s ch l u ß b e t r i e b umgestellt wird. Die neue Vermittlungsstelle, die zum Fernsprechamt Ost in Berlin C2, Königstroßc 60, gehört, führt das Rufzeichen „E 0(Null)". KLEINE ANZEIGEN iiiiiiiiiiiiiiiiiMiiiiiiiitiiiiiiiiiiiiiiiiiiniiiiinmiiimiiiiiiiiiiiiiuimiiiiitiiiiiiniiiiiiiiiiiiiiiimHiiiiiminifiiiiiiiiiiiimittiii Preise: üPerschrlftswort 20 Pfennig, Textwort 10 Pfennig Wiederholungsrobott: 5 mal 5%, 8 mal 7*/?%» 12 mal 10%, oder 1000 Worte Abschluß 10%, 2000 Worte 15%, 4000 Worte 20%. Annahme durch den Verlag, lindenstroße 3('/; 9 bis 5 Uhr),»amtliche Vorwärts-Filialen und-Ausgabestellen, sowie alle Annoncen-Expeditionen | nainnascmner] | uemauie ] Linoleum SsiUot, Ztolonie- ftraßc 9. KieidungssiüCKB. wasche usw. 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Alcxanderstr. 23. hat als eine der ersten Fabriken Berlins einen Weg gc« zeigt, wie diese Arbeitcrentlassungcn vermieden werden können. Um die Pansen auszufüllen, hatte sich diese Fabrik entschlossen, ihre Erzeugnisic direkt an den Verbraucher zu liefern. Früher lieferte die Fabrik nur an Spezialgeschäfte. Jahr für Jahr gingen Tausende Anzüge und Mäntel nach allen Teilen Teutschlands, und seht unter Ausschaltung des Zwischenhandels direkt an den Berlirauchcr. Ter Riesenerfolg der.Herrenkleiderfabrik Wagner übertraf alle Erwartungen. Tic Fabrik war teilweise mit Arbeit derart überhäuft, daß zahlreiche Neue in» st e l l u n g e n erfolgten, und erwiesen sich di« bisherigen Fabrikräume sogar zu klein. Am 1. April hat die Fabrik neue Räume beziehen müssen. Das Gc» heinruis dieses Erfolges waren nur die billigen Preise für wirkliche Qualitätsware. Ein reinwollener vier« tciliger Sportanzug mit 2 Hosen kostet nur Mk. 35,—. Ein reinwollener StraßcnanPig aus dem jetzt so be» liebten grauen Kammgarn ebcnsalls nur 35.—. In dieser Fabrik kostet der teuerste Anzug auS ganz edlem Material nur 65,— Mark, All« Schichten der Bevölkerung kaufen in der Fabrik, hohe Beamte und Kousleute. wie Arbeiter und Angestellte. Für ganz Aernchhnte gibt es eine Maßabteilung. in welcher Anzüge und Mäntel au-s hochwertigen Maßstoffon mit 2 Anproben zu Einheitspreisen von 50.—. 70.—, Z5,— und 95.— noch Ihren Maßen angefertigt wer« den. Jeder einzelne, ob Gehalts, oder Lohnempfänger. muß mit seinem schwer vordienten Geld rechnen. (v,>ostrtlo gibt«s für Alle nur eine Parole: Wogner, Ale�anderstraße 22. So wüteten die SA.! Reidisbannermann niedergeschlagen und trotzdem angeklagt. Sine Verhandlung vor dem Schosseng er ichl Schoneberg Ueserle Mieder einmal den schlagenden Beweis dafür, wie notwendig es mgr. endlich mit der SA. Schluß zu machen. Die Vorgänge, die zur Erörterung standen, spielten um das berüchtigte nationalsozialistische Verkehrslokal Asrika-Kasino und um ein zweites am Magdeburger Platz. Man sah unter den Zeugen alte Ve- kannte aus dem ktursürstendamm.prozeh. Angeklagt waren der ZZjährige SchlächtergeseU« und frühere SA..Monn Schäfer und ein Reichebannermann. der Zgjährlge Monteur V l e i l. Der Reichsbannerwann war zwar von den Razihenkerstaechtea überfallen, durch sechs Messerstiche verletzt und durch zahlreiche Auhtritte bearbeitet werden: es ergab sich aber trotzdem die wahrhast groteske Tatsache, daß er. der schwer st e Körperverletzungen er- litten hatte, wegen angeblich von ihm versuchter schwerer Körperverletzung und außerdem noch wegen„össentlicher Zusammenrottung' angeklagt worden lvar. Zwar wurde er. sogar aus Antrag des Staatsanwälte», freigesprochen, aber auch der Nazi ging merkwürdigerweise frei aus. Die Verhandlung ergab eine Anzahl beachtenswerter Momente; sie stand bereits einmal im November an. Der Angs- klagte Schassr war ober damals nicht aufzufinden. Unmittelbar am Tage nach den Vorgängen am Magdeburger Platz, am 24. Juni, wurde er vom Afrika-Kafino zur Stabsküche in der chedemannstraße versetzt, später festgenommen und nach seiner Jjaft- ontlassung im Juli verschwand er aus Berlin. Eigentümlicherweise hatte er sich bei seiner Organisation nicht ab- gemeldet. Erst im Februar dieses Jahres konnte er verhaftet werden. Am 23. Juni hatten Reichsbaimerleute im Notionalhof eine Veranstallung. Auf dem Nachhausewegs kam es aus bisher unge- klärten Gründen zu einem Zusammenstoß zwischen Reichsbanner- lsuten und Nationalsozialisten. Der 17jährige Vota aus der chede- mannstraße und zwei unserer Reichsbannerlsute kamen dabei zu Schaden. Unter den Reichsbannerleuten befand sich auch der Monteur Bleil. Er hotte erst vor wenigen Tagen nach vierwöchi- gem Aufenthalt das Krankenhaus oerlassen, tonnte nur sehr langsam gehen, besond sich deshalb am Schluß der aus- r.mandergsrijsenen Kette der Reichsbannerleute und in Begleitung des Sstjährigen Sanitäter» Löwenhagen. Als dieser austreten mußt«, setzt« sich Bleil auf«ine Lank am Mrgdsburger Platz. Etwa ein Trupp von 8 bis Ist Nationalsozialisten lief an ihm vorüber. Er erhob sich von der Bank, machte ein paar Schritte, im nächsten Augenblick fuhren vier Taxis Herair, etwa 15 Nationalsozialisten stürmten aus den Wagen, stürzten«ruf ihn zu, verfehlen ihm mehrere Messerstiche in die Brüsk, schlugen ihn mit Fäusten gegen den Kopf, u siel zu Boden, einer von den Nationalsozialisten rief: er hat genug. Bleil schleppte sich bis zur Markchatls, ließ sich auf einer Bank nieder, ein zweiter Trupp fiel über ihn her, trat ihn mit Füßen, später bearbeitete ihn noch ein dritter Trupp. Auch der Reichsbannermann Z o ch e r, der auf seinem Rade vom Nationalhos kam, wurde von etwa 2st Nationalsozialisten mit dem Ruf:„Das ist auch noch so einer!" vom Rade gerissen, mit Fuß- tritten derart bearbeitet, daß er eine Nierenquetschung und eine Ber- letzung der Wirbelsäule davontrug. Auch er mußte ins Krankenhaus eingeliefert werden Einer von den verletzten Natwnalsozialisten, der noch vor Bleil ins Krankenhaus eingeliefert worden war, und ein Nationalsozialist, der den ersteren ins Krankenhaus gebracht Hai und dort Bleil gesehen haben, wollten in ihm den Messerstecher wiedere- kennen bzw. soll er sich unter den Reichsbannerleuten befunden haben, die am Zu- sammenstoß teilgenommen haben. Bleil bestritt das init aller Eni- schiedenheit. er erklärte, ein Messer überhaupt nie zu tragen und an dem fraglichen Tage noch viel zu schwach gewesen zu sein, um an derartigen Vorgängen teilnehmen zu können. Er habe vom Zu- sammenstoß überhaupt nichts gesehen. Löwenhogen bestätigte Blcils Aussagen. Der angeklagte Nationalsozialist Schäfer wollte an dem Abend. dem 23. Juni, schon um Ist Uhr zu Bett gegangen sein. Er habe erst später von der ganzen Sache erfahren. Der Reichsbannermann Marx erkannte aber in Schäfer einen der Angreifer, denen Zocher zum Opfer gefallen ist. Die nalionalsozialistischen Zeugen, unter ihnen auch der vom Kurfürstendamm-Prozeß her bekannte Kosmol, bestätigten Schäfers Angabe, daß er zur fraglichen Zeit geschlafen habe. Technik und Sprache. Für einen großen Teil des deutschen Volkes find technische Begriffe böhmische Dörfer. Das hat seinen Grund darin, daß neben der von allen verstandenen Umgangssprache Jachsprachen entstanden sind, deren Wortschatz sich von Tag zu Tag erweitert Die letzte chauptoersammlung des Deutschen Verbände» Technisch-Wissenschaft- sicher Vereine war daher mit Recht den Problemen gewidmet, die sich aus der Entwicklung der Technik auf die Sprach« ergeben. In sechs Kurzvorträgen gaben bekannte Sprachforscher und Ingenieur« ihre Ansichten oder Ergebnisse ihrer Forschungsarbeiten bekannt. Der Forschung, die mit anderen Ländern im Gedankenaustausch steht, wurde allgemein das Recht zugebilligt, neben dem deutschen Sprachgut auch Fremdwörter zu benutzen. Dagegen wurde gefor- oert, daß olle Worte, die sich auf die Herstellung technischer Erzeug- nisse beziehen, dem deutschen Sprachschatz entnommen werden, damit sie sowohl von den Arbeitern wie auch von den Käufern leicht ver- standen und gesprochen werden können. Sehr interessante Aue- fuhrungen machte Professor Matsch oß über die Sprach« auf internationalen Kongressen. Er forderte, daß das Englisch« von jedem Techniker beherrscht werden solle, da es sich in der ganzen Welt sowohl als Umgangssprache wie als Hilfvsprach« durchgesetzt habe. Viel Zeit und viele Mißverständnisse, die durch Dolmetscher entständen, würden so vermieden werden. Ein anderer Redner. Dr. W ü st e r, vertrat die Ansicht, daß die am wissenschaftlichen Welt. verkehr teilnebmenden Techniker wenigstens drei Sprachen, Deutsch, Französisch und Englisch, lesen könnten. Trotz der großen Vorzüge des Esperanto, für das Postrat Behrendt mit Wärme eintrat, kann kein Zweifel darüber bestehen, daß die Kenntnis fremder Sprachen immer von Nutzen ist. Der Zsimerlust. den das Erlernen bringt, wird sicherlich von vielen erheblich überschätzt. Die Tagung zeigte, daß auch der Philologe ebensowenig wie di« Allgemsiichsit an den Problemen vorübergehen können, die sich aus der Vesinslussung der Sprache durch die Technik ergeben. den Sonntägen über Kronprinzenalle« bis Dahlem verlängert. Die Straßenbahnlinien 72 und 98 werden bei schönem Wetter an Sonn- und Feiertagen nachmittags vom R e i ch s t a n z l e r p l a tz bis Pichelsdorf durchgeführt. Schießerei in Moabit. Im Kleinen Gssellschaftshaus in der Stromstraße in Moabit kam es gestern abend zu einer Schießerei zwischen Mitgliedern zweier Vereine. Mehrere Verletzte wurden ins Moa- biter Krankenhaus gebracht. Die Bezirtswinterhitse des Bezirks Treptow hat mit dem 31. März 1932 ihre Arbeiten beendsl. Durch die Solidarilät aller Pevölkerungskreise ist es möglich gewesen, die schwere Not dieses Winters wenigstens etwas zu mildern. Insgesamt wurden 26 719 Mark an Ernahrunosgeld verausgabt. Durch die Kleioer- komm« konnten 3900. notleidende Vollsgenosisn mit Bskleidungs- stücken bedacht werden. Ferner würden LebenSmitielpakete in größerer Anzahl verteilt. Eine Anzahl Freitische wurden gleich- ialls zur Verfügung gestellt Schließlich konnte die Vezirkswmter- Hilfe selbst Kohlen zur Perteilung bringen. Die muhselige umfangreiche Arbeit wurde in vorbildlicher Weise durch die Vertreter der in den Ortsausschüssen zusammengeschlossenen Wohlfahrtsverbänd« ausgeführt. Vorträge, Vereine und Versammlungen Reichsbanner„Schwarz- Rot-Gold". S» l ch» t«« st» l l«: ZnUn S. I«. Skbaltianltr. 87-33, Jof 2 St. ssriedrichihai». Freitag. 2D, Wptil, iSIafetiotv«. iWirngsafiono fcn Äsumane,«Subenet cit. 45. ifatiioniff, ÄlatrnMtifl Irnben nech Aufnahm-..«amstaMchaft Iuschir.z 2« llfjn Ml>gl>ib«rv«rsammiu>ta bei Dali. 'fini Mitgbedsbuch kein tziitrit».- abiersbaf" Straßenbahn-Ausflugsverkehr und Fahrploa-Aenderungen. Ab 2 Mai 1932 wird die Straßenbahnlinie 92 Roseneck— Treptow- Graetzstraße, Ecke Boucheltraße, über Graetzstraße, Ptesser Straße bis Essenstraße, Am Ringoahnhof Treptow, verlängert. Vom gleichen Tage an wird auf der Straßenbahnlinie 71 an den Werk- tagen der Verkehr nach W c i ß e n s e e. Rennbahnstraße, um 2H Stunden erweitert, so daß der letzte Wogen ab Südwest- k o r s o nach Weißen see 21.34 Uhr, und ab Weißens«« 21.32 Uhr «statt bisher 19.22 Uhr) führt. Zur Bedienung des Auettugsverkehr» nach Dahlem wird am 1. Mai 1932 die Straßenbahnlinie S7— Pankow, B ü r g« r p a r k. Grunewald, Roseneck— an Detern). Sonntag, 1. Mai, 11 liijc,«antreten Lustgarten, Rednerttibiint Deutscher Arbeiter- Sängerbund, Gau Berlin. Geschäslsstelle: P. Schneider, Berlin NO. SS, hufelandstr. 31. Beet«»«» Säuge«Hot. Uebiutgtfmnb«»ä0t beut« au». Am«Sonntag Kezinn der Maiieier um Ni Uhr. Nschile UebunaMtunde CTenstna, — aKinBttcho« 8«tb«iuä»Ietn, Siemen-stobt. Sonntcg, 1. Mai, r■'•"■[Si m M a.....- Mai. Achtung! t,-----—___..— WWWW>MMW>M «Schule Danziger Str. 23, sondern Uhr im«Baalbau Fried tichsdain statt sSeneralprode). Am Sonntag, dem 1. Mai, Mitmirtung bei der■jitaifetcr im Saarbau Friedrichehasn. Anfang 17»Hr. Cr'cheinen aller öangcäbtüdct ist Pflicht.■ 3 Noeg teodi'che« Orchester, ffiuigent«brich idutzett. UeDunoMtunben jeden Freitag von X\j tu 22id Uhr im Idealtastno,«Meutftttn. Idrichfeistr. 8. Scichstimb bei Sr« gtbefchahigte», flrwMieilBebaten und«�ezerhittie-, blitbcacn, Oelsouttut Ak Uöllu. tzablabende Montag, 2. Maß,,,■,, ssW Zd im Lokal Aönia. Schudomastr. 4- Kamerad Mehl. Beztrk 13, 14, i,? uttd 17 im Lokal ZLiesenick, Rozatiir. 33—54. Aarnerad Thieme. B-Htck 15� 18, IS unb 20 im Lokal Horn, H-.rmanttftr. ISS. äomerabin Emmsl. TV, To, IS uni< Z1/Z4 im Lokal Lohlzardt, Äeisestr. U..«amerad Aotzlw«,.— tzablabend Dtenstez g. Mai. Pezirk 11 im Lokal»Uldemeister. Sellpiher Str. 104. A�rat.Mahrlein.- Zahlatend» Mittwoch, i. Mai. Bezirk 1 und 2 im L�I Mehl, HlltrechtsU. 81. siimrah'Thieme. BeZlrk 4, S. 6, 7 unb S im£olaI gebier,«BMtt- 14. xaMK- röb iÖlabttärL v3cMtk 114(«SieblURö DammVeg) tm Cofol BaDSNnkel, okfttit-- 'tockitratze. Äamuab Sobel.— H�teodlikbenenversammlunz am Frertag, oein �0. 20 ttt An Ems'Jftftiälci"?, 5>afetiJ)ßtbß IS—-15. Pänla Sekretärin öer Arb�it-LDsohlfahrt. Thsma: G«fangenenfürlsrgK. g Ve. Sorten, Alt.Moaon. Montag. xo ui)z, im vmod, u., jattenftaua 2 Treppen. Timstischs Fachschaftenvensammlung. Referent.? Dr. II U T Cli frf)1I•«. m J-I-_________,___ I_____ ®egent»aöf ausgäbe Sieitag,~6" SRotT öffentliche Versammlung in der Uni. reefuat. Prot. Dr. fiebern:.Autarkie.". Efperauto-Eefellschaft Eharlotieuburg. Morttag, 2. Mai, 20 Uhr, fkonditdrei Wolter, iSharloltcnbutg, Btemarckstr. 114(Knie),.«! lud, immer, Uebunz». und Sonnetfationjabenb. Gäste willkommen. Allgemeine Wetterlage. Nach dem Einbruch kalter Lustmassen, der am Mittwoch wandert« raick, ein Hochdruckgebiet über Deutschland ostwärts weg. Die Wind« drahten daher bald wicker auf südliche Richtungen und die kalten Lustmassen begannen nach Norden abzufließen. Im Westen und Süden des Reiches wurden 18 bis 20 Grad erreicht. Auch im Osten, wo es vorwiegend heiter war. stiegen die Temperaturen infolge kräftiger Sonneneinftrablung auf 13 bis lö Grad. Dem .w.cl-'aickaebist folgen jetzt Ausläufer eines westlich von Island sta- lionären Tiefs nach. Ein Regengebiet hat am Donnerstagnachmittag bereits den äußersten Nordwesten Deutschlands erfaßt. Auch in. unserem BöZir? dürste allmähliche Wetterverschlechterung eintretest. * Weiler für Berlin: Weitere Erwärmung, Bewölkungszunahme mit aufkommender Regen- und Gewitisrnelgung, südöstliche Wind«— Jör veulschlaud: Im Süden und Westen Rsgenfälle, in Mittel- deutschland Gewitterneigung, im Osten heiter, am Tage warm. Strandmoden bei Israel. In dem Maß, wie sich das Sttandlsben in jedem Jahr immer neu entfaltet, geht die Strandmode mit. Badetrikot und Bademantel fmd langst nicht mehr die einzigen Modedinge, um die es geht. Dos Badetrikot selbst ist heute nichts weiter als ein notwendiges Ilebel, das eine Existenzberechligung nur noch im fauchten Element bssitzl. Aus festem Boden gibt es eine vollständig neuartige be- iondere Kleidung, die sich von der Straßsngarderob« fast nur durch die Hos« unterscheidet. Aus Kunstseide, Popeline, Boucle, Panama- Geweben und vielen anderen leichten, farbenfreudigen und keines- wcas allzu teuren Stoffen sieht man Strandanzuge mit flotten Bolerojäckchen, kurzärmeligen Llüschen, Flügelärmel mit breiter Schärpe, geschlitzte Dreiecktücher zur Bluse„geknotet", � bunte ...... fü WM■. MWMW sweatcr und Polohemden. Kappen, Mützen, Hüte, die nur aus e,n«r Krempe bestehen, dazu oas unvermeidliche Halstuch in gestreift, ge- tilpft oder uni Das Strandbild wird in diesem Sommer unbedingt eine festliche Note erhalten: man wird sich bei all der bunten, phan. tostischc» Pracht unwillkürlich auf ein Kostümfest versetzt glauben. Jedenfalls aber wirkten all diese lustigen Verkleidungen, probiert auf schlanken Mädchenleibern, recht amüsant. tzrucitrsie........... Md. 0.12 ttVonan-Patna-Rail--.. Pkd. 0.26 Karteveizengneß Pfd. 0.28 HartgrieQ-Mckkaroni Pfd. 0.39 Eiar'oandnudaln... an Pfd. 0.4Ü Eierflaurennudeln....Pfd. 0.50 Eierradennudeln Pfd. 0 48 V/eizonmehl...... Pfd. 0.22 Erbsen......... an 2 Pfd. 0.29 Linsen........... an Pfd. 0.15 Weiße Bohnen..an 2 Pfd. 0.25 Tafelöl........... on Irr. 0.75 Kirschen............ Pfd. 0.4B Pfirtische........ an Pfd. 0.88 Birnen........... an Pfd. 0.60 Aprikosen...... an Pfd. 0.80 AAischobst....... an Pfd. 0.31 Korinthen.......... Pfd. 0,55 Kaffee........... an Pfd 1.8J Karotten i streif. D«. 0.28 Jg Bredi. u Sebnittb. Vj Ot 0.42 Jg. Erbsen...... 11,0s. 0.68 Jg. Erbsen mitteit.>-, o». 0.74 Jg.trbsenm.iCaron.ii.Os. 0.56 Gem. Gemüse IV>/, p,. 0.83 Erd beeren.......>/, 0». 0.93 Sürattenwaretl. a. St. t), 0». 0.93 künid.-u.BtddeetniatkUtO». 1.00 mESSXBSn maBamammmmi Kalbt-Rollbrqt an Pfd. 0.98 Rinder-Rouladen, pfd. 0.98 Hammelkochfl. an Pf«. 0,88 Schweine-Leber.. Pfd. 0.78 Schv/,.K«mm u. Schuß Pfd. 0,74 Schweine-Bauch, pfd. 0 80 Röckenfett, bmtiert Ptd. 0.46 Portug. ölsard. 5Do$«n 0.85 Port. O.id o Gr.*/4Oub�». 0.45 Portug. Oisard.ikq.D*. 1.75 Div.Pischmar.Vjll L 0,85 Makrelen inTomotonDs. 0.53 Bismarckhör. in Rom. Ds. 0,72 Würstchen 3 Paar, Do»« 0.56 Ung. Goulasch ccr. 1 PW. D». 0.75 Italien, o Heringssolat Pfd. 0.83 m Wolgahühner.. an Pt. 0.55 Frische Hühner.«,. pf. 0.70 lange Poulets.. an Pf. 0.9 1 lange Puten.... an Pf. 0.80 iehbläfter...... an Pf. 0,8 t Hirsehblott______ en Pf. 0,58 Russisch. Ganse an Pf. 0.48 n i Kabelj. u. S..I. o. K. an Pfd. 0.10 Kabeljaufilet. an Pfd. 0.15 Bratschollen..... 3 Pfd 0.32 Dorsch........... 2 Pfd. 0.25 LebendeAale. an Pfd. 0,98 Leb. Karpfen.. an Pfd. 0.68 Fettböcklinge.. an Pfd. 0.28 Sprotten ea. 1 Pfd.-icist« 0.20 Seelachs g.räudisn Ptd. 0.34 Jagdwurst........ Ptd. 0.75 Speck mag 0.82, l«n Pfd. 0.58 Flodt- u. CervBiotn-unt Pfd. 0,19 Schinlcenspeck... ptd. 1.10 Nußschinken..... Pfd. 1.33 £«d«in-.nw. In Peitdarm Ptd. 1,35 Sahlnic.n, gekocht stPtd. L,53 Harzer Köio Ca- 1 Pfd. Pak. 0,28 Prübcfädcilu. Ro.leca.i Pfd. 0.26 Vollf. Cam.mbert 2Schdit. 0.35 Tilsiter ohn.Rd. 20% Pfd. 0,54 Limburg 20'S.rfd.0.33.40� 0.68 Steinbuscher vollf. Ptd. 0.68 Holländer 40a...Pfd. 0.62 Edctmer 20£...... Pfd. 0,54 ßayr. Sdtwelz, vollf. an Pfd. 0.95 Rohschmalr........ Pfd. 0,38 Griebenschmoli. Pfd. 1.46 Morga1 ine.Cocosietf 3 Pfd. 0.8a landbu'ter........ Pfd. 1.16 lafelbut'er....... Ptd. 1.34 Markenbutter... Ptd. 1.40 lr. rumänisch Ei.raniOStak. 1.52 Kirsch. u.Aprik.>M. 2 Pfd.•£. 1.00 Johb.'U.rßaum.M.lPfd.-E. 1-00 Apfel. u.Erdb.M. 2 Ptd.-E- 0,f8 Apfel-Marmel. 2 Ptd.-E. 0.73 Vi.rfru«di*.Marm.... Eimer 0.56 Htmb.-u. Erdb.-Morm. Glas 0.63 Kirsch u.PRaum.'fParm. Gl. 0.46 Apfel-Gelee...... Clec 0.50 Himb.- u.Ei ab.Gelee Glas 0,96 OBST UND GEMÜSE I: offa-Orangeiv.3 Pfd C.83 aföl-Äofel...... 3 Pfd. t.9 Bananen...... an 3 Pfd. C.S5 Zitronen....... an Dtxd. C.3' Salot......... 2 Köp« C.25 >pinat.......... 3 Pfd. f. 28 Malta Kartoffe!n3 Pfd. 0.33 Frkft.Apfftlwftin 10L.3.tO,L 0,40 Bowlenwein iol.5.30,l. 0.53 �ds�o. Rhein iv. iOL5.50,L. 0,60 N:ersteiner..101.8.00,1 0.95 lieb raumi ch..10 L 1,10 Tarrag�V/crmuMOl S/C.l, 1.00 Samos.Molaga 101. 10.50,1. 1.10 Htidelbearwein 10 L. 7.00.1. 0.75 Johannisbeenv 10L8.50rL, O.o8 Himbesr-od. Kirschsaft Itr. 1f40 31«r Nitteler mit Fi..... 0.58 SO.Clüsser Kömpsbg. m.FI. 0.75 31«rSt. Martiner Barg m.FI. f ,80 31erZftltg Stephansl m.FI 0,85 31erMesen Königsbg.m Fl. 0.35 Obstschaumw m.S.u Fl. 1.25 1.00 hftnry-Ecke Traubens m.�I. 2.75 28*rMedoc______ m.FI. 1 20 26»r Hau Sauternes.m.FI. 1.75 Bestallunsen über 5 Mark unter f 6 B a• r w a I d 0012 werden prompt erledigt � Mengenabgabe vorbehalton In den Dachhallen spielen die Kapallen Elim Schachmeister und Juan llossos S Im Erfrischungsraum III. Stock die KapoSle Fabri M�wttteinTrirrBn■■ Mi W �■■■usw.fimiiiiM.Mi*!«. Nr. 200* 49. Jahrgang 2. Beilage des Vorwärts Freitag, 29. April 1932 Fiasko des Lohnabbaus. Lohnsenkung erhöht Ltnkosten und Arbeitslosigkeit. Unter dem Eindruck einer geschickten Propaganda, die in der Hauptsache van der Groß- und Schwerindustrie bezahlt wurde, konnte sich, vor allem in, Jahre 1931, ein beisplelloser Lohnabbau durchsetzen. Der Bevölkerung wurde der Lohnabbau durch dos Versprechen schmackhaft gemacht, durch Unkostenoerminderung die Preise zu verbilligen. Die Preisverbilligung aber sollte Arbeit schassen. Die Wirkungen dieser Politik, die mit Hilfe der noiional- sozialistischen Partei verwirklicht werden konnte, zeigen sich auf unseren Arbcitsmarktcn Die Zahl der Arbeitslosen stieg trotz Lohnabbaus. Man must sich über die inneren Zusammen- hänge einmal klar werden. Einen interessanten Beitrag dazu liefert die Forschungsstelle für den Handel in Berlin, ein Unter- nehmen, das von Handelskreisen gegründet ist und den Interessen des Handels dient. Nach der Bcrösfentlichung der Forschungsstelle sind die Umsätze, eben eine Folge des Lohnabbaus und der per- ringcrten Kaufkraft, weit stärker gefallen als die Unkosten. Die Einheit der Ware mutz dcmzusolge nach dem Lohnabbau stärker mit Unkosten belastet sein als früher. Umsätze und Kasten im.Einzelhandel Umsätze Kosten Kosten in Proz. vom Umsatz 1931 in Proz. von 1929 1930 INI Vertilkoufhäuser... 80,3 92,3 29,6 31,7 Schuhe...... 78,3 92,4 23,3 24,2 Glos, Porzellan und Hausrat..... 72,5 90,7 33,5 37,6 Eisenwaren..... 72,5 93,6 26,5 30,0 Die beiden letzten Spalten beweisen, datz die völlig verschicdenz Entwicklung der Umsätze und der Kosten die Kosten pro Einheit der Ware steigert, die Ware also verteuert. Der Lohnabbau hat also nicht zu einer Warenvcrbilligung geführt, sondern zu einer Warenverteucrung. Soweit«ine Verminderung der Kosteir, als Ganzes gesehen. erzielt werden konnte, geschah dos zu Lasten der Löhne und der Gehälter, des Personals. Ihier spielen neben Gehaltskürzungen und Kurzarbeit vor allem wohl Entlassungen eine Nolle. Vielfach geht die so erzielt« Einsparung bei den Personolkosten weit über die Einsparung bei den Tesaintkostei, hinaus. Aufgehoben wird aber die weitgehende Einiparung bei den Personolkosten, also b«i Löhnen, Gehältern usw. durch andere Unkosten, die nicht«nt- sprechend gesenkt miirde» bzw. gesenkt werden konnten. Entwicklung der einzelnen Kostsenarten WZt im Vcrhöllniz zu 1930 Ötfomttoflcn Personalkosten Miete Textilkaushäuser..... 91,9 87,5 94,6 98,3 Eisenwaren, Gruppe Herde, Oesen........ 93,8 91,7 96,0 96,4 Glas, Porzellan, u. Hausrot 92,0 89,0 94,0 95,1 Diese Zahlen des Forschiingsmstiti'ts geben, obwohl sie dos von uns Gesagte unterstreichen, die Lcrhältnissc noch nicht richtig wieder. In den Personalkosten des Forschungsinstituts steckt nämlich noch der„U nternehmcrloh n". Die Einsparungen bei den Personalkosten sind also viel weiter getrieben worden alz die Zahlen zeigen. Andererseits ist die A r b e i t s l e i st u n g der be- schästigten Personen gestiegen. Belegschaft, Leistung und Kosten 1931 im Berhätmi« zu 1939 Umlak SunecnzaW je beschaiiigle je deiäzäitigie Personal- Person Person kosten Pefckiiistioss Personen Tertilkaufhäuser.... 93,0 Schuhe........ 95,8 Eisenwaren...... 83,6 Glos, Porzellan, Hausrot 87,2 91.4 90.9 89,0 92 2 108.7 100,2 105,9 108,0 87,5 96,7 94,3 89,0 Durchweg ergibt sich folgendes Bild: bei starkem Beiegschafts- abbau sank der Umsatz: die Kundenzohl aber steigt, da die Kund- schaft weniger bzw. billigere Qualitäten kauft, was auf eine Steige- rung der Arbeitsleistui'g pro Kopf hinausläuft. Die Zahlen geben in sellener veutlichkeil wieder, datz durch Lobnobbau eine Warenverbilligung und Ankurbelung der Arbeiismärkle nicht erreicht werden kann, wer etwas anderes behaupte«, behauptet etwas Falsches. Oos Unkosten. Problem Ist in der modernen Wirtschaft so stark mit dem Umsah verknüpf«, datz durch Lohnabbau keine worcnver- billigung erreicht werden kann. Umsahsteizerung heitzl waren- vcrbilligung. Die Zusammenhänge, die sich aus den Zahlen der Forjchungs- stelle ergeben, sind leider infolge der Krise stark getrübt morden. Im Grunde genommen sind diese Zahlen ein Beweis für die Kaufkrafttheorie der Gewerkschaften. Metunrecht an den Arbeitslosen. Heranziehung der Gteuergewinne zur Senkung der Mieien. Die am 1. April 1932 eingetretene Scnlmig der Hauszins- steuer auf 80 Proz. war den Hauseigentümern sehr willkommen. Für die Mieter, besonders Arbeitslose und Wöhlsahrtsempfänger, war sie sehr schmerzliä). Bedeutet sie doch für diese eine ent- sprechende Äst r z u n g des bisher gewährten 5) aus- Zinssteuererlasses und damit cuie Erhöhung der Miete. Die am 1. Januar 1932 eingetretene zehnprozentige Mietsenkung ist so für die Aermsten unter den Mietern zum grotzen Teil wieder aufgehoben worden. Vom sozialen Standpunkt ist im„Vorwärts" die Frage bereits ansgcworfcn worden, datz diese Mieterhöhung i» der gegenwärtigen Zeit der größten Wlrtschoftsnot unbedingt ver- mieden werden mutz. Unwillkürlich wird der Gedanke an die Steuergewinne wieder wach, die die Hauseigentümer schon fest Bestehen der gesetzlichen Mietregclung ohnehin aus der Miete erzielen und die allein in Preuhcn weit mehr als 100 Millionen Mark ausmachen. Diese Sieuergeminnc der Hauseigentümer haben oft schon die wielerschast beschäftigt, waren des öfteren Gegenstand par- lamcntorischcr Erörterungen und gellen mit Recht als unverdient. Sie sind nur die Folge der gefefflichen Konstruktion der Borschristen über die gesetzliche Miete und lammen auf folgende Weise zustande: Die gesetzliche Miete setzt sich aus einem festen Teil und einem Umlageteik zusammen. Der feste Teil, der vor der am 1. Januar 1932 eingetretenen zehnprozentigen Mictsenkung 121 Proz. der Friedensmicte betragen Hot, enthält die meisten ouf dem Grund- stück lastenden Steuern, und zwar die Hauszinssteuer mit 48 Proz., die staatliche Grundvermögenssteuer mit 4 Proz. und die ersten 100 Proz. der Gemeindezuschlägc zur Grundvermögenssteuer mit 4 Proz., zusammen also mit 56 Proz. Der Umlage teil der gesetzlichen Miete bezieht sich bei gewöhnlichen Miethäusern(d. h. ohne Zentralheizung, Warmwasserversorgung) nur auf die weiteren für das Grundstück zu entrichtenden Grundvermögenssteuern. Mit dem Umlogeteil der gesetzlichen Miete kann der Hauseigentümer nun fein Geschäft machen, weil er hier nur diejenigen Stcuerbetroge von dem Mieter erhält, die er tatsächlich an die Steuerstelle abführt. Bei den Steuern, die in den festen Teil der gesetzlichen Mict: ein- gerechnet sind, ist dos aber anders. Bei der Bemessung der 48 Proz. Hauszinssteucr(= das Zwölssachc der Grundvcrmögenssteucr) und von je 4 Proz. für die staatliche und gemeindliche Grundvermögensstcuer ist nämlich von dem Fall ausgegangen, in dem die Grundvermögensstcuer tat- sächlich 4 Proz. der Friedensmicte ausmacht. Nun wird aber die Grundvermögens st euer gar nicht nach der Friedensmicte erhoben, sondern noch einem Steuer- satz non jährlich 2,4 vom Tausend des Borkriegswertes der Häuser. Die Grundocrmögenssteuer beträgt aber nur dann 4 Proz. der Friedensmiete, wenn diese 6 Proz. des'Borkriegswertss beträgt. Ucbcrall dort aber, wo eine höhere Hausrente als 6 Proz. vorlag, ist die G r u n d o e r m ö g c n s st e u e r niedriger als 4 Proz. der Friedensmiete. Und zwar be- trägt sie bei einer 7prozentigen Hausrente nur 3,4 Proz., bei einer 8prozentigen nur 3,0 Proz. und bei einer Oprozentigen Hausrente nur 2,7 Proz. ?n ollen diesen Fällen zahlt also der Mieter in dem festen Teil der geschlichen Miete einen höheren Betrog an den Vermieter, als dieser an die Ktenerstelle abzuführen hat. Diese»nver- dienten Steuergewinne sind um so grohcr, je höher die ver- zinsung der Häuser aus den Nieten gewesen ist. . Die Rente der Mietwohnhäuser in den(Brotzstädten log nun fast durchweg über 6 Proz.: sie ist gerode in den Mictkasernen, in döbcn Klein- und K le l n st w o h n u n g en entholten sind, am h ö ch st e n gewesen. In Berlin z. B. hoben sich solche Mietwohn- Häuser durchschnitllich mit 8 Proz. verzinst. Di« Hause igen- tum er haben also hier von den Mietern für Steuern 56 Proz. der Friedensmicte erhalten, während sie nur 4 2 Proz., also 14 Proz. der Friedensmicte weniger, an Steuern zu ent- richten gehabt haben. Infolge der om 1. April 1932 ein- getretenen Senkung der Hauszinsstcuer aus 80 Proz. reduzieren sich die in der Miete enchaltenc Steucreinnahme aus 46,4 Proz und die Steucrausgabe auf 34,8 Proz.: als Steucrgewinn bleiben aber auch heute noch 11,6 Proz. der Friedensmicte. So errechnen sich tatsächlich enorme Steuergewinne, die dem Staat verloren gehen. Wenn man nun weiter bedenkt, datz die Inhaber dieser Klein- und Klcinftwohiiungcn zum größten Teil Arbeitslose und in der Wohlsahrtspslogo Empfänger von öffentlichen Wohlfahrtsunter- stützungen sind, so werden diese Steuergewinne und die Bcnach- teiligung der ärmsten Mieter zu einem Skandal. Es drängt sich mit vollem Recht die Frage auf, ob diese unverdienten Steuer- gewinne den Hauseigentümern ouf Kosten der ärmsten der Mieter weiterhin zu belassen sind. Der Einwand, datz diesen Mietern schon der Haupttcil der Steuern, nämlich die ouf ihre Wohnung ent- fallende Hauszinssteucr. erlassen werde, und daß deswegen ein Steuergewinn für den Hauseigentümer nicht vorliege, ist nicht stich- haltig. Dem Mieter kann von der Stcuerverwaltung nämlich nur der tatsächlich abzuführende Hauszinssteuerbetrag erlassen werden. Den eigentlichen Steuergewinn mutz also der Mieter trog de? Steuererlasses noch an den Hauseigentümer zahlen. An einem Beispiel sei die GcsanUwirkung erläutert, wobei die für dos Rechnungsjahr 1931 schon erfolgte Senkung der Hauszinsstcuer um 5 Proz. berücksichtigt ist; In einem Wohnhause mit 8prozentiger Vorkriegsrenie beträgt für eine Wohnung mit einer Friedensmiete van 50 M. die gesetz- Iiche Miete einschließlich der Umlage für die Monats März und April 1932 je 60,19 M. Der Hauszinssteucrerlotz betrug für März 17.10 M., für April infolge der Senkung der Hauszinsstcuer nur 14,40 M. An Miete waren also zu entrichten für März 43,09 M., für April aber 45,79 M. Die Miete für April hat sich also um 2,70 M., d. h. um mehr als 5 Proz. der Friedensmiete c r- höht Der Steucrgewinn des Hauseigentümers beträgt 5,80 M. Würde der Stcuergewinn noch in Abzug gebracht werden, so würde die Miete für April auf 39,99 M. heruntergehen könne». Es würde also gegenüber der Märzmiete im April an Stelle einer 5proz entigen Erhöhung«ine Mictsenkung von 6 Proz. der Friedens miete eintreten. Da- niit wäre nur der Gerechtigkeit Genüge gc- fch e h e n. Der Abzug des Steuergcwinns muß aus sozialen und Wirtschaft- lichen Gründen gefordert werden. Die bedürftigen Mieter an öffentliche Fürsorgestellen zu verweisen, damit mit deren Hllse den Hauseigentümern die unverdienten Steuergewinne gezahlt werden können, sollten selbst die Hauseigentümer zu fordern nicht die Stirn haben. Die gesetzliche Regelung dieser Fraa«, die so schnell wie möglich durchzuführen ist, wäre sehr einfach. Es bedarf nur der gesetzlichen Anordnung, datz die gesetzlich« Miete zu kürzen ist um den Betrag, um den die für die Wohmmg tatsächlich zu entrichtenden Steuern (Hauszinssteucr, staatliche Grzindvcrmögenssteuer und die ersten 100 Proz. der gemeindlichen Zuschläge zur Grundvermögensstcuer) hinter' 46,4 Proz. der Friedensmicte zurückbleiben. Eine solche Regelung würde auch bei ihrer praktischen Durchführung nicht auf Schwierigkeiten stoßen, weil für die Berechnung des genannten Stcueranteils das gleiche Umrechnungsverhältnis zu verwenden märe, das schon bisher zur Percchiiung des Umlageteils der ge- sctzlichcn Miete für jede Wohnung hat festgestellt werden müssen. Schuldenfreie Schuckert-Bilanz. Die Gründe für die Dividendeneinstellung. Die S ch u ck e r t u. Co. A.- G. in Nürnberg, die im Bor- jähr noch eine Dividende von 11 Proz. zohlte, hat, wie wir bereits berichteten, für das am 31. März abgeschlossene Gcschästsjahr 1931/32 die Dividendenzahlung eingestellt. In dem jetzt verössentlichten Geschäftsbericht werden die Gründe für diese Maßnahme näher erläutert. Entscheidend beeinflußt wurde danach das Gewinncrgclmis bei Schlickert u. Eo. durch den Divi- deudenaussall bei der wichtigsten Beteiligung, der Siemens- S ch u ck e r t- W c r k e 21.- G., Berlin, die 60 Millionen Mark be- trägt. Hiii.pi kommt, daß größere Flüssigkeitsrc scrven der Gesellschast, die in Rcichsichuldbuchfordcrungcn angelegt und zur Verwertung für die Rückzahlung eigener Schuldverschreibungen zum 2. Januar d. I. gedacht waren, injolge des Kursverfalls f e st- gefroren waren, so datz die 3,26 Mill. Mark Schuldverschreibungen Ansang Januar aus eigenen Bankguthaben zurück» gezahlt werden mutzten. Tvtzerdem waren einige Millionen Gut- haben bei besreundeien Gesellschaften und bei außenstehenden Schuldnern gleichfalls seftgesroren. Diese Ereignisse haben die Verwaltung in dem Entschluß bestärkt, die Dividend« aussallen zu lassen. Durch die Rückzahlung der Schuldverschreibungen hat das Unter- nehmen bis auf einen kleinen Rest sowohl seine inländischen wie aus- ländischen Kreditvcrps.lichtungen getilgt. Die 4,4 M'l- lionen Kreditoren, die in der Bilanz- noch ausgewiesen merdfn, entfallen mit 1,05 Millionen Mark aus ein zinsfreies Konto für Bor- zugsattien der Gelsenlirchener Bcrgbau-A.-G., ferner auf Guthaben von Tochtergesellschaften, Spareinlagen und Steuerrückstände. B'- teiligungen und Wertpapiere, deren Nennwert im Geschäftsbericht mit 35 Millionen Morl angegeben wird, stehen mst nur 16,3 Ml, lionen Mark zu Buche, so daß trotz des Kursversalles infolge dieser vorsichtigen Bewertung nur eine Kursabschreibung von 170000 M. notwendig ist.— Der Reingewinn von 2 Millionen Morl wird aus neue Iohresrechimng vorgetragen. Hannoversche Bodenkredit-Bank. Weitere Ausschüttung aus der Aufwertungsmaffe geplant. Kein Tteugefchäst. Aus der Generolnersammlimg der der Arbeiterbouk nahestehen- den Hannoverschen B o d e n k r c d i t- B a n k, Hildes« heim-Berlin, wurde mitgeteilt, datz im laufenden Jahre neue Geschäfte wegen der schlechten Verfassung des Kapital- und des Grundstücksmarktcs und infolge der Auswirkungen der Notvcrord- nunz k a u m abgeschlossen wurden. Aus der Psandbriesterlungsmajse wird man in Kürze zur Aus- wertunz der Pavierinork-Piandbriese weitere 6,5 Prozent ausschütten, zum- Teil in.LiguidatwNs-Gökdpsandbriesen, zum Teil in bar. Bisher sind bereits 4 0 Prozent ausgeschüttet worden. ein Satz, mit dem die Hannoversche Boden unter allen Hypotheken- banken Deutschlands an der Spitze steht. In den A u f f i ch t s r a t wurden fünf Herren neugcwätstt, dar- unter die Direktoren der Preußischen Zentralgenosjciischaftskajse Albersmann und Posfel und der Direktor der Dresdner Bank G o c tz. � Auskehr bei den Hypothekenbanken. Deutsche Genossenschastshypothekenbonk schließt den Bilanzreigen. Als letztes Unternehmen von den größeren Kiypothekcnbonken veröffentlicht jetzt die Deutsche Genosscnschaftshypothekenbnnt A.-G. Berlin Jahresabschluß und Geschäftsbericht für 1931. Die Kundschaft dieses Institutes, dessen Kapital sich in den Händen der Preußen- lasse befindet, setzt sich hauptsächlich aus dem kleineren Haus- und Grundbesitz zusammen, sowie aus den Kreisen, die chrcn Betriebs- kredit in erster Linie bei K r e d i t g c n o s s c n s ch a s t c n decken. Der Geschöstsgcwinn des Unternehmens liegt mit 414 847 M. nicht erheblich unter dem Ergebnis des Vorjahres. Die Verwaltung hat jedoch aus Gründen der Vorsicht rückständige Zinsen in Höhe von 127424 M., sowie kleinere Effcktenverlustc vorweg abgeschrieben, ferner eine neue Reserve für zweiselhajtc Forderungen in Hob« von 100 000 M. gebildet, so datz der ausgewiesene R e i n ge w i nn sich damit aus 187 422 M. er- mäßigt. Zluf eine Dividendenzahlung wird infolge der unsicheren Lage verzichtet. Im Berichtsjahr setzte das linternehmen 6,05 Millionen eigen« Schuldverschreibungen ab. so datz sich einschließlich der Rückflüsse eine Erhöhung des Gesamtumlauses um 1,70 auf insgesamt 27,5 Millionen Mark ergibt. Der Bestand an Äomiminaldarlehen ist gegenüber Ende 1930 von 9,23 aus 8,68 Millionen gesunken. Auch der H n p o t h c k e n b c st a n d des Unternehmens verringerte sich von 37,8 auf 36,4 Millionen, da in einer Reihe von Fällen Hypo- thekenfchuldner mit Hilfe der Amerika-Anleihen der Rentcnbonk- Kreditanstalt die Möglichkeit wahrnahmen, Hypotheken in Schuld- ocrschreibungcn zurückzuzahlen, um durch die Kursgewinn« eine teilweise Entschuldung herbeizuführen. Die Zins- rückständc erreichten über 127 400 M. und haben sich damit gegen 1930 vervierfacht. Mit rund 3,6 Proz. des Zinsen-Soll- einganges halten sich die Rückstände aber in sehr crträg- lichen Grenzen. Zduna und„Custodia" Die Jduna-Germania-Versicherungsgesellschoit legt Wert aus die Feststellung, datz die E u st o d i A.- G. und die R e 1 g a- A.- G. nur Privargesellschasten des ausgeschiedenen Generaldirektors Klein gewesen seien und mst den Versicherungsgesellschaften des Konzerns nicht in geschäftlichen Beziehungen standen. Damit entfallen auch die— durch das Eingreifen des Reichsversicherungsamts übrigens hinfällig gewordenen— Schlußfolgerungen. Dos rheinisch-weslfölische kohlensyndikal gibt seinen Absatz für das Jahr 1931/32(non April 1931 bis End« März 1932) mst 53,68 Millionen Tonnen an. Davon entfallen 26,75 Millionen Tonnen auf das unbestrittene Gebiet und 26,95 Millionen Tomv» auf das bestrittene Gebiet. Sonntag bekennen wir! Die gemeinsame Maifeier der Partei und der Gewerkschaften ist nicht nur der Ausdruck der inneren Verbundenheit, der Uebereinstimmung in den Forderungen des Tages und dem Ziel zur Ueber- windung des Massenelends. Die Maifeier am Sonntag soll allen, die mit uns sind. Gelegenheit geben, den Feinden der Arbeiterklasse und des Sozialismus augenfällig zu zeigen, daß wir zusammenstehen, daß die Gewerkschaften und die Sozialdemokratische Partei eine durch ihre Größe und Geschlossenheit unüberwindliche Macht sind. Am Sonntag wird den Kleinbürgern, die einer Massenpsychose erlegen sind, den Proletariern, die an der siegreichen Kraft der Arbeiterklasse verzweifelten, den reaktionären Großbürgern, die den Betrug mit einem angeblich nationalen Sozialismus finanzierten, allen wird sinnfällig demonstriert werden, daß nur mit uns die Massen sind, die sich ihrer Rechte und Pflichten, ihrer Aufgaben und Ziele bewußt sind. Am Sonntag werden im Lustgarten die Hunderttausende sein, die in Berlin sich mit letzter Entschlossenheit dem Faschismus entgegengestellt haben. Am Sonntag im Lustgarten wird der ganzen Welt gezeigt werden, daß die deutsche Arbeiterschaft den Frieden will und auch fest entschlossen ist, diesen Willen durchzusetzen. Die öffentliche Abstimmung an diesem Maisonntag muß allen zeigen, daß wir den Mut haben, für unsere Lieberzeugung einzustehen. Die Mitglieder der Gewerkschaften und der Partei werden mit wehenden Fahnen, Schulter an Schulter durch die Straßen Berlins ziehen und werden sich im Lustgarten vereinen mit allen, die für den demokratischen internationalen Sozialismus sind. Die Kundgebung muß in ihrer Wucht und Geschlossenheit in diesen entscheidenden Stunden den Beweis erbringen, daß die sozialistisch denkende Arbeiterschaft entschlossen ist, die demokratische Republik zu schützen und sie auszubauen zur sozialen Republik. Das ist das Bekenntnis und das Gelübde, das wir alle am Sonntag ablegen werden. ] Em kommunistisches Traumland. Oie Gewerbeaufsichtsbkhöröe sollte es sich einmol ansehe«. Wie im„Vorwärts" schon mitgeteilt wurde, war am Dienstag «ine RGO.- Kolonne auf der Baustelle der Firma Pizilipp cholzmann in chohenschöndausen angerückt, um die dortig- Bc- l«gschast„streikreif" zu machen. Ms die Kolonne mangels üb-'- zeugender Argumeiüe eine Schlägerei mit den auf der Baustell« tätigen Arbeitern anfing, griff schließlich die Polizei ein und machte dieser sonderbaren Herstellung der„roten Einheitsfront" ein Ende. Die RGO. hätte wirklich Veranlassung, sich um andere Ding.' zu kümmern. So wäre es z. B. viel nutzlicher gewesen, dies« RGO.-Kolonne einmal nach dem Vergnügungspark Traumland in Schön holz zu schicken, um die dort beschästig- t«n Zimmerleute, die auf die RGO. schwören und im kam- muniltischen Zimmerervercin organisiert sind, zur Raison zu bringen. Diese Zimmcrleute halten es mit ihrer„revolutionären" Usberzeugung für vereinbar, Tag für T a g m e h r e r e U e b e r- stunden zu machen, damit oer Vergnügungspork ja rechtzeitig eröffnet werden kann. Das Schicksal ihrer arbeitslosen Bc- rufskollegen scheint diesen Helden höchst gleichgültig zu sein. Da die RGO. hier kaum Abhilfe schaffen dürfte, weil sie mit der Bekämpfung der freien Gewerkschaften genug zu tun hat, wäre es sehr ratsam, wenn sich die G e w er b oa u s j i ch t s b c h ö r d e schnellstens um diesen Arbeitszeitskandal kümmern würde. Schon wieder die Brauereien! Unglaubliche Abbauforderungen. Die Berliner Brauereien scheinen in letzter Zeit einen be- sonderen Ehrgeiz darin zu suchen, mit ihren Arbeitern fortwährend im Konflikt zu leben. Kaum ist der Streit wegen der beabsichtigten Durchbrechung der Fünftagewoche für das Fahr- personal beigelegt, steht der Ausbruch eines noch viel ernsteren Kon- fliklcs bcvor. Die Brauereien haben nämlich zu dem von ihnen g-kündigten M a n t e l t a r i f der Brauereiarbeiter Abänderungsanträge gestellt, gegen die alles verblaßt, was sich die Berliner Brauereien bisher erlaubt haben: Das 4 t)- S t u n d e n- A b k o m ni e» soll aus- gehoben und dafür wieder die 48stündige Arbeitswoche tariflich vereinbart werden. Damit würde natürlich auch die Zahlung von U c b e r st n n d e n, soweit sie von den Unternehmern über- Haupt noch zugestaiiden wird, nicht mehr von der 4t. Arbeitsstunde an, sondern erst von der 49. Stunde an crsolgcn. Für das 7. ouren fahrpersonal soll e? überhaupt keine Begrenzung der wöchentlichen Arbeitszeit mehr geben. Etwa geleistete Mebrarbeit soll durch die auch jetzt gewährten Zehrgelder als abgegolten be> trachtet werden. Für einen geringen Teil des Fahrpersonals sollen diese Zehrgelder um l und 2 Pf. je Hektoliter oder Kasten Bier erhöht werden. Die seit Jahrzehnten in den Berliner Brauereien gezahlten Wochen löhne sollen restlos in Stundenlöhne umgewandelt werden, wodurch die Feiertagsbezahlung in Fortfall kommt. Der Zuschlag für U«b erstunden an Wochentagen soll von 2S aus 10 Prvz. gesenkt werden, für Feiertagsarbeit von 40 auf 25 Proz. und für Nachtarbeit von 25 auf 20 Proz. Während bisher nur die Tourentutfcher. die auch mit dem Inkasso bei den Gastwirten betraut sind. Kautionen stellen mußten, verlangt man das jetzt auch von den Mitfahrern. Die Urlaubs- b c st i m m u n g e n sollen ganz erheblich verschlechtert werden. Dem Urlaubsanspruch soll eine längere Dienstzeit als bisher zugrunde liegen, der Winterurlaub soll nicht mehr höher sein als der im Sommer genommene Urlaub, bei Kurzarbeit soll sich der Urlaubs- anspruch ebenfalls verringern usw. Hinzu kommt noch eine ganze Reihe anderer Borschlechterungen, so daß jedenfalls kaum ein Paragraph des Tarifvertrages! übrig bleibt, der nicht zugunsten der Braucreibesitzor revidiert werden soll. Da die Brauerciarbeiter nicht daran denken, derartige Per- schlechterungen ihrer Arbeitsbedingungen widerstandslos hinzunehmen, ist damit zu rechnen, daß es zu einem ernsten Konflikt im Berliner Brauereigewcrbe kommt, wenn die Unternehmer an ihren Forderungen festhalten sollten. Möbsltransporteure kriegen nicht genug Aber die Arbeiter sollen immer weniger lriegen. Seit Jahrzehnten hat das Berliner Möbeltransport- Gewerbe keine so glänzende Konjunktur erlebt wie in diesem Jahr zum ersten Ouartalswcchscl. Den Möbcllranspart- arbeitern ober brachte die Dezember-Rotverordnung einen zehn- prozentigen Lohnabbau. Die Möbelspediteure sind aus den Geschmack gekommen. Der Kündigung des Lohn- t a r i f o s zum 30. April hat der Verein Berliner Mödestranspar- teure unverschämte Abbauforderungen jolgen losten. Die 23 Proz. Lohnabbau seit dem 1. Januar vorigen Jahres sind den Möbelspeditauren noch nicht genug: sie verlangen! einen nochmaligen Abbau dex Wochenlöhne der ständigen! Arbester von 49 auf 44 Mark, also um 10 Proz., und der � Löhne der unständigen Arbeiter von 9,80 Mark aus 7.50 Mark pro Tag, das sind fast 25 Proz. Damit nicht genug. soll«n z. B. die S o ud e r z u s ch l ä g e sür Transporte von Geld- schränken, Flügeln usw. teilweise bis zu 60 Proz. abgebaut wer- den, der U e b« r st u n d« n zu s chsta g gänzlich fortsallen, bei Ueberlandfuhren bedeutend geringere Spesen gezahlt werden alz bisher usw. Obwohl der Tarifvertrag in vielen Punlten sehr verbesserungsbedürftig ist, hat der Gesamtoerband weiter teüi« Gegensordernngen gestellt als die auf Abschaffung der Bezeichnung Trinkgeld für da? tariflich festgelegte sog. W a g c n m e t c r g e l d sowie die klarere Fassung einzelner Tarisbestimmungen zwecks Vermeidung von Streitigkeiten. Daneben war natürlich die Verlängerung des Lohn- tariivcrtrages gefordert worden. Die Verhandlungen sind ergebnislos verlaufen, weil die Unternehmer auch nicht das geringste Entgegenkommen zeigten. Sie verstiegen sich sogar.zu der Zlnkündigung, die Löhne ab 2. Mai entsprechend ihren Wünschen diktatorisch festzusetzen, wenn bis dahin keine Einigung erfolgt sei. Die Möbeispcditcure sind affenbar der Ansicht, mit ihren Ar. beitern jetzt so umspringen-u können, weil dies- während der Um- zu gs zeit einer Slreikparole der RGO. nicht gefolgt ivoren. Di« 1>>GO. ist nicht die Gewcrkschajt. Ein Streikbeschluß des Gejamt» Verbandes würde restlos befolgt werden. Der Schlichtungs- ausschuß wird sich am 30. April mit dem Konflikt befassen. Die Dköbcltronsportarbeiter verlangen, daß jetzt endlich Schluß gcinacht wird mit dem unheilvollen Lohnabbau. Und sie sind auf jeden Fall entschlossen, falls es notwendig sein sollt«, ihrem Der- langen den Nachvruck zu geben, den niemand mißverstehen wird. Die Kehrseite. Vom Bau der E.senhvtten in Rußland. „Sa Jndustriolisozisu" vom 8. April berichtet über die am 5. April abgehaltene Produktionskonferenz der Vertreter der verschiedenen Jndustrienenbauten auf dem Gebiete der Verhüttung von Eisenmetallen. Die Ergebnisse der Bautätigkeit im ersten Vierteljahr 1932 wurden auf der Konferenz als unbesriedi- g e n d gekennzeichnet. Bei den wichtigsten Bauvorhaben war das Bauprogramni des Quartals am 29. März mir in geringem Unsiang durchgeführt: in Magnitogorfk und Tagil zu 40 Proz., in Kriwoj- Roz und Nikopol zu 22 bis 25 Proz. Relaiiv günstig hoben ab- geschnitten die Stahlwerke in Asow mit 70 Proz. und die Kusnczk- Hütten mit 91 Proz. Der Bau von Hartstahlwerken wurde zu 60 Proz. durchgeführt. Ungefähr den gleichen Umfang haste die Bautätigkeit im Bereich der Stahlvercinigung und der Dnfepr- Stahlt,«triebe erreicht. Die Nichtdurchführunz der Baupläne führten die Delegierten auf den Mangel an Baustoffen, die verspätete und u n r e z e l- mäßige Lieferung von Maschfnorie. den Msanzel an Arbvitskräften und die mangelhafte Versorgung der Arbeiter, die ihrerseits zur Abwanderung der Arbeiter führte, zmück. In der Aussprache verwies der Leiter des Hauptamtes der Metallindustrie im Bolkskommisiariot der Schwerindustrie auf die schlechte Arbeitsorganisation, die eine niedrige Arbeits- Produktivität zur Folge habe, auf die geringe Qualität der Arbeitsleistung und die überhöhten Gestehungs- k o st e n der Bauten. Zlber auch die Lage der Arbeiter wurde von ihm als unerfreulich dargestellt:„Es darf nicht weiter ein Zustand geduldet werden", sagte er.„bei dem die Zlrbciter viele Stunden aus das Anstehen nach Lebensmitteln oerwenden müssen, bei dem die Kantinen voller Schmutz sind und das Essen empörend schlecht zubereitet wird." 'Auch über die N i ch t a u s z a h l u n g der fälligen Löhne und Gehälter wird geklagt. Der Zentralrat der Gewerkschaften hat eine besondere Konferenz einberufen, um den Ursachen nachzugehen und bsschlossen, sich an die höchsten Regierungsslellen mit dem Ersuchen zu wenden, gegen die Direktoren der Betriebe vorzugehen, die die Auszahlung der Löhne verzögern. Gegen den Borwurf, daß hier mich die Vertreter des Volkskommissariats für Justiz versagten, wandte Krylenko ein, daß in den ersten drei Monaten des Jahres 1932 in mehr als 300 Fällen gegen Wirtschastsbeamle. die an der Nichtauszahlung der Löhne schuld sein sollen, Strafverfolgung ein- geleitet worden sei. Man soll dann ober den Arbeitcrdelcgatione.i au? Deutschland nichts vormachen und den Lesern der KPD.-Presse keine Zint- Geschichten auftischen. Es ist etwas anderes, in Sowjetrußland 14 Tage oder drei Wochen spazieren zu fahren, oder als Arbeiter dort zu leben. ArbeitskonferenzundAltersverficherung Verhondwng im nächsten Jahr. Genf, 28. April.(Eigenberichl.) Die Vollversammlung der Internationalen Arbeitskonserenz Hot einstimmig beschlossen, die Regelung der Invaliden-. Alters- und Sterbeoersicherung durch ein internatio- noles Abkommen aus die Tagesordnung der nächstjährigen Kon- ferenz zu setzen. Dem vorgeschriebenen Verfahren entsprechend wurde auch ein Fr a g c b o g c n angenommen, der zur Vorberei- tung eines Äonoentionsentwurfes an die Regierungen versendet wird. Nach dem Kouimisfionsbericht soll sich die Versicherung ganz allgemein aus Lohn- und Gehaltsempfänger erstrecke». Der Fragebogen will Auskunst über die Notwendigkeit von S o n d e r a b t o m m e n für die Reichsarbciter und über die obli- gatorische Versicherung sür alle Beschäftigungsgruppen, wobei die Kömmission alle Arbeiter, Angestellten und Lehrlinge in Industrie, � Handel, Transport, Bergbau, Land- und Forftwirtschast, freien Be- rufen sowie alle Heimarbeiter und Hausangestellte vorschlägt. Ferner wurden die Regierungen gefragt, welche eventuellen Ausnahmen bestehen für Einkommen, die eine bestimmte Grenze überschreiten, für Zeitarbeiler mit kurzer Beschäftigungsdauer, für eine bestimmte Altersgrenze zum Eintritt in die Versicherung und für die arbeiten- den Familienmitglieder des Arbeitgebers, die leinen Arbeitsvertrag haben. Endlich enchält der Fragebogen eine ganze Füll« technischer Fragen über die Pension und ihre finanzielle Durchsiihrung sür die Lrganischian und die Stellung der Ausländer. Vor den Schranken des Arbeitsgerichts. Im Jahre 1931 wurden vor dem Berliner'Arbeitsgericht 72 000 Urteilsverfahren anhängig gemocht: 26 000 endeten in Vergleichen, in 11000 Fällen wurden Urteile gesprochen, die übrigen zurückgezogen oder abgewiesen. Der Streitwert be- trug bei den verhandelten Prozessen rund 5 0 Millionen Mark. Diese Zahlen geben einen Uebcrblick über die Bedeutung der Zlrbeitsgerichte, die, wie Wilhelm Lanöa in seinem Vortrag vor dem Mikrophon der Berliner Funkstundc betonte, das Werk der freien Gewerkschaften sind. Sicher befriedigen die erzielten Schiedssprüche die klagenden Parteien nicht immer; doch auch das Arbeitsgericht ist an Paragraphen gebunden, die es wohl auslegen, doch nicht verändern kann. Wenn die Entlassung eines Zlrbeitnehmers vom Betriebsrat als unbillige Härte an- gesehen wurde, die Verhandlungen wegen Rückgängigmachung der Kündigung mit dem Unternehmer aber scheiterten, so kann nur innerhalb von fünf Tagen danach die Klage beim Arbeitsgericht vorgebracht werden; die Einspruchsfrist des Arbeitnehmers gegen die Kündigung beim Beiriebsrat beträgt ebenfalls nur fünf Tage. Bisweilen stellt sich auch heraus, daß der Betriebsrat selber der Entlassung z u g e st i m m t, dann aber trotz- dem die Einspruchsklage oes Betroffenen vor dem Arbeitsgericht ermöglicht hat. Solche Klagen sind aussichtslos, ebenso Ansprüche aus Entschädigung, wenn der Gekündigte selber durch Unterzeichnung einer entsprechenden Erklärung daraus verzichtet hat. Aus solchen und ähnlichen Gründen muß es zu zahlreichen Klage- abweisungen kommen. Bei der graphischen Kammer des Arbeitsgerichts, der der Vor- lragende angehört, wurden 1031 63 Klagen von Arbeitnahmern. 10 von Arbeitgebern vorgebracht. Bei den Klagen der Arbeit- gebcr handelt es sich fast stets um Entlassung oder Ab- segung von Botriebsratsmitgliedern. die nach dem BRG. nur gekündigt werden oürsen, wenn der Betriebsrat seine Zustimmung gibst..... Der Redner hob hervor, daß die Beurteilung, ob es zweckmäßig ist. das Arbeitsgericht anzurufen, dem Betriebsrot oft nur dann möglich ist. wenn ihm alle in Frage kommenden Paragraphen de? BRG. vertraut find. Rur wenn die notwendigen Beweise wirklich erbracht werden können, besteht Aussicht, den Prozeß zu gewinnen. Stellt es sich heraus, daß eine Klage aussichtslos wäre, so sollte von vornherein darauf verzichtet und damit dem Betrasfc- nen wenigstens die Kosten an Zeit und- Norvenkrakt erspart werden. Oer Krefelder Metalltarif verlängert. Der für die Krefclder Metallindustrie abgeschlossene Lohntarif- und Rahmenvertrag, der am 30. April abläuft und bereits am 24. Dezember gekündigt worden war. ist auf unbestimmte Zeit ver- längcrt worden mit der Maßgabe, daß beiderseits unter Einhaltung einer Frist von einem Monat zum Monatsende gekündigt werden kann. Für einen neuen Rahmemarif planen die Unternehmer Ver, schlechterungen. Pflichtarbeiter streiken. Wohlfahrteorwcrbslose werden beschäftigt, damit sie wieder in den Genuß der Arbeitslosenumerstützung kommen. In Bernau soll ein Schuttabladeplatz planiert werden. Da die Wohlsahrtserwerbs- losen„nicht nur schwere Erdarbeiten verrichten, sondern auch noch schwere Loren schieben" sollen—„Rote Fahne"—. verlangen sie tarifliche Bezahlung. Eine Forderung, die an sich berechtigt, aber nicht durchführbar ist, weil die Mittel sohlen, um solche nicht unöe- dingt notwendigen Arbeiten durchzuführen. Der Magistrat hat als Gegemnahnahme die Familien- f p e i s u n g c i n g o st c l l t und das Kinderheim g c- schlössen. Frauen und Kinder können ober sür RGO.-Aktloncn unmöglich bestraft werden. Gewerkschasis-Iugend Berlin MW��SW-NSS Väe iorstr. 9. Der auherordentlichr Kongreß.— oiharlottcnSn-g ".Zugcatcheiur>?prees heim, Schule eooniienhurgsr ütt. Ä». jjtciißtjictriiUut.— Treptow r/Jug «lienftt. II(orn Bahichof Treviowl. Treptow Jeht Kopp.— ZteuiSllii: Jugend. heim Treptowec air. SS. Pl-luderstunde ijber Biichcr.— Hermonnpw»! dugoiu». heim Sanöcrflr. II, CE-J«-hohrechtstraße. Der l. Mai und sein» Bedeutung.—» Cftnj Jugend kirim Frankfurter Ällrr M7 Göne-gllumerK Der l. Mai.— Zepprliuplatzt Juaendhriui Turiner urtke Sceiirosir.?ie Äufaaden der Krimi. nalpviizei.— utciniikcndors.vit! Jugendheim L-ndauer Siragr lBaraktcuI. Martha John liest Satiren und vroterre».— SIdlcrrhos! Jugendheim Adler- ho>. Viswarltstr. l. Der l. Mai.-- Fluahoseni Jugendheim Mariendorfer Leg S». Das lustige Buch.— Die lustige Schallplatte. Iuaenhgrupp« des'�enfralverbondes der Augesiellien Heute, Freitag, splgendc Beranstaltungent Stidmeft! Jugendheim Aor>t. iiraste lt. Augsprncheadend: Di» Beheuinng de» 1. Mai Nil di« Ar. beitervewegung.— Potsdam-Stotpawes! Berussschule Nowawes. üsichgrafstraüe. Acruisluadlicher Uebungsahend. Iis tagt die Botsdam.SIllwawescr Berkauf:. zentralec.n l�mericsnus) ein Gebiet von gut einem Drittel des Nordamerika- Nischen Kontinents. Noch einem älteren Bericht von I. A. Allen bildete der Große Sllavsnsee die nördliche Grenze des Büiellmrdss, das im vuden bis Mexiko reichte. Im?Lesten tamen Bussel bis in die Blue Mountains von Oregon und im Osten gab«S ihrer im Ilebsrfiuß in Pennsyloanien, Virginia. Nord- und Südkarolina und Georgia. Im Inneren bevölkerten sie die Gebiete der heutigen «tasten Ohio, Äcntuckn, Tennessee, Illinois, Indiana und Iowa, ferner Teile von Michigan, Wiscounsin, Minnesota, Idaho, Wyo- ming und das nördliche Nevada. In seiner„chistorii of the American Bison" schreibt Martin 3. Garretjon, daß es etwa G) Millionen Büffel gewesen sein dürften, die einst nomadisierend in den aufge- zahlten Gebieten lebten. Im Herbst bewegte sich das ganze große «ystem der Herden südwärts, um unter günstigeren Bedingungen zu überwintern. Nicht mit Unrecht wird das Verschwinden der Büfsclherden als eine der Folgen des Baues der Eisenbahnlinien durch die großen Ebenen angesehen. Das Abschlachten der Tiere in großer Zahl begann indessen viel früher. Garrctson berichtet, daß Farmer in Pennsylvanien schon 1799 eine wilde Herde von 399 Büffeln, die hilflos im tiefen Schnee steckten, töteten. Z893 wurde dort, wo heute die Stadt Busfalo sich erhebt, der letzte wilde Bison gesehen! er war zugleich der letzte, der östlich der Alleghany Mountains auf- tauchte. Um 1829 gab es östlich des Mississippi mir mehr wenige Versprengte und 1829 wurden die letzten von ihnen in Wiscounsin erlegt. Um so zahlreicher waren sie dafür noch um 1839 im Mittel- westen und Westen. Viele Jahre hindurch bildete Büffelfleisch fast die einzige Nahrung der Siedler, Trapper und„Eovcreci-vragcm"- Reisenden. Tie Ausrottung wird organisiert. Zu Beginn der Sechziger Jahre gestaltete sich der Handel w i t Büffelsellen zu einem bedeutoirden Faktor. Zahlreiche trackivK posts wurden gegründet, die durch den'Ankauf der Häute von weißen Büffeljägern und Indianern enorme Summen vcr- dienten. Besonders entlang des Platle-Flusses entwickelte sich eine rege Geschäftigkeit in dieser Richtung. Zwischen Fort K e a r n y und Julesburg(etwa 399 Kilometer) gab es allein zwölf solcher Handelsniederlassungen und nicht viel weniger aus der Strecke bis Denver. Ein erstklassiges, indianisch gegerbtes Büffelfell, das in den Städten am Missouri S bis 19 Dollars kbstete, wurde, den In- dianern für zwei Pfund des gewöhnlichsten Rohzuckere oder ebenso- vial dos bllligstou Kaffees abgeiwmmen. Zehn Jahre später erreichte das Geschäft Jemen Höhepunkt. Eine Firma m St. Louis kaufte 1871 allein 239999 Büffelhäute inch im darauffolgenden Jahr tonnte man in Ehsyenne ein Lagerhaus der Union Pacific Bahn von fast 199 Meter Länge fehen, das bis unter das Dach mit Büffelhäuten und Fellen angefüllt war. Die Errichtung einer Linie der Union Pacific Eisen- bahn war es. welche die wilden Herden der Büffel in nördliche und südliche teille. Das südliche Büffelland erschloß 1871 eine Linie der Atchinson, Topeka und Santa Fe-Bahn nach Dodge City und es dauerte denn auch weniger als ein Jahr, bis eine Horde von wenigstens S999 Büffeliägern das Gebiet überschwemmte. Bon den Eisenbahngesellschaften sechst wurden„B ü s f e l j a g d- C x p e d i- kionen" oeranstallct und mit schreiender Reklame angepriesen. Diese Abschlachtungsausflüge wurden rasch zu einem beliebten Week- «nd-Bergnügen und es gab, in den Siebziger Jahren kaum einen begüterten„Sporismann". der sich nicht rschmen konnte, soundio viele Büffel geschossen zu haben. Das'Vergnügen der„Büsseljagden" bestand darin, daß Sonderzllge in die Nähe der Weideplätze und Tränken von Büffeln fuhren und die.Läger" dann bequem vom Wagenfenster in die Herden hineinfchossen... Die Äonslruktionslamps der Eisenbahnen hatten ihrerseits großen Bedarf an Lüffelfleisch. Eolonel William F. Cody, der be- kannte und berühmte..Busfalo B i l l", wurde von einer der Ge- iellschafton mit S99 Dollars Monatsgehalt als Jäger angestellt und hatte während eineinhach Jahren täglich zehn bis zwölf frisch erlegte Büffel(nur die Hinterteile) zu liefern. Diese Leistung Cody s war durchaus nichts Besonderes. Ein tüchtiger Büffeljäger konnte vierzig bis sechzig Tiere im Tag abschießen, etwa 2999 in ejner Saison. Es gab Jäger, die noch mehr leisteten. In die Siebziger Jahre reichen auch die ersten, leider gänzlich erfolglosen Bemühungen denkender Menschen zur Erlangung des Verbotes gegen die massenweise Wschlachtung der wilden Büffel zurück. Es wurde eyie Organisation gegründet, die es sich zur Auf- gäbe machte, über dos Treiben der gewissenlosen und beutegierige» Büffeljäger Informationen zu sammeln und sie dem Kongreß vorzulegen. Die in verschiedene Gebiete des Büffcllandes entsendeten Vertreter der Organisation förderten grauenvolle Einzelheiten ans Tageslicht. So wurde von Medicinc Lodgc gemeldet, daß im dortigen Distrikt 219999 wilde Büffel in zwei Mo- naren getötet wurden und daß in der gleichen Zeitspanne in Wichita von einem Händler 63 900 Häute gekauft wurden, während von Amateuren wenigstens ebenso viele Tiere geschossen morden waren, deren Leichname als Fraß für Geier und Wölfe den Boden der Ebenen bedeckten. Einem Bericht aus Dodge City zufolge befanden sich unter der 3999 Köpfe zählenden Einwohnerschaft dieser als Zentrum des Häuiehandeis bekannten Stadt nicht weniger als 3999 Büffeljägec! Die Händler machten sich natürlich die gewaltige Konkurrenz zunutze und drückten die Preise auf ein Minimum. Für tadellos gegerbte Häute wurde I bis 1U Dollar pro Stück bezahlt. Vöffelfleiich(nur die besten Stück») wurde für I Cent pro Pfund verkauft und ganze Lii'selzungen waren für 23 Cents zu haben. Es gab viele Jäger um diese Zeit, welche die Büfsel nur wegen der Zunge, die als Delikatesse galt, schössen. Trotz dieser erschütternden Nachrichten wurde von der Regierung nichts unternommen, um der wüsten Niedermetzelung der Tiers Einhalt zu gebieten. Vom Dezember 1877 bis zum Januar 1878 ereignete sich die letzt« große Äblchlachtung unter den südlichen Herden, wobei mehr als 1 9 9 9 9 0 ä» t« erbeutet wurden. Am Ends des Iahte« 1878 mar es mit der Herrlichkeit der»üditchen Bisonharden endgültig porhsi und nur einige kleine Trupps wurden noch gesichtet, die in wilder Jagd südwärts flohen. 1887 wurden noch nahe Toscana (Texas) 32 wilde Büffel gctölet und 1889 vier in der Umgebung von Busfalo Spring?. Das Schicksal der großen nördlichen Herden weicht kaum von jenem der südlichen ab. Zu Beginn der großen Treibjagd wüteten die Büsfeljäger am ärgsten zu beiden Seiten des V e l l o w- st o n e- F l u s s e s. Der Transport der Häute und Felle wurde hauptsächlich von Dampfbooten auf dem Misiouri besorgt. Wieder waren es die Eisenbahnen, die den Untergang des Präriekönigs be- schleunigten. Eine neue Linie der Northern Pacific machte im Jahre 1889 den Jägern das nördliche Büfclland zugänglich. Das Töten der Tiers wurde womöglich mit noch größerer Begeisterung betrieben, als einige Jahre vorher im Süden, da die Häute der nördlichen Tiere, infolge des kälteren Klimas, besserer Nahrung usw. von besonderer Qualität gewesen sein sollen und darum höher(mit 1 bis 5 Dollars pro Stück) bezahlt wurden. 1882 waren mehr als 5999 Jäger an der Arbeit und die Northern Pacisic Eisenbahn transportierte in diesem Jahr allein etwa 239 999 Häute. 1883 war das letzte Jahr der nördlichen Büffelherden. Alte Leute der Gegend von Fort Kcogh erzählen noch, wie eine wilde Herde von etwa 73999 Tieren im Begriff war. den Nellowswne-Fluß zu durchqueren, als sie von dem versteckten Kordon der Jäger unter Feuer genommen wurde. Nur wenigen Tieren gelang es. lebend aus diesem Gemetzel zu flüchten. Im Spätherbst desselben Jahres traf noch„Sitting Bull" mit einer Jndianergesell- schaft eine Herde von etwa 19 999 Büffeln, die fast säml- lieh getötet wurden. Weit verstreute Reste der Herden von 29 bis 39 Tieren wurden noch bis zu 1899 gesichtet und zumeist abgeschossen. Ter Schuh beginnt. Bon diesem Zeilpunkt an war der wilde amerilanische Bison ein Tier der Bergan geichc it. Nur wenige Jahrzehnte dauerte seine Ausrottung, aber sie erfolgte mit solcher Gründlichkeit.. daß man später Mühe hatte, einige versprengte Tiere, die dem großen Sterben entgangen waren, einzufangen, um sie in abgeschlossenen Reser- vationen vor dem Ausiterben zu bewahren und Schaustücke für die zoologischen Sammlungen der Welt zu züchten. Es soll nicht unerwähnt bleiben, daß die Siaaten Kansas und Colorado um 1873 Gesetze zum Schutze des Bisons erließen. Leider nützten diese Maßnahmen nichts. Die Herden wurden einfach nach Texas abgetrieben, wo das Spiel der BÜffeltöter jortgesctzl wurde. Auch in Texas plante man ein Büffelschutzgesetz und dort war es General Phil Sheridan, der Kommandant der militä- rifchcn Streitkräfte des Südwestens, der mit aller ihm zu Gebot stehenden Macht und schließlich auch mit Enolg gegen die Annahme dieses Gesetzes, das er als ,.s e n t i m c n t a l e n I r r t u m" bezeich nsrs, protestiert«. Um 1885 nahmen die Bereinigten Staaten eine Herde von 399 bis 199 Büfteln, die sich in das Gebiet des'I e l l o w st o» e■ Parkes geflüchtet hatten, umcr ,.R e g i e r u n g s s ch u tz", was aber nicht hinderte, daß die Tiere im Verlaus von ctwa 13 Jahren von Wilderern bis out etwa 29 abgeschossen wurden. Erst im Job« 1902 erließ die Regierung der USA ein wirksames Gesetz zum Schutz des Bisons, und zwar hauptsächlich oui Grund der dringenden Vorstellungen und'Litton des neuen Verwalters des Vellawstone Notionalporks, Eolonel Charles I. Jones, der später unter dem Namen.,'Busfalo Jones" bekannt wyrde. Zur'Vergrößerung der zusammengeschmolzenen'Nellowiione-cherde und zur Errichtung von Einsriedungen wurde ein Betrog von 13 999 Dollar? aufgebracht. Heute zählt die Bisonhcrde im Mlowstone Park ctwa 1299 Tiere. Auch im zoologisch«! Park von Washington wurde eine kleine Herde reinrassiger Präriebüffel etabliert, die gut gedieh. Seit dem Jahre 1993 entstanden gejchützie Herden in Oklahoma (Wichita Forest Reserve), Montana(Montana Bison Ranch), Ne- braska(llkoibrara Reservation). Süd-Dakota(Wind Cave Herd) und Arizona(Coconino County). Die zuleiztgenannte Herde ist die ein- zige von praktisch noch wild lebenden Büsfein. Die„wilde" Herde im Coconino County hat sich von nur 17 Tieren auf ctwa 299 vei mehrt und ist heute eine Tounstenattrattioi! des'Staates Arizona Mehr als die Bereinigten Staaten hat Kanada getan, um die Reste der einst so zahlreichen Bussel zu schützen. Bor mehr als zwanzig Jahren wurde zur Ctablicrung einer Bisonherde. die man zum Teil von den Vereimglen Staaten kaufte, nahe'W a i n w r i g h t (Alberto) ein Gebist von 164 Quadratmeilen abgegrenzt. Die ur sprünglich 799 Tiere zählende Herde hat sich unier den gebotene». günstigen Lebensbedingungen bis 1926 auf ctwa 12 999 vermehrt. Der Ileberschuß dieser Herde wird fallweise an den später angelegte» „W o d d- B u f f a l o Park", westlich von Fort Smith, der nicht weniger als 19 399 Quadratmcilen umfaßt, abgegeben. Er besteh! aus Prärie und Waldiand und besitzt Weideplätze und Wasserstelle», die für weit mehr Tiere ausreichen würden, als jene 2999, die sich gegenwärtig dorr befinden. Ein schon im Jahre 1883 ausgegebene? Schutzgesetz verbietet unter Zlndrohung empfindlicher Strafen d'c Jagd aut wilde Büffel. Einer Statistik der„American Bison Society" zufolge gab es 1926 in den USA. insgesamt 4326 Büfsel. von denen 125„wild" und die übrigen in Reservationen lebten. In Kanada befanden sich 19 437 Tiere in Reservationen und ctwa 1599 in Frc'hcil 'Außerdem waren in Mexiko 4 und in Südamerika»nd europäischen Ländern zusammen rund 89 Tiere in Gesangenschaft. Dies ergibt einen Gcsamtbestand von etwa 16 409 amerikanischen Bisons, die sich bis jetzt auf mindestens 29 999 vermehrt haben dürften. Dos kann aber darüber nicht hinwegtäuschen, daß der wilde amerikanische Bison faktisch ausgestorben ist. „ß. 3». 2/7" Die QeSchichte eines Verbrechens/ Von S. Richards (schkutz.) Ein tierischer Laut knallte durch das Haus!-- Uebermensch- lich laut, grauenhaft. Ich schrvk zusammen und horte im Augenblick nicht mehr da? pochende:„Top., top. top... ting!" Die Fesseln schnitten ins Fleisch, ich fuhr zusammen und schrie auch. Der Wärter riß die Tür auf, ein schwacher Lichtschein von draußen und dann blendete mir eine Lampe direkt in die Augen. Ich konnte nichts sehen:„Was willst du...?" drohend fuhr mir die Frage ins Gesicht.„Was sind da- für Schreie draußen, Wärter?— Ich halte es nicht aus!" Die Lampe vor memen Augen verlöschte, ich fühlte, wie der Wärter mit müden Schritten zurückwich, leise hört' ich llzn murmeln: ..Draußen... das sind Tobsüchtige, weller gar nichts. Schreien wie Tiger—— als wenn's nützte..?!" Dte Tür flog heftig ins Schloß. Ich war in der Dunkelheit wieder allein mit den klingenden, zählenden Tropfen, mit den tierhafte» Schreien der Irre»! Wenn man weiß, woher der Schrei stammt, ist er nicht mehr- furchtbar. Wohin sollte das wohl führen, wenn alle Schreie furchtbar blieben, wie zum erstenmal? Diese dort und andere?—— Wenn nicht Mauern und Menschen dämpften und filterten? Die Erde, Tjlaube ich. würde dröhnen. Dundee...die Erde...!-- Ich weiß nicht mehr, wieviel Stunden ich gekreuzigt war im Käsig. Aber einmal wurden Fesseln abgenommen und mir Stabschellen angelegt, sie sind, weiß Gott, barmherziger als Gitterstäbe.„Marsch, vorwärts, drei Tagx sind um, hast Freistunde, auf den Hof!" Drei Tage erst...? Und ich konnte mich kaum noch aufrecht erhalten. Mußte mich zusammenreißen. Frische Lust und-- Licht? Die mußte ich haben. Bielleicht stand die Sonne über dem Viereck, das wir im Zuchthaushofe Himmel nannten' Mit lächerlich schwankenden Schritten trottete ich in den Tag hinein...! Die Wachen lösten sich ab. die Paste» zogen auf. Ich hörte es an den Zurufen, die Gewehre klapperten. Ich atmete nur Dunke.l- heit. Beine und Arme waren gefühllos geworden. Fast glaubte ich nicht mehr daran, daß mein Körper noch lebte, wenn nur der pfeifend« Atem nicht gewesen rpäre! Reglos, mit eingeschlasenen Gliedern hing ich da und fühlte kaum noch die Kälte der Eifensläbe. Die Nachtwache schloß mich ab. Ich durfte mich auf die Steinpritschc legen, mitten im Käsig, ohne Matratzen und Decken, und sank sofort um. „Oh... ha... der Vogel hört schon auf zu singen", lachte der 'Wärter. S' war ein lustiger Kerl und das will etwas heißen, wenn man zwanzig Jahre in solchen Häusern beheimatet war...! Der Krampt wich aus den Gliedern, ich lief im Käfig auf und ab. Ueberall stieß ich an. Was tats? Wärme brauchte ich, nur Wärme,— deshalb rannte ich, rannte immerzu...! S' ist stets eine Hetzjagd auf Erden... Glaub mir's. Du rennst noch Brot, nach Arbeit, nach Geld. Andere müssen um ihr Leben lausen. Das hatte ich schon alles hinter mir damals Darum rannte ich nur»och um ein paar Grad Körperwärme. Fünf, sechs, sieben Grad mehr, mir schien's ein ungeheurer Reichiuin: achtundzwanzig Tage lang...! Wenn sie mich morgens wieder anschlössen, dachte ich, es würde am gleichen Tage zu Ende gehen. Es war nicht so, wir kommen ja immer durch.-- Alle!" Erschöpft schwieg er. Duude« schüttelte den Kopf:„Alle...? Rein. Bob! Einige sind hängen geblieben und andere verbluten spater noch, hob's selbst gesehen. Nur die Äarken kommen durch, die ganz Starken, von innen und außen!"--- Bob schwieg „Wenn der Morgen graute, war der Wettlauf inil der Wärme zu Ende, die Gitterstabe umklammerten mich wieder, alle Phasen körperlicher Stanrourckstebte ich von vorn."— Dundee tastete mit den Händen in die Dunkelheit hinein:„Achtund zwanzig Tage Dunkel- arrest?... Dreihundert Stunden on den Gittern, ohne Licht, ohne Bewegung. Dreihundertsechzig Stunden irrende Wanderung in nachtschwarzer Zell«, siebenhundert Stunden im Grobe, in der Nähe Tobsüchtiger..? Rein, nein-- bäumte der nlte Matrose sich auf,..Bob du... das Hüft keiner aus?!" Traurig schüttelt« Bob den Kopf. „Als mich ym letzten Abend die Wärter abschlojien, hatten sie nichts zu tun, nur ein zusammengefallenes Bündel Menschenfleisch war ins Lazarett zu tragen! Drei Tage blieb ich im Lazarett, dann stieg es gallig i» mir auf, ich tobte! Und zerschlug alles, was um mich war. Alles! Als ich mich ausgetobt balle und ruhig war. brachten sie mich in eine Anstalt. Irrenhaus oder Zuckithausfriedhof, Dundee!-- Das ist das Schicksal aller, die in solchen Häusern leben. Deshalb wohl gedeiht dort nur der Haß. Ein Haß: Alle gegen alles! Er saugt die letzten Lebenssäfte aus diesen Menschen, entnervt ihre Seelen und peischt die Triebe bis zum Irrsinn. Nichts hilft, auch nicht die spätere Freiheit. Wo aber der Haß solch gigainischc Formen angenommen hat. wie in diesen geistlosen Bezirken, bei den Mensch iieren in den Käsigen, da hilft weder Predigt noch Strase, dieser Haß ist unausrottbar. Er ist eine der Hintertreppen unserer Kultur, sie führt hinunter zu neue» und größeren'Verbrechen!-- Tja, tja... und was hast du da drinnen, an dem sich der 5)aß entladen könnte? Was denn?... Gar nichts: Gitter, kahle Wände. Eisenstäbe! Keine Menschen, kein Tier, nichts!—— Wenn der Haß durchbricht, können's eben nur die Wände. Schemel, Schüsseln und Gitter sein, jeder lote Gegenstand reizt. Es ärgert dich und du schlägst alles kurz und klein...!" „Bob,— ist das nicht gut so?—— Wenn es erst heraus- kommen würde, wenn du frei wärst, diese Entladung, das könnte nur Mord, Totschlag und wieder Zuchthaus fein!" Bob schien den Einwurf kaum zu beachten.„Gegen das Feuer, das dort in uns brennt und alles in u»s vernichtet, wissen sie nichts anderes als: Düntelarreft oder— Irrenhaus!-- Verrückt-- Hm-- das ist ihre ganze Weisheit! Drei Wochen saß ich im Irrenhaus. Sonnabendnacht wurde ouf unserer Stube einer unruhig, stand auf, ritt die Schemel»nd betete Immerzu. Morgens flackerten ichon die Augen, die Hain wurde fast grün. Fluchtgedanken schössen mir durch den Kops, als ich den Zusammenbruch beobachtete. Kurz nach dem Einschluß toble er. Mit den wenigen Wärler» des Nachtdienstes zusammen trugen wir ihn hinüber in die Zlbteilung für Unruhige. Auf dem Kvrridor stand ein Fenster offen, ich entkam in den Garten, und dann hetzten mich die Hunde tagelang, bis ich endlich nach New Orleans entkam!" „Tja--*, sing nach langer Pause Bob wieder an zu reden. „und dann habe ich dich aus der„Southern Pearl" erkannt, als du über das Fallrepp gingst. Lag drei Tage im Fclistapcl gegen- über. Als ihr den„Blauen Peter" steigen ließt, stand mein Eni schluß fest, ich mußte mit. hinaus auf die See, wie es auch kommen würde! So.. Er sag mit liesen Zügen die Luft ein,„das ist alles...!" Dundee schüttelte sich, ,.... kann nur in den Staate» vorkommen, nur in den Staaten...!" Bob sah über die Back hin aus, beschrieb mit dein Arm eine wette Geste:„Irrst dich, Elijah. --- � i)(}S ist überall so, überall sage ich dir, wo solche Häuser sind Ueberall---!" nickte er. Eine Kette klirrte! Achtern stand Mike mit seinen festen braunen Füßen auf der Steuergräting. Die Kompaßlampcn warfen einen hellen Schein auf sein Gesicht. Die Metallbeschlägc des Rnderrades blitzte» sekunden- lang auf. dann rührte sich auch dort nichts mehr. Alles war gr storben! Der Himmel halte sich in undurchdringliche Finsternis gehiüU» CintenSungcn für Biete Subtil sind v e r l i o SW SS. Liudrustraße 3. pariemachrichien für Groß-Berlin stets an da» Beztetssetretaetak Z. Hos. 2 Treppen rechts, zu richte» 2. Kreis. Dit.- Ordnerschokt für die Maifeier(Maikomitee) trifft sich am Frei' trtg; dem 29. April. 20 Uhr. bei Lesse!, Bremer Str. 48.— Achtung, Er- werbsiose! Die erwerbslosen Parteigenossen werden ersucht, sich Freitag und Sonnabend um 9 Uhr im Schützenhaus Plötzensee einfinden zu wollen. Wichtige Parteiarbeit. 4. Kreis. Heute, 20 Uhr, Danziger Str. 22, Beginn des Kursus des Genossen Dr. Ernst Bock: Die Oestcrreichische Sozialdemokratie. 4. und 5. Kreis. Heute Generalprobe zur Maifeier im Saalbau Friedrichs- bain. Kinderfreunde 18 Uhr und olle anderen Organisationen pünktlich 19 Uhr. 14. Kreis. Die Ordner zur Maifeier in der„Neuen Welt" treffen sich zwecks. Einteilung am Sonnabend um 19 Uhr dortselbst. Die Abteilungen werden] gebeten, die Fahnen mitzubringen. 18. Kreis. Heute. 19U Uhr. in der Weißenseer Ctadthalle Generalprobe zur Maifeier. Die Kinderfrcundc. SAI.. Turner und Schwimmer müssen recht- zeitig erscheinen, desgleichen die anderen beauftragten Genossen. 8. Abt. Heute, 20 Uhr, im Heim Genthiner Str. 17 Zusammenkunft der sstngeren Parteimitglieder. Referent: Willi Wolf. 17. Abi. Die Eintrittskarten zur Maifeier sind bis Sonnabend beim Genossen Höhne abzurechnen. 82. Abt. Alle Genossen treffen sich Sonntag zur gemeinsamen Fahrt zur Mai- dmonstratton um 10% Uhr am Rathaus Steglitz. 102. Abt. Heute, 19M, Uhr. Maifeierausschußsitzung bei Haß. 108a. Abt. Die Funktionare werden gebeten, die Maifeierkartcn beim Genossen Marohn, Türnagelstr. 18, zur angegebenen Zeit abzurechnen. Arbeitsgemeinschaft der Kindersreunde Grvh-Berlin. VOßb Achtung, Kreisleiter: Zur Maifeier beteiligen wir uns an der � Demonstration. Wir treffen uns an den örtlichen Parteisammel- | punkten und bitten mit den Kreisleitern der Partei Fühlung zu nehmen. M Prenzlauer Berg. Heute letzte Probe zum 1. Mai um 18 Uhr im Saalbau Friedrichshain. Es beteiligen sick): Abt. Bauvolk, Viktor Adler und Nordost. Kreuzberg. Achtung! Betrifft unsere Maifeier am Tonutoa, dem 1. Mai. Beginn unserer Maifeier Olj Uhr in der Neuen Schule, Bergmannstraße. 194. Uhr gemeinsamer Abmarsch nach dem Polkspark Neukölln zum Spielen. Erscheint alle in Falkenkleidung und bringt eure Wimpcl und Maienbäume mit. Eltern und Freunde sind herzlich eingeladen. Nachmittags trifft sick) der Kreis zur Maifeier der Partei um Uhr in der Hasenbeide, Ecks Grafestratze. Eharlottenburg. Alle Nest-, Jung, und Roten Falken kommen morgen, Sonnabend, 15 Uchr, auf den Spielplatz. Probe für die Maifeier. Schoneberg. Heute. 20 Uhr, K�eishelfersitzung in der Kolonie Sommerheim. Steglitz. Heute, 151-. Ubr, Kreissingestunde bei Frieda Rieffel. Südende, Stephanstr. 34. 18 Uhr Krcishelfervcrsammlung im Sugendheim Albrecht. Lichtenberg. Rate Stürmer. Heute, IT1-. Uhr, kommen alle Noten Falken und Iunafalken, Rote Erde, zum Ueben für den 1. Mai. Neukölln. Die Probe für unsere Feier im Saalbau Bergstraße ist morgen. Sonnabend, von 17—19 Uhr. Die Ordner müssen am Sonntag um 7% Uhr im Saalbau Bergstraße sein. Wir beteiligen uns an der Maidemonstration. Der Treffpunkt ist am Sonntag um 11% Uhr am Reuterplatz. iMSozialistischeArbeiterjugendGroß-Verlm lüiitklidungen lilr biete Rubrik nur an Das Jugrndb-lrelarial Berlin 6� 63, Linbensiraße t. vor» 1 Trevpe rechts. Am Sonntag bctciligcn wir uns alle au der Mai-Tcmonstration im Lustgarten! Die Wanderleilcranslunilsstellc ist heute von 17 bis 16 Uhr im Heim SW., Linbenstr. 4, v. I, geöffnet. heute. Freitag. 29. April. 19 i z Uhr: Hansa: Bochumer Str. 51'. Tagespolitik.— Moabit l; Waldenferstr. 20. Heimabend mit besonderem Programm.— Moabit II: Lehrter Str. 18— 19. Erste Hilfe bei Unglücksfällen.— Sportpalast: Genthiner Str. 17. Gute und schlechte Filme.— Gesundbrunnen 11: Koloniestr. 8. Die Bedeutung des 1. Mai. - Gesundbrunnen(R.-F.): Koloniestr. 8. Stille Stunde.— Arnimplatz: Eonnenburger Str. 20. Tagespolitik.— Arnsroalder Platz l: Schönlanker Straße. Schundliteratur und gute Dichtung.— Balkan: Mand'elstr. 2. Was bedeutet uns der 1. Mai?— Falkplatz 11: Sonnenburger Str. 20. Die Bedeu. i_____ s... i.-m•.i � t. � � m.(Tvwim.wrtTSrtv äh« n cRownrfi'rfirtftrn Was brachten uns die Landtagswahlen?— Friedenau:— Maifeier.— Schönederg I: Houptstr. l.>. Lustiges Monatsende.— Schöaebcrg 11: Hauptstr. 15. Was bedeutet für uns der 1. Mai?— Eharlottenburg: Rosinen. straße 4. Die Arbciter-Bnternationale.— Eharlottenbura-Süd: Gocthestr. 12. „Der 1. Mai" usw.— Steglitz II: Flcmminastr. 14b. Zimmer 2.1. Geschichten der Arbeiterbewegung.— Britz: Parckimer Allee. Tagespolitik.— Neukölln I: Sander- Ecke Hobrechtstraße. Kommunistisches Manifest.— Neukölln III: Rütli- Schule. Arbeitsgemeinschaft.— Neukölln IV: Kanner Straße. Schallplatten und Bücher.— Neukölln VI: Treptower Str. 90. Taqespolitik.— Neukölln Ul: KMS. Taaespolitik.— Neukölln X: Bergstr. 29. Wirtschaft in der UdSSR.— Neukölln XI: Flughafenstr. 68. Heimabend.— Banmschuleuweg: Ernststr. 16. — Köpenick U: Dahlwitzer Str. 11. Lustiges Monatsende.— Friedrichsfeldc: Guntorstr. 44. Lustiges Monatsende.— Kaulsdorf: Adolfstr. 2». Dre Todesstrafe.— Karlshorst: Treskowallee 44. Materialistische Geschlchtsaufkassung.— Lichtenberg. Mitte: Dossestr. 22. Rußland.— Neu-Lichtenberg: Gunterur. 4-.. Worum feiern wir den 1. Mai?— Lichtenbsrg-Rord: Gunterstr. 44. Bunter Abend.- Lichtenberg-Nordwest: Dossestr. 22. Die jungen Genossen haben dos Wort.— Mahlsdorf: Leseabend.— Hermsdorf: Roonstraße. Maneierprobe.-- Rcinickcndorf-Ost: Lindauer Str. 1. Der Weltfeiertag.—. Wittenau: Haup.- straße 13. Ueben.- Schöncweide l und II: Probe zur Maifeier im Restauranr Kyffhäuser, Ricdcrschöneweide, 19 Uhr.. Derbcbezirt Mitte: Probe des Maifestspiels in der Turnhalle Gartenstr. 1>>i (gegenüber dem Stadtbod). Sämtliche Grupvenabende fallen aus._ Werbebezirke Prenzlauer Berg und Osten: Generalprobe(�preaichor.) 19 Uhr im Saalbau Friedrichshain. Erscheinen ist Pflicht.(Alle Gruppe noer» onstaltungen vom Bezirk Osten fallen aus.l Wcrbebezirk Westen: Werbcbezirksvorstandssitzung 20 Uhr Rosinensir. 4. Bcrbebczirk Lichtenberg: Wcrbebezirksvorftandssitzung 19 Uhr Guntcrstr. 44. Sport. Rennen zu karlshorst. Immergriin-Hürdenrennen: l, Paradeniarfcki(Är-icnirin�: 2. Prm« zeffiii! 3, Prievlufa. Tvlo: 24:10. Plah: 13, 31:10. Ferner liefen: Freilos, Lara. Tie Rache tgef.). Hallerbau-Jagdrennen: 1. Hadrian iBartels': 2. Adler Von Bahern: 3. Faioid. Toto: 70:10. Pla?: Ai, 13:10. Ferner liefen: Meiia, Mundschenl. 3600. Rennen: I. Torado 2 iW. Schmidts: 2. Slaroste: 3. Girigare 16. Toto: 33:10. Platz: 32, 29:10. Ferner liefen: Persea, Siesta tges.i, Steriiliinde. Graj-Heinrich-zu-Tohna-Jagdrennen: 1. Meute(v. Bloltnitz): 2. Loh- land. Toio: 16:10. ferner lief: Teulobod iaef.7. Jagdrennen der Vierjährigen: 1. Pasin iZchreierl: 2. Tceanu-: 3. Pe- Iionia. Toto: 20:10. Platz: 18, 10, 25:10. Ferner liefen: Felek, Thüringen, Cyklop igef.), Parzenländer fgef.). Mainberg- Hürden renne»: 1. Feilkönigin iBastel): 2. Garde: 3. Hatto. Toto: 54:10. Platz: 18, 22:10. Ferner liefen: Wotan, Lamdo. Blankenstein. Wilkendorser Flachrennen: 1. A. T. R. lPförtkei: 2. Livius: 3. Schnee- fall. Toto: 00:10. Platz: 18, 14. 23:10. Ferner liefen: Pilot, Anneltion. ■ftummer, Adoifa, Evlnaim, Rebukadnezar, Inland. Toppelwette: Torado 2— Passy 510:10. Dos. Obstkonserven lipfelmus.............. 0,46 Span, flprikos.vniebi 0,68 Erdbeeren............ 0,88 Birnen ri Fmeht....... 0,75 HjrSChen rot, mit Stein 0,60 HühnerH 70 frisch....... Pfd. V,» V Konserven vo-, Kalif. Stangenspargel 1,98 Sfongentpargel so;».. 1,42 Koisererbsen........... 1,25 Junge Erbsen fein...... 0,98 Junge Erbsen mittelfein 0,74 Gem. Gemüse fein..... 1,25 Gem. Gemüse mittelfein 0.95 leipziger Allerlei..... 0,82 Junge Karotten........ 0,58 Karotten w"wartein.... 0,28 Konfitüre Gemischte Marmelade 0,68 Pflaumen................ 0,95 Aprikosen............... 1,10 Johannisbeer........... 1.10 Kirsch.................... 1.25 Orangen................ 1.25 Ananas................. 1,45 Pflaumen und Kirschen ca. I-Pfd.-GIas 0,58 Kose und Fette AHerfeinste Ueutsche Markenbutter...... i>(d. 1,40 Allerfeinsto Deutsche Molkereibutler..... Pfd. 1.34 A4o!kereibulfer.:...pfd. 1,24 Bayr. Schweizer...Pfd. 0,95 Hollönd.o EdanMCv.Pfii. 0,62 Steinbuscher....... pfd 0,68 Butterkäse.......... ptd 0,78 und JUMUTOMS-Barkauf| Preise nur Freitag und Sonnabend Zusendung von lebenemitieln bei Bestellung von 5 00 an. Kleine Preisändtrungen vorbehalten Obst u. Gemüse Apfelsinen blovd, 3 Pfd. 0,50 Blutapfelsinen....3Pfd. 0,58 Jaffa-Apfelsinen 3Ptd. 0,68 Amer. Tafeläpfel 3Pfd. 0,98 Bananen.......... 3 Pfd. 0,95 Schwarzwurzeln 2 Pfd. 0.25 Blottspinaf....... 3 Pfd. 0,28 Rhabarber.......... Pfd. 0,1 5 Salaf............ 2 Köpfe 0,25 Radieschen...... 3 Band 0,20 Möhren ap-wa-chen. Pfd. 0,06 Rot- od. Welsskohj Ptd 0,08 Blumenkohl... Kopf tov 0.25 Malta-Kartoffeln 3 Pfd. 0,38 Wein 1930arObcrhaord». PI. 10 PI. Moikammerer.... 0,68 6,50 19'z9er Obermosat. 0,8' 8,00 1930er A st. Letten O.SS 8,00 1930er Wllt. Kupp 1,3512,00 Weisser Portwein 1,6015,00 Hlmbeer- u. Kirschsaft Fl. 1,10 Preise ohne Flasche Frisches Fleisch Schweinebauch-, b Pfd. 0,50 Schweineschulterbl. ohne Beila.q:e............. Pfd. 0,�8 Schweineschink. m Bein 0,62 Schweinekamm_ oder Schuft ohne Beilage, Pfd. 0}74 Rückenfett bratfertig oder Liesen............. Pfd 0,46 Kassler mild..... Pfd. von 0,68 Schweinekotelett Pid. 0,78 Kalbskamm o.Beiig. Ptd- 0,38 Kalbssrücken...pfd. v 0,46 Kalbsschnitzel...ptd, v. 1,38 Kalbskeule bis n Pfd. schwer, ganz od. geteilt, Pfd. v. Suppenfleisch....Pfd. v. 0,42 Sehmorflaiseh o.K.Pid.v. 0,68 Schabefleisch Ä__ •■'der Hackepeter....... Pfd."»78 Gehacktes.......... Pfd. 0,50 Roastbeef otineKnochsr.Pfd.». 0,88 Rinderleber........ Pfd. 0,88 Eisbein m. Spihbtin. �epökeitPff. 0.38 Schweineköpf B3d.,Pfd.O,30 Gefrier- Hammelvorderfl. pfd 0,44 Fische und Räucherwaren •Kabeljau gr., o.k., ig, Pfd. 0,10 Seheilflsehgerinchcrt.Pfd. 0,26 • In allen Häusern ausser Andreassir. *Seelaehsgr..o K.,i.gz.,pt,l O Globol, 1 Bil. 0,18, 3 BtL 0,50 Mottensticke Stück 0,50, 0,75, 0,85 Oos. Obstkonserven Mirabellen............ 1,05 KÜrbiS in Essig n.Zacker 0,66 Stachelbeeren...... 0,70 Preisseibeeren..... 0,65 Remeclaudsn 0.88 Wolgoliiiiiner g 55 gefroren....... Pfd. WpMW Wurstwaren Sülz-u.Dampfwurst pfd. 0,65 Fleischwursf....... Pfd. 0,65 Jagdwurst.......... ptd. 0,75 Mettwurst Braunsch-s'eiger Art.. Pfd. 0,85 Wiener Würstchen Pfd 0,63 ff. Leberwurst...... ptd. 0,95 Landleberwurst ,...pfd. 0,98 Zervelat, Salami...Pfd. 0,98 FetterSpeck......... ptd. 0,53 Magerer Speck....Pfd. 0,82 Schinkenspeck...... Pfd. 1.10 Gek. Schinken....v, Pfd. 0.27 Hamb. gek. Mettw. pfd. 1.10 Speckwurst......... Pfd. 0.56 Teewurst fein....... Ptd. 0,93 Knoblauchwurst.,..Pfd. 0,98 Fettdarmwurst...... Pfd. 1.18 Mayonnaise...... Pfd. 0,60 Fleischsalat....... Pfd. 0,60 Heringssalat...... pid. 0,60 Kartoffelsalat.... Pfd. 0,40 Käse und Fette Tilsiter vollfett....... Pfd. 0.58 Blockkäse riisM.*rt.20'',.Pfd. 0,54 Allg. Stangenk. 0,40 Briekäse\ ollfett....Pfd. 0,58 Margarine.Kokosf. Pfd. 0,32 Roh-,Bratenschmalrpfd. 0�8 Griebenschmalz....ptd. 0,46 Camembert voiif., stück 0,20 Romadour 20'io... stück 0.22 staafs ��Thcafcr Freitag, den 29. April Staatsoper unter den Linden 20 Uhr Cosi fan tutte StsilLSdiaosmilhaDs GendarfflßDtnarkl 20 Uhr Minna von Barnhelm Sthlller-Tlaeatei Cbarlotteabarg. 20 Uhr Neueinstudiert Die Räuber * Garten• "1 m trlaubl■ 6.15 Ulir flo.-a 3434 üauJiaa Nur noch 2 Tage! Die Variete- Revue S£A1.4 | Tfipl. 5 u. Uhr| Horaca Goldin 1 Kpt. Wintton osw. 1 Theater ooiiendorlplatz Pallas 7051 Für nodi wuiige Tags! »'.•iUfit.stg 4'/. um Trauiieiaeriacln Opcreiu in d Akicn Fegir: HrlczSaUcotorg Rundfunkb h{iIt).Pr 6'gs.-HL Lflu hl. Pc. hUis,Slgi.7,SB.aui iDerVogelbändier III i h S 31 a I 1 iiindii. vor 8n' ort! j mm-TiiMtef Täglich«>:, Uhi Pas Tlieiter der Jdiauspieler Maria Stuart Tjlla Ourloux, Öka Weener Stadt. Oper Chtrlottcnburg Slsmarchstraße 34 Ficitag, 29. April Turnus IV' Hacbetli Peinmar. Bindcr- nagei. Andrdsen, Ootilieb Anfang 20 Uhr Ende 23 Uhr aoonaDend o. Sonniag je 2 Vorstdlg. i 4 Uhr u. 8.15 Uhr. 4 Uhr kleine Pr. «•/.uhr CflSmO-IHEftTER«'-uh. Lothringer StraHc 37. MIMIIIHIMIIIIIIIIIIimiMHUIIIIIIIII Sonntag, don I. Mal, letzte Vorstellung vor Schluß der Spielzeit Operetten-Schlager: „■»«■»■»Ina" Großer PrcUabbao I Park u.Ranfi Seite nur 0.50. Paut. u. Rang Mitte 0.75. Sperrsilz u. Baikon I.—. Logen u Sessel U*» CM*€K5J&S KHA IWieitiXUS DIE SCHÖNE HELENA *\X REINr« IIMJZESIERJSIO VoiKsbtthne Theater am Blllovglatz 8 Uhr Kamrad Kasper Volkssiück von Paul Schurck Theater deeWestens Täglich S'.'i Uhr Gastspiel loteph Plaut: Der Raub der Sabinerinnen Th. im Admiralspalast räglich«4, Uhr Käthe Dorsch Gustaf Gründgens in Liselolt* iingspjelv.EMKUnneke WM Ill.8uhi Zum 75. Mal- Vor Sonnemiotergang V. Gerh.Hauptmann RagiteM-Bcihbardi metrenoi-ibBaier Täglich SV« Uhr t'urt OfJtB in Mos Aimee Operette von Curt Götz, Musik von Bcnatzky Teppiche enorm billig! Boucle, reines Haargarn 6,50 1 2,50 15,- Bett-Umranäunoien schwere, sehr haltb. Maargarnware, 1 fiüufcr, 2 Vorlagen 12,5 gesprochen, den verfügenden Teil des Urteils, soweit er sich auf die Beleidi. gung bezieht, binnen 2 Monaten nach Zustellung des rechtskräftigen Urteils an sie durch einmalige Etnrückung int „Vorwärts" auf Kosten des Verurteilten bekannt zu machen. Das Urteil ist vollstreckbar. Der Generalstaatsanwalt bei dem Landgericht I. UNZEN iMi kauft BALL— Berlin |0..,| UNZEN-, W 1857 B Handlung n Wllftcüf.Stfdöc 44 1 für die TIaidenioniktpatio» ier eö. Berliner Fahnenlatirill Fischer& Co. Wall straße 15, ü-Bahn Spittelmarkt Am Dienstag, dem 26. April 1932. 23'-, Uhr, verstarv nach längerem Leiden und doch unerwartet unser lieber Sol?n Werner im jugendlichen Alter von 19 Jahren. Um sttlle Teilnahme bitten Fniz Dressier und Frau Zehlendorf, 27 April 1932 Schltesierstr 35 Traueneier: Sonnabend. 30 April, nachm'?(l7»'s) Uhr, im Krematorium W lmeri dorf. Berliner Str. 101—>03 rinlieilzveilisnn S. Uzen Jsnnet lleuizllüsiillz. OMgnippglteflln Unseren Mitgliedern die traurige Nachricht, daß unser Verdandskoltege. der Pensionär kicirsrd Starcke Zugführer aD.im Alter von 69 Jahren verstorben ist. Ehre seinem Andenken.' Die Einäscherung erfolgt am Sonn- abend, dem 30. April, um 19 Uhr, im Krematorium Gertchtstraße. Rege Beteiligung erwartet Die OrtsvcrwaUang.