BERLIN Freitag 29. April 1932 Der Abend Erfcheint täglich außer Sonntag 8. Bugleich Abendausgabe des Borwärts" Bezugspreis für beide Ausgaben 75 f. pro Woche, 3,25 M. pro Monat ( davon 87 Vf. monatlich für Zustellung ins Haus) tm voraus tablbar. Doft bezug 3,97 m. einschließlich 60 Pf. Vostzeitungs und 72 Bf. Vostbestellgebühren Spätausgabe des„ Vorwärts" 10 Pt. Jr. 201 B 101 49. Jahrgang Anzeigenprets: Die einfvaltige Milltmeterzetle 30 Dt. Reklamezeile 2.-M. Ermäßigungen nach Tarif. Voftscheckkonto: Borwärts- Berlag G. m. b. H., Berlin Rr. 37 536. Der Verlag behält sich das Recht der Ablehnung nicht genehmer Anzeigen vor' Redaktion und Erpedition: Berlin SW 68, Lindenstr. 3 Gernsprecher: Dönhoff( A 7) 292-297 Die Bombe von Schanghai Japanische Generäle schwer verletzt- Der Täter ein Koreaner Schanghai, 29. April.( Reuter.) Während einer großen japanischen Truppenparade im Hongku- Park schleuderte ein Koreaner eine Bombe gegen den mittleren Teil der großen Tribüne. Die Explosion hatte verheerende Wirkungen. Der japanische Gesandte in China, Schigemitsu, wurde lebens. gefährlich verletzt. General Uyeda, der die ersten militärischen Operationen Japans in Schanghai geleitet hatte, und General Schirakawa, der bei der Entsendung japanischer Verstärkungen im Februar statt seiner zum Oberbefehlshaber ernannt wurde, sind schwer verwundet worden. Auch der japanische Generalkonsul Murai ist schwerverletzt. Admiral Nomura wurde am Kopf verwundet. Japanische Truppen haben sofort den Hongku- Park umstellt und tausende Zuschauer nach Waffen durchsucht. Schließlich wurde ein Mann festgenommen, von dem man glaubt, daß er den Anschlag ausgeführt hat. Außerdem wurden noch sieben Chinesen verhaftet. Der schwerverlette General Schirakawa wurde im Kran fenhaus operiert. Der Zuschauermenge bemächtigte sich eine Panik, die Truppen hatten große Mühe, die Menge zu hindern, den Täter zu Ihnchen. Dieser Zwischenfall, erklärt Reuter, ist geeignet, die Friedensaussichten im Fernen Osten zu verschlech tern, obwohl das Verbrechen von einem Koreaner begangen worden ist. Die Tat, die in Schanghai gerade zu einer Zeit ausgeführt wurde, wo man auf den Abschluß eines Waffenstillstandes hoffen konnte, fann zu einer außerordentlichen Stärkung des mili. tärischen Geistes in Japan führen und man fürchtet, daß diese Rückwirkung verhängnisvoll sein wird. Der Täter. Schanghai, 29. April. Der Attentäter ist der 25 Jahre alte Koreaner Jinhofitfu. Die Truppenparade war zum Geburtstag des Kaisers veranstaltet. Alle Personen auf der Tribüne wurden durch den Luftdruck der Bombe zu Boden geworfen. Vor der Tribüne hatten mehrere hundert japanische Schüler Aufstellung genommen. * Die brutale japanische Fremdherrschaft in Korea schließt zwar dort jede Auflehnung aus, ruft aber immer wieder Attentate von Koreanern in Japan hervor. Japanisches Herrschaftsgebiet, in dem hochgestellte Staatsfunktionäre zu treffen sind, ist aber jetzt auch Schanghai und dort ist der jüngste dieser Anschläge erfolgt. Nüzen können sie weder Korea noch dem chinesischen Volk. Waffenstillstand gefährdet. Tofio, 29. April. Wie verlautet, wird die Unterzeichnung des Waffenstill standsabkommens, die man für morgen erwartete, infolge des Attentats verschoben werden. Rußland auf der Wacht. Schanghai, 29. April.( Times.) Die Gegner der neuen mandschurischen Regierung scheinen den östlichen Teil der Ostbahn auf der Seite von Imienpo und auch den Abschnitt westlich der Hingan- Berge völlig in der Hand zu haben. Zwischen dem russischen Gebiet und diesen beiden Abschnitten der Eisenbahn herrscht ununterbrochener Verkehr. Die Operationen der Japaner mit dem schweren Transportmaterial, die im Winter auf den zugefroreren Wegen leicht waren, beginnen jetzt, da Laumetter eingetreten ist und die Wege verschlammen immer schmieriger zu werden. Die russischen Streitkräfte in Irkutsk und östlich davon sollen neun Infanterie- und zwei Kavalleriedivisionen start sein, von denen nier Divisionen fürzlich aus dem eigentlichen Rußland eingetroffen find. Diese Streitkräfte bejizen mehr als 3 meihundert Flugzeuge, die größtenteils bei Chabaromst stationiert sind. Die Streit macht an der westlichen Grenze ist geringer, fann aber mühelos aus bem mestlichen Sibirien Verstärtungen erhalten.. SA. Mann: 15 Jahre Zuchthaus Er hat zwei Menschen erschossen Dortmund, 29. April.( Eigenbericht.) Von dem Schwurgericht Dortmund wurde der Nationalsozialistrik Albrecht wegen Mordes in zwei Fällen, des versuchten Mordes in einem Falle und des versuchten Totschlags in zwei Fällen zu einer Zuchthausstrafe von 15 Jahren und 10 Jahren Ehrverlust verurteilt. Der Antlage lag folgender Sachverhalt zugrunde: Nach einer Naziversammlung in Höchsten bei Dortmund wurde von nationalsozialistischer Seite ohne jeden Anlaß in eine Fußgängergruppe geschossen. Zwei unbeteiligte Personen wurden auf der Stelle ge= tötet, eine Person wurde schwer verletzt. 3wischen dem Täter und zwei Landjägern kam es kurz darauf zu einem Feuergefecht. Der Mörder konnte jedoch unter dem Schuße des herrschenden Nebels Maikundgebung fozialisten auf das Stahlhelm Heim in Güstrom berichten. Wir äußerten damals die Hoffnung, daß dieses Vortommnis ein bedauerlicher Einzelfall sei und bleibe. In dieser Hoffnung haben wir uns getäuscht. Wir mußten feststellen, da z es in der Zwischenzeit wiederholt zu leberfällen von Angehörigen der NSDAP. auf Stahlhelmkameraden tam. Dieser Tage hat sich schon wieder ein derartiger Vorfall ereignet. Unser Kamerad Kurt Leideck von der Ortsgruppe Hinternah ( L.-V. Mitteldeutschland) wurde auf der Heimfahrt von einer Dier Scharnhorst- Tagung in der Nähe von Erfurt durch Leute, die sämtlich das NSDAP.- Abzeichen trugen, angegriffen und erheblich verlegt, so daß er seinen Weg nicht fortsetzen konnte. Kamerad Leideck erhielt neben anderen Verlegungen zwei Messerstiche in Brust und Arm. Wir verzichten auf jeden Kommentar zu dieser neuen nationalsozialistischen Heldentat." Der Jung deutsche" teilt die folgenden Nazitaten mit: In Jena fam es vor einigen Tagen auf dem Markt. platz zu einer schweren Schlägerei zwischen Jung deutschen und Nationalsozialisten. Die Schlägerei murde in am Sonntag, um 1 Uhr, im gemeinter Weise von seiten der Hitlerleute provoLustgarten entfliehen. Ein am Tatort verlorener Hut brachte die Spur auf den Nationalsozialisten Friz Albrecht, der bis zur letzten Stunde seine Täterschaft leugnete, aber durch Zeugenaussagen( etwa 70 3eugen wurden verhört, darunter viele SA.- Leute) einwandfrei überführt wurde. Der Täter, ein früherer Fürsorgezögling, ist einige dukendmal vorbestraft, und zwar wiederholt wegen Beteiligung an nationalsozialistischen Mordtaten, deren vorlette ebenfalls zwei Arbeitern das Leben gekostet hat. Ferner wurde Albrecht über ein halbes dugendmal wegen Einbruchsdiebstahl abgeurteilt. Albrecht war zuerst Anarcho- Syndikalist, wechselte später zur KPD. über und landete schließlich in der SA. bzw. NSDAP., wo er es bis zum Kassierer brachte. Von nationalsozialistischen Zeugen wurde im Verlauf der Verhandlung gegen Albrecht erklärt, daß ihnen bereits am Vortage von ihren Sturmführern gesagt worden sei, sie würden zur Verstärkung der örtlichen SA. mit Autos nach Höchsten gebracht, weil dort etwas los se i. Auch der angeblich ausgeschlossene Meuchelmörder ist mit diesen Autos zum Tatort gefahren. Nach der Tat suchte und fand er Zuflucht in der Dortmunder Nazikaserne. Den hier anwesenden SA.- Leuten erklärte er, daß er einige Mann über den Haufen geschossen habe. Der Staatsanwalt führte in der Anklagerede aus: ,, Wenn man heute eine Tageszeitung aufschlägt, liest man auf jeder Seite von Totschlag, Raub, Erichießungen und dergleichen. Man könnte den Eindruck haben, als set man nicht in der Zeit des Kulturaufstiegs und der Kulturblüte. sondern im Zeitalter des 30jährigen Krieges. Und warum in den meisten Fällen die Zusammenstöße? Weil der andere eine andere politische Auffassung hat als wer den Schießprügel hat. Der Feind" wird faltblütig gemordet, der eigene Volksgenosse, der uns Bruder sein sollte." der Erfahrungen mit Nazi- Rowdys. Stahlhelm und Jungdeutscher Orden packen aus. Wir lesen im Bundesorgan des Stahlhelm unter Ueberschrift: Der Geist von Güstrom: Zu Beginn dieses Jahres mußten wir an dieser Stelle über ben feigen und gemeinen Ueberfall von National ziert. Die Jungdeutschen hatten bei der Schlägerei gegen eine drei bis vierfache Uebermacht zu kämpfen. Sie haben sich wacker geschlagen. Auf seiten der Nationalsozialisten gab es zwei Schmerverletzte, von den Jungdeutschen wurden zwei leicht verletzt. Jedenfalls hat die Naziübermacht eine schwere Schlappe erlitten. Eine üble lleberraschung erlebte die Ordensjugend Schöppenstedt, die ihr Landheim im Elm aufge brochen fand. Verschiedene Einrichtungsgegenstände waren zertrümmert, Lebensmittel in den Dreck getreten, die Wasserbehälter in schmutzigster Weise verunreinigt. Gestohlen war einiges Handwertszeug und eine Zeltbahn. Tische und Bänke waren mit dem Hakenkreuz und der Inschrift„ Heil Hitler!" und„ Deutschland erwache!" verziert.. Im Jugendheim der Ordensjugend Schmalfal= den in Thüringen wurden die Schränke, die Trommelpfeifen, Aften, Bibliothek und anderes enthielten, zweimal aufgebrochen. Nach dem das erstemal der Inhalt der Schränke nur durchsucht war, wurden zum zweiten Male ein Luftgewehr und außerdem verschiedene Akten gestohlen. Die Umstände lassen darauf schließen, daß politische Gründe bei der Tat maßgebend gewesen sind. Polizeiliche Ermittlungen sind im Gange. Da hat das Rowdytum der Nationalsozialisten sich ausgetobt. Hitler ist stolz darauf! Der Buchdruckereikonflikt. Die Nachverhandlungen ergebnislos. Gestern ist im Reichsarbeitsministerium unter Vorsitz des Regierungsrats Dr. Dobberstein über den Antrag der Unternehmer des Buchdruckereigewerbes verhandelt worden, den Schiedsspruch vom 16. April für verbindlich zu erklären. Dieser Schiedsspruch sieht, wie von uns bereits mitgeteilt, eine ganze Anzahl von Verschlechterungen des bisherigen Manteltarifvertrags der Buchdrucker vor, wie z. B. die Kürzung der Zuschläge für Schicht- und Sonntagsarbeit, der Lehrlingskostgeldjäge usw., vor allem aber eine Senkung des Urlaubslohnes um 30 Prozent. Die Bemühungen des Vertreters des Reichsarbeitsministeriums, eine Verständigung zwischen den Parteien herbeizuunternehmer. Die Entscheidung über den Antrag der Unterführen, scheiterten an der Unnachgiebigkeit der nehmer auf Verbindlichkeiterklärung des Abbauschiedsspruches liegt nunmehr beim Reichsarbeitsminister. Der Verband der Deutschen Buchdrucker weist in der heute erscheinenden Ausgabe des Korrespondent" seine Mitglieder darauf hin, daß bis zur Entscheidung des Reichsarbeitsministeriums der bisherige Tarifvertrag in arbeitsrechtlicher Nachwirkung unverändert Gültigkeit hat für jeden einzelnen Arbeitsvertrag. Das gleiche gelte auch für den zum 30. April gekündigten Lohntarif, über dessen Neuabschluß morgen, Sonnabend, Parteiverhandlungen geführt werden. Die Gehilfen- Organisationen haben die unveränderte Verlängerung bes Lohn- tarifoertrags bis zum 30. Seplember beantragt; die Unterneh- m e r haben ihre Abänderungsanträge noch nicht be» kanntgegeben. Wegen des Tarif st reits der graphischen chilfs- a r b e i t e r und Hilfsarbeiterinnen des Buchdruckereigewerbes wird heute im Reichsarbeitsministerium verhandelt. Der für die Hilfearbeiter am 19. April gefällte Schiedsspruch ist von den Unternehmern abgelehnt und von den Ar- beiterorganisationen angenommen worden. In diesem Kon- flikt haben die Verbände der graphischen Hilfsarbeiter und Hilfs- arbeiterinnen den Antrag auf Verbindlichkeitserklärung des Schiedsspruches gestellt. Rentenhausse hält an. Gtarke Vewegungen auf dem Aktienmarkt. Der schwache Abschluß der gestrigen New-Torker Börse konme die heutige Berliner Börsentendenz nur unwesentlick�� Diese Auslassungen eines prominenten nationalsozialistischen beeinflussen. Auch heute war die Stimmung durch eine a u h e-f- gührers erscheinen als eine unerfreuliche Bestätigung ordentliche Festigkeit des gesamten Rentenmarktes gekenn zeichnet. Es zeigt sich im Verlaus der Renteichausse immer dem- licher, daß viel gehamstertes Geld jetzt nach und nach zur Anlage drängt, da die tiefen Kurse einen starken Anreiz bieten. Auch der durch die mehrfachen Diskontsenkungen der Reichsbank stark abgebaute Zinssatz für Geldeinlagen bei den Banken hat zur Folge, daß zur Zeit arbeitsloses Geld der Wirtschaft in Papieren Anlage sucht. Der Aktienmarkt war heute stärkeren Schwankungen a: gesetzt Siemens u. Halske, die in den letzren Tagen 10 Proz. gewonnen hatten, stiegen zunächst noch weiter bis auf 107 gaben dann bis auf 1041L Proz. nach. Auch I G.- F a r b e blieben zunächst gesucht und erreichten 98% Proz., waren ab.� gegen 1 Uhr mit 97% etwas schwächer. Kaliwerke Salzdechfurt erreichten 151 gegen 150. Auffallend stark blieb die Nachfrage nach Reichsbahnvorzugsaktien, die 74% Proz. notierten, obwohl heuth der Hakbjahrescoupon von S% Proz. in Abzug kam. Die Gnadenwinsel. Nationalsozialistischer Mannesmut und republikanische Langmut. Ein Beamter der Düsseldorfer Provinzialoerwaltung haste bei der Reichspräsidentenwahl als Agitator für die Hit l e r e i betätigt und in Versammlungen maßlose B e s ch i m p s u n- gen und Drohungen gegen den Landeshauptmann der Rhein» Provinz Dr. Horion gerichtet. Als zu seiner großen Enttäuschung am 13. März das Dritte Reich nicht ausbrach, sah er sich, wie die „Allgemeine Deutsche Polizeibeamten-Zeitung" berichtet, genötigt, um einem Disziplinarverfahren zu entgehen, folgenden A b b i t t e- B r i e f an Dr. Horion zu richten: „Ich halte es für möglich, daß ich in bezug auf den Landeshauptmann Aeußerungen. wie Lump, Schuft, und Drohungen des Erschießens getan habe. Wenn es der Fall ist, so ist der Grund gewesen, weil ich glaubte, daß bei der Besoldungsregelung unsere Gruppe ungerecht behandelt worden iei. Ob ich auch geäußert habe, daß im Falle eines Regierungs- Wechsels ich mit den dann maßgebenden Persönlichkeiten durch die Büros gehe und diejenigen vcamlen bezeichnen würde, die erschossen werden müssen, kann ich mich nicht mehr erinnern." Am Schluß des Briefes spricht der tapf-re Nazibeamte sein tiefstes Bedauern aus und versichert, daß zu diesen Bs- schimpfungen um so weniger Veranlassung vorgelegen habe, als der Landeshauptmann Dr. Horion dem Briefschreiber immer groß- tes Wohlwollen bewiesen habe. Daraufhin hat Landes- Hauptmann Horion von der Einleitung eines Dienststrafverfahrens mit der Begründung Ab st and genommen, daß er die Familie des Beamten nicht in Not bringen wolle. Wir möchten allerdings wissen, ob unter einer Naziherrschaft ein Beamter, der einen nationalsozialistischen Vorgesetzten in dieser Art beschimpfen würde, auch so glimpflich davonkommen würde! Wobei wir allerdings bemerken müssen, daß das bubenhafte Schimpfen und prahlerische Drohen mit anschließendem feigem Gnadengewinsel etwas so typisch Nationalsoziali st i- f ch e s ist, daß man sich den umgekehrten Fall kaum vorstellen kann. Parlamentswahl in Oesterreich. Noch in diesem Frühjahr. Wie«. 28. April.(Eigenbericht.) Tie Mehrheit des. Nationalrats hat sich heute für dessen Neuwahl ausgesprochen, die noch in diesem Früh- fahr erfolgen soll. Nach allgemeinen Ausführungen des Bundeskanzlers Dr. Buresch sprach für die Sozialdemokraten Dr. Otto Bauer: Die k a t a- strophale Niederlage der Christlichsozialen bei den Landtagswahlen am vergangenen Sonntag bedeute, daß die Regie- rung nicht mehr das Vertrauen des Volkes habe; sie müsse abdanken und im Parlament gewählt werden, das der Volksmeinung entspricht. Au dem Auflösungsverlangen der(bisher im Nationalrat nicht vertretenen) Hitlerianer betonte Bauer, die Fafchiftenpartei, die das Mehrheitsprinzip und die Demokratie bekämpfe und eine D i k- tatur der Minderheit errichten wolle, habe das Recht »erwirkt, sich auf die Grundsätze der Demokratie zu berufen. Bauer äußert« sich dann über den Tardieu-Plan einer Donau- Föderation und erklärte, dieser sei endgültig gefallen und Oesterreich habe wirtlich keinen Grund, das zu bedauern. Nach der Rede Dr. Bauers stellten auch die Großdeutschen und der H e i in a t b l o ck Auflösuitgsanträge Alle drei Anträge wurden einstimmig dem Verfassungsausschuß überwiesen. Man erwartet, daß der Ausschuß, in dem eine große Mehrheit für die Autlösung des Nationalrats ist, dem Plenum in wenigen Togen Bericht erstastet und dann die Auflösung und die Ausschrei- bung der Neuwahl erfolgen wird. Aktive Offiziere als Abgeordnete. Ein Hauptmann und«in Oberleutnant der deutschösterrsichischsn Wehrmacht ziehen als Hitlsr-Abgeordnete im Landtage ein. Die Angehörigen der Wehrmacht haben in Deutschosterreich das politische Wahlrecht und sind auch wählbar. Die Wahlergebnisse der Kasernen zeigen Sozialdemokraten und Hakenkreuzler etwa gleich stark. während die Ehrsitlichsozialen auch dort eine katastrophale Nieder- läge erlitten haben. Reichskanzler Dr. Brüning ist in Begleitung von Staats- sekretör von Biilow. Ministerialdirektor Zechlin und Oberregierungs- rat Planck heute vormittag, 11 Uhr. wieder nach Berlin ab- gereist. Der Pariser Botschafter von Hoesch begleitete den Kanzler bis Basel. Am Bahnhof verabschiedete sich der Reichskanzler von den zahlreichen unter Führung von Botschafter Nadolny erschienenen Mitgliedern der deutschen Delegation und den Pressevertretern. Landesverrat als Naziprinzip Stahlhelm gegen Graf v. d. Goltz „Der Stahlhelm" wendet sich in einem längeren Aufsatz gegen die Ausführungen des nationalsozialistischen Rechts- anwalls Grafen von der Goltz über Landesverteidigung in der Stettiner„Diktatur". Graf von der Goltz hatte sich bekanntlich zu der Theorie bekannt, die Hitler in seiner Lauenburger Rede vom S. April vertreten hatte und deren Ausführung in be- fchlagnahmten SA.-Dokumenten in Aussicht genommen war: daß nämlich, solange das„System" regiere, eine Verteidigung deutschen Bodens für die Nazis nicht in Betracht komme. „Der Stahlhelm" gibt die Erklärungen des national- sozialistischen Kriegsdienstverweigerers ausführlich wieder, um zü ihnen zu bemerken: der Behauptungen der Linkspresse, wonach national- sozialistische Führer im Osten die Absicht hasten, die Durchführung des Landesschutzes im Falle eines polnischen Einfalles zu o e r- weigern, solange ihre Partei nicht die innerpolitische Macht hätte. Mit dem Satz„Kein Gesetz zwingt heute zum Staats- und Systemdienst in irgendeiner Form" berusk sich Graf von der Goltz auf die schändlichste Bestimmung des Bersailler Schauddillaks, durch die die allgemeine Wehrpflicht für Deutschland verboten wird. Das ist bisher die Argumentation der Pazifisten ge- wesen. Für Nationalisten besteht diese Wehrpflicht selbstverständlich wester. Wir wissen ganz genau, daß trotz der Aufforderungen national- sozialistischer Unterführer vom Schlage des Grafen von der Goltz die Masse der Nationalsozialisten genau so wie der Stahlhelm unter allen Umständen kämpfen wird, wenn der Pole kommt. Well es dann nämlich um Deutschland geht, und nicht um System oder Partei. Wann wird die Parkeileikung der RSDAP. von den uaver- anlwcrllichen Plänen und Aufforderungen des Grafen von der Goltz und seiner Gejinnugsgenossen klar und eindeutig abrücken? 'Man hat bisher im„nationalen" Lager die Bekenntnisse i"v nationalsozialistischer Führer zum Landesverrat mit bemer- kenswertem Gleichmut aufgenommen. Auch die nationalsozia- listische Parteiführung wird sich durch die Aufforderung des Stahlhelm, sich zu äußern, nicht aus ihrer Ruhe bringen lassen. Ist doch bisher aus dem nationalsozialistischen �ager selbst keine Stimme des Widerspruchs lautgeworden, so daß man annehmen kann, daß die Theorie der Kriegsdienst- Verweigerung einer nicht genehmen Regierung gegen- über längst das geistige Gemeingut der ganzen Partei ge- worden ist. Besonders bemerkenswert scheint uns, daß die zahlreichen Offiziere der a l t en Armee, die im Lager Hitlers neue Betätigungsmöglichkeiten fanden, die Pa- role der Kriegsdienstverweigerer schweigend und ohne Wider- spruch hingenommen haben. Die deutschnationale Presse bleibt gleichfalls stumm. Der Aufsatz des„Stahlhelm" bleibt so ziemlich eine Stimme in der Wüste— und wie höflich und zurückhaltend klingt auch diese! Man stelle sich einmal vor, man hätte Dokumente auf- gefunden, in denen geplant wird, das Reichsbanner aus Ostpreußen zurückzuziehen und ins Innere, in den Bürger- krieg zu schieben, wenn eine polnische Invasion erfolgt! Man stelle sich vor, sozialdemokratische Führer hätten erklärt, die Arbeiter würden an der Landesverteidigung nicht teilnehmen, wenn die Sozialdemokratie die Reichsregierung nicht in der Hand hätte— was würde da wohl passiert sein! Was für ein Toben im ganzen Rechtslager hätte sich erhoben. �Wie hätten die Herren aus dem Hause Hugenberg die Päckchen auf- geblasen und sich entrüstet! Wie hätte man nach Verboten, nach Auflösungen, nach Verschärfungen des Strafgesetzes geschrien! Die nationalistische Agitation hat sich einen ganzen Haufen von Zitaten zusammengefälscht, um die B a t e r- landslosigkeit der Sozialdemokratie zu be- weisen. Worte, die vor Jahrzehnten unter ganz anderen Der- Hältnissen gesprochen oder geschrieben wurden, werden in verdrehter und entstellter Form durch alle Zeitungsspalten gejagt, durch alle Versammlungen gehetzt. Ueber die krassen Ungeheuerlichkeiten der Hitler und von der Goltz aber erhebt sich kein Sturm. Kaum hört man hie und da ein gelindes Säuseln. Heuchler sind sie doch alle! Oer Steglitzer„Gpitzel"-Mord Ein Wehrloser brutal erschlagen! Die Steglitzer Nationalsozialisten Seibel, Soldan und Zwiklinski, die des M o r d e s an dem ZSjährigen Bautechniker Freeck g e st ä n d i g sind, wurden heute vormittag dem Bernehmungsrichter vorgeführt. Die ganze Brutalität des hinterhältigen Ueberfalles auf den betrunkenen, vermeintlichen Spitzel wird erst offenbar, wenn man die Täter und ihr Opfer betrachtet. Freeck war ein kleines, schmächtiges Männchen, feine Mörder junge, vor Kraft strotzende Leute, die mit dem wehrlosen Freeck leichtes Spiel hatten. Wenn sie behaupten, einige Faustschläge hätten schon genügt, den Mann niederzustrecken, kann man ihnen das ohne weiteres glauben. Auch ein anderer als Freeck hätte den Schlägen dieser„Bullen" nicht standgehalten. Für die Wegelagerer, die über Freeck in der dunklen Fronhofstrahe unweit des Bahnübergangs Birkbuschstrahe herfielen, war es also ein leichtes, den Betrunkenen ohne Aufsehen„fertigzu- machen". Vielleicht das Interesianteste an dem ganzen Fall ist die Tat- fache, daß es noch bis zum Donnerstag den Anschein Halle, Freeck sei das Opfer eines Streits mit Zechkumpanen geworden. Die Täter haben sich in große Sicherheit gewiegt, um so überraschender kam ihnen darum ihre Verhaftung. Es ist der kriminalistischen Klein- arbeit zu danken, daß das scheußliche Verbrechen aufgeklärt werden konnte und die Tat bald ihre Sühne finden dürfte. Die Mordbuben sind sämtlich eingeschriebene Mitglieder der NSDAP. Nach dem Obduktionsbefund ist der Tod durch Ersticken und einer hinzugetretenen Gehirnblutung erfolgt. GA.-Bandiien ioben weiter. Sachsen ist machtlos gegen sie. Großenhain, 29. April.(Eigenbericht.) Am Donnerstag verübten die Nazis einen wohlorganisierten Ueberfall auf einen marschierenden Reichsban- n e r z u g. Die Nationalsozialisten hatten bereits den ganzen Tag über ein provozierendes Verhalten gezeigt. So waren sie in das Gewsrkschaftshcim gekommen, hatten dort in srechster Weise Bier oerlangt und sich dabei entsprechend aufgeführt. Der marschierende Zug wurde dann unter dem Ruf;„SA. raus! SA. hierher!" von den Nazis unter Führung des Stadt- verordneten Neul angegriffen. Ein völlig unbeteiligter Passant wurde von den Nazis durch einen Stich in den Hinter- köpf verletzt. Die Polizei nahm die beiden Haupträdelsführer fest. stand aber dem Treiben der Nazis völlig machtlos gegenüber, bis ein Ueberfallkommando aus Riesa erschien. traut gewesen sein. Nach den bisherigen Feststellungen war einer der Täter etwa 1,70 Meter groß, trug eine graue Sportweste und hatte eine Brille. Der Komplice war mit einem blauen Jackett und blauer Schirmmütze bekleidet. -i- Ein anderer Raubüberall wurde in den heutigen frühen Morgen- stunden auf den Chauffeur eines Autos in Dahlem ver- übt. In der Joachimsthaler Straße am Zoo mieteten zwei junge Leute das Auto zu einer Fahrt nach Dahlem. Unweit der Anlagen des Tennisklubs Blauweiß am Wildpfad in Dahlem gaben die beiden Insassen das Zeichen zum Hallen. Während der Droschken- chauffeur die Uhr ausschaltete und nach dem Fahrpreis sah, stieg ein Fahrgast links und der andere an der rechten Seite aus. Als der Droschkenführer wieder hochsah, hielten chm die Fahrgäste Pistolen entgegen. Einer der beiden forderte den Chauffeur auf, sofort seinen Führersitz zu verlassen, da man sonst schießen würde. Dem Mann blieb angesichts der drohend auf ihn gerichteten Pistolen nichts weiter übrig, als der Aufforderung der Banditen nachzukommen. Mit der Taxe fuhren sie mit Dollgas davon. Die Burschen waren etwa 22 bis 24 Jahre alt. Das Raubdezernat des Polizeipräsidiums hat die Ermittlungen aufgenommen., Selbstmord eines Sechzehnjährigen. Zwischen den Stationen R ö n t g e n t a l und Zepernick an der Borortstrecke nach Bernau warf sich heute vormittag der 16jährige Lehrling Emil W a l d t aus der Flugstr. S in Berlin vor die Räder eines Güterzuges. Der Unglückliche wurde auf der Stelle getötet. Die Gründe, die den jungen Mann zu der Verzweiflungstat getrieben haben, sind noch ungeklärt. �aubüberfalZ auf postSeamien. Zoos Mark Rentengelder erdeutet. Aus den 40 Jahre allen Poiibeomten S ch w i e d e r aus Bernau wurde heule früh m Zepernick ein verwegener Raubübersall verübt. Sch. wurde von zwei Männern, die zu ihrem Banditen- streich zweifellos ein gestohlenes Aulo benuhien. mil Pistolen bedroht. Dann entrissen sie dem Beamten eine Aktentasche. in der sich etwa ZOOO M. Rentengelder befanden, die heute zur Auszahlung kommen sollien, und siüchteten. Der Postbeamte hatte das Geld aus Bernau geholt, um es zum Zepernicker Gemeindeamt zu bringen. In der T r i f t st r a h e am Schillerpark in Zepernick, einer besonders ruhigen Straße, wurde Schwisder plötzlich von einem Auto, einer kleinen dunkelblauen Limousine, überholt. Der Führer des Wagens stoppte kurz ab und zwei Männer sprangen mit schußbereiten Pistolen auf die Straße. Mit dem Ruf:„Hände hoch!" entrissen sie dem Postbeamten die Geldtasche. Alles spielte sich so überraschend ab, daß die Täter mit dem Auto bereits wieder auf der Flucht waren, ehe der Ueberfallene überhaupt recht zur Besinnung gekommen war. Das Schild des Wagens, der in der Nacht in Berlin gestohlen wurde, hatte die Nummer 1�. 75 567. Die Burschen rnüsten mit der Oertt ich kell genau ver- Adele Schreiber-Krieger. Zu ihrem 60. Geburtstag. Adele Schreiber, die seit dem Jahre 1920 als sozialdemo- kratische Abgeordnete dem Landtag und jetzt dem Reichstag ange- hört, begeht am heutigen Tage ihren 6 0. Geburtstag. St» gehört zu den Persönlichkeiten, die in der ganzen Welt durch ihr selbstloses und energisches Eintreten für die soziale Ausgestaltung des Frauen- und Kinderschutzes bekannt geworden sind. Genossin Schreiber wurde in Wien geboren, verlebte ihre Jugend im Salzkammergut, erhielt ihre Ausbildung in Wien. Frankreich, England und Italien. Im Jahre 1900 besuchte sie die Schoo! os Economics in London und studierte hierauf an der llni- versität Berlin. Bon früh auf wandte sie ihr stärkstes Interesse der Sozialpolitik und namentlich dem Schutze der unehe- l i ch e n Mütter und ihrer Kinder zu. Aus diesen Motiven gründete sie mit einigen Gesinnungsfreunden 1910 die Deutsche Gesellschaft für Mutter- und Kindesrccht, die namentlich bei der Schaffung von Mütterheimen und Beratungs- stellen für uneheliche Mütter Pionierdienste geleistet hat. Genossin Schreiber gehörte auch zu den ersten Frauen, die in Deutschland für die Gleichberechtigung der Frau im politischen Leben eintraten und dos Frauenftiinmrecht forderten. In der internationalen Frauenbewegung hat Genossin Schreiber, dank ausgezeich- neter Beherrschung sremdcr Sprachen, schon früh eine führende Stellung eingenommen. Sie genießt im Auslande als deutsche Ver- treterin für das Gebiet der sozialen Arbett besondere Anerkennung. Roch dem Kriege übernahm sie die Lettung der Abteilung„Mutter und Kind" beim Deutschen Roten Kreuz und war im Jahre 1920 die Mitbegründerin der„Internationalen Vereinigung für K i n d e r h i l f e" in Genf, deren deutschen Zweig sie leitete. Ihre umfassenden Kenntnisse ermöglichten der Genossin Schreiber auf längeren Reisen in Frankreich und Amerika Verständnis für die deutschen soizalen Bestrebungen zu erwecken und der Anknüpfung internationaler Verbindungen nach dem Kriege wertvolle Hilfe zu leisten. Ihre fruchtbare ltterarischo Täligkett hat. namentlich auch in der sozialistischen Presse und in zahlreichen Fachzeitschriften sowre in dem bekannten Kalender„Mutter und Kind", dem Gedanken der Hilfe für die unehelichen Mütter und ihre Kinder und der Förde- rung der Völkerverständigung durch die Frauen gedient. Adele Schreiber, mit dem Berliner Stadtarzt Dr. Krieger verheiratet, ist auch jetzt noch erste Vizepräsidentin des„Weltbundes für Frauen» stimmrecht". „Eine amerikanische Tragödie." Marmorhaus. Schon im Oktober wurde der Film in einer Presseaufführung gezeigt, er ist nach einem der bedeutendsten amerikanischen Romane — oon Theodore Dreiser— von dem hervorragenden Regisseur Josef von S t e r n b e r g inszeniert. Warum hat die öffentliche Stufführung so lange auf sich warten lassen? Man weiß daß Dreiser ursprünglich mir der Art der Verfilmung nicht einverstanden war und e.nen Prozeß mit der. Firma hatte. Haben sich die Parteien oerglichen? Man versteht, daß Dreiser die filmische Uebertrazung nicht billigte. Sein Roman ist eine Anklage, eine schonunz-lose Analyse der amerikanischen Gesellschaft mit ihrem Geldkultus, der alles oergiftet, und ihrer Heuchelei, die alles korrumpiert. Man oersteht, daß die Fitmunternehmer, die die allerunerträglichste Zensur ausüben, einen echten Dreiser nicht durchlassen konnten. Aber trog- dem hat Josef von Sternberg, der eben wieder aufs Reue in Streit m """z' m v-'Vv-� ,„-V- 5.: SLepp über dem Ostean. Dies ist das erste Bild, das„Graf Zeppelin� auf seinen regel- mähigen Fahrten zwischen Deutschland und Brasilien über dem Atlantik darstellt. Es ist 2400 Kilometer von der brasilianischen Küste entfernt aufgenommen und zeigt das Luftschiff beim Ueberfliegen der Felsen der Inselgruppe von St. Peter und Paul. mit seiner Gesellschaft geraten ist, einen außerordentlichen Film geschaffen, der den Durchschnitt weit überragt. Aus dem typischen jungen Menschen, der im Roman als Opfer der Gesellschaft erscheint, ist im Film mehr oder weniger ein individueller Fall geworden. So bleibt die letzte Erschütterung aus, wozu auch die ganz unpathetische, eisigkalte, rein nüchtern kon- statierende Art des Regisseurs erheblich beiträgt. Man sieht den armen Jungen dem Heglempo der amerikanischen Berufswechsels ausgeliefert. Dann faßt er Posten in einer Fabrik eines reich- gewordenen Verwandten, hat sein erstes Liebesabenteuer mit einer Angestellten der Fabrik. Cr verläßt sie, will sie beseitigen, begnügt stch aber, als sie ohne seine Schuld auf einer Bootspartie ins Wasser fällt, sie ertrinken zu lassen. Sie war für ihn zu einer Fessel geworden. Jetzt, da ihn der Aufstieg in die Gesellschaft mit Hilfe eines reichen Mädchens lockte, das sich in ihn oerliebt hatte. Der in voller Breite und mit dramatischer Zuspitzung geführte Prozeß gibt ein eindrucksvolles Bikd amerikanischen Gerichtsverfahrens und der turbulenten Beredrfamkeit des Staatsanwalts wie der Ver- teidiger. Das Todesurteil bereitet all' den Aussichten des jungen Mannes ein jähes Ende. Sternberg führt die Regie mft fabelhafter Sicherheit in der Herausarbeitung des Milieus und in der Führung Oer Darsteller. Wie wird das amerikanische Tempo sichtbar, wie enthüllt sich die ganze Trostlosigkeit der Fal rikarbeit und die Nüchternheit des ganzen Lebens. Der jung« Mann wird zum Repräsentanten dieses streberischen Geschäftsgeistes, der Die Menschen seelisch aushöhlt und zu Automaten macht. Philipps Holmes ist dieser schmale, blasse angelsächsische Typ mit den dünnen Lippen, die sich beim Sprechen kaum bewegen, ohne Jugend, ohne Ideal, ohne Rebellentum. Cr ist das, was die Gesellschaft aus ihm macht, und so wird er ihr Opfer. Mehr persönliche Note hat schon Sylvia S i d n e y als seine Geliebte. Sie zeigt mehr menschliche Seiten. Der Kapitalismus hat sie noch nicht aufgefressen. Sehr charakte- ristisch in ihrer Art gibt Frances D e e den Typ der reichen Erbin, die schon von Jugend auf gewöhnt ist, ihre eigenen Wege zu gehen. Aue gezeichnet sind auch die Vertreter des Gerichts, der Verteidigung und der Geschworenen gewählt und in Richtung gesetzt,«o ist der ganze Film ein Meisterwerk der Regiekunst, die alle technischen Micke! für ihre Zwecke ausnutzt, aber es fehlt der Geist, Oer eine Idee, ein Ziel herausarbeitet, es fehlt die Beseelung, die uns er- jchllttert oder fortreißt. r. Weiß Kerdl im Film. Llfa-pavilion München ist für den Voltskomiker Weiß F e r d l die Stadt seines Ruhms und ssiner Dauerbsliebtheit. Doch ist sein Name weit über die Grenzen Bayerns hinaus bekannt. Für den Film „Wenn dem Esel zu wohl i st", mit Weih Ferdl als Haupt- darsteller, ist mithin oon vornherein ein Interesse vorhanden. Cr spielt den reichen Viehhändler, der, nachdem er bei seiner Brautsuche alle möglichen Dummheiten gemacht hat, seine liebenswerte Buch- halterin heiratet. Weiß produziert sich in seiner derben, durchaus volkstümlichen Art als Sänger mit dem Heldentenor Tick, als besitzfreudiger Trabrennfahrer, als jodellustiger Bolkskomiker, als ausgelassener und als vornehmer Tänzer, als einziger rupffähigsr Gast in einer Berliner Nachtbar und als Heiratswstiger in einer gräflichen Villa im Tiergarten, wo er in tausend Nöte gerät. Sein ganzes Können rollt vor uns ab mit dem Ergebnis, daß man oft und herzlich lachf jedoch eine Wiederholung im gleichen Genre nicht wünscht. Der Regisseur Franz Seitz, der das bayerische Milieu dick aufträgt, weiß jeden Augenblick, was er seinem Komiker schuldig ist. Er gruppiert allerlei absonderliche Menschen um ihn. die, trotzdem sie einen kleinen Sonnenstich, haben, gerissen geschäftstüchtig sind. Glänzend ist Berthe O st y n als kesse Berliner Bardame-, die sich von Grund auf ändert, wenn sie auf die feine Tour geht. Ebenso ist. Charlotte Ander einfach famos als kokette, zielbewußte Buch- hallerin.,., Der Kulturfilm„Zum leuchtenden G a r d a s e e", rst so aufgenommen, daß er seinem Titel alle Ehre macht. Cr ist weit mehr als eine gewissenhafte photographische Berichterstatwng. e. K. Gtegerwalds Lohnpolitik Schutz der menschlichen Arbeitskraft! Der Reichsarbeitsminifter sührte in seiner vorher angekündigten Rede aus der Reichstagung des Verbandes der Katholischen Kauf- mäiinischen Vereinigungen in Erfurt u. a. aus: „Wir stehn gegenwärtig vor einem ungeheuren Weltdurchein- ander. Auch in Deutschland herrscht aus dem Gebiet der Wirtschafts- und Sozialpolitik noch eine große Verwirrung. Wir leben in einem Zeitalter des italienischen Faschismus, des russischen Kommunismus und der internationalen Konzern-, Kartell- und Trustwirtschast. Daneben muß das Reich Stützungspolitik über Stlltzungspolitik gegenüber Banken, Genossenschaften, Großschisfahrt, östlicher Land- Wirtschaft usw. betreiben. Von Arbeitgeberseite wird der Reichsarbeitsminster immer stärker bedrängk, im Hinblick aus die sechs Millionen Arbeikslosen den staatlichen Lohnschutz durch Aufhebung der Borschriften über die Derbindlichkeiiserklärung von Schiedssprüchen zu beseiligen. Dieses Verlangen läuft därauf hinaus, daß in einem Weltwirtschaft- lichen Erkrankungszustand ohnegleichen durch den Staat alles ge- schützt und gestützt werden sckll, mit Ausnahme der menschlichen Arbeitskraft. Solange ich Arbeitsminister bin, lehne ich das n a ch d r ü ck- l�h st ab. jDic staatliche Lohnpolitik kann natürlich den Arbeitern der Binnengewerbe nicht wesentlich höhere Löhne zubilligen als elwa den Gewerben und Industrien, die dem Weltwellbewerb aus- gesetzt sind. Die Handhabung, der Lohnpolitik ist gegenwärtig eine der schwierigsten Staatsaufgaben. Die Arbeitgeber sehen in ihr eine der Hauptursachen der gegenwärtigen Wirtschaftserstarrung Deutsch- lands. In Arbeitnehmerkreisen sieht man in dem Staat weit- gehend die Lohnsenkungsmaschine. Meines Erachtenz sind beide Annahmen falsch. Die staatliche Lohnpolitik hat während der größten Krisis eines Jahrhunderts die Aufgabe, zu verhindern, daß bei der ungleichen Kräftelagerung der Lohn der breiten Arbett- nehmerschichten nicht ins Uferlose sinkt. Sie hat weiterhin die Auf- gäbe, die Parteien möglichst weitgehend zu fteiwilligen Perein- barungen zu bringen, das beiderseitige Verantwortungsbewußtsein zu stärken und dafür zu sorgen, daß der wirtschaftlichen Vernunft nicht der Weg verlegt wird." Grundlegende Aenderunaen der Sozialversicherung. „Die gesetzliche Sozialversicherung, insbesondere die Arbeits- losenfürsorge und die Invalidenversicherung, befindet sich gegen- wärtig in einer sehr schwierigen Lage, Für das Jahr 1932 fehlen den Fürsorgeeinrichtungen und Dersicherungszweigen noch viele Hunderte oon Millionen Mark, Mit Beitragserhöhungen und Steuererhöhungen ist dem Fehlbetrag nicht wesentlich beizukommen. Damit würde nur neue Arbeitslosigkeit geschaffen. In den nächsten Wochen muß eine Kombination zwischen Arbeilsbeschasfang und Arbeits- losenfürsorge gefunden werden, mit der wir über das Jahr 1932 hinüberkommen. Auch die Invalidenversicherung muß ins Gleichgewicht gebracht werden. Auf längere Sicht gesehen, werden sich grundlegende Aenderungen der gesetzlichen Sozialoersicherung nicht vermelden lassen. Heute steht die Sache so, daß mehr als die Hälfte sämtlicher Wähler unmittelbar Forderungen an den Staat stellen(Beamte, Pensionäre, Kriegsbeschädigte, Arbeitslose, Invaliden- und Unfallrentner, Wohlsal)rtsunterstützungsempfängsr usw.). Meines Erachtens kommen wir nicht darum herum, die Sozialversicherung in steigendem Maße den Versicherten zu über- antworten. Damit würden sowohl der Streit über die staalliche Sozialpolitik als auch der Streit zwischen Arbeitgebern und Ver- sicherten weitgehend zurückgedrängt werden können. ... Die Arbeitgeber hätten einen durch Gesetz festzusetzenden Beitrag zu entrichten, wofür sie in bestimmten Fragen mitzuent- scheiden hätten, während für den Rest des Beitrags die Ver- sicherten selbst aufzukommen hätten, wie ihnen auch die Durch- führung der Sozialversicherung bei entsprechender Staatsaufsicht einzuräumen wäre, Auch das gegenwärtige Organisationswesen in unserer Wirtschaft erweist sich immer mehr als eine Unmöglichkeit. Heute setzen sich Arbeitgeber und Arbeitnehmer in den einzelnen Gewerben und Wirtschaftszweigen meist nur(1) um den Lohn auseinander. Dabei ist die Lohnfrage doch nur ein kleiner Ausschnitt aus den Gesamtoorgängen in der Well- und Volkswirtschaft." Die einzelnen Zweige der Wirtschaft seien auf den verschiedensten Gebieten auf einander abzustimmen, nämlich preis-, steuer-, ver- kehrs-, lohnpolilisch usw. „Daß stch die Arbeitgeber heute noch gegen eine zweckmäßig« paritätische Ausgestaltung der gesetzlichen Kam- m e r n(Handwerks-, Handels- und Landwirtschaftskammern) wehren, kommt mir kleinlich und etwas altmodisch vor," e- Die Lohnsenkungsmaschine wurde bisher allerdings so stark betrieben, daß es höchste Zell ist, zu stoppen. Wenn der L o h n für die Unternehmer lediglich als Belastung des Selbstkostenkonto» gilt, für den. Arbeiter und seine Familie bedeutet er die Existenz. Wirtschaftlich gesprochen soll der Lohn die Produllion und Repro- duktion der Arbeitskraft ermöglichen und als Konsumkraft die Wirt- schaft beleben. Der Lohn ist für den Arbeiter und die Wirtschaft wich- tiger als Herr Stegerwald es in seiner Rede zum Ausdruck brachte. Ueber die Pläne zum Abbau der gesetzlichen Sozial» Versicherung wird noch zu reden sein. So sehr wir begrüßen, daß der Reichsarbeitsminister neben dem Artikel 157 der Reichsverfassung auch den Artikel 165 in Erinnerung gebracht hat, so sehr vermissen wir in seiner großen Rede den geringsten Hinweis auf die notwendige Verkürzung der Arbeitszeit, die Einführung der 49-Stunden-Woche. Nach dem, was bisher in dieser Beziehung geplant ist, kommen wir zu einer Halbheit, die zu einer Entspannung der Arbeitslosigkeit nicht führen wird. Konzerte und Rundfunk. Ausklang. Knapp vor Schluß der Saison, nach dem Zuendegehen der ver- schiedensten Orchester- und Kammermusilkonzertzyklen beginnt noch einmal und oon neuem der Reigen großen Solisten, die sich mit ihren letzten— oder einzigen— Abenden einstellen, um ihr immer noch erstaunlich großes und erstaunlich treues Publikum zu begeistern und zu faszinieren. A r t u r Schnabel(an der Spitze wie immer) füllt fast die Philharmonie, für einen Solisten, gar einen Pianisten heutzutage ein Rekord. Dabei umfaßt sein Programm nur drei Stücke: was für Stücke aber! Eine Mozart-, eine Schubert-Sonate (A«Dur posthrnna) sowie Beethovens gigantische Diabelli-Bariatio- nen. Freilich, wer Mozart in so seltener, in so einleuchtender Selbst- verständlichkest, in so köstlicher Klarheit aller Linien zu musizieren vermag, wer die geistigen Konturen des ungeheuren Beethovenschen Bariationenwerks so herauszuarbeiten weiß, der kann auf alle brillanten Effellstückchen, auf alles Tastenseuerwerl gern verzichten. Der braucht nur das zu treiben, was allein dem im Kurs so sehr gefallenen Klavierspiel seine Bedeutung heute noch zu sichern ver- mag, unabhängig oon Sympathie und Antipathie dem Instrument gegenüber: hingegebenen Dienst am Werk. Bon Erich Kleiber begleitet, spielte Wilhelm Backhaus Beethovens Ss-Dur-Konzert: in großem Stil, sehr schön im Klang- lich-Sinnlichen. Graveure gab seinen zweiten Liederabend: er war eine Nuance schwächer als der erste, immer aber noch herrlich im Ton, verblüffend in der einzigartigen, unübertrefflichen Technik. Feuerma.nns Cello-Abend(letzte Mühelosigkeit von brillantester Technik: zu kühl aber, zu überlegen in den Bezirken des Seelischen) war ebenso ein großer Erfolg wie der letzte Kammermusikabend des Busch- Ouartetts, von Rudolf Serkin— einem der wenigen wirklich bedeutenden jungen Pianisten— akkompagniert. Mit Ellen Ludwig-Stolzenburg zusammen brachte Heinrich Maurer Werke für zwei Klaviere zum Vortrag, darunter— wie es auf dem Programm heißt—„Vergessene Meisterwerke", zwei Konzerte von Wilhelm Friedmann Bach, Busonis Improvisation über Bachs Choral„Wie wohl ist mir" sowie des gleichen Meistsrs Phantast» für eine Orgelwalze nach Mozart— ein der Intention wie der Ausführung nach lobenswertes Beginnen. Im Rahmen eines Zyklus, der sich mit der Oper des aus- gehenden 18. und beginnenden 19. Jahrhunderts beschäftigt, wurde oon der Funkstunde— unter Leitung oon Bronsgeest und Direktion von Meyrowitz— eine Veranstaltung übertragen, die sich mit der„R e t t ün g s o p e r" befchäfttgte, bei der Oskar Bis einleitende und verbindende Worte sprach, bei der Stücke aus Opern von Dalayrac, Cherubini, Paer und Beethoven(„Fidelm" in erster Fassung) zu Gehör gebracht wurden(„Rettungsoper" heißt eine zur Zett der französischen Revolution besonders beliebt« Operngat-� tung, der textlich das immer wiederkehrende Schema„Rettung aus Gefahr" zugrunde liegt: man denke an Mozarts„Entführung", an Beethovens„Fidelio").— Mag es nun an dem Aufbau des Ganzen oder der Durchsührung der Veranstaltung gelegen haben— die Tempi waren wohl kaum authentisch: wenigstens machten sie die Stücke nicht evident— so kultiviert auch FritzWolf und Pearl I o d e r(eine ausgezeichnete Sopranistin) sangen, man konnte sich einer tzelinden Langeweile nicht erwehren: damit war aber� alle Mühe umsonst, denn der Rundfunk ist kein musikhistorisches Semi- nar: was nicht ganz lebendig gestaltet, was nicht ganz in unsere Nähe gebracht werden kann, hat da durchaus kein« Lerechttgung, A. W. „Machen Sie das nichi mit Lhrer Frau!" Komödie. Das Gedächtnis und die Bildung von Rudolf Eger sind- vollkommen. Die Tugenden hindern ihn aber, ein sehr originelles Lustspiel zu schreiben. Ihm fallen zu viel literarische Motive ein, Die Pointen, die dann noch auf eigenem M—, nein, auf eigener Lehrlingsschaft erblühen, sind stete etwas welk. Die Boccaccio-Thef« lautet: Die Gattinnen, die in der Villa über einen begüterten Gatten verfügen und außerdem eine Häubchenzofe und einen Lohndiener Friedrich kommandieren, werden mit der Zeit etwas kühl. Das äußert sich bei ihnen, sndem sie statt des Höschenpyjamas einen schlampigen Schlafrock tragen und, zu- sammengekauert auf ihrer Couas, nur davon träunien, dem ehelichen Fürsorger kleidsame Hörner auszusetzen. Der Gatte merkt das mit Unbehagen. Er beschließt, der in> löjähriger Ehe eingefrorenen Dame eine Hitzekur angedeihen zu lassen. Er schickt ihr Blumen und noch Blumen ins Haus, aber nicht als er selbst, sondern als der Baron M. Nun schenkt Nonny— so heißt die Gefriergattin— wirklich Feuer für den Baron, der ja gar nicht existiert. Aber eines Tages fängt er an zu existieren. Er kommt aus Italien, und er ist ein Baron M,, und er trägt sich unter diesem Namen in das Gästebuch des Adlon-Hotels in Berlin ein. Im Berliner Adreßbuch existierte er nicht, nun existiert er auch in Berlin und in Ronnys Herz. Gerade als der Gatte meint, daß er Ronny zur Liebeslebendigkeit zurückgeführt und oon dem nicht vorhandenen und doch vorhandenen Baron weggeführt hat, wendet sich das Blättchen. Der Gatte ist beruhigt in der Hoffnung auf das kommende Feuer der Gattin, Da läßt sich Baron M. melden und Ronny bitten. Die Lehre: Machen Sie das nicht mit Ihrer Frau! Daß der Satz stimmt, wenigstens für die Villenbesitzer stimmt, soll die Aufführung beweisen. Carola T o e l l e glitzert mit allem Charme, den sie besitzt. Aber sie erhitzt sich theatralisch zu stark. Bruno K a st n e r und Heinz Klubertanz, wie Feuerwerker des bescheidenen Geistes, hüten sich weit mehr vor solcher lieber- spannung des Temperaments, So kommen die Liebhaber des feineren Komödienspiels ebenso wie die Feinschmecker des gröberen auf ihre Kosten. Beifall von beiden Seiten beweist es. �1. H.. Das Berliner Sinfonieorchester im Sommer. In der Oefsint- lichkeit scheint im Anschluß an die kUrzlichen Meldungen der Presse, daß die Mitglieder des Berliner Sinfonieorchesters mit dem Berliner Phikharnumischen Orchester vereinigt werden sollen, die Auffassung zu bestehen, daß das Berliner Sinfonieorchester keine Konzerte mehr veranstaltet. Dies entspricht nicht den Tatsachen. Das �Berliner Sinfonieorchester besteht noch und wird auch während der Sommer- monate konzertieren, Rolf Jahn Nachfolger von Beer. In der Generalversammlung des deutschen Bolketheaters in Wien verabschiedete sich Direktor Beer in längerer Reöe. Bei der Abstimmung über den neuen Pachtvertrag wurde dem Ausschuß die Ermächtigung erteilt, den Vertrag mft Direktor Rolf Jahn zu unterschreiben. Die IS. Internationale kunstanssiellvng in Venedig wurde gestern feierlich eröffnet. Di« ALnstler-Attershilse, die für atternde erwerbslose Künstler eintritt, ruft auf zu einem aroßen populären Konz ort am S. Mai im Bach-Saal.<£i wirken mit: das Berliner Zinfonie-Orchester unter Mar von Schillings, Beata Mällm. Alexander KipniS: am Flügel: Tr. V. Ernst Wolfs. DaS populäre Programm ist ungemein reichhaltig. Tie Wohlsahrtil-ErwerbSlosen-Vorstellungen in der Städtischen Oper, die von Intendant Eb-rt im Einverständnis mit dem Aufstchtsrat der Städtischen Over geplant sind, bringen am 30, Aprll noch- «ittägS„Fidelio" und am 22 Mai„Tiefland". \ Internationaler Vorstoß. Gewerkschaften aller Länder fordern Arbeitsbeschaffung. Die ungeheure Notlage des Millionenheeres der Arbeitslosen hat die freigemertschaftlichen Spikenorganisa tionen der europäischen Arbeiter- und Angestelltengewerkschaften veranlaßt, gegen die schleppende Behandlung der vor= dringlichsten Probleme zur Bekämpfung der Krise beim Internationalen Arbeitsamt in Genf zu protestieren. Aus Deutschland, England, Frankreich. Belgien, Holland, Desterreich, der Tschechoslowakei, Estland und Lettland wurden Telegramme an die 16. Internationale Arbeitsfonferenz ge= sandt, in denen gefordert wird, schnellstens infernationale Maßnahmen gegen die Arbeitslosennof zu treffen und insbesondere die Durchführung der 40 StundenWoche und der Arbeitsbeschaffung zu beschließen. Die europäischen Gewerkschaften verlangen die dringliche Einberufung einer internationalen Sonderkonfe= renz zweds Beratung wirksamer Maßnahmen mit dem Ziel, insbesondere die 40- Stunden- bzw. 5- Tage- Woche als Höchstarbeitsdauer international durch eine Konvention durchzuführen. In ähnlicher Form sind von außereuropäischen Ländern Australien und Neuseeland beim Internationalen Arbeitsamt vorstellig geworden, so daß den von der Internationalen Gemertschaftskonferenz in Genf soeben erneut erhobenen Forderungen größter Nachdruck verliehen worden ist. Angesichts der Schwere der Krise, aus der vorläufig noch fein Ausweg zu erblicken ist, muß erwartet werden, daß diese dringlichen Appelle das Internationale Arbeitsamt veranlassen, energischer als bisher die Widerstände zu bekämpfen, die den einzig möglichen noch Linderungsmaßnahmen unverantwortlicherweise entgegen gesetzt werden. Billiger Sonnabend und billiger Sonntag im 300. Der nächste Sonnabend, 30. dieses Monats, und Sonntag, 1. Mai, sind beide billige Tage im Zoologischen Garten. Am Sonnabend kostet der Eintritt von nachmittags 2 Uhr ab für Erwachsene 50 Pf., für Kinder unter 10 Jahren 25 Pf. Am Sonntag gelten dieselben ermäßigten Preise für den ganzen Tag. Ebenso ist der Besuch des Aquariums am Sonnabend und Sonntag in derselben Weise verbilligt. Am Sonntagnachmittag 4 Uhr spielt das zu den Notstandsorchestern zu rechnende Neue Lonkünstler- Orchester unter Leitung von Hermann Schulze- Wittenberg. Im Ausland herumzuschimpfen ist eine Gewohnheit mancher Leute, die man sich aber nicht überall gefallen läßt. Ein Reichs deutscher Ernst Herbon ist auf dem polnischen Bahnhof Strebjelin verhaftet und wegen Beleidigung des polnischen Staates vom Kreisgericht Neustadt im Korridor zu 10 Tagen oder 100 Zloty verurteilt worden. Wetter für Berlin: Warmes und wolkiges Wetter mit Gewitterneigung. Für Deutschland: Im Osten heiter und am Tage warm, im Westen und Süden zahlreiche, in Mitteldeutschland vereinzelte Gemitterregen, besonders im Westen am Tage etwas fühler. PROGRAMM für die Zeit vom 29. April bis 2. Mai BTL Potsdamer Straße 38 Der Sieger mit Käthe v. Nagy, Hans Albers W. 5, 7, 9 Uhr S. 3, 5, 7, 9 Uhr Achtung! Laubenkolonisten und Kleingärtner! Es ist auch in diesem Jahre unser Bestreben, die Laubenkolonien Groß- Berlins, soweit sie durch Boten erreicht werden können, mit dem„ Vormärts" zu beliefern. Wir bitten daher alle Leser unseres Blattes, welche die Zustellung der Zeitung während des Sommerhalbjahres in die Laubenkolonie wünschen, ihre genaue Adresse mit der Angabe, mo der die Kolonie liegt, der aus Abonnements quittung ersichtlichen Ausgabestelle oder unserer Hauptexpedition mitzuteilen. Die Umbestellung erfolgt zweckmäßig einige Tage vor dem Umzug nach der Laube. Vorwärts- Verlag G. m. b. H. Berlin SW 68, Lindenstraße 3 Fernsprecher: A7 Dönhoff 292-297 Tarifverlängerung. bund: also muß Herr Heinrich sein Herzogtum verpraffen, versaufen, verfressen; so ein Dicker hat nicht die Möglichkeit, sich auf flinken Füßen von der Stätte seiner Untaten zu entfernen, ehe die Rache naht: so entgeht Herr Heinrich der Strafe nie, er muß wacker herhalten, wenn es Spott und Prügel fett; so ein Dicker füllt aber mehr Raum aus als der Dünne, kann nicht so schnell aus dem Wege geräumt werden, bringt darum selbst des Kaisers Majestät durch Frechheit, gepaart mit didmanstiger Würde, in beträchtliche Verlegenheit... Ihm zur Seite, geliebt manchmal, ge= haßt manchmal und immer unentbehrlich, der magere Misantrop von Schweinichen, dessen empfindliche, durch feine Specseite ge= schützte Seele immer unter Dingen zu leiden hat, die seinem Herrn faum unters fchirmende Fleisch dringen: so wursteln sich diese zwei durch ein mießes und nur im positiven Temperament des Dicken sich herrlich spiegelndes Praß- und Pumpleben. Don Quichote auf den Kopf gestellt, nämlich Sancho Pansa als Führer und Don Quichote als der Geführte... und das einzige Sancho Panja- Temperament gegen die gesamte Tatsächlichkeit der Umwelt. Tiefere Bedeutung, menschliche Rührung blißt nicht selten auf: denn dies Buch erschöpft sich nicht in Witz und nicht in Satire, es ist allumfassender Hermann Mostar. Humor, vielleicht als einziges in seiner Zeit. FUNK UNDAM ABEND Freitag, 29. April. Berlin. 16.05 Emil Bredow: Der Sportangler. 16.30 Deutsche Geschichte in einer halben Stunde.( Dr. Wolf Zucker.) 16.50 Unterhaltungsmusik. 17.30 Mitteilungen des Arbeitsamtes. Für das rheinische Braunkohlenrevier trafen die Parteien eine Vereinbarung, wonach der bisherige Arbeiterrahmentarif mit Rücksicht darauf, daß die Verhandlungen über seine Erneuerung bis Ende April noch nicht abgeschlossen sein können, bis zum 20. Mai verlängert wird. Die ab 1. Januar 1932 gültige Lohnstaffel 17.35 Valeriu Marcu: mit einem Spitzenstundenlohn von 90 Pf., bleibt mit einmonatiger Kündigungsfrist weiter in Kraft. Das neile Buch Alfred Neumann: Narrenspiegel*) Till Eulenspiegel, schönste Inkarnation deutschen Volkshumors sowohl nach Drastik wie nach Pfiffigkeit und pädagogischer Befinnlichkeit, soll von Figur schmal und schlank und biegsam gewesen sein wie er es von Geist war; wird immer als flinker Junge von knapp hundert Pfund Lebendgewicht dargestellt; wird wohl auch von keinem anders empfunden. Nun stelle man sich diesen Till dick vor, maßlos dick, so um vier Zentner herum, setze aber in diesen Berg aus Fleisch die schmal gebliebene Tillsche Schalfseele: und man hat Alfred Neumanns Herzog von Liegniz. So ein Dicker kann nicht bescheiden und anspruchslos leben wie der magere Vaga*) Im Prophyläen- Verlag, Berlin. Kongreẞ. zum Wiener Von der französischen Revolution bis 18.00 Gustav Rickelt liest eigene Hundegeschichten. 18.25 Handbuch der geographischen Wissenschaften.( Am Mikrophon: Prof Dr. Georg Wegener. 18.35 Die Funkstunde teilt mit 18.40 Stimme zum Tag. 18.50 Populäres Orchesterkonzert. 21.30 Tages- und Sportnachrichten. 21.40 Funk- Kalender( April). 22.35 Wetter-, Tages- und Sportnachrichten. Königswusterhausen. 16.00 Dr.- Ing. Helmut Döhl: Rechenunterricht in der Berufsschule. 16.30 Leipzig: Konzert. 17.30 Dr. Walther Linden: Die realistische Dichtung des 19. Jahrhunderts. 18.00 Dr. L. Schwering: Tilly, der Mann und Soldat. 18.30 Dr. Pohl: Kann der Staat den Wirtschaftsverlauf beeinflussen? 18.55 Wetter für die Landwirtschaft. 19.00 Wissenschaftlicher Vortrag für Aerzte. 19.30 Hans Brockmann und Eva Gottgetreu: Arbeit und Dichtung. 19.50 Würzburger: Vorschau auf das Mai- Programm. 20.00 Washington: Kurt G. Sell: Worüber man in Amerika spricht. 20.15 Breslau:„ Eine kleine Melodie". Verantwortl. für die Redaktion: Rich. Bernstein, Berlin; Anzeigen: Th. Glode, Berlin. Berlag: Borwärts Berlag G. m. b. S., Berlin. Drud: Borwärts Buch druckerei und Berlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW 68. Lindenstr. 3. Sierzu 1 Beilage. KINO- TAFEL Moabit Artushof Wochent. ab 6 Uhr Zeli Sonntags ab 5 Uhr Perleberger Str. 29 2 Großtonfilme: Peter Voß, der Millionendieb. Wie werde ich reich und glücklich? Welt- Kino Wocht. 6.45, 9.05 Uhr Alt- Moabit 99. Zehlendorf- Mitte Südwesten Nordosten Beginn tägl. 5, 7, 9 Uhr Film- Palast Kammersäle ,, Elysium Stg. 3 Uhr Jugendvorstell. Potsdamer Str. 50 Der Sieger mit Hans Albers, Käthe v. Nagy. G. Tonbeipr. Steglitz Stg.4, 6.30, 9U. Sonntags ab 4.45 Uhr Titania- Palast W.6.30, 9 U Odeon, Potsdamer Str.75 m weißen Röß'l mit Max Han- Steglitz. Schloßstr. 5. Ecke Gutsmuthsstr. Das blaue Licht mit Leni Riefenstahl, Mathias Wiemann. Außerdem: Einmal möcht ich keine Sorgen haben mit Max Hansen. Jugendl. haben Zutritt W. ab 5 Uhr. Sonnt. ab 2.30 Uhr Turmstraße 12 Der Geheimagent mit Harry Piel, Maria Solveg. Eduard v. Winterstein S. 3, 5, 7, 9 Uhr W. 5, 7, 9 Uhr Alexanderstraße 39-40 ( Passage) Einmal möcht ich keine Sorgen haben mit Max Hansen. Außerdem: Man braucht kein Geld mit H. Rühmann, Hans Moser. Jugendl. haben Zutritt Den ganzen Tag geöffnet! St. ab 3 Uhr Westen Primus- Palast Potsdamer Str. 19 Ecke Margaretenstr. Uraufführung! Aus einer kleinen sen, Liane Haid, Cam. Spira großes, stummes Tonlustspiel nach dem bekannten Bühnenwerk, begleitet vom Welt- Kino- Sinfonie- Orchester Jugendliche haben Zutritt Charlottenburg Germania- Palast Charlottenburg. Wilmersdorfer Str 53/54 Nachtkolonne mit Olga Tschechowa, Wladimir Gaidarow. Außerdem: Wehe wenn er losgelassen W. 5, 7, 9 Uhr S. 3, 5, 7, 9 Uhr Kant- Lichtspiele Kantstr 54( an der Wilmersdorfer Str.) Der tolle Bomberg mit Hans Adalb. Schlettow, Lieselott Schaak, Paul Heidemann W. 5, 7, 9 Uhr S. 3, 5, 7, 9 Uhr Schlüter- Theater Beginn: 5, 7, 9 U. Schlüterstr. 17. S. 3 U.: Jgd.- Vorst. Zwei Herzen und ein Schlag mit Lilian Harvey. Wallburg. Tonkabarett Residenz mit Lucie Englisch. Atrium Ida Wüst, Curt Vespermann, Alb. Paulig, Hugo FischerKöppe, Herm. Picha W. 5.15, 7.15, 9.15 Uhr S. 3.15, 5.15, 7.15, 9.15 Uhr Unter den Linden Die Kamera Unter den Linden 14 Täglich 3, 5, 7, 9 Uhr Der blaue Expreß( Das Dokument von Shanghai) Friedrichstadt Franziskaner Wilmersdorf Kaiserallee, Ecke Berliner Straße Wochent. 7, 914 U. Sonnt. 5, 7, 94 U. Melodie der Liebe mit Rich. Tauber, Lien Deyers, Petra Melodie der Liebe mit Rich. Tauber, Lien Deyers, Petra Unkel, Szöke Szakall, Alice Treff. Jugendliche haben Zutritt Mariendorf Mariendorfer W. 7, 8.30, Ma- Li Tonlichtspiele So. ab 5 U. Chausseestr. 305. Teltower Str.1 W ab 5%. So. ab 3½ U. 2 Tonfilme: Fünf von der Jazzband mit Jenny Jugo. Chauffeur Antoinette mit Charlotte Ander Süden Theater am Moritzplatz Wo. 6, 8.45 Uhr, Sonnt. ab 4.30 Uhr Zwei Herzen und ein Schlag 6 Prenzlauer Allee 56 W. 5 Uhr. Stg. 3 Uhr Jug.- Vorstellg. Fünf von der Jazzband mit Jenny Jugo. Der schönste Mann im Staate.- Jugdl. Zutritt Landsberger Flora- Lichtspiele Allee 40/41 W. 5.45, 7, 8.45 Uhr. Sonnt. ab 3 Uhr Gitta entdeckt ihr Herz mit Gitta Alpar, Gustav Fröhlich. Die Wasserteufel v. Hieflau W. 64, 9 mit Lil. Harvey, O. Wallburg Königstadt- Palast s Stg. ab 3 Die Firma heiratet mit Ch. Ander, Roberts Südosten 2 Großtonfilme: Der Feldherrn- Deutsch- Amerik. Theater hügel mit Elga Brink, Betty Bird. Die Wasserteufel von Hieflau Kurfürst Tempelhof W. 7, 9 Uhr Stg. 5, 7, 9 Uhr Sonntag 3 Uhr: Jugendvorstellung Dorfstraße 22. Ecke Berliner Straße Mädchen zum Heiraten mit Renate Müller, Herm. Thimig. Tonbeiprogramm Tivoli Täglich 5, 7, 9 Uhr Stgs 3 Uhr: Jugendvorstell. Berliner Str. 97. Gitta entdeckt ihr Herz mit Gitta Alpar, Gustav Fröhlich. Tonbeiprogramm Jugendliche haben Zutritt Excelsior Neukölln Wocht. 6.30, 9 Uhr Stg 4, 6.30, 9 Uhr Kaiser- Friedrich- Straße 191 TonBen Hur in Tonfassung. beiprogr. Jugendl. haben Zutritt Wochent. 6.30, 9 Uhr Stg. 4. 6.30, 9 Ubr Unkel, Szöke Szakall, Alice Kukuk Treff. Jugendliche haben Zutritt Schöneberg Alhambra 1 Woch. 5, 7, 9 Uhr Kottbusser Damm 92 Köpenicker Str. 68 Beg. 4.30, Sonnt. 2.30 Uhr Jugend.- V. Gitta entdeckt ihr Herz mit Gitta Alpar, Gustav Fröhlich. Beiprogr. Jugendliche Zutritt Filmeck Am Görlitzer Bahnhof W ab 6%. Stgs. ab 3 Iwan Mosjukin, Tr. v. Molo in Sergeant X ( Das Geheimnis d. Fremdenlegionärs) Ferner Fr. Kampers, Camilla Spira in Skandal in der Parkstraße Bühnenschau Luisen- Theater Reichenberger Str. 34. W. ab 6.30 Stgs. ab 3 Gitta Alpar, Gust. Fröhlich in der Tonfilm- Operette Gitta entdeckt ihr Herz Ferner Lon Chaney in dem tönenden Millionenfilm: Der Glöckner von Notre Dame Jugendliche haben Zutritt 2 Tonfilme: Skandal in der Park- Stella- Palast ab 6.30 Uhr straße mit Fritz Kampers. Mann über Bord Sonnt. 3. 5. 2. 9 Uhr Mercedes- Palast W.6%, 9 U. Varieté, Tonfilm Hauptstr. 30. Der Boß mit Will Rogers. Zirkus mit Charlie Chaplin. Bühne: Zwei Riegas, Gladiatorenspiele Tageskino ab Titania Schöneberg 9 Uhr vorm. Georgenstraße( Ecke Friedrichstraße) 10.30, 1.30 4.30, 7.30, 10.30 Ubr Liebe ein Naturgesetz Ein Film mit Vortrag über die Beziehungen zwischen Mann und Weib Für Jugendliche ist dieser Film streng verboten 9, 12, 3, 6, 9 Uhr: Harold, halt dich fest mit Harold Lloyd Hauptstr. 49. W. 5. 7, 9 Uhr S. 3, 5, 7, 9 Uhr Die Fünf von der Jazzband mit Jenny Jugo. Gutes Tonbeiprogramm Friedenau Kronen Lichtspiele Rheinstraße 65 W. 5, 7, 9 Uhr Sonnt, ab 3 Uhr Der Sieger mit Hans Albers, Gut. Beipr.) Käthe v. Nagy. Hermannstr 212 S. ab 3 U. Gitta entdeckt ihr Herz mit Gitta Alpar, Gustav Fröhlich. Bühne: Ruth u. ihre Jazzboys. Sonnabend, 11.30 Uhr, Nachtvorstell.: Erik en Hanussen Jugendliche haben Zutritt W Sonnt ab 3 U. Primus- Palast 6.30, 9 U. Sonnt. ab Köpenicker Straße 12-14 Renate Müller, Herm. Thimig in dem großen Erfolg Mädchen zum Heiraten Hermann Speelmanns in dem Kriminaltonfilm Kriminalreportere Holm Treptow Am Hermannplatz Urbanst 72/76 Treptow- Sternwarte Fünf von der Jazzband mit Jenny Jugo. Bühne: Neun von der Jazz, mit Tanzeinlagen. Beiprogramm. Jugendl. Zutritt Stern, Hermannstraße 49 Sonntag, 4, 6, 8 Uhr Tabu, der große Südseefilm Murnaus Baumschulenweg W 6 Sonnt, 4, 6.30, 9 Uhr Lichtspielhaus U., St. 1.30 St. 2.30 U J.-V. W. 6.30, 9 Uhr. Sonnt. 4, 6.30. 9 Ubr Der schönste Mann im Staate mit Siegfr. Arno.- Tonbeipr. Bühnenschau Jugendliche haben Zutritt Baumschulenstraße 78 Der Sieger mit Hans Albers, Käthe v. Nagy Beiprogramm. Reichhalt Tonwoche Schönhauser Allee 10 Der Sieger mit Hans Albers. Beipr.- Tonw. Confer.: Hans Horsten Osten Germania- Palast Frankfurter Allee 314 PROGRAMM für die Zeit vom 29. April bis 2. Mai Neu- Lichtenberg Kosmos- Lichtspiele Lückstr. 70 Täglich 5, ca. 7, 49 Uhr Der Sieger mit Hans Albers, Käthe v. Nagy. Tonbeipr. Tonwoche Friedrichsfelde Kino Busch Frt., Sbd., Stg. ab 5, sonst Beginn 6 Uhr Alt- Friedrichsfelde 3 Tonwoche Ein bißchen Liebe für dich mit Lee Parry, Thimig. Rhytmus der Welt mit Magda Schneider, G. Alexander Norden Alhambra Mullerstraße 186. Ecke Seestraße W. 5, 7, 9 Uhr, Sonnt. 3. 5, 7, 9 Uhr Großtonf.: Zwei in einem Auto ( Reise ins Glück) mit M. Schneider, R. Romanowski Woch. ab 6.30 Uhr. Sonnt ab 3 Uhr Pharus- Lichtspiele Gitta entdeckt ihr Herz mit Gitta Alpar, Gustav Fröhlich Bühnenschau Jugendliche haben Zutritt Sonnab., 11.30 Uhr, Nachtvorstellung: Farbenlichtbildervortrag: Mann und Weib in Afrika Luna- Palast Woch. 5 Uhr Sonnt ab 3 Uhr Gr. Frankfurter Str. 121 Tonwoche Gitta entdeckt ihr Herz mit Gitta Alpar, Gust. Fröhlich. Bühne: Attraktionen Schwarzer Adler Frankf. Allee 99 W. 5, 7, ca. 9 Uhr, S. 3, 5, 7, 9 Uhr Der Sieger mit Hans Albers. Tonbeipr. Bühne: Georg Erich Schmidt Viktoria- Theater Woch, ab 5 Frankfurter Allee 43. Stg. ab 3 U. Das blaue Lieht mit Leni Riefenstahl.- Marionettenkab. Tonbeiprogr. Jugendl. Zutritt FilmFrankenburg Bühne Gr Frankfurter Str 74 W. 5. 7. 9 U. S. 3 U.: Jugendvorst. Menschen hinter Gittern mit H. George. Bühne: Anna Müller- Linke persönlich Zentrum .Müllerstr. 142 Täglich 5. 7, 9 U. 2 Großtonfilme: Der Frauendiplomat mit M. Hansen, Martha NieEggerth, Leo Slezak. mandsland Reinickendorf- Ost Beba- Lichtspiele Residenzstr 124 W 6.45 u. 8.45 Uhr Stg. 5, 7, 9 Uhr 3 Uhr: Jugendvorst. Rango. Sohn der weißen Berge mit Luis Trenker, Bressart, R. Müller Pankow Palast- Theater Breite Str. 21a Wocht. 7, 9, Stg ab 5 U. Gr. Tonoperette: Gitta entdeckt ihr Herz mit Gitta Gust. Fröhlich. Tivoli Berliner Straße 27 Alpar, Tonbeipr. Wochent 7, 9 U Sbd. u. Sonnt. 5 U 2 Großtonfilme: Man braucht kein Geld mit Heinz Rühmann. Die Faschingsfee Tegel Filmpalast Tegel Bahnhofstraße 2 Wochent 6. Sonnt 4.15 U Sonntags 2 Uhr: Jugendvorstellung Gitta entdeckt ihr Herz mit Babylon, am Bülowplatz Gitta Alpar, Gustav Fröhlich, Wocht, 4.45 Uhr Sonti. 2.30 Uhr. Zwei Tonfilme Fünf von der Jazzband mit Jenny Jugo Sergeant X mit Ivan Mosjukin Tonbeiprogramm Hennigsdorf Filmpalast Be W 6, 8.30 Uhr Berliner Str 59 Stas 4. 6. 8% U. 2 Tonfilme: Die Pranke mit Ch. Susa, Rehmann. Abenteuerin von Tunis mit E. Richter Beilage Freitag, 29. April 1932 Der Albend Spalausgabe des Vorwärts Den Schi- Chua Das Leben eines Chinesen/ Von Friedrich Lichtnecker Mit dem Bau der transsibirischen Eisenbahn hatte China aufgehört, Fern- Ost zu sein. Die chinesische Mauer mar burchbrochen. Das Reich der Mitte war aufgeriegelt. Welthandel und die Politik der europäischen Großmächte streckten ihre Fühler aus nach dem vieltausendjährigen Reich, in dem 500 Millionen Menschen lebten. 500 Millionen welche Bevölkerungsdichte! Der Welt wurde davor bange. Sie zitterte vor diesen 500 Millionen, die sie vielleicht einmal wie ein aus seinem Flußbett stürzender Strom überschwemmen könnten. Mar sprach von der sogenannten ,, Gelben Gefahr" und hatte dabei recht naive Vorstellungen von Hunnen- und Awareneinfällen. Es galt, diese Gelbe Gefahr" für Europa zu bannen. Und wie geschah das? Die Kulturmächte schlossen sich zu einem festen Ring zusammen und ließen China die Segnungen der Zivilisation zuteil werden. Seit dieser Zeit löfte in China eine Revolution die andere, ein Blutbad das andere ab. Das Land wurde Jahr um Jahr mit Bürgerkriegen überzogen, Banden plünderten, brandschatten Dörfer, Städte, ja ganze Provinzen China wurde zum Land der ewigen Unruhe und Gärung China murde zum Weltproblem. Dr. Sun Die Mandschu- Dynastie wurde gestürzt. Die neuen Machthaber ehrgeizten nach Würden und Besiz. Die Republik entsprach nicht ganz ihren persönlichen Erwartungen. Yat- Sen, der chinesische Lenin, fonnte es nicht verhindern, daß Ronzessionen und Privilegien an die Auslandsmächte verschachert wurden. Das Land war an den Weltkapitalismus bereits über und über verschuldet. Die Borherrschaft des europäischen Imperialismus in China war gesichert die ,, Gelbe Gefahr" gebannt. Japan, beweglicher, anpassungsfähiger als China, hatte sich innerhalb einer verhältnismäßig furzen Zeitdauer zivilisatorisch rasch entwickelt. Sein Assimilisationsbedürfnis an den Westen mar die Maßnahme eines rasch denkenden, intelligenten, aufgeflärten Volkes, das im Schritthalten mit der allgemeinen Entwicklung der Weltwirtschaft seine Eristenzberechtigung erfannte und dadurch schützte: Japan aber, wie England auf seine Insein verwiesen, verstand nur allzubald, daß seine Macht auf dem Kontinent liege. Das britische Weltreich, das seine Lebenskraft aus seinen Dominien jenseits des Meeres bezog, wurde zum nachahmenswerten Beispiel Japans. Die Annexion Koreas war sein erster und entscheidendster Schritt, asiatisches Festland unter die Füße zu be= kommen. Die Brücke nach dem Kontinent war geschlagen. Japans Interesse wandte sich nun der Mandschurei zu, die groß und fruchtbar genug ist, Japans Bevölkerungsüberschuß aufzunehmen und zu ernähren. Die japanischen Expansionsbestrebungen nach dem Westen setzten um so heftiger ein, nachdem die japanischen Siedlungen in Süd- und Mittelamerita, fomie auf den hawaischen Inseln unter das Wirtschaftsregime der Vereinigten Staaten gefommen waren. In England und Frankreich fand es den Förderer seiner Interessen. Insbesondere, da die beiden europäischen Großmächte Japans Eintritt in den Weltkrieg wünsch ten, um dadurch einerseits die deutschen Konzessionen in China zu stürzen und damit die fortschreitenden Induſtrialiſierungseinflüsse Deutschlands auf China zu unterbinden, andererseits um sich Japan als drohende, einschüchternde Macht gegen das unentschiedene China zu sichern. Japan, auf seiten der Alliierten fämpfend, unterbreitete dem damals regierenden Präsidenten der chinesischen Republik, dem gefügigen Jü an Schi- Kai, die denkwürdigen 21 Forderungen", die auch von Jüan Schi- Kai restlos erfüllt wurden. Diese ,, 21 For derungen" maren nahezu einem gänzlichen Verkauf Chinas an Japan gleichzustellen. Es ist nur allzu klar, daß nicht nur das alte Rußland, sondern erst recht das neue Sowjet- Rußland in der unaufhörlich fortschreitenden japanischen Expansion eine Einschränkung seiner eigenen ostasiatischen Machtbestrebungen sah. Der Boschemismus hatte in Japan seinen gefährlichsten Widersacher gefunden. Also mußte er gegen den Verbündeten der weltkapitalistischen Staaten ein politisches Gegengewicht schaffen. Dieses Gegengewicht bestand nun in China, das er sich als politischen Parteigänger zu sichern versuchte. Die Lehre vom Kommunismus hätte auf teinen fruchtbareren Boden als auf den von den imperialistischen Auslandsmächten ausgebeuteten Chinas fallen können. Rußlands Wühlarbeit in China zeitigte den Bürgerfrieg. Denn wiewohl sich das gesamte aufgeklärte chinesische Volk gegen die fremdländische Geldherrschaft auflehnte, so war die überwiegende Mehrheit keinesmegs willens, die engliſch- japanisch- französische Vorherrschaft gegen die des Bolschemismus einzutauschen. Die Kuomintang, die Partei für den Aufbau des neuen China, die Sun Yat- Sen seiner zeit gründete, hat die Losung: Nation, Demokratie, Sozialismus. Es hieße deshalb das politische Programm der Jung- Chinesen völlig mißzuverstehen, wenn man in ihm eine Anbiederung an SowjetRußland sähe. China will seine Unabhängigkeit. Es mill meder an den Weltkapitalismus noch an die 3. Internationale verfflant sein. Der chinesische Bürgerkrieg, teils eine Austragung der vorhin erwähnten Gegenfäßlichkeiten, teils Eroberungszüge gewinnsüchtiger Generale, tam Japans Interessen entgegen. Ein Land, das stetiger Parteihader zerrissen und ausgeplündert hat, was fönnte für Japans unverbrauchte Militärmacht günstiger sein! China ist das erschüt ternde Beispiel für ein Reich. für ein Volk, das ein lebel mit dem anderen austreiben mill und von beiden vernichtet wird. = Schi Chua nichts mehr berichten Da, wo sich die verzweifelte Davon allerdings läßt Tretja fow seinen Studenten Den age Chinas gegen das eigene Parteidogma richten müßte, hört sein Interviem mit dem chinesischen Studenten auf, von dem er in seinem Vorwort sagt: In seiner Generation zerbricht offensichtlich Führer des neuen China kommen aus den Tiefen neuer Stände, die soziale Energie der führenden Klassen des alten China. Die gegen die Den Schi- Chua von Kind an sich abzugrenzen gelernt hatte." Was wollte eigentlich Tretjakom in seinem neuen Buche ,, Den Schi- Chua"( bei Malik- Verlag, Berlin), das er als ein BioInterview bezeichnet? Wollte er in Den Schi- Chua, den er da von Kindheit, Jugend, Reife, Revolutionen und Bürgerkriegen erzählen läßt, den Repräsentanten eines neuen Chinas zeigen? Kaum. Denn er lehnt ja Den Schi- Chua als solchen ab. Wohl aber werden in dem chinesischen Studenten die legten 25 Jahre Chinas politischer und wirtschaftlicher Nöte sichtbar. Und das Leben Den Schi- Chuas ist so typisch, daß es als das Leben Chinas selbst angesehent werden kann. Wenn Tretjakom durch den Typus eines Menschen den eines ganzen Volkes rekonstruieren wollte, dann ist ihm dies restlos gelungen. Sein Buch ist trotz parteiischer Stellungnahme als durchaus objektiv und vor allem mahr zu merten Welch eine Fülle von Material wird da geordnet, verarbeitet, plastisch sichtbar gemacht! Wie aufschlußreich ist das Buch für den Europäer! Wie lächerlich erscheinen demgegenüber die literarischen Chinoiserien der letzten Jahre! Es ist gleichgültig, ob dieses Bio- Interviem erfunden ist oder nicht. Es ist ein Beweis enormer Kenntnis und einer Sammelfülle von Tatsachen, die ein Dichter mit ruhiger, aber starker Hand übermittelt. Daß das Buch gerade in diesen Tagen erscheint, in denen im Nicht- mehr- Fernen- Osten Großkapitalismus und Militarismus, Hand in Hand, den letzten Rest von Selbständigkeit eines Volkes vernichten wollen, das dem nahezu mehrlos gegenübersteht, nachdem es innerpolitisch vollständig aufgerieben und erschüttert worden ist, macht es um so aktueller. Wenn es auch von einem Parteidogmatiker ge= schrieben wurde, führt es uns doch klar und eindeutig die Wege zur Katastrophe eines Volkes. Gemiß, wir werden das Problem China nie in seiner Gänze und Tiefe erfassen können, aber wir müssen ihm näher kommen und vor allem daran lernen. Die Welt rückt immer dichter zusammen, Fäden und Maschen der Weltereignisse knüpfen immer flarer muß es uns werden, daß, mo auch immer eine Entsich enger, immer fühlbarer berühren sich die Schicksale der Völker, scheidungsschlacht geschlagen wird, Sieg oder Niederlage auch unser eigenes Schicksal entscheiden. Es wäre nicht unwichtig, wenn sich auch bei uns ein Dichter viewen würde. Unsere Den Schi- Chuas hätten genug zu erzählen, mie Tretjakom fände und einen Den Schi- Chua unseres Volkes interund wie aufschlußreich wäre das für die ganze Welt, die an unserem Schicksal so interessiert ist mie mir an dem ihren! Das Bergwerk ohne Kumpel Reportage Von Erna Büsing Anknüpfend an Erich Grisars anschauliche und starke Schilderung„ Die Kumpels von Wielica" sei hier daran erinnert, daß wir gar nicht so weit von Berlin eines der interessantesten Salzbergwerke der Erde haben. Es handelt sich um die dem preußischen Staat gehörende Saline Schönebed. Die ältesten Gebäude der Saline find über 200 Jahre alt und fie machen rein äußerlich lieblose, unschöne 3medbauten non lieblose, unschöne Zweckbauten von anno dazumal nicht gerade einen erfreulichen Eindrud. Doch das Salz, das aus der Erde geholt wird, reizt. Darum kleidet man sich ein, bekommt einen Mantel, ein weißes Tuch, um das Haar zu bedecken, und setzt einen hohen weichen Filzhut auf. So, eine Abart von Tom Mig, begibt man sich nach dem Fahrstuhl, der für vier Personen Plaz hat. Das heißt, beim Deffnen der Tür muß einer der Mitfahrenden es ganz vorzüglich verstehen, sich in die Ede einzuflemmen; sonst bietet der Korb bestimmt nicht nier Personen Plazz. Mit einer Geschwindigkeit von 4 Meter pro Se funde geht's in die Tiefe. Es fnackt in den Ohren ein sonder bares Gefühl in der Mundhöhle man schludt kräftig, und das Gefühl, das auf den veränderten Luftdruck zurückzuführen ist, geht vorüber. In 414 Meter Tiefe hält der Förderforb. Mit leichtem Ohrensausen verläßt man das Behikel und geht, die offene Flamme der Karbidlampe vorsichtig von der Kleidung abgewandt, auf salzi gen, wunderbar sauberen Wegen, die aus Gips und Ton und . Das Atlantis- Rätsel Ein Ueberblick/ Von Wilhelm Tietgens Blato hat mit rälselhaften Worten von einem Inselreich| Glücksvorstellungen zu wecken oder die Borherrschaft einer Rasse,, Atlantis" erzählt, in dem die Bewohner in glücklichster Kultur nämlich der atlantisch- arischen Rasse abzuleiten und zu recht gelebt haben, bevor eine Meresslut ihr Land vernichtete. Dieser fertigen. Bericht, in dem die mythischen Bilder vom glückhaften Paradies, von der Urkultur der Menschen und von der Sintflut lebendig werden, hat immer wieder die Wissenschaft angeregt, das Inselreich Atlantis zu suchen. Im Zeitalter der Entdeckungen wurde bald jede neue Inselgruppe, wo immer sie auch lag, als das gesuchte Atlantis angesprochen, auch Amerika erhielt zeitweilig diesen Ehrenritel. Immer wieder aber mußten die allzu voreiligen Schlüsse wissenschaftlicher lleberlegung weichen. So hat sich im Laufe der Jahrhunderte eine Atlantis Literatur angesammelt, deren mehr als 2000 Bände zeigen, mit welcher Leidenschaft nach der ,, Urheimat der Menschen" gesucht wird. In unseren Tagen ist der Streit um das richtige Atlantis besonders heftig ,,, weil eine Aufgabe außerhalb der täglichen Nöte, jenseits der Kämpfe und Möglichkeiten des Alltags gesucht werden mußte, um überhaupt die Substanz einer erfüllbaren Aufgabe zu bewahren" und weil es gerade in Zeiten höchster Bedrängnis erlösend wirkt, in einer Art romantisch- religiösem Atlantiswiller ,, die Wunschinsel als eratte Tatsache an den Anfang der Geschichte zu stellen, um dem Glauben an eine beffere Zukunft die Bertrauensbasis für einen Wiederholungsvorgang zu gewinnen". Die gegenwärtge Atlantisdiskussion zerfällt daher in zwei große Gruppen: auf der einen Seite stehen die Forscher, die als Geologen, Geographen, Bilogen und Archäologen nach streng wissenschaft lichen Gesichtspurften die sagenhafte Insel suchen. Auf der anderen Seite stehen Forther, die von mehr oder weniger eraften missen schaftlichen Ergebnissen und Hypothesen aus eine Weltanschauung, eine Ideologie aubauen, bei der Atlantis als Paradies oder als Urheimat am Ansing steht und dazu dient, entweder mythische Im einzelnen gehen die Meinungen aber weit auseinander. Atlantis wird im Westen wie im Osten, im Norden wie im Süden permutet und gesucht. Es gilt den einen als versunkener Kontinent, den anderen als verschollenes Inselreich. Geologen suchen es in den Untiefen der Ozeane, Archäologen folgen seiner Spur in den Ueberlieferungen der Kultur aller Völker. Auch weitgreifende Welttheorien gehen auf das Atlantisrätsel ein, so das großartige, die gesamte Menschheitsentwicklung erklärende Geschichtssystem von Hermann Wirth, so die von Hörbiger aufgestellte Welteislehre, die im Gegensatz zu der Auffassung der Astronomen, Physiker und Geologen den Aufbau des Weltsystems mit Hilfe einer neuen Gistheorie erklärt. Selbst die offulten Geheimwissenschaften haben in den Meinungsstreit eingegriffen und durch ihre Medien Tatsachenberichte" von dem verschollenen Reich und seinen Bewohnern geliefert. # Ueber diese Fülle der widerspruchsvollen Deutungsversuche gibt Alexander Beßmertny einen Ueberblick mit dem Buch Das Atlantis Rätsel, Geschichte und Erklärung der Atlantis hypothesen"( R. Boigtländers Verlag, Leipzig, 212 Seiten und Abbildungen, fart. 5,50 M., Leinen 6,50 M.). Beßmertnn beschränkt sich im wesentlichen darauf, die Meinung der einzelnen Forscher zu referieren, feine eigene Stellung zum Atlantisproblem bleibt hinter dieser Auswahl verborgen. So ist es dem Leser überlassen, an Hand des reichen Materials selbst Stellung zu nehmen. Allerdings ist es Beßmertny leider nicht immer ges glückt, die oft tomplizierten Theorien einfach und verständlich auszudrücken, so daß das Buch wohl nicht in meiteste Kreise bringen wird. anderen durch Süßwasser schwer lösbaren Stoffen bestehen. Angenehm warm ist es, 19 bis 20 Grad, eine Temperatur, die derHauswirt einer Dampfheizungswohnung im Winter wenigstens verspricht. die gleichen Wände, in der Farbe je nach dem durchbrechenden Der Obersteiger macht den Führer. Man geht und geht: immer Gestein verschieden, immer die gleich sauberen Wege, dann und Wieso? Wir haben hier im Moltke- Schacht das sogenannte Spritzwann von der Sole überträufelt. Aber keine Menschen! verfahren." und man wird an ein Sprizrohr geführt, das wie ein rotierender Rasensprenger aussieht, hört gleich schmeren Regentropfen die Sole herabfallen und erfährt, daß Süßwasser hier die stehen Hohlräume von 9 Meter Höhe und 14 Meter Durchmesser, reinen Salzpartien auflöst. Durch dieses Aussolungsverfahren entdie man Gloden nennt. Das alte Bohrverfahren ist restlos durch das Spritzverfahren ersetzt worden. Tag und Nacht arbeiten die Maschinen. Die Arbeit der Bergleute besteht nur noch in der Kontrolle. Im Sommer ist das Bergmerf so gut mie geschlossen. Die paar Arbeiter unter Tage sind dann in Bad Salzelmen tätig. Hat man in Wielicka eine Kantine im Salzbergmert, so hat man in Schönebed die sogenannte Fest glode, eine besonders breit ausgespritzte Glocke, die durch einen 120 Meter langen Mittelgang mit den anderen Glocken verbunden ist. Bei festlichen Gelegenheiten zündet man hier Kerzen an. Ihr ruhiger Schein läßt die Halle in Unwirklichkeit verschmeben. Dicke Salzrippen glänzen auf, feine Salzspizzen funkeln, Salzzapfen brillieren, als sei man in den diamantenübersäten Höhlen von 1001 Nacht. Benommen tritt man den Rückweg zum Förderkorb an. Auch diesmal ohne einen Bergmann zu treffen. Oben fällt ein fleiner Raum mit roh und langgezimmerten, lehnenlosen Bänken ins Auge: Früher betete der Obersteiger, bevor die Belegschaft ein. fuhr, rief jeden Bergmann mit Namen auf und entließ ihn mit einem Mit Gott". Nun, heute arbeiten dort unten rotierende Rohre, in stetem, nahezu herausforderndem Gleichmaß Tag und Nacht. Maschinen beten nicht. Die angewandte Technik verändert Himmel und Erde, indem sie Götter und Menschen beiseite schiebt... " Die Sole wird durch ein raffiniertes Verfahren in die Saline gepumpt, in der man auf viele Menschen stößt, die in den nicht ungefunden Salznebelschwaden die Sole zu Salz verarbeiten. 120 Millionen Pfund Salz treten jährlich von Schönebec der größten Saline des Kontinents aus ihren Weg in die Welt und wenn nach 10 Tagen die Pfannen gereinigt werden, Biehsalz, Es gibt Butterfalz, Feinsalz, Mittelfeinfalz, Mittelgrobfalz, an. das in Form der bekannten Lecksteine verkauft wird. Das Siedefalz oder Salinenfalz tommt hauptsächlich für den Haushalt in Frage. Es verdrängt jetzt wieder das Steinsalz, das während des Krieges auffam, weil das Siedejalz damals wegen Kohlenmangels nicht hergestellt werden durfte. Grobkörniges Salz fauft von uns Standinavien, um seine Fische zu konservieren, und Südamerita fauft Salz, um sein Fleisch einzulegen. Am anspruchsvollsten ist der dunkle Erdteil. Er verlangt besonders feines Salz, das dort noch heute ungeheuren Wert hat. Ueberhaupt hat das Salz manche menschliche Tragödie in Afrika bedingt. Fleischmangel ließ bekanntlich schwache Stämme, die mit ihren unzulänglichen Waffen keine Elefanten und andere Großtiere erlegen fonnten, zu Menschenfressern werden und der Salzmangel trieb die Neger in Sklaverei. Sie fiechten dahin ohne Salz, der Sklavenhalter aber mußte durch Tauschhandel sich Salz zu ver schaffen und darum gaben sich ihm Menschen zu leibeigen. An der Elfenbeinküste haben die ganz großen weißen Raffer für eine HandUnd den Grundstock für voll Salz Elefantenzähne bekommen. manches Riefenvermögen, das später ausbeutend die Welt beherrschen konnte, legten ein paar Hände voll Salz Arbeiter- Fuß- und-Handball Schwimmer gegen Fußballer Alljährlich, zwischen der Hallenschwimmsaison und der Freibadegelegenheit, treten in Lichtenberg, auf dem Sportplatz in der Kynaststraße, die Lichtenberger Schwimmer gegen die Fuß baller zu einem Fußballwettkampf an. Dieses Spiel ist schon Tradition geworden. Morgen, Sonnabend, werden sich die beiden Mannschaften gegenüberstehen. Daß die Schwimmer von den Königen" der Kynaststraße gelernt haben, das bewiesen sie im| vergangenen Jahr, als sie mit 2: 1 die Siegeslorbeeren ernteten. Die zweite Elf Lichtenbergs wird sich also sehr anstrengen müffen, mollen fie die Schlappe wieder gut machen. Das Spiel, das von dem Handballpfeifenkönig" Ramp geleitet wird, beginnt um 16.30 Uhr. Im Anschluß, um 17.45, spielen dann die ersten Mannschaften von Lichtenberg I und Vorwärts Wedding.- Hansa 31 fährt mit zwei Mannschaften nach Teltow, um dort gegen die Freie Sportvereinigung zu spielen. Die Hanseaten merden alle Kräfte einsetzen müssen, wenn sie gewinnen wollen. Das Spiel der ersten Mannschaften beginnt um 18 Uhr. Den 1. Mai benutzen die Vereine, um mit ihren Spielen die Maifeiern in der Provinz zu unterstützen. Es finden folgende Spiele statt: Werffee gegen Brig 88. Hoppegarten gegen Baumschulenweg. Herzfelde gegen Normannia. Frohe Stunde gegen Köllnische Heide. Friedersdorf gegen Kagel. Storfom gegen Wader 30. ASV.- Neufölln gegen Lichtenberg I. Werder gegen Elstal. Spandau 25 gegen Staaten. Potsdam gegen Butab. Nowawes gegen EintrachtSpandau. Eintracht- Reinickendorf gegen Zehdenid. Kirchmöser gegen Rathenom- Süd. Kegin gegen Brandenburg. Schollene gegen Fohrde. Grebs gegen Freiheit- Rathenom. Wittstod gegen Brigmalt. Anri gegen Perleberg. Neuruppin gegen Wittenberge. Woltersdorf gegen Boltssport- Neukölln. Jüterbog gegen Treuenbriegen. Brüd gegen Ludenwalde I 2. Beginn der Spiele: Erste Männermannschaften 14 Uhr. Borher fpielen auf allen Plätzen die zweiten Männermannschaften und in ben Vormittagsstunden die Jugend- und Schülermannschaften. Handball 2m kommenden Sonntag ist im Berlin- Brandenburger Streis nur spärlicher Handballbetrieb; die stattfindenden Begegnungen Das Ringerturnier beendet Grüneisen wirft Ahrens Am letzten Tag des Ringkampfturniers im Zirkus Busch war das große Haus bis auf den letzten Plaz gefüllt. Als die beiden Unbesiegten des Wettstreites, Ahrens- Westfalen und Grüneisen Schweiz die Matte betraten, hatte jeder der Anwesenden das Gefühl, das man einen großen Kampf zu sehen bekommen mürde. Man fann sagen, daß die Erwartungen durch die Gescheh nisse, die sich in dem 52 Minuten langen Kampfe der beiden gleichmertigen Gegner abspielten, weit übertroffen wurden. Mit beispielloser Energie versuchten beide Ringer zum Siege zu fommen. Der stärkere Ahrens war anfangs zumeist der Angreifer, später fam Grüneisen auf und bedrängte den Deutschen start durch schnelle Hüftzüge. So wogte der Kampf abwechselnd hin und her, bis es endlich nach 52 Minuten dem Schweizer gelang, durch einen seiner Hüftzüge den Deutschen zu überrumpeln und auf den Schultern festzuhalten. Im ersten Kampf konnte der Lette Krumin nach 32 Minuten fangem, technisch hervorragendem Ringen durch einen Sieg über den Bayern Trinkgeld sich den vierten Preis sichern. Die Pla. cierung der Ringer ist folgende: 1. Grüneisen- Schweiz, 2. Ahrens- Westfalen, 3. Saforst- Polen, 4. Krumin- Lettland und 5. Trinkgeld- Bayern. In dem seit vier Wochen durchgeführten Berufsringer- Wettstreit haben die Ringer bewiesen, daß es ihnen ernst damit ist, ihrem Sport auch in Berlin wieder Geltung zu verschaffen. Mit ihren interessanten Kämpfen haben sie fast jeden Abend ein volles Haus gehabt. Die Reform der Wettkampfbestimmungen sowie die gute Auswahl der Kämpfer hat die Berliner Ringsportgemeinde mit außergewöhnlich gutem Besuch belohnt. Heini Hanke gestorben Die junge Berliner Arbeitertennis- und Hockeybewegung erlitt einen heiben Schlag. Der Vereinstechniker von Tennis Rot und das Mitglied des Tennisausschusses des ersten Kreises im Arbeiter Turn- und Sportbund, Genosse Heini Hante, sah aus wirtschaftlicher und seelischer Not keinen anderen Aus: meg als den Freitod. Erst 25 Jahre alt, warf er am 27. April das Beben wie eine lästige Bürde von sich. Er war nicht nur der führende Spitzenspieler im Arbeitertennis, sondern ein wahrer SoEinheitsverband d. Eisenbahner Deutschlands, Ortsgruppe Berlin Unseren Mitgliedern die trau ige Rachricht. daß unser lang ähriger Berbandskollege der Dreher Otto Schwarz Reichsbahnausbefferungswert Tempelhof, peritorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Einäscherung erfolgt am Sonn abend. bem 30 April, 131/ Uhr, im Rrematorium Gerichtstraße. Rege Beteiligung erwartet Die Ortsverwaltung. Staats Theater Freitag, den 29. April Staatsoper Unter den Linden 20 Uhr Cosi fan tutte Staatl.Schauspielhaus Jendarmenmarkt. 20 Uhr Minna von Barnhelm Schiller- Theater Charlottenburg. 20 Uhr Neueinstudiert Die Räuber PLAZA Städi. Oper Nähe Schies. Bhf. 5 a.815, Stgs.2,5u.815 U. Der Vogelbändler Bis 8. Mai einschl. ver än ert! Volksbühne Theater am Bülowplatz 8 Uhr Kamrad Kasper Volkss'ück von Paul Schurek Charlottenburg Bismarckstraße 34 Freitag, 29. April Turnus V Macbeth Reinmar, Bindernagel, Andrésen, Gottlieb Anfang 20 Uhr Ende 23 Uhr Theater a. Hollendorfplatz Pallas 7051 Rose- Theater Nur noch wenige Tage! Große Frankfurter Straße 137 4 Uhr, Stg. 4 Uhr E Tel. Weichsel 73422 Traum einer Nacht 8.15 Uhr Die Frau, Operette in 3 Akter Regie: Heinz Saltenburg Stgs. 44 Uhr kl. Pr. die jeder sucht Rundfunkh halb.Pr täglich 8 Uhr GROSSES SCHAUSPIELHAUS DIE SCHONE HELENA INSZENIERUNG liegen alle im Rahmen der Maifeiern. In Strausberg, Marienberge erwartet die Freie Sportvereinigung den VfL.- Ostring um 17 Uhr. Der Gast gilt als Favorit. Cs spielen ferner FC.- Oberspree gegen Bf.- Proles um 11 Uhr im Plänterwald. Baumwerder gegen FSV.- Reinickendorf- West um 16 Uhr in Baumwerder. MTB.. Bernau gegen Sportklub 30 um 15 Uhr in Bernau. FTGB.- Buch gegen FTGB.- Osten um 15 Uhr in Buch. In Nowames fommt wieder die traditionelle Begegnung zwischen drei Mannschaften von FTSV.- Nowawes mit der FTGB.- Süden zur Erledigung. Wie üblich, werden diese Spiele äußerst anregend und für Süden günstig verlaufen. Das Hauptspiel beginnt um 17.20 Uhr. Kleingärtner Charlottenburg gegen FTGB.- Rosenthal um 12 Uhr im Volksparf Jungfernheide. In Falkensee bringt ein Bligturnier, veranstaltet von den Freien Schwimmern Faltensee, Abwechslung. Die Beteiligten, FTGB. Lichtenberg, FS.- Fichte und Nauen, merden für schöne Spiele sorgen. ATV.- Ruhldorf gegen Saarmund um 15.10 Uhr in Ruhlsdorf und ATV. Ruhlsdorf 2 gegen Saarmund 2 um 14 Uhr in Ruhlsdorf. Nachträglich erhalten wir noch die Tabelle des dritten Be zirks. In der zweiten Staffe führt Brandenburgs erster Bezirt, der nur gegen Rathenom ein Spiel verloren hat. 3. Bezirk, 2. Klasse Rathenom Spandau Bornstedt Somames Rauen 4 • . 266 Buntte 22: 2 unent. Spiele gewonnen schieden verloren Brandenburg, 1. Bezirk. 12 Brandenburg, 2. Bezirk 11 0 1 12 9 1 19: 5 12 5 12 5 1 12 5 0 7 12 3 9 8 12 10 11:13 11:13 10:14 7:17 4:20 3. Klasse unent. Spiele gemonnen schieden verloren T T 12 9 11 Buntte 22: 2 12 • 4 · 11 0 22: 2 12 7 0 14:10 12 8:16 12 0 8:16 12 1 7:17 12 10 3:21 Faltensee Aleingärtner Siemensstadt Potsdam Romames 3 Bornstedt 2 Spandau 2 9 11588.00 zialist, der in der arbeitenden Bevölkerung seine Heimat hatte und sie behielt. Er ist einer der wenigen, die schwer zu ersehen sind. Es wird Ehrensache seines Vereins und aller Sportler sein, ihm die letzte Ehre zu erweisen. Die Zeit der Beiſegung auf dem Friedhof in Stahnsdorf wird noch bekanntgegeben. Kleiner Sport von überall Werbeabend im Ringen und Heben. Heute, Freitag, 20 Uhr, veranstaltet die Sportliche Vereinigung Lichtenberg- Friedrichsfelde 04 in der Turnhalle, Bürgerheimstraße 3 in Lichtenberg, ihren ersten öffentlichen Werbeabend. Als Gegner im Ringen und Heben ist der Sportklub Sparta Neukölln verpflichtet. Die Vereine sind Mitglied des Arbeiter- Athletenbundes. Besonders gute Ringkämpfe find zu erwarten im Feder-, Mittel- und Halbschwergewicht, wo sich Witzorrec ( L.)- Röside( Sp.), P. Binder( LF.)- A. Wittkamm und P. Walloschef( LF.)- Lorbeer( Sp.) gegenüberstehen. Borkampfabend bei Alt- Wedding. In der Turnhalle Utrechter Straße 31/32 treffen heute, Freitag, die Arbeiter- Schwerathletikvereine Alt- Wedding 83, Tegel und Lichtenberg in einem Borkampf zusammen, wobei gute und spannende Kämpfe zu erwarten sind. Beginn 19.30 Uhr. Arbeitersamariter im Dienst. Am 1. Mai nimmt der ArbeiterSamariter- Bund den Wasserrettungsdienst auf dem Tegeler See und Boote zur Dienstleistung ausfahren, die Signale zu beachten. Da der Oberhavel wieder auf. Er bittet alle Wasserfahrer, wenn die feine Zeit verloren gehen darf, wird durch das schnelle Fahren der Boote ein größerer Wellengang hervorgerufen. Die Samariter bitten, dies zu beachten und die Wellen abzufangen, damit Unfälle vermieden werden. Der Ruderverein Borwärts teilt uns mit, daß, entgegen anders lautenden Nachrichten, noch männliche Mitglieder über 18 Jahre aufgenommen werden. Da der Ruderkursus schon begonnen hat, ist der lezte Aufnahmetermin Donnerstag, 5. Mai, im Bootshaus. Schriftliche Auskunft erteilt Gustav Rücker, Weißensee, Rennbahnstraße 25. Boltssport Neukölln- Brih fucht für den Himmelfahrtstag für 1. und 2. Fußballmannschaft Gegner auf eigenem Plaz. Anschrift Winter Garten 8.15 Uhr Flora 3434 Rauchen erlaubt Nur noch 2 Tage! Die Varieté- Revue „ Fünf im Käsewagen“ Sonnabend u. Sonntag je 2 Vorstellg. 4 Uhr u. 8.15 Uhr. 4 Uhr kleine Pr. HAUS VATERIAND KURFÜRST 7460 Vergnügungs Restaurant Berlins BETRIEB KEMPINSKI 8 Uhr CASINO- THEATER 8%. Uhi Lothringer Sirahe 37. Sonntag, den 1. Mai, letzte Vorstellung vor Schluß der Spielzeit Operetten- Schlager: ..Peppina" MAX REINHARDTGroßer Preisabbau! Park u. Rang Seite nur 0.50. Faut. u. Rang Mitte 0.75, Sperrsitz u. Balkon 1.-, Logen u: Sessel 1.5u Rudolf Schubert, Neukölln, Weserstr. 203 oder Tel. Freitag F 2 6080. Schmeling- Sharkey verlegt. Mit Rücksicht auf den in Chicago stattfindenden Parteitag der Republikanischen Partei ist der Weltmeisterschaftskampf zwischen Mar Schmeling und Jad Sharken vom 16. auf den 21. Juni verlegt worden. Schauplatz des Titeltreffens ist bekanntlich das noch im Bau befindliche Riesenstadion in Long Island bei New York, die Eintrittspreise betragen 3 bis 27% Dollar. Buschenhagen taltgestellt. Die belgische Radsportbehörde hat den Kölner Rennfahrer Paul Buschenhagen bis auf weiteres suspenstrafe von 800 Franken noch nicht bezahlt hat. Gleichzeitig wurde diert, da er eine bereits vor einiger Zeit gegen ihn verhängte Gelddie UCJ. von der Bestrafung verständigt. Auch in Paris wurde der Faschistengruß abgelehnt. Am Schlußz des Länderfußballspieles Frankreich- Italien am 10. April entboten die italienischen Spieler, wie am 20. März in Wien, den Zuschauern den Faschistengruß. Auch von den Bariser Zuschauern wurde diese faschistische Provokation durch tausendfache Pfiffe und Pfuirufe abgelehnt. 3m Sportflugzeug über Berlin! Wie der Deutsche Luftfahrt Verband mitteilt, wird am 1. Mai auf dem Flughafen BerlinTempelhof wie im Vorjahre wiederum der tägliche Rundflugbetrieb aufgenommen, und zwar zunächst mit einem, später mit zwei Klemm- Flugzeugen. Der Verkauf der Flugscheine findet in dem Kiost des Deutschen Luftfahrt- Verbandes auf dem Flughafen Tempelhof statt. Ein Flug von etwa einviertelstündiger Dauer in dem offenen Sportflugzeug über Berlin fostet für Mitglieder 5 M. und für Nichtmitglieder 6 M. Flugscheine tönnen auch telephonisch bestellt werden unter Bärwald 1594". Finale in Marendorf. Die Frühjahrssaison in Mariendorf erreicht morgen, Sonnabend, ihr Ende, und der Berliner Trab rennsport verlegt dann das Feld seiner Tätigkeit am 6. Mai wieder nach Ruhleben. Im Mittelpunkt steht morgen der Preis vom Rhein, ein über 2000 Meter führender Ausgleich für die internationale Klasse. Die Rennen beginnen um 16 Uhr. Spotten ihrer selbst... Ein bürgerliches Urteil über die Olympiade In der Deutschen Turnzeitung" vom 19. April 1932, dem Organ der bürgerlichen, Deutschen Turnerschaft", werden über die Olym pischen Spiele in Bafe Placid und Los Angeles folgende Urteile abgegeben: Der tiefere Sinn der Spiele geht verloren. Allein das Ge schäft, die Rentabilität entscheidet. Zu diesem 3wed setzt man einen ungeheuren Reflameapparat in Tätigkeit, Sensationsgerüchte werden verbreitet, jeber Tag bringt etwas anderes. Trainingsberichte werden verschleiert, um die Massen zu locken. Trog allem ist die finanzielle Pleite groß. Geradezu paradog ist es, wenn die Zeitungen berichten, welche Anstrengungen zur Finanzierung der Olympiamannschaft gemacht merden, und man im nächsten Artikel von der wirtschaftlichen Notlage der Bereine liest. Bon den Olym pischen Spielen zur Zeit Solons ist nur der Name geblieben! Wir haben dem nichts hinzuzufügen, empfehlen dieses Urteil aber den zuständigen Behörden, die Zuschüsse zahlen sollen, zur Beachtung. Bundestreue Vereine teilen mit: Freie Sportvereinigung Pankow. Die für Sonnabend, 30. April, festgelegte Vereinsverfammlung findet wegen Sotalschwierigkeiten erst am 7. Mai bei Leh. mann, Mühlenstr. 38, statt. Bur Maifeier treten die Sportler der Gruppen im Dunklen Anzug, Schillertragen, ohne Kopfbedeckung an, alle anderen ebenfalls 11 Uhe Gartenplag. Zur Nachmittagsveranstaltung im Bürgerpart, 16 Uhr, Sportkleidung nicht vergessen. Tennis- Rot Lichtenberg. 8ur Maidemonstration Treffen um 11 Uhr Rüstriner Blah. Teilnahme ist Pflicht! Für diesen Tag von 10 bis 15 Uhr Spielverbot. Boltssport Neukölln- Briz e. V. Zur Maidemonstration treten alle Mitglieder an. Treffpunkt 11 Uhr Reuterplag. Alle Mitwirkenden an der Maifeier in der ,, Neuen Welt" müssen um 17 Uhr in der Bühnengarderobe sein. Die Teil. nehmer am Schulturnen an vier Barren zum Vereinswerbetag am 8. Mai auf dem Sonnenplag erscheinen Montag, 2. Mai, 20 Uhr, in der unteren Turnhalle, Lessingstraße, zur Probe. Sonnabend, 30. April, 19 Uhr, Vereinsversammlung, Sonnenplay. Mitgliedsbücher legitimieren. Kartellbezirk Treptow. Montag, 2. Mai, 20 Uhr, Sigung bei Pamp, Niederschöneweide, Hasselwerderstr. 12. Treffpunkt des Kartells am 1. Mai 11 Uhr am Köllnischen Part. Bezirkskartell Friedrichshain. Montag, 2. Mai, 19% Uhr, Kartellsigung bei Gaul, Boghagener Str. 114. Waffer portverein Fraternitas", Berlin- Crtner. Treffpunkt zur Maifeier 11 Uhr Rüstriner Plaz( Blaza). Sigungen nicht mehr im Faltenstein", fondern zur Sonnenuhr" ,, Oberbaumbrücke. Nächste Sizung Freitag, 6. Mai. Mitglieder werden noch aufgenommen. Freie Wasserfahrer Röpenick 1924. Monatssigung Sonnabend, 30. April, 20 Uhr, im Bootshause. Es ist dies der legte Termin, an dem Gleichgesinnte Mitglieder werden tönnen, ohne Eintrittsgeld zu entrichten. Bootsstände sind noch vorhanden. Bootshaus in Köpenid, Friedrichshagener Str. 7. Auskunft bei Hans Boche, Kövenid, Glienider Str. 61. Solidarität", Radfahrer. Alle Genossen treffen sich am 1. Mai an den Gammelplägen der Partei um 11 Uhr in Sportkleidung ohne Fahrzeug. Für alle anderen Touren Startverbot. Kartellbezirk Weißenfee. Alle Sportler treffen sich am 1. Mai um 11 Uhr Berlin, Lothringer Straße, Spize Rosenthaler Play, in Sportkleidung. 2. Mai 20 Uhr, Kartellsigung bei Schüße, Berliner Allee. und versammeln uns um 11 Uhr auf dem Rüstriner Plaz. Keiner darf fehlen. RV. Borwärts. Wir beteiligen uns gefchloffen an der Maidemonstration Großer Werbeverkauf! Sonder Angebote! 13 zu Stoffe, Fabrikabfälle für Leib- und Bettwäsche igen Presen! Verkaufszeit 8-5 Uhr, Sonnabends 8-2 Uhr Kleider- und Seidenstoffe aller Art Berlin- Adlershof, Adlergestell 265 Mechanische Feinweberei Adlershof A.-G. Gecentiber Stadtbahn. Fernsor. Adlershof 232, 238, 248 Fritz Muth Buttergroßhandlung Filialen in allen Stadtteilen Trabrennen Mariendorf Sonnabend, d. 30. April nachmittags 4 Uhr Deutscher Metallarbeiter- Verband Sonnabend, den 30. April, Aparte Frühjahrsmäntela. Kostüme abends 7 Uhr, im Cotal von Sadife, zu ganz besonders niedrigen Preisen Lindower Straße 26( Wedding) Maßanfertigung Branchen- Versammlung spez. für starke Damen! der Hesselschmiede und der dazugehörenden Berufe Tagesordnung. 1. Jahres und Kaffenbericht. 2. Neuwahl der Branchenleitung. 3. 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