Morgenausgabe Nr. 206 A 104 49. Jahrgang Wochentlich 75 Bt., monatlich 3,25 M ( davon 87 Bf. monatlich für Zustel lung ins Haus) im voraus zahlbar Bostbezug 3,97 M. einschließlich 60 Pf. Bestzeitungs- und 72 Bf. Voitbestellge Buhren. Auslandsabonnement 5,65 pro Monat; für Länder mit ermäßige tem Drucksachenporto 4,65 M ㄓ Der Borwärts erscheint modhentäg lich zweimal, Sonntags und Montags einmal, die Abendausgabe für Berlin und im Handel mit dem Titel„ Der Abend", Juustrierte Sonntagsbeilags Bolf und Zeit". Vorwärts Berliner Volksblatt Dienstag 3. Mai 1932 Groß- Berlin 10 Pf. Auswärts 15 Pf. Die etnipalt. Millimeterzetle 30 Bt. Reflamezeile 2. M Kleine An zeigen" das fettgedrudte Bort 20 Vf. izulässig zwei fettgedrudte Worte jedes weitere Wort 10 Bf. Rabatt It. Tarif. Worte über 15 Buchstaben zählen für zwei Worte. Arbeitsmarkt Millimeter. zeile 25 Pf. Familienanzeigen Milli meterzeile 16 Pf. Anzeigenannahme im Hauptgeschäft Lindenstraße 3, wochentäglich von 8 bis 17 Uhr. Der Verlag behält sich das Recht der Ab. lehnung nicht genehmer Anzeigen vor! Bentralorgan der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands Redaktion und Berlag: Berlin SW 68, Lindenstr. 3 Fernspr.: Dönhoff( A 7) 292-297. Telegramm- Adr.: Sozialdemokrat Berlin. Vorwärts- Verlag G. m. b. H. Der Sieg der Linfen. Selbst die Rechtskreise geben ihn zu. Paris, 2. Mai.( Eigenbericht.) Der Paris Soir" hat errechnet, daß die verschiedenen Parteien beim ersten Wahlgang folgende Mandate gewonnen bzw. verloren haben: Geminn: Verluft: Sozialisten Radikale Republikanische Föderation Unabhängige Republikaner Linksrepublikaner Katholische Demokraten Unabhängige Radikale . Sozialistische Republikaner Kommuniffen und foz. Kommuniffen. 4 4 2 S 0 1 6 3 1 4 8 1 3 2 0 60012 Wenn man die Parteien auf die gegenwärtige Mehrheit und Opposition verteilt, dann ergibt sich für die Regierungsmehrheit ein Berlust von drei Mandaten, für die Opposition ein Gewinn von neun Mandaten. Es handelt sich nun darum, diesen Gewinn und die Erfolgsaussichten bei der Stichwahl dadurch zu sichern, daß die Linksparteien gegenseitig republikanische Disziplin" anwenden und gemeinsam für den Linkskandidaten stimmen, der am meisten Aussicht auf Erfolg hat. Dafür, daß dies von seiten der Radikalen und Sozialisten geschehen wird, liegen bereits Aeußerungen vor. Der radikale Führer Herriot erklärte einem Redakteur der Lyoner Zeitung Progrès", nachdem er seiner Freude über den sehr deutlichen Linksrud Ausdrud gegeben hatte, daß die radikale Barteileitung beschließen merde, was bei der Stichwahl geschehen. solle. Er könne daher noch nichts Bestimmtes sagen, aber es sei allgemein bekannt, daß er stets für die republikanische Disziplin" gewesen sei. Er werde sie, wie in der Vergangenheit, loyal und ehrlich vorschlagen. Auf jeden Fall fönne er sagen, daß Tardieu " Tagung des Reichskabinetts. Besprechung der Wirtschaftslage in Abwesenheit des Wirtschaftsministers. Das Reichskabinett nahm am Montag einen Bericht des Reichskanzlers über deffen Genfer Berhandlungen entgegen und befaßte sich dann in Verbindung mit einer Generalaussprache über Deutschlands Wirtschaftslage mit dem Etatsentwurf. Der Reichswirtschaftsminister wohnte den Beratungen nicht bei. Die Berhandlungen des kabinetts werden am Dienstagvormittag fortgefeht. Sie dürften mehrere Tage in Anspruch nehmen. Die Gerüchte um Danzig. Warschau dementiert energisch. Warschau, 2. Mai.( Eigenbericht.) Die Meldung des Daily Expreß" über angebliche pol nische Butschabsichten gegen Danzig wird nicht nur von den hiesigen offiziellen polnischen Stellen energisch dementiert, fie findet auch in denjenigen politischen Kreisen, die dem heutigen polnischen Regime besonders fritisch gegenüberstehen, feinen Glauben, Man ist hier überzeugt, daß man es mit einem Gegenschlag zu der Forderung nach Auflösung der nationalsozialisti= schen SA. und SG.- Staffeln im Gebiet der Freien Stadt Danzig zu tun hat. Der italienische Völkerbundskommissar in Danzig soll aus faschistischen Sympathien die Auflösung der HitlerVerbände bisher in seiner Berichterstattung nach Genf als un= begründet hingestellt haben. Da er mit dieser Auffassung in Genf aber nicht mehr durchdringe, werde jetzt der hitlerfreundliche Teil der englischen Rechtspresse mit solchen Alarmmeldungen ins Feuer geführt. Auch der Bölferbundsfommiffar dementiert. Danzig, 2. Mai.( Eigenbericht.) Der Hohe Kommissar Gravina dementiert auf das entschiedenste die Meldungen der englischen Presse, soweit sie auf seine Person und seine Tätigkeit als Völkerbundskommissar Bezug nehmen. Polnischer Protest in London. London, 2. Mai. Die polnische Botschaft veröffentlicht folgende Erklärung: Der polnische Botschafter sprach heute im Auswärtigen Amt vor, um die Aufmerksamkeit auf gewiffe beunruhigende Angaben über angebliche polnische aggressive Absichten auf den Freistaat Danzig zu lenken, die in Berichten, die von drei Londoner Zeitungen heute morgen veröffentlicht wurden, enthalten find. Diefe fenfatio. durch seine Belforter Rede die Brücke zwischen sich und den Radifalen abgerissen habe. Vostschedkonto: Berlin 37 536.- Bankkonto: Bank der Arbeiter, Angestellten und Beamten, Lindenstr. 3. Dt. B. u. Disc.- Gej., Depofitent., Jerusalemer Str. 65/66. Alarm aus Bayern. Bendlerstraße und Wilhelmstraße. Die Presse der Bayerischen Volkspartei hat gestern einen Alarmschuß abgefeuert. Er soll die Aufmerksamkeit auf gewisse Vorgänge hinter den Kulissen lenken, die auf den Sturz der gegenwärtigen Reichsregierung und ihre Ersetzung durch eine reine Militärregierung hinzielen. Als Träger. derartiger Bestrebungen werden die Generäle von Schlei= cher und von Hammerstein genannt mit dem Hinzu fügen, daß sich der Stoß in erster Linie gegen den Reichswehr- und Innenminister Groener richte. Der Sozialist Frossard, der in parteitaftischen Fragen große Autorität befizt, hat auf eine Anfrage des Paris Midi" telephonisch geantwortet, daß die sozialistischen Kandidaten zugunsten der Rodikalen zurücktreten würden, die größere Aussicht auf Erfolg haben. Die Sozialisten würden auf diese Weise den Vorsprung der Radifalen, der beim ersten Wahlgang festzustellen fei, erhöhen. Heber diese Orientierung der neuen Kammer könne man sich nur freuen. Nach einer Mitteilung des Generalsekretariats der Radikalen Bartei befinden sich in 88 Bahlbezirken, in denen noch feine Entscheidung gefallen ist, die radikalen Kandidaten in sehr günstiger Bodie sition für die Stichwah 1. Wenn sich diese Berechnung am nächsten Sonntag als zutreffend herausstellen sollte, so würden die Radikalen mit etwa 150 Mann in die neue Kammer einziehen, was einem Gewinn von etwa 40 Mandaten entspräche. Der deutliche Sieg der Linksparteien im ersten Wahl gang wird in negativer Form auch von dem Führer der Nationalisten, Louis Marin, zugegeben, der von Nancy an den Paris Soir" folgende Erklärung telephonisch übermittelt hat: 11 Ich bedauere die für den Augenblid sehr große Blindheit der Mehrheit des franzöfifchen Boltes, sowohl vom Standpunkt der auswärtigen Lage wie von dem der Wirtschafts- und Finanze frise aus. Ich bedauere auch die Blindheit meiner Kollegen, die nicht die Notwendigkeit der Abschaffung des zweiten Wahlganges anerkannt haben. Die Stichwahlen, so wie wir fie jetzt durch führen, geben einen Beweis von der großen Verwirrung und zielen auf die unehrlichsten Handelsgeschäfte hin." Wie groß auf der Rechten die Bestürzung über den Wahl ausgang ist, beweisen die Kommentare der nationalistischen Montag- Abendblätter. nellen und höchst böswilligen Presseberichte sind Don Anfang bis zu Ende unwahr. Es ist bedauerlich, daß solche Berichte in diesen kritischen Zeiten verbreitet werden, wo sie die Aufgabe derer, die für die Befestigung des Friedens arbeiten, nur schwieriger gestalten können. Die Reichsregierung paßt auf. Zu den Meldungen englischer Sonderforrespondenten aus Danzig wird deutsch- offiziös erklärt, daß man die Entwicklung in Danzig mit äußerster Wachsamteit verfolgt und daß die Reichsregierung irgendwelchen Unternehmungen gegen die Unver gegentreten würde. Es wird jedoch zugleich darauf verwiesen, leglichkeit des Freistaates Danzig auf das schärfste entdaß bis zur Stunde in Danzig nichts geschehen ist. Die Nachricht ist von Berliner amtlicher Seite als ,, haltlose Kombination" bezeichnet worden, die jeglicher tatsächlichen Begründung entbehre. Dieses Dementi war zu erwarten; es bemeist nicht mehr, als daß der amtliche Apparat noch normal funktioniert. Natürlich beweist das Dementi auch nicht, daß Nachricht richtig ist. Wie der Soz. Pressedienst" erfährt, stellt die bayerische Veröffentlichung eine Warnung dar, die an gewisse Kreise. in der nächsten Umgebung des Reichspräsidenten gerichtet ist. Diese Kreise, zu denen auch Herr von Oldenburg- Januschau gehören soll, beschäftigen sich mit dem Plan, die Regierung Brüning durch eine Regierung des Generals von Schleicher zu ersetzen. In München sei man auf diesen Plan dadurch aufmerksam gemacht worden, daß verfucht wurde, gewisse bayerische Persönlichkeiten für ihn zu gewinnen. Die Korrespondenz der Bayerischen Volkspartei spricht im Zusammenhang mit ihrer Meldung. von bolivianischen Zuständen. Damit meint sie offenbar jene Art jüdamerikanischen Regierens, bei der immer ein militärischer Diktator von einem andern abgelöst wird, wobei eine Menge Menschen zu Tode kommen, ohne daß sich sonst eigentlich sehr viel ändert. Man kann dem jezigen System" im Reiche wirklich nicht den Vorwurf machen, daß das Militär in ihm zu schwach vertreten ist. Reichspräsident ist ein Feldmarschall, die innerpolitisch wichtigsten Aemter des Reichswehr- und Innenministers liegen in der Hand eines Generals- und die andern? Lobredner haben das gegenwärtige Kabinett ein ,, Kabinett der Frontsoldaten" genannt; man fönnte es aber auch ein Kabinett ehemaliger Offiziere nennen. Sicher also ist das Unglück Deutschlands nicht auf den Umstand zurückzuführen, daß zuviel Zivilisten regieren und fann sein Heil nicht dadurch erreicht werden, daß man noch mehr Militärs regieren. läßt. nachgesagt, der in stürmischen Zeiten besonders schwer wiegt: Man hat aber dem militärischen System einen Vorteil nämlich daß es auf dem Verhältnis unbedingter Subordi nation beruht und dadurch ein gewisses Mindestmaß staatDurchs Hakenkreuz ums Brot gebracht! ücher Ordnung gewährleistet. Sehr in Gegensatz zu dieſer Krisenverschärfung durch Naziagitation. Weimar, 2. Mai.( Eigenbericht.) Nie Naziseuche bringt viele thüringische Armeitverbreiteten Auffassung steht aber die Vorstellung, daß der Staatssekretär im Reichswehrministerium und der Chef der Heeresleitung Pläne schmieden könnten, um ihren Chef, den Reichswehrminister, zu stürzen. Würden beiter und Geschäftsleute um Lohn und Brot. Im Vor- solche Pläne wirklich bestehen, so wäre das ein Beweis dafür, jahr wurden bereits verschiedene naziverseuchte thüringische Bäder daß im System der Reichswehr etwas nicht gefund ist und und Sommerfrischen von Erholungsbedürftigen gemieden; jetzt über- daß mit eiserner Hand durchgegriffen werden muß. Der Reichswehrminister selbst muß die Gewähr dafür bieten, daß trägt sich dieser Zustand auch auf die Industrie. In Blankenberg, einer Enklave des preußischen Kreises er von seinen Mitarbeitern in seiner verantwortlichen TätigBiegenrück, wird in der Hausindustrie die Weißwarenhand- feit respektiert und loyal unterstützt wird. Er muß die Kraft ftiderei betrieben. Eine Düsseldorfer Firma, die bisher von haben, sich von Mitarbeitern zu trennen, deren Verhalten ihm dort ihre Waren bezogen hat, schrieb fürzlich an ihre Lieferanten: Grund zu irgendwelchem Mißtrauen gibt. ,, Bei Ihrer Sendung befindet sich ein Arbeitszettel, auf welchem sich der Vermerk Heil Hitler" befindet. Wir fügen Ihnen diesen Arbeitszettel bei, damit Sie feststellen fönnen, wer sich von Ihren Leuten diese Unverschämtheit uns gegenüber erlaubt hat. Wir werden die Konsequenzen ziehen, denn wir sind nicht gewillt, Leute zu unterstüßen, die eine derartige Gefinnung hegen. Irgendwelche Entschuldigung Ihrerseits ist voll fommen zwecklos." Seitdem find von der betreffenden Firma feine Arbeitsaufträge mehr erteilt worden. der Saale, Kreis Schleiz in Thüringen, gehen in letzter Zeit ebenDer naziverseuchten Großpapierfabrit Rosenthai an falls immer weniger Aufträge zu. Große Firmen bestellen bei ihr nicht mehr. Auch der großen Lederfabrit in Hirschberg an der Saale sind in letzter Zeit mehrfach große Aufträge verloren gegangen, weil auf dem gelieferten Leder mit Kreide geschmierte Hakenkreuze zu finden waren. Auslandsvertreter verließen die Firma ohne Aufträge zu erteilen, nachdem fie in dem Betrieb bemerkten, daß überall die Wände mit Satenfreuzen beschmiert waren. In diesen beiden großen Betrieben betreiben hauptsächlich die Angestellten Hafentreuzpropaganda. Die Pläne, die in München den Generälen von Schleicher und von Hammerstein zugeschrieben werden, werden von der Rechten, insbesondere von den Natio= nalsozialisten, auf das eifrigste betrieben. Noch gestern abend versicherte der ,, Angriff", die Stellung Groeners sei nach der Ablehnung des Reichsbannerverbots unhaltbar geworden. Man hofft, Groener stürzen zu können und sieht dabei voraus, daß sein Sturz die ganze Regierung Brüning in den Abgrund reißen würde. Mit dieser Möglichkeit rechnet man auch in der Bayeri schen Volkspartei oder, wie man heute beinahe schon wieder sagen darf, im bayerischen 3entrum. Das Zentrum hat bei den Landtagswahlen in Preußen, Bayern und Württemberg seine sogenannte Schlüsselstellung nicht nur ge= halten, sondern auch noch sehr erheblich gestärkt. Käme es aber im Reich zu einem Sturz der Regierung Brüning und zu ihrer Ersegung durch eine Generalsregierung, so wäre die Situation vollständig verschoben und die Stellung des Sentrums auch in Preußen und in Bayern sehr erheblich geschwächt. Für uns handelt es sich darum, daß eine Reichsregierung gestürzt werden soll, weil sie die SA. mit Recht aufgelöst hat und weil sie sich gleichfalls mit Recht weigert, das verfassungstreue Reichsbanner mit der Putscharmee Hitlers auf eine Stufe zu stellen. Diese Regierung soll durch eine andere ersetzt werden, die den Rechtsstandpunkt ihrer Borgängerin in das Gegenteil verkehrt. Nun ist die Regierung Brüning ganz gewiß nicht unsere Regierung, vieles trennt uns von ihr und es ist nicht unmöglich, daß sich in den nächsten Tagen der Gegensatz zwischen uns und ihr verschärfen wird. Aber ebenso gewiß ist, daß eine neue Reichsregierung, die den Nationalsozialisten in ihrem Streben nach der Macht ent gegenfäme, mit der erbitterten Feindschaft der Sozialdemokratie und des größten Teils der Arbeiterklasse überhaupt zu rechnen hätte. Man verfälscht den Sinn der Demokratie, wenn man die Dinge so darstellt, als ob die Nationalsozialisten ein Recht auf Dinge so darstellt, als ob die Nationalsozialisten ein Recht auf Die Macht hätten. Sie sind auch nach ihren Wahlerfolgen eine Minderheit, und es wäre ein Hohn auf die Demofratie, wenn man von der Mehrheit verlangen wollte, sie solle sich dieser Minderheit unterwerfen. Die sogenannte Schlüffelstellung des Zentrums beruht doch nur auf der Tatsache, daß links von ihm eine Volksmasse steht, die zahlenmäßig fast ebenso start, politisch aber viel stärker fundiert ist, als die Wählermasse der Nazis und daß diese Volksmasse den Faschismus auf das allerschärfste ablehnt. Das Gewicht und die Bedeutung dieser Volksmasse zu übersehen, wäre der unheilvollste Fehler, der begangen werden könnte. Der Mord an Bassy vor Gericht. Borbestraffes Nazigefindel auf der Anklagebank.- Dummdreiste Ausreden. Breslau, 2. Mai.( Eigenbericht.) Vor dem Schwurgericht in Oppeln findet gegenwärtig in einer Berhandlung, die Montag vormittag begann, der am 16. Februar dieses Jahres erfolgte brutale Ueberfall Kreuzburger SA.- Leute auf den 2andarbeiterfunktionär Bassy aus Bankau, Bezirk Kreuzburg, sein gerichtliches Nachspiel. Angeklagt find insgesamt 15 aus Kreuzburg und Bankau stammende, überwiegend jugendliche Nationalsozialisten, und zwar wegen gemeinschaftlich ausgeführter vorfählicher Tötung, schweren Landfriedensbruchs und öffentlicher Zusammenroffung. Mehrere Angeklagte sind vorbestraft, so z. B. der SA. Führer Smyret dreimal( beim letztenmal zu 1½ Jahren. Gefängnis und 5 Jahrn Ehrverlust), sowie die A.Leute Kapika, Hyhs und Martin je einmal wegen Eigentumspergehens. Ein weiterer Angeklagter, der Handlungsgehilfe ynast ist zweimal vorbestraft und nach neunmonatiger Dienstzeit aus dem Reichsheer ausge stoßen worden. Die Bernehmung des Nazigefindels ergibt das bei solchen Berhandlungen gewohnte Bild. Alle 15 SA.- Leute gestehen zwar ihre Anwesenheit in Bankau am 16 Februar zu, streiten aber im übrigen ab, an der Ermordung Bassys beteiligt gewesen zu sein. Die im Gerichtssaal ausgelegten Beweisstücke wie Pistolen, Batronenhülsen und mehrere zerschlagene Türen sprechen jedoch eine allzu deutliche Sprache gegen die Hakenkreuzverbrecher, die sich jetzt feige herauszureden versuchen, und dabei sich gegenDie Angeklagten treten außerordentlich frech auf und grinsten jeifig bezichtigen. Gericht und Sachverständige dreiſt an. Für das Zentrum besteht nicht die Pflicht, sich mit den Nationalsozialisten zu foalieren, es besteht für das Zentrum erst recht nicht die Pflicht, sich ihnen zu unterwerfen. Bon der Arbeiterklasse aber fordert die gespannte Situation mit ihren undurchsichtigen Hintergründen schärfste Aufmerktor Baumert und der Diener Smyret stellten in ihrer samkeit und stärkste Kampfbereitschaft. Klagges fennt nur Naziwissenschaft. 3wei sozialdemokratische Dozenten gefündigt. Braunschweig, 2. Mai. ( Eigenbericht.) Klagges fündigte den beiden Sozialdemokraten, Dozent Dr. von Frankenberg( 3oologie) und Privatdozent Dr. Don Braden( Psychologie), den Lehrvertrag an der Technischen Hoch schule zum Ende des Sommersemesters. Klagges setzte sich über Die Haupträdelsführer der SA.- Bande, der Gutsinspet Aussage die Behauptung auf, daß alle 15 SA.- Leute in Not wehr gehandelt hätten. Die Bankauer Nationalsozialisten seien seit langem fommunistischem Terror ausgesezt gewesen und an dem fraglichen Abend habe man die Kreuzburger SA. telephonisch um Hilfe gebeten, nachdem Smyret von einem Kommunisten gestochen worden war. Die Kreuzburger SA.- Leute seien bald darauf in Bantau eingetroffen und sofort in die Wohnung des Bassy gestürzt. Für die den Willen der Hochschule, die das Scheiden der tüchtigen und Erhaltung des Theaters! beliebten Dozenten lebhaft bedauert, ohne weiteres hinweg. Bor 34 Jahren erregte in der ganzen Welt der Fall Leo Arons das größte Aufsehen. Ein Dozent der Physik an der Universität Berlin wurde gemaßregelt aus dem einzigen Grunde, weil er Sozialdemokrat mar. Jezt mirft in Braunschweig ein Klagges Lehrer der Pädagogik, der Zoologie und der Psychologie aus ihren Aemtern, nur, weil fie Sozialdemokraten sind! Breußen wieder preußisch!" war der Wahlschrei der Hakenkreuzler. Inzwischen zeigt nun Klagges, wie man sich ein preußisches Preußen" vorzustellen hat, als ein Land reaktionärer Willkür, einen Staat ohne Recht! Wo bleibt das geistige Deutschland? Wird es sich zur Wehr fezen? Junker schreien nach Steuermillionen. Deutschnationale Reichstagsfraktion operiert mit gefälschten Zahlen. Den pommerschen Junkern follen 8 Millionen M. zugeschanzt werden. Dieser Tage veröffentlichte die Rechtspresse einen Antrag der deutschnationalen Reichstagsfraktion, in dem ausgeführt mar, daß angeblich nach Feststellung der Landstelle Stettin von den unter Sicherungsschuß stehenden landwirtschaftlichen Betrieben der Provinz Bommern bereits et ma 400 Betriebe mit etwa 500 000 Morgen Landals nicht mehrsanierungsfähig anzufehen seien. Die Reichsregierung möge deshalb zur Aufrechterhaltung der Betriebe, die 15 000 Landarbeiter beschäftigen, zur Sicherung der Bestellung und Auszahlung der Löhne in diesen Betrieben eine Summe von 8 Millionen Mark zur Verfügung stellen. Diese Aktion der deutschnationalen Reichstagsfraktion hat sich nunmehr als ein Manöver zugunsten der pommerschen Junker erwiesen, dessen Begründung lange nicht den Tatsachen entspricht. In einer Pressekonferenz bei dem Kommissar für die Osthilfe in der Landstelle Stettin, Frhr. v. Wolff, bei der dieser über die allgemeine Not der Landwirtschaft und den Stand der Umschuldungs- und Sicherungsverfahren in Pommern referierte, erhielten nämlich die Bertreter der Presse, die in der Aussprache besonders auf den deutschnationalen Antrag eingingen, eine außerordentlich überraschende Antwort. Frhr. v. Wolff erklärte, daß wohl ein Teil des Besizes nur bis zum Abschluß der Ernte durchgehalten werden könne, daß aber als nicht mehr fanierungsfähig lediglich 60 000 Morgen Land gelten können. Außerdem führte Frhr. v. Wolff aus, daß die von der deutschnationalen Reichstagsfraktion angeführten Ziffern nicht von ihm herausgegeben worden seien. Mit dieser sensationellen Enthüllung des Stettiner Ostfommissars mird der deutschnationale Antrag als das gekennzeichnet, mas er in Wirklichkeit ist: ein auf gefälschten Zahlen ruhendes Manöver, durch das man auf Kosten der Allgemeinheit den Juntern und Großgrundbefizern denn für landwirtschaftliche Klein- und Mittelbetriebe haben sich die Deutschnationalen noch nie weder so eifrig noch strupel los ins Zeug gelegt runde 8 Millionen zuschanzen wollte. Aus dem Bericht des Kommissars der Stettiner Landstelle ist ferner erwähnenswert, daß in Pommern insgesamt 9000 landwirt schaftliche Betriebe im Umschuldungs- bzw. Sicherungsverfahren stehen. Wir erkennen die Not der Landwirtschaft, soweit sie durch die fataſtrophale Wirtschaftskrise begründet ist, durchaus an. Dennoch stehen wir aber nach wie vor auf dem Standpunkt, daß die Berschul dung namentlich der Großgrundbefizer nicht zuletzt auch auf die Nichtbeachtung landwirtschaftlicher Rentabili tätsgefege, auf die verschiedenen Fehlinvestitionen und nicht zulent teilweise auch auf die Maßlofigteit der Junter und Großgrundbesiger in der Lebenshaltung zu rüdzuführen ist. Bon diesem Gesichtspunti aus betrachtet, trifft die Wirtschaftskrise die Millionen ohne eigene Schuld in bitterste Not geratenen Arbeiter, Angestellten und Beamten ungleich härter. Das Urteil im Rigaer Domprozeß verpflichtet die deutsche Domgemeinde und deren Amtspersonen, alle Wohnungen und Räume im Domgebäude bei sonstiger Zwangsvollstreckung sofort Bu Derlaffen, Berufung ist eingelegt. Kundgebung am Donnerstag, d. 5. Mai( Himmelfahrt) vorm. 11 Uhr im ,, Großen Schauspielhaus" in der Karlstraße Rednor: Reichsminister a. D. Wissell, Oberbürgermeister Brauer, Altona, A. Brodbeck, O. Stetter. Künstlerische Mitwirkung: Generalmusikdirektor Leo Blech und Opernsänger Großmann von der Staatsoper, Rezitation: Alfred Beierle, Chor der Staatsoper und Städt. Oper, Vereinigte Orchester der Staatsoper und Städt. Oper. Vortragsfolge: 1. Ouvertüre zur Oper ,, Oberon"( Weber), 2. Ansprachen, 3. Die Schaubühne als moralische Anstalt betrachtet( Schiller), 4. Die Meistersinger von Nürnberg( Wagner), a) Ansprache des Hans Sachs ( gesungen von Walter Großmann), b) Schlußchor( Vereinigte Chöre und Orchester der Staatsoper und Städ. Oper. Arbelter, Angestellte, Beamte, erscheint in Massen! Einlaßkarten zu 50 Pfennig bei den Theaterkassen der Warenhäuser der Konsumgenossenschaft, Tietz, Wertheim und Karstadt sowie Buchhandlung Dietz, Lindenstraße, im Volksbühnentheater sowie in den Büros der Arbeiterorganisationen. Die Flucht in die Lüge. Die Hugenberg- Presse über unsere Maifeier. Also liest man im Tag" des Hugenberg- Konzerns über die Berliner Maifeier: ,, Maifeier zieht nicht mehr. Die als Riefenfundgebungen angekündigten Maifeiern der SPD. und Kommunisten am Sonntagnachmittag im Lustgarten entsprachen bei meitem nicht den Erwartungen, die die Veranstalter gehegt hatten. Der Lustgarten war bei der SPD.- Kund gebung bei weitem nicht gefüllt. Roch schlechter mar die Beteiligung der Kommunisten an ihrer Maifeier, obwohl sie alle Gesinnungstüchtigen, vom vierjährigen Kind an, aufgeboten üchtigen, vo ufgebote hatten." Die Leser der Sugenberg- Bresse müssen über die gewaltige Bahlniederlage der Hugenberg- Partei getröstet werden, und die dümmste Lüge ist dazu gerade gut genug! Wir geben diese Lüge dem Gelächter aller Teilnehmer an unserer Maikundgebung preis! Diese erhebende Kundgebung unserer Macht scheint die Reaktion so erschreckt zu haben, daß sie davor in die Lüge flüchtet! Weltwirtschaftskonferenz. Prof. Jèze über politische Schulden und Reparationen. Die Beltwirtschaftskonferenz Berlin 1932 hot am Montag mit der Untersuchung der Zusammenhänge von„ Kapitalverflechtung und Welthandel" ihre Arbeiten begonnen. Das Präsidium hatte an den Reichspräsidenten und an den preußischen Ministerpräsidenten Braun Begrüßungstelegramme gerichtet, auf die telegraphische Antworten eingingen. In dem Antworttelegramm des Ministerpräsidenten Braun heißt es u. a.:,,Ein friedliche weltwirtschaftliche Arbeitsteilung und Büferaustausch zwischen den Nationen ist zur Wohlfahrt aller Länder der Erde gerade heute unentbehrlicher als je." Den Höhepunkt des ersten Vormittags bildete ameifellos das Referat des Brof. Je ze von der Sorbonne, Paris, über die Frage der politischen Schulden und Reparationen. Er stellte als Haupturfache der Störungen in der Weltwirtschaft das Problem der politischen Schulden in den Vordergrund. Die Reparationen beruhen feiner Meinung nach in ihrer Höhe und in ihrer Zahlungs. meise auf grundlegenden Irrtümern, die von beiden Barteien begangen seien. Im Laufe der Zeit sei flar geworden, daß man nicht willkürlich irgendwelche Summen festlegen tönne: Wenn endlich in der Frage der Reparationen maßvolle Bernunft mehr und mehr an Raum gewanne, würde zweifellos cine befriedigende Regelung zwischen Frankreich und Deutschland gefunden werden. Von grundsäglicher Bedeutung, waren die theoretischen AusDie Vorgänge, die sich im Hause Bassys abgespielt haben, werden von den Angeklagten sehr widerspruchsvoll dargestellt. Die Pistolen, erzählt Smyret, wurden ihnen in der Dunkelheit in die Hand gedrüdt. Pon wem will niemand mehr wissen. Der Angeflagte Baumert äußerte, er hätte zunächst nur die Abficht gehabt, den Streit zu schlichten und den kommunistischen Messerstecher zu verhaften, schließlich sei er in Egtafe geraten. Baumert will gesehen haben, daß ein anderer S.- Mann mit einem Beil auf Bassy losschlug. Der Melker Welte. der übrigens als einziger die Erklärung abgab, daß er den Tod Bassys bedauere, befundete, daß einer feiner Komplicen durch das Fenster auf Bassy schoß. Aehnlich äußerte sich der ingeflagte kapiga. Die Angeklagten Grofa und 5 yhs leugMosmalla, der sich besonders auffällig in Widersprüche verwickelte, neten jede Mitwirkung an dem lleberfall ab. Dagegen wurde von zugegeben, daß er und der Truppführer Kinast auf Basin mehrere Schüsse abgefeuert hätten. Doch sei das ebenfalls aus Notwehr geschehen und in der Befürchtung, Bassy, der bereits schwer verwundet am Boden lag, würde auf sie schießen. Laut Gutachten der Sachverständigen wurde der Ermordete von mehreren Kugeln getroffen. Eine durchschlug die obere Brust, eine andere zerriß das Gehirn, eine dritte drang in den Unterleib und eine vierte verwundete Bassy am Arm. Die beiden erstgenannten Berlegungen hatten tödliche Wirkung. Wie der chemische Gerichtssachverständige befundete, ist einer dieser Schüsse aus allernächster Nähe abgegeben worden. neDer Vorfihende, Landgerichtsdirektor Kunze, führte die Bernehmung der Hakenkreuzler mit auffallender Rücksichtnahme gegenüber den Angeklagten durch. Allgemeine Verwunderung löfte die Tatsache aus, daß der Vorsitzende den Angeklaglen erklärte, sie fönnten sich bei ihrer Vernehmung auf§ 127 der Strafprozeßord nung beziehen. Die S.- Leute schienen diesen Wink zu verstehen und versuchten sich seitdem auf fahrlässige Tötung herauszureden. Am heutigen Dienstag sollen etwa 30 Zeugen vernommen werden. Das Urteil ist für Mittwoch abend zu erwarten. führungen des Privatdozenten Dr. Marschat- Heidelberg über ,, Warenstrom und Kapitalstrom". Der Chefredakteur der. Londoner ,, Financial News", Hobson, empfahl zur Behebung der speziell deutschen Krife eine fontrollierte Devalvation, d. h. die Herabsehung des Geldwerts um einen be= stimmten Prozentsaz. Deutschland follte seine Währung an das englische Pfund anhängen. Ueber die Frage der Devisenbewirtschaftung äußerte fich Prof. Dr. von Mises, Wien. Wolle man ein Steigen der Devisenkurse verhindern, so gebe es nur ein Mittel den Notenumlauf zu verringern, und zwar durch Erhöhung des Diskontsages. Die verant wortlichen Notenbankleiter hätten aber gar nicht den Versuch mit bemußter Disfontpolitit gemacht. Stattdessen habe man unter dem Schuße der Debifenzwangswirtschaft eine beschränkte Inflation zur Stügung von Banken und Bantiers durchgeführt. Auf die Dauer sei aber jede Art von Inflationspolitik schädlich. Den entgegengesetzten Standpuntt vertrat Prof. Hahn, Frantfurt a. M. Er empfahl zur Ueberwindung der Krise eine Politik be schränkter Kreditausweitung, die allerdings nur international möglid) fei. Ein einziges Land der Welt fönne für sich allein den Weg der Kreditausweitung beschreiten, das seien die Bereinigten Staaten. Würden diese sich entschließen, ihre Staatsdefizite mit der Notenpresse zu finanzieren, so tönnte sich vielleicht mit einem Schlage das Schicksal der Welt wenden. Ueber Bevölkerungsprobleme sprach Ernst Kahn, Frankfurt am Main. Der veränderte Altersaufbau werde bedeutende Struttur mandlungen in der Wirtschaft herbeiführen. Die Landwirtschaft merde den Rüdgang der Nahrungsmittelnachfrage zu spüren haben, während Kultur- und Lugusausgaben star? steigen werden. Auf dem Wohnungsbaumarkt werde der Bedarf nach Kleinwohnungen gegenüber dem nach Groß- und Mittelwohnungen noch mehr hervortreten. Die Frage der Rückwanderung aus der Stadt aufs Land müsse sehr steptisch beurteilt werden; nach leberwindung der Krise werde vermutlich die Anziehungskraft der Stadt wieder start wachsen. Es sei auch nicht unwahrscheinlich, daß Länder wie Frankreich und die Vereinigten Staaten, die jetzt ihre Grenzen gegen jede Einwanderung sperrten, in furzer Zeit die Einwanderung wieder begünstigen würden. Die Ausführungen Kahns wurden von Dr. Nawragti ergänzt. Japans neue Provinz. Bericht der Völkerbundskommission. Genf, 2. Mai.( Eigenbericht.) Der erste Tatsachenbericht der völkerbundlichen Mandschureifommission führt aus: Die japanischen regulären Truppen in der Mandschurei sind in den letzten Monaten von 10 500 Mann auf 22 400 Mann gestei gert worden. Außerdem unterhält Japan eine sogenannte mandschurische Armee mit japanischen Offizieren, Reserveund Unteroffizieren Sie umfaßt 85 000 Mann, deren Gros an der Ost chinesischen Bahn tonzentriert ist. Ferner werden 119.000 Mann japanische Polizei unterhalten, in letzter Zeit start reorganisiert und militarisiert. Die chinesischen Truppen in der Mandschurei bestanden vor dem 18. September aus 140 000 Mann. Davon sind inzwischen 60,000 Mann zur mandschurischen Armee übergegangen, 30 000 stehen gegen die Japaner bei Kirin und 20 000 bilden antijapanische Freischärferorganisationen. Zwischen diesen Freischärlern und den mandschurischen Truppen kommt es nach dem Bericht häufig zu kämpfen, wie überhaupt der Krieg als Dauer zustand in der Mandschurei herrsche. Es wird ferner festgestellt, daß die chinesische Regierung nach dem Vorgehen der Japaner feine Autorität mehr in der Mandschurei habe und für nichts verantwortlich sei. ** Das angeblich unerklärte Berschwinden zweier japanischer Sec soldaten in Shanghai hat Japan zu einer erheblichen Vera ftärtung seiner dortigen Truppen veranlaßt. Vetroleumgesellschaft ist am Sonnabend in Hamburg von Stapel Ein 17 800- Tonnen- Großtanffchiff der Deutsch- amerifanifchen gelaufen. Es ist der erste von sechs Großtantern, die die Gesellschaft den deutschen Werften in Auftrag gegeben hat, womit deren schlechte Beschäftigung sich erheblich verbesserte. Der Maitag im Aether. Arbeiter Solidarität im Rundfunk. Ein erhebendes Gefühl war es, am Sonntag am Radioapparat burch den Nether Europas zu streifen. Bon allen Wellen freuz und quer durch den Kontinent flangen Rundfunkprogramme, die dem großen Feiertag der internationalen Arbeiterschaft gewidmet waren. Es schien, als hätten sich die Feinde der Menschheit auch am Mikrophon nertrochen vor der Bucht dieses großen Tages des Sozialismus. Im Aether hörte man Ansprachen in allen Tonarten der Welt, überall standen Genossen am Mikrophon und überall war besonders dieser 1. Mai dem Friedenswillen der Arbeitermassen gewidmet. Schon um 6 Uhr morgens flang die erste Internationale durch den Aether. Der belgische Sender Brüssel war es, der mit einer Ansprache des Genossen Vandervelde den Maitag für die ganze Welt eröffnete. Genosse Vandervelde sprach zu den Arbeitern der ganzen Welt und fandte brüderliche Grüße der Internationale. Dann folgte eine Riesenreportage von Lüttich und Antwerpen. Durch die Straßen der beiden Städte flang der Schritt der demonstrierenden Massen. Während des Tages famen die deutschen Sender mit ihren Maiveranstaltungen. Konzerte, gewidmet dem Arbeiterfeiertag, flangen aber auch von den anderen Wellen der Welt. Um 4½ 1hr nachmittags ergriff am Sender Wien Genosse Kautsky das Wort und sofort unterbrachen auch die holländischen Sender ihr Programm, um die Rede Kautskys aufzunehmen und für die eigenen Hörer zu übertragen. So flang die Rde des Genossen Kautsky von verschiedenen Wellen. Millionen Arbeiter saßen lauschend an ihren Radioapparaten, Millionen Werftätige horchten auf. Gegend abend setzten wieder die Maifeiern überall ein. Der Arbeiter Radioklub Hollands im Sender Hilversum fandte ein Hörspiel ,, Karl Marr", das das Leben des großen Führers schilderte. Zum Schluß folgte ein Appell im Namen des internationalen Sozialismus.... ,, Die Reaktion versucht wieder ihren Kopf zu heben, kämpft sie nieder im Geiste des Marrismus, verteidigt bis zum Letzten eure erworbenen Rechte und fämpft für neue!" Um 20 Uhr fandte auch Kopenhagen ein sozialisti sches Hörspiel, geschrieben von den Genossen Noergaard und Bomholt. Das Hörspiel Neue Signale" schildert in sehr eindrucks vollen Formen 50 Jahre Entwicklung der Arbeiterbewegung. Ein Friedensappell an die Völker der Erde schloß hier die Feier. Im französischen Sender Toulouse sprach ein Genosse zum Maitag und sandte brüderliche Grüße an die Genossen in Deutschland. In Norwegen, von den nördlichsten Rundfunkfendern Europas, flang auch eine Maifeier. Und es war ein unvergeßlicher Augenblick, am Radio sigend von der Tschechoslowakei, von Desterreich, von Holland, von Belgien und bis hinauf nach Normegen im selben Augenblicke dasselbe Lied zu hören in ganz verschiedenen Sprachen, aber im selben Taft, gesungen mit demselben Pulsschlag des Herzens: Die Internationale! So streifte man erfreut durch ganz Europa, nur die Sender der geknechteten Länder Bolens, Ungarns, Italiens usw. schwiegen zum Maitag. Für die Arbeiter dieser Länder tönte feine Internationale. Der Rundfunk der spanischen Republik aber bewies hier den Solidaritätsgeist des internationalen Proletariats. Spät abends trat ein Genosse an das Madrider Mitrophon und sagte:„ Während wir, das freigewordene Spanien, in Freude unsere Maifeier begehen, gedenken wir der Genossen, die diesen Feiertag nicht fennen dürfen. Brüderlicher Gruß nach Italien, für euch spielen wir jegt unser aller Lied": und von der Welle Madrid flang es um 1 Uhr nachts: Bölter, hört die Signale"! N. Gurdus. Demokratie oder Dittatur. Rundfunkvortrag Karl Kautstys in Wien. Kari Kautsky, der Altmeister des wissenschaftlichen Soziafismus, hat am 1. Mai im Wiener Rundfunt gesprochen. Wir geben einige Stellen des gedankenreichen Vortrages wieder, Nachdem Karl Kautsky die Geschichte der Maitundgebung stizziert und ihre Bedeutung für Achtstundentag und Bölferfrieden hervorgehoben hatte, führte er aus: Bis zum Weltkrieg gab es über die Wichtigkeit der Demo tratie feine Meinungsverschiedenheit unter den Arbeitern, die an der Maifeier teilnahmen. Der Butschismus war überwunden. Der Weltkrieg führte in Staaten, die noch keine gefestigte Demofratie hatten, zum Umsturz, er führte aber auch zur Gewöhnung mancher Bolfsschichten an den Gebrauch Don Waffen für politische Zwede; er brachte endlich so entsetzliche Zustände, daß die Ungeduld der Leidenden oft nach Taten der Ber3 meiflung schrie und sich von der Demokratie abmandte, die unermüdliche, geduldige Arbeit erheischt und feine Wunder zu wirken vermag. Solche Wunder. wurden verlangt, und gar leicht wurde mancher als Erlöser gepriesen, der sie versprach. Auf diesem Boden sind nach dem Weltkrieg troß des Sieges der Demokratie, der ihm vielfach folgte, manche neue Diftaturen oder doch die Drohungen solcher ermachsen, Dittaturen verschiedenster Färbung, aber einig in ihrem Gegensatz zur Demokratie. Mißverständnis im Braunen Haus. KLAGE 519 KLAGE 516517 RIAGE FRANK I KLAGY AKTER KLAGE 423 ARTEN KLAGE 424 ,, Was wollen denn Sie?"-" Wir suchen Anstellung. Wir haben gelesen, daß hier dauernd geklagt wird und wir sind Klageweiber von Beruf!" disseros Prüfung der Banfensanierung. Scharfe Kritik im Falle Jlse.- Forderungen an die Reichsregierung. Der Haushaltsausschuß des Reichstags gab heute den Beridft| Grundlagen sei notwendig. Diesem Wunsche schloß sich auch der eines besonderen Unterausschusses über die Banfensanierun Sprecher der Deutschnationalen an. gen entgegen, die nach dem 13. Juli 1931 notwendig wurden. Berichterstatter war Abg. Dr. Hilferding, er führte aus: teien mit Ausnahme der Kommunisten anerkannt. Die Schließung Der staatliche Eingriff war notwendig, das haben alle Pareiner Großbant ist unmöglich, denn sie verwaltet fremde Gelder. Privates Arbeiten von Großbanken gibt es volkswirtschaftlich über haupt nicht. Die Sanierung mußte im Allgemeininteresse erfolgen. Aehnliche Vorgänge haben wir in Italien gehabt und gehen jetzt in Schweden vor sich. Aber konnte mit der Großbanken sanierung nicht auch eine Umformung der Bankensysteme vorgenommen werden? In England bestehen Banken für das Finanzierungsgeschäft und für das Depositengeschäft( Geldeinlage und Geldverwaltung), in Deutschland sind diese Geschäfte bei den Banken vereinigt. Jetzt kann das nicht mehr geändert merden. Ist in Deutschland das Bantwefen zu start fonzentriert? Wenn das schon richtig wäre, fo tönnte zur Zeit dieser Mangel auch nicht ohne weiteres behoben werden. Die Sanierung war für das Reich sehr schwierig, meil es faum Barmittel zur Verfügung stellen konnte. Die Reichsbant stellte dann aus ihren Gewinnen rund 200 millionen Mark zur Verfügung. Sie hatte stärkstes Interesse an der Liquiditätsstärkung der Banken. Bei der Neutonstruktion des deutschen Bankwesens ist jene Eingliederung der Reichsbank in die Sanierung zu beachten. Diese Haltung ist begreiflich, denn unter den heutigen sozialen Bedingungen, die die arbeitenden Klassen immer stärker und selb ständiger machen, ist Demokratie, die demokratische Republit, das unvermeidliche Ziel der politischen und sozialen Entwicklung überall. Das bezeugt die Geschichte der letzten Jahrhunderte. Wo sich in einem für die Demokratie reifen Lande zeitweise eine Diktatur hildet, hat sie stets mur provisorischen Charakter. Darum fühlt sie sich aber auch stets von der Demokratie bedroht, von der der Nachbarländer ebensosehr wie von der des eigenen Landes. Bis zum Weltkrieg rief die Maifeier ihre gewaltigen Eindrücke gerade durch ihre Geschlossenheit des gesamten internationalen Proletariats hervor, die sie so glänzend befundete. Heute besteht in vielen Ländern die Spaltung zwischen demokratischen Sozialisten und Ditiaturanhängern. Doch die Ursache dieser Spaltung scheint ihrem Ende entgegenzugehen. Die Sozialisten aller Richtungen sind einig darin, daß sie den Ausgangspunkt der Maifeier, die Verkürzung der Arbeitszeit durch Gesetz, dringend verlangen, und ebenso einig in dem letzten fozialistischen Ziele, das sie sich segen. Sie sind einig in ihrem leiden schaftlichen Abscheu vor dem Kriege und in ihrem Eintreten für den freien Verkehr zwischen den Völkern. Die Notverordnung vom 22. Februar 1932 gab der Reichs regierung das Recht, für die Banfensanierung bis 250 Millionen Mart aus eigenen Mitteln auszugeben und bis 400 Millionen Mart im Wege der Kreditbeschaffung zu besorgen. Ein Gesamt bild aller bisherigen Sanierungskonten geben die folgenden Zahlen: Gesamtausgabe für Aktien 338 Millionen Mart zurückzuzahlende Beträge verlorene Zuschüsse Bürgschaften Nur der Gegensatz von Demokratie und Dittatur trennt die Sozialisten. Doch alle Abstimmungen der letzten Seit weisen darauf hin, daß in den proletarischen Reihen Sie zeitweise von manchen ihrer Schichten preisgegebene Sache der Demotratte mieder vorwärtsgeht, die der Dittatur Rüdfchritte macht. Immer mehr erkennen die Arbeiter, daß nur die demoIratische Republit für sie der Mutterboden ist, aus dem sie neue Sträfte faugen, nur sie die Grundlage, auf der sie ihre Ideale perwirtlichen fönnen a 307 " P IP 185 " P 285 " P " Der Plan der einheitlichen Verwaltung der vom Reiche sanier ten Banken ist noch nicht weiter gediehen. Der Abgeordnete Köhler( Str.) bedauert, daß die Bantenleiter vom Reiche zu entgegenkommend behandelt worden seien. Eine flare Zusammenstellung aller Kredite und ihre haushaltsrechtlichen Das Gesicht des neuen Landtags. Die Platzverteilung.- Streit zwischen Nazis und Hugenbergern, wer mehr rechts ist. Abg. Hilferding( Soz.): aufmerksam, daß die Reichsopfer bei der Bankenſanierung machte als Fraktionsredner der Sozialdemokraten darauf besonders außerordentlich groß gewesen seien, damit hätten die Aktionäre dieser Bank immerhin ein Drittel von ihrem Vermögen gesichert erhalten, was sonst verloren gewesen wäre. Bedauerlich sei es, daß der Bantenkommissar des Reiches es direkt vermieden habe, wenigstens dort einzugreifen, wo die vom Reiche sanierten Banken durch ihre Direktoren nach der Sanierung ganz ungeniert gegen die Reichsinteressen gearbeitet haben. Das Tollste auf diesem Gebiete sei die Stellung des Direktors Reinhardt von der Commerzbank in der Aktionärversammlung der Ilfe- Bergbau gewefen. die Spigengesellschaft der Reichsbeteiligung Er habe rücksichtslos dagegen angefämpft, daß die„ Viag" auch nur einen Aufsichtsrat in jener Aftiengesellschaft befomme, obmohl das Reich an ihr eine erhebliche Attienbeteiligung habe. Er fragte, wie es fomme, daß die Reichsregierung fich das habe gefallen lassen. Eine dritte Frage sei, warum die Reichsregierung es bisher an einer einheitlichen Zusammenfassung der neu zugewachsenen Reichsinteressen im Bantwesen immer noch fehlen lasse. Die Bankpolitik des Reiches verlange diese Zusammenfassung, sonst wären die privaten Beteiligten und Sanierten die lachenden Dritten. Auf die Führung der Kreditpolitik komme heute alles an. Es fei Aufgabe des Reiches hier einzugreifen. Der Reichsfinanzminister Dietrich gab die Berechtigung der fojialdemokratischen Kritik zu, zählte aber dann die vielerlei Schwierigkeiten und Hindernisse auf, die sich nach seiner Meinung der Durchführung der sozialdemokratischen Forderungen entgegengestellt haben. Sowohl der volksparteiliche Abgeordnete Cremer wie der staatsparteiliche Abgeordnete Reinhold verurteilten ebenfalls mit scharfen Worten die Stellungnahme des Direktors Reinhard von der Commerzbank. Der Bericht des Bantenunterausschusses wurde dann durch Kenntnisnahme erledigt. Am Dienstag den 3. Mai verhandelt der Hauptausschuß weiter den Bericht seines Rechnungsunterausschusses über die Haushalt rechnung 1930. Er beginnt mit dem Reichswehrministerium. Ein Nazispikel hinausgeworfen. hinten zwischen den Fraktionen untergebracht. So fizzen die beiden Staatsparteiler zwischen Zentrum und Sozial demokraten, die Grupen der Volkspartei, der Christlichsozialen und Hannoveraner zwischen Zentrum und Deutschnationalen. Von den Im Preußischen Landtag fand am Montag eine Besprechung Borderplägen haben die Nationalsozialisten fünf, die Deutschnatioder Geschäftsführer der neuen Landtagsfraktionen über die Bernalen einen, das Zentrum zwei und Sozialdemokraten und Kommunisten ebenfalls je zwei. teilung der Arbeitsräume und Plätze im neuen Landtag statt. Wie seinerzeit im Reichstag erhoben die Deutsch= nationalen darauf Anspruch, nach wie vor die Pläge auf der äußersten Rechten zu behalten. Gegen diesen Einspruch murde aber mit Unterstützung der Sozialdemokraten, des Zentrums und der Kommunisten der nationalsozialistischen For derung zugestimmt, wonach den Nationalsozia listen die Bläge auf der Rechten eingeräumt werden. Da die starke Fraktion der Nationalsozialisten den größten Teil der Plätze auf der Rechten einnimmt, fißen die Deutsch nationalen schon fast in der Mitte. Der Vertreter der Deutschnationalen behielt sich noch einen offiziellen Einspruch feiner Fraktion gegen diese Regelung vor. Die Vorderpläge in neuen Landtag sind sämtlich den fünf Fraktionen, die es jetzt allein noch gibt, zugestanden worden. Die feinen Gruppen sind Volksbühne. Bruno Frant: Gturm im Wafferglas. Die Boltsbühne macht Sommersaison und sorgt durch eines der legten noch mit Humor und Liebenswürdigkeit ausgestatteten Luft spiele für die gute Stimmung, die uns langsam verloren geht. Da Hansi Niese und ihr artiger Hund Toni auch mitwirken und für Gemüt forgen, werden alle guten Gaben mit vielem Beifall auf genommen M. H. Ein Polizeiwachtmeister im Dienste der Nazis. Darmstadt, 2. Mai.( Eigenbericht.) Gegen den hiesigen Polizeiwachtmeister Friedrich weis hatte vor kurzem die. Disziplinarkammer für die Schußpolizei auf Dienst entlassung erkannt, weil er versucht. hatte, im Auftrage der hiesigen Nazigauleitung andere Polizeibeamte für den Nachrichtendienst an die NSDAP. zu gewinnen, ferner, weil er im Auftrage der Gauleitung vertrauliches Material der Polizeibehörde unter Bruch des Dienstgeheimniffes dem Nachrichtendienst übermittelt hatte und meil er die Ergebnisse seiner Gesinnungsschnüffelei unter den Kameraden und Borgesetzten den Nazis verraten hatte. Diese Dienstvergehen wurden bekannt durch ein von Weis und dem Leiter des Nazispizeldienstes Otto Kaul Darmstadt unterzeichnetes Protokoll, das ein anderes Mitglied des Nachrichtendienstes aus moralischen Bedenken der Polizei übergeben hatte. Weis hatte gegen die Dienstentlaffung Berufung eingelegt, 30g fie aber in der heutigen Verhandlung zurijd. Damit ist die Entlaffung rechtsfräftig geworden und gleichzeitig hat Beis damit die Berechtigung der Entlassung zugegeben. Die ge= ladenen Zeugen des Nazispizeldienstes, darunter der Fraktionsführer und Gauleiter Lenz hatten sich verleugnen lassen und waren auch von der Polizei nicht aufzufinden. Theater. Lichtspiele usw. Staats Theater MA Dienstag, den 3, Mai Staatsoper Unter den Linden 20 Uhr Madame Butterfly Staatl.Schauspielhaus Schiller- Theater Gendarmenmarkt. Charlottenburg. 20 Uhr Minna von Barnhelm 20 Uhr Die Räuber SCALA Volkshne Tägl. 5 u. 8% Uhr HANUSSEN LA JANA ANTON DOLIN u.weitere7 Attrakt. PLAZA 5u. 815 Stgs.2, 5, 815 U. Bls einschl. 8. Mal verlängert: Theater am Bülowplatz 8 Uhr Sturm im Wasserglas mit Hansi Niese Komödie in 3 Akten von Bruno Frank Regie: A. M. Rabenalt Staatl. Schiller- Theater 8 Uhr Der Vogelhändler Die Räuber Ab 9. Mai: Die Dubarry Städt. Oper Charlottenburg Bismarckstraße 34. Dienstag, 3. Mai Turnus I Götterdämmerung Theater am Schiffbauerdamm Täglich ab 4. Mai Uraufführung Die Hoffnung des Wolfgang Binder Deutsches Theater 8 Uhr Bindernagel. Burg- Vor Sonnenwinkel, Andrésen, Destal, Schirach, Kandl, Amerling Anfang 18.30 Uhr Ende 23,30 Uhr täglich untergang v. Gerh.Hauptmann Regie: Max Reinhardt GROSSES 8 Uhr SCHAUSPIELHAU AUS DIE SCHONE HELENA MAX REINHARDT INSZENIERUNG HAUS VATERLAND KURFÜRST 7460 Das Vergnügungs Restaurant Berlins KEMPINSKI BETRIEB LUNA PARK Saisonbeginn: Mittwoch, 4. Mal WELLENBAD Aktiva 50 Pfg Ruderhemden Grösse 3, ohne Aermel..... Stück 0,65 Ruderhosen blau, mit Doppelsitz, Gr.3, Stück 1,45 Fussbälle Rindleder, mitNahtschutz, geschweifter Schnitt und Blase Grösse 4, Stück 5,90 Seglerhosen weisse Köper: 4,75 qualität, tadellosverarbeitet, Stück Tennishosen orig. engl., in verschiedenen Farbtönen, Stück 12,50 Anfertigung von Boots- u. Hausflaggen jeder Art. Klubmützen, Kokarden und Abzeichen fast aller Berliner Rudervereine vorrätig WOCHENENDPAKETE in allen Preislagen. Zusammenstellung nach Wunsch. Ein Beispiel: Paket........ 112 Flasche Cyder 0,35 1 Brot.. 0,10 1/ Pfd. 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Die Versammlung der erwerbslofen Maschinenschlosser fällt am Donnerstag, dem 5. Mai, aus Anlaß des Simmelfahrtstages aus. Die nächste stattfindende Erwerbs. lofen- Berjammlung findet am Donnerstag, dem 2. Juni, nachmittags In den Generalversammlungen wurde beschlossen, für das 1 Uhr, statt. Geschäftsjahr 1931 eine Dividende von 7% zu verteilen, deren Auszahlung gegen Rückgabe der Dividendenscheine, unter Abzug der Achtung, Betriebsräte! 10% igen Kapitalertragssteuer, an den Kassen der Gemeinschafts- erichienen und kann gegen Vorzeigung Betriebsräte Zeitschrift Nr. 8 ift banken sofort stattfindet. Die Dividendenscheine lauten, soweit sie der Legitimationsfarte des Betriebsrats zu ehemaligen Papiermark- Aktien gehören, im Text auf das Geschäfts- Obmannes im Verbandshause, Zimmer 5. Maria Stuart Schwank von Alfred Herzog jahr 1931; soweit sie zu neuen Reichsmark- Aktien gehören, tragen täglich bis 4 Uhr, Freitags bis 7 Uhr, entDas Theater der Schauspieler Tilla Durieux, Erika Wagner Mädel aus der Hölle Ursula Grabley Leo Peukert Rose- Theater Parteigenossen Große Frankfurter Straße 132 Tel. Weichsel E 7 3422 8.15 Uhr Die Frau, die jeder sucht sie bei I die Nr. 69, bei II die Nr. 25, bei III die Nr 70, bei IV die Nr. 10, bei V die Nr. 36, bei VI die Nr. 38. Die Banken sind bereit, jedem Aktionär, der die entsprechende finden freundl. Aufn. Anzahl von Aktien über RM 20.-, RM 100.-, RM 200.-, RM 500im schön Landhaus, oder RM 600.- bei einer Gemeinschaftsbank einreicht, diese Aktien reichliche Verpflegung pro Tag 3 M, Garten gegen größere Stücke bis zu RM 1000- im gleichen Gesaminennmit Liegewiese dirett betrage umzutauschen; Spitzenausgleich bereitwilligst. am Hause Gustav Zickfeld Harriehausen( Harz) Rennen zu Karlshorst Heute 3½ Uhr Landsberg- Jagdrennen. Die Aktien über RM 60.- und RM 120.- und die Aktienanteilscheine über RM 3.-, RM 5.- und RM 10.- sind für kraftlos erklärt. Gegen Einreichung dieser Urkunden wird der Verkaufserlös aus den auf diese entfallenden neuen Aktien ausgezahlt. Berlin, Weimar, Frankfurt a. M., Schwerin, Dresden, Köln, den 30. April 1932. EISUS Betten Schlaf Besonders u.HolzStahlmatr Kinderb., Polster, Chaisel., an jeden. Teilz Katalog frei. Eisenmöbelfabrik Suhl( Thür wirksam sind die KLEINEN ANZEIGEN in der Gesamt- Auflage tes„ Vorwärts" und trotzdem außerordentlich billig! Hannoversche Bodenkredit- Bank Bilanz per 31. Dezember 1931 Kassenbestand( einschließlich Guthaben bei der Reichsbank und Postscheckguthaben) Guthaben bei Banken und Bankiers Sonstige Debitoren Gold- Hypotheken Aktien- Kapital Gesetzlicher Reservefonds Kreditorcu Guthaben der Deutschen Rentenbank- Kreditanstalt. Gold- Hypothekenpfandbriefe: RM Rpf 120 338 84 RM 3 253 431,12 Extra- Reserverfonds I 77 101,68 3 330 332 66 933 631 80 Max Leeser- Fonds 77 GM. 66 446 449,29) 460 290 25 055 523 79 9% Gold- Hypothekenpfandbriefe 8% 7% 22 6% GM. 24 375 385.72) 4% ( davon in das Gold- Hypotheken register eingetragen ( Deutsche Rentenbank- Kreditaustalt) Hypothekarische Darlehnsforderungen Gold- Kommunaldarlehen ( davou in das Kommunaldarlehenregister eiugetragen Am 15. Dez. 1931 fällige Hypothekenzinseu RM 319 005.71 Anteil per 1931 an später fälligen Zinsen ( die Rückstände aus 1930.. RM 21 714,25 37 25 1931 70 382 736,99 701 762 70 " F Passiva Rpf RM 3.600 000 800 000 580 000 20 000 335 159 2311113 460 290 79 GM. 2923 600, 75 54 551 450, 2 789 600, 95 100 000, 5 471 940. 65 836 590 4 332 200.99 23 776 100 Gold- Kommunalschuldverschreibungen: 8% Gold- Kommunalschuldverschreibungen GM. 19 443 900, 7% Zinsen auf Gold- llypothekenpfandbriefe und Gold- Kommunalschuldverschreibungen: Am 1. Januar 1932 und früher fällig gewordene Zinsscheine 1 nommen werden. Die Ortsverwaltung. Am 28. April verstarb infolge Gehirnschlags unser lieber Kollege, der Invalide Friedrich Gassert im 74. Lebensjahre. Wir werden sein Andenken stets in Ehren halten. Die Maschinensetzerkollegen der Firma Ullstein A.-G. Die Beerdigung findet am Mittwoch, 4. Mai, nachmittags 3 Uhr. auf dem Neuen Matthäi- Friedhof, Priesterweg, statt. KLEINE ANZEIGEN Jedes Wort 10 Pf. Fettgedrucktes Wort 20 Pfg.( zulässig 2 fettgedruckte Worte ( Worte mit mehr als 15 Buchstaben zählen für 2 Worte) Verkäufe Kleidungsstücke, Wäsche usw. Wenig getragene Ravaliergarderobe Don Millionären, Aerzten, Anwälten. Fabelhaft billige Breise. Empfehle Taillenmäntel, BaAnnahme durch den Verlag, Lindenstr. 3 ( 19-5 Uhr) sämtl. Vorwärts"-Filialen u.-Ausgabestellen, sowie alle Annoncen- Expeditionen PolstermöbelGroßlager zu Kleinpreifen. Kamerling, Rastanienallee ( Ecke Fehrbelliner ſtraße). Reklameangebot 56 Deutscher Metallarbeiter- Verband Verwaltungsstelle Berlin Todesanzeigen Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Kollege, der Rohrleger Rudolf Hauser geb. 30. Rovember 1864, am 28. April gestorben ist. Die Einäscherung findet am Diens tag, dem 3. Mai, 19%, Uhr, im Krematorium Berlin, Gerichtstraße, statt. Am 29. April verstarb unser Kollege, der Klempner Robert Gewantke geb. 4. Juni 1868. Die Einäscherung findet am Mittwoch, dem 4. Mai, 1. Uhr, im Krematorium Baumschulenweg, Riepholzstraße, statt. Am 30. April starb unser Kollege, der Bestoßer Richard Braunwald geb. 26. November 1902. Die Einäscherung findet am Mitt woch, dem 4. Mai, 121, Uhr, im Krematorium Berlin, Gerichtstraße, statt. Am 29. April starb unser Rollege, der Maschinenführer Paul Gerber geb. 24. Oktober 1866. Die Einäscherung findet am Mittwoch, dem 4. Mai, 17 Uhr, im Krematorium Baumschulenweg, Kiefholze straße, statt. Rege Beteiligung wird erwartet. Nachruf Am 28. April starb unser Kollege, der Rohrleger Max Paczkowski Die Beerdigung hat bereits stattgefunden. Ehre ihrem Andenken! Die Ortsverwaltung. Schlafzimmer 280 Kaufgesuche bis 1470. Roffien, Kastanienallee 57. Fahrräder Ballonräder, Rahnacbiffe, Blatinabfälle Quedilber Rinn metalle, 3 Wäschereien Wäscherei Alt- Köpenid" Adlershof, AugusteBittoria Straße 1, AdlersGilber. Telephon: fchmelze Goldfchmel. hof 7964, wäscht zu 35,-erei. Preisen. fabrikneue, Christionat billigen letots, Frads, Emo 45, 55, 68, Söpenickerstraße 39 Abholung Donners. Werner, Adalbertfings, Gehrockan Salteftelle Adalbert tag. ftraße 9. Rottbusser trake. sülge. Hosen, Sport. Gehpelze. Tor. Damen mäntel. Gelegen Gebrauchte Rahngebisse, 51 heitstäufe in neuer Freilaufräder 15,-, Edelmetallbrud), Garderobe. Weite- 20, Werner, Quecksilber. Rinn fter Weg lohnend. Adalbertstraße 9, Blei, Cilberschmeize Lothringerstraße 56, Rottbusser Tor. 117 441.45 RM 139 155.70 sind abgeschrieben) Am 15. Dezember 1931 fällige Kommunaldarlehns- Zinsen Anteil per 1931 an später fälligen Zinsen ( Rückstände aus früheren Terminen sind nicht vorhanden) Wertpapiere ( darunter nom. GM. 1 124 090,- eigene Gold- Pfandbriefe und GM. 633 100,- eigene Gold- KommunalschuldverGM. 1 824 980,18 RM 238 697,92 221,372,98 Anteil per 1931 an den am 1. April 1932 fälligen Zinsscheinen GM. 569 112,50 2 394 092 68 460 070 90 1 199 472 41 Noch nicht erhobene Dividende Gewinnvortrag aus 1930 Reingewinn 1931 427 68 RM 89 656,79 449 305,72 538 962 schreibungen) Bankgebäude Verlust 80.000 98 341 623 43 Gewinn- und Verlustrechnung per 31. Dezember 1931 Pfandbrief- Zinsen Kommunalschuldverschreibungs- Zinsen Steuern Handlungs- Unkosten Abschreibungen: Hypothekenzinsrückstände Gewinn- Vortrag aus 1930 RM Kpf 5 026 484 1 727 335 71 85 Gewinn- Vortrag aus 1930 Hypotheken- Zinsen 294 462. 53 Kommunaldarlehns- Zinsen Verwaltungskostenbeiträge 235 085 02 139 133 70 RM 99 656.79 99 449 305,72 Darlehnsprovisionen Sonstige Einnahmen Reingewinn 1931 Hildesheim, den 31. Dezember 1931. 538 962 51 7.961 486 34 Hannoversche Bodenkredit- Bank Astor, Kühneck. Dr. Davidson- Schmieder. Vermietungen 1 Treppe, Rosen. 98 341 623 43 thaler Blah. Christionat. Köve niderstraße ( Manteuffelstraße.) 20 a Wohnungen Gewinn Möbel Radio Radioanlagen, Ohne Einschreibegelb 5 638 013 RM 89.636 79 12 Rof alle Pleinste Marken auf Monats. Couches, raten, unverbind1 834 334 35 72.116 194 580 112 785 40 Radio, olle führenden MarBatentmatraßen, liche Vorführungen. Auflegematratzen, Szilasi, Dresdener03 Metallbetten. 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Zu Beginn der Montagverhandlungen im Stlaret Bro- 1 Beß teilte der Vorsitzende, Amtsgerichtsrat Keßner, mit, daß Aussicht bestehe, die Beweisaufnahme noch in dieser Woche zu beenden, so daß am nächsten Montag die Plädoyers der Staatsanwaltschaft beginnen könnten. Dann trat das Gericht in die Verhandlung über die Verwertung des Monopolvertrages ein. Der früherer Stadtkämmerer Dr. Lange erklärte, daß sieben Angebote von Firmen, darunter eines Beauftragten des Karstadt- Konzerns und der Firma S. Adam, auf Uebernahme des Monopolvertrages nach dem Zusammenbruch der Sklarets vorgelegen hätten. Die Reflektanten hätten ein bis drei Millionen Mark geboten, aber zum Teil verlangt, daß ihnen Jahresumsäße bis zu sechs Millionen garantiert würden. Ein Eingehen auf diese Angebote sei deshalb abgelehnt worden, weil die Uebernahme des Monopolvertrages praftisch einem Neuabschluß gleich gekommen wäre. Der Magistrat habe aber den Grundsay vertreten, keiner neuen Monopolvertrag abzuschließen, und zwar auch aus dem Grunde, weil die günstigsten Angebote nur auf zwei bis drei Millionen Mark lauteten, während der Schaden durch die Sklarets über zehn MillioRen betrug. Sachverständiger Prof. Leitner: Wäre es nicht vielleicht kaufmännischer gewesen, wenn man durch langsame Abwicklung den Schaden allmählich abgedeckt hätte, um so zu retten, was zu retten war? Lange: Es ist eingehend geprüft worden, ob man nicht ein Vergleichsverfahren eingehen sollte, es blieb aber nach Ansicht des Magistrats nichts anderes übrig, als der Konkurs. Kommerzienrat Schöndorf von der Karstadt A.-G. ais Zeuge gab an, daß es sich damals nicht um eine Offerte des Hauses Karstadt gehandelt habe, sondern mur um die Bemühungen eines Dr. Bernstein, der Vertreter der Firma war und für das Gesamtunternehmen nicht zeichnungsberechtigt gewesen sei. Dr. Bernstein habe ihm, Schöndorf, nahegelegt, den Monopolvertrag zu über nehmen, was er abgelehnt habe. Er hätte einen solchen Monopolvertrag niemals abgeschlossen, weil dieser gegen die guten Sitten verstoßen habe. Bei dem Monopolvertrag hätte es sich nicht um einen jährlichen Reingewinn von 2½ Millionen gehandelt, sondern allenfalls von 600 000 M. Dienstag, 3. Mai 1932 Wir fahren auf Erholung! Am Montag um 9 Uhr morgens gibt es auf dem Anhalter Bahnhof lebhafte und aufgeregte Abschiedsunterhaltungen. Viele fleine Köpfe gruppieren sich um die Wagenfenster, während Vater, Mutter und Großmutter die letzten, eindringlichen Ermahnungen und Ratschläge vom Stapel lassen:„ Nicht an die Türe gehen! Nicht zu kalt baden! Nicht zu viel essen! Nicht unartig sein!" Das wird alles mit einem leise ungeduldigen Kopfniden abgetan, Hauptsache iſt: Raus in die schöne Sonne. Dann pfeift es, die Maschine zieht an, Tücher schwenken, bis der Zug entschwunden ist. 22 Berliner Kinder, die allerbedürftigsten denn welches Proletarierkind Der Nachmittag brachte die nochmalige Vernehmung des Kauf- hätte keine sommerliche Erholung nötig? wurden von verschie manns Moritz Rosenthal, der zu den Behauptungen der denen Berliner Bezirksämtern zur Erholung auf 4 Wochen nach Wahrsagerin Frau Seiler gehört wurde. Rosenthal bestätigte zu dem schöngelegenen August Bebel- Kinderheim in Goh= nächst die in einem Beweisantrag der Verteidigung aufgestellterisch in der Sächsischen Schweiz gesandt. Einige der Behauptung, daß die Sklarets die ihnen angebotenen Warenkredite kleinen Urlauber auf Kosten der Arbeiterwohlfahrt, nicht ausgenutzt hätten. Er betonte, daß er ihnen bei ihren Be- die im Jahre 1924 das schöne Heim geschaffen hat, das früher allstellungen Kredite in Höhe von 60 000 bis 80 000 m. ein jährlich mindestens 60 bis 70 Kinder als Gäste bei sich sah. Jezzt, geräumt hätte. Vors. Die Zeugin Frau Seidler hat es so da dies finanziell nicht mehr möglich ist, hat die Arbeiterwohlfahrt dargestellt, daß die Sklareks die erste Million durch Kommerzienrat 20 schwererziehbare Kinder als ständige Bewohner im Heim einBamberg und die weiteren drei Millionen Stadtbankkredit mit Ihrer quartiert; sie besuchen die dortige Dorfschule und werden im Heim Hilfe erhalten haben. Zeuge: Ein einziges Mitglied des von pädagogisch und pflegerisch bestausgebildeten Kräften betreut. Kreditausschusses konnte gar keine Kredite bewilligen. Vors. In diesem Jahr gab es eine freudige Sensation: Alle 20 murSie haben bei Ihrer früheren Vernehmung gesagt, daß mit den den versetzt, was bekanntlich nicht immer der Fall sein soll. Sklareks mur unverbindliche Besprechungen bezüglich des aus- Den Sommer über erhalten die Kinder dann Besuch der kleinen ländischen kredits in Höhe von 2½ Millionen Dollar statt- Feriengäste, was für sie eine angenehme Abwechslung bedeutet. gefunden haben. Halten Sie das angesichts der Aussagen von Frau im Heim selbst wird alles getan, damit sich die Kinder nach jeder Seidler noch aufrecht? Zeuge: Jawohl. Ich habe keinen Kredit Richtung hin wohl fühlen sollen. Aus Mitteln der Arbeifest zugesagt. Eine städtische Gesellschaft sollte einen Auslands- ter Wohlfahrtslotterie wurde jetzt eine schöne, große kredit bekommen und daran sollten, glaube ich, die Sklareks beteiligt Liegehalle gebaut, die gleichzeitig bei schlechtem Wetter als Spielwerden. Vors. Meinen Sie Schüning? Zeuge: Ja. halle dient. Wer nicht auf Sommerreise geschickt werden kann, der kommt nach den schöngelegenen Zeltlagern oder geht auf Fahrt. Im engbemessenen Rahmen der Kindererholungsfürsorge wird das möglichste getan, den Kindern, die daheim alles entbehren müssen, was zu ihrer gesunden Entwicklung so nottut, Erholung zu vermitteln. Der letzte Zeuge, Staatsanwaltschaftsrat Was mund, erklärt, daß er von den Sklarets feinerlei Gelder erhalten habe. Wenn er von dem ,, Offenbaren" der Sklarefs gesprochen habe, dann deshalb, weil er in dem Glauben gewesen sei, daß die Sklarets sich in Zahlungsschwierigkeiten befänden. Er habe damals niemals vermutet, daß es sich um strafbare Handlungen der Sklarets gehandelt habe. Das Strandbad des Ostens. Der Müggelsee ladet zum Bade. Bade. 90 000 Quadratmeter Strand. Kaum eine andere Weltstadt hat so viele und so herrliche| Sch mimmern Groß- Berlin, Abteilung Friedrichshain, gestellt Bolksbäder aufzuweisen wie die Reichshauptstadt. wird, hat man ein besonderes Haus geschaffen, in dem die ,, MannHunderte von Volksbadeanstalten find an Spree und Havel und an schaft" auch des Nachts wohnt. den vielen Seen, die Berlin umschließen, gelegen. Die riejigen Strandbäder am Wannsee und am Müggelsee sind als Schöpfungen eines neuen, von sozialdemokratischem Schaffen beeinflußten Berlin zu besonders wirkungsvollen Erholungsstätten der Großstadtbevölkerung geworden, g Das Massenstrandbad des Berliner Ostens, das Strandbad Müggelsee, will hinter Wannsee nicht zurückstehen. So sind auch hier von Jahr zu Jahr Verbesserungen und der Freude und Bequemlichkeit der Arbeiterbevölkerung des Ostens dienende Neueinrichtungen geschaffen worden. Zwei große Freitreppen führen hinunter zum Badestrand, der jetzt eine Fläche von rund 90 000 Quadratmeter einnimmt. Vom User ist das Wasser 150 Meter in den See hinein so flach, daß auch jeder Nichtschwimmer sich nach Herzenslust austoben kann. Der Linie des Ufers folgend, hat man unterhalb der Promenadenstraße eine neue Umkleidehalle geschaffen, die zu gleicher Zeit 1500 Besuchern zur Verfügung stehen tann. Im Mittelteil sind die Räume des Bademeisters, der Un fallstation und des Sanitätspersonals untergebracht. Milch, Obst und Konfitürengeschäfte schließen sich an. Selbstverständlich fehlt auch nicht der Friseur, das Photoatelier und der Zeitungsfiost. Das neue Strandcafé wird vielen Badegästen erwünschte Erfrischung bieten. Der einen Kilometer lange Badestrand wirkt mit seinen Strandkörben und Liegestühlen und dem Kiefernwald im Hintergrund wie der Strand eines in den Berliner Osten gezauberten Ostseebades. Für Sport und Spiel ist gleichfalls gut vorgesorgt. Ruderboote, Tischtennisplätze und Sportanlagen warten auf die Besucher. Der Leiter des Strandbades, unser Genosse Schweb, hat größte Sorgfalt auf den Ausbau der Rettungseinrichtun gen gelegt. An Sonntagen wachen 60 bis 80 im Rettungsdienst hervorragend ausgebildete Wärter über Leben und Gesundheit der Badenden. Für die Rettungswache, die Don den Freien Wie man zum Strandbad fommt. Vor dem Eingangsturm des Strandbades endet unmittelbar die Straßenbahnlinie 187, die im Sommer durch verstärkten Ver fehr und Einsetzer den Massenbesuch bewältigt. Aber auch mit der Schnellbahn bis Bahnhof Rahneders besteht gute Verkehrsmöglichkeit. Vom Bahnhof aus führt ein schöner Weg durch den Wald zum Bad. Das Strandbad Müggelsee öffnet seine Pforten offiziell am Himmelfahrtstag. Schon in diesen Tagen hatten sich jedoch viele Hunderte von Arbeitern und Angestellten eingefunden, zumal man bis zum Eröffnungstage von der Erhebung eines Eintrittsgeldes Abstand genommen hat. Arbeiter Die besondere Sehenswürdigkeit des Strandbades Müggeljee Namen Negerdorf und Paddendorf tragen. aber sind die beiden Arbeiterwochenendsiedlungen, die die schönen haben sich hier mit eigener Hand kleine Häuschen errichtet, die mit größter Sorgfalt und Liebe betreut, wie kleine Schmuckkästchen in der schönen märkischen Landschaft stehen. Heute Verkehrszählung! Auf sämtlichen Vrkehrsmitteln der Verkehrs- A.- G. finden heute Personenzählungen statt. Bei den Oberflächenverkehrsmitteln( Straßenbahn und Omnibus) werden die Fahrgäste durch die Schaffner festgestellt. Es bedarf demnach keiner Mithilfe des Publikums. Bei der U- Bahn dagegen erhalten die Fahrgäste beim Zugang an den Sperren besondere Zählkarten, die beim Verlassen der U- Bahn an der Sperre abzugeben sind. Da die Sählung der Unterlagen für die Beurteilung des Verkehrs vermitteln soll, merden die Fahrgäste um Unterstüßung dieser Maßnahme gebeten. Vier schwere Raubüberfälle. Leber 5000 Mart Mietgelder erbeutet. Während am frühen Nachmittag des Montag im Norden Berlins in der Lortzingstraße eine Wohlfahrtsempfängerin brutal niedergeschlagen und beraubt wurde, waren in den Abendsfunden Mietgeldräuber gleich an drei Stellen der Stadt und fast zu derselben Zeit leider erfolgreich tätig. In zwei Fällen traten die Banditen bandenmäßig auf. In allen vier Fällen konnten die Bandifen unerkannt entkommen. Als gegen 18 Uhr der 63 Jahre alte Verwalter Reinhold Feh Low im Hause Scheffelstraße 26 die Mieten zum größten Teil eintassiert hatte, wurde er auf dem Treppenflur von vier mastierten und bewaffneten Männern überfallen. Die Täter gaben mehrere Schüsse ab, um den Ueberfallenen einsuschüchtern und raubten eine Tasche, in der sich annähernd 4000 m. befanden. Mit der Beute liesen die Banditen davon, sprangen in eine bereitstehende braune Limousine, rasten mit Vollgas davon und entkamen. In der Boppstraße 11 im Südwesten Berlins Pistolen in die Wohnung der Portierfrau Lina Markus im an der Neuköllner Grenze, drangen vier Burschen mit vorgehaltenen Parterre des Quergebäudes ein, hielten die Frau mit der Waffe in Schach und erbeuteten 1000 m. Mietgelder. Der dritte Ueberfall spielte sich im Flur des Hauses Kyffhäuserstraße 2 ab, wo jungen Burschen die Handtasche mit 300 M. Mietgeldern entrissen der 69jährigen Hausbesizerin Anna Schneider von einem wurde. Alle Raubüberfälle scheinen von langer Hand vorbereitet zu sein. * In der Lorgingstraße im Norden Berlins spielte sich gestern am frühen Nachmittag ein brutaler Raubüberfall ab. Bor dem Hause Nr. 31 entspann sich zwischen einer Frau und einem Manne ein lauter Wortwechsel. Plötzlich zog der Mann einen Schlagring hervor und schlug der Wehrlosen mehrmals heftig ins Gesicht. Während die Frau mit schweren Gesichtsverlegungen betäubt zu Boden sank, ergriff der Täter die Handtasche der Ohnmächtigen und flüchtete mit seinem Raube. Alles hatte sich so schnell abgespielt, daß der Bursche bereits über alle Berge war, als Passanten hinzueilten. Dem Wegelagerer find 18,40 M. in die Hände gefallen. Das Geld hatte sich die Frau gerade vom Wohlfahrtsamt geholt. Nach dem Täter wird von der Kriminalpolizei gefahndet. Die Schwerverletzte fand im Lazarus frankenhaus Aufnahme. fosessi JUND Wolkstümlich- Gemeingut aller Raucher", Die einzig Richtige! das sind die rechten Worte für unsere ,, Juno"! Und wie erreichte Juno diese Anerkennung? Lediglich durch ihre hervorragende Qualität, die auf gewohnter Höhe zu erhalten, unser Ziel bleibt. Wer Juno raucht, weiß, daß sie keine Wertmarken, Gutscheine, oder Stickereien bringt; dafür aber absolute Gewähr bietet für unverminderte Güte und volles Format. Josetti E JUNO a/ M.rund 6 STUCK 20 Sozialistische Festkultur. Die Abendfeiern am 1. Mai. Am Aachmittag fand sich alles in den Aeierflunden der kreise und Abteilungen zusammen. Alle Berichte, die uns zugehen, melden ubereinstimmend riesenhaften Besuch. Die Veranstaltungen waren liberfüllt. Tausende hatten sich in den grohcn Sälen und Garten- rcslaurants in ollen Stadtteilen zusammeugefunden, um den Jeier- tag der Arbeiterschaft als ein Volksfest im besten Sinne des Wortes zu begehen. Der 2. Kreis Tiergarten und der 3. Kreis Wedding hielten die Feier gemeinsam im Moabitcr Echützenhaus ab. In den geräumigen Anlagen wogten die Menschenmassen auf und ad, bis die Fanfaren des Reichsbanners alle zusammenriefen: Kinder- freunde, Sozialistische Arbeiterjugend, Sportler, Arbeitersänger führten gemeinsam das Festspiel„Maifeier 1332" auf. Der Reichs- ragsabgeordnete Kurt Heinig sprach anfeuernde Worte zu den Massen und forderte sie auf, im Kampfe nicht nachzulassen. Im Laufe des Nachmittags trug die„Rote K o l o n n e" durch Aufführungen von Satiren und kurzen Szenen sehr zum Gelingen der Feier bei. In Neukölln waren beide Säle der N e u e n W c l t überfüllt. Unter Leitung von Martin Gleisner hatten sich die verschiedenen Organi- salionen, wie Berliner Sängerchor, Kinderfrcunde, Spielgruppc der SAJ., Bewegungschvre des Volkssports Neukölln zu einem impo- fönten Einmarsch zusammengefunden, der die Macht der Arbeiter- schaft sinnbildlich demonstrierte. Genosse K ü n st l e r wies in seiner Ansprache auf die Bedeutung des Tages hin und forderte die Arbeiterschaft dazu auf, einig und geschlossen dazustehen. Ein„Fest der Fünftausend könnte man die Veranstaltung der Kreise„F r i e d r i ch s h a i n" und„Prenzlauer Berg" im„Saal- bau Friedrichshain" nennen. Das Festspiel„Kampsmai 1932" wurde auch hier unter Beteiligung der verschiedenen Kulturorgonisationcn der Arbeiterschaft hervorragend durchgeführt. Freidenker, Kinder- freunde, SAJ., Rote Rotte, ein Orchester des Deutschen Musiker- Verbandes, Cinzelsprecher der Aktuellen Kleinkunstbühne hatten sich in selbstloser und aufopferungsvoller Arbeit zusammengefunden und fanden im Beifall der Massen dankbare Zustimmung. Zwei Chöre der Arbeitersängcr trugen am Nachmittag zur Unterhaltung der Massen bei. Auch die Köpenicker Parteigenossen konnten einen außerordentlich starken Besuch ihrer beiden Veranstaltungen verzeichnen.„Stadttheater" und„Uhlenhorst" waren beide überfüllt, Kinderfreunde, SAJ., ein Gemischter Chor der Arbeitersänger hatten auch hier ein dankbares Publikum. In Pankow sprach Landtags- abgeordneter Genosse Otto Meier. Der Bürgerpark am Rathaus konnte die Massen der Erschienenen kaum unterbringen. Turner und Turnerinnen, die Arbeitersänger und andere Organisationen gaben ihr Bestes zur Gestaltung einer würdigen Feier. In W e i ß e n s e e fand gleichzeitig eine Ehrung der alten Partei- genossen und, als Symbol der Verbundenheit von Alter und Jugend in der Sozialdemokratie, die Abnahme einer Anzahl junger Gc- nassen in die Partei statt. Die Jugendspielgruppc„Junge Hammerschaft" führt das Festspiel„Eiserne Front" auf. Der Valkschor Weißensee sang die Lieder der Arbeiterschaft, Stadtver- ordneter Genosse Otto Faust hielt die Ansprache. Im„Viktoria- Garten", Wilmersdorf, sprach Reichstagsabgcordnetcr Genosse B r e i t s ch e i d zu den Massen. Er betonte den Kampschorakter dieses Maitages und forderte von der Regierung, daß sie endlich wirksame Maßnahmen zur Bekämpfung der Arbeitslosigkeit ergreise. Auch hier war mit der Feier eine Ehrung der alten Parteigenossen verbunden. In der Gruppe der alten Parteigenossen befand sich auch die Genossin Luise Ebcrt, die Frau unseres unvergeßlichen Friedrich Ebert. Im Bürgersaol des Rathauses Schöneberg sprach Genosse Aufhäuser, M. d. R., der den Kampf um die?lrbeitsbesck>affung in den Mittelpunkt seiner Ansprache stellte. Auch hier fand das Festspiel„Eiserne Front" unter Mitwirkung verschiedener Orgam- sationen begeisterte Zustimmung. Die Lichtenberger Parteigenossen hatten sich im „S p r e e g a r t e n" in Treptow versammelt. Taufende füllten den weiten Garten. In bunter Folge wechselten Konzertstücke und Vorträge des Berliner Volkschors, akrobatische Akte und turnerische Vorführungen der Reckricgc der FTGB.-Lichtenberg. Den Höhe- punkt der Feier bildete ein Festspiel des Arbciterlaienspielvcrbandes unter Leitung des Genossen Kirschke und unter Mitwirkung des Reichsbanners, der Hammerschaften, der Roten Funker, der SAJ. und der Kinderfreunde. Im Parkrestaurant S ü d c n d e hatten sich die Tempelhofer Parteigenossen zusammengefunden. Genosse Karl Litke hielt die Mairede im Rahmen des begeistert aufgenommenen Festspiels „Eiserne Front", zu dessen Durchführung sich Turner, Reichsbanner und Sozialistische Arbeiterjugend zusammengefunden hatten. Oer il.Mai im Rundfunk. Die Kundgebung der Freien Gewerkschaften und der Sozial- demokratischen Partei im Lustgarten mutzte für jeden zum über- wültigcndcn Eindnick werden. Das Werkoolk von Berlin hatte sich oersammelt, um Bekenntnis abzulegen nicht nur zu ihren Arbeits- forderungen, sondern ebenso zum demokratischen Staat, den es er- richten half, den es erhalten und aufbauen wird, allen Feinden zum Trog. Was wußten die Funkstunde Berlin und der Deutschland- sender davon zu berichten? Bei der ersten Kundgabe der Tages- Nachrichten noch überhaupt nichts: bis um g Uhr abends hatte sich die Kunde davon wohl noch nicht bis zum Funkhaus herumgesprochen. Um viertel Elf kam dann diese Mitteilung: Sozialdemokraten und Kommunisten veranstalteten Kundgebungen: infolge des warmen Wetters wurden mehrere Personen ohnmächtig: insgesamt wurden fünfzig Verhaftungen vorgenommen. Es ist erschütternd, daß die Bedeutung dieser Massendemonstration, die auch dem ärgsten Zweifler über die Gesinnung und den Willen der einzigen wahren Volks- gemeinschaft in Deutschland aufklären muß, so van den Berliner Sendern übersehen werden konnte, die von Tagungen des Stahl- Helms, des Kyfshäuserbundes und ähnlichen Vereinigungen mit pein- licher Gründlichkeit Kenntnis zu nehmen pflegen. Beide Sender brachten je eine würdige„A r b e i t e r f e i e r- stunde": das Wort„Maifeier" war anscheinend den zensurierenden Rotstiften unerbittlich zum Opfer gefallen. Daß es den Werktätigen Symbol ist ihres Glaubens, ihres Strebens:„Brüder, zur Sonne, zur Freiheit!" weiß man im Funkhaus wohl nicht. Die Manuskripte der Ansprachen hätten immerhin darüber Aufklärung geben können. Reichsarbeitsminister a. D. Rudolf Wisfell sprach von dem Ringen des Menschen mit der Arbeit, die ihn immer wieder in die Knie zwingt, einst durch die Wucht der Arbeitslast, heute durch den Triumph der Technik, die ihn ausgehungert oder vor Müdigkeit zer- brachen zu Boden wirft. Seine Worte leiteten Liederoarträge ein, in denen das„Werkoolk in der Musik" dargestellt wurde. Eine Art innerer Wetterführung der Ansprache von Wisfell war der Vortrag Karl Br ögers„Voni Werktag zum Sonntag", dessen Sinn m dem Gedanken gipfelte, daß nicht das Freiwerden von der Arbeit, sondern das Freiwerden in ihr das Ziel des Sozialismus ist. Sind wir heute nicht weiter als je von diesem Ziel entfernt, wo Freizeit zur Strafe statt zum Glück wurde, wo 25 Millionen Men- scheu auf der Erde zur Untätigkeit verdammt sind? Kultusminister Grimme warf die Frage auf in der„Feierstunde für die Werk- tätigen", die der Deutschlandsendcr veranstaltete. Weist der Weg, wie der Prophet vom„Untergang des Abendlandes" meint, unfchl- bor in die Auflösung, ins Chaos? Oder kann er, wie von manchem vorgeschlagen wird, zurückgeführt werden? Es gibt keine Brücken ins Gestern, und gäbe es sie, wir würden sie nicht betreten, wenn wir die Wirklichkeit dieses Gestern erkennen könnten. Der Weg zur Rettung kann nur vorwärts führen, in einen erweiterten, neu- gestalteten Lebensraum. Dazu ist zuerst nötig, dem Menschen wieder sein Recht auf Arbeit zu geben. Die Technik hat unerhörte Kräfte geschaffen, um den Menschen von dem erdrückenden Gewicht der Arbeit zu entlasten. Arbeitszeitverkürzung muß die notwendige Folge sein, wenn die Errungenschaften der Technik einen Sinn für die Menschheit haben sollen. Dann wird wieder Arbeit ftir alle da sein, und olle werden aus der Arbeit wieder ihren Lcbcnssinn schöpfen können. Minister Grimme nannte den Ruf nach Arbeits- zeitverkürzung einen Mahnruf an das Kulturgewissen der WeU. Auch diese Ansprache wurde von Musik und Rezitationen sinn- voll ergänzt. Besonders erfreulich war, daß diesmal die Programme des Berliner und des Königswusterhauscncr Senders verständnisvoll ineinandergrissen. Aus dem Russischen übertragen von Werner Bergengruen. Schließlich liegen nur noch Verwundete und Tote da. Während der folgenden Tage überschütten die Deutschen uns mit Artilleriegeschossen. Das Feuer hält den ganzen Tag über an, ebnet unsere Gräben ein und erschlägt Tausende von Menschen. Nachts richten wir zusammen mit den Sap- peuren die Gräben wieder her, erhalten Verstärkungen und sitzen dann wieder da, schon fast taub von den ewigen Deto- Nationen, und lassen uns mit Splittern überschütten. Jetzt schießt auch unsere Artillerie die ganze Nacht über. Die ganze Nacht über strecken sich am Himmel die Fühlhörner der Scheinwerfer aus, beleuchten die Wolken und fallen dann plötzlich zur Erde. Wir kommen von hier nicht fort. Wir find willenlose Opfer fremder Absichten und Entschlüsse. Die Deutschen sind entschlossen, uns um jeden Preis aus unseren Stellungen zu verjagen und um jeden Preis weiter vorzudringen. Und die llnsrigen sind entschlossen, die Stellungen um jeden Preis zu halten, keinen Fußbreit zurückzugehen und jeden Ansturm abzuschlagen. Die Deutschen müssen unseren Widerstand brechen, müssen unsere Front einstoßen und gehen mit barbarischer Hartnäckigkeit, mit eiserner Energie auf uns las, werfen ein Regiment nach dem anderen ins Gefecht, verlieren Tausende van Leuten, verschießen Zehntausende von Gesckiossen. Und die Russen müssen die Front halten, dürfen keinen Durchbruch zulassen, und so müssen wir ein Regiment nach dem anderen hinopfern und Taufende von Leuten verlieren. In acht Tagen drei Angriffe. Jeder wird durch lang an- daltendes hartnäckiges Emebnungsfeuer eingeleitet. Die Deut» schen überschütten uns mit Tausenden von Artilleriegeschossen, sie machen einen Höllenschlund aus unserem Grabensystem und dann schicken sie plötzlich ihre Menschenwellen zum Sturm vor. Sie kommen nicht bis an unsere Gräben, unsere dichten Kugelwolken mähen ihre Reihen nieder. Wer am Leben gc- blieben ist, kriecht zurück oder verblutet an den Draht- verhauen. In diesen acht Tagen ist aus einem schmalen Abschnitt eine kaum zu zählende Masse deutscher und russischer Menschen zugrunde gegangen. In einem irrsinnigen, phantastischen Nachtangriff ge- langen die Deutschen nicht bis an unsere Stellungen. Unsere paar kläglichen Scheinwerfer entdecken sie zufällig, bevor sie so weit sind, und in der höllischen Finsternis schießen wir aufs Geratewohl, ohne zu zielen. In einem Zustande panischen Entsetzens, ohne den Feind zu sehen, ohne zu wissen, ob er noch weit oder schon hart an unseren Gräben ist, die Augen unnatürlich weit aufgerissen, die Sehnerven bis zum äußersten gespannt, so schießen wir mechanisch in den Raum vor uns, so schleudern wir unsere Hand- granatcn. Wir schießen lange, sehr lange. Die Gewehrläufe sind glühend heiß. So geht es durch Stunden. Dann bcleuch- tet der Scheinwerfer das Gelände vor uns und wir sehen herumliegende Körper und kriechende Menschen. Vergeblich warten wir auf die versprochene Ablösung. Ablösung gibt es nicht. Und so hocken wir dann weiter in unseren Gräben. Es herrscht eine sonderbare, ungewohnte Stille. Die Artillerie schießt nicht. Rings umher ist alles verbrannt. Die Erde ist aufgewülstt. Wir sitzen herum und plaudern träge. Ein junger Freiwilliger aus dem dritten Bataillon. Student der juristischen Fakultät, liegt auf dem Rücken, die„Hände unter dem Kopf. -„Will uns denn niemand helfen? Hat uns demi wirklich die ganze Welt vergessen? Es gibt doch noch Dutzende von neutralen Ländern, warum mischen sich die denn nicht ein und versuchen, die Kriegführenden zum Frieden zu bewegen?" Niemand antwortet. Er setzt sich auf und redet weiter: „Da habe ich also die Rechte studiert. Was gibt es da nicht alles für Rechte! Staatsrecht. Römisches Recht, üfsent- liches Recht, Polizeirecht, Gewohnheitsrecht, Völkerrecht, Naturrecht, Verwaltungsrecist und noch ganze Haufen von anderen Rechten. Es gibt auch ein Kriegsrecht. Ja. so heißt Hölle in der Ehe. Schüsse auf Krau, Kind und sich selbst. Das Eheleben des Maschinisten N. mit der Schneiderin G. nahm am 27. Oktober v. I. ein blutiges Ende. Der Fünfzigjährige schoß in seiner Verzweiflung auf Frau und Töchterchen und jagte sich selbst ein« Kugel in den Kaps. Alle drei blieben jedoch am Leben. N. hatte in seinen Ehen wenig Glück. Seine erste Ehe wurde wegen beiderseitigen Verschuldens geschieden. Seine zweite Fron starb nach vierjähriger glücklicher Ehe: sie hinterließ ihm die vier- jährige Edith. Er sah sich noch einer Mutter für das Kind um und lernte durch ein Inserat im Oktober 1929 die Schneiderin G. kennen, die mit ihrem Icjährigcn Sohn eine Dreizimmerwohnung bewohnte und in einer Nähstube drei Frauen beschäftigte. Im Dezember heiratete man: die Nähstnbe wurde aufgegeben. N. gab seiner grau 60 Mark Wirtfämstsgcld wöchentlick,. Die Ehe tieß sich gut an, wurde ober bald getrübt. Die Frau liebte es zu nörgeln und zu sticheln und den Mann zu reizen und vcruochlässigie wich die kleine Edith. Der Mann genügte ihr nicht: Ich bin jung und knusperig, ich kann Männer kriegen, soviel ich will. Das alles be. hauptete der Angeklagte vor Gericht. Es kam zu Streitigkeiten und sogar zu Tätiichkcitcn. Der Mann drohte, daß er olle umbringen würde, kaufte sich eine Schreckschußpistole, arbeitete sie um und goß selbst Kugeln dazu. Am 27. Oktober v. I. kehrte die Frau wieder erst gegen 12 llhr nachts heim. Der Mann mochte chr VoryaUungeu. Gegen 3 llhr nachts sprang der Mann plötzlich aus dem Bett, sagte zur Frau:„Jetzt ist's aus, ich kann nicht mehr: jetzt mache ich Schluß", und schoß auf sie zweimal. Dann beruhigte er die weinende Editb: „Warte, mein Kind, mit uns beiden ist es auch gleich aus", und feuerte aus die Kleine drei Schüsse ab. Schließlich zeigte er der blutenden Kleinen das Bild ihrer Mutter:„Hier, das ist deine Mutter", und schoß sich in die Schläfe. Seine Verletzung erwies sich als harmlos, dem Kinde mußte die Kugel aus dem Halse geholt werden, die Frau hatte van den Schrostchüssen nur Brandwunden davongetragen. Das Landgericht glaubte dem Angeklagten, daß er aus Verzweiflung gehandelt hat, verzichtete auf die Beweisaufnahme und verurteilte ihn unter Zubilligung einer Bewährungsfrist wegen versuchten Totschlages in zwei Fällen zu 1 Jahr 3 Monaten Gefängnis. Bluttaten aus dem Lande. Ein Baler erschießt seine Stieftochter und ihren Freund. In Holzhausen bei Minden erschoß der Besitzer eines Mindencr Zemenklagers, R ichmann, seine Sttestochter, ihren Freuird und dann sich selbst. Der Täter hatte abends, als er nach Hause kam, sein««tief- t achter und ihren Freund in seiner Wohnung angetroffen. Er verließ die Wohnung wieder und stellte sich vor der Haustür auf. Dort streckte er beide, als sie das Haus verließen, durch Reuotoerfchüffe nieder: sie waren sofort tat. Dann richtete er die Waffe gegen sich selbst und tötete sich ebenfalls durch einen Schuß. Man nimmt an, daß Eifersucht der Grund zur Tat gewesen ist. Feuerkampf zwischen Mörder und Landjäger. wcsselburcn. 2. Mai. Im benachbarten Haff e nt> litt c l ereignete sich am Sonntag eine furchtbare Bluttat. Ein bei der Hofbesitzeri,, Kruse beschäftigter polnischer Knecht, dem zum l. Mai gekündigt worden war, erschoß aus Wut über feine Kündigung seine Arbeitgebcrin, oer- barrikadierte sich dann auf dem Hausbadcn uird gab auf die an- rückenden Landjägereibewnten etwa 100 Schüsse aus einem Milttärgcwehr. einer Jagdftmte und einer Pistole ab, die jedoch niemand trafen. Die Landjägerctbeamten erwiderten das Feuer. Als endlich ein Ileberfallkornmando aus Schleswig-Holstein eintraf, verübte der Täter Selbstmord, indem er sich eine Kugel in die Schläfe schoß. wetterausjichlen für Berlin. Anfangs meist bewölkt mit Regen- fällen, später wieder langsame Pewölkungsabnahme, ziemlich kühl. westliche Winde.— Für Deutschland: In Ostpreußen zunächst noch kein« wesentliche Acnderung. zwischen Weichsel und Elbe vorwiegend stärker bewölkt mit wiederholten Regensällen, ziemlich kühl, im Westen und Süden Wettcrbcsserung und am Tage wieder etwas wärmer. das. Seit einigen Jahrhunderten betrachtet dieses Recht den Krieg als ein Mittel zur Wiederherstellung und Klärung strittiger Rcchtsbeziehungen. Anders ausgedrückt, als einen juristischen Prozeß zwischen Staaten. Und da sind nun die Staaten miteinander überein- gekommen, was erlaubt sein soll und was nicht. Da haben sie sogar Rechtsnormen für die Kriegsführung aufgestellt. Also wie man den Krieg zu erklären hat und wie er geführt werden muß und auf welche Art man Menschen- umbringen darf und auf welche nicht. Und womit man es darf und womit nicht. Schön, heißt es, ohne Krieg geht es eben nicht, das versteht sich von selbst, aber man muß ihn unbedingt humaner gestalten. Und darum, also bitte schön, führt Krieg, aber haltet euch an bestimmte Anstands- und Humanitäts- regeln! Schießt also mit Kanonen, mit Maschinengewehren, mit Gewehren, stecht mit Bajonetten, haut mit Säbeln, reißt Arme, Beine und Köpfe ab, schlitzt Bäuche auf, holt Gedärme heraus, verbrennt und zerstört Städte und Dörfer, jagt Mit- lionen von Flüchtlingen ins Elend, bringt Millionen von Menschen um, macht Millionen und aber Millionen zu Krüppeln und Waisen, aber bitte tut das so human wie möglich! Sonst werdet ihr euch dafür zu verantworten haben." st Der Freiwillige springt auf, fuchtelt erregt mit den 5)änden und schreit: „Aber warum können sie nicht miteinander abmachen, daß der Krieg überhaupt verboten ist? Einfach verboten und Schluß! Da haben sie sich Hunderte von Rechten ausgedacht. und warum nicht dieses einfache Menschenrecht? Man darf keinen Krieg führen, man darf nicht Millionen gegen Mit- lionen hetzen, monatelang einander niedermetzeln, rauben und brennen. Man darf das ganz einfach nicht!" Er bricht plötzlich ab, das Feuer in seinen Augen erlischt, er sieht uns müde an und setzl sich wieder hin. Dann fährt er leidenschaftlich fort: „Wieviel Juristen gibt es in der Welt! Wieviel Hüter des Gesetzes! Da fitzen sie in ihren Schreibzimmern und stellen Anklageakten zusammen oder arbeiten Verteidigung?- reden aus wegen Einbruchsdiebstahl, Mord aus Eifersucht oder Angriff auf die herrschende Gesellschastsodnung. Aber warum tun sie sich nicht zusammen und arbeiten für alle Staaten ein Gesetz aus. das den Krieg verbietet?" (Schluß folgt.) Arbeitslosenschutz. bit Pläne der Reichsregierung.Fu Das Reichskabinett wird in diesen Tagen zu brennenden sozialpolitischen Fragen Stellung nehmen müssen. Der Reichsarbeits minister hat hierfür bereits ein Programm vorbereitet. Die bren nendste unter diesen Fragen ist noch immer die Sorge um die Sicherung des Arbeitslosenschutzes. Diese Sicherung muß nach wie vor von zwei Seiten aus vorgenommen werden: erstens durch Entlastung auf der Unterstützungsfeite, d. h. Beschaffung von Arbeit und zweitens durch eine neue finanzielle Untermauerung des Arbeitslosenschutzes selbst, d. h. Sicherstellung der notwendigen Gelder. Bei der Entlastung der Arbeitslosenbetreuung durch Arbeit stehen jetzt ganz flar zwei große Aufgaben vor dem Kabinett: Arbeitsbeschaffung und Arbeitszeitverfürzung. Was der Reichsarbeitsminister in der Arbeitsbeschaffung für möglich hält, hat er durch seine Ausführungen auf dem Krisenfongreß der Gewerkschaften dargelegt. Was in der Arbeitszeitfrage geschehen wird, ist noch nicht völlig flargestellt. Die Verhandlungen mit den Spizenorganisationen sind noch nicht angesetzt. Benn gleichzeitig der sogenannte freiwillige Arbeits dienst als ein Mittel zur lleberwindung oder Eindämmung der Arbeitslosigkeit angepriesen und seine Ausdehnung propagiert wird, so kann man dazu nur sagen, daß weit eher die restlose Beseitigung dieses Zwitters zur Eindämmung der Arbeitslosig feit beitragen würde. Die Hauptursache der Arbeitslosigkeit ist die zu niedrige Bezahlung der Arbeit. Und hier will man -nachdem man durch festgesetzte Lohnminderung die Krise immer mehr verschärft hat diese heilen durch( scheinbar) freiwillige Gratisarbeit. Womit aber feineswegs behauptet sein soll, daß diese Arbeit nichts kostet oder besonders rentabel ist. Wohin übrigens die Reise geht, läßt sich an der Tatsache abschäzen, daß heute bereits dreimal soviel freiwillige" Gratisarbeiter als Notstands arbeiter beschäftigt werden, die immerhin irgendwie tariflich bezahlt werden müssen. Das nennt man eine radikale ,, Aufloderung" der Tarife! Um die Doppelverdiener. Wie man die Arbeitslosigkeit einschränken könnte. Der Präsident der Reichsanstalt für Arbeitsvermittlung und Arbeitslosenversicherung Dr. Syrup hat an alle Landesarbeitsämter und Arbeitsämter ein Schreiben gerichtet, in dem er sich auch mit der Frage der Doppelverdiener beschäftigt. Er spricht in Nun soll sich auch der Vorstand der Reichsanstalt mit der Ausdehnung des freiwilligen" Arbeitsdienstes befaffen. Die Mittel dazu sollen aus den Beiträgen entnommen werden. Man hat die Beiträge erhöht und die Leistungen abgebaut, um die Reichsanstalt zu sanieren. Ist die Sanierung so gründlich vor= genommen worden, daß die Reichsanstalt zu solchen wirtschaftsfeindlichen Experimenten Geld hat, dann erhöhe man die Leistungen. Ueber die Pläne des Reichsarbeitsministers zur Entlastung der Gemeinden in der Arbeitslosenbetreuung verlautet bis kritischste Punkt in der Neufinanzierung des Arbeitslosenschutzes. jetzt noch nichts Bestimmtes. Die Entlastung der Gemeinden ist der Hier tut vor allem praftische Hilfe not, d. h., wir brauchen Maßnahmen, die schnell und durchgreifend helfen und nach ver fchiedenen Seiten, eine Entlastung herbeiführen. Solche prat tische Hilfe läge vielleicht in einer Berlängerung der Rrifenfürsorge auf unbestimmte Dauer. Ausdehnung der Krisenunterſtügung würde die Aussteuerung in der Eine zeitliche Richtung zur Wohlfahrt abstoppen und damit die Wohlfahrtskassen der Gemeinden entlasten. Die Frage ist nur, mie meit der Reichsfinanzminister hier mitgehen kann. # Eine zweite Entlastung der Gemeinden läge in einer Be seitigung des von den Gemeinden zu tragenden Fünftels für die Krisenunterstügung. Damit fönnte man zugleich ein gemaltiges Stück Verwaltungsarbeit vereinfachen. Man muß sich die Summe von der Verrechnungsarbeit vorstellen, die jeden Monat dadurch entsteht, daß auch die Gemeinden zur Krisenunterstützung beitragen follen, um den Wert der empfohlenen Bereinfachung durch Beseitigung des Krisenfünftels zu erkennen. Der Beitrag der Gemeinden zur Krisenfürsorge steht praktisch ohnehin in vielen Fällen nur noch auf dem Papier; denn die Gemeinden haben fein Geld, und die Sperrung der Steuerüberweisung tann da auch nicht helfen. Auch in der Beseitigung des Krisenfünftels hat der Reichsfinanzminister das entscheidende Wort. Man sollte sich zu Hilfsmaßnahmen entschließen, die schnell wirken. Das Notwendige zuerst! Erfolgreicher Streit gegen Lohnabbau. Nach zehn Monaten gewonnen. Der Streik in der Strohpappenindustrie der holländischen Bro vinz Groningen, der zehn Monate gedauert hat und an dem nahezu 4000 Arbeiter beteiligt waren, ist mit einem Erfolg der Gewerkschaften abgeschlossen worden. Die Unternehmer dem Schreiben die Bitte aus, angesichts der wachsenden Arbeitsnot hatten einen 2ohn abbau von 20 Pro 3. bei einem Wochenlohn besonders bemüht zu sein, ungerechtfertigte Doppelver dienste vom Arbeitsmartt auszuschalten. Der ent scheidende Absatz dieses Schreibens lautet: Ich nehme... an, daß nunmehr in allen Arbeitsämtern bei jedem einzelnen Arbeitsgesuch die sozialen und wirtschaftlichen Berhältnisse so gemissenhaft festgehalten werden, daß bei der Auswahl von Arbeitsuchenden für offene Stellen feine Doppelverdiener vorgeschlagen werden; bei der gegenwärtigen Arbeitsmarktlage darf angenbhuteit werden, daß sich unter den sonstigen Arbeitslosen voll geeignete Arbeitsfräfte. für jede Anforde rung befinden. Bei der zunehmenden Dauer der Arbeitslosigkeit und dem Mangel an offenen Stellen trägt jeder Vermittler eine schwere Verantwortung dafür, daß Familienpäter und langfristig Arbeitslose bei gleicher Eignung bevor zugt vermittelt werden. Die Landesarbeitsämter und Vorsitzenden der Arbeitsämter haben sich von der Beachtung dieser gesetzlichen Borschrift immer wieder zu überzeugen." Gegen diese Anweisung ist an sich nichts einzuwenden, wenn sie auch das für jedermann gültige Recht auf Arbeit zum Teil einschränkt. In einer Zeit, da über sechs Millionen Menschen erwerbslos sind, von denen Hunderttausende mit ihren Familien bitterste Not leiden, haben zunächst erst einmal die Anspruch auf Arbeitsvermittlung, die überhaupt kein Einkommen haben. Bu marnen ist aber davor, nun etwa Ehefrauen von der Vermittlung auszuschalten, meil z. B. der Mann Unterstützung bezieht, oder Arbeitslose, die eine kleine Rente beziehen, deren Frau vielleicht eine Hausreinigung macht, in die Kategorie dieser Doppelverdiener einzureihen. Eigentliche Doppelverdiener soll es nach dem Brauns- Gutachten nur etwas mehr als 200 000 in Deutschland geben. Die Einschaltung von 200 000 Arbeitslosen an die Stelle dieser Doppelverdiener würde für den Arbeitsmarkt immerhin schon eine fühlbare Entlaftung foin, nur dürfte sie bei weitem nicht restlos gelingen, solange fein gefeßlicher 3wang zur Entlassung dieser Doppeleristengen und ebenfalls fein 3wang zur Meldung aller offenen Stellen und ihrer Besetzung nur durch den Arbeitsnachweis besteht. Eine fühlbare Entlastung des Arbeitsmartis fann nur eintreten durch die sinn volle Berkopplung mehrerer geseglicher Maß nahmen, wie z. B. der Einführung der Vierzigstundenwoche, der öffentlichen Arbeitsbeschaffung, des Berbots der Doppelverbienerei für eine begrenzte Zeit und vor allem das Ende jedes Lohn abbaus. Aber für diese Planmäßigkeit hat man bis vor furzem wenigstens in den verantwortlichen Kreisen kein Verständnis gezeigt. von 24 Gulden und einer Inderziffer für Lebensmittelpreise von 153,5 gefordert. Der jetzt zustande gekommene Vergleich sieht einen Lohnabbau von 5 Proz. vor, während die Indexziffer im März bereits auf 141,1 zurüdgegangen war und seitdem noch weiter gefunken ist. Der neue Wochenlohn von 22,80 Gulden hat jetzt eine höhere Kauftraft als der alte Lohn von 24 Gulden. Die Urlaubswoche mit Lohnvergütung blieb gesichert. Die Internehmer mußten auf Maßregelungen verzichten. Der neue Tarif läuft bis zum 1. September 1933. Die Fabrikanten mußten sich nach dem Ausverkauf ihrer Lager vorräte zum Nachgeben bequemen. Auch hätten die Arbeiter noch monatelang durchhalten können. Die Provinz Groningen ist übermiegend freigewerkschaftlich organisiert. Die Solidarität der größtenteils im Niederländischen Fabrikarbeiterverband organisierten Stroh pappenarbeiter blieb bis zuletzt feft. Gegen den kollektiven Gelbstmord. Kundgebung der Staatsarbeiter. Ende voriger Woche fand eine Versammlung der Sektion V, Reichs- und Staatsbetriebe, Theater, Kino, Varieté, des Gesamtverbandes in den Germania- Sälen statt. Ein Aufmarsch der Hammerschaften unter Borantritt einer Reichsbannertapelle machte diese Versammlung zu einer eindrucksvollen Kundgebung. Den Ausführungen des Referenten Genossen Orlopp vom Berbandsvorstand des Gesamtverbandes, dahingehend, daß eine weitere Kürzung der Löhne für die Arbeiterschaft untragbar sei, wurde von der überfüllten Versammlung unter stürmischen Zurufen zugestimmt. Die Versammelten nahmen hierauf eine Entschließung an, in der es heißt: Die Mitgliederversammlung der Sektion V des Gesamtverbandes erhebt schärfsten Protest gegen die meiteren Versuche, das Realeinkommen der Arbeiterschaft unter der eigenartigen Umschreibung Angleichung" erneut zu fürzen. Unerhört ist hierbei das Verhalten der Schlichtungsinstanzen, die trotz früherer Feststellungen, daß Lohnkürzungen nicht mehr tragbar seien, erneut derartige Schiedssprüche fällen. Selbst vor den sozialen Einrichtungen in den Tarifverträgen wird nicht mehr halt gemacht. Diese Tatsachen beweisen aufs neue, daß die Reaktion gestärkt durch den Wahlausgang vom 24. April- jezt den Generalangriff auf alle Errungenschaften der Arbeiterschaft nach dem Kriege unternimmt. Die Bersammelten haben die feste Ueberzeugung, daß die Gewerkschaften diesen Schlag mit allen ihnen zu Gebote stehenden Hierdurch fühlt sich der Herr beleidigt. Er läßt den Geschäftss führer rufen und beschwert sich über den Kellner. Im Büro mird zwischen dem Geschäftsführer, dem Gaft und dem Kellner der Fall besprochen. Wie das in solchen Fällen zu geschehen pflegt, befommt der Kellner, der doch pflichtgemäß die Anordnung der Geschäftsleitung befolgt hat, dem Gast gegenüber unrecht und wird entlaffen. Das soll wohl Dienst am Kunden" sein. wohl ,, Dienst Dem Arbeitsgericht, an das sich der entlassene Kellner wandte, schien der Fall denn doch nicht so schwerwiegend, daß es die Entlaffung rechtfertigen könnte, zumal festgestellt murde, daß der Kläger dem Gast gegenüber fein verlegendes Wort gebraucht hatte, sondern daß sich der Gast lediglich durch die Bemerkung des Kellners, er dürfe nicht eine Tasse Kaffee für zwei Personen bringen, beleidigt gefühlt hatte. Der Gast versicherte übrigens, daß er sich nicht beschmert haben würde, wenn er hätte annehmen können, daß die Angelegenheit solche Folgen haben könnte. Trotzdem bestand der Bertreter der Firma darauf, daß die Entdiesem Zweck noch einen länger als drei Monate zurückliegenden lassung des Klägers als berechtigt anerkannt werde, und zog zu Fall heran, wo der Kellner versucht haben soll, mit einer am Büfett trugsversuch, sagt der Vertreter der Firma. entnommenen Sodalimonade die Kontrolle zu umgehen. Ein BeDurch Bernehmung der beteiligten Zeugen ergab sich, daß von Kassiererin die Kontrollangabe des Kellners wahrscheinlich übereinem Betrugsversuch gar keine Rede sein kann, sondern daß die hört hat. Nach diesem Ergebnis der Verhandlung tam auf Anraten des Gerichts ein Vergleich zustande, wonach die Firma den Kläger meiterbeschäftigt. Was Landarbeitern zugemutet wird. Arbeitszeit von 5 Uhr früh bis 8 Uhr abends, Lohn 1 Mart. Ein zwanzigjähriger Landarbeiter aus Seehausen erhielt dieser Tage von einem Landwirt folgendes Schreiben: ,, Ich gebrauche vom 1. Mai bis 1. Nopember einen zweiten Knecht, welcher feine Arbeit scheut, auch das Spargelstechen nicht. Hoher Lohn ist mir nicht möglich zu zahlen; wenn Sie tommen wollen, zahle ich Ihnen im April pro Woche 6 M. und vom 1. Mai ab 8 M. pro Woche. Nochmals, Sie dürfen sich aber vor feiner Arbeit scheuen und die hiesigen Moden mitmachen. Auf stehen und Feierabend richten sich nach der jeweiligen eiligen Arbeitszeit, durchschnittlich von morgens 5 Uhr bis abends 8 Uhr, es fann, mie schon erwähnt, auch früher oder später werden, besonders in der Spargelstechzeit. Schreiben Sie bitte eine Antwortfarte, Hochachtungsvoll gez. Heinrich Böse, Landwirt." aber er mill weder den Tariflohn zahlen, noch tarifliche Arbeitszeit Der Landwirt Böse hat Arbeit und braucht einen Arbeiter, beachten. Er verlangt zwei bis vier Stunden mehr.„ Es kann audy früher oder später werden.." So glaubt ein Teil Landwirte jetzt die Arbeiter behandeln zu Arbeit unter diesen Bedingungen abgelehnt. Aber staunen muß man doch über die ,, Moden", die sich gewisse Landwirte angewöhnen. tönnen. Selbstverständlich hat der Arbeiter die ihm angebotene Der Einheitsfront entgegen. Im Ruhrgebiet geht es mit den Kommunisten bergab. Sie haben bei den bisherigen Betriebsratswahlen nahezu 50 Prozent ihrer vorjährigen Stimmen Der= achten. Es handelt sich also nicht um totale Zufallserscheinungen. Loren, Ihr Stimmenrüdgang ist in allen Bezirken zu beoba Im Bezirk Hamm sind die Verluste der RGO. die gleichen wie im Revier Moers und Castrop. Eine Betriebsratswahl auf sand, brachte dem Bergarbeiterverband einen Stimmenverlust pon der Zeche ,, Heinrich" im Bezirk Altenessen, die dieser Tage staff26 Proz., den Christen einen solchen von 27,9 Proz., der RGO. aber eine Einbuße von 48,6 Proz. Die Gelben erhielten 39 Stimmen( Verlust 9,3 Proz.) und die Nazis 68 Stimmen. Der Belegschaftsabbau gegenüber dem Vorjahr beträgt rund 19 Proz. Während also die gewerkschaftlichen Verluste im allgemeinen nur schwach sind, erlitt die RGO. einen schweren Schlag. Das Reich gibt das Beispiel. Die Marineleitung hat den Lohntarif für die Arbeiter der Werft und des Arsenals in Riel zu Ende Mai ge fündigt. Sie will den Werftarbeiterlohn den auf den Nordseewerften gezahlten Löhnen anpassen". Das heißt, sie will den Lohn abbauen. Amtsgerichtsrat Dr. Heuer, bisher am Berliner Arbeitsgericht tätig, ist mit Wirkung vom 1. Mai bis auf weiteres zum stellvertretenden Schlichter für den Schlichterbezirk Brandenburg bestellt worden. Freie Gewerffchafts- Jugend Berlin Heute, Dienstag, den 3. Mai 1932, um 19 Uhr, tagen die Gruppen: Gemertschaftshaus: Jugendheim Gewerkschaftshaus, Engelufer 24/25. Heimbesprechung. Steglig: Jugendheim Flemmingstraße 14b. Heimbesprechung. Die Geschichte der Maifeier. Moabit: Jugendheim Bremer straße 69-70. Heimbesprechung. Spandau Wilhelmstadt: Jugendheim Sport play, Seeburger Straße. Heimabend. Bankow: Jugendheim Kissingenstr. 48. Bimmer 5. Heimbesprechung. Berbandsbuchtontrolle. Wir lernen neue Lieder. Treptow: Jugendheim Elsenstr. 3.( am Bhf. Treptow). Heimbesprechung. Liederabend. Frankfurter Allee: Jugendheim Litauer Str. 18. Heimbesprechung. Unsere Pfingstfahrt. Landsberger Play: Jugendheim Landsberger Str. 50. Lichtenberg: Jugendheim Dossestr. 22. Maigedenken. Neu- Lichtenberg: Sugendheim Gunterstr. 44. Heimbesprechung. Ostende: Jugendheim Karlshorst, Trestowallee 44( Rantschule). Eltern- und Werheabend. Wedding: Jugendheim Willdenowstr. 5, 2 Treppen, Zimmer 11. Heimbesprechung Verbandsbuchkontrolle Liederübungsabend. Schöneweide: Jugendheim HasselLiederabend. Stauning fündigt 6- Stunden- Zag an. mitteln parieren merden, bank ihrer jahrzehntelangen Erfahrungen wether finaße, smädchenfibule, tag seder, aheimbe( prechung Scharfe Worte gegen Scharfmacher. Der dänische Ministerpräsident Genofje Stauning hielt am Sonntag auf der Maikundgebung der Sozialdemokratischen Partei eine Ansprache, in der er sich in sehr scharfen Worten gegen die AusSperrung von 4000 Schlächtergehilfen wandte. Er nannte die Vorfommnisse einen Versuch, die Lappobewegung auch in Dänemark einzuführen. Die Regierung sei im Begriff, dem Parlament einen Borschlag über die Herabfehung der Schulden der Landwirtschaft sowie über die Einführung eines Sechsstundenarbeitstages zur ebermindung der Arbeitslojen not vorzulegen. In diesem Augenblick breche nun der Schlächtereifonflikt aus. Das Land sei durch die dadurch unmöglich gemachte wichtige Ausfuhr nach England aufs schwerste bedroht. Es fet möglich, daß die Regierung eingreifen müffe, um sich gegebenenfalls der landwirtschaftlichen Ausfuhr selbst anzunehmen. Die Ankündigung des dänischen Ministerpräsidenten erinnert an die Rede des preußischen Ministerpräsidenten auf dem außerordentlichen Gewerkschaftsfongrey. Allerdings haben inzwischen die Preußenwahlen die preußische Regierung affionsunfähig gemacht. Über die Tatsache bleibt bestehen, daß ohne durchgreifende, planvalle Maßnahmen eine Ueberwindung der Arbeitslosigkeit ausgejchloffen ist. Kampfe gegen und reaktionären Regierungen. Es wird daher von der Reichsregierung gefordert, endlich den Vorschlag des ADGB. anläßlich des Krisenfongresses die Arbeitszeit unter Erhaltung des jeßigen Realeinkommens ganz bedeutend zu kürzen durchzuführen, um dadurch eine wesentliche Verminderung der Arbeitslosenziffer herbeizuführen. Weshalb man heute entlassen wird. Wenn man die Borschriften einhält. Ein Herr betritt in Begleitung einer Dame ein bekanntes Café. Man feßt sich. Der Herr bestellt eine Taffe Kaffee. Der Kellner steht hinter dem Tisch in Erwartung einer weiteren Bestellung des Herrn, der sich anscheinend in das Studium der Getränkekarte pertieft hat. Der Herr verlangt, daß der Kellner die Tasse Kaffee bringe. Der Kellner denkt an die Anordnung der Geschäftsleitung, die es ihm zur Pflicht macht, darauf zu achten, daß jeder Gaft wenigstens für 45 Bf. verzehrt und daß Gäste, die ohne etwas zu verzehren in Lokal verweilen, dem Geschäftsführer zur weiteren Veranlassung zu bezeichnen sind. Der Kellner bedeutet also dem Herrn, daß er eine Taffe Kaffee für zwei Personen nicht bringen dürfe. Ablershof: Adlershof, Bismarckstr. 1. Heimbesprechung. Nordb 18 Uhr Spielen auf dem Sportplag Einfame Pappel, Blat 2c. freis: Ab 18 Uhr Spielen auf dem Sportplay Humboldthain. Morbostfreis: Güdoft. freis: Ab 18 Uhr Spielen auf dem Sportplaß am Urban. Jugendgruppe des Zentralverbandes der Angestellten Seute, Dienstag, finden folgende Beranstaltungen statt: Sichtenberg: Wir besuchen die Versammlung des Werbebezirkes. Rorbwest: Jugendheim Lehrter Str. 18-19. Bortrag: Was bedeutet uns der 1. Wai?". Gesundbrunnen: Jugendheim Schönstedtstr. 1. Diskussionsabend: Warum freie Gewerkschaften?" Often: Bir beteiligen uns an der Bersammlung des Werbebezirks. Der Sprech- und Bewegungschor übt von 20-22 Uhr in der Turnhalle Baruther Str. 20. Sunlicht Seife viel bevorzugt wegen vieler Vorzüge Zwei und fünf sind sieben! oder: ein Juwelenhändler jubiliert/ Von Kurt H. Kauffmann Eine Stimme am Telephon. Portal des Broomschen Hauses. 3wei von ihnen sprangen heraus, schulterten eine große, spinnenbeinige Kamera und die anderen folgten. zu bemerken schienen. Der Juwelenhändler Th. Broom, Hollands reichster und gerissenster Juwelier, der in einer der alten, vornehm- stillen Gassen Amsterdams mehr aus Gründen der Repräsentation als aus taustiven zu, die versunken in den Anblick der funkelnden Juwelen, nichts ,, Sie kommen, sie kommen!" flüsterte Broom erregt den Detek männischer Notwendigkeit einen luxuriösen Laden unterhielt, murde an das Telephon gebeten. Mindestens zum dreißigstenmal schon an diesem verflirten Freitag, an dem sich die telephonisch, brieflich und mündlich getroffenen Verabredungen und Bestellungen zu seinem morgigen fünfundzwanzigjährigen Geschäftsjubiläum zu einer tatastrophalen Hochflut ausmuchsen. Er mußte inmitten dieses wahnwijzigen Wirbels von ständig schrillenden Telephonen, flappernden Schreibmaschinen, zuschlagenden Türen und rennenden Boten nicht mehr, mo ihm der Kopf stand und gereizt riß er dem Sekretär den Hörer aus der Hand, der ihm schnell noch zuflüsterte, daß die Cosmopolit- Filmgesellschaft am Apparat sei. Broom, ein wenig unwillig und erstaunt sich fragend, was die Cosmopolit wohl von ihm wollen könne, dennoch aber schon leise umschmeichelt und eitel betört von dem Zauberfluidum, das von dem Worte Film ausstrahlt, dämpfte seine Gereiztheit im Augenblic und sprach ein gemessen liebenswürdiges„ Ja, bitte, hier Vroom" in das Telephon. Drüben in der Leitung meldete sich ein Direktor Schoevers. ,, Herr Broom", sagte dieser Herr ,,, es wäre uns sehr lieb, wenn wir morgen vormittag mit unserem Wagen zu Ihnen kommen könnten und Ihre Jubiläumsfeier für unsere Wochenschau filmen dürften. Ist es Ihnen recht?" Broom, entzückt über ein solches Angebot, das seiner stadtbekannten, fast schon sprichwörtlich gewordenen Eitelkeit so sehr schmeichelte und seinen internationalen Namen nur noch populärer machen mußte, stotterte erfreut: Aber natürlich, mein Herr" zurück. ,, Paßt es um 11 1hr?" fragte die Stimme. ,, Selbstverständlich, kommen Sie, wann Sie wollen, um zwölf ist die offizielle Feier." ,, Schön, also um 11 Uhr, Herr Broom. Auf Wiedersehen amorgen!" Den Rest des Tages verbrachte Broom in dem angenehmen Lampenfieber eines angehenden Filmstars. 3 mei Männer aus London... In der Frühe des nächsten Vormittags, um 9 1hr etwa, die Detorateure und Gärtner legten gerade die letzte Hand an die Ausschmückung der Geschäftsräume, wurden Th. Broom zwei Männer mit nichtssagenden Namen gemeldet, die er schon abweisen wollte, aur, daß die Namen englisch waren und der Wohnsitz beider, wie er auf den Karten las, London mar, beſtimente ihn, sie zu empfangen. 3mei fast gleich große Männer von verblüffend ähnlichem Typ in Gesichtsschnitt, Figur und Haltung, der zwangsläufig auf eine 3millingsbrüderschaft schließen ließ, traten in das Privatkontor Brooms. Schweigend, in gleichem Schritt und Tritt, kamen sie auf Broom zu, der sich angesichts des automatenhaft gleichmäßigen Gebarens der beiden irgendwie irritiert und seltsam gehemmt fühlte. Bor seinem Sessel machten sie halt, flüsterten ihre Namen und hoben amit ruckartiger Bewegung ihre Rockklappen, unter denen man eine Marke metallisch blinken sah. Brocm, zur Feier und dem danach folgenden Festdiner schon im Frack, wußte vor Schreck nichts zu jagen und wies nur stumm mit einladender Hand auf die Stühle. Die beiden Engländer setzten sich. „ Wir sind von der Londoner Kriminalpolizei," sagte der eine in bestem, nur leicht fremdländisch klingendem Holländisch. ,, Unser Raubdezernat ist seit Monaten der Bande des Bob Leighton auf der Spur." ,, O yes", bestätigte der andere topjnickend. ,, Diese Spur hat uns", fuhr der erste Sprecher fort ,,, nach Amsterdam geführt, direkt zu Ihnen!" Broom fuhr entsegt aus seinem Sessel hoch.„, Aber, meine Herren..." ,, Jawohl", sagte jetzt der andere in einem sehr viel mangelhafteren, ab und zu mit englischen Brocken durchsetztem Holländisch, ,, jawohl, direkt zu Ihnen, Herr Vroom! Someit wir durch unsere hiesige Vigilanz unterrichtet sind, soll heute kurz vor oder während der Feier, deren Aufregung und Gewühl sich die Banditen zunuze machen wollen, ein leberfall airf Ihr Geschäft stattfinden." ,, O yes", bestätigte der Sprecher von vorhin.„ Wir sind nur hier, um Sie zu warnen." ,, Heute ausgerechnet heute..." stammelte, Vroom und fingerte mit zitternder Hand an seinem steifen Fradkragen,... heute, an meinem Jubiläum!" ,, O yes", bejahten beide freundlich. ,, lns ist berichtet worden", fuhr der Beamte, der das Gespräch eingeleitet hatte, fort ,,, daß sich einige der Banditen als Filmoperateure bei Ihnen einschleichen wollen, um die Feier..." Broom sprang wie gestochen auf und stürzte ans Telephon. Die Cosmopolit!" feuchte er. Die Direktion der Cosmopolit hatte teine Ahnung. Man nerband ihn von einem Büro zum anderen, von einem Atelier zum nächsten. Was gestern hatte er sich schon auf der Leinwand gesehen und Die Cosmopolit dachte gar nicht daran, ihn zu kurbeln das war so tränkend, daß er darüber ganz die augenblickliche Situation vergaß. ,, Sehen Sie", sagte der zweite Detektiv ,,, da haben wir's. Aber Damit haben mir auch schon die Bande so gut wie hinter Schloß und Riegel." Er klopfte Herrn Broom beruhigend auf die Schulter. ,, Nur Ruhe, Herr Vroom. Haben Sie keine Angst. Empfangen Sie Ihre Gäste. Tun Sie, als ob nichts geschehen sei. Lassen Sie auch der Filmbande gegenüber nichts merken. Wir sind immer bei Ihnen. Da!..." Die beiden Detektive hielten ihm so plötzlich zwei Revolver vor die Nase, daß Broom erschreckt zurückprallte. Gutmütig lachend steckten sie die Revolver wieder ein. Ein Auto und fünf Mann. Mittlerweile war es elf geworden. Broom hatte die Engländer mit den Räumlichkeiten seines Hauses vertraut gemacht. Indeffen die drei im Verkaufsraum von Bitrine zu Bitrine schritten und die blizenden Edelsteine bewunderten, wurde Th. Vroom mit Beisung für die beiden Detektive ein Herr gemeldet. ,, Aha, einer meiner Beamten", sagte der mit dem tabeliosen Holländisch. Der Mann tam herein und gab ihm einen Brief ab. Der Empfänger des Schreibens las, nickte und sagte:„ Alright!" worauf der Bote sich stumm grüßend entfernte. Raum, daß nach dem Berschwinden dieses Mannes drei Minuten pergangen waren, fuhr ein mit fünf Mann besettes Auto vor das Die Filmleute traten in die Tür. ,, Lassen Sie sich nichts anmerken", zwinterte einer der Beamten Broom zu. Vroom nahm seine letzte Willenstraft zusammen und hieß die Kurbelmänner willkommen. Während diese mit Broom die Einzelheiten der Aufnahmen besprachen, postierten sich die Detektive, Broom bedeutsam zunickend, vor den Eingang. Broom so zu tun, als ob sie Luft seien und... Die Operateure brachten die Kamera in Stellung, baten Herrn Schüsse im Laden. Kaum hatte das Schnurren der Kurbel begonnen, als salven= artig fünf sechs Schüsse krachten und die Filmleute schreiend und sich windend zu Boden stürzten. Broom sah es entsetzt und lief seine Angestellten in wilder Banik mit sich reißend davon, um in seinem Privatkontor, gewiß, daß die fünf erledigt seien, auf einen Stuhl zu finden. Aber das Peitschen der Revolverschüsse table von neuem Ins. Dumpfe Knalle mischten sich ein. Dampf und Nebel brad) in dichten Schwaden auf. Grauschwarzer Dunst wälzte sich träge dahin und umgab alles mit finsterer Nacht. Neue Schüsse. Neue Schreic. Erregtes Trampeln vieler Füße... Dann plötzlich Totenstille. Fünf Minuten Totenstille und zehn Minuten. Die Nebelschwaden verzogen sich. Nichts geschah. Sollten die. Broom faßte sich ein Herz und steckte vorsichtig den Kopf durch die Ladentür. Hier brodelten die Schwaden noch. Und beängstigende Stille. Da endlich konnte man sehen. Wo waren die Toten, schwunden.. die Verwundeten... die Verbrecher? Wie vom Erdboden verUnd... Scherben? Die Vitrinen in Trümmer! Vroom stürzte hinzu. Das Glas mar zerschlagen, die Seidenkissen leer! Bei der zweiten wie bei der ersten, bei der vierten wie bei der dritten! Ueberall starrten ihn blaue, leere Seidenpolster vorwurfsvoll an. „ Polizei!..." freischte er auf. Aber dann winfte er ab, Nein, teine Polizei", sagte er ,,, wer weiß, was jetzt für Ganoven kommen. Zwei und fünf sind sieben,... das ist genug für einen Tag. “ Er sant vernichtet in den Stuhl, der schon zum Empfang des Bürgermeisters bereitgestellt worden war. ,, Und das nennt man Jubiläum..." stöhnte er. Die ersten Gäste, die bald darauf erschienen, standen vor heruntergelassenen Rolläden, die von der Polizei aus einem unerklärs lichen Grunde bewacht wurden, denn die Banditen, die diesen Filmtrid inszeniert hatten, waren längst mit ihren Beutestücken in sicheren | Verstecken. Kultur in Südafrika Eine kritische Schau/ Von P. Skaran, Pretoria ,, Kulturen brauchen mehr als 500 Jahre, um sich zu entwickeln", äußerte sich Prof. Frobenius während seines letzten Aufenthalts in Afrifa zu mir. 500 Jahre.- Nun, danach kann man in Südafrika im besten Fall Ansäge einer eigenen Kultur erwarten. Denn wer schwarz oder weiß sizt schon seit 500 Jahren im Süden Afrifas? Die im Aussterben begriffenen Buschleute vielleicht. Sonst niemand. Und sie sind wohl auch die einzigen, die eine ausgeprägte menn Kultur entwickelt haben. auch sehr primitive Aber diese Kultur ist vergangen und hat sehr menig mehr mit der heutigen füdafrikanischen Kultur zu tun. Selbst nicht mit der diese längst vergangenen Epochen. Aber sie haben mit dem heute der Bantus. Noch erinnern Fels- und Höhlenzeichnungen an Europas mit dem modernen Europäer. lebenden Südafrikaner weniger zu tun als die verfallenen Burgen Allerdings scheint Südafrika schon vor den Buschleuten oder zum mindesten gleichzeitig mit ihnen eine bedeutend höher enthaben sich bisher nicht darauf einigen können, auf wen die geheimmidelte Kulturepoche erlebt zu haben. Aber selbst die Gelehrten nisvollen Simbabwe Ruinen Südrhodesiens zurückzuführen sind. Warum braucht eine Kultur so lange Zeit, um sich zu entwickeln, warum genügt nicht ein Menschenalter dazu? Nun: der einzelne Mensch oder auch eine Gruppe von Menschen, die doch die Kulturprodukte hervorbringt, ist schließlich nicht denkbar ohne ihr geistiges und körperliches Erbgut. Dieses Erbgut ist ständigen Veränderungen unterworfen, die durch das Klima und die sozialen Umstände im weitesten Sinne des Wortes bedingt sind. Frobenius unterscheidet im allgemeinen Jäger( Hirten-) und Bauern fulturen, und aus unserem Gespräch ging hervor, daß er die südafrikanische Kultur für eine Jägerkultur hält. Er hat zweifellos darin recht, daß alle Südafrikaner mehr Hirten und Jäger als Ackerbauern waren. Buschleute, Hottentotten, Bantus und Weiße. Aber er irrt sich, wenn er die Entwicklung der Kultur in erster Linie aus der Beschäftigungsart der Völker zu erklären versucht. Der in der Sahara lebende nomadisierende Beduine kann nicht wenn es ihm gerade paßt oder wenn er sich dazu berufen - zum ackerbauenden Fellachen werden. Seine Umgebung die Sandwüste verhindert das, und seine Umgebung wiederum ist wesentlich vom Klima abhängig. fühlt So finden wir Jägervölfer überall da, wo das Klima den Ackerbau unmöglich macht. Die Indianer in Nord-, Mittel- und Südamerika, die Araber im Norden Afrikas und in Arabien, die Afghanen und Perfer, Kirgisen und Kalmücken u. a. im südlichen Afghanen und Perser, Kirgisen und Kalmücken u. a. im südlichen Asien, Buren und Bantus in Südafrika. Mit wenigen Ausnahmen handelt es sich dabei um Völker trockener, heißer, vielfach auch hochgelegener Landstriche. Und ihre Kultur? Man nennt heutzutage Menschen, die hauptsächlich nach außen leben ,,, extrovert", im Gegensatz zu dem sinnierenden, weltfremden ,, Introvertierten". Wendet man diese Ausdrücke auf Kulturen an, so erscheint die Kultur der Jägervölker als das Produkt ausgesprochen extrovertierter Menschen. Es ist die Kultur des athletischen Konstitutionstyps( vergleiche meinen früheren Artikel über den Körperbau des Afrikaners). Und wenn auch die Religionen, Sitten und Gebräuche, die Kunstprodukte aller dieser Völker im einzelnen weit voneinander abmeichen, so haben sie doch das Temperament und die Denkweise gemeinsam, aus denen heraus sie geboren sind. Aber natürlich ergeben sich auch im einzelnen viele Uebereinstim mungen. In der Malerei neigen die Jägervölker zum Dekorativen, zum Ornamentalen. Ihre Malerei geht start ins Kunstgewerbliche über. Die berückenden Mosaitarbeiten der Alhambra in Granada, die tausendfach verschlungenen Ornamente arabischer Moscheen haben etwas gemeinsam mit den einfacheren, aber vollendet fdönen Teppich mustern der Perser und Afghanen, mit den gefärbten Häuten der Indianer und ihren Totemsäulen. Sie haben auch etwas gemeinsam mit den Berlstickereien der Bantustämme, ihren primitiven dekorativen Wandmalereien und Topfbemalungen. Bo plastische Arbeiten sich entwickeln, zeigen auch sie das Dekorative der indianischen Totemsäulen und den Mangel an psychologischen Feinheiten. Im allgemeinen aber tritt das plastische Schaffen zurüd, sofern es sich nicht um Gebrauchsferamik oder ähn liches handelt.( Das liegt natürlich auch zum großen Teil an dem unsteten Leben der Jägervölker.) gionen. Sicher ist die stärkere Betonung des streitbaren Alten Testaments unter den Buren nicht zufällig und erinnert daran, daß auch die Schöpfer dieses Buches einst mit ihren Herden über weite trockene und heiße Steppen gezogen sind. Daß sie mie z. B. auch die Anhänger des eroberungsfüchtigen Islam- viel mit feindlichen Stämmen zu kämpfen hatten. Kurz, daß sie ein Jägervolt waren, wie es die Buren zum Teil heute noch sind. * Es wird nun interessant sein, die Entwicklung einer solchen Jägerkultur unter so ausgesprochen europäischen Umständen( große Städte, dauernder Zustrom von Menschen aus Aderbauländern werden hier kaum eine so reine Jäger- und Hirtenkultur erwarten usw.) zu beobachten, wie es in Südafrika der Fall ist. Wir tönnen, wie sie sich z. B. im Norden Afrikas unter den nomadischen Arabern entwickelt hat. Durch die guten Verkehrsverhält nisje rückt Südafrika zu nahe an ausgesprochene Aderbauländer. Seine Künstler verbringen vielfach wichtige Perioden start von den europäischen Ländern beeinflußt. ihres Lebens( späte Pubertät) in Europa und werden auch sonst sehr = Troßdem verrät die junge europäisch afritanische Kultur deutlich eine Tendenz, extrovert zu werden. Unter den Malern, deren Geschlechter schon mehrere Generatio nen in Südafrika ansässig sind, sind die Werfe Pierneefs. trotz seiner französisch- holländischen Schule ausgesprochen deforatio, fast gobelinartig. Und ähnlich wirken Maggie Laubsers Farbensinfonien( ob Porträt oder Landschaft), deren Beeinfluſſung durch den Deutschen Schmitt- Rotluff besonders in ihren frühen Werken sehr deutlich ist. Die noch sehr wenig etwickelte Plastik ist wie die Litera tur vorwiegend naturalistisch- realistisch.( Bekannt ist zum Teil das Paul- Krüger- Denkmal von van Wouw.) In der Literatur( Prosa und Poesie) hat die kurze, aber stürmische Geschichte der Buren reichlich Stoff zu Balladen und Heldengesängen geliefert. Und während in der Poesie die realistischen Ochsen, Schweine, Hühner, Hunde und alle anderen Haustiere des Naturbeschreibungen den breitesten Raum einnehmen- nicht ohne Farmers reichlich zu berücksichtigen, verdrängen in der Prosa die Tierbeschreibungen und Jagderlebnisse alles andere. Sangiros Werke( S. ist in Deutschland seiner Afrikafilme wegen bekannt) ,, Auf Safari",„ Aus Urwald und Tälern" u. a. haben sich auch schon in anderen Ländern begeisterte Leser geworben. Löwen, Nashorne, Elefanten, Antilopen und alles Großwild Süd- und Ostafrikas hat in ihm seinen genialen Biographen gefunden. Die Schilderer des afrikanischen Kleinwilds, der Schakale und Paviane die Gebrüder Hobson sind dagegen in Deutschland weniger bekannt. In Südafrika hat man sie kürzlich mit dem Herzog- Preis ausgezeichnet. Von den Bantustämmen des südlichen Afrikas ist nur zu sagen, daß die primitiven Plastiken und Holzarbeiten, die ihres starken seelischen Ausdrucks wegen einen beherrschenden Einfluß auf die Entwicklung des Expressionismus der vergangenen Jahre gehabt haben, nicht von ihnen stammen. Die wenigen Holzarbeiten, die sie der Nachfrage amerikanischer Touristen megen verfertigen, sind roh und funstlos. Künstlerisch Wertvolles schaffen sie nur in Form von Ornamenten bei der Bemalung ihrer Hütten, der Verzierung ihrer Kleidung und Krüge. Als Erzählungsform bevorzugen sie die Fabel. Und auch in ihren zahlreichen Sprichwörtern herrschen Beispiele aus dem Tierleben vor. * In seinem autobiographischen Roman ,, Noa Noa" charakteri fiert Paul Gauguin das Kolonialleben als„ Europa... unter den erschwerenden Umständen des kolonialen Snobismus und der bis zur Karikatur grotesken Nachahmung". Mit anderen Worten, er leugnet jede eigene Kultur solcher Länder. Ich will zugeben, daß es in allen jungen und kolonialen Län dern etwas von dieser findlichen Nachahmungstendenz gibt. Aber zmeierlei muß dabei im Auge behalten werden. Die stürmische Neigung, nachzuahmen, zu lernen, und der starke Trieb zum Herr schen entspringen aus dem intensiven Lebensdrang junger und primis tiver Völker, dem Drang, vorwärts zu fommen, und sind der auch verschleierten Defadenz Gauguins durchaus vorzuziehen. 3weitens aber ist Südafrifa feine Kolonic, sondern ein Sied Lungsland, in dem sich jeder Europäer mehr oder weniger der Berantwortung bewußt ist, die sein Tun für die Zukunft seines Landes und feiner Rasse hat. menit Die Literatur ist realistisch. Reicher an Balladen, Helden Berantwortlich für Politif: Bictor Schiff: Wirtschaft: 6. Klingelhöfer; gefängen und naturalistischen Beschreibungen als on solchen Inrischen Stimmungsbildern, die mehr ein Sineininterpretieren des Gefühls des Dichters in Landschaft und Gegenstände sind. Cewerkschaftsbewegung: 3. Steinez; Feuilleton: Dr. Schn Schifowsti; Sofales und Conftiges: Fris Sorstädt, Anzeigen: Th. Glode; fämtlich in Berlin. Verlag: Borwürto- Verlag O. m. b. H., Berlin. Drud: Vorwärts- Buchtruderet Aehnlichkeiten zeigen sich auch in der Auffaffung ihrer Reli. und Berlagsanstalt Paul Ginger u. Co., Berlin 62, 68, Lindenstraße 4. Sierzu 2 Beilagen, Nr. 206 49. Jahrgang 2. Beilage des Vorwärts Abschluß der Sparkaffen- Zentrale. Die bestandene Belastungsprobe.- Stabile Zinspolitik als Notwendigkeit. Die Bankentatastrophe des vergangenen Jahres hat auch die deutschen Sparkassen den stärksten Belastungsproben ausgesetzt. Wäre der Unterbau der deutschen Sparkassenorganisationen nicht so solide und gesund gewesen, so wären die Folgen des schwarzen 13. Juli, an dessen Eintritt die Sparkassen völlig unbeteiligt waren, für die gesamte deutsche Sparkassenwirtschaft gar nicht abzusehen gewesen. Die jetzt veröffentlichten Jahresberichte des Deutschen Spartassen und Giroverbandes somie der Deutfchen Girozentrale- Deutsche Kommunalbant meisen in überzeugender Weise nach, daß kein Geldinstitut und keine Bantorganisation einem allgemeinen Run aus eigener Kraft ge wachsen ist. Für die Sparkassen gilt diese Feststellung um so mehr, als ihre Gelder nach Gesez und Sahung überwiegend langfristig angelegt find. Aus der damals eingetretenen Zahlungsffodung bei den Sparfassen grundsätzliche Fehler ihres Aufbaues ableiten zu wollen, müffe als verfehlt bezeichnet werden. Im Hinblick auf die öffentliche Diskussion über eine Spartassen reform, die in den letzten Monaten des vergangenen Jahres einsetzte, stellt der Bericht des Sparkassenverbandes nachdrücklich fest, daß das deutsche Sparkassenwesen nach wie vor auf durchaus gefunden Grundlagen beruht und seine polfswirtschaftlichen Aufgaben richtig erfüllt. Der Bericht stellt fest, daß der Zuwachs von Spareinlagen bis zum Mai vergangenen Jahres anhielt. Im Juni setzte sodann der Umschmung ein, der bis zum Jahresende eine ständige Minderung der Einlagen bis zu 13,4 Proz. des gesamten Einlagebestandes zur Folge hat. Von 11,2 Milliarden Spareinlagen im Monat Mai war der Bestand bis zum Jahresende auf 9,72 Milliarden gesunken und hatte damit wieder den Stand pom Mai 1930 erreicht. Zur Frage der Sparkassen fiquidität wird bemerkt, daß die Zahlungsbereitschaft bei den Sparkassen notwendigerweise nach anderen Gesichtspunt ten organisiert ist als bei den Banken. Der Hypothekar und Kommunalkredit, die wesentlichsten Teile der Anlagen, sind ihrer Natur nach langfristig fundiert, aber auch der an sich liquide Personalkredit läßt sich auf dem Höhepunkt einer Wirtschaftskrise nur unter härtestem Druck auf die Kleinwirtschaft freimachen. An sich hätte der Effektenbestand der deutschen Sparkassen in Höhe von 1,8 milliarden Mark zur Befriedigung der erhöhten Zahlungsansprüche ausgereicht. Bei der damaligen Situation am Effektenmarkt war aber an einen Verkauf dieser Bestände nicht zu denken. Infolgedessen mußten sich auch die Sparkassen an die Reichsbant als lezte Kreditquelle in Katastrophenzeiten wenden. Die aus dieser Kreditaktion erwachsenen Verpflichtungen der Deutschen Girozentrale erreichten gegen Ende des Berichtsjahres 1,04 Milliarden Mart. Im Laufe dieses Jahres find hiervon rund 200 Millionen abgedeckt worden. In den letzten beiden Monaten haben politische Unruhe fat toren die weitere Abdeckung dieser Wechselkredite unterbunden, wobei hinzukommt, daß die Not der Gegenwart nach wie vor das stärkste hindernis für eine Verstärkung der Spartätigkeit bildet. Es zeigt sich aber auch, daß viele Guthaben wegen des größeren Zinsengewinnes in andere Anlagen abgewan dert sind, und zwar hauptsächlich in neue Hypotheken, die im Gegensatz zu den alten Hypotheken feiner Zwangsregelung unterworfen sind. In diesem Zusammenhang erklärte Präsident Kleiner gestern vor Pressevertretern, daß die Sparkassen einmüfig an dem vierprozentigen Normalzinssatz für Spareinlagen festhalten wollen. Seit jeher hatte ein st a biler 3insfuß entscheidenden Wert für die Vertrauenswerbung unter den Sparern. Spareinlagen seien als Kapitalanlagen zu betrachten; es sei daher auch ein Fehler, den Zinssatz für Spareinlagen mit den Schwankungen des Reichsbankdiskonts zu verfoppeln, die nur den Geldmarkt betreffen. Weniger als die jetzigen 4 Prozent Zinsen kann man den Sparern kaum bieten, wenn das Sparen noch locken soll. Präsident Kleiner deutete sodann an, daß in Kürze der Spareinlagenzinssatz vom Geldmarkt durch Schaffung eines besonderen Paragraphen im 3insabkommen der Banken abgehängt wird. Starte Beden fen äußerte Kleiner sodann noch gegen die Tendenzen, einen Teil der Liquidationsreserve der Sparkassen direkt bei der Reichs: bant anzulegen. Die Sparkassen befürchten hierdurch eine 3er reißung der Organisation und schlagen demgegenüber vor, daß die Liquiditätsreserven der Sparkassen bei den Girozentralen gesammelt und von dort aus bei den Staatsbanken angelegt werden. In der Bilanz der Deutschen Girozentrale- Deutsche Kommunalbank ( 3entral- und Ausgleichsbank der Sparkassen) spiegelt sich die starke Inanspruchnahme durch die Sparkassen deutlich wider. In der Gewinn- und Verlustrechnung sind die Zinsgewinne von 4,8 auf 7,8 Millionen gestiegen. Die Einnahmen aus Provisionen stellen fich auf 2,7 gegen 2,4 Millionen. Nach Absetzung der Unkosten, Steuern und normalen Abschreibungen sind 1,87 Millionen Sonderabschreibungen auf Wertpapiere vorgenommen worden, wonach ein Betriebsüberschuß von 2,85 gegen 2,47 Millio= nen im Vorjahr ausgewiesen wird. Wegen der Unsicherheit der allgemeinen Lage werden die Geschäftsanteile diesmal nicht verzinst, sondern der Gewinn zum fleineren Teil zu Rückstellungen verwandt und der größte Teil des Betrages auf neue Rechnung vorgetragen. Die Einlagen der Sparkassen bei diesem Institut sind im Berichtsjahr infolge der Abhebungen von 321,5 auf 211,9 millionen gesunken. Neu erscheint der Bilanzposten„ Atzepte" mit 62,5 Mil lionen, die der Finanzierung der Zahlungsansprüche dienten. Auf der Attivseite waren am 31. Dezember 1931 die eigenen Guthaben bei Banken, die im Vorjahr noch 82,6 millionen betrugen, auf 4,70 Millionen gesunken, dagegen aber haben sich die Lombard forderungen mit 30,7 Millionen mehr als vervierfacht. Hier zeigt sich, in welchem Umfange die Deutsche Girozentrale während der Kreditkrije von der Organisation in Anspruch genommen wurde. Schlechte Betriebsbilanz der Reichsbahn. Aber noch schlechtere Sozialbilanz. In dem siebenten Geschäftsjahr, für das die Deutsche Reichsbahngesellschaft jetzt Bericht und Abschlußziffern vorlegt, hat die Berschärfung der Wirtschaftskrise zu einer außerordent lichen Schrumpfung des Güterverkehrs und damit auch der Einnahmen geführt. Die Hälfte der Einnahmen aus dem Güterverkehr stammen aus den Industrien der Produktionsgüter, deren Erzeugungskraft auf den Stand von 1897/98 zurüdgeworfen ist. Die Industrien für Verbrauchsgüter sind auf den Stand von 1905/06 zurückgefallen. Dementsprechend schrumpfte der Güterverfehr der Reichsbahn bis auf den Umfang des Jahres 1908 ein. Die Frachteinnahmen blieben hinter 1930 um 19 Proz. und hinter dem letzten Konjunkturjahre 1929 um 34 Pro3. zurüd. Etwas widerstandsfähiger war der Personenverkehr, dessen Einnahmen gegen 1930 nur um 15 Proz. und 1929 um 28 Proz. sanken. Die Gesamtrechnung der Einnahmen und Ausgaben bei der Deutschen Reichsbahngesellschaft stellte sich in den letzten Jahren wie folgt: Einnahmen Ausgaben in Millionen Mark 1929 1930 1931. 5354 4570 3849 4493 4090 3623 Es ergiebt sich also rechnungsmäßig ein Betriebsüberschuß von 226 Millionen Mark. Unter Berücksichtigung der Reparationsleistungen von 635 Mill. Mark betragen die Mehrausgaben der Betriebsrechnung 408 Millionen. Zur Deckung der Mehrausgaben hat sich die Reichsbahnverwaltung gezwungen gefehen, ihre Reserven aus der gefeßlichen Ausgleichsrüdlage mit 442 Millionen in Anspruch zu nehmen. Die Dividende für die Vorzugsaktien in Höhe von 75,7 Mill. Mark mußte der Dividendenrücklage entnommen werden. Diese beiden Reserveposten sind damit von 450 bis auf 8,2 Millionen, bzw. von 50 bis auf 2,7 Millionen bei der Dividendenrücklage verschwunden. Das Krijenjahr 1931 hat also die wesentlichen Bestandteile der Reichsbahnreserven verzehrt. Diese Tatsache kennzeichnet die verheerenden Wirkungen der Wirtschaftsschrumpfung auf die Verkehrsleistungen der Reichsbahn und ihre Betriebseinnahmen um so deutlicher, als es dieses größte öffentliche Unternehmen Deutschlands an rigorosesten Ein= sparungen nicht hat fehlen lassen. Allein im legten Jahr sind die Gesamtausgaben um 468 Millionen gedrosselt worden, wovon nach dem Bericht allein 259 Millionen auf Lohn- und Gehaltsopfer der Belegschaft entfallen. Mit der durch die Dezembernotverordnung durchgeführten neuen Lohnfürzung im Januar d. J. wird das Einkommen der Eisenbahner um weitere 200 Millionen getürzt. Die Opfer der Eisenbahner in den beiden Krisenjahren 1931/32 erreichen also fast eine halbe Milliarde Mark. Dienstag, 3. Mai 1932 dem Gebiete des Landgüterverkehrs zum Schaden der Gesamtheit anhält. Die Aussichten für das laufende Jahr sind denkbar un günstig. Die Tariffenfungen haben bei dem fortgesezten Schrumpfungsprozeß der Wirtschaft keine belebende Wirtschaft erzielen können. Man muß nach den bisherigen Einnahmen damit rechnen, daß 1932 die Betriebseinnahmen kaum 3 milliarden Mark erreichen. Schon von Januar bis April hat sich eine Unterbilanz gegenüber der gleichen Zeit von 1931 in Höhe von 328 Millionen ergeben. Die Deckung des zu erwartenden Defizits wird, wenn die Reichsbahn auf sich allein angewiesen bleibt, nur durch Inanspruchnahme der Betriebsrücklage möglich sein. Der Hansabund lebt noch... .. und„ rettet" immer noch die Wirtschaft mit unzeits gemäßen Vorschlägen. Ueber eine Sigung des wirtschaftspolitischen Ausschusses des Hansabundes, der schon seit Jahren ohne jede Resonanz viel eigensinnige Proflamationen erläßt, wollen wir nur festhalten, daß in den Entschließungen zusägliche öffentliche Ar= beitsbeschaffung und planwirtschaftliche Eingriffe ner morfen und die freie Handelsvertragspolitik und ein völliger Kurswechsel der inneren Wirtschaftspolitik gefordert werden. 3u diesem völligen Kurswechsel" gehören: Völlige Aufhebung der Hauszinssteuer und aller Reste der Wohnungs3wangswirtschaft, Reform des Tarifs und Schlichtungswesens unter Beseitigung der Verbindlichkeitserklärung, Anpassung der Anforderungen der Sozialversicherung an die geminderte wirtschaftliche Leistungsfähigkeit, Ordnung der öffent lichen Finanzen im Reich, Ländern und Gemeinden, durch Neugestaltung des Verhältnisses zwischen Steuern und Wirtschaft, die die Mindeſterfordernisse individualistischer Wirtschaft berücksichtigt. 2Ille Grundsatz der Sicherung des Privateigentums und der künftigen Akte der Gesetzgebung müßten aufgebaut sein auf dem Rechtssicherheit. Generalversammlung bei Centralboden Steigende Zinsrückstände Zahlungsunfähige Gemeinden Die Generalversammlung der Deutschen Centralboden= credit A. G. genehmigte debattelos den Abschluß für das Jahr 1931. Was über die Geschäftstätigkeit im ersten Vierteljahr 1932 gesagt wurde, war für die Verschlechterung am Realkreditmarkt überaus bezeichnend. Neue Geschäfte konnte dieses größte deutsche Realkreditinstitut nicht abschließen; auch eine Finanzierung der Hauszinssteuerablösung war bisher nicht möglich. Bedenklich ist, daß die 3insrückstände von Vierteljahr zu Vierteljahr gestiegen sind, nicht zuletzt infolge der Ost hilfemaßnahmen. Während die Rückstände Ende September 5,9 Proz. der gesamten Zinsensumme ausmachten, stiegen sie bis Ende Dezember auf 7,3 Proz., und Ende März 1932 waren es sogar 11,0 Proz Daß sich die Lage am Grundstücksmarkt, insbesondere für ländliche Grundstücke, meiter verschlechtert hat, ist bekannt. Alarmierend aber muß die Tatsache wirken, daß die Centralboden zum erstenmal zu 3wangsmaßnahmen gegen Gemeinden greifen mußte. Das Institut ist an dem Konkurs einer schlesischen Kleinstadt beteiligt und hat gegen weitere drei Gemeinden geklagt und die 3 mangsvoll stredung beantragt. Auch das ist ein Zeichen dafür, daß die Reichsregierung nun endlich für die Gemeinden eine durchgreifende finanzielle Erleichterung schaffen muß. Von den Hypothekenbanken aber muß man erwarten, daß sie bei ihrem Vorgehen gegen Gemeinden, die in Zahlungsschwierig. feiten sind, die nötige 3 urüdhaltung üben schon im Interesse ihres eigenen Geschäfts in späteren Jahren. Sanierung der Carlshütte Waldenburg Wenn die Verwaltung der Reichsbahn in ihrem Bericht zu dieser dramatischen Tatsache bemerkt, daß die finanzielle Lage der Gesellschaft durch den Lohn- und Gehaltsabbau nicht erleichtert Die Zahlungsunfähigkeit des schlesischen Fürstlich Pleßworden sei, da die Ersparnisse zu Tariffenfungen Verwendung fchen Konzerns und die mit dem Bau der Stickstoffwerke fanden, so kann diese wegwerfende Art nur als eine Waldenburg betriebene skandalöse Kapitalfehlleitung hat Brüskierung der 650 000 Eisenbahner angesehen werden. Der jegt ein weiteres Opfer gefordert. Die Carishütte 2.-G. für hohen Reichsbahnbürokratie scheint auch jetzt im dritten Eifengießerei und Maschinenbau, Waldenburg, Jahr dieser ungeheuerlichen Krise jedes Verständnis für die harte die zum Demag- Konzern, Duisburg, gehört, muß sanieren, weil Not, die ihre Maßnahmen für die Masse der Belegschaft und Be- der Pleß- Konzern eine Schuld von 1,07 Millionen Mark in ab= amtenschaft zur Folge gehabt hat, zu fehlen. Das mangelnde Bersehbarer Zeit nicht zahlen kann und weil eine Forderung an die ständnis für die Notwendigkeiten der Gegenwart kommt ja auch in Konkurs gegangenen Stickstoffwerke in Höhe von 0,47 Millionen sehr drastisch in der Frage der planmäßigen Arbeitsstreckung und Mart ganz ausgefallen ist. Belegschaftserhaltung zum Ausdruck, um die kürzlich die Gewerkschaften mit der Verwaltung zu kämpfen hatten. Wenn die Leitung der Reichsbahn heute auf der einen Seite Entlassungen vornimmt, und andererseits noch die Arbeitskraft von Arbeitern und verschiedenen Beamtenkategorien mit einer wöchentlichen Dienstbereit schaft non 93 Stunden über jedes Maß hinaus beansprucht und jede Reform mit der faulen Entschuldigung des technischen Zwanges verweigert, so ist das ein unerhörter Skandal. Wie nicht anders zu erwarten war, wurden auch die Sach ausgaben für den Betrieb im Berichtsjahr weiter start eingeschränkt. Sie betrugen 1931 nur noch etwa eine Milliarde, waren demnach also um 50 Proz. gegen 1929 gedrosselt. Die Aufwendungen für Unterhaltung und Erneuerung wurden soweit eingeschränkt, wie es die Betriebssicherheit zuließ. Interessant ist, daß die Betriebsvorräte allein im letzten Jahr von 223 bis auf 168,5 Millionen Mark gesenkt werden konnten. Zu der vielumstrittenen Frage der Kraftwagenkonkurrenz gegen die Reichsbahn nimmt der Bericht der Verwaltung nochmals aus= führlich Stellung. Es wird die bekannte Auffassung vertreten, daß der Kraftmagenbetrieb so wie die Eisenbahn nach allgemeinwirtschaftlichen Grundsätzen geführt und ihm auch die gleichen Verpflichtungen auferlegt werden müßten wie der Eisenbahn. Das mit besserer volkswirtschaftlicher Wirkung bedienen kann als die Ziel müsse sein, den Kraftwagen dort einzusetzen, wo er den Verkehr Bahn. Um den bestehenden Verkehrswirrwarr bei dem Autogüterverkehr endlich zu lösen, den gesamten Gütertransport zu rationalifieren und nach einheitlichem Plan zu organisieren, scheint uns die Errichtung eines Verkehrsmonopols der Reichsbahn der gegebene Weg zu sein. Es geht nicht an, daß einigen Interessentengruppen zuliebe die bisherige Desorganisation auf Im Geschäftsjahr 1931 hat die Carlshütte außerdem einen Betriebsverlust von 0,4 Millionen Mark erlitten. Das Kapital wird von 2 Millionen auf 0,2 Millionen Mark zusammengelegt und dann um eine Million auf 1,2 Millionen Mart wieder erhöht. Diese eine Million neuer Aktien wird von einem Großgläubiger( Demag?) übernommen gegen Aufrechnung von Forderungen in Höhe von 0,79 Millionen Mark und Barzahlung von 0,21 Millionen Mark. Aus dem Buchgewinn wird zunächst der Verlust gedeckt und danach auf die Forderun= gen, die im Vorjahre 2,5 Millionen Mark betrugen, nicht weniger als 1,6 millionen Mark abgeschrieben. Der Auftragsbestand sichert eine Beschäftigung des Werks auf drei bis vier Monate. Guter Abschluß im Werkzeugmaschinenbau. Reinecker- Chemnih erhöht Dividende von 4 auf 6 Prozent. Die J. E. Reinecker A.-G. in Chemnitz, deren Spezialität die Fabrikation von Werkzeugmaschinen und Werkzeugen für die Metallbearbeitung ist, veröffentlicht jetzt den überraschenden Beschluß des Vorstandes, daß die Dividende für das Geschäftsjahr 1930/31 von 4 auf 6 Proz. erhöht wird. Mann beschäftigt, hatte im Berichtsjahr infolge der damals eins gelaufenen großen russischen Maschinenbestellungen gut zu tun. Auch andere Exportaufträge gaben, wenn auch in verringertem Das Unternehmen, das eine Belegschaft von annähernd 1500 Maße, einen gewissen Ausgleich für den völligen Ausfall des Inlandsmarktes. Im laufenden Jahr ist das Unternehmen bis zum Dezember allerdings bei Derringerter Belegschaft voll beschäftigt, wenn die Verhandlungen über neue Russenaufträge zum Abschluß führen. Lernt fremde Sprachen! Englische und franzöfiche Anfängerkurse der Fredika ( Freunde der internationalen Kleinarbeit) sollen im Mai neu ein. gerichtet werden. Bet genügender Beteiligung wird auch ein spanischer Kurses beginnen fönnen. Bereits bestehende Kurse für Mittelstufen und für vorgeschrittene Anfängerstufen nehmen jederzeit noch einige Gesinnungsfreunde auf. Nach 25 bis 30 2benden zu je zwei Stunden ist jeder in der Lage, bereits frei zu sprechen. Und im Sommer bietet sich Gelegen heit, mit unfern ausländischen Gesinnungsfreunden im Gemertfchaftshaus zusammenzutreten. Dann dient uns die Sprache als Mittel zur befferen Bölferperständigung. Der dreisprachige Bionier" berichtet über die erfolgreiche Arbeit der Organisation, die in 28 2ändern vertreten ist. 0 " Anmeldungen zu allen Kursen sollten umgehend an die Ge fchäftsstelle, Berlin S. 19, Kurstr. 32( beim Spittelmarft), Genoffe 2. Floerfe, gelangen. Telephon: Merfur 2196. Leon Jouhaug fommt nach Deutschland. Der bekannte fronzöfifche Gewerkschaftsführer, Generalsekretär der französischen Ge merfschaften, mird auf Einladung der Deutschen Liga für Mens schenrechte" auf einem Meeting am 12. Mai hier sprechen. Mit ihm nimmt das Wort der befannte sozialdemokratische Landtags= abgeordnete Professor Erik Nölting, der jetzt in Frankfurt/ Main miedergewählt ist. ,, Arbeitslosigkeit als Schidfol." In der Reihe der Sonderabende der Deut fchen Liga für Menschenrechte", die sich mit den Problemen der Gegenwart be schäftigen, findet nunmehr am Freitag, dem 6. Mei, im Reichswirtschaftsrat ( Blenarsaal), Bellenueftr. 15, 2014 Uhr, ein befonders interessanter Abend statt. Das Thema lautet: ,, Arbeitslosigkeit als Schidlal". Nach einem einleitenden Referat von Bernard von Brentano, dem Verfasser des heißumstrittenen Buches Beginn der Barbarei in Deutschland", merden sprechen Frau Marianne Lendzian( Berufs- und Wirtschaftsfürsorgerin); Helmuth Fritsch, der arbeitslose Boltswirt: ein Dauerarbeitslofer und ein Schulentlaffener. Karten nur an der Abendkasse. Parteinachrichten Einsendungen für diese Rubrik find Berlin G 68, Lindenstraße 3. für Groß- Berlin stets an das Bezirkssekretariat 2. Sof. 2 Treppen rechts, zu richten Beginn aller Veranstaltungen 19½ 11hr, sofern feine besondere Zeitangabe! 1. Areis. Seute 20 Uhr bei 2ohann, Brüderstr. 16. Kreisbildungsausschusfigung. 2. und 3. Rreis. Bei der Maifeier im Schüßenhaus ist eine dunkelblaue Sand. tasche mit Geldtasche und verschiebenem Inhalt, fomie Parteibuch, Iautenb auf den Namen Charlotte Düben, wohnhaft Potsdamer Str. 42, verloren. gegangen. Der Finder wird gebeten, bie Sasche mit Inhalt entweder bei der Eigentümerin oder im Bezirksverband, Zimmer 2, abzugeben. 4. Kreis. Zur Vorstandssigung am Mittwoch pünktlich 19 Uhr erscheinen. 5. Kreis Arbeiterwohlfahrt. Heute 15 Uhr im Seim Tilsiter Str. 4-5 Su fammenkunft ber erwerbslosen Parteimitglieder. Maitag Lieder der Arbeit. Genosse Klewis. 7. Kreis. Die Maifeiertarten müffen heute Dienstag, 19 Uhr, im Jugendheim Rosinenftr. 4 abgerechnet werden. 3. Abt. Mittwoch, den 4. Mai, 3ujammenkunft ber jüngeren Barteimitglieder bei Burlit, Sebastianstr. 38. Freitag, den 6. Mai, bei Micheel, Köpenider Str. 55a, wichtige Funktionärftigung. 17. Abt. Mittwoch, 4. Mai, 20 Uhr. bei Klinge, Sellerstraße. Bortrag des Genossen Dr. Dautert. Thema: Die Entstehung des Urmenichen. 25. Abt. Mittwoch, den 4. Mai, 20 Uhr, Zusammenkunft der jüngeren Bartei3inffers Laubenkolonisten und Kleingärtner! Es ist auch in diesem Jahre unser Bestreben, die Laubenkolonien Groß- Berlins, soweit sie durch Boten erreicht werden können, mit dem..Vorwärts zu beliefern. Wir bitten daher alle Leser unseres Blattes, welche die Zustellung der Zeitung während des Sommerhalbjahres in die Laubenkolonie wünschen, ihre genaue Adresse mit der Angabe, wo die Kolonie liegt, der aus der Abonnementsquittung ersichtlichen Ausgabestelle oder unserer Hauptexpedition mitzuteilen. Die Umbestellung erfolgt zweckmäßig einige Tage vor dem Umzug nach der Laube. Vorwärts- Verlag G.m. b. H. Berlin SW 68, Lindenstraße 3 Fernsprecher: A7 Dönhoff 292-297 mitglieder im Jugendheim Schönlanter Str. 11. ,, Das Attionsprogramm der SPD." 27. Abt. Mittwoch, 4. Mai, Ausspracheabend der jüngeren Parteimitglieder in der Boltsspeiseftelle Gleimstr. 85. 28. Abt. Mittwoch, den 4. Mai, fällt der Diskussionsabend aus. 33. Abt. Mittmech, 4. Mai, Zusammenkunft jüngerer Parteimitglieder bei Bertalla, Hohenlohestr. 3. Preußen einst und iegt." Referent Hermann Grünzel. 72. Abt. Mittwoch, 20 Uhr, Versammlung bei Rosenau, Varziner, Edde Laubacher Straße. Thema: Nach den Wahlen." 82. bt. Mittwoch, 4. Mai. Beginn der Funktionärsigung erst um 20 Uhr. Lotal Schellhale. 83. bt. Mittwoch, 4. Mai, Funktionärsigung bei Omandt, Moltkestraße, Ede Sindenburgdamm. 95. Abt. Freitag, 6. Mai, in der Schule Ropfftraße Borstandssigung mit fämt. Tichen Funktionären. Mitgliedsbücher sind mitzubringen. 99a Abt. Seute, 20 Uhr, Funktionärsigung in der Schule Barchimer Alee. 99a ht. Gruppe junger Sozialdemokraten. Donnerstag, 5. Mai, Banderfahrt nach Strausberg. Treffpunkt 8 Uhr, Ringbahnhof Neukölln. | Sobbinfece 1. Wir verlieren eine Mitkämpferin, bie ftets mit helßem Serser bei der fosialistischen Arbeiterbemegung mar. Chre ihrem Andenten! Die Einafcherung findet am Mittwoch, deur 4. Mai, nachmittags 22 Uhr, im Srematorium Baumschulenweg statt. Rege Beteiligung erbeten. 89. Abt. Allen Mitgliedern zur Kenntnis, daß unser Geneffe Wilhelm Jung, Sorlemer Str. 73, burd Freitod aus dem Leben geldjieden ift. Ebre feinem ndenken! Cinäferung Dienstag, 3. Mai, 1916 Uhr, in Saumfqulenweg. Um rege Beteiligung wird gebeten, 136. 96t. Im 30. April 1932 verstarb unfer langjähriger Genosse, der Dreher Otto Horft, Reinidendorf, Hausotterstraße 55. Die Einäscherung findet am Mittwoch, dem 4. Mai 1932, nachmittags 4 Uhr( 16 Uhr), in Arematorium Gerichtftraße statt. Um rege Beteiligung wird gebeten. Chre feinem Andenken! SEJ Sozialistische Arbeiterjugend Groß- Berlin Einsendungen für diese Rubrit nur on des Jugendfekretariat Berlin G 68. Lindenstraße 2. vorn 1 Treppe rechts. Abteilungsmitgliederversammlungen, heute, 19% Uhr. Gewerkschaftshaus: Röpenider Str. 92. Rorb Safen. Süden: Rofenthaler Borstadt: Tied straße 18. 8entrum: Waisenstr. 18. Brunnenplag: Bante. Ede Biefenstraße. Sumboldthain: Butbuffer Str. 3. Gesundbrunnen I: Gotenburger Str. 6. Gesundbrunnen II: Kolonieftr. 8.- Nerben: Sorgingstr. 19. Wedding Nord: Turiner, Ede Geestraße. Selmholzplay: Raftanienallee 81. often 1: Danziger Str. 62. B. 3. Weißenfee: Heim Cafeler Str. 2. heide: Waffertorftr. 4. Reichenberger Viertel: Reichenberger Str. 66. Wordstr. 11. Schöneberg 1: Hauptfte. 15. Schöneberg II: Hauptstr. 15. Charlottenburg- Rord: Raiserin- Augufta- Allee 97b. Steglig 1: Albrechtstr. 47. Neukölln 1: Sander, Ede Hobrechtstraße. Neukölln III: Biethenstr. 58. Stopenid II: Dahlwiger Str. 15. Karlshorst: Tresfowallee 44. Karow: Frundsbergstr. 9. * Kölnischer Bork: Waisenstr. 18. Der 1. Mai als Rampftag der Arbeiter. [ chaft." Relonaplak: Elisabethkirchstr. 19. Maifeier. Schillerpark: GSchöningftraße 17. Luftiger Abend. Webbing: Willdenowstr. 5, R. 3. Rampflieder. abend. Frankfurter Viertel: Frankfurter Anee 307. Funktionärligung. Köpenider Viertel: Manteuffelstr. 7: Ausgang der Preußenwahlen". Char lottenburg: Rosinenstr. 4. Turnen, Bestend: Sportplay Westend. Turnen. Brig: Rathaus, Chausseestraße. Heimabend. Neukölln 11: Steinmegstr. 94. Brettspielabend. Neukölln IV: Ranner Straße. Tucholsky- Abend. - Neufölln VI: Treptower Str. 95. Der 1. Moi." Neukölln X: Bergstr. 29. Arbeitsgemeinschaft:,.. d. 5. 6. R." Treptow: Elsenstr. 3. Liederabend. Bahnsdorf: Wachtelftr. 1. Funktionärsigung. Köpenia I: Grünauer Str. 5. Heite. rer Reseabend. Raulsdorf: Schule Adolfstr. 25. Turnen. Niederschönhausen: Lindenstr. 47. Maifeier. Werbebezirk Reinidendorf: W.B.- Mitgliederversammlung, Bittenau, HauptStraße 18. Lichtbilderportrag: Eine Lapplandreife." Referent Genoffe Curt Biging. Beginn 19% Uhr pünktlich Werbebesirt Tempelhof: W.- B.- Mitgliederversammlung 19% Uhr, NeuTempelhof, Wintgensstraße, Schulbarade. 106. Abt. Mittwoch, 4. Mai, 20 Uhr, bet Blodwis, Bart, Ede Herrenhaustraße. Vorträge, Bereine und Versammlungen Funktionärsigung. 117. Abt. Mittwoch, 4. Mai, 20 Uhr, Funktionärsigung bei Siewert. Abteilungs. Dorstand Stunde früher. 124. bt. Mittwoch, 4. Mai, Funktionärsigung bei Anders. Frauenveranstaltungen. 7. Areis. Mittwoch, 4. Mai, 20 Uhr, Funktionärinnenfigung im Jugendheim. 54. Abt. Mittwoch, 4. mai, 18% Uhr, wichtige Funktionärinnenfigung im Jugendheim. Arbeitsgemeinschaft der Kinderfreunde Groß- Berlin. Grünau. Mittwoch Gemeinschaftshaus Faltenberg( früher Guts. hof) bei Balte Eltern und Berbeabend. Eintritt 25 Big. Erwerbs. lofe 15 Pfg., Kinder frei. Einlaß 19 Uhr, Anfang 20 Uhr. Sterbetafel der Groß- Berliner Partei- Organisation 42. bt. Unfer Genoffe Baut Gerber, Blücherstr. 34, ist nach langem Arantenlager am 29. April nerstorben. Ehre seinem Andenken. Die Trauerfeier findet am 4. Mat, 171 Uhr, im Krematorium Baumschulenweg statt. Rege Beteiligung erwartet die Abt.- Zeitung. 20. bt. Am 28. 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Samerab schaft Sophienstr. 6. 3. Rameradschaft Röpenider Str. 55a. 6. Kamerabschaft Rofenthaler Hof. Mittwoch, 4. Mai, 4. Rameradschaft Stralauer Str. 10. Belizei- Sport- Berein Berlin c. B., Abteilung Einheitsfuzzschrift. Regelmäßige Uebungsstunde an allen Wochentagen außer Sonnabends und Sonn tags im Bolizei- Schulgebäude, Hannoversche Str. 28-30, 2. Stod, Simmer 10. Abends 8 Uhr Redeschrift, Fortbildungs- und Anfängerkurse. Auch für Zivile. Bund religiäfer Sozialisten, Bezirksgruppe Berlin B., in Konditorei Wanke, Friedenau, Rheinstr. 30. Vortrag des Gen. Hattendorf jun.: Die Religioner der Primitiven". In allen Rotfällen, bei Berdauungsstörungen, zu haben Blutbrud, Arterienvertaltung, Asthma, Rheuma, Herzbefchmerden, Dämorrhoiden, Seber, una Gallenleiden leiftet Sinffer- Rnobloudfaft porzügliche Dienste. Eine Frühjahrsfur mit Sinffer.Anoblauchfaft reinigt den Rörper und hilft Stoffwechselfchladen und Ermüdungsgifte ausscheiden. Deutsche Girozentrale- Deutsche KommunalbankAKTIVA 1. Nicht eingezahltes Betriebskapital Bilanz per 31. Dezember 1931 2. Kasse, fremde Geldsorten und fällige Zins- und Dividendenscheine: a) Bar b) Bestand an Zinsscheinen und fremden Geldsorten 3. Guthaben bei Noten- und Abrechnungs( Clearing-) Banken RM. PASSIVA 1. Betriebskapital a) Beteiligung der Mitgliedsver bände b) Beteiligung d. Preuß, Staates RM. 149 29 750 000, 10 000 000, 39 750 000, 4 349 521,97 a) seitens der Kundschaft bei Dritten benutzte Kredite 90 272,67 6 748 219.48 6 883 492.10 2. Rücklagen 3. Gläubiger: 6 849 061,81 21 097 073,90 4 709 117,83 4. Schecks, Wechsel und unverzinsliche Schatzanweisungen 5. Nostroguthaben bei Banken und Bank. firmen mit Fälligkeiten bis zu 3 Monaten davon innerhalb 7 Tagen fällig 1 787 523.45 6. Reports und Lombards gegen börsengängige Wertpapiere 30 759 563,08 371 386.davon entfallen auf Reports allein 7. Vorschüsse auf verfrachtete oder eingelagerte Waren 8. Eigene Wertpapiere: a) Anleihen u. verzinsliche Schatzanweis. des Reiches und der Länder 5 294 869,32 b) sonstige bei der Reichsbank u. anderen Zentralnotenbanken beleihbare Wertpapiere 4 198 114,17 c) sonstige börsengängige Wertpapiere. d) sonstige Wertpapiere.. 9. Konsortialbeteiligungen 27 783 073.30 595 271.14 10. Dauerude Beteiligungen bei anderen Banken und Bankürmen 11. Außenstände in laufender Rechnung.... davon entfallen auf Kredite an Banken, Bankfirmen, Sparkassen u. sonstige Kreditinstitute 60 360 238,98 12. Langfristige Ansleihungen gegen hypothekarische Sicherung oder gegen Kommunaldeckung: a) langfristige feste Darlehen( auf ein u. mehrere Jahre) 89 065 000, b) langfristige Tilgungsdarlehen u. Anleihen.... 594 453 983.90 davon mit fünffachem Auslosungsrecht RM. 51 560 952,02 und ohne Auslosungsrecht RM. 5 559 462,50 12 I. Am 31. Dezember 1931 anteilig fällige Darlehnszinsen und Verwaltungskostenbeiträge 13. Bankgebäude 14. Sonstige Gebäude und Grundstücke 13. Inventar 37 871 329,93 318 701, 3 036 566,50 181 960 038,65 683 520 985,90 7 843 053.16 610 000, 2, 3 844,000, b) deutsche Banken, Bankfirmen. Sparkassen u. sonstige deutsche Kreditinstitute e) sonstige Gläubiger 129 851 981.60 82 049 772.33 211 901 753,93 Von der Gesamtsumme der Glaubiger ( mit Ausschluß von a) sind 1. Innerhalb 7 Tagen fällig 83 497 585,67 2. darüber hinaus bis zu 3 Monaten fällig 3. nach mehr als 3 Monaten fällig Avale und Bürgschaften 4. Akzepte 103 642 545,74 24 761 622.52 RM. 26 720 993,10 62 500 000, 30 474 340,53 5. Langfristige Anleihen bzw. Darlehen: a) langfristige Tilgungsdarlehen b) langfristige feste Darlehen 39 030 000, c) im Umlauf befindliche Obligationen 585 801 643,70 655 305 984,28 davon mit fünffachem Auslosungsrecht RM. 31 559 096,43 und ohne Auslosungsrecht RM. 3 559 462.50 5 I. Noch nicht eingelöste Zinsscheine und ausgeloste Obligationen 5 II. Am 31. Dezember 1931 anteilig fällige Zinsen und Provisionen 6. Betriebsüberschuf Eigene Indossamentsverbindlichkeiten a) aus weiterbegebenen Bankakzepten 1 047 497 721,41 b) aus Solawediseln der Kunden an die Order der Bank.. c) aus sonstigen Rediskontierungen 10 015 104,91 1 037 512 826,32 Von der Gesamtsumme( a+ b+ c) sind in spätestens 14 Tagen fällig 27 985 165,12 Eigene Ziebungen überhaupt davon f. Rechnung Dritter 611$ 21 600, 651 821 600, 4 845 843,19 7 347 063,69 2 852 838,88 HEINE SCHLAFZIMMER direkt ab Fabrik Engros Preise WARSCHAUER STR.58 BERLIN 34 Der gute Kapitän in meisten ZiKaufabakarrengesch. erhält. C. Röcker, Berlin Lichtenberger Straße 22, Königs. 3861 Homöopathie Nieren-, Blasen-, Leber-, Gallen-, Magen-, Darm-, Innere u. Nerven. Löser Bebandi. nur 2 M. Münzstr. 9 10-2, 4-7, Stg. 11| Sämtliche Preise verstehen sich ohne Glas Direkter Verkauf vom Faß vom kleinsten Quantum ab und Kostproben gratis in allen mit versehenen Geschäften. 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Abschreibungen auf Gebäude und Inreptar 4. Zuweisung zur Pensionskasse 5. Zuweisung zu den Fonds für Angestellte 6. Abschreibungen auf Wertpapiere 7. Betriebsüberschuß Berlin, im April 1932. RM. HABEN 989 253 005,89 RM. Gewinne: 4 139 542.54 an Zinsen an Provisionen Gewinnvortrag aus 1930........ 7 873 292.21 2 773 713.20 117 814.38 1 466 217,52 180 620,69 200 000, 50 000, 1 875 600,16 2 852 838.88 10 764$ 19,79 10 764 819,79 Ich warne vor irreführung, achten Sie genau auf die Firms! Deutsche Girozentrale- Deutsche Kommunalbank Eduard Süßkind Oeffentlich- rechtliche Bankenstalt Dr. Kleiner Jursch von Bitter Das Direktorium Müllert Schoele Sentz Weltzies