BERLIN Dienstag 3. Mai 1932 10 Pf. Tit. 207 B 104 49 Lahrgano Erscheint tSglich außer Sonntags. Zuglei» AI>«ld-i>»«-de des.Borwärts' B-i»g«»re««füi beide Aosgaben 75 Pf. pro Woche. 3,25 M. pro Monat (Mvw» 87 Pf. monatlich für Zustellung ins Haus) im voraus »ahlbar. P o st b e, u g 3.97 M. einschließlich SV Pf. Postjeitungs- und 72 Pf. Postbestellgebudren. SficUatiigaße xlßh n]Jofu>€U46 Anzeigenpreis: Die einspaltige Milltmeterjetle SO Pf. Reklamezeile 2.— M. Ermäßigungen nach Tarif. Postscheckkonto. Lorwärts-Verlag G. m. b. H.. Berlin Rr. 37 53«.- Der Verlag behält sich das Recht der Ablehnung nicht genebmer Anzeigen vor' Redaktton und Erpedttton: Berlin SW 68. Lindenllr S Fernsprecher: Dönbost ik 7) 292—297 Vormarsch in Krankreich ■■■;>'■■r;- Sozialisten gewinnen 250000, Kommunisten verlieren 350000 Veränderung im Zieichskabineti Paris, 3. Mai.(Eigenbericht.) Außer den 60b gemeldeten Wahlresultaten sind inzwischen vier weitere aus den Kolonien beanntgeworden. In Martinique haben die S o z i a l i st e n das Mandat, das bisher der Abg. Frosiard inne hatte, behauptet. Der neue Abg. ist Lagrosilliere. Es fehlen jetzt nur noch die beiden Wahlkreise von der Kolonie Guadelupe. Bisher sind 252 Abgeordnete gewählt, während in 357 Wahlkreisen Stichwahlen entscheiden müssen. In Frankreich und Algerien haben nach einer Statistik des„Excelsior" rund 9 Mi Millionen Wähler abgestimmt und rund 1,9 Millionen sich der Stimm« enthalten. Bon den 9kb Millionen Wählern haben 1 930 09« für die sozialistischen Kandidaten gestimmt, während 1928 1.7 Millionen sozialistischer Wähler zu der- zeichnen waren. Tie Sozialisten haben also 230 000 gewonnen. Die Kommunisten haben dagegen rund 330 000 Stimmen verloren. Die Pariser Morgenzeitungen erkennen heute in mehr oder minder verschleierter Form den Sieg der Linksparteien an. Dos gemäßigte„Petit Journal" erklärt:„Die schwachen Gewinn« und Verluste der verschiedenen Parteien im ersten Wahlgang haben im Ausland und besonders in Deutschland, den Eindruck hervor- rufen können, daß die Stellungen der Mehrheits- und der Links- Parteien unverändert geblieben sind.(Das gilt in Deutschland nur sur diejenigen Blätter, deren Korrespondenten bei dieser Gelegenheit ein« völlige Unkenntnis der französischen innerpolitischen Verhältnisse an den Tag gelegt und die Bedeutung des ersten Wahlganges offen- bar völlig verkannt haben. Red. d.„V.") Dieser Eindruck, der un- gefähr richtig ist, wenn man nur die 252 endgültigen Ergebnisse be- trachtet, ändert sich aber merklich, wenn man die Aussichten prüft, unter denen die Stichwahl in den verschiedenen Wahlkreisen stallsinden werden. Es erweist sich dann, daß die radikale Partei ihren Einfluß zum Nachteil ihrer Nachbarn, d. h. der Sozialisten auf der einen und der Linksrepublikancr auf der anderen Seite, erhöht hat. Die Gruppe T a r d i e u ist sogar mehr als die anderen Rechtsgruppen von der Ungunst der Wählermassen getroffen." Der.,M o t i n" stellt fest, daß die s o z i a l i st i s ch e Partei in starkem Maße von dem Rückstrom reuiger Kommunisten in ihre Reihen profitiert Hot. glaubt aber, daß die sozialistische Be< wegung zum Stillstand gekommen ist. Selbst wenn sie dank der Arbeitslosigkeit bei den Stichwahlen einige Erfolge erziele, würden diese durch Lerluste an anderen Stellen ausgeglichen werden. Diese Aiiffasiung wird von der sozialistischen Partei nicht ge- teilt, die bei loyaler Anwendung der„republikanischen Disziplin" auf eine geringe Verstärkung der Parlamentsfraktion hofft. Der„Matin" erkennt dagegen den unbestreitbaren Vorsprung der Radikalen beim ersten Wahlgang und ihre günstige Stellung für die Stichwahlen an. Er befürchtet, daß, wenn sich der Linksruck bei den Stichwahlen verstärken sollte, das Linkskartell wieder auferstehen werde. Der offiziöse„Petit P a r i s i e n" erklärt, schon jetzt sei es möglich zu sagen, daß sich die Wählerschaft in ihrer Gesamtheit für eine Konzentration der republikanischen Kräfte mit einer Orientie- rung nach links ausgesprochen habe. Das nationalistische„E ch o de Paris" schreibt: Der Linksruck, über den sich die Linkspresse so sehr freue, sei oberflächlich, mit Ausnahme von einigen Wahl- bezirken in Südfrankreich und allgemein gesprochen von den Stadt- Zentren, die von der Arbeitslosigkeit berührt sind. Warum Kreuzer sich erschoß. Eine amtlich schwedische Erklärung. Stockholm. Z. Mai.(Eigenbericht.) Amtlich wird milgeteilt. daß Zvar Sreuger Selbst- ward verübte, nachdem er von schwedischen Sanken zu einer lleberprüsung seiner Betriebe ausgefordert worden ist. Eine entsprechende Unterredung mit maßgebenden schwedischen Vonkenvertretern sollte am Sonntag, dem 13. März, mit llreuger in Berlin stattfinden. Am Tage zuvor hol Sreuger seinem Leben durch Erschieße»«in Ende gewacht. Zieichswirischastsminister Warmbold will zurücktreten Reichswirtsctzaftsminifter Warm bald nimmt wie gestern auch an der heute vormittag um 9)4 Uhr begonnenen Sitzung des Reichskabinetts nicht teil, obwohl auch im Verlauf dieser Sitzung wichtige Wirt- schaftstzolitische Fragen zur Beratung stehen. kks ist bekannt, daß Warmbold in letzter Zeit an einer Grippe erkrankt war. Andererseits läßt sich nicht mehr bestreiten, daß seine Abwesenheit von den jetzigen Sitzungen des Reichskabinetts auf Politische Gründe zurückzuführen ist. GS verlautet sogar, daß Warmbold sein Rück- trittsgesuch bereits eingereicht habe oder ein derartiges Gesuch unmittelbar bevorstehe. Tie zu- ständigen amtlichen Stellen hüllen sich bisher in Schweigen. Bayerische Vision. Da es doch nur ein Traum ist, sei der Der- such gewagt.(Offenbach„Schöne Helena") Selbstverständlich ist es ein Traum- es ist ja amtlich dementiert! England unter Waffer. Anhaltende?iegengüsse veranlassen Ueberschwemmung. London, 3. Mai. Anhaltende Regengüsse führten am Montag zu größeren Ueber- schwemmungen in verschiedenren Teilen Englands. Die Flüsse er- reichten einen außerordentlich hohen Stand und traten teilweise über die User. Die Landstraßen standen auf weitere Strecken unter Wasser, so daß der Verkehr eingestellt werden mußte. 3n Bristol regnete es ununterbrochen 30 Stunden lang. Bei Frame ertranken vier Knaben in den Fluten des zu einem reihenden Sirom gewordenen Flühchens Zrom. Am schlimmsten wurde die Stadt Ehippenham in der Grasschast Witts heimgesucht. Sie wurde vollkommen von der Umwelt abgeschnitten. Das Wasser stieg so schnell, daß viele Personen, die sich aus einer Brücke inmitten der Stadt befanden, vollständig abgeschnitten wurden und erst nach stundenlangem warten befreit werden konnten. 3n den tiefet gelegeneu Stadtteilen wurden manche Leute in den Bellen vou deo Fluten überrascht, die in die Häuser eindraugeu. 3a einigen Geschäftshäusern stand das waster an- nähernd zwei Meter hoch. Pferde und Lastkraftwagen mußten mit Tauen aus gefährlichen Lagen befreit werde». Auch in Henlcy- in-Arden stieg der Fluh Alme so rasch an. daß die Bewohner von dem die Erdgeschosse überflutenden Walser in ihren Vellen über- rascht wurde». Die Pferderennbahn in pershore war in einen groß« See am übet zwei Meter Tiefe verwandelt. DarfOanzig verteidigt werden? Wie denkt die NSDAP, darüber? Der blinde Lärm um Danzig, der von übereifrigen eng- tischen Journalisten hervorgerufen wurde, hat verschiedene deutsche Zeitungen zu Erklärungen veranlaßt, in denen die unbedingte Solidarität des Deutschen Reiches mit dem Frei- staat Danzig betont wurde. So konnte man z. B. in der „Kreuz-Zeitung" lesen, die Polen könnten von ihren angeb- lichen Raubabsichten nur zurückgehalten werden„durch die sichere Erkenntnis, daß ganz Deutschland bei einem Ueberfall auf Danzig den Angriff als eine gemeinsame natio- nale Sache erkennen und aus eigener Kraft dann handeln würde". Es wäre interessant zu erfahren, ob die Nationalsozia- listische Partei ebenso denkt wie die„Kreuz-Zeitung". Der Fall ist für sie nämlich einigermaßen verwickelt. Nach den bekannten Erklärungen Hitlers in Lauenburg und des Grafen von der Goltz in der„Diktatur" sowie nach den be- schlagnahmten SA.-Dokumenten erkennt die Partei die Pflicht zur Landesverteidigung nicht an, solange das„System" nicht gestürzt ist. Run ist zwar in Danzig das„System" gestürzt, denn die Nazis dürfen dort mitregieren, in Preußen-Deutfchland jedoch sollen eben jetzt erst mit dem„System" Verhandlungen über eine Beteiligung an der Regierung angebahnt werden. Konsequenterweise würde sich aus diesem Tatbestand der Schluß ergeben, daß zwar Danzig verteidigt werden darf, Ostpreußen aber nicht. Die Nationalsozialistische Partei hat auf die offizielle Anfrage des Stahlhelm— wie vorauszusehen war und hier vorausgesagt worden ist— keine Antwort erteilt. Ihr Schweigen ist das Schweigen des schlechten Gewissens. Zur Zeit des Ruhrkampfes hat H e l f f e r i ch für die damalige „nationale Opposition" erklärt:„Wir verteidigen den Staat, wie er ist!" Eine Erklärung von gleicher Eindeutigkeit kann die NSDAP, nicht abgeben, ohne ihre Führer selber abzu- schütteln. Es bleibt die groteske Tatsache bestehen, daß die Partei, die den letzten Wahlkampf ausschließlich mit der nationalen Phrase geführt hat, im Punkted erLandes- Verteidigung nicht stubenrein ist. Ein Rückzug des„Ooily Expreß�. London, 3. Mai. Der Sonderberichterstalter des„Daily Expreß" in Danzig erklärt: Da durch die llebersehung eines unvollständig wieder- gegebenen..Daily.Expreß"-Verichies ins Deutsche ein Mihverständ- nis(?) entstanden ist, so bin ich zu der Feststellung ersucht worden. daß meine Meldung, die sich mit den polnischen Plänen zur De- sehung Danzigs besaßt, das Ergebnis einer eingehenden Rachsrage bei allen Behörden im Freiftaate war und daß gewisse Aeußc- rungen, die gemäß dem deutscheu Texte als nachteilig für die pol- nische Regieruug angesehen werden können, nicht dem Völker- bundskommtssar in Danzig zugeschrieben werden dürfen. vorgehen gegen Bankiers. In Berliner Bankkreisen verlautet, daß emem Teil der Berliner Bankiers die Auslandspässe abgenommen wurden. Angeblich sollen non den betreffenden Bankiers in größeren Mengen Reichsmark ins Ausland gebracht worden. Amerikas Experimente. GeseKliche Preissenkung und Erhöhung des Notenumlaufs. New Bork. 3. Mai. lEigenbericht.) Tas Abgeordnetenhaus nahm am Montag mit 289 gegen SU Stimmen eine Vesetzesvorlage an, nach der die gegenwärtigen Preise auf daS Preisniveau von 192 6 zurückgeführt werden. Tie Geseüesvorlage. mit der inflationistische Zwecke verfolgt werden. dürfte von dem Pundeösenat verworfen werden. Tie Gegner der Gesehesvorlage, die mit umfang- reichen wahrungs- und treditpolitischen Maßnahmen ver- Kunden sein soll, verweisen darauf, dah bei ihrer Durch- fiihrung der Dollarumlauf von vier auf neun Milliarden Dollar gesteigert werden würde und damit eine starke Entwertung des Tollars zu erwarten sei. * Diese Meldungen aus New Aork sind an sich weniger sen- satitmelh als sie sur die breite Oesfentlichkeit Europas erscheinen. Der Kern der Sache ist, daß die amerikanischen Kopitalbesitzer und Industriellen um jeden Preis die Konjunktur ankur- b e l n wollen, um, soweit sie Schulden haben, durch eine Preis- erhöhung oder Dollarentwertung billiger zur Tilgung ihre? Schulden zu kommem In der Tat handelt es sich um alte Versuche einer begrenzten Inflation, die jetzt nur um ein neues Experiment erweitert werden sollen. Man kommt zu dem neuen Experiment, weil der letzte Versuch der Kreditausweitung offenbar gescheitert ist. Die Notenbanken haben zwar mehr Stoatspapiere van den Banken aufgenommen, die Banken hoben aber mit dem dafür erhaltenen Kclde einfach nur Wechsel bei den Notenbanken eingelöst, statt, wie erwartet, neu« Kredite zur Wirtschaftsbelebuirg zu gewähren. Die erwartete Wirtschastsbelebung und Preissteigerung blieb also aus. Jetzt will man es mit stärksten Mitteln versuchen. Der Durchschnitt des Preisstandes von l9Zl bis 1929 würde ein« Verdoppelung der umlaufenden Noten menge be- dsuten, so daß n»an von einer richtigen Inflation in Amerika sprechen könnte. Aber dies« Ding« sind noch weit im Felde. Die Widerstände in der amerikanischen Oesfentlichkeit und Regierung sind sehr groß. Das angenommene Gesetz gibt außerdem nur eine Richt- l i n i e statt bestimmte Vorschriften, und es nnissen der Senat und der Präsident noch mit dem Gesetz einverstanden sein. Daß ein solcher Beschluß des Repräsentantenhauses aber möglich war, zeigt die ungeheure Panik, die'gegenwärtig unter den amerikanischen Kapitalisten und Industriellen Herrschi. Eur�n' wird gut daran tun, die Entwicklung der Ding« abzuwarten! Enischeiöunq des Giaaisqerichtshofs. 9k Abgeordnete können den Landtag einberufen. Leipzig, 3. Mai. Der Etaatsgerichtshof für das Deutsche Reich gibt folgende Eni- scheidung bekannt: ..Noch Artikel 17 der preußischen Verfassung muß der Präsident de» Preußischen Landtage, den Landtag berufen, wenn es mindestens ein Fünftel seiner Mitglieder ver- langt. Dieselbe Vorschrift findet sich in Artikel 24 der Reichs v'erfassung, nur daß dort mindestens ein Drittel der Mitglieder des Reichstags den Einberusungsantrag stellen muß. Es war bisher bestritten, ob das Recht der Minderheit nur dann besteht, wenn da» Parlament seine Tagung geschlossen hat, oder ob es auch geltend gemacht werden kann, wenn da» Parlament sich nur vertagt hat. Da in neuerer Zeit sowohl der Reichstag wie der Preußische Landtag ihre Tagungen niemals mehr förmlich schließen, sondern sich stets nur vertagen, würde da» ver- fassungsmähige Cinberufungsrecht überhaupt nicht mehr ausgeübt werden können, wenn es sich nur auf die Zeit des Tagungsschlusses bezöge. Die Frage ist durch eine Klage der Deutschnationalen Fraktion und der Deutsche» Fraktion des Preußischen Landtags gegen den Präsidenten des Preußischen Landtags zur Entscheidung durch den Staatsgerichtshof für das Deutsche Reich gelangt. Dieser hat zu» gunsten der Minderheit erkannt und ausgesprochen, daß der Landtagspräsident dem Einberusungsantrag eines Fünftels der Landtagsmitglieder auch während einer bloßen Vertagung folgen müsse. Der Staatsgerichtshof hat seine Entscheidung besonders auf Artikel 24 der Reichsverfassung gestützt, der als Vorbild für die entsprechende Vorschrift der preußischen Verfassung gedient hat. Die Entstehungsgeschichte von Artikel 24 läßt deutlich erkennen, daß man bei Schaffung der Reichsoerfalsurch das Einberufungsrecht auch bei einer Vertagung hat gewähren wollen. Die gegenteilige Meinung würde zudem der Mehrheit die Möglichkeit geben, das gerade gegen sie gerichtete Minderheirsrecht dadurch zu vereiteln, daß sie keinen Tagungsschluß mehr eintrete» läßt, wie das ja auch jetzt— freilich aus anderen Gründen— regelmäßig geschieht. Einen etwaigen Mißbrauch des Einberufungsrechts durch eine Minder- heit kann nach der Auffassung des Staatsgerichtshofes eine g e- schlösse»? und entschlossene Mehrheit stets un- schädlich machen. Kommunisten unterHochverraisanklaye Die Strctfantfä'ge im 5ürstenwa>der Ze?sehungsprozeß. Leipzig, 3. Mai. Nach sschstägiger Verhandlung im Fürstenwalder Zer- setzungsprozcß um den„Roten Reiter", m den eine Anzahl von Kommunisten verwickelt sind, vor dem lV. Strafsenat des Reichsgerichts, wurde mit den Plädoyers begonnen. Als Vertreter der Reich.'anwi'tschaft ergriff zunächst Oberstaatsanwalt E i ch! e r das Wort zur Begründung der Anklage. Einleitend stellte er fest, daß noch nie die Zersetzung von Reichswehr und Polizei in so großem Un, fange Gegenstand eines Prozesses vor dem Reichsgericht gewesen sei. Wenn es in früheren Fällen meist nur gelungen sei, einzelne Verbreiter von Zersetzungsschriften zu lassen und zur Aburteilung zu bringen, so habe man in der Person des Kommunisten Schulz einen Zersetzung sleitsr fest- genommen, der planmäßig die Zersetzung der Reichswehr und Polizei organisiert und u. a. auch"eine sogenannte aktive Gruppe gebildet habe, deren Auftrag gewelen sei. den in Fürsten- wolde stehenden Teil des Reiterregiments Nr. 9 für die Hochoer- räterischen kommunistischen Bestrebungen und Ziele zu gewinnen. Zur S t r a s h ö h e bemerkte der Anklagevertreter, daß bei Schulz mit Rücksicht aus den hoben Grad der Stoatsqelährlichkeit seiner Tätigkeit nicht aus Festung habe erkannt werden können. Wer es unternehme, die Schlagkraft der Reichswehr in einem solchen Maße zu gesöhrden. und sich nicht scheue, die Reichswehrangehörigen oufzufordern, mit den als„Menschenschindern" bezeichneten Ossi- zieren„kurzen Prozeß zu machen", da» heißt also, sie umzubringen, Ein neuer Neue Hetzlügen der„Ifoien Kahne" Tie Kommunistische Partei hat vor der Präsidenten- hxrhl eine widerliche Agitation gegen die Sozialdemo- kratie mit de« Fall Knorr betriebe«. Der Tod der unglückliche« Frau Knorr ist von der KPD. in Gemein- schaft mit dem Ehemann der Berstorbene« zu schamlosen Hetzlügen benutzt worden. Wir haben diese Lügen Punkt für Punk« widerlegt. Die„R o t e Fahne" hat in ihrer Mai-Nummer «inen neuen Fall Knorr aufgezogen. Der Selbstmord des Bauarbeiters Wilhelm Jung und seiner Frau wird ähnlich wie der Fall ftnorr zu wüstesten Hetzlüge« gegen die Sozialdemokratie benutzt. Wir sind auch diesem Fall nachgegangen, und wieder stellt sich heraus, daß Punkt für Punkt der kommunistischen Angaben erlogen ist. Hier ist der Tatbestand: Vor einigen Tagen verübte der 57 Jahr« alte Bauardeiter Wilhelm Jung und seine um ll> Jahre jüngere Frau Selbstmord durch Leuchtgas. Das Ehepaar wurde in seiner Wohnung in der Harlemerstraße 46 in Britz tot ausgefunden. Mehrere Tage hatten die Lebensmüden tot in der Wohnung gelegen, eh« die Ver- zweiflungstot entdeckt wurde. Heut« werden Jung und seine Frau im Krematorium am Baumschulenweg eingeäschert. Jung ist einer von den Vielen, die, maßlos enttäuscht, der Kommuni st ischen Partei den Rücken gekehrt haben. Im Februar 1931 fand er den Weg zu den Neuköllner Sozial- demokraten, die ihn als llasienbewußten Proletarier, der seinen politischen Irrtum eingesehen hatte, willig in ihren Reihen aufnahmen. Genosse Jung war bald einer von denen, die unermüdlich sur den Gedanken de» Sozialismus warben. Oftmals äußerte Jung, der lange Zeit erwerbslos war und dessen Frau an der Nähmaschine mitverdienen mußte, daß er das Leben satt habe und daß er nur aus Rücksicht auf seine Frau den letzten Schritt vermeide. Eines Tages scheint Jung seine Frau aber dennoch mit dem Gedanken des Freitodes oertraut gemacht zu haben und dann drehten beide den Gashahn auf. Jung wollte nicht mehr leben— er hatte feine Aeuherungen, die eigentlich keiner der Parteigenossen ernst genommen hotte, wohrgemacht. lllas hat nun die„Rote Aahne" daraus gemacht? Sie ver- össentlicht eine verlogene Reportage unter der Schlagzeile: „49 Jahre SPD. und dann... Bauarbeiter Jung und seine Fvau sterben an den Folgen der SPD.-Politik. Jung, der 49 Jahre Mitglied de? SPD. war, nahm sich da» Leben, weil ihm das Wohifahrtsamt«inen Antrag ablehnte." Erste Lüge der„Roten Fahne"! Zung war nicht 40 Zahre lang SPV.-Milgllcd. Er Ist vielmehr erst Im Zahre 1931 In die Sozialdemokratische Partei eingetreten. 3ung war vielmehr vorher viele Zahre Kommunist. bis ihn, angewidert von der Demagogie der„einzigen Arbeiterpartei, die helle Verzweiflung packte und er Trost und Befriedigung bei der Sozialdemokratie fand. der handele ehrlos. Ihm gegenüber sei die zulässige Hoch st st rase von drei Iahren Zuchthaus ange- bracht. Die übrigen Angeklagten hätten sich mit Ausnahme des wegen Mangels an Beweisen freizusprechenden Angeklagten Welk der Vorbereitung zum Hochverrat und Unterstützung einer staatsfeindlichen Verbindung schuldig gemacht, wobei ihr Ver- halten nicht so schwer wiege, und gegen sie daher aus Festungshast- strafen erkannt werden könne. Die Anträge lauteten im einzelnen gegen den Arbeiter Hudler auf drei Jahre Festung, gegen die weiteren An- gehörigen der Fürstenwalder Aktivgruppe, den B a u k l e m p n e r Frost, den Magistratsangestellten Schulisch und den Arbeiter Schütze aus je zwei Jahre neun Monate Festung, gegen die Angeklagten Hobler Markwitz und Dreher Slusareck auf je zwei Monate Festung, den Bankangestellten Borch und den Zeitungshändler Braun auf je ein Jahr neun Monate Festung und gegen den Schriftsetzer Arndt auf ein Jahr sechs Monate F e st u n g. Die Untersuchungshaft wird in allen Fällen auf die Strafen angerechnet. Dem früheren Obergefreiten Engwicht des Reiterregi- ments Nr. 9 konnte eine hochverräterische 5)andlung nicht nachge- wiesen werden, weshalb er sich nur wegen eines Vergehens gegen das MStGB. zu verantworten hat, weil er eine dienstliche Meldung wegen der ihm bekanntgewordenen Zersetzungsversuche Unterlasten hat. Gegen ihn wurde eine geringe Gefängnisstrafe be- antragt. Jagd auf Tafchendiebe. Nie Verhaftung auf der ZioUtreppe. Zwei ausländische Taschendiebe konnten gestern nach einer langen Jagd von Beamten der Taschendiebstreife festgenom- men werden. Im Zentrum der Stadt beobachteten die Beamten zwei Männer, die sich auffallend verdächtig an der Haltestelle der Straßenbahn benahmen. Schließlich bestiegen beide eine Straßen- bahn und fuhren nach Neukölln. Hier schien ihr eigentliches „Arbeitsfeld" zu sein. Zunächst suchten sie die Städtische Sparkasse an der Ecke der Ganghofer- und Richardstraße auf. Von hier cus ging es nach dem Hauptpostamt an der Anzengruberstraße. Schließlich wurden mehrere Straßenbahnhaltestellen in der Berliner Straße„kontrolliert". Als die beiden Diebe auch dort keinen Er- folg hatten, suchten sie eine Filiale der Privat- und Commerzbank an der Ecke der B o d d i n- und Berliner Straße auf. Die beiden Männer wurden jetzt sichtlich nervös. Immer wieder drängten sie sich an Leute heran, die aber im letzten Augenblick eine Wendung machten oder zufällig die Hand in die gefährdete Tasche steckten Auch die Haltestellen am Hermann- plag wollten nichts hergeben! Jetzt suchten sie das Waren- haus auf. Nachdem sie verschiedentlich die Rolltreppe heraus- gefahren waren, wollten sie einem Herrn die Briestasche au» der äußeren Jacketttasche ziehen. Kriminalbeamte, die sie von Anfang an nicht aus den Augen gelassen hatten, sprangen jetzt hinzu und packten die beiden, während die Treppe nach oben rollte. Die Festgenommenen wurden aus dem Präsidium al» zwei international« Taschendiebe entlarvt. Der eine ist ein 37 Jahre alter Tänzer Elia» Matischeft au» Kiew, der andere«in S9 Jahre aller Weber H. Warzanski aus Warschau. Fatt Knorr — Selbstmord des Genossen Jung Die„Rote Fahne" behauptet weiter, Jung sei in den Tod ge, gangen, weil das Wohlfahrtsamt ihn abgewiesen habe. und weil er und seine Frau völlig existenzlo» dage- standen hätten. Zweite Lüge der„Rolea Zahne"! Genosse Zung erhielt bis vor etwa vier Wochen seine Srisevunkerstühung von 9 Mark wöchentlich. Dann trat das Wohlfahrtsamt in Zuaktion. Allerdings war der llnterstühungssah jetzt nur noch wöchenlllch 6 Mark, aber Arau Zung verdiente mit ihrer elektrischen Näh- Maschine, womit sie Mäntel für ein« Berliner Zinna nähte, wöchenlllch zwischen 20 und 27 Mark. Hausbewohner erzählen, daß Frau Zung noch am Tage vor dem Selbstmord Mäntel abgeliesert hat. Mit diesem Einkommen mußte Genosse Jung mit feiner Frau sehr sparsam leben und seine paar Spargroschen mußten dann im Lauf« der Zeit zur Miete herangezogen werden. Es ging recht und schlecht, wie es heute leider Zehntaufenden von Familien geht— Jung aber, ein« sensible Nawr, verfiel immer mehr in Schwer- mu t. Das übertrug sich auch auf sein« Frau, bis sich beide zum Sterben hinlegten. Es ist eine der stillen, erschütternden Tragödien aus der Zeit— der alternd« Arbeiter, der Hoffnung und Spann- kraft unter dem Druck der Not verliert. Die„Rote Fahne' aber prägt dazu, statt den Kapitalismus an- zuklogen, den folgenden hundsgemeinen Satz: „Em ganze, Leben hat dieser Arbeiter für«in« Partei ge- kämpft. In den letzten 29 Jahren hat ihm die Polttik dieser Partei das Grab geschaufell." Das ist die niederträchtigste Lüge der„Roten?ahu«-1 W-N Zung vor einem Zahre enltäufchl der KPD. den Rücken gekehrt hat. hat ihm die Politik der Sozialdemokratie feil 1912 das Grab ge- schaufelt! wir möchten wohl wissen, was die gewissenlosen Reporter der „Roten Zahne" überhaupt von den letzten 20 Zahren sozialdemokratischer Politik wissen! Sie offenbaren mit diesen Lügen nur. daß sie keinerlei Verbundenheit mit der deutschen Arbeiterbewegung haben! Mit solchen Methoden wird jungen Kommunisten nur der weg zum Faschismus erleichtert! Wie im Fall Knorr ist im Fall Jung von der„Roten Fahne' et?« persönliche Tragödie zu einer Leichenschändung mißbraucht worden. Ein« ähnlich verlogene Hetze gegen das Wohlfahrt»- a m t hier wie dort! Genosse Jung ist allerdings nicht einer von denen gewesen, die, wie Herr Knorr. der Kronzeuge der„Fahne", das Wohlfahrtsamt zum Schaden der verschämten Armen ausbeutete. Genosse Jung war einer von denen, die in dem Recht auf Unterstützung ew Al- mosen sahen. Er hat es nicht einmal über sich gebracht, einen An- trag auf Mietunterstützung zu stellen. Das Urteil über diese neuest« Infamie der Kommunisten über- lassen wir der Berliner Arbetterschaft! Börse wieder freundlich. Befriedigender sNeichsbankausweiS/ Enttäuschte Baifsiers. Der Rückschlag an der Börse hat nicht lange angehallen. Die heutig« Börse war auf dem Aktien- wie auf dem Rentenmarkt wiederdurchausfe st gestimmt. Anlaß hierzu gaben neben optimistischeren Betrachtungen über die amerikanische Kreditpolitik besonders der heute veröffentlichte Reichsbankauswei», der wieder eine ausgeglichene Devisenbilanz auswies. Der Hauptgrund für die heutige Festigkeit scheint aber darin zu liegen, daß die Baisse-Spekulanten sich gestern auf die Alarmnachrichten aus Danzig durchweg stark engagiert hatten und heute infolge der befestigten Tendenz zu Deckungen schreiten muhten. Im einzelnen waren um 1 Uhr zu hören: AEG. 25 gegen 23% Proz., Mannesmann 37 gegen 36 H Proz. und JG.-Farben 97 Proz. Sehr starkes Geschäft herrschte bei Siemen» u. Halske, die mit 192 Proz. den Paristand wieder überschreiten konnten. Sehr begehrt waren serner Reichsbankanteil«, die von 199% bis III>4 Prozent stiegen. Oie„Wagenwäsche"der Mietgeldräuber Erkennungszeichen gefälscht. Der Wagen, den die Mietgeldräuber aus der Scheffelstraße in Lichtenberg zu dem großen Raubzug benutzten, ist von der Polizei in der Nacht in Weihensee vor dem Hause Berliner Allee Nr. 1L9 aufgefunden worden. Das weiße Schild am Wagen trug die Nummer JE 75 416. Der Wagen war völlig verschmutzt. Nachdem man das Auto ins Polizeipräsidium gebracht hatte, wurde es dort gereinigt. Dabei kam nun zutage, i ß die Burschen das Erkennungsschild geändert hatten. Als der Wasserstrahl über das Erkennungszeichen glitt, ging plötzlich die Farbe der Nummer herunter und nach und nach kamen die Zeichen IA 15 419 hervor. Dieser Umstand wurde sofort gemeldet und entsprechende Nachforschungen angestellt. Es handelt sich um einen Audi-Wagen, der einem Berliner Kaufmann am Kaiserkorso in der Nacht zum 1. Mai gestohlen worden war. Dank und Gelöbnis einer Sechzigjährigen. Freunde und Mit- kämpfe? erfreuten mich in überreichem Maße zum Geburtstag— ich danke allen. Aber was ich mir sehnlichst wünsche, habe ich leider nicht bekommen: die freie, starke soziale Republik, mit lohnender Arbeit und Raum für alle, mit frohen Müttern, die sich auf Kinder freuen dürfen, mit aufrechten Staatsbürgern, die ihre Meinung offen sagen können und die des andern achten, kurz— die freie und glückliche Heimat eines Volte», das im Geiste des Friedens und der internationalen Solidarität lebt. Nun steht-dies alles auf meinem Wunschzettel zum 79. Geburtstag. Hoffentlich darf ich den Vielen, die mir Liebes erwiesen, danken, indem ich noch lange mit- arbeite für das große Ziel. Adele Schreiber. Zurückgenommene Berufung. In der Privatbeleidigungsklag« des Reichstagsobgeordnetcn Hu genborg gegen den Redakteur des„Vorwärts". Geyer, hat Rschtsanwall Otio Londsberg die für den Angeklagten Geyer gegen seine Verurteilung wegen Be- leidigung Hugenberzs zu 599 Mark Geldstrafe eingelegte B e- rufung zurückgenommen. Das Urteil«st damit rechts- kräftig geworden. Hilfsbedürftige Ausländer. Llnterstuhungsleistungen der Stadt Berlin. Verhältnismäßig noch stärker als die Gesamtwohlfahrtsausgaben der Stadt Berlin in den letzten Jahren stiegen infolge der Wirtschafts- trife die Unterstützungsaufwendungen für hilfsbedürftige Aus- länder und Staatenlose. So sind im Jahre 19Z9 2l64 Ausländer und 493 Staatenlose mit 776 Z69 M und im Jahre 1930 3663 Aus- länder und 916 Staatenlose mit insgesamt 1 236 317 M durch Berlins Wohlfahrt unterstützt worden. Unter den unterstützten Ausländern befanden sich Angehörige fast aller Staaten aus Europa, Asien, Afrika und Amerika. Das chauptkontingent stellen natürlich die aus den europäischen Staaten Gebürtigen und darunter wieder die P o l e n mit 987 Unter- stützten. Aus Deutschö st erreich wurden im letzten Jahre 317 Hilfsbedürftige von der Stadt Berlin betreut. In der im Jahre 1936 ausgezahlten Gesamtsumme von 1 236 317 M. sind u. a, folgende Beträge enthalten: für Oester- reicher rund 130 066 M., Polen 280 000 M.. Russen 74 000 Mark. Tschechen 210 000 M. und Staatenlose 227 000 M. Angesichts der steigenden Finanzschwierigkeiten und auf einen besonderen Hinweis des Oberpräsidenten anläßlich der Zuweisung der Unterstützungsbeträge aus Reichsmitteln sah sich der Obekbürger- meister gezwungen, die Bezirkswohlfahrtsämter erneut anzuweisen, die Uebernahme von laufend unterstützten Ausländern durch ihren Heimatsstaat zu betreiben, um so eine Entlastung der Wohlfahrts- ausgaben herbeizuführen. Als grundlegend wichtig ist dabei hervor- zuheben, daß in keinem Falle eine Ausweisung erfolgen kann, wenn nicht der heimalsstaal de. Auszuweisenden zur Uebernahme bereit ist. Außerdem ist in der Anordnung an die Vezirkswohlfohrtsämler ausdrücklich die Bestimmung enthalten, daß besonders geartete Fälle nachgeprüft und Härten vermieden werden sollen. Im Jahre 1931 wurden von den Bezirkswohlfahrtsämtern für laufend unterstützte Polen, die das weitaus größte Kontingent unter den Ausländern stellen, nur 23 Anträge auf Ausweisung gestellt, eine Tatsache, die darauf schließen läßt, daß die Wohlfahrtsämter rar di« Erhaltung des Theaters! Kundgebung am Donnerstag, d. 5. Mal(Himmelfahrt) vorm. 11 Uhr Im„OreBen Schauspielhaus" in der KarlstraB« Redner: Reichsminister a. D. W I s s e 1 1, Oberbürgermeister Brauer, Altona, A. Brodbeck, O. Statte r. Künstlerische Mitwirkung; Generalmusikdirektor Leo Blech und Opernsänger Großmann von der Staatsoper, Rezitation; Alfred Beierle, Chor der Staatsoper und Städt. Oper, Vereinigte Orchester der Staatsoper und Städt. Oper. Vertragsfolge: 1. Ouvec£ire zur Oper„Oberen"(Weber), 2. Ansprachen, 3. Die Schaubühne als moralische Anstalt betrachtet(Schiller), 4. Die Meistersinger von Nürnberg(Wagner), e) Ansprache dos Hans Sachs (gesungen von Walter Großmann), b) Schlußchor(Vereinigte Chöre und Orchester der Staatsoper und Städ. Oper. Arbeiter. Angssteüfe, Beamte, erscheint In messen! Einlaßkarten zu 50 Pfennig bei den Theaterkassen der Warenhäuser der Konsumgenossenschaft, Uetz, Wertheim und Karstadt sowie Buchhandlung Metz, llndenstrafie, im VelksbUhnentheater sowie in den Büros der Arbeiterorganisationen. äußerst loyal oerfahren. Die Bezirksversammlung Kreuzberg setzte im Februar d. I. einen besonderen Ausschuß zur Prüfung aller für eine eventuelle Ausweisung in Frage kommenden Fälle ein. Nach diesem Muster sollen auf Beschluß des Stadtgemeindeaus- f ch u f s e s in allen Verwaltungsbezirken Ausschüsse mit der gleichen Aufgabe gebildet werden. Der entsprechende am 28. April gefaßte Beschluß de, Stadt- gemeindeausschusses lautet: Der Sladtgemelndeausschuß ersucht den Oberbürgermeister, die Bezirksämter erneut auf eine loyale Handhabung der Härle- beslimmungen betr. die Ausweisung staatenloser und ausländischer llnterslühungsempfänger hinzuweisen. Zur Vermeidung von Härten darf keine Ausweisung hilfsbedürftiger Ausländer durch die Stadt verlin beim Polizei- Präsidenten veranlaßt werden, a) wenn sie deutschösterreichische Staatsbürger sind, d) wenn sie gebürtige Reichsdeutsche sind. Weiler wird der Oberbürgermeister ersucht, aus die Bildung eines Ausschusses der Wohlfahrtsdeputation bei jedem Bezirksamt für die vorberalung der etwaigen Ausweisung von Ausländern hinzuwirken. Dies ist der wahre Sachverhalt. Die„Rote Fahne" versucht, obgleich die Vertreter der KPD. im Ausschuh anerkennen mußten, daß das Verfahren in den weitaus meisten Fällen gerecht geHand- habt wird, die Zustimmung der sozialdemokratischen Der- treter zu obigem Beschluß als„Verrat" hinzustellen. Wir können sie daran nicht hindern. Nur würde e- von echter revolutionärer Energie zeugen, wenn die Kommunisten der Stadt Berlin die Sorge für die Familien von in Rußland beschäftigten deutschen Ar- bcitern abnehmen würden. Suche nach dem Auioschühen. ZOV M. Belohnung ausgesetzt? Die Suche nach dem falschen Fovstbeamten, der in Alt-Glienicke den R e o o l v e r ü b e r f a l l auf die Automobilisten verübt hatte, ist bisher ergebnislos verlausen. Der Regierungspräsident von Potsdam hat auf die Ergreifung des Täters eine Belohnung von 300 Mark ausgesetzt. In Alt-Glienicke ist ein verdächtiger Bursche beobachtet worden, der sich dort umhertrieb. Auf diesen Mann paßt die Beschreibung, die man von dem Revolverschützen hat. Die Vermutung, daß er sich in der Schonung versteckt gehalten habe und das Ehepaar, das am Rande der Schonung saß, vor dem Ueberfall längere Zeit beobachtet, dürfte zutreffen. Iröhlichkeit in der Volksbühne Bruno Frank:„Siurm im Wasserglas" „Sonniagsarbeii am-1. Mai." Die mit dieser Ueberschrift versehene Meldung im gestrigen ..Abend", daß entgegen dem Beschluß der Generalversammlung der Berliner Buchdrucker, am 1. Mai die Arbeit ruhen zu lassen, kom- munistische Montags zeitungen� erschienen seien, beruht aus einer falschen Information. Soweit Montagszeitungen erschienen sind, wurde die Arbeit am Montag in den ersten Wargen- stunden aufgenommen, im Sinne der von der Organisation er- teilte« Anweisungen. Drei Akte lang wird um ihn gestritten. Dann erscheint er leib- haftig selber, schwanzwedelnd, ohrenwackelnd, treuäugig, der Hund, Toni genannt, Busenfreund der Frau Vogl. Was heißt Busen- freund? Als sie ihr Herz für Herrn Pfasfenzeller, Magistratsdiener von Dingsda, entdeckt hat, teilt sie dem herrlich Geliebten mit: „Toni schläft bei mir im Bett." Pfasfenzeller demütig:„Und i?" „Für Sie wird sich auch noch ein Platz! finden." Das ist eine der Gemütswirkungen des Frankschcn Schwank?. Er geht gegen die Steuer, gegen die unbeliebteste, gegen die Hunde- steuer. Welche Steuer ist eigentlich beliebt? Die Hundesteuer bricht sozusagen dem aufgeblasenen Stadtrat den Hals. Er macht sich ganz lächerlich. Als er seine Bürgermeisterkandidatenrede hält, wird er nicht ausgepfiffen, nicht ausgezischt, nein, ausgebellt wird er. Und die hübsche junge Frau, ein Musterexemplar, läßt sich ! außerdem noch von ihm scheiden. Und der hübscheste junge Mann im Stück, auch der klügste, auch der tapferste, der dem braoen Vierbeiner Toni zu seinem Recht verHilst, kommt zunächst aus die Anklagebank, dann aber in den Himmel und erhält die junge hübsche Frau, die außerdem noch den kostbaren Namen Victoria führt. Schließlich Frau Vogl! Zu ihren Ehren etwas sagen, ist gar nicht möglich. Denn sie sagt, soweit sie auf der Bühne durch Hansi Niese vertreten wird, ganz persönlich alles, was zu ihrem Lob notwendig ist. Sie ist eine Wienerin mit dem bekannten göttlichen Mundwerk, sie hat den orgelnden Brustton der Ueberzeugung und des Seelenschmerzes, sie hat den unübertresslichen Fistelton der Empörung, sie hat den kollernden Kehlton der Zärtlichkeit. Sie hat die zwinkernden Aeuglein, die im Lachen und Weinen Freude bereiten. Sie hat die Skrupellosigkeit der echten Bolkskomödiantin, die sich nicht schont und sich nicht scheut, alles auszuliefern, was ihr die Natur an Kräften der Komik und der Herzlichkeit geschenkt hat. Sie ist resch und rund, ein Prachtweib, innen und außen prächtig ausgepolstert, und sie besitzt schließlich das goldenst« Gemüt. Und wie st« den Leuten Bescheid gibt, wie sie den Staatsanwalt und den Stadtrat als Trottel traktiert, wie sie---. Auch dieser uralte und nie versagende Spaß hat seine guten Seiten und sogar seine besten, wenn das Stück außerdem noch einen Sinn hat. Das Stück hat einen Sinn. Die Beamtenborniertheit blamiert sich. Auf beinahe geradem Wege gelangt der kleine Mann zu seinem Recht, wa» ja heute nicht immer zu passieren scheint. Erfreulich ist, daß die Künstler der Volksbühne sich neben der Wiener Prominenz vortrefflich behaupten. K a r ch o w, der gefoppte und bestraste Stadtrat, karikiert Bärbeißigkeit und Dummheit nur so weit, daß man durchaus glaubt, er wird in der Schwerindustrie Karriere machen. Victor de K o w a spielt als Ueberzeugung-- journalist«inen Jdealjüngling von Ueberlegenheit und Humor, und i die Sympathie fliegt ihm zu. Die Damen Wieck und B r i o n n e bestreiten die weiblichen 5)auptrollcn Art. Almas, Adolphi und M vorsintflutliche, vielleicht auch ganz Kleinbeamtentums, einen Menschen- tausendmal verspottet wurde, und der — weder im Theater noch im Leben. So fehlte der erwartete Erfvlg Hoffnungen und Vorbereitungen für ausfüllen soll. auf eine durchaus diskrete a i n z e r repräsentieren die aktuelle Beschränktheit des und Sergeantentyp, der trotzdem noch nicht ausstarb nicht, der den Sommer der die Zukunft der Volksbühne dl, II. Notschrei der preußischen Landesbühne. Im Rahmen einer Pressekonserenz wies die Genossenschaft Deutscher Bühnenangehöriger gestern aus die drohende Gefahr hin, in der sich die deutschen Volksbühnen augenblicklich be- finden, da die staatlichen Zuschüsse fast gänzlich infolge der Finanz- not gestvichen sind. Präsident Wallauer erklärte, daß diese be- drohliche Lage nicht nur auf die gegenwärtige Wirtschaftskrise allein zurückzuführen sei, sondern daß auch die unsachverständigen Aeuße- rungen und Meinungen des Publikums einen großen Teil der Schuld daran trügen. Der Präsident der Preußischen Landesbühne B r o d b e ck be- tonte, daß die Kommunen schwere Fehler begingen, wenn sie die städtischen Bühnen an Meistbietende Privatpächter abträten. Ein Theater, das von einem Privatmann geleitet werde, müsse not- gedrungen auf das zahlungskräftige Publikum rechnen, wahrend es die Ausgabe einer gemeinnützigen Bühne sei, vor allem das Kultur- gut den breiteren Volksschichten zugänglich zu machen. Mit diesem Ziel habe stets im letzten Jahrzehnt die Preußische Landesbühne gearbeitet. Mit Hilfe eines Zuschusses von 1,2 Millionen Mark seien nicht nur 18 gemeinnützige Wanderbühnen unterhalten, sondern außerdem zahlreiche Stadttheater tatkräftig unterstützt worden. Der allergrößte Teil dieser Zuschüsse sei jetzt gestrichen worden, und die Staatskasse bewillige vom 1. Mai ab nur noch 200 000 M. für die Preußische Landesbllhne. Zur Sanierung und Aufrechterhaltung der Preußischen Landes- bühne stellte der Redner eine Reihe von Punkten auf, und zwar Sorgfalt in der Wirtschaftsführung, Planarbeit unter staatlicher Kontrolle, systematische Pubkikumswerbung, strengste Führsrauslese und planmäßig« Zuteilung von ausreichenden Staats- und Reichs- Zuschüssen. Das deutsche Theater kann seine gesellschaftliche Funktion nur erfüllen, so schloß er, wenn es von kultureller Verantwortung getragen wird und allen Volksschichten zugänglich ist. Die Kundgebung für die Erhaltung des The- a t e r s, die Donnerstagvormittag 11 Uhr im Großen Schauspielhaus stattfindet, soll die Stimmung der Massen zum Ausdruck bringen! Anton Wildgans gestorben. Der österreichische Lyriker und Dramatiker Anton Wildgans starb heute früh plötzlich in seiner Vaterstadt Wien. Der öljährige Mann stand vom Bette auf. Plötzlich war er tot. Ein Herzschlag hatte ihn gefällt. Wildgans war in Oesterreich, aber auch in Deutschland ein« Zeitlang ein sehr beliebter Poet. Prototyp der gefühlvollen Lyrik, die sich in überlieferten Formen auslebte. Aber er war ein sehr gewandter, mit österreichtscher Leichtigkeit begnadeter Lyriker. Sein« Sonette und seine in dem Buch e r zs r ü h l i n g" gesammelten Liebeslieder gefielen außerordentlich. Dann wandte sich Wildgans der Bühne zu, und auch für das Theater brachte er viel Geschick- lichkeit mit. In die Zeit des blühenden Expressionismus fielen fein« ganz auf pathetisch« Sprache gestellten Dramen„A r m u t" und „Liebe". Sie wurden unzählige Male gespielt an großen und kleinen Theatern. WildgLns wurde populär. Sein österreichisches Paterland, das alt« Großösterreich und das klein«, wirtschaftlich bis in den Nerv geschwächte Land schenkten ihm alle Ehrenpreise, die für Kulturzwecke übrig blieben. Eine Zeitlang übernahm Wildgans auch die Leitung des Burgtheaters. Er wollt« es vielen Strömungen der modernen Literatur gerecht machen, doch er scheiterte daran, daß die Künstlernatur stärker in ihm war als die Ausdauer des Organisators. Der Mann, der in seiner Heimat zu den voltstüm- lichen Größen zählt«, muß als ein respektables Talent betrauert werden, da er jetzt allzu früh verschwindet. dl. H. Kollektiv Bildender Künstler Berlin �932 Künstlerhaus Bellevuestraße. Eine neu gebildete Gruppe junger Maler, Zeichner, Bildner. Sie nennt sich Kollektiv. Aber das Verbindende ist nicht Zusammen- arbeit, sondern Schicksalsgemeinschast der Nachwuchsgeneration. Dos ist keine müßige Feststellung. Denn es kennzeichnet diese Alterzschicht von bildenden Künstlern, nicht Stoßtrupp einer„Rich- tung" zu sein, nicht geschlossene Kolonne der schöpferischen Ummer- tung, vielmehr: ein GeschlechtvonVerwertern. Und gerade hierin liegt das tragische Geschick. In den letzten zwanzig Jahren ist der Grund, aus dem unsere bildhaften An- schauungen und Vorstellungen aufgebaut sind, tief umgewühlt war- den. Nun sollte die Saat aufgehen. Der scharfe Wind droht sie zu vernichten. Die Situation dieser jungen deutschen Kunst ist geradezu verzweifelt, und fast noch schlimmer als das Fehlen der materiellen Mittel, von denen sie leben konnte, ist das Schwinden jeder Re- sonanz. Die vorausgegangene Generation der ungestümen Sucher, der Entdecker konnte immer nur mit geringem Widerhall rechnen. Es war ihr natürliches Los, sich trotzig vom Gewohnten reißen und den meisten fremd bleiben zu müssen. Aber sie hatten einen Halt im Pathos dieser Auseinandersetzungen und fanden schließlich Mit- kämpser. Diese Jungen aber sind in eine von Sorgen abgestumpfte Welt, in die Oed« einer mörderischen Uninteressiertheit geraten. Man begreift so wenig, wie sie existieren, noch, woher sie Schafsensmut nehmen können. Die Ausstellung nötigt solche Betrachtungen besonders auf. Denn hier offenbart ein Kreis, dem viele der besten jungen Begabungen angehören, besonders deutlich da- auf manchen Wegen Gereifte und durch etwas wie eine neue Tradition Gesicherte dieser Schicht. Hier ist besonders zu erkennen, welche Summe von Talent vorhanden ist und nur darauf wartet, aufgenommen und ermutigt zu werden. Maler wie etwa Bode, Heinsheimer, Simsch, Teuber, Graphiker von der Eigenart eines Lesser, eines Fischer, Plastiker wie Schelenz oder Seitz, die ich herausgreifen möchte, haben durchaus Ansprüche an die Zeit und können oerlangen, vernommen zu werden. Manche von ihnen halten sich, was die Stoffe und die Darstellungsform betrifft, in einer gewissen edlen Gegenwartsferne. Man mag es bedauern, ohne darum die Gehalte ihres Schaffens zu verkennen. Wird all dies Talent verloren fein? Es ist doch zu still und kräftig, als daß man ihm so dunkel zu prophezeien vermöchte.* W. W. Lteberflüssiger Klatsch. Aus Frankfurt übernahm der Deutschlandsender ein Hörspiel von Hans F a l l a ira und Heinz Dietrich Kentner,„Der Klais ch". Die geheimnisvolle Macht des geflüsterten Wortes, das nichts aussagt und alles anzudeuten scheint, hat manche menschliche Tragödie, manche Tragikomödie heraufbeschworen. Niemand hat „es" gesagt, und doch wächst dieses Nichts plötzlich empor zu einer gewaltigen. Schicksale gestaltenden Macht. Die Verfasser de- Hör- spiel- hatten anscheinend die Absscht, dieses gefährliche Eigenleben des Klatsches anschaulich zu machen. Das Gebräu, das sie zustande brachten, war allerdings alles andere als erheiternd. Statt witzig übertriebener Einzelheiten, die eine Wirklichkeit kritisch erhellten, gab es ein Gemisch von Albern- heilen; nur damit die Handlung überhaupt fortgeführt werden konnte, mußten die Menschen das denkbar unsinnigste als Reaktion auf den ausgebrochenen Klatsch unternehmen. Was als Menschen- und Berufstypen in diesem Hörspiel gezeigt wurde, waren mehr als bösartige Zerrbilder, Auswüchse einer primitiven, von keinerlei Einsicht getrübten Phantasie. Besonders bösartig war der Jour- nalistenberuf weggekommen, dessen Hauptvertreter, ein Redaktions- volonteur, eine Art Kreuzung zwischen einem Alt-Berliner Schuster- jungen Marke Glaßbrenner und einem greinenden Baby darstellte. Es war wirklich sehr überflüssiger Klatsch. i'«. Einzelwerte im Deutschen Museum. Im Deutschen Museum wird vom 1. Mai an im ersten Mittelsaal des Obergeschosses jeden Monat ein hervorragendes Stück der Sammlung einzeln ausgestellt. Vor allem sind«s Gegenstände aus den Vitrinen, der« i Wert und Bedeutung durch diese Heraushebung ins Licht gesetzt werden soll. Eine Abbildung, im Preis und Format einer Post- karte, verbunden mit einer kurzen Erläuterung, wird jeweils ver- kauft werden. Die vielen Besucher, die öfters in das Museum kom- men, werden also an jener Stelle immer etwas„Neues" und immer einen überraschenden Hinweis auf den Reichtum dieser Sammlung finden. Mexiko ehr« Alexander von Humboldt. Am Freitag, dem 6. Mai, am Todestage Alexander von Humboldts, wird der Ge- sandte von Mexiko im Schloßpark zu Tegel am Grabe Hum- boldts einen Kranz niederlegen. Alexander von Humboldt ist Ehrenbürger der Republik Mexiko. Er hat seinerzeit auf Grund seiner Studien und Reisen die großen epochemachenden Arbeiten über Mexiko verfaßt. Es ist zur Gepflogenheit der Gesandtschast geworden, an seinem Todestage einen Kranz zu seinem Gedächtnis niederzulegen. Die Feier findet um 11.30 Uhr im Schloßpark zu Tegel statt.> or o Die Gründung der Rot-Akademie. Die Zusammenarbeit der „Akademischen Selbsthilfe" mit einer Professorenkommission ist jetzt in Berlin durch die Gründung einer Not-Akademie vollzogen worden, die unter Leitung von Professor Eduard Spranger stehen und dem- nächst mit den ersten Vorlesungen des Sommersemesters beginnen wird. Der Zweck der Not-Akademie ist die Veranstaltung kostenloser Vorlesungen für erwerbslose Akademiker, von denen im Laufe des Sommers etwa 30 gehalten werden sollen. Das Programm der Not- Akademie umfaßt die Förderung freier wissenschaftlicher Forschung, die Beobachtung des Arbeitsmarktes und entsprechende Berufs- beratung und die Beteiligung von Akademikern am Siedlungswefen. Es ist auch geplant, ein« wissenschaftliche Bibliothek einzurichten. Im Museum für Naturkunde spricht Mittwoch, 6 Uhr(unentgeltlich), Dr. Hecht über:„Das f e r n st e Italien"(Calabrien). „Der Huod des Aubri", jenes Stück, das 1817 Goethes Rücktritt von seiner Weimarer Theatcrlcitung veranlagte, wird am 7. Mai im Thalia- Theater für die Berliner Tierschutzvereine einmalig aufgeführt. „Ngaros Hochzeit" im Rase-Theater. Die Wanderoper des Prinzen von Stufe gastiert am 1. und 2. Psingstfeiertag. 2.15 Uhr. mit„Figaros Hochzeit" im Rose-Theater. Alz zweit« Studia-Aussührung des Staatlichen Schauspiel- Hauses gelangt im Auni Boguslaw Kokoschkas Spiel„G e h, m a ch d i e Tü r z u, es zieht in der Regie von Adam Kuckhoff zur Darstellung. Die Reih« der Studioaufführungen wird in der nächsten Spielzeit fort- gesetzt u. a. mit Andrs Eides Schauspiel„O e d i p u s", das Lothar Müthel l-"nM«n wird. Immer mehr Wohlsahrtserwerbslose. Eine Katastrophe für die Gemeinden. Von den Bezirksfiiirsorgeoerbänden wurden Ende März 2 120 000 Wohlfahrtserwerbslose gezählt. Gegenüber dem Vormonat bedeutet das eine Zunahme von 12 5 609 und gegenüber dem Monat März 1931 eine solche von 1 988 4 25 an Wohlfahrtserwerbslosen. Innerhalb eines Jahres hat sich dem- nach die Zahl der anerkannten Wohlfahrtserwerbslosen mehr als verdoppelt. Von 1999 Einwohnern erhielten im März 3 4,9 im Februar 31,9 und im März des Vorjahres 16,5 Wohlfahrtsunter- stützung. Auch die Zahl der K r i s e n u n t e rst ü tz t e n, zu deren Ilnterftützungsbezllgsn die Gemeinden bekanntlich 29 Proz. beitragen müssen, hat im Monat März zugenommen, während die Zahl der B erst cherungsunter stützten erheblich abgenom- wen hat. Es wurden laut Angab« der Arbeitsämter gezählt: Ende-f- Zu- und— Abnahme gegenüber März 1932 Februar 1932 März 1931 — 96 999-j- 1287 699 — 272 799— 738199 + 79 499+ 829 890 + 115 190+ 1 997 009 — 9 790+ 180 909 Arbeitslose..... 6 031 500 Versicherungsunterstühle. I 578 900 Srisenunterstühte... 1 744 300 wohlsahrtserwerbslose. 1 948 000 Nichtunterstützte... 760 300 Mit seltener Deutlichkeit zeigt sich hier, wie sich die Unter- stützungslast von der Arbeitslosenversicherung auf die Krisenfürsorge und Wohlfahrtspflege verschiebt, wobei noch zu beachten ist, daß die Arbeitsämter ständig niedrigere Wohlfahrtserwerbslosenziffern angeben. Diese«rneute Zunahme bedeutet für die Gemeinden eine weitere Velastung, die zu den allerernstesten Besorgnissen Anlaß gibt, chier baldigst grundlegende Abhilf« zu schaffen, ist Ausgabe des Reiches. Sie kann nur«rfolgen durch Zusammenlegung der Krisenfürsorge und Wahlfahrtserwerbs- lofenfürforge zu einer einheitlichen Reichsarbeitslosen- fürsorge. Diese Zahlen sind aber auch eine Mahnung für die Arbeiter, im Kampfe um die Einführung der vierzig st ündigen Arbeitswoche nicht zu erlahmen, sowie energisch für die Durchführung der A r b e it s b e s cha f f u n g s p l ä n e des Krisen- kongresses einzutreten, damit diese Dauerarbeitslosen wieder in den Produktionsprozeß eingereiht werden können. Oer Rubel ist keine Mark. Entlohnung deutscher Facharbeiter in Rußland. Die Reichsregierung führt zur Zeit mit der russischen Regie- rung offizielle Besprechungen über die Entlohnung mehrerer deutscher Ingenieure und Facharbeiter in Rußland. Vertraglich ist die russische Regierung gegenüber diesen Ingenieuren und Facharbeitern zu freier Wohnung und freier Verpflegung unter Auszahlung des Restgehalts in Mark verpflichtet. Diese Zahlung in Mark ist insofern notwendig, als die Ingenieure und Facharbeiter ihren Familien in Deutsch- l a n d Geld zukommen lassen müssen. In letzter Zeit Ist die russische Regierung Neuerung der Verträge mehr und mehr dazu Auszahlung in Mark zu streichet. die Ingenieure und Facharbeiter einen großen zur Auszahlung gelangenden Rubel nicht im geringsten dem Gegen- wert der deutschen Mark entsprechen. jedoch bei der Er- übergegangen, d i e Das bedeutet für Nachteil, zumal die Kommunaltarif verlängert. Für die rheimsch-westfälischen Gemeinden. Esten. 3. Mai. Der gekündigte Tarifvertrag für die kommunalen Angestellten im Bereich des Arbeitgeberverbandes rheinisch-westfälischer Gemeinden wurde durch eine Vereinbarung zwischen den am Tarif- vertrag beteiligten Parteien verlängert. Ruhe im englischen Bergbau gesichert. Llnd im Ruhrbergbau? London, 3. Mai. Die Regierung hat beschlossen, die demnächst ablaufenden Bs- stimmungen über den 714-Stunden-Tag im englischen Bergbau durch Gesetz um ein weiteres Jahr zu verlängern. Gleichzeitig sollen die bisher geltenden Bergarbeiterlöhne für ein Jahr als Mindest löhne erklärt werden. Die englische Regierung Hot sich zu dieser Maßnohme ent- schlössen, nachdem Verhandlungen zwischen den Zechenbesitzern und Bergleuten zu nichts führten. Im Ruhrbergbau wird trotz oller Feierschichten dos Mehr- arbeitsabkommen mit aller Gewalt festgehalten, und das Lohnsystem soll„aufgelockert", die Löhne noch weiter gedrückt werden. Es muß sich bald zeigen, wie die deutsche Regierung sich zu den Plänen der Ruhrzechenherren stellt. Belgische Kohlengrube stillgelegt. Brüstet. 3. Mai. Eine der bedeutendsten Kohlengruben der Lütticher Gegend, die Mines de l'arbre St. Michel, hat ihren Angestellten und Ar- beitern für Ende dieser Woche gekündigt, da die Grube in der nächsten Woche geschlossen werde. Ein Grund für diese Maßnahme wurde nicht angegeben. Welter für Berlin: Bei Winddrehung nach nördlichen Rich- düngen Uebergmrg zu veränderlichem Wetter mit einzelnen Regen- schauern: weiter sinkende Temperaturen.— Für Deutschland: Im Süden und Osten verbreitete Regenfälle. Im übrigen Reich« noch einzelne Schauer; allgemein weitere Abkühlung. Dienstag, den 3. Mai 193Z Berlin. 16.05„Zuversicht der jungen Generation" (FL Wendt). 16.30 Bücherstunde:„Zeitromane". Am Mikrophon: Walter Victor. 17.00 Jugendstunde:„So lernte ich Segelfliegen", von Rolf Italiaander. Sprecher: Margarete Merrbach. 17.25 Uebertragung vom Wohltätigkeitstee der Berufsvereinigung Deutscher Flugzeugführer E. V. 18.25„Die heutigen Aufgaben der Großbanken"(F. Reinhart und E. W. Abraham"). 18.55..Die Funkstunde teilt mit..." 19.00 Stimme zum Tag. 19.10 Mitteilungen des Arbeitsamtes. 19.15 Unterhaltungsmusik. 20.00 Literarische Veranstaltung;„Das Geisterhaus von Weinsberg". 21.00 Tages- und Sportnachrichten. 21.10 Konzert. 22.20 Wetter, Tages- und Sportnachrichten. Königswusferhausen. 16.30 Aus Leipzig: Konzert. 17.30 Das Antlitz der Erde unter dem Meere(Konteradmiral a. D. Dr. F. Spieß). 18.00 M ir bauen Melodien (Arbeitsgemeinschaft Prof. Dr. IL Mersmann). 18.30 Englisch für Fortgeschrittene(Marga v. Kuhlwein und Lektor W. Mann). 18.55 Wetterbericht. 19.00 Für und wider die 1 ivisektion (Rechtsanwalt J.Hippe und Prof. Dr. Gins). 19.40 Aus Mien: Wiener Musik. 20.40 Führerin-Verführerin Musik(Dr. W. Hoffmann-Harnisch). 21.00 Berliner Programm. 22.35 Aus Hamburg; Konzert. Europa-Programm im alle„Vorwärts"-Boten. „Volksfunk", monatlich 96 Pf. durch Lerantwortl. für die Redaktion: Rich. Bernstein, Berlin; Anzeigen: Th. Glocke. Berlin. Berlag: Vorwärts Verlag®. m. b. H. Berlin. Druck: Vorwärts Buch- druckere! und Berlagsanstalt Paul Singer& Co.. Berlin SW K8. Lindenstr. ä. Hierzu 1 Beilage. Tltealet Ltdilspiele usw| Sfaali Theater Dienstag, den 3, Mai staatsoper tinter den Linden 20 Uhr Madame Butterfly Staatl.Sdiausmelte: Oendarntromarki 20 Uhr Minna von Barnhelm Schiller-Theater Charlottenburg. 20 Uhr Die Räuber .�$195.2,5,81511. [Bis einschl. 8. Mal vorlängert: )er Vosrelhändl er Ab g. Mai: ifDieDubarry* Rose-Theater int. Fnnlfirtir Stnle>Z! t,l. Weidisei 1 7 3127 8.15 Uhr Die Frau, die leder sudi! ößütsdies Wer 8 Uhr Vor Sonnen- nnlergang v. Gerh.Hauptmann Regie: Max Reinhardt Theater am Schiffbauerdamm Täglich ab 4. Mai Uraufführung Die»MW lies WmtQjr * Garten- 8.15 Uhr Flora 3434 Saudien erlaBbt Die Uarleie-Revue ,.ß sotiöoer iüei" ' n.„Von Unz n. Liebe" VoiHsbUltne liieater am BDlawjlat! 8 Uhr Sturm im Wasserglas mit Haosi Niese Komödie in 3 Akten von Bruno Frank Regie; A. M. Rabenalt Staatl. Sdiiller-Hieater 8 Uhr Die Räuber $tädi.0per Charlottenburg Bismarckstraße 34. Dienstag, 3 Mai Turnus I Götterdämmerung Binder nagcl. Burg- wiokel, Andresen. Destal, Schirach, Kandl, Amcrling Anfang 18.30 Uhr Ende 23,30 Uhr Inserate im A vorwärts sichern Erfolg! UXREINh IMZEMERJNG ' Genosseu, kommt an den Rhein! � Pension Basquit Bacharach a Rh, Auf der Mauer Ganze Pens, t.öv M. Bad im Haufe Jim. m. Frühst. 2.25 M. Rheinterrasie PROGRAMM für die Zeit vom 3. bis 5. Mai ©IOÖ Potsdamer Straße 38 Fünf von der Jazzband mit Jpnny Jngro, Theo Schall. Rolf von Golb.— Für Jugendl. ireigegeb. W. 5, 7. 9 Uhr Odeon, Potsdamer Str. 75 E» wird schon wieder besser mit H. Rühmann, Dolly Haas. — Der Held von Kalifornien. Jugendliche haben Zutritt W. ab S Uhr Tarmstraße 12 Der Sieger mit Hans Alhers, Käthe von S'agu W. 5. 7, 9 Uhr Alexanderstraße 39-40 (Passagsc) 2 Großlonfilme: Rasputin mit Conrad Veidt.— Der Feldlierni- liügcl mit Elg:a Brink. Ivan Pefrovich. Den ganzen Tag geöffneil CZZ e s t e n Primus-Palast Potsdamer Str. 19 Ecke Margaretenstr. Uraufführung! Aus einer kleinen Resident mit Liicic Rngrliseh. Ida Wüst. Curt Vespermann. Alb. Paulig:, Huxo Fischer- Köppe W. 5.15, 7.15, 9.15 Uhr Unter den Linden Die Kamera K I N O-T A F E L Unter den Linden 14 Täglich 3. 5. 7. 9 Uhr Der blaue Expreß(Das Dokument von Shanghai) Franziskaner Georgenstraße(Ecke Friedrichstraße) 10,3«. 1.30 4.30. 7.30, 10-30 Uhr Liebe ein Naturgesetz Ein Film mit Vortrag über die Beziehungen zwischen Mann und Weib Für Jugendliche ist dieser Film streng verboten 9. 12 3. 8. 9 Uhr: Harold, halt dich fest mit Harold Lloyd Moabit Jr/ffcAn/ Wochwtt. ab 6 Uhr t�TLuSnOT Sonntags ab 5 Uhr Perleberger Str. 29 2 Großtonfilme: Strohwitwer mit Ffarla Paudler.— Skandal um Eva mit Benny Porten Germania-Palast Charlottenburg, Wilmersdorfer Str 53/54 Verlängert! Xachtkolonne mit Olgra Tsche- ehowa, Wladimir Gaidarow.— Außerdem: Wehe wenn er losgelassen W. 5, 7, 9 Uhr Kant-Lichtspiele Kantstr 54(an der Wilmersdorfer Str.) Die Vier vom Bob 13 mit Gretl Theimer, Werner Fuetterer, Peter Voß W. 5. 7, 9 Uhr Schlüter-Theater?etn9 u. Schlölerstr. 17. Himmclf. 3 Uhr Kln Auto und kein Geld mit Dina Gralla. P. Kemp.— Tonbühne.— Jugendliche hab. Zutritt Wllmgrsdorf � Atrium Kaiserallee, Ecke Berliner Straße Wochen t. 7. 9� U. Sonnt. 5, 7. 9� U. FIclodlc der Liebe mit Hieb. Tauber, Lien Deyers, Petra l'ukel, Szöke Sxakall, Alice Treff.— Jugendliche haben Zutritt U Schöneberg"b A Iham bra sonn?; aSNVX Hauptstr. 30— Variete, Tonfilm Zwei himmelblaue Äußren mit Charlotte Ander, H. Thimifi-. — Aschermittwoch mit Evelyn Holt, Hans Jnnkermann. Hans Stüwe.— Fox tön Wochenschau Titania Schöneberg Hauptstr. 49. W. 5. 7. 9 Uhr S. 3. 5. 7. 9 Uhr Großionfilm: Das blaue Licht mit Lenl Biefonstahl.— Ton beiprofframm.— Jugcndl. Zutritt Kronen-Lichtspiele Rheinslraße 65 W. h, 7. 9 Uhr Sonnt, 3 Uhr Dar Sieker«it Harns Albert, Häthe v. Xagy.— Gut. Baipr. 1 Zchlandorf'NItf U 7-]2 Beginn tägl. 5. 7, 9 Uhr £fcl/ stg. 3 Uhr Jugendvorstell. Potsdamer Str. 50 Der Slegrer mit Hans Albers. Käthe v. Nagy.— G. Tonbelpr. ■ StegHtx I Titania-Palast Steglitz, Schloßstr. 5. EckeGutsmuthsstr. iflelodle der Liebe mit Rieh. Tauber, Lien Deyers, Petra Tnkel, Sr.öke Szakall. Alice Treff.— Jugendliche haben Zutritt U Marlcndorf> f 2 Mariendorfer W. 7. 8.30. ifid'ijl Tonllchtspicle So. ab 5 U. Chausseesir 305. Gitta entdeckt ihr Herz mit Gitta Alpar, Gustav Fröhlich. — Tonbeiprofirr.— Jugendl. Zutr. c TempelhoF Kurfürst Stg75.97.9Uhr Sonntag 3 Uhr: Jugendvorstellung Dorfstraße 22, Ecke Berliner Straße Einmal möcht' ich keine.Sorten haben mit Max Hansen.— Tonbeiprogr— Jugendl. Zutritt TVrwi/r Täglich 5. 7, 9 Uhr 1 IVUll stgs 3 Uhr: Jugendvorstell Berliner Str. 97. Mädchen z.um Heiraten mit Renate Müller, H. rm. Thimifi:. — Tonbciprofi:ramm W Neukölln M Mercedes-Palast u! Hermannstr. 212 Fünf von der Jazzband mit Jenny Juxo.— Der Glöckner von Xotre Dame Primus-Palast LÄsa Am Hermannplalz Urbans tr. 72/76 Irrwege des Lebens.— Schön ist die Manöverzeit mit Paul Heidemann G Südwestet�"'*� Film-Palast Kammersäle IeltowerStr.1 W ib Sr-, So abSHU 3 Toolilm�; Pete? Voß der Mil- llonendieb mit W. Font.— Strohwitwer mit Kempers SQdestcn Deatsch-Amerik. Theater Köpenicker Str. 68 Bcg. 4.30, Sonnt. 2.30 Uhr Jugend.-V. Eine Xacht im Paradies mit Anny Ondra. Thimigr.— Entfesseltes Afrika.-- Jugendl. Zutr. Am Görlitzer Bahnhof rUmeCR W ab 6%, Stss. ab 3 Iwan Mosjukin in Sergeant X. Fritz Kampers in: Skandal in der Parkstraße. Ab Donnerstag 3 Uhr: Fünf von der Jazzband Meine Kinder, mein Glück Böhne Flora-LichtspieleL&T*T W. 5.45. 7. 8.45 U. Himmelf. ab 3 U. Krirainalreportes Holm— Hallo, Hallo— hier spricht Berlin. Luisen-Theater Reichenberger Str. 34. Zwei Tonfil ne; Der Frauendiplomat Max. Hans n Die Tonfilm-Operelle Der Bettelstudent mit Jarmila Xovotna. Fr. Schulz Stella-Palast sännt abÄ Köpenicker Straße 12—14 Renate Müller. Herrn. Thimig in dem großen Erfolg Mädchen zum Heiraten Dazu: Kriminalreporter Holm. Ab Donnerstag(Himmelf.) 3 Uhr: Es war einmal ein Walzer Bühnenschau Jugendliche haben Zutritt Treptow Trepto iv-Ste rn wa rte Mittw. 8. Himmelfahrt 4. 6, 8 Uhr; Die Welt von oben. Ein Film von deutscher Luftfahrt. Lichtspielhaus- 6"• Mj 4 � BaiunKbulenMr 78. St 2.30 ü J.-V Ton worhe Drerfu» mit Fr. kottner.— Gr. Tonbelpr.— Jugendliche Zutritt. HimmeUahrt 2J0 Uhr- JuiendwontaU. Nordesten /7/,.*" Prenzlauer ftilysium Allee 56 w. 5 Uhr. Himmelfahrt ab 3 Uhr. Fünf von der«Jazzband mit «Jenny«lugo.— Der schönste Mann Im Staate.— Himmelfahrt: Gitta entdeckt ihr Herz. Jugendliche haben Zutritt Königstadt-Palast � 3 Schönhauser Allee 10 Der Siegrer mit Hans Albers. — Beipr.— Tonw.— Confer.: Hans Horsten Osten German ia-Palast Frankfurter Allee 314 Woch. ab 6.30 Uhr. Sonnt ab 3 Uhr Wegen großen Erfolges verlängert: Gitta entdeckt ihr Herz mit Gitta Alpar. Gustav Fröhlich Bühnenschau Jugendliche haben Zutritt Himmelfahrt ab 3 Uhr. Luna-Palast wabmu Gr Frankfurter Str. 121 Tonwoche Einmal möcht* ich keine Sor- ffen haben mit Max Hansen.— Bühne; Gastspiel Revue: Hallo 1 932, 30 Personen Schwarzer Adler W. 5, 7. ca. 9 Uhr, Hi 3. 5, 7, 9 Uhr Kriminalreporter Holm mit Elga Brink.— Tonbeiproßr.— Lustiße Bühnenschau Viktoria-Theater Woch ,b5 Frankfurter Allee 48. Stg. ab 3 U. Ein Auto und kein Geld mit Dina Gralla.— Wenn die Soldaten... mit Herrn. Tbimiß, Charlotte Ander W Neu« Lichtenberg A Kosmos-Lichtspiele Luckstr. 70. Wo. 5, ca. 7, Uhr, Stg ab 3 Lihr Schön Ist die ManöTerreit mit Greil Theimer.— Tonbelpr.— Cto-Tonwoche PROGRAMM für die Zeit vom S. bis 5. Mai Kino Busch££.•, B«inSD,g6 uhr AJt-Fricdrichsfeldc 3 Tonwoch« Der Stolz der 3 Kompaßnie mit H. Rühmanr, Kampers.— Goethe. ■ w«>fden■ Älhambra W. 5, 7, 9 Uhr, Sonnt. 3, 5. 7, S Uhr Großtonfilm: Das blaue Eicht mit Lenl Rlefenstahi— Einmal möcht' ich kein? Sorgen haben mit M. Hansen. Jgdl, Zutr. Pharus-Lichtspiele Möllerstr. 142 Täglich 5, 7, 9 ü. 2 Großlonfilme: Trade Horn, der gewaltige Tonfilm.— Madam Satan(Deutsch sprechena) �Reinickendorf'Ost W Beba-Lichtspiele Residenzsir. 124 W 6.45 u. 8.45 Uhr Stg. 5. 7. 9 Uhr 3 ühn Jugend vorst Ranßo.— Sohn der weißen Berße mit Güls Trenker, Bres sart, R. Müller Palast-Theater s c9: Breite Str. 21a. Jugendl. Zutritt Gr. Tonoperelle: Gitta entdeckt Ihr Herz mit Gitta Alpar, Gust. Fröhlich.— Tonbelpr. Wochent. 7, 9 U. Sbd. u. Sonnt. 5 U Berliner Straße 27. Das große bekannt gute Tonfilmproßramm Tivoli T e gel Filmpalast Tegel Wochent. 6. Sonnt. 4.16 U. Sonntags 2 Uhr: Jugend Vorstellung Gitta entdeckt ihr Herz mit Gitta Alpar, Gustav Fröhlich. — Tonbeiprogranun Fi Im nn In ff BfS w 6- 830 9W riimpaiasi im,,«h. 8� u. Berliner Str 59 2 TonHlme: Der Hellseher n Adalbert.- t Paradies mit Otto Wallbtufr föelloge Dienstag, 3. Mai 1932 ZsvÄbMiö %tUauii)aße. ihn ILniädi Ehen mit Erwerbslosen Ein Beitrag zum Eheproblem unserer Zeit/ Von Suse Bork Man braucht nicht hellhörig zu sein, um die Probleme der Zeit, unserer Zeit der wirtschaftlichen Not und des Massenelends tagtäglich zu vernehmen. Und doch scheint es mir, daß neben den aktuellsten Fragen nach Sozialisicrung, Arbeit und nach der Er- Ziehung der Jugend die brennende nach der Lage der Frauen in dieser Zeit nicht genügend erörtert wird. Ihre Situation ist sicherlich kaum jemals so schwierig gewesen, weil mit und durch die Arbeitslosigkeit Krisen in ihr Leben kommen, die neben allen anderen Anforderungen auch noch seelische stellen, unter denen von ihnen unzählige zugrunde gehen. Ich denke in erster Linie an die Ehen, in denen die Männer erwerbslos sind, während die Frauen durch eigene außerhäusliche Lerussarbeit das Schisf der Familie vor der Aal erretten. In solchen Fällen ist der Mann nicht etwa dankbar für diese Fügung, sondern in ihm bildet sich im Laufe von Wochen und Monaten ein Gefühl der Verbitterung, das sich nicht etwa gegen die Zeit (an der ja im Augenblick leider nicht viel zu ändern ist), sondern gegen die Ehefrau richtet! Die wenigen Stunden der Gemein- somkeit werden verdorben durch ständige Reibereien und machen das Leben noch freudloser. Die Nöte wachsen ins Uferlose. Die Verbitterung des Mannes und feine viele freie Zeit bereiten den Boden dafür vor, daß er eines Tages mit neuerwachtem Interesse andere Mädchen und Frauen sieht, die Zeit haben wie er, die ausgeruhter als die eigene Frau, vielleicht auch jünger und reizvoller erscheinen und die ihn fesseln. Plötzlich entdeckt er für eine von ihnen sein cherz, bildet sich ein sie zu lieben und vernach- lässigt, ja zerschlägt seine Ehe. Meist weiß er gar nicht, daß seine falsche Erziehung ihm einen groben Streich gespielt hat. Die Zu« Neigung zu der eigenen Frau versank, weil er es nicht ertragen konnte, sich„v o n ihr ernähren zu lassen", seine Frau wurde ihm bei jedem neuen Sehen mehr eine schwere Belastung, ein ständiger leibhaftiger Vorwurf dafür, daß er nicht„Manns g e n�i g war", sich und seine Familie durchzubringen. Sicherlich wird bei Auseinandersetzungen die Frau nicht immer die gnügende Rücksicht nehmen, sie wird hier und da Fehler machen, aber sie ist eher zu entschuldigen, denn sie sitzt mit Angst im cherzen bei ihrer Arbeit und muß häufig wisiend und doch ratlos zusehen, wie ihr der Mann, den sie liebt, entgleitet. Wir Sozialisten sollten aber zuerst uns daran gewöhnen, den Sinn der Demokratie, d. h. den Sinn der Gleichberechtigung nicht nur im Staat, sondern besonders auch in der Ehe und in jeder menschlichen Gemeinschaft zu erkennen. Erst dann werden wir die großen Schwierigkeiten lösen und den Beziehungen zwischen Mann und Frau einen neuen Sinn geben. In der Ehe, in den Beziehungen von Mann zu Frau über- Haupt sollte Kameradschaftlichkeit herrschen und es muß vermieden werden, daß immer einer Hammer und der andere Amboß ist. Es darf in jeder Gemeinschaft ehelicher Art von vorn- herein nur ein„gemeinschaftliches Miteinander" geben, aber keinen Kampf, der mit dem Sieg oder der Niederlage eines oder des anderen Partners endet. Trotz aller verständlichen übersteigerten Empfindsamkeit müsien wir den Sinn unserer Zeit verstehen lernen und gegen diese neu- rotische Einstellung ankämpfen, die nur verstanden werden kann aus den falschen Beziehungen der Menschen untereinander. Hier könen wir, wenn jeder an sich energisch arbeitet, die Idee des Sozialismus zuerst verwirklichen. Wenn auch bis zu unserem Ziel sonst noch ein weiter Weg ist, so würde Sozialismus der Sozialisten untereinander in den Familien uns dennoch ein großes Stück vorwärts bringen. Wir würden dann nicht mehr gegen uns und die uns am nächsten Stehenden wüten! Wir würden nicht mehr werten nach dem äußeren Erfolg, also nach dem mehr oder weniger sichtbaren Sieg, den der oder jener errungen hat, würden also auch uns nicht unterlegen fühlen und aus diesem Gefühl ungerechte Erbitterung für den Partner er- wachsen lassen. Viele von uns können sich aber von dieser Art zu werten immer noch nicht frei machen; mancher Leser dieser Zeilen wird dem erwerbslosen Ehemann seine„gelinde Wut" viel- leicht sogar nachempfinden können. Wir sind, so frei und vernünftig wir auch erzogen wurden oder durch eigene Arbeit an uns selbst im Laufe der Zeit geworden find, noch immer mit Vorurteilen behaftet. Gelegentlich hört man wohl in Vorträgen sagen, daß erst eine ganz neue Generation, die diese Vorurteile gar nicht erst kennenlernte, da sein muß, ehe unsere neue Gesellschaftsordnung sich Bahn brechen kann. Ich bin weniger skeptisch. Ich glaube, daß uns die Erkenntnis, woher diese Problematik kommt, der Wille uns innerlich umzustellen, � u ch heilen kann. Wir Frauen müssen uns nur einmal wirklich klar machen, daß die Männer durch die Frauen zu dem gemacht werden, was sie sind! Heute wie gestern sind es in den meisten Fällen die Mütter, die im Knaben den werdenden Mann erziehen. Sie selbst sind es, die die Männer zu jenem unheimlichen Dünkel erzogen haben, der sie alle Arbeit außer der, nennen wir sie kurz:„männlichen Berufsarbeit" gleich Null einschätzen ließ. Heute muß aber vor allen Dingen erreicht werden, daß die Arbeit, welcher Art sie auch immer sei, getan wird von dem, der gerade Zeit dafür hat. D. h. daß die berufstätige Frau, die außerhalb des Hauses Geld zu verdienen gezwungen ist, eben für die Erhaltung der Familie arbeitet, während der erwerbslose Mann im haushall bleib» und gerade die Arbeit tut. für die kein anderer da ist. (Arbeiten Mann und Frau beruflich, dann ist gewöhnlich die Ar- beitsverteilung im Haus kein Problem.) Wer viel mit Menschen zusammenkommt, wer Einblick in eheliche Gemeinschaften bekam- men hat, der wird fast täglich wieder die Feststellung machen können, daß der arbeitslose Mann sich benimmt, als sei das Wabr- bsit geworden, mos in Spoitliedern gesungen wird,„daß er die Windeln waschen muß während die Frau da sitzt und Zigarren raucht", also gewissermaßen die Rollen vertauscht sind. Ständige Reibereien können hier unnatürlicherweise zur Der- wännlichung der Frau fuhren. Tritt erst die eingangs erwähnte Entfremdung zwischen den Partnern ein, dann wird die Frau dem Mann schließlich vorwersen, daß sie das Geld verdient für ihn und die Kinder, das er evtl. mit anderen ausgibt. Durch solche Worte, die aus der augenblicklichen verzweifelten Stimmung heraus verständlich sind, ist aber schon oft die letzte Verbindungsbrücke zwischen zwei Menschen z e r- brechen. Darum soll man sich davor hüten sie auszusprechen. Nie wieder sind sie ungesagt zu machen, wie mit Leuchtschrift ge- schrieben werden sie in ungünstigen Augenblicken vor den Augen des Mannes stehen und ihn quälen. Besonders wenn auch noch Kinder vorhanden sind, sollte man in ihrer Gegenwart alle solche Dinge nicht berühren. Ver- meidet man bewußt vor ihnen solche Erörterungen, dann werden die psychischen Hemmungen, die die Eltern sich auferlegen, zu ihrer gegenseitigen Erziehung führen, die eine neue Bindung für die Ehe ergeben kann! Kinder, die mit ansehen, wie selbstverständlich sich die Eltern ergänzen, werden diese alten Vorurteile gar nicht erst kennen- lernen. Sie werden in jedem Sinn, Knaben und Mädchen, sich gleichberechtigt und gleichwertig fühlen, ohne ihre individuellen Eigenarten, die physiologisch und psychologisch begründet sind, aus- zugeben. Unsere außergewöhnliche Zeit verlangt schon aus Selbsterhal- tungstrieb eine außergewöhnliche Anpassung an die Verhältnisse. Wir Sozialisten hoffen allerdings, daß die Zeiten vorüber sein werden, wo die Frauen sich möglichst ausschließlich im Haushalt betätigen: auch in bürgerlichen Kreisen wird die Frau selbst in einer besseren Zukunft aufgehört haben, nur als Luxus- oder Ge- schlechtstierchen gewertet zu werden. Und sie und wir sind froh über diese Tatsache, die ja der sozialistischen Idee zu verdanken ist, die selbst bei denen wirkt, die sie ablehnend Nach dieser Krise wird es aber wieder so werden, daß Mann und Frau noch ihrer Eignung beschäftigt werden können und für diese Zeit müssen sie sich gesund erhalten. Dazu gehört, daß sie real denken und ihre Beziehungen zueinander ordnen. Sie sollen ihre positiven Kräfte gegenseitig erkennen und sie fördern. Gelegentlich werden die Frauen mehr praktische Lebens- erfahrung haben und besser mit Menschen umgehen und sich an- passen können, der Mann lebt mehr theoretisch. Das ist aber kein Grund dafür, daß der Mann einen Minderwertigkeits- komplex bekommt, der haushoch wächst und allmählich alle Zu- neigung zur Frau überschattet. Das sind die Gründe, aus denen neben den Psychosen, die aus der Erwerbslosigkeit allein kommen, viele Männer und Frauen unglücklich werden. Vielfach handeln die Frauen in solchen Momenten falsch. Statt ruhig zu bleiben und um die Erhaltung der Gemeinschaft, die doch Liebe einmal erschuf, zu kämpfen, machen sie große Anstrengungen, sich ihrerseits von dem Mann zu lösen. Wir Frauen sind ja leider immer noch so eingestellt, daß wir selbst bei dem Verdacht von „Untreu e" des Ehepartners uns beschämt vorkommen. Auch von diesem traditionell übernommenen Gefühl wird uns hoffentlich eine unneurotischere Zeit befreien. Ich habe den Mut hier auszusprechen, daß die Zerrüttung vieler Ehen, die dann zur Scheidung mit sehr viel Häßlichkeiten gegeneinander führt, aus der Angst der Frau vor dieser Beschämung kommt. Sie hat das Gefühl, Mißachtung von der Oeffentlichkeit zu ver- dienen, weil sie verschmäht und eine andere ihr vorgezogen wurde. Ich kenne viele solcher Fälle, wo in erwähnter Weise Menschen ge- trennt wurden, die wirklich gut zueinander paßten. Immer war es das gleiche:„Lieber sich zu Tode siegen, als der Eventualität einer Niederlage sich auszusetzen." Immer war einer Hammer, der andere Amboß. Es gilt hiermit endlich aufzuräumen. Bewundernd steht man oft vor der tapferen Selbstverständlich- keit, mit der ein Heer von Frauen äußerliche Entbehr un- gen jeder Art ertragen. Um so mehr wünscht man oft, daß sie auch in den hier geschil- derten seelischen Nöten mit gleicher Ueberlegenheit den rechten Weg zu einer Verständigung suchen würden. Haben die Partner sich wiedergefunden, dann werden sie zu einer Ausgeglichenhcit kommen, die das Leben erst lebenswert und produktiv macht. Die Gesamtheit derartig gestalteter Beziehungen zwischen Mann und Frau wird eine ungeheure und unerschöpfliche Kraft- quelle für unser Volk sein und für unsere Idee. Erfahrungen umOuadratmetcr. Rennjolle, die bisher an der Spitze stand, Uberflllgclt haben, immerhin ist auch die ISer Rennjolle noch mit Iii Booten vertreten. Auch in der Iv-Ouadratmetcr-Klasse haben die Wanderjollen mit 10 Meldungen die Renniollen, die nur mit 8 Booten ver» treten lein werden, von der Spitze verdrängt. In den verschiedenen Aus- gleichsklassen haben ausserdem noch Uber so Boote gemeldet. Gruppe West: Von den Zo-Ouadratmeter-Rennjachten haben wie gewöhnlich 3 Boote gemeldet. Die Iollcnkreuzer werden mit 8 Fahrzeugen vertreten sein, wovon 3 der 23»Ouadratmeter.Klasse und 2 der lö-Quadratmeter. Klasse an- gehören. Von den 20'Quadratnieter.Rennjollcn werden 8 Boote in 2 Klassen starten, von den lS-Ouadratmeter-Renniollen«. Auch hier zeigt sich die De- liebtheit der Ib-Ouadratmeter-Wanderjolle, die mit 19 Meldungen besser ver. treten ist, als die lö-Ouadratmeter-Rennjolle. In der lo-Quadratineter-Klasse starten 2 Wanderjollen und 3 RennjoNen. Auch auf dem Tegeler See werden ausser diesen Klassenbooten etwa 29 Ausgleichsboote an de» Wettfahrten teilnehmen. „froIeZ" im Friedrichshain Die erste Freiluftveranstaltung im Rahmen eines Spiel- und Sporttages geht am Himmelfahrtstag im Stadion Friedrichshain vor sich. Der..Verein für Körperkultur Proles" hält in den Vormittags- stunden sein Anturnen für die Mitglieder ab. Weiter findet vor- mittags ein Handballspiel zweier guter Mannschaften statt. In den Nachmittagsstunden läuft zum erstenmal ein Blitzturnier>m Faustball für die Altersriegen im 1. Kreis des Arbeiter-Turn- und Sportbundes, und leichtathletischer Fünfkampf schließt den Tag ab. Proles ladet ein! BootzKausweibe bei der FTGB. Nach Ueberwindung großer Schwierigkeiten kann die Freie Turnerschast Groß-Berlin ihr Bootshaus in Köpenick ein- weihen. Am Himmeliahrtstag werden geladene Gäste, Bruder- vereine des Bundes und Freunde der FTGB. sich zusammenfinden, um an der Einweihungsseier, die da» FTGB.-Musikkorp» um 14 Uhr eröffnen wird, teilzunehmen. Ohne einen Pfennig Unterstützung von Staat oder Gemeinde hat der Verein am linken Ufer der Dahme(Müller-Ecke: Grünauer Straße 03) ein ein- faches, aber zweckmäßiges Bootshaus von 373 Quadratmeter Grund- fläche errichtet, das über 70 Booten geräumigen Unterstand bietet. Erwerbslose Mitglieder haben für die Gesamtheit in selbstloser Weise gearbeitet, und wieder haben bundestreue Arbeitersportler eine werbende und der körperlichen Erholung dienende Sache geschaffen. Bahnverbindungen: Stadtbahn bis Niederschöneweide, umsteigen nach Spindlersfeld. Straßenbahn: 91, 87, 187, umsteigen in die 86. Eine Abschlußfeier im Köpenicker Stadttheater wird alle Teilnehmer zur frohen Runde vereinen. -i- Frühlingsfest der FTGB. Im herrlichen maienfrischen Birken- grün prangt wieder die„Pätzer Sonnenheide", das große Frei- körperkulturgelände der Freien Turnerschast Groß-Berlin am Pätzer Hintersee bei Groß-Besten. Der diesjährige Geländebetrieb wird am Himmelsfahrtstage mit einem Maienfest eröffnet, zu dem alle Freikörperkulwranhänger in den sozialistischen Sport-, Kultur- und Jugendorganisationen eingeladen sind. Eine Morg«nfeier, allg«- meine Gymnastik, Spiel und Sport und eine Kundgebung werden den Tag ausfüllen. Die Pätzer Sonnenheide ist von Groß-Besten in etwa 33 Minuten an der linken Bahnseite entlang bequem zu erreichen. Fahrgelegenheit bis Groß-Besten: Fernzug 7.10 Uhr ab Görlitzer Bahnhof, Sonntagskarte 1,80 M. Nähere Auskunft er- teilt die Vereinsgeschäftsstelle, Z1O. 18, Lichtenberger Str. 3, Tel.: E 3 Königstadt 3656. Arbeiter-Fußball. Die für den Himmeffahrtstag angesetzten Arbeiterfußballspiele werden wir morgen in einer Vorschau be- sprechen. wer sährl mit den Nalursreunden? Am Himmelsahrtstige findet das Maienfest des Touristenvereins„Die Naturfreunde" auf dem Gelände Meißnerhof bei Hennigsdorf statt. Die Führersektion veranstallet dazu am Vormittag einige Fahrten nach Meißnerhof. Treffpunkt 8.30 Uhr m Heiligensee, Endstation der Straßenbahn 123. Nach Hohenneuendors, Pinnow und Meißnerhof, Treffpunkt 8 Uhr Bahnhof Hohenneuendors. Gäste herzlich willkommen. Was es im Sport gibt Neues von überall Boxkämpfe im Spichernring. Das nächste Boxprogramm im Berliner Spichernring wird am Freitag, 6. Mai, abgewickelt. Als Hauptnummer steht die Begegnung zwischen dem Königsberger Schwergewichller Horst H i n z m a n n und dem Franzosen Andre Nilles, einem Namensvetter des bekannten Schwergewichtlers Marcel Nilles, auf der Karte. Der frühere deutsche Weltergewichts- meister Ernst Grimm, der schon vor Jahren die Kampshandschuhe auszog, will sich abermals versuchen. Als sein Gegner wurde der Kölner B u ch b a u m verpflichtet. Weiterhin gibt es die Paarungen Volkmar- Berlin gegen E y b e l- Hannover, Meergrün- Berlin gegen Urban- Berlin und Scholz- Breslau gegen Stegemann- Berlin. 215 beim Aous-Molorradrennen. Die endgültige Tellnehmer- liste für das am Sonntag aus der Avus zum Austrag kommende internationale Motorradrennen des Deutschen Motorradsohrer-Ver- bandes weist die Riesenbeteiligung von 215 Bewerbern aus. Das Rennen um den Großen Preis von Berlin vereint in den einzelnen Klassen 97 Fahrer, der erste Lauf zur deutschen Seiten- wagenmeisterschast erhielt 50 Meldungen, während das einleitende Ausweisfahrerrennen 68 Nennungen erhalten hat. Unter den Genannten befinden sich natürlich all« Fahrer Deuffchlands, die Anspruch darauf erheben dürfen, in einem derartig großen Rennen ihre Kräfte zu messen. Do auch da« Ausland durch einige Heroorragende Fahrer gut vertreten ist, darf man mit hoch- interessanten Entscheidungen rechnen. wer wird deutscher Boxme'.ster? Die ersten drei Gruppenmeister im Mannschastsboxen des Arbeiter-Athleten-Bundes sind ermittelt. Der hannoversche Boxsportklub„Sparta" gewann mit 13: 3 Punkten gegen die Staffel des ABC. Elberfeld die nordwestdeutsche Meister- schaft. Ostdeutscher Meister wurde zum fünften Male Weißwasser über Liegnitz. KSV.„Fürth" schlug im Kampf um die süddeutsche Meisterschaft den BC. Augsburg-West mit 12: 4 Punkten. Es streiten in Westdeutschland Speyer und Ludwigshafen und in Mitteldeutschland Anhalt und Gera um den Titel eines Gruppen- meisters. Die Endkampfgegner dürften aber„Sparta"-Hannover und„KSV. Fürth" sein. Frankreich hat seine Boxmeister ermittelt. Auch die diezjährigen Ausscheidungskämpfe um die Meisterschaften im Boxen wurden unter großer Beteiligung der Arbeitersportler Frankreichs durch- geführt. Die meisten vorjährigen Titelhalter muhten der an- stürmenden jüngeren Generation weichen. Vom Fliegen- bis zum Halbschwergewicht konnten in diesem Jahre Meister werden: Fliegengewicht: Chambroux: Bantamaewicht:Bertrandi Federgewicht: Monstre: Leichtgewicht: Podevin: Mittelgewicht: Grante: Halb- schwergewicht: Malasongne. Das Schwergewicht ist noch unbesetzt. Bereits am 3. Mai werden die neuen Meister gegen die Boxer des Braunschweiger Vereins für Volkssport in den Ring steigen. Fuhballer und Ringer Arbeitcrsportler in der Provinz Der Pankower Fußballklub Adler 08 benutzte den Weltfeier- tag zu einer Reise in die T s ch e ch s l o w a k e i, um hier mit füh- rcnden Mannschaften einige Freundschaftsspiele auszutragen. Teplitz war am Freitag als Gegner ausersehen. Vor mehr als 2000 Zu- schauern zeigten beide Mannschaften ein flottes und faires Spiel und teilten sich mit einem 2: 2-Resultat die Ehren des Tages. Der Sonnabend brachte für Adler eine hohe Niederlage durch den Sport- klub Lassalle-Bodenbach. 7: 2 geschlagen, zog Adler den kürzeren. Sehr gute Stürmerleistungen der Bodenbacher und ebenso schlechte Leistungen des Adler-Sturms erbrachten das Resultat. Der Gegner am Sonntag war die Städtemannschast von Außig. Die Pankower waren vom Vortage gar nicht wieder zu erkennen. Die Mann- schaft zeigte ein Spiel, das ähnlich dem Kampfe gegen den Berliner Meister war. Auch hier mehr als 2000 Zuschauer, die dem 3: 2-Sieg der Berliner zujubelten. Mit einem Sieg einer Niederlage und einem Unentschieden endete die Reise der Berliner. * Der ehemalige Kreismeister Luckenwalde hatte sich zu einem Städteringkampf eine Berliner Auswahlmannschaft aus den Vereinen Sparta, Tegel und Alt-Wedding verpflichtet. Der Kampf endete mit einem 14: 14-Punkt-Gleichstand. Die Fliegengewichtler Langer-Sparta und Löffler-L. trennten sich in beiden Gängen mit einem Unentschieden. Der Bantamgewichtler Lorenz-Wedding rang mit Pfeuffer-L. einmal ohne Resultat und im Rückkampf mußte P. ein« Niederlag« hinnehmen. Noack-L. siegte in beiden Runden über den Spartaner. Der technisch bessere Spartoner Wittkamm legte zweimal den jungen Schade-L. auf die Schultern. Putske-Wedding schlug Grotze-L. nach Punkten, im Rückkampf gewann �dann G. Der Halbschwere Höhne-Tegel mußte vor Hollwitz auf die Schultern. Der erste Gang der beiden Schwersten endete erstmalig mit einem Unentschieden und im Rückkampf gewann der Berliner entscheidend. Es gib�nodi Amateure! Als einziger Großverein der Reichshaupfftadt hält der bürger- liche Berliner Fuhball-Elub Preußen treu am reinen Amateur st andpunkt fest. Bedauerlicherweise haben ihn nun drei der spielerisch wertvollsten Mitglieder verlassen: Brink und Schulz gingen zu Hertha-BSC., Saenger zu Viktoria. Ueber mangelnde Vereinstreue in den heutigen schweren Zeiten hört man bei den Bürgerlichen immer wieder neue Klagen. Der Vor- stand des BFC. Preußen, dem es mtt der Amateureigenschaft seines Vereins und seiner Mitglieder ernst ist, hat nun folgenden Beschluß gefaßt, der den Stier bei den Hörnern nimmt: „Den Mitgliedern des BFC. Preußen ist der Verkehr mit ehe- maligen Mitgliedern, die nicht mehr unseren Amateurstandpunkt ein- nehmen, aus den Platzanlagen und in seinen offiziellen und offiziösen Verkehrslokalen verboten. Gegen Zuwiderhandelnd« wird der Vor- stand Ausschlußantrag stellen." «oüfiport Reukollu.Britz, SportabteUuug. Dienstag, 3. Mai. IS Uhr, Torf. nina für Sportler auf dem Sonnenplatz(Geräte und Straßenlaus); für Sportlerinnen ab 18 Uhr Geräte, 19V6 Uhr Straßenlauf. Ab Freitag, 6. Mar, 18 Uhr, Training auf Platz 2 des Sportparkes für Sportler und Sportlennnen. Kartelldezirt Eharl�tlenöurg. Sitzung de» Kartell» Dienstag, 3. Mai, bei Adler, Kaiser-Friedrich-Str. 31........____ Fussl>all»erci» Hansa 31. Di- nächste Sitzung findet bereit, am Mittwoch um 29 Uhr bei Bontte, Schul. Eck- Christianiastrasse Patt. A-beitersch-ch. Di- Abteilung Lichlenberg spielt letzt leden Dienstag bei Müller, Simplanstr. 31.— Radmannschast: Sonntag, 8. Mai, nach Luckei" walde. Start: 7H Uhr Neu-Tempelhos, Preussenplatz. Meldungen an