Morgenausgabe ?!r. 216 A 109 49.Iahrgang DScheniltch 75 monatlid) 3,25 M, (davon 87 Mit diesem Beschluß des Staatsgerichtshofes gilt der Landtag als aufgelöst. Wahliermin: 3. Juli. Darmstadt, g. Mai. Das hessische Gesamtministermm trat am Montagabend zu einer Sitzung zusammen, um sich mit der durch das heutige Urteil des Staatsgerichtshofes, das die Landlagswahten vom lS. November 1931 für ungültig erklärt Hot, zu besassen. Dos Ministerium Hot für die Neuwahlen zum hessischen Landtag den frühesten Termin, näm- lich Sonntag, den 3. Zuli bestimmt. Die Hitlerei am Pranger. Von Breiischeid im Michsiag vorgeführt. Die Reichstogssitzung am gestrigen Dienstagnochmittog eröff- nete Präsident Löbc mit Nachrufen aus den ehemaligen Vize- Präsidenten des Hauses R i e ß e r sowie aus die Abgg. Jörrissen (Wp). und L i m b e r tz(Soz.). Der Präsident hat Beileidstele- gramme anläßlich des Anschlags auf Paul D o u m e r an den Präsidenten. der französischen Kammer in Paris und zum Tode Albert Thomas' an das Internationale Arbeitsamt in Genf gerichtet. Die Finanzvorlagen, mit denen die politische Debatte und die dazu gestellten Anträge verbunden sind, begründet Zleichsfinanzminister Oieirich. Er legt die bereits bekannten Kassen- und Etatsaussichten dar und betont den Charakter der amerikanischen Anleihe, von der die Vorlage handelt, als Betriebsmittelkredit. Die schwebende Schulden- last von 1395 Millionen Mark ist für ein 64-Millionen-Reich nicht übermäßig. Die Schulden des Reichs sind vollständig die Folgen von Krieg, Inflation und Entschädigung. Unverantwortlich ist es, Gerüchte auszustreuen, als ob das Reich besonders schlecht gewirt- schaftet hätte, und als sei seine Finanzlage hossnungslos" Die Kreditermächtigung ist erforderlich infolge der Notverordnungen, um die Kreditpolitik fortzusetzen.— Als der Minister untersucht, ob Kreditermächtigung durch Notoerordnung verfassungsmäßig ist, unterbricht ihn Dr. F r i ck vorigen Jahr vorlag, der auch im„Vorwärts" bereits besprochen worden ist, beschränkte sich der Bevollmächtigte Genosse Urich aus einige kurze Erläuterungen dieses Berichtes. Die kommunistische Presse hat nach dem Erscheinen des Rechen- schaftsbcrichtes den darin ausgewiesenen Verlust von rund SöOO Mitgliedern bejubell. Dieser Jubel über das„Zusammenschrumpsen" der freigewerkschaftlichen Berliner Mctallarbeiterorganisation ist, abge- sehen davon, daß er die Verfasser kennzeichnet, gar nicht am Platze. Dieser Mitgliedcrverlust besteht nämlich nur rein buchmäßig, weil der Feststellung der Mitgliederzahl immer die Zahl der Bei- träge zugrunde gclgt wird, die bis zum Jahresabschluß entrichtet sind. Ende 1931 waren infolge der langanhaltenden Arbeitslosigkeit und Kurzarbeit bedeutend mehr Mitglieder als Ende 1939 mit ihren Beiträgen im Rückstand und dazu auch noch viel längere Zeit als das Ende 1939 der Fall war. Berücksichtigt man diese Tatsache, dann ergibt sich sür das Berichtsjahr nur ein Verlust von etwa 1 9 9 9 Mitgliedern. Genosse Urich wies u. a. auch auf den Ernst der poli- tischen Lage hin, die ein einheitliches Zusammenstehen der ge- samten klassenbewußten Arbeiterschaft erfordert. Die dringend not- wendige Einheitsfront der klassenbewußten Ar- bciterschaft kann aber auch nicht auf der Grundlage geschaffen werden, daß sich nun alle Arbeiter zur KPD. und zur RGO. bekennen. Die beste Einheitsfront im Kampf gegen den drohenden Faschismus wird von den freien Gewerkschaften gebildet, üi denen für die Arbeiter aller politischen Richtungen Platz ist. In der Debatte zum Geschäftsbericht versuchten zunächst je ein „linientreuer" und ein„oppositioneller" Kommunist einander den Rang abzulaufen hinsichtlich ihrer Kritik an der Taktik der deutschen Gewerkschaften. lieber den Geschäftsbericht selbst sagten sie nicht ein Wort Ein ehemaliger Kommunist, der jetzt wieder Mitglied der SPD. ist, führte der Generaloersammlung mit anschaulichen Worten die Gefahr des Bruderkampfes der deutschen Arbeiterschaft vor Augen und ermahnte auch seine früheren Gesinnungsfreunde,«Mich vernünftige Konsequenzen aus dem bedrohlichen Anwachsen des Faschismus zu ziehn. Die Generalversammlung nahm dann die Neuwahl der Mit- glicder der Ortsoerwaltung vor, die turnusmäßig ausscheiden. Zu Mitgliedern der Ortsverwaltung wurden gegen nur fünf Stimmen der„Opposition" gewählt die Genossen Nrich, Barteleit, Franke, Otto Schmidt, Köhler und die Genossin Marie Krause. Genosse Barteleit trat an die Stelle des bisherigen Kassierers Wilhelm Schmidt, der in den Ruhestand tritt. Hinsicht- lich der Wahl der Delegierten zum Verbau dstag in Dortmund beschloß die Generalversammlung, von einer llrwahl Abstand zu nehmen und die Kandidaten in der Generalversammlung zu wählen. Gegen sieben Stimmen machte sich die Generalversammlung die Vorschläge zu eigen, die Genosse Holz der Versammlung unter- breitet hatte. Zwei Kandidatenlisten der verschiedensten Oppositions- richtungen fanden nicht die statutarisch notwendige Unterstützung von einem Viertel der Generalversammlungsdelegierten. Oer Bogen ist überspannt. Die Warnung des Streiks der Möbeltransportarbeiter. Der Streik der Berliner Möbeltransport- arbeiter ist das erste Aufbäumen gegen die Ungeheuerlichkeit, jetzt nochmals die Löhne abzubauen. Man hat den Möbeltransport- arbeitern innerhalb eines Jahres— wie allen Arbeitern— zweimal die Löhne abgebaut. Schon vorher reichten die Löhne nur knapp zum Leben. Der Reichskanzler prägte seinerzeit das Mort von der neuen Lage, die entstehen würde, wenn der Preisabbau den Lohnabbau nicht mindestens erreichen würde. Der Preisabbau ist weit hinter dem Lohnabbau zurückgeblieben. Die neue Lage ist da. Mas aber geschieht? Statt des notwendigen Lohnaufboues seht ein neuer Lohnabbau ein. Die Arbeiter sagen:„Das ist ein Betrug, den wir uns nicht mehr gefallen lassen." kann man den Arbeitern unrecht geben? Die Möbeltransportarbeiter find Schwerarbeiter. Sie sind zum großen Teil nur Gelegenheitsarbeiter und haben keine ständige Arbeil. Die soll ein solcher Schwerarbeiter mit 44 Mark die Woche sich und seine Familie durchs Leben bringen— wenn er ehrlich bleiben will? Gestern uachmiliag fand eine Funklionärsihuag der Möbel- kransporkarbeiler statt, in der beschlossen wurde, auch den S ch I e d S- spruch abzulehnen. Die Betriebe, aus denen die Möbel- transportarbeiter aus technischen Gründen gestern noch nicht heraus- gezogen wurden, werden heule gleichfalls bestreikt werden. Die Funktionäre haben weiter beschlossen, sich dem Lohnabbau mit aller Entschlossenheit zu widersehen. Sie können dabei auf die rückhaltlose Unterstützung des Gesamtverbandes rechnen. Die Unternehmer hatten wohl geglaubt, die Möbeltransport- arbeiter würden auch dieses Lohnabbaudiklat über sich ergehen lasse», weil seinerzeit die RGO. einen vergeblichen Versuch gemacht hatte, die Möbeltransporlarbeiler in den Streik zu kommandieren. Aber der Gesamtverband ist etwas anderes als die sagenhoste RGO. Und ein freier Beschluß der Arbeiter ist nicht zu verwechseln mit einer Parole aus dem Karl-Liebknecht-Haus. Denn die Möbeltransportarbeiler jetzt zur entschlossenen Abwehr schreiten, so sind sie in ihrem guten Recht. Dieser Streik ist aber auch ein w a r n u n g s s i g n a l sür die Reichsregierung und die Schlichtungsinstanzen, den aufs äußerste gespannten Bogen nicht zu überspannen. Reues Gaarabien? Bergarbeiterentlassungen aus politischen Gründen. „Politische Beweggründe sind maßgebend bei den Bergarbeiter- entlassungen im Saargebiet"— überschreibt die TU. folgenden Be- richt au? Saarbrücken: „Auf der Grube Velsen sind Ende April 249 Bergleute entlassen worden. Daß bei der Auswahl der zur Entlassung kommenden Bergleute nur politische Beweggründe maßgebend gc- wesen sind, zeigt folgendes: Die einzelnen Steiger mußten Listen aufstellen über die zu entlassenden Leute. Diese Listen wurden nicht nur dem Obersteiger, sondern auch dem französischen Schuldirektor und dem Obergrubenhüter vorgelegt. Das Er- gebnis war, daß nur solche Arbeiter auf den Listen stehen blieben, die dem separatistischen Verband der Saarbergleute nicht angehören. Die Werber des Saarbundes mochten sich an diese Bergleute noch einmal heran und forderten sie auf, dem Verband beizutreten. Hatte die Werbung Erfolg, wurde die Kündigung zurückge,;ogen." Die französisch« Grubenverwaltung ahmt hier offenbar die Ge- pflogenheiten nach, die früher von den deutschen Verwaltungen be- trieben wurden. Nur mit dem Unterschied, daß heute die Entlassung von Bergarbeitern notwendig ist, während früher jeder Bergarbeiter gemaßregelt wurde, der im Verdacht stand, gewerkschaftlich orga- nisiert zu sein, trotzdem es an Arbeit nicht fehlte. Selbstverständlich halten wir gleich den früheren deutschen Unternehmermethoden in Saarabien auch die der französischen Grub>enoerwaltung sür verwerflich. 42 Lahre ist Durchschnittsalter. Bei den Maschinensehern. Die Dauer des Lebensalters der Maschinensetzer wird in den von der Zentralkommission der Maschinensetzer Deutschlands heraus- gegebenen„Technischen Mitteilungen" behandelt, wonach der Berus des Maschinensetzers nicht besonders verlockend ist. Aus statistischen Feststellungen ergibt sich nämlich, daß noch nicht 45 Proz. aller Maschinensetzer ein Alter über 59 Jahre erreichen, während der Durchschnittssatz der über 59 Jahre alten Gesamtmitglieder des Buch- druckcrverbandes einschließlich der Maschinensetzer 95 Proz. ist. Geradezu erschreckend sind die Vergleiche zwischen den Maschinen- setzern und der Gestmitmitgliedschaft des Buchdruckerverbandes im Alter von 31 bis 55 Jahren. In den Lebensjahren zwischen 31 und 55 I a h r e n starben im Durchschnitt prozentual ungefähr doppelt soviel Maschinensetzer als Gesamtmitglieder des Buch- druckerverbandes. Das Durchschnittsalter der Maschinensetzer wird mit 42 Jahren ermittelt. lieber die Todesursachen heißt es, daß im Jahre 1939 an Lungenleiden 13,86 Proz. der verstorbenen Verbandsmit- glieder zugrunde gingen, von den Maschinensetzern aber 19,65 Proz. Die nicht erhebliche Mehrbezahlung der Maschinensetzer gegenüber den Handsetzern ist also nicht nur eine Leistungs-, sondern auch eine Risikoprämie. Die Unternehmer des Dachdeckgewerbes hoben es abgelehnt. mit den Vertretern des Baugewerksbundcs über den Neuabschluß des Reichstarifvertrages der Dachdecker zu verhandeln. Die Ab- lehnung der Verhandlungen erfolgte aus dem Grunde, weil sich die Organisationsvertreter weigerten, über den Abbau des Lohn- vorsprungs, den die Dachdecker gegenüber den Maurern haben, zu verhandeln. Die Dachdeckermcistcr wollten durch die Beseitigung dieses Lohnvorsprunges neben dem allgemeinen Lohnabbau im Baugewerbe für die Dachdecker noch einen Extra- lohnabbau einheimsen. Die Reichsfachgruppe der Dachdecker im Baugewerksbund wird nunmehr versuchen, zu Abschlüssen in den Bezirken oder in den einzelnen Tariforten zu kommen. Ätz�reie GeVerkfchafts-Iugenö Berlin Heute Dienstag, 10. Mai, 19>4 Uhr. tagen die Gruppen: Gcwer?. schaftsha'.rs: Jugendheim Gewertschaftshaus, Engelufer 24— 2ö. Wir und der 1. Mai.— Steglitz: Jugendheim Flemmingftr. 14t>. Spielabend. � Moabit: Jugendheim Bremer Str. 69—70. Liederabend.— Spandau-Wil. belmstadt: Jugendheim Sportplatz Seeburger Straße. Bub und Mädel.— Pankow: Jugendheim Kissingen flr. 48, Zimmer 5. Meine Rechte und Pflichten in der FG?.— Treptow: Jugendheim Elfenftr. 3(am Bahnhof Treptow). ■ri.�"end.— Frankfurter Allee: Jugendheim Litauer Str. 18. Dw Ge. werkschaftsbewegung�in England und Amerika.— Landsberger Platz: Jugend. hnm Landsberger Str. 50.— Lichtenberg: Jugendheim Doffeftr. 22. Seim. bcjprechung Berbandsbuchkontrolle.- Reu.Lichtenbcrg: Jugendheim Gunter. 44. Rechenvortrag. Arbeiterführer: Bebel, Karl und Wichelm Liebknecht � Luxemburg.— Oftcnde: Juqendheim Karlshorst. Treskomallee 4t �ant.Echule). Heimbefprechung. Unterhaltungsabend.— Wcddina: Jugendheim Willdenowftr. 5, 2 Trp.. Z. 11. Bortr.: Wir und die Nationalsozialisten.-Schöne- weche: Jugendheim Hasselwerdersiraße. Mädchenschule, im Keller. Gewerk. schaften und Klassenkampf.— Adlersbof: Jugendheim Adlershof. Bismarckftr. l. �rauenfragen: Sozialismus in der Familie.— Spielen ab 48 Uhr. Nordkreis: Sv ortplatz Humboldtha,n; Südostkreis: Svortvlatz Am Urban: Nordostkreis.- Sport. platz Einsame Pappel.— Deutscher Metarlarbeiterverband, Juqendnbteilunq: Dienstag,]0. Mai, 19� Uhr. Werbeknndgebung. Programm: Juqendspiel: Selbst ist der Mann. Ansprache. Sprcchchcr: Das Lied der Arbeit. Musik, u/'�UHr" C ��erkschafts.Jugend. Eintritt frei. Beginn Iuqendaruppe des'Zentralverbandes der Anaefteltten ycß Heutk Di-Iist°g, finden fofaendc Veranstaltungen statt: Lichlcnbcra- f.,*. rf.5Ct7n 44. Kurzreferate.- Sordocft: Jugendheim Etcnt- lr P�Tirii ifv.6 Rüstzeug dea jungen«eraerksachfterz. Rc. Ecsvndbrunncn: Jugendheim Echönstedtstr. I. pari. Diskusstonzabcnd.— Unser Sprech, und Bctdtgungschor übt von 20 bis 22 Uhr Än„r7„r5hUt® M?0®atutb" 2ir. 20.— Spiele im Freien: Heute, ah 18 Uhr, Sportplatz Rehberge.— Frankruit-Fahrer.?lchtung! Wer per Rad»ach Frank. melde sich bei Hana Richter.'Lichterfelde. Weit. Unter den hä�Trepiow 5?"itag, 13. Mai. Treffpunkt 6 Uhr vor dem Bahn. Verantwortlich fnt Politik: B.ct-. Schiff; Wirtschaft:®.«lingcldäfer- chcwerkjckmttsbevegll»-,: 3. Steinet; Feuilleton: St. John Echilow-kj- i'olale« gi-rtaa|onsst?e-: ntitz Aatstadt; Anzeigen: Tb. Slo-tei sämtlich in Berlin' Verlag: Borwartz.Verlag K m. b. H. Berlin Drnck: Varmärta.Än�dr,.le.-.i und Verlagaanstolt Paul Singer u Co. Berlin SW 68 Lindensträ'n?'z Hierzu 2 Beilagen. Leichtsinnig handelt nur der Tor, wer klug ist, beugt der Krankheit vor: Mit I Jlr, 216- 49. Jahrgang<3301�0�0 �0� �©icnsfoo, 10. Mai 1932 Der Bahnhof am Meer Zum ersiemnal seit dem Kriege ist das grö/He Schiff der amerikanischen Flotte wieder in Deutschlund. Ks sind in diesem Sommer 8 D eu t sdi land reisen oor gesehen, und zwar oon den Vereinigten Staaten nadt Bremerhaven- C o 1 u m- b u s k a j e, wo besonders vorbildliche tinrichtungen für Abfertigung größter Passagierdain pfer vorhanden sind, wie z. B.: der„Bahnhof am Meer", weiterhin Die„Leviathan", frühere„Vaterland"(58000 To.), im Dienst Amerika— Deutschland die große Oel-B ankerst ation, die ein Betanken derartiger Biesenschiffe( Europa und Bremen) in wenigen Stunden ermöglicht: und endlich die große Massertiefe am Kai selbst, die jetzt für die„Leviathan" nodi mehr vertieft worden ist. Unerlaubte Stempel So werden die Arbeitsämter betrogen Andere Zeiten, andere Verbrechen. Die Arbeitslosigkeit, die Millionen Menschen zu Unterstützungsempfängern gemacht hat, bietet abgefeimten Betrügern und unglücklichen Erwerbslosen un- geahnte Möglichkeiten. Ganze Fabriken sind entstanden, zu Hun- derten werden gefälschte Liuittungskarten und polizeiliche Abmeldun- gen hergestellt und für billiges Geld an den Mann gebracht. Bei den Arbeits- und Wohlfahrtsämtern ist die Kontrolle unzureichend, viele Tausende Mark werden an falsche Adressen gezahlt. Vor dem Schöffengericht Charlottenburg stand jetzt so ein abgefeimter Betrüger, ein vielfach auch mit Zuchthans Vorbestrafter. In wenigen Monaten hatte er unter den vor- ichicdcnstcn Namen bei den verschiedensten Arbeitsämtern mehrere tausend Mark erhalten; ein Empfang von 2S00 Mark konnte ihm nachgewiesen werden. Die Verhandlung gegen ihn bildete nur einen kleinen Ausschnitt aus dem demnächst zu erwartenden großen Prozeß mit vielen Angeklagten, die die 5)erstcllung von gefälschten Bescheinigungen in ganz großem Maßstabe betrieben. Bei dem Angeklagten por dem Sjchöfsengericht Chaptotlenburg fand xnqn zu Shause eine große Anzahl von Stempeln und Formu- I�a r c n und so lebte er aus Kosten der Allgemeinheit einen guten '-lag. Was sollte er da noch stehlen oder einbrechen, wenn das ans cinsochcre Weise ging. Das Gericht verurteilte ihn zu 2 Jahren Gefängnis und der Vorsitzende sührte zu seinen Gunsten den a b- solutc» Mangel an Kontrolle auf den Arbeits- ä m t e r» an. Im Gegensatz zu dieseni abgefeimten, gelassen austretenden Betrüger waren die fünf Erwerbslosen vor dem S ch n e l.l- schöffcngcricht traurig anzuschauen. Zwei von ihnen waren vorbestraft, alle fünf seit l a n g e m a r b c i t s l o s. Die Wohl- fahrtsunterstützung von 36 Mark monatlich reichte nicht. Sie ließen sich flir billiges Geld von einem großen Unbekannten Quittungs- karten und polizeiliche Abmeldungsformularc aus fremde Namen geben und erschienen damit in der Wohlfahrtskommission als Väter von drei Kindern. So gelang es einem zweimal Wohlfahrtsunter- stützung von 90 und 88 Mark zu erhalten, dem zweiten eine solche von 100 Mark, dem dritten Unterstützungen von 90 Mark, die beiden letzten wurden beim ersten Versuch ertappt. Die Wohl- sahrtskommission hatte nämlich eine anonyme Anzeige erhalten, daH demnächst gefälschte Lluittungskartin und polizeiliche Abmel- dungsscheine auf den Namen von Familienvätern mit drei Kindern auftauchen würden. Die Polizei legte sich auf die Lauer und stellte die fünf Erwerbslosen fest. Sie erhielten Gefängnisstrafen von 3 bis 5 Monaten. Weitere Bctrugsprozesse derselben Art stehen in allernächster Zeit bevor. Vor demselben Schnellschöffengericht mußten sich drei Polen und eine Polin verantworten. Der eine von den drei Polen, ein Landarbeiter, hatte von seinem Mitangeklagten Landsmann für sich und seine Braut für 34 Mark Quiltungskarten und einen polizeilichen Abmeldungsschein, lautend auf den Namen des preußischen Staatsbürgers Schubert, erhalten. Auf Grund dieser gefälschten Bescheinigungen nahmen sie Arbeit an. Dem Gendarm fiel es auf. daß weder er noch sie, obgleich Preußen, kaum ein Wort deutsch sprachen. Er forschte nach und siehe da, ihre Papiere waren gefälscht. Das Urteil lautete auf Gefängnis von 3 bis 4 Monaten. Berlins Not sieigt weiter. Mehr als 221 OOO Wohlfahrtserwerbslose. Die Zahl der Wohlfahrtscrwerbsloscn in Berlin, das heißt der langfristigen Erwerbslosen, die weder auf Arbeits- losenversichcrung noch Srtsenfürsorge Anspruch hoben und ausschlieh- lich von den Gemeinden erhalten werden, ist im April 1332 wiederum gestiegen- Sie betrug Ende April 1932 söhne Notstandsarbeiter) Z?t 200. grgrnüber 2öZ S1Z am Ende de» Vormonats. Sie hat dem- nach um 2,8 Prozent Zugenommen. Unter den am 30. April 1932 gezählten lvohlsohrtserwerbslosen befanden sich 88S5 Fürsorge- arbeiter, am' Ende des Vormonats waren es 7649. Ein neuer Bilderskandal. prosesior Hauser der Bilderfölschung beschuldigt. 3n einem Zivilprozeß, der das Amtsgericht Eharlot- I e n b u r g beschästigtc, sind gegen den früheren langjährigen Restaurator der Staatlichen Rlusecn, Professor h a u s e r, schwere Vorwürfe erhoben worden. Mauser hatte an Geheimrät Wigger in Garmisch-Partenkirchen für 2 2 0 0 0 Mark ein Gemälde verkauft, das von dem Holländer Jan S t e e n stammen sollte. Vor der Lieferung des Bildes ließ der Käufer das Bild aber noch durch Hauser restaurieren, und als diese Arbeit beendet war, entdeckte Geheimrot Wigger zu seinem Erstaunen, daß aus einem Hund, der vorher auf dem Bilde zu sehen war, nun eine Katze geworden war. Infolge- dessen schöpfte er den Verdacht, daß das Bild inzwischen vertauscht worden sei und daß es sich gar nicht mehr um den echten Jan Steen handele, verweigerte die Zahlung des Kaufpreises, wurde aber vom Landgericht sowohl wie vom Oberlandesgericht in München zur Zahlung' verurteilt. Hauser konnte eidesstattliche Versicherungen der Vorbesiger des Gemäldes beibringen, wonach der Verdacht eines Vertausches hinfällig sei. Nachträglich, nachdem schon die Kauf- summe auf Grund des Urteils gezahlt war, wurde Gcheimrat Wigger erneut mißtrauisch und ließ deshalb über die gezahlte Summe von 22 000 Mark Arrest verhängen, lieber diese Arrest- klage wurde jetzt verhandelt. Der Rechtsbeistand Geheimrat Wiggers, Rechtsanwalt Dr. Oskar Möhring, führte unter anderem aus, daß Prasessor Häuser vor einiger Zeit einem Berliner Rechtsanwalt für 3 5 0 0 Mark einen ange-blich echten S p i tz w c g verkauft und dieses Gemälde mit einer eigenen Expertise(Sachverständigen- gutachtcn) versehen habe. Später habe sich heraiisgestellt, daß es sich keineswegs um einen Spitzweg handelte, soiidern um ein Wert eines jetzt noch in München lebenden Malers Moralt, der es für 250 Mark verkauft hat. Häuser soll bisher diesen Vorwurf nicht entkräftet haben. Die Entscheidung in dem Rechtsstreit wird am Dienstag nach Pfingsten verkündet werden. Kehraus bei Eklareks. Jehl spricht die StaatSanValtschast fünf Tage lang. Zui Stlarek-Prozcß wurden gestern die lehlcu Zeugen gehört. Zunächst wurde noch einmal Stodtral Ncucndorsf vom Bezirksamt Mitte zu der Fohrstuht- anoelegenheil im Hause Kommandantenstrohc 80/81 gehört. ' Die Anklage vertritt den Standpunkt, daß der Zlngeklagte Bürgermeister Schneider die Sklarcks bevorzugt habe. Stadt- rat Neuendorfs bekundete, daß seine Entscheidungen in dieser Angelegenheit nicht durch Bürgermeister Schneider irgendwie zu- xunstcn der Sklarcks beeinflußt morden seien. Dann wurde die Ehefrau des Angeklagten Stadtrat G ä b el gehört. Die Staats- anwaltschast verzichtete schließlich aus die Vernehmung des llntcr- suchungsrichters, Landgerichtsdirektor R o s c m a n n, der zu gc- wissen Widersprüchen gehört werden sollte. Damit war zunächst die Zeugenvcrnchmuiig erschöpft, allerdings steht noch die Vernehmung des Zcunen Turgel, des Pelzhändlers der Sklarcks, aus, der zur Zeit verreist ist. Nach cinigeii Vorhaltungen der Staatsanwaltschast an die Au- geklagten erklärte Amtsgcrichtsrat Keßnen Wir mären damit am Ende der Beweisaufnahme, die allerdings noch nicht endgültig geschlossen werden kann, weil noch der Zeuge Turgel vernommen werden'muß und die kommissarische Vernehmung des Zeugen B a r u t h aussteht. Ein heiterep Zwischenfall. Hierans gab es»och eine Ueberraschnng. Der Vorsitzende erhielt einen Brief, nach dessen Lektüre er Leo Sklarck fragte, wo er am Sonntaanachmittag um 3 Uhr gewesen sei. Leo Sklarck: Im Eafc Grund eis.— Vors.: Nicht im Sirandbad Müogel- sce?— Leo Sklarck: Nein, ich war im Cafe. Bei uns zu Hause war nämlich große Aufregung, weil bei den Eltern unserer Hausangestellten Luise Kelch in einem kleinem Dors Haussuchung durch n c u ii Kriminalbeamte stottsand.-Ich hatte doch immer erklärt, daß ich nirgends Geld habe, und da hat man dort nachgesehen und das ganze Dorf auf den Kopf gestellt. Die Luise ist mir jetzt weggelaufen. Sie hätten mir das doch vorher sagen können mit der Haussuchung.(Heiterkeit.) Vors. (ironisch): Das wäre das richtige gewesen.— Leo Sklarck: Aus meine Ehrlichkeit können Sie sich doch verlassen, Herr Bor- sitzender.— Vors.: Sie müssen es mir nicht übel nehmen, wenn ich das.» 1 ch.t-so ohne weiteres akzeptiere.(Heiterkeit.) - Nach.-diesem hcitercn Finale ertlärien die meisten Verteidiger. daß sie aus weitere Beweisanträge verzichteten, worauf die Ver- Handlung auf Mittwoch vertagt wurde. Es beginnen die Plädoyers der Staatsanwaltschaft, deren Vertreter fünf Tage sprechen werden. Oer Lteberfall auf den �egationssekreiär. Ein Ucbcrfall, der am Abend des 22. März auf den Legations- sekretär der rumänischen Gesandtschaft, Dr. Nöty C o n st a n t i- n i d c auf dem Viktoria-Luise-Platz verübt worden war, fand vor dem Schöffengericht Schöneberg seine gerichtliche Sühne. Die Angeklagten, drei Brüder und deren Freund, waren an jenem Tag als 5)ofsänger durch die Straßen der Westens gezogen und hatten ziemlich viel Geld erhalten, den Erlös aber restlos ver- trunken, so fiaß sie am Abend nichts mehr besaßen. Daher bcltel- tcn sie zunächst aus dcni Viktoria-Luise-Platz zwei Damen an. Als der Legationssekretar auf dem Platz erschien und bcinerktc, das; die jungen Leute sich den Damen aufdringlich entgegenstellten, drohte er ihnen mit der Polizei. Daraufhin kam es zu einer Schläge- r e i, bei der der Legationssekreiär zu Boden geschlagen wurde. Die Angeklagten bestritten die Absicht eines Raubübersalls. Auch der Zeuge sah die Sache gar nicht mehr so schlimm an. Das Schöffengericht hielt daher nicht für erwiesen, daß der llebersall als Ränbübersall geplant war und verurteilte die Slngeklagten wegen gemeinschaftlicher schwerer Körperverletzung und wegen Bettelei zu Strafen von drei Monaten Gefängnis und drei Wochen Haft bis zu einem Monat Gefängnis und orei Wochen Hast. nichti wub&afaJum- r* mit diesem einzigen Wort' äußert der Raucher seine Wünsche. Dieser Name ist populär geworden, wie kaum ein zweiter.'- Uloran liegt das? Weil sie keine Werlmarken, Gutscheine und Stickereien bringt, sondern attes der Qualität zugutekommen läßt. juno•» juno die Cigarette für jeden, der Gutes schätzt! j Aus Maxime wird„Maxe". Der Mord ist gestattet Falls er von höheren Töchtern verübt wird Würde man heute so manchen Jungen oder manches Mädel rasch und unvermittelt nach seinem standesamtlich eingetragenen Vornamen ticfragen, sie kämen bestimmt in stotternde Verlegenheit: was gibt es da nicht alles sür höchst eigenartige Benamsungen? Im Namens- registcr des Kalenders kommen all diese merkwürdigen Verkürzungen und Verkrümmungen natürlich nicht vor. Es wimmelt heute nur so von Lilos und Lils, von Bert und Ben, von Gert und Joe. von Nick, Ivonne, Marime und Jose. All diese Naniensanleihen werden weib- licherscits hauptsächlich bei den Filmidols gemacht— nwn hat dann wenigstens etwas mit„ihr" gemein—. während die junge Männlich- kcit scheinbar vielfach bei der Lektüre„pumpt".(Ben Hur, Nick Carter, Don Jose). Die männlichen Filmvorbildcr haben merk- würdigerweise ganz„normale" Namen. Was die einen nun im Gefühl moderner, alles verkürzender Sachlichkeit des Guten zuviel tun, ergänzen jene Antipoden, die immer noch künftige Helden in der Wiege schaukeln. Als häufige Erscheinung begegnet man da dem Hans-Joachim, dem Korl-Martin, dem Götz-Otto, und wenn morgens die mütterliche Stentorstimme vom Balkon ertönt:„Friedrich-Wilhelm, spiel doch nicht immer ausn Damm!" dann weiß man doch, daß es noch teutsche Männer gibt! Der weibliche Nachwuchs dieser Heldenmüttcr wird ebenfalls mit langatmigen Doppelnamen bedacht. Da ist die Suse-Lore und die Eva-Maria, die Anne-Liese-Maria und, auf daß einem vollends die Puste ausgehe, die Annemarie-Luife! Selten, daß einer oder eine einen, und zwar den richtigen Vornamen führt, heute sind eben „Vornamen" und„Rufnamen" zwei getrennte Begriffe. Vielfach machen die Mütter ebenfalls diesen Unfinn mit, für die anderen aber beginnt der Ernst des Lebens, wenn Vater oder Mutter laut und deutlich das Kind beim„richtigen Namen nennen" und aus der cbiken Lilo eine schlichte Elise, aus der mondänen Joe eine simple Johanna, aus der süßen Gert eine einfache Gertrud, aus dem Ben «in Benjamin, aus dem Bert ein Berchold, aus dem Nick ein Niko- laus, und aus dem romanisch anmutenden Maxime ein echt bcrlini- scher„Maxe" wird' Auch Gtrumpf-Metzger bankerott. Der Betrieb in den Filialen wird fortgeführt. Der Pleitegeier hat sich jetzt auch in dem in Berlin gut bekannten Strumpfhaus Metzger(Hermann Metzger AG., Frankfurt a. M.- Berlin) niedergelassen. Die Gesellschaft, deren Kapital von 1 Million Mark sich im Familienbcsitz befindet und während der drei letzten Jahre schon keine Dividende verteilte, hat ihre Zahlungs- Unfähigkeit erklärt. Die Schulden werden auf 2— Ä Millionen Mark angenommen und sind durch Aktiven nicht ausreichend ge- deckt. Die Gläubiger des Konzerns, der in Chemnitz die Strumpffabrik„Hermeta" besitzt, treten am 23. Mai zur Gläubigerversamm- lung zusammen. Ein Vergleich dürste möglich und wahrscheinlich sein. In zahlreichen Städten Westdeutschlands und in Berlin bestehen Berkaussfilialen: in Berlin allein 13.. Die versuchte Rettung durch Zusammenschluß mit einer anderen Gesellschaft blieb erfolglos. Die zahlreichen Angestellten werden ihre Arbeitsstellen be- halten, da die Verkaufsbetriebe zunächst fortgeführt werden. Die Eni- fcheidung über die dauernde Fortführung hängt natürlich von dem Aussehen der Bilanz und dem Willen der Gläubiger ab. Kellner von Nazis überfallen. In der Nacht vom 30. Apr.il. zum 1. Mai wurde, wie wir erst jegt erfahren, der Kellner Hans. D. in der Stubenrauch- ftraße von einer Anzahl Nazibanditen über- fallen und beraubt, so daß D. an einer schweren Gehirn- «rschütterung und sonstigen schweren Verletzungen daniederliegt. Gegen Uhr nachts befand sich D. aus dem Nachhausewege, als er ganz plötzlich und ohne jede Veranlassung niederge- schlagen und fürchterlich zugerichtet wurde. Die Verbrecher hatten es offenbar auf einen gleichzeitigen Raub mit abgesehen. Sie st eilten D. gegen die Wand und untersuchten sämtliche Taschen: dabei raubten sie 60 Mark, die sich in einein Briefumschlag in vier 10- und einem 20-Mark-Schein befanden. Auf die Hilferufe des Kellners alarmierten die inzwischen aufgeweckten Bewohner der Stubenrauchstraße das Ueberfallkommando, das die vier Haupt- Diese Lehre ist aus einem Urteil des Schwurgerichts Königs- b e r g zu ziehen. Dieses Gericht hat nämlich die 20jährige Elfriede Peinemann aus Neuhäuser, die aus Rache den 2öjährigcn Koch Ernst Wiese erschossen hat, von der Anklage der vorsätzlichen Tötung freigesprochen und nur wegen fahrlässiger Tötung und unbesugten Waffenführens zu einer Gefängnisstrafe von neun Monaten verurteilt, die obendrein mit Bewährungsfrist ausgesetzt wurde. Folgender Sachverhalt lag vor: Elfricde Pememann ist die Stieftochter eines Dachdeckermeisters aus Neuhäuser, dessen Frau im Nebenberuf noch eine Fremdcnpension und den Ausschank in der „Strandhalle" betreibt. Die Stieftochter hat eine sorgfältige Erzie- hung, u. a. in einem Schweizer Pensionat genossen. Zwischen ihrer Familie und der des erschossenen Wiese bestanden freundschaftliche Beziehungen. Der Koch Ernst Wiese neigte jedoch zur Trunkenheit und hat im alkoholisierten Zustaud mehrfach unflätige Bemerkungen über die Elfriede Peinemann gemacht, sich auch früheren Geschlechts- verkehrs mit ihr gerühmt. Statt aber gegen dieses gewiß verwerfliche Treiben den Schutz de? Gerichte anzurufen, wie das andere Leute auch tun müssen, griff Elfriede Peinemann zur Selbsthilfe. Sie hatte einen Bekannten namens Borowski, der in der Lokalität ihrer Stief- eitern Aushilfskellner gewesen war, und als strammer Nazi wohl mit Waffen umzugchen verstand. Er ließ sich ohne weiteres als männlicher Beistand zu der beabsichtigten Tat gewinnen, besorgte einen Revolver, erläuterte der Peinemann die nötigen Hand- griffe und gab auch mit ihr zusammen Probeschüsse im Walde ob. Nachdem sich die beiden gemügend einexerziert hatten Donnerstag! dem 12. Mai 1932, 8 Uhr abends, spricht im Lehrervereinshsus(Großer Saal). Am Alexanderplatz, im Rahmen einer deutsch>4 Uhr. Priiiaten. Alcranderplah. Reichsdund der Kriegsbcfchädigica, Kricgstcilaehmer und Kritgerhinfer- dliedcnen, Ortsgruppe Westen. Beztrtsversainmlung und gahlabend im Ratio» Nalhof, Biilowstr.'il, 20 Uhr.— Vczirl Osten V. Dienstag, 20 Uhr, Große Franlfutter Sir. 30. Referat: Versicherung und Krankenlatfe. Deutscher Freidenkeroerbaad, G. V., Ätzis Lichlenberg. Dienstag, 10. Mai, lift». Uhr, bei Roßii, Giirtelstr. 28, Mitgiiedeiversammlung der Etrastenziige Gürtel., Dosse» und Ktonprinzcastrastc. Vortrag des Genossen Mehlhose: Unser« Freidenterbewegunq. Ohne Mitgliedsbuch kein Zutritt. »urzschristvereia Berlin. Kreuzberg lSfolze.Schreq). Dienstag. 10. Mai, 10y. Uhr, Knabenschule Miillerstr. lös. Ecke Triftstrabc, Aebungsstnnde. Gäste willkommen. Polizeilportvcreiu Berlin, t. B.. Abteilung Einheitskurzschrisl. Regel. mäßige llebunasabende an allen Wochentagen auger Eonitabends und Sonn» tags im Polizetschulgebände. Hannovetsche«Ir. 28—30. 2. Stock, Z. 10. Beginn 19V4 Uhr. Anfänger», Fortdildungs. und Redcschriftknrse. Auch fiir Zivile. Met Metallarbeiter-Mnii Vei waltangsslelle Berlin Todesanzeige Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Kollege, der Former dvsei Kolsr geb. 2. Fedruar 1877, am 7. Mai gestorben ist. Ehre seinem Andenken! Die EinSscheruua stndet am Don» nerstag. dem t2. Mai, 13v, Uhr, im Krematorium Wilmersdorf, Berliner Straße lOf/IOS. statt. Rege Beteiligung wird erwartet. l>le OrtsvervaltuB«. ElntlslisverDanö fl.Eisenöahner Seut S Wochen). Verntchestalche 1 J((l Woche au»reid>end). Ihr Knoblauchsaft wirkt wohl- Inend aus den gesamten Orga. nismu», Verdauung. Appetit u. Schlaf ist bedeutend besser Ich ipreche Ihnen daher meine vollste Anerlennung ans. Flau Sehcimrat Beyers. dors, Stettin, Bismatckstr. 715, III In Apotheken und Drogerien zu haben, sonst direkt Dr. Zinsser Leipzig 25 Engros-Ansiieietungs- läget: Berlin E 23, Prenzlauer Straße 20. Tel.: E 2, Kupfergraben 2274. 60000 Anerkennungen über Zinsser-MtUel. ZvmmerirttMe. lfÄhe Kleines Landhaus, an der Elbe gelecken, nahe böhmische Grente, Dampfschiff- und Eisenbahnstation, Wald und Wiesen, bietet Erholung. Zimmer mit Bett pro Woche 8 M. Einzelne Mahlzeiten nach Wunsch. Anfrag: Gr cte Harcfa, Krippen, Knusperhäusel(Sächsische Schweiz)- Genossen, kommt an den Rhein! psnsion Sssquit Bacharach o. ÄS., Aul der Mauer Ganze Pens. 4,30 M. Bad im SSoufe Jim. m. Frühst. 2.23 M. Rheinterrasse vonnerskag, den 12. Mal. abends 7 Ahr, im JZarkerresaal des Verbandshanses. «Hälfrr Strotze 86 88, Eingang B Bran 20 Uhr. Zur Aufführung(irlanflt ein Stcnrriffpicl: Unser Gruppenlehen.'■■ bitten die Parteimitglieder, die Veranstaltung zu besuchen und der SAI. fernstehende Jugendliche zuzuführen. 14. Äreis. Die Kassierer werden gebeten, die nicht verkauften Maifeierkarten umgehend im Parteibüro abzurechnen. 17. Kreis. Deutscher Freidcnkcrverband. Heute, 20 Uhr, Mitgliederncrsamm' lung der Straßenzüge Gürtel-, Doste.' und Äronprinzenstraße bei Roßki, Gurtelstr. 28. Vortrag des Genosten Mehlhose: Unsere Freidenkcrberoegung. Mitgliedsbuch dient als Ausweis. 47. Abt. Heute, 20 Uhr, Funktionärbesprechung im bekannten Lokal. 127. Abt. Besprechung der jüngeren Parteimitglieder wegen der Pfingstfahrt nach der Mitgliederversammlung am Mittwoch. kann der„Vorwärts" und der„Abend" auf jede Dauer allerorts m bezogen werden. Touristen und Wanderer ■ fordern das Zentralorgan der Soeialdcrnohratischen Partei Deutschlands hei den Bahnhofsbuchhandlungcn, Zeitungs- Kiosken und sonstigen Verkaufsstellen. H lassen sich den„Vorwärts" durch Postüberweisung nachsenden. Die Postbestellgebühren betragen nur 72 Pf- im Kalendcrmonat. Wird Nachsendüng unter Streifband gewünscht, so beträgt das Porto Wochentags 10 Pf. Sonntags 15 Pf. Benachrichtigung an die Ausgabestelle oder an den Verlag möglichst eine Woche vorher erbeten. Laubenkolonisten in Groß-Berlin wird der„Vorwärts" durch Boten rugestcllt. Genaue Beicichnung der Laubenadressc ist erforderlich. Mitgliederversammlungen und Zahlabende am Mittwoch, 11. Mai. Dn» Thema lautet in allen Zahlabenden und Milzliederoersamm- lungen, sosern keine besonderen Angaben gemocht sind: Aach der Preuhenwahl— politische Lage". 6. Abt. Zah labende in folgenden Lokalen: Gruppe Seifert, Cchwedter Str.?2; S6)ulz, Elsäster Str. 86: Hacker, Swinemünder Str. 11; Rudolf, Schwedter Ecke Rheinsberger Straße. 7. Abt. Zahlabende in den bekannten Lokalen. Bei Bärwalde, Schlegelfir. 8. Referent: Leo Sternberg. 8. Abt. Zahlabende bei Seiler, Steinmekstr. 29. Referent: Dr. Alfred Gnrau. Bei Plath. Lützowstr. 7. Referent: Arthur Börner. Abt. lotsen,, �,1,,,,� int C7J i. ,, ,, u„ T-.. Postabonnenten in. 14. .U. -wiipiawuL. I..llllJUl-oumcc. «bt. Mitgliederversammlung im Paßendofer, Turmstr. 25. Abt. Zahlabende in den bekannten Lokalen. 1 ilUjv Jl, V�ltaifUTlDEt OlC..10, ÜCl VilPCRIC, . Ü4: bei Kurbowsti, Feldstr. 3. Referent: Walter Raue. -???' c Zahlabende finden in den bekannten Lokalen statt. i. 1 l hl et ln T rn In r* vt Na... Na.. 1....... ä... v/—* l.... Iß. 17. 18. 19. 20. 21. 24. 24a 28. :l0. 31. 32. 33. 35. 36. 37. 38. 39. «Sa 41. 42. 43. 45. 46. 47. 48. 5!. 58. 54. 56. luuLtluc iii lirii oerannren �oraien. itgliederverfammlung. Achtung, neue. Lokal! Im Arbeiter- c-Bund.HauS' Iostystr� 4�beim Kaufhaus Jonas). Referent: Jockel ~-'v llltirtll III lilll UCLUIUIM Abt. Zahlabende in den bekannten Lokalen. Abt. Zahlabende bei Sachse, Lindower Str. 26: Schade, Kösliner Str. 9° v-tman. Hochstr. i>-, flrcplin, P-nfstr. 42; Sotgafi, XIfctftr. 12; Semnig. Ufctstr. 13. 16t. Johlobcnbe in brn bekannten Lakaien. SnO. Bezirk bei Schrepek, Grrmthalee Str. 15. Reierent: Sieairieb Lea.«II. Sezirk im Lakai tbrürr. Ibaler Str. 86. Referent; Sbuarb Zacheri. 815. Bezirk bei Wiener. Solbinec «traße 8. Referent; Dr. Kreil. «6t. Heute. Dienstag. 10. Mai. bei Aontfe. Schuf. Ecke Sbrisfianiaktrake. Referent: Leo Sternberg. Mittwoch. II. Mai, bei Stenzel. ödiwebenstr. I?. Referent; fcern, Läwi. Bei ffienbe, Solonieftr. 147, Referentin; Äriebn Rasenthal; bei Pose, Kolaniestr. 15. Referent:«uzust Riemann; bei �rümer.rie. Ecke Aeibliner Strafte. Referent; Dr. Walter Graft. Abt. Aaftlabenbe in ben bekannten Latalen. Der Bezirk 740 halt seinen Zoblabend im Lokal Herms, Müllerftr. 25, ab. . Abt. Zahlabende bei Lofchke, Antwerpener Str. 9. Referentin: Minna �odenbagen; bei Boß, Antwervener Str. 6, Referent: Paul Hoffmann; bei Kawan, Lütticher Gcke Brüsseler Straße, Vortrag:„Der Etat Berlins". Referent: Paul Robinson: bei Borkowski, Brüsseler Str. 43, Referent- o. Gott; bei Senkel, Rtrechter Str. 10. Referent: Frit, Zimmermann: bei .ireitag. Luxemburger Ecke Genter Straße, Referentin:' Dr. Moria Kirsch: bei Barts, Fahrer Str. 7. ' �bt. In allen bekannten Lokalen Zahlabende. Vortrog und Diskussion: „Was wird in Preußen?" Abt. Zahlabende in den bekannten Lokalen. -Abt. Earl-Legien-Gruppe.„Hermannsheim." Ant. Zahlabende an bekannter Stelle. Zahlabende in den bekannten Lokalen. Abt. Mit��----- 1------ r---- Samariter.__...w-JHi! Meier. Funktionäre eine Stunde früher. Abt. Zahlabende in den bekannten Lokalen. ��Ä�debei Owlbrchmibt. Stolnische etc. 36. Scrnnrich, Borftagenec SrrQBe_ 72, Merftner, Schivelberner Str. 34. «64. sablabenbe in folgenben Latalen; Grnnne I bei Swerf, Gr ICrank. Weier Str. 30...Mreterrerbt nnb Mieterfchuft". Referent Stabtrot irabinnke- Grupnc 2 brt Hühner, Panl-Sinaer-Strafte 05; Grnnne 3 bei Dresärer. «tra.auer Plaft 5; Grnnne 4 bei Haberlanb.«nbreas, ffde Lrolznrarktftr.; Grnnne 5 bei Valentin,«rautstr.:t6>; Grnnne 6 bei Walfow. Kraul. nrafte 56a; Bez. 304/05 bei Schiöder. Sttcbndjnfcibet Etr 24 «bf. fiablabenbe der Müller. Referent Ö. Poblino;..Ne;,�. aus bem Bezirk Zereberchsharn"; bei Peholb. Referent Gen. Kirsch..Politische Laqe"; bei �oiak, Referent: Gen. Grünzel..Reparationen nnb Staatspolitik?, bei. In er tan a. Referent D. Tbenner„Renarationen und Slaatr-nolitik"; bei >ooiimonn. Referentin- Else' Michaelis„Das Wirtschaftsproaramni' ber treien(beroertirfKifleii";. bei Ballenliach.. Referent K. Lebrrr;.Das Wirf ht|astsnro->ramm ber freie» Gewertsd, asten". V--". N>nbe»be; l. Grnnne Keim. Riaaer- Cike Prnskaner Str.; 2. Grnnne i? Z, Ä�,f r'. Sniatfir.; fficunne Schule, gamariterftr. 20; 4. Grnnne „emble cdiremerftr. 38; 5. Grnpne Grannner, BoilUfir 25 «61..aohlobenbe: I. Bezirk bei Bnfch. Tilfiler Str. 27;' Bezirk bei Sorn,.�ornborfer Eike Löwestr.; 3. Bezirk bei Kirsch. Petersburger Strafte. «6t. 0. Bezirk bei �6ertnftr. 10; 4. bis 0 Bezirk bei Raschle. Plotlernftr. 11. «bf. Sabtabenbe; Bezirk 180-- bei Gnft. Wilhelm. Stolze. Sir. 34,-Referent Gen. Kiefthna; Bezirk 181, 185 bis 187 an bekannter Stelle. Referent Gen. iRodjomffi: Bezirk ISS nnb 105 bei Snätb. Geo; aenkirchstr. 65, Re- ferent Gen. Buchner.«de anberrn 13 Bezirke an bekannter Stelle Abt. Mitflliebernerfninntlnnq im Banoewerksbans. Groftbeerenfir 06 »Polizei und Ärbeiterfchaft". Referent Ernlt SilbebronM. "bf.. rfohlinotqen früh 5 Uhr im Marko rafeneek. Markoraken- Ecke Benelstr „.zwischen Reich»nb Prenften". Reserenfin Mathilbe Wurm, M. b. R! «6t. Zahlahenbe in ben bekannten Lokalen. «6t. ftaTjIabcnbe in beit bekannten Lokalen. «6t. 20 Uhr..lahtahenbr in ben bekannten Lokalen. «bt. Zahlahenbe in foloenben Lokalen; Grnnne Rnben. Torster Str. 0 bei SdiNtsch; Gruppe Hoch. Reiibenberaer Str. 106. bei Winzler; Grnnne Kinski, hütt',C' Miunich; Gruppe Graft, Wiener Str. 57a, ffriebens- «6t. Mitoliebernetsaimiilnng in ber Echulaula Enrlizer Str. 51. Referent Dr.- Karach. «6t. Zaftlabenbe 82/83. Stabtbez. bei Rararins, Abalbertfir. 10; 07. Stobt» bezirk bei Liec. Rannynstr. 0; 98 Stabtbez, bei Siebentont, Miiskauer Strafte 35; 00,100. Stabtbez. bei Taube, Manteiiffelstr. 8; 101/105. Stabtbez. bei Lehmann, Mnskaner Str. 1, Ecke Zenohoffir. «6t. Zohlabenbe in ben bekannte» Lokale» Bei Ehemann. Branbenbnro- fttoftc 1 2, Referent«Ifteb Markwift, bei Buschmann. Ritterstr. 33, Referent Gen. Zippel. «6t. Zablabenbe; 1. Gruppe bei Schellhadt. Könioin-Elisaheth-Str. 6, Referent Dr. Milkowsti; 2. Gruppe bei Zamin, Sopbie. Charlotte. Str. 88 Rekerrnt Herbert Dewalb; 3. Bezirk bei Hamann. Sophie. Charlotte-ötr. 78. Referent-Watter FneMünber; 4. Grnnne bei Gufti, Babeaiistalt-Suhleben, Referent Gen. Amhoff. «6t. Zablahenbe bei Schmeitert, Erasmusstr. 2, bei Lux, Hutten. Ecke Ufnanstr., bei Homer, Eickingenstr. 55. «6t. Die Zahlohenbe sollen ans. «bt. Zahlahenb 1. nnb 3. Grnnne bei Lierfch, Snntftr. 62, bei Inskawiak, Holftcnborffftr. 20�..Rechte nnb Pflichten ber Mitgliebcr in ber Partei", nteiercnt Henni Drnnfel. I müssen die\achsendung unter Beifügung von 50 Pf. in Maiken mindestens 2 Tage vor der Abreise schriftlich bei der bisherigen Zustell-Postanstalt beantragen. Vorwärts-Verlag 82. s». 89. 92. 93. 94. 99. 100. 101. 110. 115. 118. 119. 122. 122a 131. «bf. Zohlabenbe 20 Uhr: 1. Grupne bei Äriibf, Kontur. 51, Rrfereni Je» zirfsnerorbnetor Gen. Mickler; 2. Gruppe bei Thunack. Wielanbitr. 4, Re» ferent Stadttat Den. Harlift; 3. Gruppe in ber SnorManse. Bielanbftr. 40. Referent Bürzermeifier Gen. Dr. Herz. «bt. 20 Uhr Mitoliebernerfammlung. im Lokal„Zum Heibekruz", Nnb. Marfanb, Ronnenbammallee. «6t. Kablabenbe 20 Uht: 1. Bezirk bei ZSanbtke. Bahnftr. 35. Bortrao bes Gen. Rein ,.2!ach be» Wahlen": 2. Bezirk bei ÄÜDrnet, Houptftr. 8. Gen. «. Hofmanil spricht über„Das Arbeitsbeschaffiinosprooramm bes-A f«; Bunbes": II. Bezirk bei Echmibt, Ebersftr. 18. Bartrao bes Gen. Willi Sdiraber„Meine Erlebnisse als Arbeiter in Sawietruftlanb": 4. Bezirk bei Christ, Ehersstr. 40, Gen. Dr. Kranft spricht über„Das wird in Prenften «bt. 21 Uhr im Hefmhalfz-Gnmnafium. Rubensstt.. Mitoliebernersamm. luna:„Der Ausfall ber preuftifchen Lanbiagswahle» nnb unsere künftioen Anfoaben", Ref. Dtto Tost.... Abt. Zohlabenbe. 20 Uhr. I. bis 3. Bezirk bei Klabe. Hanbierhitr. 60 61, „Palitifcho Lage". Rer. Gen. Helwio; 4. nnb 5. Bezirk bei Baoinlki. Stubenranchstr. 22...Dirtfchaftsiragen", Ret. Gen. Klein; 6, Bezirk bet Lehmann. Barn- Ecke Büfinostr.,„Das Wirtschaftspragramm bet freien Gewerkschaften", Ref. Genpsfin Sdiul.ze. «6t. Zohlabenbe 30 Ubr: 1. nnb 2. Bezirk bei Schellhase. AlzornNr. 15». Referent Inf. Schlips; 3. nnb 4. Bezirk hei Richter. Zelbstr. 8,„Umbau bet Wirtichaft". Ref. Gen. Denicke: 5. Bezirk bei öelir, Bismarcksir. 65, Ref. Gen Dittrner; 6, Bezirk bei R!ed)Ier, Am Markt 3, Rek Dr. Hanbach: 7. Bezirk bei Bielifter. Sübenbr, Stenbaustr. 1 Ecke Albrcditftr.. Rrf. Berulxirb«rüget; 8. Bezirk hei Thiel. Siemens- Ecke Biribnschftr., Jäanh- wirilchait nnb Sozialismus", Re'. Gen. Fengler; 9. Bezirk bet Ipchulz, Birkbinchstr.OO. Ret. Dr. Eberlein. «bf. Sohlabenbe: West bei Rohbe, Hnibeiiburobomm Ecke Roonstr.. Ref. Gen. Robbe; Dst bei Bnberick, Lorenzstr. 56, Ref. Dr. Hubert Krnger; Süb bei Stilfch. Berliner Str. 123b. «bt.-.0 Uhr Zahlabrnbe; 1., 3-, 7. Bezirk bei Reumener. Kaiierstr.; 3. bis 6. Bezirk bei Görlitt. ffhauficeftr. 19; 8. bis 10. Bezirk bei Schönau, Zticbenftr. 6. «bt. 30 Uhr Zohlabenb in bet Schule Roonstr.. «bt. Zohlabenbe: bei Branbt, Vfliiaerflr.>0, Ree. Hans Marr; hm Knlisch. Hohrechtstr. 62. Ref. Dr. I. Schlefinger; bei Schulze, Renterftr. U, Ref. Kurt Lücke. «bt. Zohlabenbe 20 Uhr: Bez. 29a, 54, 55: Rippert, Harter Str. 88. Anten. politische Ztaoen. F.?. Furtwangker. Bez. 51, 58. 69; Illaerheim. Wilben- brnchlir. 81. Die Sozialnersidienrno. Seine Backhaus. Bez. 52, 53, 57; !riebier, Sd>anbanee Str. 1. Ref. Willi Woiff. Bez. 56; Zitcher..Seihet- heroer Str 31. Ref. Kurt Ecuer. Bez. 59. 81. 82; WoltX Kaiier.Fnebrid'. Str. 173. Ref. Karl Baum. Bez. 62, 80. 85: Borchert. Rofeggerstr. 0. Ref. Hans Dürft Bei 63. 79; Simon. Berthelsborfer Str. 9. Ref. Börner. Bez. 87. 88: Schneiber. Rofenstr. 7. In allen Abenbeii Thema;„Die noiitifche Laae".„.,,„« «6t"ahlabenbe: Bez. 84. 86, 103; Lokal Damm. Hertzberoitc. 32. Bez. 83. 105; Lafol Schumann. Treptower Strafte. Ecke Weterstrafte. Bez. 104, III, 114: Lokal Stolz. Böhmische Str. 43 44. Bortrao bes Genossen John; ..Kommuntstisches Monisest". Be,. 106. 107. 110; Lokal Einkop-. Morel». strafte Genosse Dr. Herft;„Die politische Lage". Bez. 108. 109; Lokal Bär- Winkel Genosse Weinauge;..Dirlschofiskrise nnb Arbeitsbesd)otsnng". Bez 112, 113: Lokal Jost. Riemeftitr. 19. Bez. 115; Lokal König. Kanner. strane 14. Bez. 116, 117; Lokal Prihkow, Riicharbftr. 53. Genofie» nnb Genostinnen erscheint püaklich 19'/' Uhr. «6t Zohlabenbe;-Bez. 40, 69; Lokal Knh-elb. Ltchtenraber Etr. 58. Bei. 42. 66; Lokal Lenk, Selchower Str. 6. Bez. 67, 68; Lokal Breuer. SchiOerprome. »ab- 39'Bez. 71.' 942 95; Lokal Schtöber. SleinMeftltr. 52. Bez. 97, 98: Lokal firoetra; CkcTftr. 5;.?«. 70, 03, 96 t 8 Tage später bei Kwella, Okerstr-l-l........................ «6t. Rilglieber-nsammcnfnnfte. Tagesorbnnng; I. Was»im? 2. Grschäft- liches nnb Abtei lungsanaelegenheiten. 1. Biertef bei Keusch. Hägerstr. 10. Res Genosse Keld, 2. Viertel bei Klein, Prinz.Haiibierh.Str. 34. Ref. oVnaife»lauftner. 3. Viertel bei Haase, Steinmeftstr. 78. Res. Genosse «fd*nbrennrr. 4. Viertel bei ffitieger, Leffingftt. 9. Ref. Genosse Zechner. Rlitgliebsbndi bient als Ausweis. «bt. Zohlabenbe in offen Bezirten in ben bekannten Lokalen. 147. nnb 148. Bezirk bei Schmibt. Chonffceftr. 27. Ref. Tbeobor Koftnr. 156., 157., 158. nnb 159. Bezirk bei Triftram. Bürgerstr. 48 49. Ref. Gottlieb Reese. i.«bt Zahlabenb 19'/, Uhr bei Rnnpert, Reuköllner Strafte. Ref. Stab!» rat Lücke. Abt. Zahlabend in folgenden Lokalen: 1. Bezirk: Gräßstr. 1. Referentin Luise Möhler. M. d. L. 2. Ve.;ir!: Man,;. Kielhol, str. 21.„Die internatlo nalen Verpflichtungen des Proletariats." Ref. Gen. Wiggenhausen. Der Z. Bezirk tagt erst 8 Tage später. Nähere? wird noch bekanntgegeben. t Bezirk: Doehlinq. Kiefhol,.-. Ecke Elsenstraße. Ref. Dr. Friß Echlo«. Bezirk: Lokal. Beermannstr. 10...Die Finanznot der Stadt Berlin." Referentin Ella«lap. 6. Dezirk: Günther, Am Treptower Park 68. Ref. Dr. Hau? Wiener. Abt. 20 Uhr Mitgliederversammlung bei Werner, Köpenicker Etr. 12). Ref.' Genosse Plettner. Abt. Bei Eeivke, KronvrinAenstr. 47, Mitgliederversammlung. Res. Dr. Gastau. Mitgliedsbuch ist als Ausweis mitzubringen. Abt. Bei Tempel. Gudrunftr. 7, Miigliederversammluna. Ref. Max Ulrich. Abt! Zahlabende bei Wegener. Frankfurter Allee 233. Ref. Georg Müller: bei Klucke. Echeffelftr. 10. Ref. Franz Böhme; bei Schmidt, Landsberger Ebaussee 11. Ref. Heinrich Iakubowicz. Abt 20 Uhr Zahlabend bei Porath. Marzahner Etr. 31.„Dialektik und materialistische Geschichtsauffassung des Marxismus." Ref. Dr. Gregor Bienstock. Abt. 20 Uhr Mitgliederversammlung bei Kindscher, Köpenicker Etr. 16-, 16i. Bahnstation Vuhlhcide. Ref. Richard Junge. Abt. Zahlabende finden statt: Mahlsdors.Ort im Lokal Ander?. Babnhos. 128. Abt. Zahlabende: 1. Bezirk: bei Noock. Kaiser.Friedrich.Etr. ZA. Ref. Gen. Vergin. 2. Bezirk: bei Griffel, Kaiser.Friedrich.Etr. 15. Ref. Wilhelm Tietgens. 3. Bezirk: bei.<5aber. Berliner Etr. 86. Ref. Ernst Neumann. 4. Bezirk: bei Fulde, Berliner Etr. 07. Ref. Dr. Gerhard Luckow. 5. Be� zirk: bei Lehmann. Mühlenstr. 38. Ref. Kurt Großmann 6. Bezirk: bei Bader, 5vissingenstr. 4. Ref. Aar! Echoodt. 7. Bezirk: bei Hein«,.Lissingen- straße 46. Res. Gen. Dziobeck. 8». Bezirk: bei Grosse, Kisstngenstr. hl. Ref. Georg Wendt. dl». Bezirk: bei.�aegler, Kissingenftr. 24s. R?f. P. Schaffer. 9. und 70. Bezirk: bei Lehmann, Mühlenstr. 38. Referentin Margarete Echenkolowski. 12S. Abt. Zahlabende: 1.-4. Bezirk: im Eängerheim. Floraftr. 9-">. Ref. Gen. Hanebuth. 5.-8. Bezirk: im Türkischen Zelt, Breitestr. 14, Marktplatz. Ref. Willi Echte. 9. u. 10. Bezirk: bei Neumann. Mendelstr. 17. Ref. Dr. M. Hanisch. 131. Abt. 20 Uhr Mitgliederversammlung bei Pfeiffer. Nordend, Blankenfclder Etr. 20...Die Lehren der verflossenen Wahlen und Bericht vom Bezirk». Parteitag." 134. Abt. Zahlabende. Gruppe 1: im Lokal„Zur Tanne", Bücher Aue 31. Gr. 2: bei Göpfert, am Bahnhof Buch. Gruppe 3: bei Sonnet, Park» Ecke Schönower Straße. 136. Abt. Zahlabende in den bekannten Lokalen. 137. Abt. Zahlabende in den bekannten Lokalen. 738. Abt. Zahlabende: bei Schade, Berliner Ecke Veitstraße: bei Tornow, Schliever- Ecke Treskowstraßc: im Lnzeum Cteinbergstroße. Miet. und Woh» nungsrecht. Referenr: August Pattloch. 146-,. Abt. 20 Ubr Zahlabende in sämtlichen Bezirken in den bekonnten Lokalen. Die Bczirksführer laden ein. * Kolonie Alpenbsrge(Buch). Zohlabend Donnerstag. 72. Mai. 20 Uhr, bei Klemmer. Genosse Karl Gawlitta spricht über: Die politische Lage. Jrauenveransialwng. 13«.«6t. Donnerstag, 12. Mai. 20 Uhr, Hrlierinnenfitznng in der Parack« Linbaner Strafte. Arbetter-Lildungsschule. Der Zeniralknrsns Friebrich Off fallt am 10. unb 17. Mai aus. Wieber, beginn am 24. Mai. Arbettsgcmeinschost der kinderfreunde Grost-Lerlin. ti'-m Tiergarten. Alle Eltern, bereit flinbet an ber Piingstfabrt feil- iLM nehmen, ober fich am Zelt- ober Nestfalkenlager beteiligen, kämmen jt heuie, Dienstag. 18 Uhr, zu einer kurzen Jefprediung nach bem .....Ix Heim Walbenierstrafte. Kreuzberg. Unsere Lagergemeinschaften tagen an fnfgenben Daten; Mai, 25. Mai. 8. Juni. 22. Juni nnb 29. Juni. Die Abtei- — 5V... lungsicitcc mütten ihre Falken barauf aufmerksam machen. Abt. Steglift. Grnnne Albrechtstrafte. E- wirb bie Pfingstfahrt besprachen. Bringt neue Kinber mit._...„„. Renkölln. Alle Gruppen, bie am Ptingstlager tn Brietelang unb Heibefee feilnehmen, sinb heute, Dienstag. 174.1 Uhr, aus bem Sportplaft Sannenaller. Lagerbesprechung unb Zeltnerteilnng. Sterbetafel der Groß-Berliner Partei-Organifabon 125. rienburger Str. 8. Gen. Hans Martens spricht über„Politik auf Aus. landswanderuugen". Abt. Zahlabende bei(ballas, Lehderür. 722. Referentin Marie Krifchc: bei Fitzner. Pistoriusstr. 1V3K. Ref. Viktor Krüger: bei Tscherniiewfki, Rölke. straße 772. Ref. Heinz Mcny; bei Stärke. Tassostr. 76: bei Krause, Schön. straße 5». Donnerstag, 72. Mai, Zahlabend bei Peters, Lichtenberger Straße 72. 25. Abt. Unsere langjährige, treue Parteigenossin Marie Alisch, Berlin NO. 18, Echneidcmühler Str. 71, ist am Mai verstorben. Ehre ihrem An- denken. Die Trauerfcicr findet am Dienstag, dem 10. Mai. 18'.. Uhr, im Krematorium Gerichtstraße statt. Um rege Beteiligung wird gebeten. 83. Abt. Am 4. Mai verstarb unser langjähriger lieber Genosse Hans Lange. Ehre seinem Andenken. Einäscherung Dienstag, 70. Mai, 78 Uhr, im Krematorium Wilmersdorf. Um rege Beteiligung wird gebeten. it R Sozialistische Arbeiterjugend Groß-Verlin Einsendungen für diese Rubrik nur an das k'Ugendsekretariat Berlin EW 63. Lindenstraße 2. vorn 1 Treppe rechts. Proletarisches Orchester der EAI.: 2. Musizierstunde Freitag, 27. Mai, im Saalbau Neukölln. Bergstr. 147. Einlaß 79 Uhr. Beginn 19', Uhr. Eintritt 30 Pf. Wanderleiter-Konserenz Mittwoch, 71. Mai. pünktlich 19U Uhr, im Herm ED., Lindenstr. 4, v. 1 Treppe. Jede Gruppe muß vertreten sein. Heute, Dienstag. Uhr. «tfononlaft: Elifabethkiichstr. 19. Bunter Abenb.—«ewerlschaitshaii«: Köpenicker Str. 92. Bunter Abend.— Köllnischer Park: Waisenstr. 1«. Licht-. bitder: SA?.— Rosenthalcr Borsladt: Tieckstr. 18. Hof ll. Lustiger Abend.— Zentrum: Waisenstr. 18. Lichtbildervortrag.— Brunncuplatz: Pank. Ecke Wiesen- siraßc. Gewerkschaften und Wirtschaftskrise.— Gesundbrunnen I: Gotenburg er Straße 8. Iugendverbände.— Gesundbrunnen II: Kolonie str. 8, 3. Hof, 1�- Entstehung des Faschismus.— Humboldtha,n: Weiße Schule. Putbusser Str. 3. Eutstehuug der modernen Arbeiterbcweaui'.g.— Norden: Lortzing. Ecke Graun- straße. Tagespolitifche Frageit.— Echillcrpark: Schule Schöningstraße. Mi:- gliederversammlung. Wedding: Willdenowstr.•'), Raum 8. Äitgliederver- faMMlung.— Wedinq-Rord: Turincr Ecke Seestraße. Freikörperkulbur.— Araimplatz: Sonnenburger Str. 20, Znnmer 4. Karl-Mor-Feicr.— Arnswaldce Platz I: Schönlankcr Str:- 11. Baracke 6. SPD. und 6A3.— Helmhöltzplatz: Kastanienallee 81. Ferdinand Lassalle.— Hohenschönhausen: Dingel, tädicc Straße. Mädelabend.- Nordosten 1: Danziger Str. 63. B. 3. Einführung bei: Sozialismus, l. Teil.— Weißensee: Lyzeum Parküraße. Mitqliederve?» sammlung.— Hasenheidc: Schule Wastertorstr. 4. Aufbau unserer Organi- sation.— Köpenicker Viertel: Manteuffelftr. 7. Mitgliederversammlung.— Rcichenberger Viertel: Reichenbergcr Str. 66. Tagespolitik.— Süden: Borck. straße 11. Unsere Volksvertretungen, 2. Teil.— Südwest: Lindenstr. 4, v. i. Sexuelle Frage.— Friedenau: Offenbacher Str. 5*. Portrupp, FGI. und SA?. -- Schöneberg l lR.-F.): Hauptftr. 13. Kapitalistische Produktionsweise.— Schöneberg 17: Hauptftr. 13. Von: Einzelkampf zum Mastenkampf, Lichtbilder. —- Ebarlottenbnrq: Rosineustr. 4. Preußenwahlcn.— Charlotten bürg. Nord: Kaiserin-Augusta-Allee 97b. Tagespolitik.— Westend: Sportplatz Westend. Mit- gliederverfammlunq.— Steglitz I: Albrechtstr. 47. Sozialies Wandern.— Neu- Trmpelhof: Winsgenstraße. Literarisches.— Britz: Rathaus, Ehausteestr. 48. Freikörverkultur.— Neukölln I: Sander- Ecke Hobrechtstraße. Entwicklung der Gewerkschaften unter besonderer Berücksichtigung der kapitalistischen Krise..-- Neukölln ll: Etcinmetzstr. 94. Wandern und Freikörperkultur.— Neukölln III: Ziethenstr. 38. Freikörperkultur.— Neukölln IV: Kanner Straße. Aufgaben d• auf Massenbetrieb eingestellt, in Großstadt der Provinz Sachsen, wird zahlungsfähiger tüchtiger Pächter gesucht. Das Stadion ist von der Stadt aus leicht zu erreichen, besitzt moderne Sportanlagen, u.a. Schwimmbad mit Strand, Tennisplätze, Auiopark- platz usw Erforderliches Eigenkapital 40 000.— M. Interessenten werden gebeten, ausführliches Angebot umer N. 1P9 an die Expedition dieser Zeitung zu richten Erika v. Thellmann i Theodor Looe — Feuersozieiäi— i der Provinz Brandenburg Genocinnötzlge Brandversidierungsonftalt a. G. Auszug aus der Bilanz för das Rechnungsjahr 1931 Aktiva: BM Wertpapiere................................ 2 138 408,12 Hypotheken- und Grundsehuldfordcrungen 2 684 302,13 Grundbesitz................................ 854 562,98 Sonstige 7 erniöprensbeslände............. 1 293 328,0t Guthaben bei Kreditanstalten 791 143,69 Passiva: RM. Schadenrcscrven........................... 2 119,06,01 Tcchnisdtc Reserven und Rücklagen........ 6 498 482,54 Auszug aus den Einnahmen und Ausgaben Rechnung für 1951 Einnahmen: RM. Bcitrag-einnahmc.............. 11-'47 441.92 Zinsen und Mieten........................ 732 321,59 Ausgaben: RM. Schaden zab Inngen........................... 5 4�0 497,7� 7 crwaltungsko-stcn.......................... 2 697 576,88 Steuern und öffentliche Abgaben.......... 699 926,_ Beitrage für Brandverhütung und Brandbekämpfung.............................. 1 132 370.78 Abschreibungen............................ 192 541,11 Bei Iragsii her träge.......................... 554 366.29 Zunahme«Irr tecbniNchcn Reserven........ 1 338 186,39 UcbcTsdiuR-Rückerstaltifngcn an 7 ersiehe- rungsnehraer.......................... 899 016,60 Nr. 216» 49. Jahrgang 2. 35�111100 Dienstag, 10. Mai 1932 Das Zementkapital provoziert. Demagogische Krisenbetrachtungen des Heidelberger Konzerns. Der grohc süddeutsche Konzern„Portland Zementwerke heioel- bcrg. Mannt, eim-Stultgurl A.-G." verösfentlichl jetzt Zahresabschtuh und Geschastsbcricht für lNZI. Die Verwaltung, der unter anderem als ZlufsichtsratsmUglieder die aus dem Tchullheiß-Prozesz bekannten Generaldirektoren Ludwig Kalzenellenbogen, Erich P e n z l i n sowie Malter Sobernheim angehören, stellt in ihrem Jahresbericht Setrachtungen zur Krise an, die das Tollste vom Tollen darstellen, was jemals von Konzernmagnaten in wirtschajts- politischen Aragcn an Verdrehungen geleistet worden ist. «o wird rundweg erklärt, daß„die teuren Ttillcgungskostcn in Verbindung mit den Prcisscnkungsmaßnahmen der Regierung" in Airkuuft jede Grundlage der Rentabilität vernichten. Staatliche Eingriffe, wie der erzwungene Abbau der Kartellpreise, so heißt es weiter, nähmen keine Rücksicht auf die Wirtschaftlichkeit der Werke und hätten zur Folge, daß die Industrie nicht mehr mit Gewinn arbeiten tännc. Ferner werden diese staatlichen Preis- eingriffe daiür verantwortlich gemacht, daß die bisher geübte soziale Rücksichtnahme(??) nicht mehr aufrechtzuerhalten sei. Sodann nimmt der Bericht zu den Konflikten im Westdeutschen Zemcntsyndikot Stellung, wo es bekanntlich feit Jahren erbitterte Kämpfe zwischen dem Syndikat und den Außenseiterwcrken gibt. Die Außenseiter sind für den Heidelberger Konzern Unternehmungen, die„nach wie vor die allgemeinen Belange(!) schädigen". Die Demagogie, die in diesem Geschäftsbericht sich geradezu überschlägt, ist schon nicht m c h r z u übertrumpfen. Der von der Regierung erzwungene Abbau der wucherischen Kartellpreise ist also jetzt schuld daran, daß es der Zementinduftrie schlecht geht. Man muß schon sagen, daß es eine Verdrehung sondergleichen ist, diese Preissenkung mit den„teuren Stillegungskosten" der Zementkonzerne aus einen Nenner zu bringen. Die Verwaltung des Heidelberger Konzerns sollte aus ihrer'eigenen Geschäftspraxis wissen, welche Orgien die Kapitalverwüstung in der Zcmentindustrie gefeiert hat. Wir erinnern nur daran, daß die Verwaltung des Heidelberger Konzerns noch bei absteigender Konjunktur sich den Aufkauf eines Außenseiters, der den Kartellpreiswucher nicht mitmachen wollte, eine Million Mark hat kosten lassen, und daim im Jahre 1330, ein Jahr nach Aufkauf dieses teuren Werkes, die Betriebe still- legte und 900 000 Mark darauf abschreiben mußte. Von dem in nächster Nachbarschaft geplatzten Konzcrngeschwür Wickixig will man in Heidelberg auch nichts wissen, denn der Zusammenbruch des westdeutschen Wickingkonzcrns liefert ein klassisches Beispiel für die Mißwirlschast. die bei den süh- rendcn Zcmentkonzernen in der Stickluft' der Monopolpolitik gedeihen konnte. Die Außenseiter als Schädlinge der Allgemeinheit hinzu- stellen, ist nun schon der Gipiel, denn wenn es in der Wirtschaits- Politik der Nachkriegszeit Schädlinge der Allgemeinheit gegeben hat, so saßen diese in den Kartellen, deren Monopolpolitik ein Hohn auf die Interessen der Gesamtheit war. Von der speziellen Verantwortung der Zementkartelle am Niedergang der deutschen Konjunktur kann die Bauwirtschail ein Lied singen. Eine glatte Provokation der Ocffentlichkeit aber ist es, wenn die Verwaltung erklärt, infolge der staatlichen Prciseingriffe auch keine soziale Rück- sichtnahme mehr üben zu können. Die Zemcntmagnaten haben weder in der Hochkonjunktur, wo Durchschnittsdioidenden von 10 bis 13 Proz. zur Ausschüttung gelangten, soziale Rücksichten in Lohn- fragen, noch haben sie eine solche in Krisenzeiten bei ihrer Still- legungspolitik ausgeübt.- Brutal gegen ihre Belegschastcn, rücksichts- los gegen die Verbraucher und provokatorisch gegen die Staats- sühruna— das ist von jeher- das wahre Gesicht des monopolistischen Zemcntkapitals gewesen: Die Messe in Paris. Zehi Leipzigs größte Konkurrentin.— Die deutschen Aussteller. Paris, 7. Mai(Eigenbericht). Die Pariser Messe, die im Mai jeden Jahres stattfindet, hat sich in den' letzten Jahren durch ihre räumliche Größe, durch die Zahl der Aussteller und der Besucher neben Leipzig zu der zweit- wichtigsten europäischen Mustermesse entwickelt. Sic hat auch die Lyoner Messe, die früher die führende Stellung in Frankreich ein- nahm, bcr weitem überflügelt. Vor der Leipziger Messe hat die Pariser Messe den Vorteil voraus, daß alle Ausstellungs- objcktc auf einem einzigen Gelände vereinigt sind, was den Käufern viel Zeit erspart. Der- bedeutendste Teil der Messe ist freilich nicht der technische wie ip Leipzig, sondern die Abteilung für Nahrungs- mittel. Der in ihr befindliche W e i n s a l o n beherbergt eine vollständige Ausstellung aller französischen Weine und Spirituosen. Einen sehr großen Raum nehmen auch die Möbelausstellung und die Bauabteilung ein. Besondere Erwähnung verdient die umfang- reiche technische Messe mit ihren zahlreichen Unterabteilungen. Die Abteilung für Erfindungen erfreut sich in diesem Jahre auf Grund eines vom Messeamt ausgeschriebenen Wettbewerbes xjnes besonderen Zuspruches. Mit der wachsenden Bedeutung der Pariser Messe hat sich die Zahl der Aussteller und Besucher stark erhöht. Im Jahre 1925 betrug die Zabl der Aussteller 5500, in diesem Jahre beläuft sie sich auf 7800. Im Jahre 1931 ist die Messe, die stets 14 Tage dauert, von etwa 2 Millionen Personen besucht worden. Sehr zahlreich sind die ausländischen Käufer, die sich besonders aus den westeuropäischen Ländern rekrutieren. Für Deutschland ist jedoch die Pariser Messe hauptsächlich als Vcrkaufsplatz wichtig. Die deutsche Industrie beteiligt sich in jedem Jahre zahlreicher an der Messe. Von den 792 ausländischen Ausstellern beträgt die Zahl der deutschen allein rund 150. Am stärksten ist die deutsche Beteiligung in der Abteilung der Näh- Maschinen und der Maschinen für Schokolade- und Backwerkher- stellung. Beide Abteilungen werden von der deutschen Industrie sogar vollkommeu beherrscht. Die übrigen deutschen Aussteller ver- teilen sich auf die elektrische Industrie(besonders Radioapparate), auf die Musikinftrumentenindustric einschl. der Grammophon«, die Bauindustrie tMetallkonstruktioncn und Maschinen), die Möbel- industrie und die Werkzeugmaschinenindustrie. Auffällig ist die große deutsche Beteiligung in der Ab- tcilung für Erfindungen. Bon den 560 Erfindern, die dort ihre Erzeugnisse ausgestellt haben, sind allein 135 deutsche. Ein großer Teil von ihnen stammt aus Berlin und Umgebung, die übrigen aus allen Gegenden Deutschlands, selbst aus den entlegen- sten Winkeln Pommerns, Ostpreußens. Bayerns usw. Bon den neun Staaten, die geschlossene Ausstellungen ihrer Landeserzeugnisse veranstaltet haben, sind vor allem Oesterreich, Ungarn, die Tschechoslowakei und Rußland zu erwähnen. Die russische Ausstellung erregt durch ihre ultramoderne Aufmachung sowie die raffinierte Verwendung von statistischem Material und Photographien allgemeine Aufmerksamkeit. 800 Millionen verdient. Die Bilanz des amerikanischen Telephonlrusts. Der Betrieb von Fernsprcchan lagen ist ebenso wie das Zundholzgeschäft von Konjunkturschivankungeu nur wenig beeinflußt: -war Kreuger hatte sich aus guten Gründen gerade diesen beiden Ge- schästszwcigcn zur Errichtung seines Slorzzerngebäudes zugewandt, seine Pleite beweist nichts gegen das Prinzip. Der jetzt vorliegende Geschäftsbericht des größten Tele- phontrusts der Welt, der American Teleplzonc u. Telegraph Eo., zeigt bei einem Aktienkapital von annähernd 8 Milliarden Mark nur eine verhältnismäßig geringe Verminderung der Betriebssin- nahmen von rund 4,5 auf 4,4 Milliarden Mark. Dabei ist in den Bereinigten Staaren die Zahl der Fernspreckzanschlüsse durch die Krise um sost 300 000 verringert und b»i den nach bestehenden Leitungen war der Fernsprechverkehr flauer als in den Vorjahren. Die Gc- samtzahl der von dem Konzern und seinen Untcrgesellschaften beherrschten Fcrnsprechstcllen beträgt aber auch heute noch 15,4 Mil- lionen. Der Rückgang der Betriebseinnahmen wurde außerdem durch erhebliche Ersparnisse wettgemacht. Der Bctriebsgewinn war mir fast 996 Millionen Mark noch um eine Kleinigkeit größer als 1930. Die American Telephone and Telegraph Eo. beherrscht nicht nur den weitaus größten Teil des amerikanischen Fernsprechnetzes, son- dcrn kontrolliert auch die Western Electric Co., die größte Telephon bau.sirma der Welt. Die Western Electric Co. spielt bekanntlich seit einiger Zeit auch im Tonfilm- geschast eine führende Rolle und konnte im vergangenen Jahre die verminderten Einnahmen aus dem Telcphonbau durch erhöhte Ein- nahmen aus dem Bau von Tanfilmapparoten wieder ausgleichen Im Jahrs 1931 hat sie dagegen mit niedrigerem Ertrag gearbeitet und daher auch eine geringere Dividende als 1930 ausgeschüttet. Infolgedessen waren auch die Dividendeneinnahmen der American Telephone and Telegraph Ca. um knapp Millionen Mark niedriger als im Jahre vorher. Daher ist auch der gesamte Reingewinn etwas kleiner geworden: er ging von 848 Millionen Mark 1930 auf 801, Millionen Mark 1931 zurück. Es gibt keine andere amerikanische Aktieng«. von äUiZer BeüeiuuuL. Ö« ein öeraillges Ligebius ausweisen kann. Der Reingewirm, den die Gesellschaft im Laufe der letzten vier Jahre verdient Hot, beläuft sich auf rund 3,5 Mil- Norden Mark. Gesfürel-Loewe zuversichilich. Hohe Abschreibungen auf Sffektenbesih.— Bussenavfträge sichern vorläufig Beschäftigung. Die Gesellschaft für' elektrische Untcrnehmun- gen Ludwig Loewe u. Co. A.-G., Berlin, verteilt für das Geschäftsjahr 1931 eine Dividende von nur 4 Prozent gegen 10 Prozent im Vorjahr. Das Kapitak w.urdc im Dezember durch Einzug eigener Atticn.von 100 Millionen auf 80>Millioncn Mark herabgesetzt, wobei ein Verlust eintrat. Dieses Unternehmen ist für die deutsche Elektrizitäts- Wirtschaft von besonderer-Wichtigkeit, weil es die Ver- s o r g u n g zahlreicher Gemeinden mit Elektrizität und Gas in Händen hat und an zahlreichen Versorgungsunternchmcn des Aus- l and es beteiligt ist. Andererseits ist das internationale Elektrakapital(vor allem die Sosina) an Gcsfürel stark interessiert. Die Bedeutung für die Berliner Elektrizitätswirtschast liegt darin, daß Gesfürcl mehr als die Hälfte des Kapitals der E l e k- trizitätmverk A.-G. Südwest und zun großes Aktienpaket der Berliner Kraft und Licht besitzt.- Der Reingewinn ist von 8,5 Millionen auf 4,2 Millionen Mark zurückgegangen, vor allem weil auf dem Aktienbesitz an ausländischen Unternehmen sehr hohe Abschreibungen not- wendig waren. Bei geringen Verkäufen wird das Effekten- konto mit nur 108,4 Millionen gegen 122,9 Millionen Mark ausgewiesen. Die Werkzcugmafchincnfabrik(Loewe) hat mit Ver- lust gearbeitet. Zur Zeit sind wieder 1000 Arbeiter und 300 Angestellte beschäftigt, nar allem zur Erledigung van Russenauiträgen, die noch einige Monat Arbeit geyzährleisten. Die Aussichten— vor allem für die Aktionäre— wurden in der Generalversammlung recht zuversichtlich beurteilt. In diesem Jahre waren auch die A u f s i ch ts r ä t»-„notleidend" ge- morden, da ihnen nach dem Statut und bei der niedrigen Divi- dend- keine Tantieme züitand. Man beschloß, ihnen nachträglich M U&L um Sfjgiii.iina ooa 2ÜÜQ HLuxl zu. zsMti 423 Millionen Reichsdefizit. Oer Abschluß des Reichshanshalts 1931. In dem am 31. März abgelaufenen Rechnungsjahr 1931 schließt der Reichshaushalt nach den vorläufigen Berechnungen des Reichs- finanzministeriums mit einem Defizit von 423,5 Mill. M. ab. Die Einnahmen aus Steuern, Zöllen und Abgaben betrugen, wie wir kürzlich schon meldeten, 7787 gegen 8172 Millionen im Voran- schlag. Hierzu kommen noch Einnahmen aus der Verwaltung (137,6 Mill.), au» Ablieferungen der Reichspost(216 Mill. M.), aus dem Verkauf und der Verzinsung von Reichsbohn-Borzugsaktien, sowie 415 Mill. M. Einnahmen aus Münzgcwinnen, so daß die Gesamteinnahmen des Reiches im vergangenen Jahr 8897 gegen 9077 Rkill. 7n. im Voranschlag erreichen. Die Ausgaben waren in dem(berichtigten) Voranschlag für 1931 auf 9237 Mill. M. veranschlagt, sind jedoch mit 9160 Millionen unter vem Voranschlag zurückgeblieben. Danach ergibt sich für 1931 ein vorläufiger Fehlbetrag von 423,5 Mill. M., der mit 263,5 zu Lasten des ordentlichen und mit 160 Mill. M. zu Lasten des außer- ordentlichen Haushalts geht. Zu diesem Defizit sind noch die ans. den vergangenen Jahren übernommenen Fehlbeträge hinzuzurech- neu. Diese betrugen bei Beginn des abgelaufenen Rechnungsjahres 1030,5 Mill. M. im ordentlichen Haushalt, von dknen 420 Mill. M. getilgt wurden. Es verbleiben 610,5 Mill. M. Fehlbetrag zuzüglich des Fehlbetrages im außerordentlichen Etat in 5?öhe von 261,4 Mill. Mark. Das Gesamtdesizit des Reiches am 31. März 1932 erreicht damii also 1295,4 Millionen Mark. �eichsbankkredii wieder verlängert. Die 21. Tagung des Verwaltungsrats der Bank für inter- nationalen Zahlungsausgleich in Basel hat den 90-Mill.-Dollar-Rest des 100-Mill.-Dollar-Kredits der Reichsbank auf weitere drei Monate verlängert. Der Kredit wäre am 4. Juli fällig ge- wesen. Die Zustimmung der Bank von Frankreich ist ebenfalls sicher: die Franzosen haben auf ihren Wunsch, die Reichsbank solle einen weiteren Teilbetrag tilgen, verzichtet. Der Verwaltungsrat erblickt in dem französischen Links- sieg eine günstige Voraussetzung zu einer erfolgreicheren Lösung der Abrllstungsaufgabe von Genf und der Reparationsproblcme in Lausanne. Abbrucharbeiten bei Kreuger. Am Mittwoch wird über die Zentralgesellschast des toten Zünd» Holzkönigs, die Kreuger u. Toll-Ä.-G., offiziell der Konkurs erklärt werden. Auch über eine große Anzahl von Tochtcrgescll- schaften und den persönlichen Nachlaß Jvar Krellgers wird in allernächster Zeit das Konkursverfahren eröffnet werden. Mit der Eröffnung des Konkursverfahrens wird auch die be< kannte U n t e r s u ch u n g s k o m m i s s i o n, die aus 6 Personen bestand, und die in den vergangenen acht Wochen seit dem Froitade des Zündhnlzkönigs außerordentlich wertvolle Aufklärungsarbeit unter schwierigen Verhältnissen geleistet hat, ihre Tätigkeit einstellen. An ihre Stelle tritt die vom Gericht ernannte Konkursver» w a l t u n g, wobei aber anzunehmen ist, daß ein bis zwei Person- lichkeiten aus der bisherigen Untersuchungskommission auch in der künftigen Konkursverwaltung vertreten sein werden. Brandenburgische Sparkassen. Der Abschluß der provinzialbank und Girozentrale. Die Brandenburgische Provinzialbank und Girozentrale erzielte im vergangenen Jahr«inen Gesamtumsatz von 4.06 gegen 5,89 Milliarden Mark. Zinseinnahmen gingen von 2,7 auf 2.5 und die übrigen Einnahmen von 0,87 auf 0,59 Mill. Mark zurück. Unkosten werden mit 2,58 gegen 2,57 Millionen ausgewiesen. Der Geschäftsüberschuß ist vorweg zu Lasten des Zinsen- und Gebühren- kontos den vorhandenen inneren Rücklagen zugeführt worden, und die Verwaltung hat mit Rücksicht auf die unsicheren Verhältnisse von einer Verzinsung des Betriebskapitals abgesehen. Das Unternehmen hat im letzten Jahr mehr denn je die Er. füllung seiner Aufgabe darin gesehen, den brandcnburgischen Kommunalvcrbänden sowi« den Einrichtungen des Pro- vinzialverbandes die dringend benötigten Kreditmittel zur Per- sügung zu stellen, aber auch der Landwirtschost sowie dem Mittel- und Kleingewerbe nachhaltige Kredithilfe geleistet. An langfristigen Kommunalanleihen waren rund 72,3 gegen 59,2 Millionen begeben. Die Finanzierung des Woh- nungsbau«? wurde durch sie dem Unternehmen angeschlossene „Ocffentliche Bausparkasse" durchgeführt, lind bis zum Jahresende wurden 832 Baufparverträge mit 4-, 43 Millionen abgeschlossen. Die Sporeinlagen bei den brandenburgischen Sparkassen gingen nach dem gleichfalls vorliegenden Jahresbericht des Branden- burgischen Sparkassen- und Giroverbandes infolge der Kreditkrije von 461 auf 405 Millionen zurück. Die Hypothckcnauz- le i h u n g c n der Sparkassen erreichten gegen Ende des Berichtsjahres 192,5 gegen 181,1 Millionen. Dies«ntfpricht ibfolge des Abfinkcns der Spareinlagen 47,5 gegen 3 9,3 Proz. der vor- handencn Spareinlagen im vorhergehenden Jahr«. Der Ucbcrfchuß des Sparkaffcnvcrbandes in Höhe von 93.760 Mk. wird gleichfalls einer besonderen Rücklage zugeführt, und eine ZlusschüUung von Gewinnen unterbleibt. 5 Proz. Dividende bei Schokoladenfabrik Riquei u. Co. Die großen Schokoladenfabriken in Deutschland, die überwiegend „Markenware" herstellen, haben die Krise bisher Verhältnis- mäßig gut überstanden. Ztbgefehen von der Stollwcrck-Zl. G. in Köln, die durch eine planlose Konzernpolitik schwere Verluste erlitten hat, könnten andere bekannte Aktiengesellschaften wie Sarotti und die Leipziger Fabrik R! g»u e t u. Co. auch für 1931- noch Dividenden ausschütten. Die Riquct u. Eo. A.-G., die jetzt ihren Jahresbericht veröffentlicht, weift einen Betriebs- Überschuß.von 1,58 Millivnenj Mark auf, der gegen 1930 um 26 Proz. gesunken ist. Um fast den gleichen Uzufang, nömlich um 25 Proz,, konnten jedoch auch die Unkosten abgebaut werden. Aus einem Reingewinn von 0,22 gegen 0,29 Millionen Mark im Vorjahr wird eine Dividende von 5 gegen 8 P r a z. im Jahre 1930 ausgezahlt. Eontinentnl-Kruftrctdvcifcn siegen auf eegcnnajjcr Avus. Bon den«iegern des Internationalen Ävusrermens im vergangenen Sonntag benutzten nicht weniger als 7 Fahrer Eon- tinental-Reifen. Der Held des Tages, Fritz Wisfe-Hannover, der auf feiner B. M.W. mit 153 Kiloineter-Stundcn-Durchfchnitt die schnellste Zeit des ganzen Rennens erzielt hat, lobte befvnders die bernnv� ragende GZjstgketl, die die Eomuiernal-Rei-se-n auf der rsgcnnaj� >Ä0US Tom Qoelhe mu Mreuger 3>ie ffiilan? eines Jahrhunderls Von einem Soziologen wird uns gsschneben: Goethe und Kreuzer? Gibt es da eine Beziehung? Gewiß Goethe und Kreuzer, wahrlich, sie gehören zusammen, wie Anfang und Ende einer Entwicklungslinie. Es handelt sich um den Werde- gang der Bourgeoisie und ihres Persönlichkeits- bildes. Der Mann, der am Fürstenhof von Weimar- mit Stolz und Selbstbewutztsem das Wappen seines Frankfurter Bürgerhauses hochhielt, bei Valmy die Morgenröte der Bürgerlichkeit inmitten einer geschlagenen deutschen Armee als Aeguivolent für die Niederlage Preußens eingerechnet hatte, in Napoleon, dem Schöpfer des Code civile, dein Bannerträger der neuen Bourgeoisie und ihrer Kultur huldigte, dieser Goethe war richtiger Repräsentant der Ge- danklichteit des jungen Bürgertums. Dichtung und wirtschaftliches Erkennen waren in dieser Anfangsepoche ja ganz nahe beieinander. Man denke nur an die lodernde Beredsamkeit, den rednerischen Hochschwung der Werke eines Ad, am Smith, eines Filan- g i e r i, eines F e u e r b a ch. Die gesamte Staatswissenschast, ober vor ollem auch die gesamte Nationalökonomie des jungen Bürger- . tums sind getragen von der ethischen Idee höchster Beglückung der Menschheit. Und Dichtung und Oekonomie klingen in diesem Echos zusammen. Wie war das Wirtschaftsbild, in dem der reise Goethe stgnd? Enge Beziehungen zum englischen Geistesleben hotten ihm auch die sortgeschrittenen Formen der zeitgenössischen Oekonomie gezeigt. Die Maschine gab Raum für profitable Kapitalanlagen— unbegrenzt. Die Idee der sreien Konkurrenz sollte jedermanns Bedarf in gün- sligster Weise befriedigen. Das ist der ethische Auftakt des Bürger- tums. Seine Folge: Sieg der Naturwissenschaften, Zusammenbruch aller zunftigen oder standesrechtlichen Bindungen, Aufrecken der Persönlichkeit und ewiger Glauben an ihre beglückende Auswirkung. Höchster Augenblick des sterbenden Faust:«in Gewimmel. Freies Volk auf freiem Grunde: schafsend im ungebundenen Wettbewerb, alle für olle. Wahrend Faust, erblindend, solche Weisheit sprach— es war das erste Drittel des neunzehnten Iahrl>underls— schrieben in Paris Fourier und Saint Simon schon die Kritik dieses Glückseligkeitsrausches. Persönlichkeit oereint mit der Institution des Privateigeitiums müßte— dos war der Sinn ihrer Kritik— zum Hervschtum der Habgierigen, der Schlauen und Rasfsüchtigen führen, das Ethos der Persönlichkeit durch die Habsucht untergraben: wohl zu Riesenbauten führen, doch den Millionen kein Dach schassen. Wenige Jahrzehnte nach dem Entstehen der berühmten Bekenner- izene des Faust schrieb Heinrich Heine von den„hungrigen Ratten", predigte Wilhelm Weitling in Deutschland. Der Donner des Kommunistischen Manifestes rollte heran in den noch stark hegelianischen Schristen des Karl Marp. Der Widerspruch des bürgerlichen Individualismus war sichtbar geworden. Noch nicht seine Krise. Ein Jahrhundert des Dampfes, der Elektrizität, der drahtlosen Krajiübertragung ermöglichte es dem bürgerlichen Privateigentum, ungeahnte, enorme anorganische Kräfte in seinen Dienst, in den Dienst seiner Machterhaltung zu zwingen. Ganz andere Kräfte als die paar Pserdeträfte, von denen im Faust gesagt ist, sie gehörten dem, der die Ross« bezahlen kann. Die geldgewappnete Persönlich- lest orgavisierte ihre Reiche. Unübersehbare Gebiete umspannt ihr Kreis, Indien und Ehile, China und Alaska, Kohle und Getreide, Zündhölzer und Gold, Schiffahrt und Wasfenindustrie, sachlich und territorial, alles in allem— unbegrenzt. Ein Turmbau der Weltkartelle setzte ein und steigt und steigt bis m die Wolken, und an der Spitze steht immer einer: die bürgerliche Persön- l i ch k e i t, die die Fundomente weder in der Breite, noch in der Tiefe mehr sehen kann. Ein solcher später Turinbauer war auch Jvor Kreuzer. Er koynte sein Persönlichkeitsreich auf der Höhe des entwickelten Monopolkapitalismus errichten. In einer Epoche, in der nicht mehr nur die Krost'der Chemie und der physischen Mechanik, die Kraft der Einzelmenschen dem Goldbesitzer kausbar waren, sondern ganze Bälker, Nationen, die im Krieg um Hob und Gut gekommen waren. Iva» Kreuger, der Bürgersohn, konnte ganze Staaten zwingen, sein Erzeugnis zu kaufen, ihm Profite und Zinsen herzuschleppen zur Pyramide seiner Persönlichkeit, wi« ein Pharao seine Felaken. Er hatte— wie der Mann der jüdischen Legende, der fliegen konnte, weil er den Nömen des Allerheiligsten unter seine Sohlen geltgt— Gold unter seine Sohlen gelegt. So konnte sich seine Per- jönlichkeit zum Fluge erheben. Jäh brach der Flug zusammen, als man merkte, daß sich das Gold unter Kreuzers Sohlen verflüchtigte und nur mehr Papier da war. Die„Persönlichkeit" allein verlor ihren Wert— sie konnte sich nur durch Fälschungen, durch den Schein der Goldsundiertheit aufrechterhalten, bis auch der Schein nicht mehr zu halten war und der Flieger in die Tiefe stürzte. Wohin aber hätte«r noch stiegen können, wenn das Geld ihm Stütze geboten hätte? Das Auge blickt aus in die weitesten Fernen und findet nichts. Die bürgerliche Persönlichkeit hat ihre Ziele verloren. Goethe sah noch welche, auch Adam Smith. Die Individualität des Monopolkapitalismus aber lebt sich allein' in den Quantitäten aus. Sie baut Pyramiden, während Faust noch Wohnstättest sah. Aber Faust ist am End« erblindet. War es eine Goethesche Prophezeiung? Denn liegt nicht etwas wie Verblendung im Schicksal des Bürgertums? Es Hot die Fernsehung und das Mikroskop in nie erreichte, vollkommene Höhen gebracht, aber es sieht nicht dick Kräfte, die sein eigenes Schicksal bestimmen und aus dem bürgerlichen Jndividualitätsprinzip herauskriechen, wie Würmer aus einem morschen Sarg. Denn die freie Konkurrenz des privatsigentümlichey. Kapitals hat den Profit zur Grundloge der Persönlichkeit gemacht. Die mechanische Kräfteentwicklung ist in den Dienst dieser jeweils prositreichsten Persönlichkeiten gebracht. Ihr Kampf wütet gegeneinander/ Die Masse aber, ist ihrem Blick ganz entpückt. Damit auch das ethische Ideal, der Leitstern der bürgerlichen Persönlichkeitsantwickluna, wte sie Goethe und Adam Smith noch gedacht hatten. Dos Schiff der bürgerlichen Persönlichkeit treibt ohne Steuer und ohne Kompaß. Kein Hasen winkt. Nur das Grab in den stürm- gepeitschten Wellen. Kreuger? Mann über Bord! 3h Jirügler Sagt der WeÜ ade Brei Tage am dem JSeben eines großen/ Ten Waller Stieß i. Ein kleines Loch ist im Schädel. Das Leben fließt heraus. Blut und Hirn, rot und gelb, und alles ist vorbei. Es ist sehr einfach, denkt der Arbeitslose Gaston Morel. Kühl fühlt sich der Kolben der Pistole an. die er in der letzten heilen Tasche seines zerschlissenen Anzuges hat, kühl ist die' Nacht im Bois de Boulogne. Noch ist nicht die Zeit der Liebespörchen und die Bänke sind leer. Und auch die Obdachlosen haben die warmen Quartiere in den-Ziegelöfen von Satory noch nicht verlassen. Ganz allein ist man hier, einsam und unbeachtet. Man holt die Pistole heraus, repetiert, die Patrone gleitet in den Lauf, kleiner Tod in blanker Messinghülse, man setzt den Lauf an die Schläfe, druckt ob und ist tat. Es ist das beste, was sich tun läßt, denkt Gaston Morel. Man ist noch jung, hätte das Leben vor sich, mit Glück, Freude— Blödsinn. Hungern kann man, verhungern, und es ist gescheiter, es rasch abzumachen. Man wird in die Totenkcrmmer eingeliefert, kalt und starr liegt man dort, ein unbekannter Leichnam, und die Blätter bringen eine kleine Notiz. Schluß. Der Arbeitslose' Gaston Morel setzt sicb aus eins Bank. „Achtung, frisch gestrichen!" steht da. Ist wmscht, ganz wurscht, Lenkt Morel. An dem Anzug ist so nichts mehr' zu verderben. Und wie sie ihn begraben, das ist doch so gleichgültig. Er wird wie eine Zebraleiche aussehen, schön gestreift, und man wird ihn in einen billigen Sarg stopfen und in einem Armenfriedhof ver- scharren. Dasür ist jeder Vater gefallen, irgendwo in den Argonnen, für die Gloire der Nation und damit man verhungert... Kalt und ruhig ist die Nacht. Ein paar Sterne glitzern am Himmel, dürre Bäume zeichnen schwarze Schatten auf den Boden. Na, das sieht man alles noch einmal, gar so schön ist es ja nicht, dos nicht und das ganze Leben. Im Kino ist es schöner, viel schöner als int Leben. Vor drei Tagen ist er noch dort gewesen, als er eine verlorene Eintrittskarte aufklaubte. Da war«ine rührend schöne Geschichte von einem armen Teufel, der hungert und dem es schlecht gebt. Und dann kommt das Wunder, ein Mädel verliebt sich in ihn und er verliebt sich in das Mädel und dann erkennt, man, daß das Mädel eine .Millionärstochter ist und. olles ist in Butter. Blödsinn, verdammter Blödsinn! Im Leben gibt«es keine Wunder. Das Leben schmeißt die Menschen hin wie die Fliegen. Nicht schade drum... Der Arbeitslose Gaston Morel zieht seine Pistole. Man könnte sie versetzen. Oder verkaufen. Ein paar Tage davon leben. Und dann ist es wieder dasselbe. Man muß sterben. Lieber gleich. Der Arbeitslose Gaston Morel repetiert. Nun ist die Patrone im Lauf. Cr löst die Sicherung. Nun hat er den Tod im Zeige- finger, ein ganz leichter Druck und weit, ganz weit springt das Tor auf,- Las ins letzte große Vergessen fuhrt. Kalt sitzt die Mündung an der Schläfe. Jetzt. Jetzt---- „Stecken Sie die Pistole ein", sogt eine Stimme. 2. Der Arbeitslose Gaston Morel blickt auf. Bor ihm steht ein Mann. Nein, ein Herr, ein eleganter Herr. Cr ilt wohl aus dem Privatauto gestiegen, das auf der Fahrbahn hält Komisch, daß man so gar nichts gehört hat, nicht das Knirschen der Tremsen und den Tritt des Fremden---- „Guten Abens", sagt der Fremde. Und dann, leicht spöttisch: „Verzeihen Sie die Störung." „Danke", knurrt Morel wütend. Der Fremde lächelt. „Sie wollten den Tod, ich bringe Ihnen das Leben. Keinen Hunger, sondern was Sie wollen. Aufenthalt am Meer. Em Auto. Reife im Schlafwagen. Federnder Sitz in einem Aeroplan----" (Boston Morel sieht den andern groß an. Der fetzt sich zu ihm. Schlagt die Beine übereinander. Nimmt eine goldene Tabatiere aus der Westentasche und hält sie unter die gierigen Augen des Gakton Morel. „Bitte." Eine blaue Flamme flackert im Feuerzeug. Morel saugt an dem goldenen Mundstück, und da sein Magen leer ist, erzeugt der Rauch leichten Rausch und fröhlichen Schwindel. Di« Lippen, die so lange an ausgelesenen Stummeln gesogen haben, presien sich an das kleine Papierröllchen. Es ist das edelste Fabrikat Les Krügler- schen Zigarettentrustz, die„Favorita", schlank, mild, elegant, einen Franken das Stück. „Also, die Sache ist so", sagt der Fremde.„Ich fuhr mit dem Wagen die Slllee entlang und Sie kamen mir in die Scheinwerfer. Sie haben es nicht bemerkt, so interessiert waren Sie an dem klonen.F- und N-Browning, den Sie in der Hand hielten. Also, ich wäre weitergefahren, denn ich störe Selbstmörder nicht gern. Aber ich sah im grellen Licht ihr Gesicht— und da mußte ich. daß ich gefunden habe, was ich seit Monaten vergeblich suchte----* (Boston Morel lacht laut heraus. „Mich haben Sie gesucht? Mich, den letzten Dreck, um den sich keiner kümmert?" Der Fremde saugt an seiner Zigarette. „Ich habe nicht Sic gesucht. Ich habe ein bestimmtes Gesicht gesucht." Im Kopf des Gaston Morel wirbelt es. Nun ist die West schön und leicht wie süßer Schnaps steigt der Zigarettenrauch ins Hirn, es gibt keinen Schmerz mehr und keinen Tod. � „Mein(Besicht", lächelt er idiotisch vor sich hin.„�oll ich viel- leicht Filmstar werden?" „Ich will offen mit Jbne�i reden", sagt der Fremde. Er lehnt sich nachlässig zurück. Seine Zigarette glüht auf und wirft matten, roten Schein über das glattrasierte, seltsam kühle Gesicht.„Es handelt sich um folgendes: Sie sehen jemand sehr, sehr ähnlich. So ähnlich, daß man Sic ruhig als den Doppelgänger dieser Person- lichkeit ansprechen kann. Diese Persönlichkeit ist eine der mächtigsten der Welt. Braucht dringend Erholung. Aber er kann nicht weg. Wenn er. für ein paar Wochen untertaucht, ist die Hölle los. Wankt alles." Die Zigarette macht blöd im Hirn. Morel schmeißt sie weg. „Ja?" sagt er zweimal, stupid, tonlos. „Sie müssen zeitweise an seine Stelle treten", sagt der Fremde- „Mann, Sie werden alles haben, was Sie wollen. Geld, Luxus, einen Park am Meer..... Und Sie treten in Funktion, wenn die Persönlichkeit, von der ich spreche. Ruhe braucht. Dann sitzen Sie auf seinem Platz, repräsentieren, sind da— das genügt." „Wer ist es?" fragt Morel. Der Unbekannte wippt die Asche von seiner Zigarette. „Ich bin Sigurd Olafson, der Privatsekretär von Ib Krügler.'� Ib Krügler! Morel schreckt auf. Ib Krügler____ einer der reichsten Männer der Welt! Ib Krügler, der Mann aus Stockholm, den die Zigarette groß gemacht hat! Beherrscher jenes weltumspannenden Trusts: Senkrecht und wagrecht zugleich wuchs er im Lause der Jahre. Mes, was Krügler für seine Zigaretten braucht, erzeugt er selbst: Papier, Tabak, die Reibmasse, die Verpackung, die Automaten, die sie verkaufen. Er hat eine eigene Flotte, er hat tausende Auto- mobile, und hunderttausende Arbeiter schuften für ihn. Die'Lander der halben Welt uwlpannt der Trust. Zahllos sind die Staaten, denen Krügler Anleihen gewährt hat. Aber Krügler war hart: Hie Anleihe, da Monopol. Zwanzig, fünfundzwanzig Zigaretten- Monopole beherrscht er— „Ich wußte nicht. Laß ich ihm ahnlich sehe", stottert Morel Olafson lacht auf. „Das ist begreiflich, Krügler fürchtet das pbotographifche Ob- jektio mehr als den Teufel. Er lebt zurückgezogen. Es gibt auf der Welt kaum einige hundert Menschen, die ihn persönlich kennen. Ich glaube nicht, daß zwischen Ihnen und Krugler mehr als eine flüchtige Aehnlichkeit besteht____" Er hält Morel die Hand bin, eine harte, knochige Hand.„Sie kennen Ihre Aufgabe. Tun Se mit?" Gaston Morel zittert. Jetzt ist dos Iilmwunder auch zu ihm gekommen, Gaston' Morel, arbeifslos, obdachlos. Vor zehn M'» nuten hat er die kalte Pistole in seiner Hanv gespürt. Und nun... „Einverstanden!" (Fortsetzung folgt.) Betillche �Baumwolle? Sine Weberrafchung im tPflanssenanbau Zeit 32 Zahren bemüht sich der Lffenbacher Gutsbesitzer Wilhelm Berz, eine Iuttabflanze zu züchten, die in Deutschland gedeiht und uns so gut wie unabhängig von der Faserstoffeinfuhr macht. Das ist ihm jetzt gelungen. Die Gutachter zollen dem Züchter Anerkennung. Amerikanische Baumwollkapazitäten haben ihm'Riesenjummen geboten, wenn er seine Pläne, mit der neuen Faser de» Markt zu erobern, fallen ließe. Zn England will man Herrn Berz eine Million Pfund Sterling zur Auswertung seiner Produkte zur Verfügung stellen. Die Anpflanzungen liegen auf einer kleinen Anhöhe am Fuße des Taunus, wenige Minuten von dem Dorf Oberstedten entfernt. Man bat von der Plantage au» gute Sicht über die Tangushöhen, auf den Feldberg. Der Boden, aus dem die Iukka- pflanze gedeiht, ist stark lehmig, aber sie gibt sich auch mit Sand- boden zufrieden. Mannshohe Blätter ragen aus den spargelartig angelegten Feldern heraus und ähneln denen der Lilie. Diese Blätter, die das wertuolle Fasermatcrial liefern,' widerstehen jeder klimatischen Beeinflussung und gedeihen sogar im Winter. Das Tempo ihres Wachstums ist erstaunlich. Ich sah Blätter, die erst 14 Tage zuvor geschnitten waren und schon wieder stark einen Biertelmeter über den Boden hinwegragten. Das Arbeitszimmer des Erfinders, das in einem kleinen Bauernhaus an der Hauptstraße in Oberstedten liegt, macht den Eindruck einer Versuchsstation Auf dem Schreibtisch, aus Kisten und Stühlen türmen sich neben Zeitungsausschnitten und An- geboten aus aller Herren Länder Stoff- und Fossrproben der ver- schiedensten Art. Zwilchen den Stoffproben liegen frische oder ge- trocknete Blätter der Iukkapflanze oder getrocknete Samenkapseln, aus denen der Samen quillt. Aus den halbtrockcnen Blattern ragen an beiden Enden schon die Fasern heraus, die später wie Flachs auf dem Spinnrad versponnen werden. Aus dem Boden stehen Köster, denen halbfertige und fertige Stoffe entquellen, wie man sie zur Anfertigung rem Anzügen, von Handtuchern, von Sackleinen braucht. Im Hof steht der Erntewagen, denn Berz betreibt wie jeder andere Landwirt nebenher auch noch Ackerbau und Viehzucht, und der Hof macht denselben Eindruck wie jedes andere bäuerliche Be- fitztum. Berz selbst ist ein einfacher Mann. Eine von jenen ker- nigen Landwirtsgestalten, die einen Kopf haben und die Zähigkeit, eine einmal gefaßte Idee durchzukämpfen. Wilhelm Berz hat die Iuktapslonze, die ursprünglich in Mittelamerita witd wächst, in einer Baumschule in Zürich kennengelernt, wo er früher tätig war. E? bedurfte unzähliger Ver- suche, ehe es ihm gelang, der Pflanze zu der jetzigen Kultur zu ver- helfen. Heute ist ihre Lebensdauer so groß, daß man sie mit etwa IS Iahren ansetzen kann. Während der Blütezeit Mai bis?Zuni wird die künstliche Befruchtung durch Landarbeiterinnen mir einem eigens dafür hergerichteten Pinsel vorgenommen(während die Befruchtung in der Heimat der Pflanze durch ein Insekt ge- lchieht). Was die Pflanze lediglich nicht verträgt, ist stehendes Wasser— daher auch der Anbau auf ansteigendem Gelände. Die B e r w e n d b a r k e i t der Iukkapflanze scheint auherordent- lich vielseitig zu sein. Sie ist nicht nur mit Schafwolle. Baumwolle. Wolle und Garn mischbar, sondern kann auch ollein zu einem sehr starken Garn versponnen werden kann, das jede Verwendung?- ort zuläßt. Bekannte deutsche Textilfirmen haben Versuche mit der Iukkasaser angestellt und waren mit den Ergebnissen sehr zufrieden. Man darf annehmen, daß die Iukkapflanze bei einer ousgiebjgcn ! Bewirtschaftung uns bis zu 80 Prozent von auslan- � d i s ch e n Garnen unabhängig machen wird. Wenn auch � die Iukkasaser nicht mit der Baumwolle zu verwechseln ist, so be- deutet sie doch eine indirekte Konkurrenz, weil die sehr haltbare Faser für jegliche Stoffverarbeitung in Frage kommt. In diesem Zusammenhang ist die von Berz erfundene Eni- faterungsmaschine von Wichtigkeit, ohne die die Iukkapflanze kaum wirtschaftlich werden* könnte. Berz hat nicht nur sämtliche Potente der Welt für diese Maschine in der Hand, sondern— was �bisher in Europa noch nicht gelungen ist— auch die Potente für die Zucht- und Samcngewinnunz der Iukkapflanze. Bei der An- spruchslosigkeit der Iukkapflanze rechnet man mit einer Anpflan- zungsmöglichkeit aus O e d l a n d strecken. tt. R. Mann jung.