BERLIN Mittwoch 11. Mai 1932 Der Abend Erscheint täglich außer Sonntags. Bugleich Abendansgabe des Borwärts". Bezugspreis für beide Ausgaben 75 Bf. pro Woche, 3,25 M. sro Monat ( dason 87 Vf. monatlich für Zustellung ins Haus) im voraus ablbar. oft bezug 3,97 m. einschließlich 60 Vf. Bostzeitungsund 72 Bf. Vostbestellgebühren Spätausgabe des„ Vorwärts" 10 Pf. Nr. 219 B 110 49. Jahrgang Anzeigenpreis: Die einspalttge Millimeterzeile. 30 Dt. Reklamezeile 2.-M. Ermäßigungen nach Tarif. Boftscheckkonto: Borwärts- Verlag G. m. b. H., Berlin Nr. 37 536. Der Berlag behält sich das Recht der Ablehnung nicht genehmer Anzeigen vor' Redaktion und Erpedition: Berlin SW 68, Lindenstr 3 Fernfprecher: Donboff( A 7) 292-297 Nationaler Kriegsverrat erlaubt! Das ist die Losung der ,, Nationalen" von heute! Der Reichsminister Groener ist heute in der deutschnationalen Presse das Ziel giftiger Angriffe. Nach dem Stichwort, daß der Nationalsozialist Straßer gegeben hat, wiederholt die Hugenberg- Presse im Chor: Groener fann sein Amt nicht mehr ausfüllen. Die ungeheure Erbitterung der Nationalsozialisten ist verständlich. Groener hat ihnen die Maske vom Gesicht gerissen. Er hat die unwiderleglichen Beweise vorgelegt, daß die Nationalsozialisten aus innerem Haß gegen die Verfassung selbst zum Kriegsverrat bereit sind, er hat ihnen für den Ernstfall ganz unmißverständlich gedroht eine Haltung, die für den Reichsinnenminister, erst recht für den Reichswehrminister, ganz selbstverständlich ist. Die deutschnationale Presse-die sogenannte nationale Presse zeigt von dieser Katastrophe der Nationalsozialisten ihren Lesern nur eins: daß Herrn Groener die Abrechnung mit Hitler, Röhm, Goering und Genossen sehr schmer gefallen ist, einmal megen des infernalischen Geheuls, das die nationalsozialistische Fraktion anstimmte, so ddß der Minister faum einen Saz ohne wildeste Unterbrechungen sprechen fonnte, dann vor allem, weil ihm infolge einer Furunkulose das Reden schmer fiel. Die sogenannte nationale Presse hat sich auf die Furunkulose des Ministers Groener gestürzt, meil sie ver schweigen mill, daß Groener die Eiterbeule der SA. aufgestochen hat! Sie hat damit gezeigt, wie es um ihre nationale Gesinnung bestellt ist! Die sogenannte nationale Presse schweigt dazu, daß die Nationalsozialisten sich zum Landesverrat und zum Rriegsverrat befennen, sie schweigt dazu, daß dies dokumentarisch nachgewiesen wird, sie, findet fein Wort der Distanzierung daran, während sie sonst doch sehr rasch mit dem Landesverratsgeschrei zur Hand ist! Ganz im Gegenteil! Im Lokal- Anzeiger" liest man: Was Herr Groener gegen die SA. und für das Reichsbanner vorbringt, ist zu armselig, um damit zu rechten." Damit stellt sich die Hugenberg- Presse schüßend vor die landesverräterischen Abfichten der Nationalsozialisten! " Mehr noch: weil der Reichswehrminister Groener in tieffter Empörung über die Vorbereitung des Kriegsverrats der Nationalsozialisten in offiziellen SA.- Befehlen die nationale Unzuverlässigkeit des Hitlerschen Parteiheeres dem Lande gezeigt hat, schreit die sogenannte nationale Presse: Herr Groener muß fort! ,, Nationale Presse" nennt sich das, was auf Hugenbergs Befehl den nationalsozialistischen Landesverrat begünstigt! National? Ihre sogenannte nationale Gesinnung iſt ist Schwindel! Der Reichstag tagt weiter. Streit um den Artikel 48' Der Reichstag sejte heute zunächst die dritte Beratung des Schuldentilgungsgefeges fort. Abg. Reinhardt( Njoz.) nennt das Gesez stümperhaft und liederlich.( Präsident Löbe ersucht den Redner, sich in seinen Ausdrücken zu mäßigen.) Wer diesem Gesetz zustimmt, der stimme damit für eine Verfassungswidrigkeit. Nur unter dem Einfluß der Regierung hätten nachträglich einige Staatsrechtslehrer die Verfassungsmöglichkeit bejaht. Wenn dieses Gesetz leichtfertigerweise angenommen wird, dann sei die Reichsschuldenverwaltung genötigt, weitere Schuldausfertigungen zu verweigern. Unter nichtigen Borwänden sei die Sigung des Reichsschuldenausschusses vertagt worden. Die Begründung der Vorlage enthalte grobe Fehler und unwahr heiten. Der Reichsfinanzminister habe den Münzumlauf um 400 Millionen erhöht und damit eine neue Silberinflation geschaffen, ohne daß dadurch neue Werte geschaffen wurden. Diese Finanzpolitik beruhe auf unwahrheit und Schwindel.( Beifall b. d. Nsoz.) Präsident Löbe ruft den Redner wegen seiner letzten Ausdrücke zur Ordnung. Reichsjustizminister Joel bestreitet, daß das Kreditverfahren der Regierung und das neue Gesez verfassungswidrig seien. Grundsäglich sei der Reichspräsident berechtigt, auf Grund des Art. 48 alle Maßnahmen zu treffen, die im Wege der ordentlichen Gesetzgebung getroffen werden können. Zukunftsbild schuldenproblem. Die Anträge der Opposition auf Streichung der Tribute seien ein Schlag in die Luft, denn angesichts der Lage unserer Wirtschaft sei in Deutschland feine Regierung möglich, die die Weiterzahlung der Reparationen zugeben wollte. Die in England und anderen Ländern fortschreitende Entwicklung zur Abschließung werde auch Deutschland zwingen, sich in seiner Wirtschaft auf den Binnenmarkt umzustellen, selbst wenn man grundsätzlich kein Freund der vollkommenen Autarkie sei. Für die Landwirtschaft habe das Kabinett Brüning getan, was möglich war. Die Nationalsozialisten aber hätten dagegen geftimmt. ( Unruhe bei den Nsoz.) Zur Rechtfertigung des Gottlosenverbots jagt Dr. Emminger, die KPD.- Fraktion sei eine Filiale von Moskau und Stalin wolle die Weltrevolution, wozu auch die Gottlosenorganisation dienen solle. Der Amnestie antrag der Nationalsozialisten macht keinen Unterschied zwischen politischen und gemeinen Verbrechen und ist dadurch geradezu eine Prämie auf Mord. Uebrigens 6 bringt die Hitler- Presse immer wieder Falschmeldungen über angebliche Ermordung ihrer Leute durch politische Gegner. „ Zu den Waffen Goeben hat der Feind die Grenze überschritten." „ Go? Na, dann werde ich mich rüdwärts tonzentrieren. Für dies Gystem bin ich viel zu schade!" Die ganze Rechtsentwicklung hinsichtlich des Art. 48 sei noch im Fluß.( Lachen bei den Nsoz.) Das ist kein Wunder, solange der Reichstag nicht in der Lage ist, das in der Verfassung vorgesehene Ausführungsgesetz für den Art. 48 zustande zu bringen. Es wäre auch möglich, durch Notverordnung dem fehlenden Ausführungsgefez vorzugreifen. Das ist durch verschiedene Notverordnungen schon geschehen, beispielsweise der Verfassungsbestimmung gegenüber, daß niemand seinem ordentlichen Richter entzogen werden darf oder gegenüber der Freizügigkeitsbestimmung.( Unruhe b. d. Nsoz., Zurufe des Abg. Frank II, Njoz.) Der Minister versichert diesen Surufen gegenüber, daß der Staatsgerichtshof politisch unbeein flußt sei. Präsident Löbe ruft den Abg. Frank II zur Ordnung, nachdem er ihn wiederholt vergeblich zur Ruhe ermahnt hat. Minister Joel bestreitet weiter, daß das Etatrecht des Reichstags durch die Maßnahmen der Regierung verlegt worden sei. Bei Kenntnis der neueren staatsrechtlichen Literatur werde Abg. Reinhardt sicherlich seine Vorwürfe als unberechtigt zurücknehmen. Heute sei es wahrhaftig kein Vergnügen, das dornenvolle Amt eines Reichsministers zu versehen. Die dritte Beratung des Gesetzes ist damit beendet. Die Abstimmung wird vom Präsidenten Löbe zurückgestellt bis zu den weiteren Abstimmungen. Hierauf wird die fortgesetzt. allgemeine politische Aussprache Abg. Rippel( Chr.- Soz.): Das gestern vom Abg. Straßer entwickelte Programm enthielt so manche unserer alten und auch überalterte Forderungen, während die neuen zwar gut gemeint, aber nicht genug durchgedacht sind. Der Redner spricht dann gegen die demagogische Agitation der NSDAP., deren Ziel der chriftlichsoziale Boltsdienst war, Dabei berichtet der Redner aus dem preußischen Wahlkampf, daß deutschnationale Kandidaten für den Fall der Machtergreifung Hugenbergs die Wiedereinführung des Dreiflaffenwahlrechts angefündigt haben. Abg. Dr. Hugo( Vp.): Mit den Reparationen muß nun ends gültig Schluß gemacht werden, damit die Weltwirtschaft wieder in Ordnung gebracht merden kann. Wir freuen uns über das ehrliche Nein, das der Kanzler in der Tributfrage gesprochen hat. Der Reichskanzler dürfte am frühen Nachmittag sprechen. Feuer im Laubengelände. Mehrere Lauben völlig vernichtet. In der Kleingartensiedlung„ Cerche" in der Sonnenallee am Schwarzen Weg in Neukölln wurden in der vergangenen Nacht mehrere Lauben, die sich die Besitzer bereits für den Sommeraufenthalt eingerichtet hatten, durch Feuer vernichtet. Kurz nach Mitternacht ertönte in der Siedlung Feuer alarm. Eine Wohnlaube brannte lichterloh und die Flammen hatten bereits auf fünf angrenzende Lauben übergegriffen. Starker Feuerschein erleuchtete die Kolonie taghell. Die alarmierte Feuerwehr griff mit mehreren Löschzügen in die Bekämpfung des Brandes ein. Durch starkes Wassergeben gelang es, zwei Wohnlauben vor der völligen Vernichtung zu retten. Zum Teil mußten sich die Wehren darauf beschränken, die übrigen eine Zeitlang durch Funkenflug stark gefährdeten Lauben zu schützen. 591849 Berliner suchen Arbeit. 20 725 weniger als im vorigen Monat. Im Bereich des Landesarbeitsamts Brandenburg ist die Zahl der Arbeitsuchenden in der Zeit vom 16. bis 30. April um 36 145 zurückgegangen auf 805 943 Arbeitsuchende. In Berlin waren 612 574 Arbeitsuchende, jetzt sind es noch 591 849. In Brandenburg ging die Personenzahl der Arbeitsuchenden von 212 447 auf 198 490 zurück, in der Grenzmark Posen- Westpreußen von 17 067 auf 15 604. Die Zahl der Unterstügungsbezieher in Berlin ist in der Arbeitslosenversicherung von 118 468 auf 116 779 zurückgegangen, in der Krisenfürsorge von 156 548 auf 154 012, während die Die Währungs- Zahl der Wohlfahrtserwerbslosen von 231 740 auf 237 869 gestiegen ist. Der Verringerung der Zahl der Arbeitsuchenden um 20 725 in Berlin steht nur eine Verminderung der Zahl der Unterstützten um 1904 gegenüber, und zwar in der Arbeitslosenver= ficherung um 1689, in der Krise um 2536, dagegen eine Zunahme Abg. Emminger( Bayr. Vp.) wendet sich gegen die Bemerkung des Abg. Göring, daß das Brüning- Kabinett 31lusionspolitit treibe. Mit so brutaler Offenheit habe noch kein Reichskanzler und fein Finanzminister dem Volke die Wahrheit gesagt, wie Brüning nicht über den vollen Ernst der Lage klar und Dietrich. Dennoch seien weite Kreise des Volkes sich noch immer frage fei nicht nur wirtschaftlicher Natur und jedes Berlaffen der Goldwährung würde auch schwere psychologische Erschütterungen in unserem Volke hervorrufen. Ein dunkles Kapitel unserer Wirtschaft seien die Fehlleitungen des Kapitals, die zu einem großen Teil im Verein mit der falschen Rationalisierung die große Arbeitslosigkeit verschuldet hätten. Hier hätten die großen Wirtschaftsführer nicht das Bertrauen gerechtfertigt, das sie vielfach genossen. Eine der wesentlichsten Ursachen der deutschen und der Weltwirtschaftskrise sei die Tributlast in Verbindung mit dem ganzen Kriegsvon 6129 in der Wohlfahrt. Auf je 1000 Einwohner in Berlin kommen 29,10 Hauptunterstügungsempfänger und 38,37 Krisenunterstützte. Im Gesamtbezirk fommen auf 1000 Einwohner 23,58 Hauptunterstützungsempfänger, in der Provinz Brandenburg 17,10, in der Grenzmark 7,53. Krisenunterſtügte insgesamt 31,65, in der Provinz Brandenburg 23,26 und in der Grenzmark 15,78. Kalte Schulter. Hugenbergs verschmähte Liebe. Bei den Deutschnationalen herrscht Enttäuschung. Der Land- tagsabgeordnete Kube, der offizielle Führer der nationalsozialisti» sehen Preußenfraktion, hat in einem Artikel über die Deutschnatio- nalen die hohnoollen Sätze geschrieben: „Der deutschnationalen Preußenfraktion stehen wir mit kühler Sachlichkeit gegenüber, in ihr Fahrwasser lassen wir uns nicht zwingen. Ihre Situation wäre besser, wenn sie SO Mandate erreicht hätte. Dann wäre unser Gefühl herzlicher." Racheschnaubend veröffentlicht der„Deutsche Schnelldienst" ein Schreiben aus der Zeit, als die Deutschnationalen noch über 89, die Nationalsozialisten nur 6 Mann im Landtag waren. Damals, im Sommer 1930, schrieb Herr Kube an die deutschnationale Landtags- fraktion folgenden Brief: Sehr verehrter, lieber Herr Stadtrat Steinhofs! Im Namen der nationalsozialistischen Gruppe des Preußischen Landtages danke ich der deutschnationalen Preußenfraktion für ihre ritterliche Unter st ützung im Kampfe gegen den Verfassungsbruch des schwarzrotgoldenen Preußenkabinetts gegen- über den nationalsozialistischen Beamten. Ich hoffe, uns Natio- nalsozialisten wird Gelegenheit gegeben werden, der deutschnationalen Fraktion auch unsererseits unsere Kameradschaft zu beweisen." Mit der nationalsozialistischen Liebe ergeht es den Deutschnationalen nach dem Motto des alten Blätterzups-Berses: Bon Herzen— mit Schmerzen—«in klein wenig— oder gar nicht!— Der schnelle Temperaturwechsel des Herrn Kube kann indessen keinen Kenner der Dinge verwundern. Die ganze Nazipolitit ist ja in der Haupt- fache eine auf Zweckmäßigkeitsgründe basierte Verstellungs- und Schauspielerkunst. Herr Kube persönlich aber ist«in« ihrer ausge- prägtesten Typen: Im Kriege trotz voller Kriegsdienstfähigkeit re- klamiert, schmettert er heute nationale Heldentöne. Im Jahre 1926 Angeber seiner heutigen Parteifreunde beim Berliner Polizeiprä- sidium, wettert er jetzt um so kräftiger gegen die Severing-Grze- sinski-Polizei. Vor sechs Iahren rief er den Staatsanwalt gegen die rohen Nazihorden um Hilfe an, die ihn belästigten, heute erklärt er den„System-Staatsanwälten" den Krieg, die gegen National- sozialisten Strafanträg« stellen. Also— nur keine Ueberraschung! Die Ausländer in Preußen. Eine Verordnung des preußischen Innenministeriums. Das Recht der Ausländer in Preußen wird am 1. Juli neu geregelt durch eine Berordnung des Ministers des Innern. Sie bezweckt eine Zusammenfassung der vielfach zerstreuten Vorschriften des geltenden Ausländer-Polizeirechts und die Einführung einiger Reformen, die sich nach der Praxis als notwendig erwiesen haben. Die Verordnung will auch die Verwaltung vereinjachen und die Behördenarbeit aus diesem Polizeigebiet erleichtern. Man will den notwendigen Schutz der Allgemeinheit vor lästigen Ausländern gewährleisten und den Zuzug wirtschaftlich unerwünschter Personen verhindern. Durch entsprechende Zusammenarbeit der Polizei- und der Arbeitsbehörden soll namentlich der Belastung des Arbeitsmarktes mit ausländischen Arbeit- nehmern entgegengewirkt werden. Der einwandfreie Ausländer soll volle Freiheit genießen. Ausländer, die sich als Besuchs-, Studien-, Vergnügungs- und Gejchäjtsreiseirde hier aufhalten wollen, sind künftig einer be- sonderen polizeilichen Behandlung nicht unterworfen. Dagegen wird für Ausländer, die sich hier längere Zeit aushalten, die als Arbeiter oder Angestellte tätig werden, oder einen gewerblichen oder landwirtschaftlichen Berus ausüben wollen, ein« schriftliche polizeiliche Aufenthaltserlaubnis vorgeschrieben. Im Interesse einer auch dem Ausländer zu gewährenden Rechts- sicherheit bringt die Verordnung Festlegung der Gründe, aus denen die Aufenthaltserlaubnis o e r s a g t werden kann, und die Vor- schrift, daß diese Erlaubnis in der Regel für das ganze Staatsgebiet bis auf weiteres und jedenfalls schriftlich zu erteilen ist: sie kann aber auch zeitlich, und besonders aus grenzpolitischen Gründen auch aus bestimmte Teile des Staatsgebietes beschränkt werden. Das Ausweisungsrecht richtet sich gegen straffällig gewordene, politisch gesährliche und die Behördenautorität mißachtende Ausländer: dafür werden konkrete Ausweisungstatbestände geschaffen. Auch auf dem Gebiete des Ausweisungsrechts sind für den Rechtsschutz des Aus- länders besondere Bestimmungen getroffen, jedoch bleibt das Ver- waltungsstreitverfahren ausgeschlossen. Attacken auf dem Industrietag. Präsident Grund fordert Zerschlagung des Arbeitsrechts. heute vormittag tagte der Znduftrie- und Handelstag. die Spihenorganisation der Deutschen Industrie- und Handelskammern, Im ehemaligen Herrenhaus. Die Beteiligung von Regie- rungs- und wirtschaftsverlretern war außerordentlich stark. Den Vorsitz aus der heutigen Zahreslagung führte erstmalig der neu ernannte Präsident Grund, der im vergangenen Zahr zum Nachfolger Franz von Mendelssohns gewähl» wurde. wer von dem neuen Präsidenten ein wirlschastspolitisches Referat erwartet hatte, das freimütig die schweren Fehler des kapi- talistifchen Systems und das vielfache versagen der Wirtschaftsführer und zugleich positive Resormvorschiäge behandelte, sah sich schwer enttäuscht. Im Gegenteil: kein Wort des Vorwurfes fand der Referent für die ungeheuerlichen Sonzernskandale, die dem vertrauen zur deutschen Wirtschaft mehr geschadet haben als alles andere. Um so schärfer pointiert waren aber die vorwürfe gegen die öffentliche Zinanzwirtschaft und Sozialpolitik. Mit einem Worte, auch nach der Anschauung des Präsidenten Grund ist im wesentlichen das„S y st e m" an der trostlosen Lage in Deutschland schuld. kein wunder, daß bei einer solchen Einstellung der Referent gegen die staatliche Lohnpolitik und das bestehende Arbeitsrecht unter dem Beifall der versammelten wirtschafls- Magnaten eine scharfe Attacke unternahm. Auf dem Lohn- gebiel habe die staatliche Schlichlungslätigkeit angeblich Ihr Unvermögen erwiesen, den Erfordernissen der Wirtschaft gerecht zu werden. „Einer immer geringer werdenden Zahl von Arbeitenden wurden zwar höhere Löhne gewährt, eine immer größere Zahl aber der Arbeitslosigkeit überantwortet." Diese Behauptungen des Präsidenten aus dem Industrie- und Handelstag sind kaum mehr zu überbieten. Seit 1 1i Zohren gehl ein Lohndruck schwerster Art über sämtliche Arbeitnehmer in Deutschland binwea. Die Malsenkaufkrast ist um Milliarden- werte gedrosselt und damit die wichtigste Krisenreserve in Deutschland zerschlagen worden. Und bei einem derartigen katastro phalen Zustand der Lohnverhältnissc wogt ein an verantwortlicher Der Oberstaatsanwalt klagt an: Alle drei, Leo, Max und Willi Gklarek sind schuldig! Der Zuhörerraum ist heute morgen im Sklarek-Prozeß nicht gedrängter beseht als sonst. Anwesend sind der Generalstaalsanwall vom Kammergericht wiechmann und der Generalstaatsauwalt vom Landgericht I wilde, Oberstaatsanwalt Freiherr v. Steinäcker erhält als erster Ankläger das wort zum Plädoyer. Er führt aus: Mit dem heutigen Tag geht nach sieben Monaten ein in der Geschichte der deutschen Rechtspflege einzigartiger Prozeß seinem Ende entgegen. Diese Einzigartigkeit besteht nicht in der Dauer der Verhandlung, nicht in der Anzahl der Angeklagten: in dieser Hinsicht sind wir in Moabit an ganz ander« Dinge gewöhnt. Die Einzigartigkeit dieses Prozesses liegt in seinen zwei Gesichtern. Es ist das politische und das moralische Gesicht. Vom politischen will ich jetzt nicht sprechen; dazu wird es bei dem Straf- maß noch Zeit sein. Wohl aber will ich etwas vom moralischen Gesicht dieses Prozesses sagen. Das große Interesse, das die Oesfent- lichkeit der Gerichtsverhandlung von Anfang bis zum Ende ent- gegengebracht hat, war nur möglich, weil weite Kreis« der Be- völkerung in dem Prozeß nur ein Symptom des Zeitgeistes gesehen haben. Wenn wir auf Sittlichkeit und Moral in unserem Volke halten wollen, so müssen wir diesen Zeitgeist unbedingt überwinden. Es ist der Geist des krassesten Materialismus, der nichts anderes kennt, als Geldraffen und bei diesem Geldrasfen unbedenklich über Leichen geht. Die Anklage hat durch die Beweisaufnahme recht behalten, recht behalten trotz der Schwierigkeiten, auf die man sowohl bei der Voruntersuchung als auch bei der Hauptverhandlung gestoßen ist. Als im September 1929 die Brüder Sklarek verhaftet wurden, ergab es sich, daß sie mit zahlreichen Beamten der städtischen Verwaltung strafrechtliche Beziehungen unterhielten. Di« Untersuchung muhte auch auf diese Beamten ausgedehnt werden, daher die lange Dauer der Voruntersuchung. Aber auch in der Hauptverhandlung ergaben sich Schwierigkeiten für die Wahrheitssindung. Es schien anfangs bedenklich, ob man ohne den erkrankten Max Sklarek volle Klärung des Sachverhalts schaffen würde. Die Beweisaufnahme hat aber gezeigt, daß das Ausscheiden von Max Sklarek aus dem Prozeß überwunden werden konnte. Eine andere Schwierigkeit ergab sich aus dem Tode Kieburgs und Schalldachs. Die Staatsanwaltschaft hat aus dem Tod« Kieburgs gewisse Konsequenzen gezogen und hat die Anklage der Untreue gegen K. fallen gelassen. Die Sklareks haben alles getan, um den Tatbestand der Anklage zu verdunkeln. In ihrem Büro im Hotel Continental sind sie mit den ver- schiedensten Zeugen zusammengetrofsen und haben deren Aussagen beeinflußt. Es ist schwer zu sagen, was alles verdunkelt wurde. Trotzdem ist es in der Hauptverhandlung gelungen, den Beweis für die Schuld sämtlicher Angeklagten zu erbringen. Es sind dabei drei Gruppen von Angeklagten zu unterscheiden. Die Hauptgruppe bilden Gebrüder Sklarek und die Angeklagten Lehmann. Tuch und Ludien. Ihre Aufgabe war, den Gebrüdern Sklarek bei der Herstellung der Unterlagen zu helfen. Die zweite Gruppe bilden die Beamten, und zwar die Berufsbeamten Hoffmann, Schmidt und S o k o l o w f k i. Die ersten beiden verhalfen den Gebrüdern Sklarek- zu den Stadtbankkrediten, der letztere beeinflußte in günstiger Weise die Preise und die Lieferungen. Von den politischen Beamten hatten Kohl, Gäbet und W e g n e r für die Ver- träge und Aufträge zu sorgen. Schneider für das Zustande- kommen der günstigen Grundstücksverträg« und Vermietungen. Auch die den Angeklagten Sklarek zur Last gelegten strafbaren Hand- lungen lassen sich in drei Gruppen zusammenfassen. Einmal er- langten sie mittels Betruges und Urkundenfälschung Verträge mit der Stadt Berlin, zum anderen haben sie es verstanden, gleichfalls mittels Betruges und Urkundensälschung große Kredite bei der Stadtbank zu erhalten und drittens haben sie durch den ungeheuren Aufwand, den sie betrieben, sich des Konkursverbrechens schuldig gemacht. Den Beamten wird schwere passive Bestechung vorgeworfen. Oberstaatsanwalt Dr. Steinäcker schildert den Entwicklungsgang der Brüder Sklarek und gelangt zu dem Ergebnis, daß chre Ver- fehlungen bereits im Jahre 1921 begonnen haben, nachdem Leo und Max Sklarek in das Geschäft Willi Sklareks eintraten und Kiebusch Geschäftsführer der KVG. wurde. Die Brüder Sklarek wollten zu schnellem Erfolge kommen, wollten dabei aber auch ein glänzendes Leben führen, ihnen war jedes Mittel recht, selbst das unsauberste, irgendwelche Bedenken gegenüber ihren Mitmenschen gab es bei ihnen überhaupt nicht. Sie besprachen mit den Beamten, in welcher Weise die Leute, die sie brauchten, gewonnen werden könnten und verstanden stets das Mittel anzuwenden, das jeweils erforderlich war. Sie luden die Beamten in Lokale ein, zu Autofahrten und Jagden, drängten sich auch zu persönlichem Verkehr auf. Direktor Schmidt erhielt eine Jagd, Kohl ein Häuschen, Hoffmann gutes Essen und Theaterkarten. es gab auch Bargeld. Eine der Hauptbestechungsmethoden der Brüder Sklarek bestand in der Versorgung mit Kleidern und in der Beteiligung der Beamten an Rennwetten. Wie verteidigen sich nun die Angeklagten? Ihre Haltung in der Haupwerhandlung war sehr schwankend. In dem Bestreben, die Wahrheit zu oerschleiern, kamen sie mitunter ein Stück vorwärts und gleich darauf zwei Schritte zurück. Sie begnügten sich mit allgemeinen Redensarten und fanden nicht den Mut, dem Gericht zu sagen, wie die Dinge in Wirklichkeit lagen. Ihr beliebtester Ein- wand war, nicht sie haben die Stadtbank, sondern die Stadt habe sie betrogen. Die Verhandlungen haben mit aller Klarheit er- wiesen, daß von einem Betrug der Stadt Berlin an den Gebrüdern Sklarek keine Rede sein kann. Di« Sklareks wußten, daß sie bei der Uebernahme der KVG. einen Bruchteil minderwertiger Waren übernommen haben; das ist aber auch bei der Preisfestsetzung berück- sichtigt worden. Ihr zweiter Einwand war: sie haben die„Löcher" der KVG. übernommen. In Wirklichkeit wird es wohl so gewesen sein, daß sie auch Kieburg geschmiert haben, daß von diesem aber die Ver- pflichtungen, die er damit übernommen hatte, nicht erfüllt worden sind. Eine hauplverteidigungsmelhode lag in Angriffen gegen leitende Männer der Stadt Berlin. Ich habe keinen Grund, den Oberbürgermeister B ö ß in Schutz zu nehmen. Di« Frage aber, ob er sich strafbar gemacht hat, ist mit aller Entschiedenheit zu verneinen. Bürgermeister Scholz ist über jeden Zweifel erhaben. Die Angriffe der Angeklagten gegen ihn waren nur vom Haß diktiert, denn Scholz war es ja, der den Stein ins Rollen gebracht hat. Die Angeklagten Sklarek müssen ja schließ- lich eine Zahl von Zuwendungen an Beamte zugeben. Sie sagen aber: Wir haben damit nichts zu tun. Max ist der allein Schuldige. Er war größenwahnsinnig, spielte den rücksichtslosen Napoleon und weihte uns in die Geldausgaben nicht ein. Zn Wirklichkeit sind alle drei. Leo. Max und Willi Sklarek. schuldig. Sie handelten in allgemeinem Verständnis, sie werden auch all drei von allen sämtlichen Angestellten als Chefs bezeichnet. Der Oberstaatsanwalt weist an zahlreichen Beispielen nach, in welch hohem Maße sowohl Leo als auch Willi Sklarek sich im Geschäst aktiv betätigt haben. Zugunsten der angeklagten Beamten ist zu sagen, daß sie tatsächlich die Gebrüder Sklarek für sehr vermögende Leute gehalten haben. Wenn man aber bedenkt, welch ungeheure Zuwendungen sie erhalten haben und wenn man zusammensaßt— das wird im Laufe des Plaidoyers noch geschehen—, was sie alles zugunsten Sklareks gewn haben, so wird man sich sagen müssen, daß sie sich in ihrem Tun durch die Zuwendungen haben beein- flussen lassen. Zusammenfassend ist zu sagen, die Schuld sämtlicher Angeklagten ist durch die Beweisaufnahme voll erwiesen. rj Stelle stehender Vertreter der Wirtschaft davon zu sprechen, daß das Anwachsen der Arbeitslosigkeit von zu hohen Löhnen käme. Mit seinen Angrissen gegen die staatliche Schlichtungstätigkeit gliedert sich Präsident Grund in die Front derjenigen scharfmacherischen wirtschastsmagnoten ein, deren nächstes Ziel die Zerschlagung des Arbeitsrechtes und die Aufhebung der kollektiven Arbeitsverträge ist., Trümmerfeld in Lyon. Bis jetzt T6 Tote geborgen. Paris. 11. Mai. sEigenbericht.) Am Dienstagabend ist es durch eine zweite Sprengung gelungen, die stehengebliebenen Reste der in Lyon eingestürzten Häuser zum größten Teil niederzulegen, so daß in der Nacht die Ausräumungsorbeiten wieder aufgenommen werden konnten. Bis drei Uhr morgens wurden noch vier Leichen gefunden, von denen drei noch nicht identifiziert werden tonnten. Die Zahl der geborgenen Toten beläuf« sich jetzt aus IS. Die Behörden haben wegen der immer noch bestehenden Einsturzgefahr angeordnet, daß etwa 50 in der Umgebung der Unfallstelle gelegene Häuser von ihren Bewohnern geräumt werden müssen. In der Umgebung von Lyon bei dem Dorfe T o r c i e u hat sich am Dienstag gleichfalls ein Erdrutsch ereignet. Ein mit Weinreben bepflanzter Hügel ist von einem abstürzenden Felsblock verwüstet worden, der beim Aufprall mehrere tausend Kubikmeter Erde mit sich riß. Durch diesen Erdrutsch wurde eine am Fuß des � Hügels entlang führende Straße in einer Breit« von 200 Metern mit einer acht Meter hohen Schlammschicht bedeckt. Man weiß noch nicht, ob Personen zu Schaden gekommen sind. Da neue Erdver- schiebungen befürchtet werden, können vorläufig keine Räumung?- arbeiten vorgenommen werden. Flau erhängt ihren Mann. EntfetzZicher Mord im Odenwald. Varmstadt, 11. Mai. In einem einsamen Gehöft bei U n t e r l i e b e r s b a ch im; Odenwald in der Nähe von Weinheim hat die Mitte der dreißiger Jahre stehende Frau? o e st ihren um ein Jahrzehnt älteren Mann aufgehängt. Nach einem ehelichen Streit lackte sie ihn auf den Speicher, wo sie ihm eine Schlinge um den Hals warf und ihn über einen Dachbalken hochzog. Der zunächst den Nachbarn vorgetäuschte Selbstmord wurde von diesen nicht geglaubt. Sie benachrichtigten die Polizei, die heute die Täterin vernahm. Sie legte vor der Kriminalpolizei und der Staatsanwaltschaft ein Geständnis ab und wurde oerhaftet. Dreizehn Menschen vom Hagel erschlagen. Kalkutta. 11. Mal. Nach einer amtlichen Rleldnng aus A l l a h a b o d wurden in der dortigen Umgebung am Dienstag durch Hagelkörner von riesiger Größe insgesamt 13 Personen gelötet und l?0 verwundet. Die deutsche Abrüstung. Genera! sollet unterschätzt sie. Durch WTB. wird mitgeteilt: General Rollet, der ehemalige Vorsitzende der Interalliierten Kontrollkommission, hat am 30. April in Brüssel einen Bortrag über die Entwaffnung Deutschlands gehalten, in dem er auch Ziffern- mäßige Angaben über die Zerstörung von deutschem Kriegsmaterial machte. Gegenüber den Zahlen, die General Rollet anführte, ist nach Feststellungen von unterrichteter Seite zu erklären, daß nicht. wie er angegeben hat. 33 000 Kanonen, sondern 6 0 0 0 0 G e- schütze, ferner nicht 87 000, sondern 130000 Maschinen- g e w e h r e und nicht ä,Z Millionen tragbare Massen, sondern 6 Millionen Gewehre und Karabiner zerstört worden sind Billige pfingsireisen von heute ab. Der heutige Mittwoch ist der erste Tag, an dem Reisen bei• der Reichsbahn mit den um 33K Proz verbilligten Fest. tagsrückfahrkarten angetreten werden konnten. Die Karten gelten für die Zeit vom II. bis 23. Mai, und zwar für die Hinfahr! vom 1l. bis 17. einschließlich, zur Rückfahrt vom 13. bis 23. Mai einschließlich. Die Hinfahrt muß am 17.. die Rückfahrt am 23. Mai� 24 Uhr. beendet sein. Die Benutzung von kTD, FD. D und schnell- und Eilzügen ist gegen Zahlung der tarifmäßigen Zuschläge unbeschränkt zugelassen. Die Vorstandsfihung des HGB.. die wir im gestrigen..Abend' anzeigten, ist infolge des Todes des Direktors des Ilster naiio nalen Arbeitsamts in Genf. Albert Thomas, vertagt worden. Eine Mahnung an Groener. Was ist mit dem Polizeibeamtenverband in Braunschweig? Die sozialdemokratische Landtagsfraktion richtete an den ReichsInnenminister Groener folgendes Schreiben: ,, Die Regierungsparteien des Braunschweigischen Landtags haben im Rechtsausschuß erklärt, daß sie die Behandlung des Antrages der sozialdemokratischen Fraktion auf Aufhebung des Verbots des Polizeibeamten- Berbandes folange zurückstellen wollten, bis eine Entscheidung des Reichsministers des Innern erfolgt ist. Wir bitten deshalb, die dringend notwendige Entscheidung baldigst zu fällen und damit die Beachtung der Reichsverfassung auch im Freistaat Braunschweig durchzusetzen." Der Verband ist bekanntlich am 19. Januar von Klagges willkürlich aufgelöst worden, angeblich weil er kommunistische Tenbenzen duldete. Am 9. März hatte Klagges dann einen vom Reichsinnenminister geforderten Bericht erstattet, worauf bis heute noch feine Entscheidung der Reichsregie rung erfolgt ist. Albert Lebrun, der als Nachfolger Doumers zum Präsidenten der französischen Republik gewählt wurde. Stadtverordnete maßregeln Dichter. Die Frankfurter Stadtverordnetenverfamm lung nahm einen Antrag an auf Absegung des neuen Stüdes Unruhéro", von Unruh 3éro", das vor einigen Tagen im Frankfurter Schauspielhaus seine Uraufführung erlebt hat und starten Widerspruch fand. Außer den Demokraten, Sozialdemokraten und Kommunisten stimmten alle Parteien für diesen Antrag. Ein seltsamer Borgang! Mag sein, daß Unruhs neues Drama nicht allen Erwartungen entspricht, fann sein, daß ein Teil der Stadtverordneten es mißverstanden hat. Aber immerhin sollten sie soviel Respekt vor einem Dichter das ist Unruh und soviel Objektivität aufbringen, um dem Publikum selber die Entscheidung zu überlassen. Unruh hat das Treiben in Monte Carlo, mie es scheint, als symbolisch für die europäische Welt von heute, dargestellt. Aber ist das ein Grund, sein Drama abzusehen? Will die Mehrheit des Stadtverordnetenkollegs sie beträgt ganze zwei Stimmen- sich etwa zum Schuße der heiligen Güter von Monte Carlo und ähnlicher Kulturverhältnisse aufwerfen? Fühlt sie sich selber mitgetroffen durch die Kritik Unruhs? Jeden falls ist es ein beschämender Vorgang, wenn ein Kunstwerk aus politischen Gründen abgesetzt und damit auch denen vorenthalten wird, die es auf sich wirken lassen möchten. Die Untersuchung von Kürtens Gehirn. Die Deutsche Forfchungsanstalt für Psychiatrie in München, der das Gehirn des am 2 Juli 1931 in Köln hingerichteten Peter Kürten zur wissenschaftlichen Verwertung überwiesen war, hat mitgeteilt, die Untersuchung habe in allen Teilen des Gehirns normale Verhältnisse ergeben. Es fehlten jegliche Anhaltspunkte für das Bestehen irgendeines Krankheitsprozesses. Ebenso finde fich nicht die geringste Spur einer anatomischen Störung, die etwa auf eine angeborene oder erworbene Geisteskrankheit hindeuten könnte.( Das negative Ergebnis fann darauf zurückgeführt werden, daß die Methoden der Gehirnforschung noch nicht entwidelt genug sind. Wahrscheinlicher aber ist die Annahme, daß die verbrecherische Anlage aus der Umwelt abzuleiten ist.) Ungewöhnliche Wasserstoffatome. Bisher hielt man für feftstehend, daß der Wasserstoff sich aus den einfachsten Atomen zu sammensetzt und daß die Atome aller anderen Elemente aus Wasser stoffternen und Elektronen aufgebaut find. Nun haben aber zwei Gelehrte der New- Yorker Columbia- Universität C. Uren und G. M. Murphy gefunden, daß nicht alle Wasserstoffatome gleich gebaut sind, sondern, daß es auch Atome von ungewöhnlichem Bau gibt, die aus zwei Wasserstoffkernen und einem Elektron bestehen und daher das doppelte Gewicht des normalen Wasserstoffes haben. Auf je 4000 gewöhnliche Wasserstoffatome tommt ein solches ungewöhnliches Atom. Die fünfzig schönsten Bücher des Jahres 1931. In der Staatlichen Kunst bibliothek find bis zum 18. Mai die fünfzig schönsten Bücher des Jahres 1931 ausgestellt, die vor einiger Zeit vom Preisgericht der Deutschen Buchkunststiftung in Leipzig aus gewählt wurden. Die Beurteilung war nicht nur nach dem fünft lerischen Gesamtbild erfolgt, sondern es wurden auch Wesen und Zweck des betreffenden Werkes berücksichtigt. Von den 50 Büchern, die dem heutigen flaren und zurückhaltenden Buchstil finnfälligen Ausdruck verleihen, find 30 im Handfat gedruckt, 19 im Maschinen satz und ein Buch im tombinierten Verfahren. 41 Verleger sind beteiligt, davon 14 Berliner, 10 Leipziger, je drei Münchener und Stuttgarter. Erfreulicherweise erscheinen aber auch kleinere Verlags orte mie Kassel, Tübingen und Zwickau. Mary Wigman in London. Im Globe- Theater gab Mary Wigman eine Tanzvorführung, die auf das start besuchte Haus tiefen Eindruck machte und stürmischen Beifall auslöste. Was uns not fut. Aus Coburg wird gemeldet: Die Urauf führung des Dramas Kaiser Franz Joseph I." von Richard Duschinsky findet im Rahmen der Maifestspiele des Landestheaters in Coburg statt. Berlin erhält eine Gartenbühne. Am Pfingstsonntag, 8 Uhr, wird mit dem Bigeunerbaron" in dem Garten der Neuen Welt", ein Theater eröffnet. Das unter Leitung von Professor D'Arnals stehende, von der Kammersängerin Inge van der Straaten gebildete Stollektiv wird populäre Opern spielen. Dem Ensemble gehören bekannte Kräfte an, der Chor besteht aus ehemaligen Angehörigen der Krolloper. Bei schlechtem Wetter finden die Veranstaltungen im Saale statt. Mitglied des Präsidiums, Frau Grete Jim, einstimmig wiedergewählt. Der Verwaltungsrat der Bühnengenossenschaft hat das bisherige dritte Im Orientalischen Seminar hat der Dozent des Niederländischen und Afrikaans Dr. M. R. Breyne, der von seinem Lehraustausch in Südafrika zurüdglehrt ist, seine Borlesungen wiederaufgenommen. Er wird speziell über das Deutschtum in Südafrika lesen. Der Nazi ,, leutnant" im Zuchthaus Das Ende einer nationalsozialistischen Berleumdungskampagne Das Königsberger Schwurgericht befaßte sich am Sonnabend| 3euge ausgegeben worden, der seinerzeit angeblich in dienstlicher mit einer Meineidsaffäre, die die lezte Etappe einer natio- Eigenschaft mit den zur Anklage stehenden Behauptungen zu tun nalsozialistischen Verleumderkampagne und zugleich einen vernichten. gehabt hätte. Vogt machte als 3euge pofitive Angaben über angebden Beweis für die politische und moralische Verlum liche Verbindungen des Genossen Hermann Schulz mit dem inpung der NSDAP. bildete. Ein fragwürdiges Individuum, polnische Organisationen gegen Bezahlung Spigel das abwechselnd und gleichzeitig für deutsche und dienste geleistet hatte, hatte sich mit dem Gauleiter der ostpreußischen Nationalsozialisten Erich Koch in Verbindung gesetzt und ihm angebliches Material geliefert, aus dem hervorgehen sollte, daß sich eine Reihe von prominenten Funt tionären der Sozialdemokratie des Landesverrats schuldig gemacht hätten. Im März 1929 machte Roch in öffentlichen Versammlungen von diesem Material in der skrupellosesten Weise Gebrauch. Die Beteiligten hatten sofort Strafantrag gestellt. Roch zog alle Register der Verschleppungstaftit. Erst nach zwei Jahren gelang es, die Verleumder zur Strecke zu bringen. Soch wurde wegen Beleidigung und übler Nachrede zu 500 m. Geld strafe, sein Gewährsmann, der polnische Spigel Gustav Stoi zemsti, neunmal wegen schwerer Urkundenfälschung. Betrugs und anderer ehrenrühriger Delifte vorbestraft, wegen Beleidigung in zwei Fällen zu fünf Monaten Gefängnis verurteilt. Neben zwei Redakteuren der„ Königsberger Volkszeitung" war u. a. der sozial demokratische Reichstagsabgeordnete Dr. Paul Herb in diesem Prozeß als Nebenfläger aufgetreten. Die Verleumdungen Kochs besagten in ihren wesentlichen Bunkten folgendes: 1. Der verstorbene sozialdemokratische Reichstagsabgeordnete Hermann Schulz und der Redakteur Wyrgatsch von der Königsberger Boltszeitung" hätten auf Veranlassung der polnischen Regierung den Abbruch des deutsch- polnischen Zollfrieges propagiert. Schulz habe sich außerdem das Manuskript zu einer im NoDember 1926 in Elbing gehaltenen Rede vom polnischen Generalfonfulat in Danzig anfertigen lassen. 2. Dr. Her habe geheimes amtliches Material dem polnischen Spionagebüro in Danzig ausgeliefert. 3. Schulz und Wyrgatsch hätten im Jahre 1926 Material über Kleinkaliberschützenvereine an Bolen ausgeliefert. 3m Urteil vom 11. Mai 1931 hatte das Königsberger Schöffengericht ausdrücklich festgestellt, daß es sich bei den ganzen Beschuldigungen um hinterhältige Angriffe gegen ehrenwerte Männer| handle. zwischen zu Zuchthaus verurteilten polnischen Spion Dzioch. der Zeuge Bogt jedoch zusammen. Seine Zeugenaussage stellte Unter dem Trommelfeuer eines unerbittlichen Kreuzperhörs brach sich als eine der widerlichsten Lumpereien dar, die je in politischen Prozessen erdacht worden sind. Der Leutdas bereit war, im Sinne seiner Hintermänner einen glatten nant a. D." Vogt entpuppte fich als gedungenes Subjeft, meineid zu leisten. Bogt hatte u. a. befundet, daß er im Jahre 1917 zum Leutnant befördert worden und 1919 Depotführer des 3. Depots der Repu blikanischen Soldatenwehr in Berlin gewesen sei. In dieser Eigenfchaft hätte er auch einer Reihe von Sigungen unter dem Borsiz des damaligen Stadtkommandanten von Berlin, Otto Wels, beigewohnt. wohnt. Die letzte Behauptung entpuppte sich schon insofern als blöder Schwindel, als Genosse Wels 1919 gar nicht mehr Stadtkommandant von Berlin war! Bald nach dem damaligen Prozeß wurde gegen Vogt Strafe anzeige wegen Meineids erstattet. Bogt war jedoch in zwischen getürmt und konnte erst im August 1931 in Berlin wieder verhaftet werden. Am Sonnabend zierte er die Anflagebant des Königsberger Schwurgerichts. Inzwischen war er noch wegen Betrugs zu einer längeren Gefängnisstrafe verurteilt worden. Insgesamt hat dieser Kronzeuge des nationalsozialistischen Gauleiters und Reichstagsabgeord neten Koch rund zehn Vorstrafen wegen Betruges, Unterschlagung und Urkundenfälschung zu ver zeichnen. dieses widerlichen Burschen restlos zusammen. Auf Grund von In der Schwurgerichtsverhandlung brach das Lügengebäude amtlichem Material( Urschrift der Stammrolle) wurde einwandfrei festgestellt, daß Bogt am 24. August 1918 lediglich zum überähligen Gefreiten befördert und in dieser Eigenschaft Ende Dezember 1918 auch Dom Heeresdienst entlassen worden ist. Der Anklagevertreter bezeichnete den Angeklagten als ein strupelloses Individuum, das sich nicht davor gescheut habe, einen Ehrenmann, den es nicht einmal persönlich kannte, über das Grab hinaus zu einem Cumpen zu stempeln. Die Aufgabe dieser Schwurgerichtssigung sei es, eine völlige Liquidation des Bestrebens vorzunehmen, Menschen anderer politischer Ueberzeugung als ehrloje Leute zu bezeichnen. Er beantrage eine Strafe von 4 Jahren Zuchthaus und 6 Jahren Ehrverlust. Im Verlauf des damaligen Prozesses war es bei der Berneh mung des Hauptzeugen der nationalsozialistischen Angeklagten, eines angeblichen Leutnants a. D. Friedrich Karl Vogt aus Berlin, zu sensationellen Auftritten gekommen. Vogt war von der nationalsozialistischen Verteidigung als absolut einwandfreier 2 Jahren Zuchthaus und 4 Jahren Ehrverlust! Madonna, wo bist du?" Operettenpremiere im Leffing- Theater. ,, Sie"( die Diva) ist ein leuchtender Bühnenfigstern. Denn nur solche pflegen in unseren Tagen das Ewigweibliche in der Operette zu repräsentieren. Durch allzu große Liebe auf den ersten Blid gerät sie( so ist das Leben) ganz aus dem Konzept und durchläuft mädchenhafter Anmut teilhaftig alle Stadien ihr gänzlich unbewußter Leidenschaft. Er"( der Tenor, das Männliche schlechthin), hat das Gesicht unserer Zeit; also ist er ein Ingenieur und geht aufs Ganze. Zuerst mißlingt es ihm, er wird sozusagen ingenieurmidrig sentimental und ist im Begriff, das Rennen aufzugeben da geht es Gott sei dank doch noch gut aus: fie friegen sich. Nämlich: ihr Freund, der Baron, benimmt sich musterhaft; er versteht, verzeiht, verzichtet damit ist dann natürlich alles aus: glückliche Hochzeits reise. Uralter Tradition zufolge gibt es auch ein lustiges Paar die tanzen und fingen, lachen und springen und friegen fich auch. Das Ganze: gute Fabritware. Operetten sind ja längst feine fleinen Opern mehr was zu dramatischem Leben und noch vielen anderen schwierigen Dingen verpflichtete, die nur wirklich begabten Leuten zu gelingen pflegen. heutige Operetten find geschicht getarnte Schlagermontagen, die Diva und Tenor, Komiter und Soubrette als eine Art unveräußerlichen Inventars übernommen haben. Die vier sind typische volkstümliche Figuren wie Pantalon und Colombine etwa, oder wie Kasperle und der Teufel im Kasperle- Theater. Was sie zu spielen haben, ihre erotischen Sorgen, Eifersuchtsschmerzen und happy end- Freuden das hängt nur vom Bestand verfügbarer Schlager ab, um die die Handlung sich rankt". Schöpfer der bangen Frage ,, Madonna, wo bist du?" ist Mar Bertuch, der mit Hans Dedner zusammen die nicht unwichtigen Gesangsterte fabrizierte; die Musik dazu schrieb Albrecht Haselba ch. Gewiß, die einzelnen Schlager kommen einem ganz unheimlich bekannt vor: so muß aber doch wohl eine Musik beschaffen sein, deren 3wed es ist, zu einem Ohr hinein und zum andern nicht wieder hinauszugehen. Sie sind geschickt gearbeitet und werden ihrem Genre gerecht. Kein vernünftiger Mensch aber wird mehr, wird in einer auf typische Leistung eingestellten Branche individuelle Bedarfsdeckung verlangen. was Die von Straffer geleitete Aufführung hatte Tempo, Schmiß, Temperament. Singen fonnten sie alle miteinander nicht schadet das aber in einer modernen Operette? Erika von Thellmann ist prachtvoll gewachsen und spielt ausgezeichnet, Genia Nikolaje wa spielt auch ausgezeichnet und ist noch prachtvoller gewachsen; Josef Wedorn gefällt und hat sex appeal, Erik Ode hat sex appeal und gefällt; Theodor Loos ist ein überzeugender Ueberedelmann so ist der Erfolg sicher und der Zweck erreicht: bald werden wir die so lanzierten Schlagermelodien auf allen Wellen hören können. Bildnisausstellungen. A. W. In Kürze vollendet Mag Liebermann sein 85. Lebensjahr. Auf diesen ungewöhnlichen Tag seines Ehrenmitgliedes will der Verein Berliner Künstler mit einer Sonderdarstellung des Porttraitmalers Liebermann schon jetzt feierlich hinweisen. Eine weit zurückgreifende und bis zu dem soeben erst vollendeten Bildnis des Chirurgen Professor Sauerbruch durchgeführte Folge von mehr als dreißig Werfen vergegenwärtigt zusammenfassend feine nicht mohl nicht zu den ganz tiefgründigen Menschenschilderern stellen geringe Meisterschaft auf diesem Gebiet. Man mird Liebermann dürfen, die im Antlig das Schicksal lesen und hinter dem rein Physiognomischen die Hoffnungen und Enttäuschungen eines Lebens aufschimmern lassen. Die Geheimräte, Generaldirektoren und Das Schwurgericht erkannte dann auf eine Strafe Don R. H. Staatsmänner, die er vor allem zu porträtieren hatte, wollten weniger ergründet, als recht objektiv in würdiger Ungezwungenheit der Haltung wiebergegeben werden. Das hat Liebermann mit einer Treffsicherheit und malerischen Vornehmheit besorgt, die immer grauen und schwarzen Töne der Kleidung und die bräunlichgelben wieder überzeugend wirft. Die koloristische Beschränkung auf die Farben des Intarnats, die fast gleichbleibende Stellung des Dafigens mit untergeschlagenen Armen oder eine Zigarre in der Hand Auch die Damenbildnisse begnügen fich in der Regel mit solchem tommt der zurückhaltenden Lebendigkeit des Ausdrucks zustatten. unglänzenden Auftreten. Liebermann, dessen fünstlerische Bedeutung andere Rapitel seines Schaffens doch noch stärker beglaubigen, ist jedoch als Porträtist festgelegt auf die großbürgerliche Gesellschaft und der Spiegel ihrer liberalen Geste. die Galerie Flechtheim zu einer höchst anregenden Schau 111 Porträtstulpturen zeitgenössischer Bildhauer hat Gegenwart vermissen dürfte. Einsetzend mit weniger bekannten vereint, in der man nicht viele der bedeutenderen Plastiker der Köpfen Rodins( Victor Hugo, Gustav Mahler), umfaßt die Reihe Arbeiten von Lehmbrud, Barlach, Huf, Sintenis, Kolbe, Haller, Mards, Belling, Maillol, Despiau, Archipenko und vielen anderen. Neben ihnen behaupten sich manche nicht so start hervorgetretene Bildner wie Scheibe, Brefer und G. H. Wolff besonders vorteilhaft. Dargestellt finden sich zumeist Schauspielerinnen, Dichter, Künstler und andere Erscheinungen des öffentlichen Lebens: von der Duse Ein Sonderplatz ist dem Borerfult der modernen Bildhauer einbis zu Marlene Dietrich, von Walther Rathenau bis zu Ringelnazz. geräumt. Und als wißige Schlußpointe stehen einige parodistische Köpfe von Nicolaus Wahl da, Shaw und Greta Garbo in knapper plastischer Karikatur. Stierkampf- Reform. W. W. Seit dem Erlaß des spanischen Gesezes, das den Schutz der Pferde beim Stierkampf durch Polsterungen vorschreibt, ist allein im Jahre 1931 das Leben von etwa 18 000 Pferden gerettet worden. 1931 im Vergleich zu 1930 53 Stiertämpfe mit ausgewachsenen Nach einer Berechnung, die ein Madrider Blatt anstellt, wurden Stieren weniger veranstaltet, außerdem fanden 354 Novilladas, d. h. Kämpfe mit dreijährigen oder noch jüngeren Stieren, weniger statt als 1930, und die Zahl der sog. Capeas, der Kämpfe, die sich auf fährlichen Ochsen vollziehen, hat jogar 1931 um 1000 abgenommen. den Marktplägen der Dörfer mit irgendwelchen, häufig ziemlich geman schäzt, daß durch diesen Rückgang des spanischen Nationalportes gegen 4000 Stiere gerettet wurden, während sich die Zahl der am Leben erhaltenen Pferde auf 18 000 belaufen dürfte. Durch das Schutzgesetz ist die Freude an diesem blutigen Sport herabge= mindert worden. Die Regierung geht in dieser Einschränkung des Stierkampfes noch weiter, indem sie die„ Capeas" ganz verbietet, da sie keine regelrechten Stiergefechte darstellen, sondern nur eine Boltsbeluftigung sind, die meist in sinnlose Tierquälerei entartete. Aber dieses Verbot der improvifierten Stierkämpfe muß auf die Dauer zu einem Verfall des Nationalsports überhaupt führen, denn die Capeas waren das lebungsfeld für die angehenden Stierkämpfer, die hier Erfahrung sammelten und unter denen die besten dann zu richtigen Toreros ausgebildet wurden. Wiener Festwoche auch in diesem Jahr. Wie der österreichische in üblicher Weise Festwochen abgehalten. Das Programm der Breffeleiter Dr. Wafferbäck in einem Breffeempfang mitteilt, werden trotz der schweren wirtschaftlichen Krise auch dieses Jahr in Wien Wiener Festwochen, die vom 5. bis 19. Juni dauern, ist vor allem dem Andenken eines der größten deutschen Tonkünstler geweiht, Joseph Haydn. Zum Tode Albert Thomas'. Beileidsbezeugung des Gewerkschaftsrings. Dem Internationalen Arbeitsamt in Genf ist folgendes Beileidstelegramm aus Berlin zugegangen: " Die freiheitlich- nationale Gewerkschaftsbewegung in Deutschland nimmt aufrichtige Teilnahme an dem schweren Verlust, den die internationale Arbeiterorganisation durch den Tod ihres bedeutenden Schöpfers und Führers erlitten hat. Gewerkschaftsring. gez.: Hartmann. Lemmer. Die Kupferschmiede beim DMV. Der Verbandstag hat Uebertritt beschlossen. Magdeburg, 11. Mai.( Eigenbericht.) Auf dem Verbandstag des Verbandes der Kupferschmiede Deutschlands brachten 13 Vertreter eine Entschließung ein, in der die Urabstimmung über die Verschmelzung mit dem Deutschen Metallarbeiterverband gefordert wird. Die Entschließung wurde aber abgelehnt und mit 19 Stimmen beschlossen, zum Deutschen Metallarbeiterverband überzutreten. Die Uebertrittsbestimmungen fanden einstimmige Billigung. Als Vertreter zum 20. Verbandstag des Deutschen Metallarbeiterverbandes in Dortmund wurden die bisherigen beiden Vorsizenden der Kupferschmiede Jahrmarkt und Junghans ge= wählt. Wenn der Satz richtig ist, daß das, was lange währt, endlich gut wird, dann ist der Verbandstagsbeschluß der Kupferschmiede wirklich gut. Daß dem Zusammenschluß nichts mehr im Wege stand, beweist die einstimmige Zustimmung zu den vorbereitenden Uebertrittsbedingungen. Von der Einheitsfront der KPD. „ Eisernen" Hindenburg- Front aussprach. Wir wissen, daß zahlreiche SAP.- Arbeiter sehr deprimiert waren, als sie am 1. Mai im Luftgarten mit eigenen Ohren hören mußten, daß auf dem angeblichen ,, Gewerkschaftsaufmarsch" reformistische Propagandareden für die " Eiserne Front" gehalten wurden. Wir wissen, daß ganze Grup pen des SIV. sich in heftiger Opposition gegen die Maischande der SAP.- Führer befinden." Wir wollen uns in diesen Streit durchaus nicht einmischen: wir wollen an diesem Beispiel nur zeigen, wie durch und durch hinterhältig auch das neue Einheitsfront" Spiel der KPD. ist. Die Maisch an de" ist ganz auf der Seite der KPD., die sich den zweifelhaften Erfolg ihrer niedrigsten Treibereien zuzuschreiben hat, daß eine völlig einheitliche Maidemonstration der gewerkschaftlich organisierten Arbeiterschaft Berlins nicht mehr möglich ist.. Rundfunk am Abend Mittwoch, den 11. Mai 1932. Berlin: 16.05 Reportage aus dem Leuna- Werk.( Am Mikrofon: P. Markwald- Caro). 16.30 Orchesterkonzert. 17.50 Jugendstunde: Erlebnis in der nordischen Tierwelt( A. A. Kuhnert). 18.10 Notgemeinschaft des Deutschen Schrifttums. 18.55 Die Funkstunde teilt mit... 19.00 Stimme zum Tag. 19.10 Von der Veranstaltung der Resonanz"( Vereinigung für produktive Künstler- Selbsthilfe). 19.30 Zum Zyklus( 1789 bis 1815):„ Der Wiener Kongreß und seine Folgen"( Min.- Rat Prof. Dr. Windelband). 20.00 Aus Wien Konzert: ,, Wien, Wien, nur du allein". 22.00 Aus Frankfurt a. M.: Zeitbericht ,, Hilfe für die Donau- Staaten?" 22.40 Wetter-, Tages- und Sportnachrichten. Tanz- Musik. Königswusterhausen: 16.00 Das Zentralinstitut und die internationale Pädagogik( Oberschulrat F. Hilker). 16.30 Aus Hamburg: Nachmittagskonzert. 17.30 Deutsche Wirtschaft in China( Prof. Dr.- Ing. W. Haasler). 18.00 Volkstum und Exotik in der Musik. 18.30 Die Nutzbarmachung der flüssigen Kraftstoffe und ihrer Gemische( Chefred. R. Jonas). „ Die Mai- Schande der SAP.- Führer." Der Arbeitsbeschaffungsschwindel des ADGB." gehört samt 18.55 Wetterbericht. 18.55 Viertelstunde Funktechnik( Ob.der„ verbrecherischen ADGB.- Politik" so sehr zum eisernen Bestand der kommunistischen Agitation, daß man sich nur darüber wundert, wenn einmal zufällig in einer Ausgabe der„ Roten Fahne" diese Stilblüten fehlen. Kommt das auch selten vor, es kann immerhin an diesem oder jenem Tage vorkommen. In der KPD. scheint eine geradezu krankhafte Furcht davor zu herrschen, daß durch den„ Arbeitsbeschaffungsschwindel", durch die unermüdlichen Bemühungen des ADGB., das heißt der freien Gewerkschaften Deutschlands, es gelingen fönnte, etlichen Zehntausenden Arbeitslosen zu neuer Arbeit zu verhelfen. Wenn in der KPD. auch nur ein kleiner Funke ehrlichen Willens zu einer wirklichen Einheitsfront vorhanden wäre, dann mußte er sich am 1. Mai zeigen, in Berlin, nicht nur in Bernau, wo die Verteidigung gegen den Naziterror eine gemeinsame Abwehr erklärlich erscheinen läßt. Nun hatte die SAP. unter ,, Mitteilungen der BL."( Bezirksleitung) in Nonpareilleschrift zum 1. Mai die Parole ausgegeben: Geschlossene Beteiligung an der Lustgartendemonstration der freien Gemertschaften. Die KPD. kündigt deshalb in der heutigen Roten Fahne" ,, Abrechnung mit den SAP.- Führern" an und schreibt u. a.: " Wir wissen, daß ein erheblicher Teil der SAP- Funktionäre sich gegen die Teilnahme an dem Maiaufmarsch der Reise durchs Menschenleben. Sie kommen zu gütigen Befizern, die ihnen reiche Liebe schenken, sie sind bei Bedürftigen Eigentum, um das tapfer mit der Not gerungen wird, und sie sind in Kaffeeund Wirtshäusern Betrachtungsgegenstände. Ferch hat ohne 3weifel Eigenart, aber fie erstarrte zur Schablone und da bei ihm selbst die Entwicklungsmöglichkeiten scheinbar fehlen, kann er die so verschiedenartig organisierten Tiere leider nicht individuell ge= stalten. Erna Büsing. gleich Wissen verbreitet. Bei ihm machen die Tiere, die wie Hund oder Kanarienvogel Besiz sind, eine fich in vielem gleichbleibende Wetter für Berlin und Umgegend: Milderes, wolkiges Wetter mit Neigung zu leichten Regenfällen. Südwestliche Winde.- Für Deutschland: Im Süden und Südosten zeitweise heiter und am Tage ziemlich warm, im übrigen Reiche wechselnd, meist stärker bewölkt, im Küstengebiet einzelne leichte Niederschläge, milder. Berantwortl. für die Redaktion: Rich. Bernstein, Berlin; Anzeigen: Th. Glode, Berlin. Verlag: Vorwärts Berlag G. m. b. H., Berlin. Drud: Borwärts Buch druckerei und Berlagsanstalt Paul Ginger& Co., Berlin SW 68, Lindenstr. 3. Hierzu 1 Beilage. Staats MA Theater Mittwoch, den 11. Mai Staatsoper Unter den Linden 1812 Uhr Siegfried Staatl.Schauspielhaus Gendarmenmarkt. 20 Uhr Der Liebestrank Schiller- Theater Charlottenburg. 20 Uhr Die Räuber Ing. Nairz). 19.10 Ende des Kapitalismus?( Dr. E. Welter); PLAZA Volksbühne 19.40 Der Wohlfahrtsbeamte( Stadtinspektor Bechthold). Sonst Berliner Programm. Vollständiges Europa- Programm im Volksfunk", monatl. 96 Pf. durch alle ,, Vorwärts"-Boten oder die Postanstalten. Das neile Buch Joh. Ferch: Der stumme Kamerad") Der stumme Der Verleger bezeichnet diese beiden Bücher als Tierbücher, aber Ferchs Tiere sind keine Tiere, sondern verkappte Menschen. Sie philosophieren selbst für Menschen zu viel, jedoch werden immerhin beachtenswerte Gedanken entwickelt. Kamerad" ist eine erinnerungswerte Aufzeichnung von den ungeheuren Leiden der Kriegspferde und„, Hansi" ist eine, vom ornithologischen Standpunkt aus böse Schnitzer enthaltende Lebens= geschichte eines Kanarienvogels. Und es ist jammerschade, daß Ferch, der doch ein so angenehmes Erzählertalent besitzt, nicht zu *) Hansi. Verlag Dr. Rudolf Engel, Wien. Nähe Schles. Bhf. 58.815, Stgs. 2, 5,215 E7 Welchs. 4031 Die Dubarry Deutsches Theater 8 Uhr Theater am Bülowplatz 8 Uhr Sturm im Wasserglas mit Hansi Niese Heute letzte Aufführung: Staatl. Schiller- Theater Vor Sonnen- 8 Uhr untergang Die Räuber v. Gerh.Hauptmann Regie: Max Reinhardt Lessing- Theater Täglich 8% Uhr Madonna wo bist Du? Erika v. Thellmann Städt. Oper Charlottenburg Bismarckstraße 34 Mittwoch, 11. Mai Turnus II Tiefland Rode, Hartmann, Frind, Tappolet. Wühler- Hallauer, Genia Nikolajewna. Anfang 20 Uh Theodor Loos Ende 22.30 Uhr Geschäfts- Anzeiger Bezirk Süden- Weften 8.15 Uhr Winter Garten Flora 3434 Rauchen erlaubt Die Varieté- Revue „, O schöner Mai“ Baumblute" u. ,, Von Lenz u. Liebe" Unwiderruflich nur im Mai täglich 8 Uhr GROSSES SCHAUSPIELHAUS DIE SCHÖNE HELENA MAX REINHARDT INSZENIERUNG HAUS VATERLAND KURFURST 7460 Das ergnügungs Restaurant Berlins BETRIEB KEMPINSKI Fenster- und Malerhütte Ernst Schüler Frisier- Salon Gebäude- Reinigungs Berlin G.m.b.H. VORMALS MALEREIGENOSSENSCHAFT GEGRÜNDET 1912 N018, LANDSBERGER ALLEE 38-39 FERNSPR.: E 4 ALEXANDER 5628-30 ALLE MALERARBEITEN MOEBEL- UND AUTOLACKIERUNG SPEZIAL- GESCHÄFT FÜR KOLONIALWAREN CARL TAMASCHKE DRESDENER STRASSE 121-123 Sammel- Nummer: F 1 Moritzplatz 5897 Lieferung frei Haus, von 5.- RM an zu Ladenpreisen. Preisverzeichnis auf Wunsch. Bauklempnerei riedrich Hädicke Berlin SW, Lindenstr. 11/12 Elekrtische Anlagen jeder Art für Damen und Herren auch In 10 Monatsraten. HUZI GROSSDESTILLATION Prinzessinnenstrasse 17 Am Moritzplatz Verlange in Harzkäse nur Garbolzumer ist das Beste!" ..M. S. tadellos!" Joseph Schulz Berlin, Gitschiner Str. 80 am Hochbahnhof Prinzenstraße Schleiferei für Messer, Scheren etc. SPEZIALITAET: Maschinen- Pappscherenmesser Gute Bedienung Solide Preise Stadtbad Kreuzberg, Baerwaldstr. 64-65 Franz Schönherz Nähe Hermannplatz Gesellschaft m. b. H. Bln.- Neukölln Kaiser- Friedrich- Str. 241 Bandagen- Gummistrümpfe aller Spezialist für Senkfußeinlagen Lieferant für Krankenkassen und Behörden Inhaber: Carl Pietsch Gustav Sauer Haus- u. Küchengeräte- Werkzeuge SW 68, Lindenstraße 107:: Tel.: Dönhoff 3070 VOLCK& GNADIG Reparatur- Werkstatt Rene Messer jeder Art[ 196 mit eigener Schweißanlage für graph. Maschinen Rotations-, Tiefdruck- und Offsetmaschinen Berlin SO36, Schlesische Str.42 Fernruf: F8, Oberbaum 3553-54 Billigste und zuverlässigste Ausführung Reinigungsarbeiten Bohner- und Oelmaschinen Staubsauger/ Vertreterbesuch jederzeit unverbindlich Butter- Heinze Filialen in allen Stadtteilen Gläß& Ihle Reparaturwerkstatt Für graphische Fräserei Dreherei Maschinen Hobelel- Eig. Autogenschweißanlage Berlin SW68, Alexandrinenstr. 24-25 Tel.: A 7 Dönhoff 4204. Nachtruf: D 8 Pankow 5883, F 5 Baerwald 2542 Walter Stikklas Umzüge kompletter Druckereien Ringfreie Tapetenfabrik Bautischlerei Innenwerkstätte Berlin- Weißensee, Streustr. 12/13 Tel. E 6, Weißensee 3092 Gegr. 1885 Krügerdruck G. m. b. H. Berlin SW 61, Gitschiner Str. 15 Tel.: F 1, Mpl. 36 77, 1234 Nachtanruf: G 5, Südring 323 und F 2, Neukölln 4659. Kliems Festsäle Hasenheide 13-15 Tel. Baerwald 6565 u Hermann Meißner 0000000000$ 14, Hauptgeschäft u. Zentrale: Alte Jakobstr. 81/82 S Be- und Entwässerung/ Sanitäre Anlagen$ 0.16, Köpenicker Str. 40/41 3 Säle Vereinszimmer SW 68, Lindenstraße 2 of 9572 liefert Drucksachen aller Art zu kulanten Bedingungen s Dönhoff efonders Berliner Filialen: wirksam sind W 9, Potsdamer Str. 32 a( Ecke Lüßowstraße) die KLEINEN O 27, Blumenstr. 1( Ecke Alexanderstraße) ANZEIGEN in$ 59, Rottbusser Damm 29/30( am Hermannplay) der Gesamt NW 21, Turmstraße 31 auflage des N 58, Schönhauser Allee 122( a. Stadtb. u. Hochb. Nordring) ., Vorwärts" N 20, Babftr 17( am Bahnhof Gesundbrunnen) und trotzdem Charlottenburg 5, Schloßite 30/31( am Sophie- Charlotte- Blag) !! billig!! ichtenberg, Frankfurter Allee 231 Potsdam( Brandenburg. Ede Baisenstraße) Fabrik in Rüdersdorf, Kreis Niederbarnim. Vorwärts"-Leser, kauft bei unseren Inserenten! Beilage Mittwoch, 11. Mai 1932 arbeiter gestalten eine Stadt! Das neue Stettin An der Odermündung, dem Ausgang der großen Schiffahrts straße des deutschen Oftens, liegt Stettin, Hafenstadt und zu gleich Brückenkopf für den West- Ost- Verkehr. Der Umstand, daß Stettin die östlichste deutsche Hafenstadt ist, die ständig eisfrei bleibt, hat es schon früh zu einem Verkehrsknotenpunkt von hoher Bedeutung werden lassen, dessen Wert noch gestiegen ist, seitdem Ostpreußen abgetrennt und Danzig verloren gegangen ist. JahrStettin war wegen seiner wichtigen Lage zugleich Festung. Dann aber sprengte die moderne Industrie den festen Panzer und die Friedensverträge taten ihr übriges, die Wälle zu schleifen und damit Raum zu schaffen für grünende Siedlungen. Hier hat der Gestaltungswille der Arbeiterschaft eingesezt und eine Wohnkultur geschaffen, auf die Die Arbeiter, Reise und Wanderführer"( Verlag J. H. W. Diez Nachf., Berlin 1932) mit Recht besonders aufmerksam macht, indem er ein Bild dieses neuen Stettins, das ein Reiseziel vieler Berliner Pfing it wanderer ist, zeichnet. hunderte hindurch war das Wachstum der Handelsstadt gehemmt, W. t. Steht man auf der Hakenterrasse, der schönsten Sehenswürdig keit und dem herrlichsten Punkte der Stadt, dann sieht man im Vordergrunde die Silhouette des Hafens, sieht Riesenträne, Verladebrücken und Speicher ihre Türme in den Himmel spießen, sieht, wie aus mächtigen Schloten des Industriegebietes Rauchwolken sich emporballen, sieht, wie sich aus dem Wirrwarr der Anlagen und Einrichtungen der erst vor zwei Jahren vollendete monumentale Schuppenspeicher erhebt, der das größte Bauwerk seiner Art in Europa darstellt, sieht, wie weit hinten am Horizont die gewaltigen Erzverladebrücken des Reiherwerderhafens sich emporrecken, sieht, wie Züge ihre Linien dorthin ziehen, um in menigen Minuten waggonweise ihrer Steinkohlenlast entledigt zu werden, sieht, wie sich am nördlichen Horizont längs des Oder= hafens Fabrik an Fabrik reiht, wie Schiffskolosse aus China, Japan und anderen Ländern der Welt an den Kais einer Delfabrik liegen, um ihre Ladung Sojabohnen zu entlöschen. Bei sichtigem Wetter taucht sogar ganz in der Ferne der Riesenkompler der größten deutschen Papierfabrik, der Feldmühle, auf, deren Produktion sich die Märkte aller Länder, die Märkte der ganzen Welt erobert, deren Konzern sich in Deutschland eine fast monopolartige Stellung errungen hat. Gar vielfältig ist das Schaffen und das Wirken dieser Arbeitsstätten, zwischen denen verstreut die kümmerlichen Reste der Schiff bauindustrie, die wenigen Werften liegen, die Stettin nach dem Tode des weltbekannten Vulkan- Unternehmens noch verblieben sino. Zwischen denen aber auch die finstergrauen Gassen und Gäßchen liegen, die jene Tausende von Menschen fassen, die, heute zum großen Teil arbeitslos, früher in der Werstindustrie Beschäftigung und Brot hatten. Zwischen denen das uniforme, häßliche und ameisenhaft bevölkerte Stettin liegt, das in der Gründerzeit entstand. Jene Gegend, wo Mietkajernen, hastig und zusammenhang los zu Blocks gebündelt, als Zeugen einer Zeit aufragen, die feine Muße fand, schön und zweckmäßig zu bauen. Das andere das neue und moderne Stettin, das Stettin, wo die lebendig gärende Kraft an der Zukunft webt und schafft, liegt in der entgegengesetzten Richtung, im Westen. Dort ist es erstanden als ein noch unvollkommener Kranz von Siedlungen und schönen neuen Wohnbauten, dessen Straßen das Gesicht der Wesensart einer neuen Architektur offenbaren. Einer Architektur, die getragen ist von frohen, hellen Farben, von Oder, Grün und Blau, die keine Hinterhöfe oder„ Berliner Zimmer" oder schräge Dachstuben mehr fennt, die helle Zimmer, Küchenbalkons, Badestuben, Licht, Luft und Raum in jeder Wohnung geschaffen hat, die den Menschen große Innenhöfe mit Blumengärten und Spielplätzen läßt, der es darauf ankommt, zunächst einmal Wohnungen und dann entsprechende Fassaden zu schaffen. Die aber trotzdem in ihren langgestreckten Fronten kein Bild des öden Einerleis bietet, sondern die durch nicht geradlinig angelegte Fluchtlinien und durch weitläufige Zwischenräume jedem Baukörper ein individuelles Gepräge, jedem Hause seinen eigenen besonderen Reiz gibt. Geschaffen wurde dies junge Stettin von einfach zweckmäßiger Schönheit hauptsächlich durch den der„ Dewog" angeschlossenen ge= meinnützigen Wohnungsbauverein Selbsthilfe", den die Stettiner Gewerkschaften, die Sozialdemokratische Partei und die Soziale Bauhütte ins Leben gerufen haben. Die | D mid | Arbeiterschaft also hat diese Stadt eines neuen Baustils erstehen lassen, eines Baustils, dessen Elemente Fläche und Raum find, dem der Raum, das Innere, ob es der Arbeit oder dem Wohnen dient, die Hauptsache, die Seele ist. Von hier aus erst hat der Wille zur Erneuerung und Umgestaltung unserer Wohnkultur auch auf das übrige Stettin übergegriffen. Der Abend Spalausgabe des Vorwärts Doch nicht nur in bezug auf Wohn- und Baukultur ist in den letzten Jahren in Stettin Hervorragendes geleistet worden. Auch auf dem Gebiet der Volkshygiene und gesundheit und auf dem Gebiet gartentechnischer und Grünanlagen wurde viel erreicht. Da find in erster Linie die beiden neuen Volksbäder Martinsee und Grüne Wiese, die im Sommer 1931 der Deffentlichfeit übergeben wurden. Ihre Notwendigkeit beweisen die gemaltigen Besucherzahlen, die sie ständig aufzuweisen hatten und der lebhafte Massenbetrieb, das Glück der Arbeiterkinder in Luft und Sonne. Der Ruf Stettins als Gartenstadt wird gerechtfertigt durch die breiten, vielfach neugestalteten, blumenbepflanzten PromenadenStraßen des Westens, die Vorgärten und gepflegten Bläge, und durch die parkähnlichen Anlagen an verschiedenen Punkten der Stadt, die besonders für die Arbeiterbevölkerung bedeutet. Da sind z. B. die Sommer und Winter eine Stätte der Erholung und Entspannung Grabower Anlagen. An die Tatsache, daß sie einstmals ein Friedhof waren, erinnern noch die zum Teil verfallenen Grabmale aus einer vergangenen Zeit, erinnert auch das eindrucksvolle, ſtrenglinige und wuchtige Denkmal für die Gefallenen des Kapp Putsches im März 1920, das die freigewerkschaftliche Arbeiterschaft ihren toten Kameraden, die hier zur letzten Ruhe gebettet wurden, gesetzt hat. Bon hier erst sind die Kräfte ausgegangen, die mobilisiert werden mußten, um den treuen Baugeist lebendig zu machen, dessen Werke sich heute bereits an vielen Stellen auch der inneren Stadt finden. Da erhebt sich beispielsweise neben modernsten und neuzeitlichsten Geschäftshäusern und Palästen in der City, wenn man von der Hakenterrasse durch schöne Promenaden und weite, herrliche Anlagen nach dem Westen bummelt, an der Pölizer Straße der formschöne Bau der Berufs- und Werkschule. In ihnen erhält das junge Stettin, erhalten junge Arbeiter, Handwerker und Künstler ihre Ausbildung. Die innere architektonische Gestaltung der Schule ist vorbildlich in jeder Beziehung. Sie gereicht dem tommunalen Wirken der sozialistischen Arbeiterschaft ebenso zur Das ist in großen Umrissen das neue Stettin. Und wer es Ehre, wie die anderen modernen neuen Schulbauten, die einmal kennengelernt, der wird sich immer gern erinnern an die in den letzten zwei Jahren in Oberbredom und in Brauns große lebendige Stadt nahe der Ostsee, an das reizvolle Nebeneinfelde errichtet sind. Sie darf als Sehenswürdigkeit und Repräs| ander von Wald und Wasser, das tennzeichnend ist für ihre landsentationsbau mit gutem Recht den großen Neubauten der Pro- schaftliche Schönheit, an das Fluß- und Seengemirr ihrer Umgebung von denen die neue vinzialverwaltung gleichgestellt werden, und an den weiten Kranz dunkler Wälder, der wie ein Gürtel eng Landesfrauenklinik erst vor einiger Zeit vollendet wurde. die Oderstadt umschließt. Drei Tage Galagher Ranch oder: Einfachheit für Millionäre/ Von Richard Hülsenbeck Das ist eine Sache, die des Nachdenkens wert ist. Die amerikanischen Millionäre haben das Feinste und Beste, was die Welt bieten tann; ständig sind sie mit einer Atmosphäre ausgesuchtester Zivilisiertheit( um nicht zu sagen Blasiertheit) umgeben. Der Sinn der ganzen amerikanischen Geschäftshast erfüllt sich in und um den Millionär. Das amerikanische Wirtschaftsprodukt bekommt erst dann seinen Sinn, wenn es von einem Millionär in die Hand genommen und verbraucht wird. Und doch behaupten die Millionäre, diese geplagten Verbraucher der Luruswaren, etwas verloren zu haben, was sie unter keinen Umständen aufzugeben gewillt sind: die Einfach heit. Sie wollen zwar das Glashaus, in dem sie fizen, nicht zer: schlagen, aber sie wollen unter allen Umständen das Recht haben, es zeitweilig zu verlassen. Das sind seelische Qualen, die wir einfache Sterbliche uns nicht so recht vorstellen können; aber der beste Beweis für das, was ich gesagt habe, ist die Galagher Ranch bei San Antonio. Ich habe gestern einen Besuch auf dieser Ranch gemacht; ich war sogar freundlichst eingeladen, dort einige Tage zu bleiben, um die Millionäre bei ihrer Arbeit zu beobachten, sich die Einfachheit wieder zu erobern. Eine Ranch ist eine Farm, die sich mit Tierzucht beschäftigt, und Teras mit seinen weiten Ebenen und Zedernwaldungen ist das geeignete Gebiet dazu. Diese Ranch, auf der ich war, hat ihren Namen nach einem längst verstorbenen Spanier, der sie einmal vor hundert Jahren von einem Potentaten zum Geschenk erhielt; sie umfaßt zehntausend Morgen und ist fast so groß wie eine fleine deutsche Provinz. Die Sache ist nun so: Die Galagher Ranch wurde von einigen findigen Unternehmern so eingerichtet, daß Millionäre, die die Einfachheit suchen, hier eine wunderbare Gelegenheit haben, mit Reserve primitiv zu sein. Die Millionäre haben die Garantie, ganz unter sich zu sein; der Aufenthalt kostet dort nach deutschem Geld mehr als fünfzig Mart täglich. Dafür hat man aber nichts als eben Einfachheit. Der amerikanische Millionär ist ein Mensch, der den Mangel an Romantik in seinem Lande schmerzlich empfindet. Deswegen ist er automatisch entflammende Stadt Ein neues Anwendungsgebiet der Photogelle Die meisten neuzeitlich eingerichteten Städte Deutschlands richten sich mit dem Beginn und dem Schluß der Straßenbeleuchtung nach dem Brennkalender, der Aufgang und Untergang der Sonne eindeutig an jedem Tag festlegt. Aber dieses System ist für die moderne Verkehrspragis zu starr. Es berücksichtigt schon die Witte rungsverhältnisse nicht, also z. B. die Bildung von dunklen Wolken oder von Nebel. In Berlin erfolgt deshalb die Ueberwachung der gesamten Straßenbeleuchtung von einer Lichtwarte aus. Diese Warte besteht aus einem Glashaus, das dem Tageslicht von allen Seiten ungehindert Zutritt gewährt und auf dem Dach eines Umspannwertes liegt, damit der Beobachter einen möglichst freien Ueberblick über das große Stadtgebiet hat. In der Warte wird mit feinsten Präzisionsinstrumenten zur Lichtmessung- den Photo= metern" das einfallende Tageslicht gemessen und ist des Abends ein bestimmter Mindestwert erreicht, so ergeht an alle Schaltstellen der Elektrizitätswerke und an die Druckstation der Gaswarte der Befehl zur Ein- oder Ausschaltung des Straßenlichts. Der hier tätige Beamte muß sich durch besondere Zuverlässigkeit auszeichnen, da in seiner Hand ein gutes Stück Verkehrssicherheit der Weltstadt liegt. Aber er ist eben auch nur ein Mensch und als solcher nicht unfehlbar. Deshalb hat die Technik seit kurzem die Photozelle für diesen neuen Aufgabenkreis nugbar gemacht. Photozellen haben die Eigenschaft, daß auffallende Lichtstrahlen in ihnen winzig fleine elektrische Ströme erzeugen, die man verstärken und den verschiedensten Zwecken nugbar machen kann.( Das Wirken dieser Gebilde ist uns von den Selenzellen her bekannt, die man schon seit Jahren als Einbruchssicherung fennt und die ganz ähnlich, aber nicht so zuverlässig wie Photozellen, arbeiten.) in Es wird also eine. Photozelle besser noch mehrere gewissem Umkreis angeordnet, an die Stelle des Lichtwartes gesetzt, die bei einem genau eingestellten Helligkeitswert anspricht und auf dem Weg über Verstärker, Meßinstrumente und andere Apparate unmittelbar die Fernschaltwirkung aus löst so daß mit einem Schlage eine ganze Reihe von Fehler quellen ausgeschaltet ist. Es gibt bereits eine besondere Ausführung dieser Ueberwachungseinrichtung, die zur Aufstellung im Freien geeignet ist und deren Photozellen am Tage durch Verdunkeln gegen allzu starke Sonnenstrahlen geschützt werden; ein automatischer Scheibenwischer sorgt für die Reinhaltung der Glasscheiben über den Photozellen, und Wischer sowie Verdunkler werden in den kritischen Abendstunden durch eine Schaltuhr außer Betrieb gesetzt. Die Einrichtungskosten dieser Anlage sind durch Ersparung von Arbeitskräften sehr bald wieder hereingeholt. Sie verbraucht im Monat nur zwei bis drei Kilowattstunden( die Kilowattſtunde kostet im teuren Berlin 3. T. 16 Pfennige). Aber da die Anlage meist bei einem städtischen Werke verwandt werden wird, das den Strom selbst herstellt, verringern sich die Betriebskosten noch mehr. Phantastisch erscheinen die späteren Anwendungsmöglichkeiten solcher Einrichtungen. Abgesehen davon, daß man größere Werkstätten, Warenhäuser, Verschiebebahnhöfe usm. automatisch beim Eintritt einer jeweils hinderlichen Dunkelheit in Licht erstrahlen lassen wird, kann man die Photozelle dadurch, daß jeder darauffallende Lichtstrahl sofort in Strom umgewandelt wird, zur Diebstahlssicherung verwenden und zur automatischen | Deffnung von Garagentüren: fomie der Scheinwerfer des ankommenden Autos die Zelle trifft, wird sie ein Relais betätigen und die Tore felbfftätig öffnen. vernarrt in alte Schlösser, ein wenig Italien und Leute, die nicht den Overall, die Uniform des amerikanischen Arbeitstages, sondern ihre ursprüngliche Volfstracht tragen. Auf der Galagher Ranch sind ein Dugend Cowboys angestellt, die sich verpflichtet haben, sich genau so zu benehmen, wie die Comboys der alten Texaszeit. Sie tragen den großen, breitkrämpigen Hut, ein seidenes buntes Halstuch und gehen nicht ohne Lasso aus. Wenn die Millionärsgäste es müde sind, wilde Ritte zu machen oder wenn sie sich über ihre vergeblichen Bemühungen geärgert haben, Fische in den reißenden Texasbächen zu fangen, machen die Comboys kleine Vorstellungen mit ihren Pferden und ihren Lassos. Sie nähern sich ganz unauffällig den lang in ihren Lehnstühlen ruhenden Millionären; fie galoppieren und suchen sich mit Lassos zu haschen. Es sieht sehr nett aus... Das Essen wird natürlich von schwarzen Dienern serviert, ganz wie zu der Zeit, als hier noch die Sklaverei herrschte und ein Wink genügte, diese harmlos molligen Menschenkinder für eine zerbrochene Untertasse der Nilpferdpeitsche auszuliefern. Nach dem Essen versammelt man sich in einem Gemeinschaftsraum, der eine diskrete Ursprünglichkeit erkennen läßt. Die Wände sind mit Tierfellen bedeckt. Auch gibt es dort noch die alten Eisen, mit denen früher die Rinder gezeichnet wurden. Man sizt um den Kamin und die Cowboys find verpflichtet, ihre ursprünglichen alten wilden Lieder zu fingen. Wenn aber ein Millionär keine Lust mehr hat, milde Lieder zu hören, stehen ihm das Radio, eine kleine ausgesuchte Bibliothek oder ein Tischtennisspiel zur Verfügung. Nun ist die Sache noch ein wenig anders, als ich sie hier geschildert habe. Die Millionäre, die das Bedürfnis empfinden, einfach und romantisch zu sein, haben nämlich doch keine Zeit, diesem Bedürfnis nachzugehen; zumal jetzt in der Wirtschaftskrise. Allein die Vorstellung, daß es Orte auf der Welt gibt, wo sich die Natürlichkeit, wenn auch mit fünstlichen Mitteln, erhält, beruhigt ihre Nerven. Sie tommen nicht selbst zur Galagher Ranch, sondern senden, ihre Frauen und Töchter. Und das ist gut; denn sonst würde die ländlich ruhige Atmosphäre letzten Endes doch mit Gesprächen über Aktienkurse angefüllt sein, und die Romantik wäre wieder zum Teufel. Ich war drei Tage mit Millionärstöchtern zusammen, habe geritten, teine Fische gefangen und mich bemüht, eine Art Teras- Combon zu werden. Wenn mir das auch nur sehr entfernt gelungen ist, die Gesellschaft, in der ich mich befand, war wunderbar. Diese amerifanischen Mädchen haben einen natürlichen Charme, der unerreicht ist in der Welt. Mit dem Negligee, in dem wir uns selbstverständlich bewegten, hatten wir etwas von der Harmlosigkeit der Collegegirls angenommen. Wir wußten alle, daß die Galagher Ranch ohne die Hilfe der Hotels, die es sich angelegen sein lassen, Einfachheit für Millionäre zu schaffen, längst einer Reihe von Autotankstellen ge= wichen wäre. Aber das war ganz gleichgültig. Der Amerikaner, und besonders die Amerikanerin, haben ein großartiges Talent, die Dinge mit Harmlosigkeit zu erfüllen. Die Galagher Ranch, auf der man wenig Vieh sieht und deren Geschäfte sicher keine landwirtschaftlichen mehr sind( der Prospekt behauptet es), erfüllt ihren 3wed ganz und gar. Die jungen Damen, die so schmerreiche Väter ihr eigen nennen, brauchen Monate, um so einfach zu werden, wie die Väter es wünschen. Sie bezahlen wöchentlich pünktlich ihre Rechnungen. Einmal in der Woche kommt eine Jazz fapelle aus San Antonio, und die Mädchen haben Gelegenheit mit den Cowboys zu tanzen und sich der fast vergessenen Zivilisation zu erinnern Russische Sprichwörter. Gegen einen sind ihrer zwei ein Kriegsheer. Weiße Hände lieben fremde Mühe. Ein hungriger Patriarch stiehlt wie andere Leute. Mit Mehl allein kann man fein Brot baden. Der Rabe ist weg; dafür kam der Falke. Gutes Schweigen ist besser als böses Brummen. Wer nach Steinen schießt, verdirbt seine Pfeile. ( Gesammelt von Hans Erman.) Schluß beim Geräteturnen Die Serie ist beendet Nun ist auch die Serie der Geräteturnen im 1. Kreis des Arbeiter- Turn- und Sportbundes beendet. Nach heftigen Kämpfen um die Führung in den einzelnen Klaffen gab es so manche Ueber raschung. Die größte dürfte der Sieg Eberswaldes in der Männerflaffe A darstellen. Die Moabiter, die wohl die größere Punktzahl aufweisen können, stehen erst an zweiter Stelle. Ausschlaggebend find aber nicht die erzielten Punkte, sondern genau mie bei den Rasenspielen die gewonnenen Rämpfe. Und hier hat eben Eberswalde bei zwei ausgetragenen Kämpfen alle beide ge= wonnen, während die Moabiter sich mit einem gewonnenen Kampf begnügen mußten. Aber auch die Lichtenberger, die dritten im Bunde, haben gezeigt, daß man mit gutem Willen und mit der nötigen Energie gute Leistungen vollbringen tann. Während sich alle drei Mannschaften am Barren und Red ziemlich gleichwertig sind, fehlt den Lichtenbergern der notwendige Schwung am Pferd. In der B- Klasse ist man eigentlich weniger über die führende Mannschaft des Bezirks Süden der FTGB. erstaunt, als über das schlechte Abschneiden des erwarteten Führers Schöneberg. Schuld baran trägt lediglich das häufige Nichtantreten der Mannschaft zu den angefezten Kämpfen. So ist auch die geringe Wertungspunkt zahl zu erklären. Ueberrascht ist man auch über das günstige Abschneiden der Mahlsdorfer. Da die drei ersten Mannschaften in die A- Klasse aufsteigen, wird in der neuen Serie mit Hochbetrieb gerechnet werden können, zumal sich noch einige andere Mannschaften für die Oberstufe gemeldet haben. Auch die C- Klasse hatte sehr unter dem Nichtantreten verschiedener Mannschaften zu leiden. Troßdem sind aber die Leistungen der Karlshorster als sehr gut zu bezeichnen; sie haben die Spitze in dieser Kloe verdient gewonnen. Die zweite Mannschaft der Lichtenberger büßte nur einen Kampf gegen Karlshorst ein und rangiert deshalb an der zweiten Stelle, die Tempelhofer erreichten nur den letzten Plaz, weil sie stets durch Abwesenheit glänzten. Bemerkenswert ist, daß in den beiden Klassen B sowie C die meisten Punkte am Barren erzielt wurden, während das Pferd sehr vernach lässigt wurde. Es wäre deshalb zu empfehlen, wenn die Mannschaften gerade dieses Gerät mehr pflegen würden, um in der nächsten Serie mit besseren Leistungen aufwarten zu fönnen. In der Frauentlasse A befindet sich erwartungsgemäß Lichtenbergs erste Mannschaft an der Spitze. Erfreulicherweise wurden hier alle Kämpfe ausgetragen, von denen die Lichtenberger auch alle gewannen. Hart bedrängt wurde die führende Mannschaft von den Frauen des„ Volkssport Neukölln", die nur den Kampf gegen Lichtenberg verloren. Gerade die Leistungen dieser beiden Mannschaften sezten die Zuschauer oft in Erstaunen. Waren es bei den Lichtenbergern die Geräteübungen, so warteten die Neuköllner mit hervorragenden Gymnastikübungen auf. Gerade dieser Zweig des Frauenturnens wird leider von mehreren Mannschaften vernachläffigt. Die zweite Mannschaft der Lichtenberger führt die B- Klasse an. Sie hatten allerdings sehr leichtes Spiel, da die anderen Mann schaften meist aus Anfängern bestehen. In den kommenden Kämpfen mird es ihnen allerdings schon etwas schwerer gemacht werden, da Die ,, rote Sporteinheit" tührt zu den Bürgerlichen! Als im Jahre 1928 der Arbeiter- Turn- und Sportbund seine Generalreinigung vornahm, gründeten die Spalter in den fommunistisch orientierten Vereinen eine sogenannte Stampfgemein schaft für rote Sporteinheit". Wie diese„ rote" Sport einheit aussieht, fonnten wir des öfteren zeigen; Sporteinheit mit den bürgerlichen und faschistischen Verbänden waren an der Tages: ordnung. Fehlten den bürgerlichen Mannschaften einmal die Gegner oder einige Fußballspieler, sofort waren es Vereine der„ roten" Sporteinheit, die helfend einsprangen. Da fonnte es auch nicht ausbleiben, daß diese Spieler Sporteinheit auf eigene Faust machten, sie bleiben einfach ganz bei den Bürgerlichen fizen. Lebensläng licher Ausschluß" lautete dann das Urteil. Lebenslänglich aber nur so lange, bis die Spieler wieder in ihrem alten Verein auftauchten; dann wurden sie in Freuden wieder aufgenommen. ,, Sie finden den Weg zurück," hieß es dann in der Presse, und damit mar der Ausschluß aufgehoben. So verfuhr man mit einzelnen Mitgliedern, die die Einheitsfront herstellen wollten. Wie wird man es aber jetzt mit den Vereinen, die von dieser Taktik die Nase voll haben, machen? Es ist kein Geheimnis, daß es in mehreren Berliner Vereinen gegen die parteipolitische Einstellung der Rot- Sportleitung gärt. Ende April haben in Oberschöneweide einige Mitglieder des dortigen ASV.- Oberfpree, der der kommunistischen Sportbewegung angehört, gegen die vollkommene Unterordnung der Sportler unter die Parteiintereffen der KPD. protestiert. Als aber alles Protestieren nichts nuzte, verließen sie den Verein. Jetzt werden diese Mitglieder als Renegaten beschimpft, die gegen die Interessen der Bewegung arbeiten, indem sie zur Beitragssperre auffordern. Also die gleichen Mittel, die die Kampfgemeinschaft gegen die Majsenorganisation der bundestreuen Arbeitersportler im Jahre 1928 propagierte und die zu ihrem Ausschluß führten, werden hier verurteilt und führen gleichfalls zu Ausschlüssen. Daß aber verschiedene Bereine Generalversammlungen einberufen, auf deren Tagesordnung als einziger Punkt der Anschluß an den bürgerlichen Verband Brandenburgischer Ballspielvereine steht, geschieht erst in letzter Zeit. So hat der Fußballklub Teutonia 09 am legten Sonntag eine derartige Versammlung einberufen. Auf der letzten Mitgliederbesprechung wurde schon der Antrag auf Anschluß an die bürgerliche Bewegung gestellt, aber mit 26:11 Stimmen abgelehnt. Daraufhin fand am Sonntag die Generalversammlung statt, an der auch die gesamte Leitung der roten Sportler teilnahm. Nach bestimmten Berlautbarungen soll der Uebertritt beschlossen sein. Ganz ähnliche Fälle werden auch von Adler 12 und Stralau gemeldet. Nur haben hier die Anhänger der Kommunisten in der Leitung eine feste Stütze, so daß es wohl noch einige Zeit dauern wird, bis auch diese Vereine den Weg zu den Bürgerlichen gehen werden. So sieht also die rote Sporteinheit in Wirklichkeit aus. Abgeblitzt! die gegnerischen Mannschaften sehr viel gelernt haben. Unverständlich ist nur, warum nicht noch mehr Mannschaften bei den Frauen gemeldet find. Da befinden sich doch auch in Spandau einige sehr gute Turnerinnen, wie es das letzte Wertungsturnen gezeigt hat. Sehr gute Leistungen wurden auch bei den Jugendmanns schaften gezeigt. Wenn man bedenkt, daß sich in den Jugendmannschaften junge Turner von 14 bis 15 Jahren befinden, so muß man über die gezeigten Leistungen staunen. Die jüngste Mannschaft zu haben kann sich der Bezirk Osten der FTGB. rühmen, wenn sie auch an das können der älteren Neuköllner noch nicht ganz heranreicht. Wenn es in dieser Abteilung bisher nur drei Mannschaften gab, so wird man in der kommenden Serie bestimmt mit mehr rechnen fönnen. Noch etwas im Rückstand sind die Altersturner. Hier trägt wohl die Hauptschuld der Umstand, daß gerade die Aelteren in den Vereinen bzw. Abteilungen stets die Funktionäre zu stellen haben. Wenn es daher nur drei Mannschaften sind, die die Serienwettkämpfe mitgemacht haben, so ist das weniger verwunderlich. Um so erfreulicher ist es aber, daß sich schon jetzt wieder einige neue Mannschaften gemeldet haben. Unter diesen ist besonders der Volkssport Wedding und Neukölln zu nennen. Alle Mannschaften werden aber in der augenblicklich ferienlosen Zeit durch fleißiges Training ihre Leistungen zu steigern suchen, um nicht unvorbereitet in die nächsten Kämpfe zu gehen. Männer- A- klasse Berein Eberswalde Moabit Lichtenberg Süden ASV. Neukölln Mahlsdorf Schöneberg Nordring Moabit Often Rarlshorft Lichtenberg mitte 2. Tempelhof. Moabit 2 Neukölln Nordring Often Lichtenberg Süden ASV.- Neuköln Kämpfe Ge= wonnen Berloren Wertung Punkte 010 210 222 B- Klaffe 96433210 6999959 C- Klaffe . 0233436 01234 243210 44444 222 Jugend Frauen- A- Klasse 210E3210 3 Boltsiport- Neukölln 3 3 Frauen- B- Klasse 3 Lichtenberg 2 Mitte 2 Güden 2 Süden 3 2110 012 0723 1223 992 2 1011 918 4: 0 2: 2 0: 4 2454 2475 12: 0 8: 4 2297 6: 6 903 6: 6 949 4: 8 1828 2:10 2252 0:12 807 8: 0 954 6: 2 1318 4: 4 1680 2: 6 1058 0: 8 Kleiner Sport von überall Auch in diesem Jahre ist es dem Arbeiter- Athleten- Bund ge= lungen, die besten Borer des französischen Arbeitersportverbandes zu Mannschaftskämpfen gegen deutsche Meistermannschaften zu ver pflichten. Die französischen Boger erwiesen sich als technisch gute Kämpfer; der Stil des Teams übertraf alle Erwartungen, die deutschen Mannschaften mußten sich gewaltig anstrengen, um ehrenvoll abzuschneiden. Den ersten Kampf trugen die Gäste in Biele= feld aus und erreichten vor 1800 Zuschauern einen 7: 7- Punktgleichſtand, in Hameln siegte die Auswahlmannschaft mit 8: 6 Punkten. Der nordwestdeutsche Meister Sparta" Hannover wurde mit 9: 7 Punkten von der Seine- Staffel geschlagen. Gegen die beste Braunschweiger Mannschaft erreichten sie ein Unentschieden und schlugen Magdeburg mit 4: 3 Punkten. Die Gäste des Arbeiter- Athleten- Bundes starten noch in Lüneburg, Flensburg und Rostock. 17 Holländische Ringer in Deutschland geschlagen. Eine Ringermannschaft des holländischen Arbeitersportverbandes startete am Sonntag in Groß- Lünen bei Dortmund und mußte sich nach einem harten, aber schönen Ringen mit 10:18 Buntten geschlagen be= kennen. Arbeiter- Sport- Verein 1932, Borsigwalde. Zur Gründung eines Handball- und Fußballsportvereins sind alle Barteigenossen, Republikaner und Gewerkschaftler zum Freitag, 13. mai, 19 Uhr, in das Lokal Borsigwalder Festsäle herzlich eingeladen. Anmeldungen zur Aufnahme nehmen Walter Ortschig, Fußweg 10, und Erich Kuß, Wittestraße 14, jederzeit entgegen. Im Rahmen der Mai- Werbeveranstaltungen des Volkssport Neukölln- Brig findet morgen, Donnerstag, 20 Uhr, in der Turnhalle Kaiser- Friedrich- Straße 4, ein Werbeabend der 3. Frauenabteilung statt. Frauen werden Ausschnitte zeigen aus dem Uebungsbetrieb. Rüdgang der bürgerlichen Deutschen Turnerschaft. Die Deutsche Turnerschaft teilt amtlich mit, daß sie nach der Bestandserhebung für 1931 eiren Verlust von 85 000 beitragspflichtigen Mitgliedern er. titten hat. Bundestreue Vereine teilen mit: FTGB., Kann- Bezirk. Bersammlung 12. Mai, 20 Uhr, Ewalds Restautant, Staliger Str. 126. Vortrag Dr. Liebernaus. Freiförperkulturbezirk. Funktionärsigung Donnerstag, 12. Mai, fällt aus, dafür Pfingsten auf dem Gelände. Ruderbezirk. Donnerstag, 12. Mai, 20 Uhr, Sigung im Bootshaus. Freier Körperkulturkreis Kreuzberg. Heute, Mittwoch legter Radtbadeabend mit Gymnastik Bärwaldstraße 2012 Uhr. Donnerstag, 12. Mai, Mitgliederversammlung Schule Dieffenbachstr. 61, 20 Uhr. 14.- 16. Mai Treffen auf dem Tonsee- Gelände in Mozen. Touristen- Verein Die Naturfreunde". Donnerstag, 12. Mai: Abt. Vinetaplaz- Schönhauser Vorstadt, Lorging-, Ecke Graunstraße. Deutschland von heute. PhotoFreitag, 13. Mai: Photo- Arbeitsgemeinschaft Neukölln, Bergstr. 29. 0: 4 Arbeitsgemeinschaft Franke, Johannisstr. 15. Dunkeltammer. Photo- Arbeitsgemeinschaft Osten, Frankfurter Allee 307. Negativmaterial, Gesang. Falt6: 0 boot- Abt., Johannisstr. 15. Pfingstfahrten. Abt. Südost, Manteuffelstr. 7. Liederabend und Bekanntgabe der Pfingstfahrt. 4: 2 Abt. Charlottenburg, Spreestraße 30. Justiz und Proletariat. Abt. Briz, Chaussee 48( Rathaus). Bom Abt. Treptow, Elsenstr. 3, am Bahnhof. FreitörperLiebesleben der Tiere. tultur." Vortrag. Fahrten. 14. Mai: Abt. Prenzlauer Berg. Pfingstfahrt nach Chorin. Gonntagsrüdfahrkarte 3,20. Abfahrt 17.35 Stettiner Bahnhof. Fhr. Köhler. Abt. Norden. Pfingstfahrt Friedrichswalde, Parez, BriesenSee. Treffpunktbekanntgabe im Heim. 898 4: 0 870 846 2: 2 1500 1496 1414 1360 2: 4 0: 6 355 4: 2 1262 2: 4 487 438 2: 4 0: 6 verworfen worden. Die Kommunisten hatten es in diesem Falle darauf abgesehen, den Bundestag 1928 des Arbeiter- Turn- und Sportbundes als ungefeßlich hinzustellen, meil er die gegen das Bundesstatut verstoßenden Delegierten abgelehnt hatte. Weiter folgerten die Kommunisten, daß die auf der Kreisvertreterfonferenz nicht haltbar und daß der Arbeiter- Turn- und Sportbund nicht der 1929 in Nürnberg beschlossene Eintragung des Bundes gerichtlich rechtmäßige Nachfolger des im Jahre 1893 gegründeten Arbeiternisten an Gerichtsstelle erklären lassen, daß der alte Bund" noch Turnerbundes wäre. In den Verhandlungen hatten die Kommujetzt bestehe und seinen Sig in Berlin, Friedrichstraße, habe. Sie wollten damit dartun, daß ihre Zusammenfassung der kommunistifind fie durch die Verwerfung der von ihr eingeleiteten Revision schen Sportvereine der Arbeiter- Turn- und Sportbund sei. Nun belehrt, daß sie auf falschem Wege sind und daß die Handlungen und Beschlüsse des Arbeiter- Turn- und Sportbundes zu recht be= ſtehen Freie Sportvereinigung Pantow, Jugendabteilung. Heute abend Jugendheim Kissingenstraße. Vortrag. Pfingstfahrtteilnehmer müssen sich heute im Jugendheim bis 22 Uhr angemeldet haben.- Männerabteilung. Am legten Freitag sind die Turnhallenschlüssel abhandengekommen. Wer hat sie eingesteckt? Abgeben schnellstens an Brohme, Gemindenerstr. 19. Aus der Industrie Rommerzienrat Dr.- Ing. e. h. Heinrich Kleyer gestorben. In Frankfurt a. M. starb Kommerzienrat Dr.- Ing. e. h. Heinrich Kleyer, der Gründer der Adlerwerte. Sein Unternehmungsgeist, seine Begabung und Tatkraft haben die Adlerwerte seit den Anfängen des deutschen Autobaues in die vorderste Reihe der deutschen Automobilfabriken gestellt. Als Sohn eines Maschinenfabrikanten 1853 in Darmstadt geboren, ließ sich Klener nach einer vielseitigen Ausbildung 1880 als Fahrradimporteur in Frankfurt a. M. nieder. Sechs Jahre später war er bereits der bedeutendste deutsche Fahrradfabrikant, wandelte 1895 sein Unternehmen in eine Aktiengesellschaft um, brachte 1898 bie erfte rein deutsche Schreibmaschine und um die Jahrhundertwende den ersten Adler- Kraftwagen heraus. Unter seiner Führung als Generaldirektor und später Borsigender des Aufsichtsrates entstand ein Wert mit vorbildlichen betriebstechnischen und fozialen Einrichtungen, das ständig erweitert und modernisiert wurde. ,, Continental- Reifen immer und überall bewährt." 3m Internationalen Avus- Rennen für Motorräder am 8. Mai 1932 siegten nicht weniger als sieben Fahrer auf Continental- Reifen und zwar: Lauber auf DKW., Bord auf BMW., Schneider auf Velocette, Schoth auf BMW., Winkler auf DKW., Loof auf Imperia, Wiese auf BMW. Der Hannoveraner Friz Wiese fuhr auf Conti nental- Reifen die schnellste Beit des Tages mit 153 Stundenfilometer Durchschnitt und gewann den Großen Preis der Stadt Berlin" sowie den Preis des Reichspräsidenten". Weiter belegten die Fahrer des Continental- Reifens sechs zweite und sechs dritte Pläge. Rätsel- Ecke des ,, Abend" Silben: Kreuzworträtsel. 3 2 5 D 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 22 23 1 Kreuzworträtsel 3 10 S Waagerecht: 1. Teil des Korans; 3. Teil des Gesichts; 10. altasiatisches Bolk; 11. Südafrikaner; 13. Hohlmaß; 14. Oper 5. Stadt in Italien; 8. Gestalt aus dem Fliegenden Holländer"; von Tschaikowski; 17. Hafendamm; 18. junge Ruh; 20. biblische Waagerecht: 1. Staat der Balkanhalbinsel; 2. Opfertisch; Sentrecht: 3. weibl. Vorname; 4. Handlung; 5. Maß; 6. Deckhaut des Auges; Person; 22. Range; 23. Naturerscheinung. 2. Weiblicher Vorname; 3. Roman von Zola; 4 Halbgöttinnen; 7. Kartensammlung; 8. Instrument; 9. Staatenverbindung. 6. griechische Landschaft: 7. Baum; 9. etwas Unverlegliches; Seafrecht: 1. Beröffentlichung; 2. mustergültig; 3. Elitetruppe; 10. Längenmaß; 12. Stadt am Rhein, 13. Schlingpflanze; 14. Bogel; 4. Gesangsstimme; 5. Schlange; 6. Schweizer Kanton; 7. männlicher 15. Stadt am Schwarzen Meer; 16. Strauch; 17. Beitabschnitt; Borname; 8. Insel im Mittelmeer; 9. Segen. 19. echter Teppich; 20. etwas Unnormales; 21. europäische Hauptstadt. Umstellrätsel. F. S Durch Umstellen der Buchstaben von je zwei der nachstehenden Wörter ist ein neues Wort der angegebenen Bedeutung zu bilden. Die Anfangsbuchstaben der neuen Wörter ergeben, von oben nach unten gelesen, den Namen eines Werkes von Wilhelm Busch. ( ch 1 Buchstabe.) Epos- Odin griechischer Gott; Mai- Loden Getränt; Bein- Grog Mädchenname; Ase- Land Fußbekleidung; Tisch- Gran= Männername; Ode- Mus deutsche Insel; Ehe- Main Buch des Alten Testaments; Mia- Rudi Tagebuch; Omen- Parze= Südfrucht; Nudel- Ara= Rutschmagen; blauer Farbstoff; Binon- Dame= Musik Die klagenden Kommunisten abgewiesen Eine Anzahl der vom Arbeiter- Turn- und Sportbund ausgeschlossenen kommunistischen Sportvereine hatten den Ausschluß por Gericht angefochten. Im Falle des Vereins zu Limbach hat das Reichsgericht die Berechtigung des Ausschlusses bestätigt, wie mir da mals bereits mitteilten. Dadurch wurde von höchster Gerichtsstelle anerkannt, daß der Uebertritt von Arbeitersportvereinen zur fommunistischen Roten Kampfgemeinschaft" eine Zweckänderung dar- Martin- Ural stellt. Nun ist auch im Falle des Vereins in Penig die Revision| instrument. = 1 kk. = pw. Auflösungen der letzten Rätselecke Silbenrätsel: 1. Fraktion; 2. Raute; 3. Interlaken; 4. Saffian; 5. Chamisso; 6. Guzkow; 7. Colienne; 8. Waldenburg; 9. Austerndieb; 10. Germinal; 11. Tuba; 12. Jtonograph 13. Seidel bast.- Frisch gewagt ist halb gewonnen." " Kreuzworträtsel. Waagerecht: 1. Sozialdemokraten; 5. Bod; 9. Km; 11. Orla; 13. Robl; 16. Jdol; 19. Sara; 21. Silo; 22. Emil; 24. Moos; 25 Imme; 27. Lein; 28. Salem; 29. Lenz; 30. Quer Sentrecht: 1. Sozialismus; 2. Lofalblatt; 3. Kannibalen; 4. Neckarsulm; 5. Bor; 6. Dro; 7. Art; 8. Opa; 9. Kreuzer; 10. Modelle; 18. Los; 19. Seile; 20. Ammen Magische Quadrate. Feld 1: 1. Nah; 2. Nemi; 3. Amme; 4. Hie. Feld 2: 1. Aft; 2. Sput; 3. Tuba; 4. Rai. Feld 3: 1. Wo; 2. Wels; 3. Olga; 4. Sa. Feld 4: 1. Mer; 2. Eros; 3. Rose; 4. See. Feld 5: 1. Tee; 2. Tete; 3. Eton; 4. Een.