BERLIN Zmtag 13. Mai 1932 10 Pf. flr. 223 B 112 49. Jahrgang Erscheint käqlich außer Sonntags.§ M££ anirigtnptti«: xi- cinsv-ittg- Biiuimtitritii« jo®f, 3n«lrln Glück für ein Volk, wenn andere im Elend sind. Das Unglück des«inen ist das Unglück des anderen. Und das«ine kann nur glucklich sein, wenn die anderen glücklich sinD.(Stürmischer Beifall.) Das haben die Völker begriffen, aber die Regie- rungen zaudern. Dadurch stürzen sie die Völker in moralisches und geistiges Elend. Soll die Stimme des Rechtes verhallen, sollen die Gefahren, die drohen, furchtbare blutige Wirklichkeit werden? Mit tieffter Leidenschaft rief Jouhaux: Nein, nein, niemals! Unser Gewissen wird das oerhindern. Der Tag wird kommen, wo wir gemeinsam die Frage lösen. Die Arbeitslosigkeit ist nicht mehr Folge der Krise allein, sondern Ursache neuer Krise. Da gibt es keine nationale, sondern nur eine internationale Lösung. Die sranzösi- schen Wahlen, die uns mit einem gewissen Stolz erfüllen, sind in diesem Sinne verlaufen und kennzeichnen den Willen zur Annähe- rung zwischen den Völkern Frankreichs und Deutschlands. Die Auf- gäbe ist schwer, aber sie muß erfüllt werden. Ein wichtiges Stück des Gesamtproblems ist die R e p a r a- tionsfrage. Die Gewerkschaftsinternationale hat schon 192U Beseitigung der Reparationen und der Kriegs- schulden verlangt. Sie ist damals nicht gehört worden. Aber ich bin sicher, daß die Regierungen zu dieser Lösung kommen müssen. Folgen sie den Friedensgesinnungen der Völker, dann wird die Lösung gefunden. Aber auch die Völker würde Verant- wortung treffen. Sie müssen gegen eine falsche Haltung der Re- gierungen ankämpfen, damit Offenheit und Loyalität die Konferenz von Lausanne beherrschen. Aeußert man seine Bedenken über die Haltung Amerikas, so sagen wir: kommen wir erst einmal zum europäischen Einverständnis, dann wird auch Amerika folgen. Opfer werden von beiden Seitfn verlangt werden. Das Ergebnis aber muß sein, daß es weder unterdrückte noch unterdrückende Völker mehr gibt. Zur Abrllstungsfrage sagte Jouhaux, für die arbeitende Klasse sei das Ziel die Gesamtabrüstung. Das darf aber nicht nur Wunschbild sein, das muß als ein Werk der Organisation geschaffen werden. Das französische Volk ist gegen niemand, es ist nur für den Frieden. Es will die Organisation des Friedens auf politischem, wirtschaftlichem und sozialem Gebiete. Sie ist nur möglich auf den» Boden der Demokratie, die allein die Rllstungsbudgets kontrollieren kann.(Lebhafte Zustimmung.) Unter stürmischem Beifall schloß Jouhaux mit den Worten Goethes:„Vorwärts, über die Gräber hinweg!" Professor Erik N ö l t i n g wies in seiner Einleitung auf die Schrecken des Krieges hin, die sich niemals wiederholen dürften. Eine vernünftige Politik verlangt von uns zwei Leistungen: die Bannung des Faschismus und die Organisierung Europas. Nölting behandelte sodann den Nationalsozialismus von der soziologischen Seite aus und nannte ihn zugleich Obdachlosenasyl und Osfizierskasino. Er betonte, daß eine erfolgreiche Bekämpfung des Faschismus nur auf ökonomischem Gebiete noch möglich scheine. Kampf gegen den Faschismus ist Kampf gegen die Arbeitslosigkeit. Die These:.Laßt sie an die Regierung heran, damit sie abwirtschaften!" würde zu einem Experiment von ungeheurer Gefährlichkeit führen. Aber die Krise ist nicht von der nationalen Wirtschaft aus zu ban- nen. Autarkie ist«in g r a u f i g- d u m m e s Schlagwort, dessen Durchführung die Völker wie Raubtiere in den Käfigen an dem eigenen Hungerknochen nagen ließe. Man hört auf der Straße: „es fehlt an Kredit". Nehmen wir Kredit wörtlich: es fehlt an Vertrauen, und noch konkreter, es fehlt an Vertrauen zwischen Deutschland und Frankreich. Nicht lang« mehr darf gewartet werden, um es zu schaffen. Sonst kommen wir so weit auseinander, daß wir uns nur noch zähnefletschend wieder einander nähern. Locarno allein genügt nicht mehr. Die erstarrten Fronten müssen wieder in Bewegung kommen. Frankreich und Deutschland dürfen nicht Prozeßparteien, sondern müssen Schicksals- geführten sein. Machen wir«inen Schluß st rich unter Schuld und Schulden! Ersetzen wir die Konten Soll und Haben durch die Konten Friede und Vertrauen. Durch solche inter- nationale Zusammenarbeit, vor allem zwischen Frankreich und Deutschland, wird das Hakenkreuz zerbrechen. Das demokratische Deutschland bietet dem neuen Bunde sein Gelöbnis zur Friedens- liebe und zur Friedensbereitschaft. Auch N ö l t i n g s Ausführungen ernteten begeisterten Beifall. Hellmuth von Gerlach schioß die eindrucksvolle Kundgebung. ein ZIjähriger Werkzeugmacher Karl Beyer aus der Dosse- straßc 1l>. Die Verletzten sind: der 46jährige Gastwirt Ernst Kratze, seine gleichaltrige Frau Johanna, die 43 Jahre alte Frau Minna Müller aus der Dosseftraße 23 und der 60 Jahre alte Selterswasserfabrikant Robert Kluger aus der Tasdorfer Straße 52. Sämtliche Verletzte wurden mit Kops-, Oberschenkel- und Beinschüssen ins Krankenhaus gebracht. Die Ermittelungen der Politischen Polizei werden fortgesetzt. Deutscher Landkreistag. 225000 Erwerbslose erhalten Wohlfahrtsunterstuhung. Weimar, 13. Mai. Unter dem Vorsitz des Landrats Dr. von Achenbach tagten hier die deutschen Landkreise. Präsident Dr. von Stempel sprach über die Not der Landkreise. Infolge der Wirtschasts- schrumpfung und der Erhöhung der Zahl der Arbeitslosen habe jede kommunale Tätigkeit vielfach aufgehört, weil alle Finanzkräfte auf die Auszahlung der Unterstützungen hätten konzentriert werden müssen. Dabei sei die Steigerung der Arbeits- losenzahl auf dem Lande vielfach größer als in den Großstädten ge- wesen. Die deutschen Landkreise zählten Ende würz 775 000 wohl- sahrkserwerbslose. Die Verschuldung sei weiter stark im Ansteigen. An dieser Katastrophenentwicklung hätten die Notver- ordnungen nichts geändert und den Gemeindeverbänden keine Er- leichterungen gebracht. Weiter beschäftigte sich der Landkreistag noch mit den vom früheren Staatssekretär Po p i tz aufgeworfenen Fragen einer Neu- gestaltung der Verwaltung und der Finanzen der Kreise. Zu Groeners �ücktnti. Oer Eindruck im Auslande. Die Pariser Presse scheint von den offiziösen Berliner Erklärungen über die Rücktrittsabsicht des Reichswehr- Ministers Groener und über die Unrichtigkeit der Gerüchte, dag diese Ueberraschung den obersten Führern der deutschen Wehrmacht zu verdanken sei, nicht rechtzeitig erreicht worden zu sein oder ihnen nicht geglaubt zu haben. Andernfalls könnten doch nicht folgende Pariser Pressestimmen von heute früh übermittelt werden: Paris, 13. Mai. Der überraschende Rücktritt des Reichswehrministers Groener wird im„Echo de Paris" und im„Petit Parisicn" als unbestreit- barer Erfolg der Nationalsozialisten dargestellt. Die halbamtliche Agentur Havas erklärt, daß die Verabschiedung des Reichswehrministers auf die Entwicklung der Innenpolitik des Reiches sehr weitgehende Auswirkungen haben werde. Sie stelle eine erste Folge der Wahlen vom 24. April dar.„Ex- celsior" führt aus, daß die direkteEin Mischung derMili- t ä r s in die Innenpolitik des Reiches die Befürchtung einer immer mehr anwachsenden Macht des— Generalstabes aufkommen ließe. Man müsse sich fragen, ob dieser Einfluß nickst eines Tages soweit gehen werde, auch den Reichskanzler zum Rücktritt zu zwin- gen. Der„Matin" meint, daß die Reichsregierung bestimmt keine Mehrheit gegenülber den Mißtrauensvoten für Groener gefunden hätte, wenn Reichstagspräsident Löbe nicht in letzter Stunde die Sitzung vertagt haben würde. Der nationalistische„Figaro" schreibt, iiir Brüning, der jederzeit damit rechnen müsse, daß ihm eines Tages das gleiche Schicksal widerfahre, stelle der Rücktritt Groeners nicht gerade«ine Erhöhung seines Prestiges dar. Englische Meinungen London, 13. Mai. Der Berliner Korrespondent der„Times" erklärt zu dem Rück- trilt Groeners, fett einiger Zeit sei es ein offenes Geheimnis gewesen, daß man in der W i l h e l m st r a ß e auf eine Umbildung des Kabinetts mit dem General Schleicher als Kanzler und Brüning als Außenminister hingezielt habe. In einer solchen Regie- rung hätten die Nationalsozialisten venreten sein sollen. Dieser Plan sei anscheinend zunichte gemacht worden. Mit der Mög- lichkeit, daß Schleicher den Posten übernehm«, wenn er ihm a n- geboten werde, sei zu rechnen. „Daily Telegraph" bezeichnet den Rücktritt Groeners als einen großen Sieg der Nationalsoziali st en. Sie hätten ihn vom Kriegsministerium weggejagt wegen der Maßnahmen, die er in seiner Eigenschaft als Innenminister getroffen habe. Daß er das Innenministerium noch beibehalten Hab«, sei wahrscheinlich nur ein taktisches Manöver, um das„Gesicht" des Kabinetts zu retten.„Daily Telegraph" mißt dem Rücktritt Groeners sehr sck-werwiegeiche Bedeutung bei, denn solange er Kriegsminister ge- wesen sei, habe man sich im Fall« eines nationalsozialistischen Auf- standes auf die Reichswehr verlassen können. Groeners Rücktritt zeige klar, daß die Nationalsozialisten bei den füh- renden Männern der Reichswehr an Bode,, ge- w o n n en hätten.„Daily Expreß" meint, entweder sei ein neues Kabinett zu erwarten, in dem die Nationalsozialisten mit dem Zentrum regiere», oder eine militärische Diktatur mit Hindenburg an der Spitze und den Generälen und Admiralen als den„treiben- den Krästen hinter dem Thron".„Daily Mail" begründet den Rück- tritt Groeners lediglich damit, daß es unmöglich für einen Mann sei, beide Ministerien gleichzeitig zu verwalten. Das Massenelend in LlGA. Etaatshilfe erzwungen. Washington, 13. Mai. Präsident H o o v« r hielt im Weißen Haus eine Konferenz ab. an der der Bankenausschuß des Senats, die Parteiführer, General Domes und der Gouverneur der Federal Reserve Bank teilnahmen und in der beschlossen wurde, noch vor der Vertagung des Kon- grefses, ein Arbeitslosengesetz fertigzustellen. Es wurde ein Kompromißvorschlag ausgearbeitet, nach dem die Finance Re- constructions-Corporation weitere 1500 Millionen Dol- l a r ausgibt, von denen 300 Millionen den Bundesstaaten für direkte Arbeitslosenunterstützung gegeben werden sollen. 40 Millionen sollen zur Förderung der Aussuhr landwirt- fchastlicher Erzeugnisse und der Rest für öffentliche Arbeiten den Bundesstaaten und zur Unter st ützung der Privat- Industrie verwendet werden. Kein Ausweichen Herriois. Er muß die Regierung bilden. Paris, 13. Mai.(Eigenbericht.) Leon Blum beginnt im„Populaire" eine Artikelserie über die Möglichkeiten der Regierungsbildung und die Stellung der Sozialisten dazu Zuerst erklärt Leon Blum, da jetzt die Radikalen die stärtste Kammersraktion bildeten, müßte der Präsident der Re- publik ihren Führer Herriot mit der Kabinettsbildung beauftragen. Herriot könne sich trotz aller Gerüchte, die in den letzten Tagen verbreitet wurden, diesem Ruf« nicht entziehen, denn e r verkörpere in den Augen des Landes diese Partei. Es fei für Herriot u n- möglik, sich von seinem eigenen Siege freizu- machen und die Fahne oder die Befehlsstandarte anderen zu übergeben, und sicherlich habe Herriot auch nicht einen einzigen Augenblick daran gedacht. Zwischenfälle im Gklarekprozeß. Staatsanwaltplädoyer gegen Kohl und Sokolowsti Im Sklarek-Prozeß kam es heute während des Plädoyers des Staatsanwaltschaftsrals Dr. W e i ß e n b e r g, der den Angeklagten Kohl und S o k o l o w s k i sehr scharf zu Leibe rückte, zu Zwischenfällen, wie man sie sonst während einer Anklage- rede noch nicht erlebt hat. Staatsanwaltschaftsrat Dr. Weihenberg beschäftigte sich zu Be- ginn seiner Rede mit dem Angeklagten Kohl. Als er sagt, Kohl spiele im Gerichtssaal eine traurige Rolle und stelle eine traurige Figur dar, während er früher doch über ein sehr gutes Gedächtnis verfügte, kommt es zum Zwischenfall. Der Zuhörerraum gibt laut seinen Beifall über diese Aeußerungen des Staatsamvalts kund. Rechtsanwalt B r a u b a ch erhebt sich und bittet den Staatsanwalt, unnötige Schärfen um so mehr zu vermeiden, als sie den Zuhörer- räum zu Beifallskundgebungen veranlassen. Staatsanwaltschaftsrat Dr. Weißenberg verbittet sich in sehr scharfem Tone die Unter- brechung seiner Rede. Der Vorsitzende, Dr. K e ß n e r, greift ein und erklärt, daß es Sache des Staatsanwalts sei, so zu plädieren, wie er es für nötig halte: er fordert das Publikum auf, sich jeder Kundgebung zu enthalten. Als nun der Staatsanwalt sortfohrend die Behauptung ausstellt, daß das von den Gebrüdern Sklarek übernommene Lager durchaus nicht schlecht gewesen sei, ruft Leo Sklarek dazwischen: Böß hat das ja selbst vor dem Oberverwalwngsgericht zugeben müssen. Staaisanwaltschastsrat Dr. Weißenberg: Bitte mich nicht zu unterbrechen. Setzen Sie sich! Der Vorsitzende zum Staatsanwalt: Ich glaube, das ist meine Sache, den Angeklagten zur Ordnung zu rufen. Zu Leo Sklarek: Halten Sie den Mund, Leo Sklarek. Staatsanwaltschaftsrot Weihenberg sortfahrend: Keiner, der die Angeklagten Sklarek kennt, wird glauben, daß sie sich bei der Uebernahme des Lagere haben betrügen lassen. Ueber den Angeklagten S o k o l o w s k i sagte der Staats- anwalt, daß er fett 1024 seine gesamte Kleidung bei Sklareks be- zogen, Preise von 40 Mark für den Anzug gezahlt habe und selbst diesen Verpflichtungen nur ganz selten nachgekommen sei. Er Hot auch 24000 Mark als Bar zu Wendungen erhalten. Eine seiner Pilichtwidrigkeiten bestand darin, daß selbst die Preis- Herabsetzung durch Kohl ihm nicht genügt hat und er den Preis noch einmal herabsetzte. So ergab sich die interessante Tatsache, daß der ursprüngliche Verkaufspreis 166 000 Mark ausmachte, der Vertragspreis 106 000 Mark, der von Kohl fest- s gesetzt« 91 000 Mark und schließlich der aus der„Verrechnung" des Angeklagten Sokolowski endgültig festgelegte 82 000 Mark ausmacht. Sokolowski duldete auch, daß die Sklareks nur sehr schleppend zahlten: er nahm vordatierte Schecks entgegen und hat als Liquidator der KVG. trotz der schleppenden Zahlungen den Gebrüdern Sklarek«in Darlehen in Höhe von 15 000 Mark bewilligt. Todesfiurz aus dem Fernzug. Oos Opfer ein 6 jähriges Kind. Aus dem Fernzug Breslau— Berlin stürzte bei der Statton Wuhlheide in der vergangenen Nacht der sechsjährige Ludwig K u c z i n s k i aus Damme, Kreis Westhavelland, auf die Gleise. Der Unfall war sofort bemerkt und der Zug durch Ziehen der Notbremse zum Hatten gebracht worden. Mit schweren Verletzungen wurde das Kind ins Lichtenberger Hubertuskronkenhous gebracht. wo es heute mittag g e st o r b e n ist. Die näheren Begleitumstände des Unglücks sind noch nicht bekannt. Zn Kohlensäure erstickt. Gewaltiger Gasausbruch im Kalibergwerk. Waldenburg i. Schl., 13. Mai. Ein eigenartiger Unfall ereignete sich aus einem st i l l g e l« g- ten Schacht der Waldenburger Bergbau A.-G. in Steingrund. Der Angestellte Julius Scholz der Wach- und Schließ- oescllschaft„Oculus" stieg auf dem Revisionsgang in den Senk- hals des Ventilators und erstickte in der dort vorhandenen Kohlensäure. Obwohl sofort Rettungsmannschaften zur Stelle waren, konnte man ihn nur als Leiche bergen. Seesen, 13. Mai. In der Nacht zum Freitag ersolgte ans dem seit 1924 still- liegenden Kalibergwerk„Carlsfund I" in Groß- Rhüden ein Gasauebruch, der die auf dem früheren Bergwerks- gelände wohnenden Leute in große Aufregung versetzte und sie ver- anlaßte, schnellstens ihre Wohnungen zu räumen. Die Gasentwicklung war so gewaltig, daß die Mauerung von zwei Stollen, d. h. viele Kubikmeter Erdmassen und Gestein, bis 50 Meter weit über das Gelände geschleudert wurde. Das donnerartige Ge- töfe dauert« etwa 10 Minuten an und war von starker Rauch- entwicklung begleitet. Großfeuer in Leipzig. Im Fabrikgebäude der Gustav T i« tz e A.- G, Stempelwaren-, Maschinen- und Spielsabrik in Leipzig, ist am Frei- tagmorgen ein Grohfeuer ausgebrochen: das Feuer hat cmsii wesentlichen Teil der Fabrikanlagen und des vorhandenen Lagers vernichtet. Wie man Lindverghs Kind fand Ttor noch ein Skelett— Durch die Wäsche identifiziert. „Die Journalisten" aktualisiert Deutsches Theater Herr Glogowski lägt sich bei der Redaktion melden. Der Chef- rcdakteur Dr. Bolz schnauzt den Redaktionsdiener an:„Soll war- ten!" Der Redattionsdiener:„Aber der Mann wartet doch schon tagelang!"„Warten!" Dann braucht Herr Glogowski einmal nicht mehr zu warten. Er wird vorgelassen. Er führt sein neuestes ameri- konisches Patent vor: eine Schreibmaschine. Die Maschine rettet dem Menschen das Leben. Der Schreiber bekommt keinen Handkrampf, keine Rückenverkrümmung mehr. Und er schreibt schnell, schneller, am schnellsten, dreimal, sechsmal, zehnmal so schnell wie mit der Hand. Das wird ausprobiert und angestaunt. Herr Glogowski klap- pert, er kommt in Gang, er rast auf den Tasten Galopp. Die Re- dakteure sind begeistert. Ihre Gedanken rasen mit.„Was sollen wir bloß mit unserer freien Zeit anfangen?" Die M a k e b e n s ch e Musik begleitet die Szene im Furioso. Das ist Felix Joachim- s o h n s bester Einfall für die Aktualisierung des Stücks, das nun bald siebzig Jahre alt sein wird. „Die Journalisten" wurden zunächst am Königlichen Schauspiel- haus in Berlin als zu revolutionär nicht angenommen. Erst mußte der Erfolg am Privattheater kommen, bis S. M. der Preußen- könig huldvollst gestattete, daß mit Hilfe des liberalen Herrn Dr. Bolz die Kasse der Monarchenbühne gefüllt wurde. O tempore---, nein, es herrscht noch heute die nämliche Zensurreaktion. Sie ist nur blöder, nur unbarmherziger geworden. Sie jagt den Dichter nicht nur aus dem Zdunsttempel, sie zieht ihm sogar�das Beltkissen unterm müden Kopse weg, oder sie will den Dichter, der nicht ein Aesinnungsschubiak ist, verprügeln oder pesti- lenzialisch ausschwefeln und dazu noch die Theaterdirektoren und den Regisseur an den Galgen hängen, wenn die Leute nicht in Rück- ständigkeit kuschen. Herr von Unruh, erzählen Sie doch, was sich anno 1932 in Frankfurt a. Main einige Tage vor jenem Tag be- gab, an dem die Koryphäen der Welt sich im Frankfurter Rathaus versammeln sollten, um das Weltgenie Goethe zu ehren! Auf das Jahr 1897, also ein halb Jahrhundert später, und in das Herz der wilhelminischen Glorie, verlegt der Bearbeiter Gustav Frey'tags das aufgefrischte Journalistenstück. Wahrscheinlich, weil er von dort aus einiges in unser« Zeit hineinzupfeisen wünschte. Doch er zwitscherte nur, er hütete sich vor dem gellenden Signal, vor der scharfen Satire, besonders vor der Politik mit Mucken, die dem Spießer anstößig scheinen könnte. Nun ja, er wollte pfeifen, er konnte aber nicht, er wagt« nicht. Er wagte nur säuselnde Kuplets, heutzutage Songs genannt, und alles wurde zur mittelmäßigen Operette. Unsterblich ist und bleibt in dem Stück die Figur des Schmocks, der rechts und links schreiben kann. B r e s s a r t singt sein Schmock- couplet, er singt es still, in sich hineingrienend, genialisch schofel. Das Couplet ist nur gut, weil Bressart es singt. Nicht zu dicke Vorwürfe machen! Joachimsohn hat es gut mit den Schauspielern gemeint, so gut ipie der Regisseur Hilpert, der jedem Künstler seine Rolle als einen Haupttreffer bescheren wollte. Hilpert wünschte nichts als den sommerlichen Rottcr Serien- erfolg. Daher war diese Aufführung, die in ihren Effekten nach rechts und links schielt, genau so wie der brave Schmock. Ein wenig dachte sich Hilpert die Aufführung als Parodie auf das Philisterium der Politik, auf die alten Verlobungslustspiele, auf den ganzen Biedermeierklimbim. Er wollte mordsmäßig aufplustern. Der Spaß sollte vom Auge herkommen. Dazu sollte dann noch Operette gespielt werden, die heute so süß und beruhigend geklimpert wird. Dieser Mischmasch gefiel natürlich, da er sorgenfrei macht und erlaubt, daß man sich ohne Gedanken amüsiert. Wenn Dr. Bolz, Chefredakteur, Lebemann und herrlicher Optimist, die arme Ver- wandte vom Land wegheiratet und über die Bühne jubelt, dann wird die Schwäche dieser Hausbackenheit und Hausbearbeitung zwar spürbar, doch sie wird auch gehoben durch Harald P a u l s e n. Mit dem entzückenden, auch rundlichen Mauerblümchen Adelhaid, mit Camilla Spiro singt er ein Verliebheitsduett, von Makeben immer schmeichelnd vertont, das Dacapo verlangt und gewährt wird. Wonnigste Limonade, allerdings schon etwas abgestanden. Man nimmt es als Maitrank und bedankt sich wärmstens. Dann Brauscwetter als Bellmaus, Kunstkritiker am Blättchen, das allerdings in Potsdam erscheinen muß, Lyriker mit der blonden Bartfliege am Grübchenkinn, nicht ganz so honigsüß, wie die Tradition es verlangt, aber noch genug Schwerenöter von der sanfteren Tonart. Ferdinand von Alten spielt einen steifen, bebrillten, einen etwas allzu steifen Freisinnsprofessor, S ch r o t h einen allzu gestelzten Obersten, doch beide bleiben im Geschmack des Bearbeiters, der von einer Parodie träumte und leider beim Er- wachen die Traute verlor Lore Anne Mosheim ist in den Armen ihres Profesiors gar putzig anzusehen, in ihrer hübschen Dusseligkett, und sie piepst als Bräutchen allerliebst. Dann pustet W a l l b u r g als Piepenbrink auf die Bühne, Wahlmacher und Weinhändler, den Bauch mit Bordeaux und anderen schönen Sachen auegefüttert, König Wilhelms Bart ums schwabbelige Gesicht ge- hängt. Er singt ein Couplet auf seine Korpulenz Aber alles paßt nicht in das Ganze, sondern nur aus den Privatmann Wallburg. Auch das wird beklatscht. Bewundert wird die Biedermeierdekoration S ch ü t t e s. Die stummen Dekorationen reden wenigstens nur mit ihrer lustigen Ueberladenheit. Doch die anderen, die lebendigen Bühnenspre.cher, reißen den Mund so weit auf! Man stellt fest, daß der Urgroßvater Gustav Freytag dann immer noch mehr zu sagen hat als sein Enkelsohn, der Bearbeiter Joachimsohn. Max Hochdorf. Trenton(Jlero Iersey), 12. Mai. Don der in der Nähe des Hauses Lindberghs„h o p e w e l l" aufgefundenen Leiche des Söhnchens Lindberghs ist infolge fortgeschrittener Verwesung wenig mehr als das Skelett übrig. Der Leichnam dürfte also schon längere Zeil an der Fundstelle gelegen haben. Die Leiche wurde durch die Kleidung und andere Merkmale identifiziert. In der Schädeldecke befindet sich ein Loch ungefähr in der Größe eines Markstückes. Die gerichtsärztliche Untersuchung hat ergeben, daß der Tod infolge eines komplizierten Schädelbruches eingetreten ist. von einer Kugel oder irgendeinem Instrument, mit dem ein Schlag ausgeführt worden sein könnte, war nichts zu entdecken. Die Auffindung der Leiche erfolgte durch einen Neger und einen Weißen, die in einem Lastauto durch das Buschwerk bei Mount Rose Hill fuhren. Sie bemerkten plötzlich das Skelett eines kleinen Kindes, das fast völlig von Laub und Erde bedeckt war. Unmittelbar nach der Entdeckung der Leiche setzten der Negerchaufseur und sein weißer Begleiter die Polizei in Kenntnis. Der Polizeioberst ließ sofort vom Landhaus Lindberghs„Hopewsll" einige Stücke Kinderwäsche kommen und verglich sie an Ort und Stelle mit dem Unterhemd und dem Flanellhemd, in das die Leiche gewickelt war. Die Uebereinstimmung war so groß, daß an der Identität der Leiche nicht mehr zu zweifeln ist. Es hat sich herausgestellt, daß nur 25 Meter von der Fundstelle entfernt ein Telephondraht vorbeisührte, der auf Weisung der Polizei gelegt worden war, um einen schnelleren Verkehr zwischen dem Hause Lindberghs und den Behörden zu ermöglichen. Oberst Schwartzkopf von der New-Jerseyer Polizei erklärte, die Polizei habe eine bestimmte Verbrechergruppe im Ver- dacht, und jetzt, da das Kind tot sei, werde sie rücksichtslos darauf hinarbeiten, der Schuldigen habhaft zu werden. Wolossalmnske Qoelhes im Schloßpark SSellevue Anläßlich des Goethe-Jahres wurde im Berliner Schloß- park Bellevue diese von dem Berliner Bildhauer Eberhard Encke geschaffene riesige Goethe-Maske im Rahmen der am kommenden Sonnabend beginnenden„Großen Berliner Kunstausstellung aufgestellt. Sie trägt die Inschrift„Ewig wird er Euch sein der Eine". Joses E>chreyer. 3u seinem siebzigsten Geburtstag. Am 14. Mai vollendet Genosse Joseph Schreyer sein sieb- zigstes Lebensjahr. Schreyer kann heute auf«ine wohl fünfzig- jährige Parteitätigkeit zurückblicken, auf eine vor allem der Völkerverständigung gewidmete Tätigkeit. Als in Berlin in den achtziger Jahren des verflossenen Jahr- Hunderts die Bewegung der Handlungsgehilfen auflebte, da war es vor allem sein und Albert Auerbache Verdienst, daß dieser Be- wegung bald ein freigewerkschaftlicher, sozial! st i- scher Charakter aufgeprägt wurde. In enger Fühlung mit der inneren, geheimen Bewegung der Berliner Sozialdemokratie, zählte Schreyer zu der Gruppe oppositioneller Sozialisten, zu den „Jungen", die schärfer als die Mehrheit der Partei das revolutio- näre Programm der sozialen Demokratie herausarbeiten wollte. Bestimmend wirkte jedoch diese zeitweilige Linksschwengung auf den Entwicklungsgang Schreyers nicht ein. Er hat die alte Fahne der Partei stets hochgehalten. In den neunziger Jahren des verflossenen Jahrhunderts brachte er den Deutschen Sozialdemokratischen Leseklub in Paris zur vollen Blüte. Er stand in Paris in regem Verkehr mit den führenden Köpfen des französischen Sozialismus, mit Vaillant. Guesde, Longuet, später mit Grumbach, Albert Thomas und anderen. Der französilch-deutschen Lerständi- g u n g weihte er jede fteie Stunde Er korrespondierte ständig mit den Führern der deutschen Sozialdemokratie, und seine Korrespon- denz diente ebenfalls dem großen Gedanken der Völlerversöhnung. Nach dem Weltkriege erstand unter seiner Leitung abermals der Deutsche Sozialistische Leseklub in Paris. Schreyer bemühte sich bereits 1910. eine Freie Organisation der im Ausland lebenden Sozialdemokraten deutscher Zunge zu schaffen. Wir wünschen dem Siebzigjährigen, daß er noch den vollen Sieg seiner großzügigen Völkerverständigungsbestrebungen erleben möge. Die lilouische Gesandtschast hat unter Ueberreichung einer Note dem Auswärtigen Amt die TII.-Meldung über Zusammenrottung von litauischen Jungschützen gegen das M« m e l g e b i e t als in keiner Weise den Tatjachen entsprechend erklärt. Wetterbericht sür Berlin: Ziemlich heiter und warm mit schwachen südlichen Winden.— Für Deutschland: Im Osten und Süden heiler und warm, im Nordwesten einzelne gewitterartige Rcgensälle. Oer„Figaro" der Oeuischen Musikbühne Die„Deutsche Musikbühne" ist eine von der gemeinnützigen Vereinigung zur Pflege deutscher Kunst ins Leben gerufene Wander- oper: ein von dem verdienstvollen Geraer Intendanten Reuß ge- führtes Kollektiv, daß die opernlosen Städte Deutschlands(insbe- sondere des deutschen Ostens) bespielen will und den Versuch macht, das Repertoirecheater durch einen neuen Theatertyp zu überwinden. Freilich ist diese Tugend durch die Not diktiert: da auf Rausch und Pomp, auf Dekorationszauber und Regiemätzchen, vor allem aber auf wirklich große Sänger von vornherein verzichtet werden muhte, versucht die deutsche Musikbühne die entgegengesetzten Faktoren her- auszuarbeiten. Beliebig lange Proben garantieren musikalische Ex- aktheit, der allmächtige Regisseur wird durch schauspielerische Lebendig- keit des„befreiten Sängers" ersetzt, ein einheitliches Ensemble soll die Einhest der Darstellung garantieren. Das Kollektiv bemüht sich also um eine geistige Architektur: und der Erfolg wird davon ab- hängen, wie weit sich das Publikum mit dieser Auffassung einver- standen erklären wird, der nicht nur singend bewegte Mensch, sondern die Wertidee das Primäre ist. Die Figaro-Aufführung. die in der Krolloper zu hören war. hatte demzufolge hohes Niveau. Alles Musikalische(Dirigent Hans Oppenheim) klappte ausgezeichnet, in jedem Takt spürte man die nur durch sorgfältigste Probenarbeit zu erreichende Sicherheit. Die Bühnenbilder Reinkings, die Regie Hubert Franz waren zweckentsprechend und der Darstellungsidee angepaßt. Ganz zweifellos ist hier mit einem Minimum an Mitteln ein nur durch Idealismus aller Beteiligten zu ermöglichendes Maximum an Wir- kung erreicht. Immerhin wird es eine Lebensfrage de« Unter- nehmers sein, größere und klingender« Stimmen in seinen Dienst zu stellen. •k In der gestrigen Carmen-Aussührung der Staats- oper sang der Aegypter Armand T o k a t y a n den Don Jose. Er ist ein überaus kultivierter Sänger, der seine Mittel sehr gut einzuteilen und geschickt zu verwenden weiß, der ausgezeichnet spielt. mit klugen Steigerungen und dramatischen Akzenten überrascht— der mit seinem wohltuenden Stimmaterial von lyrischem Schmelz nur allzu sehr haushalten muß: dem nur die strömende Fülle mangelt, um ein wirklich großer Sänger zu sein. Im Bechsteinsaal war gleichzeitig ein anderer Exote zu hören: der Negerbariton Aubrey Pankey. Er verfügt über ein großes Material von prachtvoller Weichheit und bemerkens- werter technischer Kultur und sang manche Schubert-Lieder so, daß nur wenige Deutsche sie schöner singen können: wenn er auch freilich mit Songs den größten Erfolg hatte. A. W. Oie Berliner Staarstheater in kommenderSpielzeit. Für das Staatliche Schauspielhaus ist eine Erneue- rung und stetige Erweiterung des klassischen Repertoirs geplant. Im nächsten Spieljahre sollen neuinszeniert und neuaufgeführt werden: Goethes„F a u st" l. und II. Test.„Torquato T a s s o". Lessings„Nathan der Weise", Schillers„Demetrius" in der Einrichtung von Hebbel, ferner„Richard II." von Shake- speare Zu Hauptmanns 79. Geburtstag soll„Gabriel S ch i l- l i n g s Flucht" ausgeführt werden: zum 79. Geburtstage Fuldas „Jugendfreund s" Neben den Klassikern sollen auch die leben- den Autoren zu Worte kommen. In Aussicht genommen ist die Ausführung von„D i e g u t e Z e i t" von Barlach und neuer Stücke von B'llinger. Reh fisch und Rehberg. Werner Krauß und Rudolf Forst er treten wieder in den Verband des Staatlichen Schauspielhauses ein. Die Absicht des Staatstheaters ist auf Ensemblebildung gerichtet: Neuengagements von mehreren Künstlern, hauptsächlich weiblicher Darsteller sind i erfolgt. Für die Staatsoper Unter den Linden ist die Neu- inszenierung oder Neueinstudierung folgender Werke in Aussicht genommen worden: Strauß'„R o s e n k a v a l i e r", Wagners„M e i st e r s i n g e r". „L o h e n g r i n" und.,W a l k ü r e", die den Anfang einer neuen Ringinszenierung bildet. Webers„F r e i s ch ü tz", Mozarts-Strauß' „J d o m e n e o", Beethovens„F i d e l i o", Nikolais„Lustige Weiber von Windsor", Schillers„M o n a Lisa". Zwei Werke sind zur Uraufführung geplant, davon ein Werk von Alban Berg. Zur Silvesterzeit soll eine Operette in den Spielplan auf- genommen werden. Die Eintrittspreise sind erneut stark gesenkt worden: sie liegen im Abonnement bei der Staatsoper zwischen 1,59 M. und 7,59 M., die Kassenpreise zwischen 1 M. und 19 M., im Schauspiel- Hause im Abonnement zwischen 1 M. und 5 M., die Kassenpreise zwischen 2 M. und 8 M. Oer Kongreß tanzt wieder. Der Tonfilm kommt schon in die Jahre. Man holt schon bewährte und erfolgreiche Tonfilme wieder hervor, um sie dem Publikum auss neue vorzusetzen. Beim stummen Film hat es viel länger gedauert: aber in beiden Fällen ist es nicht nur berechtigt, sondern auch wünschenswert. Es ist eine Verschwendung sondergleichen und auch eine Verarmung, daß das Kino nicht zum Repertoirecheater werden will und daß nur gelegentlich, vorzüglich in der Sommerzeit, eine Wiederaufnahme älterer Filme in das Repertoire erfolgt. Gestern wurde im Ufa-Pavillan am Nollendorfplatz der Eharell-Film „Der Kongreß tanzt" aufs neue vorgeführt und hatte, wie vorauszusehen, eine günstige Aufnahme, für die sich Lilian Harvey und Willy Fritsch persönlich bedankten. Dieser Film hat von allen Tonfilmen wohl den größten Publikumserfolg gehabt. Er vereinigt alle die Qualitäten in sich, die heute noch für den Massengeschmack entscheidend sind: die große Schau militärischen und höfischen Prunks, die Seligkeiten des Operetten-Wiens und den erfüllten Wunschtraum des süßen Mädels. Charell hat überdies für eine erstklassige Besetzung und den Schmiß gesorgt. Ein Veteran der Bühne. Mit dem im 73. Lebensjahre ver- storbenen Max Samst hat die Berliner Theaterwelt eine charakteristische Persönlichkeit verloren. Als Darsteller wie als Leiter hat er zahlreichen Bühnen der Außenbezirke gewirkt. Er ist der Freunde des kleinen Mannes gewesen, dem er auf seine Art dienen wollte. Im Ostend-(jetzigen Rosen-), im Friedrich-Wilhelm- städtischen und im National-Theater hatte er seine Zelte aufge- schlagen. Josef Kainz hat bei ihm gastiert, als er vom Bühnen- verein als vertragsbrüchig erNärt war, und die Freie Volksbühne hat bei ihm Hauptmanns„Weber" spielen lassen. Zuletzt hatte der immer unverzagte und neues versuchende Mann das Walhalla- theater geleitet. Es wird immer weniger Branntwein getrunken. Der Deutsche trinkt immer weniger Branntwein, wie die Angaben von„Wirtschaft und Statistik" zeigen. Der Verbrauch betrug, umoerechnet auf 199teiligcn Weingeist, pro Kops der Bevölkerung: 1912—13 2,8 Liter, 1929—39 9,75 Liter. 1939—31 9,68 Liter. Im letzten Viertel von 1931 war der Absatz von Trinkbranntwein gegen den ent- sprechenden Vorjahrswert weiter um 14,9 Proz. zurückgegangen. Dies« an und für sich so erfreuliche Tatsache bedeutet aber eine starke Minderung der Einnahmen des Reiches aus dem Branntwein- Monopol. Gespräche über Goethe. Der ständige Auss ch'u ß für Lite- ratur und Kunst des Völkerbundes veranstaltete gestern in Frankfurt a. M. anläßlich des Goethejahres eine Tagung, deren Referate unter dem Gesamtthema„Gespräche über Goethe' zusammengefaßt waren. Die Ausstellung„Goethe und seine Welt" in der Akademie der Künste am Pariser Pla? ist am Psingslsonnabend sowie an den beiden Pfingsr- feiertagen von 10— 2 Uhr geosfnet. Im Ttaatlickieu Schausvielhauj findet die nächste Aufsührung von Wedeiinds„L i e b e S t r a n k" am Sonnabend statt. An Stelle des durch einen Unfall verhinderten Paul Bildt hat Alexander Granach die Rolle des Fritz Schwigerling übernommen. Luise Ulrich in der Volksbühne. In der reichsdeutschen Uraufführung von Szsps Volksstück„Die goldene Uhr" in der Volksbühne spielt Luise Ulrich die weibliche Hauptrolle. In der Grohe» Berliner Kunstausstellung im Schloß Bellevue beträgt der Eintrittspreis an beiden Pfingstfeiertagen 50 Pf. (Streikabbruch im Möbeltransport. Geschlossene Arbeitsaufnahme am Eonnabend. Die im Gesamtverband organisierten Berliner Möbel- transportarbeiter nahmen heute vormittag im Gewerkschaftshaus zu der Lage Stellung, die durch Verbindlichkeitserklärung des Lohnabbauschiedsspruches des Schlichtungsaus- schusses entstanden ist. Der verbindlich erklärte Schiedsspruch sieht ab 1. Juni einen Abbau der Löhne der ständigen Arbeiter von 4S auf 44 Mark wöchentlich, der Tagelöhne der unständigen Arbeiter von 9,80 auf 8,59 Mark und der Sonderzuschläge für Transporte von Flügeln, Geldschränken usw. um 39 Proz. vor. Die Genossen N e l l i n g e r und F e l s ch vom Gesamtverband legten den Versammelten die durch die V e r b i n d l i ch k e i t s- erklärung geschaffene Rechtslage dar, durch die es dem G e° samtoerband unmöglich gemacht ist, den Streik noch weiter zu unterstützen. Wenn der Streik auch nicht zur völligen Abwehr des Lohnabbaues geführt hat, so doch aber zur restlosen Abwehr des Lohnabbaudiktats der Unter- n e h m e r, das weit über den im Schiedsspruch festgelegten Lohn- abbau hinaus ging. Den Unternehmern ist durch diesen Streik gezeigt worden, daß die Banche der Mäbcltransportarbeiter trotz verschiedener politischer Auffassungen der Mitglieder und trotz mancher unliebsamen Vor- gänge der letzten Zeit in ihrer organisatorischen Schlagkraft nicht im geringsten geschwächt ist. Im Interesse dieser organisatorischen Einheit müsse der Kampf genau so geschlossen abgebrochen werden wie er aufgenommen worden ist. Obwohl sich in der Diskussion einig« berufsfremde R G O.-Leute, die sich in die Versammlung eingeschlichen hatten, für die Weiter- führung des Streiks einsetzten, beschloß die Versammlung nach längerer Diskussion mit übergroßer Mehrheit, den Streik abzu- brechen und die Arbeit am kommenden Sonnabendfrllh wieder auf- zunehmen. Stahlhelm und Arbeitsdienst. Er will die„echte Arbeitsdienstpflicht". Der„Deutsche Arbeitsdienst, Ueberparteiliche Fachzeitschrift für Arbeitsdienst und Siedlung", bringt in seiner„Wounemond"-Aus- gäbe eine Zuschrift des Stahlhelmbundesamts Berlin, die von der Schriftlcitung niit der Bemerkung eingeleitet wird, daß sie die Stel- lungnahme des Stahlhelms ihren Lesern gern zur Kenntnis bringt. Der Stahlhelm erklärt, er habe die bisherigen Versuche aus dein Gebiete des freiwilligen Arbeitsdienstes nicht deshalb mit durch- geführt,„weil er geglaubt hätte, daß sich auf der Basis der bis- herigen Grundsätze wirtschaftlich oder volkserzieherisch Wesentliches hätte erreichen oder verbessern lassen: vielmehr weil die Versuche ge- wissenhaft durchgeführt werden muhten, um Fehler und richtige Lösungen durch Tatsachen zu beweisen." „Man(die Regierung) wagt sich nicht an durchgreifende, grundsätzliche Reformen heran und— seien wir offen— man kann es bei den in dem bestehenden„System" nun einmal liegenden Bin- düngen ja auch gar nicht." „Man" habe für die Jugendlichen einen Betrag angesetzt, der nur für etwa 49 999 Jugendliche ausreiche, aber erst noch beschafft werden soll und dann sollen von diesem Betrog noch Materialien beschafft werden. „Nichts von all den anderen reformbedürftigen Punkten, ge- schweige von den grundsätzlichen Wandlungen, um zur echten Arbeitsdienstpsl'cht zu kommen." In gespielter Resignation erklärt der für das„Bundesamt" zeichnende ch. Mahnten, es müsse geschichtlich nun einmal so sein, daß eine Zeit wie die jetzt al sinkende die Notwendigkeiten einer neuen Zeit, an denen sie scheitere, gar nicht anfassen kann und es vielleicht so besser sei, da sie dann neue Ideen nicht erst noch ver- derbe oder diskreditiere. Aber der Stahlhelm erhebe um so klarer den Anspruch für die künstigc cchle Arbcitsdienstpflicht. Der Stahlhelm will, daß die Regierung ihm die arbeitslosen Jugendlichen zu„echter" Arbeitsdienstpflicht ausliefert und ihm die nötigen Geldmittel zur Verfügung stellt, damit er auf seine Weise„volkserzieherisch" wirken kann. Unter den „Notwendigkeiten einer neuen Zeit"— wie sie der Stahlhelm auf- faßt— verbirgt sich die Absicht, ganz Deutschland zueiner Kaserne zu machen. Auch in einem Artikel über freiwilligen Arbeitsdienst des Jung- deutschen Ordens in Preititz bei Bautzen wiro betont: In diesem Sinne muß weitergearbeitet werden, bis die Mehrheit des deutschen Volkes auf dem Standpunkt steht: Volksdienstpflicht tut not! Die Hauptschriftleitung des„Deutschen Arbeitsdienst" bringt in Fettdruck eine Drohung, wonach in Zukunft unnachsichtlich alle B?» Hörden und sonstigen Kreise, die sich dem einstweilen noch„frei. willigen" Arbeitsdienst hemmend in den Weg stellen, öffentlich a n den Pranger gestellt und der Verachtung der Oeffentlichkcit preisgegeben werden sollen. Wir haben alle Veranlassung, den Drahtziehern des vorläufiz „freiwilligen" Arbeitsdienstes, den Spekulanten auf Arbeitsvienst- pflicht, auf Zwangsarbeit, auf die Finger zu sehen. Der Reichstarifverlrag für das Rauchkabak- und Schnupftabak- gewerbe wurde bis zum 15. Juni verlängert. In der Zwischenzeit sollen die Parteien über die Neugestaltung des Tarifs verhandeln. Kommt eine Verständigung nicht zustande, dann wird das Schlichtungsverfahren, das auf Antrag der Parteien unter- brachen wurde, wieder aufgenommen. Bis jetzt haben die Arbeit- gebcr es ängstlich vermieden, ihre Vorschläge mitzuteilen. Nur so- viel ist zu erkennen, daß sie an die Stelle der zentralen Lohnfest- setzung örtliche oder bezirkliche Abmachungen treten lassen wollen. „Volk und Zeit", unsere illustrierte Wochenschrift, liegt der heutigen Postauflage bei Berantwortl. für die Siedaltion: Rich. Bcrnsteja, Berlin: Anzeigen: Th. Stocke, Berlin. Verlag: Vorwärts Verlag E. m. b. H.. Berlin. Druck: Vorwärts Buch- druckerei und Verlagsanstalt Paul Einger& Co.. Berlin EW KS. Lindenstr. 3. Hierzu 1 Beilage. Xlte&lez. Ltcltlsptele ustv Staats Theater Frciiag, den 13. Mai Staatsoper unter den Linden 20 Uhr Der Troubadour StaatLSteispiEltiaus üendarmenmarki. 20 Uhr Die endlose Straße Schiller-Theater Cbariottenbur?. 20 Uhr Doktor Ktaus KäSeitftles. Bsf, 5 1. El», Siss. 2,5.61511.1 [ 7 Wtlcts. 4331 Die Dubarry] Rose■ Theater Urea» franiforier SlraBe 13' lel. We, Chili E I 3427 ».30 Uhr Weekend im Paradies so««es»«ss WM. Oper Charlottenburf' iismarckstraße Freitag, 13. Mai Turnus il OieEntffltirung aus dem Serail Perras a. G., Eisioger, fidesser. Andreren. Gombert, Reiff a. G, \nfang 20 Uhi Ende 22.45 Uhr Stelle für Leib- um! Bettwäsche, Sommerstoffe aller Art Kra Verkaufszeit 8—5 Uhr, Sonnabends 8—2 Uhr Kleider- und teldcnstoFFe aller Art Mechanische Feinweberei Adlershof A.- G. ünwidfirmfücii nur im Mai MAX REBWU VoiKsbUhns Theatai aoi Bölowjlcii 8 Uhr Sturm im Wasserglas mit Hacsi Niese Slaatl. Sdil'lEr-rhcalcr 8 Uhr Doktor Ktaus Dsotste Theater Die 8'U Uhr Journalisten lustsp.naüi Gustav Freylag von Felix Jnadiitnson MusiX: Tlieo Mackeben Regie: Heinz Hilpert I mm-Theater Täglich 8lii Uhr rfaäonna wo USst öu? Erika v. Thellmann. Qenia Nikolajewna. Theodor Loos Josef Wedorn Gcwog Maricnflorf Generalversammlung Dienstae, den24 Mai 1932, um 29Uhr, i.d. Aula der Eckener- Oberrealschule, Mariendon, Kaiserstraße 17-21 Tagesordnung: 1. Geschäftsbericht des Vorstandes 2. Revisionsberichte 3. Genehmigung der Bilanz 4. Beschlu i über Gewinnverteilung 5. Entlastung des Vorstandes fc. Satzungsänderung und Anirä''e 7 Berufung gegen Ausschluß nach §11 d S. 8. Neuwahl von Aufsichtsratsmitgliedern Der Vorstand haöMhd %nipn$ Resfaumnt Berlins 8ETBIEB KBtIPiNSKlU A p a r i e Frbhjahrsiiiantel.. Kostüme ru ganz besonders niedrigen Preisen MaOanfertigung spez. für starke Damenl Paul Linck Damenmäniel- Fabrik, und Hdlg. seukoiln, Keulerslr. 63. a. d. Raisei-Friidritä-Slr. Buttergroßhandlung Filialen in allen Stadtteilen R O GRAMM iür die Zeit vom 13. bit 16. Mal 0IOIO Potsdamer Straße 38 IHildchcn xum Heiraten mit Heirate Hüller. Herrn. Thlmljz \V. 5, 7, 9 Uhr An beiden Pfiagstfeierlagen: 3, 5. 7, 9 Uhr. Odeon, Potsdamer Str. 75 Fünf von der Jazzband mit Jenny Jugo, Theo Shall, Rolf von Goth W. 5. 7. 9 Uhr An beiden Plingstfeiertagen: 3, 5, 7. 9 Uhr. Für Jugendliche freigegeben Turmstraße 12 Fünf von der Jazzband mit Jenny.Ingo, Theo Shal, Rolf von Roth W. 5, 7, 9 Uhr An beiden Pfingslfeiertagen; 3, 5, 7, 9 Uhr. Für Jugendliche freigegeben Alexanderstraße 39-40 (PaHHagsc) Helodie der Liebe mit Bich. Tauber Für Jugendliche fredgegeben Wochentags den ganzen Tag geöffnet An beiden Plingslfeierlagcn: 3, 5. 7. ö Uhr � Unter den Linden � Die Kamera W«« Täglich 3. 5. 7, 9 Uhr Der Dracbentötcr mit Harold Lloyd— Der(Jnfflücksrabc mit Ch. Chaplin Für Jugendliche freigegeben c Friedrichstadt Franziskaner 9auhsrinvorm Gcorgcnstraße(Ecke Fricdrichstraßel Am 13. und 14. Mai: 9, 12, 3. 8. 9 Uhr: Eine Nachr Im Paradies mit Anny Ondra 10.30, 1.30. 4.30. 7.30, 10.30 Uhr 3. Woche verlängert: Liebe, ein Katurgesetz Ptingslsonnlag u.-moniag; 3, 6, 9 Uhr. Her Siegor mit Hans Albers 1.30, 7.30, 10.30 Uhr: Eine Sacht Im Paradies mit Anny Ondra 1. u. 2. Feierlag; 3 Einheilspreis- vor&lellungcn— 12 u. 1.30 millacv. 12 Uhr nachts: Liebe, ein Xatni gosetz Moabit Artnehnf Wochent. ab 8 Uhr HTlUSnOf Sonntags ab 5 Uhr Pcrlcberger Str. 29. 2 gr. Tonfilme Der O chcl magren t mit Harry Picl— Die lustigen Weiber von Wien mit Willy Forst, Lee Parry— Tonwoche i—« e s t e n Primus-Palast Potsdamer Sir 19 Ecke Margarctenstr Helodie der Liebe mit Rieh. Tauber, Lien Dcyer«, Szöke Szakall, Alice Treff Für Jugendliche freigegeben W. 5.15, 7.15, 9.15 Uhr An beiden Pfingslfeiertagen: 3 15. 5.15, 7.15, 9.15 Uhr Germania-Palast Charloltenburg, Wilmersdorfer Str 33,'54 Mädchen zum Heiraten mit Renate Müller. Herrn. Thlmig, Fritz Grünbanm W. 5. 7. 9 Uhr An beiden Pfingslfeiertagen: 3. 5, 7. 9 Uhr Kant-Lichtspiele Kantstr 54(an der Wilmersdorfer Str.) Es war einmal ein Walzer mit Hartha Egccrth, Rolf von Ooth, Lizzi Äatzler, Ernst Verebes— Für Jugendl. freigegeb. W. 5, 7. 9 Uhr An beiden Pfingslfeiertagen; 3. 5. 7. 9 Uhr Schlüter-Theater u. Schlülerslr. 17. Feiert. 3 U.: J.-V. Der Sieger mit Hans Albers. Küthe von Nagry— Gutes Ton beiprosramm Alhambra Haupistr 30- Variete, Tonfilm Straßen der Weltstadt mit Gary Cooper(i. deutsch. Sprache) — Dick und Dof sprechen deutsch: HinterSchloß n. Riegel Wilmersdorf A Wochent 7, 9*4 U A triUm Feierl. 5. 7. OU U. Kaiserallee, Ecke Berliner Straße Uraufführung: Hasenklein kann nichtn dafür mit Lien Deyers, .loh. Riemann. Jakob Ticdtke, II. Brause wetter, Senta Söne- land. J. FalkcuMtcin. Regie: Max Xeufcld Kronen-Lichtspiele Rheinstraße 65 Reg. W. 7. 9 U. Sonnabd., Feiert. 5 U. Mein Freund, der Millionär mit Hermann Thimig. Lies- Schaak— Gr. Beiprogramm W Steglitz B Titania-Palast sTÄso.ou. Steglitz. SchloDstr 5. EckeGulsmuthsstr. Schritt und Tritt mit Fat n. Pataehon— Vorher: Da« große lustige Bclprogr.— Jgdl. Zulr. Beide Feierlage 4, 6V2, 9 Uhr c Zehlendorf-Mitte Beginn tägl 6. 7. 9 Uhr £rcl/ stg 3 Uhr Jugendvorslell Potsdamer Str 50 Ein bißchen Liebe für dich mit H. Schneider, Thimig— Beiprogramm Südwesten 3 Film-Palast Kammersäle TellowerSlr 1 W abSV�So abSMtU Haddien zgiu Heiraten mit R. Hüller. II. Thimig— Der König der Steppe mit Tom Kiene Kar fürst sVs.'Tuhr Sonntag 3 Uhr: JugcndvorslcIIung Dorfstraße 22. Ecke Berliner Straße Helodie der Liebe mit Rich. Tauber— Tonbeiprogramm Jugendliche haben Zutritt Titania Schöneberg Haupistr 49 7V»»/> Ii rüglich 5, 7. 9 Uhr / IVO II Slg« 3 Uhr: Jugendvorslell Berliner Str. 97. Die Gräfin von Honte Christo mit Brigitte Helm, R. Förster c Mazieröorf Neukölln Mercedes-Palast Hermannstr. 212 Jugendliche Zutritt Helodie der Liebe mit Rieh. Tauber— Bühne: Eugen Rex Primus-Palast sönni30� u. Am Hermannplatz ürbanslr 72/76 Helodie der Liebe mit Rieh. Tauber— Bühne: Eugen Rex Jugendliche haben Zutritt Deatsck-Amerik. Theater Köpenicker Str. 68. Beg. 4V2. 6,7�4,9. Mädchen zum Heiraten mit Renate Hüller— Kriminalreporter Holm w- 2b 6%, Sonntags rtimeCR u. Feiertags ab 3 Uhr Am Görlitzer Bahnhof Di© Gräfin von Honte Christo mit Brigitte Helm, Rud. Förster Georg Alexander in dem Tonfilm-Lustspiel Durchlaucht amüsiert sich Luisen-Theater w.«b8.3o Sonntags und Feiertags ab 3 Uhr Reichenberger Sir. 34. Der Sieger mit Hans Albers, Käthe v. Xngy lu an Pctrowich, Roda Roda in dem Tonfilmschwank Der Pcldherrnhügel Stella-Palast Köpenicker Straße 12—14 ab 3 Uhr Richard Tauber, Lien Deyers in dem großen Tonfilm-Erfolg nielodle der Liebe Auf der Bühne: Variete-Schau Jugendliche haben Zutritt € rrep>tow Lichtspielhaus u. Feiert. U/z Uhr: Jugend-Vorstellung Baumschulenstr 78. Tonwoche Es war einmal ein Walzer mit Hartha Eggertb, Verebes, II örbiger— Gutes Tonbeiprogramm— Jugendl. hab. Zutritt > O'ten» Germania-Palast Frankfurter Allee 314 Woch. 61�. Sonn- u. Feiertags ab 3. Richard Tauber in seinem neuesten besten und schönsten Tonfilm: TIelodie der Liebe Auf der Bühne: Hartha Hübner, Deutschlands beste Parodisün Luna-Palast 1°™; ab mm Gr Frankfurter Str. 121 Ton woche Mädchen zum Heiraten mit Renate Müller, Herm. Thimig — Hallo, hallo! Hier spricht Berlin Schwarzer Adler ahÄ Täglich 3. 5. 7. 9 Uhr Das blaue Licht mit Leni Riefenstahl— Knall und Fall mit Pat und Pataehon Jugendliche haben Zutritt Jlaricndorfer. W. 7. 8.39. Toniicbtaiiicic so.ö.v.s.soj Treptcw-Stemwarte Cbaussecstr 305' W 5. 7 9 Uhr S 3, 5. 7. 9 Uhr> Es war einmal ein Walzers Melodie der Liebe mit Rieh mit Marcel Wittrisch— Fünf Tauber— Güte» Tonbeipro von der Jazzband m l Jenny gramm— Jugendliche haben Zutii! �ugo— Jugendliche haben Zutritt I Sonnabend 8 Uhr. Pflngstsonnlag 1, 6. 8 Uhr. Pfingslmonlag 4. 6. 8 Uhr Die grüne Hölle. Urwald-, symphonie(Film) Viktoria-Theater sYg0ahb s'u5 Frankfurter Allee i6 Die Gräfin von Monte f'hristo mit Brigitte Helm. Rudolf Forster. Ferner: Große» Tonkabarett Kosmos-Lichtspiele Lückstr. 79. Wo. 5. ca. 7. 8.45 Uhr 1.. 2. Feiert. 3, 5, ca. 7. 8.45 ü. Gitta entdeckt ihr Herz mit Gitta Alaar. Gust. Fröhlich— Tonbeiprogr. Ab Mittwoch. 18. 5., 6.45 u. 9 Uhr. > Frledrithsfelde � Kinn Pifrh Frt-SM- S|8-»d 5. niuo DUvCn sonst Beuinn 6 Uhi Ail-Friedrichsfclde 3 Tonwochc Eine\acht im Paradies mit Anny Ondra, II Thimig— Tonbeiprogr.— Jugendl. Zutritt PROGRAMM für die Zeit vom 13. bis 16. Mai Nordosten El.,*;**.'' Prenzlauer „LlySlUm Allee 56 Wocbt. 5« U. 1., 2. Feiert. 314: J.-V. llelodie der Eiche mit Rich. Tauber— Bühne; Jackmann, Humorist a. Flügel— Jugendl. Zutr. Flora-Lichtspiele Wocht. 5.45, ca. 7 8.45. Feiert, ab 3. Hclodie der Liebe mit Rich. Tauber— Reichhaltiges Tonbeiprogramm Königstadt-Palast s£ a6bV% Schönhauser Allee 10 Neue Direktion Das blaue Licht mit Leni Riefenstahl— Tonbeipr.— Ton woch©— Jugendl. hab Zutritt j worden W Alhnmhrn MüllerstraOe 136. /linamora Ecke SeestraUe W. 5.7. 9 Uhr. Feiertags 3. 5, 7. 9 Uhr Helodic der Lieb© mit Rieh. Tauber, Lien Deyers— Ton- beiprogramra Pkarus-Lichtspiele Müllerstr. 142 Täglich 5. 7. 9 ü. 2 Großtonfilme: Kitty schwindelt sich ins Glück mit Toni van Eyck— Der König der Stepp© mit Tom Keene(deutsche Sprache) W Pankow Palast-Theater 7.D9 Breite Str. 21a. Heiodi© der Liebe mit Rich. Tauber, Lien Deyers, Petra Enkel— Jugendliche haben Zutritt � Reiwiclcendorf-Ost � Beba-Lichtspiele Residcnzslr 124 W 6.45 u 8.45 Uhr Stg. 5, 7. 9 Uhr. 3 Uhr: Jugendvorst. 3Iein Freund, der Millioniir mit H. Thimig. Liscl Schaack — Gr Beiprogramm c Tegel Filmpalast Tegel Wochent 6. Sonnt 4 15 U Sonntags 2 Uhr: Juuend Vorstellung Hclodi© der Lieb© mit Rieh. Tauber— Sprechend© Affen— Tonbeiprogramm Filmpalast XA' Berliner Str 59 2 Großlonfilme: Hobby geht los? mit Harry Piel— Lichter der Großstadt mit Ch. Chaplin (Beilage Freitag, 13. Mai 1932 IprMpM S/iäJauigaße J!ei[otwärit 700 Jahre Strausberg Ein Gedenkiahr ostdeutscher Kolonisation In Spandau ist die Jubelfeier zum siebenhundertjährigen Bestehen der Stadt, die bereit- 1160 als Burg Spandau von Al- brecht dem Bären gegründet ist, kaum verklungen, da rüstet schon wieder eine märkische Stadt zu dem gleichen Fest. Diesmal ist es das stille Strausberg am waldumkränzten Straussee, das am 15. und 16. Mai mit großen Veranstaltungen seines 700. Geburts- tages gedenkt. Stärker als andere Jahre also lenkt das Jahr 1932 die Erinnerung zurück in die Zeit der großen Ostmarkbewegung, der o st deutschen Kolonisation. Zahlreiche Städte östlich der Elbe und der Saale sind 1232 gegründet worden, viele Burgorte haben damals Stadtrecht erhalten. In O st t h ü r i n g e n sind Schleiz, Tanna, Harra und Dittersdorf 1232 zum erstenmal urkund- lich erwähnt, in der Mark Brandenburg sind Spandau. Strausberg, Bernau, Sommerfeld(1231) und Alt-Landsberg(1230) die Jubelstädte. Vielleicht ist die Zahl der Städtegrllndungen und Die ländlichen Ticdlungcn der Mark. (Schematisch.) 1. Straßendorf. 2.m Bolkspark Neukölln, Platz 7. Hansa 31 hat am 2. Feiertag aus dem Platz in der Berner Straße in Reinickendorf-Ost den ASB.»Schöneberg zu Gast. » Der Freie Sportverein Lichtenberg I beabsichtigt, eine Schüler- Mannschaft ins Leben zu rufen. Zu diesem Zweck ist zum Freitag, 20. Mai, eine Versammlung der Eltern in das Lokal Sievert, Lichten- berg, Schillerstraße, Ecke Kaiitstraße, zu 20 Uhr einberufen. Die Freie Sportvereinigung Teltow sucht zum ersten Pfingst- seiertag Spiel�auf Gegners Platz oder am zweiten Feiertag auf dem Platz in Teltow für erste Mannschaft. Telephonanruf zu jeder Zell unter Zehlendorf 1! 4 2237. Die„Freie Sportvereinigung Pankow, Fustballabteilung" sucht für den 1. Pfingstfeiertag auf eigenem Platz(Kissingenstraße) Geg- io und so »er sür die J. und 2. Mannschaft. Anschrift: Earl Meyer, Berlin- Pankow, Neumannstr. 30. Der einzig wahre Amateurverein im bürgerlichen Fuhballagcr. der Futzballklub Preußen, hat zu morgen, Sonnabend, die englische Benifssußballinaimschaft Eh eljea- London zu Gast. In der englischen Mannschaft spielt der erst vor kurzem für 200 000 M. ausgekaufte Spieler Macauly mit. Es ist merkwürdig, daß ein Spieler sein erstes Spiel in der Mannschaft ausgerechnet im Ausland macht. Das Spiel findet auf dem Preußensportplatz auf deni Tempeihoser Feld um 18 Uhr statt. Kommt Pfirgchmaim wieder? Der Monn, der das FIFA-Geld verspekulierte Die nächste Zeit bringt eine ganz« Anzahl von internationalen Tagungen bürgerlicher Sportverbände. Die meiste Beachtung dürfte der über Pfingsten in Stockholm stattfindende Kongreß de» Internationalen Fuhballverbandes (FIFA) finden, der neben der Beratung der bevorstehenden Fußball- Weltmeisterschaft auch die Neubesetzung des Generalsekretär- p o st e n s vorzunehmen hat. Wie ein Berliner Mittagsblatt berichtet, besteht bei einigen\ Landesverbänden der FIFA die Absicht, Herrn H i r s ch m a n n wieder als Generalsekretär zu wählen. Hirschmann ist derselbe, der im Oktober vorigen Jahres abgesetzt wurde, weil er das ge- samte 250 000 Mark betragende Vermögen des Verbandes oer- spekuliert hatte. Die Neigung, diesen Mann als Generalsekretär wiederzuwählen, weil er ein Opfer der Verhältnisse geworden und unverschuldet ins Unglück geraten sei, besteht insbesondere beim holländischen, belgischen und französischen Verband. Die FIFA müßte Herrn Hirschmann, der sich große Verdienste um sie erworben habe, die Möglichkeit geben, wieder ein angemessenes Auskommen zu finden, so argumentiert man. Deshalb sind die Verbände auch gegen die bisher ernsthaft diskutierte Kandidatur des Deutschen Dr. Schricker. Wir haben nicht die Absicht, uns in diesen Streit einzumischen, wollen vielmehr lediglich feststellen, daß in der bürger- lichen Fußballbewegung ganz merkwürdige Ansichten über Ver- mögensverwaltung zu bestehen scheinen. In Paris treten die Delegierten des Internationalen Ski- Verbandes zusammen, die neben der Festlegung der Bestimmungen über die Europameisterschaften auch Aenderungen der internatio- nalen Wettkampfbestimmungen beschließen sollen. Die Internatio- nale Boxunion kommt in Genf zusammen, die Delegierten des Internationalen Motorradfahrer-Berbandes in Stockholm. Im Mittelpunkt der Besprechungen steht wieder einmal die Brenn- st o f f- F r a g e, über die aber noch keine Einigung erzielt werden tonnte, da England, die Schweiz und die Skandinavier sich dafür aussprachen, es bei internationalen Veranstaltungen bei dem freien (beliebigen) Verbrauch zu belassen. In Los Angeles tritt in nächster Zeit der Internationale Leichtathletikverband zusammen, dem die Fälle Nurmi und Ladoumegue Veranlassung geben, sich— zum wievielten Male?— mit der Amateurfrage zu befassen. kleiner 5port von überall Die„Hovel-Aktionsgruppe Schwarz-Rol-Gold Potsdam", die am nergangenen Sonntag ihren ersten vereinseigenen Konuvierer weihen konnte, nimmt noch Mitglieder sowohl für den Kanu- Maunschastssport als auch mit eigenen Booten aller Art auf. Im neuen Bootshaus„Nuthostrand" stehen noch einige Bootsstände zu sehr günstigen Bedingungen zur Verfügung. Die Havel-Attions- gruppe bittet alle Sportgenossen, sie in ihrem Kamps gegen die Potsdamer Reaktion zu unterstützen, und erbittet daher rege Be- teiligung an ihrem traditionellen„Republikanischen Zeltlager" zu Pfingsten in der Krampnitz, sowohl von Wasserfahrern als Wände- rern. Darüber hinaus macht sie darauf aufmerksam, daß ihr Boots- haus einen sehr guten Stützpunkt für alle Wanderfahrten nach dem Westen bietet, und hält stets einige Stände für durchkommende Bundesgenossen frei. Auskünfte durch F. A. Friedländer. Berlin N. 24, Iohannisstr. 17, telephonisch durch Kupfer, Stephan 6605. Arbeiterseglee werben. Neben dem gesellschaftlichen Anschluß bieten die Arbeitersegeloereine den Mitgliedern große finanzielle Erleichterungen. Dieser Hinweis mühte besonders in dieser Zeit dazu beitragen, die Mitgliedschaft in einem Verein des Freien Segler-Verbandes zu erwerben. Es sind vielfach noch Bootsstände zu äußerst billigen Mietpreisen zu vergeben, so besonders beim Segelklub„Fraternitas". Bei eigener Bewirtschaftung des schönen Klubhauses ist es dem Verein möglich, Speisen und Getränke zu sehr billigen Preisen abzugeben. Um neue Mitglieder zu werben, hat der nun bereits seit über 40 Jahre bestehende Klub in seiner letzten Generalversammlung beschlossen, vom Eintrittsgeld abzu- sehen. Parteigenossen und Gewerkschaftler haben, soweit sie nicht selbst ein Boot besitzen, durch die Mitgliedschaft Gelegenheit, als Mitfahrer auf erstklassigen Segelbooten den Segelsport ausüben zu können. Interessenten wenden sich an die Geschäftsstelle Hermann Melzer, Berlin 0. 112, Proskauer Straße 6, oder an das Klubheim in Köpenick, Wendenschloßstraße 116/117, „Die Well übersonnl!" Das unter diesem Titel für den Reichs- arbeitersporttag herausgegebene Iugendfestspiel Ist im Druck er- schienen und kann mit den dazugehörigen Noten durch die Zentral- kommission für Arbeitersport und Körperpflege. Berlin W 57. Bülowstraße 29, bezogen werden. Den Arbeitersportkartellen, die dieses Festspiel zum Reichsarbeitersporttag aufführen wollen, wird es kostenlos verabfolgt. Da die Einübung des Festspiels länger« Zeit in Anspruch nimmt, sind die Bestellungen schnellstens an die Zentralkommission zu richten. Die JTGB.-Lichlenberg Hol ihre©chüIerinnenafaUilung wegen Uebersetzung trennen müssen. Es turnen von Mittwoch, 18. Mai, ab die Schülerinnen im Alter von 5 bis S Jahren um 18 Uhr� in der Turnhalle des Jahn-Realgymnasiums, Schreiberhauer Straße. Die Schülerinnen von 8 bis 14 Jahren turnen Dienstags und Freitags um 18 Uhr ebenfalls dort. Schaffung einer Zentralstelle für Leibesübungen In Preußen. Mi« der Amtliche Preußische Pressedienst mitteist, ist auf Grund eines Entschließungsantrages des Preußischen Landtags vom 18. Februar 1932, nach dem durch Zusammenlegung von parallel lausenden verschiedenen preußischen Ressorts, nachgeordneten Stellen, Instituten usw. in Berlin eine Zentralstelle für Leibesübungen ge- schaffen werden sollte, unter Vorsitz des Ministers I>. h e. H i r t- s i e f e r am 7. Mai d. I. im preußischen Ministerium für Volks- wahlfahrt die Gründung dieser staatlichen Zentralstelle vollzogen worden. Für sie ist ein ständiger Ministerial-Ausschnh gebildet worden. Als Leiter der staailichen Zentralstelle hat der Minister für Volkswohlsahrt den Ministerialrat Dr. M a l l w i tz bestellt. Der Spichernring geschlossen. Der Berliner Spichern- ring hat seine Pforten mit der letzten Veranstaltung geschlossen und siedelt nunmehr nach dem Frei- l u f t r i n g in der„Neuen Welt", Hasenheide, über, wo am 20. Mai der erste Kampfabend vpr sich gehen soll. Im Mittelpunkt wird eine Schwergewichtsbegegnung stehen, sür die bisher der Düsseldorfer Wallner verpflichtet wurde. Psingstradeennen auf der Olympiabaha. Das Dauerrennen um den„Großen Pfingstpreis" bringt das abermalige Zusammentreffen des Bahnmatadoren Sawall mit Dederichs, dem Sieger des„Me- mento". Auch in den Kämpfen der Flieger werden die Besucher am ersten Feiertag guten Sport zu sehen bekommen. Zeigt Schwarzrotgold! Das Echo aut unsere Mahnung Unsere Aufforderung an die republikanischen Wasserfahrer, auf ihren Booten mehr schwarzrotgoldene Fahnen zu zeigen(stehe der„Abend" vom 10. Mai), hat uns eine Reihe von Zustimmungserklärungen gebracht. Ein Mitglied des dem Arbeiter-Turn- und Sportbund angeschlossenen Vereins„Freie Wasserfahrer Aufwärts" bestätigt uns, daß er und viele seiner Sportgenossen stets neben der Bereinsfahne und dem Spartenwimpel des ATSB. eine schwarzrotgoldene Flagge führen. Er stellt aller- dings an die Redaktion die Frage, wie sie sich die Anbringung von schwarzrotgoldenen Flaggen aus Kleinbooten— unser Sportgenosse meint Ruder-, Paddel- und Faltboote— vorstelle, da, wie bemerkt, schon mindestens zwei Flaggen auf den Booten zu führen sind. Wir antworten: Grundsätzlich werden an Kleinbooten die Vereins- und die Flagge der Spitzenorganisation, der der Bootsbesitzer angehört, gemeinsam am Heck-Flaggenstock geführt. Die Anbringung einer schwarzrotgoldenen Flagge macht selbstverständlich Schwierig- leiten, wenn man sie auch noch am Heckflaggenstock setzen will, ganz abgesehen davon,, daß«s der Hebung widerspricht, drei Flaggen an einem Stock zu hissen. Mit wenig Kosten kann aber der Boots- besitzer am Vorschiff eine kleine Tülle anbringen, in die er dann »ine schwarzrotgolden» Flagge oder einen Reichsbannerwimpel ein- steckt. Viele Bootsbesitzer machen da- schon so mit ihrem Vereins- wimpel, um dann am Heck nur die Organisationsflagge, die so- genannt« Verbandsnational«, zu führen. Dieser unser Vorschlag läßt sich auch bei Faltbooten durchführen, die sogar in ihrer Mehr- zahl»ine Flaggenstocktülle in Gestalt einer Lederschlaufe nur am Steven haben. Daß diese kleine, zusätzlich geführte Flagge am Borschiff bei Gegenwind die Fahrt merklich erschwert, können wir nach eigener Erfahrung nicht zugeben. Selbst wenn es so wäre, wie unser Sport- genösse meint, sollte man die kleine Behinderung gern in Kauf nehmen, wenn es gilt, für die Republik zu demonstrieren und ZU werben. Wenn unsere Sportler in Demonstrations- zügen die meterlangen Sturmsahnen tragen, leisten sie dabei be- stimmt mehr Arbeit als der Paddler oder Ruderer aufzubringen genötigt ist. wenn er an seinem Vorschiff noch eine kleine Flagge führt. * Ein anderer Freund und Leser unseres Blattes meint in einer längeren Zuschrift, es beständen in Berlin eine ganze Anzahl fo-> genannter neutrolerVereineundIntereffengemein- schatten, deren Mitglieder durchaus republikanisch eingestellt sind. Hier müsse die Erziehungsarbeit der Republikaner und des „Vorwärts" einsetzen. Wir stimmen dem Einsender durchaus zu. glaube» aber sest- stellen zu können, daß unser ständiges Eintreten für Schwarzrotgold auch diese„neutralen" Republikaner schon bewogen hoben müßte. ihre staatspolitische Einstellung auch auf dem Wasser zu zeigen. Wir sind gern bereit, unsere Agitation in dieser Richtung weiter zu betreiben, bitten aber gleichzeitig den verehrten Einsender, uns durch eine Werbung für den„Vorwärts" in den Kreisen dieser „Neutralen" zu unterstützen. Dem Vorschlag des Einsenders, eine Einheitsslagge unter besonderer Berücksichtigung der Farben der Republik zu schaffen, können wir nicht zustimmen. Die Republi- kaner sollen aus ihrem Boot einfach eine schwarzrotgoldene Flagge führen, damit die schwarzweißrotcn Wasserfahrer sehen, wen sie vor sich haben! An die vielen republikanischen wassersporttreibenden Vereine, die nach nicht den Anschluß an den Arbeiter-Turn- und Sportbund und an den Freien Seglerverband gefun- den haben, richten wir in diesem Zusammenhang die dringende Mahnung, den Anschluß an diese für sie allein in Frage kommenden Organisationen recht bald zu vollziehen, um so die Eiserne Front verstärken zu helfen. Dann wird auch Schwarz- rotgold auf dem Wasser mehr als bisher zu sehen sein! dl./. Arbiitcr-AthIctell-BunS, Bcrlio-Brandcnburg. Sitzung der T-chmsche» Äom- Mission Mittwoch, 18. Mai, Ws Uhr, im bekannten Lokal. AskS, Britz. Betrifft Pfingstfahrl. Frühteilnehmer, Treis Sonnabenö, u. Mai, 8 Uhr. Buschkrug Britz. Führer Frommholj.— Nachmittagstei!. nehmer fahren aus beruflichen Gründen nach eigenem Wunsch.— Nabfahrer- Treis Sonnabend, 11. Mai, IS Uhr. Geschäftsstelle. Führer Schtftan.— Nach» zvglcr bis Sonntag, 1ö, Mai, 8 Uhr, Klein, Röris, Gasthof Getschmann..>» Echlasfack, Decke für Strohlager mitbringen!— Dienstag. 17. Mai, Idealplatz ab 18 Uhr.— Donnerstag. 19. Mai, Hufeisenhall« ab 20 Uhr. FTGB.-Iuaendsahrt zur„Patzer SonnenHeibe". Sonnabend, 15 Uhr, Bahnhof Stralau-Rummelsbura. Eingang Eonntagstratze.— Abrechnung aller Nassicrcr Mittwoch, 18. Mai, in der Geschäftsstelle, nicht am Donnerstag, wie im Mitteilungsblatt steht. Solidarität, nrastfahrcr. Touren zu Pfingsten: Abt. Kreuzberg. Am 1ö. Mai nach Lübben— Steinkirchen. Start 8 Uhr und am 15. Mai Ktein-Köiis. Start 8 Uhr. Beide Neichcnbcrger Str. 91.— Abt. Friedrichshain. Zwei Tage, Fürstcnberg— Himmelsort. Starr 1ö. Mai, 1 Uhr, Landsberger Platz.— Abt. Norden. 3 Tage, Pleiskctal iPleiskehammcr). Start am 11. Mai um 7 Uhr und um 15 Uhr. Eeestr. 52.— Abt. Lichtenberg. Neuruppin. Start am 11. Mai um 19 Uhr, Lbcrstr, 18.— Abt. Pantom. Am 15. Mai Kloster Chorin und am 15. Mai Neuruppin. Beide Starts um 7 Uhr Panlow, Berliner Str. 85. — Abt. Neukölln. Stettin. Starts am 11. Mai, lö Uhr, und am 15. Mai, 1 Uhr, Hohenzollcrnpiatz.— Versammlungen: Abt. Tempclhof.Maricndorf. Am 12. Mal, 29 Uhr, bei Merkert, Zturiürsten», Ecke Schlltzenstratz«. Beicin sür Leibesübungen Ostring e. B. Trainingstage: Dienstags, Don» nerstags und Sonnabends im Lichjenbergei Stadion, H-rzbergstraße. Heine im Etadionkasino»Aussprache über den Straßcnlauf. Sinzelsahrer 1.»reis, Die»Pfingstfahrt»ach Freienbrink findet nicht statt. Nächste Sitzung mit Bonrag 9. Juni, Elsasser Stratze. Rundfunk am Abend Freitag, den 13. Mai 1932. Berlin: 16.03 Eskimotedinik im Paddelsport(F. G. Sduilhof). 16.30 Unterhaltunssmusik. 17.30 Jugendstunde: Die arbeitende Landjugend(W. Wegner). 17.30 Das neue Buch. Am Mikrophon: H. Bachmann. 18.00 Das Wochenende: Zur Einführung(F. Hildenbrandt). 18.30 Unterhaltungsmusik. 18.55 Die Fuukstunde teilt mit... 19.00 Stimme zum Tag. 19.10 Unterhaltungsmusik. 19.35 Mitteilungen des Arbeitsamtes. 20.00 Aus Washington; Worüber man in Amerika .spricht(K. G. Seil). 20.20„Die sechs Napoleon-Büsten" von Conan Doyle. 21.10„Das Unaufhörliche", Oratorium von Paul Hindemith, Dirigent: Generalmusikdirektor Otto Klemperer. 22.15 Wegweiser ins Wochenende. 22.20 Wetter-, Tages- und Sportnachrichten. Tanzmusik. Königswusterhausen: 16.00 Die Auswertung von Schulfunkdarbietungen im Unterricht der Landschule(Hauptlehrer A. Köpke). 16.30 Aus Leipzig: Nachmittagskonzert. 17.30 Die Apostelgeschichte im Neuen Testament(Prof. Uetzmann). 18.00 Deutsch für Deutsche(Dr. J. Günther). 18.30 Ausländische Arbeitnehmer auf dem deutschen Arbeitsmarkt (Ob. Reg.-Rat Dr. Petersen). 18.55 Wetterbericht. 19.00 Aktuelles. 19.13 Wissenschaftlicher Vortrag für Zahnärzte. 19.35 Arbeitslosenehe(H Sdiwartze). 20.20 Aus Breslau: Deutscher Friihliug. Sonst: Berliner Programm. Vollständiges Europa-Progranun im„Volksfunk", monatl. 96 Pf. durch alle orw8rts"-Boten oder die Postanstalten Marl Steuer mann: S)er Wtelljch auf der&luctU Es ist in den letzten zwei Jahren eine ganze Literatur entstan- den, der man den Sammeltiiel„K r 1 s« n b e 1 1 e 1 r i st i k" geben könnte. Die Herren Fried, Brentano, Steuermann sind die Ber- treter dieser in Deutschland vurchaus nicht zum erstenmal auftreten- den literarischen Epidemie. Die Wirtschaftskrise, die sich in unserem Lande in besonders verschärster Form auswirkt, ist ja keine bloß« Krise der Wirtschast, vielmehr sind alle überlieferten Ordmmgen unserer geschichtlichen Kultur in Frage gestellt. Kein Mensch, welcher Klasse, welcher gesellschaftlichen Gruppe er auch immer angehören mag, kann sich den Auswirtungen dieser universalen Krise entziehen. Der Wille, diese Krise verstandesgemäß zu deuten und die Wege ihrer Lösung zu weisen, ist bei vielen spürbar. Jeder ernste Versuch der kämpfenden Gegenwart, positive Aufdaumöglich- keilen zu zeigen, muß verantwortungebewußt geprüft werden, Nichts ist aber schärfer abzulehnen als das anmaßende und überhebliche Geschwätz, das der S. Fischer-Berlag, Berlin, soeben der Oeffentlichteit aus der Feder von Karl Steuermann unter dem Titel:„Der Mensch auf der Flucht" vorlegt. Ganz offenbar ist Steuermann„der Erfolg" seines früheren Buches „Weltkrise— Weltwende", das einige recht brauchbare deskriptive Wirtschiftsbetrachlungen enthielt, so in den Kopf gestiegen, daß er die ratlosen Zeitgenossen mit einer„universalen" Darstellung der gegenwärtigen Welt- und Daseinskrise nicht verschonen tonnte. An eine allgemeine und deshalb völlig leere Betrachtung über die Krise der gegenwärtigen Wirtschast reiht sich eine ebenso formale Schilderung des gesellschaftlichen und menschlichen Niederganges der gegenwärtigen Gesellschaftsordnung. Im letzten Kapitel des Buches soll dann angeblich der„Bruch der geistigen Orientierung" und der siegreiche Vormarsch des Sozialismus behandelt werden. Man muß das wörtlich genießen:„Es ist der Endkampf zwischen Kapital und Arbeit, die Entscheidung zwischen dem Heute und Mar- gen. In diesem Kampfe stehen Bourgeoist« und Kleinbürgertum. Beamtenschaft und Militarismus. Intelligenz und Zwischenschichten unter nationalistischer Fahne.'Aber sie ahnen nicht(!), daß sie, in- dem sie sich sammeln und die Fahne schwingen, bereits der politi- scheu Aktivierung im Sinne des Marxismus versallen." Kann sich das Unverständnis der konkreten Situation der Gegenwart deutlicher bezeugen? Für Steuermann lösen sich alle Schwierigkeiten der Gegenwart in ein lustiges Jonglieren mit pseudo-marxistischen Wortbällen auf. Die Kommunistische Partei wird scharf kritisiert. die Sozialdemokratie dagegen übel beschimpft(S. 197). Vielleicht charakterisiert man Steuermann am treffendsten, wenn man Ihn selbst zitiert:„Der Ungeist macht sich lärmvoll breit. Die Gemein- Plötzlichkeit(welch revolutionäre Wortbildung!) führt das große Wort"(S. 292). Während die Literaten mit Begriffen spielen, sühren die sozialistischen Massen den schweren Kampf in der harten Wirklichkeit. J, P. Mayer,