Nr. 180. Erscheint täglich außer Montage. Preis pränumerando: Vierteljährlich 3,30 Mart, monatlich 1,10 Mt., wöchentlich 28 Pfg. frei in's Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntags- Nummer mit illuftr. Sonntags: Beilage Neue Welt" 10 Pfg. Post- Abonnement: 3,30 Mt. pro Quartal. Unter Kreuzband: Deutschland u. DesterreichUngarn 2 M., für das übrige Ausland 3 Mt. pr. Monat. Eingetr. tu der Post Beitungs- Preisliste für 1896 unter Nr. 7277. Vorwärts 13. Jahrg. Infertions- Gebühr beträgt für die fünfgespaltene Petitzeile oder deren Raum 40 Pf., für Vereins: und Berfammlungs- Anzeigen 20 Big. Inserate für die nächste Nummer müssen bis 4 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochentagen bis 7 Uhr abends, an Sonn und gesttagen bis 9 1hr vormittags geöffnet. Fernsprecher: Amt 1, Nr. 1508 Telegramm- Adresse: ozialdemokrat Berlin". Berliner Bolksblatt. Zentralorgan der sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: SW. 19, Beuth- Straße 2. Der internationale SozialiffenKongrek. Es hieße Echönfärberei treiben, wollte man behaupten, daß der eben abgeschlossene Kongreß einen vollkommen befriedigenden Eindruck zurückgelaffen hätte. Es ist auch unmöglich, ein zusammenfassendes Urtheil abzugeben. Der Kongreß theilte sich in zwei Abschnitte, über die das Urtheil vollkommen auseinander gehen muß. Dienstag, den 4. August 1896. waren Expedition: SW. 19, Benth- Straße 3: die mit der Prüfung der Mandate verbracht wurden, voll-| haßtesten Partei des kämpfenden Proletariats, den ehren fommen verlorene Beit, für andere werden sie nicht ganz vollen Auftrag ertheilte, den nächsten Kongreß in ihren fruchtlos gewesen sein. Noch herrscht unter den Arbeitern Grenzen abzuhalten, ihn einzuberufen und zu organisiren. Englands, Hollands, Frankreichs und der südeuropäischen Die deutsche Arbeiterklasse ist hocherfreut über diese ihr zu Länder nicht die genügende Klarheit über Taktik und Biele gewiesene Aufgabe. unter ihnen viele Sollten die Verhältnisse es erlauben, daß der Kongreß in der Anarchisten, noch giebt es Mitläufer unserer Bewegung, die den Unterschied zwischen Deutschland tagt, dann werden wir feine Bemühung scheuen, Sozialismus und Anarchismus nicht vollständig begriffen um dem Kongresse ungestörte Verhandlung und fruchts haben, die aus einer mißverstandenen Toleranz eine Duldung bringende Ausuügung der Tagung zu ermöglichen. Die anarchistischer Elemente bei unseren Verhandlungen wünschten. Brüder aus den anderen Ländern werden dann aus dem Der erste Theil des Kongresses hat dank dem Eindringen Vielen von diesen wird der Staar gestochen sein, sie werden Auge jedes Proletariers die helle Freude herausleuchten internationale Broletariat auch bei der Anarchisten einen tief betrübenden Eindruck gemacht. eingesehen haben, daß kein anderer Gegner der Arbeiter- sehen, daß das Die ganze Frivolität, Unehrlichkeit und Doppelzüngigkeit bewegung mit solchem Raffinement dem organisirten klassen- uns einmal zu Gaste ist, dann werden sie erkennen, in einem anderen Lande der Gedanke der Anarchisten gehörte dazu, die Theilnahme bewußten Proletariate zu schaden beflissen ist, wie die An- daß kaum an dem Kongresse 811 beanspruchen, von dem archisten. Ist diese Ueberzeugung durch den Verlauf der der Jnternationalität so festen Boden gefaßt hat, sie durch die Züricher Resolution, das Einladungsschreiben ersten Hälfte des internationalen Kongresses hunderttausend bei uns. die auch des Organisationskomitee's und noch mehr durch ihre un- Proletariern geworden, so drei So tief bedauerlich der Anfang des Kongresses war, unterbrochene gehässige Polemik gegen alles, was sozial- ersten Rongreßtage für für den Befreiungskampf des so hocherfreulich ist für uns der Schluß des Kongresses. feine verlorenen. demokratisch ist, ausgeschlossen waren. Zum allermindesten Proletariats Arbeiter Zahllose Wenn die Anarchisten sich nach dem Verlauf der gehört ein ausbündig schlechter Geschmack dazu, wenn man müssen zur Einsicht gekommen sein, daß blos Haß und Neid ersten Kongreßtage der Hoffnung hingaben, die Erledi als, Rrrevolutionär" mit Leuten zusammentagen will, die man und nicht ein, wenn auch vollkommen unklares Ein- gung der Aufgaben des internationalen Parteitages in eintönigem Einerlei Voltsbetrüger und Prinzipien treten für die Interessen des Proletariats die Anarchisten der Sozialdemokratie verhindert, die vollkommene Abverräther, Reaktionäre und Vertheidiger des Privateigen- in ihrem Radaufeldzuge gegen den Kongreß geleitet hat, wickelung der Geschäfte unmöglich gemacht zu haben, sich aufs allergründlichste getäuscht. thums, parlamentarische Intriguanten, staatserhaltende sonst hätten sie und ihre gleichwerthigen Brüder, die anti- so haben sie sich aufs Elemente u. f. w. zu benennen beliebt. Die Anarchisten parlamentarischen Sozialisten", nicht zusammengehen können Durch die unermüdliche Arbeit der Rommissionen, treffhaben auch nicht einmal versucht, ihr Spiel fonsequent mit Nur- Gewerkschaftlern, Allemanisten und mit anderen kleinen liche Organisation und Selbstbeschränkung der Redner gezu treiben. Sie haben schon vor Zusammentritt Gernegroßen, die aus unbefriedigtem Ehrgeize trotz aller lang es, die ganze Tagesordnung aufzuarbeiten und in unseres Rongresses einen eigenen veranstaltet und prinzipieller Gegnerschaft gegen alles was anarchistisch ist, einer Steihe von Resolutionen den gemeinsamen Boden, auf für eine besondere Demonstrations Versammlung hocherfreut selbst die Gelegenheit des unnatürlichsten Bünd- dem die Sozialdemokraten aller Länder arbeiten, zu bes gesorgt! Sie haben damit selbst eingestanden, daß die nisses ergriffen, um der über ihren Horizont und ihre festigen und zu erweitern. Namentlich für die jüngeren, noch nicht vollkommen gefestigten Parteien Theilnahme an unserem Kongresse ihnen nicht ernst Fähigkeit herausgewachsenen Arbeiterbewegung ein Bein zu innerlich ist, daß sie es blos als ihre Aufgabe betrachten, die Zu- ftellen. werden diese Richtlinien fünftiger Aktionen von größtem dem Auftreten Auftreten pseudosammenkunft der Sozialdemokraten aus allen Ländern zu Es ist selbstverständlich, daß der Kongreß bemüht Nutzen sein, besonders bei und nur in der der Verwendung vont stören. Wahrlich, Wahrlich, ein erhabenes Ziel für Leute, war, eine nochmalige Wiederholung des beschämenden revolutionärer die sich als Vertreter proletarischer Interessen aufzuspielen Schauspiels zu verhindern. Er hat zu diesem Zwecke die Kraftphrasen bewanderter Besserwisser, deren sich jede belieben! Die traurigfte Rolle spielten diesmal die Domela Bestimmungen über die Berechtigung zur Theilnahme am zu erwehren hat. Anarchisten, Staatssozialisten und KleinNieuwenhuis, Cornelissen und deren Nachtreter, die, nach- nächsten Rongreß noch weit strenger und unzweideutiger ge- bürger werden bei diesen Beschlüssen ihre Rechnung nicht dem fie in einer uns nicht ganz verständlichen übergroßen faßt, als dies in der bekannten Züricher Resolution schon finden; dafür wird das klassenbewußte Proletariat, wenn es Toleranz zum Kongresse zugelassen waren, denselben später geschehen ist. Wenn nach diesen Bestimmungen mit der von den entsprechend den Beschlüssen des internationalen Kongresses verließen und damit formell zugestanden, daß sie ihren Anarchisten provozirten unerbittlichen Konsequenz gehandelt handelt, seinen Befreiungskampf in hohem Maße fördern. Zweck erfüllt zu haben glaubten, wenn sie durch ein Auf- wird und die Vorbereitungen zum nächsten Kongreß umsichtig Für alle Theilnehmer am Rongresse und für die von treten, das jeder Versammlung zur Schande gereichen mußte, getroffen werden, dann wird die nächste Zusammenkunft ihnen vertretenen Massen war es von höchstem Nußen, den Vertretern des Proletariats und damit den klassen- der Vertreter des internationalen Proletariats einen voll- daß gegenseitig die Meinungen ausgetauscht wurden, bewußten Arbeitern aller Länder die Hälfte der für wichtige kommen befriedigenden Eindruck hinterlassen und viel frucht daß persönliche Beziehungen erneuert und frische alt Berathungen gewidmeten Zeit geraubt hatten. barer verlaufen, als sein Vorgänger. geknüpft wurden, daß in persönlicher Unterhaltung vieles und die den Verbindung zwischen geklärt wurde und Bruderparteien noch enger geworden ist. Zu den er freulichsten Erscheinungen ist auch zu rechnen die außer keit zu einer großen Epoche! Legt das Opfer Eurer überwundenen Leidenschaften, die ersten Früchte Eurer erneuerten Freiheiten, auf den Altar, den diese Mauern umgeben! und nie! o nie! seit der Erschaffung der Welt werden die Menschen ihrem Gotte ein wohlgefälligeres Opfer dargebracht haben!" Für uns deutsche Sozialdemokraten, die wir die gewissenlose Taktik der Anarchisten der verschiedenen Echattirungen aufs genaueste kennen, waren die drei Tage, Rienzi. 37] Der letzte der römischen Volkstribunen. Roman von Edward Lytton Bulwer. Wäre ich Euer Verwandter," flüsterte Monreal dem Adrian zu, so würde ich diesem Manne kurze Zeit zwischen seiner Rede und seiner Beichte laffen." In seiner Schlußsizung hat der Kongreß den Anarchisten noch eine entschiedene Abfertigung ertheilt, in dem er der deutschen Sozialdemokratie, der von ihnen ge" Es wäre eine Schande, wenn wir feige wären, da ein Mann so muthig ist!" sagte der Schmied. Stille!" rief der Offizier. " " D, Römer!" fuhr Rienzi fort. Erwacht! Ich beschwöre Euch! Nehmt dieses Andenken an Euere frühere Wacht, an Euere alten Freiheiten-tief in Euere GeDer Eindruck, den diese Worte in der Versammlung müther auf. Diese Erinnerung an die Vergangenheit wurde Euch in günstiger Stunde gezeigt, wenn Ihr Sie benußt, hervorbrachten, war so tief, die Herzen, welche sie im Sturm Wer ist Euer Kaiser?" fuhr Rienzi fort, ein Aus- in unglücklicher, wenn Ihr die goldene Gelegenheit ent- erobert hatten, fühlten sich so überrascht und überwältigt, länder! Wer das große Haupt Euerer Kirche?" Ein Ver- wischen laßt. Erinnert Euch, daß das Jubiläum sich daß Rienzi bereits von dem Gerüst herabgestiegen, und hinter dem Vorhange verschwunden war, ehe die Menge sich bes bannter! hr seid ohne Euere gesetzlichen Oberhäupter; nähert." und weshalb? Weil Ihr nicht ohne Euere den Gesetzen Der Bischof von Orvieto lächelte und nickte billigend; wußt wurde, daß er nicht mehr sprach. Die Sonderbarkeit seiner plötzlichen Erscheinung, der geTrotz bietenden Tyrannen seid! Der Uebermuth unseres dem Volke, den Bürgern, denen aus den niederen Klassen Adels, seine Uneinigkeit und seine Gewaltthätigkeiten, haben des Adels, entging dieses Zeichen der Ermuthigung nicht; heimnißvolle Glanz, der ihn umgab, und sein Verschwinden unseren heiligen Vater von dem Erbtheil St. Peters ver- und wie sie glaubten, fab der Papst selbst, in der Person in dem Augenblicke, da seine Aufgabe erfüllt war, vertrieben; der Adel hat Euer eigenes Blut in Eueren Straßen des Vitars, wohlgefällig auf das Wageſtück Rienzi's herab. mehrten die Wirkung, die seine Worte hervorgebracht hatten. fließen lassen; er hat den Ertrag Euerer Arbeiten in Das Jubiläum nähert sich, die Blicke der ganzen Die kühne Anrede erschien dadurch in einem übernatürlichen seinen Fehden, und in der Unterhaltung gemietheter Wege- Christenheit werden sich hierher richten. Sollen Menschen, Lichte; dem Volke war der Sterbliche ein gottbegeisterter lagerer vergeudet! Ihr habt Eure Kräfte gegen Euch selbst die aus allen Theilen der Erde zu uns kommen, um Frieden Prophet, und indem es den hohen Muth bewunderte, mit aufreiben müssen. Eure Baterstadt, einst die Gebieterin zu suchen, hier Uneinigkeit finden? fie, die Absolution dem sein Liebling gegen die stolzen Barone aufgetreten der Welt, ist zum Spott geworden! Ihr habt ihre Lippen hier erhalten, sollen sie nur Zeugen von Verbrechen sein? war und fie herausgefordert hatte, von denen es jeden dem Lichte eines durch das Gesetz anerkannten mit Galle getränkt, Ihr habt ihr eine Dornentrone auf Sollen sie in dem Mittelpunkte des Reiches Gottes weinen in das Haupt gesetzt! Was, Ihr Herren!" rief er, sich plötz über Eure Irrthümer? Sollen sie zurückschaudern vor Euren Scharfrichters betrachtete, dessen Zorn das Beil oder lich gegen die Savelli und Orsini wendend, die, indem sie Lastern in dem Size der heiligen Märtyrer? Sollen sie an der Galgen zu gebote stand fonnte es nur den sich bestrebten, den gewaltigen Eindruck zu überwinden, mit der Quelle des christlichen Gesetzes nur Ungefeßlichkeit finden? Aberglauben hegen, daß nichts weniger als eine höhere Macht dem die kühne Beredtsamkeit Rienzi's ihre Herzen erfüllt Rom war der Ruhm der Welt soll es deren Spott sein? seinen Anführer mit soll es deren Spott sein? seinen Anführer mit solcher Kühnheit begabt, und hatte, jetzt durch verächtliches Lächeln die Gefühle zu er- Rom war der Welt ein Vorbild soll es ihr eine War- ihn vor der Gefahr gesichert haben könne, der er sich aus. Allerdings wurde die Sicherheit Rienzi's durch tennen gaben, welche sie in der Gegenwart des Vikars nung werden? Erhebt Euch, da es noch Zeit ist! Reinigt setzte. und des Volkes nicht laut zu äußern wagten. Was! Eure Landstraßen von den Räubern, die sie unsicher machen! diesen seinen Muth bedingt; er befand sich in einer selbst indem ich rede, achtet Ihr nicht die Heiligkeit des Entfernt aus Euren Mauern die Söldlinge, die sie beher- Stellung, in der die Verwegenheit Klugheit ist. War er Ortes? Ich bin nur ein Bürger Roms; aber ich habe bergen! Verbannt diesen bürgerlichen Unfrieden, oder die weniger fühn, so würde der Adel strenger gewesen sein; diesen Vorzug; ich habe viele Feinde wegen dessen, was ich Männer, so groß, so mächtig sie sein mögen, die ihn unter- aber er bildete sich natürlich ein, daß ein Beamter des für Rom gethan habe. Ich werde gehaßt, weil ich mein halten! Entreißt die Waage der Gerechtigkeit den Händen heiligen Stuhls ohne die besondere Bewilligung des Papstes Vaterland liebe; ich werde verfolgt, weil ich es erhöhen des Betruges, das Schwert den Händen der Gewaltthätigkeit! und ohne die Uebereinstimmung des Volkes eine so uns will. Aber ich werde gerecht werden. Drei Verräther in Die Waage und das Schwert waren die alten Attribute gewöhnlich freie Sprache sich nicht erlaubt haben werde. Euren eigenen Palästen werden meine Sache führen; ihre der Gerechtigkeit! gebt sie ihr wieder! Dieses sei Eure Diejenigen, welche nicht( wie Stephan Colonna) Worte wie Namen find: Neid, Verschwörung und Uneinigkeit!" hohe Aufgabe, das seien Gure großen Zwecke! Haltet jeden, etwas Ohnmächtiges verachteten, bebten vor dem Gedanken " Da hat er sie einmal getroffen!" der sich ihnen widersetzt, für einen Verräther seines Vater- zurück, einen Mann zu bestrafen, dessen Stimme das Echo landes. Erkämpft einen Sieg, größer als die der Cäsaren der Wünsche des heiligen Vaters sein könne. Nicht weniger einen Sieg über Euch selbst! Laßt die Pilgrime der Welt günstig war für Rienzi die Uneinigkeit des Adels unter Zeugen der Wiederauferstehung Roms sein! Macht das sich. Er griff einen Körper an, dessen Glieder nicht durch Jubiläum der Religion und die Rückkehr der Gesetzlich einen Willen beseelt wurden. ( Forts. folgt.) Ha! Ha! beim heiligen Kreuz, das war gut." " Jch gäbe vieles darum, wenn er ihnen noch einen solchen tüchtigen Hieb verseite!" „ Das ist der Mann, der uns immer gefehlt hat!" ordentlich starke Betheiligung ber Engländer an dem auch, unbefümmert um bie Unzweckmäßigkeit und Nutlosigkeit, Tommensteuer festgestellt, daß diese zwar in der Kongresse. Nur zum theil erklärt sie sich aus dem solcher Maßregeln, von Zeit zu Zeit wieder so einen Augenblicks Steuergesetzgebung des Königreichs Sachsen begründet Umstande, daß der Kongreß in London tagte. Damit wäre erfolg verschafft und wenn sie auch nicht verschmähen sollte, sei, mit Rücksicht jedoch darauf, daß im Königblos die Theilnahme zahlreicher Mitglieder der verschiedenen noch ein Ausnahmegefez zu ristiren: Wir werden weiter auf- reich Preußen, Großherzogthum Baden und anderen recht sehen auf- reich recht stehen und wir werden die bessere Genugthuung finden, offiziellen sozialdemokratischen Organisationen erklärt; daß daß auch diese Mittel uns nicht zu grunde richten tönnen, das deutschen Bundesstaaten die Besteuerung der Kreditaber weit über hundert Vertreter alter Trades Unions an wir wachsen und gedeihen und auch über sie ebenso triumphiren genossenschaften nicht bezw. nur mit bestimmten Beschrän dem Kongresse theilgenommen haben und troh so mancher werden, wie über Bismarck mit seinem Ausnahmegesez und fungen Plaz greife, vom Vertreter der Anwaltschaft Beschlüsse, die ihnen früher ungeheuerlich erschienen wären, feinen Zendenzprozessen. empfohlen, bei der Staatsregierung um entsprechende Abbis zum Schlusse mit größtem Eifer an den Debatten und änderung des Gesetzes vorstellig zu werden. Beschlußfassungen theilnahmen, ist eines der bedeutendsten Ereignisse der Arbeiterbewegung. Die schönen und erfolgreichen Arbeitstage laffen einen faft die wüsten Szenen vergessen, die das Schuldkonto der Anarchisten so schwer belasten. sehen. So kann die Sozialdemokratie mit dem Gefühle der Genugthuung auf die Leistungen des Kongresses zurückWas an ihm traurig und schmachvoll war, fällt ganz unseren erbitterten Feinden zur Laft; was aber zum Nußen des Proletariats geschaffen wurde, ist ein Verdienst der Sozialdemokratie, das selbst die mißgünstigsten Neider uns nicht schmälern können. Der Same der Erkenntniß, der Agitation und der Solidarität, der auf dem Londoner Barteitage ausgestreut wurde, er wird, dessen sind wir gewiß, die reichlichsten und segensreichsten Früchte tragen. Wenn nach drei Jahren, wie wir sehnlichst wünschen, die Vertreter der neuen Internationale in unserem Lande tagen werden, wird die Saat schon aufgegangen sein, und noch mächtiger, noch imponirender, noch enger mit einander verknüpft, wird die Sozialdemokratie aller Länder ihren Feinden gegenüberstehen. Nach den Tagen der Arbeit in London wird überall die eifervolle Thätigkeit für die Organisation des Proletariats, für seine Erfüllung mit Klassenbewußtsein in allen Ländern fortgesetzt werden. Und diese Arbeit wird nicht ruhen, bis der Sozialismus überall sein siegreiches Banner aufgepflanzt hat. Auf dem Wege zu diesem erhabenen Biele war auch der Londoner Kongreß ein Markstein! Ein Gedenktag. = Unter dem Titel:„ Eine Erinnerung" veröffentlicht die Sächsische Arbeiter Zeitung" eine treffliche Schilderung des Freiburger Prozesses, die heute, wo der für die politischen Verhältnisse Deutschlands nicht minder typische Prozeß gegen Auer und Genossen noch nicht rechtskräftig geworden, außerordentlich zeitgemäß ist. Politische Uebersicht. Die in den Kreditgenossenschaften vereinigten Klein bürger scheinen die Hoffnung zu hegen, daß auch ihnen Berlin, 3. Auguft. gegenüber der neu- deutsche Rechtssag von dem zweierlei Der starke Tropfen sozialdemokratischen Deles", Recht zur Anwendung kommen könnte: für ihre Genossenwomit nach dem Worte Uhland's jede deutsche Reichs- schaften Steuerfreiheit, für die der Arbeiter und alles unter verfassung getauft sein müßte, und es nach dem Klageruf eine Erdrückung durch Steuern, der Norddeutschen Allgemeinen" auch ist, hat nicht nur ein und demselben Gesetz. Gefez. Bu Zu bewundern bleibt das" allgemeine Wahlrecht geschaffen und die Arbeiter hierbei der Mangel jeder Spur eines Gerechtigkeitsrevolutionirt und der Sozialdemokratie in die Arme ge- gefühls, die das Ungeheuerlichste billigt oder herbeiwünscht, trieben, sondern auch nach dem Ausspruch jenes Blattes, wenn nur die eigene Person verschont bleibt. Denn etwas das sich auch heute noch als offiziös" aufspielt, die konser Ungeheuerliches ist es, den Konsumvereinen neben der vative Partei forrumpirt. Das gleiche Wahlrecht" hat Gemeinde- und Staats- Einkommensteuer noch eine prozentuale diese Partei dahin getrieben, selbst auf die Unzufriedenheit Steuer, nicht auf den Verdienst oder Reinertrag, sondern der Masse zu spekulireu und ihr„ blauen Dunst" vorzu- von dem Umsatz überhaupt aufzuerlegen. Nicht genug, daß macheu, statt es als ihre erste und vornehmste" Aufgabe das Hauptgewicht der Steuerlast schon jetzt auf den zu erkennen, jede Antorität zu pflegen und zu stärken". indirekten Steuern ruht, daß es gerade die nothwendigsten Dies könne der konservativen Partei am allerwenigsten Lebensmittel sind, die dem Volke vertheuert werden und frommen und sie hat auch, wie die letzten Wahlen zeigen, zwar zu gunsten der besitzenden Klassen, soll jeder Versuch, wenig Glück damit gehabt. Es wäre wunderbar, wenn die Laft auch nur in etwas zu erleichtern, nicht nur uns diese Partei, von der ein Hauptführer derselben einſt be- möglich gemacht, sondern sogar noch eine neue Vertheuerung hauptete, ihre Mitglieder seien entweder Ochsen von Geburt geschaffen werden. oder Dchsen aus Prinzip, mit ihrer plumpen Agitation dauernden Erfolg haben sollte. Freilich hätte die Offiziöse mit diesen lehrreichen Betrachtungen kommen sollen, als sie selbst noch mit sozialpolitischen Phrasen, mit Schußzöllen und Liebesgaben fischen ging. Ueber den Selbstmord eines Soldaten werden uns folgende Mittheilungen gemacht: Der Rauchwaaren- Händler Marzillier, hierselbst, erhielt am 27. Juli folgendes Telegramm aus Königs berg, wo sein Bruder im 2. ostpreuß. GrenadierRegiment als Soldat diente: Ihr Bruder, Grenadier Hermann Marzillier, ist heute Nacht ertrunken. Theilen sie es der Mutter mit. Beerdigung voraussichtlich Mittwoch. 4. Komp. Gr.- Rgts. König Friedrich Wilhelm I, Königsberg. Diesem Telegramm folgte am Tage darauf nachHeute vor 10 Jahren, schreibt unser Dresdener Bruderorgan, stehender Brief: am 4. August 1886, wurde vom Landgericht in Freiberg in Sachsen eines jener Urtheile gefällt, die in der Geschichte Rönigsberg, den 27. Juli 1836. der Sozialdemokratie stets einen Merkstein bilden werden, die Geehrter Herr Marzillier! aber in der Geschichte der Rechtsprechung unserer Tage nicht als Die Komp. ist leider in der traurigen Lage, als Ergänzung Lichtblick empfunden werden können. Die Reichstags- Abgeordneten Genossen Auer, Bebel, Frohme, Viereck und Vollmar zu der geftrigen Depesche Ihnen mittheilen zu müssen, daß Ihr und der hessische Landtags- Abgeordnete Ullrich- Offenbach wurden Bruder Hermann in der Nacht von Sonntag zu Montag im gu je 9 Monaten, Reichstags Abgeordneter Dies und die Ge- Fortgraben ertrunken ist. Derselbe scheint in einem Anfall von noffen Gastwirth Müller aus Darmstadt und Schneidermeister Geistes gestörtheit die That begangen zu haben. Theilen Sie Heinzel aus Riel zu je 6 Monaten Gefängniß verurtheilt, beil sie an einer geheimen Verbindung theilgenommen bitte Ihrer Mutter den traurigen Borfall in geeigneter Weise haben sollten, zu deren Zwecken oder Beschäftigung es gehört, mit. Sollten Sie irgend welche Wünsche betreffs der BeerdiMaßregeln der Verwaltung oder die Vollziehung von Gefeßen gung 2c. haben, so telegraphiren Sie an die unterzeichnete durch ungesetzliche Mittel zu verhindern oder zu entkräften. Rompagnie. Dann ઉર 20 Auch wäre es erwünscht zu wiffen, ob jemand von der Familie an der Beerdigung, die voraussichtlich am Mittwoch stattfindet, theilnehmen wird. 4. Komp. Gr.- gt3. Rönig Friedrich Wilhelm I. ( 2 Ostpr. Nr. 3) Fort V. Königsberg i. P. 4. Rompagnie Regiment 3 Rönigsberg i. P. Zelegramm- Adresse An den Konsumgenossenschaften ist übrigens der Klein bürger, wenn auch die Arbeiter in ihm dominiren, ebenso und noch mehr intereffirt als an den Kreditgenossenschaften und überdies dürften die Kreditgenossenschaften auch nicht davor sicher sein, daß die Besteuerung sie doch in einzelnen Gemeinden trifft. In der Lage des agrarischen Großgrundbefizes sind sie doch immer noch nicht und wenn in größeren Gemeinden es sich darum handeln wird, das Einkommen der Besitzenden stärker heranzuziehen oder eine Steuer auf die Kreditgenossenschaften zu legen, dann ist es noch sehr fraglich, ob die Waagschale nicht zu gunsten der ersteren sinten wird. " M Chronik der Majestätsbeleidigungs Prozeffe. & in e m fulminanten Rausche hatte der Arbeiter Alexander Büchner aus Berlin, der heute vor der zweiten Ferien- Straftammer am Landgericht II stand, seine Freisprechung von einer schweren Anklage zu danken. Auf Majestäts= beleidigung, Widerstand gegen die Staats. und Beamten Beleidigung gewalt, groben Unfug lautete die Anklage, welche sich der Beschuldigte durch einen groben Erzeß augezogen hatte. Der Angeklagte warf fich Erde zur und stieß in ganz unmotivirter Weise Schimpfworte gegen den Kaiser aus. Nun schien seine Verhaftung erst recht erforderlich, der Angeklagte rief aber: Ehe ich mich verhaften lasse, steche ich mich todt!" und hatte auch blißschnell ein Messer aus der Tasche geholt und sich einen Stich in die Herzgegend beigebracht. Mit dieser Berlegung vielmehr Aufnahme im städtischen Krankenhause, 100 onnte er nicht ins Gefängniß gebracht werden, er fand ein fofort herbeigeholter Arat nur eine un aber bedeutende Fleischwunde feststellte, die sehr schnell vernarbte. Die Verhandlung fand unter Ausschluß der Deffentlichkeit statt; aus dem öffentlich publizirten Urtheil ging aber hervor, daß der Gerichtshof zu der Ueberzeugung gelangt war, daß der Angeklagte bei dem Erzeß so hochgradig betrunken war, daß er sich in einem Zustande krankhafter Störung der Geistesthätigkeit befand, welche seine freie Willensbestimmung ausschloß. Es wurde daher auf Freisprechung erkannt. Der Vorsitzende entließ den Angeklagten mit der Mahnung, fich in Zukunft nicht wieder dermaßen zu be trinken, denn immer dürfte die Sache nicht so glimpflich abTaufen. Deutsches Reich. rofto Der Prozeß war ein Zendenzprozeß, wie er im Buche fteht, und es hatte außerordentlicher Anstrengungen bedurft, ein Gericht zu finden, daß sich zur Verurtheilung der Angeklagten bereit finden ließ. Wie eine Seeschlange hatte er sich seit 1880, also 6 Jahre lang, dahingeschleppt. Zuerst hatte man es in Elberfeld versucht, die Anklage anzubringen. Das dortige Landgericht lehnte jedoch 1880 die Eröffnung des Hauptverfahrens a b. 1883 lehnte die Staatsanwalt. schaft in Riel die Erhebung der Anklage a b. wandte man( lies Bismarckische Polizei) sich an die Staats= anwaltschaft in Leipzig. Doch auch diese Behörde lehnte die Erhebung der Anklage wegen Mangels an Be weisen a b. Endlich kam man nach Chemniz. Hier wurde Unbekannt" ist eingeschlafen, schreibt bas Antlage erhoben und auch vor Gericht verhandelt. Doch noch Voltsblatt für Halle" unterm 1. Auguft. Er hat ein immer wollte es nicht glücken. Nach dreitägiger Verhandlung, nach Daraufhin reiste ein anderer Bruder des Ertrunkenen flägliches Ende genommen, der Herr Unbekannt", um desseneingehendster Boruntersuchung, und nachdem sich der Gerichtshof Be- willen im März und April die stundenlangen Bernehmungen des volle 8 Tage Beit gelassen hatte zur Urtheilsverkündung, wurden( nicht der Adressat des Briefes) nach Königsberg zur Be- Redaktions-, Expeditions- und Druckereipersonals unseres Blattes 700 Mart Geldstrafen wurden verhängt alle neun ngetlagte freigesprochen. Jetzt wurde erdigung. Er fand die Leiche seines Bruders bereits ein- stattfanden. Revision eingereicht und bas Reichsgericht trat in gesargt, jedoch wurde ihm dieselbe auf wiederholtes Drängen wegen Verweigerung der Aussagen, der Unterschriftabgaben Aktion. Dieses fällte eine Entscheidung, durch die die An- gezeigt. Auf Anrathen eines Soldaten nahm Marzillier be- und der eidlichen Versicherungen. Dann wurden fogar Mitte geflagten eigentlich schon verurtheilt waren. Es sprach den sonders die Füße in Augenschein und brachte hierbei in Mai fünf der Vernommenen in Untersuchungshaft genommen". feitdem berühmt gewordenen Grundsatz aus, zu einer Verbindung Erfahrung, daß sein Bruder beim Exerzieren wunde Füße ohne daß allerdings die Inhaftnahme ausgeführt wurde. Heute bedürfe es nicht der ausdrücklichen Willenserklärung der bekommen hatte. Wegen der wunden Füße war lief nun vom Regierungs- Präsidenten in Merseburg folgendes Theilnehmer, sondern es genügen dazu„ konkludente" er schließlich ins Lazareth gekommen. Der Arzt hatte Der Arzt hatte Schreiben ein: Handlungen( Handlungen, aus benen zu schließen ihn aber als geheilt entlassen. Als Marzillier nun Sonntag abends von 7 bis 9 Uhr Posten gestanden hatte, war er über die Pallisaden geklettert, um sich im Festungsgraben zu ertränken. Als er verschwunden war, tamen die Kameraden sofort auf die Vermuthung, daß er sich ein Leid angethan hätte. Man suchte ihn und fand seine Leiche nach einiger Zeit im Festungsgraben. Danach erging an seinen Bruder das obenstehend abgedruckte Telegramm sowie der Brief, beide im Bureaustil, ohne Unterschrift irgend einer Person. ift). Das freisprechende Urtheil wurde aufgehoben und die Sache zur abermaligen Verhandlung an das Landgericht Freiberg zurückverwiesen. Am 26. Juli 1886 begann die Berhandlung. Sie dauerte wiederum 3 Tage und hier endlich wurde die langersehnte Verurtheilung erzielt. Merseburg, den 29. Juli 1896. Auf Ihre weiteren Beschwerden vom 22. April und 18. Mai d. J. über die in der Disziplinaruntersuchung wider einen Be amiten der Polizeiverwaltung zu Halle gegen Sie und die ans deren Beschwerdeführer als Beugen feftgefeßten Geld- und Haft. strafen eröffne ich Ihnen im Auftrage des Herrn Ministers bes Innern zur gleichzeitigen Mittheilung an die übrigen Beschwerdeführer, daß, nachdem inzwischen die Persönlichkeit besjenigen, gegen den nach Lage der Sache der Berdacht der Thäterschaft allein sich richten fann, ermittelt und derselbe aus dem Dienste der Polizeiverwaltung zu Halle entfernt worden ist, der Herr Minister des Innern die Ein. stellung des schwebenden Disziplinar Ver. fahrens angeordnet hat und daß daher auch von der Vollstreckung der in diesem Ver fahren festgefeßten Strafen unter Burüd. ziehung der Strafverfügungen nunmehr ab. gesehen wird. D. v. Stolberg. An den Redakteur Herrn Adolf Thiele Und die Thaten der Verurtheilten? Die Bismarckische Regierung hatte gefunden, daß das Sozialistengesetz die Sozials demokratie doch noch nicht völlig todtgeschlagen hatte; sie lebte und gebieh, hatte Abgeordnete im Reichstage, in den Landtagen, hatte ein eigenes Organ im Zürcherischen Sozialdemokrat, ver breitete diesen sowie eine ganze Reihe Flugschriften, unterstützte Das sind die Thatsachen: Sie sprechen für sich. ihre Gemaßregelten und Ausgewiesenen, hielt sogar Rongresse ab in Wyden 1880 und in Kopenhagen 1883, und daher sollte Im höchsten Grade veranderlich ist es, daß die sie nun durch einen Strafprozeß, wobei man die Begriffe Kompagnie"( d. h. derjenige, der in obigen Schriftstücken des gemeinen Rechts mit denen des Ausnahmerechts in deren Namen das Wort führte,) bei einem Manne bunt durcheinander mischte, endgiltig todtgeschlagen werden. Auf Geistes gestört heit vermuthet, der bis zu seinem Selbstdie hier genannten Handlungen der Partei stützte sich die An mord noch von der Kompagnie" für fähig gehalten wurde, flage. Es wurde auch von dem Vorhandensein von Vertrauens- Posten zu stehen. Jemand, der Anfälle von Geistesgestörtpersonen geredet, vom Ausschluß einzelner Reichstags- Abgeordneter aus der sozialdemokratischen Fraktion, dann von den Ab. heit zeigt, schickt man doch nicht auf Posten., und es ist zu Halle a. S. stimmungen auf den Kongressen und ähnlichem. Alle diese Dinge, schwer anzunehmen, daß die Geistesgestörtheit so plöglich Wir sind etwas anderer Meinung, Herr Regierungspräsident, bie den Angeklagten zur Last gelegt wurden, gaben sie ohne bei dem Unglücklichen zum Ausbruch gekommen ist. Eine weiteres zu und konnten das auch, denn sie alle bewiesen blos ernsthaft an Ort und Stelle durchgeführte Untersuchung meint das" Volksblatt". Die verhängten Strafen waren vers das Vorhandensein eines geistigen Zusammenhanges; dürfte die wirtlichen Gründe ermitteln können, die wirkt, gleichgiltig, ob Unbekannt gefunden wurde oder nicht. irgend ein bestimmter Nachweis für das Vorhandensein einer den Mann in den Tod getrieben haben. Die Geldstrafen wurden im März verhängt und die Ges formellen Berbindung, wie das Gesetz verlangt, wurde nicht Was für Maßregeln nunmehr die oberen Militär. noffen Jähnig, Ebeling, Lehmann, Groß und Ad. Thiele wurden am 17. April in Zwangshaft genommen". Seitdem ist über ein volles Vierteljahr vergangen, und erst gegen Mitte Trobem gelangte das Gericht zur Berurtheilung. behörden ergreifen werden, bleibt abzuwarten. Wir sind heute schon noch besseres gewöhnt worden und haben Der Kampf gegen die Genoffenschaften, der den Juli wurde ein Rathhausbeamter wegen des Verdachts, der es längst verlernt, zu erstaunen über solche Urtheile. Damals Kleinbürgern oder vielmehr den Parteien, welche besonders häter zu sein, entlassen. Wir sind darum weit davon entfernt, machte das Freiberger Urtheil berechtigtes Aufsehen und der den Schutz des Kleinbürgers zu vertreten vorgeben, so in der Einstellung des Verfahrens und im Erlaffen der Strafen Prozeß war auch insofern von Interesse, als er gewiffermaßen willkommen war, insoweit die Genossenschaften den Ar- vielmehr der Meinung, daß sich die untersuchende Behörde bei einen Akt menschenfreundlicher Gnade zu erblicken. Wir sind eine offizielle Anerkennung für den Mißerfolg des beitern zu gute tamen, erfüllt jetzt auch gerade die Klein ihrer Suche nach unbekannt" au weit vorgewagt hat und vielmehr der Meinung, daß sich die untersuchende Behörde bei Sozialisten gesezes darstellte. Das System Bismard hatte die Genugthuung, die An- bürger mit großer Besorgniß, da sie selbst die Folgen dieses daß ihr die rechtliche Grundlage zur Berhängung der Geldgeklagten bestraft zu sehen. Die Unterdrückungspolitit be- Rampfes am eigenen Leibe spüren werden. Es war ihnen und Haftstrafen mangelte, so daß diefe Strafen nicht hätten aufgnügt sich mit solchen Augenblickserfolgen, die sie der ganz recht, daß gegen die Konsumgenossenschaften der Ar- recht erhalten werden können. Außerdem machen wir darauf rücksichtslosen Anwendung ihrer Gewaltmittel verdankt und die beiter in schärfster Weise vorgegangen wurde, insbesondere aufmerksam, daß auch nach dem Schreiben des Herrn Regierungs niemandem die Thäterschaft nachfie fich von Zeit zu Zeit immer wieder verschafft. Andere fann in Sachsen, wo ihnen nicht nur mit der Gemeindes und präsidenten sie nicht erreichen. Wir können auf andere, dauerndere Erfolge Staatssteuer zu Leibe gegangen war, sondern sogar mit einer gewiefen worden ist, sondern daß man einen " erdächtigen" einfach auf die Straße gefeßt bei Lebzeiten ein todter Mann ist. Sein Ausnahmegesetz ist als Umsatzsteuer, die 3 pet. des Umfazes beträgt. Auf dem und dadurch die Sache für erledigt gehalten hat. Auf wie stumpfe Waffe in den Winkel geworfen. Die Sozialdemokratie vor einigen Tagen stattgehabten Verbandstage des Verschwachen Füßen der„ dringende Verdacht" stand, haben wir aber steht aufrecht; sie hat sich seit dieser Zeit fast verdreifacht, bandes der sächsischen Kreditgenossenschaften wurde betreffs schon früher nachgewiefen. Die ganze Sache ist demnach noch ihre Organisation ist fester denn je, und wenn sich die Reaktion der Heranziehung der Kreditgenossenschaften zur Ein teinesfalls aufgeklärt. erbracht. " Belgien. Das Bernsteinmonopol ber Herren Stantien Bersammlung zur Besprechung der Situations und Becker war Gegenstand der Verhandlung des XV. deutschen ab, welche von der Union der italienischen Sozialisten Die Redner stellten sich ganz auf unsern Drechslertages. Ueber dasselbe äußerte sich Obermeister Wegener einberufen war. u. a. folgendermaßen: Standpunkt, einer forderte direkt von den Gerichten strengere BeBefremden mußte es erregen, daß die Regierung um strafung der Messerhelden. Ein Redner schloß mit einem Hoch einer jährlichen Pacht von 6-7000 m. willen einer einzelnen auf die Schweiz. Genosse Wurgler mahnte die Italiener Firma ein derartiges Monopol verleihen konnte, daß eine zur Anpassung an die schweizerischen Verhältnisse und zur Unterganze Industrie dieser Firma auf Gnade und lassung aller ferneren Ausschreitungen. In einer schießlich anUngnade preisgegeben. Der Vertrag sei nun zum nächsten genommenen Resolution wurde gegen das System der italienischen Jahre gekündigt, und der Drechslertag habe deshalb die Frage zu Bourgeoisie, das Volk in Unwissenheit und Rohheit zu erhalten, erörtern, ob es nicht zweckmäßig sei, die Bernstein protestirt und dieselbe in erster Linie für die Unruhen in Zürich Baggerei durch Bildung eines Konsortiums verantwortlich gemacht. Zur Vorsorge gegen alle Eventualitäten felbst in die Hand zu nehmen. Dieser Vorschlag wurde waren von den Behörden 25 Mann Kavallerie und eine Abvon mehreren Delegirten, insbesondere von dem Delegirten für theilung Kantonspolizei aufgeboten worden. Hamburg, Obermeister Menzel, für taum ausführbar erachtet, da der Betrieb, falls er sich lohnend gestalten sollte, mehrere Millionen Mart Anlagekapital erfordern würde, die schwerlich in Handwerkerkreisen aufzubringen wären. Ein Konsortium aus den Kreisen der Geldmänner könnte es aber ebenso machen, wie die Firma Stantien u. Becker. Herr Menzel empfahl als das beste, bei der Staatsregierung dahin vorstellig zu werden, daß sie die Bernsteingewinnung in Staatsbetrieb übernehmen möchte. Nach dem Obermeister Wegener mitgetheilt hatte, daß die Firma Stantien u. Becker gegenwärtig an alle Bernsteinfabrikanten Gegen ben todten Stambulow, wenn auch nur Fragebogen versende, die ersichtlich den Zweck hätten, die Firma in das hellste Licht zu stellen und bei der Regierung wieder zu gegen sein Grabdenkmal, wurde gestern ein Racheakt verübt. Es rehabilitiren, beschloß der Drechslertag einstimmig folgende Re- liegen über dieses Bubenstück folgende Depeschen vor: Das durch die Dynamitexplosion zerstörte Grabmal Stams solution, welche der Staatsregierung unterbreitet werden soll: " In anbetracht der von allen Interessenten seit Jahren schwer bulow's war vor 14 Tagen eingeweiht worden. Die Uebelthäter empfundenen und jetzt an die Deffentlichkeit gelangten Vorhaben den die Inschrift tragenden Denkstein entfernt. Heute kommniffe, die außer einer Schädigung, ja einer theilweisen Ver- wurde eine Polizeiwache auf dem Friedhof ftationirt. Die theilweise Zerstörung des Grabdenkmals Stambulow's nichtung unseres Gewerbes eine bedauerliche Erregung der öffentlichen Meinung im Gefolge haben, spricht der Verbandstag wird auf eine Nache. der Freunde von vier im Verfolge des deutscher Drechsler Jnnungen die Ansicht aus, daß eine Prozesses Beltschow Hingerichteten zurückgeführt, deren Gräber Lösung der eigenartigen Verhältnisse am besten erreicht werden feinerzeit angeblich von Anhängern Stambulow's entweiht tann, wenn die Bernsteingewinnung in Staatsbetrieb geworden waren. nommen wird." Brüffel, 2. Auguft. Das Resultat der heutigen Privinzialraths- Stichwahlen ist folgendes: Die Kleritalen behalten die Majorität in fieben von den neun Provinzen, sie verlieren die Majorität in der Provinz Brabant. Die Sozialisten behalten die Majorität in der Provinz Lüttich; sie gewinnen 2 Mandate in Soignies, verlieren 3 in Seraing und 5 in Mons. Bulgarien. Türkei. Freiherr von Stumm hat entsprechend seinem Konstantinopel, 3. Auguft. Jufolge der letzten Angriffe Appell an die firchlichen Oberbehörden Beschwerde über die der Türken auf die chriftlichen Kreter im Distrikt Kanea wurden Geistlichkeit im Saarrevier bei dem Koblenzer Konfiftorium er von den Christen 15 mohamedanische Männer und Frauen da hoben. In der Köln. 3tg." sagt Freiherr von Stumm selbst selbst getödtet. darüber:„ Ich habe mich endlich bei dem fönigl. Konsistorium nicht über die Broschüre selbst beschwert, sondern nur über die 15 im einzelnen nachgewiesenen Unwahrheiten und Entstellungen, welche darin enthalten sind." Es ist also eine amtliche Stelle jetzt zum Urtheil über die Vorgänge berufen, der man vertrauen darf, daß sie das Recht gerade in diesem vielerörterten Falle nach allen Seiten auf das Gewissenhafteste überlegen wird. Es wäre besser gewesen, wenn Freiherr von Stumm das gethan hätte, ohne daß er sich erst zu jener weithin verlegenden Rundgebung in der Saar- und Blies Beitung" über das Pamphlet" hätte hinreißen lassen. Man darf nun auf die 15 Buntte gespannt sein, die angeblich unwahrheiten fein sollen. " - Die, Staatsbürger 8eitung" macht sich zum Sprachrohr der von der französischen Bourgeoispresse verbreiteten Tartarennachricht, daß unser Genosse Singer bei der Abreise aus Lille ein Schimpfwort gegen die auf dem Perron befindlichen Franzosen gebraucht habe. Wie uns Singer aus London mittheilt, ist dies eine ganz gemeine Lüge. Auf die Zurnfe hat Singer die Worte: Vive la Socialdemocratie?"( och die Sozialdemokratie!) gebraucht. Das ist alles. " Straßburg, 2. Auguft. Der Kandidat der entschieden Freifinnigen Rechtsanwalt Dr. Blumenthal, ist von seiner Kandibatur zurück getreten; zur Begründung dieses Schrittes ver. öffentlicht er in der„ Elsaß- Lothr. Voltspartei" folgendes Schreiben: Als ich mich zur Annahme der Kandidatur für den Reichstag im Kreise Schlettstadt entschloffen habe, befand ich mich allein gegenüber einer Zentrumskandidatur. Mittlerweile hat sich die Sachlage wesentlich verändert. Herr Kreisdiretor Pöhlmann hat feine Randidatur aufgestellt. Als grundfäßlicher Gegner der Randidatur von Regierungsbeamten halte ich es für meine Pflicht, alles zu vermeiden, was die Aussichten Ses Herrn Kreisdirettors zu vermehren im stande wäre. Da es nicht ausgeschlossen ist, daß meine Kandibatur diese Wirkung haben könnte, so ziehe ich dieselbe hiermit zurück. Ich hoffe, damit Ihren eigenen Wünschen zu entsprechen und unseren demokratischen Grundsätzen treu zu bleiben." Ein neuer Kolonialstandal in Sicht? Ein Rabelbrief der Chikagoer Zeitung Der Weften" vom Sonntag, 19. Juli, bereitet auf einen neuen Kolonialstandal vor, der diesmal in noch höhere Stellung hinaufgreift, als die war, in der sich die Leist, Wehlan und Peters befanden. Antläger sollen ein früherer Vizegouverneur und wiederum der Journalist Giefebrecht fein, der bereits die Uebelthaten aufgedeckt hat, deren sich Leist und Wehlan in Kamerun schuldig gemacht haben. Eine große Zahl beschworener Aussagen von Augenzeugen und Opfern verübter Brutalität sowie sonstiges belastendes Material foll sich im Besitz einer deutschen Zeitung befinden und demnächst veröffent licht werden. Das Beweismaterial foll so gewichtig sein, daß eine amtliche Untersuchung unvermeidlich sein wird. Der betr. Kolonialbeamte wird schrecklicher Grausamkeiten gegen männliche und weibliche Eingeborene, niedriger Ausschweifungen und anrüchiger Finanzfpekulationen beschuldigt. In Kolonialkreisen soll man schon länger von derartigen Dingen gemunkelt haben. Weiteres Beweismaterial foll sich in den Händen zweier Mitglieder der Linken befinden und wird dem Reichstage in Gestalt einer Jnterpellation der Regierung vorgelegt werden, sobald er wieder zufammentritt. Unser Gewährsmann, ein bekannter Reisender, der der Boff. 3tg." diefe Mittheilung zugehen läßt mit dem Hinzufügen, daß er zwar für den Inhalt dieses Kabelbriefes feine Verantwortung übernehmen kann, bemerkt dabei jedoch, daß er selbst Verschiedenerlei gegen den betreffenden Beamten vorzubringen habe, dies aber nicht vor dem Spätherbst thun werde. - Die Deportation von Strafgefangenen nach den Kolonien, eine Jbee, für die gewiffe Kriminalisten und Kolonialpolitifer sich erwärmen, wird nach der Nordd. Allg. 8tg." von der Regierung nicht erwogen. Schweiz. " 8.84. Aufgabe der Jnnung ist: 1. die Pflege des Gemeingeistes, sowie die Aufrechterhaltung und Stärkung der Standesehre unter den Mitgliedern; 2. die Förderung eines gedeihlichen Verhältnisses zwischen Meistern und Gesellen( Gehilfen), sowie die Fürsorge für das Herbergswesen und den Arbeitsnachweis; 3. die Durchführung und Ueberwachung der Vorschriften über das Lehrlingswesen. Soweit solche Vorschriften nicht anderweit erlaffen sind, hat die Innung dieselben zu erlassen; 4. die Entscheidung von Streitigkeiten der im§ 3 des Ge setzes, betreffend die Gewerbegerichte, und im§ 58a. des KrankenVersicherungsgesetzes bezeichneten Art zwischen den Innungsmitgliedern und ihren Lehrlingen; 5. die Bildung von Prüfungsausschüssen zur Abnahme der Gesellenprüfung. § 84 a. Die Jnnung ist befugt: 1. Veranstaltungen zur Förderung der gewerblichen, technischen und fittlichen Ausbildung der Meifter, Gesellen( Gehilfen) und Lehrlinge zu treffen, insbesondere Schulen zu unterstüßen, zu er richten und zu leiten, sowie über die Benutzung und den Besuch der von ihr errichteten Schulen Vorschriften zu erlassen; 2. zur Unterstützung ihrer Mitglieder und deren Angehörigen, ihrer Gesellen( Gehilfen), Lehrlinge und Arbeiter in Fällen der Krankheit, des Todes, der Arbeitsunfähigkeit oder sonstiger Be dürftigkeit Raffen zu errichten; 3. Schiedsgerichte zu errichten, welche berufen find, Streitig feiten der im§ 8 des Gesetzes, betreffend die Gewerbegerichte, und im§ 53 a des Krankenversicherungs- Gesetzes bezeichneten Art zwischen den Junungsmitgliedern und ihren Gesellen( Gehilfen) und Arbeitern an stelle der sonst zuständigen Behörden zu entscheiden; 4. Veranstaltungen zur Förderung der gemeinsamen, gewerblichen und wirthschaftlichen Interessen ihrer Mitglieder, wie die Errichtung von Vorschußtassen, gemeinsamen Ein- und Verkaufsgeschäften u. dgl. anzuregen und dieselben durch Aufwendungen Beiträge aus dem angesammelten Vermögen zu unterstützen. dürfen zu diesem Zweck nicht erhoben werden. § 84 b. dürfen zu diesem Zweck nicht erhoben werden. Die Angelegenheiten der Jnnung werden von der Innungsversammlung und dem Vorstand wahrgenommen. Zur Wahrnehmung einzelner Angelegenheiten können AusDie Innungsvorlage.c: schüsse gebildet werden. Die bei den Junungsmitgliedern beschäftigten Gesellen Der Entwurf eines Gefeßes betreffend die( Gehilfen) nehmen an der Erfüllung der Aufgaben der Innung Abänderung der Gewerbe- Ordnung wird heute und an ihrer Verwaltung theil, soweit dies durch Gesetz oder vom Reichs- Anzeiger" veröffentlicht. Er enthält folgende Ab- Statut bestimmt ist. Sie wählen zu diesem Zweck den Gesellenschnitte: Artifel 1: I. Organisation des Handwerks: A. Zwangs ausschuß. innungen, B. Handwerkerausschüsse, C. Handwerkskammern, D. Gemeinsame Bestimmungen; II. Freie Innungen; III. Junungs verbände. Die Artikel 2 und 3 enthalten Uebergangsbeftim mungen. Artikel 4 ist in folgende Unterabschnitte getheilt: Lehrlingsverhältnisse: A. Allgemeine Bestimmungen, B. Besondere Bestimmungen für Handwerker, Meistertitel, endlich Uebergangs bestimmungen. Die Hauptbestimmungen der neuen Vorlage sind: I. Organisation des Handwerks. § 81. Regelung des Lehrlingswesens im Handwerk find Innungen, Zur Wahrnehmung der Interessen des Handwerks und zur Handwerksausschüsse und Handwerkskammern zu errichten. A. 3wangsinnungen. § 82. Für die in dem nachfolgenden Verzeichniß aufgeführten Gewerbe sind Jnnungen zu errichten: § 84 c. Die Jnnungsversammlung besteht nach Bestimmung bes Statuts entweder aus allen Junungsmitgliedern, oder aus Bertretern, welche von jenen aus ihrer Mitte gewählt werden. § 84 d. Die Jnnungsversammlung beschließt fiber alle Angelegen heiten der Junung, deren Wahrnehmung nicht nach Vorschrift des Gesetzes oder des Statuts dem Vorstand obliegt. Der Innungsversammlung muß vorbehalten bleiben: 1. die Feststellung des Haushaltsplans; 2. die Prüfung und Abnahme der Jahresrechnung; nicht vorgesehen sind; 3. die Bewilligung von Ausgaben, welche im Haushaltsplan 4. die Verfolgung von Ansprüchen, welche der Jnnung gegen Vorstandsmitglieder aus deren Amtsführung erwachsen, durch Beauftragte; 5. der Erlaß von Vorschriften zur näheren Regelung des Lehrlingswesens nach Maßgabe des§ 84 3iffer 8 Absatz 2; 6. die Genehmigung: a) des Erwerbes, der Veräußerung oder der dringlichen Bes lastung von Grundeigenthum; b) der Veräußerung von Gegenständen, welche einen geschichtlichen, wissenschaftlichen oder Kunstwerth haben. Die hierauf bezüglichen Beschlüsse bedürfen der Genehmigung der Aufsichtsbehörde; c) der Aufnahme von Anleihen; 7. die Beschlußnahme über Abänderung des Statuts und die Errichtung und Abänderung von Nebenstatuten; Barbiere, Bäder, Bandagisten, Böttcher, Brauer, Brunnenmacher, Buchbinder, Buchdrucker, Bürsten- und Pinselmacher, Konditoren, Dachdecker. Drahtzieher, Drechsler, Farben, Stein, Zink, Kupfer, Stahldrucker, Färber, Feilenhauer, Friseure und Berrückenmacher, Gas- und Wafferleitungs- Installateure, Gelb und Rothgießer, Gerber, Zinn, 3int, Metallgießer, Glafer, Glockengießer, Gold- und Silberarbeiter, Graveure, Handschuhmacher, Hutmacher, Rammmacher, Klempner, Korbmacher, Kürschner, Kupferschmiede, Lackirer, Maler, Maurer, Megger( Fleischer), Müller, Mühlenbauer, Musikinstrumentemacher, Nadler, Nagelschmiede, Posamentirer, Sattler, 8. die Wahl der Mitglieder der Behörden zur Entscheidung Riemer, Täschner, Schiffbauer, Schleifer, Schlosser, der im§ 84 Biffer 4 und§ 84a Biffer 3 bezeichneten Streitig Schmiede, Schneider, Schornsteinfeger, Schreiner( Tischler), feiten, soweit dieselben aus der Bahl der Innungsmitglieder zu Schuhmacher, Seifenfieder, Siebmacher, Sporer, Büchsen- und nehmen sind. Windenmacher, Sonnen- und Regenschirmmacher, Spielwaarenperfertiger, Steinmeße, Steinfeger, Stricker, Wirter, Stuckateure, Tapezirer, Töpfer, Tuchmacher, Uhrmacher, Vergolder, Berfertiger grober Holzwaaren, Wagner( Rade- und Stellmacher), Weber, Zimmerer. Dieses Verzeichniß kann durch Beschluß des Bundesraths und mit seiner Zustimmung für das Gebiet eines Bundesstaates oder Theile eines solchen durch Anordnung der Landes- Bentralbehörde abgeändert werden. § 82a. Die Innungen werden für örtliche Bezirke errichtet, welche der Regel nach so abzugrenzen sind, daß kein Mitglied durch die Entfernung seines Wohnortes vom Siz der Junung behindert wird, am Genossenschaftsleben theilzunehmen und die Innungseinrichtungen zu benußen. Die Innungen werden der Regel nach für ein Gewerbe errichtet. Soweit in einem der Vorschrift des vorstehenden Absoßes entsprechenden Bezirke die Zahl der Angehörigen eines Gewerbes zur Bildung einer Leistungsfähigen Junung nicht ausreicht, tönnen verwandte Gewerbe zu einer Junung vereinigt werden. Für Gewerbetreibende, welche einer Innung unter Beachtung der vorstehenden Bestimmungen nicht zugewiesen werden können, unterbleibt die Errichtung von Jnnungen. § 82 b. Als Mitglieder gehören der Innung alle diejenigen an, welche das Gewerbe, wofür die Innung errichtet ist, als stehendes Gewerbe selbständig betreiben, mit Ausnahme derjenigen, welche das Gewerbe fabrikmäßig betreiben. Das Gleiche gilt von Handwerkern, welche in landwirthschaftlichen oder gewerblichen Betrieben gegen Entgelt beschäftigt sind, sofern sie der Regel nach Gefellen oder Lehrlinge halten. Gewerbetreibende, welche mehrere Gewerbe betreiben, gehören derjenigen Innung als Mitglieder an, welche für das haupt sächlich von ihnen betriebene Gewerbe errichtet ift. § 82c. Berechtigt, der für ihr Gewerbe errichteten Innung für ihre Person beizutreten, find: 1. diejenigen, welche das Gewerbe fabrikmäßig betreiben; 2. diejenigen, welche in einem Betriebe des Gewerbes als Werkmeister und in ähnlicher Stellung thätig sind; Zürich, 1. Auguft.( Eigener Bericht.) Die Zürcherische Regierung hat über die Außersihler Krawalle dem Bundesrath in Bern einen langen ausführlichen Bericht erstattet, in dem fie die Vorgänge aus dem Verhalten der Italiener zu erklären sucht und sodann eine Darstellung der Krawalle mit ihren Verwüstungen und Schädigungen giebt. In ersterer Beziehung führt sie dieselben Momente an, die wir bereits in den Rorrespondenzen erwähnten, und die in den bösen Sitten und Gebräuchen der Italiener bestehen. Speziell wird noch hingewiesen auf die in der Schweiz nicht üblichen Maffen 3. diejenigen, welche in dem Gewerbe als selbständige Geansammlungen der Italiener auf den Trottoirs, öffentlichen Pläßen, an und im Bahnhof, ihre oft ohrenbetäubenden Lärmszenen und Gewerbetreibende oder als Werkmeister oder in ähnlicher Stellung fänge, begleitet vom Spiel der Handharmonika, sodann der Mangel thätig gewesen sind, diese Thätigkeit aber aufgegeben haben und an Reinlichkeit, die trotz gesetzlichen Berbots fortwährend geübte Jagd eine andere gewerbliche Thätigkeit nicht ausüben; auf Singvögel, die Messerstechereien und endlich die Gefährdung der öffentlichen Sittlichkeit in einem solchen Maße, daß in gewissen Theilen von Außersihl Frauen, Töchter und Kinder in den Diesen Personen ist der Austritt aus der Innung jederzeit Abendstunden nicht mehr ohne männliche Begleitung über die Gasse gehen durften. Gerade letzteres Moment mag wesentlich gestattet, wenn das Statut eine vorherige Anzeige darüber nicht aur Steigerung der Erbitterung beigetragen haben." Schließlich verlangt. Die Anzeige tann frühestens sechs Monate vor dem wird betont, daß in den Krawallen fein Italiener getödtet oder Austritt verlangt werden. erheblich verlegt worden ist und daß auch die vorgekommenen Echädigungen nicht sehr bedeutend sind und der ganze Schaden jetenfalls nicht 8000 Frants übersteigt. Gestern Nachmittag hielten zirka 1500 Jtaliener eine 4. die in landwirthschaftlichen oder gewerblichen Betrieben gegen Entgelt beschäftigten Handwerker, wenn sie der Regel nach weder Gesellen noch Lehrlinge halten. § 83. Die Errichtung der Jnnung erfolgt durch Verfügung der höheren Verwaltungsbehörde, in deren Bezirk die Innung ihren Sig haben soll. 9. die Wahl der Mitglieder der Prüfungsausschüsse, soweit diefelben aus der Zahl der Innungsmitglieder zu entnehmen sind. § 84 f. Der Vorstand ist berechtigt, über Innungsmitglieder bei Verstößen gegen statutarische Vorschriften Ordnungsstrafen, wie Beriveise und Geldstrafen bis zum Betrag von zwanzig Mart, zu verhängen. § 84g. Von den Mitgliedern des Vorstandes und der Ausschüsse müssen mindestens zwei Drittel das Recht zur Anleitung von Lehrlingen besitzen und in der Regel Gesellen( Gehilfen) oder Lehrlinge beschäftigen. Die Mitglieder derjenigen Ausschüsse, welchen die Fürsorge für die Durchführung der auf die Regelung des Lehrlingswesens bezüglichen Bestimmungen obliegt, müssen sämmtlich diesen Anforderungen genügen. § 84h Berechtigt zur Wahl der Vertreter und stimmberechtigt in der Innungsversammlung sind nur diejenigen Innungsmitglieder, welche 1. sich im Besitz der bürgerlichen Ehrenrechte befinden oder infolge gerichtlicher Anordnung in der Verfügung über ihr Ver. mögen nicht beschränkt sind; 2. das 25. Lebensjahr zurückgelegt haben. Wählbar zu Mitgliedern des Vorstandes und der Ausschüsse(§ 84b Absatz 2), sowie zu Mitgliedern der im§ 84d Biffer 8 bezeichneten Behörden sind nur solche Junungsmitglieder, welche 1. zum Amt eines Schöffen fähig find(§§ 31, 32 des Gerichtsverfassungsgesetzes); 2. das 30. Lebensjahr vollendet und 3. in dem der Wahl vorangegangenen Jahre für sich oder ihre Familie Armenunterstüßung aus öffentlichen Mitteln nicht empfangen oder die empfangene Armenunterstüßung erstattet haben. Durch das Statut tann bestimmt werden, daß Jnnungsmitglieder, welche mit der Zahlung der Beiträge wiederholt im Rückstande geblieben sind, weder wahlberechtigt noch wählbar und an der Theilnahme an den Geschäften der Junung für gewisse Zeit ausgeschlossen sind. In gleicher Weise kann bestimmt werden, daß Innungsmitglieder, welche sich nicht im Besize der bürgerlichen Ehrenrechte befinden, oder infolge gerichtlicher Anordnung in der Verfügung über ihr Vermögen beschränkt sind, von der Theilnahme an den Geschäften der Innung ausgeschlossen sind. 1885. Bur Theilnahme an der Wahl des Gesellenausschusses(§ 84b Absay 3) sind die bei einem Innungsmitglied beschäftigten Gesellen ( Gehilfen) berechtigt, welche 1. sich im Besitz der bürgerlichen Ehrenrechte befinden; 2. das 21. Lebensjahr vollendet haben. Wählbar ist jeder wahlberechtigte Geselle, welcher 1. zum Amt eines Schöffen fähig ist(§§ 31, 32 des Gerichtsverfassungsgefeßes); 2. in dem der Wahl vorangegangenen Jahre für sich oder seine Familie aus öffentlichen Mitteln Armenunterstützung nicht empfangen oder die empfangene Armenunterstüßung erstattet hat. § 88 b. Zur Theilnahme an den Geschäften der Innung, welche die Vorschriften der§§ 20 und 21, foweit nicht landesgefeßlich das| Jeder einzelne müsse sich jetzt die Frage vorlegen, ob wir bei Regelung des Lehrlingswesens zum Gegenstand haben, können nur Verfahren in streitigen Verwaltungssachen Platz greift. längerem Aushalten mehr erringen fönnten, als uns bereits zu folche Gesellen( Gehilfen) herangezogen werden, welche die Gesellengestanden ist. prüfung abgelegt haben. Während der ersten sechs Jahre nach dem Jukrafttreten dieser Bestimmungen fönnen auch Gesellen ( Gehilfen), welche eine Gefellenprüfung nicht abgelegt haben, gewählt werden, wenn sie eine Lehrzeit von mindens zwei Jahren zurückgelegt haben. Die Wahl zum Gesellenausschuß leitet ein Mitglied des Junungsvorstandes und, wenn ein solches nicht vorhanden ist, ein Vertreter der Aufsichtsbehörde. § 85 a. Für die Mitglieder des Gesellenausschusses sind Ersatzmänner zu wählen, welche für dieselben in Behinderungsfällen oder im Falle des Ausscheidens für den Rest der Wahlperiode in der der Gesellenausschuß nicht vollzählig, so hat er sich für den Neft Reihenfolge der Wahl einzutreten haben. Wird dessen ungeachtet der Wahlzeit durch Zuwahl zu ergänzen. § 85 b. Mitglieder des Gesellenausschusses, welche aus der Be fchäftigung bei einem Jnnungsmitgliede ausscheiden, behalten die Mitgliedschaft, wenn sie im Bezirk der Innung verbleiben und binnen drei Monaten wieder in die Beschäftigung bei einem Junungsmitgliede eintreten. § 85 c. Der Gesellenausschuß ist bei der Regelung des Lehrlings wesens und bei der Gesellenprüfung, sowie bei der Begründung und Verwaltung aller Einrichtungen zu betheiligen, für welche die Gesellen( Gehilfen) Beiträge entrichten oder eine besondere Mühewaltung übernehmen, oder welche zu ihrer Unterstützung bestimmt find. Die nähere Regelung dieser Betheiligung hat durch das Statut mit der Maßgabe zu erfolgen, daß 1. bei der Berathung und Beschlußfassung des Innungs vorstandes mindestens ein Mitglied des Gesellenausschusses mit vollem Stimmrecht zuzulassen ist; 2) bei der Berathung und Beschlußfassung der Innungsversammlung seine sämmtlichen Mitglieder mit vollem Stimmrecht zuzulassen sind; 3. auf Antrag des Gesellenausschusses die Ausführung von Beschlüssen der Junungsversammlung aufzuschieben und die Entscheidung der Aufsichtsbehörde herbeizuführen ist; 4. bei der Verwaltung von Einrichtungen, für welche die Ge fellen( Gehilfen) Aufwendungen zu machen haben, abgesehen von der Person des Vorsitzenden, Gesellen, welche vom Gesellen ausschuß gewählt werden, in gleicher Zahl zu betheiligen sind wie die Jnnungsmitglieder. § 86a. Die höhere Verwaltungsbehörde ist befugt, den bisher mit der Innung verbunden gewesenen Hilfskaffen nach der Schließung der Innung Korporationsrechte zu verleihen; in diesem Falle verbleiben den Kassen ihre bisherigen Bestände. Gewerkschaftliches. Bei der nun folgenden geheimen Abstimmung werden die Streifenden dringend ersucht, ja so zu stimmen, wie es ihrer Ueberzeugung entspreche. Abgegeben wurden 310 Stimmzettel etwa 100 Streitende waren nicht in der Versammlung anwesend. 262 Stimmzettel sprachen sich für Weiterführung des Streits aus, 46 für Beendigung und 6 Stimmzettel waren unbeschrieben. Dies Resultat, wozu noch tam, daß in letzter Zeit aus den umliegenden An die Arbeiterschaft Berlins! Vom Streit der Hut die österreichischen Genossen, sie könnten es leider nicht verhindern, Ortschaften fich Streitbrecher meldeten weiter schrieben macher find noch 400 Personen zu unterstützen, die vorläufig daß aus Desterreich ein Trupp Streitbrecher fäme- bies alles ver. von den Unternehmern nicht wieder eingestellt wurden. Die Hut- anlaßte die Genossen Kräßig und Haberecht für Wemacher haben bei ihrem Kampfe trotz der geringfügigen Unterstützung, endigung des Streits einzutreten. Die Streifenden hätten durch die Sympathie der gesammten Arbeiterschaft sichert. Wir ersuchen Errungene jetzt nicht durch die Weiterführung des Streits in die sie bezogen, eine Ausdauer und Energie gezeigt, die ihnen wohl ihren Sreif mehr erreicht, als bei den letzten Lohnkämpfen im übrigen Deutschland errungen worden sei, und man solle das die Arbeiter Berlins, die Hutmacher nach wie vor durch Frage stellen, da schließlich durch die Streitbrecher die StreifenGeldmittel nach Kräften zu unterstützen, damit den Opfern des den gezwungen würden, doch ein Ende mit dem Ausstand zu Kampfes das zum Leben nöthigste auch ferner gewährt werden machen. Da sei es besser, gemeinsam wieder in die Fabrik zu gehen, als daß die Streifenden in wilder Auflösung die Arbeit fann. Steuere jeder klassenbewußte Arbeiter und jede klassen aufnähmen. Die Streifenden erklärten dann auch mit allen gegen bewußte Arbeiterin Berlins ihr Scherflein bei, eingedent 6 Stimmen den Streit beendigen zu wollen. der thatkräftigen Solidarität, die die Hutmacher bei den Lohnbewegungen anderer Gewerkschaften von jeher bewiesen haben und immer beweisen werden. Die Lohntommission der utmacher. Gelder nimmt entgegen E. Rempe, Berlin NO., Wein traße 12. Damit ist der Lohntampf hier nach achtwöchiger Dauer bes endet. Was denselben besonders auszeichnet, das ist, daß eine sehr niedrig entlohnte Arbeiterschicht so lange treu zusammengehalten und dem Kapital getrost hat. Ist das Erzielte auch nicht groß, so wird doch dieser nun beendete Kampf für jene Kapitalisten in unserer Gegend eine Lehre sein, die glauben, den Arbeitern alles bieten zu können. Nicht vergessen sei an dieser Stelle, der deutschen Achtung, Leder: und Galanterie Arbeiter Berlins Arbeiterschaft insbesondere der Hamburger Bevölkerung, ( Portefeuiller). Folgende Firmen haben bis Montag 12 Uhr die fich besonders in der Unterstützung der Streifenden hervor bewilligt: Simonsohn, Runge, Marschall, Sommer, Deberg, gethan hat namens der Eulengebirgsweber zu danken dafür, Keßner, Weiß u. Kündiger, Lütges u. Co., Schwab, Guttsmann, daß sie es durch ihre Unterstützungen ermöglichten, daß die Stresemann, Raiser, M. Belair, Strube, Kleye, Fretter, Dietrich, Eulengebirgsweber dem Kapital wenigstens etwas abtrogen Aug. Müller. Laut Beschluß der Fabrikanten- Versammlung soll tonnten. nicht mit der Lohnkommission verhandelt werden. Wir ersuchen die Kollegen sich nicht in Verhandlungen ohne Hinzuziehung der Lohntommission einzulassen, da sonst die getroffenen Verabredungen nicht anerkannt werden. Durch Kampf zum Sieg. Die Lohn fommission. " = Beim Streik der Handschuhmacher in der Kroders schen Fabrit in Burg zeigt sich die Sirsch Dunderei wieder in ihrem ganzen Glanze. Den beiden Personen, die sich von Anfang an nicht an der Bewegung betheiligten, hat sich jetzt, wie wir der Halberstädter Sonntags- Beitung" entnehmen, Ju der Bauschlosserei von Gebr. Teet in Berlin, eine dritte hinzugesellt, nämlich der Vorsitzende des Gewerk Wollinerstr. 27 a, haben am Freitag 9 Anschläger die Arbeit vereins der Fabrik- und Handarbeiter", so auf Dr. Max Hirschenz niedergelegt; einer( nicht organisirt) arbeitet weiter. Veranlassung Worte schwört. Die übrigen Arbeiter haben wegen Maßregelung zu dem Ausstand gab ein Verbot des Meisters, wonach die An- von Mitgliedern des Handschuhmacher Verbandes die Arbeit Das Statut, welches vorläufig von der höheren Verwaltungs- schläger eine dem Meister nicht genehme Restauration meiden niedergelegt; was scheert sich ein echter Hirsch- Duncker'scher behörde erlassen wird, unterliegt, ebenso wie seine Abänderung, sollten. Die Anschläger sandten eine Deputation von zwei Mann darum? Für ihn gilt die Pflicht der Solidarität nicht. ab, um mit dem Meister zu verhandeln resp. ihm Bedingungen Die Werftarbeiter der Flensburger Schiffsban der Beschlußfassung der Innungsversammlung. Die Beschlüsse zu unterbreiten. Der Aftordpreis ist bei der Firma ein der Gesellschaft, die, 1500 an der Bahl, aufs Straßenflasier bedürfen der Genehmigung der höheren Verwaltungsbehörde. artig niedriger( 8,25 Mt. für ein Doppelfenster und 1,05 M. gesetzt sind, weil ein Drittel von ihnen, hauptsächlich ungelernte § 86b. Beschlüsse der Junung über Errichtung von Schiedsgerichten für ein Ruderfenster), daß eine Erhöhung um 20 pCt. Arbeiter, einen Minimallohn von 30 Pf. verlangte, Auch mußten die Anschläger sämmt hatten der Direktion mittheilen lassen, daß man gern verhandeln zur Entscheidung von Streitigkeiten zwischen Innungsmitgliedern gerechtfertigt wäre. von der Werkstatt nach dem Bau tra werde. Die Antwort lautete, man denke an feinen Vergleich, und ihren Gesellen( Gehilfen) und Arbeitern, sowie von Kranken- liche Beschläge taffen, auf welche die Vorschriften des§ 73 des Kranken- gen, ohne hierfür Entschädigung zu bekommen. Schließlich sondern habe sich auf vier Monate eingerichtet. Die WerftKranken- hatte Versicherungsgesetzes zutreffen, bedürfen der Genehmigung der Quittungsmarke und ein Drittel zur Krankenkasse den Anschlägern Forderungen: 1. Minimallohn von 30 Pf. pro Stunde beziehentlich Versicherungsgesetzes zutreffen, bedürfen der Genehmigung der hatte der Meister die von ihm zu tragende Hälfte der Invaliden arbeiter antworteten darauf in einer Versammlung mit folgenden höheren Verwaltungsbehörde. abgezogen. Ter Meister lehnte jede Verhandlung mit der De- 3 M. pro Tag; 2. das Drittel Lohnaufschlag für Ueberstunden Die auf grund des§ 84 a 3iffer 3 errichteten Jnnungs- putation rundweg ab. Es wurde diese Sache am Sonntag, den zahlt die Werft extra( es wird nicht wie früher vom Afford bezahlt); 2. August, der Versammlung des Vereins der Bau- Anschläger 3. die Arbeitszeit ist 91/2 stündig; im Sommer Halbjahr ist schiedsgerichte müssen mindestens aus einem Vorsitzenden und zwei Berlins und Umgegend durch die Gewerkschaftsdelegirten unter 1, Stunde, im Winter Halbjahr 1 Stunde Mittag; 4. der Beisigern bestehen. Die Beisitzer und deren Stellvertreter sind zur Häfte aus den breitet und nach eingehender Berathung sprach die Versammlung Lohnausfall für die halbstündige Arbeitszeitverkürzung ist für Jnnungsmitgliedern, zur Hälfte aus den bei ihnen beschäftigten den Streikenden ihre Solidarität aus. Es wird erwartet, daß sämmtliche Lohntlaffen prozentual aufzuschlagen, so daß bei Gesellen( Gehilfen) und Arbeitern zu entnehmen. Auf das fämmtliche Kollegen, organisirte sowohl als auch nicht organirte, 91/2 ftündiger Arbeitszeit derselbe Lohn bezahlt wird wie sonst Wahlrecht finden die Vorschriften der§§ 10, 13 Absatz 1, 14 den Streifenden ihre Solidarität beweisen und dafür Sorge für 10 Stunden; 5. zur Regelung von Streitigkeiten aller Art, Absatz 1 des Gesetzes, betreffend die Gewerbegerichte, An- tragen, daß diefelben bald anderweitig in Arbeit gestellt werden. Regelung der Akkorde und der Beschwerden über Uebelstände ist Albert Bergau, Delegirter zur Gewerkschaftskommission von den Werftarbeitern ein Arbeiterausschuß von fünf Personen Achtung, Metallarbeiter! Der Ausstand aus Anlaß der zu wählen. Weiter wurde beschlossen, daß auf eine Bekannt Maifeier in Berlin dauert unverändert fort, desgleichen der machung der Werftleitung hin die Arbeit unter feinen Umständen Ausstand der Dreher, Schlosser, Hobeler der Maschinenfabrik aufgenommen werden soll, sondern nur auf Beschluß einer Karl Schöning, Uferstr. 12/13. Zu den schon bekannten Werftarbeiter- Versammlung. Was die Forderung nach gleichmäßiger Werkstätten, von welchen der Zuzug fernzuhalten ist, kommt noch Bertheilung des Akkordüberschusses betrifft, so wird darüber in der nächsten Versammlung verhandelt werden. Endlich beschloß hinzu, die Gießerei von Klette, Besselstr. 17.( Siehe auch Inserat in der heutigen Nummer.) Der Vorstand des man noch, den Magiftrat um Gestundung der Steuern auf fo lange zu ersuchen, bis die Werftarbeiter wieder in Arbeit sind, Berliner Metallarbeiter- Verbandes. und die Presse wurde aufgefordert, wahrheitsgetreue Berichte zu bringen. Die Arbeiter Deutschlands werden gebeten, ihr Solidaritäts. wendung. § 86 c. Die ersteren sind von der Junungsversammlung, die letzteren von den Gesellen( Gehilfen) und Arbeitern zu wählen. Der Vorsigende wird von der Aufsichtsbehörde bestimmt; er braucht der Junung nicht anzugehören. Die Besizer erhalten für jede Sigung, welche sie beigewohnt haben, Vergütung der baaren Auslagen und eine Entschädigung für Zeitverfäumniß; die Höhe der letzteren und der Betrag der dem Vorsitzenden zu gewährenden Vergütung sind im Neben statut festzusetzen. Sind Wahlen nicht zu stande gekommen, oder verweigern die Gewählten die Dienstleistung, so hat die Aufsichtsbehörde die ( Gehilfen) und Arbeiter zu ernennen. § 86e. Achtung, Metallarbeiter Berlins! Die Arbaiter der Fabrit von Jänide u. Rom p., Linden0 Beifißer aus der Zahl der wählbaren Jnnungsmitglieder, Gefellen am Montag Morgen die Arbeit nieder, da sie es mit ihrer Ehre gefühl sowohl durch moralische wie materielle Unters nicht vereinbaren fonnten, sich widerspruchslos einer 10 pet. ftü yung thatkräftigst zu bethätigen. Unterstützungen sind zu Die Entscheidungen der Innung(§ 84 Ziffer 4) und der Lohnkürzung, sowie einer Fabrikordnung zu fügen, deren haupt- senden an Otto Wustrad in Flensburg, Norderstr. 40. Die Steinseher von Halle a. S. find heute, über 100 Mann Innungsschiedsgerichte(§ 84a 3iffer 3) sind schriftlich abzu- sächlichste Bestimmungen auf die Erhöhung der Strafen hinausfaffen; sie gehen in Rechtskraft über, wenn nicht binnen einer laufen. Der neue Meister, der vermuthlich dazu beigetragen hat, start, in den Streit getreten, da die Unternehmer, vorwiegend Nothfrist von zehn Tagen eine Partei Klage bei dem ordentlichen daß am Sonnabend bereits die tüchtigsten Kollegen gemaßregelt Innungsmeister, ein Eingehen auf die bereits im„ Vorwärts" wurden, scheint hier in Berlin Verhältnisse einführen zu wollen, mitgetheilten Forderungen ablehnen. Wenn der Zuzug streng wie sie in Merseburg 2c. vorhanden sind. Heute Abend 6 Uhr fern gehalten wird, ist der Sieg der Arbeiter sicher. wird wegen dieser Angelegenheit bei Cohn, Beuthstr. 22, eine öffentliche Metallarbeiter Versammlung ab ebenfalls eingeladen sind. Die Kollegen werden ersucht, recht gehalten, zu welcher die Chefs der Fabrik und der neue Meister zahlreich zu erscheinen. Gerichte erhebt. Aus Bergleichen, welche nach Erhebung der Klage vor der Innung oder dem Jnnungsschiedsgericht geschlossen sind, findet die Zwangsvollstreckung statt. vollstreckbar erklärt werden, wenn sie die in 3iffer I des§ 3 Die Entscheidungen tönnen von Amtswegen für vorläufig des Gesetzes, betreffend die Gewerbegerichte, vom 29. Juli 1890 ( Reichs Gesetzblatt S. 141) bezeichneten Streitigkeiten be= treffen, oder der Gegenstand der Verurtheilung an Geld oder Geldeswerth die Summe von 100 m. nicht übersteigt. § 86f. = Die Agitations Rommission des Deutschen Metallarbeiter Verbandes. J. A.: Hermann Faber. S Die Maurer und Zimmerer des sächsischen Städtchens zu diesem Zweck Statuten bei der Amtshauptmannschaft in Plauen ein. Der Verein ist aber verboten worden, weil er Iau wollten einen Gesangverein gründen und reichten eine Fortsetzung des vor zwei Jahren nach dem Crimmit. schauer Sängerfest aufgelösten( allgemeinen) Gesangvereins Lieder hain sei. Dies ginge daraus hervor, weil der Dirigent derselbe wäre, das Vereinslokal dasselbe sei, der jetzige Vorsitzende im früheren Liederhain mitgefungen habe und die früheren Mits glieder des Liederhains wieder zu Angehörigen des neuen Vereins herangezogen werden könnten. Gegen das Verbot wird Bes fchwerde geführt. Ob die Kreishauptmannschaft auch der Meinung ist, daß es sich kurz vor Anbruch des 20. Jahrhunderts noch empfiehlt, Arbeitern das Singeu zu verbieten, wird sich ja zeigen. Achtung, Glafer Berlins und Umgegend! In der VerAuf Raffen, für welche die Vorschriften des 73 des Kranten- fammlung vom 26. Juli wurde eine Lohnkommission gewählt, versicherungs- Gefeßes gelten, finden die§§ 37 und 38 dieses Ge- die nun in Thätigkeit getreten ist. Um ihr die Arbeit zu er seges Anwendung; jedoch kann die Jnnung die Rassenverwaltung leichtern und unseren Forderungen größeren Nachdruck zu verausschließlich den Gefellen( Gehilfen) und Arbeitern übertragen, leihen, ist es nöthig, daß sich uns alle Kollegen anschließen. Um und unter der Vorausschung, daß die Innungsmitglieder die dazu Gelegenheit zu geben, wird Sonntag, den 9. August, vorHälfte der Kassenbeiträge aus eigenen Mitteln bestreiten, be- mittags 10 Uhr, in den Arminhallen, Kommandantenstr. 20, eine Ju Stötterit bei Leipzig wurde am Sonntag das Ge= schließen, daß der Borsigende und die Hälfte der Mitglieder des große Agitationsversammlung abgehalten. Wir erwertschaftsfest bei einer Betheiligung von 20-25 000 Personen Vorstandes und der Generalversammlung der Innung zu besuchen nun die Kollegen, die sich für Besserstellung ihrer Lage stellen sind. Die Schließung der Innung hat die Schließung solcher Raffen zur Folge. § 87. Die aus der Errichtung und der Thätigkeit der Innung und ihres Gesellenausschusses erwachsenden Kosten sind, soweit sie aus den Erträgen des vorhandenen Vermögens keine Deckung finden, von den Innungsmitgliedern aufzubringen. Durch Statut tann bestimmt werden, daß Jnnungsmitglieder, werkschaftsfest bei einer Betheiligung von 20-25 000 Personen gefeiert. Reichstags- Abgeordneter Franz Hofmann, der vor intereffiren, ihre volle Schuldigkeit zu thun und die uns noch fernstehenden Kollegen aufzufordern, daß auch diese in der Wer zehn Jahren aus Stötteriß ausgewiesen wurde, hielt in der sammlung erscheinen. Flugblätter werden am Dienstag großen Halle die Festrede. Die auf dem Londoner Meeting im versandt. Wer von den Kollegen sich um die Verbreitung be- depart gefaßte Resolution wurde mit Begeisterung ein. mühen will, möge seine Adresse an den Unterzeichneten oder bei timmig angenommen. Das Fest verlief ohne Störung. Der Streik der Holzbildhauer Stuttgarts ist nach Stramm, Ritterstr. 123( Arbeitsnachweis, Berkehrslokal und Herberge), abgeben. Die Vertrauensmänner. Im Auftrage: 17 wöchiger Dauer beendet. In einer größeren Anzahl von W. Starte, Boeckhstr. 34, Hof I. Fabriken ist die neunstündige Arbeitszeit bewilligt, in einigen besteht noch die 92 stündige. Der Arbeitsnachweis, welcher den Händen der Gehilfen bleiben. Achtung, Gürtler! Am Mittwoch, den 5. August, abends welche der Regel nach weder Gesellen noch Lehrlinge beschäftigen, 8 Uhr, findet im Lokale von Meguer, Oranienstraße 184, eine Fabrikanten en Dorn im Auge ist, wird auch in Zukunft in den von der zur Personen, welche der Junung freiwillig beitreten, nach festen Vertrauensmännerkonferens statt. Siehe Inserat in Sätzen zu Beiträgen heranzuziehen sind. Eintrittsgelder dürfen nicht erhoben werden. § 88. Die Jnnungen unterliegen der Aufsicht der unteren Ver- geschrieben: waltungsbehörde. § 88a V der heutigen Nummer. Der Vertrauensmann. In Wien dauert der Streit der Klempner unverändert Der Streit der Weber im Enlengebirge ist beendet. fort, desgleichen der Streit in der Brauerei Währing. Originell ist, wie die Brauerei- Verwaltung die Ausständigen Aus Langenbielau wird uns darüber unterm 3. Auguſt mürbe zu machen sucht. Sie wendet sich an deren Frauen mit Der Beschluß wurde in der letzten Versammlung der dem Ersuchen, ihre Männer zu überreden, und um die Frauen Streifenden gefaßt, nachdem Genoffe Sträßig zunächst noch dazu geneigt zu machen, schenkt ihnen der Braumeister Bier Die Schließung der Innung fann erfolgen, wenn: den Verlauf des Streits geschildert hatte. Anfangs habe der marken im Werthe bis zu 7 Litern. Die Vermittlung des 1. die Zahl ihrer Mitglieder derart zurückgeht, daß die Er- Fabrikant, führte Redner aus, nichts bewilligen wollen, nach Gewerbe Inspektors hat die Brauereiverwaltung bezeichnenders füllung ihrer gefeßlichen Aufgaben dauernd gefährdet erscheint; und nach habe er aber doch manches zugestanden, so die Verweise abgelehnt. 2. die Innung, wiederholter Aufforderung der Aufsichts fürzung der Arbeitszeit um eine Viertelstunde, die theilweise behörde ungeachtet, die Erfüllung der ihr durch§ 84 gefeßten Erhöhung des Stücklohns und die nicht zu unterschätzende BeAufgaben vernachlässigt; feitigung mancher Mißstände. Auch sei durch den Streit ein 3. die Innung sich gefezwidriger Handlungen oder Unter- grelles Licht auf die hiesigen Wohnungsverhältnisse geworfen laffungen schuldig macht, durch welche das Gemeinwohl geworden. Ferner hätte durch den acht Wochen langen Kampf das fährdet wird, oder wenn sie andere als die gefeßlich zulässigen Unternehmerthum wenigstens gesehen, daß die Eulengebirgs- Weber Zwecke verfolgt. dem Kapital ebenfalls zu trogen verstehen. Die Tischler und Anstreicher Brüffels wollen die Arbeit niederlegen, falls ihre Lohnforderungen nicht bewilligt werden. Depeliten und lehte Nachrichten. Liban, 3. August.( W. T. B.) Die Libauer Beitung" schäßt den durch den Brand verursachten Schaden auf eine halbe Die Schließung wird durch die Aufsichtsbehörde nach An- Der Gewerbe Jnspektor habe gesagt: wäre die Arbeit Million Rubel. Bei dem erst am 30. Juli völlig gelöschten hörung der Handwerkskammer ausgesprochen. vor 14 Tagen aufgenommen worden, so wäre nur Kräzig ge- Brande waren zwei Dampffpriten und fünf Handdrucksprizen in Gegen die die Schließung aussprechende Verfügung findet der maßregelt worden, jetzt jetzt sollten aber noch einige Ar- Thätigkeit. Zehn Personen, darunter der Polizeichef von NeuReturs statt, wegen des Verfahrens und der Behörden gelten die beiterausschuß- Mitglieder ein Opfer des Lohntampfes werden. Libau, wurden theils schwer, theils leicht verletzt. Verantwortlicher Redakteur: August Jacobey, Berlin. Für den Inseratentheil verantwortlich: Th. Glocke in Berlin, Truck und Verlag von May Bading in Berlin. Hierzu 2 Beilagen. 1. Beilage zum„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Nr. 180. Partei- Nachrichten. = Dienstag, den 4. August 1896. 13. Jahrg. bisher wohl faum beobachtet worden sind. Die Veranlassung ist, traf ich anderen Tages früh den Krause bei seiner Bestellung hierzu gab der folossale Fernverkehr, welcher auf allen Bahn auf der Straße; da ich zu den Streifenden mitgehörte, machte Von der Agitation. Reichstags Abgeordneter Rühnlinien herrschte und durch den Ferienschluß hervorgerufen war. ich ihn auf die Ungehörigkeit seiner Handlungsweise in ganz aus Langenbielau wird Ende dieses und Anfang nächsten Monats Am Dienstag beginnt bekanntlich wieder der Unterricht in den ruhiger und freundschaftlicher Weise aufmerksam. Auf sein eine Agitationstour in der Magdeburger Gegend unter- Gemeindeschulen und so kehrte denn gestern das Gros der Bureau ankommend, hatte er das Zusammentreffen so auf= nehmen. Ferien Ausflügler nach Berlin zurück. Der Andrang zu den gebauscht, daß der Vorsteher einen Strafantrag gegen mich ges Trains war so bedeutend, daß fortgesetzt bei den Zügen Wagen stellt hat. Der Termin, in welchem über das Vergehen verhandelt angehängt werden mußten und ein großer Theil der Passagiere wird, findet auch am 7. August vor der 3. Strafkammer des tonnte nur unter Zuhilfenahme von Extrazügen befördert werden. Landgerichts 1, Zimmer 68 statt. Auf Denunziation eines solchen Natürlich entstanden hierdurch Betriebsstörungen, welche mehr Menschen hin wird man also die Ehre haben, sich vor Gericht oder minder große Verspätungen der einzelnen Trains herbei- über ein Vergehen, das man garnicht begangen hat, zu verblieben auch die Büge des Vorort- Verkehrs und der Stadtbahn halten wir folgende Buschrift: führten und das Ausbleiben der Büge von ein bis zwei Stunden antworten." über die fahrplanmäßige Zeit hinaus veranlaßten. Hierdurch Von Herrn Leopold Schwarznecker, Prinzenstr. 93, er lange Zeit auf der Strecke liegen. Die Sozialdemokratie von Reuß j. L. hält am 23. Auguſt von vormittags 11 Uhr an im Gasthaus zum Martinsgrund in Pöppeln bei Gera ihren 6. Parteitag ab. Die vorläufige Tagesordnung lautet: 1. Stassenbericht, 2. Bericht und Neuwahl des Agitationskomitees, 3. Bericht über den Stand der wahl der Preßkommission, 4. Der nächste Parteitag in Gotha " Reußischen Tribüne": a) Geschäftsbericht, b) Bericht und Neuund hl von Delegirten dazu, 5. Anträge. Anträge sind möglichst bis 16. August beim Genoffen mit Wetterlein in Gera einzureichen. Eine anerkennenswerthe Einrichtung hat, wie Klimsch's Anzeiger" mittheilt, ein großer Theil der dänischen Buch= Druckereibefizer getroffen, indem sie ihrem Personal abwechselnd 8 Tage Sommerferien gewähren bei voller Be- Mann, wechselnd 8 Tage Sommerferien gewähren bei voller Bezahlung des Wochenlohnes. Die Bezirkskrankenkassen- Wahlen in Przemy 31 in Galizien endeten abermals mit dem Siege der sozialdemokratischen Arbeiter. Die vorlegten Wahlen waren angeblich aus formalen" Gründen, thatsächlich aber wegen des für die Sozialdemokraten günstigen Resultats annullirt worden. Polizeiliches, Gerichtliches ze. Wegen Beleidigung des früheren Tisiter Polizeiverwalters Witschel, der des Meineids angeklagt, gegenwärtig aber in der gebracht ist, war Genosse Lorenz in Königsberg i. Pr., Irrenanstalt Allenburg zur Beobachtung feines Zustandes unter Redakteur der Königsberger Volfstribüne", im Auguft vorigen Jahres vom dortigen Landgericht zu drei Wochen Gefängniß verurtheilt worden, weil er durch eine Kritik der Amtehandlungen Witschel's diesen beleidigt habe. Das Reichsgericht hob das Urtheil auf, weil der Vorderrichter dem vom Angeklagten insFeld geführten Vertheidigungsgrund, daß er krant gewesen sei und die Aufnahme des beleidigenden Artikels ohne seine Zustimmung durch seinen Vertreter veranlaßt worden wäre, nicht genügend Beachtung geschenkt hatte. In der neuerlichen Verhandlung vor dem Königsberger Landgericht wurde Lorenz zu 150 M. Geldstrafe oder 15 Tagen Haft verurtheilt, wobei der Gerichtshof wie folgt argumentirte: Wenn der Angeklagte frant gewesen sei, dann hätte er sich eines geeigneten Vertreters versichern müssen, denn wenn er als verantwortlich zeichne, müsse er auch die Verantwortung für den Inhalt tragen, gleich viel об er die Artikel geschrieben oder be deren Aufnahme selbst veranlaßt habe. Der Schutz des§ 193( in Wahrnehmung berechtigter Interessen gehandelt) wurde Lorenz nicht zu gebilligt; im ersten Urtheil derselben Strafkammer war er ihm zugebilligt worden!- Bemerkt sei, daß die absonderliche Amtsführung des„ beleidigten" Polizeiverwalters Witschel seinerzeit fogar das Stadtverordneten Kollegium zum Einschreiten veranlaßt hat. Genoffe Lorenz verbüßt gegenwärtig eine dreimonatige Gefängnißstrafe, die am 24. August zu Ende ist. Wie unser Königsberger Bruderorgan mittheilt, ist ihm der Aufenthalt im Kerker schlecht bekommen; seine Gesundheit war ohnehin nicht die beste, um so schwerer hat er durch die Haft zu leiden. Möge er sich nach der Rückkehr zu den Seinen bald wieder völlig erholen! Lokales. Die nächste juristische Sprechstunde findet am Freitag, ben 7. Auguft, von 71/ 2-81/ 2 Uhr abends statt. Folgendes Lokal steht der Arbeiterschaft unter den bekannten Begingungen zur Verfügung: Bürgerliche Brauerei, Tempelhofer Berg 6. Achtung, Parteigenossen! Die Arbeiter der Allgemeinen Elektrizitäts- Gesellschaft, Ackerstraße( 3 Gäle, Abtheil. für Draht, Gummi und Mechanik) machen am Sonn abend, den 15. August, eine Landpartie nach Schild" Im Interesse der Stadtbahnfahrer wird uns nach stehendes geschrieben: Stehe ich da 8 Uhr 33 Min. vormittags erwartungsvoll auf dem Bahnhof" Gesundbrunnen", um mich nach Mann, der seiner Sache gern sicher geht, studire ich den Fahr Bahnhof Treptow befördern zu lassen. Bahnhof Treptow befördern zu lassen. Als gewissenhafter plan, und da ich fand, daß der nächste Bug ein Nordring- Bug" ist, verschmähe ich die Beförderung mit diesem," um die Fahr gelegenheit 9.01 zur Beförderung nach Treptow zu benutzen. Ich hatte jedoch die Rechnung ohne die Eisenbahnverwaltung gemacht: der Mensch denkt, die Eisenbahnverwaltung lentt," und dieses mal lenkte sie die Sache ganz eigenthümlich: Es wird 9.05; der erwartete Bug langt nicht an. Ich drückte dem Bahnhofinspektor meine Verwunderung aus, daß die fahrplanmäßig aufgeführten Züge nicht eingehalten werden. Da meine Ausführungen ungläubig aufgenommen wurden, so blieb mir nichts Aussehen: übrig, als an der Hand des Fahrplans diese zu beweisen. Die betreffende Rubrik auf dem Fahrplan hat folgendes Treptow Gesundbrunnen V Nur. Sonntags. Weiter Südring. 9.25 9.15 Bezüglich der von Ihnen gebrachten Mittheilung in Nr. 179. Ihrer Zeitung Ueber einen Att brutaler Rohheit" in meinem Lotal, ersuche Sie höflichst um Aufnahme folgender Berichtigung: Die angeblich geschlagenen 8 Personen betraten mein Lokal meiner Gäfte; beim Bezahlen der Zeche entspann sich eine gegen 12/2 Uhr, sangen zotige Lieder in Anwesenheit von Frauen Differenz, wobei eine der betreffenden Personen erklärte:" Ich bezahle überhaupt nicht." Nachdem ich nun die Herren aufforderte, mein Lokal zu verlassen, wurde der Aufforderung nicht Folge geleistet, wurde vielmehr ich thätlich angegriffen und und meine Frau auf die Straße gezerrt, auf das Hilfegeschrei derselben sprangen mir meine Stammgäfte zur Hilfe und säuberten wir das Lokal. Nachdem ich den Laden geschlossen, fanden wir noch zwei Hüte darin, welche wir mit einem Schuhmann hinausgeschickt haben, da ich die Rolljalousie nicht mehr in die Höhe ziehen fonnte, weil die bedeutend angewachsene Menschenmenge dann noch in das Lokal gedrungen wäre und unzweifelhaft dann alles demolirt hätte. Uebrigens habe ich gegen sämmtliche Personen Strafantrag wegen Hausfriedensbruch, Sachbeschädigung und thätlichen Angriff gestellt und wird die Gerichtsverhandlung die Wahrheit meiner Angaben beweisen." Bisher steht Aussage gegen Aussage, die wir nicht gegen einander abwägen können. Wir werden die Verhandlungen in dem bevorstehenden Prozeß abwarten. Zwei interessante Augenoperationen unter Anwendung des Magneten wurden kürzlich in der Augenklinik der Universität Die Nordbahn Stationen waren also aus ausgeführt. Beide Fälle betrafen hiesige Fabrikarbeiter; der gefüllt bis Treptow( Südring), während von dort eine flagte über stechenden Schmerz im Auge und vermuthete, daß ab die betr. Spalte einen leeren Raum aufwies, der die Be- daß derselbe von einem eingedrungenen Eisensplitter herrühre. merkungen:" Weiter Südring"„ Nur Sonntags" trug. Daraus Erst nach langer Untersuchung stellte sich heraus, daß diese Ver. wird jeder des Lesens Kundige entnehmen müssen, daß mit diesem muthung richtig war; der Splitter hatte sich völlig in der Horn 3uge jedes Weiterfahren von Station Treptow in der Richtung haut eingedrückt. Die Wunde wurde ein wenig erneuert, worauf Südring" nur Sonntags möglich ist. Der Herr Inspektor der Eisensplitter willig dem Magneten folgte. In dem fuchte mir indeß klar zu machen, die Eisenbahnverwaltung habe zweiten Falle saß der Splitter schon einige Tage im mit diesem Schema ausdrücken wollen, daß diese Züge auch auf Auge und hatte eine starte Eiterung verursacht; auch hier geder mit Zahlen versehenen Strece an Wochentagen über lang die Operation glücklich. Die Anwendung des Magneten haupt nicht verfehrten. Der Herr gab mir zwar zu, daß wurde zuerst vor etwa 5 Jahren von dem hiesigen Geheimrath fchon viele meine Auffassung gehabt, mancher Irrthum hierdurch Hirschberg mit Erfolg versucht. Seit jener Zeit hat der Ge= entstanden sei, und noch entstehen wird, und daß die Bemerkung nannte weit über 100 derartige Operationen ausgeführt, während Nur Sonntags" vor, resp. unter der Ausgangsstelle der die Gesammtzahl aller unter Anwendung des Magneten vorBüge zu stehen hätte, er meinte aber, der Fahrplan würde da- genommenen Augenoperationen weit über 1000 beträgt. Die durch zu große Dimensionen annehmen und dieser Dimensionen durch das Eindringen von Eisensplittern in das Auge ver wegen so war die Ansicht des Herrn hatte man eben das ursachten Unfälle werden von Jahr zu Jahr, wie sich das in erwähnte Schema gewählt. Eine derart formulirte Ankündigung Berlin beobachten läßt, zahlreicher; fie nehmen an Bahl zu in muß aber nothwendigerweise wegen ihrer Zweideutigkeit zu dem Verhältniß, wie die Eisenindustrie an Ausdehnung gewinnt, Mißdeutungen führen. Man kann doch vom Publikum nicht was in Berlin in recht erheblichem Maße der Fall ist. verlangen, daß es Räthselaufgaben nach den Fahrplänen löst. Berliner Aquarium. Die Reptiliensammlung wurde außer Das Gewitter in der Sonntag- Nacht hat in der Um- einer Gesellschaft der noch lange nicht genügend gekannten gebung Berlins mannigfachen Schaden verursacht. Der firömende Kreuzottern, um eine brasilianische Riesenschlange vermehrt, welche Regen hat verschiedene Ortschaften als Treptow, Nieder Schön- der ohnehin äußerst werthvollen Kollektion Riesenschlangen eine weide, Grünau unter Wasser gehetzt, so daß die Fluthen vielfach interessante Ergänzung brachte. An Seethieren gingen einige in die Keller hineindrangen. Durch einen Blitzstrahl wurde bei weitere Sendungen aus dem nördlichen und südlichen Meere ein. Köpenick eine Scheune getroffen und start demolirt, ohne daß Die eine der ersteren schloß eine bisher noch fehlende Spezies jedoch der elektrische Funke zündete. Auch in den westlichen Vor- der Gattung Seenadel mit ein. Diese in Gestalt und Fortorten Berlins trat die Naturerscheinung außerordentlich heftig pflanzung so merkwürdigen Fische bevölkern das sogenannte auf, ohne jedoch nennenswerthen Schaden anzurichten. Seepferdchen- Bassin. Wenn der Besucher bei nur oberflächlichem ,, Trollig" findet das hiesige Organ für Hofflatsch, das Hinsehen von ihnen wenig oder nichts bemerkt, so liegt das horn. Wir machen die Genossen darauf aufmerksam, daß im Kleine Journal", folgendes Borkommiß, das sich beim daran, daß die finger- bis handlangen dünnen, nadelartig ge= genannten Ort fein einziges Lokal der Arbeiter Taubenschießen in Heiligendam m ereignet hat. Wir treckten Büschelkiemer in Form und Farbe den im Wasser bea schaft zur Verfügung steht. Die Lotal lassen die überaus charakteristische Mittheilung wörtlich folgen: der langgezogenen, schmalen Blätter des Seegrases ist so findlichen Pflanzengebilden sehr ähnlich sehen. Die Nachahmung tommission. , Großherzog und Staatsanwalt. Ju Heiligen Achtung, Buchbinder! Donnerstag, den 6. Auguft, abends dam'm hat sich während der letzten Doberaner Rennen ein höchst täuschend, daß nur ein sehr geübtes Auge fie in solchen See1/29 Uhr, findet bei Feuerstein, Alte Jakobstr. 75, eine Wert- amüsanter Vorfall abgespielt. Bekanntlich wird dort zur Zeit grasbüscheln zu entdecken vermag, während sie natürlich bei ihren ftuben Delegirten Sigung mit der 2ohn- Kom- der Rennen auch der Sport des Taubenschießen 3 graziösen Schwimmbewegungen sofort wahrzunehmen sind. mission betreffs Vorbereitung zur Lohnbewegung ftatt. Die eifrig gepflegt und der Großherzog von Mecklenburg- Der Zoologische Garten besitzt augenblicklich eine so reichKollegen der Werkstuben, in welcher fein Delegirter vertreten ist, Schwerin, der hohe Protektor des schönen Bades, haltige Sammlung von lebenden Papageien, wie sie sicherlich in werden dringend ersucht, einige Kollegen sowie Kolleginnen zu ist einer der eifrigsten Freunde dieses Sports, an welchem feinem anderen zoologischen Garten der Erde vorhanden ist. dieser Sigung zu entsenden. er sich unter dem Namen eines Grafen Schwerin zu betheiligen Nicht weniger als 132 verschiedene Arten sind hier vertreten, Die Allgemeine Orts Krankenkaffe gewerblicher Ar- pflegt. Beim Taubenschießen find stets auch einige Gendarmen also fast ein Drittel aller bekannten Spezies; für den Vogelzugegen, um den Andrang unbefugter Neugieriger abzuwehren. Kundigen und Vogelzüchter ein außerordentlich reichhaltiges beiter beschloß in der außerordentlichen Generalversammlung Am legten Freitag nun, als das Taubenschießen unter der Material zur Vergleichung und zum Studium. Es gelang wieder am Sonntag die Erhöhung der Unterstützung von 13 auf 26 Wochen, die Kündigung des Vertrages mit dem Verein Berliner Assistenz des Großherzogs gerade im besten Gange war, erschienen eine bisher noch niemals eingeführte Art, den Blautappen. plöglich zwei Gendarmen, um im Auftrage der Staatsanwalt- oder Gelbsteiß Sittich aus Süd- Australien zu erwerben. Kaffenärzte und die Einführung einer möglichst freien Arztwahl. schaft die Namen der Mitschießenden festzustellen, die ausnahms. Dieser herrliche Papagei hat ein lafurblaues Gesicht und lasur( Näherer Bericht folgt.) los Aristokraten und Sportsleute waren. Tags darauf bekamen blauen Flügelbug und Flügelrand; sein Unterkörper ist schwefeldie sämmtlichen Herren Vorladungen, um sich vor dem Staats- gelb, die Bauchmitte scharlachroth, die Brust und Rehle ebenso Die Stadtverordneten von Berlin können in diesem anwalt wegen hierquälerei zu verantworten. Die von wie der Rücken zart olivengrau. Jahre ohne Unterbrechung ihre Ferien genießen, da gegen die gewiffer Seite immer wieder verbreitete Legende von der ThierRichtigkeit der ausgelegt gewesenen Gemeinde quälerei, die das Taubenschießen angeblich mit sich bringen Wählerlisten Einspruch nicht erhoben worden ist. soll, ist um so hinfälliger, als jede Taube, die unter dem Messer Sein Einspruch gegen die Richtigkeit dieser Listen hätte zur Folge der Köchin ihr zartes Leben auszuhauchen hat, weit mehr leiden gehabt, daß die Stadtverordneten vor Ablauf des Monats Auguft muß als eine Taube, die geschossen wird, wie ja überhaupt die zu einer Sizung hätten zusammentreten müssen, um über die Küche auch für andere Thiere, wie Krebse 2c., eine weit un eingelegten Proteste zu entscheiden. Während der Zeit, in welchen angenehmere Marteranſtalt ist als eine frische und fröhliche die Listen ausgelegt waren, haben diefelben nur 75 Personen Jagd. Wird eine Taube ausnahmsweise einmal durch den eingesehen, während im vorigen Jahre die Zahl derselben rund Schuß nicht sofort getödtet, so stehen für alle Fälle 7400 betrug. Allerdings ist in Rücksicht zu ziehen, daß in diesem zwei Hunde bereit, die ihren Leiden unverzüglich ein Ende Eine Schwindlerin, die sich Ella Erdmann auch Elisabeth Jahre Erfahwahlen für die Stadtverordneten- Versammlung, wie machen, was eine Sache weniger Sekunden ist. Abgeschmackte Ehrenberg nennt, aus Düren gebürtig sein will und zuletzt in dies im vorigen Jahre der Fall war, nicht stattfinden. In diesem Sentimentalität ist also beim Taubenschießen am allerwenigsten der Stegligerstraße wohnhaft war, versuchte von vertrauensJahre können nur Wahlen für einzelne etiva ausscheidende am Plate. Drollig mag es nur sein, wenn der mecklenburgische feligen Leuten Darlehne zu dem Zweck zu erlangen, um in einer Mitglieder der Stadtverordneten Versammlung in betracht Staatsanwalt erfährt, daß auch sein eigener Landesfürst sich des Erbschaftssache eine Reise unternehmen zu können. Sie ver tommen. vermeintlichen Vergehens der Thierquälerei schuldig gemacht hat." spricht Rückzahlung des Geldes mit anständigen Zinsen nach Von den im Wahlburean eingegangenen Anmeldungen Aeußerst drollig" in der That! Wir wollen keine Be- Erledigung der Erbschaftsangelegenheit. Die Schwindlerin zeigt zur Eintragung in die Wählerlisten zur Wahl der Beifizer trachtungen darüber anstellen, was der mecklenburgische Staats- als Beweismittel für ihre Behauptungen verschiedene Papiere des Gewerbegerichts in Berlin fonnten 1723 Anträge nicht be- anwalt nunmehr denken und thun wird. Aber was auch der vor, die sich bei aufmerksamer Prüfung sofort als gefälscht er rücksichtigt werden und zwar: 72 auf grund des§ 9 Absatz 2 Ausgang der Heiligendammer Sache sein wird, das Taubenschießen weisen. Die Gaunerin hat sich außerdem des Betruges und des Ortsstatuts betreffend das Gewerbegericht bezw.§§ 30 und 31 bleibt dennoch eine Thierquälerei, mag auch das berüchtigte Berliner der Urkundenfälschung schuldig gemacht und wird polizeilich des Gerichtsverfassungs- Gesezes, 13 weil sie noch nicht 25 Jahre Rotottenblatt eine solche Auffassung noch so oft für eine abge- gesucht. alt waren, 88 weil sie noch nicht ein Jahr in Berlin und auch schmackte Sentimentalität" erklären. Dieser aristokratische Sport ist noch nicht ein Jahr beschäftigt waren, 31 weil sie teine Deutsche auch nicht einmal eine frische, fröhliche Jagd". Es dafür auszu-& ßmann aus der Alvenslebenerstraße 16. Derfelbe Von Strolchen ausgeplündert wurde der Tischler Karl waren, I der als Vertreter einer Firma nach§ 10 Absatz 2 des geben, ist ein frecher Schwindel. Jagd nennt man die VerOrtsstatuts nicht das gesetzliche jährliche Einkommen von folgung wilder Thiere. Das Taubenschießen spielt sich aber so 2000 W. besaß, 1 weibliche Person, 6 die weder hier wohnhaft ab, daß man zahme Tauben, eine nach der andern, ain Schießnoch hier beschäftigt find, 2 die Mitglieder von Innungen sind, stand flattern läßt, worauf die Sportsmänner sie niederknallen. für welche ein Schiedsgericht in Gemäßheit der§§ 97a und 100d Wer die meisten Tauben zur Strecke bringt, hat bei dem Wettder Gewerbe- Ordnung errichtet ist, 1509 Personen, die in einem schießen gewonnen. Eine höchst ritterliche Uebung das! Wahlbezirk wohnen, der in diesem Jahre nicht zur Wahl steht. Der gestrige Stadtbahn- und Vororts Verkehr hatte unter ganz ungewöhnlichen Störungen zu leiden, wie solche In bezug auf den Diebstahl des Privatpoftboten Kranse erhalten wir folgende Zuſchrift: Als der Streit bei der Privatpost am 4. Juni ausgebrochen mittags um 2 Uhr, der 29 Jahre alte Arbeiter Gottlieb Bei der Arbeit verunglückt ist am Montag, nachPietat aus der Boyenstraße in der Maschinenfabrit von Flohr, Platten beschäftigt, als ihn eine mehrere Zentner schwere Platte Chauffeeftr. 28b. Der Mann war beim Montiren eiserner auf das linte Bein fiel und ihm dieses zerschmetterte. Der Vers unglückte wurde durch einen Arbeitsgenossen in die Charitee ge bracht. batte sich spät abends am Kottbuser Ufer auf einen Zaun gesetzt und war eingeschlafen. Zwei von jenen Strolchen, welche die dortige Gegend unsicher machen, schlichen sich heran, raubten dem Schlafenden die Geldbörse und die Uhr, packten ihn dann selbst und warfen ihn, ehe er noch wach geworden war, kopfüber in den Landwehrkanal. Im Wasser zum Bewußtsein gekommen, schrie Eßmann aus Leibeskräften um Hilfe. Glücklicherweise waren Leute in der Nähe, die ihn sofort hörten und mit großer Mühe retteten. Zwei Schuhleute des 45. Reviers machten sich Das neue Nothbremsen System, welches vor etwa zwei Jahren in einigen Wagen der Wannsee Bahnzüge zu nächst versuchsweise eingerichtet wurde, und das in einem an der Decke befindlichen 3ughebel besteht, ist jetzt, da es sich sehr gut bewährt hat, auf sämmtlichen Vorortbahnen wie auch auf der Stadt, und Ringbahn bereits bei der weitaus größten Zahl der Wagen zur Einführung gelangt. In einem weiteren Jahre dürften auch alle übrigen Wagen damit versehen und dann die alten Nothbremsen, die Drehhebel an den Koupeewänden, aus sämmtlichen Wagen aller Vororts wie Stadtund Ringbahn- Züge verschwunden sein. und Gerichts Beifung. an die Verfolgung der Mordgesellen, bie man bei dem Hilfe- siedelung der Provinz Brandenburg, mit einer Rleinbahn durch rufe des„ Gefledderten" noch davonlaufen fah. Es gelang ihuen schneiden wollen. Das geplante Kleinbahnnet soll, wie auch, beide einzuholen und zu fassen. Sie wurden zunächst auf wir der Bossischen Zeitung" entnehmen, aus folgenden Einer ftrafbaren Beeinflussung von Arbeitern war der die Wache gebracht und von dort vorgestern Morgen der Kriminal- Strecken bestehen: Lübben-Straupiz, Straupiz- Burg- Schuhmacher Heinrich Heidt angeklagt, welcher gestern vor der polizei zugeführt. Der Beraubte mußte in das städtische Kranken- Kottbus, Byhlen- Lieberose- Jamlik Straupig ersten Ferienftraftammer des Landgerichts 1. stand. Es wird haus am Urban gebracht werden. Goyah. Die Strecke Straupiß- Burg- Rottbuch nun durch uns darüber berichtet: Der Fabrikant M. hatte eine größere schneidet, wie die den Kreisständen gemachte Vorlage fich harmlos Anzahl seiner Arbeiter wegen angeblich ungebührlichen Betragens ausdrückt, bei Station 330-333 den Schloßberg von Burg, d. h. entlassen. Zu diesen gehörte auch der Angeklagte. Er also, man betrachtet diese Erhöhung als willkommene Beute zur wollte nun verhindern, daß die in Arbeit Gebliebenen Gewinnung von Aufschüttungsmaterial für den Bahnbau. Und ihrem Arbeitgeber weitere Bestellungen ausführten und hielt fich niemand rührt sich, diesem Frevel Einhalt zu gebieten, der so leicht deshalb vor dem Eingange des betreffenden Ladens auf. Als er tönnte. Der in altgermanischer Zeit errichtete Schloßberg von Burg Schuhwaaren abliefern wollte, foll er ihn mit Schimpfworten durch eine geringfügige Verlegung der Bahnlinie vermieden werden einen seiner Kollegen abfaßte, der einen Korb voll fertiger war eine Zufluchtsstätte der Spreewaldbewohner in Kriegsnöthen; er überhäuft, ihn an den Rock gefaßt und geschüttelt haben. Der lag mitten in Wasser und Sumpf, unangreifbar. Er diente aber Angeklagte soll hierfür vierzehn Zage Gefängniß Man fand dort bei verschiedenen verbüßen. auch als Begräbnißstätte. Ausgrabungsverfuchen glatte, durchbohrte, meist furze Steinbeile, Die Nr. 109 der ,, Neuen Preußischen( Kreuz-) Zeitung" Broncen, Goldsachen, Eisen, Spinmirtel, Thongefäße u. s. w. Aus dem Fenster gestürzt. Gestern Abend 73/4 Uhr Zwei solcher Thongefäße stehen in der prähistorischen Sammom 5. März cr. enthielt eine Notiz des Jubalts, daß der Musterbäcker Hermann Paezoldt in Löbtau bei Dresden, ders stürzte aus dem 4. Stock des Hauses Franseckistr. 16 das fünf lung des Museums für Völkerkunde. Später ist der Jahre alte Mädchen des Schußmanns Graude auf den Hof hinab. Burgwall von den Slawen, die den Germanen als Bewohner selbe, der in der Arbeiterschutz- Kommission als Berichterstatter die Interessen der Bäcker vertreten Daffelbe fiel in der 1. Etage auf ein Blumenbrett mit dem Kopfe des Landes folgten, besetzt gewesen, und auch in der nach aufgetreten sei und habe unter Hinterlassung einer großen Schuldenlast auf und riß Töpfe und Bierflaschen mit sich hinab. Der im slawischen Zeit hat man ihn als Siedelungsstätte benutzt. Nach flüchtig geworden sei und namentlich" Genoffen" reingelegt felbigen Hause wohnhafte Dr. Gehricke konstatirte, daß die ganze einer Meffung W. v. Schulenburg's ist der Schloßberg 470 Schritt wie ausdrücklich Diese Notiz, welche bei linte Rörperhälfte aufgerissen und ein Schädelbruch erfolgt sei. Tang und 135-250 Schritt breit. Bedauerliche Zerstörungen gefügt den Dresdener Nachrichten" entnommen war, Das Kind, welches noch lebte, wurde von der Mutter in Privat- hat schon früher die landwirthschaftliche Kultur an ihm an- wurde zwei Tage später in allen ihren Einzelheiten als pflege genommen. gerichtet, aber noch immer erhebt er sich als stattlicher Be unwahr widerrufen. Der Bäckermeister Paezoldt strengte Polizeibericht vom 1. Auguft. Vormittags fiel die herrscher der flachen Umgebung aus dem Gelände des Spree. durch den Rechtsanwalt eine gegen den verantwortlichen 86jährige Schneiderin Alice Sperber vor dem Hause Lindenwaldes. Es müßte entschiedener Einspruch erhoben werden gegen Chefredakteur der„ Kreuz- Zeitung" Prof. Kropatscheď die ftraße 16 beim Abspringen von einem in der das Geschick, das diefem gewaltigen Wert unserer ältesten VorFahrt befindlichen Pferdebahnwagen der Linie fahren lediglich um eines technischen Vortheils willen durch den Privatbeleidigungs Klage an und das Schöffengericht erkannte Marheinideplatz- Gesundbrunnen hin und zog sich eine Verlegung in Aussicht stehenden Bahnbau angedroht wird. am Hinterkopfe zu. Da sich bald Ohnmachtsanfälle einstellten, wurde sie durch einen Schuhmann mittels Droschke nach ihrer Wohnung in der Kreuzbergstraße gebracht, wo der sofort herbeigerufene Arzt einen Schädelbruch feststellte. Auf seine Witterungsübersicht vom 3. Auguft 1896. Swinemünde Hamburg Berlin Wiesbaden München Wien Barometer stand in mm, reduzirt auf d. Meeressp. Windrichtung NNW Windstärke 51834481433( Stala 1-12) Wetter Temperatur nach Celfius ( 50.40R.) 755 Regen 18 760 NM bedeckt 756 NW bedeckt 14 18 . . 762 NW bedeckt 16 764' heiter 14 759 bedeckt 16 754 G 2 Regen 16 759 Dunst 23 767 N halb bedeckt 14 763 764 NO wollig woltenlos 13 Haparanda Petersburg Cort Aberdeen. Paris. 14 Wetter Prognose für Dienstag, den 4. August 1396. Langsam auftlarend mit steigender Temperatur und mäßigen nordwestlichen Winden; teine oder unerhebliche Niederschläge. Berliner Wetterbureau. Gewerbe- Ausstellung 1896. habe. auf 100 M. Geldstrafe. Gegen dieses Urtheil legte Prof. Kropatscheck durch den Rechtsanwalt Eschenbach Berufung ein mit der Begründung, daß er die Unwahrheit der Notiz, die ohne sein Wissen und Wollen durch einen seiner Redakteure in die Zeitung gekommen sei, nicht bestreite, daß aber die Strafe namentlich mit Rücksicht auf seine bisherige völlige Unbescholtenheit eine zu hohe sei. Außerdem bestritt er jede Absicht der Beleidigung und wies darauf hin, daß die Veröffentlichung nicht in frivoler Weise erfolgt, sondern daß die Notiz einem Blatte( den Dresdener Nachrichten") entnommen sei, das mit den dortigen Verhältnissen wohl vertraut sein konnte. Die Verhandlung endigte mit einem Vergleiche der Parteien. Prof. Kropatscheck erklärte sein Bedauern darüber, daß die fragliche Meldung aus Dresden in dieser Form Aufnahme gefunden habe und übernahm die Kosten des Verfahrens. Daraufhin wurde die Klage vom Rechtsanwalt Heine zurückgezogen. " Wegen Beleidigung eines Zengen im Gerichtssaale war der Arbeiter Julius Lücke vom Schöffengerichte zu einer Gefängnißstrafe von vier Monaten verurtheilt worden. Lücke hatte einem Schußmanne, der in einem Termine als Belaftungszeuge gegen ihn auftrat, das Wort„ Meineidsbruder" zugerufen. Zunächst wurde ihm hierfür eine sofort zu verbüßende dreitägige Haftstrafe auferlegt und später folgte seine Verurtheilung wie oben erwähnt, welche gestern von der Be rufungsinstanz bestätigt wurde. Die Sternkammer in England. Während der Regierungszeit König Heinrich VII.( 1485-1509) wurde ein Institut errichtet, das sich seiner Zeit durch seine strengen Verurtheilungen sehr verhaßt gemacht hatte: ein Ge richtshof für politische Verbrechen, gegen deffen Urtheil es keine Appellation gab. Seinen Namen führte er von dem Sigungsfaal, deffen Decke mit Sternen geschmückt war. Der Sternkammer waren auch die Buchdrucker- Angelegenheiten zugetheilt: Konsessions- Ertheilung, Preß- Angelegenheiten 2c. So hatte sie darüber zu entscheiden, wie viel Druckereien in London existiren durften; außer London hatten nur noch die Universitätsstädte Cambridge und Oxford das Recht, je eine Buchdruckerei zu halten. In welcher Weise die Preß- Angelegenheiten abgeurtheilt wurden, dafür liefern die beiden folgenden Beispiele recht schlagende Beweise. Anordnung wurde die Berlegte mittels Krantenwagens Stationen. nach der Charitee gebracht. In der Wilhelmstraße fand ein 3 usammenstoß zwischen einer Droschte, deren Führer übermäßig schnell und nicht auf der rechten Seite der Straße fuhr, und einem Möbelwagen statt, wobei die auf diesem sigende fünfjährige Tochter des Händlers Ninnemann herabgeschleudert und im Gesicht verlegt wurde. An der Ecke An der Ecke der Landsberger- und Waßmannstraße gerieth mittags der 30 Jahre alte Raufmann Hugo Hockstein unter die Räder eines Bäckerwagens und trug eine Quetschung des linken Unterfchenfels davon. Der bei dem Bierverleger Heidepriem auf dem städtischen Biehhofe als Arbeiter beschäftigte 23jährige Metalldrücker Otto Krätte wurde nachmittags durch eine mit heißem Wasser gefüllte Biertonne, welche er, bie Treppe rückwärts herabgehend, in den Keller des Rinder Schlachthauses 6 schaffen wollte, gegen die Wand gedrückt und innerlich so schwer verletzt, daß der 20d auf der Stelle eintrat. Die Leiche wurde nach dem Schauhause gebracht. Vor dem Grundstücke Neue Königstraße 2 wurde der 38jährige Sattler Adolf Laube durch einen Geschäftswagen, deffen Pferd durchgegangen war, überfahren und am rechten Bein schwer verletzt. Auf dem Neubau Krausenstraße 48 stürzte nachmittags ein etwa drei Meter hohes Gerüst im Erdgeschoß zusammen, so daß die auf demselben beschäftigten Arbeiter Der Arbeitsausschuß der Berliner Ausstellung erläßt herabfielen und mehr oder weniger schwere Verlegungen davon folgende Bekanntmachung:„ I. Bom heutigen Tage ab wird für trugen, und zwar der Maurer Gustav Schäge und der Arbeiter Kinder bis zu 10 Jahren das halbe Eintritt 3. Max Liebau eine Rippenquetschung, der Arbeiter Emil Bahn eine Berlegung am Hinterkopfe, der Arbeiter Hermann Steinberg geld erhoben, die Billets dazu sind nur an unseren Kaffen zu haben. II. Bom heutigen Tage ab werden für die Dauer der einen Bruch des linken Unterschenkels, und der Arbeiter Leopold Ausstellung Dauerkarten zum Preise von 7 Mart Benz leichtere Berlegungen am Auge. Steinberg und Liebau wurden nach der Unfallstation V, und von dort mittels Kranken- ausgegeben. Diese Beschlüsse wurden in der SonnabendSigung des gefchäftsführenden Ausschusses gefaßt, welcher wagens nach der Charitee gebracht, während die übrigen sich in der Leiter unseres Difiziellen Internationalen Preßbureaus ihre Wohnungen begaben. Der Unfall ist anscheinend durch beiwohnte. übermäßige Belastung des Gerüst es herbeigeführt Beitungen die betreffende Mittheilung Dieser verließ sofort die Sigung, um den noch rechtzeitig worden.( Der Schuldige wird hoffentlich zur Verantwortung machen gu tönnen. Bei der Herstellung der neuen gezogen. Dieser beständigen Gefährdung der Arbeiter durch Eintrittskarten ergaben sich jedoch unvorhergesehene Schwierig lottrige Gerüsteinrichtungen muß ein Ende gemacht werden. feiten, die es nothwendig machten, mit dem Verkauf der KinderRed. d. V.".)- Gegen Abend gerieth in der Friedensallee der billete bis Montag zu warten. Seit heute früh werden diese er- Aufruf an das Parlament gegen die Prälaten. Er schalt legtere Im Jahre 1610 publisirte ein gewisser Dr. Leighton einen 66jährige Stellmacher Ernst Tiete unter die Räder einer mäßigten Karten denn auch verkauft." Drofchte und erlitt außer mehreren Kopfwunden vermuthlich Diese Geschichte von den Kinderbillets ist ja recht mert antichriftlich" und" fanatisch", Männer des Blutes, Raben und auch noch innere Berlegungen, so daß seine Ueberführung nach würdig. Es sollte dem Arbeitsausschuß doch nicht unbekannt Dohlen. Wegen diefer harmlosen Aeußerungen, die man heute Wilhelm Schramm wurde in der Klosterstraße mit einer start su halben Preisen einfach durch Salbirung der gewöhnlichen lieft, wurde der Charitee erforderlich wurde.- Der obdachlose Arbeiter geblieben sein, baß bei den Eisenbahnen z. B. die Kinderbillets bugendweiſe in vielen englischen und irländischen Zeitungen der Doktor vor die Sternkammer sitirt Es ist eine furzem Prozeß abgeurtheilt. blutenden Berlegung am Kopfe, die feiner Angabe zu- Billets ausgestellt werden. Hätte der Ausschuß dieses einfache und folge ihm ein Lumpenhändler in der Parochialstraße bei einem Auskunftsmittel ergriffen, dann wären nicht tausende von Schilderung der Strafvollstreckung erhalten, die hier wiederStreit beigebracht haben soll, aufgefunden und nach der Unfall- Leuten genasführt worden, die auf Ankündigung am Schalter der gegeben sei: station in der Brüderftraße gebracht, wo ihm ein Verband an Ausstellung erschienen und dann zu ihrem Herger für die Kinder von Westminster ein Theil der Sentenz vollzogen worden, folgender Freitag, am 16. November, ist an ihm im neuen Balast gelegt wurde. Abends lief in der Königstraße der dreijährige voll bezahlen mußten. Sohn des Postillons rosch te gegen eine vorüberfahrende maßen: Wie windig die Ausrede des Arbeitsausschusses ist, Drofchte, gerieth unter die Räder und erlitt eine be- geht übrigens auch aus folgender Mittheilung des Berliner 1. Er wurde sehr ernstlich durchgepeitscht, bevor er an den deutende Quetschung des rechten Jußes. Aus Liebes- Tageblatt" hervor:" Unserem Vertreter auf dem Terrain der Pranger gestellt worden ist. gram versuchte der 24 jährige Arbeiter May Thiersch Ausstellung wurde sie offiziell bekannt gegeben mit der aus, 2. Als er an dem Pranger gestanden, hat er eins seiner in seiner Wohnung, Fürstenwalderstraße 15, fich mittels Arfenit drücklichen Bersicherung, daß die Maßregel fchon Ohren abgeschnitten bekommen, Au vergiften. 8. Auch eine Seite seiner Nase aufgeschlißt. Er wurde nach dem Krankenhause am am Sonntag Vormittag in traft treten würde. Die Friedrichshain gebracht. In der Nacht zum 2. d. Mts. fiel Beitungen find somit in bedauerlicher Weise trotz aller Vorsicht 4. Gebrannt auf eine Wange mit einem heißen rothen am Landwehrkanal der in der Kirchbachstraße 6 wohnhafte und durch die Schuld der„ Ausstellungszeitung" zu Vermittlern Gisen mit den Buchstaben S. S. bedeutend: Slirrer up of 32 Jahre alte Tischler Karl Eschmann, welcher sich auf einer Nachricht geworden, die vielen Berlinern gestern Unannehm. Sedition"( ein Aufruhrstifter), und dann zurückgeführt ins FleetUnannehm- gefängniß und gebüßt mit 10'000 Bfd. Sterl. und eingesperrt auf der Böschung zum Schlafe niedergelegt hatte, in den Landwehr- lichkeiten bereitet hat." Kanal. Durch Vorübergehende wurde er, noch schwache Lebenszeichen von fich gebend, aus dem Wasser gezogen und nach dem Krankenhause am Urban gebracht, wo der Arzt indessen nur noch den inzwischen eingetretenen Tod feststellen fonnte. Auf dem Hofe des Hauses Reichenbergerstr. 6, in der Nähe ihrer im Erdgeschoß belegenen Wohnung, wurde die fünfzig Jahre alte Almofenempfängerin Friederike Heim in einer großen Blutlache liegend aufgefunden und, nach dem ber Arzt eine erhebliche Berlegung am Kopfe sowie eine schwere Gehirnerschütterung festgestellt hatte, mittels Kranfenwagens nach dem Krankenhause an Urban gebracht. Ob die ift, fonnte noch nicht ermittelt werden. Im Laufe des Tages Berletzte sich aus dem Fenster gestürzt hat oder herausgefallen fanden zwei unbedeutende Brände statt. " Aus den Nachbarorten. Steglik. Am Sonnabend fand hier die Eröffnung der Kaninchen, Singvögel und Zauben- Au3stellung statt. Dieselbe ist mit Thieren aller Art reichlich beschickt. nach Lebenslang. hatten. Der Verkehr auf Eisenbahnen, Omnibuffen und Und von da sieben Tage später, die Wunden auf dem Rücken, Schiffen nach und von Treptow in der Woche vom 25. bis Ohr, Nase und Wange noch nicht turirt, zum zweiten Male am 81. Juli stellt sich folgendermaßen dar: Es wurden befördert: Schandpfahl in Cheapside durchgepeitscht und alldaselbst der Rest 1. Auf Eisenbahnen nach Treptow 207 500, von Treptow der Sentenz an ihm vollzogen durch Abschneidung des zweiten zurück 249 000; 2. auf Straßenbahnen und Omni- Ohres, Brennung der anderen Wange und Aufschlihung der bussen nach Treptow 188 724, von Treptow aurück 189 062; zweiten Nafenfeite." 3. auf Schiffen nach Treptow 16 914, von Treptow zurüc Ein anderer Schriftsteller, namens Prynn, hatte ein Buch 16 608 Personen. In Gasthöfen und öffentlichen Fremdenlogis gegen das Theater und die Schauspieler geschrieben. Unglück wurden 19 085 Fremde beherbergt, licherweise fiel es der Gemahlin Karls I. ein, eine Maskerade Das Rauchverbot, das für die Ausstellungshallen seitens bei Hofe zu veranstalten, und trotzdem dies geschah, als auch gestern wieder zu unangenehmen Szenen, die mehrfach zur Königin gemacht zu haben. Die Sternkammer faßte ihn mit der Polizei erlassen ist, wird noch fortgefekt übertreten und führte Brynn's Buch schon unter der Preſſe war, wurde der unglückliche Autor dennoch beschuldigt, eine Satire auf die Feststellung von Gefeßesübertretern führten. Wie bereits erwähnt, ist das Rauchverbot von der Polizei erlassen worden und rührt ihren Klauen. Er erduldete diefelbe Tortur wie Dr. Leighton, auch von dieser die Bestimmung her, daß auch nicht brennende entwischte später aus dem Gefängnisse, wurde aber wieder eins Bigarren nicht frei in der Hand gehalten werden dürfen. gefangen und dem Volke zum Hohn, das für ihn beim König Aus diesem Grunde kann die Bestrafung von Personen, welche petitionirte, zum zweiten Male am Pranger durchgepeitscht; bei Uebertretung des Verbots betroffen werden, ohne weiteres mit ihm mehrere seiner Freunde, die ihm zur Flucht verholfen erfolgen. Wenn trotzdem seitens der Behörde weniger streng Die Chronit jener Zeit ist nur zu reich an ähnlichen verfahren wird und durch ertra zu diesem Zweck angestellte AufEinen schlimmen Abschluß nahmen die Schulferien am Sonnabend für die Knaben Otto Donath aus der Prinz feher das Publikum gewarnt wird, so liegt hierin eine anerkennens- Fällen. Mit der Abschaffung der Sternkammer im Februar 1641 Handjernstraße und May Kunscher aus der Wißmannstraße verwaltung. Es läge jedoch im allgemeinen Interesse, daß sich lische Preſſe. werthe Roulanz sowohl seitens der Behörde als auch der Ausstellungs- unter Karl I.( 1625-49) begann eine bessere Beit für die engin Rigdorf. Beide letterten auf dem Stahlmann'schen das Publikum den Anordnungen der Aufsichtsbeamten willig Mühlenberg vis- à- vis dem Amtshause auf einem Baun herum, bis füge und so peinlichen Szenen und Strafverhängungen aus dem Müllergeselle sie hinwegjagte. Beim Herunterspringen vom Baun traten die barfüßigen Knaben in die Scherben einer Wein- Wege ginge. flasche, die im Grase lag, und zerschnitten sich an denselben die Füße in schrecklicher Weise, so daß beide Knaben nach Anlegung von Nothverbänden mittels Wagen nach den Wohnungen ihrer Eltern gebracht werden mußten. Es ist übrigens ein Wunder, Das Walluer- Theater. Wir erhalten folgende Zufchrift: daß nicht weit öfter Kinder und Erwachsene sich in Glasscherben„ Nachdem die Wallner'schen Erben mit der Schiller. verlegen. Mit der größten Leichtfertigkeit werden im Freien, Theater- Aktiengesellschaft" eine Einigung über die weitere besonders im Walde, Glasscherben herumgeftreut. Viele Leute Pachtung des Wallner- Theaters nicht erzielen fonnten, ist soeben zerschlagen fogar absichtlich bei Ausflügen die mitgenommenen ein Bachtvertrag abgeschlossen worden, nach welchem Herr Flaschen, trotzdem sie sich doch sagen müssen, daß sie andere, die Hans Julius Rahn, derzeitiger Leiter des Stadt- Theaters meldet. gleich ihnen im Freien lagern wollen, dadurch gefährden. in Halle a. S., das Wallner- heater für die Beit übernimmt." Kunft und Wissenschaft. Vermischkes. Saalfeld, 3. August. Die Eisenbahn- Betriebsinspektion macht bekannt: Wegen Dammunterspülung zwischen Wöhlsdorf und Blankenburg i. Th. werden Personenzüge nach Arnstadt über Schwarza- Blankenburg befördert. Die Dauer der Störung wird 18 Stunden betragen. Königsberg i. Pr., 8. Auguft. Am Sonnabend find hier wiederum 6 Todesfälle infolge higschlages vor gekommen. Auch aus der Proving werden zahlreiche Fälle ge Eine Kulturbarbarei planen die Verwaltungen der Kreise vom 1. September 1897 bis zum 81, August 1902 Bferb einer Proschte burch, welche einen Herrn und eine Danie Rübben und Rottbus, indem sie eins der bedeutendsten Denkmäler nferer Vorzeit, den Schloßberg" von Burg im Spreewalde, die ältefte und umfangreichste vorflavische An- 1 Hamburg, 3. Auguft. Gegen 11/2 Uhr nachts ging das vom Helgoländer Dampfer abgeholt hatte. Bei Steinhöft wurde der Wagen in die Elbe geschleudert. Beide Infaffen ertranken, der Rutscher wurde gerettet, erlitt jedoch einen doppelten Beina bruch. Die Ertrunkenen find Ignas Pereles nebst Frau aus Prag. London, 3. August. Der Physiker Sir William Grove ist gestern gestorben. darauf im Krankenhause; zwei andere wurden leicht verlegt. Es scheint sich um einen Racheakt gegen den Schlossermeister zu handeln. Turin, 1. Auguft.( N. W. Tagbl.) Eine Gesellschaft von Ein Bombenattentat gegen einen Schlossermeifter. 45 Personen wurde auf dem Monte Rosa, in Höhe von Aus Wien wird geschrieben: Gestern brachte ein unbekannter 4300 Metern, von furchtbarem Schneesturm überrascht, und Mann in die Werkstätte des hiefigen Schloffermeisters Pasch ein rettete sich wie durch ein Wunder zur Königin Margheritahütte, Packet und bemerkte, dasselbe sei aus der Gießerei. Als die wo sie 48 Stunden eingeschneit blieben. In Turin herrscht Lehrlinge das Packet öffneten, explodirte dasselbe mit heftigem größte Aufregung. Die Nachricht von der Rettung wurde mit Knall. Ein Lehrling wurde schwer verletzt und starb kurz Jubel aufgenommen. Für den Inhalt der Inserate übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung Theater. Dienstag, den 4. Auguft. Nenes Opern- Theater.( Roll.) Margarethe. Deutsches Theater. Die Weber. effing- Theater. Fräulein Doktor. Schiller- Theater. Vergnügte Flitter wochen. Neues Theater. Tata- Toto. National- Theater. Die Reise durch die Gewerbe- Ausstellung. Rehdenz- Theater. Der Stellvertreter. Erlauben Sie Madame! Adolph Ernst- Theater. Charley's Tante. Vorber: Die Bajazzi. Central- Theater. Eine tolle Nacht. Belle- Alliance- Theater. Der Goldfuchs. Theater Unter den Linden. König Chilperich. Alexanderplat- Theater. offizielle Frau. Die Friedrich- Wilhelmstädt. Konzertpark. Spezialitäten- Borstellung. Apollo Theater. Spezialitäten- Bor stellung. Raufmann's Variété. SpezialitätenVorstellung. Schiller- Theater. ( Wallner- Theater.) Dienstag, abends 8 Uhr: Vergnügte Flitterwochen. Mittwoch, abends 8 Uhr: Krieg im Frieden. National- Theater. Große Frankfurterstraße 132. Direktion: Max Samst. Sensationelle Novität. Zum 67. Male: Die Reise durch die Gewerbe- Ausstellung. Große Bosse mit Gefang von Hugo Busse. Regie: Fritz Schäfer. Morgen: Dieselbe Vorstellung. National Theatergarten. Großes Konzert. Theaterstücke. Spezialitäten 1. Rauges. Urania. Briefkasten der Redaktion. Wir bitten bei jeder Anfrage eine Chiffre( awet Buchstaben oder eine Bahl) anzugeben, unter der die Antwort ertheilt werden soll. Die nächste juristische Sprechstunde findet am Freitag, den 7. Auguft, 72-81/ 2 Uhr abends statt. q im ,, Offenbacher Abendblatt". Den ganzen Artikel abzudrucken, geht schon aus Raumesgründen nicht an, und einen Auszug zu geben, das würde nichts au dem Eindruck ändern, den die kritisirte Stelle macht. nia. Apollo- Theater Kaufmann's Variété. Taubenstr. 48/49. Taubenstr. 48/49. Naturkundliche Ausstellung täglich geöffnet v. 10 Uhr vormitt. ab. Eintritt 50 Pf. abends Wissenschaftl. Theater Sternwarte Invalidenstr. 57–62 Lehrt. Stadtbahnhof täglich geöffnet von 7 Uhr abends ab. Eintritt 50 Pf. Näheres die Tagesanschläge. Passage- Panopticum. 42 LL wilde Weiber aus und Konzert- Garten Budapester Holzarbeiter! Die Lohndifferenzen bei Kiehle, Schwedterstr. 5, sind noch nicht ers Zuzug fernhalten! Friedrichstraße 218. Dir. J. Glück. Possen- u. Operetten- Theater ebigt Ein Abenteuer im Harem. Burleske mit Gesang u. Tanz in 1 Akt. Alkers Wasserpantomime. Unerreichte Schwimm- und Taucherkünste. Direktion: Gebrüder Herrnfeld. Heute, Dienstag, 4. August 1896: Achtung! Gefälschte Jungen. Metallarbeiter aller Branchen! Operette von Arnim. Musit von Schindler. Ferner zum 35. Male: In den folgenden Wertstätten dauert der Ausstand unverändert fort: Schäffer u. Oehlmann, Chauffeeftr. Eine Scene im Zoologisch. Die Welt geht unter. Frifter( Engel n. Segewald), LindenGarten. Urdrast. Pantomime der 6 Senetts 1. s. 1. u. f. w. it. s. w. Raffeneröffnung 612 Uhr. Konzert 7 Uhr. Auf. der Vorstell. 8 11hr. Spezial- Ausstellung Dahomey KAIRO Castan's Panopticum. Neu!! Neu!! Neu!! 4K hochsensationelle Neuheiten die ein Jeder sehen muss! Central- Theater. Alte Jakobstr. 30. Direttion: Richard Schultz. Dienstag, den 4. August 1896: Bum 257. Male: Eine tolle Nacht. Große Ausstattungsposse mit Gesang und Tanz in 5 Bildern von W. Mannstädt und J. Freund. Mufit von Julius Einödshofer. Anfang 72 Uhr. Alexanderplatz- Theater. Morgen: Eine tolle Nacht. Alexanderstr. 40. Direktion: Mar Samft. Sensationellste Novität der Saison. Zum 18. Male: Die offizielle Frau. Schauspiel in 4 Aften nach Savoges Rourau von J. Lehmann. Morgen und die folgenden Tage: Dieselbe Vorstellung. Adolph Ernst- Theater. Worleyte Woche unter Direktion Adolph Ernst. Anfang 8 Uhr. Charley's Tante. Schwant in drei Akten von Brandon Thoma 3. Repertoirstück des Globe- Theaters in London. Vorher: Die Bajazzi. Anfang 71/2 Uhr. Morgen: Dieselbe Vorstellung. Der Sommer- Garten ist geöffnet. Viktoria- Brauerei Lützowstrasse 111/112 ( nahe Potsdamer Brücke). ( Garten resp. Saal.) Heute sowie täglich( außer Sonnabend): Stettiner Sänger ( Meysel, ab 7 Uhr nachm. ohne GewerbeAusstellungs- Billet zugänglich. Von 10 Uhr vormittags geöffnet, Riesen- Arena: 5 und 81/2 Uhr nachmittags. Massen- Schaustellungen der Beduinen. Konzert von 4 Kapellen Entree 50 Pfg. Kinder unter 10 Jahren an allen Tagen die Hälfte. Elitetag Montag 1 Mk. Illuminationstag: Freitag ab 5 Uhr I Mk. Entree. Alt- Berlin. Bei günftiger Witterung nachmittags 4, 6 und 8 Uhr: Drei grosse historische Umzüge. Altdeutsches Musikkorps. Kapellmstr. Streller. Wiener Elite- Kapelle à la Strauss Kapellmeister Fischer. Sänger Gesellschaft ,, Flora", 20 Personen, in Vierländer Kostümen. Eintritt: 25 Pfg. Reichshallen- Garten Feldschlößchen W Leipziger Straße, am Dönhoffsplay. Täglich Norddeutsche Sänger Heute, Dienstag: 3um 95. Male: Die Ult- Parodie 142 Müllerstraße 142. Telephon: Amt Moabit 1213. Täglich: Konzert, Theater. Spezialitäten- Borstellung. Alle fünf Barrisonsachtigall u. Nichte. Anfang: Sonntags 7 Uhr. Wochentags 8 Uhr. Mittwochs: Tanzkränzchen. Theodor Boltz, Defonom. Original- Lustspiel von Donat Herrnfeld. Anfang 8 Uhr. Entree 50 Pf. Vorzugskarten gelten. In Vorbereitung: Der Lumpensammler. Sittenbild in 2 Atten von Karl Rößer. Puhlmann's Vaudeville- Theater. Schönhauser Allee 148. Der Krach in der GewerbeAusstellung. ftraße 23. Schlüter, Brandenburgstr. 19. G. Heinze, Wasserthorstr. 8. Thielecke, Wasserthorstr. 62. Heinze, Brandenburgstr. 75. Nürnberg, Prinzenstr. 25. Kraah, Gitschinerstr. 81. Kramme, Gitschinerstraße. Stabenov, Gräfestr. 9. Christ, Wrangelftr. 111. Kube, Elisabeth- Ufer 80. Nitter, Oranienstr. 9. Krone n. Co., Stallschreiberstr. 18. Krüger, Sebastianstr. 74. Strüger, Alte Jakobfir. 85. Lehmann, Adalbertstr. 72. Sauer, Staligerstr. 32. Räbiger, Stalizerstr. 125. Speck, Dresdenerstr. 36. Haberlandt, Stallschreiberstr. 9. Operette in 1 Akt von Ernst Ernau.| Eitner, Sebastianstr. 61. Miss Franconia, Serpentin Tänzerin. Preuß, Adalbertstr. 3. Burry und Lydia, Equlibriften. Little Adolfi, Duettisten. Angelo Truppe, römische Ringer. Sepp'l Ernesti, Draht feilkünstler. Allison- Truppe, ParterreAkrobaten u. s. w. Entree 30 Pf. Referv. Platz 50 Pf. Anfang 4 Uhr. W. Noack's Seußeler, Stallschreiberstr. 12. Jakob, Manteuffelstr. 56/57. Dahme, Admiralstr. 8. Hornemann, Neuenburgerstr. 7. Falbe, Manteuffelstr. 72. Franz Sperner, Mathieustr. 18. Klette, Besselstr. 17. Letztere Werkstatt gilt ebenfalls als gesperrt. Der wegen Lohnreduktion ausgebrochene Streit in der Maschinens Sommer- Theater. fabrit von Carl Schöning, Ufer straße 12/13, dauert unverändert fort. Die Metallarbeiter aller Branchen werden dringend ersucht, obige Werkftätten zu beachten und den Zuzug nach denselben fernzuhalten. Brunnenstr. 16. Täglich: Konzert und Theater- Vorstellung. 249/5 Im Saal: Gr. Ball. Der Vorstand des Berliner Metallarbeiter. Verbandes. Das große Loos. Waftsverkauf beabsichtigt, ver. Schwant in 1 Att von Sch masow Neu! Neu! Das Amazonen- Corps oder Berliner Sportmädel. Burleste mit Gesang u. Tanz in 1 Aft von Walther Gericke. Auftr. hervorragender Spezialitäten. Louis Keller's Festsäle Koppenstr. 29. 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Mittwoch, den 5. August, abends punkt 8 Uhr, bei Joël, Andreasstrasse 21: Große öffentliche Versammlung. Tages- Ordnung: 1. Stand des Streifs. 2. Wahl der Delegirten zum SchuhmacherKongreß in Raffel. 3. Wahl der Delegirten zur Gewerkschafts- Kommission. 4. Die Lage der Ballschuharbeiter. 5. Berschiedenes. Sämmtliche Branchen, als Schoßarbeiter, Arbeiter der mechanischen Schuhfabriken, Filzschuharbeiter, Schaftarbeiter und Ballschuharbeiter werden hiermit besonders eingeladen. Es ist Pflicht aller, pünktlich zu erscheinen. Die Agitationskommission. 303/11 Syftem Karnad- Hachfeld. Unterrichtsbriefe für das Selbststudium des gesamten Hoch- und Tiefbauwesens. BAUGEWERBE SCHULE Der Polier ca. 60 Briefe à 60 Pf. Der Baugewerksmeister, 120 Br. à 60 Pf. Der Tiefbantechnifer ca. 120 Br. à 60 Pf. -O des gesamten Maschinenbauwesens. MASCHINENBAU Der Monteur, Borarb. Maschinist 60 B. à60. Der Wertmeister ca. 120 Briefe à 60 Pf. Der Maschinenkonstrukteur, 1603. à 60f Jeden Sonnabend erscheint ein Brief. Diese von Presse und Fachwelt als unerreicht dastehend bezeichneten Werke, die sich streng an den Lehrplan von Fachschulen anlehnen, geben in einfachster Darstellung, feinerlei besond. Vorkenntnisse voraussehend, vollst. Unterricht in sämtl bau- und maschinentechnischen Lehrgegenständen und ermöglichen, von Stufe zu Stufe forts fchreitend vermittelst dieser auf Grund reichster Erfahrung planmäßig angelegten Werke in fiberraschend leichter Weise diejenigen Kenntnisse auf allen Gebieten des Bau- und Maschinenwesens zu erwerben, um innerhalb des Berufes die höchsten Biele zu erreichen. Durch jede Buchhandlung zu beziehen. Ferlag v. Bonnes& Sachfeld, Potsdam n. Leipzig.. Künstl. Zähne. F. Steffens, Rosenthalerstr. 61, 2 Tr. Theilzahlung pr. Woche 1 M. Wein- Großhandlung und Groß- Destillation Porsch& Heinrich Die Kollegen der Drechslerei H. Hahner. Danksagung. 29956 Allen Freunden und Bekannten, 000 000000 Brauerei Pichelsdorf. Sonntag, den 9. August 1896: Gr. Sängerfest namentlich dem Chef und Personal I der Firma B. Fueß, dem Arbeitervertreter- Verein und dem Gesangverein Liederhort" für die große Theilnahme bei der Beerdigung meines geliebten Mannes, des Mechanikers Bernhard Henze, meinen tiefgefühlten Dant. Wittwe Henze nebst Kindern. Danksagung. des Arbeiter- Sängerbundes Berlins und Umgegend. 225 Gelangvereine mit 4500 Sängern. Sänger- Festzug. Allen Verwandten und Bekannten, besonders den Mitgliedern des Verbandes der Möbelpolirer in der Eckertschen Tischlerei und den Sängern, die unserem Sohne die letzte Ehre erwiesen haben, sagen wir unseren herzlichsten Bei Dant. Die tiefbetrübten Eltern u. Geschwister. F. Düring.[ 5646b Danksagung. Für die rege Betheiligung bei der 3 Musikkapellen. Maffengefänge. eintretender Dunkelheit feenhafte Beleuchtung des ganzen Etablissements. Im Saale und neuerbauten Bal ohampêtre: Tanz. Beerdigung unserer unvergeßlichen Frau Volksbelustigungen aller Art. Preisspiele für Kinder. und Mutter Wilhelmine Knöpchen, geb. Küter, fagen wir hierdurch allen Bekannten und Genossen, dem Gesangverein„ Lorbeerkranz" und speziell dem Herrn Waldeck Manasse für seine trostreichen und wirksamen Worte, die er bei der Beerdigung gesprochen hat, unseren herzlichsten Dank. 3004b Die trauernden Hinterbliebenen. Carl Knöpchen, Maurer, und Tochter Pauline, Tilfiterstr. 16. Ein Droschkentutscher hat in einem Danksagung. Restaurant des Weddings seinen Taga- Allen Genossen, Freunden und Bemeter- Hut und einen Kutscherrock erster tannten, sowie dem Gesang- Verein Klaffe liegen lassen, ohne daß er sich Lorbeerkranz" sage ich meinen herzer war damals etwas bezecht-lichsten Dank für die rege Betheiligung zu erinnern wüßte, welches Restaurant bei der Beerdigung meines lieben er besucht hat. Da ihm alles Nach- Mannes. Wwe. Schulz u. Kinder. fragen nichts geholfen hat, sucht er hierdurch wieder zu seinem Eigenthum Blumenhandlung Berlin SO., 5548L3u gelangen und bittet Mittheilung P. Abromeit, Blücherstraße 14, Schmidstr. 12, Neanderstr. 8. Neu eröffnet! Vorzügliche Roth, Rhein, Mosel-, Ungar, Totayer, Madeira-, Portweine und Sherry. Rum, Arac und Cognac in Gebinden, Flaschen sowie im DetailAusschank zu den billigsten Tagespreisen. Flottes Grüntramgeschäft mit Rolle Familienverhältnisse halber bill. zu vers kaufen. Rigdorf, Herthastr. 2.[ 2996b Rohtabak. Grösste Answahl! Billigste Preise. Sämmtliche Fabrikations- Utensilien. Heinrich Franck, darüber an Adolf Mehls, Chauffeeftraße 46( im Restaurant) gelangen zu laffen. Fruchtweine 2994b Johannisbeerwein, weiß und roth, Stachel beerwein, Heidelbeerwein à Fl.( Ltr.) 75 Pf., à Liter 1 Mart exkl. pro Glas. EUTSCHES EICH 10 PFENNIG 1/10 Liter. 1898 Rosthalle der Berliner Groß- Destilateure Berliner Gewerbe- Ausstellung Elektr. Eisenbahn- Haltestelle, Marineschauspiele. 49732* Berlin SW. Kränze, Bouquets, Topfgewächse, Guirlanden u. s. W. Billigste( Markthallen-) Preise bei geschmackvoller Ausführung. Kranzbinderei und Blumenhandlung 4974 Robert Meyer, Nr 2. Mariannenstraße Nr. 2. Widmungs- Kränze, Guirlanden, Ballsträußchen, Bouquets u. f. w. werden sehr geschmackvoll und preiswerth geliefert Elektrotechnischer Unterricht. Herren, welche gewillt sind, AbendEugen Neumann& Co. vorträgen über Elektrotechnik beizuDetail- Verkaufsläden: Belle- Alliancepl. 6 a, 9. ricdrichstr. 81, Oraniens Mr. 185, Brunnenstraße Nr. 185 ftraße 8, Genthinerstr. 29. Botsdam: Bäckerstr.7. an Herrn Eichhorn, Charlottenburg, Marchstr. 22, II., zu wenden. 3003b Brauerei Pichelsdorf. Im Anschluss an die Bekanntmachung des Vorstandes des Arbeiter- Sängerbundes von Berlin und Umgegend, bet reffend das am 9. August cr. in Pichelsdorf stattfindende Sängerfest, bringen wir dem verehrten Publikum hiermit zur Kenntniss, dass zur Erleichterung des Verkehrs nach stehende Massnahmen getroffen sind. Die königliche Eisenbahn- Direktion hat uns die schriftliche Zusage ertheilt, dass an jenem Tage Extrazüge nach Bedarf abgelassen werden, die sowohl nach dem Lehrter Bahnhof als auch nach den Stationen der Ringbahn verkehren werden. Die Direktion der Spandauer Strassenbahn hat erklärt, ihr sämmtliches Wagenmaterial an jenem Tage in Betrieb zu setzen und hofft, den zu erwartenden starken Anstrom glatt zu be wältigen. Die zwischen Spandau und Pichelsdorf kursirenden Dampfer- Gesellschaften wollen ebenfalls Extradampfer einlegen. Ausserdem werden zwischen Spandau und Pichelsdorf noch eine Anzahl Kremser verkehren. Eine Ausgabestelle für EisenbahnRückfahrtkarten wird nach Absprache mit der königlichen Eisenbahn- Direktion auf dem Festplatze eingerichtet werden. Hochachtungsvoll Bi Brauerei Pichelsdorf. 5641L Hackescher Markt 4 J. Brünn Am Stadtbahnhof ( Ecke Neue Promenade) Nach beendeter Saison gelangen nunmehr zum Börse. Ausverkauf: in Teppiche! Gardinen! Steppdecken! Fertige Wäsche! Leinenwaaren! zu ganz au kergewöhnlich billigen Preisen. 5598L* Anfang des Konzerts früh 8 Uhr, der Gesangsaufführungen nachmittags 3 Uhr. Drei Raffeeküchen stehen den geehrten Damen von früh ab zur Verfügung. Billet 20 Pfennige. Billets sind bei folgenden Vorstandsmitgliedern zu haben: X. Neumann, Restaurateur, Basewalterstr. 3; Rob. Meyer, Blumengeschäft, Mariannenstraße 2; Otto Rasche, Bigarrengeschäft, Reichenbergerstr. 160; Adolf Hübner, Steindruckerei, Wilhelmftr. 134, Hof 1 Tr. Fahrpläne mit genauer Angabe der Fahrverbindungen gelangen gratis zur Ausgabe. 1 Achtung! Die Vereine werden im eigenen Interesse ersucht, bei Entnahme von Billets den Beauftragten mit der Vereins- Bundesmitgliedskarte zu versehen. 17/6 Der Vorstand. Neue Weit, Hasenhaide 108-114. Sonnabend, den 8. August 1896: Gr. Sommernachts- Ballfest arrangirt vom 72/7 Verband der deutschen Gold- u. Silberarbeiter. Jede Dame erhält ein prachtvolles Rosenbouquet gratis. Um 12 Uhr: Große Feffpolonaise. Anfang 8 Uhr. Raffenbeamten, sowie bei Fiernkranz, Markusstr. 51; Holtkamp, PrinzessinnenBillets( Herren 50 Pf., Damen 25 Pf.) find beim Vorstand und den Straße 4; Becker, Dresdenerstr. 18, und Loose, Louifen- llfer 46, au haben. Hierzu ladet freundlichst ein Achtung Das Comité. Achtung! Gürtler und Broncenre. Montag, den 10. August, in der„ Nenen Welt", Hafenhaide: Sommerfest Konzert u. Spezialitäten- Vorstellung. Gr. Riesen- Land- u. WasserFeuerwerk. Um 51/2 Uhr: Zug der Kinder zum Riesen- Bonbonregen. Beim Dunkelwerden: Gr. Fackel- Polonaise, wozu jedes Kind über vier Jahre eine Stocklaterne gratis erhält. Volks- und Kinderbeluftigungen aller Art, dazu drei Billets für Kinder 10 Pf. Von 6 Uhr ab: Ball. Entree 40 Pf., Vorvertauf 30 Pf. Kinder unter 14 Jahren in Begleitung Erwachsener haben freien Eintritt. Um recht zahlreichen Besuch bittet Das Comité. Keller's Festsäle, Koppenſtr. 29, 3 Minuten vom Schlesischen Bahnhof. Sonnabend, den 15. August: Zur Feier des 14. Stiftungs- Festes 3000b Bahlstelle des Verbandes deutscher Bimmerleute, elle Großes Inftrumental- Konzert, vereins Froh' Hoffnung". Theater- und Gelangs- Aufführung unter Mitwirkung der Theatergesellschaft Strzelewicz" und des Gesangs Die Musik wird von Mitgliedern der Freien Vereinigung der Zivilberufsmusiker" ausgeführt( Dirigent: Herr Schonert). Anfang punkt 9 Uhr. Programm 30 Pf. Garderobe 15#f. Während des Konzerts im oberen Saale: Tanz. Nach dem Konzert: Tanzkränzchen. Herren, welche daran theilnehmen, zahlen 30 Pfennig nach. Alle Freunde, sowie Berufskollegen werden freundlichst eingeladen. 255/4 Das Comité. Programme find bei folgenden Komitee- Mitgliedern zu haben: Rickert, Kurfürstenstr. 41; Bepke, Staligerstr. 129; Lindow, Bergstr. 47; Jaensch, Rüdersdorferstr. 53; Jeremel, Huffitenstr. 12; Kude, Königsbergerstr. 8. Außerdem in sämmtlichen Zahlstellen. Cohn's Festsäle 5585L* Beuthfr. 20( im Industriegebände). Empfehle Festsäle( 100-1000 Personen fassend) meine zu Versammlungen und Vergnügungen zu den foulantesten Bedingungen. Vereinszimmer von 20-100 Personen. B. Günzel, Lothringerstraße 52. Spezialität: Porträts fozialistischer Führer, Lassalle, Mary 2c. in Cigarrenspißen, Pfeifen, Nadeln, Brochen, Knöpfen, Büsten Bildern u. dgl. sowie jede Drechslerwaare u. Nepar.( Man verl. Preisturant. Berantwortlicher Redakteur: Auguft Jacobey, Berlin. Für den Inseratentheil verantwortlich: Th. Glocke in Berlin. Druck und Verlag von Mag Bading in Berlin. 2. Beilage zum„, Vorwärts" Berliner Volksblatt. Ur. 180. Internationaler Arbeiter- und Gewerkschaftskongrek. London, 30. Juli 1896. Dienstag, den 4. August 1896. 13. Jahrg. gehalten haben, und daß insbesondere die englische Regierung die Nothwendigkeit auf, mehr als bisher die Organisation der noch die Kinderarbeit vom elften Jahre an zuläßt. F einwandernden Arbeiter in die Hand zu nehmen. Damit diese 7. Zum Zwecke eines thatsächlich wirksamen Schußes Hand in Hand mit den inländischen Arbeitern sich vereinigen und einer erfolgreichen Bildung der Kinder ist es absolut zum Kampf für den Sozialismus. nöthig, daß die im Hause verrichtete Arbeit genau so gesetz- Einstimmig erklärt der Kongreß seine Uebereinstimmung und Schluß der Donnerstags- Sihung. lich geregelt und inspizirt wird, wie die Fabrifarbeit. Der Zustimmung. Nach Bebel's Rede, deren englische Uebersetzung von den Kongreß fordert, daß der Unternehmer, welcher Arbeit in Nach Verkündung einer Reihe von geschäftlichen MitEngländern mit jubelndem Beifall aufgenommen wird, nimmt der Wohnung der Arbeiter anfertigen läßt, um sich den Vortheilungen und Zustimmungsadressen tritt der Kongreß in die Ferri das Wort. Auch er müsse gegen Tortellier's Behauptung schriften der Arbeiterschutzbestimmungen zu entziehen, für die Tagesordnung ein: protestiren, daß die italienischen Arbeiter den politischen Kampf sanitären und übrigen Bedingungen, unter denen diese Arbeit Bericht der Kommission für Detonomie und Industrie. aufgegeben hätten. Das Gegentheil sei der Fall. Und niemand verrichtet wird, gesetzlich genau so haftbar ist, als ob sie in Berichterstatter Molkenbuhr. Die Kommission hätte die habe das besser verstanden, als die verbrecherische Crispi'sche seiner Fabrik vor sich ginge. schwierigste Aufgabe gehabt, wenn die Sozialdemokratie nicht Regierung, die, um die selbständige Politik der Arbeiter zu Referent begründet die Resolution in kurzer Weise. Man schon älteren Datums wäre und ihre Forderungen nicht schon brechen, Gesetze angeblich gegen die Anarchisten machen lasse, um habe auch hier auf die allgemein anerkannten Grundsäße sich be- die Feuerprobe der Erfahrung und Kritik bestanden hätte. Eine fie gegen die Sozialisten, gegen die Arbeiterpartei anzuwenden. Schränken müssen: die Kommission war einig darin, daß es Auf- endlose Reihe von Vorschlägen hätten der Kommission vorgelegen, Trotzdem sei die italienische Sozialdemokratie in stetem Wachsen. gabe der Gesellschaft sei, der Erziehungsfrage viel mehr Be- wenn wir die Resolution überblickten, so werde im Grunde wenig Während bei den letzten Wahlen die Stimmen der Klassenbewußten achtung zu schenken als bisher geschehen: alle natürlichen Neues auf diesem Gebiete gefordert. Noch immer bilden die BeArbeiter 25 000 betrugen, erhoben sie sich bei den diesmaligen auf physischen, psychischen und tünstlerischen Anlagen haben schlüsse des Pariser Kongresses die Grundlage, die inhaltlich 80 000 und die Zahl der Abgeordneten von 5 auf 15. Diese Theilnahme Anspruch auf volle Entwickelungsmöglichkeit; vom Kinder- faum ergänzt werden könnten. Das sei ein gutes Zeichen für am politischen Kampf sei auch von großer erzieherischer Wirkung garten bis zur Universität muß der Unterricht frei, die sozialpolitische Einsicht der Arbeiterklasse. Während die nicht blos für die Einzelnen, sondern auch für die Gesammtheit. unentgeltlich und jedem möglich sein. Ebenso sei es Aufgabe der Spießbürger z. B. die großen kapitalistischen Betriebs- Kons. Sie hätten dafür ein ganz bezeichnendes Beispiel. Einer der Gesellschaft, die Mittel aufzubringen, welche zur Entdeckung zentrationen, die Trusts, Ringe für ungeheuerlich ansehen, sozialistischen Delegirten hatte jüngst für die Regierung gestimmt, neuer Wahrheiten auf dem Gebiete des Erziehungswesens, zur sie als frankhafte Auswüchse betrachteten, gegen welche man mit nicht aus Liebe zu ibr, sondern aus rein taktischen Gründen für Entwickelung der bestehenden Erziehungssysteme auf eine höhere der Polizei zu Felde ziehen müßte, wüßten die Arbeiter mit den Augenblick. Co große Opfer der Abgeordnete für die Partei Stufenleiter nothwendig sind. Und selbstverständlich müsse auch ihnen zu rechnen als mit den nothwendigen Folge- Erscheinungen gebracht, so groß sein Ansehen, seine Beliebtheit, er wurde dennoch das Erziehungswesen unter demokratischer Kontrolle stehen. der wirthschaftlichen Entwickelung. gezwungen, fich dem Kongreß gleichsam zu Gericht zu stellen und seine Haltung zu desavouiren. Dieser erzieherische Einfluß, diese Unterordnung unter die Disziplin der Gesammtheit sei doppelt nothwendig in südlichen Ländern, wo man sehr geneigt sei, sich an revolutionär- romantischen Phrasen zu berauschen, diese Disziplin sei nothwendig, damit endlich die Vereinigung der Proletarier des Kopfes und der Hand sich vollzieht, die vereinzelt wehrlos gegen den Kapitalismus, vereinigt ihn stürzen.( Großer Beifall.) London, den 31. Juli. Sechste Sizung. Freitag, vormittags 10 Uhr. Vaillant übernimmt den Vorsitz, neben ihm Maxwell für England und ein Amerikaner. Vaillant: Ju der englischen kapitalistischen Presse sind Moltenbuhr geht dann über auf die Forderung der Arbeiter. Nachrichten verbreitet, daß am Kongreß englische Gewerkschaften schutz- Gesetze, die oft nur auf dem Papier bestehen und da, wo sie vertreten feien, die nur aus Präsident und Sekretär bestehen. ernst gemeint und durchgeführt werden, heute noch von der Ebenso seien Nachrichten verbreitet, daß die englischen GewerkBourgeoisie und deren literarischen und politischen Vertretern mit schaften sich vom Kongreß zurückziehen wollten. Er sei er denselben haltlosen Gründen, oft bis aufs J- Tüpfelchen bekämpft mächtigt, offiziell zu erklären, daß all das Lügen seien, die nur KeirHardie will nicht die Unterhaltungskosten der Böglinge würden wie vor 50 Jahren, daher sei es eine der ersten Aufdem Aerger entspringen über den prächtigen Verlauf der gestrigen durch Stipendien, sondern durch öffentliche Mittel aufgebracht gaben der Arbeiter, sich in festen Gewerkschaften zu organisiren, Sigung. wiffen. S. Webb bekämpfe das, er fage, wenn alle Kinder des Volkes um die zum Erlaß und zur Durchführung von ArbeiterschutzMorgen wird das Bureau eine Resolution vorlegen über diese Möglichkeit der freien Erziehung haben sollten, so würde das Gefeßen nöthige Macht zu erobern und durch eigene Kraft auch bie Zulassungsbedingungen zum nächsten internationalen Unterrichtsbudget für England anwachsen auf 200 Millionen die Ueberwachung der Durchführung zu kontrolliren. Seien Rongreß. Sidney Webb( einer der eifrigsten und hervor- Mart, für Europa auf 2000 Millionen. Warum sollen wir für heute auch die Pariser Beschlüsse nach wie vor das nächst zu ragendsten Mitglieder der Fabiergesellschaft. Mitglied des Londoner die Bourgeoisie denn darauf käme es hinaus diese erstrebende Ziel, in erster Linie der Achtstundentag, so müsse Echul- und Grafschaftsrath und bekanntlich Verfasser eines vor- Kosten auf die Steuerzahler abwälzen. Selbst wenn, meint doch auch Stellung genommen werden gegen die Versuche züglichen Buches über die Geschichte des englischen Trades: Keir Hardie, die Kosten so hoch sind, so wäre diese Ausgabe sehr an der Bourgeoisie, durch die Hinterthür und Unionismus) bringt im Auftrag der Kommission für Ergebracht, denn durch diese Erhöhung des Bildungsniveaus würde ziehung und körperliche Bildung nachstehende Re- einfach der Militarismus unmöglich gemacht. Sidney Webb wolle folution ein, womit genau wie bei der Agrarfrage und der nur befähigte Kinder der Armen zulassen; ja, seien denn die politischen Attion alle zu dem einschlägigen Gegenstand Bourgeoissprößlinge alle befähigt? Nein im Interesse der eingebrachten Anträge erledigt sind. Gleichheit verlange er für die Armen die gleichen Rechte wie für die Reichen. Die Resolution lautet: Emma Ihrer: Bei der Bedeutung des Erziehungs- Die Beschlüsse und Vorschläge der Kommission sind also nur wesens für die künftige Gesellschaft müssen die Arbeiterparteien eine zusammenfassende Wiederholung früherer Beschlüsse. Der dieser Frage größere Aufmerksamkeit schenken als bisher. Heute Kommission lagen, wie gesagt, zahlreiche Vorschläge vor, die so ist die Bildung Monopol der Bourgeoisie, und die Kapitalisten- wichtig sie für einzelne Länder, einzelne Industrien sein mochten, klasse ist überall beslissen, der Ausbreitung des Wissens unter hier, wo es sich um die Festlegung einer allgemeingiltigen der Arbeiterklasse Hindernisse in den Weg zu legen. Deshalb Marschlinie, allgemein giltiger und allgemein verpflichtenber müsse die Sozialdemokratie für Befferung des Erziehungswesens Grundsäße sich handelt, konnten diese Einzelvorschläge nicht zum eintreten. Aber solche allgemeine Refolutionen, die auf Ausdruck kommen. Die Fabiergesellschaft hatte zum Beispiel das die Verhältnisse der einzelnen Länder keinen Bezug nehmen, sind nicht Tabaksmonopol, das Branntweinmonopol, die Verstaatlichung der geeignet Wandel zu schaffen. Sie schlagen vor, die hier ein Lebensmittel- Produktion und des Handels vorgeschlagen. Er ver gefeßte Erziehungstommission bestehen zu lassen und für jedes weist in sehr scharfer und packender Darstellung auf alle die Land zu erweitern. Diese haben dann die Aufgabe, Broschüren Momente, die uns in Deutschland veranlaßten, gegen diese Prozu verbreiten, welche über die Zustände und Verhältnisse des jette einzutreten, für welche Bismarck as reaktionär- politischen Schul- und Erziehungswesens Aufklärung geben und die Forde- und finanziell- politischen Gründen geschwärmt habe. rungen der Arbeiterklasse auf diesem Gebiete enthalten. Diese Broschüren würden auch der Agitation unter den Frauen sehr nüßen, die Frauen aufklären, damit diese fich den Arbeitern an schließen und die Regierungen zwingen, auf ihre Forderungen einzugehen. industrie der Haus= Arbeiter des Schwibsystems die schutz- Gefeße illusorisch zu machen. Ferner nrüffe die Arbeiterklasse überall dahin streben, alle die Gesetze und Schranken zu beseitigen, welche dem freien Koalitionsrecht der Arbeiter im Wege stehen. Die Kommissionsvorlage hat folgenden Wortlaut: I. Der Kongreß erklärt, daß die Arbeiter aller Nationen die mittel und die Organisation der Produktion unter demokratischer Kontrolle der ganzen Gesellschaft anzustreben habe, um so die Arbeiterklasse und das unterdrückte Volk überhaupt von der Herrschaft des Kapitals zu befreien. Die Kommission für Erziehung und körperliche Entwickelung Clara Bettin: Die Kommission hat sich in letzter Stunde giebt ihrer Ueberzeugung Ausdruck, daß die vorliegende Frage dahin geeinigt, den Passus von den Stipendien zu streichen. Vergesellschaftung der Produktions-, Transport- und Vertheilungsvon größter Bedeutung ist für die sozialistische Bewegung und Daher trage die deutsche Uebersetzung bereits die von Keir Hardie die Wohlfahrt und die Befreiung der Arbeiterklasse der ganzen gewünschte Fassung. In Ländern mit demokratischen EinWelt. Die herrschende Wirthschaftsordnung der kapitalistischen richtungen hafte gewiß den Stipendien nicht der Charakter der Ausbeutung hemmt die physische Entwickelung der Kinder der Demüthigung an wie in reaktionären Ländern. Aber wir seien Maffe, beraubt sie jener gesunden Muße, welche die Vorbedingung trotzdem dagegen, weil die Arbeiterklasse auf die Ausbildung ein Der Kongreß ist ferner der Ansicht, daß die nationale und einer harmonischen Entwickelung ist und macht es ihnen unmög- Recht habe, es handle sich nicht umn Gnade, nicht um Almosen, internationale Agitation in diesem Sinne jeden Tag nöthiger lich, sich die Bildung und das Wissen anzueignen, welche das sondern um die verdammte Pflicht und Schuldigkeit. Aber wir wird in anbetracht des Wachsthums der nationalen und intergemeinsame Erbtheil des gesammten menschlichen Geschlechts sind. gehen nicht so weit, wie Keir Hardie; wir wollen, entsprechend nationalen Kartelle und Ringe, hinter welchen große kapitaUnter den herrschenden Verhältnissen mühen sich die prole- unserem Programm, diese Verpflichtung nur für die hierzu listische Organisationen stehen und die die freie Konkurrenz tarischen Eltern vergebens, um ihren Kindern die Möglichkeit befähigten Kinder anerkennen. Heute sind die Kinder unterdrücken. Petroleum, Garn, gewisse Mineralien, große genügender Nahrung und Bildung zu sichern, ohne welche weder der Armen trog der Befähigung ausgeschlossen durch Eisenwerke werden bereits von Kapitalistengruppen monopolifirt, ein gesundes Familienleben noch eine gut organisirte Gesellschaft die Armuth der Eltern. Diese Armuth steht wie der die sich anmaßen, die Preise und die Löhne nach Belieben festzumöglich ist. Engel mit flammendem Schwert vor dein Paradies der setzen. Solche fapitalistische Riesenorganisationen tönnen von den Ferner: die Tendenz des kapitalistischen Unternehmers, die Bildung und verwehrt den Eintritt blos, weil die Kinder in einzelnen Gewerkschaften oder durch vereinzeltes politisches VorArbeit von Erwachsenen durch die Arbeit von Kindern und der Wahl ihrer Eltern nicht genug vorsichtig waren. So lange gehen nicht mit Erfolg bekämpft werden. Umfassendere Organijugendlichen Personen zu verdrängen, bedroht in ernster die Gesellschaft nicht die ganze Unterhaltungspflicht für die zu fationen der Arbeiter sind unerläßlich, um diesen großen VerWeise die Lebenshaltung sogar der bestorganisirten Arbeiter, Erziehenden übernimmt, bleibt jeder Versuch nach dieser Richtung einigungen entgegentreten zu können. Der Kongreß empfiehlt während die Verwendung kindlicher und Arbeitskräfte ein Sinken der Löhne bewirkt und somit den be- feit höherer Bildung werde den Militarismus überwinden, so gehen der Trusts und Kartelle bereits planmäßig verfolgen, eine treffenden Familien selbst teinen materiellen Vortheil bringt. Da verweise sie auf die Thatsache, daß heute gerade die Träger der internationale Agentur schaffen, welche die Machinationen dieser endlich der fünftige Wohlstand der Gesellschaft von der Ent- Bildung die Anhänger des Militarismus seien. Heute sei eben fapitalistischen Verbindungen kontrolliren und auf die Vergesell. deckung weiterer wissenschaftlicher Wahrheiten abhängt, besonders die Bildung noch eine Waffe gegen die Arbeiterschaftung dieser Unternehmungen vermittelst nationaler und intersolcher, welche für das wirthschaftliche, industrielle und soziale tlaffe. nationaler Gesetzgebung hinarbeiten soll. Würrows Leben von Bedeutung und Einfluß sind, so liegt es im Interesse der Sozialisten aller Länder, mit aller Energie dafür einzutreten, daß mit öffentlichen Mitteln wissenschaftliche Forschungen und Untersuchungen gefördert werden. In folgendem die Forderungen, welche die Kommission dem Rongreß zur Beschlußfassung unterbreitet: Burrows( Mitglied der sozialdemokratischen Föderation) erklärt ebenso wie Keir Hardie feine Zustimmung zur deutschen Auffaffung, beharrt aber auf der Streichung des Wortes be fähigt". Anstatt dem Wohle der Allgemeinheit zu dienen, wird die zunehmende Reichthumsproduktion zur Ürfache der nationalen und internationalen Krisen. Die Arbeiter werden auf die Straße geworfen durch die Gewalt der wirthschaftlichen Verhältnisse, die In der Abstimmung wird der Antrag Keir Hardie mit 14 fie bis jetzt nicht im stande waren zu regeln. Die Nothwendigkeit, gegen 6 Stimmen( Deutschland, Dänemark, Schweiz, Desterreich, diesem chaotischen System durch Bergesellschaftung der Produks 1. Der Songreß erkennt zwar in Sachen der Erziehung den Holland, Schweden) angenommen, deshalb stimmt Deutschland in tion ein Ende zu machen, wird in allen zivilisirten Ländern anWerth der individuellen Leistung an, erklärt es aber für eine der Hauptabstimmung gegen die ganze Resolution. erkannt. Die großen Kohlenminen, die großen Eisenwerke wesentliche Pflicht der öffentlichen Gewalten eines jeden Landes, Argyriades( Bariser unabhängiger Sozialist) beantragt und chemischen Fabriken, die Eisenbahnen haben auch bereits ein vollständiges Unterrichts- und Erziehungssystem zu schaffen, Streichung des zweiten Punktes; er stehe in Widerspruch mit einen Entwickelungsgrad erreicht, bei dem ihrer Vergesellschaftung das unter demokratischer Kontrolle steht und alle Bildungs- einem in Brüffel gefaßten Beschluß, der die Unterhaltungspflicht feine wirthschaftlichen Schwierigkeiten mehr im Wege stehen. anstalten, vom Stindergarten bis zur Universität, umfaßt( physische, der Gesellschaft für alle Kinder ausspricht. wissenschaftliche, tünstlerische, technische[ Handarbeitsunterricht] Délory Lille( foz. Arbeiterpartei Frankreichs) ist nicht Ausbildung). Diese Bildungsanstalten sind absolut un- gegen die Auffassung Argyriades', glaubt aber, man brauche entgeltlich, und die öffentlichen Gewalten kommen für die den Absatz nicht zu streichen, sondern ihm nur den Sat Unterhaltungskosten der Böglinge auf, damit die geschaffenen Ein- voranschicken:" Indem wir die Organisbtion eines besseren Gerichtungen allen Gesellschaftsgliedern zugänglich sind. sellschaftssystems erstreben, fordern wir". 2. Die Schüler nehmen eine Mahlzeit am Tage gemeinschaftlich ein, wie in den Schultantinen, und ohne daß ein Unterschied zwischen reich und arm gemacht wird. Zweckentsprechende Einrichtungen sorgen mit Berücksichtigung der besten Methoden für den vollständigen Unterhalt und die Erziehung der Waisen und bedürftigen Kinder. 3. Das Minimalalter, in welchem Kinder nicht mehr dem vollen Unterricht beiwohnen müssen, und in welchem sie das Gesetz zur Arbeit in Fabriken und in der Hausindustrie zuläßt, ist stufenweise, aber sobald als möglich in allen Ländern auf 16 Jahre zu erhöhen. 4. Die Verwendung von jugendlichen Personen unter 18 Jahren in ungesunden oder gefährlichen Gewerben bei Nachtarbeit ist ausnahmslos gesetzlich zu verbieten. = In der Abstimmung fällt der Absatz 2; alle übrigen Anträge werden angenommen. Der Antrag Ihrer wird gegen zahlreiche Stimmen der deutschen Delegation angenommen. In der Schlußabstimmung wird die Gesammtresolution mit großer Majorität angenommen. Die Deutschen stimmen da gegen. Schluß der Sitzung 1 Uhr. London, 1. August 1896. 2ette Sigung, Sonnabend, 1. August, vormittags 10 Uhr. Der Kongreß fordert deshalb die Arbeiter der Welt auf, unverzüglich bestimmte Maßregeln zur Vergesellschaftung, Nationalisirung und Kommunalisirung der Produktion in ihren respektiven Ländern anzubahnen und einander über die gethanen Schritte zu informiren, um ein möglichst gleichmäßiges, internationales Vorgehen herbeizuführen. II. Der gewerkschaftliche Kampf der Arbeiter ist unerläßlich, um der wirthschaftlichen Uebermacht des Kapitals zu troben und so die Lage der Arbeiter in der Gegenwart zu verbessern. Ohne Gewerkschaften keine auskömmlichen Löhne und keine verkürzte Arbeitszeit. Durch diesen Kampf wird aber die Ausbeutung nur gelindert, nicht beseitigt. Die Ausbeutung der Arbeiter kann nur ein Ende nehmen, wenn die Gesellschaft selbst Besitz ergriffen hat von den Produktionsmitteln, eins schließlich des Grund und Bodens und der Verkehrsmittel. Das hat zur unerläßlichen Voraussetzung ein System gesetzgeberischer Maßnahmen. Um diese vollkommen durchzuführen, muß die Arbeiterklasse die ausschlaggebende politische Macht sein. Sie wird aber zur politischen Macht nur in dem Maße, wie sie organisirt ist. Die Gewerkschaften machen die Arbeiterklasse schon deshalb zur politischen Macht, weil sie die Arbeiter or. Den Vorsitz übernehmen Sigg( Genf), Banko!( Holland), Adler( Wien) und Plechanow( Rußland). Zwei Refolutionen 5. Um eine allseitige Fortbildung zu ermöglichen und die gelangen ohne Debatte einstimmig zur Abstimmung: Die erste nicht zu rechtfertigende Ausbeutung jugendlicher Arbeitskräfte drückt dem morgen in Sofia zusammentretenden dritten ganifiren. durch den Kapitalisten zu beschränken, darf tein Unternehmer bulgarischen Sozialistentonoreß die Sympathie Die Organisation der Arbeiterklasse ist unvollständig und jugendliche Personen unter 18 Jahren in Fabriken oder in der aus. Die zweite drückt das Bedauern des Kongresses aus über unzureichend, wenn sie nur politisch ist. Hausindustrie mehr als 24 Stunden pro Woche( Halbzeitler) be- bie traurigen Vorgänge in Zürich. Der Kongreß Aber der gewerkschaftliche Kampf erfordert auch die politische schäftigen und der Besuch der Fortbildungsschulen muß ein macht verantwortlich für diese unfeligen 3wiste zwischen Bethätigung der Arbeiterklasse. Was die Arbeiter im freien obligatorischer sein. Schweizern und Italienern die Bourgeoisie und Regierung Kampf gegen ihre Ausbeuter erringen, müssen sie oft erst als 6. Der gefeßliche Schutz der Kinderarbeit ist für alle Italiens, welche die Arbeiterschaft in wirthschaftlicher und politische Macht gesetzgeberisch festlegen, um es zu sichern. In Industrieländer auf grund internationaler Vereinbarungen ein- politischer Sklaverei halten, und sie damit zwingt, ihr Vaterland anderen Fällen macht die gesetzgeberische Errungenschaft den geheitlich zu regeln. Der Kongreß konstatirt, daß die verschiedenen zu verlassen und auf dem Arbeitsmarkt als Preisdrücker werkschaftlichen Konflikt überflüssig. Ein internationales ZuRegierungen, die, gelegentlich der Berliner Konferenz im Jahre der inländischen Arbeiter zu erscheinen. Diese Vorgänge, die aus fammenwirken der Arbeiterklasse in bezug auf den gewerkschaft1891 gegebenen diesbezüglichen feierlichen Versprechungen nicht dem traurigen Kampf ums Brot herrühren, legen den Arbeitern li chen Rampf, wie besonders auch in bezug auf die Arbeiterschuh • Gesetzgebung, wird desto mehr zur Nothwendigkeit, je mehr der wirthschaftliche Zusammenhang des kapitalistischen Weltmarktes und damit zugleich die Konflikte der nationalen Industrien sich Für die nächste Zeit ist ein internationales Vorgehen des Proletariats nach folgenden Richtungen nothwendig: entwickeln. 1. Abschaffung der Zölle, Verbrauchssteuern und Ausfuhr: prämien; 2. Durchführung einer internationalen Arbeiterschutzgesetz gebung. Indem der Kongreß in letter Beziehung die Beschlüsse des Pariser Kongresses) wiederholt, empfiehlt er, die nächste Agitation hauptsächlich zu konzentriren auf: a) den gesetzlichen achtstündigen Normalarbeitstag zu er ringen; b) das Schwitzsystem zu beseitigen und für die Arbeiter der Hausindustrie einen wirksamen Arbeiterschutz zu schaffen; c) ein vollständig freies Vereins- und Versammlungsrecht für beide Geschlechter herbeizuführen. Um dieses durchzuführen, ist ein Zusammenwirken der gewerkschaftlichen und politischen Bethätigung nothwendig. Deshalb erklärt der Kongreß, anschließend an die gleichen Beschlüsse des Brüffeler und Büricher Kongresses, die Organi firung der Arbeiter in Gewerkschaften für ein dringendes Erforderniß am Emanzipationskampfe der Arbeiterklasse und betrachtet es als Pflicht aller Arbeiter, welche die Befreiung der Arbeit von dem Joch des Rapitalismus anstreben, der für ihren Beruf bestehenden Gewerkschaft anzugehören. Mitglieder zu gleichen Löhnen wie die Männer in den Gewerk- der englischen Federation, das in settirerischer Absicht alle Ge schaften anerkannt werden; desgleichen sollen die Lehrlinge Auf- werkschaften ausschließen will, die nicht Politik treiben wollen, nahme finden und die Gewerkschaften für deren soziale und tech- wird mit den Stimmen aller Nationen gegen die Stimmen der nische Ausbildung Sorge tragen. anarchistischen französischen Gewerkschaftler verworfen. Eng In der Schlußabstimmung wird die ganze Resolution mit land stimmte mit 129 gegen 109 Stimmen dagegen. allen Stimmen gegen die der französischen Minderheit an- In der Gesammtabstimmung wird der Vorschlag des genommen. Bureaus über Kongreßort, Zeit und ZulassungsDer nächste Punkt der Tagesordnung ist: Bericht der bedingungen mit allen Stimmen gegen diejenigen Kommission über die verschiedenen Anträge, der französischen anarchistischen Gewerkschaftsdelegirten an= insoweit sie durch die übrigen Resolutionen nicht erledigt sind. genommen. Keir Hardie verzichtet auf die Begründung, weil er glaubt, die Vorschläge sprechen für sich selbst. Argyriades Paris( von griechischer Abstammung) beantragt unter großer Unruhe des Kongresses, da er außer der Tagesordnung zu sprechen versucht, eine Sympathiekundgebung für die um ihre Freiheit fämpfenden Kretenser, Mazedonier und Armenier. Der Kongreß giebt dem Antrage feine Folge. Der Kongreß nimmt die Vorschläge der Kommission in folgender Fassung an: Dem Kongreß liegen zwei Refolutionen vor: Sympathie Erklärung für diejenigen, die vor 33 Jahren, als die ersten, unter dem Ruf:" Proletarier aller Länder, vereinigt Euch!" den ersten internationalen Kongreß organisirten; eine zweite den um ihre Freiheit kämpfenden Völkern im Orient die Sympathie des Kongresses auszudrücken. Sigg, als Vorsitzender der heutigen Sihung, verabs schiedet den Kongreß: Wir sind am Schlusse unserer Arbeiten angelangt; ich habe nur noch die Aufgabe, dem Organisations Der Kongreß bestätigt das unbeschränkte Recht der Freiheit komitee und den englischen Arbeitern den Dank des Kongresses des Gewissens, der Rede, der Presse, sowie das Recht der Ver- auszusprechen, die in so opferfreudiger Weise sich um diese Assisen einigung und öffentlichen Manifestation in allen Ländern für alle der Arbeit verdient gemacht haben. Unsere Beschlüsse sind ge Arbeiter und alle Sektionen der Bevölkerung, zum Zwecke der tragen vom Geifte der Sozialdemokratie; um sie zum Heile der Erreichung der politischen, ökonomischen und sozialen Reform. Arbeiterschaft zu gestalten, müssen wir sie durchführen. Nicht Der Kongreß verpflichtet die Arbeiter aller Länder, die blos Hörer und Prediger der Wahrheit sind wir, wir müssen auch energischsten Anstrengungen zu machen, um die Amnestie der deren Vollbringer sein. Mit begeistert aufgenommenem Hoch auf politischen Gefangenen zu erhalten und drückt seinen Haß gegen die internationale Sozialdemokratie schließt er den Kongreß. das System der Polizei- Bevormundung aus, welches oft Die Orgel fällt mit mächtigen Afforden ein, die englischen Dele in Szene gesetzt wird, in der Absicht, diese Bewegung girten stimmen den Sozialistenmarsch an, formiren sich im Halbdes Proletariats herabzusehen, und ruft die Arbeiter auf, ihr freis und reichen sich die Hände, während die herrliche Melodie möglichstes zu thun, solche Handlung zu verhindern. den wundervoll akustischen Saal durchbrauft. Darauf stimmen die deutschen Delegirten die Marseillaise an, begleitet von dem Orgelflang, und nach ihnen fingen die Franzosen die revolutionäre Carmagnole. Brausender Jubel durchrauscht die Halle, ein Anarchist versucht den Ruf: Hoch die Anarchie die eigenen Freunde heißen, ergriffen vom Jubel des Gefanges, ihn schweigen so groß die Hoffnungen der Anarchisten bei Eröffnung des Kongresses gewesen, so fleinmüthig und still schlichen sie sich von dannen: ihre Rolle als Lärmmacher auf den internationalen Arbeiterkongressen ist zu Ende- der sozialistische Geist hat sie verstummen gemacht. Die Beziehungen zwischen dem Arbeiter und dem Unter nehmer dürfen nicht den Gegenstand der Spekulation oder des Handels bilden, sondern, als Einrichtung des Gemeininteresses, follen sie von den Arbeitern selbst und zu ihrem Nußen organisirt werden. Die gewerkschaftlichen Organisationen sollen, um eine wirt fame Aktion zu ermöglichen, sich in Verbänden, die sich auf das ganze Land erstrecken, zusammenthun und ist jede BerSplitterung der Kräfte in Sonderorganisationen zu verwerfen. Die politische Anschauung darf keinen trennenden Grund im wirthschaftlichen Kampfe bilden, es ist aber eine aus dem Wesen des proletarischen Klaffenkampfes sich er gebende Pflicht der Arbeiterorganisationen, ihre Mitglieder zu Sozialdemokraten heranzubilden. Es muß als eine Pflicht der Gewerkschaften angesehen werden, die im Beruf beschäftigten In weiter Erwägung, daß die Arbeitsvermittelungs- Bureaus Frauen als Mitglieder aufzunehmen und gleichen Lohn für von Privatpersonen betrieben, die Ursachen sind von groben Mißgleiche Arbeitsleistung für Männer und Frauen anzustreben. bräuchen und von schwerer Korruption, fordert der Kongreß, daß Neben dem Kampf für besseren Lohn und Arbeitsbedingungen diese Bureaus aufhören, Gegenstand des freien Wettbewerbes zu haben die Gewerkschaften die Ausführung der Arbeiterschutz sein, und durch öffentliche Bureaus der Kommunalgewalten erfeit Geseze zu überwachen, die Beseitigung gesundheitsschädlicher Bewerben, oder in allen Fällen der Kontrolle der Gewerkschaften triebsformen, des Schwitz- und Trucksystems zu erstreben. unterworfen sein sollen. Der Kongreß hält den Streit und Boykott für ein nothwendiges Mittel zur Erreichung der Aufgaben der Gewerkschaften, fieht aber die Möglichkeit für einen Internationalen Generalstreit nicht gegeben. Auf abends 6 Uhr sind die Delegirten von der Londoner Arbeiterschaft zu einem Festessen im Krystallpalast zu Sydenham Zur Diskussion gelangt der Vorschlag des Bureaus eingeladen. für den nächsten Kongreß. Derselbe lautet: Das Bureau des Kongresses wird beauftragt, die Einladungen zum nächsten Kongreß zu erlassen und ausschließlich einzuladen: des Kongresses in der Queens Hall statt, an der etwa 30 Frauen Eine Konferenz der weiblichen Delegirten fand während Das nächste Erforderniß ist die gewerkschaftliche Organi 1. Die Vertreter aller Gruppen, die die Umwandlung der Man war einig darüber, firung der Arbeitermassen, weil von dem Umfang der Organi- fapitalistischen Eigenthums- und Produktionsordnung in die aus allen Ländern theilnahmen. fation die Frage der Ausdehnung der Streits auf ganze In- sozialistische Eigenthums- und Produktionsordnung anstreben daß zur Ausbreitung und Förderung der sozialistischen Frauen allem für Organisirung dustrien oder Länder abhängt. und die Theilnahme an der Gesetzgebung und die parlamentarische bewegung in allen Ländern vor der Arbeiterinnen gesorgt werden Thätigkeit als ein nothwendiges Mittel zur Erreichung dieses Organisationen aber nur da groß und start werden können, wo müsse, daß diese 3wedes ansehen, man unbeschränkte Koalitionsfreiheit habe. Ein Antrag an den Kongreß wurde von Miß Hicks gestellt für besseren Wöchnerinnenschutz, da besonders in England keine gefeßlichen Schutzbestim mungen für die Arbeiterinnen in dieser Hinsicht bestehen. Der Rongreß stimmte demselben zu. Um eine einheitliche internationale gewerkschaftliche Aktion zu ermöglichen, ist in jedem Lande ein gewertschaftliches Zentralkomitee einzusetzen. Diese Komitees sollen nach Möglichkeit Statistiken über den Arbeitsmarkt führen und diese sowie die regelmäßigen Berichte gegenseitig austauschen und alle im Lande vorkommenden wichtigen Vorgänge gegenseitig melden. Besonders wird den Gewerkschaften aller Lander zur Pflicht gemacht, dafür zu sorgen, daß vom Auslande kommende Arbeiter Mitglieder der Landesorganisation werden und daß diese Arbeiter nicht zu geringeren Löhnen arbeiten als die einheimischen. Bei Streits, Lockouts und Boykotts find die Gewerkschaften aller Länder verpflichtet, sich gegenseitig nach Kräften zu unterftützen. III. Bezüglich der Feier des ersten Mai schließt sich der Kongreß den früheren Kongreßbeschlüssen an; er erblickt in der Maifeier eine wirksame Demonstration für den Achtstundentag und hält die Arbeitsruhe für die wirksamste Form der Demonstration. Bureaus nieder: daß in Belgien ein Generalstreit, obgleich unvollständig, or ganisirt, eine große Wirkung beim Erringen des allgemeinen Wahlrechts von der Bourgeoisie gehabt hat, daß Schweden und Desterreich in dem Kampf für das allgemeine Wahlrecht dieses Mittel angewendet haben, daß, wenn a priori der internationale Generalstreit unmöglich scheint, der Fall anders beurtheilt werden kann mit bezug auf einen nationalen Generalstreik. Da es aber eine Thatsache ist, daß die Frage eines nationalen Generalftreits noch nicht genügend in den verschiedenen Ländern untersucht ist, 2. Alle gewerkschaftlichen Organisationen, die, wenn sie sich auch als solche nicht am politischen Kampfe betheiligen, doch die Nothwendigkeit politischer und parlamentarischer Thätigkeit an erkennen. Anarchisten sind mithin ausgeschlossen. selbst geschehen, mit Vorbehalt des Rekurses an eine besondere Die Prüfung der Mandate soll durch die nationalen Gruppen Mandatsprüfungs- Kommission, die aus Bertretern aller nationalen Gruppen besteht. Die Mandate jener Nationalitäten, die weniger als fünf Delegirte senden, werden von der Mandatsprüfungs- Kommission geprüft, ebenso wie die angefochtenen Mandate. Der nächste Rongreß. Der Kongreß beschließt, daß der nächste Kongreß im Jahre 1899 in Deutschland stattfindet. Sollte die Abhaltung des Kongreffes unmöglich sein, so wird beschlossen, den Kongreß im Jahre 1900 zu Paris abzuhalten. nächsten internationalen Kongreß einheitlicher theilnehmen zu Um eine gemeinsame Verbindung zu haben und um auf dem tönnen an allen Arbeiten und speziell der Vertreter der Frauen, wurde beschlossen, ein Korrespondenzkomitee einzufeßen, in welchem vertreten ist Rußland, England, Holland, Frankreich, Deutsch land, Belgien, Amerita; aus den nicht vertretenen Ländern wird man noch Frauen zuziehen. . = London, 31. Juli 1896. Das internationale Meeting"), das gestern Abend im Kongreßlokal stattfand, war insofern sehr gut besucht, als die Im Namen der Kommissionsminderheit legt Guérard mächtigen Gallerien durch ein zahlreiches Publikum besetzt waren, ( Frankreich) Proteft gegen die Mehrheit ein, daß sie die Frage Liebknecht begründet die Vorschläge. In der Kommission wohingegen das den Delegirten refervirte Parquett große Lücken des Generalstreits nicht einmal diskutirt habe, wiewohl ihr wurde viel diskutirt über Zeit und Ort. Es lagen Anträge aufwies, was sehr erklärlich ist. Vorsitzender der Versammlung die franzöfifchen Arbeiter die größte Wichtigkeit beilegen; der vor, erst in 5 Jahren den nächsten Kongreß abzuhalten, war Mawdsley, Leiter der großen Textilarbeiter- Union. Die Generalstreit sei nicht mehr und nicht weniger als die soziale ein anderer ihn 1900, ein anderer ihn 1898 oder 1899 Orgel spielte die Marsailleise, dann folgte der Vortrag mehrerer Revolution, der Anfang der sozialen Umgestaltung. Der Kongreß abzuhalten. Als Orte tamen in betracht: Newyork, Paris, Lieder der Sänger des Kommunistischen Arbeiter- Bildungs möge wenigstens beschließen, die Arbeiter sollten überall bis Deutschland. Gegen Amerika sprachen die Anforderungen an vereins, worauf der Vorsitzende in einer Ansprache bie zum nächsten Kongreß die Einzelheiten der Frage studiren Beit und finanzielle Opfer; er würde nur einen Bruchtheil der zum Meeting als Redner erschienenen Delegirten der ver Die Stimmung der damit der nächste Kongreß in der Lage sei, definitiven Beschluß europäischen Arbeiterschaft vertreten sehen. Paris fiel in Weg- schiedenen Nationen herzlich begrüßte. zu faffen. Er legt nachfolgenden Protest. auf den Tisch des fall, als Deutschland als Wettbewerber auftrat. Die deutsche Versammlung war eine äußerst animirte, sämmtliche Redner wurden Delegation bewirbt sich um die Ehre, den nächsten Kongreß in mit stürmischen Ovationen empfangen, die sich beim Schluß ihrer In Erwägung, daß auf mehreren französischen Kongressen Deutschland abhalten zu dürfen, trozdem sie heute bei der Unsicher- Reden wiederholten. Das Schlußwort erhiet Hyndmann. Einen ( Marseille( 1892), Paris( 1893), Nantes( 1894) und Limoges heit der politischen Verhältnisse noch keinen Ort in Vorschlag Zwischenfall rief die Rede Wilson's hervor, der die alten eng ( 1895) die Mitglieder der Gewerkschaften sich für den General bringen kann. Außerdem haben wir in Deutschland ja den Zick- lischen Trade Unions gegen angebliche Angriffe von Jaures streik in allen Berufen als ein Mittel zur Emanzipation erklärt zackkurs, der uns von heute auf morgen in neue politische Situationen vertheidigte, dabei aber auf einen sehr lebhaften Widerspruch haben, bringt. Das Bureau mußte daher auch mit der Eventualität eines großen Theils der anwesenden englischen Genossen stieß. rechnen, daß in Deutschland im Jahre 1899 die Abhaltung Seine Rede fand nur bei einem sehr kleinen Theil Beifall, wohin unmöglich gemacht würde, und so schlage das Bureau für diesen gegen die große Mehrheit den Schluß der Rede Wilson's mit Fall vor, den Kongreß im Jahre 1900 in Paris abzuhalten. einem Grunzen begleitete, dessen nur echte Bollblut- Engländer Mehr Zeit als die Besprechung über Ort und Zeit verlangte fähig find. die Verständigung über Zulaßbestimmungen. Wir wollen den Zum Schluß der Versammlung intonirte die Drgel wieder nächsten Internationalen Kongreß ohne die unangenehmen Szenen die Marseillaise, die von der ganzen Versammlung stehend mitder legten zwei Kongresse. Wir wollen vereinigt sehen am gefungen wurde. Ein dreifach donnernd ausgebrachtes Hoch auf Kongreß die Vertreter der Sozialistischen Parteien und die die internaltionale Bewegung schloß die imposante Versammlung. Vertreter aller zum politischen und wirthschaftlichen Kampf organisirten Proletarier. Bisher konnten wir nicht Der kommunistische Arbeiter Bildungsverein ver erlangen, daß die revolutionäre Sozialdemokratie und die mit anstaltete am Freitag Abend eine Versammlung, zu der die ihr auf gleichem Boden stehenden Gewerkschaften ungestört zu deutschen Delegirten eingeladen waren. Viele waren freudig der sammentagen. Als Demofraten hatten wir viele Schwierig Einladung gefolgt, mit den deutschen Genossen in London auf feiten, wenn Unberufene und Uneingeladene fich einfanden; wir dem flassischen Boden des Kommunistenbundes gemeinsam eine fonnten nicht die Polizei heranholen, um diese Elemente zu ent- Stunde zu verbringen. Genosse Leßner, der treue Gefährte fernen. So waren wir zu tagelangen, unfruchtbaren Dis- von Mary und Engels, begrüßte die Gäste und erneuerte für die Sozialdemokraten tussionen genöthigt, die uns aufgezwungen wurden, um den Kon- deutschen das Gelöbniß greß zu diskreditiren und uns die Verhandlungen zu verekeln. Treue zur deutschen Bewegung. Genosse Singer dankte Wir mußten also bei der Einladungsform Vorkehrungen treffen, für den freundlichen Empfang. Die deutsche Partei könne wohl daß niemand Zutritt finde, Butritt finde, der nicht eingeladen sei, mit einer gewissen Genugthuung auf ihre bisherige Thätigkeit und wir müssen darauf bedacht sein, daß die, welche zurückschauen, aber auch andere Nationen haben riesige Fort die Einladung ergehen lassen, auch die Kraft haben, von vorn schritte gemacht, vor allem die Franzosen und Belgier. Wir herein den Einladungsbedingungen Respekt zu verschaffen. Und werden auch fünftig nicht die Hände in den Schooß legen. um jede Untlarheit von vornherein zu beseitigen, fei offen aus- Genosse Heinr. Schmidt Bern überbrachte die Grüße gesprochen worden: Anarchisten haben teinen 8u der deutschen Arbeiter in der Schweiz. Die deutschen Arbeitervereine tritt! im Auslande int der Schweiz, in Paris und nicht zuletzt auch in London seien die Wiege der deutschen Arbeiterbewegung. Wohl haben sie nicht mehr die bedeutungsvolle Aufgabe, wie zu jener Zeit, als in Deutschland selbst jede Drganisation, jede freie Regung unterdrückt war, aber wohl harren ihrer noch viele Aufgaben in der Heranbildung der 1. Ein Mandat für den nächsten Internationalen Kongreß zahlreichen aus Deutschland zuwandernden Jungmannschaft. Die soll nur an Delegirte von bona fide fozialdemokratischen Genossen Greulich( Zürich) und Tauscher( Stuttgart) wußten Organisationen und nur denjenigen Trade Unions zuerkannt die Anwesenden zu feffeln durch ihre launigen Erzählungen aus dem werden, die es sich zum Ziel machen, die Produktionss, Ber- reichen Schabe ihrer Erfahrungen. Erst gegen 1 Uhr trennten fehrs- und Austauschmittel zu sozialifiren und dieselben unter sich die Anwesenden, zu denen auch unser alter Postmeister die Kontrolle der Demokratie im Interesse des gesammten Julius Motteler gehörte. Boltes zu stellen, die dieses Ziel durch parlamentarische und andere politische Mittel zu erlangen suchen, und zwar durch die Etablirung einer von allen anderen politischen Parteien vollständig unabhängigen parlamentarischen und politischen Partei, und die unter den gegenwärtigen Verhältnissen willens find, die Entscheidung der Majorität zu akzeptiren und der selben Folge zu leisten. ladet der Kongreß die Arbeiter aller Länder, und im besonderen die Mitglieder der Gewerkschaften ein, diese hoch wichtige Frage zu studiren, so daß ein folgender Rongreß darüber beschließen tönne. Die Debatte wird geschlossen. Bahlreiche Abänderungsanträge liegen vor und gelangen vor der Kommissionsvorlage zur Abstimmung. Es gelangen zur Annahme: Antrag Hicks: Wöchnerinnen sollen 6 Wochen vor und nach der Niederkunft von der Fabrikarbeit ausgeschlossen werden; die Unterhaltungspflicht während dieser Zeit liegt der Gesellschaft ob. Antrag Pankhurst: Die Arbeitslosen, soweit sie nicht burch Privatmittel Beschäftigung finden, sollen von Staat und Gemeinde zu anständigen Löhnen beschäftigt werden. Organisirte jüdische Arbeiter: Der Rongreß erklärt sich gegen alle Gefeße, welche auf die Beschränkung der Einwanderung abzielen. Endlich ein Antrag: Frauen sollen als gleichberechtigte Die Pariser Beschlüsse fordern eine internationale Arbeiter schuh- Gesetzgebung, in welcher folgende Forderungen zum Gesetz erhoben werden sollen: 1. Der achtstündige Normal- Arbeitstag; 2. Verbot der Arbeit von Kindern unter 14 Jahren und Beschränkung der Arbeit aller Minderjährigen, von 14 bis 18 Jahren, auf 6 Stunden täglich; 8. Verbot der Nachtarbeit, mit Ausnahme für jene Betriebe, welche ihrer Natur nach ununterbrochenen Betrieb erfordern; 4. Ausschluß der Frauenarbeit in allen den weiblichen Organismus besonders schädigenden Betrieben; 5. Verbot der Nachtarbeit für Frauen und für männliche Arbeiter unter 18 Jahren; 6. Eine mindestens 36 Stunden hintereinander umfassende Ruhezeit pro Woche; 7. Berbot solcher Arbeitsmethoden, welche der Gesundheit der Arbeiter besonders schädigend find; 8. Aufhebung des Trucksystems; 9. Eine alle Betriebe, einschließlich der Hausindustrie, um fassende Inspektion durch staatlich befoldete Inspektoren, welche mindestens zur Hälfte von den Arbeitern felbft zu wählen find. Die anarchistische französische Minderheit begleitet die Ueberfegung natürlich mit den Aeußerungen des größten Mißfalls. Seitens der Sozialdemokratischen Federation geht der Antrag ein, die Zulassungsbedingungen in folgender Fassung an zunehmen: 2. Der nächste Kongreß soll im Jahre 1898 in Antwerpen abgehalten werden. Stevenson( Tradesunionist) schließt sich dem Vorschlage des Bureaus an, proteftirt aber gegen die verletzende Form des Redners, der den Antrag der Sozialistischen Federation be gründet hat. Die Rednerliste wird geschloffen, 12 Redner sind noch vergemerkt, der Anarchist Malatesta fpringt auf den Tisch und versucht zu sprechen. Die Abstimmung über das Amendement B Londons Gerichts- Beitung. der Ein Diebstahl, der au Raub greuzte, beschäftigte gestern die vierte Ferien Straffammer biesigen Landgerichts I. Am 18. April cr. verursachte der Maurer Zimmer einen größeren Menschenauflauf dadurch, daß er in vollständig trunkenem Bu stande schwankeuden Schrittes die Granseerstraße entlang ging. Der Kutscher Steinicke, der Gärtner Schröder und ein bisher unbekanut gebliebener Arbeiter bemerkten den hilflofen *) Obgleich wir über diese bemerkenswerthe Versammlung schon einen Bericht veröffentlichten, glauben wir auch diefen, der uns aus sehr geschäßter Feder zugeht, unseren Lesern nicht vors enthalten zu dürfen. eine N Bustand des Betrunkenen und beschlossen, sich denselben zu nuße Die Mehrausgabe entstand, weil der Verein 1000 M. dem tam allgemein die Meinung zum Ausdruck, daß in anbetracht zu machen. Sie packten Zimmer mit fräftigen Armen und trugen Streitfonds überwies. Verschiedene Mitglieder drücken ihre Be- der drängenden Arbeit die Bewegung nur noch von kurzer Dauer ihn in den Flur des Hauses Granseerstr. 8. Dort legten ste friedigung über die Kassenverhältnisse aus und ersuchen den sein kann und mit dem Siege der Streifenden enden wird. Von ihn nieder und gingen dann fort. Nach einiger Zeit fehrte je Vorsitzenden, den nächsten Bericht zu vervielfältigen. Hierauf erfolgte mehreren Rednern wurden die Arbeiter und Arbeiterinnen aufdoch Steinicke zurück und machte sich an der Kleidung des die Abrechnung des Vortrages über die Röntgen'schen X- Strahlen, gefordert, bei denjenigen Selbständigen, die sich an der Bewegung Betrunkenen zu schaffen. Nach der bestimmten Aussage die bei einer Einnahme von 110,50 M. und einer Ausgabe von nicht betheiligt oder für Firmen arbeiten, welche die Forde des Schulknaben Georg Werner und des Schulmädchens 72,95 M. einen Ueberschuß von 37,55 M. aufweist. Hierauf giebt der rungen nicht bewilligt haben, feine Arbeit anzunehmen. Die UnterMinna Bandig, welche sich im Gefolge der bei solchen Vorsitzende folgende Anträge des Vorstandes bekannt: 1. Die stützung soll wieder erheblich erhöht werden für diejenigen, die Anlässen niemals fehlenden Berliner Straßenjugend befanden organisirten gemaßregelten Kollegen sind mit 10 M. und die gezwungen sind, weiter zu streifen. Um eine genaue Kontrolle und den ganzen Vorfall mit angesehen hatten, entwendete er ihm unorganisirten mit 6 M. bis auf weiteres zu unterfiüßen. 2. Die zu ermöglichen, soll der Arbeitsnachweis während der Bewegung der Kommission geregelt werden. Zur Annahme aus der Westentasche die Uhr, indem er sie oberhalb des sie mit Vereinsbeiträge sind jedem Kollegen, so lange er gestreitt, zu er- von „ Die Versammlung be der Kette verbindenden Hakens abfuipste. Als er sich entfernen lassen. Nach einer längeren lebhaften Debatte wurde Antrag 1 gelangte folgende Resolution: wollte, traten ihm die beiden Kinder in den Weg und forderten gegen Etimme, Antrag 2 gegen 14 Stimmen an- fchließt, troß aller Machinationen der Fabrikanten, den Streit bis auf das äußerste durchzu ihn auf, seinen Raub herauszugeben. Steinicke fuhr sie jedoch genommen. Unter Vereinsangelegenheiten theilt der Vor- partiellen barsch an und machte sich davon. Die Kinder sahen, wie er zu sitzende mit, daß drei Kollegen zur Arbeitsvermittelungsführen. Die Selbständigen verpflichten sich, besonders bei zwei an der Litfaßsäule stehenden Männern trat, einem von Kommission zu wählen sind und werden die Mitglieder den Groß Fabrikanten persönlich keine Verhandlungen abzumit Brock, Neumann diesem Amt diesen die Uhr einhändigte und wie dieser ein Stück Papier von Wagner, betraut. schließen, sondern jeden Fall der Kommission zu überweisen." der Säule abriß, die Uhr einwickelte und sie dem dritten gab. Unter Verschiedenem stellt Winkler den Antrag, den fireitenden Nachdem noch zum Anschluß an die Organisation aufSie holten einen Schuhmann, dem es aber nur gelang, Webern im Eulengebirge 50 M. zu überweisen. Die Versamm gefordert worden war, wurde bekannt gegeben, daß in den Steinicke und Schröder festzunehmen. In der gestrigen lung erhöhte die Summe auf 100 m. Zum Schluß theilt der nächsten Tagen der Tarif für die kommende Saison ausVerhandlung, die sich nur gegen Steinicke richtet. Vorsitzende mit, daß am 4. Auguft eine öffentliche Versammlung gearbeitet wird, wozu eine Besprechung stattfindet, an der leugnete letterer und suchte die Schuld auf Schröder abzuwälzen. stattfindet, in welcher die Aufstellung der Kandidaten zum Ge- eine zahlreiche Betheiligung erwünscht sei. Zum Schluß wurde Der Staatsanwalt glaubte jedoch nicht seinen verworrenen Ans- werbegericht und Neuwahl des Vertrauensmannes stattfindet. auf das am 8. August bei Keller, Koppenstraße, stattfindende Sommerfest aufmerksam gemacht und zum regen Besuch eingeladen. reden, sondern maß den flaren Aussagen der beiden Kinder Aufgenommen wurden sieben Mitglieder. Die nächste Versammlung findet am Mittwoch, den 5. Auguft, vollen Glauben bei. Er hielt den Diebstahl, der fast an Raub im Alten Schützenhaus" statt. grenze, für einen so frechen, daß er eine Zuchthausstrafe von 3 Jahren und 5 Jahre Ehrverlust in Antrag brachte. Gerichtshof folgte seinen Ausführungen, erkannte aber auf zwei Jahre Buchthaus, fünf Jahre Cheverlust und Zulässigkeit von Polizei- Aufsicht. Angeklagte erklärte sich zum Antritt der Strafe bereit. Der Der " Bei Die Gasaustalts- Arbeiter hatten sich zu der öffentlichen Versammlung am 31. Juli bei Röllig in der Neuen Friedrichstraße recht zahlreich eingefunden. Das einleitende Referat hatte Der sozialdemokratische Verein für Stralan- RummelsBruno Pörsch übernommen. Redner schildert, wie nach dem burg batte am 29. Juli feine Generalversammlung anberaumt. ihm unterbreiteten Material vielfach unter den Arbeitern Der zur Verlesung gelangte Raffenbericht weist mit einem Beder Gasanstalten die Meinung verbreitet ist, man bestand vom vorigen Quartal in Höhe von 97,50 m. eine Einabsichtigt vonl feiten der Direktion die kleinen Vornahme von 187,75 M. und eine Ausgabe von 99,75 M. auf, somit Anklagen gegen Radler mehren sich naturgemäß mit der theile, die die Arbeiter errungen haben, haben, ihnen wieder bleibt ein Bestand von 88 M. Dem Bericht über die Bibliothef ist zu Zunahme des Fahrradverkehrs. So wurde gestern vor der streitig zu machen. In einigen Gasanstalten sei noch immer die entnehmen, daß 14 Bücher entliehen wurden und für nicht recht134. Abtheilung des Schöffengerichts gegen den Kaufmann 18 stündige Sonntagsschicht üblich, während in der Gitschiner zeitige Ablieferung 90 Pf. Strafgelder eingingen. Die Zahl der Lewy verhandelt. Der Angeklagte war nach der überein- und Danzigerstraße nur noch 12 Stunden gearbeitet würde. Bücher beläuft sich auf 132 und erhielten die Mitglieder ein gestimmenden Bekundung der Zeugen mit größter Schnelligkeit am Einem in der Gasanstalt III( Müllerstraße) seit 30 Jahren drucktes Verzeichniß derselben, die Nichtanwesenden können dass 16. Juni d. J. die Frankfurter Allee entlang gefahren und hatte thätigen Arbeiter sei kürzlich der Lohn von 2,20 M. auf 2,60 M. felbe nachträglich beim Kassirer in Empfang nehmen. dabei eine alte Frau angefahren und zu Boden geschleudert. Sie erhöht. Diese Entlohnung in einem städtischen Betriebe müsse der hierauf erfolgten Ersagwahl wurden gewählt: Weigel, ersten Rassirer und Georg Berger, erlitt erhebliche Verlegungen. Es wurde durch die Beweis- man gewiß als äußerst mangelhaft bezeichnen, an den Arbeitern Lessingstraße 1, zum aufnahme festgestellt, daß der Angeklagte zwar wiederholt liege es, durch kräftige Organisation solchen Zuständen ein Ende Mozartstraße 1, zum Bibliothekar; die Ausgabe der Bücher getlingelt, aber die Fahrgeschwindigkeit nicht gemindert zu machen. Vor allem aber gelte es, das bereits Errungene erfolgt Freitag, abends von 8 bis 9 Uhr. An stelle der hatte. Der Vorfißende führte bei der Urtheilsverkündigung aus, festzuhalten, da man durch Einstellung neuer und Entlassung Silfsperson Bickert wurde Jakobiß mit diesem Amt betraut. daß es keineswegs Sache des Publikums sei, bei alter Arbeiter die alten Verhältnisse wieder herzustellen versuche. Sodann gab der Vorsitzende einen Bericht über die VereinsSeite zuspringen, wenn ein Radfahrer flingele, In der Diskussion wandte sich ein Redner gegen die nicht der thätigkeit im verflossenen Quartal. Danach hat der Verein nur zumal man gar zu häufig die Beobachtung machen könne, daß Wahrheit entsprechenden Berichte des Generalanzeigers". So zwei Versammlungen abgehalten, weil zu den öffentlichen VereinsRadfahrer ihre Klingel in Bewegung setzten, ohne daß eine Ver- sei seinerzeit erst die Verabreichung von Kaffee erfolgt, nachdem versammlungen den Frauen von seiten der Behörde kein Zutritt mehr anlaffung dazu vorliege. Das Schöffengericht habe bisher in allen in der Versammlung und in der Arbeiterpresse diese Unterlassung gestattet wurde, dagegen haben mehrere öffentliche Versammlungen Fallen, in denen Radfahrer sich einer fahrlässigen Körperverlegung gerügt wurde. Im übrigen gäbe es nur in der Anstalt in der stattgefunden, die mit dem Verein natürlich in feiner Beziehung fchuldig gemacht, auf eine Geldstrafe von 50 W. ertannt und dies Danzigerstraße Kaffee. Die Annahme, daß diese Einrichtung standen. Die Abhaltung von Vergnügungen werde dem Berein sei auch im vorliegenden Falle geschehen. länger bestehe, ist unrichtig. Den Arbeitern in der Filtration, gänzlich unmöglich gemacht, da jede derartige Veranstaltung von in der sogenannten Giftbude in der Müllerstraße, feien jetzt der Polizei als Versammlung angesehen wird. Dagegen werden 10 Pf. Bulage gewährt, somit betrage deren Lohn 3,60 m. die Genossen wissen, wo sie bei Vergnügungen hinzugehen haben. daß am ( bisher 3,50). In Schmargendorf ist der Lohn auf 5 M. festgesetzt. Gleichzeitig wurde darauf aufmerksam gemacht, am 22. NoNach längerer Debatte gelangte sodann einstimmig eine Resolution 30. August eine Lassallefeier stattfindet und zur Annahme, die allen Berufsangehörigen die Pflicht auferlegt, vember fich der Organisation der Holz- und Kohlenkutscher sowie der Gasanftalisarbeiter und Kutscher anzuschließen. Die Forderung: 10 stündige Arbeitszeit auf sämmtlichen Gasanstalten Berlins, für die Plazarbeiter 3,50, für die Betriebsarbeiter 5 M. wurde nach furzer Debatte einstimmig aufgestellt, und das Bureau der Versammlung beauftragt, diese Forderung dem StadtverordnetenKollegium zu unterbreiten. Mit einem Hoch auf die Arbeiterbewegung schloß die imposante Versammlung. auch Versammlungen. ein Theil der englischen, für Bulaffung " denn auch nicht, die der der Verein die Urania besucht. Zum Schluß befprach man die Reichstagsverhandlungen über das Bürgerliche Gefeßbuch und gelangte hierbei folgender Antrag einstimmig zur Annahme: Die Mitglieder des Sozialdemokratischen Vereins für Stralau- Rummelsburg sprechen dem Reichstags- Abgeordneten Stadthagen für sein Eintreten im Interesse der Arbeiter tlaffe gelegentlich der Berathung des Bürgerlichen Gesetzbuches ihre volle Anerkennung aus. beiführte. 11 Die folgenden Arbeiter- Sängerbund Berlins und Umgegend. Borsigender Ad. Neumann, Basewalterfir. 3. Alle Neuberungen im Bereinskalender sind zu richten an Friedrich 49, v. 2 und der gefeligen Arbeitervereine Serline und Umgegend. Jahn, Schönhauser Quee 177 c. Alle Buschriften, den Bund betreffend find au richten an: Hermann Eine Anarchistenversammlung, von etwa 150 Personen befucht, tagte am Sonntag im Luisenstädtischen Konzerthause. Las Thema, über welches diskutirt werden sollte, lautete: Der internationale Kongreß in London und die freie Meinungsäußerung. Es handelte sich, wie der Vorsitzende Weinert bemerkte, darum, gegenüber den lügenhaften Beitungsberichten über den Kongreß die Wahrheit an den Tag zu bringen. Der erste Redner Spohr schilderte die Vorgänge auf dem Kongreß, Soweit fie fich um den Ausschluß der Neu Weißensee. Eine öffentliche Versammlung, die am Anarchisten drehen, allerdings auch nur an der Hand von 29. Juli tagte, nahm den Bericht des Wahlkomitees entgegen. Die Lohuabzüge bei der Firma Winter waren Gegen Posselt wies in seinem Referat darauf hin, wie durch den Beitungsberichten, allerdings solcher anarchistischer Richtung, namentlich fügte er sich auf das Nieuwenhuis'sche Organ stand der Verhandlung einer am 1. Auguſt in den Armin hallen Brotest des Vereins der Gastwirthe die Wahl des Genoffen BehlenRecht voor Allen". Was der Redner nach dieser Richtung vor- stattgehabten öffentlichen Versammlung der Militär- und dorf mit Erfolg angefochten sei, weil 13 Wähler im letzten Vierteljahr brachte, war aber auch nichts anderes, als was den Lefern schon bei der Darlegung Beranlaffung, zurückzugreifen auf den im Das Romitee arbeitete nun mit erneutem Eifer für die Wiederwahl Lieferungsschneider. Der Referent, Timm, nahm keine Steuern zahlten und somit zur Wahl nicht berechtigt waren. aus den Berichten des Vorwärts" bekannt ist. Die Thatsache, daß eine Anzahl der Delegirten, darunter Jahre 1890 in dieser Branche sich abspielenden Kampf um Er- Das Komitee arbeitete nun mit erneutem Eifer für die Wiederwahl des Genossen Behlendorf, bis in der letzten Kommissionssitung der ringung des jetzt noch maßgebenden Lohntarifes. Bei dieser Behlendorf ganz unerwartet erklärte, daß er von der Kandidatur Anarchisten gestimmt hatte, feierte er als einen großen, un- Gelegenheit verabsäumte Redner erwarteten Erfolg, der um so höher anzuschlagen sei, als Lieb: Militärschneider an ihr damals der Arbeiterschaft gegebenes zurücktrete. Die Gründe für dieses Verhalten konnte die Kommiffion fnecht in England herumgereist wäre, um die englischen Arbeiter Wort, die Bestrebungen der Organisation zu unterstützen, zu er- dorf die Mittheilung, daß er zu diesem Schritt von einer Annicht anerkennen und machte erst auf weitere Vorhaltungen Behlen gegen den Anarchismus einzunehmen. Der Redner polemifirte innern, ein Versprechen, das bis heute nicht eingelöst wurde, zahl Genossen, die Gegner der Betheiligung an der Kommunalwahl dann in bekannter Weise gegen die Demagogie der sozial- da mit Ausnahme weniger die Mehrheit der Organisation den ahl Genossen, die Gegner der Betheiligung an der Kommunalwahl sind, zu diesem Schritte gedrängt wurde. Hierauf sah die demokratischen Führer, deren Macht gebrochen werden müsse, und Rücken kehrten. So konnte es kommen, das bereits 1891 der Kommission von der Empfehlung eines anderen Kandidaten ab erging sich in einer ausführlichen Darlegung der anarchistischen deutsche Offizierverein durch Neuregelung des Tarifes Aende- und zeigte nunmehr ihre Auflösung an. In der Diskussion beTheorien, wobei er von Versammlungs- Theilnehmern daran rungen zu Ungunsten der Kollegenschaft einzuführen fuchte. ftritt Behlendorf, daß die vom Referenten angegebenen Gründe erinnert wurde, daß doch die Besprechung des Kongreffes auf Außer vielen Kleintämpfen entstand voriges Jahr Die Diskussion ges für seinen Rücktritt maßgebend waren. um Rampf die Litefta's; überall vermochten es die der Tagesordnung stehe, wogegen er jedoch in Uebereinstimmung Unternehmer, staltete sich zu einer sehr regen und betonten die ihren Standpunkt durchzudrücken. Obgleich mit dem Vorsitzenden meinte, daß das alles zur Sache gehöre. Nachdem dieser Redner geendet, bezeichnete Wiesenthal die voraus nun das Geschäft Winter nicht als maßgebend gelten fonne, Rommissionsmitglieder, daß die Angaben des Referenten vollständig den Thatsachen entsprächen. gegangene Rebe als langweilig, was sich daraus erkläre, daß noch so läge es nahe, daß, sobald es hier gelingt, bie geplanten Redner befundeten vielfach einen ablehnenden Standpunkt zu den fein authentisches Material über den Kongreß in seinen Händen wäre. Abzüge( Rock 3 M., Hose 1 M.) durchzuführen, die anderen Ge- Kommunalwahlen und endete, die zum theil sehr persönliche Der nachfolgende Redner machte entfeßlich langathmige Aus- schäfte recht bald folgen würden. Sei zu einem positiven Vor- Debatte mit der Annahme eines Antrages, der den bisherigen führungen über anarchistische Theorien, Konsumvereine und der gehen die gegenwärtige Zeit auch nicht geeignet, so erscheine es Gemeindevertreter Genossen Carow auffordert, sein Mandat gleichen mehr, worauf Wiese zur sogenannten Geschäftsordnung" doch nicht ausgeschloffen, daß die in dieser Branche beschäftigten niederzulegen. Der Rest der Tagesordnung konnte nicht erledigt ( diefelbe ist bekanntlich als eine Beeinträchtigung der Freiheit in einen Lohnkampf gedrängt würden. Vor allen Dingen gelte werden, da die Polizeistunde den Schluß der Versammlung herdes Individuums in anarchistischen Versammlungen verpönt), es, zu den vorliegenden Lohnreduktionen Stellung zu nehmen. In der Diskussion, an der fich mehrere Redner bebemerkte, daß es doch keinen Zweck habe, wenn immer daß die Firma Firma Kühne derfelbe Knatsch wiederholt werde, man möge fragen, ob Gegner theiligten, wurde mitgetheilt, die billigen Röcke nach Erfurt sende, das Wort wünschten. Der Vorsitzende hielt ein solches Berfahren in Berlin ausgebe; weiter jedoch für eine Beschränkung der freien Meinungsäußerung. dem billigen Preise mitunter Köhn hielt nunmehr eine recht fachliche Rede, die aber auch mit wurden Lohnabzüge bei der Firma Mohr u. Speier, sowie bei der Tagesordnung in keinem Zusammenhang stand und ließ dabei Berger, Collani u. Ko. gemeldet. Die Versammelten verlangten, der Sozialdemokratie mehr Gerechtigkeit widerfahren, als man daß hiergegen entschieben Stellung genommen werden müsse. dies sonst in anarchistischen Versammlungen gewohnt ist. Die Von den drei letteren Geschäften waren die Abzüge noch nicht bis dahin recht langweilige Debatte nahm jetzt einen lebhafteren ganz genau festgesetzt und wurde deshalb vorerst eine Aus der Sprache Ein intereffanter Fund ist von Arbeitern gemacht worden, Charakter an, als ein Sozialdemokrat namens Lange gegen Den Anarchismus polemisirte und den Anarchisten vorhielt, daß sie, treffs der Firma Winter nahm die Berfammlung folgende welche in der Nähe der fistalischen Werst am Satisfee beim die doch Gegner aller parlamentarischen Verhandlungen seien, Resolution an:" Die Agitationsfommission wird beauftragt, bei Nordoftfee Ranal einen Weg planirten. In einer Tiefe von der Firma Winter vorstellig zu werden, damit die bei ver- nur einem Meter stießen sie nämlich auf ein großes Leichenfeld. nur nach London gegangen wären, um Krakehl zu machen. Diese Ausführungen riefen natürlich den Unwillen der Versammlung hervor. schiedenen Sachen eingeführte Lohnreduktion wieder rückgängig Die Skelette sind nur noch zum theil erhalten und liegen reihenDie übrigen Redner hielten meist endlose anarchistische Pro- gemacht werde. Die Kollegen der Militärbranche verpflichten weise neben einander in Abständen von ungefähr einem grammreden, wobei es nicht an den üblichen Schimpfereien auf sich, mehr für ihre Interessen einzutreten, und sich dem Berbande Meter. Da auch verschiedene, vom Rost nahezu zerfressene die Sozialdemokratie und deren Führer fehlte. Sie bekannten sich der deutschen Schneider und Schneiderinnen anzufchließen." eiferue Nägel gefunden wurden, scheint eine regelrechte Be alle als Gegner der Beschickung des Kongresses. Auch Wiese Eine vorher eingetretene Pause von 10 Minuten wurde von den erdigung in Särgen stattgefunden zu haben. Daß man es hier nicht mit einem früheren Kirchhof zu thun hat, beweist der Versammelten fleißig benutzt, der Organisation beizutreten. war derselben Ansicht, hielt aber trotzdem troydem die Umstand, daß nur Stelette von erwachsenen Personen vorarchisten für berechtigt, am Londoner Kongreß theilzimehmen. Ju einer öffentlichen Versammlung der Mühenmacher gefunden wurden. Wahrscheinlich stammen diese Stelette aus Nachbem noch ein junger Mann in nichts weniger als geschickter( Selbständige, Arbeiter und Arbeiterinnen), die am Sonntag der Zeit der Belagerung Rendsburg's durch die Schweden im Weise für die Sozialdemokratie einzutreten sich bemühte, las der Vormittag im Alten Schüßenhaus" tagte. berichtete Regge Jahre 1645. In der betreffenden Gegend befand sich nämlich Anarchist Weisheit seinen Genossen den Text, daß sie überhaupt über die Lage des Streits. Aus den Ausführungen des das Hauptlager des schwedischen Generals von Wrangel. Die den Kongreß beschickt hatten, anstatt das dafür aufgewendete Redners ging hervor, daß die gegenwärtige Situation Belagerung währte 22 Wochen und hatte für die Bewohner der Geld zur Agitation zu verwenden, und zog zum Schluß mit vor eine sehr günstige ist, die zu der Annahme berechtigt, daß damals starken Festung große Drangsale im Gefolge. Die VerErregung glühendem Gesicht und wüthender Geberde gegen die in furzer Zeit, vielleicht noch in dieser Woche, der Kampf theidigung lag zulegt zur Hauptsache den Bürgern ob, da die Sozialdemokratie und deren Führer zu Felde, die er als zu gunsten der Ausständigen, die bisher eine anerkennenswerthe Besayung nahezu aufgerieben war. Wie die Chronik berichtet, Schurken, Lumpen und Lügner bezeichnete. Diese Kraftausdrücke Ginigkeit bewiesen haben, entschieden werden wird. Nach Eintritt ging man bereits mit der Absicht um, eine Mädchenkomgagnie bildeten den effektvollen Schlußakkord der Versammlung. in den partiellen Streit fonnte bei 22 für die Bewegung be: zu bilden; trotzdem hielt sich die Festung bis zum Friedens Der Fachberein der Musikinstrumentenmacher hielt am deutend in betracht kommenden Fabrikanten, welche die Forde schlusse. 25. Juli bei Hente, Naunynstr. 27, seine Generalversammlung rungen unterschriftlich bewilligt haben, die Arbeit wieder ab. Auf der Tagesordnung ftand ein Vortrag des Genoffen aufgenommen werden, so daß die Zahl der Ausständigen erheblich Friß zubeil, Abrechnung vom 2. Quartal, desgleichen von reduzirt wurde. Die Grossisten versuchen alle möglichen Mittel, einem Vortrag über Röntgen- Strahlen, Anträge des Vorstandes, die kleinen Fabrikanten, auf die sie sonst so wenig Rücksicht wie bitten bei jeder Anfrage eine Chiffre( zwei Buchstaben oder eine Bahl) anzugeben, unter der die Antwort ertheilt werden soll. Vereinsangelegenheiten und Verschiedenes. Der Vorsitzende machte nehmen, für sich zu gewinnen, um sie von der Bewilligung der Die nächste juristische Sprechstunde findet am Freitag, bei Eröffnung der Versammlung bekannt, daß Genoffe Bubeil Forderungen abzuhalten, resp. sie veranlassen, ihre gegebene Unter ertranft und er den Vortrag in der nächsten Versammlung halten schrift zurückzuziehen, obwohl sie wissen, daß die kleineren ben 7. Auguft, 72-81/ 2 Uhr abends statt. den größten Nachtheil Von der längeren wird. Die Versammlung geht deshalb gleich zur Abrechnung Fabrikanten A. B. C. Die nothwendige gerichtliche Veräußerung( SubDauer der Bewegung haben. Jedenfalls werden aber in bastation) eines Grundstücks hat nicht die Aufhebung des über, die folgendes Ergebniß zeigt: 909,45 M. allernächster Zeit auch die größten Fabrikanten, die sich Miethsvertrags ohne weiteres zur Folge. Sie berechtigt nur jetzt schon veranlaßt sehen, Versammlungen einzuberufen, den neuen Eigenthümer und die Hypothekengläubiger( nicht 1412,65 gezwungen sein, ebenfalls zu bewilligen, da nicht zu erwarten ist, auch den Miether), den Miethsvertrag mit Ablauf des ViertelDaß die kleineren Fabrikanten gewillt sind, ihre Existenz auf das jahres, das auf den Verkauf folgt, aufzuheben. Jedoch muß er Spiel zu setzen. Nachdem der Redner noch des weiteren die augen- dann spätestens innerhalb der ersten drei Tage des auf die Subblickliche Situation beleuchtet hatte, ersuchte er die Ausständigen, haftation folgenden Vierteljahrs tündigen. Erfolgt keine Kündi in der bisherigen Einmüthigkeit weiter auszuharren, um einen ganzen gung, so geht der alte Bertrag in allen seinen Bestimmungen auf Erfolg zu ermöglichen. In der hierauf folgenden Diskussion den neuen Eigenthümer über.-S. 23. 42. Ja.. Nein, Einnahme Ausgabe.. Mehrausgabe Rassenbestand am 1. Quartal Gesammtvermögen Auf der Bant • • In den Händen des Kassirers " . . · . • 503,20 m. 1429,43. 926,23 " • 800,10 " 126,13. betreffenden Kollegen vorgeschlagen. BeVermischtes. Briefkasten der Redaktion. ze Sozialdemokratischer Wahlverein für den 3. Berl. Reichstags- Wahlkreis. Donnerstag, den 6. August, abends 8½ thr, im Louisenstädtischen Konzerthaus, Alte Jakobstraße 37: Versammlung. Tages Ordnung: N 6 Pfund Albrecht's Deutscher Holzarbeiter- Verband. Brot für Bäckerei, 50 Pfennig liefert Wrangel- Strasse 8. Langestr. 26, Falckensteinstr. 2. Möbel- Verkauf Wegen beabsichtigter Bergrößerung meiner 1. Vortrag des Genossen Resel aus Graz, Delegirter des Möbelspeichers Rosenthaler Strasse 13. des Internationalen Arbeiter- Kongresses zu London. Räumlichkeiten verkaufe ich mein Waarenlager 240/18 2. Diskussion. 3. Vereinsangelegenheiten. Gäste haben Zutritt. Beiträge werden in der Versammlung entgegen genommen. Der Vorstand. Sozialdemokratischer Wahlverein für den 4. Berl. Reidjstags- Wahlkreis. Südosten". zu noch nie dagewesenen Preisen. Zum umauge und für Brautleute ist somit die einzig reelle Gelegenheit gegeben, Ausstattungen, fo= wie einzelne Stücke gediegen und billigst einzutaufen. Man lasse sich nicht durch unmögliche Anpreisungen blenden, sondern besichtige sich die Möbel, welche man taufen will, genau und vergleiche diefelben mit meinen nur gediegenen Möbeln und anerkannt billigsten Preisen. Vertaufe ganze Einrichtungen, sowie einzelne Stücke ganz bedeutend billiger als jeder andere Möbelhändler. Auch größtes Lager gebrauchter und verliehen gewesener Möbel zu wahrhaften Spottpreisen: Kleiderspind 15 Mart, NußbaumDienstag, den 4. Auguft, abends 8½ 1hr, bei Henke, mode 9, Sopha 16, Beliſtelle mit SprungNaunynstr. 27: General- Versammlung. Zages Ordnung: 1. Ausgabe der Mitgliedsbücher. 2. Bericht der Kommission über ihre Thätigkeit und Raffenbericht. 3. Diskussion. 4. Wahl des definitiven Vorstandes. NB. Da dies eine Generalversammlung ist, in welcher gleichzeitig die Wahl des Vorstandes stattfindet, so werden die Genoffen, welche sich in die Aufnahmelisten eingezeichnet haben, ersucht, zahlreich und besonders pünktlich zu erscheinen, um zuvor die ihnen als Legitimation dienenden Mit gliedsbücher in Empfang zu nehmen. Die Kommission. 242/ 14* Wahlverein des 4. Berl. Reichstags- Wahlkreises ( Osten.) Dienstag, den 4. August, abends 8 Uhr, in Fiebig's Saal, Große Frankfurterstraße Nr. 28: General- Versammlung. Tages Ordnung: 1. Wabl des Vorstandes. 2. Wahl der Revisoren. 3. Vortrag über Voltsernährung. 4. Diskussion. 242/15 Der Einberufer. Sozialdemokratischer Verein für den 5. Berl. Reichstags- Wahlkreis. Donnerstag, den 6. August, abends 9 Uhr, im Schützenhause, Linienstr. 5: Versammlung. Tages Ordnung: federmatrage und stelltisfen 18, Spiegel ( Zahlstelle Berlin). Vertrauensmänner- Versammlungen Mittwoch, den 5. August, abends 8 Uhr, Monbit, im Lokale Thurmstraße 84. Wedding und Gesundbrunnen: Kolbergerstraße 23. Schönhauser und Rosenthaler Vorstadt: bei Mörschel, Schönhauser Allee 28. bei Rautenberg, Often: bei Thiel, Fruchtstr. 36a( oberer Saal). Süd und Süd- Osten: Oranienstr. 180. Tagesordnung: Besprechung der Lohn- und Arbeitsverhältnisse. Stühle 2, Nußbaumtrumeaur mit Stufe 60, Plüschgarnitur 50, neue, hochfeine Plüsch 302/10 garnitur 105 Mart. Hochfeine Nußbaum- und Mahagoni Möbel spottbillig. Auch gebe ich Einrichtungen auf Theilzahlung. Kein Abzahlungsgeschäft. Eigene Tapezierwertstätten, vier große Möbelspeicher. Getaufte Möbel tönnen fostenfrei auf meinen Lagerspeichern Monate ſtehen bleiben und werden dann durch eigene Gespanne sauber transportirt und aufgeftelt, auch nach außerhalb. 3 Sonnabend: Resterverkauf. Beachtenswerth für Schneider! [ 5563L*] Anzug- Valetoistoffe Brenner& Cie. Alte Jakobstr. 57/59. Jedes Maaß zu Eagrospreisen. Haben Sie Wanzen? Haben Sie Schwaben? Dann ist es Ihre Schuld! – Verwenden Sie doch R. Hoffers Spezialmittel, welche diese Thiere u. ihre Brut sofort tödten und ihr Wiederkommen verhindern. Dosts 50 Pf. und 1 M. beim Erfinder 245.6 Rud. Hoffers, Danteuffelstr. 87 u. 1. Vortrag des Genoffen Paul Jahn über:" Der moderne Rechtsstaat und das Koalitionsrecht." 2. Diskussion. 3. Wahl der Revisoren. 4. Verschiedenes. Unt zahlreiches Erscheinen ersucht Der Vorstand. Große öffentliche Versammlung fämmtlicher Schmiede u. Berufsgenoffen Berlins und Umgegend Reichenbergerst. 55. Möbel- Kaufgelegenheit, paffendste Gelegenheit fürBrautleute, GneisenauStraße 15, parterre, in der Möbelfabrik sollen ca. 200 tomplete Wohnungs- Einrichtungen, verliehen gewesene und neue Möbel zu jedem annehmbaren Preise verkauft werden. Theil zahlung gestattet. Beamten ohne Anzahlung. Besonders billig sind die an herrschaften fue Beit verliehen gewefenen Möbel. Kleiderspind 15, Küchenspind, Komode 12, Bettstelle mit Muschel Kleiderspinden und Bertikows 36, französische Muschelbettstellen mit Matratzen 45, Säulen Kleiderspinden 46 Mart. Trumeaug mit Stufe 60, Plüschgarnituren 60 Mart, neue, bochelegante Garnituren 105 Mart. Buffets, Coulissentische, Paneelsophas mit Satteltaschen und Plüscheinfassung in allen Farben, Damen und Herrenschreibtische. Gekaufte Möbel werden am Mittwoch, den 5. August 1896, abends 82 Uhr, Matrage 18, Nußbaum- Kleiderspinden 30 Mart. bei Hoffmann, Alexanderstraße Nr. 27c. Tages Ordnung: 1. Berichterstattung der Lohukommission. 2. Abrechnung derselben. 3. Stellungnahme zum Gewerbegerichts- Beisitzenden. 4. Wahl eines Gewerkschafts- Delegirten. 5. Verschiedenes. 269 14 Die Lohnkommission. J. A.: Franz Hehn, Mariannenstr. 25. Achtung! Mützenmacher. Achtung! unentgeltlich 3 Monate auf meinen Aufbewahrungsspeichern aufbewahrt, durch eigene Gespanne transportirt und aufgestellt. 4251L* Mittwoch, den 5. August, abends 8 1hr, im Saale des alten Schützenhauses, Linienstraße 5-6: Ausschn. nur noch kurze Zeit. Große öffentliche Verlamminna der Pelz- und Müzen- Brauche Selbständige, Arbeiter und Arbeiterinnen. Zages Ordnung: Gratis 1. Vortrag. 2. Diskussion. 3. Die Lage des Streiks. erhält Juhaber dieser Annonce( welcher 95/7 Die Fünfer- Kommission. Oeffentliche Metallarbeiter- Versammlung heute Abend 6. t h r, meine Bäder noch nicht versucht) zur Probe ein 54992 Loh- Tanninbad, sicherste Heilung bei allen Haut-, Blut- u. Frauenkrankheiten, Folgen v.Quecksilberfuren, Magen-, Nerven-, Nieren- und im Lokale des Herrn Cohn, Beuthstr. 22( kleiner Saal). Blasenleiden, bewährt gegen Gicht und Zages Ordnung: = Rheumatismus. 1. Die Lohureduktionen und die neue Fabrikordnung in der Prospekte mit hunderten von Dankschreiben Geheilter gratis und franto. Fabrik von Jänicke& Comp., Lindenstr. 44. 2. Diskussion. Die Inhaber der Firma, die Herren Rödelheim und Janice, fowie G. Münsel, Berlin, der neue Meister, sind zu dieser Versammlung hierdurch besonders eingeladen. 299/13 Die Agitationskommiffion des Deutschen Metallarbeiter- Verbandes. Achtung! Gürtler! Achtung! Mittwoch, den 5. August, abends 8 Uhr, im Lokale des Herrn Mehner, Oranienstraße Nr. 184: Vertrauensmänner- Konferenz der Gürtler. Jede Werkstatt muß vertreten sein. Unterzeichneter ist von 7 Uhr ab im Lotal anwesend, um abzurechnen. 300/16 Achtung! Wallstr. 70, Neu Cöln am Wasser 6-8, Ansbacherstr. 19 und Pankstrasse 32. Lohbäder für Krankenkafeit. Jophastoffe S auch Refte in Rips, Damast, Crêpe, Phantasie, Gobelin und Plüsch spottbillig! Proben franko! Läuferstoffe Der Vertrauensmann. Richard Heinrich, Wienerstraße 61. Unter. Achtung! Mittwoch, den 5. August, abends 6 Uhr, Grenadierstr. 33: Versammlung der Baudeputirten der Putzer Berlins und Umgegend. Jeder Bau muß vertreten sein. 151/14 in allen Qualitäten zu Fabrikpreisen. Berlin S., Emil Lefèvre, Oranienstraße 158. Achtung! Achtung! Künstl. Zähne v. 3 M. an, Theilz. Die Ortsverwaltung. Dritter Nachtrag zum Statut der Orts- Krankenkasse für den Gewerbebetrieb der Kaufleute, Handelsleute und Apotheker zu Berlin vom 14. Dezember 1892. Artikel 1. 1. J§ 14, Abs. 2 erhält der Schlußsatz folgende Fassung: " Die oben näher bezeichneten Rassenmitglieder, welche gegen ihren Willen in einem Krankenhause untergebracht werden sollen, haben das Recht, gegen die Anordnung die endgiltige Entscheidung eines vom Vorstande zu bestimmenden auzurufen." Vertrauensarztes 244/7 c) Zur Abtheilung 2 gehören alle diejenigen Kassen Mits glieder nach§2 des Statuts, welche in Betrieben beschäftigt find, die links der Spree liegen, sowie alle Mitglieder aus§ 5 und 9 des Statuts ( freiwillige Mitglieder), welche links der Spree wohnen. 11.§ 49a, Abs. 6 wird gestrichen In 2. Jn§ 24 erhält der Schlußsah und dafür folgender Absatz eingeschaltet: Die Ergänzungswahlen finden allfolgende Fassung: " ftatt. " Zuwiderhandlungen gegen diese Ver- jährlich im Januar jeden Jahres pflichtung ziehen eine vom Vorstande 12.§ 50, Abs. 2, Nr. 1 wird folgenderfestzusetzende Ordnungsstrafe bis zu maßen abgeändert: 20 Mark nach sich." 3. In§ 25, Abs. 1 erhält der Stufa folgende Fassung: " Im November jeden Jahres zur Wahl zc." 13.§ 50, Abf. 2, Nr. 2 wird in gleicher Weise abgeändert: " Im April jeden Jahreszur Beschluß faffung 2c." Endet die Krantenwoche mit einem Feiertage, der auf einen Wochentag fällt, so erfolgt die Auszahlung au dem vorhergehenden Werktage." 14.§ 50, Abs. 2, Nr. 4 wird folgender 4.§ 31, Abs. 1 wird wie folgt ab- maßen abgeändert: geändert: Die Gegenstände der Verhandlungen Die Beiträge sind an jedem Montag hat der Vorstand zu bestimmen. Er muß für die abgelaufene Woche fällig und unter dieselben alle Beschwerden, welche werden in den vom Rassenvorstande von Kaffenmitgliedern oder beitrag festzusetzenden Fristen, höchstens jedoch zahlenden Arbeitgebern gegen den Vorfür 8 Wochen, eingezogen." stand, sowie alle Anträge, welche bis 31. März refp. bis 31. Oktober von 20 Delegirten schriftlich gestellt werden, aufnehmen." 5.§ 84 erhält folgende Fassung: ,, Diejenigen Raffenmitglieder, welche der Kasse auf grund§ 5, Abs. 1, 2, 3 oder§ 9 freiwillig angehören, haben die Eintrittsgelder und die vollen Kassenbeiträge selbst an jedem Montage nach Ablauf von je 2 Wochen an Kasse nzuzahlen oder kostenlos einzusenden." 6.§ 33, Abs. 3 wird gestrichen. 7.§ 39, Abs. 3 erhält folgende Fassung: Mitglieder des Vorstandes, welche die Wählbarkeit verlieren oder drei Monate hindurch unentschuldigt ihres Amtes nicht walten, scheiden aus dem Vorstande aus." 8. Jn§ 42, Abs. 1 wird der Schlußsatz: " Von den Vorsitzenden muß einer ein Arbeitgeber, einer ein Arbeitnehmer fein, fofern Arbeitgeber dem Vorstande angehören" gestrichen. 9.§ 43 erhält folgenden Zusatz: Falls der Vorstand in einer Sigung nicht beschlußfähig ist, so gilt er in der nächsten Sigung mit gleicher Tagesordnung, ohne Rückficht auf die Zahl der Anwesenden, als beschlußfähig, worauf bei der Einladung ausdrücklich weisen ist." 15.§ 51, Abs. 1 wird wie folgt ab geändert: „ Der Vorsitzende des Vorstandes er öffnet, leitet und schließt die Verhandlungen der General- Versammlung. Be finden sich unter den Gegenständen der Verhandlungen Beschwerden, welche die Geschäftsführung betreffen, so hat er sofort nach der Eröffnung für diese Gegenstände die Wahl eines anderen Leiters herbeizuführen behufs sofortiger Verhandlung. Dieselbe erfolgt 2c." 16.§ 51, Abs. 3 erhält nachfolgenden Busay: " Fügt sich ein Mitglied dieser Maßregel nicht, so kann es auf Beschluß der General Versammlung aus dieser entfernt werden." 17.§ 54, Abs. 1, Nr. 4 erhält nachfolgenden Zusatz: " Die Sigungen der Revisoren find den Vorstandsßigungen bezüg lich der Vergütigungen gleich zu erachten." 18.§ 54, Abs. 1, Nr. 5 erhält nachfolgenden Busay: Kommissions- Sigungen, soweit dieselben für die Kaffenverwaltung nothwendig find, find den Vorstands hinzufizungen bezüglich der Vergütigungen gleich zu erachten." 19.§ 55, Abs. 2 wird wie folgt ab. geändert: 10.§ 49, Abs. 2 erhält folgenden Busah: ,, Nöthigenfalls ist jedoch der Vorstand berechtigt, die Wahl in ge- eine sechswöchentliche Kündigung zu theilter Wahlversammlung vor nehmen zu lassen." Für diesen Fall gelten nach stehende Bestimmungen: Die Beamten und Rassenboten haben beanspruchen. Das Anfangsgehalt darf pro Jahr nicht übersteigen für den Rendanten 2250 M., für die Expedienten 1800 M., für die Beamten 1500 M., für die Kassenboten 1200 M." a) Die Wahl der Vertreter der Kaffenmitglieder erfolgt in Bei ärztlich bescheinigter Er. zwei Abtheilungen nach ört- werbsunfähigkeit wird den Beamten lichen Bezirken geordnet. ein Zuschuß zum Krankengelde bis b) Zur Abtheilung 1 gehören zur Höhe ihres Gehaltes auf die Dauer von 13 Wochen gezahlt. alle diejenigen Kaffen Mit Den gefeglich auf fie entfallenden glieder nach§ 2 des Statute, Theil des Beitrages haben dies welche in Betrieben beschäffelben selbst zu tragen, sonstige tigt sind, die rechts der Gratifitationen sind nicht zu gewähren. Spree liegen, sowie alle Mit: glieder aus§ 5 und 9 des Statuts( freiwillige Mitglieder), welche rechts der Spree wohnen. Berlin, 16. April 1896. Artikel 2. Die vorstehend abgeänderten Be Stimmungen treten mit dem 16. Juli cr. in traft. Orts- Krankenkaffe für den Gewerbebetrieb der Kaufleute, Handelsleute und Apotheker. Der Vorstand. Barnewih, Vorsitzender. Papke, Schriftführer. Vorstehende Abänderung wird hierdurch genehmigt. Berlin, den 16. Juli 1896. ( L. S.) J.-Nr. 4197. Der Bezirks- Ausschuß. Kayser. Vereinsgeschäft. wöchentl. 1 M., wird abgeholt. Bahn Max Richter, Grüner Weg 65, Bilder, Büsten sieben, Zahnreinigen, Nervtödten bei Bestellung umsonst. Guckel, Laufizerplay 2, Elfafferstr. 12 ( Mary, Engels, Lassalle) jeder Größe nebst Bildereinrahmung. dekoration, Stocklaternen 2c. en gros und en detail. Die Lohnkommission der Putzer Berlins und Umgegend. Berantwortlicher Redakteur: August Jacobey, Berlin. Für den Juferatentheil verantwortlich: Th. Glocke in Berlin. Druck und Verlag von Mag Bading in Berlin. Saals 5262L*