Morgenausgabe Tit. 237 A 120 49. Jahrgang WSchenlNch 76 Ps, monatlich 3,58 3R tdaoan S? Pf, monatlich für Zustel- lunfl ins Haus) im voraus zalilboo. Postbezug S.S7 M. einschließlich SV Ps. P»üzeiwngs» und 72 Pf, Poltbestellaee ieühren. Auslandsabonnement 8,88 M. Uro Monat; für Länder mit ermäßigtem DruÄuchennort- 4,88 M. Der.Vorwärts� erlcheint wochenläz» lich zweimal. Sonntags und Montags «inmal. die Abendausgabe für Berlrn und im Handel mit dem Titel„Der Abends Zlluftrierie Sonntaasbeilaa« »Boll und Zeir' f Neettner Vottsbta« Sonntag 22, Mai 1932 Groß-Äerlin 15 Z>f. Auswärts 29 pf. Die einfpalt. Millimelerzeile SO Pf, P-klamezeile Z.- M.„Älewe An< zeigen" das fettgedruckte Wort 20 Pf. tzuIäsfigzweifettgedruckteWortei.iedes weitere Wort 10 Pf. Rabat! lt. Tarif. Worte über 15 Buchstaben zahlen für zwei Worte, Arbeüsmartt Millimeterzeil» 25 Pf. Familienanzeigen llJIilli- meterzeile 16 Pf. Anzeigenannahm« im Kauptaelchäft Lindenstrahe 8. wochentäglich von 8>/, bis 17 Uhr. Der Verlag behält sich dasRecht der Ab» lehnung nicht genehmerAnzeigen vor! Jentvalorsan der GozialdemokvaMOen Partei Deutschlands Redaktion und Verlag: Berlin TW 68, Lindenstr. 3 Kernsvr., Dönboff 7) 2ZZ— 297. Telegramm-Adi,: Sozialdemokrat Berlin Vorwärts-Verlag G.m.b.H. Postscheckkonto: Berlins? SZS.— Bankkonto: BankderArdeuer, Angestellten und Beamten, Lindenstr. Z, Dt.B.u.DiZc.-Ges., Teposttenk., Jeruialelner Sir, KS/KS. Die Kabinettsbeschlüsse. Wichtigste sozial- und wirtschastspoliiische Maßnahmen durch Notverordnung. Amtlich wird miigeleilt: Die mehrwöchigen, nur durch die beiden Mngsiiage unierbrvchenen Verawngen des Reichskabineiis über die nunmehr in Aussicht zu nehmenden finanz», sozial- uad wirtschaflspolitischen Alaszn ahmen konnten am heutigen Sonnabendnachmiitog in allen grundsählichen Fwgen in «oller Uebereinstimmung zum Abschluh gebracht werden. Zu den unter dem Vorsitz des Reichskanzlers Dr. Brüning statt- gehabten Beratungen waren das Reichsbankdirektorium, und. soweit erforderlich, die drei Reichskommissare für Preisüberwachung. Ban- kenaussicht und die vorstädiische Randsiedlung, sowie der Vorstand der Garanliebank hinzugezogen worden. Die Entschliehungen des Reichskobinetis sanden wertvolle Förderung durch nebenhergehende Beratungen mit den berufenen Vertretern der beteiligten Beoölkerungskreise. Das Gesamtprogramm erstreckt sich im wesentlichen aus die cnd- gültige Fertigstellung und Abdeckung des Retchshaushalls- Plans lSZZ. die Sicherung der Arbeitslosensürforge und andere sozialpolitische Reformmasznahmen. so- w'e aus ein Arbeitsbeschassungsprogramm unter gleichzeitigem Aysbou des sreiwiltigen Arbeitsdienstes. Der Reichshaushaltsplon gehl nunmehr dem Reichsrat zu, dessen Be- ratungen unter Beteiligung der Reichzregierung und der Zinanz- minister der deutschen Lander demnächst beginnen werden. Die übrigen vorerwübnten, grundsählichen Beschlüsse der Reichsrcgierung unterliegen augenblicklich noch der endgültigen Formulierung der zuständigen Stellen, mit der sich das Reichs- kobinett alsdann abschlleszend im?knfang der kommen. den Woche befassen wird. Weitere Einzelheiten hierüber können im Augenblick noch nicht mitgeteilt werden, da zunächst ein Vortrag des Reichskanzlers beim Herrn Reichspräsidenten über dag Gesomkprogramm im Lause der kommenden Woche ftatlsinden wird. Notschrei der Landgemeinden. Gefahr für die Llnterstützung der Erwerbslosen. Weimar, 2l. Mai.(Eigenbericht.) stcoch eingehendem Referat van Dr. Gerike hat der am 21. Mai unter lLoxsitj des Bürgermeisters Lange-Weimor in Weimar tagende Gssamtvorstand des Deutschen Landgemeinde- tag es eine Entschließung eingebracht, in der. es u. o. heißt: ..Angesichts der nicht mehr zu überbietenden Not der deutschen Landgemeinden sieht sich der Gesamtvorstand des Deutschen Land- gsmeindelAges gezwungen, nochstehende vordringliche Forderung zu erheben; entsprechend den bereits im Oktober 1330 gemachten Bor- schlagen des Deutschen Landgemeindetages, die ungerechte Dreiteilung der Erwerbslosenoersicherten, Krisenunterstützten und Wohlfahrtsempsänger zu beseitigen. An ihre Stelle hat eme allgemeine Erwerbslosensürsorge zu treten, mit deren Durch- führung die Gemeinden beauftragt werden. Zu den Kosten dieser allgemeinen Erwerbslosensürsorge dürfen die Gemeinden ahnlich wie bei der heutigen Krisenfürsorge höchstens bis zu 20 Proz, herangezogen werden. Die fehlenden 80 Proz. find aus Mitteln des Reiches durch Beiträge der Arbeitgeber und Arbeitnehmer und durch Beiträge aller im Verdienst stehenden Personen zu decken. Den annähernd 6 Millionen Erwerbslosen in Deutschland kann jedoch durch eine allgemeine Erwerbslosensürsorge nicht geholfen werden. Durch Arbeitsbcschasjung befreit das Reich die Reichsonstott sowie die Gemeinden und Gemeindeverbände von untragbaren Aus- gaben. Nur Arbeitsbeschaffung kann eine Wiederbele- bung der deutschen Wirtschast zur Folge haben. Die Reichsregierung muß infolgedesien alle erforderlichen Borkehrungen treffen, welche ein großzügiges Arbeitsbeschassungsprogramm ermöglichen, hierzu erscheint die von der Reichsregierung in Aussicht genommene Prämienanleihe jedoch nicht ausreichend." Außerdem wurde mit Rücksicht auf die Notlag« der deutschen Landgemeinden folgendes Tslegramm'an den Reichs- k a n z l e r' geschickt: „Bei zahlreichen deutschen Landgemeinden, die mitten im finanziellen Zusammenbruch stehen, ist mangels Mittel die G e- fahr akut, die Arbeitslosen nicht weiter u n t e r- stutzen zu können. Der in Weimar versammelte Gesamtoor- stand des Deutschen Landgemeindetages fordert dringend und noch- drücklich sofortige wirksame Reichshilfe und durchgreifende Reform der gesamten Arbeitslosenunterstützung. Soweit augenblickliche Kabinettsberatungen bekannt geworden sind, werden geplant« Aenderungen für unzweckmäßig und unzureichend gehalten. Die Gemeinden, deren Kräfte und Mittel erschöpft sind, müssen die Verantwortung für Weiterentwicklung der Dinge ablehnen." Rücktritt der Preußenregierung. Schreiben Otto Brauns an den Präsidenten des Landtags. Der preußische INinisterpräsident Otto Braun hat in einem kurzen Schreiben im Ramen seiner Regierung dem Präsidenten des Landtags mitgeteilt, daß die preußischen Sloaisminister ihre A e m- ler zur Verfügung stellen. Die Legislaturperlode des bisherigen Landtages ist mit dem Freitag abgelausen. Oeuischösterreichs Noi. Wirtschastsdebatte in Genf-?iegierungsverbildung in Wien. Der Völkerbundsrat hat wieder einmal über die schwere Notlage Deutschösterreichs debattiert. Dabei hat der britische Regierungsoer kreier Unterstaats- sekretär Eden die sehr bemerkenswerten Worte gesprochen, daß Oesterreich in diese schwierige Lage nicht zuletzt durch die Friedensverträge gekommen sei. Obwohl alle Großmachtvertreter darin übereinstimmten, daß eine neue Anleihe keine gründliche Hilfe sei. erklärten sich England und Italien, im Rahmen seiner so geringen Möglich- keit auch Deutschland, zu einer ausnohmsweisen Finanzhilfe für die Nationalbank in Wien bereit. Diese Hilfe müßte allerdings sofort erfolgen, denn zum Monatswechsel sind Zahlungen fällig, die ohne solche Hilfe zu leisten unmöglich ist: Paul Boncour behaarte für Frankreich auf dem Vorzugszoll- projekl für alle Nachfolgestaaten: Frankreich will nur allen diesen Ländern zugleich Hilfe leisten. Und wieder soll sich ein Finanzkomitee mit den beson- deren Schwierigkeiten des Staates befassen, den die Friedens- bedingungen von St. Germain zum lebensunjahigen Rest eines großen Reiches gemacht haben, dem sie noch den Namen aufzwangen, der den meisten anderen Völkern des zerfallenen Habsburger Reiches damals verhaßt war und den ein Musso- lini noch vor wenigen Iahren zu dem Hohnwort gebrauchen konnte:„Oesterreich ist— was es eben ist." Die inneren Verhältnisse der deutschen Alpenrepublik sind gleichfalls recht erbärmlich. Die„Gefahr" einer Parla- mentsneuwahl, die nach dem Ergebnis des 24. April die einst so starke Partei der Christlichsozialen samt ihrem Koalitions- partner, dem Landbund und den aus dem Regierungsblock ausgesprungenen Großdeutschen d e z i m i e r t, die S o z i a l- demokratie, schon längst die stärkste Partei, noch größer gemacht und die Heimwehrfraktion durch Nazis ersetzt hätte, ist'durch einen parlamentstechnischen Dreh auf den Herbst ver- schoben worden. Darüber kam es zu einem Regierungswechsel. Aber nicht die im Volk stärkste Partei, die Sozialdemokratie, hat der Bundespräsident Mitlas zur Regierung berufen, sondern sie den Christlichsozialen trotz dem am 24. April geführten Nachweis, daß sie im Volk ungeheuer verloren haben. weiter überlassen. Der neue Bundeskanzler Dr. D o l l f u ß hätte, ebenso gut wie sein Vorgänger Dr. Buresch die Minder- heitskoalition mit dem Landbund weiterfuhren können, hat ober die 5) e i m w e h r einbezogen. Dies sogar, obwohl diese Faschistenart.schon in weitgediehenem Zerfall ist) einem ihrer Freunde aber sogar das vicherheitsministe rium auszuliefern, bedeutet nicht nur das Ende der inneren Ent- waffnung, die der Landbündler Dr. Bachinger auf diesem neu geschaffenen Posten beginnen wollte, sondern eine schwere Herausforderung der Sozialdemokratie— noch dazu in einer Zeit des fürchterlichsten Massenelends, Bei alledem gewährt die hinausschiebung der Wahl doch nur eine G a l g e n f r i st, denn im herbst wird ja doch gewählt. Vor den Entscheidungen. Was wird im Z�eich?— Was wird in Preußen? Bon einem Ends Deutschlands zum andern tönt d«? Widerhall der S ch ü s s e v o n W a l t e r s h a u s e n. Zwar Hot es hierzulande leider fest dem Kriege zu knallen nie ganz aufgehört, und gegen Meldungen über Schießereien, bei denen Menschenopfer sollen, ist man ziemlich obgestumpst, Der blutige Vorfall von Woltershausen bedeutet jedoch mehr, Denn hier handelt es sich um einen Fall, in. dem die echte Verzweiflung gequälter Menschen zu Exzessen führte, deren Unterdrückung mit bewaffneter Hand eine er- hebliche Anzahl von Opfern gekostet Hot. In dem Augenblick, in dem sich der Reichskanzler an- schickt, dem Reichspräsidenten eine neue Notverord- nung mit neuen Sparmaßnahmen zur Unterschrift vorzu- legen, wirken die Schüsse von Waltershausen wie eine furchtbare Warnung. Gewiß, die unmittelbaren Ge- fahren, die dem Reichskabinett drohen, kommen von einer ganz anderen Seite, das bolschewistische Schreckgespenst stört längst keinen Regierenden mehr in seinem Schlaf, die Me- thode, hungernde Menschen mit Waffengewalt ruhig zu halten, ist geschichtlich bewährt, ja sie gilt den Aposteln der Diktatur sogar als das neueste politische Evangelium. Wir aber haben gegen faschistische und bolschewistische Unter- drückungsmethoden nicht zu dem Zweck gekämpft, damit man in Deutschland mit anderen Methoden zu ähnlichen Zustanden gelangt.' Wir anerkennen dl« Pflicht jeder Regierung, für die Aus- rechterhastung der öffentlichen Ordnung Sorge zu tragen. Aber wir meinen, daß ohne Sicherung der Bolksernäb- run g die Aufrechterholtung der Ordnung nicht gewohrlsist''t werden kann. Die Ordnung aufrechtzuerhalten ist die Aufgabe der Länder. Die Voltsernährung zu sichern ist die Aufgabe des Reiches. Es ist Zeit, dos soziale Gewissen wachzu- rütteln. Niemand verkennt, daß die Weltwirtschaftskrise die Finanzverwaltung der Staaten vor unerhört schwierige Aufgaben stellt. Aber was darüber hinaus nottut, das ist die Erkenntnis, daß diese Aufgaben mit schablonenmäßigen Mitteln nicht gelöst werden können. Die Versorgung jedes Volksgenossen mit dem Nötigsten, das er zum Leben braucht. ist kein unlösbares Problem. Ist bewiesen— und es ist Hundertmol bewiesen!—, daß es auf den alten Wegen nicht geht, so müssen neue beschritten werden. An Vorschlägen fehlt es nicht. Wir verweisen auf die Denkschriften und Anträge der preußischen Regierung, der Gewerkschaften, der sozialdemokratischen Reichstagsfraktion. Wir begrüßen auch besonders den Beschluß des Be- zirksoorstandes der Sozialdemokratischen Partei Groß- Berlins, der ein sozialistisches Aktions pro- gramm der gesamten Arbeiterbewegung verlangt, und unterstützen ihn aufs nachdrücklichste. Es genügt nicht die„antikapitalistisch« Sehnsucht", von der Herr Gregor Straßer in stillen Reichstagsftunden, in denen gerade nicht geprügelt wird, zu predigen liebt. Was not tut, das ist derMut zumSozialismus! Die Regierung Brüning ist freilich in das Gestrüpp der politischen Tagesfragen so tief verstrickt, daß ihr der Aus- blick ins Freie einigermaßen verloren gegangen sein mag. Sie stützt sich auch viel zu sehr auf die K r ä f t e d e s A l t e n und Konservativen, als daß man von ihr viel Mut zum Neuen erwarten dürfte. Die Masse des deutschen Volkes, zur Verzweiflung über die Not getrieben, strebt unklar und nur tastend nach neuen sozialen Formen,.sie glaubt nicht mehr, daß ohne entscheidende, tief einschneidende Verände- rungen eine Wendung zum bessern eintreten kann. Ihren -materiellen und ideellen Bedürfnissen mil dem viel zitierten „Mut zur Unpopularität" entgegenzutreten— das genügt längst nicht mehr! Die sozialdemokratischen Arbeiter erwarten von der Re- gierung Brüning nicht die Führung in den großen grund- sätzlichen Fragen der Wirtschaftspolitik. Sie sind sich ihres prinzipiellen Gegensatzes zu jeder bürgerlichen Regierung wohl bewußt. Wenn sie trotzdem verstehen, daß die Partei diese Regierung nicht ohne weiteres dem Ansturm der Gegner von rechts preisgeben will, so deshalb, weil sie in dieser Regierung bisher einen Wall gegen das Vordringen des Faschismus erblickten. Es muß ausgesprochen werden, daß auch dieses De?- Acht Lahre Kreuger-Betrug. Gchlußberichi dsr LlniersuchungskommWon. brauen durch den Fall G.roener heftig erschüttert worden ist> * Was in diesem Fall Groener geschehen ist, das ist etwas, was von keinem Standpunkt aus verstanden oder gar gerecht- fertigt werden kann. Selbst wenn man bereit wäre zuznge- stehen, daß an die Spitze des Reichswehrminifteriums am besten ein Mann zu stellen ist, der außerhalb der politischen Tageskämpfe steht, so bliebe doch der ganze Borgang, wie er sich abgespielt hat, ungeheuerlich genug! Mußte der Anschein erweckt werden, als ob der Reichs- wehrminister für das, was der Rcichsinnenminister tat, durch Entlassung bestrast würde? Mußte der Anschein erweckt werden, als ob untergeordnete Dienststellen im Reichswehr- Ministerium über das Bleiben oder Geheit ihres Vorgesetzten zu entscheiden hätten? Mußte schließlich' der Rücktritt des Reichswehrministers angekündigt werden, ohne daß ein Nachfolger sichtbar wurde, der durch den Ruf, den er genießt, oder durch die Erklärungen, die er abgibt, der ent- standcncn Beunruhigung entgegenwirkt? Dein Staat und besonders auch seiner bewafsncten Macht, der Reichswehr, ist durch das Verfahren, das im Fall Groener beliebt wurde, ein schlechter Dienst erwiesen worden. Es ist dadurch in die ganzen politischen Verhältnisse und auch in die Reichswehr ohne Rot Unruhe hineingetragen worden. Wollte man die Reichswehr aus der politischen Drecklinie zurückziehen— man hat durch dieses Verfahren nur das Gegenteil erreicht! Der entstandene Schaden kann nicht anders repariert werden als dadurch, daß im Einvernehmen mit dem verantwortlichen Reichskanzler ein neuer Reichswehrminister ernannt wird, dessen unbedingte Verfassungstreue feststeht und Vertrauen wirbt. Notwendiger als je ist eine fest auf dem Boden der Verfassung stehende Reichs- gemalt! Es ist kennzeichnend, dgß der Sturz des Reichswehr- Ministers Groener als ein Sieg gefeiert wird von denselben Leuten, die jetzt drauf und dran sind, die staatliche Ordnung in Preußen zur Auflösung zu bringen. Die Mehrheit des Preußischen Landtags ist zwar fähig und gewillt, jede Regie- rung zu stürzen, aber offenbar unfähig, eine neue Regierung an die Stelle der gestürzten zu setzen. Solange es bei dieser Impotenz bleibt, bleibt eine geschäftsführendc R e- g i e r u n g der einzige Ausweg. In der Tot gebt der Streit im neuen Landtag, der am 24. Mai eröffnet werden soll, zunächst nur darum, ob die alt« Regierung als geschäftssübrende bleiben oder durch «me geschäftsfllhrende Rechtsregierung ersetzt werden soll. Gelänge es der Rechten, die Aendenmg dsr Ge- schäftsordnung wieder rückgängig zu machen, so könnte ihr Kandidat zwar zum Ministerpräsidenten gewählt werden, aber da er nicht das Vertrauen der Mebrbeit hätte, müßte auch er zurücktreten, um dann als„Geschäftsführender" weiter zu »egetisren. Daß sich die Natinnolsoziolisten nach einer solchen Roll« drängen, ist ein neuer Beweis für ihre parlamentarische Unerfahrenheit. Es sei denn, sie wollten das Recht zur Ge- ichästsführung, das sick) naturgemäß auf die dringendsten Rsgierungsgeschäfte beschränkt, zu Zwecken des Staats- st r« i ch s und des Verfassungsbruchs mißbrauchen. Da ist es gut, dafür zu sorgen, daß die Herren nicht erst in Versuchung kommen! Die Bildung einer Mehrheitsregicrung in Preußen stebt noch im weiten Felde. Was bis dabin bevorsteht, ist besten- falls eine mit Mühe aufrechterhaltene provisorische Ordnung. Darum— man braucht noch nicht an den viel beredeten Reichskommissor zu denken— ist eine fest auf dem Boden der Versasfung stehende Reich sgcwalt notwendiger denn je. Kommt aber der Tag, an dem sichtbar wird, daß es eine solche Reichsgewolt nicht mehr gibt, dann gibt es nur noch eines: den Z u s o m m e n f ch l u ß d e r A r b e i t e r nc a s j e n zu einem festen Abivehrblock unter den Fahnen der Demo- kratie und des Sozialismus. Dann gibt es noch die Eiserne Front als Kern des Widerstandes und Wieder- aufbaues. Dann gibt es nach den gemeinsamen Aufmarsch oller Zweige der Arbeiterbewegung im Zeichen der sozia- l i st i s ch e n Aktion! Jetzt kann jeder Tag neue Situationen, neue Aufgaben, neue Kämpfe bringen. Seid wachsam! Seid bereit! Biiie ausregen! Ocutschnoftonale Regierung ordnet eine Ausweisung an. Im Iah« 1929 wurde der Agitator der Landvolkbewegung Georg K c n st l e r, ein Sicbenbürger Sgchse, wegen seiner auf Erzeugimg von Bauernunnihen abzielenden Agitation aus P r c u- ß e n und aus Hessen ausgewiesen. Es erbob sich darauf ein Sturm van milden Angriffen und Beschuldigungen gegen die preuhifcha und hessische Regierung in der Rechtspresse. Herr K e n st l e r hat sein Arbeitsgebiet in andere Länder ver- legt, zuletzt nach Mecklenburg. Am lö. Mai 1932 hat die deutsch- nationale mccklenburgischs Stootsregicrung Kenstler au s M e ck l e n b u r g- S ch w e r i n ausgewiesen. Wir warten auf die?lufregung der Rechtspresse. Vielleicht versucht es Herr Kenstler nun in Meckleirburz- Slrelitz bei der Naziregieruvg. Oer Friedenswille marschiert. Boffchast einer Oreiundneunzigjöhrigen. Wim. 21. Mai. Tue Vorkam pferin der Frauenrechtc, Marianns Hainisch, die uchsdrige Mutirr des deutschöstermchischen Alt-Bilndesprästdenten Dr. Michael Hainisch, hat zum internotlonalen„GoocksvjU Day* eine Rede gehalten, die ihre„letzte Botschaft" sein sollt«.„Die Jriedensfreunde", sagte Frau Shmnisch,„kennen keine trennenden Unterschiede zwischen den Menschen, da sie Weltbürger sind. Die Mütter und-Schulen haben in erster Linie die Ausgabe, die Jugend zum Frieden zu erziehen. Der Friedenswille marschiert trotz aller künstlichen Hindernisse und trotz aller Widerwärtigkeiten." Am Sonnabend hatte die Kreuzer u. T o l l A k t.- E e s., dos schwedstchc Zentt-aluntcrnehmen des Zundholztöings, ihre General- Versammlung einberuseii. Die'Aktionäre, die sich im Besitz der sichersten Papiere der Welt glaubten, stehen vor einem Trümmer- baufen und ez Ist sehr die Frage, ob bei den Aufräumungsarbciten überhaupt noch Werte in der Konkursmasse verbleiben. Zunächst wurde der Geveralversammlung der obschlietzenbe Bericht der Ilvtorsuchungskoumiisston vorgelegt, das»ernichtenÄes Material gegen Ioar Kreuzer enthält und sodann die vorläufige Bilanz verlesen. Der Berinvgensstaud ist, wie nicht anders zu er- warten war, hoffnungslos. Die Sckmlden übersteigen 1.03 Milliarden, die Aktiva dagegen betragen nur 352,2 Millionen schwedische Kronen. Die Unter- bilanz beträgt also öSV,5 Millionen Kronen. Völlig unklar ist zur Zeit noch, wie die großen 21« logen unter den Aktiven mobilisiert werden sollen. ' Stockholm. 21. Moi. Die Kreugcrsche Untersuchungskommission stellt in ihrem Arcitagabend verössentlichten Schlußbericht unter an- dcrem fest, daß die Betrügereien 3 aar Kreuzers zum mindesten schon 1324 begonnen haben. Die Untersuchung hat ergeben, daß die üreugcr u. Toll-Gcscll- Die Verhandlungspartner. � Lm Zeichen von Heines gegen die katholische Kirche. Was sich heute die Nazipresse all Beschimpfungen und rüden Ausfällen gegen die katholische Kirche und gegen ihre Würdenträger leistet, dafür wird man vergebens ein Beispiel suchen aus irgendeiner Zeit und aus irgendeiner Zeitschrift der sogenannten Gottlosen- b e w c g u n q. Einer der Hanptschreier auf dem Nazimarkt ist in dieser Beziehung der in Breslau erscheinende„S ch l e- fische Beohachte r". Seitenlang schüttet er wiederum am 21. Mai seine llnflatkübel gegen Bischöfe und Pfarrer, und warum? Weil in B e u t h e n ein Pfarrer bei der B c- erdig ung eines Nazijournaliste n-verboten hatte, Haksnkreuzfahnen und Hatenkreuzschleifen in die Kirche mit- zunehmen. Auf dem Friedhos mußte sogar der Pfarrer Polizei herbeirufen, damit ihm die ungestörte kirchliche Hand- lung möglich war. Darob ein wüstes Gezeter über„das schamlose Verhalten des Zcntrumsgeistlichen", der des Priesterrockes nicht würdig sei, über„den Burschen, der sich noch fiir seinen Streich zur gegebenen Zeit zu verantworten habe." In der gleichen Nummer des gleichen Blattes eine zwei- spaltige Ueberschrift:„Jubelnder Empfang van Heines in Breslau." Kein Hofbericht Wilhelms II. troff je von solcher Speichelleckerei und Unterwürfigkeit, wie dieser Artikel, der den Emzug des Fememörders und Prügel- Helden schildert. ,-Im geschmückten Kraftwagen van Hunderten am Bäbnhos ab- geholt... brausendes Heil,.. von den angesammelten Menschen umsubelt und mit-Blumen überschüttet... Begrüßung durch.Hauptmann a. D— zur Erinneruvz Plakette über» reicht... Dank... begeisterte Zurufe... brausende Heilrufe... e» schwoll di« Boxmsterung... Beweis, daß die Bevölkerung das mannhafte Auftreten von Heine? im Reichstag gebührend zu wür. digen weiß und daß Heines die Ehre des Führer? und die eigene in der einzig richtigen Form zu verteidigen gewußt hat." Die Moral: täglich werden die katholische Kirche und ihre Geistlichen von den Nazistrolckzen bespuckt und beschimpft. Kommt aber ein wegen Totschlag verurteilter F e m e h e l d, der soeben im Parlament in der feigsten und würdelosesten Art und zusammen mit fünfzig anderen Rowdys einen Wehr- losen überfallen und mißhandelt hat. und deshalb mit drei Monaten Gefängnis bestrast wird, kommt ein solcher Bursch gegangen, dann gibt es nicht Blumen und Weihrauch genug, ihn zu feiern und als Zierde der Nation zu preisen! Anklage wegen Beleidigung des Prälaten Kaas. Koblenz. 21. Mai. Der nationalsozialistische Schriftleiter Hilde brand hat in mehreren nationalsozialistischen Zeitungen des Rheinlands gegen den P r ä l at e n Kaas den Vorwurf erhoben, dieser habe sich an einer Bewegung beteiligt, die die Loslösung des Rheinlands vom Reiche zum Ziel hatte. Wie wir erfahren, hat der Oberstaatsanwalt ln Koblenz gegen Hildebrand Anklage wegen übler Nach- rede erhoben. Zentrum und Nazis. Die Zentrumsfraktion wartet ab pnd rechnet mit„Zwangsläufigkeiten". Die Landtagsfraktion des Preußen-Zentrums hat ihre Beratungen noch nicht abgeschlossen. Mit welcher«Skepsis man dort kommenden Verhandlimgen mit den Nationalsozialisten entgegensteht, zeigt eine Veröfsentliwung des Pressedienstes der Deutschen Zentrumsparte i. Er schreibt unter der lleberschrift: Preuhenpolitik nur in Verbindung mit Reichspolitik: „Die Ansprache de» Stellvertretenden Borsitzenden der Preußen- sraktion de» Zentrums, des Abgeordneten Sieger, in der ersten konstituierenden Sitzung der Fraktion am Freitag, dem 29. Mai 1932, war die Ergänzung der Erklärung, die am 23. April der Vorstand der preußischen Zenttumspartei über die Aufgaben des Preußen-Zentrums und seine Haltung abgegeben hat. Es gibt heute nur gesomtnationale Aufgaben, die vom Reich« und seiner Führung zu lösen sind, im Endziel und für den Dauer» zweck aber nur«ine Vollendung erfahren, wenn die Reichspolitik von den Ländern her kraftvoll unterstützt und gefordert wird. Da? allein ist her Grund, weswegen das preußische Zentrum seine Arbeit im neuen Landtag bewußt inHen Dienst der Reichspolitit' stillen wird, damit durch seine oerontwortungz» bewußte Mitarbeit di« entscheidenden außenpolitischen Problem« so lösbar werden, wie es das Sehnen und Hoffen aller Deutschen bleibt. lieber die Ausgaben in der Innenpolitik waren prozram- malische Erklärungen nicht abzugeben.' Da» Zentrum wird sich bei allen Beschlüssen und Entscheidungen nach den Interessen des Volkes und de» Vaterlandes richten, aufbauende Staatspolitik betreiben, schast an 3 wir Kreuzer beüebvngsmeife dessen Erben Forderungen in Höhe mm über 200 Millionen Kronen beiitzl. Krcugrrs versön. liche Selmiben betragen über 500 Millionen Kronen, und die von ihm übernommenen Bürgschaften mindestens 400 Millionen Kronen. Die Aktiva sind zwar, zum Teil wertvoll, aber in der Hauptsache veepfändet, und erreichen auch insgesamt nur einen geringen Bruchteil der TJerpstlchtungcn. Betreffs der wichtigsten Tochterunlernchmungen ist d'« Unter. suchungskommission zu folgendem Ergebnis gekommen: Bei dem Zündhalzirust lSvensko TSndsticks) besteht Hoffnung, mit den Gläubigern ein Abkommen über die nächsten drei Monate zu treffen, wodurch ein Bekonstrvktionsplan möglich gemacht werden soll, durch den die schwedische und ausländische Zündholzproduktion zusammengehalten werden kann. Uebcrraschend günstig beurteilt di- llnlersuchungskommission die Stellung des großen schwedischen Tclcphontrustes L. M. Ericsson. Ein wesentlicher Teil des Aktienkapitals dieses Kreugerschen Tochterunternehmens kann dem Bericht zufolge ge- rcltel werden, wenn die Liquiditätsschwicrigkeiten überwunden werden. Da die Aktiengesellschaft Sreuger u. Toll in den Kon- k u r s versetzt werden soll(in der Form besonderer Gesetzgebung, dee tej K r e u g e r) erklärt die Untersuchungskommission ihre Ausgabe für beendet. Hüter der Verfassung sein, Schützer der Volks» r e ch t e. Das Zentrum beansprucht auch im neuen Landtag für sich zu allerletzt eine Machtstellung. Wenn man es rust, ist es zur Stelle, scheut keine Verantwortung, wird wiederum seine Besten in die politische Front schicken. Und weil das Zontrum außerdem ganz frei in den Entscheidungen ist und bleibt, weil die neue Fraktion in Preußen von vornherein ihre Geschlossenheit und Einmütigkeit bekundete, der Führer allen Parteien zu wissen gab, daß nur die Politik betrieben werde, welche auch die Zustimmung der Reichstagsfraktion des Zentrums, der Reichspartc,- leilung und vor allem des Reichskanzlers Dr. B 0 ü n i n g findet, ist ohne weiteres auch jetzt die Gnindlagc für eine sachliche Aussprache Mit den Parteien gegeben, die ehrlich gewillt sind,«den falls auf dem Boden der Versasfung eine, gleiche Ausbaupolittk mit dein Zentrum zu betreiben, ebenfalls alle Kräfte zur erfolgreichen Durchsührung der außenpolitischen Aktionen der Reichsregierung einzusetzen. Wie ganz anders wirkten die Ausführungen des Fraktions- fiihrers des Zentrums, als die parteiagitatorischen, marktschrei»ri» scheu Auslassungen des nationalsozialistischen Fraktionsfiihrer» K u b e. Dort strenge Sachlichkeit, hier sades und mit unwahrbasten Behauptungen gespicktes Gerede, das anzuhören man nur denen zumuten kann, denen parteigemäß eigenes Denken schon längst ver- boten ist. Aber dennoch wähnen, sich die Nationalsozialisten alz Herren der Situation, die zu befehlen, während die andern zu ge- horchen hätten. Was den Nationalsozialisten zur Selbstbesinnung ge- sagt werden mußte, ist erfolgt. Doch werden wir in den nächstens Tag«»-sicher ke in e Antwort von Hitler oder dessen Pronlnzgenerälen erhalten, wenn nickt zwangsläufige Entwicklungen dort vorher einen Wandel schaffen." Schimborasso der Frechheii. Hugenberg'presse agitiert mit Roiffeisenlrach! In seiner Agitation ist Hugenberg von keinerlei Skrupeln ze- hemmt. Er kann auch in Elendsprozmganda machen, als ob sein» Presse nicht den Interessen des Schwcrkapitals, sondern denen de? hungernden Proletariats diente. Dabei find kleine llngliicksfälle lchwer zu vermeiden, zumal die Berichterstatter nicht über die nötige Sachkenntnis verfügen. Der„Lokal-Anzeiger" hat einen sicheren Herrn K a r r a s ch in das Gebiet der Thüringer Heim- i n d il st r i e bei Hildburghäufen geschickt, um sich von diesem das dortige— unzweiselhalte— Elend malen zu lassen. In völliger Harmlosigkeit schreibt nun dieser Abgesandte der Deutschnativnalen: „Da hatten die Menschen in Jahren der HafsmlNJ sich auch noch ein Häuschen gebaut, nun beißt es Zinsen zahlen, wovon...? Dann war da noch diese Raisfelsen- Geschichte, Skandal, wie man das ja kennt. Rund 750 Mark Schulden lasten auf jedem Dörjler, nicht nur dem Erwachsenen, sondern auch auf den Kindern.... Es ist hier nichts zu holen, das weiß der Beamte. Aber er muß schon mal vorsprechen, da sind die Schulden, vom Bauen, vom Raifseisen-Berban d." Die Raisfeiien-Bank ist bekanntlich durch die segensreiche Tätig- keit ihrer Direktoren um 75 Millionen Mark erleichtert worden. Die Leiter waren: der d e u t s ch n a t i o n a l e Reichstagsvizeprä- sident Dietrich- Prenzian, der deutsch nationale Landtagsabgeordnete Seelmann-Eggebert. Davon freilich erfährt der„Lokal-?lnzeiger"-Lefer nichts, sondern Herr Karrosch läßt seinen Elendsgcsang in die Worte ausmünden: „Das klagt auch an das ganze System eines Landes, da? sich zum Hohn sozialistisch nennt." Welches Landes? Thüringens— mit seiner deutsch- nationalen Regierung? Des Deutschen Reiches, desten Wirt- schaftspolitik von den rein kapitalistisch eingestellten Herren Dietrich, Warmbold lb>s vor ganz kurzem), Goerdeler, Schiele usw. gemacht wird?! Aielleicht wird die Hilgenberg- Presse auch noch für den Raisseisen- Kroch den Sozialismus verantwortlich machen?! �schtsregierung in Anhalt. Ein Nazi, ein Oeutschnotionaler. Dessau, 21. Mai.h>.«n letzten Verordnungen über die Agrarwirtschast auf den Antrieb privaten Gewinn streben? zurückgegriffen hat, hat be- trächtliche Aufregung in der kommunistischen Presse hervorgerufen. Es werden in der deutschen Kommunistenpresse die kühnsten Jntcr- pretationsversuche unternommen, um den Kommunisten den wahren Ebarakter der letzten bedeutsamen Verordnungen der Sowjetregie- runz zu verheimlichen. Dos hat seinen guten Grund! Wenn die deutsche Äommu» nistlsche Partei ihren Anhängern zeigen wollte, daß ouck' die Sowjetreglerung von der Macht der krisenhaften wirtschaftlichen Tatsache zum Abgehen von ihrem Kurs gezwungen ist und real- politische Maßnohmen ergreifen muß, so würde die starre Position der Kommunisten in Deutschland gegenüber einer auf Wirklichkeit;- sinn eingestellten Politik zusammenbrechen. Aber olle Vertuschungs» und Interpretationsncrsuche gegenüber den legten Verordnungen der Sowjetregierung stehen aus schwachem Fuße. Soeben l?at die Sowjetregierung eine dritte Per» a r d n u n g zur Anregung des bäuerlichen Privathandels und zur Steigerung der bäuerlichen Produktion auf der Grundlage privqten Gewinnstrebens erlassen. Sie geht aus von der Herabsetzung der staatlichen Zwangstantingente an Getreide und Vieh und der Erlaubnis zum Verkauf der Ueberschüsse am Markt und enthält eine Reihe von Vorschriften, die den Privathandel mit Lebensmitteln erleichtern sollen. So werden alle Vorschriften über Morktobgoben, Marktsteuern und alle Sonderabgaben ausgehoben. Ebenso die Ilmsatzsteuer für den bäuerlichen Markthandel mit Lebensmitteln. Was aber am wichtigsten ist: es wird den Bauern gestattet, ihre Produkte zu Preisen zu nerkaufen, die sich aus der Marktlage ohne Einschränkung durch Richtpreise ergeben. � In dieser Verordnung ist noch stärker herausgearbeitet, was der Sinn der taktischen Schwenkung der Sowjetregierung ist: Abkehr vom Fünfjahresplan, soweit die Agrarwirtschast in Betracht kommt, Anerkennung des privaten Gewinnstrebens. Diese dritte Verord» nung ist nicht nur wie die ersten beiden die Legalisierung eine? Zustandes, den die Bauern im Kampfe gegen die Sowjctgesetze ge- schaffen haben, sie zielt vielmehr darüber hinaus ganz offen auf eine Ausdehnung des privaten Lebensmittel- h a n d c l s ab. An die Stell« der Förderung und Ausweitung des gemeinwirtschaftlichen Sektors tritt in der Agrarwirtschast die Bc- günstigung und die Ausweitung des privaten Sektors. Waffen- und Oynamitfunde in Madrid. Transporlmiitelbetrieb noch im Gange. TNadrid, 21. Riai.(Eigenbericht.) 3n ZNadrid wurden van der Polizrl 200 Kilogramm Dynamik, viele Massen und INnnstlon entdeckt, die von Terroristen aus Andalusien zur Ausführung politischer Attentate verwendet werden sollten. Es erfolgten zahlreiche Verhaftungen. Der Transportmittel streik in ganz Spanien daucrk an. Die versorglng mit Deben-mitteln und die Müllabsuhr geschehen unter palizelllchem Schulz. Die Streikenden verhindern den AutobuslinlenveekeHr und bedrohen dir Privataulos. Oas Kriegsschuldenproblem. Tausend amerikanische Dankiers fordern seine Lösung. Etwa 1000 anläßlich der Jahrestagung des Nätionalverbandes der Sparkassen in New Pvrk versammelte Bankiers forderten ein« sofortige nach den Grundsätzen der Billigkeit erfolgende Lösung des Kriegsschuldenproblems. In einer Entschließung, die Hoover tübernnttelt wurde, wird die Ernennung einer Kommissign vorge- schlagen, die Verhandlungen mit den Schuldnerländern aiisnehmen soll. Die Versammlung stimmt« zugleich den kürzlichen ähnlichen Vorschlägen' der Eisenbahnoerbände zu. Was wird in Preußen werden? Die ncxtiotialsozimiskischc Irokkion lehnt es ab. den bis- hengen Preuhenkurs mitzumachen. Sie wird vielmehr ihre bewährte Politik auch in der preusiisckien Schlüsselstellung zur Anwendung bringen. Die nakionolsoziolistischc Fraktion wird sich gemäß der Anweisung ihres großen Führers als die Gruppe fühlen. die die Endschlacht zu schlagen hat. Die nationalsozialistische Fraktion wird ihren Kampf nicht um Ministerposten und dgl. führen, sie wird aus dem Preußenpnrlament vielmehr eine Stätte der nationalen Ertüchtigung machen. Die nationalsozialistische Fraktion wird ihre Politik der eiskalten Ucberlcgungen bei 40 Grad hirntempcratur folgerichtig weiter zur Anwendung bringen. Völkerbund und Arbeitsbeschaffung. Albert Thomas' Vermächtnis vor dem Ifot. Genf. 21. Mai.(Eigenbericht.) Zum erstenmal kam eine Resolution der iniernaiio- naten Arbeitskonferenz vor den Volk erb, mdsrat(Es bandelt sich iitrt jene RcsaliiUon dcr fttztei, Arbeststrhijcrenz, ist der der Plan> n-t« r n a l> o n ä l e r ofseirtlicher Arbeiten zur Bekamfpung der Arbeitslosigkeit, der im wesentlichen Albert Thomas' Werk war, niedergelegt wurde. Red. d.„D.".) Der stellvertrelevde Direktor Butler erläuterte dos Zustandekommen dieser Willensäußerung. Die Industrien aller Länder seien außer- stände, selbst die Heilmittel für ihre Krise zu finden. Dreißig Re- gierungs-, sechsnndzwanzig Arbeiter- und drei(I) Unter- nehmervertreter hätten daher für diese Resolution einer i n t e r- nationalen W i r t s ch a s t s o r g a n i s i e r u n g auf gemein- somer wirtschaftlicher Grundlage gestimmt. Durch öffentliche Arbeiten allein -könne die Krise iwtiirlich nicht behoben werden. Aber wenn ein Schritt notwendig sei. so sei es dieser, dessen ungeheure moralische Wirkung nicht zu verkennen sei. Ohne diesen Schritt sei überhaupt kein'Ausweg aus der Not und Verzweiflung der leidenden Völker und der ungeheuren Arbeitslosenheere zu sehen. Als Ergebnis der Aussprache über das von der Arbeitskonfe- ren; geforderte internationale Währungssystem wurde der Sitzungsbericht dem Finanzkomitee zum weiteren selb- standige».Handeln überwiesen. Daraus nahm der Rat den Bericht des Spaniers Madariaga an, durch den die Entschließung der Ar« beitskonferenz der Vollversammlung des Völkerbundes für ihr«' Septembertagung zugeleitet wird. Ferner wird das Studien- komitee für öffentlich« Arbeiten aufgefordert, seine Arbeiten zur Ausarbeitung internationaler Arsteilsstläne zu beschlrunlgen, Dabei stellt der Rat die verschiedenen Organe des Völkerbundes zur Verfügung der Lausanner Konferenz und zum Schluß entscheidet er, der Vollversammlung die Einberufung eurer Welt- konferenz zur Prüfung der internationalen Produktions- und Han- delsprobleme vorzuschlagen. Diese Konferenz soll den Abschluß internationaler Abkommen zum Ziel« haben, die«ine Wiederaufnahme der wirtschaftlichen Tätigkeit sicherstellen fallen. Das Volkerbundssekretariat soll sämtliche Vorbereitungen dazu treffen. Eine unwürdige Szene schloß diese 67. Ratstagung ab. Die Vertreter Liberias wehrten sich erfolgreich gegen die Zu- mutung des Generalsekretärs, telegraphisch die Garantie vom Parla- ment«inzicholen für die 25 000 Franken Unkosten einer Völkerbunds- mission zur„Befriedung" der K r u n e g e r. Der Rat wußte diese Summe wohl oder übel vorschußweise und wahrscheinlich aus Verlustkonto zur Verfügung stellen.(Eine Umschreibung für die Untersuchungskommission über den tatsächlichen Sklaveichandel, der dort betrieben wird. Red.) Regierungskrise in Griechenland. Lleber den Gehaltäabbau gestürzt. »' Athen. 21. Mai. Die griechische Regierung imtcr dem Vorsitz von Veitiselos hat ihren Rücktritt beschlossen. Unter dem Druck der schweren Finanznot hatte man di« Gehälter des P o st p e r s o n a l s stark gekürzt. Die Antwort war Stteik. Man versuchte es vergeblich, mit Nothelfern, von denen man das Land schleunigst befreien mußte. Die Drohung mit Entlassung, Einberufung zum Heeresdienst und Racheprozesie vor Kriegsgerichten nersing nicht, trieb aber immer weiter« Beamtengruppen zu Solidaritätsbezeugungen, Geldsammlungen für die Postler und rief schließlich die Gefahr eines allgemeinen Beamten-, Verkehrs- und Arbeiterstreiks hervor. Dazu kam der scharfe Komps der Opposition gegen das neue Pressegesetz, das heute abend in der Kammer beraten werden soll. Dieser Zwickmühle hat sich die Regierung entzogen.. Als Ministerpräsident Venizelos in der Kammer den Rücktritt der Regierung ankündigte, empfahl er, aus der demakrati- f ch c n Opposition eine neue Regierung zu bilden, um Unruhen vorzubeugen, die für den Fall der Uebernahme der Regierung durch die Partei der Monarchisten nach seiner Auffassung sicher entstehen würden. Venizelos verteidigte unter Berufung auf den deut- schen Verfassungsartikel 4 8 die vorgeschlagene EinschrSn- kung der Pressefreiheit, plötzliche Gehaltskürzung in polen. Marschau. 21. Mai. Wenige Stunden nach Empsangnahme einer Beamtendenkschrist gegen neue Gehaltskürzung hat der Ministerrat si« bereit» ab 1. Juni festgesetzt, und zwar 9 Proz. für alle Staatsbeamten. 8 Proz. für alle Offiziere und Unterossizirn— beides jedoch nur für die nicht in Warschau Lebendenl, Sinnige Ehrung. Stadtzerstörung beim Ozeanfliegertreffen. Italien hat die 102 erfolgreichen Ozeanflieger zu einem inier- nationalen Tressen in Rom vom 22. bis 30. Mai eingeladen. 52 haben ihr Kommen zugesagt, die anderen sich mit Verhinderung enstchuldigt, darunter Lindbcrgh. Sir Arthur Witten Brown, der bereits am 14. und 15 Juni 1919 den Atlantic von Terranova nach Clifden(Irland) überflogen hat, ist in Rmn eingetroffen. Unter den Festlichkeiten zu Ehren der Gäste ist auch die Z e r- störung einer Stadt durch Luftangriff. Diese Stadt ist film- objektartig am Tiber aufgebaut. Man steht Fabriken, Lagerhäuser und Laderampen, an denen Güterzüge halten. Man steht Wohn- viertel und sogar«ine alte Burg. Auch Autokolonnen, die der Stadt zustreben und von oben angegriffen werden sollen, sind da. Sogar ein Dampfer kann zerstört werden, wenn er auch nicht im ZKasier. sondern im Sande liegt. In wenigen Minuten wird man eine Stadt in Brand geschossen, mit Bomben belegt, mit Giftgasen bestrichen sehen. Do X auf den Azoren, Rem Park. 21, Mai. Das Flugschiff Do X ist um'2Z Uhr 15 mitteleuropäischer Zeit auf den Azoren gelandet. Die Gegensätze in der lschechsslawakischen Regierung, besonders zwischen den Agrariern und den Sozialisten, bat der agrarische Mi- Nisterpräsident Udrzal noch verschärft. Ganz überraschend er- schien er auf der Industriellentogung und erklärte nach der Rede eines Großbonkdireliors gegen Planwirtschaft, daß' er sie dankend zur Kenntnis nehme! Nach dem großen nationalen Sokolfost Ende Juli dürsten mehrere Minister, auch»drzal, ausgewechselt werden. Der Wettkampf der Hühnereier Internationaler Aufmarsch um den Berliner Markt Vor einem Monat wurde durch die sogenannte„Eierverord- nung" der Kennzeichnungszwang sür Hühnereier eingeführt. Jedes Hühnerei muß jetzt einen roten Stempel tragen, der genaue Auskunst über seine Herkunft und Güte gibt. Vom 1. September bis 15. März, also während der Winterinonate, muß dieser Stempel jedoch von schwarzer Farbe sein; wemr der Haus- frau demnach noch Anfang?lpril ein schwarzgestempelles Ei ange- boten wird, dann weiß sie, daß dieses Ei bereits drei Wochen alt ist. Nun werden allerdings die verschiedenen Ausschriften der Stem- pel, die die gesetzlich bestimmten Handelsklassen bezeichnen, den Hausfrauen unverständlich bleiben, wenn sie nicht popularisiert werden. Was soll sich auch der Verbraucher, bei dem man nicht die fachmännische Routine des Eierhändlers voraussetzen kann, darunter vorstellen, daß die von ihm gekauften Hühnereier zur Güteklasse G 2 und innerhalb dieser Hauptgruppe wieder zur Untergruppe C gehören? Höchstens der Adlerstempel gibt ihm die Gewähr, daß er ein deutsches Frischei gekaust hat, oder wenn er den Aufdruck .Lanish" oder„Finland" liest, weiß er, daß die Eier aus Dänemark bzw. Finnland stammen. Die„Eieroerordnung" teilt die Hühner- eier nämlich in zwei große Gütegruppen; vollfrische Eier(Gl) und frische Eier(G 2). Jede dieser beiden Gruppen wird unterteilt in die Sondergruppe(S), in der jedes Ei über 65 Gramm Gewicht haben muß. Dann folgt d:e Untergruppe„Große Eier"(A) mit Eiern im Gewicht von 66 bis 65 Gramm, es folgen„Mittelgroße Eier'(L) von 55 bis 66 Gramm-,„Gewöhnliche Eier'(C) von 56 bis 55 Gramm und„Kleine Eier'(v) mit einem Mindestgewicht von 15 Gramm. Kühlhauseier müssen dagegen fortan ein£ trogen und konservierte Eier deutlich den Aufdruck„konserviert'. Ein Ei der Gruppe G2, G ist also ein frisches Ei im Gewicht von 56 bis 55 Gramm. Im Kleinhandel kommen allerdings dio Unterschiede zwischen Gl und G2 nicht zum sichtbaren Auedruck, dieser Unter- schied ist nur aus den Kisten aus der Farbe der jetzt vorgeschriebenen Vanderol« erkenntlich. Trotzdem bleiben für die einkaufenden Haus- frauen noch genug Hieroglyphen übrig, weil neben der Her- kunfts- und Gewichtsbezeichnung viele deutsche Land- lyirtschaftskammern noch ihre besonderen Abzeichen haben. Wenn die Hausfrauen demnächst die Bedeutung dieser Zeichen gelernt haben, können sie bei ihrem Detailhändler wieder Oldenburger Eier verlangen, sosern ihnen diese gut geschmeckt haben. Sonst mögen sie fragen:„Haben Sie wieder Eier, aus Salzwedel?' Uud der Händler antwortet:„Nein, daher nicht, Frau Nochbar, aber aus Pommern sind heute gute Eier da." Vor der Eieroerordnung wußte doch kein Verbraucher, ob das von ihm erstandene Ei eine Henne »n der Wolga, an der Donau oder an der Ostsee gelegt hatte. In diesem scheinbar recht nebensächlichen Gespräch liegt nämlich der ganze Knalleffekt der„Eierverordnung".. Man sucht dem beul- schen Frischei mit dem Adlerstempe! den Weg zu ebnen. Groß- Berlin oerbraucht jährlich etwa 866 bis 966 Millionen Stück Eier. Dis>Eigenerzeugung ist herzlich geling, sie betrögt bestenfalls 16 Mil- bonen Stück, das sind 5 Proz. Die letzte Bestandsermittlung für Hennen im Berliner Stadtgebiet war 1928, damals wurden hier 163 666 Hennen gezählt. Seit Jahren zeigt der Berliner Hühner- bestand aber eine rücklaufige Bewegung auf. Berlin ist also so gut ly!e vollständig aus Eierzusuhren angewiesen. Dabei hat Berlin eine außerordentliche Bedeutung als Eicrverbrauchsplatz: es nimmt nicht weniger als 28 Proz. der gesamten deutschen Eiereinfuhr auf. Vor dem Krieg kamen etwa neun Zehntel aller in Berlin ver- brauchten Eier aus dem ehemaligen Oesterreich-Ungarn und Ruß- land. Das Inland lieferte nur 16 Proz. des Berliner Verbrauchs. Inzwischen haben das Erbe Südosteuropas als Eierversorger Ber- lins die nordwesteuropäischen Bauernländer angetreten(Holland, Dänemark, Schweden), obwohl Rumänien, Ungarn und Polen auch noch sehr erhebliche Mengen nach Deutschlaich liefern. Wie nun die .,Bl älter für landwirtschaftliche Marktforschung" mitteilen, hat sich in der Nachkriegszeit der Anteil Deutschlands an der Versorgung Berlins mit Eiern auf fast 26 Proz. gesteigert. Eknen höheren Prozentsag wird das deutsche Adlerei aber kaum herausholen können. Wer auf dem Eiermarkt die Autarkie dekre- tieren wollte, erreichte damit, daß jeder Berliner n.ur noch a l l« 1 1 T a g e e i n Ei erhält-, wir hätten also die Kohlrübenzeit von 1917 wieder. An sich erscheint nämlich die deutsche Eierproduktion mit fast 6'Milliarden Stück im Jahr recht groß, aber 3,5 Milliarden. werden ja davon allein von der Land- bevölkerung verbraucht. Weitere knapp 2 Milliarden deutscher Inlandseier kommen dann nie über die Land- bzw. Kleinstädte hin- aus, so daß für alle deutschen Mittel- und Großstädte vielleicht 766 Millionen Eier übrig bleiben. Berlin allein verbraucht aber schon bis zu 966 Millionen Eier im Jahr. Unter diesen Umständen ist selbst noch China am Berliner Eiermarkt konkurrenzfähig! 1936 lieferte es 12 266 666 Eier Nach Berlin! Wieder Mord-Giurm 55. Oer Eturmführer flüchtig, seine SA.-Leute verurteilt. Die Nazifraktion im Landtag bereitet einen Ämnestieantrag vor. Da schien gestern vor dem Schöffengericht Charlotten- b ur g eine Verhandlung gegen Müglieder des Mordsturms 33, der mindestens fünf Tote auf dem Gewissen hat, besonders zeitgemäß. Allerdings waren die fünf angeklagten SA.-Leute nur des ver- bptenen Umzugs und einer von ihnen außerdem des Waffenbesitzes beschuldigt. Aber am selben Abend, dem 9. Dezember v. I., als die Angeklagten sich dieser Handlungen schuldig machten, verletzt« ihr Sturmführer Miakowfki einen Kommunisten tödlich und zwei weitere mehr oder minder schwer. Der Sturm- sichrer flüchtete und wird wohl von seinen Freunden versteckt ge- halten. Das Verfahren gegen ihn ruht, er wird steckbrieflich verfolgt. Ihn trifft aber auch die Verantwortung dafür, daß seine fünf Leute gestern auf der Angeklageban? saßen. In einem SA.-Heim fand am 9. Dezember ein Sturmabend statt. Rechtsanwall Kam ecke, der übrigens auch gestern die Nazis verteidigte, sollte über seine Erfahrungen aus dem Oranien- burger Naziprozeß sprechen— es wäre nicht uninteressant gewesen. dabei zu sein. Cr hatte sich verspätet, die Zeit mußte ausgefüllt werden, Sturmführer Miakowski kam auf die Idee, einen verbotenen Umzug zu inszenieren. Zuerst wurde eine Generalprobe vorge- -"■ jiommcn; die 10 Mann mußten in dem Heim mehrmals on- un» abtreten, es fand eine Besprechung mit dem Truppensührer stall. man versammelle sich in unauffälligen Gruppen in der Danckel- mann-Strahe. Miakowski erteilte den Befehl zum Antreten, man demonstrierte unter Absingen des Horst-Wesfel-Liedes die Danckel- mann-Straße entlang, dann kommandierte Miakowski: Halt, die SA. hat das Arbeiterviertel erobert, auseinandergehen. Die Kommunisten hatten aber von der Demonstration Mitteilung er- halten, einzelne Nationalsozialisten, darunter auch die Angeklagten, wurden abgefangen und verprügelt. Miakowski hatte gleichfalls einen Zusammenstoß mit Kommunisten und machte als Sturmführer von seiner Waffe Gebrauch. Gewöhnlich behaupten ja in Moabit die Sturmführer, daß sie ihre Leute an den Sturmabenden stets nach Waffen untersuchen. Eine Waffe führte bei sich auch der SA.-Mann D e h. Der Staatsanwall beantragte gegen die vier SA-Leute wegen verbotenen Umzugs je drei Monate Gefängnis, gegen D. wegen desselben Delikts und unbefugten Waffenbesitzes ein Jahr Gefängnis. Das Gericht verurteilte den Angeklagten Deh zu fünf Monaten, die übrigen vier zu je einem Monat Gefängnis. An der Ecke SchönhauferAllee und W o r t h e r S t r a tz e wurde am Freitagabend ein R e i ch s b o n n e r m a n n von Hakenkreuzlern überfallen. Ein Motorradfahrer, der dem Bedrängten zur Hilfe eille, wurde von der Horde, die aus einem Nazilokal Zuzug erhalten hatte, gleichfalls bedrängt. Durch einen Schupo würde einer der feigen Naziburschen festgenommen. Leider mar es dem Beamten nicht möglich, sich bei der starken Uebermacht der Hakenkreuzler durchzusetzen. Das Nazilokal an der Ecke Wörth-r Straße und Schönhauser Allee ist in letzter Zeit wiederholt der Aus- gangspunkt nationalsozialistischer Ueberfälle und Ausschreitungen gewesen. Elch-Zwillinqe. Die Elche, die. bekanntlich die Sorgenkinder aller Tiergarw.er sind, haben sich im Berliner Zoo nicht nur gut eingelebt, sondern sie haben auch gezüchtet. Außer den Elchen in Berlin gibt es in ganz Deutschland nur noch in Königsberg einen gefangenen Elch. In der Freihell haben wir noch mehrer« und es werden sogar jährlich einige abgeschossen, da die Elche sich hauptsächlich von der Rmde der Bäume ernähren und darum großen Schaden an- richten. Die am 19. Mai im hiesigen Zoo geborenen Elch-Zwillinge haben eine Schwedin zur Mutter und einen Russen zum Vater. D'« Eltern selbst sind erst im Jahre 1936 geboren und es ist erstaunlich, daß sie als Zweijährige schon Nachkommenschaft haben. Platzkonzert der Reichswehr. Am Sonntag, 22. Mai. findet von 12 bis 13 Uhr im Friedrichshain ein Platzkonzert stall, dos vom Trompeterkorps der 3.(Pr) Fahrabteilung ausgeführt wird. „Goethe als Naturforscher' lautet das Thema des Vortrages, den Dr. Rudolf Schade unter Vorführung von Lichtbildern am Mittwoch, 25. Mai, 26 Uhr, im Verein von Freunden der Treptow- Sternwarte hält. Gäste haben gegen Lösung einer Karte Zutritt. Ps-rrer Blcicr spricht Senntag, 22. Mai, 10 Uhr vormittags, in b'X Trinitatistirchr, Charlottonburg, nahe Städtische Or-r, Uber das Thema: „Welchen Wert hat für uns die-ürche? (Gewerkschaftliches siehe 2, Beilage.) Verantwortlich für Politik: Victor Schiff; Wirtschaft:®. itliagelhöscr! Scwerkschastsbeweguncf: 3. Steiner; Feuilleton: Dr. John Schilowsti: Lokale» und Sonstiges: Fritz Karstadt, Anzeigen: Th. Glocke: sämtlich in Berlin. Verlag: Borwarto-Derlag©. m. b. H.. Verlin. Druck: Vorwärts-Buchdruckerei und Verlagsanstalt Paul Singer u. Co.. Berlin SW. K8 Lindenstratze 3. Hierzu 3 Beilagen. WERTHEIM leipziger Str.(Versand-Abt.) Königstr. Rosenthaler Str. Moritzplatz Damenhut mit Blumengarnitur Damenhut Cello matt Kleider-Stoffe Damenhut Florinageflecht, mit Bondgarnitur für Wäsche und Strandanzüge, iC fl? indanthrenfarbig, Mtr. Mako-Popelin und Strandanzüge, indanthrenfarbig, M Sport-Frise Polo Bl usen hellfarbiger Trikotstoff in Pastellfarben, C Meter vA Voll— Voll© bedruckt, ca. 100 cm breit, H Meter I• tfcirf Boucle a-jour Kunstseide, feine Pastellfarb� Mtr. 1.50 Bade-Artikef Badetrikots för DQrnen Sportkleid bedruckter Silklin, Boleroform, heller Westeneinsatz Sommerkleid bedruckter Vollvoile, neuortiger Glockenrock u. Herren, Öberteif Schrägstreif., mit Rückenausschnitt, � reine Wolle, zweifarb., Oberfeil Schrägstreif., Größe 42-48 Gr 42 reine Wolle, einfarbig, mit Rückenausschnitt. schwere Quollt., 40-48 Bademantei für Damen u. Herren, farbig gemusterter WV Kräuselstoff#• Badekappe Helmform 0.60 einviertel Ärmol 1.35 Nr. 232* 49. Jahrgang 1. Beilage des Vorwärts Sonntag, 22. Mai 4932 Wo!� Tn einem allen I olkslied heißen die ersten Zeilen: ,.Zieh hinaus beim Morgengrauen, mußt' das Dorf verlassen; silberhell die Sternlein sdiauen nieder auf die Gassen." Die von dem Licht des Morgens erfüllten Straßen der Weltstadt sehen den W andersmann allerdings auf dem umgekehrten Wege. Es sind auch keine Wandersleut'. die um die dritte und vierte Stunde den eg in die Stadt beginnen, sondern Händler. An den schwarzen Querbreltern ihrer Ifagen steht mit weißer Farbe geschrieben nodi die Aufschrift vom vergangenen Tag:„Frischer Landspargel 20 Pfennig das Pfund." Welche Zahl werden die Händler einige Stunden später an ihre Wagen malen? Wie wird die große Spargelschlacht ausgehen, die sedis lange Wodien hindurch allmorgendlidi in der Berliner Zenfralmarkt halle zäh und erbittert, mit Ladien und mit Schelten ausgefoditen wird? Je näher der Alexanderplatz rückt, desto diditer werden die Reihen der Händler, die sidi zum Kampfe stellen. Autos neben Wagen. Wagen neben Karren beginnen sidi bereits in den Anfahrtsstraßen zu stauen und die ersten aus den J orsiädlen kommenden Straßenbahnen haben über den Alexanderplatz hinaus kaum einen Fahrgast noch. Mit Kiepen und Körben bewaffnet klettern Männer und Frauen ooit cjen Perrons; als sie saßen, hatten sie sidi geziemend einen„Guten Morgen" gewünscht; festgestellt, daß der Tag heiß sein wird, und das in einer Ecke der Straßenbahn sitzende übern äditigle Liebespaar hatte audi am heutigen Morgen wie immer den ersten Gesprächsstoff abgegeben. Dabei tragen die Frisdi gewaschenen die Nasenspitze etwas hoher, es geht ihnen wie den Insassen eines Zuges, der den neben ihm fahrenden überholt: jetzt sind wir eins aufgerückt, denken sie. Die Turmuhr verkündet unterdessen den Abschluß der fünften Stunde des jungen Tages. Mit seiner scdisten beginnt der Kampf. Das Vorpostengefecht der Neinsager. „Vorsicht, vorsehen!"—„Nehmt die Hühneraugen weg, Leute!" „Mensch, fahre mir nicht ins Kreuz, denkst du, ich steh zum Ver- ignügcn hier?"—„So, warte mal Maxe, hier komm her, noch ein Stück zurück, haaalt, so is jut!" Von diesen mehr rauhen als herzlichen Gesängen begleitet vollzieht sich der Aufmarsch der Wagenburgen. Der Fußgänger ist in diesem unübersehbaren Trubel hupender Autos, schimpfender Kutscher und polternder Karren nur ein elender Wicht, wert,� überfahren zu werden und dennoch, wer warten wollte, bis ihm«ins der Fahrzeuge den Weg frei gibt, der würde um die Mittagstunden noch am gleichen Fleck stehen. Bis die Straßenfeger kommen und die während des Kampfes auf der Strecke gebliebenen Spargelstangen, Nhabarbcrstaudcn, Kohlrabi- blättcr und Nordsccfische zusammenfegen. Dann hat sich endlich die vom Schloß bis zur Volksbühne reichende Wagenburg aufgelöst und rn den Kochtöpfen der 5)aussrauen kocht bereits der Spinat. Nun-ist. die große Spargelinvasion da, die alle Keime einer Katastrophe in sich trägt. Zwischen dem Havelgau und der Altmark. zwischen Potsdam und Stendal ist fast kein Ort ausgelassen, der nicht Nacht für Nacht die mit Spargetkörbcn hochgelürmtcn Last- outos nach Berlin in die Zentralmarkthalle schickt. Wobei zu be- werken wäre, daß die großen Spargclorte wie Beelitz oder Trebbin sich nicht mit einem Auto begnügen, sondern gleich ganze Karawanen ausrüsten. Und um fünf Uhr morgens, wenn der große �Handelskrieg in der Berliner Engroshalle anhebt, wollen die Stände schier bersten vor frischgestochenem Spargel. „Was soll das Bund kosten?" fragen die Gemüsehändler vom Bayerischen Platz, wie die aus der Frankfurter Allee.„Vierzig Pfennige" antworten die Spargelfraucn. Merkwürdig übrigens: Frauen stechen, Frauen verkaufen, Frauen kausen und Frauen kochen den Spargel. Und die Männer essen ihn. Aber über die vier Groschen, die die Spargelfrauen verlangen, lächeln höchstens die Männer, dann sagen sie„Nee" und von den Ständen echot es noch- wals„Nee", denn um den Spargl für 3l) Pf. loszuschlagen, dazu ist es um 5 Uhr noch zu früh. Das Vorpostcngefecht im Spargel- krieg ist die große Stunde des allgemeinen Neinsagens. Oer erhobene Finger. Um 6 Uhr wird es lebendiger, ein lustig Feilschen setzt ein. »,Na, soll's was sein, junger Mann?" locken die Marktfrauen.„Was kostet er denn?"—„Fünfunddreißig Pfennige."—„Nee".„Aber mein Kind, ich habe heute nur die Zeit versäumt, ich könnte mit meinem Spargel längst fertig sein, vier Groschen hätte man mir um 5 Uhr für die Ware gegeben. Sieh dir doch mal meinen Spargel an. mein Kind, das ist doch wenigstens Spargel. Wieviel willst du haben, mein Kind?" Aber das Kind, das immerhin ein Mann in den Vierzigern ist und von der Spargelfrau nur geduzt wird, trotz- dem er sie offensichtlich gar nicht kennt, ist von den 33 Pfennigen trotz des Redeschwalls durchaus nicht erbaut, standhaft bleibt er bei seinem„Nee". Als er später mit zwei Körben voll Spargel die Trcppcp von der Galerie herunterkommt, gibt sich Gelegenheit, ihn zu fragen, wie er handelseins geworden ist.„Drei Pfennige habe ich ihr abgehandelt", sagt er. Das alles soll schön und gut sein, aber wo lüftet sich das Geheimnis der Straßcnhändler, die nachher den Spargel für 20 Pf. feilbieten werden und noch dabei verdienen? Wo mag der vcrvor- gcne Stand sein, an dem die Straßcnhändler einkaufen? Ein Schild hilft auf die Fährtc:„Während der Auktion ist das karren sireng verboten!" Also auf zur Auktion. Und wenn es schon bei den Marktfrauen an den Stünden viel Spargel gegeben hat, dann ist das olles wenig gegenüber den Spargelbergen, die sich hinter dem Gilter des Aukfjonatars auftürmen. Wie im Raubticrkäsig des Zoo sieht es in der Zluktionsabtcilung der Zentralhallc aus: unten hinter dem vergitterten Käfig der Auktionator mit feinen Helfern und davor, auf einer errichteten Tribüne, die Spargetkäufer. Wie die Zoo-Bcsucher von der Tribüne aus zusehen, wenn die Löwen gefüttert werden, so stehen die 5iändler auf der Tribüne— eine Reihe über der anderen— und passen aus, was sür Spargel der Auktionator jetzt auspacken wird. Dann ruft er:„5)icr ein Posten Trebbiner, I. Sorte, zusammen etwa 20 Zentner, ein Gebot bitte!" —„Achtzehn" ruft ein Witzbold und die ganze Tribüne kichert. „Achtundzwanzig" ruft es wieder. Erst diesen Preis greift der Auktionator auf:„Achtundzwanzig sind geboten, weitere Gebote... neunundzwanzig, neunundzwanzig zum ersten, neun..., dreißig, dreißig ein Doppelgcbot, einunddreihig, niemand mehr, zum ersten, zum zweiten, zum dritten." Aus. Dabei kann sich der Laie vorerst nicht zusammenreimen, wie diese höheren Gebote Zustandekommen. Der Anfangspreis wird wohl genannt, das war 28, aber dann ruft nur noch der Zluktionator, die Händler dagegen schweigen still. Liest der Auktionator es ihnen von den Augen ab, wenn sie einen Pfennig mehr bieten oder wie geht das vor sich? Bis man bemerkt: Die Leute heben immer den Finger hoch: achtundzwanzig: da geht ein Zeigefinger in die 5)öhe und schon ruft der Zluktionator neunund- zwanzig, wenn jetzt ein Mann Zeige- und Mittelfinger heben wollte, würde der Auktionator einunddreihig rufen. Aber die Finger gehen hier nur schwer in die Höhe. Der Spargelvrrkauf geht noch Sorten. Innerhalb der Sorten nochmals unterteilt in losen und gebündelten Spargel. Und wer dreist die Sorten begriffen hätte, wäre damit noch lange kein Spar- gelkcnner. Fetzt kommen zwei Zentner II. Sorte an die Reihe. Für zwölf Pscnnige gehen sie weg. Ei» paar Körbe III. Sorte bringen acht Psennige pro Psund. Also hier fließt die große Spargel- quelle des Straßenhandcls: auf der Auktion. Und die Zentner- posten der I. Sorte erstehen in früher Morgenstunde die Groß- Verbraucher: Hotels und Restaurants. Zuviel Spargel. Die Spargelproduktion steht nicht außerhalb der Gesetze kapiia- listischer Produktion. Die Triebfeder des Kapitalismus ist der Prosit. Wo der größte Profit winkt, fließt das Kapital hin. Da hat es die guten Zeiten gegeben, in denen selbst im Monat Juni der Preis für ein Bund Spargel kaum jemals unter sechs Groschen sank. Da wurde noch Geld am Spargel verdient. Spargelstangen schienen Goldgruben zu sein. Nun wurden Spargelplantagcn angelegt: in der Altmark gab man den Tabakbau auf, in Süddeutschland den Hopfcnbau und im Rheinland den Weinbau. Nach der letzten Bodenbenutzungserhebung betrug die Spargelanbaufläche in Deutsch- land 1327 noch 13 000 Hektar. 1931 war sie bereits auf rund 20 000 Hektar gestiegen. In den Jahren 1927 bis 1930 hat sich der Spargel- anbau in Sachsen um 15, in Württemberg um 28, in Braunschwcig um 30, in Baden um 60, in Mccklenburg-Schwcrin um 75. in Schlesien um 100 und in der Altmark um 150 Proz. vergrößert! Unwiderstehlich lockte der Spargelscgcn. Siedler ließen Hammer und Arnbdß in der Ecke stehen und begannen Spargcltülturen anzulegen. Von Weinböhla bis Schwetzingen, von der Pfalz bis an die Ostsee produziert alle Welt Spargel. Und am MitTwkdiu auf de? Spargel- auktion in der Berliner Zentralmarkthalle, hat die III. Sorte noch ganze sechs Pfennige pro Pfund gebracht! Jetzt weinen die Züchter und sagen einem:„5ierr, wir sehen die Sonne aufgehen und wir sehen die Sonne untergehen, immer sind wir bei der Arbeit und haben dennoch keinen Lohn dafür!"— Es wird nach schlimmer kam- tnen, der Kelch geht noch lange nicht zur Neige. Nach in den letzten Jahren ist Spargelbeet um Spargelbeet entstanden und da die Beete bis zur ersten Ernte des mageren Suppenspargels drei Jahre zu ihrer Entwicklung brauchen, wird— wenn die Saat auch dieser Beete noch reist— die Spargelinvasion noch ärger werden, und vielleicht erleben die Verbraucher noch den Tag, an dem man den Spargel sür einen Groschen das Pfund feilhalten wird. Durch diese immense Steigerung des Anbaus ist der Spargel allerdings von dem Luxusgcmüfe der Vorkriegszeit zum Volksgemüse geworden. Bis in die Gastwirtschaften vor den Toren der Engroshalle erstreckt sich der Spargelhandel, selbst hier noch stehen die Frauen mit ihren Kiepen. Und die Spargelhändler mögen neiderfüllt auf die Fischhändler sehen, zu denen am Morgen ein Mann kam und Schollen verlangte.„Schollen— antwortete der Händler— ja, Schollen, lieber Herr, die sind schon alle. Aber Aale können Sic haben, schöne 2lale." Die wollte wieder der Mann nicht, aber immer- hin zog er einen Aal aus dem Korb und der war so winzig, daß der Mann den Händler fragte, ob er eine Uhrkette habe. Wen» nicht, dann solle er den kleinen Aal dazu nehmen. ftn heißer Tag- Drei Großfeuer In Pankow drei Feuerwehrleute verletzt In den gestrigen Nachmittagsstunden brachen an drei Stellen Berlins fast zur gleichen Zeit gefährliche Brände aus. In Pankow und W e i ß c n f e e brannten umfangreiche D a ch st ü h l e nieder und in Tempelhof ging ein Lagergebäude von etwa 3000 Quadratmeter Flächenmaß in Flammen auf. Bei dem Pankower Ozeanfliegerin Erhard! gelandet. Die erste Frau, die allein über den Ozean flog. New Park. 21. Nlai. Die Ozeanflicgcrin E r h a r d t. die am Freitag um 20.50 Uhr von Harbour-Grace startete, ist am Sonnabendnachmittag etwa 4 Kilometer von Londondcrry fIrland) glatt gelandet. Sic ist die erste Frau, die allein im Flugzeug den Ozean über- qucrte. Die Flieg«!,, erzählt, daß sie gegen Gewitter. Nebel und Ncgcn kämpfen mußte. Sic beschloß in Londondcrry zu landen, weil sie am Brennslossbehälter einen wahrscheinlich während des Gewitters entstandencn kleinen Biß festgestellt hatte. Dachstuhlbrand erlitten drei Feuerwehrleute säiwcre Verletzungen, ein Beamter wurde leicht verletzt. Der erste Alarm kam aus der Bergholz st raße 3/12 in Tempelhof. Dert war in einem breiten über hundert Meter langen Lagergebäude der Firma Hllck und Lindemann kurz vor 14 Uhr Feuer ausgebrochen. In dem einstöckigen Bau lagerten große Vor- räte von Porzellan, Steingutwaren, Kisten Verpackungsmaterial usw. Das Feuer hatte in wenigen Minuten so verheerend nm sich ge- grisfen, daß das Lagergebäude bald ein einziges Feuermeer bildete In kurzen Abständen lücktcn acht Berliner Wehren und einige tre:- willige Wehren zur Bekämpfung des Brandes an. 1 5 S ch l a u ch- leitungen wurden an die Motorspritzen angeschlossen und stundenlang ungeheure Wasscrmcngen in die Fcucrsäule, die bis weit in die Stadt hinein sichtbar war, geschleudert. Dem Brandherd entströmte eine gefährliche Strahlenhitzc, so daß sich die Löschmann- schasten bei den ohnehin tropischen Temperaturen in respektvoller Entfernung halten mußten. Starker Funkenslug gefährdete außer- dem einige benachbarte Gebäude. Mehrere Trupps Feuerwehrleute hielten diese Gesahrenobjekte unter scharfer Beobachtung. Der Schaden ist hoch, zum größten Teil aber durch Versicherung gedeckt. pöER/lSWI'TEPPICHE jqes.qesch. reine wolle m.Hond�rapse/qefreueCopien J ■ von Derser-TeDpichen IDekoraMonssbffe Ällraumöardine 1Welienrlps,einfarb,hew.' ragende Qualität, indan- thren ca120cmbrt Mtp | Wellen rlgs, einfgrb. heiw. ges.gesch.2n0qel1Querbe./. l£,f hang volle KHalDreite.fcnster"�� °4i caf$50»l$5D Diwandecken I Sdwcres Sevcbe nvj/ m I Kunstseil effeklen.§ | Tod cc.150-300 1 W t \ertmjF, nur SpondauerStryi Boycle'-Läufepstoffe reines Hocrqom, caWcmOC< ca90cn\i45CI1'�)c',l495 rr.od Streifen brt. MeZ/Zi» brt. Mtr.q�brt. Steppdeckent besondqufer Kurstj«rn f seidto tot Oedts, st_tyu/ prSotin cctSO-WO| PERiTiSTAN-TEPPICHE qes. qesch. reine Wolle m. Handfronse/ qetreue Copien von Peiser-Tepoichen " ir..... 360* > Kopien von icMuiuncn| 59.50 179.- m Achsenreise Was zwei junge A Auf der P o l i z c i st u b e des Anhalter Bahnhofes sitzen zwei jugendliche Reifende, die aus Mangel am nötigen Fahr- geld die Strecke Prag— Berlin auf der Eifenbahnachfe zurück- gelegt haben. Die beiden Jungen— zwei 19jährigc Tschechen aus Prag— sind verdammt müde. Sie sitzen schlafend auf der Bant in der Stellung des Faultieres: Kopf und Arme suchen den Anschluß mit den Fußspitzen, und der ganze Körper hängt nach unten. Als der Kommissar den einen ein wenig an der Schulter rüttelt, kriegt man einen gelinden Schreck: Das ist ja ein Neger! Aus einem kohlschwarzen Gesicht leuchten zwei blaue Augen und zwei Perlenrcihen prächtiger Zähne. Die dicke Kohlenstaubschminke be- deckt aber nicht bloß das Gesicht, sondern vor allem einmal das einst saubere Hemd, Brust, Hände, Anzug und Schuhe. Sie suchten Arbeit in Berlin. Die beiden Achsenreiscndcn, der eine ist Fleischer, der andere Gärtner, sind arbeitslos, und dachten, wie so viele andere, in Berlin das große Los zu ziehen. Sie sind Freunde, wenn die Bekannt» schaft auch erst ganze vier Tage alt ist, aber beide hatten viel Mumm und wenig Geld. „Nun ist's schon egal, haben wir uns gedacht," erzählt der Fletscher,„drei Tage lang nichts im Magen, nun wollten wir auf jeden Fall raus." Jetzt hieß es aber erstmal die„Fahrkarte"— in solchem Fall benützt man dazu die Bahnsteigkarte— beschaffen, die kostet nämlich auch so gegen eine Tschcchenkrone. Das wurde wieder folgendermaßen gedeichselt. Im Deutschen Theater wurden„Die Meistersinger von Nürnberg" gespielt, und da stellten wir uns nach der Vorstellung am Theater auf und bettelten uns das Geld zusammen. Nun aber fix auf die Bahn, um 11.30 Uhr ging nämlich unser Zug. Durch mit der gelösten Bahnsteigkarte, bis hinten zu den Schlafwagen, dann, als der Zug ernst machte, schnell die Stufen raufgewichst, durch den Schlafwagen durch, auf der anderen Seite wieder raus und runter in unser Versteck. Erst kroch sein Freund drunter, bis er sich es so„bequem" gemacht hatte, das dauerte so lange, daß ich fast nicht mehr mitgekommen wäre. Grad im letzten Moment konnte ich noch drunterkrauchen, und los ging es. Nun mußt ich hängen, wie ich hing, ohne mich rühren zu können, bis Prag— Berlin benteurer erlebten Dresden. Da habe ich mich dann ein wenig aufgerichtet und zu» rechtgesetzt. Als Kopfkissen hotte ich ein Rad, das brummte mir verdammt die Ohren voll, und außerdem mußte ich nach mächtig aufpassen, daß es mich nicht erwischte. Auf einmal krieg ich eine kalte Dusche ins Gesicht, da goß einer nämlich Wasser aus dem Fenster. Na, beschweren konnte ich mich nicht gut darüber! Meine Knochen taten mir so weh, daß es schon nicht mehr schön war, endlich um 1% Uhr morgens sind wir da! Ich krieche also ganz vorsichtig aus meiner harten Kabuse, da hantiert gerade ein Be- amter mit dem Wassereimer und ich mein' zu ihm:„Ach, könnt' ich vielleicht einen Eimer Wasser haben?"„Nanu," meint der,„wie sehen Sie denn aus?" Meine Erzählung, daß ickz beim Kohlenausladen half, scheint ihm nicht recht eingeleuchtet zu haben, er ließ sich nämlich meine Papiere zeigen, ich bot nochmal um Wasser, da meinte er:„Ja, ja, Sie kriegen schon Wasser, kommen Sie nur mal mit." Verdammt, nun hatte es geschnappt, das merkten wir. Was geschieht mit den weisenden? Nun werden ja Achsenfahrer, zum Unterschied von den Schwarz- fahrern, nicht bestraft, weil sie der Bahn keinerlei Schädigung zu- gefügt haben. Natürlich können die Jungen nicht hier bleiben, um das Riesenkontingent der Arbeitslosen noch zu vermehren: als erstes bekamen sie einen tüchtigen Happenpappen, dann wurden sie ge- säubert, nachher ging es nach dem Präsidium, wo sie im I u g e n d- heim als Durchgangsreisendc erstmal eingekleidet, ein bis zwei Nächte beherbergt und dann weiterspediert werden. Der Fleischer ist Waise und hat keinerlei Anhang, der Gärtner hat seine Eltern in Sibirien. Sie haben schon allerlei angepackt, denn auch ihnen erging es wie so vielen: raus aus der Lehre und schon arbeitslos! Zu leicht kommt da der Gedanke: In einer großen Stadt, wie Berlin, da muß es doch Arbeit geben.„Hat sich was mit der Arbeit, meine Junge," meint der Kommissar und sieht sorgenvoll in das hübsche, frische Jungengesicht.„Hier kannst du nicht bleiben, sonst bist du schneller auf dem schiefen Weg als du denkst."„So?" meint der Junge.„Na. dann ziehen wir halt wieder weiter." Jetzt freut er sich erstmal auf sein reines Hemd, den Anzug und ein Bett für die Nacht.. t Da der Prand nach Schluß des Betriebes ausgebrochen ist, konnten genaue Feststellungen über die Entstchungsurfache noch nicht gemacht werden. Stichflammen auf öer Bodentreppe. Nicht minder gefährlich erwies sich der D)a ch st u h l b r a n d im Hause Wollantstraße 124 in Pankow, wo das Feuer im dritten Ouergebäude— Gartenhaus— entstanden war. Es war für die Feuerwehr sehr schwer, an den Brandherd heranzu- kommen, da die schmalen Höfe ein Einsetzen der mechanischen Leitern unmöglich machten. Es blieb nichts weiter übrig, als die Löschtrupps über das verqualmte Treppenhaus gegen den Brand- Herd vorzuschicken. Beim Aufschlagen der Bodentüren entstand eine riesige Stichflamme, die ihren Weg in das Treppenhaus nahm. Brandmeister Falke»Hein, Brandmeister Wehler und Feuerwehrmann Schulz wurden iwn der Flamme getroffen und ins Pankower Krankenhaus gebracht. Bei den weiteren Lösch- arbeiten verunglückte noch der Oberfeucrwehrman» N o w a ck von der Zugwache Wedding. Er erlitt Verletzungen am Kopf. Das Feuer konnte nach einstündigem Wassergeben eingekreist werden. Zahlreiche Wohnungen haben unter Wasserschaden schwer gelitten. Der dritte große Brand legte den Dachstuhl des Hause« Gustao-Adolf-Straße 92 in Asche, zum Teil wurde auch noch der Dachstuhl des angrenzenden Wohnhauses 93 stark in Mit- lcidenschafb gezogen. Etwa 3S0 Quadratmeter Bodenraum und die darüberliegenden Dachstühle brannten völlig herunter. Sechs Schlauchleitungen mußten in Tätigkeit gesetzt werden, um die Gewalt des Feuers zu brechen. Auch in diesem Falle ist die Eni- stehungsursache des Brandes noch unbekannt. Schützt die Anlagen! Gemeinnutz geht vor Eigennutz.— Augen auf! Unter schwersten Opfern bemüht sich die Stadt auch in diesem schwierigen Jahr der Not, die Plätze und Parkanlagen wieder so herzurichten, daß sie nicht nur das Auge des Beschauers er» freuen, sondern daß sie der Jugend, den alten Leuten und den von der Tagessorge oder Tagesarbeit erschöpften Bürgern ein« freund- liche. Körper und Geist stärkend« Erholungsstätte bieten. Die Bäume stehen im ersten zarten Grün, die Ziersträucher entfalten ihr« Blütenpracht und Blumen vervollständigen das farbige Bild des Frühlings. Aber es ist nicht nur sonderbar, son- dcrn es ist tief beschämend, sobald es in den Berliner An- lagen grünt und blüht, dann beginnt sich oft in einem Teil« der noch unerzogenen, halberwachsenen Jugend ein Vernichtungswille zu regen, der mutwillig die mit vfeler Liebe gepflegten Pflanzen zerstört. Ein freundliches Ermahnen und Belehren durch Eltern. Lehrer und durch olle verständigen Besucher der städtischen Park- anlagen würde hier schon viel helfen. Weniger werden Wort« helfen bei allen den, meist wohl nicht mehr jugendlichen Elementen, die zum Zwecke der persönlichen Bereicherung werwolle Ge- wüchse aus den Anlggen entwenden. Außer seltenen Ziersträuchern sind es besonders die Rhododendruupflanzen, die, häufig im Früh» ling, sonst aber auch zu jeder Jahreszeit, Liebhaber finden. Sie werden zu Dutzenden in nächtlicher Stunde, wenn«ine Beobachtung und Beaufsichtigung der Plätze und Anlagen nicht in gewünschtem Maße durchgeführt werden kann, gestohlen. Alle Bemühungen, die Diebe oder ihre Abnehmer zu fassen, sind trotz polizeilicher Unter« stützung immer vergeblich gewesen. Der Bürgermeister des Bezirks Friedrichshain, Genosse M i e» l i tz. hat bereits durch öffentliche Bekanntmachung«ine namhafte geldliche Belohnung ausgesetzt. Aber auch damit ist den Schön« dern unserer Anlagen nicht beizukommen. Es ist anzunehmen, daß die gestohlenen Pflanzen für die Verschönerung so manchen Klein« gartens bestimmt sind und auch da, vielfach ohne große Mühe, wieder auffindbar wären. Da nur diese Möglichkeit besteht, müssen wir an alle Kleingärtner und Laubenkolonisten, die selbst mit großer Mühe ihr Eigentum hegen und Freude an. der blühenden Natur haben, die Bitte richten: Achtet in den Gärten auf Neuanpflanzun- gen von seltenen Sträuchern und den so beliebten Rhododendron- gewächsen. Seht nicht in jedem einen unehrlichen Erwerber, aber erkundigt euch, aus Liebe zu euren Mitbürgern, die keinen Eigen- garten haben und auf eine Erholung in den städtischen Park- anlagen angewiesen sind, nach der Herkunft der neuesten Garten- zierde. Gemeinnutz geht vor Eigennutz. Und Eigen- nutz, der sich am Gemeinschaftseigentum vergreift, darf von nie» wanden gedeckt oder„übersehen" werden. Aus. |4 Das Warten wird beinahe unerträglich: alle vernünfti- gen Gedanken quetscht es> ab. lieber eine Stunde dauert es, bis der Vogt Zeit für Zagg Zagula hat. Eine Stunde hat sechzig Minuten, und eine Minute ist lang. In einer Minute kann das Gehirn sechzigmal um den Konstanzer Stadtetter reiten. In einer Minute kann das Gehirn sechzig Stürze tun, jeden von der breiten Plattform des Münsters hinunter. In einer Minute kann das Gehirn zwanzig Gulden bequem in zweihundertsechzig Schilling Pfennig umrechnen und diese zweihundertundsechzig Schillinge nicht minder bequem in dreißig Pfund Heller. Sechzigmal tn der Stunde kann das Gehirn diese Minutenrechnung machen. Und je mehr das Zagulagehirn diese Rechnung macht, desto mehr kommt es zur Ueberzeugung, daß zwanzig Gulden ein Berg voll Geld ist, der von der Stadt nie für eine Sache, wie die angebotene, verkarrt werden wird. Und jetzt, als die Tür aufgeht und Hans Hagen, der Vogt, von seinem Stuhl aus die Nummer 19 mit ungeduldi- gem Armfchwung heranwinkt, springt der die Rechentafel im Gehirn klirrend entzwei, daß die bunten Kugeln durch alle Adern spritzen, und in die sreigewordene Stelle trstt Angst, körperhafte Angst. Der Hund schält sich aus seiner Hülle heraus und die Kreatur, die da vor dem harten, mißtrauischen Blick des Vogts kriecht, wird froh sein, wenn sie für die Schurkerei, die sie jetzt stockend anbringt, so viel herausquetscht, daß es für die rotäugige Frau Zlnna und die drei gedunsenbäuchigen, ewig hungrigen Kinder halbwegs zu einem sattmachenden Fraß reicht. 4. Karel, der Knappe, verzieht das Gesicht, als brenne ihn ungezuckcrter Ingwer. Ein sauberer Ehemann. Erzwingt eine Ehescheidung durch Kuppelei. Wie erzwingt man die Ehescheidung? Der 2Sjährige N. mochte es auf folgende Weise: Er verkuppelte seine Frau an seinen Neffen, schaffte sich so einen Scheidungsgrund und erreichte die Scheidung. Der Anwalt der Frau erstattete aber gegen ihn Anzeige wegen Kuppelei. Vor dem Schöffengericht Bcrlin-Mitte hörte man von der Frau Näheres über das infame Spiel, das der Mann mit ihr getrieben hatte. Die junge Frau war Monate hindurch vom Mann vernach- lässigt worden, die Ehe für sie war seit langem nichts mehr als ständige Qual. Wo sollte sie aber mit dem Kinde hin. Um sich«ine kurze Atempause zu gönnen, fuhr sie zu ihrer Mutter noch Ost« preußen. Ganz unerwartet kam ein Brief vom Manne: ein wirklich netter Brief. Er wollte wieder gut zu ihr sein! sie möchte ja nur so schnell als möglich heimkommen. Es hielt sie keinen Augenblick länger bei der Mutter. Der Mann empfing sie sehr freundlich, das gute Einvernehmen zwischen den Eheleuten schien wieder her- gestellt. In Wirklichkeit war alles nur Maske. Der Mann hatte es sich fein zurechtgelegt: zu seinen Freunden hatte er gesagt: Meine Frau steht euch zur Verfügung. Wer es bei ihr erreicht, der bekommt sie. Schafft mir aber einen Scheidungsgrund, ich denke nicht daran, Alimente zu zahlen. Die Freunde umwarben die junge Frau, wetteiferten miteinander in tausend Freundlichkeiten, die junge Frau wie- sie alle ab. Was sollte sie mit ihnen, hatte sie sich nicht soeben erst mit ihrem Mann ausgesöhnt? Da heckte dieser einen noch abgefeimteren Plan aus. Er quartierte seinen 19jährigen Neffen als Kostgänger im ehelichen Schlafzimmer ein. Trieb Nacht für Nacht mit der Frau zärtliches Spiel, weckte in ihr Hoffnungen, reizte die Phantasie des Neunzehnjährigen und ließ jedesmal die Frau links liegen. Und eines Tages schien dem Mann der Augen-\ Es ist ihm gar nicht recht, daß er zur Pfalz mit muß. Die Herren vor ihm sind in die Straße eingeschwenkt, es heißt aufgepaßt: denn gerade jetzt, zur Zeit der Vesper, ist der Weg zur Pfalz schier verstopft von Rittern, reitenden Pfaffen und dem auf- und abströmenden Volk. Auch jetzt ist für den Augenblick kaum ein Durchkommen. So weit das Auge schauen kann, nichts als Menschen, nichts als Menschen. Alle Plätze sind oollgepackt. Wie ein bunter, brodelnder Teig füllt das die Straßen und Gassen bis zum Münsterplatz hin. Am Malhaus, am Obermarkt, stockt alles. Kein Bein kann mehr vorwärts. Dort ist der brodelnde Teig zur Mauer erstarrt. Kepka, des engen Passes wegen Wenzel von Duba und Jan von Trocznow voraus, gibt das Haltezeichen. Karel schließt auf. Jetzt, festgenagelt auf engen Raum, kann das Auge um so beweglicher weiden. Ein kleiner, dicker Hellebardierer steht da und stemmt sich mit aller Gewalt gegen das Hauseck. Ein gepanzerter Krebs, der sich abmüht, um von der Woge nicht mitgespült zu werden. „Heh, Mann, was isi eigentlich los?" fragt Herr Kepka vom Pferde herunter. „Was wird groß los sein! Wahrscheinlich bringen sie den ausgerissenen Papst zurück." „Hast du solche Sehnsucht nach ihm?" „Ich kann mich beherrschen!" lacht der Pausbäckige.„Ich steh ja im Stadtbrot und nicht im Popstbrot. Aber ich mein' in meinem Schädel, die Welt muh doch allsweil einen Papst haben, dem sie zu Dienst sein kann, und sollt' sie einen stehlen oder aus dem Boden rausgraben!" „Das schon, aber vorläufig sitzt er noch im Tunn von Gottlieben!" Der Kleine kann kein Widerwort geben: denn gewaltig drängt ein neuer Menschenschub an. Trotz seiner quer- gestellten Hellebarde, mit der er tapfer rudert, hat der Krebs doch alle Mühe, sich gegen die schreiende Flut zu behaupten. Sein lustiges Gesicht verzerrt sich vor Anstrengung zur Grimasse. „Dort!" ruft Zizka und streckt die Hand gegen das Schnetztor hin. Die Herren heben sich im Bügel und blenden die Augen ab. blick gekommen. Er saß mit Frau und Neffen im Gasthaus, sagte, er müsse zu einem Freunde, ging nach Hause, und versteckte sich unter dem Bett. Frau und Neffe betraten kurz daraus das Zimmer und jetzt geschah das, was zwischen diesem und dem Manne seit langem verabredet war. Kaum war es soweit, als der Mann unter dem Bett h�rvorkrach. Ich war doch schlauer, als du, triumphierte er. Jetzt hatte er seinen Scheidungsgrund. Vor Gericht bestritt er, die Sache planmäßig betrieben zu haben, der Neffe verweigerte seine Aussage, die Richter entschlossen sich nicht, den Mann bloß auf die Aussage der Frau hin zu verurteilen, er ging ftei aus. Die Frau ist von der Ehescheidungskammer als der schuldige Teil erklärt worden, der Ehebruch stand fest. Aber auch der Mann ist für schuldig erklärt worden: er hatte die Frau zum Ehebruch getrieben und war moralisch gerichtet. Tragisches Ende zweier Ozeanflieger. Magyar und Endres tödlich verunglückt. Rom, 21. Mai. Die beiden ungarischen Ueberseeslieger Alexander Magyar und Georges Endres. die zu der am Sonntag beginnenden Jnternatio- nalen Ueberfeeftiegertagung auf ihrem Ueberseestugzeug„Gerechtigkeit für Ungarn" von Budapest nach Rom flogen, sind belm Landen aus dem römischen Flughafen tödlich verunglückt. Das Flugzeug, das im Gleitflug niedergegangen ist, hat sich überschlagen und ist in Brand geraten. Veide Flieger haben bei diesem Unglück den Tod gesunden. Magyar und Endres haben bekanntllch den Ozean im Juli 1931 von Harboür-Grace mit einer Zwischenlandung mit dem Ziel Budapest überslogen. Auch Karel reckt sich neugierig hoch. An der Stelle, auf die Zizka gezeigt hat, braust die graue Menschenflut wellig auseinander: ein bunter Keil treibt sich lärmend hinein. Spiellcute sind es, Trommler und spatzbeinige Pseifer, die einem Zuge voranschrciten. Es wird lauter und lauter. Jetzt mischen sich mit prallein Getön auch Posaunenbläser ein. Es ist, als ob sie mit ihrer Melodie eine breite, strahlende, sich hochsteileirde Prunktreppe legen, auf welcher die von ihnen Geführten im Marschtakte hochsteigen. Bald ist der Zug so nahe, daß man am hochgehobenen Messing der Fanfaren goldgebortete Wappentücher schimmern sieht. Das Wappen selber ist noch nicht erkennbar. Auf einmal zuckt Zizka auf, als hätt' ihn ein neuer Pfeil ins Auge getroffen. „Hundsblut!" flucht er.„Deutschherren! Ich bin zwar halb blind: aber ich würde die Krähenbrut auch ganz blind erkennen!" Zizka hat recht gesehen, die Ankömmlinge sind in der Tat Ritter des Deutschen Ordens. Einundzwanzig Mann hoch reiten sie daher, einer hinter dem andern, gefolgt von knarrenden Wagen und zahllosem Troß. Sie reiten auf prachtvollen, weißverhangenen Pferden. Ihre Rüstungen haben die graue Farbe von Sperberfittichen, wallend weht der weiße Mantel mit dem düsteren schwarzen Kreuze darüber. Ein stattliches Bild! Der Orden versteht es, für feine Idee zu werben. Es find alles kraftstrotzende, ausgesuchte Gestalteck,, herbe Rittergesichter, eine Freude zum Anschauen! Bilder der Kraft! Der Komtur von Blaw, der� sie anführt, hat sogar seine sechzig Jahre, seine goldene Ader und den in Biberach geholten verdammten Wolf vergessen. Er macht ein Gesicht, als ritte er nicht auf schierem Fleisch, son- dern als säße er in einem Kübel voll kühlen, heilenden Nußfetts. „Gest, Marielc, das sind Brocken!" sagt begeistert die Apothekersmagd zu ihrer Freundin, die neben ihr im Fenster liegt. Das Mariele, die blonde, schmale Mcttnauerin, dient drunten im„Salmen" und ist nur auf einen Sprung herauf- gekommen, um sich den Tru.bel anzusehen. (Fortsetzung folgt.) Alte Leute, aufgepaßt! Ein gemeiner Lump will euch betrügen. Nu«Launer. der es auf alte bedürftige Sozialrentner abgesehen hat. treibt seit einiger Zeit in Verlin sein Anwesen. Sein Trick sei als Warnung mitgeteilt. Auf dem Fahrrad tommt ein Mann zwischen 25 und 30 Jahre» daher und spricht alte Männer auf der Strohe an. Er fragt sie, wo wohl die nächste Herberge der Heilsarmee sei. Gewöhnlich fragen die alten Leute, was er denn dort wolle, und dann erzählt er, daß er gebrauchte Kleidungs st ücke an Bedürftige abzugeben habe. Sehr oft können die Angesprochenen selbst etwas gebrauchen und deuten dies an. Dann erklärt der Mann, daß sein Chef zwar ein sehr guter Mensch, aber auch sehr vorsichtig sei und nur wirklich bedürftige Leute beschenke. Der Nadfahrer geht mit seinem Opser ein oder zwei Ecken weiter in einen Hausflur und sagt, daß man am Ziel sei. Bevor er aber den Alten in die Wohnung des„Chefs" läßt, meint er:„Nein, so wie Sie aussehen, können Sie aber nicht rausgehen. Sie haben ja da noch eine Uhr mit Kette! Und haben Sie womöglich gar Geld bei sich? Das muß anders gemacht werden. Ziehen Sie mal die Wolljacks aus, nehmen Sic alles her- aus, ziehen Sie sie verkehrt rum wieder an und knöpfen Sie sie dann von hinten zu, das sieht viel schäbiger aus. Tatsächlich wird die Anweisung in der Erwartung der kommenden Geschenke befolgt. Der Gauner erbietet sich nun, Geld. Uhr und alles andere, was fein Opfer ablegte, aufzubewahren und sagt:„Jetzt gehen Sie in die und die Wohnung des und des Stockwerts und klingeln. Ich komme gleich nach." Wenn der alte Mann dann heraufkommt, ist natürlich alles erstunken und erlogen, und der Verbrecher ist mit seiner Beute längst über alle Berge. Ja der Bursche ist brutal genug, alte Leute, bei denen er nichts ergoucrn kann, niederzuschlagen. Hoffentlich gelingt es bald, den gemeingefährlichen Burschen, der sich an den Aermsten der Armen vergreist, hinters Gitter zu bringen. Er ist etwa l.SO Meter groß, von kräftiger Figur und blassem Gesicht. Er spricht Berliner Dialekt und soll nach der Aus- sage einiger seiner Opfer eine Tätowierung an der rechten Hand hoben. Die Bearbeitung der Angelegenheit liegt bei der Inspektion 4 des Polizeipräsidiums. Neues Rentnerwohnheim in Steglih. Das Bezirksamt Steglitz hatte zur Besichtigung des neuen Rentnerwohnheimes in der Rückertstraße cingelode». Das Wohnheim, an das sich ein 4000 Quadratmeter großer Garten am'chließt, ist auf das einfachste und zweckmäßigste eingerichtet. f>7 Einzelpersonen und 18 Ehepaars haben hier für ihren Lebensabend ein schönes Heim gefunden. Auf Grund der ge- machten Ersahrungen hat man bei der Errichtung des Gebäudes aus Gemeinschaftsräume verzichtet, lediglich die Waschküche, die Bade- räume und Toiletten dienen der gemeinschaftlichen Benutzung. Eine vorbildliche Radioanlage gibt jedem Mieter die Möglichkeit, mit Kopfhörern in seiner Wohramg die Sendungen des Funks anzuhören. Fast zu allen Wohnungen, die aus Wohnstube und kleiner Küche bestehen, gehört ein geräumiger Balkon. Das Haus ist mit einer modernen Anlage für Kalt- und Warniwasser. Zentralheizung, mit elektrischer Beleuchtung und Gasanschluß zum Kochen versehen. Die Preise der Wohnungen schwanken zwischen 20 und 29 M.. sie sind bereits sämtkich bewohnt. Die neuen Wohnheimiirsasien hoben der Stadt ihre Altwohnungen zur Verfügung gestellt. Vom Zug zermalmt. Der 34 Jahre alte Maler Peter Herz aus der Teltower Str. 16 in Spandau kam am Sonnabennnachmittag auf furchtbore Weise ums Leben. H. führte an einer Bahnunterführung in Spandau am Kilometerstein 11.2 Malerarbeiten aus. Beim Ueberfchreiten der Gleise muß der Maler einen herannahenden Zug überhört haben. Der Unglückliche wurde von der Lokomotive er- faßt und auf der Stelle getötet. Die Leiche ist von der Staats- anwaltschaft beschlagnahmt worden. Upweit des Halleschen Tores an der Ecke Gneifenau- und Bärwald st rohe stießen gestern nachmittag zwei Prioatautos zusammen. Die Insassen des einen Autos, die 38 Jahre alte Frau Schadow, deren 19 Jahre alter Sohn Gerhard und eine 20 Jahre alte Elisabeth Kritscher, die sämtlich in Kottbus wohnen, mußten mit erheblichen Verletzungen ins Urbantrankenhaus gebracht Nachlaßerbin Berlin Bewerberin für Brautaussteuerstiftung gesucht— 30 Millionen Stiftungsverraögen In einer Tageszeitung begegnet man einem nicht alltäglichen Inserat: Das Londeswohlsahrtsamt Berlin, Abteilung Stifwngs- welen, fordert zur Bewerbung um die Longe-Schluckefche Aussteuer- ftifwng für bedürftige Kaufmannstöchtcr im Betrage von 1500 M. auf. Daß man in der heutigen Zeit größter Bedürftigkeit aller Be- völkcrungsschichten die etwaigen Nutznieher einer Zuwendung auch noch zur Entgegennahme ausfordern muß, nimmt eigentlich wunder. Daß etwa die heiratslustigen bedürftigen Kaufmannstöchter ausge- starben sein sollten, dürfte sicherlich auch nicht der Fall sein. Man wittert Außergewöhnliches und forscht— leider mit negativem Erfolg. Der Beamte im Stiftungsbüro des Landeswohlfahrtsamts weiß nur zu berichten, daß sich bisher stets 20 bis 30 Bewerbe- rinnen gemeldet haben, von denen dann eine als Auscrwählte her- -vorging. Es gibt etwa 400 Stiftungen. Bereitwilligst überläßt einem der Beamte die Lektüre des um» fangreichen Stiftungsnachweifes der Stadt Berlin, der ungefähr 400 Stiftungen, in 12 Gruppen eingeteilt, enthält. Ob vielleicht die obenerwähnt« Brautaussteuerstiftung irgendwelche, für heutige Be- griffe unerfüllbare Bedingungen enthält, denkt man und liest nach: Di« im Jahre 1874 verstorbene Kaufmannswitwe Longe geb. Schucks hatte laut Testament die Stadt Berlin zu ihrer Erbin ernannt, mit der Verpflichtung, den gesamten Nachlaß, mit Ausnahme eines Grundstücks, das der Erbin verbleiben soll, Stiftungszwecken zuzuführen. Eins dieser Legate lautete nun dahin, daß in jedem Jahr eine bedürftige Tochter eines verarmten, in dürftigen Verhältnissen lebenden Kaufmanns ein« Summe von 1500 M. als Brautausstat- tung erhalten solle, zahlbar nach Eheschließung. Als bevorzugt gelte die Tochter eines Materialwarenhändlers, sonst die Bedürftigste der Bewerberinnen. Diele Stiftung ist seit dem Jahre 1879 in Wirksamkeit. Weiter heißt es dann, daß die Erbin im«rste» Vierteljahr jeden Jahres dreimal von acht zu acht Tagen in der „T.-Zeiwng" und im„Jntelligenzblatt" die Bewerbung zur Aus- steuer öffentlich auszurufen Hot. Dos„Jntelligenzblatt" ist ja nun im Laufe der Begebenheiten längst sanft entschlafen. All« An.zeigen mußten früher im„Jntelligenzblatt" veröffentlicht werden. Politi- schen Zeitungen war die Aufnahm« von Anzeigen verboten. Durch diesen Jnsertionszwang ward das„Jntelligenzblatt" zur staatlichen Einnahmequelle, gleichzeitig aber bildete es«ine Handhabe zur Ueberwachung und Beeinflussung von Handel und Wirtschaft. Dieser Zwang hemmt« die freie Entwicklung des Handels- und Wirtfchasts. lebens, und die allgemeine Pressefreiheit des Jahre 1848 brachte die Beseitigung des staatlichen Intelligenzwesens. Als amtliches Publi- tätionsorgan wurde dos„Jntelligenzblatt" durch Amtsblätter ab- gelöst. Jntelligenzkontore und Blätter erhielten sich noch eine Zeit- lang als private Unternehmen. Heute erfolgt nun solche öffentliche Bewerbungsaufsorderung in den verschiedenen Tageszeitungen. Im Laufe der Zeiten, hauptsächlich durch die Geldentwer- tung der Inflation, ist das Gesamtstiftungsvermögen der Stadt Berlin von 100 auf 30 Millionen Mark gesunken. Die einzelnen Gruppen umfassen Stipendien, lausende Unter st ützun- gen, Unter st ützungen für die Jugend, für Blinde. Kriegsbeschädigte usw.. sofern diese nicht bereits öffentlich unterstützt werden. In der Hauptsache sind dies« Legate für die verschämte Armut gedacht, und es ist bedauerlich, daß die Zahl der Stiftungen immer und immer kleiner wird und damit die Entlastung der Armenverwaltung immer geringer. Seit dem Kriege wurde keine namhafte Stiftung mehr gemacht. Abgesehen von dieser ein»» scheinbar allzu unbekannten Stiftung, ist ober das In- teresse unzähliger Menschen an einer Zuwendung aus einer Stif. tung ein ungemein reges, und die Beamten im Stiftungsbüro haben alle Hänie voll zu tun, alle schriftlichen und mündlichen Bewerbun- gen— im Winter sind es an die 100, im Sommer 50 bis 60 pro Tag— weiterzuleiten. Die Bewerber. Da will eine Sängerin, dort ein Schauspieler, hier ein Medi- ziner in den Besitz eines Stipendiums oder einer einmaligen Unter- stützung gelangen. Eben tommt ein junges Mädchen, das sich gern zur Chemotechnikerin ausbilden möchte: sie ist augenblicklich Gehii- sin in einer Apotheke und bezieht das fürstliche Gehalt von ganzen 10 M. Taschengeld pro Monat: sie lebt bei ihrer Großmutter, die Armenunterstützung bezieht, und möchte gern im Leben etwas weiterkommen. Leider bringt sie außer dem schönen Vorsatz nicht viel zur Unterstützung ihres Anliegens mit:„Ihre Schulzeugnisie lege ich dem Gesuch erst gar nicht bei," meint der Beamte, während er das Gesuch diktiert,„die sind nämlich nichts weniger als sehens- wert." Hier desteht also nicht allzuviel Hoffnung, denn jeder Unter- stützungswunsch muß ja, speziell wo es sich um eine Beihilfe zu Zlusbildungszwecken handelt, natürlich durch einen Befähigungsnach- weis begründet sein. So geht es nicht nur der kleinen Apotheker- gehilfin, so geht es auch der Sängerin, dem Schauspieler und dem Mediziner.„Aber man kann immerhin bei 10 Gesuchen auf etwa 3 Berücksichtigungen rechnen," meint der Beamte. Di« Prüfung der einzelnen Gesuche erfolgt durch den Bezirksvor- steher. werden. Beide Fahrzeuge wurden schwer beschädigt.— An der Kreuzung Wilhelm- und K o ch st r a ß e wurde der Schriftsetzer Georg Hoffmann aus der Bergstrahe 85 in Neukölln von einer Autodroschke überfahren und schwer verletzt. H. fand im Urban- kronkenhous Aufnahme. Absperrungen auf der Avus. Der Polizeipräsident teilt mit: Bei den am heutigen Sonntag auf der Avus stattfindenden Automobilrennen ist ein außerordentlich großer Andrang von Besuchern zu erwarten. Die Polizei, die entsprechend stark eingesetzt ist, hat alle Anstalten getroffen, um eine ordnungsmäßige Abwicklung der Veranstaltung zu gewährleisten. Bei der Art des Rennens und der Höhe der voraussichtlichen Geschwindigkeiten wird eine Aus- schaltung aller Gefahrenmomente von vornherein unmöglich sein. Um so mehr niuß erwartet werden, daß den Maßnahmen der Polizei von allen Seiten unbedingt Folge geleistet wird. Ab- sperrungen und Grenzen dürfen unter keinen Umständen über- schritten, die Bahn nicht betreten werden. Die Anordnungen erfolgen in erster Linie zstm Schutz des Publikums selbst. Es muß erwartet werden, daß dies vom Publikum eingesehen und ge- würdigt wird. Die Polizei ist ausdrücklich angewiesen worden, mit allem Nachdruck ihre Anordnungen durchzusetzen. Sieinwürfe gegen japanische Voischast. Vor dem Gebäude der japanischen Botschaft in der Tier- garten st roße 30 versammelten sich gestern nachmittag K o m- m u n i st e n, die ständig Niederrufe gegen Japan ausstießen. Als der vor der Botschaft postierte Polizeibeamt« dos Ucberfallkommando benachrichtigen wollte, wurden von den Demonstraten durch mehrere Steinwürfe zwei Fensterscheiben im Botschaftsgebäude eingeworsen. Noch ehe das Ueberfallkommando zur Stelle war, gelang es den Tumultuanten, bis auf einen Ma+m, der noch durch den Polizeiposten sestgenommen werden konnte, zu flüchten. Der Ver- hastete wurde der Politischen Abteilung im Polizeipräsidium ein- geliefert. Die Stadtverordnetenversammlung wird in der konzmenden Woche keine Sitzung abhalten. Dafür tritt aber der Haus- Hallsausschuß am Montag, Dienstag, Donnerstag und Freitag unter Vorsitz des Vorstehers Haß zur Beratung des Haushaltsplans zusammen, und zwar wird an allen Tagen in drei Sitzungen um 10)4, 15 und 19 Uhr beraten. Eine Besichtigung d«r Autobnswerkstätten Treptow veranstaltet das Bezirksamt'Schöneberg am Mittwoch, dem 25. Mai 1932. Treflen um 14 Uhr am Haupteingong, Treptow, Eichenstraße. Teil- nähme 0,25 M. V-v'�Av}�. 1■.&:• V'a< T Modisommer- (fage kann man nur in leichtester Kleidung ertragen farbenfrohe, hauchsarie Mleider in modernsten Formen sind bei uns in verschwenderischer Fülle vorrätig Beachten Sie die unübertrefMich niedrigen Preise unserer heutigen Angebote, bei denen es sich um besonders gute Qualitäten handelt. Kln sroDer Posten prächtiger Georgette-Kleider modern bedruckt oder gebatikt, mit Rüschen. Volants oder sonstigen schönen Garnierungen, mit kurzen oder langen Aermeln. Zu jedem Kleid ein L'nterkleitl aus vorzüglichem Marocaln, bis Größe 54 in drei Serien nur 25; 35; 45; Ein jvoDcb Sortiment reisender Sportkleider aus.Voppcn-Boncld.Sellnek reinreidenenToileu. sonstigen vertv vaschbar. 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Hos, Z Treppe» recht«, zu richte» Am 20. Mai, vormittags, wurde auf dem Vostamk Gabelsbcrger- skrahe. nahe Aranksurtcr Allee(Telephonzelle. eine braune Aklen- laschc mit Marken der Partei und Strichelbuch vergessen. Der ehr- liche Finder wird gebeten, die Tasche bei Friedrich Solomon, Warschauer Strohe S5, IV, bei Schüler abzugeben. * Beginn aller Veranstaltungen IS'/u Uhr, sofern keine besondere Zeitangabe! It. jtrcis. Kandidatenlisten siir die Eltcrnbeiraiswodl sind im Darteibüro ab- .nidolen. bz. Abt. Die Kindermunde aründen eine neue Genppe in der Fricsenstraß« und lat»en alle Eltern mit den Kindern sawie inieeesüerte Genossen zur Berbefeier am Dienstag, dem 21. Mai, 18 Uhr, bei Cchellhasc, Ahorn- slraßc lös. ein. Einiritt frei. Montag, 23. Mai. t. Krei«. Eiiiuna des erweiterten Kreisvorstands an bekannter Stelle. !i. Kreis. Krtisvorswndssi»ung mit den Abteilungsleitern und den Kreis- bildungsousschußmitgliedern bei Ncisch. Kadiner Str. 10.- 13. Kreis. Fraktionsllsiung in Temvclbof, Dorsstr. tll, 1 Treppe. 1». Kreis. An bekannter Stelle Krcisvorstandssltlung mit den Abteilung»- leitern. 1». Abt. 20 Uhr in der roten Schule Goienburger Straße, Zujammenkunft der lungeren Parteimitglieder: Das Parteiprogramm. Referrnt Paul Per». siel». Die Bczirksfllhrcr werden gebeten, aus diese Veranstaltung hinzu- weisen. 24. Abt. ssunktioniirllhung bei Rösner. 2». Abt. Funktionärkonferenz bei Beinlich. 28. Abt.?v Uhr ssunktionärsihung bei Reckienbcrg. 2». Abt. Die siir Montag»orgrsehrnc ssunktioniirllhung fällt au». 31. Abt. 20 Uhr Funktionärnhung bei Goldschmidt. 32. Abt. 20>; Uhr Funktionärnhung bei Vallcniiit, Krautsir. zbs. Da» von drr Abteilung ausgegebene llahnenmateriol ist mitzubringen. !>3. Abt. 20 Uhr Vorstandssihung mit Zahlabcndleitcrn bei Lux, Huttenstraße. 77. Abt. Dorstandssißung bei Koschcnz. Apostcl.Paulus.Str. 27. Die Eltern- bciräte nehmen an dieser Sißung teil. 8». Abt. Die Zusammenkunft der jüngeren Parteimitglieder findet wegen Per- Hinderung des Referenten erst am Dienstag, 24. Mai, statt. Rähere» siehe unter Dienstaa, 24. Mai. 8t. Abt. 20'/, Uhr bei Kiabe, Sandjiernstr.«0/61, Zusammenkunft jüngerer Parteimitglieder: Elemente des Sozialismus. Referent Hans Cohn. 8». Abt. 20 Uhr Funttionärsißung bei Dhonau, lZriedenstr. 0. ?»«. Abt. Die für Montag vorgesehene Funktionärsihuna findet Dienstag, 24. Mai, 20 Uhr, im Buschtrug siatt. 18 Uhr VorsUmdssißung. Dienstag, 24. Mai. 1. Kreis. 15 Uhr Zusammenkunft der erwerbslosen Parteimitglieder im Heim, Gartensrr. ö. Rebeneingang: Tagesvolilischc Zragen. Referent Dr. Gurland. 2. Krci». 20 Uhr Bildnngsaussckiußsißung bei Hltbner. Wilsnacker Straße. 4. Kgci». Pünktlich 17 Uhr Zusammenkunft der erwerbslosen Parteimitglieder im Altersheim Danziger Str. 82. Rezitationen des Genossen Theo Marct. 5. Krci« Arbeitenvohlfahrt. lö Uhr Zusammenkunft der erwerbslosen Partei- Mitglieder im Heim Tilsitcr Str. 4/5. Musikalische Unterhaltung; Erwerbs- lofenorchestcr Munsch. 7. Kreis...Erweiterte" im Rathaus. Zimmer 1. 17. Krci« Zraktio» der ioz. Elternbeiräte vnb Lehrer. Im Schulgarten Rusche- stoaße an der Rormannenstraße, Sißung. Jede Schule und Abteilung muß vertreten lein. Die Abteilungslisien sind mitzubringen. Abt. lZunitionärsißung bei Dobrohlaw, Swinemllndcr Str. II. Abt. Mitgliederversammlung bei Kriloer, Hussitcnstr. 34; Die Lehren der Laudtagsurahl. Referent Alfred Markwiß. Abt. In der Schulaula Sohcniohestr. lv, Mitgliederversammlung: Volks- wirtsämft und Staatspolitik. Referent Dr. Alsrcd Braunthal. Die Bezirks- fuhrer laden ein. Abt. 20 Uhr bei Thielcrt. Lieanißcr Str. 10, Versammlung aller Eltern der Abteilung und Snmpalhisierenden. Elterndeiraiswahlcn und Listen- aufstellung., Abt. 20 Uhr bei Gilrlich. Begasstr. 1, Zusammenkunft der jüngeren Par- teimttglicdcr: Di« Entwicklung der wirtschaftlichen Organisationen drr Ar- beiterschaft. Referent Genosse Hannock. Sympathisierende können ein- geführt werden. Abt. 18 Uhr Gründungsfeier der neuen Kinderfreunde-Gri�vve bei Schell. Haie. Ahorn sie. 13«. Alle Genossen schicken ihre 8» bis Itiäbrigen Kinder dorthin. Die Heimabende finden ab 23. Mai in der Gemeindefchule Zriesen. straße, 17 Ubr, statt. Abt. Zusammenkunft der jüngeren Parteimitglieder in der Bibliothek Rcichselitr. 28, Laden: Internationale Wirtschaft. Referent Dr. Hans Adler. Abt. 20 Uhr bri Sonnet Aorstandssißnng mit sämtlichen Funktionären. Mittwoch, 25. Mai. 3ti den Fahlabrnden und Milgliedcrvri-sammlungcn. bei denen kein besondere» Thema angegeben ist, sprechen die Reserenten über „3nnen- und aufzcnpoliUfchc Lage". 18. Kreis. Kreismitglicderversammlung im Lokol„Zun: Pscrdcmorkt", Schön- straße. Referent Hermann Hornisch, M. d. 2. 1. Abt. Bei Älemcnt, Sophiensir. 8, Zohlobcnd: Die Entwicklung der dcut- sären» politischen Parteien und der deutschen Gcwerkschastc». Referent Gen. Iohanse». Da das Tbema in mehreren Abenden behandelt wird, bitten wir UNI zahlreichen Besuch. 4. Abt. Bei Brandis, Stralauer Str. 10, Zahlabend: Geschichte des Sozia- lismu» und der Eozialdemokratic. Referent Dr. Otto Friedländer. 8. Abt.»Mitgliederversammlung im Roscnthalcr Hos.»Roscnthaler Str. 11/12: Klassenkampf und Konsumbewcgung. Referent Paul Lange. Gäste tirnnen eingeführt werden. 7. Abt. Im Rordischen Hof, Invalidenstr. 128, Mitgliederversammlung. 8. Abt. Im Ratio Nalhof, Blllowstr. 37. Mitgliederversammlung. Referent R. Kempner. 8. Abt. Zahl» und Diskussionsabend bei Zaber, Etephanstr. 11: Reuorgani- fation der Kirtschoit. Referent Karl Döblcr. 14. Abt. Im Ewinemündrr ibesellschostshaus, Swinemündcr Str. 42, Mit- aiiederveriammlnnq: Partei und Schuir. Referänt Friß Krüger. 13. Abt. Mitgliederversammlungen bei Müsch, Brunnenstr. 14». Referent Dr. San»»Adler: bei Kurtowski. Fcldstr. 3. Referent Dr, Gerhard Kreyssig. Thema in beiden Veranstaltungen: Arbcitsbcschafsungoprogramm, Vierzig- itundenwockze, Arbeitsdienswslicht. 17. Abt. In der Schulaula Trift- Eck- MUllcrstraßc, Mitgliederversammlung. Referent Bernhard Goring. 18. Abt. In der Löwenbraucrei, Höchste. 2. Referent Gottlieb Reese. 18. Abt.»Mitgliederversammlung in der roten Schule, Goienburger Straße: »Polizei und Staat Referent Gen. Hildebrandt. 20. Abt.»Bei Dabbert, Schulstr. 88,»Mi'qliederversammlung: Die sransösische Arbeiterbewegung und ihre Politik.»Referent»Redakteur Victor Schiff. 2>. Abt. Im Echraderlnut». Malplaquetstr. 14/16, Mitgliederversammlung. Referent»Robert Breuer. 22. Abt. In der Hochlchulbraucrei See- Ecke Amrumer Straße, Mitglieder. Versammlung: Was wird aus»Preußen? Referent Polizeipräsident Erzesinski. 23, Abt. Pünktlich 20 Ilhr im großen Saale der Hochschnlbrauerci, See» Ecke Aniruiner Straße: Was wird aus Preußen? Referent Erich Kuttner, M.d.L. 24. Abt. Mitgliederversammlung im Altersbcim, Danziger Str. 62; Arbeits. bcschaffungsprogramm. Referent Kurt Hrinig,»M. d. R. 24a. Abt.»Mitgliederversammlung im Lokal Kolonie Hertnannshain, Carmen- Snlva. Straße lzwischcn Grcifswalder Straße und Prenzlauer Allee): Ar- bcitsbcichofsungsvroqramm des ADGB. Referent Rodert Bredow. 23. Abt. Im Gartensaal des Saalbaus Fricdrichshain Mitgliederversamm- lung. Referent Otto Schweißer. 28. Abt. Mitgliederversammlung im Arbcitcr-Samaritcr-Bund. Jostystr. 4. Referent Siegfried Leo. 27. Abt. In den Schönhauser Fcstsälen, Schönhauser Wee 128, Mitgliederversammlung. Referent Mar Heydcma»», M. d. L. 28. Abt. 20 Uhr Zahlabende in den bekannten Lokalen. Die Zahlabendkeiter treffen sich oine Stunde vorher bri Buchholz, Etargarder Straß: Ecke Prenz- lauer»Allee. 30. Abt. In den Casino.Fcstsälen, Pappelallee 15, Mitgliederversammlung. Referent Paul Bcyerling. 31. Abt.»Mitgliederversammlung in der Echulaula, Schönfließer Str. 7. Rcfcrentin Helene Schmiß,»M. d. L, 32. Abt. Mitglirbervcrsammiung bei Ewcst, Gr. ssrankfuricr Str. 30. Referent Genosse Fligg. 8. 1«. 33. 45. 88. Il4. 134. it. Abt. Zahlabendo in sien bekannten Lokalen. Di« Miigliedkr weichen gebeten. die noch in ihrem Besiß befindlichen Fahnen und Transparente IM Lokal Reisch. Kadincr Str. lo. abzuliefern. 35. Abt.»Mitgliederversammlung im Frankfurter Hof, Frankfurter Allee 313: Jugend. Erwerbslosigkeit, Arbeitsdiensipflicht. Referent Gen. Helbig. Die Bezirlssührer lade» ein. Die Elternbeiräte sind besonders eingeladen. 38. Abt. In der Schulaula, Petersburger Str. 4, Mitgliederversammlung. Referent Friß Schmidt. 37. Abt. Im Paßcnhoser. Landsberger Allee 23.27,»Mitgliederversammlung. »Referent Georg»Maderholz,»M. d. L. Gäste und Sympathisierende sind mitzubringen. 38. Abt. 2V Uhr bei Ewest. Achtung! Lokaländerung: jeßt Große Fronkfurtcr Straße 30. Mitgliederversammlung. Referent Erich Bendicke. Die Bezirks- führcr reäinen die Mahlzeitungen ab. 18 Uhr Porstandsüßung daselbst. <1. Abt. 20 Uhr im Friefenschlößchen, Fricscnstr. 14, Miigliederversammlung: Wirtschaft und»Währung. Referent Dr. Friedrich Hcrtncck. Die Bezirks- führcr laden ein. 42. Ab». In Kleins Festfälen,»Blücherstr. 81,»Mitgliederversammlung. Referent Ernst Heilmann. M. d, L. 43. Abt. 13ö./13K.»Bezirke. 20 Uhr bei Albinus, Lackimannstr. 2, Keller: Gewcrk- schaftcn und Eiserne Front. Referent Dr. Serbard Lnckow. 45. Abt. In der Schusaula, Förster Straße Eingang Rcichenbcrgcr Straße, Milgliedeevcrsammlnng: Partei und Etcurrpolitik. Referent Dr. Ernst Back. 47. Abt. Im Ecwcrkschastshaus, Engelufcr 24/25, Mitgliederversammlung. Refcrcntin Mathilde Wurm, M. d,»R. 48. Adt. Im Dresdner Garten. Dresdner Sir. 45, Mitgliederversammlung. Referent Dr. S. Rosenfeld, M. d. R. 53. Abt. Im Lokal„Zum Rußbaum", Plößcnsee, Str. 12, Mitgliedcrversamm- lung. Referent Georg Klanßner, M. d. L. 54. Abt. Im Jugendheim. Rostneitstr. 4,»Mitgliederversammlung. Lichtbilder- Vortrag des Genossen Kurt Biging: Lappland. 55. Abt. Funttionärvcrsammlung bei»Reimer. Wilmcrsdorfer Str. 21. Vor« standsstßung mit Gruppenleitern um 181- Uhr. 57. Abt. Im Schillcrrestaurant, Bismarckstr. 110, 20 Uhr Mitgliederversaytm- lung. Referent Lorenz»Lrcunig. Gäste tonnen mit eingeführt werden. 80. Abt. ll. Bezirk 20 Uhr Zahlabend, Lokal Nauener Etr. II, Ecke Hamburger Straße: Der Kamps geht weiter. Referent August Niemann. 74. Abt. 20 Ubr Mitgliederversammlung im Waldbaus Spandaucr Str. 78a Abt. 20 Ubr im Ledigenheim Zusammenkunft iüngerer»Parteimitglieder: Unser Parteiprogramm in der Gegenwart. Rcscrcnt Simon Kaßenstcin. 81. Abt. Im Gesellschaftszimmer des Ratslellcrs Friedenau, Lauterplaß, Mit- giiedervcrsammlung. Referent.Kurt Sroßmann. 83. Abt. 20 Ubr in den Lichtcrfcldcr Fcstsälen, Zehlendorfer Etr. 5, Mii- gliederversammluiig: Arbeitsdienst—»Arbeltsbeschafsung, Referent Dr. Walter Groß. 88. Abt. 20 Uhr»Mitgliederversammlung in der Schulaula, Königstraße: "Die Wirren in Asten. Referent Dr. Gregor»Bienstock. »1. Abt, Zusammenkunft jüngerer Parteimitglieder bei Palm, Mainzer Str. 18: Arbcitsbeschaffungsprogramm. Referent Dr. L. Greil. 87. Abt. In der»Aula der Dllrcr.Realschlile. Emser Straße, Mitgliederver- sammlung: Stellung der Sozialdemokratie zur Wirtschaftskrise. Referent Franz Künstler.»M. d. R. 188. und 108a. Abt. 20 Uhr im Partciheim Köpenick. Schloßstr. 27. Zusammen. Innft iüngerer Parteimitglieder: Die Kriegsgefahr im Fernen Osten. Refe- rent Dr. Salomon Schwarz. 115. Abt. In der Bibliothek, Weichfelstr. 28, Zusammenkunft iüngerer Partei- Mitglieder: Aufgabe» der Arbeiterorganisationen im Klassenkampf. Refe- rentin Hertha Gotthelf. ll«. Abt. In der Aula der Knabcnmittelschule. Marktsir. 13. Mitgliederver- sammlung. Referent Dr. Norbert Marx. 121. Abt. 20 Uhr Zusammenkunft der erwerbslosen Parteimiiglieder bei König, Tresckowallce am Bahnhof: Lanbagitation. Referent Henry Drunscl.� 123. Abt. Zusammenkunft erwerbsloser Parteimitglieder bei Hübncr, Wilhelm- Ecke Bahnhoistraßc: Arbeitsbeschaffungsprogramm der»Reichsrcgicrung. Referent Genosse Hanebuth. 124. Abt. 20 Uhr bei Anders. Bahnhofsir. Z3'37. Versammlung sür alle Mit. gliedcr, deren Kinder die Volksschule in Mahlsdorf besuchen. Tagesoed- nung: Die Elternbciraiswahl am 28. Juni. Erscheinen dringend erforderlich. 127. Abt. Bezirk Weiße Taube Siedlung der Kinderreichen. 20 Uhr bei Rußti, ..Weißer Hirsch". Dingelstädtrr Str. 83. Mitgliederversammlung: Industrie- arbeitcr und Siedlung. Referent Franz Böhme. Sympathisierende sind eingeladen. 13«. Abt. Im Schiißcnhaus, Rcsidcnzstraße. Mitgliederversammlung: Arbeits- befchaftungsprogramm. Reierent»Richard Joachim. Die Vczirksführcr werden gebeten, nach der Mitglirderversammiung zwecks kurzer Aussprache dazubleiben. 138. Abt. Im Alien Krug, Haupisiraße, Miigliederversammlung. Referent Artur Börner. 148«- Abt. 20 Uhr hei Heese. Berliner Str. 7.3, Mitgliederversammlung: Klassenmgchtvcrhältnis nach der Pr«iße»wahl. Referent Heinrich Iaku- bowicz. Donnerstag. 26.?Nai. I. Kreis. Elternbeiräte. 20 Uhr wichtige Cißung bei Regel, Ackcrstr. 1. Referent Genosse Rengebaucr. Matbriol kann sofort i» Empfang genom- mcn werden. Jede Schule muß vertreten sein. 1. Keei«. Arbciterbildvngsschule. Kursus Bernstein wird 20 Uhr fortgeseßt Schule»Weinmeisterstraße. 5. Krci» Arbeitern, ohlfalirt 20 Ubr im Ingendbcim Tilsiier Str. 425. Zu. sammenkunit der erwerbslosen Parteimitglieder. Rrscrent»Bürgermeister Paul Micliß: Die Kommunalwirtschaft in der Krise. Die Kreis- und Ableilungsfunklionär- werden gebeten, an dieser Veranstaltung teilzu. nebmcn. b». Abt.»Bezirksabend des 7. und 8.»Bezirks 20 Uhr bei Rcinert, Spandau, Ceacfclder Str. 133. Referent»Altkkd»Markwiti. 82. Abt. 18 Uhr in der KnabeuKbule. Friesenstraße. Znfamnienknnft der erwerbslosen»Parteimitglieder: Arbeitsdicnstpslicht. Referent Paul Bern- stein. Freitag, 27. ZNai. 1. Are»«. 15 Uhr Zusammenkunft der erwerbslosen Parteimitglieder im Heim, Gartenstr. 5, Nebeneingang: Warum Gewerkschaft. Referent Alfred Io. banlen. 5. Are»«. s?iihrnng fiir Erwerbslose durch das Pergamonmuseum. Anmeldungen da�u Dienstagna6)mittag lö'? Uhr im Heim. Tilsitcr Str. 4/3, Zu- samlnenkunft der erwerbslosen Parteimitglieder:.,Tas Dinta-Inftitut. die Schule des Werkfaschismns. Referent Georg S6?war.». �ablreichc Beteili. gnng erwünscht.— 20 Uhr bei Ewest. Gr. Frankfurter Str. 30, SPD.- Elternbeiräte mit sämtlichen Be�irksführern: Durchführung der Elternbeiratswahlen. Die Bczirksführer sorgen durch Einladung für Vertretung sämtlicher Schulen auch dort, wo bisher keine CVD.. Elternbeiräte amtierten. lvö. Abt. 20 Ubr im Jugendheim. Bismarckstr. 1. Zusammenkunft jüngerer Parteimitglieder: Politische Geschichte von 1S14 bis 1919. Referent Emil Barth. Krauenvera»lstaltungen. 5. Krci«. Donnerstag, 28. Mai. Funktionärinnensißung bei Reisch, Kadiner Str. 10. Auckt die Bcteiebsiunktionärinnen müssen erscheinen. 2. Kreis.»Montag. 23.»Mai.>8,... Uhr, im Poßenhoicr, Turmstr. 23. Kreis» iranenabend:..Pom Kapitalismus zum Sozialismus". Refcrentin»Mathilde Wurm, M. d R. 4. Kreis. Dienstag, 24. Mai, 18' 5 Uhr, Funktionärinnensißung bei Klug, Danzigcr Siraßc. «. Kreis, Am 30. Mai jährt sich der 85. Geburtstag unserer Ottilie Baader. Wir besuchen deshalb am Sonntag,»28. Mai, ihre Grabstätte. Näheres wird noch bekanntgegeben. Montag. 23. Mai. 7. Abt. 20 Uhr bei»Arcnd. Sckirödcrstr. 2: Die Aufgaben der Kindcrsrcunde. bewcgung. Zieferentin»Martha Lehmann. Abt. Bei Heibußki. Danziger Str. 48: Wie diskutiere ich mit meinem Gegner?»Referent Heinz Lowi. Gäste können eingeführt werden. Abt. 20 Uhr bei Klug, Danzigcr Str. 71: Heiterer Abend. Vortragende Klara Brat. Abt. Bei Goldschmidt, Etolpische Str. 36, Heiterer Abend. Vortragende Margarete Fiästncr. Abt. Im Gesellschastsbaus Ewest, Gr. Frankfurter Etr. 30, Heiterer Abend. Refcrcntin Friede! Hall. Adt. Bei»Wertolla, Hohenlohestr. 3: Die Frau als Trägerin neuer Kultur. Reicrentin Maria Krische. Abt.»Bei Neumann, Gubener Str. 45: Heilere Stunden. Vortragende »Margarete Wailotie. Abt. An bekannter Stelle Vortrag des Genossen Dr. Cchoeps: Be- kämpfung der Tuberkulose als Bolkskraniheit. Gäste können mitgebracht werden. 137. Abt. Im»Paßcnhoser, oberer Eaal. Landsberger Allee 23/27: Licht. bildcrvortrag der Genossin Susanne Räder-Großmann: Die Stellung der Kirche zur Frau. Ab». Der Fraucnabcnd findet erst am 30. Mai statt. . Abh Bei Krepp. Planufer 75/78: Die Frau im Dritten Reich. Rcfcrenlin Margarete Schenkalowski. Abt. Bei»Winezier, Reichenberger Str. 104: Der Kampf geht weiter. Referent»Max Brinißcr. Abt. Bei Buschmann, Rittcrstr. 33, Lortrag des Genossen Dr. Fabian mit Lichtbildern. 78. Abt. 20 Uhr hei Kochgefchürz, Mllhkcnstr. S: Frau und NaiiDNoTsozigfls« mus.»Rekerrnt Göttlich»Reese._- 88. Abt 20 Uhr bei Rohrmann, Hilberlstr. 18, Bunter Abend. Vortragend« Etfriedc»Wollmann..,_ 9«. Abt I» der Lesehalle. Rogat- Ecke Ilscstraßc: Frauenarbeit— Frauen- Probleme.»Rcfcrentin Dr. Judith Gritnieid. 182.. Abt, AiA-Soi. Im Tivoli. Reue Krugallce: Wie diskutiere Ich mit meinem Gegner?»Refcrentin Hertha Gotthclf. t88. Abt. 14 Uhr Funttionärstßunq an bekannter Stelle. 118. Abt. Bei Tempel, Gudrunstr. 7: Gesundheitsfürsorge in der Kommune. »Referent!» Frida Rosenthal. Musikalische Darbietungen. 148a. Adt. Der Fraucnabcnd findet erst am 30.»Mai(immer am lcßtcn Mon. tag im Mona!) statt. Dienstag. 24. Mai. 24a. Abt. Bei Wcnzkc, Earmen-Eylva- Eck- Hosemannliraße. Lichtbildervor. trag der Genossin Helfers, M. d. L.: Strafgesetz und Strafvollzug. 3«. Adt»20 Uhr bei Lieriäi, Kantstr. 82. Aussprache über Sommcrarbctt. 84. Abt.»Bei Lehmann, Kaiser-Wilhelm-Str. 2831, Heilerer»Abend. Bortra. acnde Elfricde Wollmann. 94. Abt.»Bei Kuhfcld, Sclchower Str. 20:»Wie diskutiere ich mit meinem Geg. ncr?»Rcfrreiit»Mar»Zrinißer. 187. Adt 20 Ubr im Gemcinschaftsbaus Falkenbcrg, Richtcrstr. 1: Strclfzuge durch den Orient.'Rcfercnlill Erna Büsiiig.. 188. Abt. 20 Ubr bei Förster, Flemmingstr. ll: Gesunde Muller— gesunde Kinder. Rcfcrenlin»Margo.rcic Barß.,., � IIS. Abt. 18 Uhr»Besichtigung F».»auci».!undemuscum in Eharlottenburg. Ber. lincr ötr. 137.. � 128.>»28. Ab,. Der Frauenabcnb fällt in dieiem Monat ans. Datür am?>cn?- tag, 24 Mai.»Ausflug nach der Wiefciibaude Blankenburg. Treffpunkt 15 Uhr' Bahnhof»Pankow-Sciiiersdori. Die arbeitslosen Partcimilglicdcr sind herzlichst eingeladen. Für diese ist der Kaffee frei. Mittwoch, 25. Mai. 52. Abt. 20 Uhr bei»Wolter, Kaiscrin-Augusta-Allec 32: Kommunistisch- und nationaisoziaiistischc»Frauenbewegung. Rkfereniin Dr. Elsbeth»Weichmann. 5«. Abt.»20 Ubr im»Rankrhans, Rankestr. 4: Politilch.satlrischcr»Abend. Rcfcrentin»Margarete Fichtncr. � � � 79. Abt.»20 Uhr bei Rcimann, e-danstr. 17: Bom Lächeln zum Lachen. Bor- tragende»Martha John..... �. 90. Abt.»20 Uhr bei S-badeiko,»Wcichsclstr. 5: Außenpolitische Fragen. Refe. rent Genosse Furtwängler..... 115. Abt. Im Lokal Tivoli.»Weichselstr. 6, Ringbahnhof: Augenblickliche poli. tische Krise. Refcrentin Dora Bergas._ 12«. Adt. 20 Uhr an bclanntcr Stelle: Erzichungsfragcn. Rcfercnt Dr. Gott- Harb Eberlcin.' 131. Abt. In der Gemeinschastsschuse, Bismarckstr. 11: Ausgang der Wahl— der Kampf geht weiter. Refercnti»»Margarete Schcnkalowski. 143. Adt. Bei Iarius, Fürft-Bismarck-Etraße: Reiseerlebnisse IN Fraukrclch, Vortragende Anneliese Hervig. Gäste können eingeführt werden. Donnerstag, 2ö. ZNai. 88. Abt. 20 Uhr bei Sandmann, Westfälische Etr. 4»2: Kulturelle und sozial- Wirkung de».» Arbeitolosigkeit.»Rescrcnlin Emma Danzk«. 74a nnd 74d Abt. �0 Uhr bei Rabig, Potsdamer otr. b: Frau im Recht. Referent Dr. Gerhard Suckow... � 99. Abt. Buckow. 20 Uhr bei Dietrich, Dorsstr. I: Was muß die Frau vom Sozialismus wissen?. � 141. Abt 20 Uhr bei Hoffmann, Edelweiß-Ctr. Warum mutz s,ch dle Frau unc Politik kümmern? Refcrentin Martha Lehmann. 90. Sonnabend, 28. Mai. rf, Iägerstr. 3: Heiterer Abc Bczirksausschufz fiir Arbeiterwohlfahrt. Abt. Bei Friedersdorf, Iägerstr. 3: Heiterer Abend. Vortragende Martha John. 2. Kreis. Am Mittwoch, 1. Luni, pünktlich.1 Uhr, Besichtigung des Hauses, Kinderschutz Zehlcndorf, Wilhelmstroße. Treffpunkt 2 Uhr, Ecke Wald- straße, an der Haltestelle des 1. Omnibusses. o. Kreis Friedrichshoin. Sitzung der Arbeiterwohlfahrt am Dienstag, 24. Mai. abends'-S Uhr, in Ewest Festsäle, Große Frankfurter Straße 30. Partrag der Gen. Todcnhagen über Fürsorgeerziehung. Alle in der Wohlfahrts- pflege tätigen Genossinnen und Genossen sind dazu eingeladen. K. Kreis fKreuzberg). Montag. 2?. Mai. 18'� Uhr, Kreisoorssandssitzung mit den Abteilungsleitern. Lindenstraße ll, 2. Hof, 2 Treppen. S. Kreis. Donncrstaa. 26. Mai, 19'.. Ubr, bei Krüger, Grimmstraße 1. Per- sammlung aller Helfer und Helferinnen der Arbeit erwohl fahrt, sowie Für. sorgersinnen) und Wohlfohrtskommissionsvorsteher. Referent Genosse Läng. borst. Thema:..Praktische Fragen aus der Soziale, l Gerichtshilfe." Uu, li Ubr engere Kreisvorstandssitzung daselbst. Die Fübrung in das Institut für Serualwisscnschaft(Dr. Magnus Hirschfeldl findet um Freitag, dem 27. Mai, abends 8 Uhr. statt. Treffpunkt 7% Uhr Ecke Beetbopenstraße und an den.Kelten. Fahren bis Brandenburger Tor oder Roonstroße. Einlaßkarten müssen verkauft werden. Abrechnung daselbst. 9. Kreis. Wilmersdorf. Dienstag. 24. Mai, Besichtigung der Gemeinschaftsküche Wedding. Treffpunkt 11?:« Ubr vor der Küche, Uferstraße 15. Fahr- Verbindung: Bis Stadtbahnhof Wcdding, Bahnhofsausgang Lindower Straße, von dort acht Minuten zu Fuß. 13L. Abt. Rcinickendorf-Ost. Donnerstag. 26. Mai. 20 Uhr, Baracke Lindauer Straße, für alle Mitarbeiter der ÄW. einschließlich der kommunalen �Wobl. fahrtspslege und interessierte Genossen� Vortrag des Genossen Dr. Schloß: „Reformen der Fürsorgeerziehung". Bezirksausschuß für sozialistische Bildungsarbcik. Montag, 18 Uhr, Sitzung des engeren Ausschusses. 19 Uhr Sitzung des erweiterten Ausschusses(Kreisbildungsobleute). Sondervorstellung für Erwerbslose im Theater der Volksbühne am Vülow- platz am Montag. 23. Mai. 20 Uhr,„Sturm im Wasserglas", Komödie in drei Akten von Bruno Frank. Preis.50 Pf. einschließlich Kleiderablage und Theaterzettel. Die Plätze werden verlost. Einige Karten sind noch in unserem Büro, Lindenssraße 3. 2. Hof, IT. Zimmer 9, zu haben. Städtische Oper, Chorlottenburg. Bismarckstraße. Montag. 23. Mai. Ge- schlossene Vorstellung.„Manon". Karten zu 2,— M. sind in unserem Büro zu haben. Die Plätze werden verlost. Arbeitsgemeinschaft der kindcrfrcundc Grost-Berlin. Rcstfalkenhelfcrkursus morgen, Montag, 20 Uhr, im Heim Linden- JP straße 4. [i Da? Proletarische Orchester der Sozialistischen Arbeiterjugend «�veranstaltet am Freitag, 27. Mai, 19'-.. Uhr, im Saalban Neukölln, zsi Bergstraße 147, eine zweite Musizierstunde. Karten zum Preise von H 80 Pf. sind in der Geschästsstelle erhältlich. � Kreis Wedding. Dienstag, 24. Mai, 20 Uhr, im Jugendheim Willdenowssraßc.5, Elternodlcutekonscrenz.— Abt. Schillerpark. Ab 20. Mai sind wir jeden Mittwoch und Freitag von 18 Uhr auf dev Spielwiese im Volts- park Rehbcrge. Garderobe an der Brücke. Prenzlauer Berg: Nächste Helfersigunq wahrsch-'inlich erst am 2. Juni. Rundschreiben abwarten. Freiheit und Hermann Müller: Morgen, Montag, Wiederbeginn der Gruppenveranstaltungen. Dienstag, 24. Mai, fällt das Turnen und Sckiwimmen aus. Alle Falken treffen sich 17 Uhr Sonnenburger Straße 20 zur Lichtbildveranstaltung. Am gleichen Tage, 19� Uhr, Schule Sonnenburger Straße wichtige Elternoersamm'lung. Lichtbildervortrag über unsere Ferien- Veranstaltungen 1932.— Mittwoch ab 18 Ubr Spielen auf dem Exer.— Sonn- abend, 28. Mai, Zeltfahrt der Jung- und Roten Falken nach Brieselang. Für Zeltlagerteilnehmer Pflichtveranstaltung. Treffpunkt 16 Uhr Bahnhof Schön- hauser Allee. Friedrichshaiu: Dienstag. 24. Mai. 20 Uhr, Selfersitzung Distelmeyer- straße 5—6. Der Festausschuß muß unbedingt 19 Uhr' dort sein. Kreuzberg: Dienstag, 24. Mai, 20 Uhr, Helfersitzung Manteuffelftra� 7. — Der Singekreis kommt morgen. Montag, zum Ilebcn für unsere Werbe. Veranstaltung im Heim Urbanstraße 167, ab 17>�. Uhr, zusammen.— Jeden Dienstag, 17 Uhr, Baden für Jung- und Rote Falken. 1-5 Pf. und Badeanzug mitbringen..— Abt. Wassertorstraßc. Morgen, Montag, 18 Uhr, gemeinsamer Gruppenabend. Erscheinen, aller Falken ist Pflicht! Steglitz: Dienstag, 24. Mai. In Uhr, Werde- nnd Gründungsfeier bei Schell- hose, Ahornstraßc 15.1. Alle Eltern mit den Kindern sowie interessierte Ge- nosscn herzlich willkommen. Eintritt frei. Die neue Abteilung tagt ab Donners- tag. 17 Uhr, Volksschule Friesenstraßc. Anmeldungen an Erwin Lukaseder, Treitschkcstraße 17. Alle Falken des Kreises gehen zur Gerbefeier. Lichterfelde: Ringstraße 3. Mittwoch, 17 Ilhr, Rote Falken.„Was lcse ich?" — Freitag: Kreissingestundc. Lankwitz: Dienstag und Donnerstag, 17 Uhr, Volksschule Schulstraße. Neukölln: Montag, 23. Mai, 6—7 Uhr, Besprechung der Nestfalkenhelfcr im Hcim, Ganghoferstraße. Dienstag treffen sich die Nestfalken aller Gruppen zum spielen in der Sonncnallee. Montag. 23. Mai, 17� Uhr, Oungfalken-Helfer- befprechung Baracke. Die Aprilberichtsbogcn stehen noch von einigen Gruppen aus. Beginn der sportlichen Sommerarbect Dienstag. 24. Mai, 17 Uhr, Sonnen- allee. Zur Teilnahme verpflichtet find die Abt. Jungvolk— Sturmfalke— Aufbau— Kurt Cisner und Lichtkämpfcr. Turnzeug und Schuhe mitbringen. 7tr. 232» 49. Jahrgang 2. Beilage des Vorwärts Sonntag. 22 Mai 1�32 Zum Notprogramm der Neichsregierung Will die Reaktion Kapitaldiktatur und Ausnahmezustand? Die Reichsregierung wird in den nächsten Tagen durch den Reichspräsidenten ein neues Notprogramm oerkünden lassen. Im Rahmen des Systems der Notpolitik, die in Deutschland seit Jahren geführt werden muß, wird ein neuer Stein in den Bau der Notwirtschaft gefügt werden, die angesichts der katastrophalen Erschütterungen des weltwirtschaftlichen Systems und des ebenso katastrophalen Versagens der privaten Wirstschoftsführung in Deutschland unvermeidlich geworden ist. Dieses neue Notprogramm wird in einer Zeit beschlossen, in der die Nerven des Volkskörpers aus sozialen und politischen Gründen bis zum Zerreißen gespannt sind. Wir erleben gegenwärtig bei einer Arbeitslosigkeit von 6 Millionen Menschen— man gibt sich von der Außerordentlichkeit dieser Tat- fache kaum genügend Rechenschaft— wirtschaftliche St r e l k b e w e- g u n g e n. In Thüringen haben mittelständlerische Gewerbekreise sich mit den durch die Zahlungssperre der Wohlfahrtsunterstützung zu Demonstrationen getriebenen Erwerbslosen solidarisiert. Wer in den jetzigen Streiks und dem Losgehen der Polizei- gewehre in Thüringen keine hochbcdeutfamen politischen Symptome erblickt, dem fehlt das Augenmaß für die ungeheuerliche Spannung, die Deutschland gegenwärtig erfüllt Es gibt keine Kennzeichnung, mit der man die Verantwortung übertreiben könnte, die auf den für die nächste Woche erwarteten Notverordnungsmaß- nahmen der Reichsregierung liegt. Das Wesen der neuen Notoerordnungsmaßnahmen ist— wie wir es früher schon gekennzeichnet haben— ausgesprochener sozialer und wirtschaftlicher Notbrückenbau. Deutschlands soziales und politisches Gcjüge muß halten, bw die allgemeinen wirtschaftlichen Verhältnisse besser werden. Da? muß mit Rücksicht auf die zukünftige Kreditwürdigkeit Deutsch- lands so geschehen, daß auch die Finanzgrundlagen des Staates nach Möglichkeit gesund erhalten werden. Auf die gegenwärtige Situation angewendet, heißt das, die finanzielle Sorge für die Arbeitslosen so zu fi ndieren, daß das Puloerfaß der sozialen Leidenschaften nicht durch die Verzweiflung des Hungers zur Explosion gebracht wird. Das heißt weiter, daß man den gegen ihren Willen feit Jahren feiernden Arbeitskräften durch Arbeitsbeschaffung und Arbeitszeit- Verkürzung neben mehr Essen wieder das Bewußtsein ihres gesell- schafttichen Wertes gibt und daß man den arbeitslosen Jugendlichen nicht nur Arbeit, sondern auch, wo diese noch sehlt, eine gewerbliche Ausbildung gibt. Der Reichsregierung und Oeffenllichkeit müssen sich auch bewußt sein:.. Die Fürsorge für die Erwerbslosen ist Fürsorge für die debtsche Arbcikskrafl: sie ist keine Wohllätigkeilsreranstattunz. sondern wie die Sozialversicherung überhaupt im kapitalistischen System ' eine unabweisbare Pslichi der Eesamlheit des Slaales und Arbeitnehmer! Wir halten es für eine Unmöglichkeit, daß sich im öffentlichen Bewußtsein— freilich auch durch das Versagen der Presse und durch dk� Schwäche der Finanzbürokratie— die Auffalsnng hat festsetzen dürfen, daß Privatwirtschaft und Kapitalbesitzer unter den heutigen Verhältnissen, bloß weil wir uns in einer schweren Krise befinden, zu neuen Steuerleistungen nicht herangezogen werden dürfen. Diese Auffassung hat in keinem Land der Welt Gültigkeit: nur in Deutsch- land wird ihre Geltung verlangt. Das gilt, wie für die Befriedigung der Staatsnotwendigkeiten überhaupt, so auch für den Finanz- bedarf für die Erwerbslosenfürsorge. Man wird annehmen dürfen, daß die Reichsregierung auch mit ihren neuen Maßnahmen die ruhige Ueberleitung zu besseren Zeiten so gut wie möglich sichern wil� Die Oeffentlichkeit muß aber schon veunruhigt darüber sein, daß man von der gesetzgeberischen Aus- orbeitung der Arbeitszeitverkürzung als Bestandteil der neuen Verordnung bisher noch nichts gehört hat, ob- wohl sich niemand dem starken Eindruck entziehen kann, den Otto Brauns nun veröffentlichter Brief an den Reichskanzler hinsichtlich der Notwendigkeit der Arbeitszeitverkürzung hervorrufen muß. Die Reichsregierung würde ihre Pflicht verletzen, wenn die neue Verordnung die gesetzlichen Maßnahmen zur Arbeits- zeitoerkürzung nicht enthalten würde. Am wenigsten scheinen aber die geplanten Maßnahmen der Reichsregierung den sachlichen und finanziellen Forderungen zu entsprechen, die man bei der Finanzierung der Erwerbslosen- fürsorge gerechlerweise ausstellen muß. Es ist gewiß anzuerkennen, daß die Reichsregierung den Dar- schlagen nach völliger Vereinheitlichung der drei Zweige der Er- werbslosenfürsorge und nach der Beseitigung des Versicherungs- Prinzips durch Finanzierung mit einer Generalsteuer nicht gefolgt ist. Wenn sie im Prinzip die Arbeitslose nversiche- r u n g aufrecht erhält, so entspricht sie einer sozialpolitischen Gesetz- Mäßigkeit des kapitalistischen Systems, in dem die Erhaltung der Arbeitskraft und der Leistungsfähigkeit auch der Erwerbslosen eine kollektive Notwendigkeit ist. Wir begreifen aber nicht, daß die Reichsregierung es für notwendig erklären kann, die Unterstützungsdauer der Arbeitslosenversicherung von 20 aus 13 Wochen zu verringern und die der Krisensürsörge zeitlich entsprechend zu verlängern. Es ist eine Tatsache, daß die Arbeitslosenversicherung sich gegen- wärtig finanziell auch bei der jetzigen Unterstützungsdauer s e l b st tragt. Es war bisher Grundsatz der Reichsbürokratie, die Arbeits- losenve*sicherung von den anderen Zweigen der Erwerbslosen- fürsorge finanziell abzuhängen. Das ist unter schweren Opfern der Beteiligten gelungen. Jetzt scheint man über das Abhängen hinaus- zugehen, denn die Verkürzung der Unterstützungsdauer bei der Ver- sicherung ist nicht anders zu erklären. Wir würden es für u n v e r- antwortlich halten, wenn das Prinzip der Versicherung durch die willkürliche Verkürzung der Leistungen so durchlöchert wird, daß das Prinzip zwar aufrechterhalten scheint, die Versicherung aber der Tatsache nach immer mehr verschwindet. Dasselbe gilt für die sogenannte Staffelung der Leistungen in der Arbeitslosenversicherung nach Ortsklassen. Auch hier wird das Prinzip in einer solchen Weise denaturiert, daß man der praktischen Auslöschung des Prinzips immer näher kommt. Iie Aufrechterhaltung des Prinzips wird nutzlos, wenn die An- gleichung der Leistungen an die Wohlsahrtssürsorge die Masse aller Erwerbslosen immer mehr in die Nähe des Hungerstatus bringt. Die Reichsregierung hat auch den Gedanken verlehk, daß die Gesamtheit der Staatsbürger für die Erhaltung der Arbeitskraft der Erwerbslosen Opfer zu bringen hat. Von den weiter zu erhebenden Steuern trifft nur die Bürgersteuer auch den Besitz Der weitaus größte Teil der neuen Finonzierungslasten wird den noch Beschäftigten zu- 'gemutet. In so schweren Krisenverhältnissen wie jetzt geht es nicht anders, als daß auch Kopitalvermögen und Einkommen der Be- sitzenden für neue Steuern herangezogen werden. Denn wenn man, besonders für Unterstlltzungszwecke, nur die Kaufkraft der noch Beschäftigten durch neue Steuern weiter kürzt, so muß die volkswirtschaftliche Gesamilage verschlechtert werden. Der Schutz der Kapitalbildung ist ein Prinzip, daß in Notzeiten wie den jetzigen unbedingt zurückzutreten hat hinter dem Schutz der noch vorhan- denen Kaufkraft aus dem Arbeitseinkommen. Mindestens eine Erhöhung der E i n k o m m e n st e u e r z u s ch l ä g e bei den Veranlagten mutz durchgeführt werden, wenn den primitivsten An- sprüchen der steuerlichen Gerechtigkeit und der volkswirtschaftlichen Bernunft entsprochen werden soll. Da die Reichsregierung in sehr wesentlichen Punkten wichtigste volkswirtschaftliche und soziale Grundsätze bei ihren neuen Matz- nahmen zu verletzen auf dem Wege scheint, muß von ihr verlangt werden, daß sie durch rechtzeitige Aenderung ihrer Pläne Unheil verhütet, bevor es zu spät ist. Neben dem, was die Reicksregierung tut oder unterläßt, gibt es freilich in Deutschland noch sehr viel ernstere Gefahren. Das soziale Scharfmacherlum ist mii Absichlen am Werk. die den Staat selbst gefährden. In der Innenpolitik des Reiches hat man bei der G r o e n e r- Krise einen Vorgeschmack davon bekommen. Dieses Treiben zur Groener-Krife, das aus der inimerhin noch vorsichtigen Notpolitik Brünings eine Unterdrückungspolitik gegen die Massen machen will, hat seine Parallele in der Wirtschafts- und Sozialpolitik. Es gibt Kreise von deutschen Wirtschaftsführern, die mit dem GedankeN eines wirtschaftlichen Ausnahmezustandes liebäugeln, wie wir ihn 1323 beim Uebergang von der Inflation zur Stabilisierung hatten, und der dazu dienen soll, durch eine Diktatur des Kapitals alle sozialen Fragen zugunsten der Kapital- besitz«? übers Knie zu brechen. So schreibt die„Deutschs Bergwerks-Zeitung" in einem Artikel: „Dl» notwendige kapitalistische Lösung— Nur eine echte Präsidial- regisrung kann es schaffen," die Krise verlange eine kapitalistische Lösung. Nachdem das Parlament sich ausgeschaltet habe, habe das Kabinett Brüning nur den Schimmer eines präsidentiellen Kabinetts. Di« Existenz dieses unechten P r ä s i d i a l k a b i n e t t s blockiere "'' a t ,, abin'el{ s:'Rür�eln vom Parlament völlig losgelöstes Kabinett— damit ist die offene Diktatur gefordert— fei in der Lage, das Grundproblsm von heute, nämlich das unausgeglichene Verhältnis zwischen Kapital und Arbeit, so zu lösen, daß die notwendige kapi- talistische Lösung durchführbar wird. Aus den Kreisen der Schwerindustrie haben wir in den letzten Togen die Proklamation gehört, daß die restlose Wiederherstellung der freien Wirtschaft besonders auf sozialem Gebiet durchgeführt werden müsse. Die politischen Forderungen der„Bergwerks-Zeitung" zeichnen den Rahmen, in dem die schars- mächerischen Kapitalistenkreise sich die Durchführung dieser„freien Wirtschast" denken. Es ist klar, daß mit diesen Plänen in der Tot die Lunte an das Pulverfaß der sozial e n Spannungen in Deutschland gelegt werden würde. Der Auflösungsprozeß, in dem sich die Wirtschaft gegenwärtig befindet, wird nur durch den wirtschaftlichen Notbrückenbau auf- gehalten, dem auch die Reichsregierung noch zu dienen bemüht ist und zu dem gegenwärtig die breiten Massen der deutschen Beoölke- rung die allergrößten Opfer bringen. Das einzige, was bisher noch wirklich gehalten hat und auch die Grund- lagen des Wirtschaftslebens zu schützen vermochte, das war das Gefüge des Staates. Das Gefüge des Skaales hat aber nur geHallen durch die Disziplin der Massen, sowohl derjenigen, die in ihren Löhnen und Gehältern bis zur Unerträglichkeit abgebaut worden sind, als auch besonders derjenigen, die als Arbeitslose unter unsäglichen Entbehrungen ihr Leben fristen. Diese Disziplin war bisher noch möglich, weil die noch Arbeilenden an die Erhallung des Existenzminimums glaublcn, weil die Anter- flühung der unfreiwillig Feiernden, so gering sie ist, immer noch höher geschäht wird als das Nichts, weil Gewerkschaften und flaal- liche Schlichtung als Gerippe des zukünftigen sozialen Wieder- ausbaues noch erhallen sind, weil die Sozialversicherung zum Schuhe der Arbeitskrast gegen Krankheit, Unfall. Invalidität und Arbeits- losigkeit trotz aller Einschränkungen noch funktioniert, weil die leiden- den Massen der Zuversicht sind, daß der Staat kein unehrliches Spiel mit ihnen treibt, und endlich, weil die verfassungsmäßigen Volks- rechte bis heute noch unangelafkel find, auch wenn sie gegenwärtig teilweise ruhen. Mit diesen Grundlagen, auf denen auch alle Hoffnungen für eine zukünftige Besserung der deutschen Wirtschaftsverhältnisse be> ruhen, wird heute in unverantwortlicher Weise gespielt. Wenn wir die Reichsregierung mit allem Nachdruck ermahnen, ihren Wirtschaft- lichen Notbrückenbau durch ihre sozialen und finanziellen Maß- nahmen nicht von unten her zu gefährden, so ermahnen wir sie auch zur Energie und Wachsamkeit gegenüber jenen geradezu staats- gefährlich gewordenen Kreisen, die mit der kapitalistischen Diktatur und dem, wirtschaftlichen Ausnahmezustand das joziale Gefngr Deutschlands auseinanderzusprengen breit sind. Die gegenwärtigen Streiks und die Vorgänge in �Thürirtgey sind Zeichen, die auch nach dieser Hinsicht allcrernsteste Beachtung verlangen. K— r. Kampf gegen Autarkie. Eiegen gedankenlose Anmaßuna.— Gegen ein Attentat auf die deutsche Wirtschast. In Berlin hat sich im Deutschen Bund für freie Wirtschaftspolitik eine Bereinigung verantwortungebewuß- tsr Unternehmer und Hochschulprojesioren gebildet, die besonders auf dem Gebiete der Handelspolitik wirtschaftspolitische Ber- nmist durchsetzen will. Auf seiner ersten öffentlichen Tagung nahm dqr Bund entschieden gegen alle Autarkiebestrebungen Stellung. Profesior Dr. G e r l o s f, Frankfurt, stellte fest, daß Autarkie nichts anderes heiße, als das deutsche Volk auf den kargen Ertrag eines Landes mit verhältnismäßig geringen Bodenschätzen und einem ungünstigen Klima zu verweisen und die Bevölkerung in die Fron der Gutsherren und der sonstigen Produk» tionsm.ittelbesitzer zu zwingen. Nationale Selbstver- sorgung und Halbbarbarei seien gleichwertige Begriffe. Auch ein Autarkieersatz durch einen südo st europäischen Wirtschafts- räum sei ein politisches Phantasiegebilde. Professor Dr. Brandt, Berlin, erklärte, daß eine industrielle Autarkie von besonderer Gesährlichkest gerade für die deutsche Land- Wirtschaft sei, da dann besonders für die Erzeugnisse der Ber- edlungswirtschoft nicht die nötige Kaufkraft bei der In- dustriebeoölkerung vorhanden sei. Notwendig sei aber, die b ä u e r- liche Familienwirtschast zu stärken, um die ganze Wirtschaftestruk- tur krisenfester zu machen. Aus diesem und aus nationalpolitischen Gründen müsse der deutsche Osten besiedelt werden. Professor Dr. Eucken, Freilurg, betonte, daß eine Ueber- Windung der Krise durch Autarkie sehr erschwert werde: in einer autarken Wirtschaft werde die Krisengefahr noch größer sein. Ban- kier L o e b, Berlin, wies darauf hin, daß schon die jetzige Devisen- bewirtschastung einen großen Apparat benötige, da täglich 30 0(30 Anträge bei der Reichsbank zu bearbeiten seien. Zu welchen un- sinnigen Folgen eine Kontingentierung des Außenhandels führt, zeigte �Direktor Lange. Berlin, an einigen Beispielen des deutsch-fronzösischen Warenverkehrs. prof.Röpke vsr VenAahrunqemitiel-Großhändlern. Die schärftten Worte gegen das.„Schlagwort Autarkie" fand auf der Verbandstagung des Reichsverbandes des deut- schen Nahrungsmittel- Großhandels Professor Röpke, Marburg. Man hätte gewünscht, daß die gesamte, autarkie- freudige Bürokratie des Reichsernährungs- und anderer Mini- sterien diese Rede gehört hätten. Röpke betonte, daß die Autarkieforderungen viel mehr dem un'- klaren Gefühl einiger Intellektueller(Kreis um die„Tat") als irgendeiner ökonomischen Einsicht entsprungen seien. Wenn schon Autarkie— warum dann nicht das Rad noch einige Jahr- hunderte weiter zurückdrehen, warum dann nicht„preußische Autarkie" und„bayerische Autarkie"? Im Jahre 1931 sei der Anteil der Ausfuhr an der industriellen Produktion auf 3 9 Proz. gestiegen: der Ausfuhrüberschuß habe drei Milliarden Mark betragen. Autarkie bedeute nichts anderes„als ein Atten- tat auf die Fundamente der deutschen Wirtschaft, das der mut- willigen Zerstörung eines großen Teils des deutschen Mo-> schinenparks gleichzusetzen wäre". Eine solche Wirtschaftspolitik „national" zu nennen, fei ein« dumme und unerhörte An, m a ß u n g. Mx& Geneft. Keine Dividende, aber auch keine Verluste. Unmittelbar nach dem Abschluß der E. Lorenz A.-G. veröfsenl- lichl fehl auch die gleichfalls zum Slandard-Elektrizitälskonzern ge- hörende Mix u. Genest A.-G. Bilanz und Geschäftsbericht für 1331. Die Gesellschaft, die im vergangenen Iahr noch ö proz. und für 1923 noch 8 Proz. Dividende ausschüttele, stellt für das Krisen- jähr 1331 ihre Dividendenzahlung ein. Im Gegensah zu Lorenz hat aber die Mix u. Genest A.-G. auch keine Verluste erlitten, denn unker Heranziehung des Gewinn-Vortrages aus 1330 in höhe von 21 853 M. verbleibt noch ein kleiner llcberjchuh von 12 722 M., der auf neue Iahresrechnung vorgetragen wird. Der F ab r i k a t i o n s g e w i n n hat sich im Berichtsjahr von 4,3 auf 2,3 vermindert, zugleich aber gingen auch die Unkosten. Steuern und Sozialabgaben von über 3 auf 2.3 Millionen M. zu- rück. Die Abschreibungen sind ganz erheblich von mehr als 170 009 auf 65 410 M. gekürzt worden und die Frage bleibt offen, inwieweit auch Mix u. Genest bei einer Wertairgleichung seiner Kapitals- anlagen an die jetzige wirtschaftliche Situation einen Verlust hätte ausweisen müssen. Der Verwaltungsbericht deutet diese Frage auch schon an, indem er darauf hinweist, daß noch zu prüfen sein wird, in welchem Umfange weitere Abschreibungen im Telephon- Mietgeschäft— das Konto„Mietverträge" steht mit 15,25 gegen 15 Millionen M. zu Buche— erforderlich fein werden.> Die Betriebslage hat sich auch bei Mix u. Genest, wie nicht anders zu erwarten, sehr verschjechtert. Das Behördengeschäft ins- besondere mit der Reichspost, war gegen 1930 um die Hälfte g-» ringer. Das Telephon-Mietgejchäft hat die Verwaltung von sich aus abgebremst. Lediglich im Exportgeschäft konnte das Unter- nehmen feine Umsätze mit Hilfe seiner ausländischen Verbindungen um etwa 30 Proz. steigern. Die Belegschaft hat unter d�r Krise außerordentlich ge- lilten. Die ftharse Einschränkung der Albrikakion hat zu eiaem Abbau von wetteren 25 Proz. der Belegschaft geführt. Die Gesamt- zahl der noch Beschäfliglen wird nicht angegeben. Doch dürsten die erwähnten 25 Proz. abgebauten Belegschaftsmitglieder etwa 700 Ar- beiter umfassen, so daß fchähungsweise feit 1323, wo die Belegschaft mit annähernd 4000 Mann ihren höchsislond erreicht Halle, rund 5 0 Proz. der Mix u. Gencst-Arbeiler enklossen worden sind. Der Inder der Großhandelspreise. Die vom Statiststchen Reichsamt für den 18. Mai berechnete Großhandelsindexziffer ist mit 3 7,3 gegenüber der Vorwoche um 0,4 Proz. gesunken. Die Indexziffern der Hauptgruppen lauten Agrarstosfe 94.0(— 0.8 Proz.), Kolonialwaren 86,6(— 0,5 Proz.), industrielle Rohstoffe und Halb- waren 87,7 f— 0,3 Proz.) und indnitrielle Fertigwaren 118,5 (— 0,4 Proz.). Organisation der Kriegsopfer. -15 Lahre Reichsbund der Kriegsbesthädigien und Kriegshinierbliebenen. Bereits währcird des Krieges schössen Verein« und Verbände der Kriegsbeschädigten wie Pilze aus der Erde. Die freien Gewcrk- schasten wandten sich' zunächst gegen die Schaffung einer besonderen Organisation der Kriegsbeschädigten und der Kriegsteilnehmer, da sie eine Verzettelung der Kräfte befürchteten und die Interessen auch ihrer kriegsbeschädigten Mitglieder selber vertreten wollten. Die auf den vorweg genommenen„Sieg" hin den Kriegs' beschädigten gemachten Versprechungen, auch der letzte Rest an Arbeitskraft werde nach dem Kriege noch notwendig gebraucht, die Einrichtungen zur Berufsberatung und Berussumschulung usw. genügten keineswegs, um die immer größer werdende Zahl der in den Lazaretten liegenden Kriegsbeschädigten hinsichtlich ihrer künftigen Existenz zu beruhigen. Für die Schwerkriegsbeschädigten insbesondere ergab sich ein unmittelbares Interesse an der llmge- staltung der Mannschaftsversorgungsgesetze, die erst im Mai 1920 wirksam wurden. Für die noch teilweise Erwerbs- fähigen ergab sich die Forderung, durch gesetzliche Maßnahmen ihre Wiederein st ellung und dauernde Beschäftigung zu sichern. Erich Kuttner rief zur Gründung eines Kriegs- beschädigtcnbundes auf. An der ersten Besprechung Anfang Mai 1917 nahmen 32 Kriegsbeschädigte teil. Kuttner wurde beaus- tragt, zur nächsten Sitzung ein Programm auszuarbeiten. Dies Programm, das erste Programm des Reichsbundes, wurde am 2 3. Mai 1917 von den 32 Kriegsbeschädigten, die an der Gründungsversammlung des Reichsbundes teilnahmen, beraten und beschlossen. Das Programm erstreckte sich nach zwei Richtungen hin: Slaatshilse und Selbsthilfe. Unter der Devise„Nicht Dank, sondern Recht" wurden die Forderungen des Bundes der Oeffentlichkeit und der Regierung bekanntgegeben. Diese Parole schlug ein. Zu Hunderten schlössen sich die Kriegsbeschädigetn schon in den ersten Tagen dem neuen Bunde an. Im April des folgenden Jahres, auf dem ersten Bundes- tag, Ostern 1918 in Weimar, zählte der„Bund der Kriegsbeschädigten und Kriegsteilnehmer" 25 000Mitglieder und 30l)Orts- g r u p p e n. In Weiinar gab sich der Bund dann auch seinen Namen:. Reichsbund. Auf dem Würzburger Bundestag im Mai 1929 wurde das Pro- grnmm dieser größten Organisation der Kriegsopfer, die nunmehr Belchebund der Kriegsbefchädiglen, Kriegsteilnehmer und Krieger- Hinterbliebenen hieß, beschlossen. Die parteipolitische und religiöse Neutralität und das klare Bekenntnis zur Weimarer Reichsoerfassung haben den Aufstieg des Reichsbundes wesentlich gefördert. Konnte er doch vor Beginn der Jnflationswirrcn auf einen Mitgliederbestand von 850000 und 7000 Ortsgruppen blicken. Nach der Inflation, die den Bestand der noch sehr jungen Organisation aus das schwerste erschütterte, begann der Wiederaufstieg. Heute sind im Reichsbund über 400 000 Mitglieder in nahezu S000 Ortsgruppen vereinigt. Der Reichsbund ist somit die größte Kriegsopferorganisation Deutschlands. Seine organisatorische Stärke verlieh dem Reichsbund die Möglichkeit, die Versorgungsgesetzgebung, die staatliche Fürsorge und das gesamte Gebiet der Sozialpolitik— bis zu Beginn der Notver- vrdnungszeit— entscheidend mit seinen Auffassungen zu beeinflussen. Das Reichsversorgungsgesetz, das Versahrensgesetz, die Verord- nungen über die soziale Fürsorge, da? Schwerbeschädigtengesetz. das Reichssiedlungsgesetz und das.Reichsheimstättengesetz tragen in manchen Paragraphen und Absätzen den programmatischen For- derungen des Reichsbundcs Rechnung. Nach Erlaß der Notver- ordraingen hat der Reichsbund bis zum heutigen Tage im entschiedenen Abwehrkompse gegen die Verschlechterungen der Versorgung und Fürsorge gestanden. War und ist der. Reichsbund rechtsschöpfsrisch und rechtsgestaltend im Sinne einer Modernisierung des deutschen und internationalen Versorgungs» und Fürsorgerechts tätig, so waren und sind auch weiterhin mehrere tausend seiner Funktionäre als Rechtsberater ihrer Kameraden und als amtliche Beisitzer bei den Versorgungsgerichten, dem Landesoersorgungsgcricht Bayern und dem Reichsverforgungs- gericht in Berlin sowie bei den Beiräten der Fürsorgestellcn und Hauptfürsorgestellen um eine soziale und gerechte Auslegung und Auswirkung des gültigen Rechts bemüht. In mehr als 5500 Ortsgruppen wird den Mitgliedern kosten- lose Rechtsauskunft gegeben, der Schriftwechsel für sie mit den Reichsbehörden getätigt und die Vermittlung der schwer- beschädigten Arbeitnehmer durchgeführt. Die seit über zehn Jahren bestehende Zentralrechtsabteilung beim Bundesvorstand hat b i s h e r etwa 70 000 Rekurse mit reichem Erfolg vor dem Reichs- versorgungsgcricht vertreten. Seit Jahren werden auf Kosten der Bundeskasse Hunderte von Kindern zu sechs Wochen umfassende Kuren in Kindererholungsheini« entsandt. Auch kranke und erholungsbedürftige Mitglieder erhalten für Zwecke der Erholungsfürsorge aus Bundes- Mitteln nicht unerheblich« Zuschüsse. Seit 1925 wurden aus Bundesmitteln über 150 000 Mark für Zwecke der Erholungsfürsorgc bereitgestellt. Im bayerischen Allgäu besitzt der Reichsbund ein wundervoll am Christlessee bei Oberstdorf gelegenes Waldhotel zuin Erholungsaufenthalt für seine Mitglieder. Als ganz besonders leistungsfähig und segensreich hat sich die 1925 eingeführte Sterbe- sallunterstützungseinrichtung des Reichsbundes er- wiesen. Bei insgesamt 33 738 Sterbefällen gelangten bisher 2 753 460 Mark an die Hinterbliebenen von Mitgliedern zur Auszahlung. Aus der praktischen Selbsthilfetätigkeit des Reichsbundcs hebt sich noch außen sichtbar die Gemeinnützige Reichsbundkriegersiedlung G. m. b. H. hervor. Sie wurde im September 1924 gegründet und befaßt sich mit der Schaffung billiger und gesunder Kleinwohnungen für ininderbemittelle Kriegsopfer. In der kurzen Zeit ihres Be< stehens.konnte sie 2 350 000 Mark für Bauzwischenkredite und 1100000 Mark für erste und zweite Hypotheken an Mitglieder au?- geben. Hierzu kommen die Mittel für die aus eigener Regie er- stellten Wohnungen mit 2242 000 Mark. So konnten mit diesen Mitteln 2000 Wohnungen bis jetzt geschaffen werden, vor- bildlich in ihrer Einrichtung, den Wohnbedürfnissen der Neuzeit entsprechend und in den Mietsätzen den Einkünften der Mieter angepaßt. Diese Würdigung der Entstehung, des Wesens und Wirkens des Reichsbundes gibt nur einen verhältnismäßig kleinen Einblick in die Bestrebungen der im Reichsbund organisierten Kriegsopfer, ihr Los durch Staats- und Selbsthilfe zu bessern. Der Reichsbund als«nie Vereinigung körperlich schwer beeinträchtigter, seelisch notleidender und wirtschaftlich bedrängter Kriegsopfer ist in seinem Wesen und Wirken das Sinnbild des Schiller-Wortes: vereint sind auch die Schwachen mächtig. Die freie Lehrergewerkschast. Oer Verbandstag ruft zum Anschluß auf! Nach einem vierstündigen Referat des Vcrbandsvorsitzendcn S ch a l l o ck, M. d. L., über die Tätigkeit der Organisation, die sich u. a. mit den Abbaumaßnahmen faschistischer Minister in Thüringen und Braunschweig befaßte, wurden Entschließungen gegen Kultur- reaktion und Schulabbou gefaßt. An die noch nicht in der AFLD. organisierte sozialistische Lehrer- schaft richtet sich folgender Ausruf. „Innerhalb der durch die Weltkrise international zugespitzten Situation zeigt sich die Zersetzung des Kopitalismus mit besonderer Schärfe in Deutschland. Die Notverordnung der Re- gierungen belasten ausschließlich die werktätigen Massen. Dabei ist die Schule im stärksten Maße in Mitleidenschast gezogen. Es ist untragbar, bei steigender wirtschaftlicher Not des proletarischen 51!ndcs alle Ansätze von Schulfürsorgc, Schulhygiene, Verbesserung der Arbeitsmöglichkeiten zu zerstören und dadurch die Grundlagen des gesamten Schulwesens zu erschüttern. Je mehr der Kapitalismus die Schulen zerstört, je drohender die Gefahr. des Faschisnius vor uns steht, um so mehr müssen wir Lehrer den Kampf aufnehmen zusammen mit dein klasscn- bewußten Proletariat. Wir rufen alle nicht sreigewerkschaftlich or- ganisierten sozialistischen Lehrer auf, nicht länger abseits zu stehen, nicht länger die Reihen der bürgerlichen Organisationen zu stärken. fondern mit uns in der freien Lehrergewerkschost in der Front der gesamten freien Gewerkschaftsbewegung zu kämpfen. Wir Gewerkschafter werden unsere Aufgabe erfüllen, wenn wir mit allen uns zur Verfügung stehenden Mitteln und Kräften ent- sprechend den Grundsätzen unserer freigcwcrkschostlichcn Organi- sation den Kampf führen zum Sturz des Kapitalismus, für den Aufbau des Sozialismus. Rur im Sozialismus kann ein Schulwesen geschaffen werden. dqs den Forderungen unserer Lehrergewerkschost und den Interessen der werkkäkigen Massen entspricht." Oer Gireik ttt den Wurstfabriken. Die Solidarität Hilst.' Der Streik der Berliner Fleischergesellen um Lohn und Brot k>it in allen Kreisen der Berliner Bevölkerung Verständnis und Sympathie gefunden. Selbst bürgerliche Zeitungen registrieren die Tatsache, daß durch den jetzigen neuen Lohnabbauschiedsspruch die Löhne innerhalb eines halben Zahrez um 34 Proz. abgebaut wsr- den«sind. Daß bei dieser Art Lohnpolitik die Geduld aller Beschäf- tigten ein Ende nehmen und es zur Arbeitsniederlegung kommen mußte, findet allgemein volles Verständnis. Wer ist für die Ent- fesselung dieses Wirischastskompfes verantwortlich? Wo sitzen die Scharsmacher, die da glaubten, aus der Not des Volkes Riemen schneiden zu können? Jetzt, da der Kampf entbrannt und täglich weitere Wurstfabrikcn htncinzezogen werden, andererseits aber auch ein Unternehmer nach dem anderen die Streikforderung anerkennt, die alten Löhne bis Ende Okiober lSZZ weiterzuzahlen, will keiuer von ihnen der Scharfmacher gewesen sein. Im Brustton vollster Ileberzeugung erklärt jetzt jeder Fabrikant: es ist ein Volkswirtschaft- licher Unsinn, die Löhne noch weiter zu kürzen, weil das die Kauf- kraft der Konsumenten schwächt und die Fabrikanten letzten Endes doch die Leidtragenden dabei sind. Die Fabrikanten haben am Sonnabend allen Streiken- den. die sich geweigert haben, für den Schiedsspruchlohn zu arbei- tcn, ihre Papiere ausgehändigt und die fristlose Entlassung ausgesprochen. Auch das hat keinen Streikenden veranlaßt, zu Kreuze zu kriechen. In der Arbeitgebersachpresse werden Streit- b r e ch e r gesucht— bis jetzt vergeblich. Di« Arbeiterschaft Berlins versteht selbst in der größten Not, Solidarität zu üben. Der Wurstsabrikant Bach, Warschauer Straße, will die Streikenden kirre machen, indem er den seit Freitag fälligen Wochen- lohn e i n b e h ä l t. Alles provokatorische Auftreten der Unterneh- mer hat bisher nicht erreicht, die Front der Streikenden zu«rschüt- kern. In Ruhe und Besonnenheit führen diese ihren gerechten Kampf weiter. Der Streikparole der freien Gewerkschaften haben sich auch die Christen, RGO. und sämlliche Unorganisierte onge- schlössen und selbst die in einigen Betrieben beschästigten Nazis. Am Sonnabend, in den frühen Morgenstunden, marschierten betriebsfremde Nazis unter den Augen der Schupo vor dem Betrieb der Firma Winter in Woißensce auf und umstellten den Betrieb durch eine Postenkette, ohne daß wir bisher bc- merken konnten, daß der sonst so gegen freie Gewerkschaften emp- findliche Betriebsinhaber Vcn Schutz der Polizei forderte. Das gibt uns zu denken! Soll durch das forsche Auftreten der Nazis und durch ihre Einmischung in den Streik die Besonnenheft der übrigen Streikenden gestört und bewußt Tumulte und Gewaltakte provoziert werden, damit die Polizei Anlaß zum Eingreifen hat und so die Geschäfte der Unternehm«? besser besorgt werden können? Hier scheinen Provokateure am Werk zu sein, die die Streikenden um die Sympathie der Ssf«ntkichen Meinung bringen wollen. Die Zahl der bestreikten Betriebe hat sich durch die ständigen l Bewilligunzen der Unternehmer aus 18 verringert, und da- s mit ist auch die Zahl der noch im Streik Stehenden von 2000 auf 859 gesunken. Bestreikt werden noch folgende Wurstsabriken: Krüger» Friedrichsfelde, Robert Ko s ch w i tz, Bruno K o f ch w i tz, Z i e g» l e r> Weißensee, H o f m a n n- Friedrichshagen, Friedrich- Weißensee. Wünsch vorm. Biesold, Berliner Schinkenindustrie Welheim Behr, Bach, Kürth u. Co.. H a n k a-Weißensee. Sternheimer, Englisch, H e i b e r, L a c? k c, Kipp. Ernst Meyer. Die Streikenden erwarten von der Berliner Arbeiter- schaft weitere Solidarität. Oie lehie Arbeitslosenstaiion. Zn Preußen 1 46435» Wohlfahrtserwerbslose. Die Zahl der Hauptunterftützungsempfänger in der Arbeits- losenoersichcrung und Krisenfürsorge ist infolge der saisonmätzigen Entlastung des Arbeitsmarktes zurückgegangen, die Zahl der von den Gemeinden betreuten Wohlfahrtserwerbsloscn ober hat sich im April noch weiter erhöht. Wie der Aintliche Preußische Pressedienst mitteilt, sind nach der Erhebung des Preußi- schen Statistischen Landesamts vom 30. April 1932 in Preußen 1 4643 58 vom Arbeitsamt anerkannte Wohl- fahrtserwerbslo.se(einschließlich der am Stichtag nockz schwebenden Anerkennungsfälle) bei den Bczirkssürsorgcverbänden gezählt worden gegenüber 1 414 590 Ende März, im April also 49 768 Wohlfohrtserwerbslose oder 3, 5 P r o z. m e h r. Gegen den 30. April 1931 ist die Wohlfahrtserwcrbslosenzahl um 7 4 41 7 6 oder 103,3 Proz. höher. Auf 1000 Einwohner entfallen im Staatsdurchschnitt jetzt 37,8 Wohlfahrtserwerbslose. 57 086 WohlsahrtZ- erwerbslose haben in Fürsvrge- und Notstandsarbeiten gestanden.,_ Ltmarbeiiung des Tarifvertrags. Tarife für 45 000 Tarifarbeiter gekündigt. Die Vereinigten Arbeitgeberverbände für die Textil» i n d u st r i e von Gladbach-Rheyd.t und Umgebung haben. nachdem sie kürzlich schon den Manteltarif gekündigt hatten, die Lohntarise zum 4. Juni gekündigt. Neben einer Herabsetzung der Lohnhöhe wird die völlige Umarbeitung zahlreicher Punkte des Tarifvertrages verlangt. Nach den Tarifverträgen werden etwa 45000 Arbeiter und Arbeite- rinnen entlohnt AbwehrkampfderVauklempner undNohrleger 3n allen Betrieben der Klempner und Znstallaleulinnung zu Berlin, in denen nicht mindestens die L o h n s ä h e des neu abgeschlossenen Lohnlarisverkrages für das Rohrlegergewerbe unterschriftlich anerkannt werden, haben die Bau- klempncr, Installateure, Rohrleger und Helfer die Arbeit niederzulegen. Sie müssen sich umgehend im Berbandsbureau. Linienstraße SZ/S5. Eingang Elsasserstroßc SS. Sitzungszimmer 1. melden. Die Anerkennung den Lohntarifes durch die Unternehmer kann ebenfalls im Bureau der Ortsverwaltnng des Bletallarbeitcr- Verbandes erfolgen. Oer Torislohn detrögt für den Rohrleger und Bauklempuer l.lö R1. und für den Helfer 0,97 R1. die Stunde. Am Sonnabend sind die In den Betrieben der Bode- apparalefobrikanlen beschäftigten Klempner in den Streik getreten. Slreiklokal ist Restaurant Lehmann. INuskouer Str. 4., Kollegen, übt Solidarität und wahrt eure Rechte! Deutscher Bletallarbeiterverband Ortsverwaönng Berlin. Achtung� Fliesenleger! Der Schlichtungsausschuß fällte am gestrigen Sonnabend einen Schiedsspruch, der den alten Tarifvertrag mit dem 23. Mai 1932 mit folgenden Aenderungen wieder in Kraft setzt: Der Stundenlohn der Fliesenleger beträgt 1,30 M, für Hilssorbeiter 1 M. bzw. 1,06 M. Ji 3 Hot weitere Gültigkeit bis 31. Juli 1932. Die übrigen Bestimmungen gelten bis 31. März 1933. Die Arbeit ist möglichst morgen. INontaa, wieder auszunehmen. Maßregelungen dürfen nicht vorgenommen werden. Der Streik gilt nicht als Unterbrechung des Arbeitsverhältnisses. Wir ersuchen die Kollegen, sich TNonlog früh in ihren Betrieben zur Arbeit zu melden. Restliche Streikunterstützung wird am Montagabend ausgezahlt. Mittwoch, den 25. Mai, abends 7 Uhr, in den Residen.z-Fest- sälen. Landsberger Str. 31, FachgruppenversonnnUing mit der Tagesordnung: Bericht über die Bewegung und die Verhandlungen: Diskussion, Fachgruppenongelegcnhciten. Das Erscheinen aller Kollegen ist dringend erforderlich. Ohne Mitgliedsbuch kein Zutritt. Die Fachgrnppenabtcilung. Berliner Gewerkschaftsschule. Der nächste wirNchastzvolitischc Auslrrocheobcnd ist am Dicnslag. 24. Mai, 19 Uhr, im Saal Ö aber 5 bei". Gewcrkschaslihauscs. Engelufer 24— 35. Bc» honbelt»erben auf biesem unb Hein folgenben wirtschaitspolitischen All»» spracheadend am 7. Juni akiuellc Ägrarprohlemc. Leiter dieser Aussprache. abcnbe ist der Senasse Dr. Babing von ver Forschnngsstellc für Wirtichasis. Politik. Zutritt haben alle freiaemcrkschasllick) vraanisterirn Kolleginnen unb Kollegen. Ohne vorherige Anmeldung unb ohne Hbrerdcitrag. SPD.'Zraktion de« erwerbslosen graphische» Hilssarbeiter. Morgen, Mon» tag, 13 Uhr, Bcrsommlung bei Laubahn, Luisenu'er 52.„Politische Lage nach den Bahlen." Äeserent Arthur Bärner. Erscheinen aller ist Pflicht. BDS..Betriedshos 2. Mijllcrsttahe. Morgen. Montag. 20 Uhr, bei Heinze, Barfusstraße 17, Eck? Glasgomcr Straße, Fraktionsversammlung.„Was lehren uns die Wahlen." Referent Hans Bauer. AET., Hennigsdorf. Dicnslag. 24. Mai. 16ij Uhr, Frouenfcierstunde der „Eisernen Front" im Lokal Fchltamp. Hauptstraße 28. Reserentin Frida ffila. dosch. Rezitationen Martha Nohn. Musikalische Darbietungen. Preußisches Statistische.- Landcsamt. Dienstag. 24. Mai, lSZH Uhr, im roten Saal der Kammersäle. Teltemer Straße.„Ardkitsbeschafsunzspragramm de» ADGB." Referent 3. P. Mancr. Bchtnug, Kupser-Diesdrucker und Lichtbeuikcr! Die Sruppcnleituna ruft für Mittwoch, 25. Mai, 17 Uhr, nach Bogels Fistsälen, Brückenstroße 2,«ine außer. arbenlliche Mitgliederversammlung ein. Tagesordnung: Bericht von den Tarif- Verhandlungen. Abstimmung über das Berbanblungsergednis. Jeder muß zur Stelle fei». Ohne Mitgliedsbuch kein gutritt.' Stcinarbeiter. Werkstein», Marmor, und Sradwaldranch». Mittwoch, 25. Mai, 174, Uhr, im großen Saal des Sewcrklchaftshauscs kombinierte Ber» sammlung mit dem Thema:„Bericht über die für oben genannte Gruppen gefällten Schiedssprüche und Stellungnahme dazu". Wir erwarten das Er. scheinen aller Kollegen._ t Freie Gewerkschafis-Lugenö Verlin Heute finden folgende Beranftaltungen statt: Jugend gruppe de»®«» samtner bände,: Fachgruppe Gärtnerei und Binderei. Fährt. Treffpunkt 7 Uhr am Bahnhof Stralau-Rummeloburz iEingang Sanntagftraße). — Morgen, Montag: Sildosttreis: Spielen auf dem Svartplaß Dominikus. Treffen 18 Uhr Priefterweg. Ecke Eachfendamm.— Südwesten: Wir. gehen werben. Treffen um IS'h Uhr Blüchsrplaß. Bull rieh-Salz BullrUh-Brause Frühgemüsezüchter klagen. Zusammenschluß zu einer Notgemeinschast. ' Die Frühgemüseanbaucr Groß- Berlins und der Provinz Brandenburg, die der Notgememfchaft deutscher Fruhgemüseanbauer angeschlossen sind, hielten im Lehrervereins. Haus eine bemerkenswerte Kundgebung ab. Das einleitende Referat hielt Gartenbaudirektor G robben. Er stellte im einzelnen dar, wie bereits 1931 viele Treibhauzbesitzer mit Verlust gearbeitet haben. In diesem Jahre jedoch seien die Frühgemüsepreise gegenüber dem Vorjahr um weitere 3 0 Vroz. gesunken, so daß die Rentabilität vieler Früh- gemülegärtner in Frage gestellt ist. So habe zum Beispiel die be. kannte Brandenburgische Frühgemüsc-Züchter- genossenscha st in Gorgast bis zum 15. Mai 1931 noch einen Durchschnittspreis von 21 Pf. pro Gurke erzielt, in diesem Jahre aber nur noch 39 Pf. Schon 1939 hat man in Gorgast einen Verlust von 2000 Mark, 1931 einen Verlust von 12000 Mark hin- nehmen müssen: in diesem Jahre mußten die Geschäftsanteile um 20 Proz. herabgemindert werden. In diesem Jahre hat Gorgast 100 000 Gurken geliefert und allein durch das Absinken der Gurken- preise um 12 Pf. einen Ausfall von 12000 Mark erlitten. Vom Auglist 1930 bis zum Januar 1931 betrug der Ilmsatz eines Reu- köllner Betriebes 47 620 Mark, vom August 1931 bis zum Januar 1932 aber nur noch 28 264 Mark. Im Reich steht es nicht besser. Man hat schon versucht, den Treibhausbesitzern Erleichterungen beim Kohlenbezug und bei den Frachtspesen zu verschaffen, aber, so sagten die Gärtner, diese Vorteile hat die Erhöhung der Umsatzsteuer längst wieder wettgemacht. Die Lage hat sich jetzt so zugespitzt, daß die Anbauer in diesem Jahre die fälligen Zinsen und Tilgungsraten für in Anspruch genommene Frühgemüsekredite nicht mehr zahlen können. Die Frühgemüseanbauer fordern deshalb Erlaß der Zinsen für 1932 und Hinausschiebung des Tilgungsplans vorläufig um ein Jahr unter Aussetzung des Jahres 1932. Daß die g e- forderte weitere Abschlicßung der deutschen Grenzen eine dauernde Hilfe bringen kann, ist natürlich eine Illusion. Den Kern des Problems traf ein Redner, der sagte:„Eine Gesundung des Frühgemüsebaus ist erst zu erwarten, wenn es gelingt, die Kauskrast der breiten Massen wieder zu steigern." Hier liegt der Angelpunkt. Die 1000 000 Unter- stntzungsempfänger Berlins fallen als Frühgemüsekonsumenten fast ganz aus und die Vollarbeitcr, die nur noch 40 Mark Wochenlohn nach Hause bringen und es sich überlegen müssen, ob sie Fleisch kaufen können, können auch keine Gurke für 20 Pf. kaufen. Sonst bemühte sich die Kundgebung trotz einiger höchst überflüssiger Seiten- hiebe aus das sogenannte„System", die Dinge nüchtern zu sehen. Schlimmer als die Wilden. Wie die Tiationalsozialisten in Korlshorst hausen. Ebenso wie in mehreren anderen westlichen Vororten wächst sich auch in K a r l s h o r st das Treiben der Angehörigen der auf- gelösten nationalsozialistischen SA. immer mehr zu einer Land- plage aus, die für den gesitteten Staatsbürger unerträglich wird. Auch in Karlshorft hat man oft den Eindruck, daß die Sturmab- teilungen Hitlers nicht verboten sind, sondern sortbcstehen, denn nach wie vor lausen die jungen Menschen in der braunen Uniform herum. Ein erschreckendes Zeugnis für den Grad der Verwilderung, der bei dieser angeblich„streng disziplinierten" Gesellschaft eingerissen ist, bietet ein Dorfall, detz uns jetzt bekannt wird. Die Wohnung des sozialdemokrastsche» Eiadtrats Schlichting in der Kaiser- Wilhelm-Straß« war schon seit längerer Zeit der Gegenstand beson- deren Hasses für die EA.-Leute, vor allem auch, weil der Sohn des Genossen Schlichting Kameradschaftsführer im Reichsbanner Schworz-Rot-Gold ist.' Schon im Verlause der drei Wohlgänge dieses Frübjahrs waren Rotionaljoziolisten über den Zaun gellet- tert, um die Flaggen, die Schlichting als Bekenntnis feiner repu- blikanifchen Ucberzeugung gehißt hatte, abzuschneiden und zu zer- reißen. Gestern früh nun fand sich der kleine Vorgarten des Hauses in einem geradezu ungeheuerlichen Zustande. Die sorgsam gepfleg- ten Rosenstöcke waren sämtlich abgeschnitten, die kleinen Blumen- beete waren zertrampelt. Das Kameradjchaftslokol des Reichsbanners in Karlshorft war schau öfter das Ziel nationalsozialistischer Angrissc. Mehrere Male bereits sind dort die Scheiben eingeschlagen worden. Die Schutz- Polizei gibt sich gewiß Mühe, dem wüsten Treiben zu steuern. Leider aber ist das Revier so ausgedehnt, daß bei der geringen Stärke der polizeilichen Kräst««ine wirklich erfolgreiche Verbinde- rung der nationalsozialistischen Ausschreitungen geradezu immöglich ist. Vielleicht richtet das Polizeipräsidium auf Karlshorft einmal fein besonderes Augenmerk und überlegt sich, ob nicht eine Verstärkung des Polizeischutzes geboten erscheint. Oie Not der märkischen Städte. Gißung des Brandenburgischen Gtädtetages. Unter dem Vorsitz des Oberbürgermeisters Dr. Kinne- Frank- furt an der Oder fand kürzlich eine Sitzung des Vorstandes des Brandenburgijch�n Städtetagcs in Brandenburg an der Havel statt. Im Vordergrund der umfangreichen Tagesordnung stand neben der Frage der Neuregelung des kommunalen Renisionswefens als wichtigster Punkt die Aufstellung der Gemeindchausholtsplänc für dos Rechnungsjahr 1932. Noch dem augenblicklichen Stande der Etotsbcratungcn in den einzelnen Mitgliedsstadten ist mit Be- stimmtheit damit zu rechnen, daß es den meisten Städten nicht mög- lich sein wird, den städtischen Körperschaften für das Rechnungsjahr 1932 einen ausgeglichenen Haushaltsplan zur Verabschiedung vor- zulegen. Der Vorstand des Brondenburgischcn Städtetagcs empfiehlt den Mitgliedsstädten, bei der Aufstellung des 5?aushaltsplans für 1932 in denjenigen Fällen, in denen ein Ausgleich trotz restloser In- anspruchnohme der verfügbaren Einnahmequellen nicht möglich ist, den städtischen Körpcrschastcn mit absoluter Offenheit von den tat- sachlichen Finanzverhältnissen Kenntnis zu geben und ihnen gc- gehenenfalls den mit einem Fehlbetrag abschließenden.Haushalts- plan vorzulegen._ Heidebrand bei Lübars. Bei der Ortschaft Lübars, einige Kilometer von Waidmannslust entfernt, geriet gestern nachmittag in den sogenannten Roll- bergan bei den Kieeoruben Heidegelande im Um'ange von annähernd 100 000 Quadratmetern m Brand. Mehrere freiwillige Feuerwehren waren stundenlang mit der Eindämmung des Feuers, das ostenbar durch die Unvorsichtigkeit spielender Kinder verursacht worden ist, beschäftigt. Weltcrausstchten für Berlin; Bewölkiingszunahm« und Abkühlung, rereinzelt Gewitterneigung, auffrischende ludwestliche Wmdc.— Für Dculschland: Im Nordosten keine Aenderung. i», Osten Abkühlung und oemnzeit Gewitterregen, in Mittel-, West- jprf. Süddeutschland wolkig und kühler als bisher, vereinzelt Regen. ................. II wiwm Dienstag, den 17. Mai, abends UVj Übe, verschied nach langen, mit große: Geduld ertragenen Leiden un- sere liebe gute unoergehliche Mutter. Schwieger- und Großmutter psuline Stiller ged. Dehlhel-a im 81. Lebensjahre. Dies zeigen an in tiefer Trau» Viil, Stiller n. Frau Clara geb. Bagusat aVUhelrn Baarnann a. Fr an Eisbelh geb. Stiller Paul Keil q. Frau Hedwig geb. Stiller. B e r l i n N 58, Wolliner Sir. S. Die Trauerfeier findet Montag, den 28. Mai, 17!■, Uhr, in der Trauerhalle des Äremaioriums Gsrichtstraßo itatl. fFreleTornerldiaii Groß'Berlin e. V. Bezirk Süden M. d. A-T-u. Sp-B. Am Freitag, dem 20. Mai, verschied nach langem, schwerem Lei- den unser lieber Bundesgrnosse und Dereinswirt Votftf im 53. Lebensjahre Chre seinem Andenken! Die Einäscherung findet am Mitt- woch, dem 25. Mai, 17 Uhr, im Are- matorium Baumschuienweg statt. Um rege Beteiligung ersucht Der Vontand. M\iM MetalWter-VeM Verwoltungsslellc Berlin Todesanzeigen Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Aollege, der Schlosser, Ferdinand Lfidemann am 19. Mai gestorben ifi Die Einäscherung findet am Man- tag. dem 23. Mai, Wh Uhr, im Krematorium Baumschuienweg statt. Am 19. Mai starb unser Kollege, der Schmied Ferdinand Uelde geb. 8. Februar 1878 Die Beerdigung findet am Dienstag. dem 2t. Mai. 15 Uhr. auf dem Friedenskirchhof, Nordend. Blanken- burger Straße, stalt. Ehre ihrem Andeute»! Rege Beteiligung wird erwartet. Die OrtsrervaUmig. Danksagung Für die Beweise herzlicher Teil- nahm« beim Heimgänge metner lieben Frau, unserer herzensguten Mutler und Schwlegermuner �srle Höflich sagen wir allen Kollegen, sowie Ge- nossinnen und Genossen der 35. Ad- leiiung, unfern herzlichsten Donk. Hermacn Höfltcb undKtnoer. P.ili.H. llli IL——— Danksagung Für die herzliche Teilnahme bei der Einäscherung meines lieben Mannes, unseres guten Baters Julius scheumann sagen wir allen Verwandlen, Be- rannten, den Kollegen des RAD. Berlin, sowie dem Einheilsoerband und der SPD.(12t. Abt.) unfern aufrichtigen Dank. Berfa scheumann u. Kinder Sontfagnng. Für die Uberaus groß« Anteil- »ahme und herrlichen Blumenspenden bei deni Heimgang meiner lieben, unvergeßlichen Frau sage allen Ber- wandten. Freunden und Bekannien. vor ollem dem Redner des Verbandes tiir Freidenkertum und Feuerbektat- tung Herrn Lenze, den Parteigenos- sinnen und Genossen der tö. Abt der SPD., dem Berlreter des Deutschen Teztüarbeiterverbande«, den Sporl- genosfinnen und-genossen des Ar- beiter-Rad- und Kraftiahrer-Bundes „Eoiidarilät", Abt Mariannenpiatz, und den Mietern des Hanfes Wiener Straße 58 meinen innigsten Dank. In tiefer Trauer . Otto Tkoruianii Berlin SO 36, 22. Mai 1932. Wiener Straße 58. Montag, den 23. Mal. abends 7 Ahr, im JJactettcfaa! des Aerbandshouse», Slfäffet Straps 88 SS, Eingang C Brandten'Versammlani der Bau- u. Geldsdtranhsdilosser Tagesordnung: I. Bericht von den Berhandlungen. 2. Diskuiston. 3. Branchenangelegenheiten und Der- Ichicdenes. Ohne Mitgliedsbuch kein Zutritt. In Anbetracht der wichtigen Tage»- ordnung ist vollzähliges Erscheinen notwendig. MMiinSi Mitand! Wefblidie Vertranenslenle und Beirlebsrdiei Mittwach. 25. Mai. abend» 6'. Ahe, Im �Han, der Techatf. Verlln, Frledcichstr. 110-112: Besicdtixiinz der AEG.-Ausstellung Außerdem ein Filmvorlrag: „Der Bau der Zugsplhbaho Treffvunkt punkllich 6»/, Uhr im Lichthol. da die Veranstaltung um 7 Uhr beginnt. Die Funlüonärinnen können weibliche Mitglieder als Gäste mitbringen. Terbandsbuch und Einladung gelten als Ausweis Die OrtsrervalinnS. kirfinder— Vcrw Hrtsstrebendc Holte 6eId-Seloliniing Näheres kostenlos durch F, Erdmeim& Co., Berlin SW 11, Moderner, efe|4fl8 gärnierter Hut aus der weißen japanischen Paper Panama-Stumpe Chausseestr. 113 Könissiraßs 33 Btim StBttl nar BthnM AmB&hnh.Alexanderplatz Die obigen Angebote stehen ihnen ab Montag zur Verfügung! Abonniert die Zeitung der Hand- und Kopfarbeiter! $ Ich abonniere die volle Ausgabe des.Vorwärts", > zweimal täglich srei ins Haus zum Preise von 3,2S Mk. pro i Monat(pro Woche 7S Pf.) 5 Ich abonniere den Sonntag-Vorwärts" zum < Preise von 55 Pf. pro Monat. (Nichlzutreffendes ist zu durchstreichen.) Name: Wohnung: -Straße Nr__ Hof— Quergeb.— Seitenfl.— Tr. links— rechts Ausfüllen und einsenden an den Verlag des„Vorwärts' Berlin SUJ 68. Lindenftraße 3. il 1 Sojioiiflirot älr&cltcrjuö enb®rojWerlin I �?��undL-rsamm,ung-n Einsendungen für dlese Rubeik nur an das Zugendlekretarial Berlin SW KZ. Lindenstraße 2. vorn l Trevve rechis Proletarisches Orchester der SAI.: 2. Mustzierstunde Freitag, 27. Mai, im Soalbau Neulölln, Bergstraße 147. Eintrktt 30 Pf. Einlaß 19 Uhr. Beginn pllnltlich ISlZ Uhr.— starten sind im Sekretariat erhältlich. Abteilungsleiter! Gebt Euer Iuni-Programm ab. Funklionärkonferenz: Montag, ZK. Mai, 19;., Uhr, im Sitzungssaal des Bezirksamts strcuzbcrg, Porckstraßs 11. Thema:„Die politische Situation". Heule, Sonnlag: Zlordosten I: IS Uhr Heimabend Danziger Straße S2 9 Uhr Treffpunkt Hertzbergplatz zur A..Heide.— Straße 15 Heimabend. 0. Z.— Neukölln VI: Köpenick II: Dahlwitzsr Vlorgen, ZNonkag, 19� Uhr: Hausa: Bochumer Straße 8d.„TaaespoNtik."— Moabit I: Daldenser Straße 20.„Alt-Berliner Humor."— Moabit ll: Lehrter Straße 19. Pfin�st- fahrtbericht.— Sportpalast: Genthincr Straße 17.„Warum bin ich arbeits- los?"— Aruswalder Platz II: Echönlanker Straße U, Baracke 6.„Tages. Politik."— Falkplatz I: Sonnenburger Straße 20, Zimmer 4.„Lagespolitik."— Falkplatz II: Sonnenburger Strafe 20. Reichstagssitzung.— Humaunplatz: Gleimstraße 33—85.„Disziplin in der SAI."— Nordosten ü: Danziger Straße 62, Zimmer 3.„Die Stellung der jjrau in Rußland und Italien."— Schönhauser Vorstadt: Sonnenburger Strafe 20.„Die Entwicklung der SAI. von 1914 bis 1918."— Andreasplatz II: Brommystraße 1.„Die katholische Jugendbewegung."— Stralauer Viertel: Goßler Straße 61. Leseabend.— Hallesches Tor: Borckftraße 11.„Wir gehen auf Fahrt."— Luisenstadt: Wasser. torstrahe 4. Heimabend.— Eichkamp: Zitadenweg 49.„Marxistisches ABC, II. Teil.— Baumschulenweg: Spielen im Wald.— Johannisthal: 18 Uhr Außen- spiele in der Königsheide.— Friedrichsfclde: Gunterstraße 44. Bunter Abend. — Buchholz: Turnen.— Pankow NF.: Kissingenstraße 48. Lichtbilderabend. Spicltruppe„Der Querschuitt". Die Spieltruppe trifft sich um 8 Uhr in der Turnhalle Lessingstraße zum� Gymnastikabend. Donnerstag, 26. Mai: Die Spieltruppe„Der Querschuitt" heim, Steinmetzstraße 114. trifft sich um 7.Z0 Uhr im Jugend- Reichsbanner„Schwarz-Rot-Gold". D e I ch ä i I s st e I i e: Berlin S 14 Scbastionstr 37-38 Hot 2 Tr. Prenzlauer Berg(Iungbanner). Dienstag, 24. Mai, gulammcn.» kunft an bekannter Stelle.— Friedrichshaiu(Vortrupp). Mittwoch, 25. Mai, 1994 Uhr. Jugendheim Ebertpstraße 12.— Schöncberg-Friedeuau (Kameradschaft Rathaus). Montag, 23. Mai, 20 Uhr, außerordentliche Kamerad- fchaftsversammlung bei Schmidt, Ebersstraße 18.—(Vortrupp.) Dienstag, 24. Mai, Heimabend Iugcndbeim Schöneberg. Hauptstraße.— Nouköllu-Britz (3. Kameradschaft). 20 Uhr Mitgliederversammlungen Montclg, 23. Mai. Zug Ebert bei Krüger. Emserssraße 86, Dienstag. 24. Mai. Zug Löbe. b-i Sckzröder, Steinmetzstraße 52.— Steglitz(Kameradschaften Steglitz. Lickiterfelde und Lank- witz). Montag, 23. Mai. 20 Uhr. Ortsvereinsversammlung bei Schulz. Steglitz, Birkbuschstraße 90. Referent Dr. Reichmann.— Lichtenberg(Iungbanner). Montag, 23. Mai, 20 Uhr, Heimabend Jugendheim Scharnweberstraße 22, v. I, Politische Tagesfragen.— Dienstag, 24. Mai, 19% Uhr. Versammlung des Tambourkorps bei Schwarz, Capriviallee 104, zwecks Neuorganisation. Frühere Mitglieder, sowie Kameraden, die neueintreten wollen, sind eingeladen. KKD., Ortsvereiu Prenzlauer Berg. Montag, 23. Mai, 20 Uhr, VersankM- lung im Altersheim, Buchkontrolle. Reichsbnnd jüdischer Froutsoldatcn, Ortsgruppe Berlin, Dezirk Stadtpark. Montag, 23. Mai, abends 8% Uhr, Vortragsabend Gesellschaftsbaus des Westens, Schöneberg. Hauptstraße 30. Referent Professor Georg Bernhard. Thema:„Die Weltkrise vor der Lausanner Konferenz." Arbeiter-Laienspieler-Verbaud E. V.. Bezirksverband Berlin und Brandekk. bürg. Geschäftsstelle Lichtenberg, Türrschmidtstraße 33. Ortsgruppe 1.„Freie Spicltruppe Berlin." Montag, 23. Mai, 19% Uhr, Jugendheim Lortzingstr. 18. Ortsgruppe 3.„Drunter und drüber." Dienstag, 24. Mai, 19 Uhr, an bekannter Heimstelle. Ortsgruppe 4.„Junge Pioniere." Donnerstag, 26. Mai, 19% Uhr, im Erwerbslosenbeim. In allen Zusammenkünften: Berichte und Verbandsangelegenheiten. Gäste haben Zutritt. Die Berliner Stadtsynode macht im Anzeigenteil ihren Kirchensteuer. Beschluß für das Steuerjahr 1932 bekannt. Anträge auf Stundung, Ermäßi. gung oder Erlaß der Kirchensteuer und des Kirchgeldes sind nicht bei dem Finanzamt, sondern— möglichst schriftlich— bei dem Geschästsführcndcn Aus- schuß der Berliner Stadtsynoae in Verlin-Eharlottenburg 2, Marchstraße 4—5 (für mündliche Anträge Geschäftszeit von 9—13 Uhr), anzubringen. Mündliche Einsprüche werden auch bei den zuständigen Kirchengemeinden entgegen- genommen. Näheres ist auf den Küstereien zu erfahren. W Sportkleider mrn&mea. kansts.Marocain,Aermelu.Krag.m. 4Q 7� färb. T u n f enbes. tt. Sil b erknö pf., St. I•?»/«? Kleider f. Damen, eleg. Form, CrÄpe Amure, plissierter Schal � OQ 7R gesehmackv.Hohlsaumganiier.. St,€**%§ PullOVer f. Damen, reine Wolle Q QC leicht. Spitzenstoß, schöne Farben, 6t. Blusen kür Damen, aus gutem Gröpe marocain(Kunstseide), neuart A Ort Garnierung and Patfärmel... Stück Fesche Damen-Hüte aus dem modernen Zackenstroü. mit O QC hübschen Garnituren.......... Stück XfUJ Elegante Damen-Hüte aus temem Picotstroh, Matelots und �4 Crt Canotiers.................."...Stück Wollmusselln gross« Aas- ■wähl in mehi farbigen Druckmustern. A QQ hell- und dunkelgrundig...... Meter WfQQ Afghalaine ca. I cm i cm breit, reine Wolle, In vielen Q JC Farben...................... Meter Kunstseide mit Baumwolle, � in vielen neuen Druckmustern. 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Mai �932 Qerharl Merrmann IHoflar/ ffirief vom£ande: Tom uns ffiafim fm Jlmih Es gibt da ein altes, lustiges Lied, die jungen Bursä>en singen es in ollen niedersächsischen, mecklenburgischen und märkischen Dörfern, sie singen es so laut, und sie singen es schon so lange, daß es sogar bis in die großen Städte vorgedrungen ist. Sie alle, die Sie dies lesen, kennen es auch: es erzählt von der Kuh des Herrn Pastors, die Ostern dick und drall war und Pfingsten tat im Stall log, deren diverse Fleisch- und Hautteile die unmöglichsten Verwendungen finden— und es macht in der letzten und schönsten Strophe den kühnen Schritt vom Materiellen ins Metaphysische und versichert in gläubiger Logik: „De Seele flog dem Himmel tau— Et was jo ook nc Pasterskauh, Uns Herrn Pastur sin Kauh..' Nun, wenn man, was man wohl darf, die pastörliche Kuh als Symbol des paftörlichen Privatlebens betrachtet: dann darf bei dieser Versicherung, daß auch die Privatangelegenheiten des Seelen- Hirten von vornherein der ewigen Seligkeit würdig seien, die nicht gerade leise Ironie nicht überhört werden. Ach, das Psarrhaus liegt mitten im Dorfs, der Klatsch macht vor ihm nicht halt, er wird vielleicht etlvas leiser, aber er ist dafür um so interessierter, und man stellt nur zu gern fest, daß auch der Herr Pastor„nur ein Mensch" ist— obwohl es dem Betroffenen selbst nie einfiel, das Gegenteil zu� behaupten. Jedenfalls passiert ihn: allerlei Menschliches, er kennt familiäre Streitigkeiten und wirtschaftliche Sorgen und weltliche Freuden und die Aengste vor vorgesetzten Behörden so gut wie der letzte Kossat, und seine Erlebnisse dringen ins Dorf und werden zu Anekdoten und finden vergnügte Erzähler und Zuhörer an den Stammtischen der Dorfkrüge.... Lassen wir wir uns also auch eine davon erzählen, und hören wir schmun- zelnd zu! -k In der winzigen 5kirche des Dörfchens D. herrscht heut« nicht die gewohnte, heilige, nur gelegentlich etwas hüstelnde Stille. Biel- mehr geht ein Wispern durch die Reihen der Kirchcnbcsucher, ein Augenzwinkern, ein Sichzurechtsetzen, um besser nach einer bestinun- ten Stelle blicken zu können— und das, obgleich die Glocken schon ousgewimmcrt haben und der Choral bereits begonnen hat und die quietschenden Töne der alten Orgel im vielfach falschen Gesang brummsiger Männer- und dünner Aliwcibcrstimmen untergehe» und der Herr Pastor gleich kommen muß. Denn nämlich, es ist etwas Unerhörtes geschehen: es ist ein Fremder in der Kirche.... Ein Fremder in der Kirche von D.! Die Kirche von D. ist nicht weiter sehenswert, das Dorf auch nicht, denn das Dorf liegt an einer Kleinbahn-Nebcnstrcckc und ist nichts weniger als ein Para- dies für Sommerfrischler, und seit Menschengedenken ist es nicht passiert, daß ein in D. unbekannter Mensch in der Kirche saß! Und wie er aussieht, der Fremde: er hat einen schwarzen, beinahe seicr- lichc» Anzug an, wenn der auch etwas glänzt und hier und da zer- schlissen scheint, er hat eine Reisciaschc neben sich.(Seit wann geht man mit einer Reisetasche in die Kirche? Warum hat der Fremde sie nicht im Krug abgestellt? Und was muß das für ein hohes Tier fein, daß er so ungeniert mit Gepäck ins Haus des Herrn kommt?) Er hat ein altes, kluges Gesicht mit tiefen Falten um den Mund, der bartlos ist, manchmal sehen alte Komödianten so aus und manchmal betagte Superintendenten, wenn sie in den illustrierte» Blättern abgebildet werden. 5Zciner weiß, woher er kam, er sah schon in der Kirche, als die ersten alten Weiber ein- trafen, die doch gewiß früh kommen: keiner weiß, wer er ist, es ist direkt beunruhigend und ausregend. Jetzt— jetzt kommt der Herr Pastor. Es ist ein junger Herr Pastor: cr ist erst zwei Jahre hier, aber er kennt natürlich jeden aus der Gemeinde, und so sieht er den Fremden sofort, denn der hat sich auf die vorderste Bank gesetzt. Und dem jungen Herrn Pastor süllt das Herz aus dem Talar, denn er, er allein weiß ganz genau, wer der Fremde ist... Kam nicht vorgestern der Brief vom neuen Herrn Gencralsuperintcndenten in R., daß er in den »ochsten Tagen eine Inspektionsreise durch die ihm nunmehr unter- stellten Dorspfarreicn antreten werde, und daß er sich auch gestalten werde, deni Hern Amtsbruder in D. einen Besuch abzustatten? Und nun— und. nun ist er schon da.... So also sieht er aus, der neue Vorgesetzte, eigentlich beinahe gutmütig, aber auch ver- dämmt schlau, und daß er schon heute kommen würde und aus- gerechnet in D. mit seinen Inspektionen den Anfang machen würde, daraus war der junge Herr'Pastor natürlich nicht gesaßt gewesen. und so hat er nur seine Felo-, Wald- und Wiesenpredigt bereit und so gar nichts Lesoi'Hcres.... Mein Gott, was soll das werden? � Es muß gesagt werden, daß der junge Herr Pastor bei der Schriftverlesung ins Stottern kommt, so aufgeregt ist er. Aber es muß auch gesagt werden, daß ihn der Herr Superintendent dennoch aufmerksam und sehr gutmütig ansieht. Das ist ein Trost, wenn auch ein schwacher. Die Schriftvcrlesung wird überstanden, die Ge- meinde singt scheppernd und noch immer unter vielfältigem Wispern und Umheräugen den Choral weiter, der Küster vergreift sich jämmerlich auf den Tasten der Orgel, denn die Befangenheit des Pastors hat ihn natürlich angesteckt, auch er wittert Behörde... Der Herr Superintendent singt mit tiescr, schöner Baßstimme mit, und die Gemeinde singt nun so leise, daß mgn sie kaum nach hört, denn man darf sich doch nicht vordrängen, wenn ein so hoher Herr in der Kirche sitzt, daß er selbst den 5)errn Pastor aus dem Konzept bringt... Zuletzt singt der Fremde ganz allein, und wie er das bemerkt, schweigt er betreten still, und nur die Orgel vollendet den Choral...' � Der junge Herr Pastor hat das alles in der Sakristei gehört, er rennt verzweifelt in dem engen Raum auf und ab: welch mise- rablen Eindruck muß der Superintendent vom liturgischen Teil de- kommen haben, das kann ja nicht gut gehen, das kann ja nicht! Und wenn man sich wegen Unwohlseins wenigstens von der Predigt drücken könnte— aber das kann ja nicht fein, das kann ja nicht! Und die Orgel hat zu Ende gequietscht, und der Pastor ist noch immer in der Sakristei, und nun stürzt er im Eiltempo auf die Kanzel und stolpert die alten, ausgetretenen Treppen hinauf— das muß ja schief gehen, das muß ja!! Nun aber, wie er oben steht und sein Stoßgebet gesprochen hat, geneigt über die Bibel, ein Stoßgebet offen gestanden, in welches heute die Fürbitte für die ganze Gemeinde nicht einbezogen war, ein ganz selbstsllchciges Stoßgebet sozusagen(Lieber Gatt, gib bloß, daß er zufrieden ist!!)— nun packt ihn die Wut und der Mut der Verzweiflung. Er verlieft mit donnernder, zorniger Stimme das Wort der SchVift, leider heißt es gerade:„Selig sind die Sanftmütigen", aber na. ein bißchen heiliger Eiser kann auch vor Sanstmütigen nicht schaden— und dann legt er los, der junge Herr Pastor! So hat ihn seine Gemeinde noch nie gehört, nein, so mach nicht! So laut spricht er— also der alte Knustädt, der immer, wenns donnert, seine Frau fragt, warum die Kuh im Stall so viel brummt, so schwerhörig ist er— also der oersteht jedes Wort. Und die hartnäckigsten Gemüter beugen die Stier- nackcn unter der fürchterlichen Last der Sünden, die ihnen der Herr Pastor heute ausladet, daß es eine Lust ist, und die alte Helmuthen schluchzt, daß die Tränen bis in ihren'Kinnbart laufen. Nein, es ist aber auch zu schön! Nur der Herr Superintendent macht ein ganz friedliches, sanftes, freundliches Gesicht. Kein Wunder freilich, so einen Herrn betrifft ja natürlich das Sündenregister nicht. Immerhin scheint auch er ergriffen, denn er schließt die Augen. So schön ist es also!— denkt die Gemeinde, denkt der Pastor. Jetzt senkt sogar der Herr Super- intendent den Kopf auf die Brust— also endlich ist auch er zerknirscht! Und mit einem innerlichen Ausatmen, das beinahe auch nach außen hörbar ist, geht der Redner auf der Kanzel vom Doynern über in ein lindes, sanstcs Säuseln, und er hat sogar Fassung genug, um sich über seine Frau zu ärgern— als welche den Talar über Winter so eingemottet hat, daß ihm eine ständige, dicke Walke van Mottcnpulvcrgeruch in die schwer atmende Nase steigt, und hätte er doch lieber den alten Talar noch mal angezogen, der gewaschen werden soll— oh, über diese Hausfrauen in: Hause des Herrn! Und währenddessen fließt Oel aus seinen Lippen über die erregten Ge- äier„Stand"' Jelcr Skaitran, Pretoria: Das isi der„Rand" der herben Sleppencinsamkeit. Noch droht am Horizont weiß das Gcädcr Granitzermahl'nen Sdiutis, und Förderräder Drehn wirbelnd sich im Tempo unsrer Zeil. Aufbrüllend mit Fabriksirenensdirci Raudisdiwadcn bluffender Kamine Krümmt sidi die Erde unter der Masdiine, Birst rot in Staub und läßt das Eingeweide frei—. ifjnrL - 7, rsteine, starr in gelbes Gold oerklammt. II ie Karrenfeld in milden Gletsdieriälern, In hohlen Sdiluditen, die sidi sidtlbar sdtmälern, Eismauern gleich, zerrissen, steil, zerschrammt, Türmt sidi die Arbeit liicscnpyramidcn aus Kristall, Reißt grau aus freiem Raum die heißen Städte, Als wenn sie Staub der Steppe ausgespien hätte, Und frißt der Mcnsdien Leben hi.cr wie überall. *) Das Diamantengebiet ara südafrikanischen Randgebirge. mütswogen da unten, alle Köpfe haben sich wieder gehoben und blicken nach oben, nur das weißbelocktc Haupt des Superintendenten bleibt geneigt. Und plötzlich— den jungen Herrn Pfarrer überläuft es— und plötzlich dringt ein Ton durch den Frieden der Kirche— ein Ton, wie wenn einer einen achtbaren Kiefcrnstamm mitten auf dem Altar durchsägte— ein Ton, der unzweifelhaft vom Platz des Herrn Superintendenten herkommt, man kann es genau feststellen, denn er sitzt fast dicht unter der Kanzel— ein Ton, der sich in schrecklich regelmäßigen Abstanden wiederholt— ein Ton, wahrhaft gleichzusetzen der Posaune des jüngsten Gerichts, von welcher der Herr Pastor vorhin so erbaulich gesprochen— nun aber klingt diese Posaune, nun ober ereilt das jüngste Gericht ihn selbst: der Herr Superintendent ist eingeschlafen____ Eingeschlafen: eingeschlafen während seiner Predigt! Das ist das Ende, das Ende der Karriere! Und der junge Herr Pastor hängt übcrgangslos ein„Amen!" an den letzten gesprochenen Satz, ver» gißt die Abkündigungen und verschwindet____ Choral. Und nun zeigt der Küster seine psychologische Meister» schast. Auch er hat natürlich bemerkt, daß der Fremde eingeschlafen ist. Die ganze Gemeinde hat es bemerkt. Aber das ist gleichgültig: wenn nur der Schläfer selbst es nicht merkt. Dazu ist nötig, daß man ihn sanft, unauffällig wecke, ihm eine Brücke aus Musik baue, die ihn aus dem Traum ins Wache geleiten soll, sanft und unmerk- lich. Und der Herr Küster baut ein improvisiertes Orgelvorspiel, gegen dessen feine Nuancierung Max Reger eine glatte Null ist. Ganz, ganz weich beginnt er: wird ganz langsam lauter, und im Spiegel über der Orgel kann er erkennen, daß der Kopf des Fremden sich langsam hebt. Noch etwas laicter: sorgsam abgewogenes An- schwellen bis zum Fortissimo, und nun kraftvolles Einsetzen des Chorals:„Wachet auf, ruft uns die Stimme..." Und der Herr Superintendent ist ausgewacht und singt mit und hat dank der Muse der Musik gewiß gar nicht einmal bemerkt, daß er geschlafen hat____ Der Küster hat ein großes Werk getan! Beim' Segen ist der 5)crr Superintendent also wieder wach. Aber was nützt das dem jungen Herrn Postor? Der bemerkt wütend, daß der Mottenpulverdunst immer unerträglicher wird, beschließt, seiner Frau nachher einen mörderlichen Krach zu machen, spricht ohne jede Hoffnung das Vaterunser und begibt sich rasch ins Pfarrhaus. Dort sinkt er in den Sessel vor seinem Arbeitstisch— jeder Zoll ein Geschlagener: kaum kann er noch anordnen, daß seine Frau für den Herrn Superintendenten mit decken soll: er weiß, vielleicht versöhnt ihn Linas gute Küche____ Es klingelt. Schwer steht der Herr Pastor auf. Er weiß, wer es ist. Er weiß, was nun kommt. Richtig. Draußen steht der Herr Superintendent. Er zieht feinen Schlapphut und sagt: „Ich danke Ihnen recht schön, Herr Pastor. Ich habe nicht oft eine so schöne Predigt gehört." Dem Pastor schwindelt es. Es riecht immer noch betäubend nach Mottenpulver, vielleicht macht das so schwindlig____ „Und daß ich eingeschlafen bin. dürfen Sie mir bitte nicht übel- nehmen, Herr Pastor. Immer, wenn es sehr schön ist, schlafe ich nämlich ein. Ilnd dann der anstrengende Beruf...." Der junge Pastor stottert etwas von„Selbstverständlich..., gar nichts zzp verzeihen..., bitte näherzutreten..." "Asto", sogt der Herr mit den: Schlapphut tief aufatmend. „wenn Sie es mir denn Nicht übelnehmen, 5)crr Pastor, dann wer- den Sie Nur ja wohl auch etwas abkaufe»...?" Und er öffnet seine Reisetasche und hält sie einladend den: Paston vor die Nase. Der junge Herr Pfarrer von D. blickt hinein und fällt in Ohnmacht. Die Tasche ist gefüllt mit— Mottenkugeln.... -i- Dorfpsychologisch interessant ist es, daß der so geistlich aus- sehende 5?crr mit den Mottenkugeln an diesem Sonntag nicht nur im Pfarrhaus, sondern auch im ganzen Dorfe nicht eine einzige Mottenkugel absetzen konnte. Obwohl sie wirklich billig waren____ 3)er din&be, der lernen£ehrer verheimlete tinc chinefifche Shegelchidile/ Ton Man Zongkeny 1. Meine Eltern halten Ausschau. Wenn ich als Chinesin dem Europäer einiges über mein Ehe- leben berichten soll, so muß ich zuerst ein wenig von meiner Lugend erzählen. Mein Herr Vater war ein geschätzter Heilkundiger, besaß eine Drogerie und eine große Teesarm, kurz, er war vermögend genug, mir alle meine kindlichen Wünsche zu erfüllen. Ich war die einzige Tochter und hatte noch drei ältere Brüder. Wie es sich für ein reiches Haus geziemt, hatten wir einen eigenen Lehrer im Hause, der uns mit Sorgfalt betreute und an dem wir mit großer Liebe hingen. Mit l? Jahren konnte ich schon viele Dichtungen, besonders unserer Klassiker auswendig. Aber was nützte mir alles Lernen? Ich war ja nur ein Mädchen! Ich mußte auf einen Mann warten, der mich heiratete. Jahrelang suchten meine Eltern. Es war gewiß nicht leicht. Denn außer Reichtum und einem edlen Charakter sollte mein zukünftiger Mann auch literarische Kenntnisse besitzen. Tag sllr Tag kamen die Heiratsoermittlerinnen, um mich anzusehen. Ich verging fast vor Scham, wenn sie ihre geschäftsmäßig abwägen- den Blicke auf mir ruhen ließen. Manchmal versteckte ich mich ganze Tage lang, um.einmal auf kurz- Zeit den verletzenden Blicken zu entgehen. Ich war bereits 22 Jahre alt geworden, als eines Tages meine Mutter unvermutet zu mir sagte, ich solle mich schön machen und nett sein, denn heute sei der zukünftige Schwiegervater bei uns zu Gast, um mich zu besehen. Schauer der Furcht und der Erwartung schüttelten mich. Ich konnte vor Ausregung den ganzen Tag nichts essen. Mit pochendem Herzen und zitternden Knien schleppte ich mich an: Abend in unser großes Zimmer, in dem mein Vater uiü> sein Gast aus mich warteten. Ich schämte mich so sehr, daß ich den fremden Mann nicht einmal frei ansehen konnte Meine Blicke blieben auf den Fußboden geheftet— ich konnte nicht anders. Nach einigen Minuten stummer Betrachtung wurde ich wieder hinaus- geschickt. Vierzehn Tage lang hörte ich nichts mehr von der Angelegen- hcit, bis mir mein Vater eines Tages ein großes rotes Seidentuch gab, auf das die Verlobungssprllche geschrieben waren. Ich nahm es zögernd: denn die Sprüche waren von meinem Verlobten ge- schrieben. Vielleicht konnten seine Schriftzüge mir ein wenig von seinem Wesen verraten? Er muhte noch sehr jung sein. Ich ver- mutete kaum ISjährig. Am nächsten Tage liehen meine Eltern einen bekannten Stern- deuter in unser Haus kommen, damit er den Hochzeitstag festsetze. Er zögerte erst ein wenig, dann murmelte er, ich sei im Jah�e des Hundes geboren, mein Mann in dem der Schlange, und dieses Verhältnis sei nicht das beste. Mein Mann werde früher sterben als ich, es werde mir immer gut gehen und ich werde überall eine Unterkunft finden. Meinem Mann dagegen sei es bestimmt, sich immer einsam zu fühlen. Trotz dieser schlechten Voraussagen'einigte man sich und setzte den Hochzeitstag auf den 3. März folgenden Jahres fest. 2. 5) o ch z c! t. Sobald unsere Verlobung bekannt gemacht mar, regnete es Ge- schenke von allen Bekannten. Drei Schneiderinnen arbeiteten Tag und Nacht, um alle die Ballen Seide ui»d die anderen Stosse in Prachtgewändcr zu verwandeln. Schon ll) Tage vor der Hochzeit begannen die Vorbereitungen für den Festschmaus. Mehrere Rinder und Schweine wurden ge- schlachtet. Die Feuer erloschen vor Braten, Kochen und Backen weder Tag noch Nacht. Drei Tage vor der Hochzeit füllte sich unser Haus mit Gästen. Es kamen Verwandte, die ich mein Lebtag nicht gesehen hatte, um mir Glück zu wünschen. Am 5zochzcitstage selbst war der 5?of des Hauses überfüllt. Unzählige Menschen umstanden den großen, in der Mitte des.Hofes stehenden, mit Blumen und Speisen geschmückten Tisch, um mich zu erwarten. Ich wurde inzwischen von meiner Tante für die Feierlichkeit geschmückt, geschminkt und immer wieder ermahnt, ja nicht die Kochen Sie MAGGI* Suppen. mIiIiSsm i.—— mm—■—— Sammeln SieMAG6l'6utschdn&.es lohnt sich i mmammmmmmmmmmaammmmmmmmmmmmammmsmmmmmBmmmm Augen zu erheben, sondern knmer sittsam auf die Fußspitzen zu sehen. Als ich heraustrat, sah ich mich meinem Verlobten, der auf der anderen Seite des Tisches stand, gegenüber. Ich machte pflichtgemäß meine drei Knixe vor dem Knaben, der Knabe antwortete mit zwei Knixcn, und wir waren— getraut. Die Verlobungssprüche wurden verlesen. Weitere Zeremonien füllten eine Stunde aus. Dann begann das große Essen. Ich saß mitten unter dreißig jungen Frauen, die alle herzhaft schwatzten. Von ihren Spaßen, ihrem Gekicher und Gelächter hallte der Hof wider. Ich durfte von allen Leckerbissen nur tosten und mußte ein ernstes und unbewegtes Gesicht machen. Ungeduldig ersehnte ich das Ende des Tages herbei. Wer dieses Essen im Hause meines Vaters war nur ein Teil der Festlichkeit. Während der vier Stunden, in denen ich in Be- gleitung eines Onkels in einer Sänft� nach meinem zukünftigen chcim getragen wurde, hatte ich Augenblicke der Ruhe. Dort ange- kommen, erwartete eine ebenso starke und neugierige Menschen- menge meine Ankunft. Nachdem auch hier die Gäste nach Herzens- lust geschmaust hatten, wobei ich wiederum fast nichts zu mir nehmen durfte, konnte ich endlich mein Zimmer aufsuchen. Man führte mich in ein großes Gemach, in dessen vier Ecken je eine Kerze leuchtete. Ich wußte nicht recht, was ich astfangen sollte, setzte mich auf den Bettrand und beschaute die Zimmerein- richtung, deren kostbare Möbel von dem Schein der Kerzen um- spielt wurden. Draußen wurden Stimmen laut. Jemand trat ein. Ich wußte sofort, daß es mein Mann war, ober mein Herz schlug derart, daß ich kein Wort sagen konnte. Auch er schien beklommen. Er setzte sich schweigend in eine Ecke. Bleiern ging die Zeit dahin, bis von draußen eine Stimme mahnte:„Ihr müßt zu Bett gehen, Kinder!" Wortlos folgten wir. Mein Mann schlief sofort«in. Noch lange hörte ich das ruhige Atmen seiner kindlichen Brust... Z. Eine seltsame Ehe. 1-! Tage später reiste mein Mann ab, ohne auch nur ein Wort mit mir gewechselt zu haben. Er ging nach Peking, um dort die moderne Schule zu besuchen. Zweimol im Jahre kam er nach Hause, im Sommer und zu Neujahr. Aber dann hotte er immer soviel zu arbeiten, daß er seine Tage größtenteils am Schreibtisch verbrachte. In der Freizeit spielte er mit seinen Freunden. Um mich kümmerte er sich kaum. Er war so scheu und wußte wohl noch nicht, was ich ihm bedeuten sollte. Vier Jahre lebten wir auf diese Weise nebeneinander her, als eines Tages ein Eilbote aus Peking die Nachricht vom Tode meines Mannes brachte. Eine Speifenoergiftung hatte sein Leben aus- gelöscht. Vier Tag« später traf sein Leichnam ein und wurde auf dem Fomilienfriedhof, der ganz in der Nähe unseres Hauses log, bestattet. Drei Jahre lang besuchte ich Tag für Tag sein Grab. Nach dieser Traucrzeit kehrte ich zu meinen Eltern zurück und lebte ab- wechselnd halbjährlich bei meinen Eltern und bei denen meines ver- storbcnen Mannes. Nach 10 Iahren durfte ich für immer zu meinen Eltern zurückkehren, da ich nur die dritte Schwiegertochter war. ' Wer lange konnte ich mich des Lebens in meinem Geburtshause nicht mehr erfreuen. Meine Eltern starben bald, und meine Brüder unternahmen mit der Erbschaft großzügige Spekulationen, die in kurzer Zeit zum völligen Verlust des Vermögens führten. Ich be- nutzte mein Erbteil, um mich in einem benachbarten Orte anzu- kaufen, wo ich einsam und zurückgezogen, von den Bewohnern als reiche Witwe geehrt, leben konnte. Einige alte Frauen rieten mir oft, mich wieder zu verheiraten. Aber ich glaubte, ich hgtte kein eheliches Glück und schob deshalb alle diese Gedanken weit von mir. Außerdom verbot auch die Sitte einer aus gutem Hause stam- menden Chinesin, an eine Wiederheirat zu denken. Eine solche würde nur dann anerkannt, wenn es einem Manne gelang, eine Witwe mit Gewalt zu entführen oder mit Lift zu überrumpeln. 4. Der geheimnisvolle Knabe. Als ich eines Abends allein in meinem Zimmer war, um, wie üblich, am Stickrahmen die letzten Stunden des Tages zu verbringen, hörte ich plötzlich draußen auf der Straße vor meinem Hause den lauten Schrei eines Jungen. „5)err Lehrer! Ist der Herr Lehrer hier? Herr Lehrer, Sie sollen in die Schule kommen! Herr Lehrer!" Ich dachte zuerst, ein Schuljunge wolle sich einen Spaß machen, und ließ ihn ungestört. Als er aber in meinen Hof eindrang und das Geschrei von neuem begann, verlor ich die Geduld, eilte hinaus und konnte den Knaben gerade noch erwischen. Ich schalt ihn derb und drohte, ihn tüchtig durchzuprügeln, sollte er sich noch einmal Derartiges erlauben. Der Junge— er mochte gegen 14 Jahre alt fein— beteuerte seine Unschuld und sagte: „Wenn Sie unfern Herrn Lehrer nicht bei sich haben, brauchen Sie sich doch nicht so aufzuregen!" Zwei Tage später setzte zur selben Stunde das Gebrüll des Jungen wieder«in, aber diesmal durchdringender und energischer. Voller Wut ergriff ich den erstbesten Stock und sprang hinaus. Wer der Knabe war nicht mehr zu sehen. Am nächsten Abend schloß ich sehr früh das Tor ab und ging zu Bett. Ich dachte darüber nach, was der Junge an den beiden Abenden wßhl von mir gewollt haben mochte, kam aber zu keinem Ergebnis. Plötzlich hörte ich wieder die Stimme. Sie rief noch lauter, so daß es über das ganze Dorf hinweghallte: „Herr Lehrer! Herr Lehrer! Es ist ja skandalös, jeden Abend den Herrn Lehrer hier suchen zu müssen. Herr Lehrer! Herr Lehrer!" Ich sprang wütend auf und eilte, obwohl ich nicht eimnal voll- ständig angezogen war, so leise wie möglich hinaus. Kaum hatte mich der Kiwbe gesehen, als er auch schon davonlief. Ich sprang ihm nach. Nach einigen Sätzen hatte ich ihn erwischt und schlug auf ihn ein. Der Bengel schrie, als wenn er am Spieße steckte. Durch das Gebrüll aufmerksam geworden, rannten die Dorfbewohner zu- sammen. Meiner spärlichen Bekleidung bewußt werdend, faßte ich den Jungen am Kittel und zog ihn unter lautem Gebrüll mit mir. Er sollte mir zeigen, wo sein Lehrer wäre. Ich schloß schnell die weit ausgesperrten Türen, um die Neugierigen aufzuhalten, die uns folgten. Als ich ins Zimmer trat, stand ich wie erstarrt. Ich glaubte Gespenster zu-sehen: denn wirklich, in dem Schotten einer Lampe saß versteckt der Lehrer. Der Junge schrie aus: z.Da ist ja unser Herr Lehrer! Lassen Sie mich los! Was wollen Sie denn eigentlich von mir! Lassen Sie mich los!" Ich hatte mich soweit wieder gesaßt, um erkennen zu können, daß ich den Jungen ohne weiteres nicht wieder fortlaufen lassen konnte. Ich mußte die Angelegenheit geheimhalten, um meinen Ruf zu bewahren. Deshalb beschwor ich den Jungen, ja nichts aus- zuplaudern und bot ihm Geld und Leckereien an. Aber er wies alles zurück. Auf mein flehentliches Bitten hin erklärte er sich schließlich zum Schweigen bereit, wenn ich ihm sofort eigenhändig einen Korb Reiskuchen backen würde. In aller Eile ging ich daran. Während ich buk. machte sich der Lehrer heimlich aus dem Staube. Als ich die Kuchen fertig hatte, riß mir der Junge den Korb aus der Hand und lief ohne ein Wort des Dankes davon. 5. N o ch m a l Hochzeit. Am nächsten Morgen ging ich wie gewöhnlich zum gemeinsamen Dorfbrunnen. Schon von weitem sah ich, daß die Frauen viel zahl- reicher versammelt waren als gewöhnlich. Sie blickten mir gespannt entgegen und schienen aus mein Kommen gewartet zu haben. Oder bildete ich mir das nur ein? Am Brunnen angelangt, kam eine Frau aus mich zu und sagte halb schüchtern, halb freudig bewegt: „Wh. es ist doch schön. Es hätte doch längst schon so sein können. Wir freuen uns auch alle sehr und danken auch schön für die Kuchen, die Sie uns über Nacht geschickt haben. Und dann: Wir gratulieren recht herzlich zu ihrer Verlobung mit unserem Herrn Lehrer. Wir haben es ja schon lange gewünscht, aber haben doch nicht gewagt, Ihnen sowas zu sagen. Und was unser Herr Lehrer ist, der ist ein sehr anständiger Mann, alle Kinder lieben ihn, wir auch. Nun sind Sie doch unsere Frau Lehrer?" Auch die änderen Frauen dankten und gratulierten mir herz- lich, und es herrschte am Brunnen eitel Lust und Freude. Wie im Traum ließ ich alles über mich ergehen, filllte schnell meinen Wassertopf und eilte nach Hause. Langsam dämmerte es mir. Ich begann die Intrige zu ahnen, die man mit mir gespielt hatte. Nach reiflicher Ueberlegung lud ich den Lehrer in mein Haus. und nach kurzer Besprechung waren wir uns darüber einig, in Zukunft zusammen zu leben. Wir rüsteten nun gemeinsam das 5)ochzeitsfest, an dem das ganze Dorf mit Freude teilnahm. Erst nach der Feier erfuhr ich die Geschichte jener Intrige. Der Junge, der vor meinem Hause gerufen hatte, wollte seinem armen, aber heiratslustigen Lehrer zu einer Frau verhelfen. Da er seinem Lehrer eine angesehene und wohlhabende Gattin wünschte, verfiel er auf mich. Der Junge trug dem Lehrer seinen Plan vor. Der Lehrer stimmte ihm nach einigem Zaudern bei. Der Iung« wollt« mich durch sein Schreien reizen und aus dem Hause locken. In der Zwischenzeit sollte der Lehrer in mein Haus eindringen, und wenn ich ihn dort aufgefunden hätte, bliebe mir nichts anderes übrig, als ihn zu heiraten. Um ganz sicher zu sein, hatte der Junge die von mir erhaltenen Kuchen an die Bewohner des Dorfes als erste Hochzeitsgabe verteilt. Somit wurde die Liebe und Verehrung, die sich der Lehrer durch sein Wirken bei seinen Schülern erworben hatte, mit einer Frau belohnt. Auf diese Weise kam ich zu meinem zweiten Mann, mit dem ich noch heute sehr glücklich lebe. guropäifche Jlphorifiiker Ein ApboriSmuS muß gleich einem kleinen Kunstwerk von der umgebenden Welt ganz abgesondert und im sich vollendet sein wie ein Igel. 1. La Rochefoucauld. (Französischer Schriftsteller, 1613— 1680.) Wenn wir keine Fehler hätten, würde uns kaum die Beobachtung der Fehler anderer so viel Vergnügen bereiten. * Man ist niemals weder so glücklich noch so unglücklich wie man sich einbildet. * Wer ohne Vesessenhcit lebt, ist nicht so weise, wie er glaubt. Man vergibt nn gleichen Maß, wie man liebt. * Di« Lust ist unversöhnlicher als der.Haß. ★ Wir haben nicht genug Kraft, um ganz unserer Vernunlt zu folgen. * Nichts gibt man so gerne wie Ratschläge. il? Die rnefften anständigen Frauen sind gleich geheimen Schätzen, die nur in Sicherheit sind, weil man nicht nach ihnen sucht. In der Liebe ist immer derjenige, der zuerst geheilt ist, am besten geheilt. * Unsere Kraft ist größer als unser Wille: und oft bilden wir uns «in, mir um uns vor uns selbst zu enffchnldigen, daß die Dinge seien Vf Der Ruhm großer Männer mißt sich immer an den Mitteln, mit denen sie zu ihm gelangt sind. (Ausgewählt und aus dem Französisdien übertragen ■von J e n s G ri e t e r.) ....... ütaz�ellen und Wohnungen "••••••••• v:./ ............ UeBrf? £«■€*? Scanne? Billige Allelen? Steglitz...... Reinickendorf-West. WelBensee..... 8pandau°Hakenfeldo Charlottenburg... Wilmersdorf.... 2— 4V2 Zimmer, Auskunft: LessingstraBe 10 IVt— 3Va Zimmer, Auskunft: Wacholderstraße 18 I1/»— 3V2 Zimmer, Auskunft: Metzstraße B8 IV«— 3Vi Zimmer, Auskunft: Streitstraße 66 i1/«— 3Vt Z., Ausk: Crusiusstr. 10(Bhf. 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II: Schallplattenkonzert. 11.30: Aus Leipzig: Bach- Konzert. 12.10; Junge Lyrik. 12.20: Aus Breslau; Mittagskonzert. 14; Elternstunde. 14.30:..Die Brückenfrösche" von Annie Gmeyner. 15:..Platz 13... Reihe 13". Hörspiel von Weitz. 16.15: Vom Internationalen Autorennen auf der Avus. 16.40: Klaviermusik. 17.05: Vom Internationalen Autorennen auf der Avus. 17.25: Nachmittagskonzcrt. 18.55: Gottfried Kapp liest aus eigenen ' Werken. 19.20: Sportnachrichten. 19.30; Die Bayreuther Uraufführung des Parsifal. 20; Wagner-Abend. 22: Wetter-, Tages- und Sportnachrichten. De nach: Tanzmusik. Montag, den 23. Mai. 6:- Gymnastik. Anschließend aus Breslau; Frühkonzert. 11.30: Aus-Hannover: Schloßkonzert. 12.30: Wettermeldungen für den Landwirt. 14: Schallplattenkonzert. 15.20: Aus Arbeit und Leben. 15.45; Sport- und Tennismoden. 16.05: Erinnerungen an Tunis. 16.30: Streichquartette. 17.30; Jugendstunde. 17.50; Die Phrase In der Kunst. 18.10: Zehn Minuten Funkhilfe. 18.25: Rätsel der Seele. 18.53: Die Funkstunde teilt mit*..... 19; Stimme zum Tag. 19.10: Kleines Schallplatten-Kabarett. 19.55: Mitteilungen des Arbeitsamtes. 20: Chansons derzeit. 21: Tages- und Sportnachrichten. 21.10: Sinfonie- Konzert. Danach: Tanzmusik. Dienstag, den 24. Mai. *: Gymnastik. Anschließend aus Hamburs: frühkonzert. 11.30: Aus Könissbcrs: Mittasskonzert. 12.30; Die Viertelstunde tür den Landwirt. 14: Schallplattenkonzert. 13.20: Aus Arbeit und Leben. 15.45: Klaviermusik. 16.05:„Was man so saet". 16.30: Tiere in Not. 17; Violinvorträce. 17.30: Per letzte Schultas. 18: Bücherstunde. 18.30: Jusendstunde. 18.53: Die f'unkstundc teilt mit..... 19: Stimme zum Tax. 19.10: Bunter Tanz-Abend. 21: Tages- und Sportnachrichten. 21.10: Slinx zum Gedächtnis. 22: Politische Zcitunfsschau. Mittwoch, den 23. Mai. 6: Gymnastik. Anschließend: Frühkonzert. 11.30: Aus Leipzis: Mittasskonzert. 12.30; Wcttcrmcldunsen für den Landwirt. 14: Schallplattenkonzert. 13.20: Ans Arbeit und Leben. 15.45: Das Seelenleben der Frau. 16.03: Pro- ciamm der Aktuellen Abteiluns. 16.30: Indische Musik. 17.10; Irene Noiret sinrt. 17.30: Jusendstunde. 17.50: Von Autarkie bis Zollunion. 18.15: Gertrud Isolani liest cisene Arbeiten. 18.30:.Beethoven-Konzert. 18.55: Die Funks tundc teilt mit..... 19: Stimme zum Tas. 19.10: Rechlsfrascn des Tascs. 19.35: Funk-Porträt: Ernsl Krcnek. 20: Aus Breslau: Alle und neue 1 ürkenmusiken. 21.10:„Frühlinss-Erwachen" von Wedekind. 22.15: Wettcrv laxes- und Sportnachrichten. Danach: Tanz-Musik. Donnerstag, den 26. Mai. 6: Gymnastik. Anschließend aus Lcipzis: Frühkonzert. 11.30: Aus Bremen: Konzert. 12.30: Die Viertelstunde für den Landwirt. 14: Schallplattenkonzert. 13.20: Ans Arbeit und Leben. 15.45: Sommerarbeiten im Blumen- satten. 16.05:„Pasanini". 16.30: Volkslieder. 17: Klaviermusik. 17.30: Doktor Ueberall erzählt. 17.50: Die Kunst des Schreibens. 18.10: Wirtschafts- Rundschau. 18.30: Das Hambacher Fest.(Zur 100. Wiederkehr am 27. Mai 19.3il 18.55: Die Funkstunde teilt mit... 19: Stimme zum Tas.>9.10: Chorsesänse. 19.30: Mitteilunsen des Arbeitsamtes. 19.35: Zur Lrntcrbaltui»s. 21: Tases- und Sportnachrichten. 21.10: Prosramm der Aktuellen Abteiinns. 21.30; Konzert. Danach; Wiener Tänze. 23: Konzert. Anschließend: Wiener Tänze. Freitag, den 27. Mai. 6: Gymnastik. Anschließend: Frühkonzert. 11,30: Solistenkonzert. 12.30: Wettermeldungen für den Landwirt. 14: Schallplattenkonzert. 15.20: Aus Arbeit und Leben. 15.45: Haben Frauen Humor? 16.05; Vom Training der deutschen Olympiamannschaft. 16.30: Unterhaltungsmusik. 17.25: Eine Viertelstunde Technik. 17.40: Das neue Buch. 17.50: Der Hörer und sein Apparat. 18.05: Dichter der Jugend. 18.30: Das Wochenende. 18.55: Die Funkstunde teilt mit..... 19; Stimme zum Tag. 19.10: Unterhaltungsmusik. 20: Aus Washington: Worüber man in Amerika spricht. 20.15: Aus dem Schloß Monbijou: Im Rahmen der Berliner Kunstwochen. 20.45: ,, Orpheus und Eurydikc" von Krenek. 22.15: Wegweiser ins Wochenende. 22.20: Wetter-, Tages- und Sportnachrichten. Danach: Abendunterhaltung. Sonnabend, den 28. Mai. 6: Gymnastik. Anschließend aus Königsberg: Frühkonzert. II.: Aus Lützen: Von der Feier des 10jährigen Bestehens des Deutschen Evangelischen Kirchenbundes und Gustav-Adolf-Gcdenkfeier.'1.40; Aus Königsberg: Mittagskonzert. 12.30: Wettermeldungen für den Landwirt. 14: Schallplattenkonzert. 15.20: Jugendstunde.- 15.40: Taten der Dichter. 16.05: Populäres Orchester- konzerl. Als Einlage: Zehn Minuten Film. 18: Die Erzählung der Woche. 18.30: Von der bildenden Kunst. 18.50; Mitteilungen des Arbeitsamtes. 18.55: Die Funkstunde teilt mit..... 19: Stimme zum Tag. 19.10: Klaviermusik. 19.40; Für den Siedler und Kleingärtner. 20: Aus Wien: Aus Wiener Operetten. 22: Vom Jahresbankett des Vereins der Ausländischen Presse zu Berlin. Anschließend: Wetter-, Tages- und Sportnachrichten. Danach: Tanzmusik. Königswusterhausen Sonntag, den 22. Mai. Ab 6: Uübertraxunx aus Berlin. II: Ridiard Wasncr an Mathilde Wesendonk, Gedanken eines Liebenden. 11.30: Aus Leipzix: Bach-Kantate. 12.10: Dichterstundc. 12.30: Aus Breslau: Mittagskonzert. 14: Elternstunde. 14.30: Stunde des Landes. 15: Deutsche Landschaften. 15.25: Aus Königsberg: Hach- miltagskonzert. Ab 16.15: Ueberlragung aus Berlin. 19: Vülkcrcharakterc in der Weltliteratur. Dcutschlandsender: 20: Aus Stuttgart:„Don Ccsar*4, Operette von Dcllinger. Anschließend: Ucbcrtrügung aus Berlin. Montag, den 23. Mai. 16; Pädagogischer Funk. 16.30: Aus Berlin: Nachraittagskonzert. Ii. 30: Aus der Oeschicbte der Lithographie. 18: Die Ostsee und ihre Randländer. 18.30; Spanisch für Anfänger. 18.55; Wetterbericht für die Landwirtschalt. 19: Aktuelle Stunde. 19.20: Stunde des Landwirts. 19.35: Der Ausbau des europäischen Rundfunks im Jahre 1932. Dentschlandsendcr: 20: Aus Hannover: Militärkonzert. 21.15: Ans Breslau;„Schlesische Hochzeit im Mai von Karl Sczuka. 22.20: Politische Zeitungsschau. Anschließend; Wetter-, Tages- und Sportnachrichten. Danach: Aus München: Konzert. Dienstag, den 24. Mai. 16.30: Aus Leipzig: Nachmittagskonzert. 17.30: Das M csen des Lebens im licht der heutigen Forschung. 18: Das 1 hema in der Instrumentalmusik. 18.30: Englisch für Fortgeschrittene. 18.55: Wetterbericht für die Landwirt- schalt. 19: Gedanken zur Zeit. 19.35: Weltpolitische Stunde. 20.50: Der demokratische Staat in der Krise. Dcutschlandsender: 20; Ans Königsberg: „Der Holzdieb", Komische Oper von Marschner. 21.15: Schloßkonzert anläßlich der Berliner Kunstwoche. 22.15: Wetter-, Tages- und Sportnachrichten. 22.35: Aus Hamburg: Die Weintraubs spielen. Mittwoch, den 25. Mai. 16: Pädagogischer Funk. 16.30: Aus Hamburg: Nachmittagskonzert. 17.30: Sport bei Mensch und Tier. 18: Das Orchester und seine Instrument;. 18.30: Das Hambacher Nalionalfest. 18.55: Wetterbericht tür die Landwirtschait. 19; Viertelstunde Funktechnik. 19.10: Ueberlragung aus Berlin. 19.40: Stund- des Beamten. Dcutschlandsender: 20: Aus Köln: Musikalisches Durcheinander. 21: Tages- und Sportnachrichten. 21.10: Aus Leipzig: Elbland I", Eine Hörfolge. Anschließend: Ueberlragung aus Berlin. Donnerstag, den 26. Mai. 16: Pädagogischer Funk. 16.30: Aus Berlin: Nachmittagskonzcrt. 17.30: Rückwanderer aus USA. 18: Moderne Flötenmusik. 18.30: Spanisch für Fortgeschrittene. 18.53: Wetterbericht für die Landwirlschalt. 19: Als Theaterleiter im heutigen Sowjet-Rußland. 19.2»: Stunde des Landwirts. Anseht. Ueberlragung aus Berlin. Freitag, den 27. Mai. 16: Pädagogischer Funk. 16.30: Ans Hamburg: Hürbericht aus der Heimstätte des ADGB. Ein blinder Bildhauer und anderes Wundersame. 16.53; Aus Leipzig: Nachmittagskonzcrt. 17.30: Risiko und Lebenssicherung des Menschen der Gegenwart. 18: Deutsch für Deutsche. 18.30: Volkswirtschaftsfunk. 18.55: Wetterbericht für die Landwirtschalt. 19: Aktuelle Stunde. 10.15: Wissenschaftlicher Vortrag für Tierärzte. 19.35: Aus der Praxis des Arbeitsrechts. Deutsehlandsender: 20: Aus Washington: Worüber man in Amerika spricht. 20.15: Aus Königsberg: Konzert. 20.45: Aus Köln;„Rettung". Drama von Hermann Resser. 21.35: Aus Köln: Abendkonzert. Anschließend; Ueberlragung ans Berlin. Sonnabend, den 28. Mai.,* 16: Die Entdeckung der Naturschönheiten. 16.30: Aus Hamburg; Nach, mittagskonzert. 17.30: Viertelstunde für die Gesundheit. 17.50: Das Glatzer Bergland und seine Heilkräfte. 18.05: Musikalische Wochenschau. 18.30; Mo- deine Rasscntlieoricn. 18.55: Wetterbericht für die Landwirtschaft. 19: Englisch für Anfänger. 19.30: Stille Stunde. Anschließend: Uehert ragung aus Berlin. Lhcalcc, Lidtlspiele usw. Sfaafs IheolCT Sonnlag, den 22. Mal Staatsoper Unter tten Linnen 20 Uhr Die Nacht des Schicksais W'n>r Garten- 8 Uhr 15. Flora 3434. Rauöißn orl. Trude Hes'erberg. Fisiher-Köppe. Cläre Eckstein-Truppe. Bil& Bil. 2 Franks, Junetros& Elsie. 12 Deblars. Arthur Hell. Luella Palkln. Julius Kuthan. Mario Saletzki usw. 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SOHNTAG in die Ausstellung c» SONNE LUFTuHAUS FÜRALLE Das schönste Feiertaqs- Erlebnis unabhängig vom Wetter Die große Sommerschau am Funkturm mit dem herrlichen Terrassengarten Ausstellung für Anbouhaus, Kleingarten u n d W o c h e n e n d e 30 Wachsende Häuser 26 Wochenendhäuser 22 Gartenhäuser 22 Muster-Kleingärten Großes Sonntags-Programm tODO— t6.3D Uhi Brand.nburoieuiha Fcchlmei st er schatten Im floreil 17.00—20.00 Uhr tinrelchöre, Massenchöre, Wandat- Meder, 1250 Sänger Deutscher Arbeiter-Sängerbund ab 20.00 Uhr Crofie Abschlufifaler des ADAC-Avus- Rennens. Rennfahrer am Mikrophon Rennwagen auf dem Terrassonreng ilite-feuerwark/ Musik und Tanz Tägitcn von 9— 20 Uhr geöffnet, Funkturm, Funkturmgarfen, Deutsches Dorf u. Terrassen- garten bis 23 Uhr Bekanntmachung. (Kirchensteuer 1932.) Für das LteuerjaHr 1932— umfassend den Zeitraum vom 1. April 1932 bis 31. März 1933— werden im Bereiche der Berliner Stadtsynode mit Genehmigung der kirchlichen und staatlichen Aufsichtsbehörden von den kirchensteuerpflichtigen Evangelischen als Kirchensteuer erhoben a) ein Zuschlag in L»öhe von 10 vom Hundert zur Ein- kommensteuer 1S31 und b) ein Kirchgeld nach Maßgabe der unten angegebenen Grundsätze. Zu a) Die Kirchensteuer wird erhoben als Zuschlag 1. zu den im Kalenderjahre 1931 gemäß§§ 70, 73, 7> des Einkommensteuergesetzes vom 10. August 192ü ein behaltenen und nach§ 77 vorschriftsmäßig abgeführ teu oder verwendeten Lohnsteuerbeträgen. 2. zu der im Einkommensteuerbescheid festgesetzten Eim kommensteuer für das Kalenderjahr 1931 oder für diejenigen vom Kalenderjahre abweichenden Steuer- abschnitte, die im Kalenderjahre 1931 geendet haben. Bei Mischehen wird der evangelische Teil nur von der Hälfte der Einkommensteuer des Ehemannes zur Kirchen- steuer herangezogen, sofern nicht beide Eheleute selbständig Einkommensteuer zu entrichten haben. Zuschläae zur Einkommensteuer bis zu 1 RM. werden nicht veranfägt. Zu b) Das Kirchgeld wird erhoben von allen evangelischen Gemeindegliedern, die im Kalenderjahre 1931 eigenes Einkommen oder eigenes steuerpflichtiges Grund, oder sonstiges Vermögen hatten und die bei Beginn des Rechnungsjahres 20 Jahre alt waren. Das Kirchgeld beträgt bei Gemeinde. gliedern, die im Kalenderjahre 1931 ein- kommenstcuerfrei waren oder deren Einkom» mensteuer 1931 weniger als 12 RM. betrug, 1 RM., deren Einkommensteuer 1931 12 RM. und darüber, aber weniger als 400 RM. betrug, 2 RM., deren Einkommensteuer 1931 400 RM. und darüber, aber weniger als 600 RM. betrug, 4 NM., deren Einkommensteuer 1931 � 600 RM. und darüber, aber weniger als 1000 RM. betrug, 6 RM., deren Einkommensteuer 1931--- 1000 RM. und darüber betrug. 10 RM. Von der Entrichtung des Kirchgeldes sind befreit Ehe- trauen, die nicht dauernd getrennt von ihrem Ehemann leben, sowie Personen, die öffentliche Fürsorge auf Grund der Reichsverordnung über die Fürsorgepflicht vom 13. Fe- bruar 1924(Reichsgcsetzblatt I, Seite 100) genießen, außer wenn sie Einkommensteuer zu entrichten haben. Bei gemischten Ehen hat der evangelische Ehemann das Kirchgeld in voller Höhe zu entrichten. Erwerbslose werden auf Antrag für die Zeit ihrer Er- wcr'bslosigkcit vom Kirchgeld befreit, desgleichen werden wirtschaftliche Notstände besonderer Art bei der Erhebung des Kir6)gcldes auf Antrag Berücksichtigung finden. Die zu entrichtenden Beträge sind in vier gleichen Raten fällig und zwar für Lohnsteucrpflichtige. welche nicht, zur Einkommensteuer veranlagt werden und bei einkommen- steuerfreien Gemeindegliedern am 15. Mai 1932, 15. August 1932, 15. November 1932 und 15. Februar 1933, für die übrigen Pflichtigen gleichzeitig mit den Vorauszahlungen auf die Einkommensteuer am 10. Kuni 1932, 10. September 1932. 10. Dezember 1932 und 10 März 1933. Die Verwaltung und Erhebung der Kirchensteuern ein- schließlich Kirchgeld von den einkommensteucrvflichtigen Per- sonen erfolgt durch die Reichsfinanzverwaltung, die des Kirchgeldes von den cinkommensteuerfreien Personen jedoch durch die Berliner Stadtsynode.| Eine Ahbolung der Kirchensteuer durch Steuererheber findet nicht statt.— Rechtzeitige Zahlung erspart Unkosten und Aerger. Berlin-Eharlottenburg 2. den 18. Mai 1932. Ber Geschästsfiihrende Ausschuß der Berliner Gtadffynode. grz. v. K a t 0 w. Woher? komm t j es�rclaß•; manchcjF rauen,' obwohl� an Lebensjahren jüngere älter ais�ihre�Männert aussehen?. In den meisten Fällen'jtvohl von einer geradezu unver-, ständlichen Unbekümmertheit in'.bezug auf hygienische Forderungen,1' zumal inkkritischen Zeiten. Jede Frau bat doch schon etwasTyon der-Reform- Damenbinde i.Catnella" gehört. Jede Leserin1 muß wissen.' daß eine verjüngende Hygiene nur mit einer Binde.wie die Re- form-Damenbinde',,Camb]la" möglich i ist". Wohlbefinden, o'cherhe'.f, Geborgenheit, seelische Entspan-i nang, Befreiung von Besihwerdea etc.*. sind tdief Annehmlichkeiten der T.Carpeiia'l-HygJene� kein.Wunder, daß. dadurch das Äußere.ciner'.prau gewinnt.�" pCanelia" erfüllt alle Wüoscfec: Höchste Saugfähigkeit Geruch*. bindend. Wundeibarweich, anschmiegend. Schutz vor allen erdenklichen Beschwerden. Schutz vor Erkältungen. Abgerundete Ecken,'1 folglich vorzügliche Paßform. Wäschescimtz. �Wissenschaftlich begutachtet. De,„Camc!.ai'-Güftci � � Aus Seidengummi RMy—.SS'— ÄuS Baumwollgummi RM—.67. Wantong vor minderwer- �„OLMSiig" Kt.,vSMSl!S"I tigen Nachahmungc Di« Ideale Reform-Dafnanbinde. Einfachst und diskraia VernicMuitg.� ■„Cair.alla"icclil" Sch.[6 Stck.) M.-.45 „Populär" Schadit. (10 Stück) „Rogullr" Schadit. 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