BERLIN Freitag 21. Mi 1932 10 Pf. JIr. 246 B 123 49. Jahrgang Erscheint täglich außer Sonntags. Zugleich Abendausgabe des.Vorwärts� BezugSoretS für beide Ausgaben 75 Pf. pro Woche. 3,25 M. pro Mona! (davon 87 Pf. monatlich für Zustellung ins HauS) im voraus »ablbar- Postbezug 3.97 M. einschließlich KV Pf. PostzeitungS' and 72 Pf. Postbestellgebübren. SfuUcu&gajSe xJeb SlnjftgenpretS! Die einwalttge MtMmcierjeile»0 VU Reklamezeile 2.— M. Ermäßigungen nach Tarif. Postfcheckkonla: DorwärlS-Verlag G. m. b. H., Berlin Rr. Z7 536.- Der Bcrlag behält sich daS Recht der Abichnung nicht genehmer Anictzcn rar! Redaktion und Erveditton: Berlin SWS8, Lindcnllr. 3 Fernsprecher! Dönhoff(A 7) 292—297 SA.-Raufbolde an der Arbeit Sozialdemokratischer Redner schwer verletzt E i s e n a ch. 27. Mai.(Eigenbericht.) Am Donnerstagabend kam eS in Dietlas(Rhön) zu einem blutigen Zusammenstoß zwischen National- sozialisten und Sozialdemokraten. Der Zusammenstoß war von den Nationalsoziali st en systema- t i s ch o r g a n i s i e r t. Er wurde bewußt durchgeführt. Die Nationalsozialisten hielten am Donnerstagabend in Dietlas eine öffentliche Versammlung ab. zu der der sozialdemokratische Tiplomlandwirtschaftslehrer Wormbs als Redner erschienen war. WormbS hatte nach dem Vortrag des Nazircfcrenten. hinter dem zunächst eine längere Pause folgte, kaum das Wort ergriffen, als von auswärts ein Lastauto mit SA. eintraf, die in den Saal stürmte und besonders auf Wormbs ein- schlug. WormbS wurde schwer verlebt. Wahr- scheinlich wurde ihm eine Niere verlebt. Außer ihm sind noch weitere sechs Sozialdemokraten schwer verlebt worden. Als das Ucberfallkommando der Landespolizei Gotha eintraf, hatte die Schlägerei bereits ihr Ende gefunden. Der Vorfall selbst hat in der Gemeinde Dietlas ungeheure Empörung hervorgerufen. Slrallund, 27. Mai.(Eigenbericht.) Der im März von Nationalsozialisten unternommene Sturm auf das Geschäftshaus der„Greifswalder Voltszeitung" stand jetzt zur gerichtlichen Verhandlung. Von den sieben Angeklagten wurden vier freigesprochen, während der Student Werner Gehrke zu acht Monaten Ge- f ä n g n i s, der Kaufmann Arthur Manthei zu siebenMonaten Gefängnis und der Arbeiter Otto Hinz zu vier Monaten Gefängnis verurteilt wurden. Braunschweig. 27. Mai.(Eigenbericht.) Am Zreitog war die angeblich ausgelöste SA. wieder unterwegs. Sie zog in Stärke von etwa 120 Mann vor das „Volksfreund"- Gebäude, um Aiederruse aus die Redakteure und heilruse aus Hitler auszubringen. Dann stürmten sie in die Rachbarstraßen. um Schlägereien zu veranstalten. Der sozialdemokratische Oberbürgermeister Böhme, der zufällig des Meges kam, wurde ebenfalls angepöbelt und mit Nieder- rufen empfangen. Ein Gewerkschaftsbeamter wurde von dem nationalsozialistischen Janhagel in Gegenwart eines Polizei- beamten mißhandelt. Als das Ueberfallkommando eintraf. verzog sich die Menge, um in anderen Straßen weiter zu demonstrieren. Die Polizeibeamlen wagten nicht, die Namen der Ruhestörer sestzuskellen, da sie offensichtlich eine Maßregelung durch klagges fürchten. Ein Geschäftsreisender aus Leipzig wurde wegen seines Aussehens ebenfalls in Gegenwart eines Polizeibeamlen beleidigt und beschimpft. Als der Reisende dringend die Hilfe der Polizeibeamlen verlangte, wurde ihm geantwortet, daß er evtl. selber festgenommen werden würde. Beschwerden über das Verhalten der Polizeibeamlen sind eingereicht worden. Kerrl beanstandet... Die llnparteilichkeit des Nazipräsidenten. Wegen des Verhaltens des Vorsitzenden im V a n k a u e r M o r d p r o z e ß hat der Abgeordnete K u t t n e r eine Kleine An- frage eingebracht. Die Anfrage bezog sich auf die gemütlose Aeußerung des Vorsitzenden zu der Frau des von den Nazis ermordeten Landarbeiters Zlugust Vaffy:„N a, S i e leben ja n o ch." In seiner Anfrage hat Genosse Kuttner sich einleitend darauf berufen, daß diese Aeußerung durch die Presse be- richtet wird. Er bekam die an, 21. Mai eingereichte Eingabe mit folgendem Bescheid zurückgereicht: Berlin, den 20. Juni(soll wohl heißen Mai) 1932. Der Herr Präsident hat die allgemeine Angabe„die Presse" ohne nähere Angabe der betreffenden Zei- tungsstelle beanstandet. Die Aeußerung des Vorsitzenden ist von einigen Dutzend Blättern berichtet und kritisiert worden. Selbstverständlich kennt das Justizministerium, an das sich die Anfrage richtet, diese Berichte. Im übrigen kam es gar nicht auf die Zeitungsberichte, sondern auf das Resultat der vom Justizministeriuni einzuziehenden direkten Erkundigungen an. Die Beanstandung der Anfrage durch den Landtagspräsidenten entbehrt jedes Rechtsgrundes. Der Präsident hat nach der Geschäfts- llnbegreiflich! „Oet mir ve Nazi bei de Ausstellung zum Abjeordneten iebajangen ham, wo ickWeltmeesta imEtuhl- schmeißen bin, is eenfach unbejreiflich" ordnung das Recht und die Pflicht, offensichtliche B e l e i d i g u n- gen aus Anfragen zu entfernen, wie sie namentlich von den Nationalsozialisten bisher mit Vorliebe in die Form Kleiner An- fragen eingekleidet wurden. Dagegen steht ihm kein Recht zu. Ab- geordnete zu schulmeistern, die in sachlicher Form Anfragen stellen. Die Anfrage wird nunmehr ohne Bezugnahme auf die Presse von neuem eingebracht werden. Im übrigen dürfte das Verhalten des Landtagspräsidenten noch ein parlamentari- sches Nachspiel haben. Das Befinden Zürgensens. Noch keine wesentliche Besserung. Das Befinden des Genossen Jürgensen, der bei der Nazi- fchlägerei im Landtag schwer verletzt wurde, ist noch keines- wegs befriedigend. Zwar verheilt die Zleifchwunde am Siefer verhältnismäßig gut. doch scheint es. daß Genosse Zürgensen eine Gehirnerschütterung) erlitten hat. Er hatte gestern abend hohes Fieber und phantasierte. Genosse Zürgensen, der die Geschäfte unserer Landtagsfraktion führt, ist als Unbeteiligter durch ein blindlings geschleudertes Wurfgeschoß, wahrscheinlich einen Tischkasten, getroffen worden, dessen scharfe Kanten ihm die schweren Verletzungen beibrachten. Adolf I. inspiziert ein Kriegsschiff. Hitler in Wilhelmshaven. Wilhelmshaven, 27. Mai.(Eigenbericht.) Aufsehen und Unwillen in der Bevölkerung Wilhelmshavens wurde durch einen Empfang Hitlers auf dem Kreuzer„Köln" her- vorgerufen. Hitler kam am Donnerstag mit«inigen Reichs- tagsabgeordneten hier an und wurde vom Kommandanten, dem Kapitän v. Schröder, empfangen, der selbst die Führung über- nahm. Zur Rechtfertigung des Vorgangs wird erklärt, daß der Kreuzer zur Besichtigung freigegeben sei und daß es dem Brauch der Marine entspreche, Reichstagsabgeordnete mit besonderer Höf- lichkeit aufzunehmen. Oes Habichts Beute. Oder der aufgenordete proudhon. Die österreichischen Nazis haben einen Führer aus Deutschland vorgefetzt erhalten. Er heißt Habicht und hat seinen biederen Namen Theodor zu einem modischen Theo beschnitten. Herr Habicht hat eine Sammlung seiner bedeutenden Aufsätze herausgegeben: darin findet man eine Stilübung, die den Titel trägt:„Die Geburt der Nation." Mit einem feierlichen Gelöbnis schließt sie:„Deutsch- land wird leben, und wenn wir auch st erben müssen!" Dieses innige Gelöbnis ist leider nn! cht, sondern— gestohlen. Es stammt von dem dem Nation., zialismus gar nicht zugewandten katholischen Arbeiterdichter Heinrich L e r s ch, der 1911 ein Gedicht„Soldatenabschied" geschrieben hatte, fünf Strophen, und die letzte Zeile jeder Strophe hieß:„D e u t s ch- land muß leben, und wenn wir sterben müssen!" Nicht einmal das Ausrufungszeichen ist von dem Habicht, der be- kanntlich ein kecker Raubvogel ist. Gregor S t r a ß e r, neuerdings Reichstheoretiker des Braunen Hauses, wird ihn belehren können, daß der französische Sozialist Proudhon das Eigentum als Diebstahl definiert hat. Ergänzung des Reichskabinetis. Reichswehrminister Haffe? Ein Mittagsblatt verbreitet die Nachricht, daß der Ge- neral Hasse, Befehlshaber des Gruppenkommandos I der Reichswehr Berlin, zum Reichswehrmini st er aus- ersehen sei. Richtig ist daran, daß Brüning und G r o e- ner den genannten General als einen Mann betrachten, der für das Amt geeignet ist und mit dem sie zusammen- zuarbeiten bereit wären. Ueber seine Ernennung ist jedoch unseres Wissens noch nicht entschieden. Der Berliner Kom- mandeur General Hasse ist übrigens nicht mit jenem General- leutnant von Hasse zu verwechseln, der seinerzeit die Reichs- exekution in Thüringen leitete. Als Nachfolger Warmbolds im Wirtschaftsministe- rium wird wieder der Leipziger Oberbürgermeister G o e r- d e l e r genannt. Dagegen wird es als zweifelhaft hingestellt, ob Groener an der Spitze des Reichsinnenministeriums blei- den wird. Wir glauben aber nicht, daß sich Brüning von Groener trennen kann, ohne den Charakter seines Kabinetts fundamental zu ändern, und wir glauben auch nicht, daß er die Absicht hat, das zu tun. Sozialversicherung in Rot. Oer Ausschuß aber vertagt sich. Der Sozialpolitische Ausschuß des Reichstags trat am Freitag unter dem Vorsitz des nationalsozialistischen Abgeord- ncten Dreher zur Beratung über die Lage der Sozialver- s i ch e r u n g zusammen. Ministerialdirektor Grieser berichtete über die außerordentlich ungünstige Finanzlage der Invaliden- und Unfallversicherung. Auch die Krankenkassen haben durch die Krise eine starke finanzielle Anspannung erfahren. Bei der Angestellten- Versicherung ist ebenfalls eine rückläufige Bewegung in den Bei- tragseingängen zu verzeichnen. Abg. Aushäuser(Soz.) verlangte, daß der Regierungsvertreter über die zur Sanierung der Sozialversicherung bestehenden Pläne des Reichsarbeitsministeriums Auskunft geben soll. Abg. Rädel (Komm.) schloß sich diesem Verlangen an. Abg. Timm(Dntl.) hielt eine Weiterberatung für zwecklos, solange nicht die schriftlichen Unterlagen zu dem Vortrag des Regierungsvertreters unterbreitet werden. Ministerialdirektor Grieser gab auf die Anfrage Aufhäusers die Antwort, daß Pläne der Reichsregierung noch nicht vorlägen. Abg. Graßmann(Soz.) machte alsdann den Vorschlag, in die Diskussion einzutreten, um die Ausfassung im Ausschuß zu klären, während Abg. Schumacher(Rsoz.) beantragte, den Ausschuß auf die nächste Woche zu vertagen, bis die Regierung in der Lage sei, ihre Absichten zur Sanierung der Sozialversicherung bekanntzu- geben. In der Abstimmung wurde dieser Vertagungsantrag gegen die Stimmen der Sozialdemokraten, Kommunisten und des Zentrums angenommen. Anschlag auf ,/Georges Philippar". Eine Höllenmaschine soll an Bord gewesen sein. Das„Journal" gibt in einer Meldung aus Marseille eine Dar- stellung der dortigen Zeitung„Soleil de Marseille" wieder, die behauptet, bei der Zolldurchsuchung in Port Said sei seinerzeit unter dem für den Dampfer„Georges Philippar" bestimmten Gepäck auf Grund einer anonymen Anzeige eine Untersuchung angestellt worden und habe zur Entdeckung einer Höllenmaschine geführt. — Das„Journal" fügt allerdings hinzu, daß man in den Büros der Reederei von dieser Entdeckung, die das Marseiller Blatt meldet, nichts wisse. Unierwelt. Chikagos Unterweltgebieter, Sind nickt von höhrer Ethik frei. Man sdiießl sich gegenseitig nieder, Dock petzt man's nickt der Polizei. Die Nazis und die Kommunisten Sind ebenfalls dnrckaus gewillt, Mit einer Ethik sick zu brüsten, Die nur für sie alleine gilt. Mit Schlägen wird von Nazibanden Die KPD.-Fraktion traktiert. Die ist dann damit einverstanden, Dal? ja dem Täter nichts passiert. Viel lieber mit zerfetzten Händen Das Blut sick aus dem Antliz wiscken, Als daß sie es dem Staate gönnten, in diesen Streit sich einzumischen. Die Nazis lassen sich das schmecken. Es gibt nichts Schön res auf der Welt, Als einen Gegner zuzudecken, Der nichts von den Gerickten hält. Hans Bauer. Geschäft jft Geschäft. Auch das Geld der Dummen ist zu brauchen? Nach diesem Grundsatz Handelt die schwerindustrielle „Deutsche Allgemeine Zeitung", von der bekannt ist, daß sie mit Geldern der Reichsbahn ausgehalten wird. Sie oerschickt Rundschreiben an solche, die nicht alle werden, mit dem dreisten Versuch, aus dem Zusammenbruch der bürgerlichen Parteien und dem Wahlsieg der„sozialistischen" Hitler-Partei für sich Kapital zu schlagen. Wörtlich biedert sie sich so bei den Umworbenen an: Der Kur? geht rechts Das Ergebnis der Preußenrvahlen hat gezeigt, daß das größte deutsche Land eine nationale Regierung will. Die übrigen Länderwahlen weisen denselben Weg. Die Herr- schast der Sozialdemokratie ist beendet. Der Weg zum nationalen Staate ist frei. Jetzt muß der Au s b a u beginnen. In den nächsten Wochen kommt e« mehr denn je darauf an, Sonderwünsche ein- zelner Parteien zurückzustellen unter dem Willen, eine starke und aktionssähige Rechtsregierung zu schaffen. Der lange Kampf, den die„Deutsche Allgemeine Zeitung" für eineeinigeRechte immer geführt hat, muß jetzt das lang ersehnte und notwendige Ergebnis haben. Kein Blatt ist berufener dazu, Wegweiser bei den politischen Entscheidungen der kommenden Wod)en zu sein, als die„DAZ.", die unbeirrbar das Ziel, das jetzt verwirk- licht werden soll, verfolgt hat. Die Anlage ist ganz richtig: Das Schwerkapital läßt durch die„DAZ." die Politik der Nazis betreiben. Hinterher aber sucht das subventionierte Organ den Nazis die Abonnenten zugunsten der Kapitalisten wegzufangen. Eine feine Brüder- schaft, in der Tat! Der Kapiiän verläßt das Gchift. Hinhmann wird unter den Scheinwerfer gestellt. Der Geschäftsführer der oolksparteilichen Reichs- tagsfraktion und Führer der volksparteilichen Jugend „Hindenburgbund", Ernst Hintzmann- Bremen, ein ehe- maliger Marineoffizier, hat vor kurzem ganz plötzlich seinen Austritt aus der Volkspartei und seinen Uebertritt zu Hugenberg vollzogen. Der Aufforderung, nun auch sein Mandat niederzulegen, hat dieser Kapitän jedoch nicht entsprochen. Darauf veröffentlicht die Kreisleitung der Volks- Partei(Wejer-Ems) jetzt eine Erklärung, die für den Militaristen Hintzmann und seinesgleichen besonders nützlich zu lesen ist. In der Erklärung heißt es: Herr Hlntzmann hat 36 Stunden vor der Entscheidung, als seine Partei in einem schweren Kamps gegen red)ts und links stand, seine Partei verlassen... Es steht fest, daß Herr Hlntzmann mehrere Reichstagsabge- ordnete der Deutschen Volkspartei zu bestimmen versucht hat, denselben Schritt zu tun wie er, und ihre Siel- lungnahme sofort der O e f f e n t l l ch k e i t bekanntzu- geben. Einer dieser Abgeordneten hatte diese Aufforderung er- halten, ehe der Parteiführer den Brief über den Austritt Hintz- manns in der Hand haben konnte. Herr Hmtzmann hat noch bis in die letzte Zeit in verschiedenen Parteiversammlungen und auf der Hindenburgkundgebung der Deut- scheu Volkspartei in der Union in Bremen am 10. März d. I. die Dentschnationate votkspartel und besonders ihren Führer Herrn hugenberg, den letzteren, indem er ihn als den größten politischen Schädling bezeichnete, auf das schärfste angegriffen. Jetzt tritt Herr Hintzmann zu eben dieser Partei über, d i e, wie er früher aus- geführt hat, in entscheidender Stunde zusammen- brechen werde.(Aufsatz Hintzmanns im„Schwäbischen Merkur".) Man weiß nicht, wem man mehr Glück wünschen soll: dem Hugenberg zu dem Zuwachs oder dem Hintz- m a n n zu dem Nothafen, in den er als Kapitän eines sinken- den Schiffes geflüchtet ist, nachdem er das Schiff selbst im Stiche ließ!___, Gefängnis für Versicherungsschwindel. Vas Urteil im Prozeß Edinger. Zn dem Prozeß gegen das Ehepaar Edlnger wegen der bestell- len Einbrüche in die Wohnung in der celbnizstrahe verkündete das Schossengercht Ehartottenburg folgendes Urteil: Frau Margarete E d i n g e r und der Kriminalbeamte a. D Erich Rouvel wurden wegen versuchten Versicherungsbetrugs resp, Beihilfe dazu zu je sieben Monaten Gefängnis verurteilt. Die Einbrecher, die Angeklagten Karl D a n z und Bruno N I e r z w i ck i wurden zu Slrafen von vier bzw. sechs Monaten Gefängnis verurteilt. Der Angeklagte Schi- kowskj wurde freigesprochen. Aud) der Börlennvakler Edinger wurde von der Anklage des versuchten Versicherungsbetrugs steige- stachen, da, wie der Vorsitzende diesen Freispruch begründete, in der Hauptoerhandlung Tatsachen bewiesen wurden, die, wenn sie schon süher bekannt gewesen wären, einer Anklageerhebung im Weg« gestanden hätten. Während Sie Frag« der Bewährungsfrist bei den einzelnen Angeklagten noch nachgeprüft werden wird, lehnte das Gericht eine Bewährungsfrist für Frau Edinger ausdrücklich ab. Die Rechnung Hitlers„eidesstattliche" Versicherung/! Die 15. Zivilkammer des Landgerichts I verhandelte heute in Sachen„Welt am Montag" gegen Hitler, Goebbels und das Ham- burger Bürgerschastsmitglied Ahrens. Die„Welt am Montag" hatte eine einstweilige Verfügung beantragt auf Unter- lasiung der Behauptung, daß die in der„Welt am Montag" ver- öffentliche Darstellung, Hitler habe im Kaiserhof für 12 Zimmer, die er und sein engerer Stab im Lause von 10 Tagen bewohnt habe, und sür Beköstigung 1000 ZNark bezahlt, eine Lüge sei Für die„Welt am Montag" war Rechtsanwalt Dr. Prell erschienen, für die Beklagten Rechtsanwalt Dr. Zar- nack. Der Kiogeverlreter führte aus: Die„Welt am Montag" hat am 4 April d. I. eine Rechnung In Höhe von 4048 M. veröffentlicht, die Adolf Hitler im Hotel „Kaiferhof" für Logis und Beköstigung bezahlt hatte. Dieser Veröffentlichung hat die„Welt am Montag" eine Betradztung bei- gefügt, in der sie zum Ausdruck brachte, daß es ein Widerspruch sei, wenn der Führer einer Partei für sich und seinen Stob derartige hohe Summen verausgabe, während er in der Deffentlichkeit für Sparsamkeit eintrete und Führern anderer Partelen ihren angeblich großen Aufwand zum Vorwurf mache. Diese Veröffentlichung der„Welt am Montag" hat Hunderte von Dementis zur Folge gehabt. Von diesen zahllosen Dementis interessieren im Augenblick nur drei: Das Dementi des„Völkischen Beobachters", dessen Herausgeber Hitler ist, das Dementi des„Angriff", als dessen Herousaeber Goebbels zeidznel. und das vom Hamburger Bürger- schaftsmitglied Ahrens unterschriebene Flugblatt. In diesen Dementis wurde erklärt, die Behauptung der„Welt am Montag" sei eine „frech fabrizierte Lüg e". Hitler habe nicht Luxuszimmer im 1. Stock, sondern bescheidene Zimmer im 4. Stock bewohnt. In Verbindung mit diesen Erklärungen hat auch eine eidesstattliche Versicherung von Hilter eine große Rolle gespielt. Die eidesstattliche Versicherung hat zu einer einstweiligen Verfügung gegen ein Nürnberger Blatt(gemeint ist die „Fränkische Tagespost") geführt. Die eidesstattlidie Versicherung erhält in diesem Prozeß eine Bedeutung insofern, als sie sick) mit ihrer Spitze aud) gegen die Klägerin richtet. Hitler hat erklärt: es sei unndstig, daß er für sich für den zehntägigen Aufenthalt im Kaiserhos den Betrag von 4000 Mark gezahlt habe: etwas Aehnliches ist auch nie behauptet worden. Es war die Rede von Hitler und seinem Stabe. Es wäre ab- surd gewesen, zu sagen, Hitler habe die 4000 Mark für sich allein bezahlt. Ferner hat Hitler erklärt, wahr sei vielmehr, daß die Rech- nung eine Fälschung darstelle, wegen der bereits klage erhoben fei. Das letztere ist nicht richtig. Die„Welt am Montag" ist nicht verklagt worden, eben aus diesem Grunde hat die„Welk am Montag" sich gezwungen gesehen, von sich aus Klage zu erheben. Rechtsanwalt Dr. Z a r n a ck bestritt in seiner Erwiderung die passive Legitimation der Beklagten Hitler und Goebbels. Hitler sei zwar Herausgeber des„Völkischen Beobachters", habe aber mehr zu tun, als sämtliche Artikel zu lesen, das sei Aufgabe des verantwort» lichen Schriftleiters. Das gleidze wie von Hitler gelte auch für Goebbels. Während des Reichspräsidentenwahlkampfes haben beide sich größtenteils außerhalb aufgehalten. Sie haben schon aus diesem Grunde von den Dementis ihrer Blätter keine Kenntnis haben können. In sachlicher Hinsicht sei folgendes zu sagen: Die von der„Welt am Montag" veröffentlichte Rechnung stelle tatsächlich eine Fälschung vor. Er sei bereit, unter Beweis zu stellen, daß die ver- ö f f e n t l i ch t e Rechnung nicht von zuständiger Stelle ausgestellt worden sei. Nachdem dieser anscheinend„arische" Dreh von dem Rechts- anwalt Zarnack vorgetragen wordgp war, wendete er sich vom Kaiserhof ?aiserhosrechnung vor dem Landgericht I dem Bekrage selbst zu, der in der Rechnung angegeben war. Dessen Richtigkeit bestreitet er nicht! Cr erklärt, der Artikel der„Well am Montag" habe durch seine Schlagzeile„So lebt Hitler", den A n s d)e i n zu erwecken versucht, daß dieser 4080 M. für sich allein verwendet habe. Nur so ganz nebenbei sei im Artikel erwähnt, daß er die Summe für sich und seinen Stab bezahlt habe. Der Leser habe aber es so auffassen müssen, als sei sie voll und ganz für Hitler verbraucht worden. Daß dem so sei, beweise jchon Hitlers eidesstattliche Versicherung. Vors.: In der eidesstattlichen Versicherung steht aber auch, daß die„Welt am Montag" bereits verklagt sei. R-A. Zar nack: Ja. Der Rechtsanwalt Lütgebrune war bereits mit der Klage beauftragt und hatte den Klageschriftsatz ver- fertigt Vors.: Die klage war aber noch nicht erhoben! Zarnock oersucht w'.eder sich mit einem„arischen" Kniff heraus- zureden: Der Jurist weih, daß die Klageerhebung erst mit deren Zustellung an den Gegner geschehen sei. Der Laie könne das aber nicht wissen. Im übrigen möge man doch gegen Hitler eine Anklage wegen falscher eidesstattlicher Ver- s i ch s r u n g erheben. Was den Beklagten Ahrens betresse, so habe er sich In seinem Flugblalt auf Hitlers eidssflaalliche Persicherung bezogen, er habe keinen Grund gehabt, an deren Richtigkeit zu zweifeln: sie sei ja von seinem Führer abgegeben worden. Im übrigen liege eine Gefahr der Wiederholung der Behauptung, die Darstellung der„Well am Montag" sei eine Lüge, im Augen- blick nicht mehr vor, da ja der Wahlkampf bereits deendet sei. Rechtsanwalt Dr. Prell erwidert auf diese rabulistisch- tolmudtstischen Auojührungen des nationalsozialistischen Anwalts: Die Auslassungen des Gegners sind in keiner Weise sachlicher Natur gewesen. Er hat sich bloß daraus beschränkt, dafür zu plädieren, daß Hitler in der Hitze des Wahlkampfs ver- feh entlich eine falsche eidesstattliche Versicherung abgegeben hat, weil er die Behauptung der Klägerin falsch verstanden hat. Was den großen Aufwand Hitlers betreffe, so sei hier nicht der Ort zu prüfen, ob dieser Aufwand wirklich über- mäßig groß war oder niäzt. Worum es sich in diesem Augenblick handelt, ist, ob der Vorwurf der Lüge zu Recht erhoben worden ist. Es ist zu entscheiden, ob selbst Im Wahlkampf jemand Lügner genannt werden darf, wenn seine Behauptung wahr ist: dafür, daß sie wahr ist, soll der Beweis angetreten werden. Wegen der Zuständigkeit der Beklagten ist zu sagen, daß wenn sich jemand als Herausgeber bezeichnet, er mit seiner Person für die Veröffentlichungen einzutreten hat, besonders wenn es sich um Artikel von politischer Bedeutung handelt. Die hier in Frage kommenden Verössenilichung beschäftigt sich ja aber sogar m i t der Person des Herausgebers. Der Einwand, Hitler fei zur fraglichen Zeit in der Luft geflogen, sei belanglos. Er habe ja ungeachtet der Lustreise seine eidesstattliche Versidjerung abgeben können. Was die Wiederholungsgsfahr betreffe, so bestehe sie so lange, als die Beklagten nicht zugegeben haben, daß die Be- hauptung des Blattes der Wahrheft entspreche. Vors. zu R.-A. Z a r n a ck: Können Sie das Original der Rechnung vorlegen? Zarnack: Nein, im Augenblick bin ich dazu nicht in der Lage. Damit die Parteien ihre Argumente schriftlich niederlegen können, wird ein neuer Termin anberaumt. Der Anregung des Vorsitzenden, auf Grund der neu einzureichenden Schriftsätze die Entscheidung dem Gericht zu überlassen, widerspricht R.-A. Dr. Prell. Eine nochmalige öffentliche Verhandlung sei erwünsäzt. Er habe noch vieles vorzutragen, wolle im Augenblick aber unterlassen, es zu tun. Die Verhandlung wird darauf vertagt. AuSoisd des Staatsanwalts. Oberamtsanwalt Brehm unter Anklage. Das.Schöffengericht Potsdam erlebt heute den seltenen Fall, daß ein Oberamtsanwalt sich wegen fahrlässiger Tötung zu verantworten hat. Der Oberamtsanwalt Brehm soll während einer Uebungsfahrt zwischen Rathenow und Nauen in der Nähe von Rhinsmühlen den Tod des Staatsanwaltschaftsrats Lettner schuldhast verursacht haben. Brehm behauptet, daß die Hauptschuld an dem Unglücksfall dem schlechten Zu st and des Weges und auch dem Umstand zuzuschreiben sei, daß der Polizei- hauptwadftmeistLr Wendler plötzlich den Wagen gebremst habe. Das Gericht wird zu prüfen haben, ob diese Einwendungen richtig sind. An dem Unglückstag befanden sich in dem Wagen außer' dem angeklagten Oberamtsanwalt die Staatsanwälte Lettner und Dr. W o l f f, die Amtsgerichtsräte Förster und Dr. Krön- heim, die einander beim Steuern ablösten, und der Polizeihai�t- Wachtmeister W e n d l e r, der als Sachverständiger die ersten fünf zu beraten hatte. Die Staatsanwälte und Richter gehörten sämtlich zu dem Verkehrsdezernat. Für den Oberamtsanwalt Brehm war es ungefähr die achte Uebungsfahri: seinen Führerschein besaß er bereits seit dem 30. Mai 1929. Er hatte aber verhältnismäßig selten Gelegenheit gehabt, ein Auto zu steuern. Die Fahrt, die gegen 12 Uhr von Verlin losging, wickelte sich anfangs glatt ab. Die Staatsanwaltschaftsräte Lettner und Wolfs und Amtsgerichtsrat Kronheim hatten jeder je 45 Minuten gesteuert, hinter Branden- bürg übernahm Oberamtsanwalt Brehm das Steuerrad. Er fuhr auf freier Landstraße mit einer Geschwindigkeit von 50 bi» 60 Kilo- meter. In der Nähe von Rhinsmühlen bemerkte er am Fuße eines Gefälles einen schwarzen Gegenstand, von dem er mdzt wußte, ob er in Bewegung war oder nicht. Ohne die Geschwindigkeit zu verringern, nahm er den Wagen stark nach rechts, verspürte eine gewisse Unruhe im Steuerrad, hatte auch das Gssuhl, daß der Wagen nach rechts ins Schleudern kommen würde, nahm aber docki nicht Gas weg. Plötzlid) kam der Wagen tatsächlid) ins Schleudern und überschlug sich im nächsten Augenblick— die rechten Räder waren auf den Sommerweg geraten. Staatsanwaltschaftsrat Lettner erlitt einen Schädelbruch, Dr. Kronheim und Wolfs mehr oder minder schwere Verletzungen. Oberamtsanwalt Brehm be- hauptek nun unter anderem, daß die Geschwindigkeit des Wagens nicht mehr als 45 Kilometer betragen habe. Das Gericht tagt in der Nähe der Unglücksstelle und wird auch einen Lokaltermin vornehmen. Eine größere Zahl von Sachverstän- digen und außerordentlich viele Autoverkehrsinteresienten nehmen an den Verhandlungen teil. Eine große Rolle wird bei Erörterung des Sachverhaltes die leidige Frage der Sommerwege spielen, die bereits mehr als einen Unglücksfall verursacht haben. Was wird mii den Beelitzer Heilstätten? personal zunächst vorsorglich zum 1. Oktober gekündigt. Die bekannten Beelitzer Lungenheilstätten, die der Landesoersicherungsanstalt und somit der Invalidenversidierung unterstehen, sind in die Gefahr geraten, zmn 1. Oktober ge- schlössen zu werden. Bon zuständiger Stelle hören wir, daß die Landes oersicherungsansialt sick) angesichts der schlechten finan- ziellen Lage hat entschließen müssen, das Personal der Heilstätten, etwa 40 0 Angestellte und Arbeiter, zunächst vor- sorglich zum 1. Oktober zu kündigen. Damit soll aber nicht gesagt werden, daß die Schließung tatsächlich zum 1. Oktober erfölgen muß und wird, und man glaubt, daß sich die Schließung vermeiden lassen wird, besonders dann, wenn durch die Naiver- ordnung oder durch die Hilfe des Reickzs eine finanzielle Erleidste- rung eintritt. Zur Zeit ist die Anstalt, die 1500 Kranke aufnehmen kann, nur mit 600 Kranken belegt. Im KrastWerk-West köSlich verunglücki! Im Hafen des Kraftwerkes West in Siemens st adt ereig- nete sich heute vormittag ein tödlicher Unfall. Der 31 Jahre alte Maler Kurt Grohmann aus der Thomasstr. 26 war an den Hafenanlagen mit Arbeiten beschäftigt, die er von einem Kahn aus vornehmen muhte. Als G. später anlegen wollte, um auszusteigen, verlor er das Gleichgewicht und stürzte ins Wasser. Der Ver- ungliickie erlitt einen Herzschlag und ging sofort unter. Die Leiche wurde von der Feuerwehr bald geborgen und ins Spandauer Sdzauhaus gebracht. GchiffskaiasiropHe an öerAmerika-Küfle 6000 Tonnen-Äampfer untergegangen N e w Y o r r, 27. Mai. Nach einem Funkspruch vom Küstendampfer„Chat- t a n o o g a" ist dieser bei dichtem Nebel zwischen Block Island und Long Island mit dem Svvv-Tonnen- Dampfer„G r c c i a n" z u s a m m e n g e st o ß e n. Die „Grerian" ist sofort untergegangen, die„Chatta- nooga" nimmt die Ueberlebenden auf. An der Rettung der Schiffbrüchigen beteiligten sich auch Boote des Dampfers„City of Birmingham". Nazis gegen Rechtspflege. freister als ihr Äefchüher Die Schlägereien und Tumulte haben— außer der Roheit des Vorgangs— noch eine ungünstige Wirkung: sie löschen die Erinne- rung an das aus, was vorangegangen ist. Ohne die Saal- schlacht im Landtag würden wahrscheinlich die ungeheuren Ausfäll? der Nationalsozialisten Freisler und Kube gegen die Rechts- Pflege weit lebhaftere Beachtung gefunden haben. Sie müssen aber mit aller Klarheit festgehalten werden, weil ja die Nationalsozialisten gegen das„System" den Vorwurf erheben, die Justiz auf illegalem Wege zu beeinflussen. Die Freisler und Kube haben nun bewiesen, was die Nationalsozialisten unter einer„unbeeinflußten" Justiz verstehen. Der Abgeordnete Kube. der bereits im vergangenen Landtag von einer..Verlumpung der preußischen Richter" gesprochen hat, erklärte jetzt als„Führer der stärksten Fraktion"(was er stets mit ge- schwollenem Stolz hervorhebt), daß..30 pro,, aller preußischen Staatsanwälte wegen bewußter Rechtsbeugung auf die Anklagebank gehören", und zwar einzig und allein aus dem Grunde, weil sie Staatsanwälte finden, die gegen nationalsozialistische Totschläger, Landfriedensbrecher, Rohheitstäter und Verleumder die g e b ü h- r enden Strasanträge stellen. Wenn Kube, der sich ja heute nicht mehr darauf hinausreden kann, daß er ein beliebiger Irgend- wer sei, gegen diese Staatsanwälte Anklage wegen eines mit Zuchthaus bedrohten Verbrechens verlangt, so ist das ein Einschüchterungsversuch gegen die Justiz, dem nichts ähnliches aus der Vergangenheit an die Seite gestellt werden kann. Freisler, selber Rechtsanwalt und Volljurist, verlangte seinerseits, daß der Landtag ohne jede Sachkenntnis, nur auf ein von Freisler verlesenes Telegramm(!) hin, zwischen den An- trägen des Staatsanwalts und der Urteilsfällung des Schwurgerichts in die chückeswagener Mordsache eingreifen solle. Ohne auch nur mit einem Wort den Sachverhalt darzutun, erklärte dieser „Rechtsvertreter" mit schreiender Pachetik, daß soeben der Staats- anwalt Zuchtshausstrasen von 7 bis 3 Iahren gegen gänzlich„un- schuldige" Nationalsozialisten beantragt habe, die„nur in Not- wehr" gehandelt hätten. Auf diese Angaben hin, die bereits 24 Stunden später durch das Gerichtsurteil glatt widerlegt waren. sollte der Landtag eine Demonstration gegen den Wuppertaler Staatsanwalt unternehmen, die natürlich nur den Zweck haben konnte, eine entsprechende Pression aus das Gericht auszuüben. Man begreift den Aufschrei der„Kölnischen Volkszeitung": Ein schöner Anfang der nationalsoziali st ischen Justiz- reform!— Die Iustistverwaltung liegt seit 1319 in den Händen zentrümlicher Minister Es wird immerhin«ine delikate Frage für das Zentrum fein, ob es die Rechtspflege an diese„Beschützer" ausliefern und gleichzeitig sich dafür prügeln lassen will, daß es bisher mit bemüht gewesen ist, die Unabhängigkeit der Rechtspflege zu wahren. Spiel im Schloß. Kleiber und Fridericus Rex. Im Rahmen der von der Stadt veranstalteten„Berliner Kunstwoch« 133 2"(über die noch zu sprechen sein wird) gibt es vier sogenannte„Schloßmufiken": die zwei ersten von der Stpatsopernkapelle ausgeführt, von Erich K l« i b e r drrigjeft. Das Ganze ist für Leute: die für Talmiromantik schwärmen, hübsch anzusehen und anzuhören: Fackeltragende Studenten säumen den Schlllterhof des Stadtschlosses, wie in alter Zeit klingen Plaßsche Posaunenchöre: dann wird alte Musik gespielt, große und kleine Meister, starke und schwache Stück« ein wenig wild durcheinander und ohne allzu vieles Stilgefühl— das ja im Grunde der ganzen Sache mangelt. Was in Salzburg, Rothenburg, Würzburg sich dem Stadtbild organisch einfügt, was am Wiener Ballhausplatz immer noch sinnvoll ist, das ist nicht ohne werteres nach Berlin zu über- tragen. Der geistige Schutzpatron der Veranstaltung scheint übrigens jener König Friedrich zu fein, den alle diejenigen den Großen nennen, denen die Zeiten der Vergangenheit ein Buch mit sieben Siegeln sind. Eine Sinfonie, ein Flötenlonzert dieses Friedrich am Anfang, zum Schluß dann(man traut seinen Ohren kaum) nach Abwicklung des Programms von Kleiber als bereitwillige Zugabe jedesmal gespendet: der Fridericus-Rex- Marsch mit Pauken und Trompeten— das ist doch etwas zuviel des Guten. Das ist nicht mehr romantische Vergangenheit, das ist„der Herren eigner Geist", den sie den Geist der Zeiten heißen, das ist Politik und Provokation, Propaganda für das Dritte Reich mit den Mitteln des abfolu- tistijchen Jahrhunderts, die von den Parteifreunden Kleibers wohl verstanden und mit brausendem Beifall quittiert wurde. Soweit Erich Kleibers„Spiel im Schloß". Es wird nicht ohn« Nachspiel bleiben— das er nicht dirigieren wird. Was bringt der Reichsetat? Einiges aus dem Haushaltsplan des Meiches Otto Bruder:„Das Erbe". LlrauffüOrung im Alten Theater Leipzig. Otto Bruder ist aus der Laienspiclbewegung hervorgegangen, auch das im Alten Theater zu Leipzig mit einem Achtungserfolge uraufgeführte„mythische Spiel":„Das Erbe" ist ursprünglich für Laienspieler gedacht.— Auf Husung, dem ohne Männer verfallen- den Hof. wartet die Herrin auf die Heimkehr ihres Sohnes aus dem Kriege. In einer Erinnerungsnacht gibt sie zwei um Obdach bitten- den Fremden den Hof zum Erbe. Der eine ist ein Bauernsohn ohne Gut, der andere ein Proletarier ohne Heimat. Der Bauer will allein herrschen und verachtet den Arbeiter; der Arbeiter will das Gut mit allen Brüdern der Landstraße und der Fabriken teilen. Die Warnung, daß Zwietracht den Untergang der Heimat bedeute, nützt nichts, der Bauer ersticht den Arbeiter, die Herrin zündet den Hof an und alle verbrennen. 1 Otto Bruder hat eine starke Neigung zu der Art„Volkheit". die man Nationalkommunismus zu nennen pflegt. An seinem Ver- söhnungswillen kann man kaum zweifeln. Sein Bauer ist un- sympathischer als sein Arbeiter. Daß dieser später schnapsberauscht reden muß, senkt das Niveau des Stückes, wie denn überhaupt die edle Absicht, zur Eintracht zwischen Arbeitern und Bauern zu mahnen, an sprachlichen Unzulänglichkeiten scheitert. Die Nach- ahmung vieler Vorbilder hat Bruher in einen krampfigen Ton hineingetrieben, und die Ueberbelastung mit Symbolen, biblischen, sozialen, rassischen, mythischen und hygienischen, bewirkt zuletzt den Eindruck ergebnisloser Konfusion. So ergibt sich auch im Litera- rischen bei einem ehrlichen sympathischen Autor das typische Bild der völkischen Bewegung: mit großen Worten behangener Dilettantismus._ H. W, E'ne Haydn-Sedächknisausstellung. Fürst Esterhozy hat sich ent- schlössen, aus seinen t>oydn-Reliquien in seinem Schloß in Eisen- stadt, der Landeshauptstadt des Burgenlandes, eine Haydn-Ss- dächtnieausstellung zu veranstalten. Die Eröffnung wird am 1. Juni stattfinden und einen Teil der Feierlichkeiten biloen. die aus Anlaß der Uebersllhrung der Gebeine Haydns in das neu- errichtete Mausoleum in Etsenstadt vorbereitet werden. Während schon vor einigen Tagen amtlich mitgeteilt worden ist. daß nunmehr der gesamte Reichsetat für 133? vom Kabinett verab- schiedet worden sei. hat der Reichsrat noch immer nicht alle Etats erhalten. Es fehlen die Etats des Reichsarbeitsmini- st e r i n m s. der Allgemeinen Zinanzoerwaltung und der Kriegslasten, die auch noch gar nicht endgültig vom Kabinett verabschiedet sind, weil ihre Gestaltung in wesentlichen Teilen von den Beschlüssen des Kabinetts zur Frage der Arbeitsbeschaffung abhängt. Die Gesamtzahlen beider Etats dürften allerdings feststehen. Aber es ist noch nicht sicher, ob bestimmte Ausgaben für die Arbeitsbeschaffung den Kommunen zur freien Verfügung über- lassen werden, oder ob sie im Etat des Reichsarbeitsministeriums zur Verausgabung durch den Reichsarbeilsminister kommen. Der Ansatz für die K r i s e n f ü r s o r g e im Etat des Reichs- arbeitsministeriums wird sich voraussichtlich zwischen 8S0 und 880 Millionen Mark halten. Ueber die Gestaltung des Etats des Reichs- arbeitsministeriums lassen sich aber heute auch einige andere An- gaben machen. Die Ausgaben für Wohnungs- und Sied- l u n g s w e s e n sind um 1,6 Millionen Mark höher als im ver- gangenen Jahr. Sie belaufen sich jetzt auf rund 14 Millionen. Der größere Teil der Erhöhung kommt dem Siedlungswesen zugute. Die Beträge des Kapitels Arbeitslosenversicherung und Krisenfürsorge sind aus den oben angegebenen Gründen noch unsicher. Für die wertschafsende Erwerbslosenfürsorge stehen wegen des Ueberganges ihrer Aufgaben auf die Deutsche Gesellschaft für öffentliche Arbeiten nur noch rund 2 Millionen Mark zur Verfügung, das sind fast 23 Millionen Mark weniger als im vergangenen Jahr. Der Zuschuß an die R e i ch s a n st a l t für Arbeitslosenversicherung für die Durchführung der Krifenfürforge ist mit rund 40 Millionen Mark angesetzt. Dafür, daß im Steinkohlenbergbau die Beiträge zur Arbeitslosenversicherung gestrichen worden sind, die Versicherung aber weiter läuft, werden an die Reichsanstalt 8 Millionen Mark zusätzlich gezahlt. Weggefallen ist ein Ansatz von 2 Millionen für Entschädigungen an gewerbsmäßige Stellenvermittler für Aufgabe ihres Gewerbes, weil sich herausgestellt hat, daß in fast allen Fällen die Stellenvermittler die Zahlung einer dauernden Altersrente einer einmaligen Kapital- abfindung vorgezogen haben. Für die Rentenzahlung reichen aber die Reste aus den vergangenen Jahren noch aus. Bei den Fonds, die der allgemeinen Wohlfahrtspflege- dienen, sind hier ebenfalls Abstriche vorgenommen worden. Sie betragen bei der Kleinrentnerhilfe 7 Millionen Mark. Es werden jetzt noch 28 Millionen Mark vom Reich für Kleinrentnerfürsorge ausge- geben. Die Zuschüsse an Empfänger von Werkspensionen werden um 50 000 Mark auf 3 450 000 Mark herabgesetzt. Die Ausgaben zur Förderung von Einrichtungen der Fürsorge für Erwerbsbeschränkte usw. sind von 1425 000 Mark auf 1 Million herabgesetzt worden. Die Ausgaben für Anstalten und Einrichtungen der privaten Wohlfahrtspflege bkeibrn jedoch mit 1,8 Millionen auf der Höhe des Vorjahres. Bemerkenswert ist noch ein Abstrich an den Ansätzen zur Untersuchung der Gesundheitsverhältnisse der Arbeit- nehmer und zur Erhaltung der Versuchsgrubengesellschaft, die von 380 000 auf 247 000 Mark herabgesetzt worden sind. Schließlich vermindern sich die Reichszuschllsse zu den Renten der Invaliden- Versicherung und die Steigerungsbeträge der Invalidenversicherung um 12,8 auf 334,4 Millionen Mark. Eine abschließende Dar- stellung kann aber erst nach seiner endgültigen Verabschiedung durch das Reichskabinett erfolgen. Der Etat des Reichswirlschaftsministeriums ist mit 12,5 Millionen Mark um rund 400 000 Mark niedriger, als im vergangenen Jahre. Dabei betragen aber die gesamten Ein- sparungen im Etat des Wirtschaftsministeriums rund 1 Million, und außerdem sind noch Cinnahmeerhöhungen von ungefähr 60 000 Mark zu verzeichnen. Daß der Gesamtetat des Wirtschaftsministe- riums nur um etwas über ein Drittel der Einsparungen geringer ist, hängt damit zusammen, daß im Etat für 1332 einige neue Aus- gabeansätze enthalten sind. Für die Förderung der Leipziger Messe werden 500 000 Mark gefordert. Bekanntlich hat der Reichstag die Bezufchusfung der Leipziger Messe in den letzten Jahren stets abgelehnt. In diesem Jahr wird die Anforderung von Mitteln damit begründet, daß ohne Reichszuschüsse die Leip- ziger Messe übermäßig eingeschränkt werden und in einzelnen Teilen ausfallen müsse. Bei der Einstellung des Reichsrats ist es nicht unwahrscheinlich, daß der Ausgabeansatz für die Leipziger Messe dem Kabinettsvorschlag gegenüber sogar noch erhöht wird. Ferner enthält der Etat des Reichswirtschaftsministeriums eine Mehrausgabe von 280 000 Mark für das Reichskuratorium für Wirtschaftlichkeit und Neuausgaben von 44 000 Mark zur Erhaltung der Betriebseinrichtungen auf der W e n z e s l a u s- grübe, sowie 24 000 Mark für die Kosten des neuen Ausschusses für die Auslandsschulden. Der Zuschußbedarf des Reichsfinanzmmisteriums ist mit 244 Millionen Mark um 29,5 Millionen niedriger als im Jahre 1931. Alle Einsparungen sind bei den fortlaufenden Aus- gaben gemacht worden. Allein im Etat der Landesfinanzämter werden 38 Millionen gespart, die allerdings fast ausschließlich auf der Verminderung der Beamtenbesoldung beruhen. Der Dispo- sitionsfonds des Reichspräsidenten in Höhe von 1,5 Millionen ist nicht gekürzt worden. Dagegen sind die Gewinne des Reichs aus Wirtfchaftsbeteiligungen um 2,9 Millionen Mark nie- driger als im vergangenen Jahr angesetzt. An die Deutsche Werke Kiel A.-G. soll im Jahre 1332 eine Beihilfe von 1750 000 Mark gegen 2 000 000 Mark im vergangenen Jahre ge- zahlt werden. Zum Erwerb junger Aktien der großen Dach- gesellschast des Reichs für feine Wirtschaftsbetriebe, der Viag, werden 1332 4,3 Millionen mehr benötigt als im Vorjahre. Die Ausgaben der Reichsfinanzverwaltung für Bauten betragen im Jahre 1932 2,2 Millionen, nur eine Kleinigkeit weniger als 1931. Auch hier macht sich der allgemeine Rückgang der Bautätigkeit stark bemerkbar, deniz�noch im Jahre 1930 waren rund 6 Millionen für diese Zwecke im Etat angesetzt. Der Etat der Reichskanzlei beträgt für 1932 1,3 Mil- lionen, 211 000 Mark weniger als im Jahre 1331. Der R e p r ä- s e n t a t i o n s- und der Dispositionsfonds des Reichs- kanzlers sind um zusammen 13 000 Mark, die Ausgaben für die Aufklärungsarbeit der Reichszentrale für Heimat- d i e n st um 20 000 Mark gekürzt worden. Ein Blick ins Llnerforfchte. Vortrag Prof. Bavinks. Auf Einladung der„Gesellschaft für Wissenschaft- liche Philosophie" sprach der Bielefelder Naturphilosoph Prof. B a v i n k, der als Herausgeber der Zeitschrift„Unsere Welt" und als Verfasser des Standardwerkes„Ergebnisse und Probleme der Naturwissenschasten" weiten Kreisen bekannt ist, über ein wahr- Haft philosophisches Problem: wie lassen sich die heute noch so völlig getrennt scheinenden Gebiete der Physik, Biologie und Psychologie unter einen Hut bringen, die eigentlich alle die gleichen Probleme behandeln und engstens zusammengehören? Was zunächst die Welt der Materie und die der Lebensvor- gänge, Physik und Biologie also angeht, so seien alle bisherigen Versuche, den Zusammenhang dieser beiden Welten begreiflich zu machen, daran gescheitert, daß es uns an einer übergreifenden Be- griffsbildung fehlt, die erst geschaffen werden muß. Vielleicht sei die Zeit nicht mehr fern, wo es eine Mathematik geben werde, die an Stelle des Begriffs der Größe den der Form oder der Gestalt fetzt. Mit diesem Gestalts- oder Formbegriff werde man dann imstande sein, das wirtlich zu leisten, was die Philosophen zu allen Zeiten erstrebt haben: nämlich Materie und Leben als Einheit zu begreifen. Nicht weniger Zukunftsmusik ist der Lösungsversuch des Leib- Seelc-Problems, des philosophischen Lieblingsproblems aller Zeiten. Leicht gemacht haben es sich die Positivsten, die das Problem einfach geleugnet haben, alle anderen Richtungen aber haben sich seit je vergeblich bemüht, den Zusammenhang zwischen Körper und Seele, Physischem und Psychischen aufzudecken und landeten immer wieder bei krassem Materialismus oder offnungslosem Dualismus. Beim heutigen Stand der Physik aber, so meint Prof. Bavink. brauchen wir dieses Problem nicht so hossnungslos anzusehen. Früher war es wohl so, daß die Welt der materiellen Atome, die Substanz also und das Seelische sich fremd gegenüberstanden. Was hat aber die neuere Physik von dem alten Substanzbegrisf überhaupt noch übrig- gelassen? Grundgedanke der modernen Physik ist: Die Welt besteht aus Wirkungsquonten. Ihre Gesamtheit füllt Raum und Zeit gleichzeitig aus Es gibt nur Substanz und Vorgänge in einem. Kann man sich nun nicht begnügen, statt von einem substanzieUen„Etwas" zu sprechen, aus dem die Welt besteht, letzte Anordnungen oder Formen zu sagen? Dann haben die Physiker vielleicht nichts mehr dagegen, wenn die Biologen behaupten: dieses Etwas sei seelischer Natur. Der Referent war sich klar, daß er mit den vorgetragenen Ideen einen Schritt ins Unersorschliche gewagt hat, daß die Forschung die übergreifende Begrisssbildung, die er kühn voraus- gesetzt hat, erst in vorsichtiger Forfcherarbeit schaffen muh. Aber soll es dem Philosophen, so fragt er mit Recht, nicht gestattet sein. eine schon eingeschlagene Richtung schneller zu Ende zu denken, als die Forschung dies vermag, soll er nicht Anreger und Wegweiser sein dürfen?__ Dr- L- H- Englische Goldene Medaille für den Film„Kameradschaft". Die Goldene Medaille der englischen Fakultät der Schönen Künste ist dem deutschen Film„Kameradschaft" als dem„bemerkenswerte- sten Film des Jahre» 1931" zugesprochen worden. Staat und Volksbühne. Nationalsozialistische Lustsiöße. „Der Angriff" richtete in seiner Ausgabe vom 25. Mai d. I. gegen den preußischen Finanzminister Angrifs« wegen Maßnahmen, die die Zahlungsverpflichtungen des preußischen Staates gegenüber der Volksbühne aus dem Abfindungsvertrag zwischen dieser Orza- nisation und dem preußischen Staat aus Anlaß der Schließung der Oper am Platz der Republik betresfen. Wie der Amtliche Preußische Pressedienst feststellt, übergeht„Der Angriff" dabei die Tatsache, daß der vom Landtag genehmigte Ver- trag die Staatsregierung ermächtigt, eine erste Abfindungsrate von 450 000 M. bereits am 1. April 1332 zu zahlen. Von dieser Er- mächtigung hat die Staatsregierung Gebrauch gemacht, weil sie dadurch.wesentliche Vorteile für den Staat erzielte. Die Volksbühne hat sich nämlich daraufhin damit einverstanden er- klärt, die ihr zustehende Abfindungssumme um 100 000 M. zu vermindern und ihr Mitbenutzungsrecht an der Linden-Oper um mehrere Jahre zu kürzen. Ueberdies hat die Volksbühne sich damit einverstanden erklärt, daß die nach dem Vertrag am 1. April 1932 und 1333 fälligen Zahlungen um je ein Jahr hinausgeschoben werden. Weiterhin ist die Zahlung der zweiten Absindungsrate davon abhängig gemacht worden, daß die Volksbühne am 1. April 1933 noch besteht und bis dahin ihren Verpflichtungen nachgekommen ist. Die Auszahlung des Betrages von 450 000 M. am 1. April 1932 ist daher lediglich eine Ausführung des Vertrages vom 11. Dezember 1930, die im Interesse des Staates lag. Weder handelte es sich um den Abschluß eines neuen Vertrages noch war die Genehmigung des Preußischen Landtags oder gar eine Not- Verordnung erforderlich, wie. Der Angriff" meint. Ebenso haltlos wie die Vorwürfe wegen der Vereinbarung mit der Volksbühne sind die Ausführungen des„Angriff" über die Mit- Wirkung der Deutschen Landmannbank. Die Geschäfts- beziehungen zwischen der Volksbühne und der Landmannbank beruhen auf rein bankmäßiger Grundlage. Sie sind unabhängig von der Leitung der Landmannbank, da sie bereits vor dem Amts- antritt des in dem Artikel des„Angriff" genannten neuen Direktors der Landmannbank eingeleitet worden waren. Kinder spielen»nd singen i» der Volksbühne. Sonntaavormittag 11 Uhr findet in der Volksbühne ein Konzert der K i n d e r ch ö r e der Welt. l i ch e n Schulen und des Berliner Volkschorß statt zur Unter- stüvnng bedürftiger Kinder. Dargeboten werden Bewegungsspiele und Lebr. stücke für Kinder und Erwachsene. Der Kinderchor des Berliner Volks- chors wiederholt Paul Dessaus„Tadel der Unzuverlässiakeit" und„Das Eisenbcchnspicl", und Vaul H ö f s c r s„Matroicnspiel". Die Bcwcgunqs- regle führt wiederum Otto Zimmermann, die musikalische Leitung hat Walter Hanel. Den zweiten Teil des Pwaramms bestreiten die Kinder der weltlichen Schulen mit„Welle Musik von Allan Gray. Karten beim Deutschen Arbeiter-Sängerbund, Wallstr. 58 sIannowitz 5596 und 0767) zu 60 Pf. und 1 M. und an der Tageskasse zum Preis von 1 und 2 Mk. Im Saalgeschoh de« Kaiser-Fricdrich-Museums ist ein spanisches Kabinett eingerichtet worden, das vor allem mittelalterliche Werke der 1913 dem Museum geschenkten Sammlung Janies Simon enthält. Den Mittel. Punkt bilden zwei prachtvoll erhaltene, bemalte Grabsteine des 14. Jahr- Hunderts. Im Berein für Volkskunde spricht heute, 7 Uhr, Dorotheenstr. 7, 2 Tr., Hans Retzlafs über Deutsche Volkstrachten und- brauche im Filme nach eigenen Ausnahmen. Vom Buchbinder-Verbandstag Llm den Beirat Der Verbandstag erhob in einer Entschließung schärfsten Protest gegen die amtliche Lohnpolitik und forderte die gesetzliche Festlegung der 4l)-Stunden-Woche. Die Entschließung besagt weiter: „Die Tatsache, daß das Buchgewerbe und die papierverarbeitende Industrie in ihrer Gesamtheit bei dem Absatz ihrer Erzeugnisse auf alle Binnen- und Exportmärkte angewiesen ist, bedingt eine einheit- liche Regelung der Lohn- und Arbeitsbedingungen im Rahmen von Reichstarifen... Daß angesichts dieser Tatsachen das Reichs- arbeitsministerium unter dem Schlagwort„Verfeinerung der Tarif- vertrüge" in seinen Entscheidungen über die allgemeine Verbindlich- keitserklärung zu unseren Reichstarifverträgen dem Verlangen einer kleinen eigennützigen Unternehmergruppe Rechnung trägt, muß den Wert der Allgemeinverbindlichkeit nahezu illusorisch machen," Schließlich wird vom Reichsarbeitsministerium verlangt, daß es von seiner, das Gewerbe schwer treffenden Politik schnellstens Ab- stand nehmen möge. Der Verbandstag befaßte sich dann mit dem Bericht der Statutenberatungskommission, I m h o f- Berlin tritt für die Auf- Hebung des Verbandsbeirats ein. Pr i« m e r- Berlin vertritt den Antrag, daß die Verbandsangestellten nach Vollendung des KZ. Lebensjahrs in den Ruhestand treten. Auch die ehrenamtlichen Vorstandsmitglieder sollen mit KS Jahren ausscheiden. K r a u tz vom Buchdruckerverband bestätigte, daß man bei den übrigen graphischen Verbänden mit den Gauleiterkonferenzen gute Erfahrun- gen gemacht habe. Der Berichterstatter der Kommission, Kornacker, erklärte in seinem Schlußwort, die Vorschläge zum Statut hätten keinen anderen Sinn als eine Rationalisierung der Organisationseinrichtungen, die die Zeit gebieterisch verlangt. Erst dadurch werde eine reibungslose Zusammenarbeit zwischen de» Verbandsinstanzen garantiert. In namentlicher Abstimmung wird der V o r st a n d s- a n t r a g, der sich für Gauvorständekonferenzen ausspricht, m i t 52 gegen 43 Stimmen abgelehnt, doch wurde daraufhin beschlossen, die Siebenerkommission soll die B e i r a t s f r a g e noch einmal beraten. RGO.-Stänkerei. Diesmal gegen den Lederarbeiterverband. Während die„revolutionären" Gewerkschastsseinde sich wohl- weislich hüten gleich den freien Gewerkschaften in voller Oesfentlich- keit ihren Mitgliedern Rechenschaft zu geben, und zwar nicht mit Phrasen, sondern mit Ziffern, lassen sie es sich um so mehr an- gelegen sein, die Rechenschaftsberichte der Zentral- verbände zu mißbrauchen, um zu behaupten, was es für sie zu behaupten gibt. Mit einer geradezu kindischen Freude stellten sie aus unseren Ziffern fest, daß die Gewerkschaften wie noch in jeder Wirtschaftskrise gewiss« Rückschläge erfahren. Nach der„revolutionären" Auffassung ist jedoch nicht die Krise an den Rückschlägen schuld, vielmehr„die arbeiterfeindliche Politik der reformistischen Verbände". Wie groß muß demnach die Arbeiter- seindlichkeit der KPD.- RGO. sein, wenn man die„Eni- wicklung" ihrer Splitterorganisationen mit dem gleichen Maßstab messen würde. „Zum Verbandstag des Deutschen Lederarbeiterverbandes" ist die jüngste Leistung aus diesem Gebiete in der„Roten Fahne" vom 26. Mai überschrieben. Weil in der Krise»zeit die Unter- st ü tz u n g s l e i st u n g en überwiegen, behaupten die„revolutio- nären" Gewerkschastsseinde,„die Bürokratie hat den Verband im Lause der Jahre von einer Klassenkampsorganisation zu einem Unter st ützungsverein gemacht". In seiner letzten Geschäftsperiode vom 1. Januar 1928 bis zum 31. Dezember 1931— drei Krisenjahre unter vier Jahren— hat der Lederarbeiteroerband seine st reitenden und gemäß- regelten Mitglieder mit 4K982K Mark unter- st ü tz t. Seinen erwerbslosen Mitgliedern hat er in dieser Zeit 1 828 339 Mark an Unterstützungen gezahlt. Mit IAH.-Broten konnte er sie doch nicht abspeisen! Das kann man nur„Revolu- tionären" bieten— um ihren revolutionären Elan.zu heben. Mag sein, daß total verelendete Arbeiter, die in Zeiten, in denen sie Geld verdienten, die Gewerkschaftsbeiträge„sparten", am meisten oerärgert und damit„revolutionären" Phrasen zugänglicher sind. Kampffähiger sind im gegebenen Falle jedenfalls die ge- werkschaftlich organisierten Arbeiter, die an ihrer Organisation den nötigen Rückhalt haben. Die Lederarbeiter wissen übrigens selbst am besten, was ihnen ihr Verband während seines kvjährigen Bestehens in guten wie in schlechten Zeiten bedeutet hat. Er war seinen Mitgliedern stets in allen Nöten des Lebens ein treuer Helfer. 1%. Stunden im englischen Bergbau. Gesetzentwurf der Negierung. London, 27. Mai. Handelsminister R u n c i m a n brachte im Unterhaus das neue Gesetz ein, das eine Verlängerung des bisherigen TV?-Stunden- Tages in den englischen Kohlenbergwerken aus die Dauer von fünf Jahren bzw. bis zur Ratifizierung des allgemeinen Arbeitszeitabkommens vorsieht. Das bisherige Gesetz läuft im Juli ab. Die Tatsache, daß das neue Gesetz keine entsprechende Verlängerung des bisherigen Lohnabkommens vorsieht, hat in den Kreisen der Bergleute Unruhe ausgelöst. Eine Abordnung oes Bergarbeiterverbandes teilte Rune im an mit, daß die Bergwerksbesitzer nur zu einer Verlängerung der Lohnsätze auf die Dauer von 12 Monaten bereit seien. Der Verband habe sich jedoch mit diesem Angebot nicht zufrieden gegeben. Am Dienstag soll eine Landeskonferenz der Bergarbeiterver- treter zusammentreten, um über das weitere Vorgehen zu beraten. Die Rheinische Radelfabrik Aachen beabsichtigt, ihre Nieder- lassung in Iserlohn mit 15k Arbeitern und Angestellten stillzulegen. Vor dem Kriege wurden in 12 Niederlassungen der Rheinischen Nadelfobrik bei einer Gesamtbelegschaft von 2KK0 Personen monat- lich etwa 7KK bis 809 Millionen Nähnadeln hergestellt. Heute be- trägt die Fabrikationsziffer nur 299 bis 259 Millionen Naoeln monatlich bei einer Belegschaft von 499 Personen. Wetter für Berlin: Teils heiter, teils wolkig und am Tage wärmer als he ite: schwache Luftbewegung aus westlicher Richtung. — Für Deutschland: Im ganzen Reiche fortschreitende Besserung und langsame Erwärmung. Nur im Nordosten noch strichweise leichte Schauer. Rundfunk am Abend Freitag, den 27. Mai >Tmpia- B erlin; 16.05 Vom Trainine 4er deutschen Oly Mannschaft(J. Waitzer). 16.30 Unterhaltiinesmusik. 1 7.25 Eine Viertelstunde Technik(Ing. J. Boehmer). 17.40 Das neue Buch: Oskar von Miller. 17.50 Der Hörer und sein Apparat(Obering. O. Nairz und Dr. E. Nesper). 18.0, Friedrich Hölderlein(Dr. E. Laurenze). 18.30\on der Locknitz zur Oder(W. Trojan). 18.53 Die Funkstunde teilt mit. 19.00 Worte des Gedenkens für James Simon(Gen.-Dir."rof. Dr. Waetzoldt). 19.10 Unterhaltungsmusik. 20.00 Aus Washington: Worüber man in Amerika spricht(k. G. bell). 20.15 Aus dem Schloß Monbijou: Szene aus Goethes„baust. 20.45 Orpheus und.Eurydike, Oper von Ernst Krenek. 2-,lo Wegweiser ins Wochenende. 22.20 etter-, lages- und Sportnachrichten. Abendunterhaltuug. Königs Wusterhausen: 16.00 Die pädagogische Bedeutung der Arbeitslagerbeweguug(Dr. A. Littmann). 16.30 Ans'Hamburg: Hörbericht aus der Heimstätte des ADGB. 16.35 Aus Leipzig: Nachmittagskonzert. 17.30 Risiko und Lebensversicherung des Menschen der Gegenwart(Pnvat- dozent Dr. Mnsur). 18.00 Deutsch für Deutsche (Dr. J. Günther). 18.30 Handelspolitik in der Schwebe(11>n.- Dir. Dr. Posse). 18.35 Wetterbericht. 19.13 11 issenschaftlicher Vortrag für Tierärzte. 19.35 Aus der Praxis des Arbeitsrechts (Min.-Bat Joachim). 20.13 Aus Königsberg: loseph Haydn. 20.43 Aus Köln:„Rettung", Drama von Hermann Kesser. 21.35 Aus Köln: Abendkonzert. Sonst: Berliner Programm- Vollständiges Europa-Programm im„Volksfunk", monatl. % Pf. durch alle„\ orwärts"-Boten oder die Postanstalten. � Buch Junge Jllädchen ton heute 1 Junge Mädchen taugen nur in den seltensten Fällen zu Nonnen. Das ist immer schon so gewesen und wird vermutlich und tröstlicher- weise noch einige Jahrtausende so bleiben. Zwei neue Bücher liegen vor, die diese allgemeine Erkenntnis an speziellen Beispielen erläu- tern: Käte Biel:„Alle Wege führen zu Franz" (E. P. Tal u. Co. Verlag, Wien) und Eva Leidmann:„Auch meine Mutter freute sich nicht!"(Zinnen-Verlag, Münster.) Käte Biel ist die begabtere der beiden Autorinnen. Sie schildert den Werdegang der Irma Seiderhelm, einer abge- brühten Asphaltpflanze, deren Horizont reichlich beengt ist, ober nicht beengt genug, daß sie nicht spielend zu allen den Sexualbelustigungen käme, auf die sie erpicht ist, und schließlich zu dem Manne, dem sie vorbehalten hat, die Brotverdienerrolle zu spielen: einem braven, ehr- und achtbaren Leichenbestatter. Das Buch, das den Literatur- preis des Deutschen Staatsbürgerinnenverbandes erhielt, ist sehr sentimentlos und mit kalter, aber anmutiger Frivolität geschrieben. Eva Leidmann übergibt uns das Tagebuch der Maria Moos mit dem Bemerken, daß es sich um„Fehltritte eines baize- rischen Mädchens" handle. Die Autobiographin wird nicht müde, zu betonen, daß sie eine urwüchsige Bayerin sei und des Vaters ermangele. Das letztere ist gewiß keine Schande, aber ein gar so sensationelles Charakteristikum, wie die Autorin zu glauben scheint, ist es nun wieder auch nicht. Und was die Urwüchsigkeit anbelangt, so ist es damit nicht übertrieben weit her, denn die ganz und gar unverfälschten bayerischen Madels pflegen immerhin nicht als Schau- spielerinnen und Dichterinnen zu enden. Bleiben die Fehltritte. Aber auch das ist nicht gar zu gefährlich, und die Heldin tritt nicht fehler, als es in einem auf bajuwarifche Derbheit abgestimmten Buche mit gutem Gewissen zu verantworten ist. Trotzdem ein vielfach reizvolles und humorliches Buch. Hans Bauer. Verantwortl. für die Redaktion: Stich. Bernstein. Berlin; Anzeigen: Th. Glocke. Berlin. Verlag: Vorwärts Verlag G. m. b. H.. Berlin. Druck: Vorwärts Buch. � erlagsanstalt Paul Singer& Co.. Berlin SW 68. Lindenftr. 3. Hierzu 1 Beilage. druckerei und �« v e für die Zeit vom 27. bis 30. Mai M Potsdamer Straße 38 Die Gräfin von klonte Christo mit Brigitte Helm, Kud. Forster W. 5, 7. 9 Uhr S. 3 5, /. 9 Uhr Odeon, Potsdamer Str. 75 .Ylädohrn z.ura Holrnten mit Renate Hüller, Herrn. Thimig, Fritz Grünbaum W. 5. 7. 9 Uhr 8. 3. 5. 7. 9 Vhr Turmstraße 12 Fiin Lied, ein Kuß. ein Hödel mit Hartha Eggerth, Gustav Fröhlich. Gretl Theimer Jugendliche haben Zutritt W. 5, 7. 9 Uhr S. 3, 5, 7, 9 Uhr Alexanderstraße 39-40 (Fussagcl Gitta entdeckt ihr Herz mit Gitta Alpar, Gustav Fröhlich Jugendliche haben Zutritt Den ganzen Tag geöffnet! Sonnt. 3. 5, 7, 9 Uhr � Unter den linden D Die Kamera undenu Täglich 3. 6, 8.45 Uhr Die andere Seite mit Conrad Veidt.— Riff u. Kaff im Weltkriege.— Sonntag 11.30 Uhr vorm. Das Kind und die Welt g friedrichstadt W Franziskaner 9auäinvorm. Georaenstraße(Ecke Friedriebstraße") Zwei Tonfilme in einem Programm: 9 12, 3. 6 und 9 Uhr Kriminalreporter Holm (Die Bombe platzt) mit Hermann �peelmanns, Julius Falkenstein u. a. 10.30. 1.30. 4.30 7.30 und 10.30 Uhr Ein bißchen Diebe für Dich Tonfilm-Operette mit Lee Parry, ülagda Schneider, Gg. Alexander, Herrn. Thimig Südwesten Film-Palast Kammersäle Tel lo wer Sir 1 VV ab 5'/�, So. abS�'ü. Straßen der Weltstadt mit 8. Sidney.— Pat u. Patachon in Schritt und Tritt Tempelhof o-T A F E L Knrfür** w- 7- 9' s,8 5> 7» 9 UM nur/ursi Stg. 3 Uhr: Jgd.-Vorst-! Dorfstraße 22. Ecke Berliner Straße Ein Eied. ein Kuß. ein �tlädel mit �lartha Eggerth, Gustav Fröhlich.— Deiprogramm Friedenau Titln Ii Täglich 5, 7. 9 Uhr MIVUll Stgs. 3 Uhr: Jugendvorstell Berliner Str. 97. Hasenklein kann nichts dafür mit Jacob Tiedtke.— Pat und Patachon in Knall und Fall Jugendliche haben Zutritt W Af- f• Hariendorfer W. 7. 8.30, Tonlicbtspiele So. 5.7, 8. 30 Chausseestr. 305. Stg. 3 Uhr: Jgd.-V. Kriminalreporte' Holm.— Aus einer kleinen Residenz mit Eucie Englisch ■ west.n j Primus-Palast Potsdamer Str. 19 Ecke Margaretensir. Kreuzer Emden mit Werner Fuetterer, Louis Ralph, Rcnee Stobrawa Jugendliche haben Zutritt W. 5.15, 7.16, 9.15 Uhr. S. ab 3.15 Uhr Wilmersdorf Atrium Wochent. 7. 9V. ü. Stg. 5, 7. 9Vi v. Kaiserallee, Ecke Berliner Straße Der gr. Erfolg: Prinz von Arkadien mit Willy Forst, Liane Haid.— Gutes Tonbciprogr. Montag Uraufführ.: Kuhle Wampe mit Hertha Thiele Alhambra TÖnnim Hauptstraße 30 Uraufführung; Der Mprung ins \ichts mit Lilly Feinet.— Bühne;% Stunde Variete Titania Schöneberg Hauptstr. 49. W. 5. 7. 9 Uhr S. 3.». 7. 9 Uhr Tonoperette: Mädehcn».um Heiraten mit Henatc Müller, Hermann Thimig Kronen-Lichtspiele Rheinstraße 65. Beg. 7, 9 Uhr. Sbd., Stg. 5, 7, 9 Uhr Die Gräfin von 9Ionte Christo mit Brigitte Helm, B. Forster. — Beiprogramm 1 Stngllt, B Titania-Palast Steglitz. Schloßstr. 5. EckeGutsmuthsstr. Kreuzer Emden mit Rene Stroboiva. L. Ralph. — Gutes Tonfilmbeiprogramm Jugendliche haben Zutritt c Zeli Zehlendorf-Mitte Beginn tägl. 5, 7, 9 Uhr Stg. 3 Uhr Jugendvorstell. Potsdamer Str. 50 Das blaue Licht mit Leni Riefenstahl.!Uath. Wiemann.— Ton bei program m Charlottenburg Germania-Palast Charlottenburg, Wilmersdorf er Str 53/54 Die große Liebe mit Hansi Niese und Pat und Patachon in Schritt und Tritt.— Jugdl. Zulr. W. 5. 7. 9 Uhr S. 3. 5. 7. 9 Uhr Kant-Lichtspiele Kantstr 54(an der Wilmersdorfer Str.) Der Frechdachs mit Willy Fritsch, Camilla Horn. R. A. Roberts W. 5. 7. 9 Uhr S. 3. 5. 7. 9 Uhr Schlüter-Theater Ffso" 9 u. Schlülerslr. 17. Sonnt. 3 U.: Jgd.-V. Die schiebende Jungfrau mit Fr. Schulz. Szakall.—.Harys Htart in die Ehe mit Jenny Jugo, Hermann Thimig c Moabit Artuchnf)Vo''henl ab 6 Uhi FxTluSHOf Sonntags ab 5 Uhr Perleberger Str. 29. Tonoperette: Melodie der Liebe mit Rieh. Tauber.—- Tonbeipr. — Tonwoche Neukölln Mercedes-Palast Hermannstr. 212. Aus einer kleinen Residenz mit Lucie Englisch. Ida Wüst. Büh-ne: Schönheitsnacktrevue Lucia Relleh. Primus-Palast s�ntiVs u. Am Hermannplatz. Urbanslr. 72/76 Hasenklein kann nichts dafür mit Jacob Tiedtke.— Bühne: Negerjazzrevue Five Spillers. Jugendliche haben Zutritt Südosten Deutsch-Amerik. Theater Köpenicker Str. 68. Beginn 4.55 Uhr Schanghai-Expreß mit Marlene Dietrich.— Skandal in der Parkstraße mit Kampers Luisen-Theater ITfv. Reichenberger Str. 34. Jenny Jugo in dem Tonfilm Fünf von der Jazzband Ferner Iwan Petrovich in dem Tonfilm-Schwank Der Feldherrnhügel Jugendliche haben Zutritt Stella-Palast Köpenicker Straße 12—14 Willy Fritsch, Camilla Horn in dem Tontilm Der Frechdachs Auf der Bühne; Walter Stelner und sein Ensemble(10 Personen) in der Burleske Ganovenstreiche Treptow-Sternwarte Sonnabd. 8 Uhr. Sonnt. 4, 6. 8 Uhr: Die Donau. Vom Schwarzwald bis zum Schwarzen Meer(Film). > Bnumschulenwea"fc Lichtspielhaus Mg 62>i'8j v' Baumschulenstr. 78. Tonwoche Der Frechdachs mit Willy Fritsch, Camilla Horn.— Ton kabarett 6.— Max Ehrlich konferiert Osten Germania-Palast Frankfurter Allee 314 Der Frechdachs mit Willy Fritsch, Camilla Horn. Ralph Roberts Auf der Bühne: Dücker, der berühmte Musikclown vom Wintergarten, Berlin Wochentags 6.30, Sonntags ab 5 Uhr PROGRAMM für die Zeit vom 27. bis 30. Mai Flora-Lichtspiele�ufl"?? Wocht. 5.45. ca. 7, 8.45. Stg. ab 3 Uhr 3 Tonfilme: Die Gräfin von Monte Christo mit Brig. Helm, Rud. Forster.— Dick u. Dof: Hinter Schloß und Riegel Königstadt-Palast sZ!b in Schönhauser Alke 10 Neue Direktion Die Gräfin von Monte Christo mit Brig. Helm. Rud. Forster. — Beiprogramm.— Tonwoche I itnn-Pnlncf Wpch, 5 Uhr Luna-raiasi Sonnt ab 3Uhr Gr. Frankfurter Str. 121. Tonwoche Fünf von der Jazzband mit Jenny Jugo.— Hasenklein kann nichts dafür Schwarzer Adler W. 5. 7. 9 Uhr S. 3. 5. 7. 9 Uhr Tonfilm: Schanghai-Expreß mit Marl- Dietrich. A. May Wong. — Tonbeiprograram Viktoria- Theater � lu5 Frankfurter Allee 43 2 Tonfilme: Einer Frau muß man alles verzeihn mit Fr Schulz, Paudler. Dimitri Karamasoff mit Kortner, Anna Hten W Neu-ilchtenberg W Kosmos-Lichtspiele Lückstr. 70. Wo. 6.45. 9 Uhr. Sonnt. 5, 7, 9 Uhr Das blaue Licht mit Leni Rle- fenstahl.— Tonbeiprogramm. — Tonwoche.— Jugendl. Zutritt ��FPicdrl unterscheidet.(In Mozambique besteht unter den Negern teilweise noch der Brauch, alte Leute, Krüppel usw. in die Wildnis zu jagen. Löwen, die sich erst einmal an so leichte Beute gewöhnt haben, greifen Menschen immer wieder an. Im allgemeinen ist aber jeder Löwe gefährlich, wenn er nicht mehr, aus Jagd gehen kann und daher nehmen muß, was er bekommt.) Denn eine Ver- wechslung könnte doch sicher fatal werden. Ich ziehe daher im Buschveld allemal eine gute Büchse der Kaltblütigkeit des Doktors vor. Mit der Erfindung des modernen Gewehrs hat die Löwenjagd viel von ihren Gefahren verloren, ohne doch gerade zum billigen Vergnügen eines Sonntagsjägers geworden zu sein. Schwer haben es die Eingeborenen im Kampf mit diesen Vieh- räubern, da ihnen das Tragen von Schußwaffen verboten ist. Vor kurzem los ich eine Meldung, daß zwei Neger bei einer Treibjagd von ihren Genossen abkamen und dann plötzlich auf den Löwen stießen. Der furchtlosere der zwei griff ihn sofort an und traf ihn mit seinem Assegai(Speer) ins Schulterblatt. Wütend nahm der Löwe ihn an, warf ihn nieder und packte ihn in die linke Schulter. Der unverletzte Eingeborene stand seinem Freund tapfer bei, machte aber mit seinem Assegaistich den Löwen nur noch wütender. In seiner Not riß der unter dem Löwen liegende Eingeborene mit der unverletzten Rechten seinen eigenen Assegai wieder aus der Wunde heraus und machte seinem Peiniger mit einem neuen Stich ein Ende. Nur mit Mühe konnte sein Freund ihn unter dem toten Löwen hervorziehen. Weniger glücklich war ein erfahrener schwarzer Iagdführer in Slldwestafrika. Man hatte einen mächtigen Leoparden im Busch umstellt. Thomas, der Führer, der das Lager des Leoparden kannte, befahl seinen schwarzen Freunden, die Aufmerksamkeit des „Tigers"(so wird der Leopard hier allgemein genannt) auf sich zu lenken. Währenddessen wollte er sich von hinten auf das ge- waltige Tier werfen und ihm mit beiden Armen den Hals zu- drücken. Dann sollten die Freunde kommen und dem Räuber mit Assegaicn den Garaus machen. Der Plan gelang. Thomas konnte sich wirklich rücklings und rittlings aus das Tier werfen. Als seine .Freunde aber das fürchterliche Gebrüll des Leoparden hörten, packte sie eine entsetzliche Furcht und sie flohen in alle Winde. Von Thomas fand man später nur ein paar Kleiderfetzen und Knochen. Auch Weihe haben hier in Südafrika solche Kämpfe bestanden. Häufiger als mit Assegai und Gewehr wird der Löwe in Süd- afrika mit der Kamera erlegt. Im Nationalpark sitzen die Löwen häufig in Gruppen am Weg, und da sie geschlossene Autos nicht fürchten, lassen sie sich geduldig auf die Platte bannen. Trotzdem scheint den kühnen Löwenknipsern dabei oft nicht recht wohl zumute zu sein. Ich erlebte, wie einem älteren Herrn vor Erregung die Kamera aus den zitternden Händen fiel und mitten unter die Löwen rollte. Der Herr zog vor, sich im nächsten Ort eine neue zu kaufen. Wagehalsig werden solche Fahrten, wenn man abseits der Wege— womöglich mit ausgehängten Wagcntüren— systematisch zu einer guten Aufnahme kommen will. Sicherlich ist von allem, was Südafrika dem Fremden zu bieten hat, diese Tierwelt das Reizvollste. Arbeiier~Ful?~, Handball, Hockey Die Spiele am Sonntag Die Fortsetzung der Fußball-Serienspiele am kommen- den Sonntag wirst im zweiten Bezirk die Frage auf. ob es Hansa 31 gelingen wird, in der Spitzengruppe zu bleiben. Trotz des eigenen Platzes in der Berner Straße in Reinickendorf-Ost(hinter dem Eymnastums sollte es gegen W e i ß e n s e e sehr schwer fallen. Nur bei Einsetzung aller Reserven werden die Weitzenseer zu be- zwingen sein, da sie ja ebenfalls den Weg zur Spitze erstreben.— Nord trifft auf dem Exerzierplatz in der Schönhauser Allee auf Vorwärts- Wedding. Hier wird Nord Gelegenheit haben, zu zeigen, daß die Mannschaft bisher in den Serienspielen nur Pech hatte.— Di« Blankenburger werden auf eigenem Platz ihre hohe Niederlage gegen Adler 08 vom letzten Sonntag gutzumachen haben. Trotzdem wird es gegen Eintracht- Reinickendorf auch nicht zu einem Siege reichen. Im ersten Bezirk herrscht wieder Hochbetrieb. Es spielen: Normannia gegen Hoppegarten um 13 Uhr aus dem Sportplatz Haufsstraße in Lichtenberg. Lichtenberg I benutzt das Spiel gegen Werlsee zu einer Motorbootfahrt. Eiche spielt in Grünau, am Teltow- kanal, gegen Herzselde. Kagel gegen Lichtenberg II. Wacker 30 gegen Kaulsdorf, Normannenstraße. Oberspree gegen Eiche-Bohnsdorf in der Wuhlheide. Storkow gegen Britz 88. Friedersdorf gegen Baum- schulenweg. ASV. Neukölln gegen Deutsch-Wusterhausen.— Im dritten Bezirk treffen sich Elstal gegen Spandau 25. Staaken gegen Werder. Nowawes gegen Potsdam. Butab gegen Eintracht- Spandau.— 4. Bezirk: Luckenwalde I gegen Minerva 28. Schöne- berg gegen Trebbin auf dem Dominicusplatz in Schöneberg. Friedenau gegen Wilmersdorf. Luckenwalde V gegen Köllnifche Heide. Volkssport Neukölln gegen Fichte im Stadion Neukölln, Platz 8. Luckenwalde II gegen Tempelhof. Treuenbrietzen gegen Ruhlsdorf. Brück gegen Kloster Zinna. Dahme gegen Lucken- walde III. Wler 08 unternimmt wieder ein« Reise in das Erz- g« b i r g e mit einer Mannschaft. Am Sonnabend und am Sonntag wird beide Male die Turnerschaft Risa der Gegner sein. Jugondmannschaiten: Staaken gegen Eintracht-Reinickcndorf. Normannia gegen Wilmersdorf. Eintracht 2 gegen Echöneberg. Luckenwalde I gegen Minerva 28.— Schüler Mannschaften: Luckenwalde gegen Minerva. Saxonia gegen Eaputh. Pankow gegen Zossen. Hanfa St gegen Lichtenberg N. Werlsee gegen Adler. Eladow gegen Nowawes. Normannia gegen Köllnische Heide. Schöncberg gegen Spandau 2.?. Beginn der Spiele: Erste Männermannschaften ISsH Ul>r. Vorher spielen stets die zweiten Mannschaften. Die Schüler» und Jugendspiele finden vor- mittags um 10 bzw. 11 Uhr statt. Die Fußballabteilung der Freien Sportvereinigung Teltow sucht zum Kartell» fest am kommenden Sonntag in Ruhlsdorf bei Teltow Gegner für zwei Männer» ..................... mg). Eilanruf heute ab lg Uhr Hansa ZI sucht für die Jugend» Angebote heute IS Uhr an 0 g Reinicken» Mannschaften in Ruhlsdorf lFahracldentfchädigung). unter II 4 Zehlcndorf 2237, Hiemis».- BSC. Hanf Mannschaft Gegner auf eigenem Platz. Angebote heu! dors 1397, Zabig. �UvndJcxxW Besondere Bedeutung haben die Veranstaltungen von Eiche- Köpenick, FTGB.-Nordost und FTGB.- N o r d r i n g. Eiche führt auf dem Vereinsplatz in der Wendenschloßstraße ein Blitz- t u r n i e r, beginnend um 14 Uhr, durch. Die teilnehmenden Verein« bieten die Garantie, daß wirklich hervorragende Spiele zur Abwick- lung kommen, ja, daß Ueberraschungen nicht ausbleiben. Der Spiel- stärke nach beurteilt, müßte sich folgende Reihenfolge ergeben: Eiche, Eintracht, FTGB.-Bamnschulenweg, FT.-Erkner und Friesen- Fürstenwalde. Doch die Mannschaften Baumschulenweg und Fürsten- walde werden den Versuch günstiger abzuschneiden nicht unterlassen. Aus dem Sportplatz im Friedrichshain veranstaltet die FTGB.- Nordost einen W e r b e s p i x l t a g, der um 13 Uhr beginnt. Das Hauptinteresse richtet sich auf das Schlußspiel um 17.50 Uhr zwischen der ersten Garnitur der FTGB.-Nordost und der Freien Turnerschaft N e u st e t t i n. Neustettin ist in diesem Jahre zum erstenmal Meister des Pommernkreises geworden. Nordost hat sich in dieser Mann- schast einen tüchtigen Gegner verpflichtet, der den Zuschauern etwas gutes bieten wird. Wenn Nordost mit der schon oft gezeigten flüssigen und verständigen Spielweise aufwartet, dann wird dieser Kampf äußerst gleichwertig verlaufen und den als Sieger sehen, der den besten Sturm hat. Die 2. Mannschaft von Nordost hat vorher um 16.25 Uhr die Freie Turnerschaft Srendal zum Rückspiel als Gegner. Sicherlich wird hier Nordost als Sieger hervorgehen. Für die unteren Mannschaften sind die FTGB.-Süden, Butab und Eiche- Wpenick als Gegner gewonnen. Die FTGB.-Nordring, ein rühriger Verein im Berliner Kreise des Arbeiter-Turn- und Sportbundes führt einen Werbespiel- t a g und gleichzeitig zwei Blitzturniere durch. Ab 9.30 Uhr beginnen aus dem Platz an der Schönhauser Allee flotte Kämpfe. In der Hauptsache sind hier die unteren Männer-, Jugend-, Frauen-, Knaben- und Mädchenmannschasten tätig, die Volkssport Wedding, FT.-Velten, FTGB.-Rosenchal und FT.-Hennigsdorf als Gäste haben. Um 13 Uhr beginnen dann auf den Plätzen 2c und 2b die Blitzturniere, die durchweg fesselnde Spiele versprechen. Aus dem Platz 2c wird die FTGB.-Oberspree als Turniersieger erwartet: die nächsten Plätze werden FT.-Friedrichsthal, FTGB.-Nordring 2, FTGB.-Norden 1 und FT.-Velten 2 einnehmen. Weit stärkere Gegner treffen auf Platz 2b zusammen. FTGB.-Stralau und SV.- Moabit sind Vertreter der 2. Klasse, die einen schweren Stand haben, aber beides sind Kampfmannschaften, die in diesen Kurzspielen manche Ueberraschnng bringen werden. Ob sich FTGB.-Nordring vor FT.-Velten, ASV.-Schöneberg, FTGB.-Stralau und SV.-Moabit behaupten wird, ist noch eine Frage. Sonstige Spiele: Eiche.Botznsdorf— FTGB.»Südost um 11« Uhr Platz Grünauer Gasanstalt. VfK. Proles— Sporl-Elud 30 um 10 Uhr Platz Lasker» ftraße. FT. Eberswalde— MTV. Bernau um ISU, Uhr in Eberswalde. FT. Bötzow gegen FT. Neuruppin um 13« Uhr Platz S-Hwantc. FT. Hennia-dorf— FE. Ober» fprce um 17.23 Uhr Platz Schwante. FTSV. Nowawes 2— FSV. Teltow um 10 Uhr in Nowawes. FT. Saarmund— FT. Wilmersdorf um 10 Uhr in Saar» mund. ZdA.— FTEB.» Mitte um 10 Uhr Neuköllner Stadon, Platz 0. FTGB.» Süden 2-�Volksfport Wedding 2 um 10 Uhr Urdanplatz.— Frauen: FTGB., «Üden— Eiche» Köpenick um 10.50 Uhr FTlSB-Sikben 2— Volkssport Wedding 2 uwl Uhr auf dem Urbanplatz Volkssport Ncukölln-?TSB..Lanrwitz um 9 Uhr Platz 0 im Neuköllner Volkspark. * Morgen, Sonnabend, treffen auf dem Urbanplatz um 18.50 Uhr FTGB.-Süden und Voltssport Wedding zusammen. Wir glauben, daß Volkssport Wedding hier weit mehr kämpfen muh, als in dem Meifterfchaftsschlußspiel gegen die FTGB.-Nordring. Alle Anhänger des Handballspieles, die etwas feines sehen wollen, müssen sich auf dem Urbanplatz einfinden. Handballwerbespiele der Freien Turnerschast Wilmersdorf. Am Sonntag veranstalten die Wilmersdorfer ein Blitzturnier unter Be- teiligung der Vereine Berlin XII. Friedenau, Lankwitz, Großbeesten und Frei« Turnerschast Wilmersdorf. Beginn: 13.30 Uhr. Vor- mittags um 10.15 Uhr spielt Wilmersdorf III gegen Süd-Ost II und um 11.30 Uhr Wilmersdorf II gegen Lankwitz II. Die Spiele finden auf dem Cicerosportplatz in Halensee statt. Eintritt frei. tiodcex Morgen, Sonnabend, wird die Freie Turnerschast Groß-Berlin, Bezirk T e m p e l h o f, vom Sportverein Moabit besucht. Beide Mannschaften haben die gleiche Spielstärke und so ist ein inter- essanter Kamps zu erwarten Beginn um 18 Uhr im Volkspark Mariendorf. Am Sonntag veranstaltet die Freie Sportoereinigung Pankow einen großangelegten Spielertag. Neben Fuß- und Hand- ballspielen finden folgende Ho�eykämpfe statt: Die Sportlerinnen haben eine Mannschaft aus L e i p z i g oerpflichtet und spielen gegen sie um 14 Uhr. Die zweiten Männermannschaften spielen um >0.30 Uhr gegen den Freien Hockeyklub Spandau, wonach die ersten Mannschaften um 16 Uhr von Pankow und Spandau spielen, alle Sportplatz Kissingenstraße. Außerdem treffen sich noch der Arbeiter- sportverein Wedding und Volkssport Neukölln-Britz um 17 Uhr in der Behmstraße. ledmOcer der SASI tagten in Prag In Prag tagte kürzlich der Technische Hauptausschuh der Sozialistischen Arbeitersport-Jnternatio- n a l e. Aus dem Bericht des Vorsitzenden Bühren- Leipzig ging hervor, daß neben dem regen internationalen Wettkampf- verkehr auch der Schulungsarbeit der Verbandsfunktionäre die größte Aufmerksamkeit geschenkt worden ist. Für die Durchführung internationaler Wettkämpfe und Olympiaden wurde«ine neue Satzung beschlossen. Die Austragung von Europameisterschaften in Fußball und Schwerachletik wurde abgelehnt. Das 2. Arbeiter- Olympia in Wien wurde nochmals eingehend besprochen und fest- gestellt, daß die Durchführung des technischen Programms zufrieden- stellend war. Die Frage, wo und wann das 3. Arbeiter-Olympia stattfinden soll, beschäftigte den Ausschuß ebenfalls. Nach Berücksichtigung der in den nächsten Jahren stattfindenden Verbandsseste, soll dem im Juli in Lüttich stattfindenden Kongreß der Internationale vor- geschlagen werden, das 3. Arbeiter-Olympia im Jahre 1 9 3 7 stattfinden zu lassen. Finnland und Belgien haben sich um< die Durchführung beworben. Zur Förderung des sozialistischen Gedankens soll am 22. Juli 1933 in allen Verbänden der SASI ein Weltsporttag stattfinden. Auf Antrag Lettlands und Oesterreichs wurde Eishockey dem Fachausschuß für Wintersport zur Bearbeitung überwiesen. Rugby wird vom Fachausschuß für Fußball bearbeitet. Der internationale Radsportausschuß heißt in Zukunft„Fachausschuß für Rad- und Kraftfahren". Als Vorsitzender des Technischen Hauptausschufses wurde Bühren wiedergewählt. Zur politischen Lage und zum Faschismus wurde Stellung gs- nommen und folgende Entschließung angenommen: „An die Arbe'terfportler der Welt! Der Technische Hauptausschuß sowie der Frauenausschuß der Sozialistischen Arbeitersport-Jnternationale stellen fest, daß sich die faschistische Gefahr in letzter Zeit in fast allen Ländern ver- größert hat. Die Errungenschaften der Arbeiterschaft und damit die Zukunft des Arbeitersportes sind schwer bedroht. In dieser verantwortungsvollen Lage erachten es der Tech- nische Hauptausschuß sowie der Frauenausschuß der SASI. als die höchst« Pflicht der Arbeitersportler aller Sparten, sich mit ganzer Kraft und Entschlossenheit in den Dien st der sozialisti- schen Abwehrbewegung zu stellen und die Tätigkeit der Wehrverbände zu unterstützen. Der Faschismus muß inter- national geschlagen werden! Dieses politische Ziel soll in der jegi- gen gefahrvollen Zeit ständig der testende Grundsatz auch in der sporttechnischen Tätigkeit des Arbeitersportes aller Länder sein. Nieder mit allen Feinden der Arbeiterklasse! Es lebe die Arbeitersport-Jnternationale!" Lrste Segelfahrt Bis auf eine faustgroße Beule am Kopfe war es eigentlich ein« sehr originelle Sache. Aber die Beule wird auch wieder ver- schwinden und dann ist alles wieder in Ordnung— und ich denke meine Probe einigermaßen bestanden zu haben. Wie ich so auf dem Bootssteg gestanden habe und das ver- dämmte Kauderwelsch mit anhörte, mit dem diese Segler das Fertigmachen des Bootes begleiteten, muß ich wohl meinen Schnabel«in wenig zu weit aufgerissen und ein besonders geift- reiches Gesicht gemacht haben, d.enn mein Kumpel, dem der Segel- kahn gehört, sah mich plötzlich ganz erschrocken an und sagte:„Max, mach' die Klüse dicht, ick kriege ja Angst vor dir!" Beinahe hätte er mich beleidigt. Aber es ist dab«i wirklich ein vollkommener ftn- sinn, die einfachsten Dinge, um die es sich auch beim Segeln handelt, mit solchen Namen zu bezeichnen, von deren Existenz ich noch nichts wußte. Nun sagen Sie selbst, lieber Volksgenosse. kennen Sie„Fockschotleitös«n", kennen Sie„Klaufall, Piekfall, Hahnepot", eine„Großschot" oder vielleicht eine„Schotwaage" oder „Hungerleine"? Mehr habe ich von dem Kram nicht behalten, aber soviel begriffen, daß das meiste weiter nichts als ganz ge- wöhnliche Stricke waren. So eine Angeberei! Mittlerweile war es mir klar, daß ich mich unter Leuten be- fand, Sie sich wohl gern in fremden Zungen reden hören.... Also wir segelten! Zuerst„platt vor dem Laken", das war ganz nett. Ich konnte mir dabei schon die Weltgeschichte ansehen. Mein Kumpel, der am„Ruder" saß, in einer unnachahmlichen Pose, für die der Ausdruck„affig" wohl am besten zutrifft, stierte dauernd nach oben. Was hatte der nur da zu suchen? Ich suchte den ganzen Aether ab, konnte aber außer Wolken, die mit uns um die Wette segelten, nichts entdecken: außer einigen fliegenden Enten, über die aber Brehms Tierleben bestimmt umfassende Aus- kunft gibt. Plötzlich ruft mein Kumpel:„Achtung, Halse!" Aha, denke ich, dem tut jetzt der Hals weh vom vielen Hochstieren, was seine Schuld ist. Dann zerrt er wie«in Besessener an der Leine, an der das Segel angebunden ist, und— krach— ich sehe nichts als lauter Sterne und süHIe einen verflucht harten Druck auf meiner Muschel, daß ich in eine ungeheure Wut gerate. So eine Gemeinheit, mich so mit einem Baumstamm zu schlagen. Natürlich war das mit Absicht geschehen. Ich sollte als Neuling... na ja, warum war ich denn mitgefahren? Während ich nun meine Beule wachsen fühlte, höre ich aller- Hand blödsinnige Kommandos, rutschte von der«inen Seite auf die andere, denn der verdammte Kahn stand ganz entsetzlich schief — und ehe ich meine Gedanken geordnet Hab«, fühle ich ein eisiges Etwas aus meinem zarten Kopf, das sich beim näheren Befühlen als meine neue Mütze herausstellte. Also auch das noch. Ganz neu war sie, eigens für den Festtag gekaust— ich sollte absolut nicht mit meiner Melone segeln—, und nun wird sie hier ins Wasser geschmissen. Ich bilde mir heute noch ein, darüber sehr entrüstet gewesen zu sein. Aber schön gekühlt hat sie doch— und das hat meiner Birne wohlgetan. Zur Strafe habe ich keinen eines Blickes gewürdigt, zumal ich Brocken auffangen konnte, wie: „Kohlrübe runternehmen" oder„ziemlich dickfellig" und so. Aber schließlich geht ja aller Schmerz vorüber..... Nun begannen wir zu„kreuzen", das heißt, wir segelten im Zickzack wieder zurück, wahrscheinlich wäre es auf geradem Wege zu schnell gegangen! Knapp hatte ich mich auf die eine Seite, die „Luvseite", hingepflanzt, so brüllte mein Kumpel„Rhe", und ich mußte wieder hinüber aus die andere Seite. Nun war diese wieder die Luvseite! Wie sich doch alles verändern kann! Um mich zu belehren, erklärte mir mein Kumpel, den ich hätte erwürgen können, baß die Seite, woher der Wind kommt, immer die Luvseite ist. Daß ich ihm das geglaubt habe, glaubte er wohl selber nicht: denn er sah mich ganz mitleidig an. Schließlich waren wir wieder am Steg, wo wir losgefahren waren: das Segel wurde heruntergeholt, das Boot saubergemacht. Mit einer ganz eigentümlichen Geste sagte mir mein Freund, daß ich mich dabei sehr anstellig gezeigt habe— und er auch sonst mit mir sehr zufrieden war. Mich ärgerte am meisten, daß meine Mütze bedeutend zu klein geworden war und ich einen sehr„guten" Eindruck machen mußte: denn als ich abends nach Haufe fuhr, freuten sich alle Leute über mich.... Ich bin nun wieder eingeladen zum Segeln: ob ich aber noch mal mitfahre, das muß ich mir doch noch überlegen! Bei den gestrigen Ringkämpfen im Sportpalast siegte der Mittel- gewichtler Budrus über den Ostpreußen Naber in der 10. Minute, Saurer konnte Kyrilofs schon im ersten Kampforittel bezwingen und Grünberg bezwang Adamschak in der 5. Minute. Köhler-Kiel und Polis-Riga rangen unentschieden, den Schlußkampf gewann Pohlsuß über Renter nach der 4. Minute durch einen Hüftschwung. Heute kommt der Entscheidungskampf Iaago-Estland gegen Landau-Düsfel- darf zum Austrag. Ferner ringen im Schwergewicht Kopp-Iugo- slawien) gegen Stoll-Brcmen, Luppa-Berlin gegen Bela Nagy- Ungarn: im Mittelgewicht: Iwanoff-Bulgarien gegen Barothy- Ungarn, Chiruchin-Ruhland gegen Meyer-Westfalen, Krumin-Lett- land gegen Schwarzbauer-Hamburg. Die Reichsleitung der Ratursreunde brachte soeben einen Pro- spekl heraus, der auf die vielen Möglichkeiten zur Verbringung der Ferien in Natursreundehäusern hinweist. Auf 20 Seiten zeigt er einen Teil der als Ferienheime bestens geeigneten Naturfreunde- Häuser, die vom werktätigen Volk noch mehr als bi-her benutzt werden sollten. Den Bildern sind Angaben beigegeben über Lage und Einrichtung der Heime, über Nächtigungs- und Pensionspreise u. a. Interessenten erhalten den Prospekt bei allen Ortsgruppen, Reisebüros und Wanderauskunftsstellen der Naturfreunde kosten- los. Auf Anforderung erfolgt kostenlose Zusendung auch von der Reichsleitung des Touristenvereins„Die Naturfreunde", Nllrn» berg W., Sündersbühlstr. 5. siöung heut«, Freitag, 20 Uhr, Waldhiltte. Sommer- ersportplatz Dienstags und Freitags von 17 Uhr ab. Donnerstags Wasserballtraining. Aber auch an den anderen Wochentagen stehen AS«. Hellas.,»...„ iibungsabende auf dem Wassersportplatz Dienstags und Schwimmwarte zur Verfügung. Nichtschwimmer üben täglich untzr sachlundiger Leitung. Neuaufnahmen jederzeit an der Vereinszelle. LsK. Proles. Heute, Freitag, Vierteljahresverfammlung bei Wollschlilger, Adalbertstr. 21, ISZS Uhr. Das Turnen fallt an diesem Tage au». Sonntag Spiel Sportplatz Ost 9«, Uhr. Freie Schwimmer Groß Berlin, Ortsgruppe Reulölla, Altersriege. Sonn» abend, 20. Äai, 20% Uhr, Altersriegensitzung im Sommerbad, Ehrung von drei Iubilaren. Einzelfahrcr 1. Kreis. Sonntag, 29. Mai, Treffen zur Feier„40 Jahr« Arbcitcrruderfport" um 11 Uhr Bootshaus„Vorwärts. Sitzung 9. Juni, 20 Uhr, Geschäftsstelle, Elfäss-r Str. 80—88. Tlwafer Freitag« den 27. Mai staatsoner unter cen Linden{ io1/» um Carmen ad, scIUi, Im, tl.«ii.SUt. 2,5,815». 1 7 Welcls. 4331 | Die Dubarry nserate im vorwacls sichern i£rfolgl Stoffe für Leib- und Bettwäsche, Sommerstoffe alier Art VerttauFiaeit 8—5 Uhr. Sonnabends 8—3 Uhr— Kleider- und teidenstoffe aller Art Mechanische Feinwebersi AdSershof A.- G. ö lMi lz Flora 3431 eandien en. Trude üesteibcig* Fisdier-KSpps Eckstein-Trupps» 12 Debl is usw. Ferner 2 Film-Semationen: Avus-Ren v. NX. (Fox tönende Wochenschau) * onnabend u. Sonniao je 2 Vorstelle 4 u. b.15 Uür. 4 Uhr kleine Preise wwwwwwwwww MAX REINHARDT INSZENIERUNG Noch 5 Vorstellungen Siädi.Oper Chanotienbur,. 3ismarckstraße 4. Freitag, 27. Mai Turnus IV Don Pasquale Callam, Pechner, Guumann, Feher Antang 20 Uhr Ende nach 22 Uhr Kose- tueaiei iroBe Frankturter Stnfie'3? ißt. Weidisei c/ 342. 8.30 Uhr Weekend im Paradies GarteuhUhne S.3ü Uhr Konzerl u.Variete ZlgeunerileDe VoiKsuuitne Tuater am Blllowolati 8>/. Uhr Sturm Im Wasserglas WM Mer Die 81;. Uhi Journalisten Lustsji.naciiQuslavrrtylag von Ftiix JoaUiiimon Musi«: Theo Mackeheu Regie: Heinz Hilpert I wiiia•Tmatet Täglich 8>/< Uhi Pfadonna wo bist Qu? Erika v» Thellmann, Qenla Nikolajewna Theodor Loos Josef Wodorn Aparte Frühjahrsmänlelu.Kost(i(Tie zu ganz besonders niedrigen Preisen Ma3anfertigung spei, für starke Damenl Paul Linck Oamenmantel- Fabrik, und Hdlg, llCUÜÖIlD. Bculsrslr. 03. a. i. Kii«nfriedii4-Str, MW« Jeignugung* Resfaiaiit Berlins BETRIEB»J* KEMPIHSlfl�.'