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Zu einer Soalschlacht kam es gestern abend in einer nationalsozialistischen Versammlung, in der ein ehemaliger Zührer der KPD.. Aelix lleumann, sprach. Zm Verlaus der Schlägerei, bei der auch mit Stühlen geworfen wurde, erlitten neun Versammlungsteilnehmer teils leichtere, teils schwere Verletzungen. Unter den Verlehlen befinden sich ein polizeibeamter, sechs Nationalsozialisten und zwei Kommunisten. Die Kommunisten waren darüber empört. dah einer ihrer Redner, als er das Mort zur Geschästsordnung verlangte, aus dem Saal gewiesen wurde. Aus der Ortsgruppe Stralsund der Kommunisten waren in den lehten Tagen mehrere führende Kommuni st en zur Ralionalsozialisti- schen Varlei übergetreten. Unter den Renegaten befinden sich auch einige, die vor etwa einem Jahr wegen L a n d- sriedensbruch zu hohen Gefängnis st rasen verurteilt wurden, weil sie an einer Schlägerei mit den Nazis beteiligt waren. Kusstein, 28. Mai. Am Freitagabend veranstaltete die kommunistische Zelle von Kufstein eine Versammlung, zu der auch die Nationalsozialisten ein- geladen worden waren. Gleich nach Eröffnung der Versammlung kam es, als der Redner den Führer der Nationalsozialisten, Adolf Hitler, beschimpfte, zu einem Tumult, der in eine regelrechte Soalschlacht ausartete. Die Einrichtungsgegenftände des Lokals wurden völlig zerstört. Stuhl-- und Tischbeine sowie Holzknüppel dienten als Waffen und Wurfgeschasse. Die Nationalsozialisten warfen ihre Gegner buchstäblich zum Fenster hinaus. Es gab viele Verletzte, die zunächst in das Krankenhaus eingeliefert werden mutzten. Noch Anlegung von Notverbänden konnten die Beteiligten wieder entlassen werden bis auf einen Mann, der schwer« Ver- letzunaen davontrug. Hägen, 28. vlai. Am Freilag verhandelte das Hagener Schwurgericht gegen den Arbeiter Walter Schräder, der in der Nacht zum 2S. würz in Hohenlimburg den Arbeiter Stanislaus Tuczik durch einen Schuh ins Auge tötete. Der Angeklagte war bis Ansang dieses Zahres Mitglied der KPD. und hat sich d a n n d e r N S D A P. zugewandt! hierüber waren die KPD.-Genossen erbost und bedrohten den Angeklagten. Am Abend des 24. März kam es nach vorausgegangenem Wortwechsel zu der Bluttat. Der Staatsanwalt hatte wegen Totschlage» acht Zahre Zuchthaus beantragt. Das Gericht folgte diesm Slrasmah nicht und kam nur zu der Verurteilung wegen gefährlicher Körperverletzung mit Todesersolg. Da» Urteil lautete aus eine Gesamtstrafe von vier Zahren einen Monat Gefängnis. Zur Zeit erfährt die Oeffentlichkeit sowohl über den neuen Haushaltsplan wie über die beabsichtigten Notverord- nungsmahnahmen der Reichsrcgierung nur das, was durchsickert. Ebenso wird bekannt, welche wünsche der Reichspräsident an Korrekturen der beabsichtigten Notoerordnung verlangt. So heißt es, daß im besonderen der o st preußische Großgrund- besitz auch dort, wo er völlig lebensunfähig geworden ist, noch weiter aus öffentlichen Mitteln Hilfe bekommen soll. wie gesagt, das sind„Durchsickerungs'-Nachrichten. Angesichts dieser allgemeinen Nebekhaftigkeit, die alle Re- gierungspläne umhüllt, erscheint es aber um so notwendiger, daß auf Tatsachen über die bisherige Osthilfe, wie sie im besonderen dem größeren Grundbesitz zugeflossen ist, hingewiesen wird. In einer am 31. Januar 1931 dem Reichstag zu- geleiteten Denkschrift berichtet der Rechnungshof des Deut- schen Reiches darüber, daß es ihm aus den verschiedensten Gründen sehr schwer geworden sei. die Verausgabung der erheblichen Mittel, die nach Ostpreußen in immer zunehmendem Umfange geslosfen ji»d, zu prüfen. Die größte Schwierigkeit bei der Prüfung besteht darin, daß es außerordentlich lange dauert, bis der Rechnungshof auf seine Fragen und Feststellungen von den zuständigen Behörden eine Antwort bekommt. Das kann vielleicht noch damit entschuldigt werden, daß die ganze Osthilfe-Apparatur außerordentlich kompli- ziert gewesen ist und bis heute noch nicht viel vereinfacht wurde. Deswegen soll aus diese Seite der Frage gar nicht ciiigegangen werden. Sie ist vielleicht zuletzt eine Angelegenheit der Verwaltungs- reform. Viel wichtiger ist, daß der Rechnungshof des Deutschen Reiches in einer weiteren Denkschrift am 23. Januar 1932 dem Reichstag doch schon einige Mitteilungen über stichprobenweise Prüfungen der Verausgabung von Osthilfegeldern machen koimte. Der Rechnungshof des Deutschen Reiches stellt in feiner Denk- schrift zur Frage der Umschuldungsdarlehen fest, daß von den Grundbesitzern häusig nicht ausreichend Mitteilungen über ihre Verschuldung gemacht worden sind. In einfaches Deutsch übersetzt, heißt das, daß die Behörden systematisch belogen werden, wenn sie die genaue Verschul- dung derenigen erfahren wollen, die aus öffentlichen Mitteln Dar- lehen beanspruchen. Der Rechnungshof sagt in seinem Bericht wörtlich: „Es fiel bei Prüfung der Umschuldungsaktion auch aus, daß die von den Bewerbern ausgegebenen Schulden oft genau den gleichen Betrag ausmachten, der als Umschuldungsdarlehen und als höchstzulässige Leihilse aus dem Betriebserhallungsfonds in Frage kam." Der Kreiskreditausschüsse, die im wesentlichen aus Land- wirten bestehen, und von den Landwirtschastskammern ausgewählt werden, haben dennoch zumeist fröhlich bewilligt, ohne Zweifel zu bekommen,„ob die Verbindlichkeiten tatsächlich in ganzem Ilmfange angegeben worden waren, zumal bei den kreiseingcsessenen Mitgliedern des Ausschusses ohnehin eine gewisse Kenntnis der Vor- mögensverhältnisse des einzelnen Landwirtes vorausgesetzt werden mußte". Der Rechnungshof des Deutschen Reiches, der in der Vorsichtig- keit seiner Ausdrucksweise nicht übertroffcn werden kann, erklärt dazu weiter, daß er trotz seiner wenigen Stichproben verschiedene Fälle feststellen mußte, bei denen die Besitzer fast im unmittelbaren Anschluß an die erhaltene Umschuldungshypothek und die Beihilfe aus dem Belriebserhallungssonds mit der Vernachlässigung ihres Betriebes begannen: als es später zu Zwangsversteigerungen kam, erwarb ein Familienangehöriger das Gut, und die zweite Hypothek fiel aus! Der Rechnungshof des Deutschen Reiches erklärt weiter: „Die Gutachten der Kreiskreditausschüsse waren weiter vielfach zu g ü n st i g gehalten bei Beurteilung der Frage der Sanierungswürdigkeit. Diese wurde z. B. in einem Falle vom Kreiskreditausschuß b e j a h I, obwohl bald nach der Um- s ch u l d u n g andere amtliche Stellen zu einem entgegen- g e s e g t e n II r t e i l kamen. Zn anderen Fällen ließen die Angaben der Antragsteller gelegentlich die Vermutung zu, daß Schulden erst kurz vor Stellung deä Umschuldungsantrages gemacht worden waren; hier war mit der Tilöglichkeit zu rechnen, daß die Schulden nur eingegangen waren, um neben der Um- schuldung auch in den Genuß der zulässigen Beihilfe aus dem Belriebserhaltungssonds zu kommen. Es wäre daher Aufgabe des Kreiskreditausschusses gewesen, besonders eingehende Fest- stellungen hinsichtlich der wirklichen Höhe der Schulden und des Grundes ihrer Entstehung zu veranlassen und das Ergebnis dieser Nachprüfung aktenkundig zu machen." Auch die Gewährung von Beihilfen aus dem Be° triebserhaltungsfonds ist vom Rechnungshof stichproben- weise untersucht worden. Bei der Gewährung solcher Beihilfen sollten Betriebe nur dann berücksichtigt werden, wenn die z w e i t st e l l i g e Hypothek und die zulässige Beihilfe aus dem Betriebserhalwngssonds ausreichten, um alle laufenden P e r f o n a l s ch u l d e n zu beseitigen. In Wirklichkeit ist doch großzügig auch dort eine Beihilfe gewährt worden, wo eine Sanie- rung damit nicht erreicht wurde. Der Rechnungshof betont, daß er bei feinen Prüfungen diese» Tatbestand in vielen Fällen festgestellt habe! Der Rechnungshof des Deutschen Reiches berichtete von einem Falle, wo ein Großgrundbesitzer aus seinem Gut 120 000 VI. Schulden eingetragen hatte, die aus Erbversprechen herrührten. Dem Manne ist dennoch ein Umschuldungskredit und die Bei- Hilfe aus dem Betriebserhaltungsfonds ausgezahlt worden. Der Kreiskreditausschuh hat auch hier selbstverständlich mitgemacht. Aus einem anderen Betrieb waren grundbuchmäßig SO 009 M. Mitgistver sprechen und 50 000 M. Erbteilver- sprechen für zwei Kinder des Eigentümers als Belastung fest- gelegt! Dieser landwirtschaftliche Besitz war damit„bis über den Schornstein" hypothekarisch verschuldet. Eine Sanierung war nur möglich und hatte nur dann Sinn, wenn die in guten Zeiten groß- artig versprochenen Mitgiften und Erbteilzusicherungen entsprechend verringert wurden. Das geschah aber nicht. Der Mann erhielt trotz seiner sinnlos hohen Verschuldung bei der eigenen Familie(!) entsprechend hohe Beihilfen aus dem Letriebserhaltungssonds. Diese Methode, Kindergelder zu versprechen und grundbuchmäßig zu sichern, ist in landwirtschaftlichen Kreisen häufig anzutreffen. Bricht ein solches Unternehmen zusammen, dann ersteigert der In- Haber der Mitgistversprechenshypothek oder der Erbteilversprechcns- hypothek das Gut und alle anderen Gläubiger, von der Pfandbrief- bank bis zum Lieferanten von Saatgut und Stiefeln, sollen aus! In einem anderen Falle stellte der Rechnungshof fest, daß die Beihilfe aus dem Betriebserhaltungsfonds zur Abdeckung von Erb- teilsansprüchen gedient hat. Wieder in einem anderen Falle wurde der Besitzerin einer erst Mitte 1927 von ihr käuflich erworbenen Landwirtschaft eine Beihilfe aus dem Betriebserhaltungsfonds in Höhe von rund 47 000 M. bewilligt, die in der Hauptsache dazu gedient hat, ein erst Milte 1932 fälliges Restkoufgeld von 29 000 M. und eine Personalschuld des Ehemannes der Besitzerin von 10 000 Mark zu beseitigen. Diese wenigen Beispiele zeigen, daß der Rechnungshof des Deutschen Reiches schon bei den ersten örtlichen Prüfungen, die er über die Ver- ausgabung von Osthilsemitteln vorgenommen hat, vielfach aus skandalöse Verschleuderung von Reichsmitteln gestoßen ist. Dabei kann nicht genug betont werden, daß der Rechnungs- Hof bei seiner Prüfung gerade auf diesem Gebiete außerordent- l i ch langsam vorankommt, und daß er in seine» Feststellungen außerordentlich vorsichtig und zurückhaltend ist. Wenn jetzt die Reichsregierung meint, sie müsse bestimmten Wünschen des ostpreußischen Großgrundbesitzes nachgeben, weil der Reichspräsi- dent es für richtig hält, so ist zu sagen, daß nur eine falsche Unter- richtung solche Forderungen erklärbar macht. Jeder Arbeiter mutz neben seinen Steuern, die er reichlich zu trogen hat, laufend Arbeitslosenversicherungsbeiträge leisten, wenn er als Arbeitsloser Anspruch auf Arbeitslosenunterstützung erheben will. Der großagrarische Grundbesitz, der es verstanden Hot, seit Jahren ganz wesentlich von Steuern freizubleibcn und der für sich in keine Arbeitslosenversicherung eingezahlt hat, beansprucht als selbstverständliches Recht in weitestem Umfange aus öffentlichen Mitteln Hilfe zu bekommen. In einer Zeit, da man den Arbeitslosen die lehten Pfennige naehrechnet und kürzt, ist es unerträglich, daß wirtschaftlich nicht lebensfähiger Großgrundbesih mit vielen Millionen Mark künstlich erhalten wird, während mit dem gleichen und mit weniger Geld bei entsprechen- der Verwertung des Besitzes für Tausende von Menschen Existenz und Grund und Boden gesichert werden kann. Kurt Heinig Das Gonntagswetter! Rasche Erwärmung und Gewitterregen. Zn den lehten Tagen sind über das Reich zwei Tiefdruckgebiete hinweggezogen, die überall rech» ergiebige Regensälle zur Folge halten. Besonders in TNecklcnburg waren die Niederschläge in der letzten Nacht sehr stark, es fiel über 40 Millimeter Regen. Die Depressionen sind langsam nach Norden abgezogen, ein Teil der Ostseeküste und die Znsel Rügen meldeten heute vormittag noch erheb- liche Regensälle. Zurzeit ist eine leichte Besserung der Wetterlage im Gange. Leider wird diese Wetterbesserung von nicht allzu langer Dauer sein, denn aus Westen nähert sich uns bereits wieder eine Schlechtwetterzone, die Regen und weitere Abkühlung bringen dürste. Für Sonntag lautet die Prognose des Amt- lichen witterdienfles: Zunächst heiter und rasche Erwärmung, später Gewitterregen und erneute Abkühlung! Not schreit zum Himmel! Die Gchüsse von Waltershausen vor dem Landtag Weimar, 28. Mai.(Eigenbericht.) Die chöchstzahl der auf der Tribüne Versammelten erreichte der Thüringer Landtag bei Einbringung der Großen Anfrage der Sozialdemokraten über die Vorgänge in Waltershausen. Die Nationalsozialisten, die bisher einen Parlamentsstreik auf- führten, waren ausnahmsweise heute erschienen. Abg. Sauckel (Nats.) verlangte vor Eintritt in die Tagesordnung, daß der leitende Staatsminister Baum herbeigerufen werden sollte. Der Präsident erwiderte, daß der Staatsminister nicht in Weimar anwesend sei. Als erster Redner kam der Abg. Brill(SPD.) zum Wort, der bei einer großzügigen und temperamentvollen Rede eingehend die Verhältnisse schilderte, die zu der Auseinandersetzung in Walters- Hausen geführt haben. Was sich dort abgespielt habe, sei der Kamps der hungrigen gegen die Sailen. Aus der Seite der hungernden ständen alle Arbeiter, gleich welcher Parteirichtung sie angehörten, bis in die Mittelschichten hinein, die mit den gegenwärtigen Verhältnissen nicht zufrieden sind. Zu den Satten rechnet der Redner die Leute, die mit der gegenwärtigen kapitalistischen Wirtschaftsordnung zufrieden sind und sich dagegen sträuben, daß eine Aenderung eintreten soll. Redner schilderte weiter die ungeheure Arbeitslosigkeit in Waltershausen, die durch die Betriebsstillegung erfolgt ist. Man müsse sich wundern, daß angesichts der großen Not nicht schon längst Unruhen stattgesunden haben. Die Mehrzahl seiner Einwohner sei von seher an Armut gewöhnt. Die Regierung sollt« wissen, daß die Wallershausener Einwohner trog ihrer Armut als Bürger behandelt sein wollen und nicht als Untertanen. In der Bevölkerung gebe es einen politischen Areiheilssinn, den man nicht ungestraft verletzen dürfe. In dem ganzen Kreis Gotha gebe es ein« ungeheure Arbeits- losigkeit. Di« Hälfte der Gemeinden gehöre selbst nach Meinung des Landrats zu den Notstandsgebieten. Diesen Leuten, die schon seit Jahren bitterste Not leiden, müsse mehr Verständnis entgegen- gebracht werden. Der Landrat habe vollständig versagt. Wie man bei dieser kargen Unterstützung noch einen lOprozentigen Abzug vornehmen konnte, sei unverständlich. Ein Fürsorgeunierstühungeempsänger mit zwei Kindern unter 14 Iahren erhalte 44 Mark monatlich Unterstützung. Rechnete man die Miete ab, so bleiben höchstens noch 2S M. übrig. Die Beschaffung von Wäsche, Kleidern usw. habe bei diesen armen Menschen schon längst aufgehört. Für die Frauen dieser Gegend ist die Brotfrage die Hauptsache. Die Wälder seien wie aus- gerottet in dieser Gegend. Das alles hätte sich der Landrat vor Augen führen müssen. Die sozialdemokratischen Vertreter haben sich sofort nach Bekanntgabe der llnterstühungskürzung mit der Regie- rung in Verbindung geseht, ohne etwas zu erreichen. Sonnabend habe der Landrat angeordnet, daß die freiwilligen Spenden nicht aus dem Rathaus von den Beamten ausgezahlt werden dürsten. Der Landrat ist deutschnational. Ihn müssen wir zuerst anklagen. Eine nicht gerade rühmliche Rolle bei der Angelegenheit hat Staatsminister Kästner gespielt, der zu wenig Politiker sei. Er hat es nicht verstanden, die Situation zu meistern. Schars zu verurteilen sind die Maßnahmen der Polizei- behörde und vor allem der Führung der Polizei. Die aus der Ver- sammlung strömenden Massen sah die Polizei für«iiien Umzug an. Ein Ojfizier und 14 Mann standen den 1400 Menschen gegenüber, die aus der Versammlung kamen. Der Führer dieses Kommandos, Katel, ist eingetragenes Mit» glied der Nationalsozialisten. Der Hauptmann Moi- schlape ist verantwortlich jür die Schießerei. Der Arbeiter kauf- mann wurde in einer menschenleeren Straße aus ungefähr bO Meter Entfernung erschossen. Der Polizeidirektor Brandt habe es abge- lehnt, mit führenden Beamten der Stadt zu verhandeln. Die Verthindlung dauert fort. Erwerbslosen-Ltnruhen. Demonstrationen- Schlägereien- Einfälle in Wurstläden. Wuppertal, 28. Mai. Bei den schweren Schießereien am Freitagabend wurde ein Dachdecker, der der Aufforderung der Polizei, das Fenster zu schließen, nicht nachkam, durch einen Kopsschuß getötet. Um die Polizeitrunsporte zu gefährden, waren an verschiedenen Stellen die Straßen aufgerissen und die Kanaldecke auf die Fahrbahn geschleudert worden. Auch wurden mehrere Gaslaternen zertrümmert. Die Polizei nahm über 100 Personen fest. Düsseldorf, 28. Mai. Im Stadtteil Bilk kam es in den späten Abendstunden des Freitags zu größeren Ansammlungen der Kommunisten. Als die Polizei die Ansammlungen zu zerstreuen oersuchte, wurde sie mit Blumentöpfen beworfen. Sie machte deswegen vom Gummiknüppel und schließlich von der Schußwaffe Gebrauch. Die Menge zerstreute sich darauf. Wie später festgestellt wurde, sind auch wieder einige Fensterscheiben eingeschlagen worden. Mehrere Personen wurden festgenommen. Dortmund, 28. Mai. Ein Trupp jugendlicher Erwerbsloser drang um die Mittagsstund« in das Einheitsgeschäst„Epa" am Steinplatz ein, begab sich zum Wurstwarenstand und entwendete verschiedene Würste. Als die Eindringliche das Geschäft verließen, konnte die Polizei drei von ihnen festnehmen. In einer in der Nähe liegenden Eierhandlung nahmen um die gleiche Zeit jugendliche Er- wevbslose Lebensmittel mit. Gegen 17 Uhr drangen mehrere Erwerbslos« in di« Metzgerei Eichhorn aus dem Wellenhetlweg ein und verlangten Wurst. Als diese ihnen nicht ausgehändigt wurde, nahmen sie einige Würste und slllchteten, ehe das Ueberfallkommando zur Stelle war. Hitler-Partsi staatsfeindlich. Entscheidung des Landesarbeitsgerichts Halle. h a l l e. 28. Mai. Das Landesarbeitsgericht Halle hat Sonnabend in einer grund- sählich bedeutsamen Entscheidung die klage des nationalsozialistischen früheren wittenberger Polizeiarztes Dr. Vöttger gegen den preußischen Staat aus Unzulässigkeitserklärung seiner Kündigung wegen Zugehörigkeit zur NSDAP, zurückgewiesen und die Kosten des Versahrens einschließlich der Revisionsinstanz dem Kläger auferlegt. Dr. vöttger halte sich ISZO auf der Liste der NSDAP, in die Witlenbergec Stadtverordnetenversammlung wählen lassen, vom preußischen Staat war daraufhin die Kündigung aus Grund der bekannten Verfügung ausgesprochen worden, die den Staatsbeamten die Zugehörigkeit zu staatsfeindlichen Parteien verbietet. Dem Einspruch Dr. Döltgers gegen diese Kündigung hat das Arbeits- gerichl Wittenberg stattgegeben. Das Landesarbeitsgericht Halle hob diese Entscheidung jedoch wieder aus mit der Begründung, es könne dem Staat nicht zugemutet werden, Angehörige einer ille- galen Partei zu beschäftigen. Auf die Revision des Klägers verwies das Reichsarbeitsgericht die Sache erneut zurück an das Landesarbeitsgericht mit der ausdrücklichen Auslage, die Frage grundsätzlich zu entscheiden, ob denn die NSDAP, als staals- feindlich, zum mindesten am Tage der Kündigung, dem 10. Februar, anzusehen sei. Diese Frage ist heute vom Landesarbeitsgericht Halle bejaht worden. Wochenende an der Börse. ErHolter Aktienmarkt.— Renten völlig geschästsloS. Auf der heutigen Sonnabendbörse setzte sich die bereits gestern festzustellende Belebung aus dem Aktienmarkt fort. Es zeigt sich, daß die vom Börsenvorstand verordnete Lösung der alten Terminenagagements aus dem Vorjahr, die zum Monatsende zur Hälfte beglichen sein mußten, im wesentlichen die scharsen Kurs- rückschläge in der vergangenen Woche beeinflußt hatte. Vielfach konnten die beteiligten Kreise nur mit Hilfe von Effektenverkäufen ihre alten Terminverpflichtungen abdecken. Auf dem Aktienmarkt siel heute wieder JG.-Farben durch stärkere Nachfrage auf, deren Kurs sich von 83� bis auf 84 K erholen konnte. Stark begehrt waren auch Reichsbankanteile, die bis auf 11S� gegen 112% anzogen. Siemens u. halske er- reichten 110% gegen 109 zum gestrigen Echlußkurs. Der Renten- markt war im Gegensatz hierzu völlig geschästslos und stand unter dem Druck der politischen Unsicherheit. Allgemein wird hier vor weiteren Engagements die Unterredung des Reichskanzlers mit dem Reichspräsidenten abgewartet. Die Krawall-Studentsn. Frank U und Freister erschüttern den Gerichtssaal. Vor dem Landgericht II begann gestern die Berufungsverhand- lung gegen die sieben Nazikrawallstudenten Kalter und Genossen, die in der ersten Instanz wegen schweren resp. leichten Landfricdensbruches zu Gefängnisstrafen in höhe von vier Wochen bis zu acht Monaten verurteilt wurden. Die Natio- nalsozialisten haben ihre großen Anwaltskanonen Frank II und Freister aufgefahren Sie erschüttern den Gerichtssaal mit ihren Stimmen, als wären sie im Reichstag resp. im Landtag. Sie beschimpfen die preußische Polizei, weil diese es gewagt habe, Beamte in Zivil zur Beobachtung der Studenten und Festnahme der Täter in die Universität zu schicken-, RA. Freister nennt di« S ch u p o w a ch t m e i st e r, die als Zeugen ihre Aussage machen, Provokateure und Mittäter, RA. Frank er- klärt unter Beifallsgetrampel der Angeklagten, daß die Beamten in Zivil nur die Aufgabe gehabt hätten, es zu Tätlich- leiten kommen zu lassen, um nationalsozialistische Studenten fest- nehmen zu können, RA. Floß versucht die Glaubwürdigkeit der Schupowachtmeister zu erschüttern, indem er ihre Zugehörigkeit zum Schrader-Verband feststellt, RA. Sack beantragt, ihre Vereidigung auszusetzen. Das Gericht wird sich aber ebensowenig wie die Zeugen durch das Gedonner der nationalsozialistischen Wotane in der Anwalts- robe einschüchtern lassen, und es wird, wenn es in Moabit noch Recht gibt, ein Urteil gefällt werden, das der Sachlage entspricht. Die Schänder des deutschen Ansehens, die die Universität zur Rauf- stütte machen, werden trotz hartnäckigen Leugnens und trotz des großen Aufgebots von Zeugen und Verteidigung hoffentlich d i e Strafen erhalten, die sie verdienen... Telegramme an Hindenburg. Kriegsopfervsrsorgung und neue Notverordnung. Sämtliche im Reichsausschuß für Kriegsbeschädigten- und Kriegerhinterbliebenenfürsorge vertretenen Berbände haben tele- graphisch an den Reichspräsidenten und die Reichsregie- rung die Bitte gerichtet, neue Rentenkürzungen für slriegsbeschädigte und Kriegerhinterbliebene in der zu erwartenden Notverordnung nicht vorzunehmen. Sie haben der Hoffnung Aus- druck gegeben, daß der Reichspräsident von weiteren Zugriffen Ab- stand nehmen und vielmehr Milderungen der jetzigen Härten seine Zustimmung geben wird. Heilsberg und Außenausschuß. Keine polnische Demarche. Bei einer der regelmäßig, etwa zwei- bis dreimal in der Woche, gepflogenen Unterredungen zwischen dem Staatssekretär v. B ü l o w und dem polnischen Gesandten Dr. W y s s o g k i ist—- wie wir erfahren— am Tage nach der Sitzung des Auswärtigen A u» s ch u s s«» des Reichstages naturgemäß auch über dessen be° kannte Entschließung, sowie über die Befestigungsarbeiten im heilsberger Dreieck gesprochen worden, hierzu hat sich der Staatssekretär daraus berufen, daß dies« Arbeiten mit Wissen und Zustimmung der Pariser Botschafte rkonferenz vorzenom- men werden. Die von der Mehrheit des Auswärtigen Ausschusses, aber nicht von der verantwortlichen Leitung der Außen- poiitik des Reiches gewünschte„Warnung" an Polen ist dabei nicht ausgesprochen worden. Gelbstmord eines �5jahrigen Lehrlings. Zwischen den Stationen Grünau und E i ch w a l d e verübte der 15 Jahre alte Bäckerlehrling Heinz Klaute aus der Schulzen- dorfer Straße in Bohnsdorf aus furchtbare Weise Selbstmord. Der Junge warf sich vor di« Räder eines in Richtung Berlin fahrenden Vorortzuges. Dem jugendlichen Selbstmörder wurde der Kopf vom Rumpfe getrennt. Di« Kriminalpolizei ist bemüht, das Motiv zu dem Verzweistungsschritt des Lehrlings zu klären. Lkeberfall aus Automobilisten. Auf offener Ehauffee angehalten und ausgeplündert. Aus der Chaussee bei Werneuchen zwischen den Ortschaften K l o b b i ck e und Weesow wurde am Freitagabend gegen 8 Uhr der 52 Jahre alle watler und Versicherungsinspektor August Severin, der in der Spandauer Str. 28 in Tegel wohnt, i n seinem Auto angefallen und beraubt. Ole Räuber schleuderten einen Stein durch das Wagenfenfler, brachten den Automobilisten dadurch zum Stehen, raubten ihm seine gesamte Bar- schaft in höhe von etwa 1000 Work und flüchteten dann auf Fahr- rädern. Severin war am Freitag nach Alt-Landsberg gefahren, hatte dort eine Parzelle verkauft und führte etwa 1000 Mark bei sich. Gegen 8 Uhr machte er sich auf den Heimweg und wollte über Werneuchen Berlin erreichen. Kurz hinter der Ortschaft Weesow wurde plötzlich ein Stein von der rechten Seite her durch da» Fenster des Autos geschleudert. Severin war durch den Wurf so erschrocken, daß er das Tempo verlangsamte und auf den Sommerweg geriet. Plötzlich sprangen zwei Männer an den Wagen heran, rissen den Schlag auf und drohten, Severin hinter dem Steuer niederzuschlagen, wenn er sich irgendwie bewege. Der Ueberfallene konnte gegen die Uebermacht nichts ausrichten und muhte es sich gefallen lassen, daß die Räuber ihm die Taschen durchsuchten und Geldbörse und Uhr abnahmen. Dann zogen sie den Starterschlüssel heraus und warfen ihn in eine Wiese, schwangen sich auf ihre Fahrräder und sagten in Richtung Wer- neuchen davon. Der Ueberfallene mußte jetzt zu Fuß seinen Weg fortsetzen. In Werneuchen mietete er ein Auto und ließ seinen Wagen abschleppen. Severin hat glücklicherweise keine schweren Verletzungen davongetragen. Er erstattete auf der nächsten Polizei- station Anzeige. Das Absuchen nach den Tätern war bisher erfolglos. Archiiekten und ländliche Siedlung. Erwerbslose Bauarbeiter in Kleinststellen. Der Bund Deutscher Architekten veranstaltete im Herrenhaus einen von seiner Fachgruppe„Ländliche Siedlung" vor- bereiteten Vortragsabend. Regierungsbaumeister a. D. Julius K a l l m e y e r- Halle/S. begrüßte die Versammlung und führte aus, daß er schon zweimal in den letzten Jahren große, die Allgemeinheit angehende Bau- aufgaben gegeben habe, der Wiederaufbau der kriegs- zerstörten Gebiet« in Ostpreußen und die Be- Hebung der Wohnungsnot nach großzügigen Baupro- grammen. Die'Ursachen der Unwirtschastlichkeit in manchen Fällen lägen, so meinte Herr Kallmeyer, nicht in verteuernden Zutaten der Architektur oder des Grundrisses, sondern am Geldmarkt, in der Lohnpolitik und öffentlichen Subo«ntionierung. Daraus sprach Architekt Rudolf P r ö m m e l- Berlin über das Thema:„Die Aufgaben des Architekten be! der ländlichen Siedlung". Die ländliche Siedlungsfrage rücke gerade infolge der immer schwieriger werdenden wirtschaftlichen Verhältnisie noch stärker in den Vordergrund und sei zur Hauptfrage Deutsch- l a n d s geworden. Rur auf dem Wege über die Siedlung gebe es ein heraus aus dem jetzigen wirtschaftlichen Sumpf. Niemand werde sich darüber täuschen können, daß unmöglich für 6 Mil- lionen Arbeitslose Reubauerngehöste zu schassen sind, weil ein ge- wisses Eigenkapital und ein« Siedlernatur die Voraussetzung für den ländlichen Siedler bildeten. Der Architekt habe keineswegs nur die Ausgabe,«in möglichst schönes heim in die Landschaft zu setzen, sondern müsse sich mit der GrundiDge allen Bauens bei der länd- lichen Siedlung, also mit dem Siedeln selbst, auseinandersetzen. Anschließend sprach Architekt Wilhelm heilig- Berlin über „A r b e i t s m a r k t und ländliche Siedlung". An der K l e i n st st e l l e müsse man u. a. um einer, wenn auch geringen Teilentlastung unseres Arbeitsmarktes willen interessiert sein. Die Möglichkeit, auf kleiner Scholle zu beginnen, läßt nls Anwärter einer späteren halb- oder Dollbauernslelle den derzeitigen Land- arbeiter und den vom Land« stammenden, mit der Scholle noch vertrauten und heute vielfach erwerbslosen Arbeiter des daniederliegenden Baugewerbes geeignet erscheinen. Vom betriebs- wirtschaftlichen Standpunkt sprach schließlich Prof. Dr. Ries- Berlin-Vornim, der Leiter des Versuchsgutes Bornim der Land- wirtschaftlichen Hochschule Berlin, über„Die Lebensfähigkeit der Kleinbauernstellen". Klußkatastrophe in Frankreich. Absturz eines französischen Militärflugzeuges. P a r i». 28. Mai. Am Freitag fanden in der Gegend von D i j o n französische Luflmanöver statt, bei dem der Angriff eines Zagdslngzeuge» auf eine Beobachlungsmaschine vorgeführt werden sollte. Während das Jagdslugzeug von einem Anterofsizier geführt wurde, hatte der Kommandant des 6. Luslgejchwader», Kapitän L e„ e r t, in dem angegriffenen Apparat Platz genommen. Aus noch nicht geklärten Ursachen stießen die beiden Flugzeuge In einer höhe von etwa 1000 Metern zusammen, worauf das Ausktärungs- slugzeug abstürzte. Der Kommandeur und sein Pilot wurden aus der Stelle getötet. Dem Führer der Jagdmaschin« gelang es dagegen, trotz starker Beschädigung seine« Apparat», not- ausgesprochen worden, weil gegen st andslos. Aächiliche lteberfälle. Llnbeteiligter von Kugel getroffen und schwer verleht. Zu Ausschreitungen ist es in der vergangenen Nacht im Osten Berlins in der Kraut straße und Langestraße ge- kommen. Bor seinem Hause wurde der 19 Jahre alte Drogist Erich Mattejat, Langestraße 97, angefallen und durch Messer- st i ch e in Kopf und Rücken schwer verletzt. Das Ueberfallkommando, das herbeigerufen wurde, schaffte ihn ins Krankenhaus am Fn«d- richshain.— In dek Krautstraße wurde weiter der 22 Jahre alte Maschinenschlosser Richard Hahne aus der M e h n e r st r a ß e 6 durch einen Schuß ins rechte Knie schwer verletzt. Auch er wurde ins Krankenhaus am Friedrichshain gebracht. Die Ver- letzung ist sehr schwer, und es ist kaum damit zu rechnen, daß das Bein völlig gehcijt wird. Nach Zeugenaussagen gerieten mehrere Männer, die vorher in einem Lokal an der Kraut, und Kleinen Markusstraße gezecht hatten, auf der Straße miteinander in Streit. Einer der Männer feuerte einige Schüsse ab. In diesem Moment kam Hahne die Krautstraße entlang und brach plötzlich mit einem Aufschrei zusammen. Er war von einer Kugel getroffen worden. Als die Männer sahen, was sie angerichtet hatten, flüchteten sie und entkamen. Einsturzunglück. In einem älteren Schloßbau in Brüssel stürzte während der Besichtigung durch eine Mädchenschulklasse der Fußboden eine» Saales ein. Etwa 30 Mädchen erlitten Ver- letzungen. „Erleben um zu schreiben." Me Brandstiftung des Schnststellers Karl Strecker. Die Brandstistung des 70jährigen Berliner Schriftstellers Karl Strecker, der am ZS. August vorigen Jahres feine Billa in Klein-Machnow angesteckt hatte, um sich durch die Auszahlung der Verficherungsfumme aus seiner finanziellen Bot zu befreien und um die innere Bersasjung eines Verbrechers vor der Abfassung seines neuen Romans kennenzulernen, bildete heute zum zweiten Rkale den Gegenstand eines Schwurgerichtsprozefseg in Potsdam. Die Anklage vertritt Staatsanwaltschaftsrat Stargard, während die Verteidigung Streckers wieder in den Händen von Rechtsanwalt Ktee und Rechtsanwalt Goldbaum liegt. Der Schriftsteller machte in der diesmaligen Verhandlung einen wesentlich frischeren Ein. druck als vor einem halben Jahr. Er gab auch sofort an, daß er sich in der Zwischenzeit körperlich erholt habe, um in der heutigen Verhandlung ohne irgendwelche Behinderung volle Klarheit schassen zu können. Nachdem Strecker das Wort erteilt wurde, schilderte er seinen Werdegang, genau so wie in der ersten Verhandlung. Er gab an, daß er auf Wunsch seines Vaters Offiziers geworden sei und später den Säbel mit der Feder vertauscht habe. 25 Jahre lang sei er dann Theaterkritiker gewesen, bis die„Tägliche Rundschau" einging. Während er früher mit Theaterstücken und Büchern einige Erfolge errungen habe, seien sie in der letzten Zeit völlig aus- geblieben. Katastrophal habe sich seine Lage im Sommer 1931 ae- staltet. Er war außerdem an Herzmuskelschwäche und Mittelohren- entzündung erkrankt, und dabei sei ihm der Gedanke gekommen: „Was wird aus meiner Frau, wenn ich sterbe?" Er habe sich vorgenommen, etwas zu schaffen, was wieder zu einem großen Verdächtiger Inhalt Das Zentrum:„Nach Koalitionsgesinnung sieht eiqentl'ch nicht aus� was da zum Vorschein fommtl* ikü Berliner Kunstwochen 1932 proletarische Musizierstunde Erfolge führen würde. Am meisten gefallen habe ein Kriminal- roman von ihm,„Rufe aus dem Dunkel". Daher habe er sich mit dem Gedanken getragen, wieder einen Kriminalroman zu schreiben. Inzwischen habe er sich durch den Verlust eines Ohrringes nnt seiner Versicherungspolice beschäftigt und dadurch sei ihm der Gedanke ge- kommen, durch die Versicherungssumme seine Frau sicherstellen zu können. Er wollte alles nur erleben, um es schreiben zu können, da man ihm vorgeworsen hatte, daß seine Schilderungen von Seelennöten eines Verbrechers und des Gefängnislebens nicht wahr- heitsgetreu gewesen feien.„Mit 70 Jahren sind ja die Ideen aus- geschöpft, fuhr der Angeklagte Strecker fort, ich brauchte ein neues inneres Erleben und neue Menschen. Ich muhte in Verbrccherkreise hineinsehen, um ein großes Erlebnis zu gewinnen, das ist kein leerer Wahn, das braucht man." Er habe nicht gewollt, daß das Haus abbrennen solle, da das Haus nicht ihm, sondern einer Frau ge- hörte, die er nicht durch ein« solche Tat in den Besitz einer großen Versicherungssumme bringen wollte. Er habe absichtlich den Brand p Hanta st isch vorbereitet und das seltsame Zeug in dem Haus gesammelt. Eigentlich hätte jeder Fachkenner sehen müssen, daß es dem Brandstifter nicht ernst gewesen sein könne. Großrazzia in Gchöneberg. Auf der Suche»ach den Mariendorfer Mördern. Ein« umfangreiche Razzia, die der Aufklärung des Mordes in Mariendorf dienen sollte und bis in die frühen Morgenstunden andauerte, wurde in der Nacht zum Sonnabend von der Mordkommission Lissigkelt-Freiberg in den Schöneberger Lokalen durchgeführt. Im ganzen wurden 2 0 Mädchen und 60 Männer fe st genommen und aus Lastkraftwagen ins Präsidium gebracht. Nach Prüfung der Papiere wurden ein Mädchen und neun Männer ins Polizeigefängnis ein- geliefert. Die übrigen wurden wieder entlassen. Ob unter den Festgenommenen sich die Mörder und Räuber aus Mariendorf be- finden, läßt sich zur Zeit noch nicht mit Sicherheit sagen. „Goethe in ver Buchkunst der Welt." Der Verein Deutscher Buchkünstler hat unter Mitwirkung des Börsenoereins der Deutschen Buchhändler und des Deutschen Buch- gewerbevereine der Stadt Leipzig eine Ausstellung„Goethe in der Buchkunst der Welt" gewidmet, die im Museum der bildenden Künste untergebracht ist. Diese Ausstellung ist etwas Erstes. Ein- maliges. 392 Künstler, 350 Verleger und 452 Drucker und Schrift- gießer aus der g'.nzen Welt haben zu dieser Ausstellung beigesteuert. Die Absicht ist/ Goethe in einer internationalen Buchkuustausstel- lung zu feiern. Die Buchkunst bringt aus 27 Staaten der Welt Bücher von Goethe in guten technischen und künstlerisch einwand- freien Ausgaben. Man hat nur Werke genommen, die in den letzten 30 Jahren entstanden sind. Die Ausstellung ist das Werk der heute Lebenden und Wirkenden. Lebende sprechen zu Lebenden. Hundert Drucker der Welt haben Goelhesche Texte für die Aus- stellung gedruckt. Es ist eine Druckerhuidigung an Goethe, und die. Beteiligung zeigt die ungeheure Nechwecke des Goetheschen Wertes Hundert Künstler aus aller Welt, unter ihnen die besten Graphiker, haben ausschließlich für diese Ausstellung Werke geschaffen, die Szenen zum„Faust" in Ausführungen aller Art veranschaulichen. Die„Berliner Kunstwochen 1932". die ja im wesentlichen der Fremdenverkehrspropaganda zu dienen haben, sind— den Zeit- läuften entsprechend— bescheidener gehalten, als Kunstwochen es sonst und je zu sein pflegten: zu bescheiden vielleicht. Immerhin, es werden die wichtigstezr Novitäten, die eindrucksvollsten Neuinszenie- rungen der Schauspielhäuser und Operntheatsr wiederholt, und diese künstlerische Ausbeute der Saison wird von einigen Sonderveran- staltungen umrahmt, die bemüht sind, eine eigene, eine berlinische Note zu finden. Hierher gehören die tan dieser Stelle bereits ge- bührend gewürdigten) Schloßmusiken im fackelbeglänzten Schlüterhof des Stadtschlosses, hierher gehört auch die Aufführung der Rad- ziwillschsn Faust musik innerhalb einer Goethe-Haydn-Feier in Monbijou. Nämlich: Bor hundert(glücklicherweise vergangenen) Jahren hatte Seine Durchlaucht Anton Fürst Radziwill die Gnade, als erster— ein bescheidenes Verdienst— eine Musik zum Faust zu verfassen, die damals an der gleichen Stelle, im Schloß Monbijou, vor Seiner Majestät und dem gesamten Hof exekutiert wurde. Da saß man nun nach hundert Jahren und hatte Gelegenheit, sich der vergangenen wie der gegenwärtigen Zeit gleicherweise zu schämen: wer ist nur aus die unglückselige Idee versallen, diese Musik einer barmherzigen Vergessenheit zu entreißen? Was geht uns dieser ohn- mächtig« und antiquiert« Dilettantismus heute noch an? Große und verehrungswürdige Meister haben Faustmusiken getrieben, und auch sie blieben hinter Goethes Wortgewalten weit zurück— diese Stüm- perhastigkeit aber hätte man uns ersparen müssen. Ludwig Wüll- n e r spricht, nein, er erlebt die Monologe, reißt hin, erschüttert ohne gleichen— und die Musik, ihrer innersten Natur nach stärker als das Wort, gewalter als die Sprache: vor solchen Worten und Ge- dankenwundern verblaßt auch größere als diese; die aber ist so kläglich, so belanglos, daß sie nichts als— stört. Wozu also das Ganze?„Weil vor hundert Jahren..." so will es historisierend« Romantik. Unter Georg Schumanns Leitung wirkten der kleine Chor der Singakademie und das Orchester der Deutschen Musikbühne mit: der einzige Wirkende in jedem Sinn war Wüllner, der Meister. Der zweite Teil des Programms war als Haydn-Feier gedacht: er umfaßte die Komposition der Schillerschen Ballade„Die Teilung der Erde" sowie die von Hans Oppenheim geleitete Es-Dur-Sym- phonie Nr. 103. An einem von der Deutschen Kunstgesellschaft veranstalteten Kammermusikabend waren ausländische Gäste, war das„Z a g r e b e r Streichquartett" zu hören, das ausschließlich jugoslawische Kammermusik zum Vortrag brachte. Bon den Werken, die ich hören konnte, war Josip Slavenskis Streichquartett II das wert- und gehaltvollere, kammcrmusikalisch geschliffenere: eine ziemlich selbständige Synthese von slawisch-starkem Melos, musikantischer Willkür, polyphonem Wollen und formalem Können. Boris Popan- dopulo P e t s ch i t s ch entpuppte sich als vorläufig noch recht hem- mungsloser Stravinsky-Epigone. Die Ausführung war— für deutsche Ohren etwas unzewohnt— weniger subtil, weniger trans- parent als rhapsodisch frei, energisch, schwungvoll, slawisch mit einem Wort. Die zweite Musizier st unde des proletarischen Orchester der Arbeiterjugend Groß-Berlin in Neu- k ö l l n war kein Konzert, sie war ein Gemeinschaftsabend und von dem schönen und seltenen Gefühl ursprünglicher Begeisterung für Musik getragen: einer Begeisterung, die sich in der bewundern?- werten Arbeit kundtut, die an und in dem gleichen Orchester geleistet wurde. Bor einem Jahre waren es nur acht, heute sind es über dreißig, und viele kommen ohne alles Können zu dem Orchester und lernen in gsmeinsamer Arbeit, um nur musizieren zu können, um des Glücks des Klangs willen, um sich die Kostbarkeiten der Instrumentalmusik zu erobern. Heute sind sie— unter ihrem begabten Führer Rudolf B a r t h e l— schon so weit, um ein dunkles, verhaltenes Konzert von Torelli. um Telemanns Don Ouichote-Suite, um Haydn und Mozart spielen zu können: und wenn sie sich manchmal ein wenig zuviel vornehmen0 Uhi Der Liebestrank Schiller-Theater Charlottenbure. 20 Uhr Die Räuber 8 Uhr 1 3. Flora 3434 Ruudien eri. Trude Hesterberg. Fischer-Koppe. Cläre Eckstein-Truppe. Bil& Bll. 2 Franks. Junetros& Elsie. 12 Geblars. Arthur Hell. Luella Paikin. Julius Kuthan. Mario Saletzki usw. * Sonnabend u. Sonntag je 2 Vorstellg 4 u. 8.15 Uhr. 4 Uhr kleine Preise Inserate im A Vorwärts sichern Erfolg! tthi Schles. Bhf. S 1. 8�, Stgs. 2,5.315«. E 7 Weichs. 4031 Die Dubarry VolKsDUhne Theatei am SOlowslat; «>,. Uhr Sturm im Wasserglas BETRIEB � KEMPIHSIflIU Deotsdies Ttieatür Die 8»/« Uhr Journalisten Lustsp.nadi Gustav Frestag von Felix Joadiimson Mush: Theo Mackeheo Regie: Heinz Hilpert Img-Tneatef Täglich S1« Uhr Madonna wo bist Du? Erika v. Thellmann, Genia Nikolajewna Theodor Loos Josef Wedorn Rose- Theater Große Frankfurter Straße 132 lel. Weichsel t 1 342? 8.30 Uhr Weekend im Paradies Ciartcnbühiie 5.30 Uhr Konzert u. Variste ZiflcuncrileDe GROSSES SCHAUSPIELHAUS Tätlich 8 Uhr MAX REINHARDT INSZENIERUNG Noch 4 Vorstellungen -ffv.' \y;y '''»Iii,'; Erscheint wöchentl., 48 Seiten in Kupfertiefdruck Probenummern an Radiohörer kostenlos durch die Botenfrau des„Vorwärts" föeilage Sonnabend, 28. Mai 1932 ÄvAbmö SfinJduL&iße Jti l/bftoädt fierftart Herrmann Wtosiai*/(förief vom Stande: Htm auf dem JDorfe Unter der alten Dorfeiche wiro mal wieder ein Zelt auf- geschlagen. Das ist an sich nichts Neues: manchmal kommt ein Marionettentheater, zuweilen ein Wanderzirkus, und oft ein Ka- ruffell. Aber diesmal ist das Zelt besonders groß, und hintendran ist noch ein besonderer kleiner Ausbau, und in diese» recht luftigen Ausbau wird ein umfänglicher Apparat gestellt. Und die überall herumgeschickten rosaroten chanözettel, anscheinend vom Druckfehlerteufel persönlich hergestellt, versichern, daß man mit Hilfe sotanen Apparates einen spannenden Film vorführen werde, gegen 10 Pf. Eintrittsgeld pro Person, Kinder und Soldaten die Hälfte— wo- bei es unklar bleibt, woher man die Soldaten nehmen will, denn man schreibt 1931. Abends um acht Uhr soll's beginnen. Die alte Dorfeiche zwar blickt nur mit kaum merklichem Schütteln des riesigen Kopfes hinunter: sie wundert sich prinzipiell über nichts mehr, feit neulich ein Herrenfahrer die interessante und für ihn recht schmerzhafte Feststellung machte, daß eine Dreihundert- Iahr-Eiche widerstandsfähiger ist als ein Hundert-Pferd-Kompressor: sie trägt die Narbe in ihrer Rinde mit mehr Würde als der Herren- fahrer die seine in seiner Schädelrinde, und sieht auch dem neu- modischen Kinobetrieo gefaßt entgegen. Nur die Stare, die in den obersten Haarspigen des Eichenhauptes krabbeln wie Läufe, die plötzlich schwatzhaft geworden sind, zeigen sich aufgeregt, und auch der Dorfbewohner hat sich eine gewisse Spannung bemächtigt. Die letzteren erscheinen denn auch ziemlich zahlreich, von der uralten Mutter Wilhelms bis zum schreienden Säugling des Nachtwächters, und sogar eine Soldatenuniform ist da: der alt« Matthes, als Geizkragen verschrien, hat seine Montur von Anno 79 angezogen und entrüstet sich, daß er trotzdem nicht für fünf Pfennig hinein- kommt: zahlt aber schließlich dennoch unter Seufzen und Klagen seinen Groschen und beschließt bei sich, durch eifriges Schimpfen sich schadlos zu halten. Die Kinobesitzersfamilie besteht aus Vater, Mutier, Sohn uno Tochter. Soviel Personen sind auch nötig, denn es handelt sich um ein Kino mit Handbetrieb: nicht elektrischer Strom bewegt die Kurbel, sondern schwielige Fäuste und rote Hausfrauenfinger müssen herhalten und im Laufe des Abends sich sehr oft abwechseln. Diese Art der Vorführung bietet Die Möglichkeit, auf altersschwache Stellen des Filmstreifens durch langsameres Drehen die gebührende Rücksicht zu nehmen und nach Belieben Zeitlupenaufnahmen ein- zufügen: so wird erreicht, daß der Film in jedem der siebzehn Kurzakte höchstens dreimal reißt. Aber zuerst kommt ein« Wochenschau— eine, wie die Beschrif- tung verkündet, sogar„Hochaktuelle Wochenschau". Diese Wochen- schau ist, nach meiner Schätzung, allermindestens drei Jahr« alt Es werden allerlei Ozeanflüge, Paraden und Parlamentswahlen gezeigt, die vor drei Jahren dem Bernehmen nach einmal statt- gefunden haben: die Zuschauer indes sind der festen Ueberzeugung, all das sei gestern geschehen, und sie sind nicht einmal geschädigt: denn, die wenigen Wissenden stellen mit Befriedigung fest, daß sich seither nichts Wesentliches in der Welt geändert hat, insonder- heit was Ozeanflüge, Paraden und Parlamentswahlen anbetrifft. Na ja, die Mehrheiten, die Flugzeugtypen und die Uniformen haben vielleicht hier und da gewechselt, aber schließlich und endlich gerät der Roggen auch in einem Jahr besser und im anderen schlechter, und mal werde» Lupinen gesät und mal Kartoffeln und mal Getreide, und dann sind eben doch wieder die Lupinen dran. Tröstlich, tröstlich! * Der Herren Politiker wegen, die an dieser Stelle empört die versorgten Häupter schütteln, muß ich jetzt vorgreifen und ein« be- weiskräftige Anekdote anführen, die sich erst am nächsten Tage ab- spielte. Da nämlich saßen ein paar ältere Bauern des Dorfes im Krug und besprachen den letzten Abend. „Un eck segg ju", versicherte der alte Matthes,„wat de Wochen- schau west is, die is doch een paar Iohr alt west. Denn jüh mal so, bet so ne Sak ut Amerika bet to uns kamen is, dat dauert doch sin Tid!" „Neäh", weist ihn aber Oll Dirksen zurecht,„neäh, dat stimmt nu woll»ich. Ja, wenn so ne Sak irst möt druckt werden— dat dauert woll sin Tid: irst mal, bet ein bat schreewen het, un denn, bet een anner dat druckt het. Weitst ja all, wat dat Tid kost, � bet unsein een Breef hat schreewen... Aberst dit hür sün doch man keen Wurt, dat sün doch man Bilder, di wo eenfach knipst I werden! Bi'n Photegraphen, dat geiht holterdipolter, knips, un l fartig is et! Sllhste, dadrum geiht bat so schnell!" Allgemein stimmt man Oll Dirksen bei: aber Matthe? gibt sich noch nicht geschlagen.„Eck weet aberst ganz genau, dat Meck- donald nich mihr Präsedent von England is. Schon« lange«ich mihr! Un in de Wochenschau wir ne Parade vor den Minister- präsedenten Meckdonald! Also möt dat Bild alt west sin!" „Neäh, neäh! Denn mötst du di eben irren, Matthes! Denn is hei eben doch Präsedent!" „Un hei is nich mihr Präsedent!" „Un hei is Präsedent!" „Un ick duh wetten um een Buddellje Richtenberjer, dat Meck- donald nich Präsedent is!" „lln ick seit twee Buddelljen gegen!" In diesem Moment wird die neueste Nummer der„Lindower Zeitung" hereingebracht— der Krüger hält sie neuerdings, well die Sonunersrischler immer nach der Zeitung fragen, lind diese Zeitung trägt in fetter Cicero auf der ersten Seite die Zeile: „Mocdonald zum englischen Ministerpräsidenten gewählt!" „Sühste", schreit triumphierend Oll Dirksen,„eck heff dit jo glik seggt! Mit die Bilder, dat geiht eben schneller wie mit dat Schreewen un Drucken, de Zeitung weet dat all h ü t irst, aberst dat Kino hat et schon gestern wüßt! Kröger«, her mit die Buddellje!" Ja— uitd nun könnt« ich ja daherkommen und Oll Dirksen er- zählen, daß Macdonald vor drei Jahren auch schon mal englischer Ministerpräsident war, und daß inzwischen sein Sturz kam und die Neuwahlen und manches andere, was aufregend war und weit- erschütternd, und daß er nun eben wieder Ministerpräsident gc- worden ist, und daß zufällig, ganz zufällig die Vorführung des uralten Films mit den allerneuesien Meldungen zusammengefallen ist— alles das könnte ich erzählen. Aber ich werde mich hüten: Oll Dirks«« wird mich auslachen und Matthes muß seine Buddellje doch bezahlen: denn jedensalls: hat nun das Kino recht oder nicht, ist nun der Meckdonald Präsedente oder nicht...? Na also! * Nun aber zurück um einen Tag, zurück ins Kino und zurück zum unpolitischen Teil! Auf die Wochenschau also folgt, laut Handzettel, ein„spannen- des, herzergreifendes Drama in siebzehn tiefgerührten Akten". Es besteht in einer ganz schrecklich aufgeregten Liebesgeschichte unter lauter ganz schrecklich vornehin gekleideten Leuten, von denen die eine Hälfte ganz schrecklich gutherzig und die andere ganz schrecklich niederträchtig ist, und indes die erste Hälfte nur ans Wohltun und ans Küssen denkt, denkt die andere nur ans Stehlen und Tot- schlagen. Die Diva hat große Kalbsaugen, deren Glanz sie dem Arsen und deren Umfang sie den Segnungen der Vasedowschen Krankheit verdankt, indes die langen, nachtdunklen Wimpern sich nur dank dem Erfinder des Mastyxleims an den Klapplidern be- finden. Es muß leider gesagt werden, daß ihre Erlebnisse mit dem uniformgeschmückten Geliebten und seinem Widersacher, der natürlich in powerem Zivil herumläuft, im Publikum auf volle Verständnislosigkeit stoßen— wenigstens werden sie ausgesprochen heiter aufgefaßt. Da es sich um einen stummen Film handelt, er- setzen die jungen Burschen die fehlenden Geräusche durch ent- sprechende Schnalzer bei den Kußszenen sowie durch aufmunternde Zurufe an den Geliebten, wenn die Diva aus irgendwelchen Grün- den die horizontale Lage einnimmt— z. B. wenn sie in Ohnmacht fällt, was sie in jedem Akt zu tun pflegt. Nur die noch ziemlich junge Frau des reichsten Bauern im Dorf, die es immer mit der Bildung hat, ist mit diesem Verhalten des Publikums, dem ihr Mann sich anschließt, nicht«inverstanden. Sie sitzt vor mir, und ich höre, wie sie ihren Mann bei jedem Lacher und bei jedem Schnalzer zurechtweist:„Aberst Korl, dat is doch ernst!" „Woso is bat ernst?" verantwortet sich Korl.„Kuck doch, wie komisch die mit die Oogendeckel klabastert!" „Sc meent dat doch aberst ernst!" „Wo kann denn die dat ernst meenen! Klabasterst denn du mit de Dogen, wenn eck di een Kuß gewen duh?" „Neäh, ick nich— aberst dit is doch een vornehme Person!" „Eck weit oock, wat vornehm is!" verteidigt sich Korl. „Un eck segg di, dit is een Trauersplll!" „Neäh, dit is eens tom Lachen— wirst et jo sciljn!" Immerhin lacht Korl vorerst nicht mehr. Aber er paßt scharf auf. Bis zum sechzehnten Akt. In diesen, zeigt es sich, daß der Film kein Happy end hat— das war wohl zu der Zeit, als dies Drama gedreht wurde, noch nicht erfunden. Und der Widersacher in powerem Zivil hat einige andere Zivilisten gemietet, und di« erwischen den Bräutigam in finsterer Nacht und gehen auf ihn los, und er wehrt sich, aber sie schlagen ihn dennoch tot.... Und hier endlich jauchzt das ganze Publikum und ist mit- gerissen von der Handlung, und Korl wendet sich triumphierend an seine gebildete Frau: „Na, wer het nu recht hat? Eck! Et is doch eens tom Lachen!" * Und als im siebzehnten Akt auch der Zivilist noch totgedroschen wird, ist der Erfolg des Abends entschieden,„So fix hebben wi uns lang nich amüseert!" sagen die jungen Burschen zu ihren Mädchen beim Hinausgehen und schlagen sich seitwärts unter di« jungen Kiefern, die wohlwollend rauschen... Denn die jungen Burschen haben infam gesunde Herzen, und für sie gehört das Lachen zum Lieben und nicht das Weinen— wie bei den armen, unglücklichen Filmdiven mit den Basedaw-Augen.... Die alte Dorfeiche läßt die jungen Burschen gehen, ahne weiter den Kopf zu schütteln. Sie wundert sich prinzipiell über nichts mehr, nicht über Meckdonald und nicht über die Kinobesitzersfamilie, deren vier Mitglieder sich die vom Kurbeln schmerzenden Arme reiben, als wenn sie nicht zwei Stunden lang Kino gespielt, sondern gebuttert hätten— was übrigens nach Meinung der alten Eiche und der alten Mutter Wilhelms vernünftiger gewesen wäre..... duteb in der Wüste Wie eA früfiev war und wie es freute ist In den, Bucii„P f a d s u ch e i n der W ü st e" iFranckb'iebe Verlags bnchbandlung, Stuttgart), berichtet E. G. o r e u t über die Betnübuvgeit, die Wüste Tabara verkebrsteckmilch zu erobern. Tie Gegeitüberstellnitg des tiiühevolleit Kampfes des Forschers Nachtigal und der sicheren Turchqtteruttg der Wüste mit Raupen- automobilen zeigt, welch gewaltiger Fortschritt in der Eroberung der Wüste bereits gemacht ist. wt. 1869! Müheoolle"Pfadsuche. Mit lautem Schrei treiben die Diener Kamele, Pferde und Esel hoch. Packen werden aufgeladen, langsam setzt sich der Zug in Bewegung. Es geht ins Land Fessan, M u r s u k zu. Sand, nichts als Sand, soweit das Auge reicht. Noch ist das Reiten auf dem gehöckerten Wüstenschiff angenehm. Die Kühle des frühen Tages, Erwartung des Kommenden weitet die Sinne: bald aber, mit dem Steigen der Sonne, wächst die Hitze, und Müdigkeit quält den des Reitens ungewohnten Forscher. Um nicht einzuschlafen, steigt er vom Tier und watet mit den anderen durch den Sand. Wenn es nur etwas zu entdecken gäbe! Vielleicht Steine, Pilanzen! Doch die Augen schmerzen, je länger man auf den Boden stiert. Endlich ist der erste Tag, in dem man den Gürtel des Sandmeeres bezwingt, vorüber. Am Fuß des Tarhumagebirges wird das Lager ausgeschlagen. In den beiden folgenden Tagen wird das Gebirge überschritten, das, zerklüftet, unwegsam, voller Steinschutt, immer wieder zu müh- seligen Klettereien und zu großen Umgehungen zwingt. Die festen englische Schuhe, die Nachtigal trägt, zerreißen am scharfen Gestein, bald sind die Füße wund und schmerzen doppelt im heißen, trockenen Geröll. Solange die Sonne noch nicht senkrecht steht, ist es möglich, sich im Schatten der Bergwände zu halten. Mittags muß gehalten werden. Eng drücken sich Menschen und Tiere hinter die Felsblöcke, um sich den sengenden Strahlen zu entziehen. Nie- mand spricht ein Wort. Zwar ist noch reichlich Wasser vorhanden, aber keiner will das lauwarme Naß, dessen Genuß nur den Durst erhöht. Eisig sind die Nächte im Gebirge, kalt und grausam scheinen hier die Sterne, inan wärmt sich an den Leibern der Kamele. Am vierten Marschtag ist die Bergwelt überwunden. Weithin streckt sich die Hochebene mit grünen Triften und Flußtälern, die allerdings kein Wasser sühren. Wie die Farbe Augen und Sinne belebt! Rascher greifen die Füße aus, die Tücher werden von den Gesichtern genommen, und G u i s e p p e, der schweigsam geworden war wie Mohammed e l K a t r u n i, wagt sogar einige Scherze. Wiesen und Palmeneilande mehren sich, an Quellen findet man frisches Wasser. Das grausame Gestern wird vergessen. Am sechsten Tage bricht plötzlich das grüne Paradies in sich zusammen: wieder dehnt sich meilenweit steinige Einöde, Höhen wachsen aus, Felsblöcke sperren den Pfad. Müdigkeit überfällt den Zug, der mühsam hinschwankt, bis gegen Abend B e n i- U l i d, die letzte Station mit grünem Olivenhain erreicht wird. Zti Tode erschlafft wirst sich alles in die Decken und schläft bis in den kam- inenden Tag hinein. Doch der beschwerlichste Weg liegt erst vor ihnen. Es ist das furchtbarste Stück zwischen Tripolis und Bornu: kein Baum, kein Strauch, nicht ein einziger Grashalm, nur Stein, Stein, Stein. Sechs lange, alle Kraft verzehrende Marschtage bringen die Karawane bis nach B o n d s ch e in, einer traurigen Wüstenstation. Der nächste Platz heißt S o k n a. Bis dahin sind es wieder fünf Tage steinige Wüste ohne Menschen, Wasser und Vegetation. Wehe, wenn in diesen Breiten der G i b l i weht, der trockene, heiße, atemraubende Südwind, der selbst das Wasser in den Schläuchen rasch verdunsten läßt und Tier und Wanderer un- fehlbar dem Tod in die Arme treibt! Niemand kann so viel Wasser mit sich schleppen, um ihm zu trogen. Er ist schlimmer als der Sandsturm, heimtückischer als dieser und schneller zur Stelle-- 1922: Durchquerung im Auto. Heute, am 15. Dezember des Jahres 1922, hat Tuggurt sein besonderes Ereignis. Auf dem Schmalspurgleise steht ein dicht ver- hüllter Güterzug. Hunderte von Eingeborene», Männer. Frauen und Kinder, umlagern die Wagenreihe. Jetzt werden die Zelt- blachen abgenommen, für Sekunden schweigt Geschrei und Gespräch, uni toller aufzusprühen, wie nun Stück um Stück, Packen noch Packen von den Plattformen genommen und seitwärts aufgestapelt wird. Was kommt da nicht alles zum Borschein: Riesige Kisten mit geheimnisvollem Inhalt, Zelttücher, Zeltgestänge, Tonnen und Be- triebsstoff, Werkzeugkästen, Gewehre, Maschinengewehre, Kleider- ballen, Handkoffer und tausenderlei mehr. Da ist auch Flossi, das Expeditionshündchen und Glückstier, das keinem Unternehmen fehlen darf. Wie die Raupenwagen auf die Rampe gefahren werden, steigt die Begeisterung zu einem wahren Orkan, man redet, fchreil, lacht, gestikuliert, tanzt, tollt. Es ist ein Fest, wie es selten wieder- kehren wird. Am Abend des 16. Dezember ist die Kolonne marschbereit: in der folgenden Nacht einhalb vier springen die Motoren an: ver- haltener Rhythmus, pulsierendes Leben großer Maschinentiere vor dem Start nach T i in b u k t u. Kalt ist die Nacht, von Gewölk dunkel verhangen, grell spielt das Licht der Scheinwerfer auf weißem Hausgemäuer. Langsam schlürfen die Ungeheuer davon in die unabsehbare, blau leuchtende Ebene hinein, zwischen Palmengruppen hindurch, die wie Gespenster vor dem Ort stehen, über ausgetrock- nete Salzseen hinweg, an Bewässerungsanlagen vorüber. Weithin leuchten die Flammenaugen, spiegeln sich im Wasser oder stieren dichtverschlossene Zelte von Nomaden und Hirten an, die im Freien übernachten. Hundegekläff schlägt den Nahenden entgegen und er- stirbt hinter ihnen in der Nacht. Eiskalte Feuchtigkeit steigt vom Boden auf, der von funkelnden Salpeterkristallen bedeckt ist. Nie- mand spricht: in ihre Mäntel gehüllt, halb im Schlaf, wartet die fröstelnde Mannschaft auf den Morgen. Nach anderthalb Stunden ist man am Kassr von T a m a s s i n. emem kleinen französischen Stützpunkt, angekommen, wo ein junger, eingeborener Führer heißen Kaffee als Willkommensgruß bietet. Und während man gierig den ersehnten Trank schlürft, rötet sich der Himmel. Rosiges Perlmutter überzieht die Dünen, bläulich leuchten Gräser und Bäume. Weiter geht es. Die Raupen pressen den Sand zusammen und werfen ihn Schlag um Schlag, ohne Ruck, hinter sich. Ihre Schmiegsamkeit gleicht dem weichen, mahlenden Fuß der Dromedare: sie bereiten den Boden, über den die Wagen hingleiten. Gegen Mittag rattern sie am Dorf N g u s s a vorbei, das malerisch im roten Ziegelgewande mitten in den Sanddünen liegt. Zwei Stunden später taucht die Oasenstadt W a r g l i a auf. Ein Bewässerungs- kanal trennt sie von den unaufhaltsam Dahinfahrenden. Das Grün der Bäume ist dunkel, stellenweise schwarz im grellen Licht des Tages, die Häuser stechen wie Sepia von der Umgebung ab. Kaum sind die Fahrzeuge am Saum einer Pflanzung angelangt, als ihnen aus der sandigen Ebene ein Zug schreiender Reiter zu Pferd und auf Kamelen entgegenstürmt. Gewehre werden abgeschossen, Fahnen geschwenkt, furchtbar gellt das Schreien der Nahenden. Nun sind sie heran, umjagen die Wagen, halten jäh inne und stellen sich in langer Reihe aus. Ein französischer Offizier, Befehlshaber im Be- reich der Ooase von Warglia, reitet mit den Stammeshöuptlingen zum Führerwagen und begrüßt die Wagemutigen im Namen Frankreichs und seiner treuen asrikanischen Eingeborenen. Trommeln werden geschlagen, Pfeifen gellen, zu wikdem Reiterspiel lösen sich die Reihen der farbigen Heerfchar, Frauen und Mädchen wiegen sich im Tanz, Akrobaten zeigen ihre Kunststücke: zuletzt wird noch ein Wettrennen von Pferden und Dromedaren veranstaltet, bei dem die Gäste als Schiedsrichter mitwirken müssen. Das Ganze beschließt ein Festessen im großen Zelt des Stammesfürsten. Nun sitzen die Fremden in seinem Zelt, auf mächtigen, weichen, roten und schwarzen Teppichen, die von den Frauen von D s ch o l f a, den berühmtesten Weberinnen, geknüpft werden. Draußen lagert das Bolk. Ueber lodernden Feuern braten Hammel am Spieße, und wenn der Vorhang am Zelteingang sich hebt, bietet sich den Reisenden ein malerisches Bild, so schön, wie es ihnen in ihrer Jugend beim Lesen von alttestamentarischen Festen die kindliche Phantasie vorgegaukelt hat. Die Sonne sinkt. In zartes Rosa hüllen sich die Dünen. Weit im Westen dunkelt das Hoch- und Oedland von Hammoda in vio- leiten Tönen. Morgen wird man über die Schwelle schreiten, die das Leben in westlicher Zivilisation trennt von dem im Herzen des großen, wilden Landes! Der abgeirrte Fußball Vereine haften für angerichteten Schaden Unfälle auf Sportplätzen sind leider nicht selten Spieler- Verätzungen hatzen immer einen unangenehmen Beigeschmcd Es gibt aber auch Fälle, wo nicht am Wettkampf beteiligte Personen zu Schaden kommen. Einem Pressephotographen wurde durch einen Fußball die Kamera völlig unbrauchbar gemacht. In diesem Fall kam es zu keiner Gerichtsverhandlung: die Parteien einigten sich. Ohne ein Eingreifen der Gerichte wurde auch folgender Fall bereinigt: Ein Kinderwagen stand an der Läuferbahn des Spiel- feldes, hinter der Barriere. Die Mutter hatte das Kind aus dem Wagen gehoben und war mit ihm zur Seite gegangen. In der Zwischenzeit prallte ein Fußball mit voller Wucht auf das Verdeck und richtete Schaden an. Die Frau war im Moment sehr erbitter:, aber bei einer Aussprache mit dem Verein mußte sie sich sagen lassen, daß Kinoerwagen bei Fußballspielen eigentlich nichts zu suchen haben. Man stelle sich aber vor, das Kind wäre im Un- glücksmoment im Wagen gewesen? Ostmals legten sich Vereinsleitungen schon die Frage vor, wer denn sür Unfälle außerhalb des Spielfeldes, aber auf dem Sport- platz, haftet? Bisherige Gerichtsentscheidungen waren für solche Fälle noch nicht klar genug, notwendig ist aber, daß alle Vereine aus ihren Plätzen eine Tafel aufstellen, die verkündet, daß jeoer Zuschauer sür sich auf dem Sportplag verantwortlich ist. Das klingt zwar etwas kurios, aber es hat seine Berechtigung, denn über solgenden Fall hatte das Reichsgericht kürzlich zu entscheiden: Auf dem Platz des Vereins„Fortuna" in Magdeburg spielten einige junge Leute vor dem einen Tor mit dem Fußball. Ein Unglücksball flog über die Einzäunung, vurchfchlug ein Fenster des gegenüberliegenden Hauses so unglücklich, daß die Glassplitter das Auge der hinter dem Fenster sitzenden Frau so verletzten, daß die Sehkraft erlosch. Gegen den Verein„Fortuna" klagte die Frau auf Schadenersatz. Beim Prozeß vor dem Landgericht in Mogde- bürg stellte sich heraus, daß die jungen Leute nicht einmal Vereins- Mitglieder waren, sie hatten also nach den Vereinsgesctzen unbefugt gehandelt Der Verein glaubte aber seine Pflicht erfüllt zu haben: denn er hatte um den Platz einen Drahtzaun von 3,70 Meter Höhe gezogen. Das Gericht nannte diese Schutzvorrichtung unzureichend Für die Sportvereine hatte dieser Prozeß eine besondere Be- deutung: denn anliegende Häuser wie aus dem Platz sich befindende Personen können leicht zu Schaden kommen, ohne daß direkt ein Verschulden des Vereins, wie im vorliegenden Fall, in Frage kommt. Wenn legt dieser Prozeß, der zum Nachteil des Vereins entschieden wurde und über das Oberlandesgericht in Naumburg zum Reichsgericht ging, als Richtschnur für derartige Fälle genom- men wird, dann dürfte den Sportvereinen noch manche Ueber- rafchung blühen. Im Urteil des Reichegerichts ist gesagt: „Do das Abirren von Bällen trotz der hohen Umzäunung dem Vereinsvorstand bekanntgewesen ist, habe er damit rechnen müssen. daß hierdurch Sach- und Personenschaden entstehen könnte. Die Platzumfriedung hätte daher noch besser sein müssen oder der Platz war in eine weniger bewohnte Gegend zu verlegen. Daraus, daß der Platz vom Ga'uvorstand abgenommen und auch polizeilich nicht beanstandet worden sei, könne sich der beklagte Verein wirksam nicht berufen, weil ihn diese Umstände nicht der Verpflichtung zur Schaffung einer sicheren Umfriedung enthoben. Der Ver- ein werde aber auch nicht dadurch haftungsfrei, daß ein Unbefugter den Unglllcksball g«spielt habe, denn einmal s«i die Gefahr des Ballabirrens beim Spielen von Vereinsmitgliedern nicht geringer als bei anderen spielenden Personen, weiterhin sei dem Verein aber auch bekanntgewescn, daß Unbefugte auf seinem Platze spiel- ten. Trotzdem habe der Vorstand nicht die nötigen Gegenmaß- nahmen getroffen, es habe nicht einmal eine ordentliche Verbots- tasel existiert, die vorhandene sei vollkommen verrostet und un- leserlich gewesen. Das in allen diesen Punkten pflichtwidrige Verhalten des ausführenden Vereinsoorstandes sei daher zumindest als mitursächlich für den Unfall anzusehen, selbst wenn der Un- glücksball durch einen Unbefugten gespielt worden sei. Für den Vorstand habe der beklagte Verein nach 8 823 in Verbindung mit 8 831 BGB. zu haften." Oer l'od auf der Rennbahn Die Unfälle bei Autorennen Wie wir bereits in unserer heutigen Morgenausgabe mitteilten, ist beim Training zu dem morgen, Sonntag, auf dem Nürburg- ring stattfindenden Automobilrennen des Allgemeinen Deutschen Automobilklubs der Bugatti-Fahrer v. Mo r g e n durch einen Sturz ums Leben gekommen. Von Morgen folgte seinem Rennfahrer- kollegen Fürst Lodkowicz, der am Sonntag in Berlin auf der Avus stürzte, in den Tod. Auch hier wieder, wie so oft, die Duplizität der Ereignisse. Beide Male ist der tödliche Unfall auf dieselben Ursachen zurück- zuführen. Beide Male gerieten die Fahrer mit ihren Wagen auf einen Teil der Bahn, der weicher ist als die eigentliche Fahrbahn. Das dadurch hervorgerufene Schleudern der Wagen ist, physikalisch betrachtet, leicht zu erklären. Wenn zwei hintereinanderliegende Räder eines einigermaßen schnellfahrenden Automobils von der harten Fahrbahn abkommen und für die Fortbewegung einen anderen, nämlich mehr Widerstand leistenden Untergrund finden, so werden sie naturgemäß den Wagen bremsen. Das andere Räder- paar dagegen greift auf der harten Fahrbahn weiter und so wird der Wagen auf der Seite der weichen Fahrbahn gebremst und darüber hinaus von den Räderpaaren auf der harten Fahrbahn mit der alten Geschwindigkeit fortbewegt. Der Wogen wird sich also in der Fahrrichtung um sich selbst drehen. Die Fahrer versuchen natürlich nach Möglichkeit dieses Schleudern durch entgegenwirkendes Steuern auszugleichen: ist die Geschwindigkeit nicht allzu groß, ge- lingt es ihnen oft. Das rasende Tempo, das Rennfahrer aber meist fahren müssen, schließt in den meisten Fällen ein Parieren aus, so daß sich der Wagen also um sich selbst dreht und meist auch über- schlägt. Die Geschwindigkeiten, die zu folgenschwersten Unfällen führen können, brauchen nicht einmal allzu hoch zu sein. Wie der erst gestern an Gerichtsstclle verhandelte Vorfall, bei dem Iustizbeamte des Dezernats für Kraftwagenwesen ums Leben kamen, beweist, genügt eine Geschwindigkeit von etwa SO Kilometer vollauf, um den Wagen umzukippen und den Insassen schwerste Körperschädi- gungen zu bringen. Bei den Rennfahrern ist es der Beruf, der sie zwingt, mit höchster Geschwindigkeit über die Bahn zu rasen, wobei sie allerdings nicht immer das Bewußtsein haben, mit dem Leben zu spielen, Von Morgen war einer der tüchtigsten Rennfahrer. Er hat viele Rennen schon gewonnen: so wurde sein Rekord aus dem Nürburgring vom Jahre 1339, bei dem er 199, S Stundenkilometer im Durchschnitt erreichte, bisher noch von keinem anderen erreicht. Am Sonntag auf der Avus konnte er sich allerdings mit seinem Bugatti nicht durchsetzen, obwohl er 1939 beim großen Aous-Rennen hinter Caracciola Zweiter wurde. Er hatte ausgesprochen Pech mit seiner Maschine, niußte öfter die Kerzen wechseln und gab schließlich ganz aus. Für das Rennen auf dem Nürburgring am morgigen Sontag war er stark favorisiert, man gab ihm neben Caracciola, dem Avus-Sieger von Brauchitsch und Stuck größte Chancen ver Rampf geht weiter Um die Amafcurbesfimmungcn Die Suspendierung des finnischen Meistsrläufers N u r m i durch den Vorstand des Internationalen Leichtothletik-Verbandes und seine Rehabilitierung durch den finnischen Landesverband hat in der Sportwelt einiges Aufsehen erregt, um so mehr, als der französische Meisterläufer Ladoumäge durch den Spruch der Sporthörde immer noch am Start verhindert ist. Man tonn es den Franzosen nicht verdenken, daß sie fü» ihren Mann mindestens die gleiche Behandlung verlangen, wie sie Nurmi zuteil wurde. Die Franzosen berufen sich nicht mit Unrecht darauf, daß man Nurmi auch in der Suspendie- rung belassen müßte, solange Lodaumege das gleiche Schicksal hat. Schließlich ist gegen beide aus der gleichen Veranlassung vorgegangen worden. Der Lorsitzende des Internationalen Leichtathletik-Verbandes, der Schwede Ed ström, ist durch das Verlangen der Franzosen in eine Zwickmühle geraten, aus der es für ihn kaum noch ein Heraus- kommen gibt Französische Sportkreise haben Herrn Edström den Vorschlag gemacht, er solle innerhalb der Amateurbestimmungen— die bekanntlich den bürgerlichen Sportlern eine sportliche Betätigung gegen Bezahlung, in welcher Form sie auch gewährt wird, ver- bietet— eine besondere„K a t e g o r i e d e r M e i st e r" schaffen, die besonders behandelt werden müßten Man will also nicht mehr und nicht weniger als Vorsorge treffen, daß die Spitzenkönner auch gegen Bezahlung starten dürfen, obgleich sie immer»och als Amateure gelten. Das würde allerdings nach der Auffassung aller Sport- treibenden und aller Sportliebenden eine mehr als merkwürdige Lösung des ewigen Streites um die Amateurbestimmungen sein. Objektiv betrachtet, kann man es den Spitzenkönnern nicht verdenken, wenn sie die angebotenen Startbedingungen, die nicht meist nur ehrenvoll, sondern auch einträglich sind, annehmen. Sie machen aus ihrer Veranlagung, die sie zu großen Leistungen befähigt, eben eine Einnahmequelle. Nun gibt es aber nicht soviel Spitzenkönner, daß man sie unter sich starten lassen könnte, daß man also reine Professionalsportler schaffen könnte. Deshalb der Vorschlag mit der „Kategorie der Meister". Daß dadurch andere Verhältnisse auf dem Gebiete des Amateur- wesens geschaffen würden, vermag man nicht einzusehen. Schwerathleten am Start Auf dem Wedding und in Tegel Der Boxring der bundestreuen Arbeiter-Athleten erfreut sich an jedem Kampfobend einer größeren Beliebtheit. Gestern, am dritten Abend, hatte der Sportklub Alt-Wedding wieder ein volles Haus. Die Arbeitersportler verstehen es, dem Boxsport die ästhetische Seite abzugewinnen und lieferten so schöne Kämpfe, die auch den Laien zu begeistern vermochten. Im ersten Treffen gingen Knauf-W. und Mannke-LF. über die volle Distanz, nach Ablauf der drei Runden reichte es zu einem Punktsieg von Mannke. Der Tegeler Nikisch erhielt den Sieg über Heincke-W. zugesprochen, da der Weddinger den Kampf vorzeitig auf- gab. Eine Begegnung, die versprach interessant zu werden, endete leider schon in der ersten Rund«: Grande-W. mußte wegen einer Verlegung über dem linken Auge den Kampf gegen Reinelt-T. auf- geben. Hart gingen Thomae-W. und Förder-LF. ins Zeug: beide gefielen, erreichten aber nur ein Unentschieden. Mit dem gleichen Resultat trennte der Ringrichter E. Munter-W. und den Lichtenberger Faulhaber. Im Schlußkamps gab es eine Ueberraschung, hier tonnte Peter-L. den Halbschweren Reimers-W. diesmal nach Punkten schlagen. RinglLänipfe Auch die bundestreuen Ringer konnten vor einer großen Schar Anhänger in der Tegeler Humboldt-Schule ihre Kämpfe austragen. Der Kraftturn-Verein„Spart a" hat durch den Uebertritt der Ringer des Sportvereins der Berliner Verkehrs-Gesellschaft seine alte Stärke erhalten. Die glänzend trainierte Staffel stand der ersten Mannschaft vpn„Tegel 1899" aus der Matte gegenüber. Die Veranstalter schlugen sich recht tapfer, mußten aber in beiden Runden den Spartaleuten den Sieg überlassen, die mit 23: 5 Punkten im Klassement ihren zweiten Frühjahrsersolg davontrugen. Im Fliegen- gewicht siegte Langer II-Sp. über Kraske-T., in 6,29 Minuten, zur zweiten Runde trat K. nicht mehr an. Langer I konnte Maier-T. in 4,96 und in 3,25 Minuten ein« Schulterniederlage beibringen. Der technisch bessere Hüffner-Sp. gewann gegen Milbredt beide Male die Punkte. P. Wittkamm-Sp. und Reichelt-T. rangen mit großem Elan: auch in diesem Kampfe muhte der Tegeler die Punkte abtreten. Die beiden alten Rivalen A. Wittkamm-Sp. und Höhne-T. gingen sehr hart ins Zeug, W. siegte im ersten Tressen in 5,59 Minuten, der zweite Gang blieb offen. Lorbeer-Sp. und Rosentreter-T. schieden erstmalig ohne ein Resultat, in der Wiederholung mußte R. in der 5. Minute auf die Schultern. Die etwas ungleichen Schweren Werch-Sp. und Hildebrand-T. trennten sich diesmal noch mit einem Unentschieden. «Internationale Flugschau" des Aeroklub Die am 12. Juni vom Aeroklub von Deutschland auf dem Flug- Hafen Tempelhof veranstaltete Internationale Flugschau scheint nach Art und Umsang des vorgesehenen Progranuns eine Flugveranstaltung von Stil und Umfang zu werden, die sich den großen National Air Roces in Amerika und den bekannten Air Display in England, würdig zur Seite stellt. Das Zusammenkam- men von internationalen Fliegergrößen wurde bisher bei uns in Deutschland nicht mit dem Vorzug behandelt, wie Dies schon seit Iahren im Ausland geschieht. Der Aeroklub will auch in Deutsch- land jährlich einmal die nomhastesten und testen Piloten des In- und Auslandes zusammenbringen. Die hierbei stattfindenden Ver- gleichsflüge zwischen dem deutschen Slltmeister Gerharo Fi eseler und dem italienischen Piloten C o l o m b o, dem Sieger des Italien- flugs 1931, werden interessanten Sport und auch einen wertvollen Leistungsvergleich bringen. Die Fuchsjagd der Damen de» Deutschen Reichs-Auto-Clubs, die am 23. Mai wegen der schlechten Witterung ausfallen muhte, findet nunmehr für alle autofahrenden Damen Berlins am Mittwoch, 1- Juni, statt. Start 9 Uhr vor dem Klubheim, Hardenbergstr. 18. Nennungegeld 2 Mk. pro Wagen. LPmi am Soimlaö Wasserball-Vorschau. Im Lunabad finden heute und morgen die letzten Kämpfe statt. Ab 1. Juni beginnen dann die Rückspiele dieser Serie in den Sommerbädern der Vereine. Heute spielt Neukölln gegen Spandau und morgen Union gegen Möwe. Beide Spiele haben starke Bedeutung iür die Tabellenplazierung der Beteiligten. Während man Neukölln einige Chancen gegen die unbeständig spielenden Spandauer geben kann, halten wir die Begegnung Möwe-Union für völlig offen. Beginn beider Spiele 21 Uhr. Siödtekamps Stettin— Berlin des DASB. Morgen, Sonntag, hat der Gau Berlin Brandenburg des Deutschen Arbeiter-Kegler- Bundes eine Gauriege aus Stettin zu Gast, um den Rückkampf des im November v.J. von den Berlinern gewonnenen Städtekampjes zum Austrag zu bringen. Nach einem Begrüßungsabend am Sonnabend im Gewerkschaftshaus rollt am Sonntagoormittag, 19 Uhr, in der Berliner Kegelsporthalle, Alexandrinenstr. 197, die erste Kugel. Der Kampf geht über je 199 Kugeln auf Bohle und Asphalt, bei dem die sechs besten Kegler für jede Stadt gswertet werden. Ab 14 Uhr stehen für Frauen eine und sür die nicht am Städtekampf beteiligten Sport- genossen drei Bohlenbahnen zur Verfügung, auf denen auch kegel- sportfreudige Gäste Gelegenheit zu sporrlicher Betätigung finden. Den Tag beschlleßt ein geselliges Beisammensein im gleichen Lokal. Freunde des Kegelns sind herzlich willkommen! Zum 25. wole Potsdam-Berlin. Der Verband Brandenburgischer Athletik-Vereine bringt am Sonntag seine größte Veranstaltung, den Lauf von Potsdam nach Berlin zur Durchführung Der Start um 9.59 Uhr fand früher auf der Glinicker Brücke in Potsdam statt, von wo er nach der Neuen Königstraße verlegt worden ist. Das Ziel be- findet sich nicht mehr am Brandenburger Tor, sondern auf dem Sportplatz im Tiergarten. 112 Mannschaften mit rund 5999 Läufern gehen in den Kampf. Langstreckenregalta der Kanufahrer. Sonntag, 14 Uhr, findet die erste diesjährige Kanu-Langstreckenregatta des Märkischen Kreises im bürgerlichen Deutschen Kanuverband vor dem Bootshaus des Berliner Kanv-Clubs„Borussia", Tegelort, Schwarzer Weg, statt. Arbeit er-T ennis Reger Betrieb in aüen Abteilungen- Beginn der Serienspiele Fast ein wenig reichlich gut war der Start der Berliner Zlrbeiter-Tennissportler: Vereinsturnier« und Vereinskämpfe gegen auswärtige Vereine überstürzten sich. Die schlechte wirtschaftliche Lage hat der Arbeiter-Tennisbewegung so gut wie keinen Schaden zugefügt. Der Lohn- und Gehaltsabbau wirkte sich allerdings auch auf die Arbeiter-Tennisspieler aus. Die einzelnen Bezirksämter denken aber nicht im entferntesten daran, die Gebühren für die Tennisplätze, die größtenteils übertrieben hoch sind, zu senken. Die Tennisplätze sollen sich nicht nur selbst tragen, sondern sie sollen auch noch U-berschüsse bringen. Der eigentliche Träger der Berliner Arbeiter-Tennisbewegung ist nach wie vor Tennis-Rot mit zehn gut sundierten Abteilungen. Die F T G B. wartet mit zwei Bezirken aus, je eine Abteilung führen FT. Spandau, SV. Moabit, Freier Lehrersportoerein und Tennis-Rot F ü r st e n w a l d e. Die Stärke der Abteilungen und Vereine er- gibt sich aus den Meldungen zu den diesjährilftn Serien- spielen, die am kommenden Sonntag beginnen. Tennis-Rot wird mit 27 Mannschaften vertreten sein, FTGB. mit 5, FT. Spandau und Tennis-Rot Fürstenwalde mit je 2 Mannschaften. SV. Moabit, FTGB. Neukölln und Freier Lehrersportoerein fallen aus. Am lammenden Sonntag finden folgende Begegnungen statt: Flauen A-Sruppc:?.R. Fricdrichehain I, der Kreismeister der beiden letzten Jahre, spielt um 14 Uhr im Friedrichshain gegen F.T.D.B. l. T.R. Friedrichshain, eine gleichmäßig gute Mannschaft, diirst» sich durchsetzen. Um 9 Uhr spielt im Lichienberger Stadion T.R. Lichtenberg I gegen Neukülln I des gleichen Bercins. Reulolln wird es nicht leicht haben, die jung«, aber lampffreudige Lichienberger Mannschaft zu schlagen. Eine Ueberraschung liegt in der Luft. T.R. Prenzlauer Berg I fährt nach FItrstenwalde. Ob die Berliner mit einem Sieg nach Hause fahren, erscheint fraglich. Beginn diese» Spiels 14 Uhr. Frauen N-Sruppe: Um 9 Uhr wechseln im Volkspark Iungsernhcide T.R. Eharlottenburg l und T.R. Friedrichshain II die Bälle. Fricdrichshain dürfte zumindest Gleichstand halten, wenn nicht gar siegen. Offen ist das Treffen zwischen T.R. Prenzlauer Berg II und T.R. Neukölln II, um 9 Uhr, aus den Plätzen an der einsamen Pappel. Das gleich« wäre von dem Treffen zwischen T.R. Westen l und F.T.E.B. II zu sagen, das gleichfalls um 9 Uhr, im Volks- park Rehberge beginnt. Männer a-Kruppe: Die stärksten Mannschaften sind bereits in harten und entscheidenden Treffen angesetzt. Der Kreismeister T.R. Friedrichshain I spielt um 14 Uhr gegen Lichtenberg I des gleichen Vereins. Friedrichshain wird sich, wenn auch nur knapp, durchsetzen. Die Spiele finden im Friedrichzhain statt. T.R. Sesundbrunnin l trifft sich um 9 Uhr im Kumboldthain mit der starken F.T.G.B. l. Will Gesundbrunnen einige ehrenvolle Punkte retten, dann mutz diese Abteilung endlich lernen, taktisch zu spielen. Es ist nicht immer gut, in Schönheit zu sterben. Männer Ii, Gruppe: T.R. Neukölln I gegen T.Zi. ffriedrichshain II, 9 Uhr, Volkspark Neukölln. Der Pavierform nach mühte sich Neukölln behaupten. T.R. Eharlottenburg I gegen T.R. Prenzlauer Berg I, 9 Uhr, Volkspark Sung- fernhcide. Sine gänzlich offene Begegnung. Das gleiche gilt von dem Treffen zwischen F.T.G.B. II und T.R. Weisiensee I, um 9 Uhr, Volksvark Rehbcrge. Männer-C-Eruppe: T.R. Lichtenberg II gegen T.R. Neukölln II, 9 Uhr, Stadion Lichtenberg. Lichtenberg scheint über die besseren Kräfte zu verfügen. T.R. Prenzlauer Berg II gegen T.R. Wesien I, 9 Uhr, Einsame Pappel. T.R. Fllrstenwalde I gegen T.R. Gesundbrunnen II, 14 Uhr, Fürftenwolde. Männer n. Gruppe: T.R. Eharlottenburg II gegen T.R. Prenzlauer Berg HI, 14 Uhr, Volksvark Iungfcrnheide. Auskunft über Anschluß an die Berliner Arbeiter-Tennisvereine erteilt Karl Kohler, O34, Weidenweg 63. Tel. E8 Andreas 9436. Bei den Ringkämpfen im Sportpalast endete der Entscheidung»- kämpf Jaago gegen Landau erwartungsgemäß mit dem Siege des Estländers in der 42, Minute. Luppa-Berlin und Bela Nagy trennte ein Unentschieden. Der ausgezeichnete Mittelgewichtler Chiruchin warf Meyer schon in der 5. Minute. Borothy und Jwanoff rangen ohne eine Entscheidung zu erzielen und Krumie gewann gegen Schwarzbauer. Der schwere Stoll-Bremen mußte sich von Kopp in der 9. Minute auf die Schultern zwingen lassen. Heute sind wiederum 6 gute Paarungen vorgesehen. Tennis im„Volkssport Reukölln-Britz". Vielsachen Wünschen folgend, wird nun auch der„Volkssport" das Tennisspiel in seinen Uebungsbetrieb aufnehmen. Ab 1. Juni werden in einer Ab- teilung für Anfänger und Fortgeschrittene allen Tennisfreunoen genügend Spielmöglichkeiten geboten. Auskünfte erteilt Paul Schulze, Neukölln, Stuttgarter Str, 18: Tel, Neukölln? 2 8612, Die Gründungsversammlung findet am 1. Juni, 19,39 Uhr, auf dem Sonnenplatz statt, I. Kreis. KInbcrleiter der Verliacr Vereine: Den Kindern unserer Vereine wird der Besuch der Veranstoltung der Freien Schulgesellschaften und des Ver- Itner Bolkschors Sonntag, L9. Mai, lOVi Uhr, in der Votksbühne empfohlen. Es werden dort unter Leitung des Genossen Zimmermann neue Arbeiten im Sing. bewcgungschor gezeigt. Korten zum Preise von«9 Pf. sind am Sonntag beim Genosse» Scholz vor dem Theater noch zu haben. R-rdcst. Heute, Sonnabend, 99 Uhr, bei Wcnske, Earmen-Snlva. Ecke Hofe» mannstrasie, Begrüsiung der auswärtigen Bundesgenossen. Morgen, Sonntag, finden sich all» Mitglieder bis I» Uhr im Stadion Friedrichshaio ein. Unser Werbesvicltag steigt. Ah 19 Uhr geselliges Beisammensein bei Wenske. Volksfprri Reukölln-Britz. Die 3. Franenabteilung trifft sich zur Famtlien. fahrt am 29. Mai zur Srampenhurg um 7 Uhr Ringbahnhof Neukölln. Säst» willkommen.