Morgenausgabe Nr. 252 A 130 49. Jahrgang WSch-ntUch 75 Pf. monatltd) 3.26 M (davon 87 Pf. monallich fut Austeilung ins©aus) im voraus jahlbat. Postbezug 3.97 M. einschließlich 60 Pf. Postzeilungs- und 72 Pf. Postbestellae» füllten. Auslandsabonnement 5,65-St Sto Monat; für Länder mit ermäßigtem Druckfachensorto 4.65 M. Der.Vorwärts� erscheint Wochentag- lich zweimal. Sonntags und Montags einmal, die Abendausgabe für Berlin und im Sandel mit dem Titel„Der Abend". Illustrierte Eonntagsbeilaa« »Voll und Zeit" Verttner VottsMatt Kreiiag 3. Juni 1932 Groß-Äerlin 10 Pf- Auswärts 15 ps. Die et nl palt Millimeterzeile SO Pf. Rle 2.- M.„kleine An. zeigen" das fengedruckte Won A> Pf. (zulässig zwei fettgedruckteWortel.jedes weitere Wort 10 Pf. Rabatt It Tarif. Worte über lö Buchstaben zählen für zwei Worte. Ardeitsmarkt Millimeter. zeile 25 Pf. Familienanzeigen Milli- meterzeile 16 Pf. 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Heute aber ist es am Platze, an einiges zu erinner, was in der Verfassung, die die Herren soeben beschworen haben, steht. Nach der Verfassung ist das Deutsche Reich eine Republik, die Staatsgewalt geht vom Volke aus, die Reichsfarben sind schwarzrotgold. Der Reichstag besteht aus den Abgeordneten des deutschen Volkes und wird auf vier Jahre gewählt. Der Reichspräsident kann den Reichstag auflösen, jedoch nur einmal aus dem gleichen Anlaß. Die Neuwahl findet spätestens am 60. Tage nach der Auflösung statt. Späte- stens 30 Tage später muß der Reichstag zusammentreten. Der Ausschuß zur Wahrung der Rechte der Volks- Vertretung und der Ausschuß für auswärtige Angelegenheiten bleiben auch nach der Auflösung bis zu ihrer Erneuerung durch den neuen Reichstag bestehen. Ueber Artikel 48 ist nicht viel zu sagen, jedes Kind kennt ihn. Auch den neuen Ministern dürste er von allen Artikeln der Verfasiung am geläufigsten sein. Es genügt, zweierlei hervorzuheben: erstens, daß dieser Artikel keine Handhabe bietet, einer sachlich scharfen Opposition den Mund zu verbinden und zweitens, daß jede Verordnung außer Kraft gesetzt werden kann, wenn der Reichstag es verlangt. Schließlich dürfte die Herren aber auch noch stark der Artikel 54 inter- esiieren, nach dem der Reichskanzler ung die Reichsminister zu ihrer Amtsführung des Vertrauens des Reichs- tags bedürfen und zurücktreten müssen, wenn ihnen der Reichstag durch ausdrücklichen Beschluß das Vertrauen ent- zieht. Das ist zunächst das Wichtigste der Vorschriften, deren genaue Einhaltung die neuen Herren gestern durch ihren Eid feierlichst zugesagt haben. So klar nun die Bestimmungen der Verfassung sind, so unklar ist manches andere. Da ist z. B. eine gut verbürgte Aeußerung des Reichswehrministers General von Schlei- ch e r, die neue Regierung werde ihre zwei bis vier Jahre im Amte bleiben. Da gehen phantastische Gerüchte von einem Rücktritt des Reichspräsidenten im kommenden Herbst und der Einsetzung eines„Reichsverwesers" in der Person— da staunst du!— Sr. Kaiserlichen Hoheit des Kronprinzen. Solche Gerüchte stammen aus Kreisen, von denen man annimmt, daß sie der neuen Regierung nahestehen. Die neue Regierung wird gut tun, baldigst sich dagegen zu weh- ren, daß man sie mit Plänen in Verbindung bringt, die mit ihrer Eidespflicht unvereinbar sind. Wie aber kann Herr von Schleicher sich dafür verbürgen, daß seine Regierung zwei bis vier Jahre bleiben wird, da doch die verfassungsmäßige Grundlage, auf der sie existieren kann, noch in keiner Weise sichtbar ist? Der Reichstag soll aufgelöst werden, weil er zu Herrn von Papen kein Ver- trauen hat— eigentlich komisch, wo soll denn dieses Vertrauen herkommen?—, er kann aber aus dem gleichen Anlaß nicht zum zweitenmal aufgelöst werden. Das heißt, wenn auch der neue Reichstag der Regierung das Vertrauen verweigert, dann kann nicht er aufgelöst werden, sondern die Regierung muß zurücktreten! Ein großes Rätselraten hat begonnen, und noch ist der Schleier darüber nicht gelüftet, nach welchen Modalitäten und mit welchem Programm die Reichstagsauflösung er- folgen soll. Man spricht von einer angeblichen Absicht der Regierung, den Reichstag gar nicht mehr einzuberufen, son- dern ihm seine Auflösung in einem eingeschriebenen Schreiben mitzuteilen. Ein solches Verfahren wäre mit der Verfassung nicht vereinbar: die neue Regierung muß wenigstens den Versuch unternehmen, ihre Bestätigung im Amte durch die Volksvertretung zu erlangen, und erst wenn das Ver- trauen verweigert wird, ist ein Anlaß zur Auflösung vor- handen. Der Reichstag hat ein Recht, die Er- klärung der Regierung zu hören, sich über sie zuäußern und dieDebatte mit einerAb- stimmung abzuschließen. Ihm dieses Recht ver- sagen, das hieße, gegen den Geist der Verfassung verstoßen. Zweck der Auflösung kann nur sein, eine andere Zusammensetzung des Reichstags herbeizuführen. Die Regierung wird sich also wohl noch darüber äußern müssen, warum ihr der Reichstag nicht gefällt und wie sie sich einen neuen vorstellt. Herr von Papen machte gestern in seiner Erklärung, die er vor der Presse abgab, einige mehr als all- gemeine Bemerkungen über die„Zusammenfassung aller nationalen Kräfte", über die„S a m m l u n g aller Potenzen". Dies scheint uns aber kein Programm zu fein, das die Absichten der neuen Regierung zu erkennen gibt und dem in einem Wahlkampf irgendwelche Zugkraft bei- zumessen ist. Um ganz deutlich zu sein: Die Regierung der Barone entfesselt einen Wahlkampf, in dem auf der einen Seite die Nationalsozialisten nebst ihrem Anhang, auf der anderen Seite die Sozialdemokratie und das Zentrum stehen werden. Die Auflösung erfolgt in der Absicht, daß weniger Sozial- demokraten und Zentrumsleute und mehr Nationalsozialisten und Deutschnationale gewähll werden. Die regierende Baronie muß den Mut haben, zu bekennen, daß sie mit der Auflösung des Reichstags für Hitler arbeitet. Eine demokratische Verfassung, wie wir sie haben, for- dert Licht und Offenheit in allen öffentlichen Be- Ziehungen. Daran hat es während der Regierungskrise ge- fehlt. Jetzt verlangt die Verfassung, daß die Masken fallen und die Karten aufgedeckt werden. Licht und Klarheit fordern wir im Geiste der Verfassung, die die neuen Minister gestern beschworen haben. Hindenburg vereidigt die Barone. Der Reichspräsident hat gestern nachmittag die durch Reichs- minlstergeseh vorgeschriebene Vereidigung des Reichskanzlers von papen und der Mitglieder der neugebildeten Reichsregicrung aus die Verfassung vorgenommen. Der Reichskabinelt trat anschließend unter Vorsitz des Reicbs- kanzlers von papen zu seiner ersten Sitzung zusammen. Diese Sitzung war nur kurz und trug lediglich formalen Charakter. Z�eichsiagseinberufung gefordert. Die Sozialdemokratie zum Kampf bereit. Der Vorstand der sozialdemokratischen Reichs- tagsfraktion hat den Reichstagspräsidentcn gebeten, sich sofort mit der Reichsregicrung wegen der Ein« berufung des Reichstags ins Benehmen zu sehen. Außerdem ist der sofortige Zusammentritt des AeltestcnratS gefordert worden. Nazitumulte in Breslau. Ludenpogrome in großem Maßstabe. Breslau, 2. Juni.(Eigenbericht.) Die Nazitumulte in Breslau dauerten auch am Donnerstag an. Hakenkreuzler treiben sich in zahlreichen Trupps vom frühen Vor- mittag bis in den späten Abend auf dem Ring(Rathausplatz) sowie in den benachbarten Hauptverkehrsstraßen herum und setzen die Bevölkerung systematisch unter Terror. Die Nationalsozialisten ver- an st alten förmlich Jagden auf Andersgesinnte. Besonders find Passanten mit jüdischem Aussehen Belästigungen ausgesetzt: es herrscht schon fast Pogrom stimmung. Schläge- reien sind an der Tagesordnung. Wer sich in der Innenstadt mit republikanischen Abzeichen sehen läßt, wird sofort a n- gegriffen und rücksichtslos niedergeschlagen. Am Donnerstag gegen abend forderte die Iudenhetze des Nazipöbels ihr erstes Opfer in Breslau. In der Ohlouer Straße sielen mehrere Hitler-Strolche ohne jeden erkennbaren Anlaß über eine sunge, der Ratursreunde- fugend angehörende Jüdin her. Die Nazis fließen sie mit schweren Stieseln in den Leib und verfehlen ihr einen heftigen Schlag gegen die Schläfe. Das Mädchen brach besinnungslos zusammen und mußte forlgeschasst werden. Gegen 20 Uhr steigerte sich die allgemeine Erregung in der Stadt in gefährlichem Ausmaße. Mehrere hundert ehemalige SA.- Leute zogen wie am Abend zuvor vor die in der Ohlauer Straße gelegene Gaugeschäfts stelle des Reichsbanners und machten Miene, neuerdings in ihre Geschäftsräume einzudringen. In einer Seitengasse in der Nähe des Hauptpostamtes griffen die Nazis mehrere Polizeibeamte an und bewarfen sie mit schweren Pflastersteinen. Darauf machten die Polizeibeamten von der Schußwaffe Gebrauch und feuerten War- nungsschüsse in die Lust ab. Nach dem Zusammenstoß, in dessen Berlauf glücklicherweise niemand verletzt wurde, verbreitete sich in der Stadt das vermutlich von den Nazis aufgebrachte Gerücht, daß aus den Fenstern des Reichsbannerbllros geschossen worden sei. Die sofort eingeleiteten polizeilichen Ermittlungen ergaben, daß insgesamt drei Schüsse bei dieser Auseinandersetzung gefallen sind. Diese drei Schüsse wurden nach Aussage der Beamten von ihnen in Abwehr der fortwähren- den nationalsozialistischen Angriffe abgegeben. Gegen 22 Uhr verzog sich der Nazipäbel allmählich. Verstärkte Polizeistreifen trieben die letzten Ansammlungen, die sich stets von neuem vor dem Reichsbannerbüro sowie vor dem Braunen Haus in der Bischofstraße bildeten, unter Anwendung des Gummiknüppels auseinander. Die Breslauer Nationalsozialisten haben die geschilderten Tumulte mit voller Absicht herbeigeführt. Es ist einwand- frei festgestellt worden, daß die Hakenkreuzler am Donnerstagabend aus der Umgebung von Breslau Verstärkung in die Stadt hereingezogen haben. Die SA.-Leute lausen übrigens in voller Uniform in der Sladt herum und führen schwere Knüppel sowie andere Schlagwerkzeuge mit sich. Hauptanziehungspunkt des hakenkreuzlerischen Janhagels ist vor allem die Geschäftsstelle des Reichsbanners, die seit Tagen regel- recht belagert wind. Die Polizeibeamten, die zur Aufrechterlzaltung der Sicherheit am Hauseingang aufgestellt sind, müssen sich die widerwärtig st en Anpöbeleien gefallen lassen. Zu den Fenstern des Reichsbannerbllros schallen fortgesetzt vielhundert- stimmige Rufe herauf, wie;„Judenknechte, Arbeiterverräter, Mär- derbande, wir werden euch schon noch herunterholen!" Trog aller dieser Borkommnisse und ungeachtet dessen, daß die Hakenkreuzler bewußt Zusammenstöße provozieren, ist das Ver- halten der Polizei dem Nazigefmdel gegenüber im allge- meinen auffallend nachsichtig. Pakt Popens mit Hitler! SA- und SS.-Äerbot soll unwirksam werden? Freiherr von Gleichen vom„Deutsdjen Herrenklub", der zu den Machern der Papen-Regierung gehört, sprach im Rundfunk über das neue Kabinett, lieber geheime Vor- einbarungen mit den Nationalsozialisten erklärte er folgendes: Die NSDAP, scheine mit der neuen Regierung gnmdsäßl'ch emoerstonden zu sein, nachdem ihr die Auflösung des Reichs- Inges und Neuwahlen in Aussicht gestellt worden sei. Ihr Ziel 'ei es, auch im Reich ihren Einfluh durch Neuwahlen zu sichern. Auch in der Frage der SS.- und S A.- F o r m a t i o n« n scheine eine beruhigende Verständigung erzielt worden zu sein. Der neue Reichskanzler habe in dem Brief an den Prälaten Kaas deutlich zum Ausdruck gebracht, welche positiven Werte er der NSDAP, beimesse." Die Regierung Papen Wird Rede und Antwort stehen müssen, ob sie tatsächlich auf dieser Grundlage mit Hitler paktiert hat! Nach der Haltung der NSDAP, scheint das nicht zweifelhast zu sein! von papen stellt sich vor. Ein Herr vom Herrenklub. Der neue Reichskanzler hatte am gestrigen Donnerstagabend die Presse zu sich geladen. Man sah wieder im Kongrchsaal der Reichs- kanzlei nicht an langen Tischen, sondern in Stuhtrcihen wie damals, als Michaelis sich vorstellte. Zur festgesetzten Zeit erschien ein nur wenigen bekannter, sehr gut angezogener Herr mit aristo- tratischen Umgangsformen, der sich als der neue Kanzler zu er- kennen gab. Herr von Papen sagte, daß er natürlich noch nicht sein Programm entwickeln könne, sondern nur persönliche Beziehungen lur Presse aufnehmen wolle. Dann gab er in einigen Sätzen eine Paraphrase des bereits veröffentlichten Brieses an den Zentrunis- sichrer Kaas. Er versicherte, daß er nur mit schwerster Selbst- Überwindung den Auftrag des Reichspräsidenten habe annehmen können— nicht wegen der Sorgenlasten dieses Amtes, sondern wegen seiner unbeschränkten Verehrung für— Brü- n i n g, zu dem er während seines dreijährigen(?) großen Werkes immer gestanden habe. Das Werk Brünings bleibe, es gehöre der Geschichte an und wenn die Leute wechselten, seien die Nach- folger berufen, am Werk des Vorgängers weiterzuarbeiten. Herr von Papen erzählte dann, daß er den Reichspräsidenten gebeten habe, am nächste» Morgen Dr. Brüning zu empfangen, um ihm zu sogen, mit welchem inneren Zwiespalt Herr von Papen in dieses Amt eingetreten sei und überhaupt nur deshalb, weil der Reichspräsident an ihn und sein Vatcrlondsgefühl appelliert habe. Zu dieser Besprechung Hindenburg— Brüning sei es leider infolge der Unpäßlichkeit Brünings nicht gekommen, der noch zu Bett liege. Dornt erklärte Herr von Papen, warum diese neue Regierung gebildet worden seil Unsere Aufgabe, die Lasten und die Opfer, die tn dieser Zeit von Deutschland gefordert werden, können mir dadurch tragbor gemacht werden, daß man die seelische Fvndierung finde, die das allein ermöglicht, d. h. die Zusammenfassung aller n a t i o- n a l e n Kräfte, gleichviel aus welchem Lager sie kommen mögen, die Sammlung aller Potenzen. Für diese Aus- gäbe geste es, alle geistigen Kräfte des Volkes zusammenzufassen. Eine elegante Verbeugung und'schon perlieh der nepe Kanzler wieder den Saal, ohne, wie es spnst üblich mar. sich ztir Beantwortung von Fragen bereit erklärt zu haben. Beginn 10 Uhr 32, Ende 10 Uhr 36. punder und Zechlin gegangen. Der ötaakssekretär in der Reichskanzlei Dr. Vit oder und asr Leiter der PresseabkeUung Dr. Z e ch l i n sind In den einst- weiligen Ruhestand versetzt worden. Zum Staatssekretär in der Reichskanzlei ist Oberregierungsrot Planck ernannt worden. Als Nachfolger Zechlins Ist der Dirigent der Presseabteilung, Dr. von Kaufmann- Asser In Aussicht genommen. Kolgen der Krisenmacherei. Notschrei der Städte und der Landkreise. Der Vorstand des Deutschen Städtetages erläßt einen Notschrei au das neue Kabinett, die durch die Krisenmacherei unterbrochene Hilfsaktion für die Gemeinden sofort wieder aufzunehmen, damit der völlige Zusammenbruch der Gemeinden vermieden werde. Die Kommunen seien am Ende ihrer Kraft! Die Städte bekommen die Folgen der Krisenmacherei als erste unmittelbar zu spüren! Auch der Vorstand des Landkreistages faßte eine Eni- ichließiing, die von der neuen Reichsregiorung mit größter Be- ichleunigung die Inangriffnahme des Problems der Arbeits- l o s e n h i l f e erwartet, da sonst der völlige finanzielle Zusammenbruch zahlreicher Landkreise nicht mehr aufzuhalten ist. 'Oer neueste Wih: „Breitscheid wünscht Hitler-Negierung." Unter der Ueberschrist„Breitscheid wünscht offene Regierung Hitlers", bringt TU. einen Auszug aus einem Fnterwiev Breitscheid« mit dem Kopenhagener Blatt„Berlingske Tidende", wonach Breit- Icheid gesagt haben sollt„Wie die Dinge liegen, muß ich als Führer der Sozialdemokratie eine offene Regierung Hitlers wünschen."— Wer Breitscheid kennt, weiß, daß dieser Satz sowohl was die Diktion wie den sachlichen Inhalt betrifft, in seinem Munde eine Unmöglich- keit ist. Beinahe überflüssigerweise bittet uns Breitscheid, fest- zustellen, daß er diesen Satz natürlich nicht gesprochen hat. Auch spnst enthält der Bericht über die Unterredung eine Füll« von Falschem und Mißverstandenem. Vorn Ta�e. Von unterrichteter Stelle oerlautet: Ein hochgewachsener, fein angezogener Herr wollte«in pro- mmentes Mitglied der neuen Reichsregierung sprechen. Der An- meldeamtmann fragt nach dem Namen des Besuchers. Schacht! ertönt prägnant als Antwort. Der Amtmann bittet in Ermangelung persönlicher Kenntnis um nähere Erläuterung. Doch wieder erhält er nur zur Antwort: Schacht! Daraus reißt er die Tür des Arbeitszimmers aus und meidet in strammer Haltung: Freiherr von Schacht! Im Kampfe geg Kompfrede des Genossen Heilmann m In der Fortsetzung der Landtagssitzung teilte vizcprälidenl vaumhoff dem Haute das angekündigte Schreiben des Minister- Präsidenten an den Präsidenten des Landtags mst. Das Schreiben besagte, daß der Ministerpräsident für Freitag eine Sitzung des Staats mini st eriums einberufen habe, in der die Frage geklärt werden soll«, ob eine zurückgetretene Regierung noch oerpflichtet sei, im Landtag zu erscheinen. Abg. Pieck- Stunde zu bekennen, ist ein aufrichtiges Bedürfnis meiner Freunde hier in Preußen. fBcifall.) Die stunde iür eine ftaatsbejahsnde Rechte war 1930 gslommen. Diese Stunde hat ober keine arbeitswillige Rechte gesunden, obwohl dos Zentrum frei war nach jeder«eile und immer die Kräfte gesucht Hai. wo sie sich zu ernster Zusammenarbeit boten. Warum hatte sich ober damals die Rechte versagt? Während sich die Rechte versagte, wuchs das Verständnis auf der Linken. Es sei in diesem Landtag vom Munde des Zentrums- redners gesagt, datz wir. ganz gleich, wie die Eatwiel- lung sein möge in unserem Vaterland, und welche Aufgaben das Zentrum je zu erfüllen haben wird, diese im besten Sinne des Wortes nationale Haltung der Linken jederzeit anerkennen. l Beifall im Zentruni und links.) Brüning und Stegerwald find Opfer einer Wühlarbeit gesteinter Konventikel und exklusiver Klubs geworden.(Sehr wahr!) Es sind dies dieselben Cliquen, die in der Vorkriegszeit schon die frisäz-fröhlichc Hetz auf Kanzler und Minister durchgeführt haben, die irgendwo im Osten oder in Klubs in Berlin ausmachten, datz der oder jener Minister fallen mutzte. Und wiederum sind es Großindustrie und Grohlandwirtfchaft. die bei dieser Arbeit zusammenwirken. Wir fürchten, daß das deutsche Volk die Kosten dieser Politik zu zahlen haben wird.(Anhallende Unterbrechungen bei den Nsoz. und Zurufe.) Die Nationalsozialiften haben mir eben zugerufen„Ge- werkichastssekretär". Ich bin das zwar nicht, stelle aber fest, wie bei der sogenannten Nationalsozialistischen Arbeiterpartei die Ge- werkschaften verhöhnt werden.(Rufe bei den Nsoz.: Nur die Bonzen!) Weite Kreise der Bevölkerung äußern die Befürchtung, was jetzt nach der Ernennung der neuen Regierung mit unserer Währung würde. Wr halten es für dringend geboten, daß die neuen Männer schon morgen zum deutschen Volke sprechen und ihr Programm darstellen. Sic können das Volk beruhigen, denn an der Spitze der Reichsbank fitzt bis 1934 Dr. Luther. Ihm fei Dank für seine bisherige Hallung, und wir haben die Gewißheit, daß das Volk über die Währung ruhig fein kann, auch wenn man den Reichsbankpräsidenten drängen söllte, bestimmte Experimente zu machen. Ein offener Verfassungsbruch wäre»ach unfeper Meinung die Bestellung eines Reichskommisiars für Preußen in einem Augenblick, wo kein Notstand in diesem Land« besteht. Das Zentrum wird alle Bestrebungen auf Erhallung der Ord- nung unterstützen und deshalb auch die Antrage auf Aenderung der Geschäftsordnung ablehnen Der Nationalsozialist Kube hat ge- schrieben:„Mimsterpräsident wird in Preußen, wen Adolf Hitler bestellt."(Sehr wahr! bei den Nationalsozialisten Hier irrt Herr Kube. Sie(zu den Nationalsozialisten) übersehen, daß nach der Ver- sassüng. die Sie doch achten und respektieren wollen, und nach der Geschäftsordnung der neue Ministerpräsident mit Mebrheit gewählt werden muß Praktisch heißt das. daß in vreußen»or ein Mnistexxräsident gewähli werden kann. dem das Zentrum zustimmt. Wn warten in aller Ruhe, was die Sieger des Wahlkampkes, die Nationalsozialisten, mll chren 162 Abgeordneten praktisch hier im Preußischen Landtag anzufangen wissen. Was wir im übrigen hier erlebt haben, ermutigt uns keineswegs in der Annahme, daß die Nationalsozialisten zu dieser positiven Arbeit bereit sind(anhaltende Unterbrechungen bei den Nationalsozialisten.) Deutlich muß man auch einmal, aussprechen, daß es zutrifft, daß wir fest einigen Iahren uns in einer Epoche des politischen Mordes befinden.(Anhallende Zurufe bei den Nationalsozialisten.) Es gibt nichts Iln- christlicheres(Rufe bei den Nationalsozialisten: Ms das Zentrum!), als die Drohung mit künftigen Justizmorden, die sich in Schriften und Reden der Radikalen vorfindet. Der Redner schließt mit dem Appell, daß alle diejenigen einander näher rücken möchten, die willens seien, die Gewissensfreiheit auch in diesem kommenden Preußen-Deutschland zu wahren.(Händeklatschen im Zentrum und bei den Sozialdemokraten.) Abg. v. Morozowicz(Dnat.) hebt hervor, daß ein Staat nicht zu existieren vermöge, wenn man seinen Wehrnjillen und den christlichen Glauben zerstöre. Die Deutschnationalen klagten die jetzige preußische Regierung vor Gott und der Geschichte an, die Gottlosen- bewegung zugelassen zu haben. Abg. E). Koch-Oeynhausen(Dnat.) erblickt in der Aenderung der Geschäftsordnung, die der alte Landtag vorgenommen hat, einen Verstoß gegen die Verfassung. Abg. Mendel(DVp.) nennt die Geschäftsordnungsänderung, die die Weimarer Koalition im alten Landtage beschlossen habe, ein Stück aus dem Tollhaus. Abg. veidl(Chnsllichsozial) verurteilt gleichfalls die im alten Landtag getroffene Aenderung der Geschäftsordnung. Abg. Biester(Deutkchhannov) bezeichnet es als ein dringendes Erfordernis, daß die Nationalsozialisten endlich in die Verant- wortung kommen, damit man sehe, ob sie ihre großen Ver- sprechungen m der Praxis auch einhalten würden. Um 8 Uhr wird die wellere politische Aussprache auf Freitag, 19 Uhr, vertagt. Die Abstimmungen werden frühestens um 2Vi Uhr beginnen.___ Oer Abschiedsbrief. Ein Schreiben Hindenburg« an Vrüninst. Der Reichspräsident hat an den scheidenden Reichskanzler Dr. Brüning das nachstehende Schreiben gerichtet: Sehr geehrter Herr Reichskanzler! Ihrem Antrage um Ent- bindung von Ihren Aemtern als Reichskanzler und als Reichs- minister des Auswärtigen habe ich mit dem anliegenden Erlasse ent- sprachen. Ich empfinde es schmerzlich, mich von Ihnen trennen zu müssen, nachdem ich während der zwei Iobre unserer Zusammenarbeit so vielsach Gelegenheit halle. Ihren lauteren Ckarakllr. Ihre umfassenden Kenntnisse und Ihre selbst- lose Hingabe an die übernommene Pslicht kennen und hoch schätzen zu lernen. Für alles, was Sie in diesen an schweren Erschüllerungen und wichtigen Entscheidungen so reichen beiden Jahren im Dienste des Vaterlandes getan haben, spreche ich Ihnen namens des Reiches und im eigenen Namen meinen herzlichsten Dank aus. Die Zu- snmmenarheit mit Ihnen werde ich nie vergessen und Ihrer T-vson stet? mit größter Hochachtung gedenken. Mit meinen besten " n'chen sur."ihr nerlöniiches Wohlergehen und mit freundlichen ffliiitzen oerbleibe ich stets Ihr ergebener gez. von Hindenburg." Dieser Abschiedsbrief wird den Eindruck der Verabschie- h'-ng Brünings auf Drängen einer Clique von Dunkel- männern nicht verdecken! Michel:„Sollten hier etwa Sabotageakte verübt werden?" Keine Währungs- und Kreditexpenmente! Luther interveniert beim Adelskanzler. Amtlich wird mitgeleill: Der Reichskanzler empfing am Donnerstagnachmittag den Reichsbankpräsidenten zu einer eingehenden Aussprache. Dabei 'wurden sämtliche Probleme behandelt, die für die der Reichsbank obliegenden Aufgaben von Bedeutung sind. Es ergab sich völlige llebereinstimmung, insbesondere darüber, daß keinerlei währungsexperimett te und überhaupt aus dem kv ö h- rungs- und kreditgebiek keine Maßnahmen in Frage kommen, aus weichen(ich eine Gefahr für den Bestand der Währung ergeben könnte. Die Adelsregierung der Deutschen Republik Hot sich insylge einer Intervention des Reichsbankpräsidelllen Dr. Liether durch den Mund des Welskanzlers von Popen auf eine wichtige pplitische Richtlinie se st legen müssen. Nachdem das Mißtrauen in die kommende Währungs- und Kreditpolllii gefährliche Symptome hervorgerufen hat, sah sie sich zu der Erklärung gezwungen, daß keinerlei Währungsexperimente und auch auf dem Kreditgebiet keine Maßnahmen in Frage kommen, aus welchen sich eine Gefahr jür den Bestand der Währung ergeben könnte. Wir begrüßen diese Fest- legung, die im wirtschaftlichen Gesanüinteresse von entscheidender Bedeutung ist und aus deren Einhaltung die deutsche Oeffentlichkeit mit strengster Wachsamkeit achte» wird. Graf K a l ck r« u t h, der Reichslaudbundpräsidcnt und einer der Verschworenen der neuen Adelsherrschaft, hat sich übrigens g? genüber dem Vertreter der Kopenhagener„Berlingske Tiden de" dahin geäußert, datz die neue Regierung zwar die Mark verteidigen. aber doch das bei der Belchäitigung der Arbeitslosen zu schaffende Zukunstskapllal in gewissem Umfange„diskontieren" müsse. Da? heißt aus deutsch, datz künftige Krediterweiterungen doch ins Auge gefaßt werden. Natürlich kommt«s hier auf das Ausmaß an. Jedenfalls wird sich die Regierung des Herrn von Popen auch zu diesem Ausmaß zu äußern haben! Alle Bekannte aus Amerika. Wer ist Eitz von Rübonach? Das„Berliner Tageblatt" berichtet über den Freiherrn Cltz von Rübenach: Unser neuer Reichsverkehrsminister. Freiherr Eitz von Rübenach. steht dem Reichskanzler von Popen besonder» nahe. Die Herren sind nämlich sozusagen Nachbarn: denn die Burg Wahn im Moselland, der jetzige Stammsitz der Rübenachs, ist von dem saarländischen Besitz des Herrn von Popen nicht allzu well entfernt. Außerdem war Freiherr Eltz von Rübenach zur gleichen Zell, als von Papen in Washington seine sallsam bekannte Rolle als Militär-Attache spielte, beim deutschen Generalkonsulat in New Bork als technischer Sachverständiger tätig. Als Parteimann ist der neue Reichsverkehrsminister nicht her- vorgetreten. Aber sein Bruder, der eigentliche Bmgherr auf Wahn, gehört der NSDAP, an: er sitzt als n a t i o n a l s o z! a l i sti s ch e r Abgeordneter im Preußischen Landtag." Die Herren der neuen Regierung sind ylles gute Be- kannte! Man wird nur noch ihre Korpszugehörigkeit etwas unter die Lupe nehmen müssen! Ordonnanzofffzier des Kronprinzen von Freunden des Kronprinzen schwer mißhandelt. Der durch sein Eintreten für die republikanische Politik bekannt- gewordene Major Anker, chsmaliger Ordonnanzoffizier beim ehemaligen Kronprinzen, wurde am Mittwochabend bei einer Wahl« Versammlung der Eisernen Front in Grambo«, Amt Schwerin, von Nationalsozialisten niedergeschlagen. In der VersamMung wurde dem national ozialistischen Führer Bannemann aus Lübeck gestattet, in der DiskusstM zu sprechen. Die Versammlung hörte den Nationalsozialisten ruhig an. Major Anker nahm darauf das Schlußwort und haste kaum fünf Minuten gesprochen, als di« in der Versammlung anwesenden Nationalsozialisten zu lärmen begannen, und damit erreichten, daß die Versammlung aufflog. Die Bersammlungsbesucher verließen den Saal, in dem nur Major Anker mit acht bis zehn Personen zurückblieb. Der nationalsozialistische Diskussionsredner Bannemann gab mit den Worten;.„SA. und SS. antreten. SA-- und SS.-Leute, wir dulden nicht, daß unser Führer beschimpft wird, nun beweist, daß ihr rechte SA.» und S S.- L e u t e seid", das Signal zum Ueberfall auf die im Saal befindlichen Republikaner. Die Nationalsazialiften schlugen Theater in der Rehrenfiraße. Hans Gammerlohr: Oer Tieffiopler. Eine vergnügliche Gaunergeschichte ohne tiefere Bedeutung und dach mit leicht gesellschastskritischen Ambitionen. Hochstapelei hat in dieser Pleitezeit keinen Zweck mehr, lautet ihre Weishell, aber unter Umständen ist es sinnvoll, sich ihres Gegenteils zu bedienen. Der etwas allzu lachfreundliche Ralph Artur Robert als tief- stapelnder Graf in der Hauptrolle. H. B- ant Gummikwappeln, Stahlruten und Holzstücken auf Major Anker und sein« Gesinnungsfreunde ein- Dabei erkist Maior Anker Aer letzunzsn am Kopf und an der Schulter und mußte bewußtlos aus dem Saal getragen werden. Das herbeigerufene Uebsrfallkoinmando erschien so spät, daß es nicht mehr möglich war. die Täter festzustellen. Ofseichar handelt es sich um einen planmäßigen Ueberfall, denn es ist festgestellt worden, daß die Ratlonaksozia-stjten mit Personen- und Lastauto» au? der ganzen Umgegend zusammengeholt worden waren. Großes Waffenlager entdeckt. Gin rechtsradikaler Vauernführer in Ostpreußen verhastet. Tilsit. 2. Juni. Der ostpreußischc Baueruführer D ö p P n e r, ein Bruder des im Königsberger Vauernprozeß verurteilten Gutsbesitzers Döppuer, wurde heute nach Vornahme einer umfangreichen Haussuchung, die Armcepisto- len. Jnfanteriemunition, Handgranaten in größerer Menge und Spreng st off zutage förderte, auf seinem Gute verhaftet. Außer Döppuer wurden der frühere Gutsbesitzer Kifchkat und drei weitere Personen verhaftet, die bei Döppuer wohnten, jedoch aus Schleswig- Holstein stammen. Alle fünf bleiben in Hast. da ihnen Verstöße gegen das Sprengftoffgesetz nach- gewiesen sind. „Sozialrepublikanische Partei"? Äerfrühte Hundstagsprojekte. In ausgeregten Zeiten, wie wir sie jetzt wieder erleben, gibt e» immer wieder Leute, die der Nervenprobe nicht gewachsen sind und zu spinnen anfangen. Solche Leute laufen jetzk herum und phantasieren von der Gründung einer neuen Partei.„Sozial- republikanische Partei" soll sie heißen, und der bevor- stehende.Reichstagswahlkampf gilt als beste Gelegenheit für ihren Start. Optimisten rechnen damll, daß sie es auf SM Stimmen bringen könnte, die vielleicht gerade dazu reichen könnten, daß die Sozialdemokratie ein Mandat weniger bekommt! Wie man so etwas macht, kann man bei Rosenfeld, Seydewitz u. Co. erfabren, die zur imentgelllichen Auskunftserteiliing stets gern bereit fmd. Der Reichsral erledigte am Donnerstag kleine Vorlagen. papen und die„Germania". Der Hauptakttonär der Berliner „Germania" von Papen hat in Anbetracht feiner Ernennung zum Reichskanzler fei» Mandat als Aufsichtsrat niedergelegt. Den Vorsitz des Aussichtsrots der„Gerniania" übernimmt mmmehr der Großindustrielle Florian K l ö ck n e r, der mit Pape» polüisch ziemlich übereinsttmmt und mit ihm, so oft er nersuchle oiii di« Redaktionsleitung des Blattes Einiliiß zu nehmen, durch dick und dünn gegangen ist. Die Reaktion in Oesterreich. Der Nordlmoler Schutzbundkührer Lehrer August Kuprian wurde im Zusammenhang mit den blutigen Vorfällen in Hoetting verhaftet und in das Landes. geruht eingeliefert. »Konzentrierte" Sozialpolitik. Ein Llniernehmer als Arbeitsminister. jierr von Popen ist mit Herrn Dr. Goerdeler über das Zlusmaß des Abbaus der Sozialpolitik nicht einig geworden. Und da er von sich behauptet, eine Regierung der„nationalen Konzen- trotion" zu bilden, hat er zum Beweise zunächst einmal das Reichs- arbeitsministerium mit dem Reichswirtschaftsministerium„ton- zentrier t". Da Herr W a r m b o l d, seines Zeichens Vor- standsmitglied der JG.-Farben, während feiner Anwesenheit in der Regierung Brüning als Wirtschaftsminister das Bestreben hatte, eine möglichst negative Tätigkeit zu entfalten, so war er der gegebene Mann, um die Sozialpolitik im Kabinett der Herren von und zu so nebenbei mitzuverwalten. Unter Wilhelm II. wurde irgendein Junker Staatssekretär, der die Aufgabe zugewiesen bekam, sich so gut oder so schlecht es gehen mochte, in die Sozialpolitik einzuarbeiten. Unter Herrn von Papen oder unter Herrn von Schleicher wird ein Vorstandsmitglied eines Mammutkonzerns im Nebenamt Mini st er für Sozialpolitik! Man könnte das als einen schlechten Witz bezeichnen oder als einen reichlich verspäteten Aprilscherz. Das Reichsarbcitsministerium ist besonders in der gegenwärtigen Zeit wohl dasjenige Ressort, das die meisten Kenntnisse verlangt und die anstrengendste Tätigkeit. Man tritt Herrn Warmbold nicht zu nahe, wenn man sagt, daß er sich mit sozialpolitischen Fragen bis- her nur in negativem Sinne beschäftigt hat. Es wird ihm nachgesagt, daß er auf dem Gebiete der künst- lichen Düngemittel ein anerkannter Fachmann ist. Wir sehen nicht, wie er diese Fachkenntnisse als Reichsarbeitsminister praktisch ver- werten könnte. Soweit man von ihm Aeußerungen über sozial- politische Dinge gehört hat, weiß man nur, daß er aus dem Kabinett Brüning ausgeschieden ist, weil er Gegner der Arbeits- zeitverkürzung und der Auflegung einer Prämienanleihe zur Arbeitsbeschaffung war. Herr Goerdeler war nicht ganz so negativ eingestellt, was die Arbeitsbeschasfung betrifft, und es ist uns auch nicht bekannt, daß er ein Gegner der Arbeitszeitverkürzung ist. Da sich die Berhand- lungen mit Herrn Dr. Goerdeler zerschlagen haben, muß man an- nehmen, daß der urreaktionäre Oberbürgermeister von Leipzig den Herren von und zu und ganz besonders den Herren von der Groß- industrie noch zu sehr„links" ist. Da man in der gegenwärtigen Regierung offenbar entschlossen ist, mit dem„System" der Sozialpolitik radikal aufzuräumen, so scheinen die negativen Kenntnisse des Herrn Warmbold in Fragen der Sozialpolitik gerade geeignet zu sein, um aus ihm einen„Fach- minister" der sogenannten nationalen Konzentration zu machen.— Um es ganz einfach und klar auszudrücken, ist die Ernennung eines prononzierten Vertreters des Unternehmertums zum Reichs- arbeitsminister«ine Herausforderung, die sich selbst der verflossene deutsche Kaiser niemals geleistet hätte. Die Unterstellung des Reichsarbeitsministeriums unter das Reichswirtschaftsministe- rium— eine alte Forderung der Scharfmacher aus dem Unter- nehmerlager— und ihre Unterstellung unter einen Mann, der zwar von der Sozialpolitik keinen Schimmer hat, aber der Ver- trauensmann der Unternehmer ist, zeigt mit Klarheit, wohin die Reise geht. Die deutsche Arbeiterklasse wird sich diese Herausforderung nicht gefallen lassen! Ltnverschämt und grenzenlos dumm. �ohnabbauwünsche der Gchuhfabrikanten. Die Unternehmer der Schuhindustrie, die zum 30. Juni den Lohnvertrag gekündigt haben, verlangen mit Wirkung ab 1. Juli eine Herabsetzung des Tariflohns um 10,5 Pf. pro Stunde, in der Spitze von 76,5 auf 6 6 Pf.— 13,7 Proz. Durch die 4. Notverordnung sind die Löhne in der Schuhindustrie ab 1. Januar 1932 bereits um 15 Proz. gesenkt worden. In der Zwischenzeit sind in den einzelnen Betrieben. manchmal unter Anwendung der verwerflichsten Mittel und unter Umgehung der reichstariflichen Bestimmungen, weitere ganz wesent- liche Lohnherabsetzungen erpreßt worden. Dazu kommt, daß der größte Teil der in der Schuhindustrie noch Beschäftigten unter fahre- langer Kurzarbeit, bis herunter auf acht Stunden pro Woche, arbeitet und sich in bitterster Not befindet. Die Erbitterung unter der Schuharbeiterschaft über das uner- hörte Vorgehen der Unternehmer ist auf das höchst« gestiegen. Wenn die Unternehmer glauben, die jetzige wirtschaftliche und politische Situation dazu benützen zu können, die Arbeiterschaft mit Löhnen abzufertigen, die noch unter den Sätzen der Wohlfahrtsunterstützung liegen, so wird man ihnen klar machen, daß die Schuharbeiterschaft auch unter den schlimmsten Verhältnissen sich zu wehren versteht. Vom Zentralverband der Schuhmacher sind die hierzu notwendigen Maßnahmen bereits getroffen. Die Forderung der Schuhfabrikanten ist nicht nur unverschämt. Sie ist auch grenzenlos dum m. Worüber klagen die Schuh- sabrikanten? Ueber die mangelnde Kaufkraft des großen Publikums. Was soll auch ein Arbeiter, der 24 oder 32 Stunden die Woche arbeitet, 66 Pf. Stundenlohn hat, etwa an Schuhen kaufen können? (Streik in den Wurstfabriken erfolgreich. Ein Beispiel gewerkschaftlicher Kraft. Nach einer Dauer von zwei Wochen ist gestern aus Grund einer Vereinbarung der Streik in den Berliner Fleisch- und Wurstwarenfabriken beendet worden. Wie erinnerlich, hatten die Unterneh-iner der Fleisch»- und Wurst- warcnfabriken Berlins verlangt, daß nach berühmten Mustern die Löhne und die Arbeitszeit in den Wurstfabriken„angeglichen" wer- den an die in den Ladenfleischereien. Das würde in der Spitze einen Lohnabbau von 8,40 M. bedeutet haben und außerdem eine Verlängerung der Arbeitszeit. Der Schiedsspruch des Schlichtungsausschfses kam diesen Wünschen nicht ganz entgegen, setzte jedoch die Löhne der Arbeiter in Gruppe A auf 1,03 M. und die der Arbeiter in Gruppe B auf 93 Pf. herab. Darauf traten die Arbeiier in den Streik, und zwar überall dort, wo die Unternehmer sich weigerten, die bisherigen Löhne weiterzuzahlen. Die Unternehmer waren wohl der Auffassung gewesen, daß sie mit Hilfe der Streikbrecher, die ihnen die sogenannie Nationalsozialistische Arbeiterpartei liefern würde, und mit Hilfe der Spaltungsmanöver der NGO. schnell mit dem Nahrungsmittel- und Getränkearbeiter-Verband fertig werden würden. Dies« Hoff- nungen haben sich nicht erfüllt. Die Gewerkschaft hat sich als die st ä r k e r e erwiesen und hat es trotz aller Widerstände, auf die noch' einzugehen sein wird, auch in der furchtbaren Wirtschaftskrise als fähig und imstande erwiesen, einen Streik erfolgreich zu Ende zu führen. Nach der Vereinbarung, der die Streikenden mit Zweidrittel- Mehrheit zugestimmt haben, beträgt der Lohn in Gruppe A 1,08 M., in Gruppe B 96 Pf. die Stunde, also 5 und 3 Pf. mehr, als der Schiedsspruch vorgesehen hatte. Der Lohn- und Manteltarif gelten bis 31. Dezember 1932. Der Manteltarif wird auch in den Urlaubs- beftimmungen unverändert verlängert. Maßregelungen finden nickst statte die Einstellungen erfolgen entsprechend den Wirtschaft- lichen Möglichkeiten. Falls Streikende nicht sofort eingestellt werden können, nmß bei Neueinstellungen während der ersten fünf Monate auf diese zunöchst zurückgegriffen werden. Dieser Strdik und fein Ausgang ist ein Beweis der unge- brochenen Kraft der Gewerkschaften. Wo die Verräter sihen. Einer meldet sich. Zu der Erklärung der Berliner Ortsoerwaltung des Zentralver- bandes der Schuhmacher über die trauigen Helden der RGO. schreibt uns einer, ein gewisser Otto Koch, Landwehrstr. 5/6, unter Be- rufung auf das Pressegesetz: „Es ist unwahr, wenn die Ortsverwallung des Zentralver- bandes der Schuhmacher, Berlin, erklärt, daß Hoertz und andere Mitglieder der Ortsverwaltung von mir nicht auf Verfehlungen des damaligen freigewerkschaftlichen Betriebsrates Bormann auf- merksam gemacht worden sei. Wahr ist dagegen, daß ich mit Hoertz von der Ortsverwaltung des Zentralverbandes der Schuhmacher über den Fall Bormann ein- gehend gesprochen habe, wobei er mich bat, über die Verfehlungen Bormanns zu schweigen, damit die freie Gewerkschaft nicht bloß- gestellt würde. Auch das Ortsverwaltungsmitglied Wilhelm Zoller wurde von mir auf Verfehlungen Bormanns aufmerksam gemacht. Es ist unwahr, daß ich nach meiner Entlassung Herrn Krause aufsuchte und von ihm 400 M. für Anschaffung eines Obstwagens haben wollte. Wahr ist dagegen, daß ich niemals Herrn Krause aufgesucht habe und von ihm 400 M. für Anschaffung eines Obstwagens haben wollte." Dazu wird uns von der Ortsverwaltung des Zentraloerbandes der Schuhmacher erklärt, daß alle Behauptungen in jener Erklärung restlos aufrechterhalten werden. Wenn die Jammerlappen der RGO. den Nachweis führen wollen, daß sie Ehrenmänner sind, dann mögen sie sich an die Gerichte wenden. Lltid da keiner wollte leiden... Ein bürokratisches Perpetuum mobile Eine schwangere Arbeitslose entband. Bis zu ihrer Entbin- dung hatte sie ihre Arbeitslosenunter st ützung bezogen. Durch die Entbindung wurde die Krankenkasse gezwungen, für 4 Wochen nachträglich Wochengeld für die Zeit zu zahlen, für die die Schwangere Arbeitslosenunterstützung bekommen hatte. Nun verlangte das Arbeitsamt für diese Zeit das Unterstützungsgeld zurück und teilte gleichzeitig der Krankenkasse mit, daß die nunmehr Entbundene durch Rückzahlung der Versicherungsbeträge auch nicht bei dieser Krankenkasse versichert war. Denn nur diejenigen Arbeits- losen werden vom Arbeitsamt gegen Krankheit versichert, die Unter st ützung beziehen. Nun argumentierte die Krankenkasse, daß sie dann auch nicht zur Zahlung der Wochenhilfe verpflichtet war, denn die Schwangere war nicht bezugsberechtigt, wenn diese Versiche- rungszeit entfällt. Nun entwickelte sich ein fröhlicher Bürokratenkrieg über die Frage, was nun zu geschehen habe. Denn wenn die Krankenkasse nicht zahlt, mutz das Arbeitsamt die Unter st ützung zahlen. Im gleichen Augenblick ist dann aber auch wieder die Schwangere ausreichend zum Wochengeld bei der Krankenkasse ver- sichert. Also muß sie erst nun wieder die Arbeitslosen- unter st ützung, dann das Wochengeld zurückzahlen, um nun wieder bezugsberechtigt für die Arbeitslosenunterstützung zu sein usw. Ein bürokratisches perpetuum mobile. Oder, um es mit Heine poetisch auszudrücken: Und da keiner wollte leiden, daß der andere für ihn zahle, zahlte keiner von den beiden. Der Krankenkassenverband hat sich dann endlich an den Reichsarbeitsmini st er um Entscheidung gewandt. Hier ist salomonisch entschieden worden, daß e i n Sozialoersicherungsträger zahlen muß. Im übrigen bleibe aber die endgültige Entscheidung dem Rechtsverfahren vorbehalten. Was kostet wohl der ganze Schriftwechsel mit allen Stellen der Bürokratie? Was wird noch das ganze Rechtsverfahren kosten? Tausende Mark werden hinausgeworfen für eine juristische Spitz- findigkeit. Das Streitobjekt selbst beträgt etwa 60 Mark. H Freie Gewerkschafts-Iugend Berlin Heute, Freitag, Z. Juni, um IS'!- Uhr, tagen die Grupnen: Süden: Jugendheim Wassertorstr. g. Heimbesprechung, Liederabend.— Char- lottendurg: Jugendheim Spreestr. 30. Hcimbcsprechung.— Rordring: yugendheim Schule Eonnenburger Str. ZV. Neue Spiele und Lieder.— Reu- lölln: Jugendheim Treptower Str. W.„Darf ein sozialistischer Staat rüsten?"— Sermaanplah: Jugendheim Sanderstr. II, Ecke Sobrechtstraßc. Heimbcsprechuna, Berbandsbuchtontrost«. Wir singei: Kampflieder.— Osten: Jugendheim Frank- furtcr Allee 3V7, Lönszimmer Heimbesprechnna.— Zcppelinplah: Zugeitdheim Turiner Sil« Eecstraße. Seimbesprcchung. Buntes Avcriei.— Reinickendorf-vst: Jugendheim Lindauer Straße iBaraSccknt. Heimbesprechung. Verbandsbuch. kontrollc.—«dlershos: Jugendheim Adlershof, Bismarckstr. l.„Di? Gewer!. schaften in Italien."— Flughafen: Jugendheim Schule Maricndorfcr Weg W— 7i>. „Der Lehrling einst und jetzt."— Prenzlauer Berg: Jugendheim Gleimstr. 3Z. Unsere Gruppe wird eröffnet.— Wir spielen ab 18 Uhr: Nordostkreis am Faulen See, Bufchallee; Nordostkreis: Spielwiese im Volkspark Rchberge. Iuaendqruppe des �entralverbandes der Anaestellten eutc, Freitag, finden solaende Lcrnnstaltungen statt: Südwest: Jugend. ,eim Porckstr. tl(2. Hof, Quergebäude 1 Tr., Zimmer Z). Arbeiter. dichtungen— Arbeitermusik.— Unsere Photogrnppe tagt von IgZH— 22 Uhr im Verbandshaus, Zimmer 24.— Die Berliner Drnicrei» und Bcrlags-Gcscllfchaft m. b. H. tagt von 2l>— 22 Uhr im Jugendheim Edertnstr. 12.— Spiele im Freien heute ab 18 Uhr: Sportplatz Rehberge, Sportplatz Schönhauser Allee(Einsame Pappel, Platz E, B), Sportplatz Neukölln, a» der Rodelbahn.— Sportabteilung: Trainingsabend auf dem Sportplatz Normannen. Ecke Ruschestraß- in Lichtenberg. Verantwortlich für Politik: Lietor Schiff; Wirtschaft: G. Slingelhöser; Gewerkschaftsbewegung: I. Steiner! Feuilleton: Dr. John Schikowski: Lokales und Sonstiges: Fritz lkarftädti Anzeigen: Th. Glocke; sämtlich in Berlin. Verlag: Lorwärts-Berlag G. m. b. H.. Berlin. Druck: Porwärts-Buchdruckeret und Verlagsanstalt Paul Singer u. Co.. Berlin SW. 88. Lindenstraße 3. Hierzu 2 Beilagen. Qsmi&j Tauben..... sud. vOk Frische Hühner.... Rund 0.72 Brathühner frudi.... Rund 0.92 Gänse gefroren...... Pfund 0.42 Wolgahühner gefror...Rund 0.55 Enten gefroren Pfund 0.64 Poulets gefroren...... Pfund 0,72 Konserven-Ip Apfelmus..... 4*# n. PflaUITien halbe Frudit 0.72 mit St. 0.58 Saure Kirschen........ 0.90 Erdbeeren........... 0.98 Williams.-Birnen'/:Fru/, vo.e 0.68) 1.15 Gem. Gemüse 0.66 mitteiietn 0.95 Sellerie....(>/, oo,e 0.40) 0.65 Bienenhonig... i-pfund-cia» 1.05 Konfitüre&0.95AÄen1.10 Wurst Wiener Würstchen Rd. OSpt. Dampf- u. Fleischwurst Rd. 0.68 Landleberwurst Pfund o.ss 0.76 Jagdwurst..... Pfund«.»» 0.78 Mettwurst Braunichv. Art. Pfund 0.85 Zervelat u. Salami Hoiti., t.io 0.98 Polnische Wurst.... Pfund 0.98 Teewurst feine und grobe, Pfund 1.14 Feine Leberwurst Rund i.is 0.98 Speck mager. Pfd. 0.82 fett. Pfund 0.58 Schinkenspeck m i-Pfund-sm� 1.10 WERTHEIM Zusendung von 5M an. Leicht verderbliche Artikel werden nichr zugesandt. (RxJUiQJb Fleisdi 85. Schweinekotelett Pfund Kalbskotelett...... Pfund 0.98 Schweineschnitzel.. Rund 1.08 Kalbsschnitzel...... Phmd 1.28 Kalbshaxe Phmd 0.28 Kalbskamm....... Rund 0.34 Kalbsbrust u.-Rücken Pfund 0.44 Schweineschulter o,Beiig. Pfund 0.54 Kablerkamm u. Schuft Pfund 0.78 Frische Schweineleber Pfund 0.54 Bratf. Fett 0.30 Gehacktes 0.50 Eisbein ohne SpUzbeln... Pfund 0.38 Spitzbeine Pfund 0.08 Kopf 0.12 Schweinebauch«.Big. 0.46 Hastochsenfleisch 0.44 „ Schmorfleisch 0.74 „ Roulade Rund 0.84 Kalbsroulade.Pfund0.78 Stachelbeeren unreife, 2 Pfund Aprikosen spanische, Pfund Erdbeeren italienische, Pfund Zitronen. Tafeläpfel, kalifornisdie � Pfund 35 pf. 40p. 78*. . 3 Rund 33 Pf 08p. Gemüse 8. Spargel Rund 0.45 0.25 wpt. Neuer Wirsingkohl.. Rund 0.12 Radieschen Rhabarber Salat........ Junger Spinat. Junge Kohlrabi. Grüne Bohnen Neue Kartoffeln . 4 5und 0.10 . 4 Rund 0.10 . 4 K8p(« 0.18 . 4 Pfund 0.18 .. Mandel 0.28 .. Pfund 0.38 . 3 Pfund 0.38 Käse Soweit Vorrat IS Camembert sdiaditei> VPf. Emmentaler w>iif..5-fu«f>f.«p<,rt. 0.48 Harzerkäse.. ca. i-Rund-Paket 0.28 Limburgerkäserouf.o.«8haibf. 0.38 Blockkäse criun» Art) halbe. Rd. 0.48 Holländer u. Edamer romett 0.58 Tilsiter Tollfett....... Pfund 0.62 Schweizerkäsebayi1voiifeft,Rd. 0.95 Margarine, Kokosfett Pfund 0.30 Rohschmalz...... Rund 0.37 Molkereibutter..... Rund 1.18 Markenbutter...... Pfund 1,34 Dänische Butter.... Pfund 1.48 Landbrot ca. 12S0 Gramm 0.39 Käsetorte......... 0.32 Apfeltorte........ 0.48 Königskuchen... 0.48 mit � MM m. Schokol. a 99 Ananas v. Rosinen Fische 12. Kabeljau u. Seelachs Rd. la&Pf. Kabeljaufilet...... Rund 0.20 Schellfisch........ Rund 0.22 Zander frUd>. Rd. 0.48 gefroran 0.28 Leb. Karpfen... Pfund?on an 0.48 Leb. Aale u. Schleie Rd.«man 0.75 Lebende Krebse 10 scodt ▼ o n an 0.48 gerSudiert: Schellfisch, Seelacbs u. Makrelen 0,28 Büddinge........ Rund 0.34 Matjesheringe. 3 stock«m an 0.20 Frische Krabben... Pfund 0.35 Aale Pfd. von an 1.60 Bund von an 0.20 KoIonialwareEi Puddingpulver S H mll Vanille- u.Möndcl-Geschmadc Pf. Tafelreis Rund 0.21 0.28 Bruck. 0.12 Haferflocken...... Pfund 0.24 Hartgrieh..... Pfund 0.26 0.29 Auszugmehl... Rund 0.26 0.28 Eier-Schnittnudeln Rd. 0.38 0.56 Backobst gemücktl. Pfund 0.38 0.58 Kaffee frtick. gebr.. Pfund 1.90 bi» 3.40 Wein PreUe für t/i Fl. o. Glas Edel-ApfElwein.... p«. 1931 Hainfeld. Kapellenbg. 0J2 1931 Wellener Riesling...0.68 1930 Mehringer Zellerberg_ Wadulum Friedr.-Wilh.-Gymnes.Trler I• 1 5 Fruchtsekt m. Steuer u. kl. 0.38 1.25 Johannisbeerw. lh. 0.68- ur. 3.25 Maikammerer uter 0.77 s ur. 3.60 Dtsch. Wermut uterl.00- ur 4.75 Nr. 257• 49. Jahrgang 1. Beilage des Vorwärts Freitag. Z. Juni 19Z2 Der! bdesschrei des Jungen Raisei der uierteislunde im mortnaii ziehm- sysiemauscnes Leugnen Guben, 2. 3unL Dos heutige Zeugenverhör im Ziehm- Prozeh war mit dramatischer Spannung geladen: Kriminalkommissar Trettin, der die Untersuchung gegen die Angeklagten geführt hotte, bemühte sich, das Rätsel jener verhängnisvollen Viertel st unde auszuklären, in der das verbrechen an dem kleinen Hans-Georg verübt worden sein muh. Vors.: Wann erschienen Sie in Fürstenberg? Zeuge: Ich wurde erst 36 Stunden nach der Tat gerufen. Inzwischen war wert- volle Zeit verlorengegangen, denn die beiden Frauen waren ja frei und konnten tun, was sie wollten. Es galt, den springenden Punkt dieses ganzen Falles, die Tatzeit, festzulegen. Ich habe es mit der Einkreisung dieser Tat versucht und bin zu dem Ergebnis gekommen, daß sie sich nur zwischen%1 und 1 Uhr nachts abgespielt haben kann. Innerhalb dieser Viertelstunde ist der Tod des Jungen eingetreten. Frau Ladewig war in dieser Zeit allein im Zimmer. Erst durch den gellenden Schrei wurden die Eltern alarmiert und kamen ins Todeszimmer. Dieser Schrei scheint auch für Frau Ladewig überraschend ge- kommen zu sein. Ich bin überzeugt, dah es der Todesschrei des 'unglücklichen Kindes war. Cr war nicht im Programm vor- gesehen... Verteidiger: Diese Art der Zeugenaussage geht doch zu weit. Zeuge: Ich mutz Ihnen doch zeigen, wie ich zu meiner Konstruktion gekommen bin. Es kamen in erster Linie drei Per- sonen in Frage: die heutigen Angeklagten und der Lehrer Ziehm. Ziehms Aussagen schienen von vornherein vollkommen glaubhaft. Ich hielt der Frau Ladewig vor, dah nur sie allein das Kind ver- gistet haben kann. Frau Ladewig leugnete und leugnete. Schlictzlich gestand sie, datz sie dem Jungen doch Wasser gegeben habe. Sie war sich der Bedeutung dieser Aussage bewußt und hat sie später auch verschiedentlich widerrufen. Es war ungeheuer schwer, die Frauen zu vernehmen, weil sie einfach alles leugneten. Frau Ladewig hatte die Trinkszene genau geschildert. Sie erklärte:„Ich trat mit dem Wasserglas an Häuschens Bett. Häuschen trank aus diesem Glas." Und merkwürdig: nachher war das Glas nicht auf- zufinden. Warum Hot Frau Ladewig das Glas verschwinden lassen, wenn es nichts als Wasser enthalten hatte? Genau so mühsam war die Feststellung, wie das C h l o r k a l i ins Haus gekommen war. Frau Ziehni hatte erst beim neunten Verhör gestanden, datz sie es gekauft hat! Dabei hatte dieses Leug- neu angesichts des großen Fundes, des Kassenzettels vom 16. November, in dem der Kauf des Chlorkalis bestätigt wurde, keinen Sinn. Wer Frau Ziehm hatte eine unüberwindliche Abneigung gegen die Wahrheit. Der Sachverständig« Professor Dr. K a l i s ch hält dem Zeugen vor, daß der Zeitraum von einer Viertelstunde für eine Chlorkali- Vergiftung zu kurz scheine. Ob er nicht glaube, datz man dem Kind schon früher Giftdosen verabreicht habe? Der Zeuge erklärt, datz er das nicht für wahrscheinlich halte. Er könne zwar nicht das Gegenteil beweisen, aber schlietzlich sei es Sache der Sachiverstän- digen, diese Frage zu klären. Dss Rasseamt für Kartoffeln. Ein Einblick in die Geheimnisse der Natur.- Die Registerkommission. Dem Anbau von Kartoffeln in Deutschland wird heute mehr Aufmerksamkeit gewidmet als jeder anderen Feldfrucht. Die er- höhte Bedeutung macht sich schon darin bemerkbar, datz bereits seit 1S2S«ine wissenschaftliche Kommission besteht, die als ,L a r- toffelsorten-Registerkommission" bezeichnet wird und die Aufgabe hat, dem Sortenwirrwar zu steuern. Diese Kommission arbeitet mit Unterstützung der landwirtschaftlichen Spitzenorganisa- tionen und des Reichsministeriums für Ernährung und Landwirt- schaft hauptsächlich in der Biologischen Reichsanstall für Land- und Forstwirtschaft in Berlin-Dahlem, deren Abteilung für Sortenkunde eine wichtige Ergänzung der Abteilung für Kartoffelkrankheiten, insbesondere des K a r t o s f e l k r e b s e s, bildet. Es ist eine der interessantesten Erscheinungen voller biologischer Eigentümlichkeiten, die die Tätigkeit der Kartoffelsorten-Register- kommission ausmacht. Der Leiter der Abteilung, Regierungsrat Dr. E n e l l, macht den Besucher vorerst mit den Voraussetzungen vertraut, warum die vorhandenen Kartoffelsorten in Deutschland registriert werden mutzten. Es herrschte noch vor 16 Jahren ein solcher Sortenwirrwarr, dah sich kein Mensch darin zurechtfinden konnte. Ueber 1266 Sorten waren vorhanden und als die Arbeit begann, diese Sorten auf ihre Merkmale zu untersuchen, stellte es sich heraus, daß nur knapp 266 Sorten übrig blieben, die anderen hatten ihren Ursprungsnamen mit irgendeinem schöneren vertauscht. Dabei ist zu bedenken, daß von diesen 266 noch bestehenden Sorten, die man als Originalsorten ansprechen könnte, nur etwa 26 von größerer Bedeutung sind, während die übrigen als Lokalsorten oder Sorten für besondere Zwecke nur eine geringere Rolle spielen. Was die Wissenschast einmal in die chand nimmt, betreibt sie gründlich! Und so sehen wir in der Kartoffelsorten-Registerkommission Schränke angefüllt mit Akten, die wie ein Verbrecheralbum die Sorten sorgfältig verbucht haben. Ein Künstler in seinem Fach hat die hauptsächlichsten Stammsorten in ihren Knollen, Blättern und Blüten mit minutiöser Genauigkeit nach Farbe und Form im Aquarell festgehalten. Die Kunstblätter dienen zu Vergleichsstudien, wenn lebendes Material eingeliefert wird. Ein anderes Blatt aus einer der vielen Mappen zeigt die gepreßten Blätter und Blüten der betreffenden Sorten, um die Erkennungsmerkmale durch Blatt- zähnung, Behaarung, Blütenspitzen usw. zu besitzen. Das wichtigste Vergleichsmaterial, die natürlichen Knollen und die grünen Samen- früchte vom Kartoffelkraut, sind in Hunderten von Gläsern kmi- serviert. Natürlich liegt in den Mappen auch schriftlich vermerkt der Lebenslauf, die Herkunft, der Charakter oder die Güte der Kartosfelsort«, ihr Geschmack und Ertrag, und was es sonst noch bei einer so gewichtigen Persönlichkeit wie die der Kartoffel zu oermelden gibt. Das Lichtkeimverfahren. Ein anderes Mittel zur Sortenseststellung, das schneller und sicherer als die Detektivkartei arbeitet, ist das vom Regierungsrat Snell entdeckte Lichtkeimverfahren, das eine Feststellung am lebenden Objekt ermöglicht. Die Merkmale der Pflanze zeigen nach dem Darwinschen Vererbungsgesetz keinerlei Veränderungen, soweit ihre Vermehrung ungeschlechtlich ist, d. h., bei den Kartofseln, datz sie durch die Knollen in der Erde erfolgt. Jede Kartosfelpflanze ist nur ein Ableger oder ein Teil der vorjährigen Pflanze und diese wieder der vorvorjährigen usw. Sie müssen also alle die Merkmale der Ursprungspflanzen tragen, sie vererben aber auch ihr« Eigen- schaften, die guten und die schlechten. Die Sorten, die gegen Krebs nicht immun find, der gefürchtetsten Kartofseltrankheit, die ganze Landstriche verseucht, diese Sorten werden auch diese üble Eigen- schaft immer beibehalten, ganz gleich, auf welchem Boden und in welchem Klima sie gedeihen. An diesem biologisch wichtigen Prin- zip ermiht man die grötzte Bedeutung, die die Sortenbestimmung für den Züchter und Landwirt hat. Im Snellschen Lichtkeimverfahren werden die Knollen einer jeden Probe der zu prüfenden Kartoffeln auf einer kleinen Nagel- leiste aufgespießt, die dann in einem Warmhaus auf Regalen eingeordnet werden. In der tropischen Temperatur, die hier herrscht, entwickeln sich sehr schnell die Lichtkeime an den Knollen. Schon bei ihrem ersten Wachwerden zeigen sie ganz charakteristische Merk- male: die einen kommen rotäugig oder blauäugig aus den Keimnarben, andere mit seinbehaartem oder unbehaartem Keime, die sich untereinander wieder durch blaue, graue oder grüne Blatt- spitzen unterscheiden. Diese Erscheinungen sind so konstant und bei jeder Kartoffelsorte unveränderlich, daß sich für den Fachmann hier eine unbedingt zuverlässige Sortenbestimmung ermöglicht. Kartoffelzucht durch Samen. Die Frage nach dem Zustandekommen einer Neuzüchtung führt das Thema auf die Vermehrung der Kartoffel durch Samen. Es ist dies ein« Anwendung der Mendelschen Regel von der Ver- «rbung der männlichen und weiblichen Eigenschaften. Zur Zeit der Blüte kreuzt der Züchter unter sorgfältigster Beobachtung durch tünstliche Uebertragung des Blütenstaubs zwei verschiedene Sorten. Aus dieser Kreuzung entsteht ein Bastard, der die guten oder minderwertigen Eigenschaften der Vater- oder Mutterpflanze in sich oereinigen kann. Die kleinen, sorgsam gewonnenen Samen- körn er, die im nächsten Frühjahr ausgesät werden, bringen Pflanzen zutage, die schon im ersten Jahr zu richtigen Kartoffel- stauden auswachsen können: die Vermehrung findet aber nach dem ersten Jahr des Wachstums der Pflanze nur mehr durch die Knollen in der Erde, also ungeschlechtlich statt. Der Züchter mutz dauernd an den Formen der Pflanze und an dem Ergebnis der Knollen kon- trollieren, was ihm als wertvoll aus seiner Kreuzung erscheint. Er wird nur die besten und schönsten Knollen zur Fortpflanzung be- nutzen. Es währt 16 bis 12 Iahrc, ehe eine Reuzüchlung marktfähig wird und dabei ist es natürlich wichtig, daß die Krebsfestigkeit und die Neuheit der Sorte frühzeitig festgestellt wird, damit nicht durch Verwechslung im Lager oder auf dem Feld«ine alte Sorte unter neuem Namen vermehrt wird und sich später als eine ganz gewöhn- liche Dabersche oder Jndustrie-Kartoffel herausstellt. Der Publikumsgeschmack ist beim Kartoffelkauf wechselnd wie die Damenmoden: zur Zeit— keiner weih warum?— werden nur gelbfleischige Kartoffeln bevorzugt und darum auch vom Kartoffel- anbauer auch nur gezogen, obwohl die weißfleischigen, mehligen viel nahrhafter und bekömmlicher sind. Und doch befassen sich Hun- derte von Landwirten und Gärtnern nicht nur in Deutschland, Eng- land, Schottland, Schweden und Polen mit diesem so wenig ertrag- lichen Sport der Neuzüchtungen. Ein gemeiner Betrüger. Krauen um ihre letzten Spargroschen gebracht. In der letzten Zeit war wiederholt ein gemeiner Betrüger in zahlreichen Fällen mit Erfolg tätig. Der Bursche sucht Frauen auf, deren Männer durch einen Unglücksfall ums Leben gekommen sind und stellt sich als Vertreter der Reichsoersicherungsanstalt vor. Er erzählt seinen Opfern, datz ihnen eine Witwenrente in Höhe von 86 bis 96 M. zustehe. Die Rente könne aber nur bewilligt werden, wenn die letzten rückständigen Beiträge des Verstorbenen gleich be- zahlt würden. Die Frauen fallen auf diesen Trick meistens herein, zumal der Betrüger sehr sicher auftritt. Er hat eine Aktentasche bei sich, holt verschiedene Akten hervor, legitimiert sich durch einen falschen Aus- weis und wiegt seine Opfer dadurch in Sicherheit. Dem gewissen- losen Burschen fallen regelmäßig Beträge von 46 bis 66 M., oft die letzten Spargroschen der armen Frauen, in die Hönde. Der Täter hat verschiedentlich Quittungen mit dem Nomen Reimann, Rein- Hardt, Bormann usw. unterzeichnet. Von der Kriminalpolizei, die dem Betrüger das Handwerk noch nicht legen konnte, wird folgende Personalbeschreibung gegeben: 3S bis 38 Jahre alt, schwarzes, volles, welliges Haar, kleiner Schnurrbart und grotze, braune Augen. Der falsche Versicherungsbeamte trägt häufig einen kaffeebraunen Anzug. Sollte der Schwindler in den nächsten Tagen wieder irgendwo auf- tauchen, ist seine sofortige Festnahme zu veranlassen. Zieichswehroffizier bei einer Ltebung getötet. Stuttgart. 2. Iuni. Leutnant Werner Lenne von der Z. Abteilung de6 Artillerieregiments 5, Ludwigsburg, war om Donnerstagfrüh als Ossiz'er zur Beobachtung om Ziel während des Scharsschiehens komman- dierl. Aus Dienstinleresfe lieh sich der Offizier verleiten, entgegen den Bestimmungen den schuhsicheren Unterstand vorübergehend zu verlassen. Er wurde von einer in der Rahe einschlagenden Granate getrossen und sosort getötet. Maiuschka voll verantwortlich Wie aus Wien gemeldet wird, beginnt der Prozeß gegen den Eisenbahnattentäter Sylvester M a t u s ch k a vor dem Landes- gericht in Wien nunmehr endgültig am 15. Juni und wird drei Tage dauern. Den Vorsitz führt Oberlandesgerichtsrat Dr. Z e i d l e r, die Anklage vertritt Staatsanwalt Dr. Freiinger. Das von den Professoren Bischof und Hövel erstattete eingehende psychia- irische Gutachten erklärt Matuschka für geistig voll verant- w o r t l i ch. Stadldirektor Sommerburg freigesprochen. Nach mehrtägiger Verhandlung sprach das Schöffengericht Schöneberg den Direktor des Bezirksamts Neukölln, Bruno Sommerburg, von der An- klage der fortgesetzten Untreue zum Nachteil der früheren Neu- köllner Stadtbank G. m. b. H. auf Kosten der Staatskasse frei. y&ewlAchz W&äadkU xlatof �ich mH VjcM&m Stecht die gute JUNO nennen. Gerade weil sie jede Zugabe in Form von UJert marken, Gut' scheinen oder Stickereien ablehnt, ist der Baucher sicher, höchsten Oegemuert in bester Tabakmischung zu erhalten. Sboutchen xmch Sie «vuno! UJerJuno raucht. hat mehr vom leben! Bereit zur dritten Schlacht! PrScMSg® Kampfstimmung der Berilnsr S©i�sldem-pl M. d. L. Er führte aus: Mit dem Sturz Brünings hat der Weg in den Nebel be- gönnen. Die Parlamente leben in einem Zustand der Ohnmacht. Dadurch haben die Regierungen eine bisher kaum bekannte Macht- fülle erhalten. Wenn sich die Parlamente selbst entmachten, dann muß notwendigerweise die Erfüllung der Aufgaben, um die sich die Parlamente herumdrücken, anderen Instanzen zufallen. So leben wir jetzt in der Maienzeit der Bürokratie. Der Reichs- Präsident ist aus der Repräscntantenlogs herabgestiegen in die Arena der Politik. Brüning, der Deutschland mit Notverordnungen regierte, brauchte dazu die Unterschrift des Reichspräsidenten. In dem Augenblick, wo sich eine Kluft auftat zwischen Brüning und chindenburg, stürzte Brüning in die Kluft! Die Sozialdemokratie hat toleriert, weil sie sich sagte, daß alles, was nach Brüning kommt, noch schlechter sein wird als er. Brü- ning hatte die Aufgabe, die Wirtschaftskrise zu liquidieren. Die zweite Aufgabe war der Kampf gegen den Nationalsozialismus. Aber als Brüning zu kämpfen begann, als er die SA. verbot, war es zu spät. Nölting zeigte dann im einzelnen die Gefahr für die deutsche Währung auf, die Zeichen an der Börse sind beut- lich genug. Die Lohnpolitik ist auf dem Wege, sich von einem macht- politischen zu einem marktpolitischen Problem zu verlagern. Was das bei dem heutigen Angebot auf dem Arbeitsmarkt heißt, kann sich jeder selbst ausrechnen. Die Prämienanleihe wie die Verständigung mit Frankreich sind in weite Ferne gerückt. Und unterdessen zeichnen sich bereits die Konturen des kommenden Reichs- tagswahlkampfes ab. Es wird dies die schwerste Schlacht sein, die die Sozialdemokratie zu schlagen hat. Dabei wird es notwendig sein, unter der politischen Führung der Sozialdemokratie den großen Arbeiterblock zur Abwehr der faschistischen Sturmflut aufzutürmen. Wir denken nicht daran, uns auf die Bahre zu legen! Brausender, langanhaltender Beifall war die Antwort auf den Kampfruf Nöltingz. Die Partei wird im Dienste der Arbeiterklasse und der Republik ihre Pflicht tun. Der Ausweg in den Tod. Im Hause Swinemünder Straße 84 fand man in einer kleinen Wohnung des zweiten Stockes Mann, Frau und den IZjährigen Sohn durch Gas vergiftet tot auf. Am Gesundbrunnen wohnen viele Menschen, fast alle sind sie arbeitslos und allesamt leiden sie Not. So hat der Freitod eines aus ihrer Mitte für sie wenig vom Schrecken des traurigen Ge- fchehens, viel mehr löst er das Gefühl bitterer Vergeltung für schuld- los erlittenes Unrecht aus. So zeigen die Züge der Menschen, die aufgeregt über den Fall diskutieren, harte Mienen. „Is denn das ein Wunder?" meint eine Hausbewohnerin zur Milchfrau vor dem Unglückshaus in der Swinemünder Straße,„kann denn eine Familie von Mann, Frau und Kind von den paar Mar? leben?" Dann erörtern die beiden die näheren Umstände und das tragische Geschick dreier Menschen entrollt sich in ein paar flüchtig hingeworfenen Sätzen. Die Frau war bereits das zweite mal verheiratet; ihr erster Mann starb an schwerer Lungentuberkulose und hinterließ ihr als einziges Erbe ein krankes Kind. Aus der Trauer um den Mann, der schweren Sorge für das Kind, flüchtet« die Frau in die zweite Ehe; aber wieder kam das Unglück ins Haus. Der Mann erlitt einen schweren Betriebsunfall, von dem er sich nicht mehr erholte. Nachdem er aus dem Krankenhaus entlassen worden war und längst keine vollwertige Arbeitskraft mehr darstellte, schlug eines Tages seine Schicksalsstunde: abgebaut mit einer kleinen Unsallrente. Für die Frau, die früher mit geholfen hatte, daß«in wenig Geld ins Haus kam, gab es ebenfalls keine Arbeit mehr. So machte sich die Sorge im Hause breit. Noch keine 80 M. betrug das monatliche Einkommen der ganzen Familie. Was sollte man damit alles be- zahlen? Die Miete, das Essen, die Kleidung. Das reichte nicht her und nicht hin. Und immer enger zog sich das Netz des Abstiegs und immer trostloser sahen die drei in die Zukunft. Worauf sollten sie eigentlich warten? Daß sie der Hauswirt auf die Straße setzte, daß sie das letzte Möbelstück ins Leihhaus trugen? Es gab scheinbar keinen Ausweg mehr für sie. Lange schon war der Entschluß in den verzweifelten Herzen gereift, öfter schon wußten sich die Nach- barn zu erinnern, daß sie von„Schluß machen" gesprochen hatten. Aber das ist bei vielen längst zum geflügelten Wort geworden und keiner nimmt solche Rede ernst. Aber nicht der Gastwirt, bei dem sie die letzten Stunden vor ihrem Tode verbrachten.„Für die 73 Pfennige, die unsere Zeck)« macht, nehmen Sie meinen Trauring, ich brauche ihn doch nicht mehr," sprach die Frau zum Wirt, als sie sein Lokal verließ; der lachte sie aus, gab ihr den Ring wieder und dachte nicht weiter darüber nach. Und zu seinen Skatbrüdern sprach der Mann:„Na, laßt man, morgen is alles vorüber;" Aber auch die hörten darüber hinweg. Jetzt fallen ihnen all diese Worte ein. die nicht bloß Worte, sondern traurige Wahrheit bedeuteten. Drei Menschen gingen still davon.... Das Ltrteil im Rundfunk-prozeß. In dem Prozeß des Intendanten der Berliner Funkstunde, Dr. F l e s ch, gegen den Redakteur S ch a r n t e wurde gestern das Urteil gesprochen. Der Staatsanwalt beantragte gegen den An- geklagten Ivöl) M., gegen seinen Verleger 300 M. Geldstrafe sowie Einziehung und Unbrauchbarmachung des Buches. Das Gericht er- kannte gegen Scharnke wegen Beleidigung und übler Nachrede auf 600 M., für den Verleger auf 3lK> M. Geldstrafe und schloß sich den Anträgen des Staatsanwaltes an. In der Begründung führte Amtsgerichtsrat Marquardt aus, daß es sich bei dem inzwischen beschlagnahmten Buche des Angeklagten um einen Schlüsselroman handle, dessen Inhalt zum größeren Teil unwahr sei, zum kleineren Teil nicht erwiesen werden konnte. Im„Volksfunk" wird die politische Seite dieses Prozesses näher behandelt werde». Verbrechertönig auf dem Lehrter Bahnhof verhaftet. Der berüchtigte Betrüger Armand S ch n u r p s e i l, der von über 40 Slaatsanwallschasten seit Jahren gesucht wird, ist gestern abend gegen% 10 Uhr aus dem Lehrter Bahnhof se st genommen worden. Schnurpseil hatte sich hier mit einem Mädchen verabredet. Die Beamten der Sriminalposldiensistelle, die Ihn sell sechs Wochen verfolgten, konnten ihn hier beim Zusammentreffen überraschen. Sie packten ihn so schnell, daß er keinen Widersland mehr leiste« konnte. Der verhaftete wurde sofort dem Polizeipräsidium eingeliefert. Aber als Plumphans ihr Erschrecken sieht, das selbst durch den dichten Gesichtsschleier slattert, lenkt er trotz seinem Rausch verlegen ein. Ein zweites Mal schwankend an sein gebleichtes Hüilein greifend, sagt er entschuldigend:„Ha no, Madam, nix sür ungut! Man wird doch noch fragen dürfen!" Auch diese Szene, so kurios sie ist, fand sich in keine Chronik, in kein Historienbuch. Wohl aus dem gleichen Grunde, weil deren wchreiber nur die allergrößten Dinge im Ziel Hand und gemeiniglich nicht wissen, wie es an sonderen Tagen in der Seele eines Kohlbäuerleins aussieht, das seine Kappesköpfe verkauft hat und nun seine kleine bäuerliche Zwangswelt durch ein großes Erlebnis sprengen und für ein paar Stunden abschütteln möchte. 8. Herr Johann von Schwarzach, Bürgermeister der guten und getreuen Stadt Konstanz, sitzt im Ehreneck des frischge- tünchten Ratskellers und schreit dröhnend nach einem neuen Doppelschoppen. Nach der bestandenen Ohnmacht, die ihm jetzt, drei Stunden hernach, noch immer schwer in den Knochen liegt— „wie eine Fuhre naß aufgelesener Rheinwacken!" erklärt er seinem teilnahmsvoll tuenden Mitzecher Bündrich— hat er eine Dauerauffrischung höchst bittersam nötig. Um so mehr, als er eben den Vogt die Stasteln herablatschen sieht. Dessen zerknittertes Jagdhundgesicht, trog der beginnenden Dämme- rung in seiner ganzen Verkniffenheit kenntlich, macht nämlich nicht den Eindruck, als ob es viel Erfreuliches herauszubellen wüßte. Drum schleunigst ran mit dem Wein, Falbel! Der Kellerwart, trotz seinem Buckel gelenk und behend und gut auf den Anpfiff dressiert, wie ein Kriegsknecht im Was für ein Mensch? Der Lustmord an der Sechsjährigen/ Verhandlung vertagt. Die Verhandlung gegen den Arbeiter Wilhelm K., der sich am 13. März d. I. an der kleinen sechsjährigen Elfriede K. sittlich ver- gangen und sie hinterher erdrosselt hat, verfiel gestern ganz unerwartet der Vertagung: Das Gericht beschloß, ein medi- zinisches Obergutachten über den Geisteszustand des Ange- klagten anzufordern Die äußeren Umstände der gräßlichen Tat konnten in der zwei- tägigen Verhandlung vollkommen geklärt werden, nicht aber die seelische Verfassung des Angeklagten zur Zeit der Tat. Sie stand in keiner Beziehung zu seiner Gesamtpersönlichkeit, wie sie von seinen Arbeitskollegen und von seiner Frau eingeschätzt wurde. K. war ein guter Kollege und ein ruhiger Mensch, hatte nie Zank mit seiner Frau, auch sein Geschlechtsleben zeigte im großen und ganzen nichts Abnormes. So sah sich da- Gericht gezwungen, sich die Frage vorzulegen, ob der Angeklagte sich im Augenblick der Tat im normalen Geisteszustände befunden habe und die Sachoerstän- digen Dr. Dyrenfurth und Dr. Frommer hatten darauf Antwort zu geben. Ihre Gutachten gingen aber auseinander. K.'s Vater war Trinker. Von seinem 46. Lebensjahre an litt er an epileptischen Anfällen. Der Angeklagte selbst war ein ver- schlossencs Kind, begann früh zu trinken, litt an periodisch auf- tretenden Verstimmungszuständen, die etwa acht Tage dauerten; während dieser Zeit tonnte er nicht schlafen und nicht essen, lieh sich nicht sprechen und war leicht gereizt, und beging Dinge, an denen ihm später die Erinnerung fehlte. So traf ihn eines Tages feine Frau mit allen Kriegsorden ausgeschmückt in der Wohnung an, ein anderes Mal hatte er den weiten Weg nach Maricndorf gemacht und beide Mals wußte er nicht, wie das mit ihm geschehen war. Besonders seltsam war er, wen» er zuviel Alkohol zu sich genommen hatte. Am Morgen der Tat hatte er nach Beendigung seiner Nacht- schicht als Streckenorbeiter bei der U-Bahn auf nüchternen Magen und nach durchwachter Nacht 12 Mollen und 3 Schnäpse getrunken. Da er sich nicht recht auf den Beinen halten konnte, nahm er die Sechsjährige in die im 4 Stock gelegene Wohnung herauf, damit sie für ihn Milch hole. Er fand aber kein Geld, streichelte das Kind über das Haar und dann geschah das Gräßliche. Er will die Erinne- rung erst wieder erlangt haben, als er vor dem Kind kniete. Während Medizinalrat Dr. Dyrenfurth der Ansicht war, daß man bei diesem an epileptischen Dämmerzuständen leidenden Ange- klagten begründete Zweifel haben könne, ob er zur Zeit der Tat zurechnungsfähig gewesen sei. glaubte Medizinalrat Dr. Frommer den Z 51 unbedingt verneinen zu müssen. Da diese beiden Gut- achten miteinander nicht zu vereinen waren, tonnte sich das Gericht nicht entschließen, ein Urteil zu fällen und zog es vor, ein medi- zinisches Obergutochten anzufordern. allerersten Soldjahr, greift mit seinen überlangen Fingern beflissen nach der Kanne. „Vom gleichen?" fragt er mit unterwürfigem Lächeln. „Was meinst du?" sagt Herr Johann zwinkernd zum Vogt, der eben seine Verbeugung macht,„sollen wir's noch- mal mit dem Goldkrätzer wagen?" „Mir ist alles recht, Bürgermeister!" sagt der Vogt und läßt sich schwer, wie ein Mallersack, auf die Bank fallen. „Wenn's nur naß ist und kalt den Hals untergeht; denn mich frißt schier der innere Brand!" „Gut, also Goldkrätzer! Für Hans Hagen auch eine Kanne!" Fälbels gebogener Rücken schnellt auf. Eh er aber den Kellersteig nimmt, vergißt er nicht, in das Kerbholz des Bürgermeisters, das dort hängt, eine doppelte Kerbe zu schneiden. Anerkennend leckt sich der Vogt die messerigen Lippen. „Alles was recht ist, Bürgermeister, dein Goldkrätzer ist gut. Der kühlt den Schlund und kitzest den Pansen." „Beim Eid, er hat einen langen Schwanz. Paß mal auf, wie er ihn dir nach dem zweiten Humpen zum Halse heraushängt!" Herr Johann füllt nach. Doch mitten im Schenken fällt ihm was ein. Die Kanne noch schräg haltend, sieht er von den nervigen Händen des Vogts auf, ihm in die Augen und fragt: „Alles im Schuß, Bogt?" „Alles, Bürgermeister. Die Schmiede machen sogar Doppelketten: die Steinmetzen haben schon die Löcher ge- schlagen, und die Kannengießer treffen alle Zurüstungen zum Bleisud." Die kleine, fettgehügelte Hand schenkt beruhigt weiter, es gluttert kein Tröpflein daneben. „Wenn nichts dazwischen kommt, ist die Abwehrmaschine in spätestens anderthalb Stunden fertig!" meint der Vogt. Herr Johann stellt ausklatschend die Kanne hin: „Das wird morgen ein Staunen und Raunen geben!" „Ich mein auch, Bürgermeister!" „Haha, Vogt, ich ließ mir eine Viertelstunde von der ewigen Seligkeit abschneiden, wenn ich all das zu hören be- käme, was bei der Ausprob' von Willigen und Unwilligen verzapft werden wird!" Die Körperschulung der Reichswehr. Die Heereeifportschule auf der Sommerschau. In dem herrlichen großen Terrassengarten der Ausstellung „Sonne, Lust und Haus für Alle" am Funkturm zeigte gestern die e« r e s- S p o r t s ch u l e"(.Lehrgang für Leibesübungen Wüns- darf") Ausschnitte aus einem Teil ihrer Arbeit. Es war sehr inter- essant zu beobachten, wie die in Wünsdorf in den Jahren nach dem Krieg« unter Einwirkung des damaligen Leiters der Lehrgänge, des bekannten Gymnastiklehrers Hauptmann Suren, enfftarchene Gymnastik ohne und mit Gerät heute dem jungen Soldaten als Körperschulung in hervorragender Weise dient. Wie von der Reichswehr betont wird, war der Zweck der Schau des Heeres- lehrgangs, den Zuschauer davon zu überzeugen, daß systematisches Körpertraining in Sonne und Luft heute bei der Erziehung zum willensstarken, kriegsbrauchbaren Soldaten und guten Staats- bürger die entscheidende Rolle spielt. Die Vorführungen wurden immer dann erstklassig, wenn es sich um Gruppendarbietungen han- delte, während die Massenfreiübungen manchmal letzte Exaktheit oermissen ließen. Andere Uebungen zeigten, daß man es mit Erfolg verstanden hat, beste körperlich« Ertüchtigung durch spielerisch an- mutende Gymnastik zu erreichen. Pest in Güdwestafrika. Bisher 40 Todesfälle im Ovamboland. London, 2. Jnnk. Bei dem Londoner Qberkommisiar der südafritani- sehen Union sind nunmehr die amtlichen Bestätigungen über den Ausbruch von Pest im Lvambo-Land in Südwest eingetroffen, der bisher über vierzig Menschenleben zum Lpfer gefallen sind. Berichte, die in den amtlichen Mitteilungen des südafrikanischen Gefundheitsminlsteriums erscheinen, besagen, daß sich das Pestgebiet bei Ondongua und O n a y e n a befindet. Es wurden Haupt- sächlich Missionseingeborene von der Krankheit befallen. Die Lage ist ernster als zuerst angenommen wurde. Alles nur mögliche wird getan, um die Ausbreitung der Krankheit zu oerhindern. Der Medizinalbeamte der zuständigen Regierungsbehörde befindet sich an Ort und Stelle, organisiert das Personal zur Bekämpfung der Krank- heit und ordnet die notwendig erscheinenden Maßnahmen an. Kattee Kag trinken keiht: etwas Hlr die Gesundheit tun« - Und wer wollte das nicht? Der Vogt stimmt meckernd in das bürgermeisterliche Lachen mit ein. Doch Herr Johann wird seiner schütternden Herrenlaune nicht lange sroh.� Die verdammten Kösten sind ihm unversehens wieder eingefallen, und nun melkt er melancholisch den Krausbart und stiert in die Kanne, als ob er von da den Unkostenbeitrag Heraussischen könnte. Eine Weile ist's still wie in der Kirche in der Karwoch». wenn die Glocken nach Rom gereist sind. Doch der Biersieder kann die verdammte TrübsalblaseeÄ nicht leiden. Er gibt dem Vogt unterm Tisch einen Tritt ans Schienbein. Das heißt in seiner Sprache: Hans Hagen, sorge für Unterhaltung! Der Vogt versteht. Er spuckt einen Pfläder aus und sagt: „Außerdem, Bürgermeister, ich hätt' noch was Neues zu melden!" Herr Johann fährt aus seinen Rechenkünsten auf, und wie immer, wenn er sich wundert, formt er ein komisches Karpfenmaul. „Was Neues?" „Ja, eine Prügelpredigt!" „Was ist das?" fragt der Bündrich und zeigt die obere Zahnlücke. „Als ich zu Meister Burkards Schmiede einbiege, um zu beäugen, wie weit er mit seinen beiden Gesellen wäre, da seh' ich schon von weitem, als ich aus der Torgasse komme, wie, bis auf das Pflaster hinaus, ein großer Haufen Leute um das Schmiedsfeuer steht." „Hiesige?" „Wohl die meisten, Bürgermeister! Aber es waren auch genug der verdammten fremden Scheurenpürzler dazwischen. Vorn dran eine Rolle von diesen verschnürten Ungarn, die sich Zöpfe aus den NasenHaareiz flechten und„Nemtsch! Nemtsch!" sagen, wenn sie mit unsereins reden. Wißt ihr, Prachtstücke aus der Leibgarde des Königs",— der Vogt steht auf und verbeugt sich, als er Sigmund erwähnt—„diese elende Sau- und Klaubande, die wir jetzt glcklich nach Peters- hausen hinausgespeicht haben! Die sind da und dazu noch eine Handvoll anderer. Ich verwette den letzten Teil der mir zu- gemessenen Fegfeuerzeit darauf, daß sich unter denen eintz Reihe meiner geliebten Böhmen befanden!"(Forts, folgt.) �'Pfennig-Dtück unbeliebt. Kür 60l)<)l)v Mark ruhen bei der Reichsbank. Im Publikum ist in der letzten Zeit häufig die Frage auf- getaucht, wo eigentlich die Aierpfennigstücke geblieben find, von denen Anfang des Jahres 2 Millionen Mark in Auftrag gegeben wurden, um so durch die Schaffung einer neuen Scheidemünze die Bestrebungen des Preisabbaues zu fördern. Es fiel allgemein auf, daß man nur äußerst selten ein derartiges Vierpfennigstück in die jhand bekam und sich der Zahlungsverkehr allgemein ohne diese neue Münze entwickelte. Eine Nachfrage bei der zuständigen Stelle der Reichsbank hat jetzt die überraschende Feststellung gezeitigt, daß das völlige Ver- schwinden des Vierpsennigstückes darauf zurückzuführen ist, daß in der Geschäftswelt und beim Publikum die neue Münze u n- beliebt ist und von der Kaffe der Reichsbank fast überhaupt keine Vierpfennigstücke verlangt werden. Bei der Reichsbank lagern für über eine halbe Million Mark Vierpfennigstücke, also beträcht- liche Säcke, oder genau gerechnet tö Millionen Stück. Ein gleich großer Betrag befindet sich in Händen des Publikums, dos wohl in den meisten Fällen die ersten Stücke als Rarität aufgehoben oder den Kindern in die Sparkassen gesteckt hat. Obwohl von einigen Zigarettenfabriken besondere 4-Pf--Zigaretten fabriziert worden sind und auch Warenhäuser in der ersten Zeit dazu übergingen, die Preise so zu gestalten, daß 4 Pf. beim Wechseln herausgegeben werden mußten, macht jetzt die Reichsbank immer mehr die Er- fahrung, daß nicht einmal von den Lohnbüros der großen Betriebe Vierpfennigstücke angefordert werden, sondern daß immer wieder auf die alten Zwei- und Einpfennigstücke zurückgegriffen wird. Ob angesichts der Tatsache, daß sich das neu« Vierpfennigstück nicht eingebürgert hat, von der weiteren Ausprägung dieser Münze ab- gesehen wird, hängt von den Entscheidungen des Finanzministeriums ab. Zunächst scheint man noch einige Zeit abwarten zu wollen, ob die Abneigung gegen das neue Vierpfennigstück nicht doch noch nachläßt. Zur Elternbeiratswahl am 26. Zun! 1932. Zu diesem Thema lpricht der Genosse Stadtrat Dr. K u r t L ö w e n st e i n am Dien-- tag, dem 7. Juni 1932, abends 8 Uhr, in der Aula der Karl- Marx-Schule, Neukölln, in einer von der Gruppe Schulaufbau einberufenen Elternoersammlung. Die Versammlung soll weiter zur kommenden Elternbeiratswahl Stellung nehmen und die Kandidaten der Liste Schulaufbau aufftellen. Alle Ellern. die für weiteren Schulaufbau eintreten und deren Kinder die Karl-Marx-Schule be- suchen, werden herzlich gebeten, teilzunehmen. Allgemeine Wetterlage. 2xliini �SS�abds. � 0ynlkenlos.O heiter, Ohslbbedaekr 3wolkig,*bedeckr,*Regaiv&Graupelfl ine&=Heb»i,'iiGe»ittec©W»teiBe Deutschland lag am Donnerstag in einem Gebiet relativ hohen Luftdruckes. Die Winde waren recht schwach, die Bewölkung sehr gering. Meist fehlten die Wolken völlig. Die Temperaturen stiegen in den meisten Gebieten des Reiches auf 20 bis 23 Grad. Nur Ostpreußen blieb wesentlich kühler. Dort wurden nur lö bis 16 Grad als Höchsttemperatur gemessen. Ueber Südwesten entwickelt sich jetzt eine ziemlich kräftige Depression. Auf ihrer Westseite strömt kalte Luft nach Süden. Am Freitag wird sie bis in das Ostseegebiet vorstoßen, später dürste sie auch auf das Wetter unseres Bezirkes Einfluß gewinnen. -i° Welleraussichten für Berlin: Ziemlich warm, überwiegend heiter, leichte westliche Winde.— Für Deutschland: Im Süden Ge- witter, in Nord- und Ostdeutschland wenig Aenderung, im Ostsee- gebiet Uebergang zu veränderlichem Wetter. AiigmA! fäißonÄäraz Am Montag, dem 6. Juni, pünktlich 19Z4 Uhr, im groben Saal det Saalbau Friedridithain, Am Friedrichehaln 16*26 Thema vi« gllZLNöttSMMe poiitisüie Siliiatloi) nafl flie Aniga&en der Arbetterhlasse. Referenten; Dr. Rudolt Breüecfaeid, M. d R. und Ernel Heilmann M. d. L. Zutritt nur gegen Vorzeigung des Parteimitgliedsbuches mit gleichlautender Funktionärkarte. Die fflr Monloe, dem 6. lonl, vorgetebeoe Relerenten-Zaiemmenkunft laut an».— Dafür beteiligen sich sämtliche Partelreferemen an der aügemeinen Funktionärkonferenz am Montag, dem 6. Juni, ISVs Uhr, im großen Saal des Saalbau Friedrichshain, Am Friedrichshatn 16-26.— Zutritt nur gegen Vorzeigung des Parteimitgliedsbuches und des Einladungsschreibens zur Referentenzusammenkunft Der Bezirksvorstand. IIISozialistischeArbetterjugendGroß-Verlin Sinlenbungen für biete Rubrik nur au das SugcnM-trclaual Berlin SD 68. LinbeustraKe 2. norn 1 Trebbe rechts. ibteilungsfaftieteel Nehmt eure Beifrezsabrechnungen vor, holt ble Juni- „Arbeiterjugenb" ab. Abteilungsleiter! Sorgt bafit. bah die Karten zum„Rast" zu 36 Ps. gegen sofortige Bezahlung abgeholt werden. Gebt da- Zuli, Programm ab. Zlbteilungsmitgliedervcrsammlungen, Freitag, 1934' Uhr. Aekonaplotz: Elisabethfirchstr. IS.— Nosenthaler Vorstadt: Tiedltr. 18.— Zentrum: Waisenstr. 18.— Hansa: Bochumer Str. 8b.— Moabit I: Waldenser- strahe 20.— Moabit IT; Lehrter Str. 18—19.— Arnimplosi: Sonnenburger Straße 26.— Aruowatbee Platz I: Schiinlanler Str. 11.— Ballon: Mandel. ftraße 2.— Falkptatz U: Sonnenburger Str. 20.— Sohenschönhaufeu: Freien» walder Str. 6.— Weitzensee: Cafelerstr. 2.— Baltenolatz: Tilfiter«tr. 4—6.— Frankfurter Biertcl: Frankfurter Allee 867.— Friedrichshatn: Dieftelmeiter- strafte 5—6.— Petersburger Viertel: Ebertyftr. 12.— Stralauer Viertel: Gabler- strafte Kl.— Warschauer Viertel: Litauer Str. 18.— Barschauer Viertel RF.: Litauer Str. 18.— Luiseustabt: Wassertorstr. 4.— Friedenau: Olienbacher Strafte äs.— Schöneberg I: Hauptstr. 16.— Sbarlottenbura: Rostnenstr. 4.— Siemensstabt: Schule Inngfernheibeweg.— Lichtertelbe: Albrechtstr. 14».— Baumschuleuweg: Crnststr. 16.— Treotaw: Eisenstr. 3.— Ztöpeuid l: Grünauer Strafte 6.— Friebrichsselde: Guiiterstr. 44.— Reu-Lichtenberg: Dossestr. 22.— Lichtenberg, Nord: Sunterstr. 44.— Lichtenberg, Nordwest: Dossestr, 22.— Wittenau: Hauptstr, 13.— Reukiilln M: Fietbenstr, 58 de Spartpalast: Genthiner Str. 17:„Wie entftebt ein Gesetz?"— Gesund. bruune» II; Kaloniestr. 8:..Programm der NSDAP."— Helmhaltzvlatz: Pasta. nienallee 81:„Warum bin ich in der SA?.?"— Nardaft l: Danziger Str. 62, B, 3: „Die jetzig« Loge Italien»".— Hasenheibe: Wassertorstr. 4: Funktionitroersomm. lung.— Süden: Porckstr. 11: Funktianörversommlung.— Hallesch»» Tor: Parckstr. U: Funltionitrsttzung.— Tbarlottenburg-Süb: Goethestr. ll:„Wie oiokutieren wir mit Nazi»?"— Eichkamp: Fikabenmeg 86: Arbeitsaemcinschast, l. — Neukölln l: Sander. Elke Habrecktstrafte: Funkttonärversammiung.— Neu- fälln II: Sportpark Platz 6: 18 Ubr Spielen.— Renkölln VII: ftTOS.:„Sexuelle Fragen", III.— Neukölln IX: Spielen und Turnen, Temnelboser Feld, Platz 6,— Neukölln X: Snortnlatz 18 Ubr, Sportpark Neukölln, Platz 6.— Neukölln XI: Flugbafenstr. 68; Wichtige Mitgliebernersammlung. Erscheinen jedes Gonosten ist Pflicht.— Sonnabend, 4. Sunt, Treffpunkt zur Fabrt nach Königsmuster. baufen 26 Uhr Selchower Strafte, Kosten IM.— Falkenbera: Kutsbof: Zei. tungsnortrag.— Kaulsborf: Auftenspiele.— Mahlsborf: Sniel und«port.— Reinidenbors.vst: Linbauer Str. 1:„Konflikt im Fernen Osten".— Buchholz: Spielen aus bem Römerplatz.— Bohnsdorf: Auftenspiele. Nieberschönbauleu: Werbeabend. Festraum der Blanienburger Schule.— Morgen Ausstellung:„Unsere Arbeit", im Heim Lindenstr, 47. � Berbebezirk W bding: 19H Uhr Gewerlschostsgusschuftstftung, Willdenowstr. ö. Sport. Rennen zu hoppegarten. Zonnerstag, 2. Zum 1932. Sras.Frrry-Rrnuen, J. Riilerkrone(Knobloch)! 2. Sambo; S. Margot. Toto: 26; 10. Platz: 12, 17, 80: 10. Ferner liefen; Benusta(4.), Otontetz, Cncoa, Chrbseis, Süßkirsche. Versuchsrenne» der Stuten, l. Grolle nur(Printen); 2. Languste; 8. Marlene. Toto: 82: 10. Platz; 18, 10, 17: 10. Ferner liefen: Mona Vannan 00 9 8 n S Q Irisch...Pfd. von UjOO Obst Und Ositl US@ Neuer Wjrsjngkohl....... Pfd 0,12 Neue Kartoffeln müde, 1 Pfd. 0,38 Spinat..................... 4 Pfd. 0,18 Rhabarber............... 4 Pid. 0,10 Butter und Käse Harzer.......... ca. i-Pfd.-Paket 0,28 Frühstüekskäse.......... Pfd. 0,28 Camembert voiifett, 2 Sehacht. 0,35 Brieköse voiifett.......... Ptd. 0,58 Edamer u.HailLnder,»in. M 0,58 Limburger 20.............. Pfd. 0,38 Tilsiter voiifett.............. Pfd. 0,32 Steinbuscher voUfen...... Pfd. 0,64 Romadour so»!»......... Stack 0,25 Margarine................ Pfd. 0,32 Markenbutter aiierfeinst«, ptd. 1,34 Molkereibutter tiitrfamstg. Pfd. 1,30 Iis Molkereibutter..... Pfd. von 1,18 Frisches Fleisch Kalbskamm ohne Beiig.. Pfd. v. 0,34 Kalbsbrustu.-Rüekeno.8..Pfd.i.Ot44 Kalbskeule 5. 9 pm, Pfd.». 0,5L Kaibsrouicde gerollt..Pfd. v. 0,78 Kalbsschnitzel......... Pfd. v. 1,2S Sehweinsbaucho.Beilage.Pfd. 0,46 Schweinescninken m. 6,i% Pfd. 0,62 Sehweinsschuüerbiatt pm. 0,54 Sehweinekammo.-sciiuft,o.8.,Pfd.O,7S Kassler mild.............. Pfd. v. 0,78 Eisbein m. Spitzbein, gepöbelt, Pid. C,3S4 Scitweineköpfe mitBacke. Pid. 0,28 Sehmorfleischxeuie,o.Kn..Pid.v. 0,74 Suppenfleisch.......... Pfd. v. 0,44 Guiasch gemischt....... Pid. v. 0,68 Gehacktes................ Pfd. 0,50 Hammelvorderfleisch Pfd.», 0.68 Schweinenieren......... Pfd. 0,38 Rinderbacken............ ptd. 0,32 - Konfitüre L'sm'-" iohannisbeer, IprikoseD, 4 41 Orangen................. if sü Weine u.Friichtsäfts Pre 56 01,116 Flasche Speziai Apfelwein zur Kur.................... 1 Rheinpfölz. Weissw. i Heidelbeerwein..... i Dürkheim. Rotwein..< Deutscher Wermut.. Tarrogono rot. ouleOaaütit' Sonnengartner....... Origin.Tnsel-Samos Douro-Portwein rot.. Theater, Lichtspiele usw. TT Staats Tneater Freitag, den 3. Juni Staatsoper unter den Linden 20 Uhr Salome StaatLSdiaiisplelluus Ooodimiiimirlt. 20 Uhr Egmonf Schilier-Theater Charlottenburg. 20 Uhr ähsdiied von der LieDe 1 8 Uhr 15. Flora 3434. Ramtoii erlaubt.| PAUL BRAETZ 20 Romanos Jenny u.Piccolo Elefanten, wie sie Berlin noch nicht gesehen! USW. i jonnabeud u. Sonntag je 2 VorstellunberJ ! 4 übr u. 8 Ubr 1 5. 4 übr kleine Preise, f Ti gl 5 u. S'fi Uhr Fernando Linder 20aro8,W.ftoseD usw. PLAZA Naht Sdilss. Bhf. 5u.81'.St9s.2,5.8,5U. £ 7 Wsiths. 4031 Die Fieflormaus. ßsiitsdies Tlioatei Zum 25. Male »Je 8V. Uhr Journalisten Lustsp.nadiSuslav Freylag von Felix Joadiloison IRusik: Tbeo Markebeo Regie; Heinz Hilpert I euino-Ttiea Täglich BV. Uhr tlatlonna wo üfsl Da? Erika v. Thellmann Geciia Nikolajewns Theodor Loos Josef Wedorn »DMWd AULMIgt Resiaumüt Oerllns Bilanz am 31. Dezember 1931 Aktiva Passiva Hypotheken-Kto. Reservefonds.... Hilfs- Res.- Fonds Erneuerungsfonds.......... Rücklagen-Kto-.. Oeschäfrsguthab. Schuldverschrei- bungs-Kto...... Darlehen u. Spar- fonds-Kto...... Noc" nicht aufgerufene Gehag- Aktien......... Gewinn.......... 2 73.1066.51 27 704 34 57 418,13 49591.15 65 275,33 86350,- 927,50 57 875,17 7 500.- 891474 3 095 522�7 Im Geschäftsjahr sind 29 Genossen eingetreten und 180 Genossen ausreschieden. Mitgliederbestand am 31. Dezember 1931; 651 Genossen Die Geschäftsguthaben haben sich im Laufe des Geschäftsjahres um 1 623,— M. vermehrt, die Haftsumme hat sich um 45 300.— M. vermindert. Die Qesatmhaftsumme der Mitglieder betrug am Jahresschluä 196 200.— M Bohnsdorf, den 31. Mal 1932. ArDeüer-SüHgenosseiiSdiaK„Paradier zu Berlin, e. G. m. b. H. DER VORSTAND; Oorner, Eckelmann, Graul, Leonhard!, Peschel, Pieitfer, Schiffke. MM. Oper Charlottenburg Sismarckstraße 34 Freitag, 3.[uni Turnus I Die BIlrgsiM Rcinmar. Rode, Müller, Eieinger, Betglund, kandl, Gontzar. Gombert. Anfang 19,30 Uhr Ende>3 Uhr Rose- ineater iroBe Ftuklurftr StnS. 137 Iii. Wsldue; 5 7 3422 8.30 Uhr Weekend Im Paradies OartenbUhne 5.30 Uhr Konzert u.Varistfi ZigeuGertiene Bist du schon im Bücherkreis? Nein?— Dann lies das Nachfolgende und du kommst zu uns! Denn Der Bücherkreis GmbH, Berlin SW 61, ist die auf Solidarität gestellte und ohne Gewinnabsichten arbeitende Buchgenossenschaft der sozialistischen Arbeiterbewegung mit der Aufgabe, dem werktätigen Volke für billiges Geld, in Inhalt und Ausstattung gleich vorzügliche Bücher zu bieten. • Kein Eintrittsgeld!— Bei freier Auswahl— für nur 0.90 RM monatlich oder 2.70 RM im Viertel- jähr 4 Bände und 4 literarische illustrierte Zeitschriften im Jahr, während Nichtmitgliederje Buch 4.30 und 4.80 RM bezahlen. Ferner gewährt der Bücherkreis einmal im Jahr eine Sondervergünstigung an alle Mitglieder. Aus unserer reichen Auswahl können Mitglieder jederzeit Sonderbände zu 2.70 RM(statt zu 4.30 und 4.80 RM) beziehen. » Auskunft und Anmeldung zur Mitgliedschaft bei: Der Bücherkreis G. m. b. H. Berlin SW 61, Belle-Alliance-Platz 7 Hier abtrennen und In frankiertem Umschlag einsenden Beitrittserklärung. Hiermit erkläre Ich meinen Beitritt In den Bücherkreis zu den mir bekannten Bedingungen und unter Einhaltung dar halbjährigen Kündigungsfrist Name Ort und Tag. Straße__ VoittsbUhne Tkeatir an BiilowglaU bV» Uhr Die öoldene Uhr Volkisiück von E. S z e p Regie: A. M. Rabenalt Staall. Sdiiller-üiester 8 Uhr Abschied von der Liebe 9WWW9W9099 HASOHOßtztzß SsSHSsSSSH Mitkämpfer qj Unserem verdienten Albert Kerwin und seiner SaM» die herzlichsten Glückwünsche zur goldenen Hochzeit. K 84. Abteilung Scmbsife, SPD. ® Reichsbanner Schtrurz-Rot-Sold. ir? iiameradsch. Lichterfelde-LantwiZ. ÄSAAZSSZAA taisteietaWeiMlsiteil AditanRf Aditan�! Ver waltnn RsmiläUeder! Freitag, den 3. Juni 1932, keine Tttzung der Mittleren Ortsnerwaltuag Die Ortiverwaltand. fleulsdier Metallariieiter-lferiiaflii Verwaltongutclle Berlin Todesanzeige Den Kollegen zur Nachricht, dag unser Kollege, der Schlosser (Zeorx Wenrel am 3t. Mai gestorben ist. Die Beerdigung findet am Frettag. dem 3. Juni. 15 Uhr. von der Leichen» halle des Zentraifriedhoies Lichten» berg.Friedrichsieide aus statt Den Kollegen zur Nachricht daß unser Kollege, der Dreher (ieorx Brandt geboren am 24. Februar 1873, am t. Juni gestorben tft Die Emitschernng finde! am Sonn. abend, dem 4. Juni, t3 Uhr. im Krematorium Serichtstraße, statt Den Kollegen zur Nachricht, daß unser Kollegs, der Putzer Karl Rosengarth geboren am 20. Oltober 1834, am 2. Juni gestorben ist. Die Einäscherung findet am Montag, dem«. Juni. IS Uhr, im Krematorium Serichtstraße statt. Ehre ihrem Andenten! Rege Beteiligung wirb, erwartet Vi« Ortsverwoltnon. Parteigenossen Ä�e6�1, Ute Küche(5 Mahljeiten), Garten mit ieaewiese direkt am Hause, nahe Wald und Bahnstation. Schwimmbad vorhanden. Pension 3.25 täglich, keine Nebenkosten Albert Karget, Lull- iraror. Harriehausen(Harz). uerüauie Linoleum Zzillat, Kolonie» straße S. »leiliiiiignilicils. iLSseiis lüu.'. 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