Nr. 183. = Erscheint täglich außer Montags. Abonnements Preis pränum.: Bierteljährlich 3,30 Mt., monatlich 1,10 Mart, wöchentlich 28 Pfg. fret ins Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg., Sonntags: Nummer mit illustrirter Sonntags- Beilage„ Die Neue Welt" 10 Pfg. Poft- Abonnement: 3,30 Mt. pro Quartal. Unter Kreuzband für Deutschland u. Desterreich Ungarn 2 Mart, für das übrige Ausland 3 Mart pro Monat. Eingetragen in der Post Zeitungs: Preisliste für 1896 unter Nr. 7277. 8021 E ( desired and fod 13. Jahrg. Vorwärts Infertions Gebühr beträgt für die fünfgespaltene Petitzeile oder deren Naum 40 Pfg., für Vereins- und Versammlungs- Anzeigen 20 Pfg. Inferate für die nächste Nummer müssen bis 4 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochentagen bis 7 Uhr abends, an Sonn- und Fest= tagen bis 9 Uhr vormittags geöffnet, Fernsprechper: Amt I, nr. 1508. Telegramm Adresse: " Sozialdemokrat Berlin". Berliner Bolksblatt. Zentralorgan der sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: SW. 19, Benth- Straße 2. Freitag, den 7. August 1896. Expedition: SW. 19, Beuth- Straße 3. find selbst in den Statuten Erfolglosigkeit der Handwerks- man vor die Frage gestellt: berufsgenossenschaftliche Dr. Bahl der Lehrlinge ganisation und ungeheuere Zersplitterung oder Verzicht nur in geringem Maße Maße aufgenommen worden. beglückung in Oefferreich. auf den berufsgenossenschaftlichen Charakter und damit 520 Genossenschaften hatten überhaupt keinerlei BeAm 15. März 1883 wurde zur Abänderung der Ge- auch auf die eigentlichen Aufgaben der Zwangsgenossen schränkungen bezüglich der Zahl der Lehrlinge in werbe- Ordnung vom 20. Dezember 1859, welche auf Grund- schaften. Zu ähnlichen nußlosen Organisationen, wie die ihrem Statut. 4565 Genossenschaften begrenzten die Zahl Lage der Gewerbefreiheit bestand und freie Innungen duldete, österreichischen Kollektivgenossenschaften, dürften die In- der zu haltenden Lehrlinge blos dann, wenn ein Meister ein Gesetz, betreffend die Abänderung und Ergänzung der nungsmeister, von den Großstädten abgesehen, im Deutschen ohne Gehilfen arbeitet, und nur 232 gewerbliche Genossendschaften haben Vorschriften in ihr Statut über das VerGewerbe Ordnung, erlassen, welches im wesentlichen alle Reiche auch kommen. Forderungen der deutschen Jnnungsschwärmer erfüllte und Elf Jahre nach Jnkrafttreten des Gesetzes muß ein hältniß zwischen der Zahl der Lehrlinge und Gehilfen aufwenn es auch den komplizirten Aufbau der Handwerks amtlicher Bericht zugestehen, daß den Bestimmungen über genommen. Ein eigenthümliches Licht auf die Bedeutung tammern und Handwerksausschüsse entbehrt, doch weit mehr die Arbeitsvermittelung und Gesellenherbergen in den meisten der Statutengenehmigung wirft es, wenn wir bei der den Handwerkern bewilligte als der neueste deutsche Entwurf, Bestimmungen feine praktische Bedeutung zukommt, in- überwiegenden Mehrzahl der Genossenschaften, nämlich bei indem er auch den Befähigungsnachweis zugestand. Das von dem die erwähnten Juftitutionen häufig nicht ins Leben 4282, Vorschriften über die Lehrlingsprüfungen finden. einem Theile der Handwerksmeister so heiß ersehnte Gesetz getreten sind. Ueber die genossenschaftlichen Schiedsgerichte Die Kollektivgenossenschaften, welche mehr als 4/5 der Getrat sechs Monate nach seiner Kundmachung in Wirksamkeit, heißt es, es lasse sich auf grund des zur Verfügung stehenden nossenschaften umfassen, sind zweifellos außer stande, solche so daß man nun auf eine Erprobung seiner Grundideen Materials nicht darlegen, inwieweit die schiedsgerichtlichen Prüfungen abzuhalten. Dies beweist, wie die Bestimmungen Ausschüsse faktisch in Thätigkeit getreten sind. für längere Zeit zurücksehen kann. der Statuten entstehen und wie ernst es mit ihrer Aus. Die österreichische Regierung hat in einer Reihe von Ueber die Vertretung der Gehilfen in den Genossenschafts- führung bestellt ist. Berichten, statistischen Publikationen 2c. über die Ergebnisse Ausschüssen wird bemerkt, es sei nicht zu ersehen, in In 161 Genossenschaften gab es blos Lehrlinge, aber keine der Neuordnung des Handwerks berichtet und durch eine welchen Fällen diese Bestimmungen thatsächlich Anwendung Gehilfen. In 342 Genossenschaften betrug die Zahl der ziemlich umfangreiche wissenschaftliche Literatur wurden gefunden haben. Eine Anzahl Jnnungs- Krankenkaffen Lehrlinge doppelt so viel oder noch mehr als die der Ge diese Materialien ausgebeutet, so daß sein Rückblick auf die haben ihre Wirksamkeit eingestellt. Die statutarischen hilfen. In 670 Genossenschaften gab es mehr, aber nicht Erfolge und Mißerfolge der österreichischen Handwerks- Bestimmungen, welche das Verhältniß zwischen der doppelt so viel Lehrlinge als Gehilfen. In 115 Genoffengefeggebung auf keine Schwierigkeiten stößt. Zahl der Lehrlinge und Gesellen regeln, ist bekannt, schaften war die Zahl der Lehrlinge und Gehilfen Bei der Verfechtung der genossenschaftlichen Zwangs- daß fie nur in seltenen Fällen beachtet in seltenen Fällen beachtet werden. gleich, in 1235 betrug die Zahl der Lehrlinge mehr als organisation wird das größte Gewicht auf den berufs- Selbst in Wien ist in einer ganzen Anzahl von Genoffen- die Hälfte der Gehilfen. Nur in 1161 Genossenschaften genossenschaftlichen Charakter, d. h. auf das Zusammen- schaften jahrelang unterlassen worden, den Genossenschafts- blieb die Zahl der Lehrlinge unter der Hälfte der Gewirken der Meister eines Gewerbes zur Wahrung der ge- vorstand zu erneuern und Gehilfenversammlungen abzuhalten. hilfenzahl. Aber auch damit ist das Verhältniß noch nicht meinsamen Interessen und zur Hebung des Berufs gelegt. Es ist amtlich konstatirt worden, daß im Brünner Handels- genügend gekennzeichnet. Wenn wir die einzelnen Krons Wie gestaltete fich nun in Desterreich die Sache in der fammer- Bezirke die Lehrlinge(!!) die Mittel aufbringen länder in betracht ziehen, so zeigt sich, daß durchPraxis? müssen für die Zwangsgenossenschaften der Meister. Im schnittlich in Salzburg erst auf 5,7 Gehilfen ein Lehrling Jahre 1890 bilden die Aufnahme und Freisprechgebühren entfällt, während in Steiermark schon auf 2,8, in Böhmen der Lehrlinge bei 84 Genossenschaften 70-100 pCt. der Ein- auf 2,3, in Mähren auf 1,9 und in Galizien auf 1,4 Gehilfen ein Lehrling kommt. nahmen, bei 42 Genossenschaften 50-70 pCt. derselben! 40] Rienzi. die Was gern unter der Menge erscheinen sehen, außer sobald der Geist selbst ein Rang ist." Wenn wir, so sagt Verkauf in seinem Aussage über die gewerblichen Genossenschaften in Desterreich), dem wir im wesentlichen gefolgt sind, die Ergebnisse der österreichischen Genossenschaften zusammenfassen, so finden wir, daß die In der Zeit von 1883-1886 wurden 4433 Genossenschaften, wie in der österreichischen Gewerbe- Ordnung die Innungen genannt werden, gegründet, davon waren aber blos 616 für verwandte Gewerbe und 3188 Kollektiv Von 5317 Genossenschaften haben blos 41 Meistergenossenschaften, d. h. Vereinigungen, die in dem Bezirk, für kassen und 31 sonstige Einrichtungen zu gunsten ihrer Mitben sie errichtet sind, ziemlich alle Gewerbe einschließen. Und glieder, darunter 11 Rohstofflager, 1 Waarenhalle, 5 Einselbst 1894, nach mehr als zehnjähriger Wirksamkeit des richtungen gemeinsamer Arbeitsmaschinen, 5 Schlachthäuser Gesetzes, gab es blos 552 Fachgenossenschaften, 440 Ge- und dergleichen. Das sind die Ergebnisse der mehr als Genossenschaften auf einer Basis ruhen, die schon allein die nossenschaften für verwandte Gewerbe, 2493 Genoffen zehnjährigen Wirksamkeit der Zwangsgenossenschaften, so Verwirklichung der Intentionen verhindert, von welchen des Handschaften für mehrere nicht verwandte Gewerbe und noch sieht die Verwirklichung des den österreichischen Genossen- die Anhänger der Zwangsorganisationen 1832 Rollettivgenossenschaften. Wenn So kommt es, daß in der Zeit von zum Beispielschaften gesetzten Zweckes der Förderung der gemein- werts geleitet sind. Lederer und Gerber, Zuckerbäcker und Bäcker, Lithographen, samen Gewerbe- Jutereffen ihrer Mitglieder und An 1883 bis 1894 fast teinerlei Einrichtung zur Förderung Wir finden Steindrucker und Kupferdrucker in einer Innung organisirt gehörigen durch Errichtung von Vorschußkassen, Rohstoff- des Gewerbes ins Leben gerufen wurde. find, so mag das den Wünschen der Innung noch frommen, lagern, Verkaufshallen, durch die Einführung des gemein- ferner, daß jedes Jutereffe für die obligatorisch den wenn aber in einer Genossenschaft Bäcker, Fleischer, Selcher, schaftlichen Maschinenbetriebes und anderer Erzeugungs- Genossenschaften zugewiesenen Aufgaben mangelt und nicht einmal die Genehmigung der erforderlichen Statuten Buderbäcker, Lebzelter und Müller in einer vereinigt find, methoden u. f. w." aus. so muß es jedem klar sein, daß die Verhältnisse die Stellung der der Gehilfen anlangt, so überall erwirkt worden ist. Wir sehen, daß nicht das geringste in diesen Gewerben so verschieden liegen, daß ein ist zu bemerken, daß im Jahre 1894 nicht einmal Verständniß für die Ausbildung der Lehrlinge vorhanden ist. gemeinsames Arbeiten ohne jeden Nugen sein muß. Statuten für sämmtliche Gehilfenverbände ge- Angesichts solcher Resultate muß man zustimmen, wenn Ueber/ aller österreichischen Zwangsgenossenschaften ent- nehmigt waren, geschweige denn, daß die Konstituirung *) Wiener Handelsmuseum, X. Band S. 569 ff. behren des beruflichen Zusammenhanges. Ueberall war allgemein durchgeführt gewesen ist. Bestimmungen über die gewährt, und den die Macht später zu üppig in ihm ent wickelte; die Fülle der Gedanken und Gefühle, die sich in Der letzte der römischen Volkstribunen. " Das ist wahr, da Jhr kein Gefolge habt," ant- so reicher, unerschöpflicher Fluth von seinen Lippen ergoß: Roman von Edward Lytton Bulwer. wortete Raimund. So lebt denn wohl! Wir werden uns alles zeugte von jener inneren Thätigkeit des Geistes und Biertes Rapitel. bald wiedersehen." Mdaje mobine der Phantasie, die in ruhigen Zeiten ihn in der WissenJa, zu Philippi! Guren Segen, ehrwürdiger Vater!" schaft zu unbestreitbarerer Höhe erhoben haben würden, als Ein ehrgeiziger Volksmann und ein ehrgeiziger Söldner. Rienzi verließ das heilige Gebäude eine Zeit nach die, zu der die That jemals führen kann; und etwas von Der Bischof von Orvieto verweilte bis zuletzt, um mit dieser Unterredung. Als er auf den Stufen der, jetzt stillen diesem Bewußtsein erfüllte in diesem Augenblicke seine Seele. Rienzi zu sprechen, der ihn in der Sakristei erwartete. und einsamen, Kirche stand, beleuchtete die Stunde, die dem ,, Glücklicher für mich," dachte er, wäre es gewesen, Raimund war scharfsinnig genug, um einzusehen, daß die kurzen Zwielicht des Südens vorgeht, die Aussicht mit hätte ich nie die Genüsse meines eigenen Herzens mit denen eben stattgehabte Szene unter den Patriziern keine Verände- magischem Licht. Dort sah er die mächtigen Bogen der der Welt vertauscht. Ich hatte alles in mir, was in der rung hervorbringen, ihren Fehden kein Ende machen, oder Wasserleitung fich fern in die Gegend ziehen bis zu den Gegenwart beglückt, weil das in mir lag, was die Gegensie wirklich zur Vertreibung der Wegelagerer in der Cam- mit purpurnen Duft gefärbten Hügeln. Vor ihm zur wart kann vergessen machen. Ich hatte die Fähigkeit, pagna veranlassen würde. Als er aber Rienzi alles mit- Rechten erhob sich das Thor, das seinen römischen Namen in der Erinnerung zu leben, und selbst zu schaffen: die getheilt hatte, was nach der Entfernung dieses Helden vor von dem coelischen Berge erhielt, auf deffen Abhang es Legenden und Träume des Alterthums, die göttliche Ander Szene fich begeben, schloß er mit den Worten: noch steht. Jenseits sah er die in der grauen Campagna lage zur Dichtkunst, in welcher der schöne Ueberfluß des " Ihr werdet hieraus ersehen, daß wenigstens ein guter zerstreut liegenden, in den letzten Strahlen der Sonne Herzens sich ergießen kann, diese waren mein!! eine Erfolg bevorsteht; das erste bewaffnete Zusammentreffen erglänzenden Dörfer; und in der Ferne wurden bereits die fluge Wahl für sich selbst traf Petrarca! Mit der Welt unter den Patriziern wird wie ein Friedensbruch erscheinen; Dächer des alten Tusculum und des zweiten Alba, das in Verbindung zu stehen, und doch außer ihr zu leben; und dem Volke sowohl, als auch dem Papst ein hinreichen sich noch, vernachlässigt und verlassen erhebt, wo früher die zu überzeugen, zu begeistern, zu befehlen, denn dieses ist der Grund sein, um alle Hoffnung der Besserung für die Paläste Pompeji's und Domitians standen, in Schatten das Ziel und der Ruhm des Ehrgeizes; aber dem wilden Barone aufzugeben, wodurch dann der Widerstand des erstern gehüllt. de Treiben und den Mühseligkeiten des Lebens ferne zu und die Billigung des letzteren hinreichend gerechtfertigt Der Römer stand einige Augenblicke nachdenkend und bleiben! Ihm ward die stille Belle, die er mit den Gestalten werden." bewegungslos, die Szene betrachtend, und den süßen Balsam der Schönheit erfüllt, die Einsamkeit, aus der er die Uebel, Wir werden auf einen solchen Widerstand nicht lange der milden Luft einathmend. Es war die Zeit des holden in die wir gesunken, verbannen, aber in der er mit den zu warten brauchen," erwiderte Rienzi. Frühlings, die Zeit der Blumen, der ihren Knospen ent- erhabenen Geistern und in den glorreichen Zeiten der Ver" Es ist möglich," entgegnete Raimund lächelnd, bis sprungenen Blätter und der flüsternden Winde, der idllysche gangenheit leben kann. Aber ich, welchen Sorgen bin ich jetzt aber geht alles noch gut. Geht Ihr mit uns nach Maimond der italienischen Dichter; aber stumm war die verfallen! welche Arbeiten habe ich mir auferlegt! welcher Hause?" Stimme des Gesanges an den Ufern des Tiber, die Flöten Werkzeuge muß ich mich bedienen! zu welcher Verstellung Nein; ich halte es für besser, hier zu bleiben, bis die und Schalmeien ertönten nicht mehr. Die Dryade bin ich gezwungen! welchen elenden Kunstgriffen muß mein Menge sich ganz verlaufen hat; denn wenn sie in ihrer und die Nymphe und Italiens eingeborener Sylvan, Stolz sich beugen! verächtlich sind meine Feinde! unsicher jetzigen Aufregung mich erblickte, so könnte sie auf einer waren für immer von dem heiligen Berge, dem Siß meine Freunde! und wahrlich, in diesem Kampf mit vers schnellen und übereilten Unternehmung bestehen. Uebrigens," des Saturnus, Saturnus, verschwunden. Rienzi's eigenthümliches blendeten und verwerflichen Menschen wird der Geist selbst fügte Rienzi hinzu, muß bei einem unwissenden, wenn Wesen, seine leicht zu entflammende Begeisterung, feine Ver- furzsichtig und darniedergedrückt. Geduldig müssen die auch rechtlichen und enthusiastischen Volk die Regel streng ehrung des Alterthums, seine Liebe für das Schöne und Mittel durch dunkle Höhlen und durch Schmutz kriechen, beobachtet werden, nicht zu oft unter ihm zu erscheinen. Große, selbst jener Sinn für Anmuth und Pracht, der den um zuletzt das Licht zu erreichen, welches der Zweck ift." Nie werden Männer, die keinen äußern Rang haben, mich| harten Realitäten des Lebens einen so blühenden Charakter! ( Fortsetzung folgt.) • die amtliche Publikation erklärt, daß bei den bestehenden� Genossenschaften die genossenschaftliche Thätigkeit sich vielfach auf die Erhebung der Beiträge und Um- lagen beschränkt, so daß die Mitglieder zwar die ihnen auferlegten Lasten fühlen, ohne jedoch der Vortheile der Genossenschaft theilhaftig zu werden. Man muß dem nur hinzufügen, daß die Lasten der Genossenschaften allem Anscheine nach auf die Lehrlinge und Gehilfen noch schwerer drücken. Eine Last für alle Be- theiligten, das ist die sozialpolitische Charakterisirung der gewerblichen Genossenschaften, wie sie die Gewerbenovelle des Jahres 1883 geschaffen hat. Unserer Meinung nach lehren auch die Erfahrungen der österreichischen Genossenschaften, daß die Handwerker wohl die Fähigkeit haben, durch unausgesetzte Agitation die Regie- rung zu zwingen, ihr zu willen zu sein, daß ihnen aber jede organisatorische Fähigkeit fehlt, den Rahmen, der ihnen geschaffen wird, auch auszufüllen, das Gesetz auszunützen, ihre Ideale zu verwirklichen. In Oesterreich ist das Handwerk noch lange nicht so durch die Konkurrenz der Großindustrie eingeengt wie im Deutschen Reiche; wenn nun die österreichischen Handwerker mit ihrer Jnnuugsgesetzgebung so völligen Schiffbruch er- litten haben, ist für Deutschland nichts anderes zu er- warten. DaS Experiment wird gemacht werden. Es wird den Nutzen haben, daß die Handwerker aus ihren phantastischen Träumen erwachen. Die VvvNnev GettrvvKlVhÄfken und die Uohndettregungen Während der ersten Hälfte des Jahres 1896. Der halbjährige Rechenschaftsbericht der Berliner Gewerk- schafiskommisston hat soeben als eine stattliche Broschüre von KS Seiten die Presse verlassen. I» der Gewerkschastskommission sind zur Zeit 69 Gewerkschaften mit 95 Delegirte» vertreten, sie findet also unter den Betheiligten mehr und mehr Anklang. Dieser Fortschritt zeigt sich auch im Besuch der Delegirten. Ber- sammlungen. Solcher wurden siebe» abgehalten, und jede der- selben war durchschnittlich von 83 Delegirte» besucht, während man in der zweiten Hälfte des vergangenen Jahres eS nur auf 78 Anwesende hatte bringen können. Einzelne Delegirte freilich scheinen es mit ihrer Pflicht noch immer nicht ernst nehmen zu wollen. So schwänzte der Delegirte der Posamentirer viermal, die Delegirten der Schlächter und Dekateure fehlten fünfmal, und der Vertrauensträger der Schirm- macher ließ sich gar nur in einer Verfainmlung sehen. Es iväre nicht unebe», wenn die in Frage kommenden Geiverkschafte» hier nach dem Rechten sehen wollten. Bei den Schlächtern wird allerdings nichts zu machen sein. Die Geldgebahrung der Kommission hat sich bedeutend umfang- reicher gestaltet als im vorvorigen Halbjahre. Während in der Zeit vom 1. Juli 1395 bis zum 12. Januar 1896 nur 17 571,13 M. einliefen, betrugen die Einnahmen dieses Jahr, vom 12. Januar bis zum 20. Juli. 127 998,89 M. Dabei ist zu beachten, daß über die Bewegung der Maurer. Zimmerer, Putzer und Stuckateure noch nicht abgerechnet werden konnte; mit der für diese Berufe eingegangenen Summe beträgt der Umsatz der Gewerkschaftskomniission über eine halbe Million Mark. Hier zeigen sich deutlich die Wirkungen des Beschluffes vom 21. Februar: „Daß vom 1. März an bei allen in Zukunft sich entwickelnde» Streiks die von den Gewerkschaften aufgebrachten Gelder nur durch die Gewerkschaftskonimisston den ausständigen Gewerk- schaften übermittelt werden." Bon den Einnahmen wurden 124 601,28 Mark als Streikunterstützungen und Darlehen an Streikende ge- gebe». Der größte Theil dieser Gelder blieb in Berlin. Der Streik der Konfektionsarbeiter erforderte 73 320,37 M., den ausständigen Musikinstrumenten- Arbeitern flössen 16 384 M. zu, den Hutmachern 6670,01 M. An die Textilarbeiter in Kottbus gingen 24 027,50 M., einige hundert Mark an die Weber Langenbielau's, die Stuhlarbeiter Lauterbergs und die Metall- arbeiter Bielefelds. Als opferfreudig erwiesen sich besonders die Gewerkschaften der Putzer, Zimmerer, Maurer, Möbelpolirer und Buchdrucker. Für die Konfektionsarbeiter gingen von aus- wärt? ein 1793,35 M. von Gewerkschaften und 508,40 M. durch Sammlungen der Parteipresse. Die Frequenz des Gewerkschasts-BureauS hat sich im ab- gelaufenen Halbjahr beständig gesteigert. Organisirte und nicht- organisirte Arbeiter holen sich Rath und Auskunft über die ver- schiedeusten Angelegenheiten, auch Unternehmer haben in III Fällen die Dienste deS Bureaus in Anspruch genommen. Die Zahl der hinausgegebenen Sendungen betrug 2522. Ueberdievon den Berliner Gewerkschaften veranstaltete Maifeier spricht sich der Bericht sehr anerkennend aus. Die Zahl der Feiernden hat abermals eine Zunahme erfahre». Im Jahre 1894 hatten sich a» den TageS-Versammlungen 12 000 Personen betheiligt/ 1395 schon 19 500, diesmal aber sind 32 411 theilnehmende Personen gezählt worden. Rechnet man davon die Zahl der Streikenden ab, so bleiben immer noch rund 27 000 Feiernde übrig. Von den Metallarbeiter» haben sich dieses Jahr dreimal mehr an der Maifeier betheiligt als sonst. Vev S7. Ankhvopologen-Wiongvetz hat am Montag in Speyer seine Sitzungen eröffnet. Aus den Verhandlungen thcilen wir einiges allgemein Jntcressirende mit. Proffessor V i r ch o w führte aus, was in der Pfalz, namentlich mit Rücksicht auf die Streitfragen des Augenblicks vorwiegend interessirt, das seien die sogenannten Reihe ngräber, die neuerdings mit einer gewissen Beflissenheit als„germanisch" angesprochen werden. Demgegenüber müsse betont werden, daß es bis jetzt noch nicht gelungen sei, zu sagen, was man denn eigentlich unter einem germanische» Schädel zu ver- stehen hat. Ebensowenig wie man im stände sei, einen Inden- schädel als solchen zu charakterisiren, vermöge man einen Typus für den Germanenschädel aufzustellen. Wenn zwar die Schädel der Reihengräber im Westen und Südweste» Deutsch- lands eine gewiffe Gleichartigkeit zeigen, so niüsse einmal berücksichtigt werden, daß diese Gräber erst der nachrömischen Zeit entstammen, zweitens aber, daß beispielsweise im südlichen Ungarn Reihengräber mit ganz ähnlichen Schädeln vorkommen. Es bestehen aber keinerlei Anzeichen dafür, daß in Süd- Ungarn jemals eine germanische Bevölkerung gesessen hat.") Der bloße Langschädel könne nichts entscheiden. Redner erinnert daran, daß er selber früher auf der Suche»ach dem Germanenschädel das Opfer eines Jrrthums geworden ist. Er hatte geglaubt, den typischen Germanenschädel in der Mark Brandenburg gefunden zu haben, mußte sich aber schließlich überzeugen, daß, wie die Beigaben der betreffenden Gräber darthaten, diese Schädel Slaven angehört hatten. Ganz demselben Jrrthum verfiel damals Lissauer hinsichtlich der Schädelfunde im Weichselgebiet, und schon um *) Da scheint der berühmte Gelehrte in einen Jrrthum ge- rathen zu sein. Durch die ungarische Tiefebene wogten zur Zeit der Völkerwanderung zahlreiche deutsche Volksstämme, die dem Golhenbunde angehörten. Die G e p i d e n werden ausdrücklich als Bewohner Ungarns genannt. Für eine frühere Zeit ist dort die Ansässigkeit der B a st a r n e r als möglich anzunehmen, was ja indirekt durch die weiterhin angeführten Darlegungen des Prof. Furtwäugler bestätigt wird. Red. d.„Vorwärts". In de« erstell Hälfte des Jahre? 1896 schlug in Berlin dies Lohnbewegung Wellen wie nie mehr seit 1871 und 1872. Für manche Gewerbe kam mij dem Frühjahr eine günstige Konjunktur, bei andern wie z. B. bei der Konfektion, waren die Löhne auf ein Niveau herabgesunken, daß mit ihnen nicht mehr zu leben und zu sterbe» war. Infolge der Bockbeinigkeit der Unternehmer spitzte sich die Bewegung in den meisten Fällen auf einen Streik zu. Nur den Modelleuren und Gipsbildhauern gelang es, ihre Forderungen auf gütlichem Wege zu erreichen. Tie Streiks waren theils Abwehrftreiks und solche, die in Ans- sperrungen übergingen, wie bei den Formern, Musikinstrumenten- Arbeitern und Hutmacheru, theils Angriffsitreiks. Am umfang- reichsten gestaltete sich der Ausstand der Konfektionsarbeiter, an dem sich 23 805 Personen betheiligten. Von den Tischlern traten 10 500 in die Bewegung, von den Maurern legten 3000, von den Zimmerern 2000, von den Putzern 1700, von den Malern 1144 die Arbeit nieder, von den Mnsikinstrumenten-Arbeitern waren 3000 und von den Hutmacbern 2000 ausgesperrt. Die Grundforderung fast bei allen Gewerben bildete die neun- stündige Arbeitszeit, bei vielen bandelte es sich um eine geringe Erhöhung des Stundenlohnes, Festsetzung eines Wochen-Minimal- lohnes, bessere Bezahlung der Ueberstunden, menschlichere Be- Handlung, einigemal wurde auch die Freigabe des 1. Mai ver- langt. Der Slusstand der Konfektionsarbeiter wurde durch einen Vergleich beigelegt, doch wurden die Abmachungen schon nach kurzem von den Unternehmern gebrochen. Verloren gingen die Streiks der Hutmacher und Musikinstrumenten-Arbeiter. Die ersteren hatten ihre Mittel in einem Unternehmen festgelegt, und auch die zweiten konnten die Ausständigen mit ungenügend unterstützen. Ganz oder zum theil setzten ihre Forderungen durch: die Putzer, Maurer, Zimmerer, die Maler, Anstreicher und Lackirer, die Tabakarbeiter, die Schristhauer, die Tischler, die Möbelpolirer, die Parquetboden- leger, die Mechaniker, Holzbildhauer und Schraubendreher. Etwas erreicht haben die Klempner, die in den Holzbearbeitnngs- Fabriken und auf Holzplätzen beschäftigten Arbeiter, die Stell- macher und ein Tbeil der Dachdecker. Der Streik der Zimmerer kostele 16 914,88 M. Das ganze Geld mit Ausnahme von 135 M. wurde von den Zimmerern Berlins allein aufgebracht. Am stärksten aber flössen die Einnahmen bei den Putzern. Ihr Streik dauerte vom 16. März bis zum 20. April und kostet« 5076,42 M. Die Einnahme» betrugen 10 596,15 M.. der Ueberschuß blieb in den Händen der Gewerkschaft. Die Gewerkschaft der Tischler führte ihren Streik aus eigenen Mitteln glücklich zu Ende; von der Gewerkschafts-Kommission wurden ihr nur 250 M. überwiesen. Einen schönen Beweis von dem Werths einer guten Orga- nisatio» hat der Streik der Parquetbodenleger ergeben. Als der Ausstand begann, gehörten 80 pCt. der Arbeiter ihrer Organisation, dem deutsche» Holzarbciter-Verbande, an, 95 pCt. betheiligten sich n» der Bewegung. Als vier Wochen»m waren, hatte man die Unternehmer so mürbe gemacht, daß sie die gesamniten Forderungen glatt bewilligten. Auch die seit dem 2. Mai ausgesperrten Former hätten sich wohl nie so lange hallen können, wen» von den Berliner Formern nicht 95 Prozent orgauisirt wären. Wie dagegen ein Streik nicht in Szene gesetzt werde» darf, das haben die Textilarbeiter der Berliner Jute- spinnerei und Weberei in Stralan gezeigt, die beim Ausbruch des Ausstandes vollständig unorganisirt waren und weder Geldmittel noch eine Leitung besaßen. Der Bericht der Berliner Gewerkschafiskommission liefert den Beweis, daß es mit dem Geschrei der Stummpresse über die vielen in diesem Jahre gescheiterten Streiks nicht weit her ist. Für den nächstjährigen Bericht schlagen wir eine etwas übersichtlichere Anordnung vor. als sie der vorliegende aufweist. DoliUpche Uebevfirlzk. Berlin, 6. August. Sozialdemokratische Sinekuren. Unter dieser Ueber- schrift macht der Bimarck'sche Moniteur und Schimpf- Abladeplatz seinem Zorn und Aerger darüber Luft, daß die Arbeiter die Aemter, welche die Bismarck'schen Sozial- reform-Einrichtungen geschaffen, nicht den Bismarck'schen Kreaturen überlassen, sondern den eigenen Vertrauens- männern übertragen werden. So lange solche Aemter an„gütgesinnte" übertragen waren, hießen sie eben- sowenig Senekuren, wie die sonstigen fettgespickten Ehrenämter der Bourgeoisie oder der Plötze und Plötzgenoffe».{Alle die tausend„Sinekuren", die mit un- endlicher ArUm verknüpft sind, erreichen zusammen nicht einmal einen Theil der Summe der Dotation, die sich Bismarck, im Gegensatz zu den süddeutschen Ministern, welche eine solche ablehnten, im Jahre 1871 bewilligen ließ.— Ter Zar. Unserer gestrigen Mittheilung glaubt das „Berliner Tageblatt" mit der Behauptung entgegentreten zu können, daß Prof. Mendel nicht zu dem Zaren, sondern zu einem russischen Fürsten berufen worden sei. Dagegen ergiebt folgende Notiz der„Deutschen Warte" eine Be- stätigung unserer Nachricht: „Mit der Gesundheit deS Zaren Nikolaus H. steht es nach in hiesigen Hofkreisen eingegangenen Nach- deswillen wird die Suche nach dem germanischen Schädeltypus ziemlich aussichtslos sein, weil in der vorslavischen, der so- genannten altgermanischen Zeit Deutschlands die Tobten nicht bestattet, sondern verbrannt wurden. Die verbrannten Knochen sind zudem, weil sie in Urnen untergebracht werden mußten, noch in kleine Stücke zerschlagen worden, so daß leider gar nichts mehr aus ihnen zu ersehen ist. Noch niemals gelang es beispielsweise aus Bruchstücken von Leichenbrand wieder einen Schädel zusammenzusetzen. So bleibt es ein Wagestück, von germanischen Schädeln z» sprechen, und es wiederholt sich bei der ganzen Angelegenheit der alte logische Grund- sehler, daß man in dem Bestreben, eine möglichst lauge Abnenreihe aufzubauen. die Vorstellungen der geschichtlichen Zeit auf die vorgeschichtliche übertrage. Da gelte es denn, kaltes Blut zu behalten, um nicht von dem wissenschaftlich ge- sicherte» Boden a»f das Gebiet abenteuerlicher Spekulationen zu gerathen und niit Begriffen zu wirthschaften, denen die sachliche Unterlage fehle. Virchow kam dann auf den Dubois'schen Pithecanthropus zu sprechen. Der Brüsseler Anthropolog Houssaye habe dieses viel erörterte Wesen für einen Mensche», für den wahrhaftigen Urmenschen, homo primigenius, erklärt und ans seiner Verwandtschaft mit den Schädeln von Spy den Schluß gezogen, daß der Urmensch auch Belgien bewohnt habe. Er, Redner, habe i» der Berliner anthropologischen Gesellschaft nachgewiesen, daß ein geometrisch entsprechend vergrößerter Gibbonschädel sich mit dem Schädel des Pithecanthropus voll- ständig decke, und da er keine Schwierigkeit darin sehe, anzu- nehmen, es habe am Ausgange der Tertiärzeit oder zu Beginn der Diluvialzeit einen riesigen Gibbon gegeben, so stehe der An- schauung, daß der Pithecanthropus nichts weiter gewesen ist, als ein Affe, nichts im Wege. Er wolle ja nie- mand nöthigen, sich dieser Anschauung ohne weiteres an- zuschließen; sie möge eben nur, wie die von Houssaye oder die Dubois'sche, daß der Pithecanthropus eben ein Mittelding zwischen Mensch und Affe sei, zur Diskussion stehen; aber jedenfalls sei diese heißumstrittene Angelegenheit heute nur noch Gegenstand für die logische Untersuchung, nicht mehr für die materielle naturwissenschaftliche Forschung. Am 2. Verhandlungslage besprach der Alterthumsforscher richten doch nicht sonderlich gut. Die GemüthZerregungen der letzten Wochen, besonders in Moskau und in bezug auf die Greuel- thaten und Unruhen in Armenien und Kreta, haben auf das seelische und körperliche Befinden des jungen Zaren einen nach- theiligen Einfluß ausgeübt, so daß der bekannte Berliner Nerven- und Irrenarzt Professor Mendel, dessen Abreise nach Petersburg wir schon vor einige» Tagen meldeten, zur Kon- sulation berufen wurde. Professor Mendel weilt noch in St. Petersburg und dürften von seiner Diagnose und Rath- ertheilung die endgiltigen Reisedispositionen des Zarenpaares abhängen." Lothaire ist freigesprochen. So meldet kurz und bündig eine Depesche aus Brüssel. Vorbereitet wurde man auf diese Nachricht bereits durch die voraufgegangenen Depeschen, deren letzte sagte: „In der heutigen Forlsetzung der Verhandlung gegen Lothaire sprach der V e r t h e i d i g e r, der frühere M i n i st e r G r a» x. Derselbe beschäftigte sich fast ausschließlich mit Stokes, welchen er als einen Schurken schilderte, der mit Pulver und Kriegsmunition handelte und diese Gegenstände an die Araber verkaufte." Ob der Händler Stokes daS gethan, können wir nicht beurtheilen. Aber selbst wenn er es gethan, war das immer noch keine Entschuldigung für den Hauptmann Lothaire, ihn ohne Urtheil und Recht aufzuhängen. Wir kommen auf diesen erstaunlichen Prozeß, der abermals ein treffliches Bild von europäischer Zivilisation in Afrika liefert, zurück, wenn uns die ausführlichen Berichte vorliegen.— Chronik der Majestätsbeleidigungs- Prozesse. Gegen den Redakteur der„Märkischen Volksslimme" in Frank- f u r t a. O., Genossen S ch ö p s l i n, ist Anklage wegen an- geblicher Majestätsbeleidigung erhoben. Das Vergehen soll ge- ichehen sein in der Besprechung der Angriffe, die von der bürger- lichen Presse gegen den Reichstags-Abgeordneten Schmidt aus Frankfurt a. M. gerichtet wurden, weil er im Reichstag beim Hoch auf den Kaiser sitzen geblieben war.— »» m Deutsches Reich. — AuS der Garnison Tilsit wird folgender Fall gemeldet: Ein Unteroffizier von der 7. Komp. des dortigen Jnf.-Regts. ließ, der„Köuigsb. Allg. Ztg." zufolge, in seiner Mannschaftsstube die Soldaten mitten in der Nacht Uebungen ausführen und bedrohte sie, als diese endlich sich weigerten, mit dem geladenen Gewehr. Es gelang den Soldaten sich zu retten und den Unteroffizier in dem Zimmer einzuschließen. Der offenbar geisteskrank Ge- wordene wurde zur Untersuchung seines Geisteszustandes in das Garnisoulazareth gebracht. Zu dem Vorkommniß in der K ü r a s f i e r- S ch w i m m- an st altzu Kleinburg meldet ferner die„Breslauer Zeitung", daß der am Sonnabend Abend bei de» Schwimmübungen an der Angel ertrunkene Kürassier Walter bereits am Montag Abend auf dem Militär- Kirchhofe beerdigt worden ist. Die Sektion soll einen Schlagansall als unmittelbare Todesursache ergeben haben. Der Schwimmlehrer, Unteroffizier Ulrich, befindet sich in Unter- suchungshaft; über die Einleitung des militärische» Straf- Verfahrens gegen den Schwimmoffizier, Lieutenant Graf Saurma- Jeltsch, der beim Tode des Kürassiers Walter in der Schwimm- schule anwesend war, verlautet nichts. Dagegen schreibt die„Nordd. Allg. Ztg." zu der Darstellung des Breslauer Porfalls: „Nach unseren Informationen ist diese Darstellung im all» gemeinen richtig. Jedoch kann erst die eingeleitete Untersuchung Klarheit darüber schaffe», ob der Tod«ingetreten ist, weil der Kürassier Walter vorschriftswidrig behandelt wurde, oder aus anderen Gründen. Es kann sehr wohl noch eine plötzliche Er- krankung vorliegen. Wenn das Breslauer Blatt meldet, der Unteroffizier Ulrich sei verhastet, so ist davon an hiesiger maßgebender Stelle nichts bekannt." Hoffentlich wird die ,N a t i o n a l« Z e i t u n g", um ihrer neuen Rolle als Kettenhund des Militarismus treu zu bleiben, nun auch gegen die Zeitungen loskläffen, die die Vorkommniffe in Tilsit und Breslau zuerst an die Öffentlichkeit gebracht haben.— — Ein neueSKnackfuß-Bild. Der Kaiser hat von seiner Nordlandfahrt den Entwurf eines neuen Gemäldes fast vollendet mitgebracht. Es versinnbildlicht den Schutz der Künste und der Industrie durch die Armee. Unter einem gothischen Thorboge» stehen die idealen Fraueuaestalten, welche die Künste und Gewerbe personifiziren, gegen sie heranzieht«ine drohende Wolke, aus welcher unheimliche feindliche Gestalten auftauchen. Ein germanischer Krieger tritt den Schreckbildern machtvoll ent- gegen. Professor Knackfuß zu Kassel ist mit der Ausarbeitung einiger Einzelheiten beauftragt, und man hofft, daß bald auch dies Werk der Oeffentlichkeit übergeben werden wird.— — Fürst Hohenlohe bleibt uns doch noch einige Zeit erhalten. Die Gerüchte, daß er im Herbste zurückzutreten be- absichlige, scheinen sich nicht zu bestätigen, da er bei der In- stallalion des elektrischen Lichtes im Reichskanzler-Palais sich die letzten Anordnungen über die Beschaffung der Lnstres vorbehalte» hat. Will er diese schwere Mühe im Herbste auf sich nehmen, so wird er auch das Deutsche Reich weiter regieren können.— Professor Furtwängler- München die ältesten Ger- manen-Darstellungen, wobeier auf ein bisher wenig bekanntes Denkmal hinweist, das für die Benrlheilung der körperlichen Beschaffenheit der alten Deutschen wichtige AnHalls- punkte bietet. Es ist dies das erst vor einigen Jahren entdeckte und von Gr. G. Toulesko eingehend beschriebene Denkmal von Adamklissi(Dobrutscha) zur Verherrlichung des Sieges, durch welchen Crassus, der Feldherr des Kaisers Augustus die Bastarner, Daker und Thraker der römischen Botmäßigkeit unterwarf und somit die Grenzen des römischen Reiches bis an die Mündung der Donau ausdehnte, von ersterem in dem Ge- biete der heutigen Dobrutscha errichtet. Während es höchst zweifelhaft ist, ob unter den auf der bekannten Trajanssäule und der Säule Mark Aurel's dargestellten Völkern unvernuschte Germanen zur Darstellung gebracht sind, unterliegt es nach Furt- wängler keinem Zweifel, daß die auf dem kürzlich rekonstrurrten Trophäen-Monument von Adamklissi dargestellten Bastarner unverfälscht« Germanen sind und den germanischen Typus in seiner ganzen Eigenart wiedergeben. Sie sind gekennzeichnet durch ihre hohe schlanke Gestalt, eine be- sondere Gesichtsbildung, die vollen starken, zugleich aber etwas zugespitzten Bärte, eine eigenthümliche Haartracht, sowie durch eine auf Selbstbewußtsein hindeutende Körperhaltung Eigenthüm- lichkeiten, die genau der Beschreibung entsprechen, welche Dio Cassius und andere römische Geschichtsschreiber von den Vorsahren der heutigen Deutschen liefern. Von den auf dem besagten Monument ebenfalls zur Darstellung gebrachten Geten und Thrakern, welche im Gegensatz zu den Bastarner» nicht als reinblütige Germanen zu betrachten sind, unterscheiden sich die Bastarner ebensowohl durch die im vorhergehenden erwähnten Eigenthümlichkeiten wie durch den Umstand, daß sie mit völlig entblößtem Oberkörper kämpfe». Der imposanten Erscheinung der Bastarner(Germanen) ent- spricht auch die Thalsache, daß dieselben schon 200 Jahre vordem Beginn unserer Zeitrechnung sehr begehrte Bundesgenosse» waren und dem Mitbridates in seinen Kämpfen gegen Rom wichtige Dienste geleistet haben, sowie der Umstand, daß es dem Feldherrn des Augustus, dem bereits erwähnten Crassus, nur durch Auwendung von List gelungen ist, dieses kriegerische Voll zu überwältigen. — Zur Reform deS JnvaliditStS« und Altersversicherungs-Oesetzes schreiben die hoch- osfiziösen„Berl. Pol. Nachr.": Die finanzielle Lage der Slnstalten für die JnvaliditätS« und Altersversicherung hat sich sehr verschieden gestaltet. Während bei den einen die Beiträge zur Bestreitung der Renten nicht ausreichen, sammeln andere Kapitalien in bedeuten- dem Betrage an. Bei einer B ersicher nngsan st alt hat die Kapilalanfammlung bereits«ine solche Höhe erreicht, daß die Zinsen beinahe zur Zahlung der Renten ausreichen und von der Erhebung von Bei- trägen abgesehen werden könnte. Die am schlechtesten gestellten Versicher lingsan st alten sind diejenigen der östlichen und nördlichen Provinzen Preußens. Mecklenburgs und der nördlichen Theile Bayerns, also der vor- wiege ild Landwirthschaft treibenden Theile Deutschlands. Die Hauptursache dieser Erscheinung liegt darin, daß das im Gesetze vorgesehene Ausgleicheinittcl infolge der vom Reichstage an der Regierungsvorlage vorgenommenen Aenderung zum größten Theile versagt; denn, wenn von dem Grundsatze, daß die Rente derjenigen Anstalt zur Last fällt, in deren Bezirk der Rentenanspruch entsteht. im Interesse ausgleichender Gerechtigkeit eine Slusnahme durch verdältnißmaßige Heranziehung der anderen Anstalte» ge- macht wird, an die der Rentenempfänger im Laufe der Zeit Beiträge geleistet hat, so mache es einen sehr große» Unter- schied, ob als Vertheilungsmaßslab der Kapilalwerth der Bei- träge, wie die Regierung voischlng. oder die Höhe der Beiträge selbst, wie der Reichstag beschlossen hat, geivählt wird. Der Kapilalwerth der Beiträge jüngerer Arbeiter ist ungleich größer, als der der älteren und es kommen daher bei dem jetzigen Ver- lheilnngsmaßslabe die landwirthschaftlichen Landestheile be- trächtlich zu kurz, in denen das Durchschnittsalter der Ar- beiler durchweg ein erheblich höheres ist. als in industriellen, da deren junge Arbeitskraft in starkem Maße in diese Distrikte abfließt. Abhilfe für diese Ungleichheit zum besten gerade' der schwächeren Schultern ist ein Gebot ausgleichender Gerechtigkeit. Wird dabei auf die Regierungsvorlage von Iö89 schon aus dem Grunde nicht zurückzugehe» sein, weil der im Reichstag erhobene Einwand einer zu großen Komplikation der Berechnung und Ab- rechnnng nicht von der Hand zu weisen ist. so liegt der Gedanke nahe, daß ein Ausgleich durch Uebertragung eines T heiles der Renten auf breitere Schultern zu suchen i st. Wird ei» zum Ausgleich ausreichender Theil aller Renten aus die Gesammlheit der Versicherungsanstalten vertheilt, so daß nur der Rest der primär verpflichteten Anstalt verbleibt. so ist ein einfacher und zweckmäßiger Weg zur Beseitigung un- gerecht wirkender Härte» gesunden. Es ist ivahrscheinlich, daß Erwägungen dieser Art auch für die Gestaltung der für die nächste Tagung des Reichstages in Aussicht ge- nommenen Novelle zum Jnvaliditäts» und Alters- versicherungs-Gesetze von praktischer Bedeutung sein werden. Man sieht hieraus, daß die Reichsregierung in der Er- sinnung der sogenannten„kleinen Mittel" zu gunsten der Land- wirthschaft unermüdlich ist. In allen Ressorts arbeitet man un- ausgesetzt daran, die Landwirthschaft zu entlasten. Auffallend ist es nicht, daß man aus den schlechten Rechnungs- ergebniffeu der Versicherungsanstalten mit überwiegend land- wirthschaftlicher Bevölkerung Schlüsse zu ziehen unterläßt aus die elende Lage der landwirthschaftlichen Bevölkerung, auf ihre Arbeitslosigkett, die Häufigkeit des Eintritts der Invalidität und auf die Unterlassungen der Unternehmer beim Einkleben der Marten, sowie aus die mangelnde Kontrolle der Behörden. Auf diese Punkte aufmerksam zu machen, paßt nicht in die JJolitik unserer in der Agrarierunterstlltzung eifrigst beflissenen, ozialpolitisch erblindenden Staatsmänner.— — Die Begründung»nr Handwerkervorlage wird heute im„Reichs-Anzeiger" veröffentlicht.— — Die Arbeiter-Fürsorge der Unternehmer, schon an und für sich sehr fragwürdiger Natur, wird besonders ver- dächtig, wenn sie seitens der Junker sich kundgiebl. So ulkt jetzt daS Organ des„Bundes der Landwirthe" die Regierung an, weil sie Arbeiter während der Erntezeit zur Verbüßung ihrer Haft in die„kühlen Gefängnisse" steckt, wo sie der Gefahr des„Hitz- schlages" auf den Gütern ostpreußischer und pommerscher Junker entzogen sind. Die Staatsanwälte, die von feiten der Arbeit- geber um Strafaufschub für die betreffenden Arbeiter angegangen wurden, hielte« mit recht an dem Standpunkte fest, daß der Strafaufschub nicht von dritter Seite beantragt werden könne, und den Arbeitern scheint der Aufenthalt im Gesängniß doch noch eine Wvhlthat zu sein gegenüber der Schinderei, die sie. zumal während der Erntezeit, durch die Herren Junker und sonstigen Agrarier erfahren. — I m Kriegsmini st eri nm ist man trotz der heißen Sommerzeit sehr eifrig. Heute.veröffentlicht der„Reichs-Anzeiger" folgende Bekanntmachung: Es wird hiermit zur allgemeinen Kenntniß gebracht, daß dm Unteroffizieren und Mannschaften dienstlich verboten ist, sich auf Veranlassung von Zivilpersonen mit dem Vertrieb von Druckwerken und Maaren innerhalb von Truppentheilen oder Behörden— seien dies nun ihre eigenen, oder fremde— z» befaffen. Den Unteroffizieren und Mannschaften ist zugleich befohlen, von jeder seitens einer Zivilperson an sie ergehenden Aufforderung zum Vertrieb von Druckwerken oder Maaren ihren Vorgesetzten Meldung zu machen. — DaS Verbot der Versammlungen der fseilsarmee, das die Polizei in Halle getroffen haben oll, angeblich ans dem Grunde, weil sie vielfach Anlaß zu Ver- höhnungen der Religion durch den Pöbel unter der Zuhörer- swaft gäben, erscheint uns nur erklärlich, wenn man unter diesem „Pöbel" etwa Studenten oder andere„gebildete" Leute verstehen will. Gegen den„Pöbel" auS de» Arbeiterklassen iväre eine solche Rücksichtnahme seitens der Behörden etwas Ungewöhn- liebes, gegen diese»„Pöbel" würde man schon wegen Religions- störung, Hausfriedensbruchs oder gar Landfriedensbruchs ein- schreiten; gegenüber dem„gebildeten" Pöbel zieht man die prophylaktische Methode vor, man räumt einfach fort, waS ihm ein Stein des Anstoßes sein könnte.— — In der Disziplinar- Angelegenheit des Pastors Kötzschke wegen Beleidigung König S t u m m' s in Sangerhausen hat der Vertreter der Anklage gegen das Urtheil des königl. Konsistoriums auf Versetzung Berufung eingelegt, weil Absetzung erfolgen müsse. Gleichzeitig hat der Angeklagte von dem Rechte der Berufung Gebrauch gemacht.-- — Auswanderung nach Brasilien. Nach einer Meldung der„Kölnischen Zeitung" aus Hamburg ist das söge- nannte v. d. Hcydl'sche Reskript vom 3. November I8S9 betreffend die Beförderung von Ausivanderern nach Brasilien für die drei südlichen Provinzen dieses Landes, Rio Grande do Sul, Santa Catharina und Parana, außer Anwendung gesetzt. Die Prüfung von Anträgen ans Konzessionirung von ftall zu Fall ist für zulässig erachtet worden, und etwaige Gesuche ge- «igneter Auswanderungs- Unternehmer um Konzejsionirung für Beförderung von Auswanderern nach den gedachten drei Provinzen werden in Zukunft preußischerseitS nicht mehr grundsätzlich abgelehnt werden.— — Zum n e» e st e n K o l o n i a l s k a n d a l. In den er- wähnten Miltheilungen amerikanischer Blätter, die auf einen neuen Kolonialskandal hinauslaufen sollen, wird Herr von Putckamer, der frühere Gouverneur von Togo und jetzige Gouverneur in Kamerun, beschuldigt; als feine Ankläger sind Herr v. Stetten und der Schriftsteller Dr. Giesebrecht genannt.— Ghanken. Madrid, k. August. Der Minister des Innern Cos-Gayon erklärte in einem Interview, bei Valencia seien zwei Banden zerstreut und viele Waffen aufgefunden worden. Die Banden hatten Bernardo Alvarez, einen pensionirten Oberst, zum Führer. Sieben Verhaftungen wurden vorgenommen. Die Regierung schreibe diese Unruhe kubanischen Parteigängern zu, die von protestantischen und freiinanrerischen Genossenschaften unterstützt würden.— Ein ähnlicher Versuch sei bei Gerona ge- scheitert, wo ebenfalls einige Verhaftungen stattfanden. Seit einigen Tagen treffe die Regierung die nöthigen Maßregeln in der Provinz. Wie verlautet, gehe aus in Valencia aufgefundenen Briefen aus den Vereinigten Staaten und Argentinien hervor, daß die revolutionäre Bewegung von Freibeutern ausgehe, um die Ab- sendung von Verstärkungen nach Kuba zu erschweren. Vier- zehn Verhaftungen haben stattgefunden. Bei Valencia ist ein Waffendepot entdeckt, bei Torrente eine kleine Bande gesehen worden. Eine der bei Valencia aufgetauchten Aufrührerbanden setzt ihre» Rückzug in der Richtung aus das Gebirge fort und wird von der Gendarmerie und einer Kavallerie-Abtheilung verfolgt. Sie steht unter Führung eines Arztes Bernardo Toledo, des Bruders eines der Führer der kubanischen Aufständischen. Nach Meldungen aus Nibadavia(Provinz Orense) ist es dort zu einigen Ruhestörunge» gekommen, bei denen es sich jedoch nur um die Oliroierhebung handelte. Vw InnungsvorlÄge. (Schluß.) B. Besondere Bestimmungen für Handwerker. ß 129. In Betrieben, deren Unternehmer kraft Gesetzes einer Zwangsinnung angehören oder einem Handwerksausschuß unterstehen, steht die Befugniß zur Anleitung von Lehrlingen »nr denjenigen Personen zu, welche 1. das vierundzwanzigste Lebensjahr vollendet und 2. in dem Gewerbe oder in dem Zweige des Gewerbes, in welchem die Anleitung der Lehrlinge erfolgen soll, entweder die von der Handwerkskammer oder der Innung vorgeschriebene Lehrzeit zurückgelegt und die Gesellenprüfung bestanden habe», oder fünf Jahre hindurch selbständig oder als Werkmeister oder in ähnlicher Stellung thätig gewesen sind. Die höhere Verwaltungsbehörde kann Personen, welche diesen An- forderungen nicht entsprechen, nach Anhörung der Innung oder des Handwerksausschusses die Befugniß zur Anleitung von Lehr- lingen verleihen. Die Zurücklegnng der Lehrzeit kann auch in einem dem Gewerbe angehörenden Großbetriebe erfolgen und durch den Besuch einer Lehrwerkstätte oder sonstigen gewerbliche» Unterrichtsanstalt ersetzt werden. Die Prüsungs« zeugnisfe der Lehrwerkstätten und gewerblichen Unter- richtsanstalten können an die Stelle der Gesellenprüfung treten. Die Bezeichnung der Lehrwerkstätten und Unterrichts- anstalten, auf welche diese Boraussetzungen zutreffen, erfolgt durch die Landes-Zentralbehörde. Der Bundesrath ist befugt, für einzelne Gewerbe Ausnahmen von den Bestimmungen im Abs. 1 zuzulassen. s 129». Der Unternehmer eines Betriebes, i» welchem mehrere Gewerbe vereinigt sind, ist befugt, i» allen zu dem Be- triebe vereinigten Gewerben Lehrlinge anzuleiten, wenn er für eines dieser Gewerbe de» Voraussetzungen des§ 129 entspricht. §.130. Soweit durch den Bundesrath oder die Landes. Zentralbehörde auf grund des§ 128 Vorschriften über die zu- lässige Zahl von Lehrlingen nicht erlassen find, ist die Hand- werkskamuier und die Innung(§ 84 Ziffer 3 Abs. 2) zum Erlaß solcher Vorschriften befugt. § 130». Die Lehrzeit soll in der Regel drei Jahre dauern; sie darf den Zeitraum von fünf Jahren nicht übersteigen. Die Dauer der Lehrzeit wird für die einzelnen Geiverbe oder Zweige der Gewerbe»ach Anhörung der Innungen oder Handwerks- ausschüsse von der Handwerkskammer festgesetzt. § 131. Nach Ablauf der Lehrzeit kann der Lehrling seine Zulassung zur Gesellenprüfung(§ 129) bei dem Prüsungs-Aus- schliffe beantrage». Die Abnahme der Prüfung erfolgt durch Prüfungsausschüsse, welche für die Innung durch diese, im übrigen durch die Handwerkskammern errichtet werden. § 131». Die Prüflnigsausschüsse bestehen ans einem Vor- sitzenden und zwei Beisitzern. Der Vorsitzende wird von der Auf- sichtsbehörde ernannt. Ein Beisitzer ist aus der Zahl der selbst- ständigen Gewerbetreibenden, Werkmeister oder Personen in ähn- licher Stellung, welchen das Recht zur Anleitung von Lehrlingen zusteht, für den Prüfungsausschuß der Innung von dieser, im übrigen von der Handwerkskammer zu wähle». Der andere Beisitzer ist aus der Zahl der Gesellen(Gehilfen), ivelche ein« Gesellen« Prüfung bestanden haben, von dein Gefellenausschnsse der Innung oder der Handwerkskammer zu wählen. Die Wahl erfolgt auf drei Jahre. Während der ersten sechs Jahre nach dem Jnkrafl- treten dieser Bestimmungen können auch Geselle»(Gehilfen), welche eine Gesellenprüfung nicht abgelegt haben, gewählt werden, wenn sie eine Lehrzeit von mindestens zwei Jahren zurückgelegt haben. § 131b. Die Prüfung hat sich auf den Nachweis zu be- schränke», daß der Lehrling die in seinem Gewerbe gebräuchlichen Handgriffs und Fertigkeiten mit genügender Sicherheit ausübt und sowohl über den Werth, die Beschaffung, Aufbewahrung und Behandlung der zu verarbeitenden Rohmaterialien, als auch über die Kennzeichen ihrer guten oder schlechten Beschaffenheit unter- richtet ist. Im übrigen werden das Verfahren vor dem Prüflings- ansschuß, der Gang der Prüfung und die Höhe der Prüsungs- gebühren durch eine Prüfungsordnung geregelt, welche von der höheren Verwaltungsbehörde nach Anhörung der Handels- kammer erlassen wird. Durch die Prüfungsordnung kann bestimmt werden, daß die Prüfung auch in der Buch- und Rechnungsführung zu erfolge» hat. In diesem Falle ist der Prüfungsausschuß befugt, einen besonderen Sach- verständigen zuzuziehen, welcher au der Prüfung mit vollem Stimmrecht lheilnimmt. Bei Stimmengleichheit giebt die Stimme des Vorsitzenden den Ausschlag. Die Kosten des Prüsungs- ausschusses werden von der Innung und Handwerkskammer ge- tragen, welchen die Prüfungsgebühren zufließen. § 131 o. Der Prüfungsausschuß hat dem Lehrling über das Ergebnih der Prüfung ein Zeugniß auszustellen. Wird die Prüfung nicht bestanden, so hat der Prüfungsausschuß den Zeit- räum zu bcstinune», vor dessen Ablauf die Prüfung wieherholt werden darf. Die Prüfungszeugnisse sind kosten- und stenipelfrei. §132. Der Vorsitzende ist berechtigt, Beschlüsse des Prüfnngs- ausschusses mit aufschiebender Wirkung zu beanstanden. Ueber die Beanstandung entscheidet die Handwerkskammer. III». Meistertitel. § 133. Handwerker, welche kraft Gesetzes einer Zwangs- innung angehören oder einem Handwerksausschuß unterstehen, dürfen den Meistertitel nur führen, wenn sie in ihrem Gewerbe die Befugniß zur Anleitung von Lehrlingen erworben(§ 129) und die Meisterprüfung bestanden haben. Die Abnahme der Prüfung erfolgt durch Prüfungskomnnsstonen, welche aus einem Vorsitzenden und vier Beisitzern bestehen. Die Prüfungszeugnisse sind kosten- und stenipelfrei. Artikel S. 1. Der bisherige Abschnitt III» der Gewerbe- Ordnung erhält die Bezeichnung Illb. 2. Der§ 134 Absatz 1 der Gewerbe-Ordnung erhält folgende Fassung: AusFabrikarbeiter finden die Bestimmungen der §§ 121 bis 126 oder, wenn die Fabrikarbeiter als Lehrlinge anzusehen sind, die Bestimmungen der§§ 128 bis 128 Anwendung. 3. Hinter§ 144 der Gewerbe-Ordnung wird folgender§ 144» eingeschoben: Personen, welche den Bestimmungen der§§ 128», 128b und 129 entgegen Lehrlinge halten, anleite» oder anleiten lassen, können von der Ortspolizeibehörde durch Zwangsstrafen zur Entlassung der Lehr- linge angehalten werden. In gleicher Weise kann die Entlassung derjenigen Lehrlinge, welche den auf grund der§§ 84 Ziffer 3 Absatz 2, 128 und 130 erlassenen Vorschriften entgegen an- genommen sind, verfügt werden. Uebergangsbe st immun gen. Artikel 3. Gewerbetreibende, welche bei Erlaß des Gesetzes Lehrlinge halten, sind berechtigt, die Lehrlinge auszulehren. Auf Personen, ivelche beim Inkrafttreten dieser Bestimmungen das siebzehnte Lebensjahr vollendet haben, findet§ 129 Absatz 1 Ziffer 2 des Artikels 4 mit der Maßgabe Anwendung, daß denselben die Befugniß zur Anleitung von Lehrlingen auch dann zusteht, wenn sie nur eine zweijährige Lehrzeit zurückgelegt haben. Die untere Verwaltungs- behörde ist befugt, Personen, welche den Voraussetzungen des Absatz 2 nicht entsprechen, nach Anhörung der Innung oder des Handwerksausschnffes die Befugniß zur Anleitung von Lehr- lingen zu verleihen. Die Landes-Zentralbehörde kann für einzelne Gewerbe oder Zweige eines Gewerbes bestimmen, daß die Be- fugniß zur Anleitung von Lehrlingen durch die Zurücklegung einer kürzeren als zweijährigen Lehrzeit erlangt wird. Artikel 9. Wer beim Inkrafttreten dieser Be- stintmungen ein Gewerbe selbständig betreibt, ist befugt, den Meistertitel(Artikel 4§ 133) zu führen, wenn er in diesem Gewerbe die Befugniß zur An- leitung von Lehrlingen besitzt. Achtung! � Bezugnehmend auf unsere letzte Bekanntmachung betreffend die Parteikonferenz für die Provinz Branden- bürg und Berlin theilen wir den Genossen hierdurch mit, daß dieselbe am Sonntag, den 20. September d. I. in Eohn's Festsälen, Beuthstr. 20/22, stattfindet. Beginn vormittags 9'/- Uhr. Als provisorische Tagesordnung ist fest- gesetzt.: 1. Bericht der Agitationskommission. 2. Diskussion. 3. Die Kandidatenfrage. 4. Die Preffe. 5. Die Lokalsrage. — Wir ersuchen nunmehr die Parteigenossen aller be- theiligten Wahlkreise, hierzu Stellung zu nehmen. Pflicht der Genossen eines jeden Kreises ist es, auf der Konferenz vertreten zu sein. Jeder Wahlkreis ist berechtigt, bis zu drei Delegirte zu entsenden. Die Leiter der Kreiskonferenzen resp- öffentlichen Versammlungen, wo die Wahlen der Delegirten vor- genominen werden, sind verpflichtet, den Gewählten ein diesen als Legitimation dienendes Mandat auszustellen. Eventuelle Anträge sind möglichst vorher an Unterzeichnete einzusenden. Auf Punkt 5 der Tagesordnung„Die Lokalsrage" machen wir die Genossen speziell Berlins und der nächstgelegenen Wahl- kreise ganz besonders aufmerksam und ersuchen, dieselbe einer recht eingehenden Besprechung in den Versammlungen zu unter- ziehen, welche zwecks Stellungnahme zur Konferenz stattfinden. Wenn wir den Punkt mit auf die Tagesordnung setzten, so glaubten wir lediglich dem allseiligen Drängen der Genossen, denen der bisherige Zustand bez. der Lokale als unerquicklich und unHalt» bar ers cheint, entsprechen zu sollen, resp. ihnen die Möglichkeitzu geben, eine Neuregelung der Lokalfrage vorzunehmen. Mithin ist eine gründliche Aussprache über diesen Punkt seitens aller Genossen unbedingt nolhwendig, damit die Konferenz für jedermann bindende, aber auch möglichst allseitig befriedigende Beschlüsse zu fassen in der Lage ist. Mit sozialdemokratischem Gruß Agitations-Kommission für die Provinz Brandenburg. I. A.: Carl Dimmick, Berlin 50„ Elisabeth-Ufer 55. Die Parteiprcsse der Provinz Brandenburg wird um Abdruck gebeten. Ans der Parteipresse. In einem Londoner Brief läßt sich die„Leipziger Volkszeitung" über den Jnter- nationalen Arbeilerkongreß u. a. schreiben:„Zu bedauern ist, daß der Antrag, die Stellung der Sozialisten zur auswärtigen Politik zu präzisiren, nicht zur Diskussion gelangt ist. Der wunde Punkt der Demokratie ist die auswärtige Politik, da sie ihre ganze Kraft der innere» Politik zuwendet. Dies gilt noch mehr für die Sozialdemokratie, für die die auswärtige Politik vielfach eine terr» incognit», ein unbekannter Boden, ist. Die sozialdemokratische Presse Deutsch- lands zeigt in solchen Dingen manchmal eine Unwissenheit, wie sie nur bei Chinesen zu finden sein sollte. Eine verartige Dis- kussion hätte sehr belehrend wirken können." Man kann über die Behandlung der auswärtige Angelegen- heiten durch unsere Presse verschiedener Meinung sein, was aber würde die„Leipziger Volkszeitung" sagen, wenn ein Parteiblatt an ihrem Inhalte Kritik in solcher Weise üben wollte, wie sie es in dem vorliegenden Falle gethan hat? Todtenliste der Partei. Einer von der alten Garde unserer Partei in München, der Weißgerber Gebhard Paul, ist am Dienstag infolge eines Schlaganfalles aus dem Leben geschieden. Er war feit Beginn der 70er Jahre Mitglied der Partei und geHörle zu den Gründer» des ersten sozialistischen Preßorgans der bayerischen Hauptstadt, des„Zeitgeists". Polizeiliches, Gerichtliches ,e. — Das Landgericht in Halle a. S. beschäftigte sich am Dienstag mit der Märznummer des„Süddeutschen P o st i l l o n s", die durch„Verherrlichung" der Pariser Kam- mune den Thatbestand der„Aufreizung" erfüllen soll. Die Siaatsamvallschafl wünscht die Einziehung der etwa noch vor- bandenen Nummern, Formen und Platten. Die Verhandlung wurde jedoch vertagt. Es sollen erst Redakteur und Verleger des„Süddeutschen Postillons", die Genossen Fuchs und Ernst in München, von der Sache in Kenntniß gesetzt werden. Wegen Verbreitung der Märznummer des genannten Witzblattes war Genosse Groß in Halle seinerzeit ebenfalls der„Ausreizung" angeklagt, der damalige Prozeß endete aber mit Freisprechung. — Wegen Beleidigung des Staatsanwalts Maizier in Magdeburg wurde der verantwortliche Redakteur der„T h ü- r i n g e r Tribun e", Genosse Wiertelarz in Erfurt. vom dortigen Landgericht zu zwei Monaten Gefängniß verurtheilt. Es handelte sich um die Mittheilung, daß die Arbeiter lltehle'schen Eheleute in Magdeburg eine ihnen wegen groben Unfugs(begangen durch Aufstecken eines rothen Fähnchens am Kinderwagen gelegentlich der Mai- feier) zndiktirte drei- resp. zweiwöchige Gefängnißstrase zu gleicher Zeil verbüßen mußten, obwohl sie ein schwerkrankes U/e Jahre alte Kind hatten, da? einige Tage nach der Jnhastirung der Mutler gestorben ist. Der Artikel enthielt den Schlußsatz, daß diese Sache dem Fall Pens wie ein Ei dem andern gleiche. Staatsanwalt Maizier fühlte sich hierdurch beleidigt und stellte Slrafantrag. In der Erfurter Gerichtsverhandlung wurde nun festgestellt, daß der Arbeiter Ernst Rehle am 23. Mai seine Strafe im Gefängniß zu Gommern angetreten und am 30. Mai sich Frau Reble freiwillig zum Strafantritt gemeldet hat, nachdem sie ihr Kind in Pflege gegebe». Als das Kind einige Tage später verstorben ist, hat man der Mutter den gewünschten sechstägigen Urlaub bewilligt. In der Urlheilsbegründung führte der Vorsitzende des Gerichts aus, daß dein Staatsanwalt Maizier der aus dem Sinne des Artikels sich ergebende Vorwurf einer parteiischen Härte zu Unrecht gemacht worden sei; er habe � erwiesenermabe» ganz korrekt gehandelt. Wege» einer zweiten X Soziale Meberlicht. arbeiter- Verbandes. . " er " " Notiz über dieselbe Sache, worin ein Vergleich mit der Erfurter| Schuldigkeit betreffs der Agitation unter den In. Aus Karlsruhe wird uns geschrieben: Der Bier. Staatsanwaltschaft gezogen war, ist der verantwortliche Redakteur differenten zu thun. Jeder Organisirte muß selbst boykott dauert immer noch fort. Die Brauereibefizer haben der„ Thüringer Tribüne" ebenfalls unter Anklage gestellt. Die Agitator sein und mit allem Fleiße danach trachten, seiner sich jedoch zu Unterhandlungen bereit erklärt, ſo daß eine Beilegung des Streits und Boykotts bald erfolgen dürfte. Von den Verhandlung darüber ist am 25. August. 3ahlstelle neue Mitglieder zuzuführen. Wir streifenden Brauern sind 120 abgereift, 55 befinden sich noch im gehen einer schweren Zeit entgegen, ein abermaliger Streit der Ausstande, wovon die meisten verheirathet sind. Die BauMaurer steht in Aussicht, da gilt es auch für die Bauarbeiter, schlosser und Klempner stehen ebenfalls in einer LohnAlters: und Juvalidenversicherung. Das Reichsversiche beizeiten sich zu rüften, um bei dem Kampfe mit dem Unter: bewegung. Sie verlangen eine 1/ 2ftündige Mittagspause. Bon verschiedenen Meistern wurde die Forderung bereits bewilligt, rungsamt hat im Einvernehmen mit den betheiligten Landes nehmer nicht die machtlosen Zuschauer spielen zu müssen. In so daß es jedenfalls zu feinem Ausstand kommen wird. Zentralbehörden verfügt, daß am 1. Januar 1897 im Bezirk der zwölfter Stunde rufen wir allen noch nicht organiserten Bau- Ausgewiesen wurde aus Dresden der polnische BürstenVersicherungsanstalt Sachsen- Anhalt die Schiedsgerichte sich„ mißliebig" gemacht für die Kreise Ballenstedt, Bernburg, Dessau, Göthen und Zerbst arbeitern zu: schließt Euch dem Verband der deutschen Bau- macher Sarmezky, weil aufgehoben und an stelle derselben folgende Schiedsgerichte erarbeiter an, und die Bauarbeiter Berlins und Umgegend werden haben soll. Dieses Mißliebigmachen bestand darin, daß S. Kassirer eines dem Arbeiterfängerbund angehörenden Gesangrichtet werden: für die Kreise Dessau, Göthen und Zerbst ein eine Macht desselben, mit der das Unternehmerthum rechnen vereins und Mitglied( wohlgemerkt, ein ganz ftilles") seiner Schiedsgericht mit dem Sitz des Schiedsgerichts in Dessau, Gewerkschaft war. und für die Kreise Ballenstedt und Bernburg ein Schiedsgericht wird und rechnen muß. J. A.: K. Krüger. Der Tischlerstreit in Brüffel hat an Umfang gewonnen. mit dem Sitz des Schiedsgerichts in Bernburg. Achtung, Metallarbeiter! Der Ausstand der Schlosser, Eine bemerkenswerthe Polizeiverordnung hat der Reiferstr. 12/13, bauert unverändert fort, ebenso der Ausstand der Magdeburgischen Zeitung" fetzt bei der Mittheilung dieser Eine bemerkenswerthe Polizeiverordnung hat der Re- Hobler, Dreher zc. der Maschinenfabrik von Karl Schöning, 5000 Arbeiter feiern. Der Korrespondent der nationalliberalen gierungsprästent zu Bromberg erlassen. Danach ist die Former und Gießerei- Arbeiter in sämmtlichen schon Meldung die fette Ente in die Welt, der Ausstand nehme infolge Verwendung von Kindern, welche das schulpflichtige bekannten Werkstätten. Der Vorstand des Berliner Metall- sozialistischer Einmischung" einen bedrohlichen" Alter noch nicht erreicht haben oder noch nicht aus Charakter an. Wie das Herold'sche Bureau gestern berichtete, der Schule entlassen sind, zu öffentlichen Schau. irgend welcher Art, insbesondere auch Die Berliner Metallindustriellen Arndt u. Marcus, haben die Meister die Vermittlung des Gouverneurs stellungen zu Theatervorstellungen, fowie das selbständige Auftreten in R. Frister Nachfolger( Inhaber Engel u. Hegewaldt), mit der Begründung abgelehnt, es sei unter ihrer wird e". Richard Koppin, Roppin, Julius mit den Ausständigen zu verhandeln. Daß eine solche flegel folchen Schaustellungen bei Strafe verboten, für theatralische h. Guiremand, Vorstellungen fann jedoch die Ortspolizeibehörde nach Anhörung enn hoff, E. Lewy u. Söhne, Louis Luniz und hafte Antwort unter den temperamentvollen belgischen Arbeitern der Schulbehörde in einzelnen Fällen Ausnahmen von diesem W. Quehl versenden ein vom 31. Juli datirtes Birkular die höchste Entrüstung hervorrufen muß, leuchtet natürlich der deutschen nationalliberalen Preffe nicht ein, für die der Mensch Verbot gestatten. folgenden Inhalts: Der feit dem 1. Mai bestehende Streit der Former gewöhnlich erst beim Großfabrikanten und Reservelieutenant Der Ausschuß des Vereins für Sozialpolitik hat beschlossen, die nächste Generalversammlung nicht in erfordert endlich ein Zusammenschließen der in Mitleidenschaft beginnt. Ueberdies ist an dem Streit auch die unter priesterdiesem, sondern im Herbst 1897 in Köln a. Rh. abzuhalten. Es gezogenen Fabrikanten behufs energischer Maßnahmen. lichem Einfluß stehende Organisation der katholischen Arbeiter Die unterzeichneten Fabrikanten erlauben sich, Ihnen eingefalteten betheiligt. waren mehrere Gründe für die Verschiebung maßgebend, Fragebogen zur geft. sofortigen Ausfüllung und Retournirung zu Im englischen Kohlengewerbe herrfdt auf beiden Seiten hauptsächlich die Unmöglichkeit, die einschlägigen Vereins überreichen. Sofort nach Sichtung des eingegangenen Materials Abneigung, den Rampf zu beginnen. Wie uns von gut unterschriften sämmtlich vor dem 1. Juli 1896 fertig zu soll eine Versammlung einberufen werden zur Berathung richteter Seite mitgetheilt wird, ist der Ausbruch eines all. stellen. Als Gegenstände, welche auf dieser A13 auf dieser General versammlung erörtert werden sollen, sind in Aussicht und Beschlußfaſſung über diejenigen gemeinsamen Schritte, gemeinen Streits in diesem Jahre nicht wahrscheinlich. Ueber den Gasarbeiter Streik in Lissabon wird be genommen: Der ländliche Personalkredit; die Handwerfer welche unternommen werden müssen, um den jetzt herrschenden richtet: Die Stadt befindet sich seit Sonnabend jede Nacht in frage; die Handhabung des Vereins- und Koalitionsrechts Buständen ein Ende zu bereiten." Der Fragebogen enthält folgende Fragen: 1. Verarbeiten vollständiger Dunkelheit und in vielen Werkstätten, wo GasUeber den ersten Gegenstand wird gegen Sie in Ihrem Betriebe Messing- resp. Bronceguß? 2. Wieviel motoren gebraucht werden, hat die Arbeit eingestellt werden Ende dieses Jahres eine Vereinspublikation erscheinen. Üeber Arbeiter beschäftigen Sie in Ihrem Betriebe gegenwärtig? müssen, wodurch viele hunderte von Personen arbeitslos geworden die Handwerkerfrage hat der Verein schon eine Reihe von a) männlich, b) weiblich. 3. Sind Sie event. geneigt, sich einer sind. In den Theatern, Cafés und Läden werden jetzt PetroleumBänden publizirt. Die folgenden, demselben Gegenstand ge- Organisation anzuschließen, welche die speziellen Intereffen der lampen und chinesische Laternen angewendet. Die Ursache des widmeten sollen im Laufe dieses und des nächsten Jahres Bronce, Alfenide-, Metall-, Kurz-, Galanteriewaaren- Fabrikanten Ausstandes ist, daß die Forderung der Arleiter in betreff Enterscheinen, so daß sie einige Monate vor der Generalversamm wahrnimmt und zwar nicht im Gegensaße zu bestehenden ähn- laffung der Fremden abgelehnt worden ist. Einige 800 Mann lung in Händen der Mitglieder sein würden. lichen Verbänden? find entlassen worden und man erwartet Ersatz aus Belgien und anderen Ländern. aller sechs Monate zu reinigen. " Beim Gewerbegericht in Aachen sind im vorigen Jahre Nachdem der Präsident die Vertreter Zum Ergebnis der französischen Volkszählnug wird uns noch mitgetheilt, daß sich die Bevölkerung feit 1890 in 24 Departes ments vermehrt, in 63 Departements aber vermindert hat. Die Vermehrung der Gesammtbevölkerung Frankreichs um 133 819 Personen ist lediglich dem fortgesetzten Wachsthum der großen Städte zu verdanken. Gewerkschaftliches. Hierauf erklärt sich der Kongreß einstimmig im Prinzip für eine infernationale Föderation. Für den nächsten Tag steht zur Berathung eine nähere Spezialifirung der gegenseitigen Hilfe. In Reppen bei Frankfurt a. D. haben die Metall. drücker der Firma E. Friedr. Bleckmann die Arbeit niedergelegt, weil fremde Arbeiter angelernt werden sollten. Der Stand des Streiks der Steinseher in Halle a. S. ist unverändert. Man schreibt uns darüber: Gerichts- Beitung. Die Wohnungsverhältnisse der Ziegelei- Arbeiter sucht Das Zirkular zeigt wohl genügend, wie schwer es den Herren ber Regierungspräsident zu Düsseldorf mit Genehmigung Metallindustriellen fällt, die Arbeitskraft der klassenbewußten In Cleveland, Ohio, haben die Eisenarbeiter, einer des Bezirksausschusses durch eine Verfügung zu bessern, die fol- Former entbehren zu müssen. Sie ernten aber nur, was sie mittheilung der Londoner. K." zufolge, einen großen Ausgendes vorschreibt: Die Wohnungen sollen für jede Person min selbst gefät haben. Warum sperrten sie ihre Arbeiter wegen der stand begonnen. Vier Kompagnien Miliz bewachen die Fabriken Destens 10 Rubikmeter Luftraum enthalten und den Arbeitern ein Betheiligung an der Maifeier aus, während eine ganze Anzahl und beschüßen die Streifbrecher. Es soll zu blutigen Zusammengesundes, gegen Witterungsunbill schüßendes Unterkommen ge- von Unternehmern ihrem Personal den 1. Mai freigaben? Nunstößen mit der Polizei gekommen sein, was bei der Rohheit der währen; die Schlafräume für weibliche Personen dürfen mit denen haben die Herren die Folgen ihrer Rücksichtslosigkeit zu tragen. amerikanischen Polizei schon möglich ist. für Männer nicht in offener Verbindung stehen. Die Höhe der Erster internationaler Kongres der Lithographen, Wohnräume muß im Minimum zwei Meter betragen, die Fuß- Steindrucker und verwandter Berufe. Der Kongreß wurde böden sollen gedielt oder mit Estrich, Plattenbelag 2c. versehen am Montag, den 3. August, im Manchester Hotel in London fein. Das Kochen, sowie das Reinigen und das Trocknen der eröffnet. 25 Delegirte sind erschienen, welche folgende Länder Für Vereine ist eine Entscheidung von Interesse, die heute Wäsche und das offene Aufbewahren von Nahrungsvorräthen vertreten: Deutschland( 3 Delegirte), Desterreich( 1), Frank darf nicht in den Schlafräumen geschehen. Ferner soll jede Person reich( 3), Schweiz( 1), Italien( 1), England( 15), Portugal( 1). burch die dritte Ferien- Strafkammer des Landgerichts II getroffen wurde. Der Mariendorfer Arbeiter- Beerdigungseine Lagerstätte( nicht aus ungehobeltem Holz) haben, die Matraße Für die englische, deutsche. und französische Sprache verein hatte für den 18. Januar d. J. einen Mastenball Zum Präsidenten des Konoder Strohsack, Stopfkissen und hinreichend wärmende Decke ent- find Uebersetzer vorhanden. hält. Die Bettbezüge sind mindestens aller acht Wochen, die Decken gresses wird Mr. G. D. Kelley aus Manchester arrangirt, zu welchem auch Nichtmitglieder gegen Entree Zutritt gewählt; zum Bizepräsidenten R. Schöpfe aus Berlin. haben sollten, weshalb die Genehmigung des Amtsvorstehers erforderlich war. Die Genehmigung wurde ertheilt, aber nur eine herzliche Begrüßungsrede bis morgens 2 Uhr. Die Gesellschaft tam jedoch überein, sich 505 Klagen anhängig gemacht worden, davon wurden erledigt gehalten hat, erwidern durch Vergleich 147, durch Verzicht 176, durch Urtheil 182. Be Länder im selben Sinne, so daß bestimmt ein brüder- um die Polizeistunde gar nicht zu kümmern, sondern weiter zu tanzen, selbst auf die Gefahr hin, daß der Verein Strafe und Arbeiten zu erwarten ist. fanntlich, bemerkt hierzu das Echo der Gegenwart", haben die liches Zusammengehen Sozialdemokraten hier im Gewerbegericht nie die Uebermacht Nachdem die Mandatsprüfung erledigt ist alle Mandate sind bezahlen müsse. So geschah es auch, der Tanz wurde nach 2 Uhr gehabt und jetzt haben sie gar nichts mehr zu sagen; daher kommt man befchließt, daß bei wichtigen Angelegenheiten für je 100 gebot. Hinterher wurden die sämmtlichen sechs Vorstands. gehabt und jetzt haben sie gar nichts mehr zu sagen; daher fommt als giltig anerkannt wird der Abstimmungsmodus festgesetzt. fortgesetzt, bis ein Gendarm erschien, welcher Feierabend es wohl auch, daß die Arbeiter so wenig Vertrauen zu dem mit ultramontanen Beisigern besetzten repräsentirte Kollegen 1 Stimme gerechnet, bei weniger wichtigen mitglieder wegen Uebertretung des§ 365 des Strafgesehbuchs Gerichten haben, und viele Klagen vor dem Urtheilsspruch Sachen jedoch in der gewöhnlichen Weise abgestimmt wird. Es( betreffend die Polizeistunde) und des§ 8 der Ober- Präsidialfolgt ein kurzer mündlicher Bericht jedes Delegirten. Ein schriftlicher Verordnung vom 14. Juni 1892( betreffend die öffentlichen Luftzurückziehen. Bericht( ausführlich) soll innerhalb 14 Zagen an den Sekretär verurtheilte nur den zweiten Borsigenden, dem die Leitung des barkeiten) angetlagt. Das Schöffengericht am Amtsgericht II eingesandt werden. Bergnügens oblag, zu einer kleinen Geldstrafe, während die übrigen Vorstandsmitglieder freigesprochen wurden. Wegen der kam die Sache vor die Straftammer. Der Vertheidiger Rechtsanwalt erfolgten Freisprechung legte der Amtsanwalt Berufung ein und Heine führte aus, daß der§ 365 des Strafgesetzbuches nicht Anwendung finden fönne, weil dieser nur dann Bestrafung eintreten lasse, wenn jemand die Polizeistunde überschreite, obwohl und trotzdem der Wirth Feierabend geboten habe. Im vorliegenden Falle habe der Wirth nicht Feierabend geboten, da er dem Vereine gegenüber dazu gar nicht berechtigt war. Aber auch Zwar haben die Innungsmeister schon am Mittwoch Abend die Ober- Präsidialordnung sei nicht anwendbar, weil diese gar mit dem Gesellenausschuß unterhandelt, jedoch blieben die Ver- nicht zu recht bestehe, da die Materie landesgesetzlich durch den bandlungen refultatlos, da die Meister nur den für Ueberlands-§ 365 des Strafgesetzbuches geregelt sei. Der Staatsanwalt arbeiten geforderten Zuschlag von 5 Pf. pro Stunde bewilligen vertrat dagegen die Ansicht, daß sich der§ 8 wollten und alle übrigen Forderungen für unannehmbar erklärten. Ober- Präsidialverordnung:" Jede Ueberschreitung dieser Dabei hat ein Nicht- Innungsmeister dieselben schon vollinhaltlich Zeitbestimmung gilt als Veranstaltung einer neuen öffentbewilligt! Jn geheimer Abstimmung beschlossen sodann fämmtlichen Luftbarkeit, zu welcher eine erneute Genehmigung In liche Streitenden einstimmig, an den aufgestellten Forderungen erforderlich ist, und die Vorsteher fallen unter die Strafen, festzuhalten. Von den vier beim städtischen Bauamt arbeitenden welche auf Veranstaltung öffentlicher Luftbarkeiten ohne polizei. Steinfegern erklärten sich zwei mit den Streitenden solidarisch. liche Genehmigung gesetzt sind"- auf eine ganz andere Materie Der vierte Theil der Ausständigen ist abgereist. Es gilt also, beziehe, als wie§ 365 des Str. G.-B., daß also von einer Buzug streng fernzuhalten. Dasselbe gilt für Hamburg, landesgesetzlichen Regelung nicht die Rede sein könne. Da die betr. Verordnung aber die Vorsteher mit Strafe bedrohe, so fchersleben, Querfurt und Reichenbach i. W. feien fämmtliche Mitglieder des Vorstandes zu bestrafen, gleichIn Görlitz streiken feit 8. Auguft die Ofensezer, viel, ob dieselben anwesend waren oder nicht, denn auch die AbBirka 50 Mann, um pro Ofen eine Zulage von 1,50 M. zu erwesenden haben dafür zu sorgen, daß in ihrer Abwesenheit Verlangen. Uur so viel war ihnen im Herbst 1894 der Lohn gestöße gegen die Anordnungen der Behörde nicht stattfinden fürzt worden. Die Ausständigen bitten die Fachgenossen um tönnen. Er beantrage daher für jedes Vorstandsmitglied eine folidarisches Verhalten. Geldstrafe von zehn Mart. Der Gerichtshof schloß sich Der Streit der Tischler bei der Firma Kopta in den Ausführungen des Staatsanwalts nicht an. Herford in Westfalen ist nach zwölfwöchiger Dauer beendet. gezogene Verordnung spreche von den Veranstaltungen und LuftDie unorganisirten Arbeiter hielten nicht länger aus. Die Firma barteiten in der Mehrzahl, mithin müsse sie auch von den Vorhalte 25 pet. Aufschlag für Ueberstunden und 11/2 stündige stehern in der Mehrzahl sprechen. Wenn es nun heiße die Mittagspause bewilligt, ferner eine neue Arbeitsmethode ein Vorsteher", so seien nicht die sämmtlichen Vorsteher bezw. Vorgeführt, bei der das Personal angeblich mehr verdienen soll standsmitglieder eines Vereins gemeint, sondern die Vorsteher der Darauf nahm die Mehrheit der Streifenden die Arbeit wieder Lustbarkeiten. Dem Gesammtvorstande eines Vereins liege nur die Verwaltung der Vereinsgeschäfte ob. Für Lustbarkeiten sei Der Weberstreik in der Filiale der Zuchfabrik Aachen, nur der Leiter bezw. seien nur diejenigen Personen haftbar, welche Aktiengesellschaft in Aachen( vormals Süskind u. Sternau) ist die Funktionen des Leiters übernommen haben. Im vor. nicht ganz ohne Erfolg gewesen, wie nach dem neulichen Wolff' liegenden Falle hatte der erste Vorsitzende die Leitung und da schen Telegramm angenommen werden konnte. Nach einer Mit dieser fich früher entfernte und seine Funktionen dem zweiten theilung der Frankfurter Zeiting" hat Direktor Hausen mit dem Vorsitzenden übertrug, so war letzterer verantwortlich. Dieser ist Arbeiterausschuß vereinbart, daß der Stopflohn bei dem bis aber bereits rechtskräftig bestraft und damit ist die Straf herigen Sage verbleiben soll, außerdem wird für das Knüpfen bestimmung der Ober- Präs.- Verordnung erfüllt. Die übrigen der Kette wie in anderen Fabriken ein besonderer Sat 5 Pf. Vorstandsmitglieder find nicht zu verurtheilen, weil sie mit der pro 100 Fäden gezahlt. Von den Arbeitern, die geftreitt Leitung des Bergnügens nichts zu thun hatten. Die Berufung haben, wird feiner entlassen. Da diese speziell für die Filiale der Staatsanwaltschaft war daher zu verwerfen, die An= vereinbarten Bedingungen auch für die Weber des Haupt- getlagten waren freizusprochen und die Kosten der etablissements Giltigkeit haben sollen, wird es zu einer neuen Berufung hat die Staatstaffe zu tragen. Arbeitseinstellung nicht kommen. An die Arbeiterschaft Berlins! Vom Streit der Hut macher find noch 300 Personen zu unterstützen, die vorläufig von den Unternehmern nicht wieder eingestellt wurden. Die Hutmacher haben bei ihrem Kampfe trotz der geringfügigen Unterstützung, die sie bezogen, eine Ausdauer und Energie gezeigt, die ihnen wohl die Sympathie der gesammten Arbeiterschaft sichert. Wir ersuchen die Arbeiter Berlins, die Hutmacher nach wie vor durch Geldmittel nach Kräften zu unterstützen, damit den Opfern des Kampfes das zum Leben nöthigste auch ferner gewährt werden fann. Steuere jeder klassenbewußte Arbeiter und jede flaffenbewußte Arbeiterin Berlins ihr Scherflein bei, eingebent der thatkräftigen Solidarität, die die Hutmacher bei den Lohnbewegungen anderer Gewerkschaften von jeher bewiesen haben und immer beweisen werden. Die Lohntommission der Hutmacher. Gelder nimmt entg. Rempe, Berlin NO., Weinstraße 12. Achtung, Kürschuer Berlins! In unserer Streitbewegung ift infofern eine Veränderung eingetreten, als die Fabrikanten ( ähnlich den Hutmachern) einen Verband gegründet haben und nun die gewiß gerechten Forderungen der Selbständigen zu nichte zu machen versuchen. Trotz der Unterschriften von 23 es die Firmen maßgebenden Firmen wollen es Scheyer, J. Herz, L. Thorner, Löwenstein und S. Weste auf und ließ die übrigen im Stich. mann dahin bringen, daß uns das schwer Errungene wieder entriffen wird. Sie lehnen ihre Unterschrift rundweg ab und wollen es, nach Aeußerung des Vorsitzenden Löwenstein, auf das Aushungern ankommen lassen. Dieses Verhalten rief bei den Streifenden einen Sturm der Entrüftung hervor und es wurde beschlossen, nunmehr die Arbeit bei den genannten vier Großfirmen nicht früher aufzunehmen, bis die Forderungen anerkannt find. Geldsendungen sind zu richten an das Berliner Gewerk schaftsbureau( Adresse: R. Millarg, Annenstraße 16, part.). Die Vertrauenspersonen der Kürschner. J. A.: A. Regge. Achtung, Kürschner! In der Pelzwaaren Fabrit von Demarteau u. Malieu in Brüffel, rue de Laeken, find Differenzen ausgebrochen. Buzug ist strengstens fernzuhalten. Alle Arbeiterblätter werden um Abdruck gebeten. Der Fachverein der Kürschner Brüssels. = Marquardt 23 Gehilfen die Arbeit eingestellt, weil die im der Die ans Ju Leipzig haben in der Buchbruckerei von Karl Depeschen und lehte Nachrichten. Sat befindlichen Werke noch zum alten Tarif hergestellt werden Paris, 6. Auguft.( W. T. B.) Der Raffationsgerichtshof Die Arbeiter der Schuh- und Pantoffel Fabrik von sollten. Die Jnnung hat betreffs der Arbeitsniederlegung der hat das Urtheil des Schwurgerichts, durch welches Arton wegen Schliewe in Berlin, Tiecftr. 21, haben insgesammt die Maschinenmeister der Grumbach' schen Buchdruckerei eine Fälschungen zum Nachtheil der Dynamitgesellschaft zu 6 Jahren Arbeit niedergelegt. Zuzug ist fernzuhalten. Die Agitations- fchwarze Liste der Streifenden herausgegeben und alle Buchthaus verurtheilt worden war, wegen Formfehler auftommiffion. Maschinenmeister von der Liste des Arbeitsnachweises gestrichen, gehoben. Achtung, Bauarbeiter Berlins und Umgegend! Nach die nicht die Pläße der ausständigen Kollegen einnehmen wollten. Lille, 6. Auguft. Die Besitzer der hiesigen Metallwaaren-Wie der Vorsitzende des Vereins Leipziger Buchdruckergehilfen dem der Streit über die Organisationsform beendet ist, werden berichtet, ist die Einführung des neuen Tarifs in Leipzig in fabriken haben infolge eines theilweiſen Streits alle Gießer, auch die Vororte, die sich endgiltig dem Verband der 39 Druckereien vollzogen, 4 Druckereien stehen noch aus und in etwa 1200, entlassen. Die Besizer werden die Gießarbeiten deutschen Bauarbeiter angeschlossen haben, ersucht, ihre 13 ist es zu Ronflikten gekommen. anderwärts vornehmen lassen. Berantwortlicher Redakteur: Auguft Jacobeh, Berlin. Für den Inferatentheil verantwortlich: Th. Glocke in Berliu. Druck und Verlag von Mag Bading in Berlin. Hierzu 1 Beilage. Beilage zum„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Ur. 183. Lokales. Achtung, Parteigenoffen! Am Sonntag, den 9. August, findet das Sängerfest in der Brauerei Pichelsdorf statt. Wir bringen daher die Lokalliste für Spandau und Umgegend in gefl. Erinnerung. Die Genossen werden ersucht, davon Notiz zu nehmen. Radke, Neumeisterstr. 5. Pichelsdorfer Brauerei. Freund's Infelgarten, Pichelswerder. Vogts, Pichelsdorf. Klinsch, Pichelsdorferstr. 103. Feierherd, Scharfe Lante 1. Ducksch, Bismarckstr. 6. Hallecker, Frobenstr. 12. Neumann, Lutherstr. 4. Besonders weisen wir auf das Lokal Reinsberg Bichelsdorf hin, dieses steht der Arbeiterschaft nicht Verfügung. in zur Die Lokalkommission. Das Festkomitee des Sängerfestes ersucht uns, nochmals die Genossen darauf aufmerksam zu machen, daß in der Brauerei Pichelsdorf in der prächtigsten Weise für Ausschmückung des Lokals und für die Bequemlichkeit der Festbesucher gesorgt ist, so daß der Besuch dieses Volksfestes den Genossen empfohlen werden kann. Kranken- und Sterbekaffe der Tischler. Zur Beachtung! In der Annonce am Sonnabend den 1. d. M. betreffend das Stiftungsfest der Zentral Kranken- und Sterbekaffe der Tischler( Verwaltung F) ist ein Drudfehler vorgekommen. Es muß heißen:„ das Stiftungsfest findet am Montag den 10. August statt", und nicht am Sonntag". W. mußte sofort die Arbeit einstellen. Freitag, den 7. August 1896. 13. Jahrg. Gewerbe- Ausstellung 1896. die Lehrmittel sind vier Mart zu vergüten. An meldungen werden noch bis zur zweiten Unterrichtsstunde am Der große Zeltbau vor dem Portal I., dessen Aufführung Sonnabend den 15. August entgegengenommen. Als der Geldbriefträger H. vom Wedding- Postbezirk feinerzeit polizeilich inhibirt worden war, wird nunmehr fertigvorgestern Morgen seinen ersten Bestellgang beginnen wollte und gestellt. Das Gebäude wird von dem Stuhlverleih- Juftitut ermit einem Bekannten, dem er auf der Straße begegnete, einige richtet, welches beabsichtigt, aus diesem Zelt einen Treffpunkt für Ausstellungs- Besucher zu machen. Dasselbe soll Personen, welche scherzhafte Worte wechselte, drehte er sich plötzlich einige Male Ausstellungs- Besucher zu machen. Dasselbe soll Personen, welche im Kreise herum und stürzte, von einem heftigen Blutsturz be- vor dem Hauptportal Bekannte treffen wollen, als Aufenthaltsort in der Wartezeit dienen. fallen, zu Boden. Ein herbeigerufener Arzt fonnte nur eine plöbliche schwere Erkrankung des Briefträgers feststellen, der Ein schwerer Unglücksfall ereignete sich vorgestern Nach dann in ein Krankenhaus geschafft wurde. Das Schicksal des mittag, im Treptower Park in der Nähe des Hauptgebäudes. so plötzlich Erkrankten, eines noch jungen, blühend aussehenden Als ein bei Oswald Berliner angestellter Kellner dicht an der Mannes, der in seinem Amtsbezirke eine allbekannte und beliebte Wand des Hauptgebäudes an einer für das Publikum nicht Persönlichkeit ist, erregt dort allgemeine Theilnahme. zugänglichen Stelle entlang schritt, gab plöglich der Erdbodennach und der Kellner versant in die Tiefe, während gleichzeitig Das Räthsel der verlorenen 11 000 Rubel löst sich aus der entstandenen Oeffnung eine gewaltige Dampfwolte ießt. Aus Schamhaftigkeit scheint deren Verlierer das Publikum emporstieg. An der betreffenden Stelle lag ein zu dem Kesselhause irregeführt zu haben. Zuerst hieß es, eine alte Dame habe falls undicht geworden war, und der herausdringende Dampf über sich selbst und über die näheren Umstände seines Verlustes der Firma Erich Merten führendes Dampfrohr, welches jeden das Geld verloren. Diese alte Dame entpuppt sich jetzt als ein batte den Erdboden unterhöhlt. In dem Moment, als der, Mann, nämlich als russischer Staatsrath, dem bei Kellner die Stelle betrat, brach das Erdreich zusammen. Dem einem Souper mit den Damen der Halbwelt in einem Lokal des Unglücklichen wurden durch den heißen Dampf beide Beine Rosenthaler Stadtviertels 11 000 Hubel gestohlen worden sind. derartig verbrüht, daß er, nachdem ihm auf der Sanitätswache Die Bemühungen der Kriminalpolizei zur Ermittelung des Geldes die erste Hilfe zu theil geworden, mittels Krankenwagens der und der Damen" follen bisher erfolglos gewesen sein. Unfallstation nach dem Krankenhause Friedrichshain gebracht werden mußte. " selbe hat sich aus seiner Wohnung Blücherstraße 35 unter ZurückVermißt wird seit Ende Mai der Rüfer May Otto. Der laffung seiner Sachen entfernt und bis jetzt keine Nachricht von sich gegeben. Es wird befürchtet, daß ihm ein Unglücksfall zu gestoßen ist, da er behördlicherseits nirgends gemeldet wurde. Nachrichten über den Verbleib des Verschwundenen bitten die Angehörigen an das Polizeipräsidium gelangen zu lassen. Kunft und Wissenschaft. Ein Wettrndern der Kamerun- Neger ward am Sonntag Nachmittag in zwei Böten auf dem Karpfenteich vorgeführt. Schon beim ersten Rennen geriethen die beiden Parteien in Streit, bei dem zweiten tam es zu einer folennen Prügelei, wobei die beiden Fahrzeuge umstürzten und deren Insassen ins Waffer fielen. Während einige der Verunglückten sich auf Motorbooten Aus dem Polizeibericht vom 5. Auguft. Gestern früh Schlägerei fort, wobei der eine Neger erhebliche Verlegungen im retteten, setzten die anderen, dem Lande zuschwimmend, die Ueber Unglücksfälle, welche in letzter Beit im Char- wurde im Thiergarten auf dem Floraplaße ein etwa 25 Jahre Gesicht erhielt. Durch den plötzlichen Sturz ins Wasser hatte lottenburger Betriebe von Siemens u. Halste alter Mann, nach vorgefundenen Briefen ein Reisender Hugo R., ein Neger namens Sonntag sich eine Erkältung zugezogen, die vorgekommen find, wird uns berichtet: Am 1. August tam der mit einer Schußwunde in der Schläfe toot auf er anfänglich verheimlichte. Sein Zustand verschlimmerte sich Arbeiter Wilhelm dadurch zu Schaden, daß er bei der Ver- gefunden und nach dem Schauhause gebracht. Es liegt ohne Zweifel dichtung eines Dampfrohres erheblich im Gesicht verbrüht wurde. ein Selbstmord vor.- Beim Jagen nach einem Schmetterling lief jedoch fo bedeutend, daß er vorgestern Abend mittels Krankenwagens vormittags an der Ecke der Perleberger und Birkenstraße der fünf- nach der königlichen Charitee überführt werden mußte, wo er Ungefähr 14 Tage vorher verunglückte im Rabelwerk der jährige Sohn des Arbeiters Bawled gegen ein Geschäftsfuhrwert, iegt an einer angehenden Lungenentzündung daniederliegt. Die Arbeiter Maul dadurch, daß ihm durch ein Krenz, auf welchem gerieth unter die Räder und wurde am rechten Bein Lungenentzündung wird die Unglücklichen noch völlig dezimiren: man Rabel zu wickeln pflegt, ein Fuß im Knöchelgelent zer- verlegt.- Der 21jährige Auftreicher Friz Wagner fiel Von den Schwarzen aus der Kolonial Abtheilung ist schmettert wurde. Der Fuß mußte amputirt werden, was den von einem vor dem Hause Neue Königstr. 11 aufgestellten Balken- Donnerstag Morgen wieder einer im Krankenhause gestorben, Tod des M. zur Folge hatte, Auch am 7. Juli wurden dem gerüst etwa 31/2 Meter hoch herab, zog sich jedoch nur eine und zwar der Suaheli Yuma, der mit dem fürzlich verArbeiter Ka ßner durch ein Schenkelfreuz, zu einer Dynamo- leichte Quetschung der Hüfte zu. An der Ecke der Dennewitz- storbenen Stammesgenossen Salim zugleich in die Charitee gemaschine gehörig, beide Beine zerschlagen, wodurch sich ebenfalls und Bülowstraße wurde mittags der vierjährige Sohn der Wittwe bracht worden war. Auch Yuma litt an einer Lungenentzündung. eine sofortige Amputation beider Beine nothwendig machte. K. Walde durch einen Milchwagen überfahren und am Sein Zustand war gleich bei der Einlieferung sehr bedenklich, befindet sich indessen noch am Leben. linten Fuße so erheblich verletzt, daß seine Ueberführung befferte sich dann etwas, verschlimmerte sich aber bald wieder Bereits am 19. Dezember vorigen Jahres ereignete sich im in das Krankenhaus am Urban erforderlich wurde. Nach derart, daß man jede Hoffnung aufgeben mußte. genannten Betriebe ein Unglücksfall, wobei 4 Arbeiter, welche mittags wurde das Pferd einer Fahrpreisanzeiger- Droschke einen Dampfteffel zu reinigen hatten, durch einströmenden Dampf auf dem Leipziger Play plöglich schen und lief quer über den in den letteren furchtbar verbrüht wurden. Einer der Arbeiter, Bürgersteig. Hierbei wurde die zehnjährige Tochter des Arbeiters namens Ebeling, erlag, wie wir seinerzeit mittheilten, seinen Bürger aus Friedenau und der 18 Jahre alte Hausdiener Verlegungen. Des letteren Falles wegen wurde auch das Ge- Alfred Heide überfahren. Das Mädchen erlitt einen stehen begriffen. Auf Veranlassung von Interessenten der VolksEin Verband freier Bühnen Deutschlands ist im Ents richtsverfahren eingeleitet, welches indeffen noch nicht zur Erledi- Bruch des Oberschenkels, während der junge Mann nur einige bühnen- Bewegung fand eine Konferenz von Vertretern der Vergung gekommen ist. unbedeutende Hautabschürfüngen davontrug. Nachmittags eine Versuchsbühne, Probebühne, Freie Bühne und Neue Freie Und da schwaze man noch, die Arbeiter haben tein Risiko. wurde der Knabe Hans Schwarz, Lennéftr. 11, bei Es ist gerade Rifito genug, bei 35 Pf. Stundenlohn immer in seinem Vater, dem Kammerdiener Gustav Schwarz, wohnhaft, aller Bühnenvereine zu gründen. Den Vereinen, die sich dent Voltsbühne fatt, in der beschlossen wurde, eine Vereinigung der Gefahr zu schweben, Krüppel zu werden oder das Leben während er in der Vittoriastraße vor dem Haufe Nr. 33 auf Verbande anschließen, soll eine Anzahl geschulter Bühnenkräfte, einzubüßen. Es scheint auch, als ob mit der vielgerühmten dem Straßendamm spielte, durch eine in gewöhnlichem Trabe die der Verband engagirt, zur Verfügung gestellt werden. An maschinellen und technischen Entwickelung die Unglücksfälle vom Kemperplate kommenden Droschte erster Klasse, geführt von der Spitze des Unternehmens stehen: Ludwig Fulda, Dr. Bruno gleichen Schritt halten. Durch energische Bestimmungen und dem Kutscher Karl Schörsch, überfahren. Der Knabe, welcher an ille, Rechtsanwalt Dr. Grelling, Otto Erich Hartleben, deren strenge Durchführung, die Schußvorkehrungen im Maschinen- scheinend eine erhebliche Verlegung am rechten Fuß davongetragen Dr. Paul Schlenther. betrieb sowie die Fabritsanlagen im allgemeinen betreffend, hatte, wurde durch den Kaufmann Albrecht aus Groß- Lichterfelde nach dürften sich die Unglücksfälle vermindern lassen. der elterlichen Wohnung geschafft. Auf dem Potsdamer Bahn- Der Lehrstuhl von Curtins an der Berliner Universität Humanität eines Arztes. Bon betheiligter Seite wird hof wurde gegen Abend der Arbeiter Helm aus Zehlendorf wird mit dem Göttinger Professor der klassischen Philologie und uns folgender Vorfall mitgetheilt: Am jüngsten Sonntag wurde beim Rangiren eines Buges überfahren, am alten Geschichte Dr. Ulrich v. Wilamowit- Möllen= die 65 jährige Frau Stahlknecht, die in Begleitung eines Sohnes rechten Arm schwer verletzt und nach Anlegung eines Verbandes dorf besetzt werden. Der Berufene wird sein Amt Ostern 1897 und einer Tochter einen Ausflug in den Grunewald machte, von der Treppe des Hauses Wollinerstraße 47 stürzte die zehnjährige antreten. in das Elisabeth- Krankenhaus überführt. Beim Spielen auf der Dampfstraßenbahn überfahren und schwer verletzt. Der rechte Arm wurde zertrümmert. Sohn und Tochter kamen mit leichten Tochter des in derselben Straße Nr. 12 wohnhaften BosamentierVerlegungen davon. Die verunglückte Frau wurde in das nahe waarenhändlers Hanisch im Stocke über das Geländer gelegene Sanatorium Grunewald des Dr. Cron geschafft, wo ihr in den Keller hinab und erlitt eine so schwere Gehirnein Nothverband angelegt wurde. Hierauf sollte die Verunglückte erschütterung, daß sie bald darauf starb. behufs Amputation des Armes nach dem Krankenhaus gebracht werden. Eine Droschke war in der Nähe des Sanatoriums Grunewald nicht aufzutreiben und Dr. Cron willigte erst nach Rigdorf. Daz Gewerkschaftstartell fordert langem Drängen darein, seinen eigenen Wagen zur Ueberführung sämmtliche Gewerkschaften Rixdorfs auf, am Donnerstag, beizustellen. Sohn und Tochter der schwer Verunglückten athmeten den 13. August, teine Versammlungen einzuberufen, da erleichtert auf. Wer beschreibt ihr Erstaunen, als der Kutscher des eine große Versammlung sämmtlicher Gewerkschaften in den Arztes plötzlich vor dem Eisenbahnhof Halensee Halt macht Bittoriafälen stattfindet. Das Gewerkschaftstartell. und erklärt: Er hätte von seinem Herrn strikten Befehl, nicht weiter als bis zur Station Halensee zu fahren. Von hier sei Die Charlottenburger Bauarbeiter werden auf die am am Streit aufgefordert und Heidrich selbst bedroht haben. eine Transportmöglichkeit nach Berlin gegeben. Man denke Sonntag, den 9. Auguft, vormittags 10 Uhr, stattfindende Mit: Es war deshalb wegen Streifvergehens und Bedrohung Anklage nun die Rathlosigkeit der Angehörigen, die doch selbst durch gliederversammlung hiermit aufmerksam gemacht. Die erhoben, die Angeklagten jedoch freigesprochen worden, da sich Schrecken und leichte Verwundungen erregt waren. Bei dem Kollegen werden gebeten, vollzählig zu erscheinen. Der Be- die Angaben des Heidrich nicht bestätigten. Auf grund der AusSonntagsverkehr war die Eisenbahnfahrt Halensee- Berlin für vollmächtigte. sage des letzteren in der mündlichen Verhandlung wurde jedoch - Aus den Nachbarorten. Witterungsübersicht vom 6. Auguft 1896. daß Gerichts- Beitung. Etn Nachspiel des Stellmacherstreiks beschäftigte die Strafkammer des Landgerichts I in einer Anklage gegen die Stellmacher August Braun und Kunkel. Dieselben waren feinerzeit mit einigen anderen Kollegen zu dem bei dem Stellmachermeister Heidrich arbeitenden Gesellen Reimann gegangen, um ihn zu einer Streitversammlung einzuladen. Heidrich stellte sich ihnen, als er sie über den Hof kommen sah, in den Weg und verbot ihnen den Eintritt zu dem Gesellen. Nach der hernach von Heidrich erstatteten polizeilichen Anzeige sollen die Gesellen nunmehr den Reimann unter Drohungen zur Betheiligung eine so schwer verwundete alte Frau doch fast unmöglich. In Kottbus ereignete sich, wie der Volts- 3tg." geschrieben wegen Beleidigung neue Anklage erhoben, da die Angeklagten Eine Droschke war nicht beizutreiben und der Kutscher wird, ein entseglicher Unglücksfall. In der neu erbauten zu Heidrich gesagt haben sollten: Salt' die Schnauze, sonst des Herrn Dr. Cron war nicht zu bewegen, weiterzufahren; Spinnerei der Firma Klopp u. Mittelkamp follte die Angeklagten deshalb denn auch zu 75 bezw. 50 M. Gelder fürchtete, sonst von seinem Herrn entlassen zu werden. So der Gang eines neu aufgestellten, Wolfes" erprobt werden. Kaum mußten die Angehörigen der verletzten alten Frau vor dem war die Maschine im Gang, als dieselbe in Stücke zersprang. Die Strafe verurtheilt worden. Von den Angeklagten war Berufung Bahnhof Halensee in Angst und Sorge ausharren, bis ihnen Trümmer wurden mit solcher Gewalt emporgeschleudert, seit eingelegt worden. In der Verhandlung, welche nunmehr von anderer Seite Hilfe gebracht worden war. Zeugen, die großes eisernes Fenster und ein Theil dee Umfassungsmauer als das Landgericht beschäftigte, erklärte Braun, er habe, diesem Vorfall beiwohnten, sprachen sich über die Menschen durch dieselben zertrümmert wurden. Wier Arbeiter verHeidrich sie über den Hof hinweg verfolgte, freundlichkeit des leitenden Arztes im Sanatorium Grunewald unglückten. Einer von ihnen ist to bt, die übrigen brei nur erklärt: Salten Sie die Schnauze, es ist ja gar nicht sonderlich anerkennend aus. Das Vorkommniß selbst bedarf sind schwer verwundet. nicht Ihr Hof, während Runtel eine Beleidigung überteines weiteren Kommentars. haupt bestritt. Dem Heidrich wurden bei der Vernehmung seitens des Vertheidigers, Rechtsanwalt Dr. Lebrecht, seine früheren abweichenden Aussagen, in welchen er die jetzt behauptete Bes leidigung gar nicht erwähnt hatte, vorgehalten, worauf er sich damit entschuldigte, daß er von dem ihn vernehmenden Wachtmeister falsch verstanden sein müsse; letzterer habe eine Aussage, die von seinem Sohne herrühre, von ihm unterschreiben Blaffen. Der Vertheidiger geißelte in seinem Plädoyer scharf das Verhalten dieses Zeugen und beantragte für den Fall, daß man demselben überhaupt Glauben schenken wolle, die Vernehmung des Wachtmeisters. Gegen Kunkel sei eine Beleidigung überhaupt nicht erwiesen, und das, was Braun selbst zugebe, sei nicht beleidigend und eventuell in Wahrung berechtigter Interessen geschehen. Eine Strafverfolgung sei überhaupt unzulässig, weil im ersten Verfahren die gefallenen Beleidigungen zugleich als Drohung aufgefaßt worden seien, dieser halb aber eine rechtskräftige Freisprechung erfolgt sei. Berliner Asylverein für Obdachlose. Im Monat Juli nächtigten im Männerasyl 9539 Personen, wovon 3369 badeten, im Frauenafyl 871 Personen, wovon 62 badeten. Arbeitsnachweis wird erbeten für Männer Büschingstr. 4, für Frauen Füsilierstr. 5. Stationen. Swinemünde Für die Anbringung der Straßenschilder an den Laternenständern macht sich in den Kreisen der FuhrwerksInteressenten jetzt eine lebhafte Agitation bemerkbar. Schon feit langer Zeit ist es als ein großer Mißstand empfunden Hamburg worden, daß die Straßenschilder durch vorspringende Berlin Erter und Gesimse, besonders aber durch Geschäfts: Wiesbaden und Reklameschilder immer mehr verdeckt München werden, so daß es an vielen Ecken schon am Tage sehr schwer, Wien. am Abend und in der Nacht aber ganz unmöglich ist, die Haparanda. Straßennamen zu lesen, und zwar sowohl für Fußgänger wie Petersburg für Kutscher. Cort Der Verband deutscher und österreichischer Eisenbahn: Aberdeen. Beamten hält seinen dritten Verbandstag vom 7. bis 9. d. M. Paris. in Berlin ab. Ein unentgeltlicher Kursus für Schüler, die Unterricht im Schreiben auf der Schreibmaschine und in der Stenographie zu erhalten wünschen, wird am Sonnabend den 8. August, nachmittags 6-7 Uhr, in dem großen Hör= saal der Akademie der Künste am Schinkelplat ( Werderscher Markt) von der Berliner Vereinigung für Gabelsberger'sche Stenographie eingerichtet. Für Barometerstand in mm, reduzirt auf d. Meeressp. Windrichtung Windstärke WNW 1111( Stala 1-12) Wetter heiter Temperatur BUT SOUS nach Celsius 760 16 760 760 761 Still WNW N bedeckt 13 halb bedeckt heiter 16 15 759 GSD Regen 16 757 Still Regen 18 759 G wolkenlos 10 • 771 767 764 . • NNW M OND heiter 14 2 3 wolfig woltig 14 12 ( 50. 4° R.) Wetter- Prognose für Freitag, den 7. August 1896. Zeitweise heiter, vielfach wolfig bei wenig veränderter Temperatur und schwachen nordwestlichen Winden; teine erheb= liche Niederschläge. Berliner Wetterbureau. Das Gericht sprach, indem es mit dem Vertheidiger das Zeugniß Heidrich's als gänzlich unzuverlässig annahm, Kunkel frei und ermäßigte die Strafe Braun's auf zehn Mart. Das Polizeipräsidium soll über den Ausgang der Verhandlung besonderen Bericht erhalten haben. Auf den Streik der Zimmerer beim Dombau vom 14. April d. I. führte eine Verhandlung zurück, welche heute, Donnerstag, vor der 6. Berufungs- Straftammer gegen den Zimmermann Huhn stattfand. Huhn war vom Schöffengericht wegen Vergehens gegen§ 153 der Gewerbe- Ordnung zu 6 Tagen Gefängniß verurtheilt worden. Auf grund da gemeinsamer Verabredung hatten nämlich am 14. April dieses JahreZ die Zimmerer beim Dombau z» Erzielung eines höheren Stundenlohnes die Arbeit niedergelegt. Einige der Streilenden. darunter auch«in Zimmermann Weber. hatten gleich am anderen Tage die Arbeit wieder aufgenommen. An diesem Tage nun. am IS. April abends, soll Huhn den p. Weber außerhalb des Bauzaunes erwartet und zu ihm ge- sagt habe:.Du bist ja nicht werth, daß man Dir ins Gesicht spuckt." Nach diesen Worten soll Huhn dem Weber ins Ge- sicht gespuckt haben. So lautet die Aussage des Weber, welche durch die anderen Zeugenaussagen nicht entkräftet wird. Huhn selbst behauptet, er habe dem Weber nur da?„Unschöne" seiner, eines ledige» Mannes, Handlungsweise vorgehalten, ja am anderen Tage noch ausdrücklich betont, er, Weber, solle ruhig weiter arbeiten. Der Gerichtshof war, entgegen den Aussüh rungen des Vertheidigers, der Ansicht, daß der Angeklagte den Zeugen Weber mit den ehrverletzenden Aeußerungcn habe be stimmen wollen, die Arbeit wieder niederzulegen; es wurde aber eine Gesängnißstrafe von nur drei Tagen sur eine an- gemessene Sühne erachtet. Unter der Anklage der wissentlich falschen Anschuldi gnng stand gestern der frühere Sergeant Gustav Krause vor der dritten Ferien- Strafkammer des Landgerichts I. Der An geklagte stand früher beim II. Füsilier> Regiment in Thorn Nachdem er in diesem Frühjahre ans dem Militärstande aus geschieden und nach Berlin übergesiedelt war, richtete er an das General-Kommando zu Thorn eine Anzeige, worin er seinen früheren Vorgesetzren, den Feldwebel Wiemer, zweier Dienstvergehen bezichtigte. Krause behauptete, daß Wiemer eines Tages dem Kanonier Steinbach eine Ohrfeige versetzt und ihm dann eine Mark geschenkt habe, um ihn zu veranlasse», von einer An zeige Abstand zu nehmen. Ferner habe der Feldwebel sich dadurch einen Vermögensvortheil verschafft, daß er in seiner Eigenschaft als Mitglied der Kttchenkommissio» den Soldaten die Menage verkürzte. Es haben wegen dieser Beschuldigungen in Thorn eingehende Vernehmungen stattgefunden, die ein belastendes Ergebniß für den Feldwebel nicht hatte». Allerdings hatte der Kanonier S t e i» b a ch bekundet, daß ihm der Feldwebel einmal eine» „leichten Schlag" versetzt, sich aber dann dieserhalb bei ihm entschuldigt habe. Eine Geldentschädigung sei ihm nicht geboten worden. Dagegen habe der Feldwebel ihm wiederholt kleinere Geldgeschenke gemacht, wenn er im Bureau über die Dienststunden hinaus beschäftigt worden sei. Wenn der Gerichtshof die von dem Angeklagten aufgestellten Behauptungen auch als widerlegt ansah, so konnte in Uebereinstimmung mit dem Staatsanwalt doch nicht für erwiesen erachtet werden, daß der Angeklagte wider besseres Wissen gehandelt hatte, eS muhte daher ein freisprechendes Erkenntniß erfolgen. Dieser Ausgang der Verhandlung wird die„National-Zeitung" und ihre Gewährsmänner in militärischen Dingen wieder tie schmerzen. Es hätte doch eigentlich nach ihren gestern ent wickelten Ansichten dem früheren Sergeanten Krause eine schwere Gesängnißstrafe gebührt, da er Ungesetzlichkeiten, die er an einem militärischen Vorgesetzten beobachtet zu haben glaubte, nicht verschwiegen, sondern sie an die große Glocke gebracht hat. Ei» linder Trost ist es indeß für das Geheimralhs Organ, daß wenigstens der Feldwebel Wiemer feine Unschuld gerichtlich attestirt erhalten hat, da es sich ja sonnenklar herausstellte, daß er dem Kanonier Sleinbach nicht eine Ohrfeige, sondern nur einen„leichten Schlag" versetzt hatte und ihm auch nicht eine Mark als Schweigegeld, sondern zu ganz anderen Zwecken widerholt„kleinere Geschenke" gemacht hat.— Karlsruhe, V. August.(Eigener Bericht.) Am 4. August stand der Rechtsanwalt Siegfried Kahn vor der Ferien- strafiainmer in Mannheim, um sich wegen Untreue eveutuell Unterschlagung zu verantworten. Kahn hatte feit Jahren Gelder. die er alS Konkursverwalter, sowie Gelder, die er für seine Klienten eingenommen hatte, sür sich verwendet. Die Summ« der veruntreuten Gelder beläuft sich auf ca. 6000 M. Wie leicht sinnig Kahn war, kann man daraus ersehen, daß derselbe zur Zeit noch Kostenforderunge» aus 247 Prozessen im Betrage von 7333 M. ausstehen hat. Seit Jahr und Tag hatte Kahn keine Kosten berechnung mehr seinen Klienten zugestellt. Kahn erhielt wegen Untreue 1 Jahr S Monate G-fängniß. Versammlungen. Eine öffentliche Versammlung der Kürschner(Selb ständige, Arbeiter und Arbeiterinnen) tagte am Mittwoch wiederum im„Alten Schntzenhaus". Nach dem Siluations bericht haben weitere Firmen bewilligt, sodaß bis zur Zeit 24 Fabrikanten, darunter sehr bedeutende Firmen, die Forde- rungen unterschriftlich anerkannt haben, bei denen die Arbeit infolge dessen aufgenommen werden konnte. Mit anderen Fabri kanten sind Verhandlungen angekniipft und stehen weitere Be< willigungen in Aussicht. Bekannt gegeben wurde, daß die Ver sanimlung der Fabrikanten stattgefunden hatte und die Gründung eines Verbandes von den zirka 2S anwesenden Fabrikanten vorgenommen worden ist. Mithin bestehen in dieser Branche von nun an Organisationen der Arbeiter und Arbeiterinnen, der Selfr ständigen und der Fabrikanten. Von dem neugegründeten Fabrikantem Verband ist der Lohnkommission ein Schreiben zugegangen In demselben wird den streikenden Meistern der Mützenbranche mitgetheilt, daß sich von allen namhaften Firmen der Branche ein Verband Berliner Mützenfabrikanten gegründet hat, der die von ihnen gestellten Forderungen geprüft und anerkannt hat, daß in den letzten Saisons viele Uebelstände in der Gewerkschaft Platz gegriffen haben, deren Beseitigung im beiderseitigen Interesse wüuschenSwerth wäre. Der Verband hält jedoch die gewaltsame Erreichung diese? Zieles durch die Lohnbewegung nicht für das geeignet« Mittel und ist der Meinung, daß die Bewegung scheitern muß, wenn auch einige kleinere und mittlere Firmen ihre Unterschrift gegeben haben, da die namhaften Firmen der Branche sich den Forderungen nicht fügen können und wollen. Der gegenwärtige Zeitpunkt sei ein solcher, der es den Fabrikanten unmöglich mache, die Forderungen auf die Schultern der Abnehmer abzuwälzen, sie selbst aber bei verschiedenen Artikeln durch den bescheidenen Lohn- ausschlag von IV Pfennigen pro Dutzeud den ganzen Nutzen einbüßen würden. Im übrigen könne den Fabrikanten nicht zu- gemuthet werden, weil«in Viertel der Arbeitnehmer streikt, daß sie allen einen höheren Lohn zahlen sollen. Ausschlaggebend fei serner der Umstand, daß durch die geforderte progressive Lohn- erhöhung das Uebel nicht an der Wurzel gefaßt werde und die Ungleichheit der Löhne nicht aus der Welt geschaffen ist, wie es zur Zeit von den KonkektionSschneidern in richtiger Weise erstrebt wurde. Aus all den angeführten Gründen hat der Verband beschlossen, die Forderungen abzulehnen, dagegen hat er sich zur Aufgabe gestellt, von jetzt mitzuarbeiten an der Aufbesserung der Branche und der nicht ausreichenden Löhne. Der Ver- band erklärt sich bereit, eine Kommisston zu den betreffenden Berathungen zuzuziehen, in der Voraussetzung, daß in Zukunft alle Angelegenheiten zwischen Arbeitgeber und-Nehmer auf gütlichem Wege geregelt werden. Nachdem in dem Schreibe» die Streikenden aufgefordert werden, den Krieg, der nach Ansicht de? Verbandes nur nutzlos weitere Opfer von beiden Seiten fordern würde, zu beenden, wird am Schluß das Vorgehen der Streikenden alS unmännlicher Eigensinn bezeichnet, der den Verband zwingen würde, event. ZwangSmaßregeln zu ergreifen, die neues Elend herausbeschwören und so beiden Theilen Schaden zufügen müssen. Der gefaßte Beschluß aus das Schreiben, welches mit Löwenstein als Vorsitzenden unterzeichnet ist, soll den Fabrikanten in ihrem Eitzungslokal, Landsbergerftraße, bekannt gegeben werden. Die Versammlung stimmt« dem Vorschlag der Kommission zu und beauftragt« Regge, Hundert und Thomsen, der Einladung entsprechend, mit der gleichzeitig tagenden Fabrikanten« Versammlung zu verhandeln, ohne sich auf bindende Beschlüsse einzulassen. Hierauf hielt Genosse A. Hosfmann einen mit lebhaftem Beifall aufgenommenen Vortrag über das moderne Raubritterthum. Die mittlerweile zurückgekehrte Kommission be richtete etwa Folgendes: Die geforderte Lohnerhöhung wurde von der Versammlung, die von 17 Fabrikanten besucht war, als theilweise berechtigt anerkannt und für die Zukunft eine Auf- besserung versprochen, jedoch die gegenwärtige Forderung prinzipiell abgelehnt. Aufmerksam gemacht von der Kommission. daß es sich doch nur um ganz minimale Forderungen handle und die Hauptforderungen zurückgezogen seien, wurde ihnen seitens der Fa- brikanten erklärt, daß man des Prinzips wegen jetzt nichts bewilligen werde und sollten die Streikenden auf ihre Forderungen be harren, so werde man das gegebene Wort, gemeinsam zur Auf besserung der Verhältnisse in der Gewerkschaft zu handeln, zurück ziehen. Auf die Frage der Kommission, wie sich diejenige» Fabrikanten stellen werden, die durch Unterschrist die Forderungen bewilligt haben, wurde erklärt, daß diese ihr Versprechen hallen werden, die anderen sich aber den Beschlüssen des Verbandes fügen. Der Kommission machte man den Vorwurf, daß in den Versammlungen Brandreden gehalten werden, durch welche der Haß gesät und der Streik aufreckt erhalten wird. Des weiteren wurde der Kommission bedeutet, daß die Fabrikanten doch wohl nicht zu hungern brauchten und es folgedessen länger als die Streikenden aushalten werden. Der Vorsitzende, Herr Löwenstein, konnte es nicht unterlassen, das ttommissions- Mitglied Regge wiederholt darauf aufmerksam zu machen, daß er sich in einer Fabrikantenversammlung befinde und sich in seinen Reden zu mäßigen habe. Aehnlich sei es auch den anderen Mitgliedern der Kommission ergangen. Die den Bericht folgende Diskussion war eine sehr kurze. Eine Ab- stimmung der Streikenden ergab die e i n st i m m i g e Er- klärung: Weiterführung des Streiks. Das Resultat wurde mit lebhaftem Beifall der gut besuchten Ver- sanimlung aufgenommen, und gleichzeitig versprochen, die Aus- ständigen so zu unterstützen, daß sie keineswegs zu hungern brauchen, sondern eine genügende Entschädigung erhalte». Von niehreren Rednern wurde sodann aufgefordert, von neuem mit voller Energie den Kampf aufzunehmen, da ei» ziemlich gewisser Sieg in Aussicht steht, zumal die Musterzeit vor der Thür steht, die Arbeit drängt und außerdem mehrere Fabrikanten erklärt haben, unter allen Umstände» ihre gegebene Unterschrift aufrecht zu erhalten und sich um den Fabrikantenring nicht zu kümmern. Wie von einem Redner angeführt wurde, soll Herr Hutsabrikant Bambus, bekannt von der Hutmacher-Bewegung, als Rathgeber bei der Gründung des Verbandes der Mützenfabrikanten snngirt haben. In den nächsten Tagen soll ein Flugblatt verbreitet werden, in welchen auch die Firmen benannt werden, die bewilligt haben. Laut einer Depesche aus Brüssel befinden sich die dortigen Kollegen in einer Bewegung und ist deshalb der Zuzug nach dort besonders der Pelzbranche fern zu halten. Nachdem diejenigen, welche unter den neuen Bedingungen die Arbeit aufnehmen konnte», aufgefordert waren, sich rege an den Sammlungen zu betheiligen, wurde bekannt gegeben, daß die nächste Versammlung am Montag Abend im„Alten Schützenhaus" stattfindet. Eine öffentliche Metallarbeiter-Versammlung beschäftigte sich am Dienstag mit den Verhältnissen in der Maschinenfabrik von Jänicke».Komp., Lindenstraße 44. Nach den Ausführungen des Referenten werden dort über zwanzig Arbeiter beschäftigt, doch fehlte bei Schaffung von Strafbestimmungen zur Fabrik- ordnung die Mitwirkung eines Arbeiterausschusscs, da ein solcher nicht besteht. Weiter befürchteten die Arbeiter in der nächsten Zeit bedeutende Lohnkürzungen infolge einer Aenßerung des Unternehmers in bezug auf seinen neuen Meister. Außerdem waren mehrere Arbeiter Plötz- lich und ohne ersichtlichen Grund entlassen worden und unter diesen auch der dortige Vertrauensmann, so daß die Kollegen nicht ohne Ursache Maßregelungen vermutheten. Die Betriebsleitung verlangte nun, um den neugeschaffenen Straf. bestimmungen Giltigkeit zu verschaffen, daß eine Anzahl Arbeiter die diesbezügliche Abänderung der Fabrikordnung durch ihre Unterschrift gutheißen sollten, doch weigerte sich ein Theil der- selben; auch zogen zwei Arbeiter, die ihre Unterschrist bereits ge- geben hatten, diese zurück. Wegen Verweigerung der Unter- schrift wurden dann zwei Arbeiter entlassen. In der darauf folgenden Diskussion bestritt der Inhaber der Fabrik, Herr Rödelheimer, daß irgendwelche Lohnreduktionen beabsichtigt und Maßregelungen vorgekommen seien, obwohl von mehreren Arbeitern ihm in der Versammlung bewiesen wurde, daß seine Aeußerungen in bezug auf die Festsetzung eines Maximallohnes von 43 Pf. sehr wohl die Ankündigung einer Lohnreduktion be deute. Auch bezüglich der Entlassung des Vertrauensmannes er- klärte Herr Rödelheimer, daß er diesen entlassen habe, weil— er eben wollte. Er habe zwar nichts gegen dessen Slrbeit und Betragen in der Fabrik einzuwenden, aber er könne entlassen, wen er wolle! Daß nach dieser Erklärung des Herrn R. die Mehrzahl der Air wesenden die Ueberzeugung gewann, daß eine Maßregelung den- noch vorliege, darf nicht Wunder nehmen. Von der Mehrzahl der Anwesenden, die in dieser Fabrik beschäftigt waren oder noch dort sind, wurden die Angaben des Referenten somit be tätigt. Ein Antrag: eine Kommission von drei Personen zu wählen zur Regelung der Streitigkeiten— es hatten inzwischen am Dienstag Morgen die Mehrzahl der dort beschäftigten Ar- beiter der neuen Slrafbestimmung wegen die Arbeit eingestellt — fand einstimmige Annahme und ertlärte der Fabrikant Herr Rödelheimer am Schluß der Versammlung, mit dieser Kommission verhandeln zu wollen. Die Buchdruckern- Hilfsarbeiter und Arbeiterinnen hielten am Mittwoch eine gut besuchte Versammlung ab. Ueber den ersten Punkt der Tagesordnung:„Der Ausstand in der Hof buchdruckerei von W. M ö s« r und das Verhalten der dortigen Maschinenmeister in betreff des Versammlungsbeschlusses vom 24. Juli" berichtete Jahns namens der Streikkommission in Uebereinstimmung mit Bleich, daß der Vorstand des Mafchinen meister-Vereins und die Maschinenmeister selbst für den Befchluß der Versammlung: keine Streikbrecher zu beschästigen, ein- getreten seien. Der Obermaschinenmeister Herr Trojan gäbe sich aber geweigert, diesem Beschluß nachzukommen, da man im Arbeitsnachweis der Hilfsarbeiter äugen blicklich nicht genügend Ersatz schassen konnte. Auf eine telephonische Anfrage hin habe das Streikkomitee die Antwort erhalten, daß man von feiten der Firma über Haupt keine Veranlassung mehr habe, mit der Kommission zu verhandeln. Dennoch seien aber kurze Zeit darauf zwei Mit- gliever der Kommission in anständiger Weise empfangen und hnen mitgetheilt worden, daß man auf den Vorschlag, die Streikbrecher zu entlassen, nicht so leickt eingehen könne, ehe Herr Möser von seiner Reise zurückgekehrt sei. Als man hieraus die Sperre über diese Offizin verhängen wollte, wurde ersucht, da- von Abstand zu nehmen. Trotzdem anfänglich die Maschinen- meister mit dem Versammlungsbeschluß einverstanden waren, haben sie dennoch die Streikbrecher ruhig weiter beschäftigt und obendrein die Hilfsarbeiter mit rohen Redensarten behandelt. Würden die Maschinenmeister, die selbst organisirt sind, sich mit den Streikenden solidarisch erklärt haben, dann wären auch alle Forderungen durchgesetzt worden, aber es lag ihnen daran, den Hilfsarbeitern Trotz zu bieten. D r ö h m e r und Maschinenmeister Engel ersuchen die Ver- ammlung, von der Verhängung der Sperre Abstand zu nehmen, weil einestheils die Sache nicht genügend geklärt und der Offizin nur Geld erspart worden sei. weil die wenigen Kräfte dieselbe Arbeit sür weniger Lohn verrichten mußten; wenn Herr Möser urückkomme, werde die Sache durch ihn geregell werden, da er ich den Forderungen der Arbeiter, wie auch Jahns hervor- hob, auch in bezug auf den Neunstundentag, stets zugänglich und entgegenkommend gezeigt habe. Nach längerer Debatte wurde ein Antrag, die Sperre über die Offizin von W. Möser zu verhängen, abgelehnt; dagegen ein zweiter Antrag: Falls die Verhandlungen mit der Kam- Mission über die Regelung der Angelegenheit scheitern sollten, dann die Sperre zu verhängen, angenommen. Jahns berichtet hieraus über den Beschluß der Generalversammlung. wonach Mitglieder nach der 30. Woche 20 Pf. wöchentliche Unter- stützung zu zahlen haben. Bleich erstattet den Kassenbericht über den Monat Juli. Die Einnahmen betragen ins- gesammt 832,60 M.; die Ausgaben 783,90 M. Der noch vorhandene Bestand von 236,80 M. ist für die geliehenen 300 M. bereits zurückgezahlt worden. Die Gesammt-Einnahme während der Daner des Streiks betrug 3l36,85 M., die Ausgabe 8063,15 M.; Bestand 63,70 M. Nachdem die Re- visoren die Richtigkeit der Abrechnung bestätigt, wird der Koni- Mission und den Revisoren von der Versammlung durch Erheben von den Plätzen Anerkennung und zugleich Entlastung ertheilt. Als Streikende sind noch 29, als Arbeitslose 33 männliche und weibliche Hilfsarbeiter, zusammen 64 vorhanden, welches günstige Resultat Jahns nur dem einmüthigen Zu- sammenhalten der weiblichen und männlichen Hilfsarbeiter zu- schreibt. Ein Antrag: die bisherige Streikkommisston sür auf- gelöst zu erklären, wurde für eine spätere Versammlung zurück- gestellt. Demnach haben in Zukunft die beiden Vorstände der Organisationen wegen der Sperre zu verhandeln. Die Arbeite- rinnen sollen von Jahns beim Gewerbegericht vertreten werden. Im Bericht der Buchbinder und verivandteu Berufs- genossen, der in gestriger Nummer veröffentlicht wurde, sind durch den Schriftführer der Versammlung einige unliebsame Jrrlhümer unterlausen. Wir erhalten hierzu folgende Nichtig- stellungen: In der heutigen Nummer des„Vorwärts" finde ich in dem Versnmmlungsbericht des Verbandes der in Buch- Kindereien und verwandten Berufen beschäftigten Arbeiter und Arbeiterinnen über die Sitzung vom 3. August zwei Mal meinen Namen genannt. Ich erkläre hiermit, daß das von mir und über mich Ge- sagte von A bis Z erfunden ist, und müßte ich, so leid wie es mir tbäte, Herrn Brückner sowie den Herrn Diskussionsredner dem Gericht übergeben, um dort ihren Wahrheitsbeiveis an- zutreten, falls sie es nicht vorzögen, ihre Verdächtigungen zu desavouiren. Hochachtend H. A d a m. Der Referent, Eugen Brückner, sendet uns in gleicher An- gelegenbeit, ohne daß er von der Berichtigung des Herrn Adam Kenntniß hatte, folgende Berichtigung: In dem Bericht des Verbandes der Buchbinder u. s. w. heißt es in Zeile 13 von oben: ...... Diese Herren haben sich nicht gescheut, in einer internen Versammlung der Lederwaaren- Fabrikanten die Gründung eines Fabrikantenringes zu empfehlen, damit auf diese Weise es den Arbeitern unmöglich gemacht werde, ihre Lage zu verbessern. Jedoch dieser Plan muß wohl an ver- schiedenen Unternehmern, die wohl das Elend im Beruf selbst eingesehen haben, gescheitert sein. Diese Worte sind von mir nicht gebraucht worden, sonder» ich wies darauf hin, daß gerade diejenigen Fabrikanten, die durch ihre Arbeitersrenndlichkeit bekannt sind, die Forderungen ihrer Arbeiter abgelehnt haben; zu diesen letzteren gehört auch Herr Adam. Ob Herr Adam zum Ring gehört, weiß ich nicht, wohl aber ist von verbürgter Seite mitgetheilt, Herr Adam habe Herrn Loth gegenüber seine Verwnnderung ausgesprochen, daß Herr Loth Arbeiter mit 17—18 M. Wochenlohn einstellt. Er (Adam) zahlt 12—13 M. Ferner habe ich nicht gesagt, daß der Ring an de» Unternehmern, welche das Elend im Berufe eingesehen haben, gescheitert wäre, sondern ich sagte, der Ring ist»hat- sächlich zustande gekommen, trägt aber durch den Konkurrenzneid des einzelnen den Keim des TodeS in sich. Achtungsvoll Eugen Brückner. Berichtigung. In dem'gestrigen VersammlungSbericht der Allg. Orts-Krankenkasse ist mir leider ein kleiner Jrrthum zu« gestoßen, indem die Beiträge für die um 2238 erhöhte Mitglieder« zahl nach extra angeführt wurden. Die durch erhöhte Beiträge und Mitgliederzahl geschaffen« Mehreinnahme beträgt also laut Jahresbericht nur 106 613,31 M. Die Minderausgabe für Krankengeld 137 610,93 M., für Arznei« kosten 33 213,04 M., für Krankenhaustosten 13 834,69 M. Dazu kommt noch eine Mehreinnahme an Eintrittsgeld von 6536,70 M., welche zweifellos ebenfalls der günstigen Geschästskonjunktur znzu« schreiben ist, da die Eintrittsgelder seit dem Jahre 1390 im fort- währenden Fällen begriffen waren, so daß sich die Differenz von 314 000 M., welche zwischen dem Jahre der freien Arztwahl 1394 und 1393 besteht, sehr gut nachweisen läßt und jedem klar sein muß, daß weder dieses, noch jenes Arztsystem schuld hat. Fr. Anna Jäger. ZUbiUir-KSngrrbntid Berlin« und Umgegend. Vorsttender Ad. Neu» mann, Paseivallersir. g. Alte Aenderungen tm Beretnskalender sind zu richten an Friedrich Korlum, Manienfsetslr.«», v.» Tr. Kiuid der grseltiv«» Alixit-ruer-in» Kerli»» und zlmg»g,n». Alle Zuschrisien, den Bund betreNend sind zu richten an: Hermann Jahn, Schönhauser Allee mc. Jentr nivrr ei» der Kuren»»- AngefteUte« Deutschland». Heule Abend es; Uhr bei Rölltg, Neue Friedrichstraße u: Vortrag de« Genossen Hofsinan» Uber Lohnaroett u»d Kapilai. Zahlreiche« Erscheinen nothwendig. «»sa»?»«r»in..Dorwiirt»" S.V. Heule Abend» Uhr bei Nowgck, Maiueusselstr.»: Sitzung. Vermipchkes. Mit allon Mitteln der Reklame wird in vielen Zeitungen „ O d o l" als vorirefflichstes Desinsektionsmittel für den Mund, die Zähne, die Nase:c. empfohlen. Das sächsische Landes- Medizinalkollegium hat nun vor kurzem das Mundwasser„Ovol" in der Zentralstelle für öffentliche Gesundheits- pflege uniersuchen lassen und theilt nun nach dem„Sachs. Korr.-Bl." das Ergebniß wie folgt mit: Die chemische Untersuchung ergab folgende Zusammensetzung des Mittels: 100 Theile Odol enthalten: 16,68 Theile Wasser. 79,04 Theile absoluten Alkohol, 1,95 Theile Menihol, 2,33 nicht flüchtigen Rückstand, darin: 0,041 Theile Saccharin, 0,18 Theile Salicylsäure, 0.02 Theile Mineralstoffe und 2,031 Theile einer Substanz, welche zu etwa zwei Drilleln aus Salol und zu einem Drittel aus salicylsaurem Mentholäther besteht. Zur Prüfung der angeblich vorzüglichen antiseptischen Wirkung des Odols wurde eine Anzahl von Versuchen angestellt, theils mit Reinkulturen verschiedener Bakterienarten, theils mit cxlrahirten kariösen Zähnen und den daran hastenden Bakterien. In keinem Versuche, selbst wenn viel größere Menge» Odol, als die Gebrauchsanweisung vorschreibt, dem Wasser zugesetzt wurden I Odol aus 100 Wasser und 2 Odol auf 100 Wasser, während nach der Gebrauchsanweisung einige Tropse» je nach Geschmack mehr oder weniger in ein kleines Glas Wasser gegossen werden sollen), und selbst bei stundenlangem Verweilen der Zähne in solchen Flüssigkeiten konnte eine Abtödtung aller Bakterien erreicht werden. Das Odol besitzt daher die ihm in den Anpreisungen zugeschriebene desinfizirende Eigenschaft nicht; wen» auch dem Salol und der Salicylsäure eine solche zukommt, so ist doch die Verdünnung, die der an sich geringe Gehalt des Odols an diesen Desinfeklionsmitteln beim Gebrauche erfährt,«ine so hoch- gradige, daß von einer Abtödtung der Bakterien der Mundhöhle nicht die Rede sein kann. Als ein Mittel, das zur Verhütung einer Krankheit(Zahnkaries) empfohlen wird und dessen Zu« fammensetzung und Zubereitung in keiner Weise bekannt gegeben, gehört das Odol unter die Geheimmittel. London, 4. August. In einer Kohlengrube in der Nähe von Neath in Südwales fand heute eine heftige Explosion statt. Zwei Personen wurden getödtet, mehrere verwundet. Eine Anzahl ist verschüttet und, wie man glaubt, tobt. Briefkasten der Redaktion. Ein Luftmord bei Marienburg in Westpr. Das beim Hammerfest, 6. Auguft. Der Nordpolfahrer Andrées Gutsbefizer Schwichtenberg im Vororte Sandhof arbeitende hat die Füllung seines Ballons Donnerstag, den 30. Juli, beendet Dienstmädchen Elisabeth Kroll begab sich am 5. Aug. und wartet jetzt auf günstigen Wind; er will nur mit einem Wir bitten bei jeder Anfrage eine Chiffre( zwet Buchstaben oder eine Bahl) abends nach der Nogat, um zu baden; dort ist sie, wie polizei- Wind aufsteigen, der von einem Ost- in Südwind übergegangen anzugeben, unter der die Antwort ertheilt werden soll. liche Ermittelungen ergeben haben, von zwei Leuten überfallen ist. In den letzten 14 Tagen war der Wind ungünstig. A. K. 18/19. So furz wie möglich, und nur das bringen, und vergewaltigt und darauf in die Nogat geworfen worden, Southampton, 6. August. Der Schnelldampfer, Spree" was wirklich allgemeines Interesse hat. wo die Leiche am Ufer gefunden wurde. Die Mörder sind bisher des Norddeutschen Lloyd" ist heute früh mit dreißig W. M. Wenden Sie sich an das Haupt- Postamt in der nicht ermittelt. stündiger Verspätung hier angekommen. Die Ver- Spandauerstraße, nahe der Königstraße. Dort erfahren Sie auch In El- Rama( Nicaragua) richteten am 29. Juli mächtige zögerung war durch Ueberhigung von Maschinen das übrige. Fluthmassen große Verheerungen an. Nur 15 Häuser der Stadtt heilen verursacht worden. An Bord ist alles wohl. Der Streitende. 80 Br. R. ober 100 Gr. C. blieben stehen. Der Schaden wird auf eine Million Dollars geschätzt. Dampfer setzte die Reise nach der Weser alsbald fort. Für den Inhalt der Inserate übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber feinerlei Verantwortung ob god Theater. Freiag, den 7. Auguft: Neues Opern- Theater.( troll.) Das Heimchen am Heerd. Deutsches Theater. Die Weber. Leffing Theater. Das Glück im Winkel. Schiller- Theater. Krieg im Frieden. Henes Theater. Tata- Toto. National- Theater. Die Reise durch die Gewerbe- Ausstellung. Residenz- Theater. Der Stellvertreter. Vorher: Erlauben Sie Madame! Adolph Ernst- Theater. Charley's Zante. Borber: Die Bajazzi. Central- Theater. Eine tolle Nacht. Belle Alliance Theater. Onfel Bräng. Theater Unter den Linden. König Chilperich. Alexanderplak- Theater. Die offizielle Frau. Kaufmann's Variété. Gefälschte Jungen. Die Welt geht unter. Friedrich- Wilhelmstädt. Konzertpark. Spezialitäten Vorstellung. Apollo Theater. Spezialitäten- Vor ftellung. Schiller- Theater. ( Wallner- Theater.) Freitag, abends 8 Uhr: Krieg( im Frieden. Sonnabend, abends 8 Uhr: Ohne Gelänt. National- Theater. Große Frankfurterstraße 132. Direktion: Max Samst. Sensationelle Novität. Zum 70. Male: Die Reise durch die Gewerbe Ausstellung. Große Poffe mit Gefang von Hugo Busse. Regie: Fritz Schäfer. Morgen: Dieselbe Vorstellung. National- Theatergarten. Großes Konzert. Theaterstücke. Spezialitäten 1. Ranges. Alexanderplatz- Theater. Alexanderstr. 40.5 Direktion: Mar Samft. Senfationellste Novität der Saison. Bum 21. Male: Die offizielle Frau. Schauspiel in 4 Aften nach Savages Romau von J. Lehmann. Morgen und die folgenden Tage: Dieselbe Vorstellung. Central- Theater. Alte Jakobstr. 30. Direttion: Richard Schultz. Freitag, den 7. August 1896: Bum 260. Male: Urania. Taubenstr. 48/49. Taubenstr. 48/49. Naturkundliche Ausstellung Alt- Berlin. Bei günstiger Witterung nachmittags 1/24, 1/26 und 1/28 Uhr: Drel grosse historische Umzüge. Streller. Kaufmann's Variété. Budapester täglich geöffnet v. 10 Uhr vormitt. ab. Altdeutsches Musikkorps. Kapellmstr. Possen- u. Operetten- Theater Eintritt 50 Pf. Wissenschaftl. Theater Uhr. Sternwarte validenstr. 57-62 täglich geöffnet von 7 Uhr abends ab. Eintritt 50 Pf. Näheres die Tagesanschläge. ie 20 Wiener Elite- Kapelle à la Strauss Kapellmeister Fischer. Sänger Gesellschaft ,, Flora", Direttion: Gebrüder Herrnfeld. Heute, Freitag, den 7. August 1896: Personen, in Bierländer Kostümen. Gefälschte Jungen. Eintritt: 25 Pfg. Spezial- Ausstellung Passage- Panopticum. KAIRO gaunde 42 DahomeyAmazonen und der Gehenkte. Castan's Panopticum. Neul! Neull Neu!! 41 ab 7 Uhr nachm. ohne GewerbeAusstellungs- Billet zugänglich. Heute, Freitag, 7. August: Sechstes grosses orientalisches Fest mit märchenhaft. Illumination der Strassen und Gebäude. Fest- Schaustellungen der Beduinen 5 und 81 Uhr nachm. Entrée 51 Mark. nachm. Kinder unter 12 Jahren die Hälfte. Apollo- Theater hochsensationelle und Konzert- Garten Neuheiten Friedrichstraße 218. Dir. J. Glück. Ein Operette von Arnim. Musit von Schindler. Ferner zum 40. Male: Am 3. August verstarb unser Kollege ,. der Bauanschläger Paul Barttig Die Beerdigung findet am Freitag, nach längerem Krankenlager. den 7. d. M., nachmittags 6 Uhr, von der Leichenhalle des Philipp- ApoftelKirchhofes in der Müllerstraße aus statt. Um recht rege Betheiligung bittet Der Vorstand. 84/11 Bitherspieler! Herren, die gewillt sind, sich einem Klub anzuschließen, werd. aufgenommen Die Welt geht unter. im Bither lub" Frohsinn" Freitags Original- Lustspiel von Donat Herrnfeld. Anfang 8 Uhr. Entree 50 Pf. Vorzugskarten gelten. In Vorbereitung: Der Lumpensammler. Sittenbild in 2 Aften von Karl Rößer. Puhlmann's Vaudeville- Theater. Schönhauser Allee 148. Der Krach in der GewerbeAusstellung. Operette in 1 Aft von Gruft Ernau. Miss Franconia, Serpentin Tänzerin. Burry und Lydia, Equlibriften. Little Adolfi, Duettisten. Angelo- Truppe, römische Ringer. Sepp'l Ernesti, Drahtfeilkünstler. Allison- Truppe, Barterre Akrobaten u. f. 10. Entree 30 Pf. Reserv. Plah 50 f. Anfang 4 Uhr. Blumenstr. 32. 114M Wein- Großhandlung und Groß- Destillation Porsch& Heinrich Berlin SO., 5548L* Schmidir. 12, Neanderstr. 8. Neu eröffnet! Vorzügliche Roth, Rhein, Mosel-, Ungar, olayers, Madeira-, Portweine und Sherry. Rum, Arac und Cognac in Gebinden, Flaschen sowie im DetailAusschank zu den billigsten Tagespreisen. Verwaltung der Kochanstalt Städt. Schlachthof verkauft von heute ab täglich( Somm tags vorm. von 7-9 Uhr): Getochtes Rindfleisch à 25 Pf. per Pfund, 5019L* Get. Schweinefleisch à 35 Pf. per Pfund. Abenteuer im Harem. Feldschlößchen Unfallsachen, aber déteglite s Burleske mit Gesang u. 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Entree 50 Pf. Im Vorverkauf sind Billets à 40 Pf. und Familienbillets à 1 M. ( für 3 Personen giltig) zu haben. ( Siehe Plakate.) Zum Schluß: Letzte Woche: Cavalleria schufticana Es finden nur noch drei Aufführungen der Opern Parodie Cavalleria schufticana statt. • * Bolossy Kiralfy's ,, Orient" Olympia GunRiesentheater. How.) Grösstes Schaustück der Welt! Ca. 1000 Mitwirkende! Am Königthor. Schweizer Garten Täglich: Dorffellung. Bent Theater und Spezialitäten. Am Friedrichs hain. Die Männer im Mond. Entree 30 Pf. Volksbeluftigungen und Ball. * 142 Müllerstraße 142. Telephon: Amt Moabit 1213. Täglich: Konzert, Theater. Nachtigall u. Nichte. Spezialitäten- Vorstellung. Sonntags: Großer Ball. Mittwochs: Tanzkränzchen. Theodor Boltz, Defonom. Fruchtweinbowlen gar. rein, ausgezeichnet in Geschmad. Maitrank à Flasche 3/4 Ltr. 60 Pf. intl. Erdbeerbowle Pfirsichbowle Ananasbowle Eugen Neumann& Co. 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Tages Ordnung: Vereinsangelegenheiten und Ausgabe der Billets zu dem am 23. Auguft in Sanssouci", Rottbuserstraße 4a, stattfindenden Sommerfest. 199/14 Der Vorstand. Brauerei Pichelsdorf. 10 10:10 307 Im Anschluss an die Bekanntmachung des Vorstandes des Arbeiter- Sängerbundes von Berlin und Umgegend, betreffend das am 9. August cr. in Pichelsdorf stattfindende Sängerfest, bringen wir dem verehrten Publikum hiermit zur Kenntniss, Deutscher Metallarbeiter- Verband. dass zur Erleichterung des Verkehrs nachstehende Massnahmen getroffen sind. Die Verwaltungsstelle Berlin. Bezirks- Versammlung für Weffent u. Schöneberg Sonnabend, den 8. August, abends 8, Uhr, im ,, Königshof", Bülowstr. 37. Zages Ordnung: 1. Vortrag des Kollegen Friedr. Hofmann über: ,, Dic Revolution der Produktionsmittel. 2. Diskussion. 3. Verbandsangelegenheiten, Ergänzungswahlen zur Bezirksleitung. Gäste willkommien. Zahlreiches und pünktliches Erscheinen erwartet 299/14 Die Ortsverwaltung. Sonntag, den 9. August 1896, vormittags 10 thr: Grosse Oeffentl. Versammlung der Dachdecker und Berufsgenossen Berlins und Umgegend im Lokale des Herrn Gründel, Brunnenstr. 188. Tages Ordnung: 54/17 1. Berichterstattung der Revisoren über den letzten Streit. 2. Ents Taftung der Lohn- und Streit- Kommission und Auflösung derselben. 3. Auf welche Art und Weise sind die Berliner Dachdecker und Berufsgenossen zu einer festen Organisation heranzuziehen? 4. Verschiedenes. Um zahlreiches Erscheinen ersuchen Die Revisoren. J. A.: Fritz Hanke. Große öffentliche Versammlung der auf Holz- u. Kohlenplätzen, Bahnhöfen sowie Gasanstalten beschäftigten Arbeiter u. Kutscher am Sonntag, den 9. Auguft, abends 6/2 Uhr, im Lokale des Herrn Röllig, Neue Friedrichstraße 44. Tagesordnung: 1. Vortrag. 2. Diskussion. 3. Bericht des Vertrauensmannes sowie Neuwahl desselben. 4. Bericht des Delegirten zur Gewerkschafts- Kommission sowie Neuwahl desselben. 5. Verschiedenes. Der Vertrauensmann. 42/19 Fachverein der Musikinstrumenten- Arbeiter. Sonnabend, den 8. Auguft, abends 81/2 Uhr, königliche Eisenbahn- Direktion hat uns die schriftliche Zusage ertheilt, dass an jenem Tage Extrazüge nach Bedarf abgelassen werden, die sowohl nach dem Lehrter Bahnhof als auch nach den Stationen der Ringbahn verkehren werden. Die Direktion der Spandauer Strassenbahn hat erklärt, ihr sämmtliches Wagenmaterial an jenem Tage in Betrieb zu setzen und hofft, den zu erwartenden starken Anstrom glatt zu bewältigen. Die zwischen Spandau und Pichelsdorf kursirenden Dampfer- Gesellschaften wollen ebenfalls Extradampfer einlegen. Ausserdem werden zwischen Spandau und Pichelsdorf noch eine Anzahl Kremser verkehren. Eine Ausgabestelle für EisenbahnRückfahrtkarten wird nach Absprache mit der königlichen Eisenbahn- Direktion auf dem Festplatze eingerichtet werden. Hochachtungsvoll Brauerei Pichelsdorf. Schäftebranche! 5611L Verband der Sattler. 287/19 Sonnabend, den 8. August, Müllerstraße 7: Versammlung. Berein deutscher Shuhmacher Bauarbeiter u. Berufsgen. Dentſchlands V.) Sonnabend, den 8. August, abends 9 Uhr: Versammlung 303/12 bei Babiel, Rosenthaler- Straße 57. Achtung! Achtung! Lokal- organisirte Arbeiter Deutschlands! Lokal organisirte Arbeiter, welche Interesse an der Einberufung eines lokal- organisirten Arbeiter Kongresses haben, werden ersucht, ihre Adresse an Herrmann Poludnik, Drechsler, Barmen, Westkotterstr. 12 zu senden; auch werden alle Fragen erledigt. im Lokale des Herrn Henke, Naunynstraße Nr. 27: und Zuſchriften von dem Betreffenden Mitglieder- Versammlung. Tages- Ordnung: 1. Vortrag des Reichstags Abgeordneten F. Zubeil über: Welche Schlüsse zieht die Gewerkschaft aus dem letzten Streit? 2. Diskussion. 3. Abrechnung vom Maskenball und der Maifeier. 4. Gewerkschaftliches. Um zahlreichen Besuch bittet Der Vorstand. Die Kollegen werden ersucht, heute Abend im Vereinslokal, Naunynstraße 78, abzurechnen. 272/8 Achtung! Einsetzer. Achtung! Sonntag, den 9. August, vormittags 101/2 Uhr, im Englischen Garten, Alexanderstraße Ur. 27c( unterer Saal): Oeffentliche Versammlung der Einseher( Tischler). Tages Ordnung: 1. Was gedenken die Einsetzer jetzt weiter betreffe der Lohnbewegung zu thun? 2. Diskussion. 3. Wahl eines Mitgliedes zur Fünfer- Kommission. Die Kollegen werden ersucht, pünktlich und zahlreich in der Versamm lung zu erscheinen. Streiffarten und Lohntarife werden in folgenden Lokalen Sonntags von 10-12 Uhr verabfolgt: F. Gleinert, Müllerstraße 7 a; R. Babiel, Mofen thalerstr. 57; F. Felgentreff( 3ur alten Linde), am Kottbuser Thor; Fr. Wilke, 3032 b ( Zahlstelle Berlin). Sonnabend, den 8. August 1896, in Joel's Festsälen, lene Andreasstraße Nr. 21: 5. Stiftungsfest. Hierzu ladet freundlichst ein Das Festcomité. Achtung! 32/16 Jmbs' Ostbahn- Park Rüdersdorfer Strasse. Montag, den 10. August 1896 Mühlen- Straße 8 Großes Großes Kinder- Fest find vom 1. Oktober noch zwei Hofwohnungen und zwei einzelne Stuben arrangirt von den billig zu vermiethen. 56576 Parteigenossen des 4. Berl. Reichstags- Wahlkreises( Often) Möbel- Gelegenheitskauf paffendste Gelegenheit für Brautlente. In meinem größten Möbelspeicher, Neue Königs ftraße 59, follen ca. 200 Wohnungseinrichtungen, verliehen gewesene und neue Möbel zu jedem annehmbaren Preise verkauft werden. Durth fehr große, billige Gelegenheitseinfäufe ist es mir möglich, schon ganze Wirthschaften für 90, 100, 800 Mart abzugeben. Theilzahlung gestattet. Beamten ohne Anzahlung. Kleiderspind 15 Mart, Kommoden, Küchenspind 12, Nußbaum- Kleiders spinden, Bertitows 30 Mart. Muschelspinden 35, Bettstellen mit Matragen 18 Mart, Sophas Konzert, Theater, Spezialitäten. Kinderbelustigungen aller Art. Karouffel und Schaukeln stehen den Kindern gratis zur Verfügung. Die Kaffeeküche ist von 2 Uhr an geöffnet. 215 Anfang des Konzerts 4 Uhr. Zu zahlreichem Besuch ladet ergebenst ein Entree 15 Pf. Das Comité. 18, Säulenſpinden, Kleiderſpind, hochelegant 66, Sommer- Theater ,, Marienbad", Badstraße 35/36. Trümeaux mit Säulen und Stryftallglas 60, Herrenschreibtisch, Plüschgarnituren 60 Mart, becken, Gardinen, Fenster 6 Mart. Getaufte Möbel fönnen bret Monate fostenfrei auf Baneelfophas 75 Mart. Steppdecken, Tischmeinem Aufbewahrungsspeicher lagern, werden burch eigene Gespanne transportirt, auch nach außerhalb. W. Pahr, 4581L Anbreasſtr. 26; H. Werner, Bülowſtr. 59; Kladziwa, Badstr. 28; Holzbächer, Arbeitsanzüge Bennen.112. Thurmistr. 84; Sohmidt, Diedenhofener- und Tresckowstraßen- Ecke. 3035b Die Fünfer- Kommission. Freie Vereinigung der Bauarbeiter Berlins. Sonntag, den 9. August 1896, vormittags 10/2 Uhr, im Lokale dra Herrn Wernau, Schwedterstraße 23/24: Mitglieder- Derlammlung. Zages Ordnung: Arbeitsmarkt. Plätterinnen auf Manschetten verlangt Wäschefabrik Freyer, Georgenkirchstr. 24. Plätterinnen 30226 1. Was haben die Bauarbeiter durch den Maurerstreit und den neun- auf Chemisettes verlangt Wäschefabrit stündigen Arbeitstag erzielt? Referent: Genosse Kater. 2. Diskussion, Vereinsangelegenheiten und Verschiedenes. Gäste willkommen. Der Vorstand. J. A.: Fritz Krüger. 31/17 Freyer, Georgenkirchstr. 24. 3023b Hausirer finden guten Verdienst in dem Verkauf eines neuen 10 Pf.- Artikels 3019b Verband deutsch. Zimmerleute, Zahlstelle Berlin. Sermannftr. 24, 1 Tr. r. Sonntag, den 9. Auguft, vormittags 10% Uhr: Mitglieder- Versammlung in den Arminhallen, Kommandantenstraße 20. Tagesordnung: 1. Vortrag des Genossen Schmidt( ReichstagsAbgeordneter) über: Wie schützt sich der Arbeiter gegen die kapitalistische Ausbeutung?" 2. Abrechnung vom 2. Quartal. 3. Abrechnung der StreifDer Vorstand. unterftügung. 4. Verschiedenes. Gleichzeitig machen wir nochmals auf unser am 15. Auguff in Keller's Fesisälen, Roppenstraße 29, stattfindendes 14. Stiftungsfest aufmerksam. Propramme à 30 Pf. find bei fämmtlichen Bezirkskassirern zu haben. Sonntag, den 9. August, mittags 2 Uhr: 255/5 Grosse Dampfer- Extrafahrt nach Strandschloß am Müggelfee. Abfahrt: Stralauer Brücke Nr. 5. 56582 Rückfahrt 7 Uhr abends. Fahrpreis hin und zurück 50 Pf. L. Kahnt. Verantwortlicher Redakteur: Auguſt Jacobeh, Berlin. Für den Karton Arbeiterinnen, geübte, verl. M. Wolff, Neue Friedrichstr. 48. Jacket- Arbeiterinnen werd. verl. 1,10-1,30. Schmidt, Bring EugenStraße 19. 30376 Korbmacherges, verl. Malz& Co., Zehdenickerstr. 15. Meilter 3036b Montag, den 10. August 1896: 24. Stiftungsfest der zentralisirten Lederarbeiter Berlins. Gr. Vokal- und Instrumental- Konzert ausgeführt von Zivil- Berufsmusikern, unter gütiger Mitwirkung der humoristischen Gesellschaft Strzelewicz und der Gesangvereine ,, Glück zu". ,, Bieber'scher Männerchor". Großer Ball Herren, die daran theilnehmen, zahlen 30 Pf. nach. Anfang 4 Uhr. Billet 20 Pf. Die Kaffeeküche ist von 2 Uhr ab geöffnet.[ 3038b Billets sind bei den Vertrauensleuten oder in den mit Plakaten vers sehenen Geschäften zu haben. Das Comité. Keller's Festsäle, Koppenstr. 29. Sonnabend, den 8. August 1896: Grosses Sommernachts- Fest, veranstaltet vom Verband Berliner Kürschner unter Mitwirkung einer start besetzten Rapelle von der Freien Vereinigung der Sivilberufs- Musiker, sowie des Gesangvereins Berliner Kürschner und der Gesellschaft Strzelewicz. Anfang 8 Uhr.- Billets: Herren 50 Pi., Damen 30 Pf.( inkl. Tanz). Der Gesammtüberschuß wird zu Unterstützungszwecken verwandt. Billets find zu haben bei Mertins, Landwehrstr. 11, sowie bei Komiteemitgliedern. gesucht, welcher außer dem Hause allen aben" und ,, Trethurbeln für Fahrräder zu hohen Preisen fertigt, ebenso solche, welche das Löthen und Zusammensetzen von Gestellen übernehmen. Offerten unter L. Q. 432 an Rudolf Mosse, Prinzenstr. 41. Zu zahlreichem Befuch ladet ergebenst ein Freund's Inselgarten 95/6 Das Komitee. Empfehle allen Vereinen, Gesellschaften 2c. mein idyllisch gelegenes Lokal zu Sommerausflügen. Dampferwird Brückenzurückgang vergütet. Dirigent F. L. für Dienstag, Freitag, Sonnabend, wohnt Gitschinerstr. 78. Restaurant mit Garten billig zu 30846 verkaufen. Näheres Liegnigerstr. 30.. Pichelswerder. Frühstücks- Haltestelle. Bei Kremſern Birka 50 Simsmacher werden bei Veltener Lohntarif sof. verlangt u. Herophon, 34 Platten, gut erhalten, finden dauernde Beschäftigung auf Tafel- Klavier, guter Ton, spottbillig. Mücke's Werke, Sindow i. d. Mart, Friedrichsberg, Rummelsburgerstr. 43, Bahnstation Granfee( Stett. Bahnhof). Fritsche. Inseratentheil verantwortlich: Th. Glocke in Berlin. Druck und Verlag von Mag Bading in Berlin.