Morgenausgabe Nr. 261 A 132 49.Zahrgang ffiBdjentlld) 7b Ps.. monatltrt) 3.25 M. (banon 87 Pf. monatlich für Zustellung ins Haus) im voraus.talildac. Postbezug z.»7 M. einschließlich 60 Pf. It-stzeitungs. und 72 Pf. Poftbestellge- »ühren. Auslanbsadonnement s.es M. vro Monat; für Länder mit ermäßig- 1cm Druckfachenvorto 4.65 M Der �ajormärts" erscheint eoochenräg. lich zweimal. Sonntag- und Montag, einmal, die Abendausgabe für Berlin und im Sandel mit dem Titel„Der Abend". Illustrierte Conntagsbeilagi .Voll und izeib" f" f BttUutt VoMbla« Gonniag 5. 3uni 1932 Groß-Äerlin 15 Pf- Auswärts 20 pf. Die einfpolt, Mtlltmelerzelle SO Pf. Retlamezeile 2.— SDL„Kleine Anzeigen" das feNgedruSte Wort 20 Pf. fzulässtgzwei fettgedruelteWortel.jedes weitere Wort 10 Pf. Rabatt lt. Tarif. Worte übet 15 Buchstaben zählen für zwei Worte. Arbeitsmarkt Millimeter- zeile 2ö Pf. Familienanzeigen Milli- meterzeile lk Pf. Anzeigenannahme im Hauptgeschäft Lindenstraße 3, wochentäglich von 8>/, bis 17 Uhr. 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Otto Wels: Diese Regierungserklärung ist zwar kein Programm, sondern mehr ein Sammelsurium von Stammtischschlagworten, die sich selbst ein drittklassiger nationalsozialistischer Diskussionsredner in einer Dorfversammlung genieren würde, zu produzieren. Immerhin genügen diese Schlagworte, um klar zu zeigen, wessen Geistes Kinder die neuen Herren sind: es ist der übelste Geist der politischen, sozialen, wirlschasllichen und kulturellen Reaktion, der aus ihnen spricht. Man mihbraucht den Legriss der Ration und den Legriss Soll, um die Iunkerherrschast wieder auszurichten. Diese Regierung vertritt die Anschauung einiger lausend Adelssamilien von Grohgrundbesihern, königlich-preußischen Offizieren und Beamten a. D. und Großindustriellen— sonst wagt niemand, sich ossen zu ihr zu bekennen. Aber diese Regierung war nur möglich durch den Ausstieg der Hiller-Bewegung, hätte sich das Herrenklub-Kabinelt dem Reichstag vorzustellen gewagt, dann würden hakenkreuzler, hugen- bcrger und Dingeldeyer allein ihr das vertrauen ausgesprochen haben. Aber sie hat das Parlament aufgelöst, nicht nur, weil sie ihrer Riederlage im voraus sicher war, sondern ossenbar auch, weil sie einer öffentlichen Aussprache geistig nicht gewochsen war. So viel ist klar: eine kleine Schicht von seudalen Monarchisten, auf Schleichwegen mit Anlerstühung der Hiller-Bewegung an die Macht in der Republik gelangt, hat den Volksmassen den schärf st en Klassenkampf von oben angesagt. Ihr Vernichlungsseldzug gegen den„Mohlsahrtsstaat" wird dabei nicht halt machen vor den Arbeilslosenunterstühungen und Sozialrenten, die auch die Mitläufer des Ralionalsozialisnius beziehen. Da wird kein Unterschied gemacht werden zwischen„Marxisten" und„Anti- marxisten". Gleiches Elend für alle— mit Ausnahme der Herrenschicht—, das ist die wahre Parole dieser Clique! Diese Parole muß und wird den Millionen von proletarischen und kleinbürgerlichen Rachläufern des Hitlerismus die Augen öffnen. Das Adelskabinett verlangt„innerpolilische Klarheit". Es soll sie haben. Dos werktätige Volk nimmt den Kampf auf! Paul Lobe: „Rieder mit der Regierung Brüning, los von den Rotverordnungen, weg mit dem System des Parlamentarismus— freie Bahn uns Tüchtigen!". Mit diesem Feldgeschrei zog die Rationalsozia- Iistische Deutsche Arbeiterpartei in die Arena. Mit Zubelgesängen und Triumphgeschrei quitilert sie ihren ersten Ersolg— Brüning ist gestürzt, das Parlament ist ausgelöst, die SA. soll frei werden— die neuen Männer sind da. Die Vereinbarungen mit Herrn Hitler Helsen der ersten Regierung in den Sattel, die von den Rationalsozialislen toleriert wird: Herr von Papen, Freiherr von Reurath, Freiherr von Gayl, Freiherr von Braun, Gras Schwerin von Krosigk. Herr Elh von Rübenach, General von Schleicher und zwei Herren der Bourgeoisie? Als Arbeiterpartei zogen sie aus, den Freiherren halsen sie aus den Thron, mit dem Wort„Soziatismus" schmückten sie ihr Firmen- sch'ld, den Kapitalisten öffneten sie das Tor. Herr S t r a h e r verkündet die sozialistische Gesinnung von SS Prozent des deutschen Volkes, sein? Partei hals den 5 Prozent Grundbesitzern, Kapitalsinteressenten und Offizieren in die Macht! Herr von Papen. seine Freiherren, seine Grasen seine Generäle kündigen den zweiten Sieg des Hakenkreuzes an: Weg mit dem „Staalssozialismus". weg mit dem„wohlsahrts- ff aat", nieder mit dem„Klassenkampf" fvon unten), an seine Stelle tritt der K.'assenkamps der Herren von oben. we, mit der Politik der Rotverordnungen— Herr Goebbels hat es hundertmal durch den Sportpatast geschrien! Die alten Rot- verordnunaen bleibi"!. sie werden von Herrn Hitler toleriert, die nenen Rolverordnungen kommen, sie werden von Herrn Hitler toleriert— verschwinden wird nur die Rotverordnung gegen die Großgrundbesitzer aus Ostelbien. 5 gegen 35 Prozent! „Die Hand, die ein Staatsmann den Franzosen entgegenstreckt, wirkt tödlich für Deutschland—" Herr von Papen streckt allen Rationen die Hand zum friedlichen Zusammenwirken entgegen und läßt sich seine besonders guten Beziehungen zu Frankreich von einer ergebenen presse bescheinigen— unter freundlicher Toleranz von hugenberg und Hitler! Fast zuviel Siege des Hakenkreuzes aus den ersten hieb— kein Wunder, daß Herr von Schleicher sich mit hitllers Angesicht begnügt und die 107 im Reichstag, die Straher, Goebbels, Reventlow, nicht mehr zu sehen wünscht, daß er den Reichstag brüsk verabschiedet, ohne auch nur den versuch der Erwerbung von vertrauen gewagt zu haben! Die Sozialdemokratie hat diese Entwicklung ausgehallen, so lange die Wähler ihr dazu die Macht gegeben. Diese Macht nahm in dem Grade ab, als verwirrte Köpfe den Traum des Dritten Reiches träumten und das Hakenkreuz an ihre Heldenbrust heslelen. Die Arbeitslosen, die Invaliden, die Kriegstreiber, aber auch di« noch in Arbeit Besindlichen, die Angestellten und Beamten und mit ihnen Mittelstand und Bauern, werden jetzt die Früchte dieses Sieges ernten. Deutschland wird erwachen— aus einem bösen Traum! Theodor Leipart: i Die Erklärpng der neuen Reichsregierung ist geeignet, in den Massen der arbeitenden Bevölkerung, insbesondere der gewerkschaftlich organisierten, die aller stärkste Beunruhigung hervorzurufen. In einer Sprache, die uns aus Kundgebungen sozialreaktionärer llnlernehmerkreise nur allzu gut bekannt ist, die aber im offenkundigen Gegensah steht nicht nur zu allen früheren Regierungserklärungen aus der Zeit der Republik, sondern sogar auch zu den bekannten kaiserlichen Botschaften über die Sozialpolitik, predigt die neue Regierungserklärung die Abkehr vom sogenannten Stoatssozialismus und von jener Auffassung, die den Slaal als eine Art Wohtsahrlsanstalt betrachte. Dazu ist zunächst zu sagen, l. daß die von der neuen Regierung bekämpfte Auffassung in der R e i ch s v e r s a s s u n g verankert ist und 2., daß es in den Ländern, in denen eine a iz d e r e Aussassung herrscht, für das Elend u n d d i e k n e ch l s ch a s l der arbeitenden Menschen überhaupt keine Grenzen gibt. Die Regierungserklärung läßt erkennen, daß dem deutschen Volke Kämpfe von außerordentlicher Schwere bevorstehen. In diesen Kämpfen muß das arbeilende Volk einig sein. Der Platz der gewerkschaftlich Organisierten ist dort, wo die Fahnen der Demokratie und des Sozialismus wehen! Ludolf Breitscheid: Das Kabinett Papen gibt sein Programm durch presse und Rundfunk bekannt. Es dem Reichstag vorzutragen, hat ihm der Mut gefehlt— und das läßt sich angesichts des Inhalts der Erklikrung begreisen. Der Reichskanzler würde schon gleich mit seinen ersten Sähen, in denen er von der Zusammenfassung aller ansbauwilligen und staalserhaltenden Kräfte spricht, ein hohngelächler hervorgerufen haben und der Frage nicht enlgangen sein, ob sich diese Anfbauwilligkeil aus die Barone des Berliner Herrenklubs beschränkt. Das Kabinett Papen will, so verjicherl es, den Kampf um die Erhaltung der Lebensgrundlagen des Volkes, insbesondere auch der werktätigen Bevölkerung, unverzüglich ausnehmen. Das ist schön von dem Kabinett Papen, aber noch schöner wäre es, wenn man uns etwas darüber jagte, wie man sich diese» Kamps v o r st e I l t. Das Schweigen über diesen immerhin nicht ganz unwichtigen Teil des Programms versucht man mit der heroisch anmutenden Erklärung zu rechlserligen, daß die Regierung keine Versprechungen machen wolle. Dahinter kann sich sowohl Ideenlosigkeit verbergen wie auch die Abneigung gegen ein allzu frühzeitiges Aufdecken der Karten. Auf jeden Fall ist das Schweigen mißlich, denn eine ossene Enthüllung der wahren Absichten des Adelsklubs könnte recht ungünstig selbst auf einen Teil derjenigen Wähler wirken, mit dem er einstweilen rechnen zu dürfen glaubt. Immerhin: wes das herz voll ist, des gehl der Mund über, und deshalb erfahren wir aus dem Programm, daß die Regierung Schleicher-Papen sich den Wiederausbau durchaus im Sinne des arbeiterfeindlichen Kapitalismus denkt. Gegen „Stoatssozialismus" und„wohlfahrlsstaal" wird zu Felde gezogen und es ist deutlich genug, daß der Angriff sich gegen die Sozialpolitik und insbesondere gegen die Sozialversicherung richtet. Daß diese reaktionären Pläne mit Redensarten wie der von dem unseligen Klassenkampf, der Zersetzung durch das marxistische Denken, von der Rotwendigkeit des Ausbaus auf christlicher Wellanschauung verbrämt werden, beweist, daß die neuen Herren den Wunsch haben, dem hillertum. dessen Vertreter sie nicht ins Kabinett genommen haben, wenigstens durch die Uedernahme seines phrajen- schahes ihre Reverenz zu erweisen. Daß sie vom Marxismus ebensowenig verstehen wie von wahrhast christlicher Gesinnung, braucht nicht besonders betont zu werden. was schließlich zur auswärtigen Politik gesagt wird, ist so wenig originell, daß um dieses Programmpunktes willen Brüning wahrhastig nicht hätte gestürzt zu werden brauchen. Und nun fallen wir die Taten der Regierung abwarten, wir sind nicht so geduldig und glauben uns schon heute ein Urteil bilden zu können. Das Kabinett Schleicher-Papen ist der Versuch, das System primo de Rivers ins Deutsche zu übersehen. In Spanien ist das Regime einer geistlosen Diktatur kläglich zusammengebrochen. Daß es in Deutschland nicht andauern kann— dafür wird die Arbeiterklasse sorgen. Gegen die Schande! Ein Kampf des Volkes um Ehre und Broi. Von rriodricU Stampfer. Die Erklärung der Regierung Schleicher-Papen ist klar und fordert eine klare Antwort. Was gibt diesen Herren, deren Verdienste um Staat und Volk ziemlich un- bekannt sind und die allesamt ihren Beruf zum Staatsmann erst zu beweisen haben, das Recht, über Regierungen, Re- gierungssysteme, Weltanschauungen und Parteien, mit so an- motzender Ueberheblichkeit zu urteilen? Man kann sich den Unsehlbarkeitston, aus den das ganze Schrift- stück gestimmt ist, nur aus der Ideenwelt seiner Urheber er- klären, die sich nun einmal sürgeboreneFührer halten, weil die Wiege, in der sie lagen, mit einer Freiherrnkrone geschmückt war. Sie möchten auch in dieser Beziehung die alle Zeit wieder herstellen, sie werden sich aber davon über- zeugen müssen, datz in der neuen Zeit an die V e r st o n- d e s k r ä s t e der Regierenden viel größere Ansprüche ge- stellt sind. Von diesen notwendigen Verstandeskrästen läßt ihre Erklärung leider nichts erkennen. Wie könnte sonst— mit den Worten der Erklärung selbst zu sprechen— der„g e m e i n s ch a s t s s e i n d l i ch e" Versuch unternommen werden, das Volk willkürlich in zwei Teile zu scheiden, von denen der eine„n a t i o n a l" ist, der andere nicht? Die Männer, die im Schützengraben lagen, als der jetzige Herr Reichskanzler in New Port außenpolitisch läng war, haben ein Recht, sich alle Belehrungen über das, was national ist, zu verbitten. Sie dürfen daran erinnern, daß der kaiserliche Reichskanzler von Bethmann-Hollweg in wiederholten Reichstagsreden während des Krieges der- artige Unterscheidungen für die Zukunft als moralisch völlig unmöglich abgelehnt hat. Aber inußle sich nicht auch dieser kaiserliche Kanzler gegen eine Hetze zur Wehr setzen, die ihm die echte Nationalgesinnung absprach? Es soll nicht näher untersucht werden, ob bei den Krisen- Vorgängen der letzten Woche eine schöne Charaktereigenschaft, die man dem deutschen Volke zuspricht, die deutsche Treue, die ausschlaggebende Kraft gewesen ist, darüber könnte Herr G r o e n e r sich kundiger äußern. Wir fühlen uns auch nicht berufen, in den Streit der Weltanschauungen einzutreten, soweit er nicht unsere eigene betrifft, wir wollen daher nur interessierte Zuschauer sein, wenn die neue Reichs- regierung mit Alfred Rosenberg, Heines und Schulz gegen K a a s, Brüning und Josef W i r t h „christliche Grundsätze" verwirklichen wird. Wir verstehen bloß nicht, warum die kommunistische Gottlosenpropaganda verboten worden ist, die plump und unwirksam war. Ist das nur darum geschehen, weil die neue Regierung diese Propa- ganda in eigene Regie nehmen und wirksamer treiben will? Das alles sind für uns nur Nebenerscheinungen. Aber mit verbissener Energie werden wir uns dagegen wehren, daß unter Mißbrauch irgendwelcher Ideologien und Gefühls- Ein Maulkorberlaß. Lieber Popens Vergangenheit soll nicht mehr geredet werden. fjerr o. P a p e n war vor seiner Ernennung zum Reichs- kanzler nur in Deutschland ein unbekannter Mann. Das Ausland kannte ihn längst als eine Figur aus dem Weltkrieg: denn seine Tätigkeit als MilitärattachH bei der deutschen Botschaft in Washington, seine Entfernung aus dem Lande auf Wunsch der amerikanischen Regierung halten ungeheures Aufsehen erregt und eine ganze Literatur her- vorgerufen. Das bemerkenswerteste Stück von ihr ist ein Weißbuch der englischen Regierung aus dem Jahre 1916, in dem alle auf den Fall bezüglichen Dokumente gesammelt sind. Ohne Kenntnis dieser Tatsachen wäre das Verhalten des Auslandes der neuen Regierung gegenüber nicht zu ver- stehen; es war daher Pflicht der Presse, ihren Lesern von ihnen Kenntnis zu geben, wie das auch im„Vorwärts" ge- schehen ist. Aber wir stellen ein für allemal fest, um allen neuen Dolchstoßlügen vorzubeugen, daß der Ausbruch der Entrüstung über von Papens Ernennung und die ausführ- liche Darstellung seiner Rolle im Weltkrieg in der ganzen Weltpresse, namentlich in Amerika und in England, sofort und spontan erfolgt ist, bevor auch nur die Er- wähnung dieser Dinge in der deutschen Presse im Ausland überhaupt bekannt sein konnte. In der Wilhelmstraße ist man jedoch anderer Meinung, wie die folgende amtliche Verlautbarung beweist: 3n einem Teil der deutschen presse sind Nachrichten oerbreitet. die sich mit der früheren außenpolitischen Tätigkeit des Reichskanzlers in den vereinigten Staaten von Amerika befassen Diese Nachrichten slühen sich zum größten Teil aus die Wahrheit völlig entstellendes propagandamalerial unserer früheren Gegner aus dem Wellkriege. Nach Aussassung der Reichsregieruug ist es ein vom Standpunkt jedes vaterländisch denkenden Wenschen unverständliches verhalten, wenn derartiges Wale- rial dazu mißbraucht wird, um dos Ansehen des Reichskanzlers vor dem 3n- und Auslande herabzusehen. Die Reichsregierung ist entschlossen, einer derartigen Brunne nvcrgistung mit allen ihr zur Verfügung stehenden Mitteln enlgegenzulrelc». Die amtliche Verlautbarung leidet an einer bedauerlichen Unklarheit. Soll die sogenannte„Brunnenvergiftung" nur darin bestehen, daß man über die srühere Tätigkeit des Reichskanzlers, die umschreibend eine„außenpolitische" ge- nannl wird, die Wahrheit e n t st e l l e n d e s Material veröffentlicht? Oder ist es auch schon„Brunnenvergiftung", wenn man über die„außenpolitische" Tätigkeit des Herrn von Papen die Wahrheit sagt? Das ist kaum denkbar, sonst müßte ja die amtliche Verlautbarung von der Voraus- fetzung ausgehen, daß das Ansehen des Reichskanzlers durch Verbreitung der Wahrheit geschädigt wird! Es sind uns auch keine Mittel bekannt, die der Reichs- regierung.zu Verfügung stehen, um der Presse die Feststellung geschichtlicher Tatsachen.zu verbieten. Die vorhandenen wären auf diesen Fall ohne schlimmsten Mißbrauch nicht anwendbar. Oer aufgelöste Reichstag. Von 4930—�932- Vollendete und unvollendete Arbeiten. werte die Lebensrechte des arbeitenden Volkes angetastet werden. Die neue Regierung wendet sich in ihrer Erklärung gegen die Verfassung, die sie soeben erst beschworen hat. Sie beschimpft die Parlamentsdemokratie, sie negiert den Wohlfahrtsstaat, sie macht gemeinsame Sache mit den Feinsten der Verfassung. Aber die Parla- mentsdemokratie ist die Grundlage aller verfassungsmäßigen Zustände, und das Recht des Bürgers auf Gewährung eines Existenzminimums durch die Gesamtheit ist gleichfalls in der Verfassung verankert. Niemand soll glauben, daß man dem Volke diese Rechte ungestraft nehmen kann. Die Gerechtigkeit fordert jedoch zu sagen, daß das Volk f e l b st nicht unschuldig daran ist, wenn seine Lebensrechte bedroht sind, denn es hat fie-nicht gehütet. Es hat nicht ver- standen, aus den Wahlurnen Mehrheiten hervorgehen zu lassen, die dem Mehrheitswillen dP Volkes entsprechend regierten. Die Schaffung solcher auf dem Boden der Ver- sassung stehenden Mehrheiten ist die erste Voraussetzung iür die Wiederherstellung der parlamentarischen Demokratie. Sie ist aber auch das einzige Mittel, um den Staat aus dem gegenwärtigen Ausnahmezustand ohne die furcht- barsten Erschütterungen wieder herauszuführen. Die Regierung Papen will eine Rechtsmehrheit, die zum allergrößten Teil aus fanatischen Gegnern der Verfassung bestehen würde. Ob sie dann einer solchen Mehrheit gegen- über nach den„Spielregeln der Demokratie" verfahren will, ist eine ganz andere Krage, die später einmal vielleicht sehr interessant werden kann. Auf die Spielregeln der Demokratie haben sich die Nationalsozialisten immer berufen, wenn es gegen die Demokratie ging. Gegenüber einer Macht, die ebenso antidemokratisch ist, wie sie selber es sind, können sie sich nicht auf die Grundsätze des Parlamentarismus berufen, ohne eine—„S y st e m p a r t e i" zu werden! Aber durch solche späteren Sorgen wird der junge Bund zwischen Hakenkreuz und Freiherrnkrone nicht gestört. Heute ziehen sie gemeinsam in den Wahlkampf, ge- eint durch ihren Haß gegen die Demokratie und ihre anti- sozialen Instinkte. Beide sind einig in dem Willen, das große Kulturwerk, das die sozialistische Arbeiterbewegung in Jahr- zehnten geschaffen hat, bis in die Grundfesten zu zerstören. Erst wollen sie Trümmer schaffen, bevor über den Trümmern zwischen ihnen beiden der Kampf um die Herrschaft ausge- kragen wird. Die Erklärung der regierenden Barone spricht viel von den„seelischen Voraussetzungen", die für ihre Rcgierungskunst erst geschaffen werden sollen. In den Massen des arbeitenden Volkes aber sind die seelischen Voraus- fetzungen schon vorhanden, um den K a m p f g e g e n d i e s e Regierung und ihre nationalsoziali st ischen Helfershelfer aufzunehmen. Es geht nicht bloß um das letzte Stück Brot. Es geht auch um die E h r e d e s Volkes, denn die Zustände, in die wir geraten sind, sind eineSchande! Ein Zusammen- reißen oller Kräfte tut not. damst das deutsche Volk von diesen Rsgierungszuständen befreit wirst und als Kultur- volk unter Kulturvölkern leben kann! Der Wille des Volkes. Die Auflofungsordre beruft sich auf ihn...? Die„Verordnung des Reichspräsidenten über die Aus- lösung des Reichstages" vom 4. Juni hat folgenden Wortlaut: Auf Grund des Art. 25 der Reichsverfassung löse ich mit iosorliger Wirkung den Reichstag auf, da er nach dem Ergebnis der in den legten Monaten stattgehabten Wahlen zu den Landtagen der deutschen Länder dem palirischen Willen des deut- Ichen Volkes nicht mehr entspricht. Unterzeichnet ist diese„Verordnung" außer von Hin- d e n b u r g noch von Papen als Reichskanzler und Frhr. v. G a y l als Reichsinnenminister. Noch kein Wahliermin! Oos Auflösungskabinett kann sich nicht entscheiden? Nachdem die Verordnung über die Auflösung des Reichstags erstaunlich schnell als erste„Tat" des Junker- kabinetts erschienen ist, hnrrt man vergeblich auf die Mitteilung, wann die Neuwahlen erfolgen sollen. Inzwischen sind Bestrebungen im(ftange, den Wahltag überstürzt festzusetzen, um eine Aufklärung der Wähler über die Hintergründe des Regierungswechsels nach Möglichkeit zu verhindern. Ob diese Einflüsse stark genug sind, um die in Worten so starke Regierung Papen zur Nachgiebigkeit zu veranlassen, ist noch unklar. Die Sozialdemokratie ist aber auf alle Fälle vorbereitet. Sie kann durch die Nennung des Wahl- termins nicht überrascht werden. papen und sein Vitter. Wieder Redattionswechsel in der„Germania". Vor wenigen Wochen wurde bekannt, daß der Einfluß des Hauptattionärs und Aussichtsratsoorsitzenden des Berliner Zentrums- blalles„Germania", von Papen, den damaligen Chefredakteur Buhla in Urlaub geschickt und ihn unter Beobachtung seines mehrjährigen Vertrages aus der Redaktion entfernt habe. Nachfolger Buhla- wurde der konseroatiogestnnte kachoiische Schriftsteller Emil Ritter aus Köln, der dort eine Zeitschrist berausgibt. Ritter hat nur einige Artikel in der„Germania" ver- öffentlicht, die sein Bestreben, das Zentrum nach rechts zu i ch i e b e n, deutlich erkennen ließen. Die eigentliche Redaktions- tötigkeit hatte er bisher noch nicht angetreten. Jetzt gibt nun die Verlagsleitung der„Germania" bekannt, daß Herr Ritter„mit Rücksicht auf die politischen Vor- gänge der letzten Tage" von der Leitung der„Germania" zurückgetreten sei. Nachdem Papen aus dem Aussichtsrat des Blattes und aus der Zentrumspartei entfernt war, konnte auch sein Vertrauensmann Ritter nicht bleiben. Der mit Wirkung vom 4. Jum 1332 aufgelöst« Reichstag der fünften Wahlperiode seit dem Inkrafttreten der Wei- marer Reichsoersassung war am 14. September 1330 gewählt worden, nachdem sein Vorgänger im Sommer der Auslösung ver- fallen war. Er unterschied sich von dem vierten Reichstag dadurch, daß die Maichatszahl der Nationalsozialistischen Partei gewaltig gestiegen war, während die Mittelparteien große Einbuße erlitten hatten. Während der Legislaturperiode traten einige klein« Ver- schiebungen in der Fraktionsstarke ein, KeispieKweis« durch die Absplitterung einiger sozialdemokratischer Abgeordneten. Die Man- datsverteilung war zum Schluß solgeiche: Sozialdemokraten............ 136 Nationalsozialisten........... 110 Kommunisten............. 78 Zentrum............... 63 Deutschnatwnflle............ 41 Deutsche Volkspartei........... 30 Wirtschaitspavtei..........?1 Christlich sozialer Vpkksdienst und Konservati ve. 21 Bayerisch« Volkspartei.......... 19 Lgndvolk............... 18 Staatspartei.............. 16 Sozialistische Arbeiterpartei..... 6 Bolksnationale(Jungdeutfcher Orden)..... 6 Deutsche Bauernpartei.......... 3 Bei keiner Fraktion........... 1 Zusammen 577 Bei keiner Fraktion war der Abgeordnete M ö n k e. der aus der Reichslisto des Landvolke gewählt worden war. Der jetzt aufgelöste fünfte Reichstag, dessen Lebensdauer nur zwanzig Monate betrug, hat im ganzen immerhin 64 Sitzungen abgehalten. Er trat auf Einladung des bis dahin noch amtierenden Präsidenten des vierten Reichstags Löbe am 13. Oktober 1330 nach- mittag» 3 Uhr zu seiner konstituierenden Sitzung zusammen. Alters- Präsident war der greise Zentrumsabgeordnete Dr. Herold, der seitdem verstorben ist. In der zweiten Sitzung am 15. Ottober 1330 wurde Reichstagspräsidcnt Löbe wiedergewählt. Unter semer Leitung hat dann der fünfte Reichstag eine große Anzahl von Gesetzen verabschiedet. Viele— und zwar gerade die einschnei- dendsten gesetzlichen Bestimmungen— sind jedoch in diesen zwanzig Monaten teils unter Mitwirkung des Reichstags durch Notverord- nungen erlassen worden. Auch wo das Parlament an diesen Not- Verordnungen nicht mitwirkte, hat es doch seinen Teil an ihrem Bestände, denn alle Notverordnungen wurden nachträglich im Reichstag beroten und keine von ihnen wurde von ihm aufgehoben. Die erste Stelle unter den Vorlagen, die der fünfte Reichstag verabschiedet hat, nimmt der R e i ch s h a u s h a l t s p l a n für das Wahlkamps in Mecklenburg. Heute, Sonnlag, treten die Wähler von Mecklenburg- Schwerin an die Urne. Ziel der Nationalsozialisten ist es. auch in diesem agrarischen, rein evangelischen Bundesstaat die absolute Mehrheit wie in Oldenburg zu erringen. Zu diesem Zwecke haben sie einen Riesenapparat von Agitation, Druck und Terror ausgewendet. Mit hundert Wanderrednern drangen sie in jedes«Dorf, Hitler muhte von Severin aus, dem weiblichen Stammhaus Goebbels, wo er sein Quartier ausgeschlagen hatte, in vier großen Kundgebungen in Wismar, Rostock. Güstrow und Schwerin erscheinen, wohin die„verarmten" Agrarier jedesmal mit hunderte« von Leiter- wagen. Lastautos und Dutzenden von Extrazügen. Zehntausende von Teilnehmern verfrachteten. Sie selbst geben für jede einzelne Kundgebung 25 000 bis 35 000 Teil- nehmer an. Da» Bürgertum durste aus bevorzugten Plätzen 3 bis 10 Mark Eintritt bezahlen, die Landarbeiter, Büdner und Häusler erhielten sitr die Teilnahme freie Fahrt und zwei Mark Zehrgeld— ganz wie in alten Zellen. Was bei ihnen die Bezahlung ausrichten solfte. besorgt« beim Handiverker die wirtschaftliche Drohung! Di« D e ut s ch n a t i o n a I e n � die ebenfalls viel fremde Ad- geordnete ins Land gezogsn haben, schimpfen mll den Nazi» auf das „System", müssen sich aber selbst schon sehr gegen die Konkurrenz der wilden Brüder wenden. Hauptmann Schmidt. Stubbendoxs, Rechnungsjahr 1331 ein. Der Etat wurde wie üblich sehr ausgiebig im Haushaltsausschuß durchgeprüft und auch die sich anschließende zweite Lesung im Plenum des Reichstags war sehr ausführlich. Am 25. März schloß die dritte Lesung des Etats mit seiner end- gültigen Annahme Im Anschluß daran wurde auch das O st h i l f e- g c s e tz mit den dazugehörigen Vorlagen, nämlich dem Gesetz zur Förderung der landwirtschaftlichen Siedlung und dem Gesetz zur Neugestaltung der Bank sür deutsche Jndustrieobligationen am 26. März 1931 verabschiedet. In dieser selben Sitzung wurden zahl- reiche Zolländerungen vorgenommen. In der Folgezeit hat er noch andere wichtige Regierungsvorlagen verabschiedet. Aus ihrer Fülle seien nur erwähnt das Schulden- tilgungsgeseg, die Neuregelung der Stellenver. m i t t l u na, die Ilmorganisation der Rentenbank, das Geseß gegen denPasfenmißbrauch, die Novellen zur Kraftfahrzeug- sleuer. zum Psandbrjeigeseg und das Gesetz über die Zulassung von Hypochekeneintwgungen in ausländischer Währung. Jv seiner letzten Sitzung am 12. Mai 1932 konnte der Reichstag schfotzlich auch da? neue S ch u ldentilgungsgesetz vsrabschiedsn, das zu- gleich die Ermächtigung für die Reichsregierung zur Auflegung einer Prämienanleihe für die Arbeitsbeschaffung nnt umfaßt. Unter den vom Reichstag angenommenen Gesetzen befinden sich auch sechzehn Verträge mll fremden Staatsn, zumeist CrgäNzun- gen zu bestehenden Handels- und sonstigen Wirtschaftsabkommen. Hinzu kommen noch eine ebenso große Anzahl von Initiativ- gesetzen, die auf Anträge aus dem Hause zurückgehen. Das erste dieser Gesetze brachte eine Herabsetzung der Minister- g e h ä l t e r und der Abgeordnetendiäten. Ferner wurde das Pressegesetz im Sinne eines stärkeren Ehrenschutzes geändert. Gänzlich unter den Tisch gefallen smd durch di« jetzig« Auflösung de? Reichstags 17 Regierungsvorlagen, darunter wichtig« Auslandoerträgc wie die Verlängerung des söge- nannten Berliner Vertrages mit der Sowjetunion und das Abkommen llber die Lereinhelllichung des Wechselrechts, ferner das neue Wechselgesetz, durch das dieses Abkommen ausge- führt werden sollte, das Gesetz llber den gewerblichen Rechtsschutz und die Aenderung der Rechtsanwaltsordnung. Das gleiche Schicksal hat rund 100 Anträge und Inlliatiogefetze aus der Mitte des Reichs- tags ereilt. Weitere Hunderte von Anträgen und Initiativgesetzen der Parteien sind wenigstens beraten worden, blieben aber In den Aus- schüsssn stecken und können nun gleichfalls nicht mehr verabschiedet werden; auch unter ihnen befinden sich wichtige Vorlagen wie die Sirafrechsreform, die schon den vierten Reichstag be- schäftigt hatte und von dem kürzlich verstorbenen Abg. Dr. Kahl (D. Vp.) durch Neueinbringung als Initiativgesetz in den fünften Reichstag hinübergerettet worden war.» Agenia sprechen gegen den„wirtschaftlichen Unsinn des Rechts- sozialismus". Die Mittelparteien scheinen wie überall völlig zerrieben zu werden, ihre Veriammlmrgen sind von 6 bis 30 Personen besucht. Auf dem platten Lande scheint sich ein U eberlaufen kommunistischer Wähler zu den Nazis.zu voll- ziehen, nur in den wenigen Städten kamen noch kommuniftsiche Versammlungen zustande. Mll großem Elan und fester Kampjentschlossenhell haben unsere Genossen den Wahlkampf geführt, wohl in 250 Orten Versammlungen abgehalten und trotz Ueberfällen, Sprengungsversuchen und ähnlichen Kampfmechoden immer wieder mll Flugblättern. Zeitungen und zu Versammlungen hinausgezogen. In Kirch-Grambow wurde Major Anker besinnungslos geschlagen, in Lübz wurden Genosse Struck als Redner und fünf weitere Genossen mll blutigen Verletzungen traktiert. Aber schon zwei Tage später fand eine neue Versammlung in dem kleinen Städtchen statt, die Genossen Biedermann und Löbe sprachen vor 400 Wählern, die von ungebrochenem Kampfgeist bestell waren. Ost brachen 150 SA.>Leute in kleine Dorjoersammlungen ein, vergewaltigten unseren Redner, ja schlössen chn sogar ein, bi|> er alle Schimpfkanonaden über sich hatte ergehen lassen. Trotz aller Gewalttaten rückten jeden Tag neue Radfahrer- kolonnen hinaus aufs Land und versuchten, dem wirtschaftlichen Druck der Großagrarier die A u s k l ä r u n g entgegenzusetzen. Unsere Genossen, deren Opfermut und Entschlossenheit man bewundern Muh. hoffen durch ihre Arbeit t«ic Nazimehrheit trotz alledem abzuwenden. Wie eins Ohrfeige...! Die Wirkung der Proklamation der Darone. Die anmaßende, sogenannte Regierungserklärung des � Kollegiums der Grafen, Barone und sonstigen Adligen, die, letzt das Reichskabinett bilden, wirkt nicht nur auf Sozial- demokraten wie eine offene Provokation. Das Blatt der christlichen Gewerkschaften„Der Deutsche" schreibt dazu: „Diese„Regierungserklärung" beweist, daß es sich um k e i n � Kabinett der nationalen Konzentration handelt, sondern um ein gegen die Mitte und gegen die Sozialdemokratie gerichtetes K a m p f k a b i n e t t. Die Polemik dieser Regierungs- erklärung scheut nicht davor zunick, in ziemlich offener Farm dem> Zentrum den Vorwurf zu machen, Kulturbolschewismus gefordert j zu haben. Diese staunenswerte Verdächtigung einer von den besten christlichen Kräften Deutschlands getragenen Partei muß besonders schmerzlich deshalb befremden, well sie von einem katholischen Aristokraten unterzeichnet ist. Der Sag: „Sie haben den Staat zu einer Art Wohlsahrtsanslalt zu mgchm versucht und damit die moralischen Kräfte der Nation geschwächt",— dieser Sah trifft den deutschen Arbeiter und Angestellten, vor allem aber den deutschen Arbeitslosen wie eine Ohrfeige. Wir haben also zur Kenntnis zu nehmen, daß nach Ansicht der Herren v. Papen, v. Schleicher, der anderen Trafen und Barone sowie der bürgerlichen Kabinettsmitglieder die Sozialpolitik, darunter die Arbeitslosenunterstützung, die moralischen Kräfte zermürbt, Sind die Herren der Ansicht, daß Hunger und Elend die moralischen Kräfte der Ration gestärkt hätten? Als Brüning 1930 die Regierung und Steqerwatd das Arbeits- Ministerium übernahm, versprachen beide denKcrnderSozial- gesetzgebung durch die Krise zu retten. Sie haben ihr Versprechen gehalten. Das neue Kabinett von Pupen— von Schleicher macht ein solches Versprechen nicht inehr, sondern die Andeutung des Gegemeils. Und diesem Kabinett hat die nationalsozialistische Arbeiterpartei, ja„Arbeiter"-Partei(!> die Steigbügel geHallen." Die„G e r m a n i a" schreibt in ihrer Sonntagausgabe am Schluß einer längeren Betrachtung: „Im ganzen gesehen bestätigt sich ans der Erklärung des Reichs- kabinetts die schon aus seiner Geschichte und seinem Dasein gegebene Notwendigkeit, gegen diese Regierung mit allen Mitlein und allen Konsequenzen den schärfsten Kamps zu führen. Di« Deutsche Zen- trumspartei hat nicht ein furchtbares Jahrzehnt hindurch die schwerste Berantwortung aus sich genommen, um schließlich die Idee und das Werk des Volksstaales mitten in einem ausjichisoollen Kampfe um das deutsche Schicksal von reaktionären Kräften zerstören zu lassen. Ein gewaltiges Werk hat sie, in unerschütterlicher Treue zu dem deutschen Führer Brüning, gerade in den letzten beiden Jahren getragen und geschützt, in denen eine noch nie erlebte Krise olles zu zerstören begann. Sie kämpft darum, daß dieses Werk nicht verfälscht, und die Grundlagen einer lebendigen, gerechten Gemeinschaft des Volkes nicht vollends zerstört werden, Sie kämpft dagegen, daß der alle Geist einer längst überwundenen politischen ergreift. Sie kämpft dagegen, daß alte, überholte Kräfte und wirtschaftlichen Epoche wieder die Herrschaft in Volk und Staat unserer Geschichte, ans eine unklare Massenbewegung gestützt und sie mißbrauchend, das Lehen unseres Volkes, seine Rechte und s«i,e staatliche Ordnung wieder im Sinne einer längst vergangenen Zeit umgestalten." Hugsnbergs Presse fürchtet, daß der Wähltern','n zu Veit hinausgeschoben werde. Noch Meinung des„Lokal- Anzeigers" darf das Bolk gar nicht erst etwas van Taten dieser Junkerregierung erfahren. Deshalb: Der Maßnahme der Reichstagsauslösung ist. zuzu- stimmen, so ungünstig der herannahende Hochsommer für Wahlkamps und Wahltermine auch ist. Der Tag, an dem gewählt werden soll, ist noch nicht festgesetzt. Lieber, weit lieber, den 3. lluli als den 311 Ein neuer, sich langhinschleppender Wahlseldzug dient niemandem...• Hier spricht deutlich die Furcht, daß dos Volk, an das die Barone appellierten, ihnen eine unerwarte Ant>' wort geben könnte. Aber es hilft nichts, die Herrfchaften werden nicht aus der Zange gelassen, weder Hugen- b e r g noch Hitler, die diesen.Kurswechsel" gewollt, propagiert und durch Vereinbarung gebilligt haben. Sie sollen gerade stehen für die Verordnungen der Generals- und Adelsregierung. Die Ohrfeigen, von denen„Der Deutsche" spricht, steckt das arbeitende Volk Deutschlands nicht schwei- gend ein!_ Auslandsecho der Regierungserklärung Internationale Atmosphäre merklich verändert. Paris. 4. Juni(Eigenbericht.) Der Berliner Korrespondent des„T e m p s" bemerkt zu der Erklärung der Reichsregierung:„Die Regierungs- erklärung gibt als Grund für die Auslösung des Reichstags die Notwendigkeit an. die deutsche Außenpolitik auf einer klnren Innenpolitik auszubauen. Diese Begründung glänzt nicht gerade durch große Logik. Die Regierung kündigt ferner an, daß sie den Kampf für die moralische und wirtschaftliche Gesundung des deutschen Volkes außerhalb der Parteien fortsetzen werde. Auch diese Behauptung wird mtt Skepsis aufgenommen werven. zu- mal die Regierung in derselben Erklärung kategorisch den Sozialis- mus verurteilt und das kathvlische Zentrum anklagt, nicht christlich genug zu sein." Im Leitartikel des„Temps" wird unter Anspielung aus die dem Kabinett bevorstehenden Schwierigkeiten mtt den Nazis erklärt: „Herr von Papen ist noch nicht am Ends seiner Mühen. Die Re- gierungskrise tritt erst in die entscheidend« Phase. Sie wird denen, die sie au? der Röhe beobachten, noch mehr als eine Heber- r a s ch u n g bereiten, sowohl aus außen- wie auf innen- politischem Gebiet. Der sehr scharfe Ton, de» die englische »nd amerikanische presse gegenüber dem Präsidial-Sabinelt weiter anschlägt, bestätigt, daß der erzwungene»ücktrill Brünings die internationale Atmosphäre merklich verändert hat. An der Schwelle der Verhandlungen von Genf und Lausanne wird dies dem neuen Reichskanzler ernste Sorgen einbringen." Kampf um Sein oder Ilichtsein. Brüssel. 4. Juni.(Eigenbericht.) Der sozialistische„Peuple" schreibt zu der deutschen Regie- rungserklärung. sie entschleiere Absichten schwärzester Reaktion auf politischem und sozialem Gebiet. Zur Wirtschaft?. knie und Massenerwerbslosigkeit habe die Regierungserklärung nur hoble Phrasen ohne jeden Ebarakter zu verzapfen, und der Ausruf zur Ruckkehr zu den Grundsätzen des Christentums, um der sittlichen Entartung des deutschen Volkes Einhalt zu tun. sei geradezu unglaublich. Im übrigen schreibt der„Peuple" zur Lage in Deutschland, daß Rezept einer Regierungsbildung. „Man nehme eine große Schöpfkelle voll Barone..., Füge auch einige Generäle und würze sehr sparsam mit einem Großindustrielle hinzu, Bürgerlichen.... Schöpse dann ab. was an gewerkfchaft- lichcm Abschaum herumschwimmt.... Löse bei erhitzter Temperatur den Reichstag auf..., Und nun kannst d u die Geschichte auslöffeln!!!" Hernots Regierungsbeginn. Ein Vergleich mit Deutschland. Paris, 4. Zuni.(Eigenbericht.) Das Kabinett h e r r i o l hat am Sonuabendvormitlag um 1t Uhr seinen Antrittsbesuch beim Präsidenten der Republik ge- macht. Später bestätigte Herriol, daß sich die Regierung am Dienstognachmitiag dem Senat und der Kammer vorstellen werde. Am Sonntag werde ein Sabiuettsral zur Ausarbeitung der Regie- rungserklärung stattfinden, und am Dienstag vormittag werde die Regierung in einem Ministerrat dem Präsidenten der Republik den endgültigen Wortlaut der Erklärung unterbreiten. Als einig« Journalisten Herriot zu der schnellen Lösung der Ministerkrise beglückwünschten, sagte er:„Es ist ermutigend und ei». drucksvoll, daß in Frankreich an dem gleichen Tage in der pM- kommensten Ruhe sin Senats- und«in Kammerpräsident gewählt und eine neue Regierung gebildet werden konnte, wahrend in anderen Ländern..." Zu der in der gleichen Stund« vollzogenen Auflösung des Reichstags, auf die man ihn aufmerksam machte, erklärte Herriot:„Noch vor kurzer Zeit habe ich nicht geglaubt, daß die Auflösung so schnell kommen würde." Vom Elysee begab sich Herriot in Begleitung des llnterstaats- sekrelärs Marchandcau nach dem Grabe des»nbekannien Soldaten unter dem Triumphbogen sowie nach den Gräbern B r i u n d s und D o u m e r s, wo er Kränze im Namen der neuen Regiernng niederlegte. Am späten Nachmittag übcpgaben die bisherigen Minister ihren Nachfolgern die Geschäfte. Dos Kabinett wird in der nationalistischen Presse bereits heftig befehdet. Das schwerindustrielle„Journal des D e b a t s" erklärt, es sei ein Kabinett von Freimaurern und Anhängern der Svzialisierung(?>. Vielleicht habe Herriot nicht an ein solches Kabinett gedacht, ober er hoho es jedenfalls gebildet. In dem Matze, in dem am Freitag abend hie Uhr vorrückte, fei e» mehr und mehr dem extremen Radikallsmus in die Anne getrieben worden. D«.Lntra nf i g«ant" erklärt, das Ministerium könne nur eine Etappe darstellen, denn angesichts der beunnzhizenden auhenpolitifchen Lag« müßten sich aste Parteien zpr Verteidigung des Vaterlandes e i n i g e ti. 5?«rriot werde bald erfahren, daß er die Sozialisten fallen lasten und auf die loyale Unterstützung des rechten Zentrums rechnen mutz, auf die er vor der furchtboron Zukunft nicht verzichten könne. der Verteidigungskamps um die politische und soziale Demokratie jetzt mit nie erreichter Schärfe unter der Führung der Sozialdemokratie einsetzen werde. In den nächsten Wochen gehe es um Sein oder Nichtsein der Demokratie in Deutschland. Dank der Brutalität der jetzigen Machthaber seien da? k o t h o l i- sche Zentrum und die Sozialdemokratie im Ver- teidigungskampse um die Demokratie geeint. Die Sozialdemo- kratie werde sich gewiß tüchtig schlagen. Als Regierungspartei oder als Stütze von Regierungen möge sie Fehler gemacht und gewisse Schwächen gezeigt haben, aber im Verteidigungskampse. in dem sie unter Bismarck und Wilhelm II. geschmiedet worden sei, sei sie unvergleichlich. Diese Arbeitermacht, die in allen Er- scheinungen des gesellschaftlichen Lebens kräftig organisiert sei und in allen Institutionen des Landes lies verankert wäre, könne kein Schleicher und kein Hitler niederschlagen, ohne die deutsche Nation selbst in das tiefste Verderben und in unsagbares Chaos zu stürzen: Reichslandbund auf der Anklagebank. Treviranus soll als Zeuge erscheinen. Der Verleger des Reichslandbundes, Dr. Kluge, und der Leiter der Prssteobteilung des Reichslandbundes, Dr. Pazyna, hatten sich gestern wegen Beleidigung des Ministerpräsidenten Braun in der Berufungsverhandlung zu verantworten. In der ersten Instanz waren Kluge zu 500 M., Pazyna zu 1000 M. Geld- strafe venirteilt worden. Sie hatten im Organ des Reichsland- bundes,..Reichslandbund", in einem Ausruf der preußischen Re- gierung bewußt« Snbotagepolitik in bezug aus die O st- Hilfe vorgeworfen und im Zusammenhang damit den Minister- Präsidenten Broun auch farmall beleidigt. Reichsmimster Trevi- ranus hatte zur ersten Verhandlung Anssagegemchmigung nicht erhalten. In der gestrigen Verhandlung beantragte Rechtsanwatt Sack noch einmal die Ladung des Ministers Treviranus mtt der B«- gründung, daß in Anbetracht der neuen politischen Konstellation(!) es wohl möglich fei, daß«r nun die Aus- fagegenehmigung erhalten würde. Das Gericht beschloß, TreoinawtS als Zeugen zu laden, um den Angeklagten di« Führung des Wahr- heitsbcweifes für ihre Behauptungen nicht abzuschneiden. Ausstand in Chile. Militär gegen Regierung. Santiago de Chile. 4 Juni. Die Revolutionäre, deren Kern das chilenische Fliegerkorps bildet, sind ntt Anmarsch auf dte Regierungsgebäud«, um den Prä- sidenten M o n t e r o zu stürzen. Flugzeuge überfolgen die Staats- gebäude, ohne jedoch Bomben abzuwerfen. Die Bewegung wird geführt von dem früheren Botschaftsr in Washington, Carlos Davilo. 75000 Freiniillige sind gegen die Aufständischen mobilisiert. Der Marsch nach den Regierungsgebäuden begann heute vor- mittag 11 Uhr von der im Vorort El Bosque gelegenen Fliegerschule. Mehrer.e Regimenter sowie eine Anzahl Matrosen haben sich der Ausstandsbewegung angeschlossen, während die Haltung der 18 000 Mann starken Polizettruppen noch unsicher ist. Der Kommandant der Garnison, General Carlas V e r g e r a, ver- Süchte zu intervenieren, die Aufständischen drohten ihm jedoch mit der Gsiangennohme, falls er den Bormarsch auszuhalten versuchen sollte. Mandschureikrieg dauert an. Starke Slusstandstruppen. Nach russischen Meldungen ist es den Japanern in der Mandschurei noch nicht gelungen, ihr« chinesischen Gegner zu ver- treiben. Dos japanische Oberkommando habe in einem Bericht zu- geben müssen, daß die aufständischen Truppen stark seien und die Niederschlagung des Aufstandes daher längere Zeit dauern werde. Zlus diesem Grunde müßten auch die Streit- kräste mehrere Monate in der Mandschurei verbleiben. Wirkung einer einzigen Fliegerbombe. Tokio. 4. Juni. Ein chinesischer Flieger, der van einem Flug gegen kvmmu- nistische Banden in den Provinzen Kwanglung und Honan zurückkehrte. ließ aus Versehen über den Stadt Pengpu«ine 35 Pfund schwere Bombe fallen, wodurch 22 Personen getötet und 41 verletzt wurden. Die erbittert« Menge überfiel darauf das Hauptquartier der Flugstreitkräfte, deren Kammandant gelyncht sein soll. polen protestiert. Regierungsblock gegen Reichstagsausschuß. Warschau. 4 Iyni. Di« Parlamentssraktion des Regicrungsblacks hat einstimmig ein« Entschließung gesaßt, in der es u. a. heißt, das polnische Volk brandmarke empört di« l ü g e n h a s t e n Nachrichten über aggressive Absichten der polnischen Republik. Die Entschließung nennt dann den bekannten Beschluß des Reichstagsausschusses ..eins boshafte, gegen Frieden und Sichsrhstt gerichtete Handlung". Weiter wird gesagt: Das sich aus Recht, Kraft und Friedensliebe stützende polnische Bolk läßt sich nicht aus dem G l e i ch g«- wicht bringen und rechnet vertrauensvoll daraus, daß die Regie- rung auch weiterhin all« lügenhaften, gegen Sicherheit und Welt» frieden gerichteten Aktionen entlarven wird. Wochetiprogramm des Berliner Rundfunks. Sonntag, 5. Juni. 6; Gymnastik. Anschließend; Aus Hamburg: Harenkonzerl 8: Für den Landwirt. 8.55: Morgenfeier. 10.05; Wettervorhersage. 11: Schallplattenkonzert. 11.30: Aus Leipzig: Bach-Kantale. 12.10: Von der Gedächtnisfeier für Geheimrat Prof. Wilhelm Kahl 12.30: Aus Königsberg: Mittagskonzen, 11.15; Für die Kinder. 14.45: Elternstunde. 15.15: Nachmittagskonzert. 16.15: Ernst Wurm liest eigene Prosa. 16.40:\achmittagskonzert. 17.50: Ein Kriminalfilm wird gedreht. 18.15: Tänze und Tanzlieder aus fünf Jahrhunderten. 18.55: Wasserballspiel zwischen der deutschen Nationalmannschaft und Berlin. 19.25: Tagesglossen. 19.50: Sportnachrichten. 20; ,,Der kleine Herzog", Oper von Lecocq. 22.10: Wetter-, Tages- und Sportnachrichten. Danach Tanzmusik. Montag, 6. Juni. 6: Gymnastik. Anschließend: Aus Breslau: Frühkonzert. 11.30: Aus Hannover: Schloßkonzert. 12.30: Wettermeldungen für den Landwirt. 14: Schallplattenkonzert. 15.20; Aus Arbeit und Leben. 15.45: Was muß eine tüchtige Schneiderin alles können. 16.05; Berlin, die Stadt der Femdenkolonien. 16.30: Lieder von Edvard Orieg. 16.50; Kammermusik für Bläser. 17.30: Jugendstunde. 17.50: Die Musik im japanischen Theater(mit Schallplattenbeispielen). 18.20: Menschen und ihre Arbeit. 18.50: Mitteilungen des Arbeitsamtes. 18.55: Die Funkstunde teilt mit. 19; Stimme zum Tag. 19.10: Erwin Lendvai(zum 50. Geburtstag). 19.40: Die Zuidersee— ein Binnensee. 20:„Ihr Leute, hört die Trauennär!" Eine Stunde gruseliger Moritaten. 21.10: Deutsch-ibero- ameiikaniscbe Kundgebung. 22.40: Wetter-, Tages- und Sportnachrichten Danach: Tanzmusik. Dienstag, 7. Juni. 6: Gymnastik. Anschließend: Aus Hannover; Frühkonzert. 11.30; Aus Königsberg: Mittagskonzert. 12.40; Die Viertelstunde für den Landwirt. 14; Schallplattenkonzert. 15.20: Aus Arbeit und Leben. 15.45; Zeitgenössische Lieder. 16.15: Von Berlin bis Tokio. 16.40: Falscher Ton— falsches Deutsch. 17.05: Doktor Ueberall erzählt. 17.25: Klaviermusik. 17.55: Bücherstunde. 18.25: Programm der Aktuellen Abteilung. 18.55; Die Funkstunde teilt mit... 19: Stimme zum Tag. 19.10: Tänze von einst, Tänze von heute. 21.10: Funkkalender. 22.10; Wetter-, Tages- und Sportnachrichten. Mittwoch, 8. Juni. 6: Gymnastik. Anschließend: Frühkonzert. 9: Von der Deutschen Welle; Schulfunk. 11.30: Aus Leipzig: Mittagskonzert. 12.30: Wettermeldungen für den Landwirt. 14: Schallplattenkonzert 15.20; Aus Arbeit und Leben. 15.45: Die berufstätige Frau als Hausfrau, 16.05; Programm der aktuellen Abteilung. 16.30: Volkskunst-Stunde der Ekkchardspielc. 17.30: Jugendstunde. 17.50: Von der bildenden Kunst. 18; Sozialpolitische Umschau. 18.25: Alt-Arien. 18.55: Die Funkstunde teilt mit... 19; Stimme zum Tag. 19.10: Unterhaltungsmusik. 19.55; Mitteilungen des Arbeitsamtes. 20: Festkonzert aus Anlaß des Rot- Kreuz-Tages 1932. 20.45: Aus Köln: Uraufführung:..Mörder aus Gcrcciitig- keit." Altchinesisches Sittenbild von Ehrenstein. 22.15: Wetter-, Tages- und Sportnachrichten. Danach: Tanzmusik. Donnerstag, 9. Juni. 6: Gymnastik. Anschließend: Aus Leipzig: Frühkonzert. 11.30: Aus Bremen: Mittagskonzert. 12.40; Die Viertelstunde für den Landwirt. 14: Schallplattenkonzert. 15.20: Aus Arbeit und Leben. 15.45: Findlinge. 16.05; Friedrich von Gentz zum 100. Todestage. 16.30; Cello-Musik. 16.50: Koloratur-Arien. 17.05: Ungarische Rhapsodien von Liszt, 17.30: Jugendstunde. 17.50: Die hc- rufsständischc Idee in der praktischen Sozial- und Gewerkschaftspolitik. 18.15: Zehn Minuten Funkhilfe. 18.30; Siegfried Mauermann liest eigene Prosa. 18.55: Die Funkstunde teilt mit... 19: Stimme zum Tag. 19.10: Mitteilungen des Arbeitsamtes. 19.15; Unterhaltungsmusik. 20.30: Aus dem Schallplattenarchiv der Funkstunde. 21.10: Orchesterkonzert. 22.15: Wetter-, Tages- und Sportnachrichten. Danach: Berliner Operetten-Musik. Freitag, tü. Juni. 6: Gymnastik. Anschließend; Frühkonzert. 11.30: Solistenkonzert. 12.30: Wettermeldungen für den Landwirt. 14; Schallplattenkonzert. 15.20: Aus Arbeit und Leben. 15.45: Deutsche Frauensorgen vor 100 Jahren, 16.05; Zwischen (iiro dMtalia und Tour de France. 16.30: Flötenmusik. 16.45; Lieder und Balladen. 17: Jugendstunde. 17.20: Das neue Buch. 17.30; Interview der Woche. 17.50; Unterhaltungsmusik. 18.55: Die Funkstunde teilt mit... 19: Stimme zum Tag. 19.10: Chorgesänge. 19.30; Das Wochenende. 20: Aus Washington- Worüber man in Amerika spricht. 20.15: Aus Breslau:„Ein Walzer muß es sein," 21.15: Edwin Fischer spielt und dirigiert. 22.15: Wegweiser ins Wochenende. 22.20: Politische Zeitungsschan. Danach: Tanzmusik Sonnabend, l!. Juni. 6: Gymnastik. Anschließend: Ans Könjgsberg: Frühkonzert. 11.30: Aus Königsberg: Mittagskonzert. 12.30: Wettermeldungen für den Landwirt. 14: Schallplattenkonzert. 15.20; Jugendstunde. 15.40: Die neuen Formungen in der gegenwärtigen Architektur. 16.05; Populäres Orchesterkonzert aus Magde- — m—■ bürg. 18; Die Erzählung der Woche. 18.25: Lieder. 18.50: Mitteilungen des Arbeitsamtes. 18.55: Die Funkstunde teilt mit... 19: Stimme zum Tag. 19.10: Moderne Ernährung. 19.35; Für den Siedler und Kleingärtner. 19.45: Anthos liest eigene Prosa. 20: Aus Wien: Soldatenlieder und Militärmusik aus drei Jahrhunderten. 22; Wetter-, Tages- und Sportnachrichten. Danach: Tanzmusik. Königswusterhausen Sonntag, 5. Juni. 6: Uebertragung aus Berlin. Anschließend: Aus Hamburg: Hafcukonzert. Ab 8: Uebertragung aus Berlin. II: Dichterstunde. 11.30; Aus Leipzig: Bach- Kantate. 12.15: Aus Leipzig: Zum 100jährigen Jubiläum des Gustav-Adolf- Vereins. 13: Aus Königsberg: Mittagskonzert. 14.15: Stunde des Landes 14.45: Eltemstunde. 15.15; Aus Berlin. Nachmiltagskonzert. 16.15; Deutsche Landschaften. 16.40: Aus Berlin: Nachmittagskonzert. 18: Junge Generation spricht. 18.10: Zehn Minuten Lyrik. 18.55: Uebertragung aus Berlin. 19.30: Die Idee der politischen Freiheit. Deutschlandsender: 20: Aus der Staatsoper Unter den Linden:„Die sizilianische Vesper." Oper von Verdi. Anschließend: Wetter-, Tages- und Sportnachrichten. Danach: Uebertragung aus Berlin. Montag, 6. Juni. 16: Pädagogischer Funk. 16.30: Aus Berlin: Nachmittagskonzert. 17.30: Strömungen in der evangelische Theologie der Gegenwart. 18; Der Naturalismus in der Dichtung des 19. Jahrhunderts. 18.30: Spanisch für Anfänger. 18.55: Wetterbericht für die Landwirtschaft. 19: Aktuelle Stunde. 19.20; Stunde des Landwirts. 19.35: Lenin und die geistigen Grundlagen des Bolschewismus. Dcutschlandsender: 20: Aus Breslau:..Das Lusamgärtlein." Musik von Voelkcl. 21.10: Aus Nürnberg;„Wien in Nürnberg." Ein heiterer Abend von Strauß bis Lehar. 22.20: Wetter-, Tages- und Sportnachrichten. Anschließend: Uebertragung aus Berlin. Dienstag, 7. Juni. 16.30: Aus Leipzig; Nachmittagskonzert. 17.30: Plauderei über den Gesang der heimischen Singvögel 18: Das Thema in der Instrumentalmusik. 18.30: Englisch' für Fortgeschrittene. 18.55: Wetterbericht für die Landwirtschaft 19: Gedanken zur Zeit. Dcutschlandsender: 19.30: Aus Frankfurt a. M.:..Die Geschichte des Affen Wim." Hörspiel von Leo Matthias. 20.20: Aus Paris: Europäisches Konzert. 22.30: Wetter-, Tages- und Sportnachrichten. Anschließend: Aus Hamburg: Spätkonzert. Mittwoch, 8. Juni. 16: Pädagogischer Funk. 16.30: Aus Hamburg: Nachmittagskonzert. 17.30: Das unbekannte Frankreich. 18: Lied und Musik der deutschen Studenten. 18.30: Das Mittelalter und die Einheit der abendländischen Kultur. 18.55: Wetterbericht für die Landwirtschaft. 19; Volkswirtschaftsfunk. 19.20: Stunde des Beamten. 19.40: Viertelstunde Funktechnik. Deutschlandscndtr: 20: Uebertragung aus Berlin. 21: Aus Stuttgart: Ein schwäbisch-volkstümlicher Heimatabend. 22.20: Politische Zeitungsschan. 22.35: Wetter-, Tages- und Sportnachrichten. Anschließend; Uebertragung aus Berlin. Donnerstag. 9. Juni. 16; Pädagogischer Funk. 16.30: Aus Berlin: Nachmittagskonzert. 17.30: Reste gefmaniscfier Kultur in Siebenbürgen. 18: Der Naturalismus in der Dichtung des 19. Jalirlumdcrts. 18.30: Spanisch für Fortgeschrittene. 18.55: Wetterbericht für die Landwirtschaft. 19: Aktuelle Stunde. 19.20: Stunde des Land-, virts. 19.35: Lenin und die geistigen Grundlagen des Bolschewismus. 20: Führerin— Vcrfühcrin Musik. Deutschlandsender: 20,25: Aus München; Achtes bayrisches Tonküusllerfest. 21.10; Aus Königsberg: Uraufführung;„Urwald." Hörspiel. 22.10: Wetter-, Tages- und Sportnachrichlen. 22.30: Aus Königsberg; Alle deutsche Tänze. Freitag, 10. Juni. 16: Pädagogischer Funk. 16.30: Aus Leipzig; Nachmittagskonzert, 17.30: Risiko und Lebensversicherung des Menschen der Gegenwart. 18: Das Mittelalter und die Einheit der abendländischen Kultur. 18.30: Volkswirtschaftsfunk. 18.55: Wetterbericht für die Landwirtschaft. 19; Uebertragung aus Berlin. 19.15: Wissenschaftlicher Vortrag für Zahnärzte. 19.35: Stunde der Arbeit. Deutschlandsender: 20: Aus Washington: Worüber man in Amerika spricht. 20.15: Ans Stuttgart:„Leichte Kavallerie." Komische Oper von Suppe 21.15: Uebertragung ans Berlin. 22.20: Wetter-, Tages- und Sportnachrichten Anschließend Uebertragung ans Berlin. Sonnabend, 11. Juni. 16: Lob des Blau. 16.30; Aus Hamburg. Nachmittagskonzert. 17.30: Viertelstunde für die Gesundheit. 17.50: Aussichtswarten am pommerschen Strand. 18.05: Musikalische Wochenschau. 18.30: Der Aufbau eines zivilen Luftschutzes. 18.55: Wetterbericht für die Landwirtschaft. 19: Englisch für Anfänger. 19.30: Stille Stunde. Anschließend: Uebertragung aus Berlin. Abonniert die Zeitung der Aand- und Kopfarbeiter! Ich abonniere die volle Ausgabe des„Vorwärts", zweimal täglich frei ins Haus zum Preise von 3,25 Mk. pro Monat(pro Woche 75 Ps.) Ich abonniere den„Sonntag-Vorwärts" zum Preise von 55 Pf. pro Monat. (N'chizutresfendes ist zu durchstreichen.) Name: Wohnung: -Strohe Nr.- vorn Hos— Üuergeb.— Seitenst.— Tr. links— rechts bei Aussüllen und einsenden an den Verlag des„Vorwärts" Berlin S!v b8, Lindenstraye 3. Spart. Rennen zu karlshorst, Sonnabend, 4. Juni. Harlrlin-Iagdrrnncn. I. LeenatnS lH. Tork?!: 2. Juble: 3. Eigenliebe. JetD; 19: 10. Platz: 12, 21, 43; 10. Ferner liefen; flili(4.), Neuplatin (gef.i, Tnrja, Taupcrle lgei.>, Liliput lausgebr.i. Troiedower Flachrennen. 1. Malador iF. SB. Peters); 2 Aurelian: 3. Fenclon; 4. I Hering. Toto: 104; 10. Platz: 30, 17, 28, 33. Ferner liefen; Galan, Tridunm. jiasbek. jioritza, Herakles(gef.). Mutlos, Frcdschar, Wiiiterzreude. Gudrun-Hiirdenrenncn. 1. Marciauus(Häuser): 2. Jurva; 3. Lsraul. Toto: 22: 19. Platz: 13, 18, 15: 10. Ferner liefen: La Margna(4.), Poly- bor,»aiserlag, Plaukenstein, Amönenwarte, Meute. Reptiin-Jagdrcnnen. I. Edelstein«Li. v. Horn): 2. Togmatiker: 3. Mc- dina. Toto: 44: 10. Play: 24, 22; 10. Ferner liefen: Sternkunde. Slladin II «gef.l. Amata. Berliner Hürdenrennen. 4. Liberator l.tk. Thieli: 2. Cvklop: 3. Tona- lello: l. Sl. Robert. Toto: 14««: l«>. Platz: 20. 32. 10. 33; 10. Ferner liefen: Castor«5.), Mariza, Araber. Mannes treue, Aqnilon III. Mitzgrisi, Fuggcr. Pkarkolf, Siesta, Heidckönigin. Aka. Fantasca-Fagdrennen. 1. Haarflockc iWolsf«: 2. Simson: 3. Ilnstig. Toto: 22:10. Platz: 13, 18. 20:10. Ferner liefen: Baron Peres(4.), Sulla locf.i. Antonius lgef.), Hochwald. Elbrus, Tauber. Carnien kgef.). Erlenhoser Flachrennen. 1. Zl b t c i I u n g: 1. Aiclodic IC. Schmidt): 2. Crbcr: 3. Herzleidc. Toto: 19; 10. Platz: 12, 16, 22; 10. Ferner liefen: Ritierbank 14.), Ekrasit, Rigoletto, Paua, Ata.— 2. Abteilung: 1. Cassins(Narr); 2. Lombardei; 3. Lykurg. Toto: 25:10. Platz: 14. 25, 10: 10. Ferner liefen: Kokette(4.), Leidensweg, Passalwind, Porspera, Mannskript, Schneetreiben. Gewerkschaftliches siehe 3. Beilage. Verantwortlich silr Politik: Victor Schill; Wirtschaft: ß. ZNingelhöle«! und Perlagsanstalt Paul Einger u. Co. Berlin EW. K8. Lindenstratze Z. Hierzu Z Beilagen. Spandauer Strasse• Königstrasse• Gegründet 1815 Nr. 261. 49. Iahrganq jl f{j f f � Sonntag, 5. Juni 1932 Fora Zeit zu Zeit ist in dem kleinen Rosengarten im Humboldthain etwas los. Mal dies, mal jenes, meist nichts Schönes. Letzthin, uor ein paar Wochen, ging es um die„Krimoline". So sagen die Männer oom Humboldthain zu dem bekannten Räuberspiel„kümmelblättdien". Er sah bedrohlidi aus, dieser Aufruhr im Rosengarten, einer der kombatlan- ten büßte sogar seinen Mantel dabei ein. Im Grunde genommen ist eigentlich immer Krieg im Hain. Um die Bänke, In diesem kleinen Krieg wird allerdings weder geschlagen noch geschimpft, beides nicht, es wird höchstens gebrummelt.„Achherrje, nun haben sie schon wieder unseren schönen Platz an der Sonne besetzt. Die wissen weiter nichts als Kartenspielen." Oder die Kartenspieler drehen zur Mittagsstunde den Spieß um und brummein:„Achherrje, nun haben die Weiber unsere schönen Plätze besetzt, um zu quatschen." Vor ein paar Jahren noch hätten sie sagen können:„...um zu stricken." Das ist aus. Die weiblichen Stammgäste des Humboldthains stricken keine Strümpfe mehr, noch sticken sie bunte Blumen auf leinene Decken: es reicht kaum fürs Brot, wer soll da an Wolle oder Seide denken. Und die alten Kartenspieler fragen bisweilen den Vorübergehenden:„Herr Nachbar, können Sie uns einen Groschen in Pfennige umwechseln?" Kein Silber mehr, nur noch Kupfer regiert den Wedding. Vaier, sehen Sie doch mal! Der Kampf im Rosengarten ging aber nicht allein um die „Krinoline". Da man gerade beim Aufwaschen war, ging es auch gleich gegen die„Schlesische": es sollte kein Talon mehr aufgezogen werden. Das Schlachtfeld befand sich an einem kleinen Weg am Rosengarten. Hier stellten sich um acht Uhr morgens die Dunkel-' männer mit dem„Kümmelblättchen" ein.„Kommen Sie Vater, setzen Sie sich doch mal", lockten sie die allen Leute an. Und wer nun ein halbes Jahrhundert lang seinen Skat gespielt hat, dem juckt es schon in den Fingern und wiewohl der Einsatz bei der Krimoline nie unter einer Mark war, hüpften genug in das ver- lockend gepriesene Netz.„Mann— jammern die vom chuinboldthain — haben die Banditen die �eute ausgeplündert! Einem Molkereibesitzer, der eine Kuh kaufen wollte, dem haben sie aus die Schnell« 220 Mark abgenommen! Ein alter Mann, der eben seine Pension geholt hatte, setzte einmal 2, einmal 5 und zweimal 10 Mark, da war er 27 Märk los!" Das ist ein großes Zetern jetzt im chain und die Geschröpften malen aus, wie die Spiclhalter und Falsch- spieler dann um 12 Uhr mittags gingen, um sich vom Geld der Armen den Wanst vollzustopfen. Um 3 Uhr nachmittags waren jene wieder da und von neuem Hub das Teufelsspiel an. „Da haben wir uns aber zusammengetan", erzählen die Männer vom Hain.„Ihr Lumpen, singen wir an zu schimpfen, schämr ihr euch nicht, den Armen das Geld abzunehmen? Macht, daß ihr wegkommt, ihr Bande, damit wir hier wieder unseren ehrlichen Skat spielen können! Und was sagen Sie, Herr Nachbar, da gab es doch noch Leute, die wir behüten wollten, die schimpften: wir sollt'en den Mund halten, es ginge uns gar nichts an, was sie mit ihrem Gelde machten. Da mußten wir andere Seiten ausziehen." Die Schilderung nun, wie sich die Männer vom Hain das Bacchanal der Falschspieler ausmalten, wie sie beim Mittagsmahl jedem Spieler eine Kokotte auf den Schoß setzten und das alles von ihrem Geld, das war schon phantastisch, aber jetzt bitte Ruhe: Jetzt betritt die Delegation der ehrsamen Skatspieler, denen sich die Schafkoppbrüder angeschlossen haben, die Räume des Polizeiomts.„Herr Kommissar", sagten sie,„wir können die Blutsauger im Hain nicht mehr ertragen. Sie müssen da mal ausräumen." Dann klagten sie ihr Leid, wie man den Armen mit„Kümmelblättchen" und„Gottes Segen bei Kohn" das Geld abnimmt und dann kam der Moment, von dem die Männer im Hain bis ans Ende ihrer Tage erzählen werden: wie das Verbrecheralbum aufgeklappt wurde, wie sie den Ganoven auf der Nase herumtippen durften, bis sie zwei gesunden hatten und ein großes Geschrei anstimmten: Ha, da sini) die Schurken, da sind sie! Schließlich war das Reden wieder an den Polizisten, die meinten:„Wollen Sie Anzeige erstatten, meine Herren?" Aber die Delegierten bekamen mit einem Male Angst vor ihrer eigenen Courage und drucksten:„Ach. wissen Se, nee, lassen Se man, det wollen wa nich." So ging die Sache vorerst aus wie das Horn- berger Schießen. - Bis eines Morgens die Polizei kam. Kriminalbeamte. Die sahen dem Krimolinenzauber eine Weile zu, ja, es stimmte alles, hier war es richtig, dann machten sie Feierabend. Ein Zocker (Falschspieler) wollte noch ausrücken, da packten ihn schon die Be- amten. Aber schnell saßt er in die Manteltasche und wirst alle Silberstöcke in den vark. Ein Augenzwinkern später lag keine Mark mehr aus dem Rasen. Die Opfer hatten die seltene Gelegenheit ergriffen, ihr Geld wiederzubekommen. Seitdem ist Ruhe im Hum- boldthain, aber„die sollen sich hier nicht wieder blicken lassen", drohen die Skatspieler. Galerie der Skatspieler: Unbeschadet davon blühen im Humboldthain jetzt die Akazien, prall wie Trauben hängen die Blüten von den Zweigen. Zu nächt- licher Stunde, wenn über ihnen die Sterne glänzen, atmen die Akazienblütcn. Ihr Duft ist süß und lind wie ein Hauch. In diesen Juninächten ist der Hain groß genug, um die Liebenden im Schatten seiner Bäum« zu verbergen. Wer allerdings, vom Bahnhof Gesundbrunnen' und der Himmelfahrtskirche kommend, am Morgen den Humboldthain betritt und durch die Grenzstrahe dem Lenzener Platz zu pilgert, der glaubt zuerst, eine Demonstration zu treffen. Denn aus hundert Meter ist der kreuz-vube und die Karo-Sieben nicht zu erkennen, nur Köpfe, Köpfe, nichts als dichtgedrängte Männerköpse. ,jWem nehmen wir denn den Platz weg — meinen diese Männer beim Näherkommen,— zwei sitzen rittlings aus der Bank und zwei müssen immer dabei stehen" Die Frauen werden natürlich das Gegenteil erzählen. Aber all ist die Mehrzahl der Männer, sehr all. Arbeitslose, Rentner, Pensionäre. Der Krösus ist P. Um die Siebziger herum, aber noch gut bei Leibe, jeden Monat bekommt er seine Gulden.' Weil er in jungen Jahren Plantagenverwalter in Holländisch-Indien war. Wenn er nach dem Ersten. seine Gulden in deutsche Silberlinge wechseln geht, macht er mit seiner Skatrunde einen kleinen Bummel. P. ist ein Mann von Wort, um 6 Uhr abends will er die Bant im Hain verlassen. Manchmal gelingt es nicht, dann bringt ihm seine Frau Stullen. Einmal war er auch nicht gekommen, hinterher erfuhr er, daß seine Frau Pfesferlinge gekocht hatte. Um diese Pfefserlinge weint er heute noch. Dann kommt K. Er war Werkmeister, jetzt gibt er gerade Karten, ist 61 Jahre alt und meint, er wäre der jüngste von allen. Wenn diese Männer ihre Rentenbezüge nennen, sagen sie immer 73,30 Mark oder 80,65 Mark. Pfennige sind für sie viel Geld. W., den alten Schuhmacher, bezeichnen sie als einen gut dastehenden Mann. W. hat monatlich vielleicht 80 Mark zu oerzehren, Invalidenrente plus Hinterbliebenengeld für seinen ge- sallenen Aeltesten.„Ja"— erläutern die Männer—,„W. geht es einigermaßen, er zahlt nur 21 Mark Miete!" So arm ist der IVedding: wer für den Tag einen knappen Taler hat, ist schon reich. Dann ist noch der alte Schirrmeister von der vormals Königlichen Pulverfabrik zu Spandau da, ein paar pensionierte Eisenbahner, Dreher von der AEG. und bisweilen kommt auch der Mann vom Konfitürengeschäst:„Kunden kommen doch nicht, da hat man Lange- weile— wer ist denn dran zum Ausspielen?" patente und Athleten. Im allgemeinen werden beim Skatspielen keine Vorträge ge- halten. Aber auf dem Wege läßt sich einiges erzählen. K. kann seine Patente nicht verwinden. Das heißt, das Patent für den Milchtopf hat er nie gehabt. Er hat es nur seiner Frau erzählt, der die Milch überkochte. K. wollte in den Milchtopf ein Rohr stellen, oben derart gebogen, daß die aufkochende Milch wieder in den Tops zurückfließen mußte. Aber als er 1S07 auf die Gast- wins-Ausstellung kam, hatte man dort bereits, einen solchen Topf. Jetzt beschäftigt sich K. mit einem Fahrrad, das durch die Schwer- kraft des Radfahrers getrieben wird und mit einem Ellipsenzirkel. Nächstens will er in die Werkstatt seines Freundes gehen und mit dem Bauen beginnen. M. wieder war Athlet. Unterhaltsam ist das, wenn er seine Räuberpistolen erzählt. 1889 sollte er an den .„Wintergarten" engagiert werden, für einen Zahntrastakt. Sein Pater, ein biederer Zimmermann, wollte ihn aber verdreschen, als er hörte, M. wolle Artist werden. So wurde er kein Artist. Manchmal verirrt sich ein Nazi in den Humboldthain. Dahin, wo die Spieler sitzen. Dann halten die Nazis immer Reden. Worauf Max geholt wird. Max ist der große Mann vom Humboldthain. Er war 1918/19 bei der Volks-Marine-Division. Wenn die Nazis genug gesungen haben, wird ihnen bedeutet, daß man jetzt die Nase voll habe und sie gehen sollten. Seit einigen Tagen wartet man aber auf die Nazis: man möchte gerne wissen, was sie zu Herrn von Papen sagen... iDUllfiffi im Grunewald-Stadion. Kunstflieger Krause abgestürzt und schwer verletzt. Das O l y m p i a s e st des Deutschen Sports im Grunewaldstadion begann arn Sonnabend mit einem schweren Unglücksfall. Der Flieger Hans Werner krause hatte bei seinen Kunstslügen aus einer der Deutschen Luftsahrt gehörenden„Tigerschwalbe" anscheinend eine M o l o r p a n n e. die ihn zwang, bei stehendem Propeller plötzlich zu landen. Die Maschine stieß hart aus der hinler dem Stadion liegenden Pferderennbahn aus. Der Pilot wurde bewußtlos aus den Trümmern des ab- gestürzten Apparates geborgen. Mit einem Wagen der Reichswehr wurde Krause ins Hildegard- Krankenhaus und dort sofort in den Operationssaal gebracht. Hier stellte sich heraus, daß trotz des Absturzes aus großer Höhe die Verletzungen nicht l e b e n s- gefährlich waren. Außer leichten inneren Verletzungen hatte der Kunstslieger eine Schädelfraktur davongetragen. Die Trümmer des Flugzeuges sind von der Lustpolizei beschlagnahmt worden. Von einem Augenzeugen wird uns dazu mitgeteilt: Der junge Hans Werner Krause, der Sohn des Vorsitzenden des Ver- bandes Brandenburgischer Athlekikvereine, war mit einem von der Deutschen Luftfahrt G. m. b. H. zur Verfügung gestellten Doppel- d e ck c r aufgestiegen und hatte schon mehrere Loopings gut aus- geführt. Als er sich wieder zu größerer Höhe emporgeschraubt hatte, begann er, wie beabsichtigt, das sogenannte Trudeln. Gerade als der Ansager die Zuschauer darauf aufmerksam machte, daß das Trudeln ein künstlich herbeigeführter Absturz sei, blieb dem Kunst- flieger der Motor stehen, so daß er das Flugzeug nicht wieder in seine Gewalt bekam. Der Apparat stürzte auf die Rennbahn un- mittelbar neben dem Stadion. In-Packimgen�mden Sie weder Stickereien noch Bilder noch Sparpfennige, sondern nur große, vollwertige Zigaretten für Rauclierj die nicht enttäuscht sein wollen. FaischgeiddrucHerai ausgehoben Kunsünaier ferugte seu e Jahren 10-, 20- und eo-narxscheine an WechselWfchung bei Oevaßeim Ein Verhandlungstag mit widerspruchsvollen Aussagen. Zm Devaheim-Prozeh galt die Beweisaufnahme gestern einem Punkt aus der Anklage, der noch weitgehender Klärung bedarf. Der Geschäftsführer der Stephans- dachgefellfchaft, Direktor Zofef Himmelsbach. sagte aus, daß der Generaldirektor der Devaheim, Wilhelm 3 e p p e l, mit Blankowechseln schwere Urkundenfälschungen vollführt habe, während andere Zeugen- aussagen dieser Behauptung schross entgegenstanden. Die Stephanedach, eine Gesellschaft für Bauausführungen, stand mit dem Devaheim-Konzern in Geschäftsverbindung. Sie führte einige Bauvorhaben aus, wobei zur Erlangung von Zwischsnkrediten von der Stephansdach Wechsel ausgestellt wurden, die von der Devaheim akzeptiert und giriert und zum Teil bei der Dresdner Bank zum Diskont gegeben wurden. Mit Rücksicht auf die Stückelung der Wechsel gab die Stephansdach Blankowechsel. Die Anklage macht nun Direktor Ieppel den Vorwurf, daß er in zwei Fällen derartige Blankette in Höhe von 249(KX) Mark und 301 000 Mark ohne Kenntnis der Stephansdach in Berkehr gesetzt habe. Der Angeklagte bestreitet dies freilich sehr entschieden und behauptet, daß Dr. Himmelsbach von der Ausstellung der Wechsel Kenntnis gehabt habe. Aus diesem Grunde kam es zwischen den Vertretern der Devaheim und der Stephansdach gestern zu lebhaften Auseinandersetzungen. Der Zeuge Dr. Himmelsbach blieb unter Be- -rufung auf seinen Eid bei der Darstellung, daß diese Wechsel ohne seine Kenntnis von dem Angeklagten Ieppel in Verkehr gebracht seien und zwar unter Benutzung der Blanketten, die man der Devaheim im vollen Vertrauen auf ihre Zuver- lässi gleit überlassen habe. Auch zwei andere Angestellte der Stephansdachgesellschaft bestätigten diese Aussage. Demgegenüber bekundete der Kaufmann N e i d h a r d t vom Deoaheimkonzern, daß er sich stets bei Ausstellung von Wechseln mit der Stephansdach in Verbindung gesetzt habe. Er erinnere sich auch genau, dies bei dem fraglichen Wechsel von 301 000 Mark getan zu haben. Als daraus der Staatsanwalt Bedenken gegen die Vereidigung dieses Zeugen geltend machte, betonte der Verteidiger des Direktors Ieppel, daß ja auch Dr. Himmelebach vereidigt worden sei, obwohl er ein großes Interesse daran hatte, daß die Wechsel nicht erschienen, da seine Firma zwei Tage später pleite machte und die Ausstellungs- summe das Kapital der Gesellschaft bei weitem übertraf. Das Gericht zog sich zur Beratung zurück und beschloß, bei der nächsten Verhandlung am Dienstag um 9 ib Uhr die Zeugen der Stephansdach- und der Devaheimgesellschaft einander gegenüberzustellen, um so die Widersprüche zu klären. Jennys Rache. Ein Wunderete?ant, der sich an seinen Warter rächt. Jenny ist eine 13iährige Elefantenkuh und arbeitet zur Zeit im „Wintergarten" in Berlin, wo sie als Wundertier angekündigt wird. Diese Charakterisierung dürfte stimmen, denn Jenny hat es fertig bekommen, die Entlassung ihre? Wärters durchzusetzen, und zwar mit Recht, wie das Arbeitsgericht festgestellt Hai. Jennys Besitzer, der Dompteur Fischer, hatte sich bei einem Gastspiel in Prag einen tschechischen Wärter engagiert, der auch den Elefanten nach Berlin degleitete. Für diese Fahrt hatte sich der Tscheche in seiner Heimat mit billigem Tabak einge- deckt, den er nach Deutschland einschmuggeln wollte. Aber dazu kam es nicht, denn eines schönen Tages geriet Jenny über den ganzen Vorrat zukünftiger Schmugglerwar« und fraß den Tabak auf. Darüber geriet der Wärter in solche Wut, daß er Jenny in die Spitze ihres Rüssels biß, die einzige Stelle. an der man einem Elefanten einen empfindlichen körperlichen Schmerz zufügen kann. Jenny steckte diesen Schimpf scheinbar ruhig ein, aber sie vergaß ihn nicht. Und sobald von diesem Tage an der Wärter in ihre Nähe kam, rollte sie ihren Rüssel zusammen und! steckte ihn ins Maul. Damit war es aber unmöglich, mit d»m Wunderelefanten auf der Bühne zu arbeiten. Nicht den kleinsten Trick führte Jenny aus, sobald der Tscheche, der bei der Vorführung assistieren mußte, in Sicht kam. Und so blieb dem Dompteur nichts anderes übrig, als den Wärter wegen dieses Vorfalles fristlos zu! entlassen und einen neuen Elefantenbegleiter zu engagieren, mit dem die Reise nach Berlin angetreten wurde. Hier erhielt der j Elefantenbesitzer nach wenigen Tagen eine Vorladung vom Arbeite- j Nach mühsamer Arbeit ist von Beamten der Falsch- geldstelle der Kriminalpolizei eine große Falsch- münzer-Werkstatt in Hohen-Schönhausen ausgehoben worden. Ter 43 Jahre alte Kunstmaler und Graphiker Walter Pähl sowie seine Frau wurden verhaftet. Sic wohnten im 3. Stock des Sauses Lüderih- straße 76 an der Ecke der Berliner Straße. Pähl hat wie der Fälscher Salaban ganz allein und ebenso heimlich kv-Mark-, Zv-Rentenmark- und 2 6- R e i ch s- m a r k- S ch e i n e hergestellt. Gegen Ende des Jahres 1925 und Anfang 1926 tauchten in zahlreichen Geschäften in Berlin und auch in der Umgegend falsche 10-Mark-Scheine aus. Die Falsifikate waren so gut gemacht, daß die Geschäftsleute sie fast nie erkannten, und daß sie erst bei Banken oder auf der Post angehalten wurden. Man machte die Beobachtung, daß mit fast pedantischer Regelmäßigkeit auf den Strecken Berlin— Hamburg und Berlin— Stettin— Stolp in den dort gelegenen kleineren Ortschaften immer neue falsche 10-Mark-Scheine auftauchten. Man ging den Spuren nach und stieß dabei aus folgende Umstände: In der Ortschaft Lichterfelde bei Eberswalde war an Sonn- und Feiertagen und auch in den Sommermonaten während der Urlaubszeit ein Berliner Kunstmaler aus- getaucht, der mit einem Auto nach Lichterfelde gekommen war und bei Berwandten dort wohnte'. Es ergab sich, daß wenn immer dieser Mann die Gegend verlassen hatte, falsche 10-Mark-Scheine an- gehalten wurden. Kriminalkommissar von Liebermann stellte jetzt mit seinen Beamten Nachforschungen in Berlin an. Dabei ergab sich, daß jener Kunstmaler, Walter Pähl, im Hause Luderitz st raße 76 in Hohenschönhausen mit sciusr Frau seit 1921 eine 2�- Z i m m e r- wohnung innehalte. Die Leute lebten sehr zurückgezogen. Nach- tekliges war über sie nicht bekannt. Trotzdem war einmal der Per- dacht da und vom 15. März ab wurden die Leute eingehend be- obachtet. Tag und Nacht waren die Beamten der Falschgeldstelle gericht, vor dem der entlassene Wärter auf Lohnzahlung bis zum Ablauf einer ordnungsgemäßen Kündigungsfrist klagte. Nach Klärung des Sachverhalts stellte das Arbeitsgericht fest, daß Jenny sich mit Fug und Recht weigerte, mit einem so jäh- zornigen Wärter weiter zusammenzuarbeiten. Der kluge Elefant hatte die fristlose� Entlastung seines Peinigers in Ucbereinstimmung mit dem Gesetz erzwungen, und die Einspruchsklage wurde abge- wiesen. Vorwürfe gegen den piloien Gabriel. Die poUzeiakten an die Staatsanwaltschast abgegeben. Die polizeilichen Ermilllungen über das Flugzeugunglück in Zohannislhal sind abgeschlossen und die Akten der Slaaks. anwalkschafk zugeleikek worden, die gegen den Flieger Gabriel wahrscheinlich ein verfahren wegen fahrlässiger Tölung einleiten wird. Es haben sich nämlich im Perlauke der bisherigen Untersuchung sehr belastende Momente gegen den Flieger herausgestellt Zunächst war der selbstkonstruierre Doppeldecker Gabriels überhaupt nur beschränkt zugelassen, d. h., für eine mittlere Be- anspruchung, aber keineswegs für Kunstflüge. Die Zulassung war überdies abgelaufen, und die DLL., die die Maschine noch einer Nachprüfung unterziehen wollte, hatte nur ein« sogenannte Unbedenklichkeitscrklärung ausgestellt, die lediglich zu Flügen im Ge- ! biete der Flughafenzone berechtigte. Danach hätte Gabriel mit seinem Flugzeug keine Kunstflüg« ausführen dürfen. Es kommt aber weiter hinzu, daß er seinen vorgestrigen Flug, der ein so tragisches Ende nahm, nicht nur über den Flugplatz Johannis- thal hinaus ausdehnte und dabei bewohnte Gegenden überflog. ! sondern, daß er sich dabei auch noch in einer geringeren Höhe, als vorgeschrieben, gehalten hat. Bekanntlich muß beim Ueberfliegen j bewohnter Stadtteile schon im normalen Flug eine Höhe von s mindestens ungesähr 500 Meter eingehakten werden. Nach den Be- „Nein!"-* „Nichts gegen den Großen Rat?" „Nein!" „Nichts gegen den Kleinen?" „Nein!" „Nichts gegen den Amman?" „Nein!" „Nichts gegen mich?" „Nein!" „Nichts gegen dich?" „Nein!" „Dann, Vogt, laß die Bande Prügel predigen, soviel sie will! Solange die Brüllerschar nicht uns und unser Ami ins Maul nimmt, mag sie ruhig das große Wort schwingen! Wer mit Gebrüll die Kinnlade klaftert, der ist noch weit ab vom Hauen! Ist's nicht so? Was schüttelst du dein weises Haupt, Bündrich?" „Unbegreislich! Unbegreiflich! Ich wundre mich, daß der Haufe nicht geschrien hat wider das dünne Bier und wider mich, den Zunftmeister der das dünne Bier siedenden Brauer. Das ist doch in solchen Fällen gemeiniglich das erste!" Jetzt ist die Reihe, herzlich zu lachen, am Bogt. „So einfach, wie ihr's anseht, Herren, schließt der Laden denn doch nicht. Das die Bande im Schreien aufhörte, hatte einen anderen Grund!" Der Bürgermeister stellt den Humpen ab, den er schon kühl am Mund hatte, und der Biersieder rutscht mit dem Kopf näher heran und stemmt die beiden Ellbogen auf, als ob er durch die Tischplatte stoßen wollte. Beide. Glotzaug und Karpfenschnute, fragen: „Welchen?" „Einfach den. daß ich unter sie gestoßen bin, wie der .Häher unter die quarrenden Enten.„Der Vogt!" hat einer Heschtien, der sich umsah, und als ich. dann vor bin aus meinem dunklen Versteck, beim ersten Schritt, den ich in die Helle tat, da fuhren sie auseinander wie dürres, raschelndes Blattwerk tm Sturmmond November. Ich sag euch, der Platz war leer, eh ich npch„Halt!" schreien konnte. Saubergefegt wie eine Bauerntenne vorm Tanzen. Nur der Schmied und die beiden Gesellen waren da, und die fuhren drauflos auf ihr glutiges Eisen wie die Wilden." „Hast du dem Meister nicht den Schnabel zurechtgesetzt?" „Bürgermeister, ich wollte. Ader da ging mich der Grau» unterwegs. Man stellte fest, daß Pähl fast mit niemandem sprach. In den legten anderthalb Monaten hatte er kaum das Haus oerlasten. Man sah ihn nur hin und wieder des'Abends auf der Straße auf und ad und dann gleich wieder ins Haus gehen. Man ermittelte weiter, daß die Leute— an den Einkäufen der Frau gemessen— sehr bescheiden lebten. In den letzten Tagen sollte nun das Rätsel um den Kunstmaler gelöst werden. Die Verhastung auf dem Spaziergang. Es war am vergangenen Donnerstag, als P. wieder einmal nach langer Zeit seine Wohnung oerließ. Pier Wochen waren ver- ganzen, ohne daß die Beamten ihn zu Gesicht bekommen hatten. Die Uhr zeigte auf fünf, als P. aus der Tür heraustrat und durch eine Laubenkolonie in Richtung Lichtenberg ging. Die Beamten folgten ihm. Man sah jetzt, daß der Mann hier und da Einkäufe machte. Er erstand eine kleine Geldbörse, dann kaufte er ein paar Postkarten, ein Buch usw. Der Maler hatte die Dinge aber nicht mit einem 10- sondern mit einem 20'Mark-Scheln bezahlt. 21m nächsten Tage wurde Pähl verhaftet. Er war so überrascht, daß er immer nur stammeln konnte:„Wae wollen Sie denn von mir?" Die Beamten durchsuchten seine Taschen und fanden bei ihm acht 20-Mark-Scheine, die gefälscht waren. Man winkte eine Taxe heran und fuhr mit dem Verbrecher zum Polizei- Präsidium, während ein anderer Teil der Beamten sich sofort in die Wohnung des Fälschers begab. Es öffnet« ihnen niemand. Plötzlich drang beißender Rauch und Qualm aus der Wohnung. Die Beamten schlugen jetzt die Tür ein und drangen gleich bis zur Küche vor. In dem Qualm sahen sie die Frau des Malers am Herd stehen. Sie hatte zahlreiche 20-Mark' Scheine ins Feuer geworfen. Auch die Frau wurde festgenommen und ins Präsidium gebracht. Hier hatte inzwstchen das Verhör des Mannes stattgefunden. Pähl bestritt zunächst alles, legte aber dann ein Geständnis ab. Er hatte sich insbesondere mit der Herstellung von 10-Mart-Scheinen besaßt. kundungen von Augenzeugen hatte Gabriel aber bei dem Unglücks- flug nur eine Höhe von 200 Meter, während er selbst behauptet. 300 Meter hoch gewesen zu sein. Uebcreinstimmend wird weiter bekundet, daß er in der erwähnten Höhe Kunstfiguren geflogen habe und dabei ins Trudeln gekommen sei. Der Flieger bestreitet das und behauptet, daß sein Doppeldecker unabsichtlich kunstflugähnliche Manöver vollführt habe. Nun steht es fest, daß Gabriel wiederholt wegen unvorschrifts- mäßigen Fliegens verwarnt worden ist und erst kürzlich eine Straf- anzeige erhalten hat, weil er bei einem Wahlpropagandaflug zu ' niedrig über der Stadt geflogen war. Dadurch wird der Perdacht verstärkt, daß er auch am Freitagnachmittag fahrlässig gehandelt und so das Unglück selbst verschuldet hat. Ozeanfiieger verschollen. London, 4. Juni. Aon dem amerikanischen Ozeanflieger H a u s n c r, der am Freitagmorgen aus New Pork zum Ozeanflug gestaltet war, fehlt bisher jede Nachricht. Ein Flugzeug, das gegen Xl Uhr nachts Lokalzcit über Macallum(Neufundland) gehört wurde, wird für Hausners Maschine gehalten. Das Flugzeug ist nicht mit Funk- einrichtung ausgestattet. Es führt jedoch Betriebsstoff für 50 Stun- den mit. so daß noch mit der Möglichkeit seiner Zlnkunst in Europa gerechnet werden kann. Die nächste Sladtoerordnetenversammlung ist für Donners- tag, den 9. Juni 1932, angesetzt. Beginn der iBeratungen um 16� Uhr. Der Sport der werktätigen Frau. Aus dem Programm der Beran- staltungen auf dem Ausstellungegcländc am Funkturm in der Zeit vom 4. bis lg. Juni ist folgendes hervorzuheben: Mittwoch, Z. Juni, 17 bis 19 Uhr, im Terrassengarlen: Der Thori der» e r I l ä t i g e n Frau. Bcranstalter: Kartell für Arbeitersport und Körperpflege.— Tonnergtog, 3. Juni, 17.30 bi» 19.30 Uhr, Terrastengarten: Singende und spielende Jugend. Veranstalter: Kunstgemeinschaft Professor Rose- bery d'Arguio. schal! mit einem Spruch aus der Bibel an und hat mich glatt überroundsn.„Dem Ochsen, der da drischst, soll man das Maul nicht oerbinden!"" „Das hat der alte Hebräer aber ganz anders gemeint!" .Las weiß ich auch, Bürgermeister! Aber so kapftelfest ich sonst bin, in diesem Falle war ich glatt auf die Klappe ge- schlagen. Rein ohne Antwort stand ich. Ich kau jetzt noch an dem Brocken herum, den ich dem Schreischmied an seinen rußigen Grind hält' schmeißen sollen." Eine Weile ist's still. Die Dämmerung liegt wie ein un- geheurer umgestürzter Baum im Keller. Auf einmal ist ein Strahl da, der diesen Gewölbeklotz wie eine Säge zerschneidet. Falbel, auf lautlosen Sohlen schleichend wie ein Gespenst, bringt ein brennendes Wachslicht und stellt es in die Mitte des Tisches. Eine verlorene Schnake summt und rennt nach einigen wirren Umkreisungen mit ihren hellen Flügeln ins Feuer. Die Flamme zersprengt ihr sengend den Leib. In dünner Explo- sion geht die Summerin zugrunde. „Ob das wohl auch ein Ketzergauch war?" spottfragt. grinsend die Oberlippe hebend. Bündrich. der Biersieder. Der Bogt öffnet eben den Mund, um auf diese„gottes- lästerliche" Frage eine„senkrechte" Antwort zu geben, da schreit s unoermittelt aus dem hintersten Gewölbeck her: „Losgeschlagen! Aufs Lumpenpack! Aufs Hundepack!" Gleichzeitig hörten die drei Herren einen dumpfen, pol- ternden Stoß. Als Falbel, gut dresiiert, mit rasch gebrachter Kerze in den schattenoerhangenen Lärmwinkel hineinleuchtet, da taucht im Rande des Lichtkreises als erstes ein rotslammender Schopf aus. Dieser Haarschopf liegt hüpfend auf verschränkten Armen. Ein mächtiger, beinahe stierischer Rücken wuchtet sich auf. Es sieht so aus, als ob der Riesenklotz weine. Bor dem flackernden Haarschopf liegt umgestürzt eine Kanne, aus der noch tröpfeliq trübe Reste von Rotwein sickern. Daneben ein runder Laib Bauernbrot, in dessen Mitte, bis ans Heft in die schwarze Rinde vergraben, ein Messer steckt. „He, Binz!" ruft der Bürgermeister, in dem Zusammen- gebrochenen zu seinem größten Erstaunen den Hilfsschreiber erkennend.„Was tust du dort hinten in deinem Räuber- und Mörderversteck? He, komm vor zu ehrlichen Leuten!" (Fortsetzung folgt.) Osk&v Wokrlc 0GU HllS. ■ Der Bogt wischt mit dem Handrücken den verkniffenen Mund: „Ja, Herren, der Schafheitlin ist auf den Geschmack ge- kommen. Er hat Gefallen gefunden an seinem Predigeramt. Seine Narbe quer über die Backe hat im Schein des Schmied- seuers geglänzt wie ein aufgerissener Mund. Zweimäulig hat er seinen neuen Schandvers in die Gasse geschrien:„Zum dritten auf die Ritlerbande, die mit ihren Spänen und Hän- dein uns ewige Not und Kriegsplag in die Häuser schickt! Auf all die fremden Hungerleider, die Lanzen.' Hellebarden und Armbrüste tragen, die uns zu armen Tagen fressen und uns des Brotes kaum eine halbe Kruste übrig lassen!" Und alles schreit lautmündig den Segensspruch:„Hernieder auf die gespornten Hungerleider!"" „Bravo! Bravo!", sagt Herr Johann von Schwarzach, „an dieser Stelle hätt' sogar ich mitgeschrien, wenn ich dabei- gewesen wäre, ich der Bürgermeister!" Und er klopft sich auf die kurzen, feisten Schenkel und lacht, fröhlich angerührt vom Wein und fröhlich angerührt von dem Gedanken an diese Szene. So laut lacht er, daß der meerschweinerne Kropf hinter dem schwarzen Bart vor Vergnügen in einemfort schollert und bollert. Auch der Zunftmeister der Biersieder lacht mit:„Sie sängt an, gut zu werden, deine Prügelprediat! Wenn's so weitergeht, rücke ich noch einen Zuber Allmannsdorfer Schwarzbier dran!" Bündrichs dicker Bauch bibbert vor Ver- gnügen und sein zahnlückiger Mund will sich vor Lachdrang gar nicht mehr schließen. Herr Johann von Schwarzach hat zu lachen aufgehört und melkt mit weichen Griffen seinen Viereckbart. „Sonst hohen sie weiter nichts geschrien?" „Nein!" sagt der Vogt. „Nichts vom Stadtregiment?" Kunst nach Gewicht. In einem kleinen Lokal im Berliner Konfektionsviertel läßt sich die„dicke Lisa", 450 Pfund schwer, Oberschenkelweite 1,10 Meter, Oberarm 00 Zentimeter, Leibesumfang 2,50 Meter, Brustumfang 1,80 Meter, besehen und bestaunen. Außer ihrer überdimensionalen Körperformation besitzt sie auch noch etwas mediale Fähigkeiten und betreibt, zusammen mit ihrem Manager, Hellseherei. „Das ist etwas ganz Außerordentliche« bei solch abnormer Figur, diese geistige Elastizität", erklärt der Impresario mit be- redtem Zungenschlag, ober trotzdem ist Lisa keine Zugnummer. Das Lokal ist gähnend leer, am Stammtisch kloppen sie einen Skat. Lisa sitzt, auf zwei. Stühlen placiert, dabei und sieht nervös nach der Türe, nach Publikum. Sie ist phlegmatischer.Natur, was man sicherlich ihrer schwerwiegenden Persönlichkeit zugute halten muß, und wenn sie aufsteht und ein paar Schritte geht, sieht man, wie schwer ihr dies fällt. Automatisch haspelt der Manager ihre Lebens- geschichte herunter: Sie ist 32 Jahre alt, unverheiratet, kam als „18-Pfllndcr" in der Charits zur Welt als Kind normaler Eltern, als Schwester von vier normalen Geschwistern: mit zwei Iahren wog sie 64 Pfund, mit vier Jahren weit über einen Zentner. Als sie acht Jahre alt war, gab es keine Schulbank mehr, die ihre Fülle hätte beherbergen können, und der Mitschüler Aufmerksamkeit kon- zentrierte sich allzu sehr aus sie. Sie lernte dann zu Hause weiter. Ihr Lebensunterhalt gestaltet sich, gemessen an ihrem schlechten Per- dienst, reichlich kostspielig. Zum Kleid braucht sie 10 Meter Stoff, in die öffentlichen Derkehrsfahrzeuge paßt sie nicht hinein und muß stets ein Auto nehmen. Drei Mark verdient sie pro Abend, dafür sitzt sie von 0 Uhr bis Lokalschluß.„Is ja nischt", meint die Wirtin verdrießlichen Tonfalls: ihr tut der allabendliche, nicht vereinnahmte Gagen-Taler leid.„Nächste Woche sind wir wieder in einem neuen Engagement am Alex", erzählt der Impresario,„vielleicht ist's dort besser."„Ach", winkt die Dicke mit resignierender Gebärde.„Komm her, Mensch", winkt sie dem eintretenden Aalverkäuser,„laß ma man trudeln!" Für zwei Groschen Spielgeld gibt's bei Gewinn einen reich- lich„schlanken" Aal: aber auch da hat Lisa kein Glück, weil sie aber beharrlich nochmal zwei Groschen opfert, einigen sie sich schließlich auf einen„Trostaal". Aus ihrem Köfferchen kramt sie eine Schrippe und taut nun vergnügt an dem fettigen Dings herum. Plötzlich straffen sich Züge und Haltung, der halbtranchierte Aal fliegt ins Köfferchen. die Finger werden rasch gewischt: ein paar Gäste be- treten das Lokal. „Meine Herren, hier sehen Sie", beginnt der Manager seinen geübten Sermon.„Mensch, sei stille, Durscht ham wa, weiter nischt." Sie wenden der Kunst ostentativ ihre Rücken zu und schreien nach Bier. Nun wandert der Aal wieder auf dezr Tisch, Lisa macht sich'« bequem und lutscht weiter... Gtudenienrowdys freigesprochen. Landgericht gegen Schöffengericht in.der Berufungsinstanz. Das Landgericht I sprach gestern in der Berufungsver- Handlung die nationalsoziali st ischen Studenten, die angeklagt waren, im Februar d. I. im Zusammenhang mit der Entfernung ihrer Gesinnungsgenossen von der Universität in großer Uebermacht über sozialistische und kommunistische Studenten herge- fallen und sie mißhandelt zu haben, von der Anklage des Landfriedensbruchs frei und verurteilte bloß den Studenten P a b st wegen einfacher Körperverletzung zu 1 5 0 M a r k Geldstrafe und den Studenten R u p i n wegen ruhestörenden Lärms zu 50 Mark Geldstrafe. Das Schöffengericht Berlin-Mitte hatte die Angeklagten wegen schweren respektive leichten Landfriedensbruchs zu Ge- fängnis st rasen von 4 Wochen bis 8 Monaten verurteilt. Es war davon ausgegangen, daß die Zusammenrottungen der nationalsozialistischen Studenten im Bestibül der Universität, bei der auch Gewalttätigkeiten verübt worden waren, eine öffentliche gewesen sei, dabei den 16 000 Studenten, die in der Universität Zu- tritt haben, eine xbeliebige Zahl sich der Zusammenrottung hinzu- gesellen konnte. Das Landgericht hat entgegen einer entsprechenden reichsgerichtlichen Entscheidung die Oeffentlichkeit der Zusammenrottung verneint mit der Begründung, daß zur Universität nur Studenten, also ein geschlossener Kreis von Menschen, Zutritt' gehabt haben. Das Gericht hat außerdem die Beteiligung von fünf Angeklagten— im ganzen waren es sieben— an der Zusammenrottung überhaupt verneint. Den Nazistudenten ist hier der Umstand zugute gekommen, daß seit der Verhandlung des Schnellschöffengerichts Zi-S Monat« vergangen sind— ein Hohn auf den Begriff Schnellverfahren— und die Zeugen sich an manche Umstände nicht mehr genau erinnern konnten. Außerdem waren den Angeklagten ihre Kommilitonen, von denen ein großer Teil wohl selbst an der Zusammenrottung teilgenommen hatte, in dieser Ver- Handlung zu Hilfe geeilt, um sie zu entlasten. Unter diesen Eni- lasmngszeugen befand sich u. a. der Vorsitzende des National- sozialistischen Studentenbundes, der von vier Zeugen mit als Rädelsführer bei den Unruhen in der Universität erkannt wurde. Tragödie der Vorstadt. Die Industrie wüste von Reinickendorf/ Eine Arbeits-Verlustüste. Die Verwaltungsstelle Berlin des Deutschen Metall- arbeiterverbandes führt eine erschütternde Statistik: sie er- mtttelt die Zahl der noch in den Betrieben des Verbandes Berliner Metallindustrieller beschäftigten Arbeiter. Das waren im Frühjahr 1028 noch 186 000 Mann, heute sind es nur noch 83500 Männer und Frauen: über 100 000 Metallarbeiter Berlins stehen nicht mehr in Lohn und Brot. Am vergangenen Weihnachtsheiligobend alarmierte das Schicksal der 3000 Borsig- arbeiter aus Tegel die Oeffentlichkeit, aber bald wurde es wieder still um Borsig. Nur 804 Mann sind wieder in den Betrieb ge- kommen. Dazu die anderen aus den stillgelegten Großbetrieben: die 1759 Mann von den Berlin-Karlsruher Industriewerken, die 075 von Dr. Paul Meyer, und wo einst in der Ackerstraße die 873 von der Eisengießerei Keyling u. Thomas ihr Geld verdienten. schlagen kein« Hämmer mehr, sondern dort singt jetzt die Heilsarmee im Cborus: Herrlich, herrlich, herrlich wird es sein, Wenn wir ziehn, von Sünde frei und rein In das gelobte Kanaan ein. Wer heute durch die Jndustriestraßen des Reinickendorfer Ver- walwngebezirks pilgert, kann an viel« große und schwere Tore pochen und es wird chm von niemand mehr aufgeton. Von anderen Am Montag, dem S Juni, pfinktlicta 19M Ilde, im großen Saal des Saalbau Friedridiehaio, Am' Friediidishafn 16*26 Thema Die aogenülidtlldie uolliisüie Siloelion and die Anisen der Arüel.erhlasse. Referenten: Dr. Rudolf Breitscheid, M d R. und Ernst Heiirnann M. d. L. Zutritt nur gegen Vorzeigung des Parteimitgliedsbuches mit gleichlautender Funktionärkarte. Der Bezirksvorstand. Zutritt haben: Die mit Funktionärausweis des Bezirksverbande-i Berl n versehenen Parte funktionäre und die Betriebsvertrauensleute der Partei, die Par eireferenten mildem schrlMich Ubeismd en EinUdi.nüsschreiben, sämtliche im Beieirh des Beziiksverbanttes Berlin gewählten Reicns- und Landtagsabgeordneten. Das Parteimitgliedtbuch Ist mitvorzuzeigen. Parteireferenten! Ole(Or Montag, dem 0. tun! vordcsebere Reterenten.Zosammen' kanft fällt aas. Dafür beteiligen sich sämtliche Parte irefererrten an der aligemeinen Funkttonärkonfcrenz. Erweiterter Bezirksvorstand i Slfzuad des erweberlen Bezirksvoulttndcs, vor der all�ecsetaeB Faskiioofirkon crctiz mm Moniatf* dem S. JanS, pünktlich 1S1/« Uhr, Im Spelteseal des Saalban Fricdrldisha'.ii, Der Bezirksvorstand. Werk«» mit achtunggebietenden Belegschafts.zahlen find noch einige Hofarbeiter übrig geblieben und selbst, wo noch ein Arbeitsregiment in Lohn und Brot steht, hier liegt diese und dort jene Abteilung still. Zwischen den Pflastersteinen der Auffahrten sprießen Grasnarben empor und von den blindgewor- denen Hallenfenstern segnet eins nach dem anderen das Zeitliche und zerspringt. Es ist eine trübselige Pilgerfahrt von Tegel über Borsigwalde, Wittenau und Reinickendorf hinaus nach Hennigsdorf, und man muß sich darüber im klaren sein, daß in jeder verödeten Fabrikhalle ein Stück politischer Macht der Arbeiterklasse begraben wurde. Dabei ist es dem Bezirk Reinickendorf in den Tagen der Konjunktur einmal gut gegangen. 1027 stand er mit 10 507 Neu- bauwohnungen an der Spitze von Groß-Berlin, weit vor Steglitz, das nur 7800, und vor Tempelhof, dos nur 7700 Neubauwohnungen aufzuweisen hatte. Von den Reinickendorfer Bewohnern hatten ! 1027 erst 4800 ein Sparbuch bei der Städtischen Sparkasse. 1028 aber schon 8000 Personen. Im Jahre 1027 trugen die Reinicken- dorfer 3 478 000 M. auf die Sparkasse, wodurch sich das Sparguthaben pro Kopf um 67 Proz. hob. Und wie damals für den Ar- beitelosen noch die Möglichkeit bestand, wieder in Arbeit zu kommen, dafür, zeugt folgendes Beispiel: 12 487 Bewohner des Reinicken- dorfer Bezirks meldeten sich 1027 arbeitslos,.aber 7733 konnten von diesen wieder vermittelt werden: am ersten Ianuortag des Jahres 1028 waren etwas über 4000 Erwerbslose in Reinickendorf zu unter- stützen. Und für die Prosperität der Wirtschaft zeugten weiter die steigenden Steueraufkommen. Im Steuerbezirt Reinickendorf-Pan- kow kamen an Reichs-, Staats- und Gemeindesteuern nicht weniger als 17 070 000 M. ein, über 4 000 000 M. mehr als im Jahre 1020. Diese Zeiten scheinen vergeben und veraessen zu sein. Was von der Großmetallindustrie in diesem nördlichsten Bezirk der Reichs- Hauptstadt noch übrig geblieben ist, das zeigt die nachfolgende kleine Tabelle. Es waren beschäftigt bei Frühjuhr 1328 Sommer 1382 A. Borsig-Tegel'....... 3522 804 C. Flohr, Berlin- Wittenau.... 13 5 505 Stahlwerk Hennigsdorf...... 1914 750 Verlin- Karlsruher Industriewerke. 1760— Bergmann- Rosenthal..... 5017 048 Bergmann- Seestraße. �... 2008\ 900 Bergmann- Hennigsdorfer Straße 1015 Wo man einst nach Tausenden rechnete, zählt man heute nur noch nach Hunderten. Und alle diejenigen, die früher einmal in den Lohnlisten der Betriebe geführt wurden, kehren jetzt als die Opfer der Krise auf den Zählbogen der Arbeitsämter wie- der: jetzt im Sommer 1032 hat Reinickendorf nicht weniger als 24 000 erwerbslose Unterstützungsempfänger, zu denen noch 8000 Wohlfahrisunterstützte kommen! Eine erschreckende Bilanz der deul- schen Krise, illustriert an einer Vorstadt Groß-Berlins. Das Gericht hat ihn aber trotzdem vereidigt. Der Staatsanwalt er- klärte darauf, daß er unter solchen Umständen überhaupt keine Anträge zu stellen beabsichtige. Die Freigesprochenen und ihre Gesinnungsgenossen haben durch dieses Urteil gewissermaßen einen Freibrief für die Verübung von Gewalttätigkeiten in der Universität erhatten. Der Umstand, daß das Gericht in der Urteilsbegründung anerkannt hat, daß die nationalsozialistischen Studenten die Angreifer gewesen und von der anderen Seite nicht provoziert worden seien, dürfte auf sie ebenso wenig Eindruck gemacht haben wie die Worte des Vorsitzenden, daß die Universstät nicht die Stätte sei, um sich gegenseitig die Köpfe einzuschlagen und daß es unwürdig sei, Mitstudierende anzugreifen und zu mißhandeln. Hoffentlid) legt die Staatsanwaltschaft gegen das Urteil Revision ein. Gegen einige nationalsozialiftifd)« Zeugen wird Anzeige wegen Meineides erstattet werden. Das Windmühlen-Flugzeug. Der Spanier Don Juan de la Cierva führte auf dem Tempelhofer Flughafen sein Windmühlenslugzeug vor. Der Auftrieb wird in der Hauptsache durch sich drehende Flügel erzeugt, die an Stelle der starren Tragflächen treten. Die Drehbewegung der Flügel, die die Maschiin« in der Luft hätt, kann zu keinem Zeitpunkt unterbrochen werden, solange die Maschine in der Luft ist: denn die Flügelumdrehung ist allein von dem bei der Bewegung der ganzen Maschine in jeder Lage und Richtung— Aufstieg, gerader Ausflug. Glettflug oder senkrechter Abstieg— verursachten, also immer vorhandenen Winddruck abhängig. Die tragende Drehung der beweglichen Flügel ist somit voll- kommen unabhängig vom Motor, dessen einzige Funktion darin besteht, das Autogiro vorwärts zu treiben. Es ist vielfach nicht uninteressant, daß in England und Amerika bereits eine größere Zahl dieser Windmühlenflugzeuge in Betrieb sind. Nachdem diese Flügel aus eine Umdrehungszahl von 130 je Minute gebracht worden waren, erhob sich das Flugzeug nach wenigen Metern elegant in- die Luft. Bei 100 Umdrehungen schattete der Selbststarter selbsttätig aus, so daß die Windmühlen- stügel nur noch durch den Luftdruck wetterbewegt werden. Falsche Gerückte über den Rundsunkintendauten. Ein Berliner Abendblatt brachte gestern eine Notiz, wonach das Reichspostministerium beabsichtige, bei der Funkstunde eine Unter- suchung der in dem bekannten Rundfunkprozeß erhobenen Borwürfe einzuleiten, und daß der Intendant während dieser Zeit seinen Dienst nicht ausüben werde. Diese Nachricht ist unrichtig. Wie wir erfahren, handelt es sich dabei um eine Anregung, die Intendant Dr. Flesch selb st gegeben hat. Er bezweckte damit, die halllosen Vorwürfe, die der verurteilte Angeklagte Scharnke gegen die Funkstunde erhoben hat, und die nur deshalb nicht vor Gericht entkräftet werden konnten, weil sie aus formal-juristischen Gründen nicht Gegenstand des Prozesses waren, klarzustellen. Damit werden selbstverständlich all« Folgerungen, wie beispiels- weiss, daß Dr. Flesch während der Unt«rsud)ung von seinem Posten zurücktreten werde, gegenstandslos. Plaza. In der ersten Hälfte dieses Monats bringt die Plaza unter der Regie von Hans Sauden Johann Strauß' klassische „Fledermaus" in der Originalinszenierung der Rotterbuhnen. Bonden Darstellern seien genannt: E i s l e r als Adele, Victor C 0 l 0 n i(Eisenstein), Erni I 0 l a n(Rosalinde) und Ego G u t t- manns Alfred. Der Beifall war wie immer herzlich, fast be- geistert. OIE SEELE DEINES FUSSES Die Seele Deines Fußes? Ermüden Sie leicht, haben Sie Fußbeschwerden Irgendwelcher Ari? z.Bj Hühneraugen auf und zwischen den Zehen, Brennen und Schwielenbildung auf der Sohle, schief gewachsene Zehen und Ballenbildung, Hammerzehen, Schmerzen evtl. Anschwellung im Rist und am Knöchel, rheuma-artige Schmerzen in Fuß und Bein usw.,— dann besuchen Sie unsere neu eröffneten ■PTTPntT-Fuß-cfleae-Abteilungen die unter orthopödischer Leitung stehen und Ihnen in allen vorkommenden Fällen ohne Jede Kauf ver pflichtung Rat und Hilfe anbieten. Kostenlose Fußppufiinq •............................... durch unsere ständig anwesenden Fußspezialisten.— Vorerst befinden sich die neuen BURGIT-Fußpflsge-Ableilungen in unseren Häusern; VHrEVnZ�w MÄDdlWfe H■ Hai H Ä» Wiimepsd.sh».■VRUBrEwwK (Jauenlzien- Sipaße -;.•-r'•-: Kindermädchen in Uniform. Die Nazijungfrau mit dem Hakenkreuz. Der Inhaber eines Konfektionsgeschäfts hatte eine Hausange- stellte engagiert. Sie erschien, bekleidet mit einer braunen Nazi- sacke und hatte dazu noch ein großes Hakenkreuz ange- steckt. Auch in der Folgezeit trug die Hitler-Iüngerin die Kenn- zeichen ihrer Parteistellung sowohl im Hause des Arbeitgebers als auch bei ihren beruflichen Besorgungen außerhalb des 5)ausss. Dem Kaufmann schien es bedenklich, daß seine Hausangestellte die Zeichen ihrer Gesinnung während der Arbeit herumtrug. In seinem, mit der Wohnung unmittelbar zusammenhängenden Ge- schäftslokal verkehren jüdische Kunden, die daran Anstoß nahmen, daß ein mit antisemitischen Abzeichen versehenes Mädchen vor ihren Augen herumlief. Da die Hausangestellte auch manchmal mit dem siebenjährigen Jungen ihres Arbeitgebers ausgehen mußte, so schien ihm eine Gefahr für den Jungen vorzuliegen, denn es konnte doch vorkommen, daß die Hitler-Vcrhererin, wie schon einmal, in eine Prügelei mit Kommunisten verwickelt würde, wobei das Kind zu Schaden kommen könnte. Gegen die braune Jacke wollte der Arbeitgeber nichts ein- wenden. Aber das Tragen des nationalsozialistischen Abzeichens bei der Arbeit untersagte er ihr unter Androhung der Entlassung. Er betonte dabei, er wolle der politischen Gesinnung seiner Angestellten nicht zu nahe treten, nur könne er aus den genannten Gründen das Tragen politischer Abzeichen nicht dulden. Das Mädchen schlug die Warnung in den Wind, erschien nach wie vor mit dem Nazi- abzeichen und wurde fristlos entlassen. Ihre Klage beim Arbeitsgericht wurde abgewiesen mit der Begründung, das Recht auf politische Gesinnungsfreiheit der Klägerin dürfe natürlich nicht behindert werden. Aber daß sie ein politisches Parteiabzeichen während der Arbeit trug, durfte der Beklagte mit Recht verbieten, im Interesse seines Geschäfts und wegen der möglichen Gefahr für seinen Jungen, denn bei den heutigen erregten Zeiten könnte die Klägerin in Begleitung des Jungen in eine Schlägerei geraten. Da die Klägerin trotz Verwarnung durch den Beklagten das politische. Abzeichen nicht abgelegt habe, sei die fristlose Entlassung begründet. Juni in der Ecala. Der Juni bringt in der Scala wieder eine Menge Variete- Neuheiten. Da ist zunächst der Spanier Fernando Linder, ein Jmi- tator und Parodist, der aus seiner Kehle die unerhörtesten� Töne gebiert: ein eleu geborenes Baby hört man quaken, ein Flieger fliegt, ein Lautsprecher spielt,«ine Fliege summt und wird ge- fangen und noch vieles andere der Natur Abgelauschte. Ein ganz großer Mann und eine ganz kleine Frau, Ada und Eddie D a r o s, haben schon gleich beim Auftreten olle Sympathien. Die kleine Frau macht in höchster Höhe am Mastbaum, den ihr Partn«r hält, verwegene Kunststücke. Aber noch vieles andere kann sie: spielen, tanzen und sogar singen. Kleine Leute mit großem Können sind auch Leonard, Semon und Sonja. Sie zaubern Herr- lich: aus Wasser werden Blumen uno aus Taschentüchern Kaninchen und zwischenein tanzt Sonja. Es man off und Gerda sind zwei Tänzer von grotesker Eigenart. Ein anderes Paar, das inoderne Tänze zeigt, gibt sich kultiviert und elegant. Ii Rhenus- üf sehen spielen allein Zirkus, sie machen sich selbst Musik, all« .Artisten sind Aesfchen und das alles, ohne daß man auch nur einen 'Zipfels vom Dresseur zu sehen bekommt. Der Asfenreckturner ist eine Sensation und kein menschlicher Kollege kann ihm da Kon- kurrenz machen. Willi Rosen mit aitem und neuem Repertoire macht für seine Schlager Propaganda. Die 3 Bartos in ihrer Szene„Im Schwimmbassin" sind gute Parterreakrobaten und der Jongleur Raglus ist oft behender als seine springenden Bälle. Tic Ausstellung des Tcutschen Hygicnc-Museums„Ter M-nsch in gc- sundcn und kranken Tagen" mit Sondcrgruppc„Ter dnrcksichlige Mensch". die seit April in den Räumen des Europa-Hauses der Pcrlincr Einwohnerschaft zugänglich ist, bleibt nur noch wenige Tage in Berlin. Als Schlnhtag ist endgültig der 12. Juni scstgcscyt worden. Wetteravssichtcn für Berlin. Wechselnd wolk:ges, zeitweise heiteres und tagsüber wieder wärmeres Wetter.— Für Deutschland. Im Süden Abkühlung und stellenweise Gewitterregen, im Norden und Osten tagsüber ein wenig wärmer und vielfach heiter. SozialistischeArbeltmugendGroß-Verlin 1! Einsendungen für diese Rubrik nur an das Iugends"kretariai Berlin SW 68 Lindenstraße 2. vorn 1 Treppe rechts SSG.-Berlin. Das Flugblatt muß morgen vom Sekretariat abgeholt werden! Die Erwcrbsloscn-�ragcbogen müssen, soweit bisher nicht geschehen, sofort ab- gegeben werden. Heute, Sonntag: Britz: 9 Uhr Bnschkrua. Baden in den Eangdruben. 19 Uhr Leseabend.— Niederschönhausen: Lindenstr. 47: Ausstellung:„Unsere Arbeit". Werbebezirk Reinickendorf: Jeden Sonntag regelmäßig 15 Uhr Spiel und Sport auf dem Iugendgelände Äeinickendorf-West, Seidelstraßc(Außenspielplatz). Sämtliche Gruppenveranstaltungen fallen aus. Musikinstrumente und Sport- gerate mitbringen. Wander- und Spielleiter l/t Stunde vor Beginn wichtige Zusammenkunft. Morgen, Montag, 19'/* Uhr: Hansa: Bochumer Str. 8b: Arbeitsdienstpflicht— Freiwilliger Arbeitsdienst. — Moabit l: Waldenser Str. 20: Heimabend mit besonderem Programm.— Moabit II: Lehrter Str. 18/19: Schachabcnd.— Sportpalast: Genthiner Str. 17: Mitgliederversammlung.— Arnswaldcr Platz II: Schönlanker Str. 11: Einfiih- rung in den Sozialismus(1).— Falkplatz I: Sonnenburger Str. 20, Zimmer 2: Grundlagen des Marxismus(I).— Falkplatz II: Sonnenburger Str. 20: Tages- Politik.— Humannplatz: Gleimstr. 33—33: Was tut die Stadt Berlin für die er- werbslose Jugend.— Nordosten II: Danzigcr Str. 62. B. 3: 19 Uhr Aussprache mit den Roten Falken.— Schönhauser Vorstadt: Sonnenburger Str. 20: Ent- Wicklung der SAI. von 1918 bis heute.— Andreasplatz II: Brommystr. 1: Mitgliederversammlung.— Friedrichshain: DicstelmLyerstr. 5/6: Die Jugendbewegung im Ausland.— Luisenstadt: Wassertorstr. 4: Die SAI.— Char- lottenburg-S: Spreestraße: Sind die Gewerkschaften kampffähig?— Eichkamp: Zikadenweg 80; Arbeitsgemeinschaft(I).— Friedrichsfelde: Außenspiele im Schloßpark, 18 Uhr.— Buchholz: Turnen.— Pankow RF.: Kisstngenstr. 48: Mitgliederversammlung und Tagespolitik. Werbebezirk Neukölln: Erwcrbslosenkursus. Zusammenkunft Bergstraße 29, 11 Uhr: Die volitische Lage und unsere kommende Arbeit. Werbebezirk Lichtenberg: Eprechchorprobe, Gunterstraße 44. Werbebezirk Reinickendorf: Sitzung mit den Abteilungsleitern und Leitern der Kinderfreunde(R. F.) pünktlich 19V- Uhr, Wittenau, Hauptstr. 13. Jede Organisation muß vertreten sein. Briefkasten verAedaktion. M. 7. ZZ. 1. Ja. Dem Antrage dürfte aber nicht entsprochen werden, ?, im M, monatlich. Z. Ja, 4. Nachprüfung ist nicht möglich, da uns hierzu die Unterlagen fehlen, sie können Einspruch beim Epruchausschuß einlegen,— E. 5. 100. In welcher Sähe die Aufwertung zu erfolgen hat, ist gesetzlich nicht geregelt. Der Aufwertung unterliegen nur die Sparguthaben bei den öffent» lichen Sparkassen. Am Dienstag, denn'S.Juni. 20UI*r in den Sophiensälen, Sophienstr. 17/18(Hochzeitssaal) Versammlung aller Elternbeiräte, der Elternbeiratskandidaten und der beteiligten partei- genössischen Lehrerschaft.— Vortrag des Genossen Stadtscfiulrat Nydahl über: „Der ScIauBelal der Sladl Berlin und die ElleraB>elralsnnlmlen" Wir bitten um vollzähliges Erscheinen. Vorträge, Vereine und Versammlungen Reichsbanaer„Schwacz-Rot-Gold", G e| ch ä i t s st E! l e: Berlin S. 14 Sebastionstr. 37—38 Ho' 2 Tr Kreis Süden: Dienstag, 7. Juni, 20 Uhr, Kreisvorstandssitzung im Gaubüro. Die Ortsvereinstassierer nehmen an der Sitzung teil.— Mitte: Dienstag. 7. Juni. 20 Uhr. Mitgliederversammlungen. 1. Kamerad- schaft bei Klement. Sophienstr. 6;?. Kameradschaft Köpenicker Str. 55a. Referent Kam. Bothke.— Tierqarten. 2. Kan er�dschaft: Montag, 6. Juni, Mitglieder- Versammlung bei Röstel. Putlitzstraße. Referent Kam. Polizeioberleutnant a. D. Bathte. Thema:„Manneszucht der Republikaner".— Wedding(Ortsverein): Bade- und Sportgelcgcnheit für alle Kameraden täglich Freibad Plötzensee. Unterkunftsranm der Kameraden Kabine 6. Freitag, 10. Juni, 17 Uhr, Treff- punkt aller Gruvpen des Ortsvereins im Freibad.— Prenzlauer Berg: Alle Sportler treffen sich Montags um 20 Uhr in der Turnhalle, Dienstags. Donners- tags nm 18 Uhr und Sonnabends um 16 Uhr auf dem Sportplatz. Montags und Donnerstags muß in Anbetracht des am 7. August stattfindenden Sport- festes alles zur Stelle sein.— Friedrichsbain lVortri'vv): Wttwoch. 8. Juni, 19% Uhr. Jugendheim Ebertnstr. 12.— Kreutberg: Dienstag. 7. Juni, Mit- gliederversammlungen. Zitg I bei Seehak. Willibald-Aleris-Str. 6; Zug n bei Gründler. Zimmerstr. 30; Zug V Ritterstr. 1.— Cbarlottenbnrg lBortrupp): Dienstag. 7. Juni. 18 Uhr. Zusammenkunft im Iuaendheim Pestalozzistr. 40. Zimmer 2.— Ortsverein: Sanntag, 3. Juni, ab 13 Uhr. großes republikanisches Massenkonzert(etwa 70 Musiker) im Lokal„Zum Svandauer Berg". Anschließend Tanz und künstlerische Darbietungen. Eintritt nur 50 Pf. Straßenbahn 34 und 134.— Ne.ntolln. Britz: Montag, 6. Juni. 20 Uhr, 4. Kameradschaft, Mit- gliederversammlung im Iuliüspark, Rudow. Referent Günther Scheele:„Was wird aus Deutschlands Jugend?"— Vortrupp: Msttwoän 8. Juni, 19� Uhr, Iuaendheim Bergstr. 29.— Bohnsdors-Grünau lKungba): Montag. 6. Juni, 20 Uhr. Lokal.Heimann. Vortrag über freiwilligen Arbeitsdienst. Die Alt-Kame- raden sind ebenfalls eingeladen.— Pankow(Ortsverein): Montag. 6. Juni. An- treten fämtlickier Kameraden in gewobnter Turnhalle. Dienstag. 7. Juni, 20 Uhr. Mitgliederversammlungen. Pankow-Nord im Türkischen Zelt. Pankow, Breite Straße; Pankow-Süd bei Kaegler, Pankow. Kissingenstraße Ecke Prenz- lauer Promenade; Niederschönhansen im Restaurant Wolfsschlucht, Nicderschön- hausen. Treskow- Ecke Blücherstraße. Rcichsbund der Kriegsbeschädigten, Kriegsteilnehmer und Kriegcrhinter- bliebcnen, Bezirk Zentrum. Montag. 6. Juni. 20 Uhr, findet in den Festsälen Hackescher Hof. Rosenthaler Str. 40— 11, die Monatsversammlung statt. Referat Kamerad Schwarz:„Soziale Gesetzgebung in Gefahr". Zentralverband der Arbeitsinvaliden und Witwen Deutschlands. Gau Groß- Bcrltn. Geschäftsstelle: Berlin-Schöneberg, Kaiser-Friedrich-Str. 9 1. Sonntag, 5. Juni. Lokal Märkischer Hof. Admiralstr. 18, 10 Uhr.— Prenzlauer Berg II: Altersheim, Danziger Str. 62, 9 Uhr.— Neukölln: Lokal Jugendheim Steinmetz- straße 114. 10 Uhr.— Montag.«. Inni. Köpenick: Lokal Dorothcenfchule. Frei- hcit 13. 17 Uhr.— Mitte I: Lokal Arndt, Schröderstr. 2, 17 Uhr.— Grünau: Lokal Werner. Kövenicker Str. 123. 18 Uhr.— Lichterfelde: Lokal Rohde. Hinden- burgdamm Ecke Roonstraße. 18 Uhr.— Steglitz: Lokal Wernickc, Berlinickestr. 1, 18 Uhr.— Lichtenberg: Lokal Wcgener, Frankfurter Allee 236, 16 Uhr.— Johannisthal: Lokal Sobian, Roonstr. 2, 18 Uhr.— Charlottenburg: Lokal Helmholtz-Quelle, Helmholtzstr. 21. 17 Uhr.— Pankow: Schule Grunowstraße, 14 Uhr.— Dienstag, 7. Juni. Friedrichshagen: Lokal Stadttheater, Friedrich. straße 112, 15 Uhr.— Charlottenburg: Lokal Gräfe, Kantstr. 51. 18 Uhr.— Tiergarten 1: Lokal Arminius-Festsäle, Bremer Str. 72—73. 15 Uhr.— Nieder- fchöneweide: Lokal Kienast, Grünauer Str. 8. 18 Uhr.— Weißensee: Schulaula Wilbelmstr. 42. 16 Uhr.— Adlershof: Lokal Cchmidtbaucr. Bismarckstr. 74, 19 Uhr.— Wilmersdorf: Lokal Nauen. Güntzelstr. 37, Ecke Pfalzburger Straße, 17 Uhr.— Friedenau: Lokal Rothkirch, Steglitz, Holsteinische Str. 16, 18 Uhr.— Wedding I: Lokal Wegner. Ut�chter Str. 1, I6V2 Uhr.— Niederschönhausen: Schulaüla Bismarckstr. 2, 15 Uhr.— Tempelhof: Lokal Pommerening, Berliner Straße 100, Ecke Viktoriastraße, 17 Uhr. Rur ja nicht fortschütten! Das wäre schade um die gute Persillauge. Man soll zwar eine gebrauchte Lauge nicht mebr zum Kochen der Weißwäsche nehmen, aber zum Durchwaschcn grober Buntwäsche(Küchenschürzen und dergleichen)— eignet sie sich noch vorzüglich! Doch niemals vergessen: Für jeden Kessel Weiß- wüsche jedesmal eine frische Lauge kalt ansetzen. Diele Hausfrauen wissen noch nicht, daß es auch beim Nachfüllen von Maggis Würze Gutscheine gibt. Verlangen Sie deshalb diese stets bei Ihrem Kaufmann. Das fleißige Sammeln der'Maggi-Gutscheine wird durch wertvolle Prämien belohnt. Das weltbekannte Teppich. 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Die Arbeiterklasse nimmt sie an.— Sie verteidigt ihre Rechte bis zum Aeußerflen? „Die deutsche Bevölkerung laust dem Ideal des Sozial- r e n t n e r s nach, der mit dem Augenblick, wo er in die Wiege gelegt wird, sämtliche Versorgungsscheine einschliehlich der Sterbe- kasse mitbekommt,"(Hjalmar Schacht 1329 vor der Bremer Kaufmannschaft.) „Vor dem Kriege war der deutsche Arbeiter und A n g e st e l l t e in der Welt berühmt und fast berüchtigt als ein Mann, der mit Zähigkeit, Arbeitswillen und Opferbereitschaft sein Schicksal mit ollen Müteln zu meistern versuchte. Heut« ist der deutsche Arbeiter und Angestellte in manch einem Lande als Sozial st ipendiat scheel angesehen und— seien wir ossen, ganz offen: Italiener, einige flämische Nationen und sogar wpanier und Portugiesen haben sich da und dort ein besseres Arbeitsprestige geschaffen als der durchschnittliche deutsche Arbeiter und Angestellte." Jeder Versuch, parlamentarische Kabinette auszustellen, lasse das eigentliche Grundproblem, nämlich das u n a u s g e- glichene Verhältnis zwischen Kapital und Arbeit mit allen seinen Unsicherheitsfaktoren auf den Gebieten der Steuer-, Tarif-, Lohn- und Sozialpolitik ungelöst. Das sei in der deutschen Innenpolitik und vielfach auch in der Gesamtpolilik das Problem der Probleme.(„D eutsche Bergwerkszeitung" am 19. Mai 1331.) „Die Nachkriegsregierungen... haben den Staat zu einer Art Wohlfahrtsanstalt zu machen versucht und damit die moralischen Kräfte der Nation geschwächt."(Regierungser- klärung des Kabinetts von Papen vom 4. Juni 1932.) Die soziale Reaktion greift in Deutschland offen nach der aus- schließlichen Macht. Es ist eine besondere Sozialreaktion, die älteste, herrschsüchtigste und gefährlichste, weil durch die Geschichte und die Gesetze der wirtschaftlichen Entwicklung bedrohteste: Es ist die Sozialreaktion, der Schwerindustrie, die durch verbotene Aufrüstung in ihren politischen Herrschaftsgrundlagen schwer getroffen ist, und es ist die Sozialreaktion des agrarischen Großgrundbesitzes, die im demokratischen Staat sich ihrer Pfründen in Heer und Verwaltung beraubt sieht und durch jede vernünftige Agrarpolitik in ihrer Grund- Herrschast bedroht wird. Weil der Reichspräsident, das Haupt der staatlichen Exekutive, der Kameraderie einer staatsreaktionären Kamarilla mehr Verständnis entgegenbringt, als er aus eigenem wirtschaftliche und soziale Notwendigkeiten seiner Zeit zu begreifen und zu lenken vermag, hat diese feudalistische Reaktion ihr Haupt erhoben. Sie erwartet ihren Sieg durch die Prätorianerdienste des Nationalsozialismus und hat mit der Bildung des Melskabinetts da- mit begonnen, durch Auspressung und Entrechtung der Arbeiter- schast sich Privilegien und Vermögen zu erhalten, die durch die Zeit erledigt und durch eigene Mißwirtschaft und die Krise verloren wären. ES geht um die Menschenrechte der Arbeiterklasse im kapitalistischen System. Die deutsche Arbeiterklasse braucht zu dem gestrigen Pronunzia- menlo der neuen Adelsregierung keinen besonderen Kommentar. Jeder deutsche Arbeiter und Angestellte begreift, daß hier die Kriegserklärung gegen die sozialen Einrichtun- gen Deutschlands, den Schutz der Arbeitskraft, die gesamte S o z i a l o e r s i ch e r u n g, die verfassungs- mätzigen Rechte der Gewerkschaften und die heute selbstverständlich gewordene Mitverant- wortung des Staates für die Verteilung des Sozialproduktes zwischen Kapital und Arbeit ergangen ist. Es ist die Kriegserklärung an die Menschenrechte der Arbeiterklasse, die diese mit ungeheuren Entsagungen, jahrzehntelangen persönlichen und politischen Opsern sich erworben hat, und die nach dem Zu- sammenbruch des plutokratischen, monarchischen Systems im Jahre 1918 auch in der Berfafsung verankert worden sind. Nachdem die Schwerindustrie ihrer Rüstungsprofite großenteils beraubt ist und trotz privilegierter Kartellherrschaft das in ihren Unternehmungen investierte Kapital großenteils verwirtschaftet hat und nachdem die ostclbischen Großgrundbesitzer trotz der Milliardenopfer des deutschen Steuerzahlers vor dem hoffnungslosen Bankerott vieler ihrer Groß- betriebe stehen, erfolgt jetzt der Generalangriff gegen die Sozial- Versicherung und die verfassungsmäßigen Rechte der Arbeitnehmer- organisationen. Es ist der Sinn dieses Angriffs, daß das danke- rott gewirtschaftete Vermögen, das bei diesen Herrenschichten jetzt zu streichen wäre, durch Beseitigung der Menschenrechte der Ar- beiterklasse erhalten werden soll. Es rührt diese Herren nicht— sie haben die Zusammenhänge ja auch nie begriffen—. daß jeder Angriff gegen die Sozialversiche- rung, daß die Herstellung der freien Wirtschaft beim Abschluß von Arbeitsverträgen und bei der Feststellung des Lohnes die G r u n d- lagen des kapitalistischen Systems selbst ge- f ä h r d e n muß. Die deutsche Sozialversicherung hat im deutschen Wirtschafts- fystem nur die Funktion, daß durch solidarisches Zusammenwirken von Arbeitnehmern, Unternehmern und Staat für die Wieder- Herstellung und Erhaltung der Arbeitsfähigkeit und der Arbeits- gelegenheiten die G e s a m t h e i t das leisten muß, was sonst der einzelne leisten müßte. Es ist die Funktion der Gewerkschaften und der staatlichen Mitverantwortung bei der Verteilung des Sozial- Produktes, daß im kapitalistischen System auf die volkswirtschaftlich billigste und rationellste Weise Erzeugung und Verbrauch nach Möglichkeit in Uebereinstimmung gehalten und die wirtschaftlichen Katastrophen der Krisen soweit als möglich gemildert werden sollen. Durch die Sozialversicherung und ihren neuzeitlichen Ausbau, der durch bescheidene Fürsorge auch für die heranwachs-nde Gene- ratio» und schon das Kind im Mutterleibe auch die künftige Ar- beitsfähigkeit sicherstellen und die Verluste an Arbeitskraft in der kapitalistischen Gesellschaft verringern will, wurde der Menschen- bewirtschaft ung der gleiche Wert zugesprochen wie der Bewirtschaftung des Kapitals. Der Mensch als Träger der Arbeitskraft wurde wahrhast erst durch den heutigen Ausbau der Sozialversicherung in seine Menschenrechte eingesetzt. Die Anerkennung der Gewerkschaften, die versassungsmäßige Ver- ankerung ihrer Gleichberechtigung neben den Unternehmerorgani- sationen und die Mitverantwortung des Staates beim Kamps zwischen Arbeit und Kapital haben dieser Festlegung der Menschen- rechte im kapitalistischen Produktionsprozeß nur den notwendigen politischen Ausdruck gegeben. Wir stehen heute vor der Situation, daß zur Erhaltung der Vermögen von Bankrotteuren, nachdem die Beseiti- gung oder Verringerung der Sozialbeiträgc der Unternehmer die Vermögenserhaltung dieser Bankrotteure zu fördern geeignet scheint und nachdem durch die Beseitigung oder Einschränkung der Arbeits- losenfürsorge der Druck aus den Arbeitsmarkt und auf die Löhne verschärft werden kann, nur deshalb verfassungsmäßige Grundrechte der Arbeiterklasse beseitigt werden sollen. Die Menschenrechte des arbeitenden Volkes sollen den Privilegien bankrotter Großagrarier und Schwerindustrieller geopfert werden. Die Arbeiterklasse kämpft für Deutschlands kulturelle und sozialpolitische Ehre, wenn sie diesem Angrisf auf dieMenschenrechtc derArbeiterklasse einen kulturellen Abwehrkampf mit dem Einsatz ihrer letzten Kraft entgegen- stellt. Wohl hatte Bismarck gehofft, als er die Aera der Sozial- Politik aus Gründen hohcnzollernschcr Staatsraison einleitete, ver- hindern zu können, daß die im kapitalistischen System unvermeidliche solidarische Fürsorge für die Arbeitskrast und die ebenso unvermeid- liehe solidarische Regelung der Arbeitsbedingungen auch ihren poli- tischen Machtausdruck im Staate finde,, könnte. Der Konservative Bismarck hat das Zwingende der Zusammenhänge nicht gekannt. Aber es war der Stolz der bürgerlichen unabhängigen Wissenschast des kaiserlichen Deutschland, die Unausweichlichkeit der staatlichen Sozialpolitik und der Anerkennung der Gewerkschaften als Torifparteien nachgewiesen und verteidigt zu haben. Es war der Stolz des bürgerlichen Vorkriegsdeutschlands, so sehr es die Arbeiterklasse politisch unterdrückte, daß Deutschland soüalpolitifch und kulturell der Welt ein großartiges Beispiel des zivilisatorischen Fortschritts gegeben hat. Es waren selbst Führer der evangelischen Kirche des Vorkriegsdeutschland, die den sozialen Fortschritt aus ihre Fahnen geschrieben hatten, auch wenn sie der Bekämpsung des Sozialismus dienen wollten. Es waren große Privatunternehmer, die in ihren Betrieben den Kampf zwischen Kapital und Arbeit durch Beteiligung der Belegschasten an, Ertrag schlichten wollten, auch wenn es sich hier nur um Illusionen gutherziger Leute handelte, die die tiefere Bedeutung des Kampfes der Klassen für den Ausgleich der ökonomischen Widersprüche des kapitalistischen Systems nicht begriffen. Einig waren sie aber alle, daß Sozialpolitik und Arbeiterschutz, Sozialversicherung und solidarisch« Wahrnehmung der Wirtschaft- lichen Arbeiterinteressen Notwendigkeiten des kapitalistischen Systems seien, und die liberale Welt der vergangenen Zellen war stolz darauf, ihre Liberalität auch dann dem arbeitenden Mensche,, zu beweisen, wenn sie den Sozialismus als politische Bewegung de- kämpfte. Heute sind wir so weit, daß in ihren Privilegien be- drohte Junker- und Industriellcnschichten ein anständiges und auch von den politischen Gegnern der Arbeiterklasse gepflegtes Erbe der Vergangenheit dem engstirnigen Gesichtspunkt der Erhaltung ihrer verwirtschafteten Vermögen opsern wollen und selbst davor nicht zurückschrecken, Land und Volk in einen Bürgerkrieg zu stürzen. Oer industrielle und agrarische Feudalismus muß vernichtet werden. Deutschland hat seit 1918 wahichaft etwas versäumt. Es wurden die Gesindeordnung, die Guteherrjchast und das Dreiklassenwahl- recht beseitigt, aber die Grundlage des agrarischen Feudalismus, der heute die deutsche Zivilisation bedroht, die Ansprüche der Großgrundbesitzer auf eine vom Staate jederzeit zu garantierende Bodenrente blieben aufrechterhalten. Der Arbeiterschaft sind seit 1918 ver- fassungsmäßige Mitbestimmungsrechte ihrer Organisationen gewährt und der Staat ist zur Mitverantwortung bei der Verteilung des Sozialproduktes herangezogen worden, aber man hat den kartet- liertcn Rohstoffindustrien bis heute die Herrschaft über den Markt gelassen und damit der Mitwirkung der Gewerkschaften und der Mitverantwortung des Staates Schranken gesetzt, die das gesteckte Ziel nicht erreichen lassen. Wir haben Reformen in der politischen Sphäre, im politischen Ueberbau der Produktionsverhältnisse durchgeführt, aber wir haben zum Schaden selbst der übrigen Privatwirtschaft, die von der Schrver- industrie und den Großagrariern ausgebeutet wird, die Produktions- und Eigentumsverhältnisse bei de» Junkern und den kartellierten Rohstoffindustrien nicht zugunsten des Staates geändert. Heute wird mit Geldern, mit denen diese Privilegierten ihre Schulden zu zahlen hätten und die großenteils aus Subventionen des Steuerzahlers stammen, ein Prätorianerheer erhalten und wiederaufgestellt, um der Konterrevolution rückständigster Schattic- rung zum Siege zu verhelfen. Die kommenden politischen Kämpfe baben nur einen Sinn: init ihren safchistischen Söldnertruppcn muß diese Privilegiertenklasse politisch aufs Haupt geschlagen und ihren Herrschastswiinschen die wirtschaftliche Grundlage entzogen werden. K— r. v— /DINGE DIE ZUSAMMEN GEHÖREN die neuen„ROTBART" und„MONDEXTRA" RASIERKLINGEN DER NEUE RASIERAPPARAT „ROTBART MOND-EXTRA" DIE NEUE RASIER-CREME „ROTBART" D/£ MODERNE CE5ICH7SPTLEGE DES HERRN ROth-BÜChner O. m. b. H., Spezialfabrik für Rasierapparate und Rasierklingen, BCfliD-TCfTl pClIlOf Ein Preisrätsel. 10s/s Millionen Arbeitslose im reichen Amerika, dem Land ohne Sozialpolitik. Nach Schätzungen von gewerkschaftlicher Seite beträgt die Zahl der Arbeitslosen in den Vereinigten Staaten gegenwärtig lOl* Millionen. Amerika hat eine Bevölkerung von 122 Millionen. In Deutschland sind bei 63 Millionen Einwohnern 5,6 Millionen Men- schen arbeitslos. Das Prozentoerhältnis in Amerika beträgt 8,6, in Deutsckiland 8,8. Deutschland steht mit Amerika also f a st gleich. Amerika ist aber das r e i ch st e, Deutschland unter den großen Mächten heute das finanziell f ch w ä ch st e Land. Amerika kennt keine Sozialpolitik, in Deutschland ist nach Behauptungen der Unternehmer die Sozialpolitik an der Arbeitslosigkeit schuld. Wie ist da wohl der fast gleiche Prozentsatz der Arbeitslosigkeit zu er- klären? Ein Preisrätsel sür die Zldclsregierung. Bitte lösen! S proz. Pintsch-Dividende. Riesige Oirektorengehätter.- Unklare Vilgnz. Die öulius Pmtfch A.-G. in Berlin, die durch die Kontrolle der Bloabitcr Bomag sBerlin-Anhallische Maschinensabrik A.-G.> ihren Einfluß im Berliner Maschinenbau erheblich verstärkt hat. hat auch im Krisenjahr lSZl glänzend verdient. Zwar ist der Umsah um ein Drittel gesunken und die Belegschaft scharf abgebaut worden, aber der geschrumpfte Umsah hat noch zur Zahlung einer Dividende von 8 Proz. gereicht. In den beiden vorhergehenden Jahren konnte das Unternehmen sogar 10 und 12 Proz. Dividende ausschütten. Offen- bar wird die Dcisiungsfähigkeit der verringerten Belegschaft in einem Maße ausgenuht, daß die Rationalisierungsgewinne die Ausfälle in- folge Umsahschrumpfung weilgehend ausgleichen. Im Bericht des Vorstandes heißt es, daß Mitte 1931 der Ties- punkt der Beschäftigung erreicht und bis zum Ende des Geschäfts- jahres nicht mehr wesentlich unterschritten wurde. Aufträge aus größere Neubauten waren nicht mehr zu erhalten, besonders weil Behörden und Kommunen aus finanziellen Gründen unsälzig waren. Bestellungen zu vergeben. Trotz einiger bedeutender Auslandsaufträge wurden die Fabrikanlagen noch nicht zur Hälfte ausgenutzt. In dem Jahresabschluß ist von Bilanzklarheit kein Hauch zu spüren. Besonders in dem Posten„Schulden" ist die summarische Zusammenfassung von lausenden Lieferantenschulden, Bankschulden, Wertberichtigungsposten und Rückstellungen(!) geradezu ein Hohn aus die in der Aktienrechtsreform niedergelegten Grundsätze. Auch denkt man in der Verwaltung der Julius Pintsch A.-G. nicht an einen Abbau der RiesengehSlter, es genügt, den Metallarbeitern die Tarif- und Akkordlöhne bis zur Unerträglichkeit zu drosseln. Die drei Vorstandsdirektoren habe» einschließlich des Aufsichtsrates in dem fürchterlichen Krisenjahr 1931 rund 493 090 M. eingesteckt, so daß das Durchschnitlsgehalt eines Vorstandsdirektors weit über 100 000 M. liegen dürste. Direktoren und Aussichtsräte erhallen damit mehr als 55 Proz. der Dividendensumme, die aus da» Kapital von 9 Millionen ausgeschüttet wird. provisorischer Eisenfrieden. Ein faules Kompromiß 7!J» bald nach der Stabilisierung die Eisen Zölle wieder «Mgeführt und die ausländischen Konkurrenten durch den Abschluß der internationalen Eisen- und Stahlkartell« vom deutschen Markt ferngehalten wurden, da hatte sich die eisenschaffende In» dustrie verpflichtet, der eisenverarbeitenden Industrie sür dos zum Export gelangende Eisen die Differenz zwischen Inlands- und Weltmarktpreis zu vergüten(sog. Avi-Bertrag). An dieses Aer- sprechen hielt sich die eisenschaffende Industrie schon seit März vorigen Jahres nicht mehr: sie vergütete nur einen Teil der Differenz. Zu Beginn dieses Jahres wollte sie die Rückver- gütungen ganz einstellen, weil die Meltmarktpreise zu stark ge- funken seien. Das war ein brutaler Angriff auf den deutschen Export von Eisenwaren und Maschinen, der von Rechts wegen das schärfste Borgehen des Reichswirtschaftsministeriums gegen die Monapolwillkür der Schwerindustrie gefordert hätte. Dieses hat sich nicht gerührt— nach langen Verhandlungen ist jetzt zwischen eisen- schassender und eisenverarbeitender Industrie ein faules K o m p r o- m i ß zustande gekommen, zu dem sich die Schwerindustrie wohl auch n»r bequemt hat, weil der Export heute nicht einmal die fixen Kosten der Produktion deckt. Der Kpmpromißcharakter geht daraus hervor, daß man den Verrechnungspreis für das ganze Jahr 1932 schon jetzt fest- gelegt hat. S t a b e i s e n kostet in Deutschland etwa 119 M. je Tonn«: der Weltmarktpreis steht auf etwa 4-5 M., der Verrechnungspreis wurde auf 79 M. je Tonne festgesetzt. Die verarbeitende Industrie erhält für jede Tonne Stabeisen, die für den Export v e r- arbeitet wurde, 39 M zurück. Dabei hat man die Derarbeiter, bei deren Produkten der Materialanteil sehr hoch ist, besser gestllt als die mit niedrigem Materialanteil. Die übrigen Preise sind dem Wertender Eisensarten entsprechend gestaffelt. Bon Wichtigkeit ist, daß die verarbeitende Industrie jetzt auch für ihre Russenlieferungen diese Vergünstigungen erhält. Augenscheinlich hat sich die Schwerindustrie chre Zugeständnisse mit der Verpflichtung der verarbeitenden Industrie, nur Inlands- eisen zu beziehen, bezahlen lassen. Demzufolge ist auch der Treuräbatt beibehalten worden. Aber immer noch muß die verarbeitende Industrie das deutsche Eisen teurer als ihre Kon- kurremen im Auslande bezahlen. Aktienrückkaus und Teilstillcgung bei Enzinger- Union. Die Enzinger- Union- Werke A.-G.. Mannheim, die vor ollem Maschinen für Brauereien herstellt, benutzt die Kapital- freisetzung durch die rückläufige Beschäftigung, eigene Aktien zurück- zukaufen und«inzuziehen. Nachdem bereits im Vorjabr eine Mil- lion eigener Aktien mit einen, Buchgewinn von 9,3 Millionen Mark eingezogen wurden, soll das Kapital jetzt durch Zulauf uns Einzug von weiteren 9L Millionen Mark Aktien auf 4,7 Millionen Mark herabgesetzt werden. Das Geschäftsjahr 1931 schloß mit einem Rein- gewinn von 9,2 Millionen Mark, aus dem 4 Proz. Dividende ver- teilt werden. iinlenduugcn sür dtcse Rubrik sind 6 c 1 1 i n 638 68, Lindenstr-ß- 3. parteinachnchten für Groß-Berlin stets an da» Brzirtssekretariat 2. Hos, 2 Treppen rechts, zu richte» Wohnungs- und Miekerausschuß der SPD., Bezirksverband Berlin. Sprechstunden in Wolinungs. und Mietangelegenheiten werden im Juni außer in der Sprechstunde de»„Vorwärts" bei folgenden Genossen abgebalten: Lang«. R IIS, Ueckermünder Sroß« IZ, Dienstag bis Freitag, täglich von 18 bis Ig llbr: T i ch a u e r, Charlottenburg, Äantstraßs 137, außer Sonnabends täglich non 16 bis 18 Uhr: V a n e r, Verlin-Rummelsburg, göpenicker Chaussee 23, nur Dienstags und Freitag« von 17 bis 13 Uhr: Thal«, EW 11, Kleinbeerensiraßs 25, Grth. II, außer Mittwochs und Sonnabends täglich von 17 bis IZ Uhr: Hirthe, 0 112, Neue Vahnhofstr. 32, nur Montags von 18 bis 2v Uhr. Schriftliche Anfragen ober Mitteilungen im Monat Juni nur an den 2. Vorsitzenden Genossen Paul Lange, R 113, Ueckermünder Str. 13, zu richten. Voranzeige! Freie Schulgemeinde Milte. Sonntag. 12. Juni, gemeinsamer Ausslug:iach Wuhlhcide, Spielwiese Sanssouci. Spiele. Kindcrbclusligungcn aller Art für iung und alt, allgemeines gaffeekochen. Treffpunkt Schleiischcr Bahnhof, g Uhr: Bahnhof Börse 8'/- Uhr. Um rege Beteiligung bittet der Vorstand. Beginn aller Veranstaltungen 1!)% Uhr. sofern keine besondere Zeitangabe! 7. Abt. Heute, Sonntag. 5. Juni, Familienousflug nach Hohenneuendorf. Abfahrt S Uhr Stettin«! Vorortbahnhof. Nachzügler treffen sich im Nestau. rant Walbschänte. Genosse Pari» fährt mit einem Wagen um 8 Uhr von Invaliden. Ecke Bergstraße. Fahrpreis 8« Pf. Interessenten werden g«< beten, sich bort einzufinden. 23. Abt. Die Fiinktionärsitznnz fällt in diesem Monat aus. 35. Abt. Alle parleizenörniche» und für uns sympathisierenden Eltern, welche ihre äinder in der Hilfsschule, Äopfstraße, Anabenmittelschul«. Aopfstraße, in der Sprach, und Säiwerhärigenlchule. Prinz-Handiery-Str. 62—61. sowie in der IV. Scmeindeschule, Prinz, Handseru. Str. 62—64, haben, geben ihr« Adressen schriftlich umgehend beim Genossen Slowinkc, Prinz-Hondiery- Straße 30, o. 1?. ab. Montag, b. Juni: ttrei». Sitzung aller Abteilungsleiter, Funktionäre der Freien Schurgemeind» und der SPD.-Elternbeirate Straße Tl. ftiei*. Pünktlich IT1/» Uhr Ar«r»o»ft»nh»sitzung bei Ea»est der nziger 7. 13. 17. 24. 33. 39. 44. 51. 81. »2. 101. ftpfter Straße 30. greis. 20 Uhr Iugendkomurtssian und alle Abteilungslsiter R-sinenftr Mrei». Sreis-vorftandssitzung bei Psrnmersning. Temveldof. Berliner Straße. ?r«id«nk»r. bei»lug, Dan. Gr. Frank. 4. Di« Di» für Montag angesetzte»reisfunitionärkanfer-n, fällt aus. Funttionar« nehmen an der'Berliner Funktionärtonfsrenz teil. Abt. Die FnnktionärsiNung fällt aus. Abt. Versammlung aher parteigenossischen Eltern bei Wertalla, Hohenlohe- straße 3. Stellungnahme zur Elternbeirotswahl. Abt. Funktionärsitzung Linbenstr. 3. Wichtig« Tagesordnung und Ab» rechmmg. Abt. Die Funttionärsitzyng muß auf Dienstag verlegt werdeil. Lokal Ewald. Ekalitzcr Str. 126. Erschein-n aller Funttionar« ist Pflicht. Abt. 20 Uhr FunktipNävsitzung bei Iamin, Sophie. Charlotten. Str. 88. Abt. Die Zusammenkunft jüngerer Parteimitglieder fällt zugunsten der zentralen Funktionärkanferenz au». Nächster Abend wird im„Sorwärts" bekanntgegeben. «dt. MB WWW Abt. 19 Uhr Zusammenkunft aller Eltern schulpflichtiger Kinder der Treptower Schulen im Lokal oorm. Stephan. Eraetzstr. 1, an der Wiener Brücke. Stellungnahme zu den Elternbeiratswahlen und Aufstellung der Kandidaten. Dienstag, 7. Juni: Arci«. Si�ung des erweiterten �reisvvrstandes an bekannter Stelle. Sreis. 16 Uhr.Zusammenkunft erwerbsloser Parteimitglieder im Alters. beim, Danziger Str. 62: Politische ittge und die Aufgaben der Arbeiter. klaffe. Referent Dr. Denicke. Rezitationen Martüa Iobn. Kreis Arbeitcrwohlfahrt. Zusammenkunft erwerbsloser Parteimitglieder 15 Uhr im Heim Tilffter Str. 1/5, Portrag des Genossen Gottlieb Reese. 9. 12. 14. 6. 9. 14. 1». 16. 17. 16. 21. 22. 25. 45. 47. 48. 53. 71, 85. 94. 95. 114. 125. 20 Uhr Sitzung o eS Kr�svorstondes mt den Abt-eilunssleitern bei (Sandmann, Halensee, Wesffälii'che Str. i' Are:». Kreis. Achtung, Eliernbeiräis! Agitationsmatcrial und Stimmzettel sind ab Dienstaa beim Gen. Schellchase, Ahornstr. 15s. abzuholen. Are»!- N:ukollv. 20 Uhr Versammlung oll-r Genossinnen und Gewsse* tn der Aula der Korl-Marx-Schule. deren Kinder diese Schule besuchen. Gc- nosse Dr. Löwenstein spricht zum Thema„Wir fordern Aufbau". An. schließend wird die Elternbeiratsliste„Schulaufbau" aufgestellt. Abt. Funktionärsitzung bei Dobrohlaw. Swinemünder Str. 11. Abt. Fünktionärsitzung an bekannter Stelle. �, ?:bt. 10 Uhr Vorstandssitzung. 20 Uhr. Funktionärsitzung bei Huoner, Wilsnacker Str. 34. Abt. �urktionärsitzunq an bekannter Stelle. Abt. Funktionärsitzung bci Obiglo, Stralsunder Str. 11. Abt. �unktionärsitzung bei Kinzel, Usedomstr. 22. Abt. funktionärkanferenz bei Äose. Nordbafen 6. Abt. Die �unktionärsitzung findet erst Dienstag statt. Erscheinen alle? Funktionäre ist Pflicht. Abt. Sitzung sämtlicher Funktionäre in Mr Geschäftsstelle. Abt. Funttionärsitzuna o.n bekannter Stelle. Abt. 20 Uhr Funktionärs, tzung an bekannter Stelle, anschließend Abteilung s. vorstandssitzung. Abt. Funktianärsttzung im Sportrestaurant. Abt. 20 Uhr Funktionärverfammkung bei Schult, Mariendorfer Str. 5. Abt. Funktionärsitzung bei Wiersdorf. Urbanstr. 6. Abt. Wegen der allgemeinen Funktionärkonferenz am Montag kann unsere Funktionärsitzung erst am Dienstag stattfinden. 20 Uhr Funktionärsitzung "'*........." c"ifaX. Straße Ecke Kottbuffer bei Krepp: 10 Uhr Äbteilungsvorftänd im gleichen Lokal. Abt. Funktionärkonferenz bei Florkowski, Grünauer Ufer. 136. 149» 18. Abt. Wegen der allgemeinen Funktionärkonferenz findet die Abteilungs- fnnktionorsitzung erst am Dienstag an bekannter Stelle statt. Abt. 19 Uhr Vorstandssitzung: 30 Uhr Funktionarvetzsammlung ,n dem bekannten Lokal. � Abt. y) Uhr wichtige Funktionärsitzung bei Lur, Huttenstraße. Dr« Kahl. abendleitcr laden ihre Funktionäre ein. � � Abt. 20 Ubr Mitgliederversammlung bei Rosenau. Laubacher Ecke Borziner Straße: Finanznot der Stadt Berlin. Referent Genosse Amberg. Abt. 20 Uhr.�oh labend des 4. Bezirks bei Pommerening. Berliner Str. 100- Referent Hans Marx: Politische Lage und die Aufgaben der Arbeiterklasse. Abt. Abtcilungsfunktionärsitzung am Montag fällt aus. Dienstag 19 Uhr Besprechung mit den Vezirksfichrern bei Schröder, Steinmetzftraße 52. Bezirke 70. 93, 06 Zahlabend im gleichen Lokal. Referent Artur Börner. Abt. Elternversammlung mit Snmpathisierenden. deren Kinder hie 16. weit« liche Schule. L-essingstra'ße, besuchen, bei Keil. Prinz.Handjerivvtraße 38, Abt! �20 Uhr Ausspracheabend der jüngeren Parteimitglieder in der Biblio. thek, Weichselstr 28(Laden)..«* r\* Abt. Im Lokal„Zun, Pferdemarkt". Schön, tr. 89. Generalversammlung: Politisch? Situation und die Aufgaben der Arbeiterklasse. Referent Mar Heydemann. M. d. L... Abt. Bei Kichne Vorstandssitzung mit den Bezirksführern. Abt. 20 Uhr Funktionärversammlung— nicht Montag— im bekannten Lokal. d n ZNlttwoch, 8. 3uni: Kreis. 20 Uhr bei Gallas Bildungsausschußsitzung. Die Vertreter der am Volksfest mitwirkenden Sportvereine müssen vollzählig an der Sitzung te,l. nehmen. Mitgliederversammlungen und Zahlabende mit dem Thema:„politische Lage und die Ausgaben der Arbeiter- klasse", soweit keine besonderen Themen angegeben sind. l. Abt. Im Hackeschen Hof. Nosenthaler Str. 40/41. Referent Dr. A. Gurland. 3. Abi. Im Saal 1 des Sewerkschaflshaufes, Engelufer 24 23. Referent Dt. Otto Friedländer...„ 4. Abt. In der Bewcdere, Alcxanderstr. 21. Referent stadlrat Äarl Wermuth. Z. Abt. 2o Uhr im Nosenthaler Hof, Rosenlhalcr Str. 11/12. Referent Stadt- rat Karl Schneider. » Abt. Im geglereck. Ouißowitr. 146. Referent Dr. Hauoach. Abt. Im Paßenhofer, Turmstr. 26, 20 Uhr. Referent Alfred Marlwltz. Abt. Bei Schulz. Leveßowftr. A. Referent Genosse Zippel. Abt. Die Mitgliederversammlung findet diesmal zusammen mit der 13. Abt. in den Arminiushallen, Bremer Str. 73, statt. Die Bezirlsführer müssen einladen. Referent Friedrich Stampfer. M. d. R. Abt. In den Arminiushallen, Bremer Str. 73: Die dritte Entfcheidungs. schlacht. Referent Friedrich Stampfer, M. d. R. .«b«. Gruppr Balkan bei W-nzkc. Carmen-onlva-ä-te. 31. Referent Stadt. verordneter Otto Faust. Gruppe Earl Legieu bei Schirmer,„Hermann». heim". Referent Stadtverordneter Dr. Äorach. Abt. Im«SB..Haus. Iosthftr. 4: Die Krise de» Kapitalismus. Referent Robert Schmidt. M. d. R. Eine Stunde vor der Mitgliederversammlung Funttidnärsißunq im gleichen Lokal. Abt Im Altersheim, Danziger Str.«2, Baracken. Referent Bernhard Göring. Abi. 20 Uhr im Wohlfahrtssaal. Kontgin. Elisabeth-Str. 6. Refeuntin ?r Hildegard Wegsckieider. M. d L. Eingeführt« Gäste willkommen. Abt. 20 Uhr bei Koffke. Kaiserin-Augusta-Alle« 81: Arbeitsbeschaffung-. Programm. R«'er«nt Georg Schwarz. «ht 20 ishr im Ronkehau», Rani,str. 4, Lichtbildervortrag de« Gsnpffen NfNt BG'ng: Lavniapb. Abi. 20 Uhr b«i Hsffmann, Babnboiitraße. Abt. 20 Uhr im Bahnhofsrestaurant Wurzbacher Abi. 20' llhc bei Sandmann, Westfälische Str. 42: Arh«it-/h»schaffung. Abi" Bei �stoseniau, Garzin er Ecke Lau dachet Straße. Referent Max Hend� mann, M. d. L. Abt. 20 Uhr im Deutschen Haus: Di- Witlschaftskadaitrophe. Referent Dr. Hülßner � . Abt. 20 Uhr bei Schneider, Berliner Str. 23. Referent Dr. Herbert Wcichmann. . Abt. 20 Uhr im Ledigenbeim: Schulfragen. Resereitt Erich Wendicke. Abt. Bei Lehmann, Kaiser.Wilhelm.Str. 23 31: Volk in Fieber. Referent Dr. Julius Moses. M. d. R. Abi. 20 Übt bei Schuster. Kirchstr. 68: ArbiitslosenMrsorge t» Stadt und Land. Referent Dr. Wolter Groß. Abt. Im Zeichensaal der Schule Mariendorser Weg. Referent Ernst Heil- mann, M. d. L. Abt. Die vorgesehene Funtlionärstßung findet wegen der allgemeinen Funktionärkonferenz nicht statt. Dafür Mittwoch, 13 Uhr, erweiterter Abteilungsvorstand und Echulkommission bei Steinte. Friß-Reuter-Alle» 118. Abt. Bei stubar, Brückensir. 13: Schafft Arbeit. Reterent Otto Ortmann. Abt Bei Lehmgrübncr. Bismarckstr. 2. Referent Erich KuttNer, M. d. L. Abt. In der Antoklaufe, Friebrichstr. 13. Referent Emil Dittmer. »bt. Int Sladttheater, out Marktplatz. Referent Rodert Breuer. Abt Im Logenkasino. Knorrpromenade 2. Referent Genosse Bührig. Abt. In der Aula der Knabenmittelfchule. Warktstr. 12t13. Referent Dr. Paul Arische. Abt. In der Schulaula. Siegsriodstraße. Refercntin Dr. El-beth Weich, man». Abt. An bekannter Stelle. Referent Georg Maderholz, M. d. L. 1«. 11. 12. 13. 24, 28. 23. 31. 32. »8.. 83: 67. 68. 72. 73. 74,. 7»,. 84. 87. 98. 33,. Referent Otto Meier, M. si. L. Referent Dr. Vplter, 164. 105. 106. 1113. 114. 11«. 118. 121. 300 M ABzaMBB9 iOr Parzelle ii. Hans Ken t dnreh Keichetliille t ilr andere vorstHdtiNrhen Kleinsledlnngen. Katen und Zinaen betragen die Hiilfte einer Altwohnunganiiete. KenHiedluiis: Wustermark-Ort fnlcht VerpchlebeoabiiUof) Verbindung mit Stadl- u Ringh. über Spändau-Wesl, direkt an der verl. Heerstr-, 150 Schritt vom Bahnhofsausgang, bester RUbenboden. Qutgeschniu Parzellen. qm 0,60 bis I.SO M RauerlanbnlR ohne Bans-nanK Herrliche Bade-, Paddel- und Angelgelegenheit Direke Was|erstri6e durch die Wu blitz nach SchloO Karquardt, 40 Paddelminuten Seebad Mahlsdorf-Hönow Buu i>tt! zellon ohne Bsuzwsng. wunderbare land schahlichc Lage mit Blick auf Traineehahn Hoppe garten Kulturreich. 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Bot Klug, Dorfstr. 2. 20 Uhr: Erfahrungen aus der Wahldevegunq. 137. Abt. Zah ladend für alle Bezirke im Holtshaus, Scharnwederftr. 114. Referent Emil Barth. 138. Abt. 20 Uhr im Forithaus. Augufte- Viktoria. Str. 34: Finanznot der Gemeinden. Referent Stadtrat A. Horlitz. 140. Abt. Im Lokal Doitfchoch, Ernitstr. i. Referentin Mathilde Wurm, W. d. R. Donnerslog. 9. Zuni: 1. Astif, Elternbeiräte und Sympathisierende der höheren. Volks- und welt. lichen Schulen. Versammlung der Liste S6>ulaufbau. Donnerstag. 9. Juni, 20 Uhr. Rosenthaler Hof. Rosenthaler Str. 11/12: Der Kampf um den Elterilbeirat. Referent Genofte Rieck. Die Abteilungsleiter sind verpflichtet. an der Versammlung teilzunehmen. Achtung. Eltern der Lifte Schul, aufdau. In dieser Woche finden die amtlichen Wahlversammlungen der Schulen statt, in der der Dahlvorstand gewählt wird. Keiner fehle in der Versammlung. 3. Krei«. 16 Uhr an bekannter Stelle Zusammenkunft erwerbsloser Partei- Mitglieder: Was ist soziale Hygiene? Referentin Dr. Frida Alexander. 5. Krei» Arbeiterbildung, schule. Informationsabend im Heim, Tilfiter Str. 4/6. 20 Uhr. Thema: Das Arbeitsbesätaffungsvrogramm des IAA. Referent Genosse Dr. Gerhard Kreyßig. Die Funktionäre werden ganz besonders eingeladen. 15., IS., 17. Kreis. Die parteigenösssschen Eltern der Dorotheen. und Körner. schule in Köpenick werden gebeten, an einer Besprechung am Donnerstag, 9. Juni, in der Schule in Köpenick. Schloßftr. 27. 1 Tr., teilzunehmen. 99. Abt. Bei Becker. Ehausseestr. 97. Mitgliederversammlung: Die politische i'agt und die Aufgaben der Arbeiterklasse. Referent Georg Maderholz, M. d. L. 117. Abt. In Kerns Festsälen. Titrrschmidtstr. 45, Mitgliederversammlung. Referent Otto Meier. M. d. L.: Politische Lage und die Aufgaben der Arbeiterklasse. Freilag, 10. Zum: 74b. Abt. 20 Uhr Mitgliederversammlung bei Stockmann. Machnower Str. 2: Ideen der Arbeiterorganisationen. Referent Dr. Gregor Bienstock. Zrauenveranstattungen. 2. Sr.i»?onncrstag, g. Juni. BeNchtigunq der Konsumgknossenichaft Lichlcn. berg, Rittcrgutstrahe. Trcsfpunil pünktlich VjII) Uhr vormitlagn vor dem Hauptgebäude daselbst. 11. Ztrei». Die Funktioniirinnensitzung am Montag fällt wegen der zentralen ?unktionärko»ferenz aus. Die Funktionärinnen beteiligen sich hieran. 15. Krei» Achtung. Lokaländerimg! Freitag, lg. Juni, Kreisfunktionärinnen. sihung im Lokal Winkler, Oberschöneweide, Wilhelminenhofstrasi« Ecke Schloß. parkstrasic. 20.«tri«. Die am Mittwoch. 1. Juni, verregnete Führung aus der Insel Scharfenberg findet Mittwoch, 8. Juni, statt. Treffpunkt wird später mitgeteild. 39. Abt. Montag. 6. Juni,«affeekochcn und Badefahrt nach dem Oronkcsec. Treffpunkt 11 Uhr Ierusalcmer Ecke«ochstrasie, Linie S1 nach Hohcnschön. dausen. Sonst Treffen im Lokal Seeterrassen. 15. Abt. Die Urnenbeisetzung unserer verstorbenen Eenossin Emma Thormann findet Montag. 5. Juni, vormittags 11 Uhr. in Baumschulenweg statt. Rege Beteiligung wird erwartet. 7t. Abt. Siedlung. Montag, 8. Juni, 20 Uhr, im Waldhaus. Spandaucr Straße 50: Errichungsfragcn. Referent Rektor Äoltz. !)♦. Abt. Dienstag. 7. Juni. 14 Uhr,«affeekochen im Bolkspark Neukölln im Lokal von Rietz. Eingang Flughafen. t98a. Abt. Montag, 8. Juni, W/t Uhr. bei Schulz, Hohenzollcrnvlatz 8; Sozial. hggienifch» Forderungen für die Proletarierfrau. Referent Dr. Roeder. lO». Abt. Donnerstag, 9. Juni, Kaffeekochen mit politischer Ansprach«. Näheres bei den Funktionärinnen. I2Z. Abt Donnerstag, 9. Juni. 20 Uhr. bei Hübner, Wilhelm- Ecke Bahnhof. straßr: Heiterer Abend. Bvrtragcndc Fiicdel Hall. 123a. Abt. Dienstag, 7. Juni. 20 Uhr, im Iägerheim, Iägerstraßc: Bunter Abend. Referent Hans Fuhrmann. 127. Abb Montag, 8. Juni. 20 Uhr, bei Krämer, Euermondstr. 88: Heiterer Abend. Vortragende Elfriedc Wollmann. 138 Abt. Donnerstag, 9. Juni, 20 Uhr, Helferinnensitzung im Jugendheim, Lindauer Straße, Baracke. 138. Abt. Dienstag. 7. Juni, beteiligen wir uns am Frauenoueilug der Freien Turnerschaft Hcrmsdorf. Treffpunkt 9 Uhr früh am Kaiserpsa.. Es geht nach Summt. Für unsere Dampferfahrt am 12. Juli stnd schon Karten bei den Helferinnen zu haben. Bezirksausschuß für Arbeiterwohlfahrt. Besichtigung des Waisenhauses. ...... reffvunlt vor dem Waisenhaus. ll- Sbrie Schönederg. Di« Sitzung her Arbeiterwohlfahrt am Dienstag, 7. Juni, im Rathaus fällt aus. Neuer Termin wird noch bekanittgegeben. Sozialistische S luden lenschasl Verlin. ' Montag, 8. Iunr, 80 Ubr. im Bund, Llldrechtstr. n, Stb. Tr. Dr. Mitnrtzko: Technische« Fortschritt und Ard«it»losigf»ri. Donnerstag, s. Juni, 20 Uhr, im Bund, Ausspracheabend mrt Prof. E. r«derer tjber Sozialisierungs. vrpbleme. Freitag. 10. Zun:. 20 Uhr. im Sewertschaftshaus, Engelufer,.� Uhr Hnnchelfahrtslirch«, ltzefundbrunnen Uhr am Bahnhof Gesundbrunnen, Pestalozzi 7 Uhr an der Falkenuhr. Die Kreiselternversammlung findet am Donnerstag. 20. Juni, statt. Näheres folgt. Preuzlauer Berg: Heute 15 Uhr Fglkennachmittag auf dem Erer.— Freiheit u»d Hermann Müller: Am Dienstag fällt die erweitert« Helfl" Donnerstag. 9. Juni, 20 Uhr. Eonnenburger Str. 20, gemeinsam Roten Falken mit der SAD.: Reichstagssitzung. Thema: Berdot der Kultur. lldend der Am Dienstag fällt die erweitert« Helfersitzung aus. ~— infamer Al :8lten mit der SA?.: Reichstagssitzung. Thema: i organtfationen. Freitag, 19>� Uhr, an'gleicher Stelle: He!. M Elternobleuten sowie den Vertretern der SAI. und Partei. Achtet auf die Terminänderung. Sonnabend, Ü. Juni, lbzh Uhr, Stolpische Str. 19. Sitzung des Kruppenparlamentes. Boranzciael Sonntag, 12. Juni, Beteiligung an dem Fest der weltlichen Schulen. Näheres in den Gruppen. Neukölln: Genossinnen, die sich zum Nähen gemeldet haden, sind am Montag um 19 Uhr in der Sck>ulc am: müssen so schnell wie möglich a! od 17 Uhr Sporttag in der Sonncnä Veranstaltung. Reslsaltenlagcr! Die Meldungen her Gruppen erwarten wir am Montag in der Arbeitsstunde. Montag, 8. Juni, Besprechung der Nestfalken- Helfer, Eanohofcrstraßc. Abt. Köpenick: Di« Ncstfalken kommen ebenfalls zum Kreisspiclnachmittag. Treffen siehe gestrige Notiz. Pantow: Montag. 8. Juni, Abt. Pankom.Niederschänhausen.PuGholz: Elternoeriauimlung ine Jugendheim Pankow, Kissingen» Ecke Granitzstraße, Zimmer 2. l9>. Uhr: Ernste» und Heiteres aus dem Druppenleben. 20 Uhr: „Ist Ferienerholunq für unser« Kinder möglich?". Porschicdenes. Treptow, Gruppe Thomas Müazer: Alle"'' illle Falken treffen sich heute um» Uhr ..____..________„, treptow. All« Elter» treffen sich um 8 Udr im Jugendheim Arndtstr. 18. Thema: Zeltlager und unlere Sommerardeit. Historische Ecke. Wir gehen nach Treptow. Friedrichehai»: Unser«reisheim Mühlenftr. 50 lSchule) ist geöffnet täglich non 17— Igri Udr Die Abteilungen tagen in dieser Woche wie folgt: Mond Landsberger Platz Margaret» DengtlsJWWWW�WWIWWWWWII�D Kreieelternverlammlung im Krcisheim Mühlenflr. 50. 17. Krei, Lichtenberg. An> Montag. 8. Juni, pünktlich 20 Uhr, In der Bibliothek Weichselstr. 28. wichtig« Helfersitzung. All« müssen erscheinen.— Lichtenberg.Rorb! Unser« Gruppcnzusammenkllnfte sind jetzt wie folgt: Montag« im Heim Gunterstraße und Mittwoch« auf dem Sportplatz Rormannenslraße.— Ren-Lichtenberg: Unser« Gruvpenzusammenkünst« sind jetzt wie folgt: Dienstags in der Schul« Psarrstraß» und Freitag« auf dem Sportplatz Hauffstraße. Sterbetafel der Groß-Berliner Partei-Organisation nnser�atter Vari«�?no/"' der's-stwirt"'»""ch Leiden Alle. 182, im 57. �densjadre nadl �lLrt'. v.,'.4»--nzl-u.r Emäscherung findet am Dienstag. 7 m- �®ie MUglted Franz B a r t u j ch/ Fr.�denst" xx" �r« alcherung Montag, 8. Juni. 18 är.�''�e7a.°Äum ��ch.�''um äscherung Montag, 6, oum, 18 Uhr, im Ktcr Beteiligung wirb gebeten. 127. Abt. Hohenschönhausen. Am 2. Juni W.______________ verstarb unser Genosse Rudolf B l a e ck. l�re seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Montag. 6. Juni, 15 Uhr. in Hohenschönhausen. Friedhof Gärtnerstratzc, statt. Um rege Beteiii. yung bfttet der Abteilungsvorsteher. pskri'scß- ersstitsSle dillis- Docken 1.50 Schläuche 0.50 u RUcklichte 0,25 Fahrräder ab 62. 00 eb Modell 40 Raten 2,00 Undcar-Filialen Z&VttTZ1"" Am 2. Juni 23% Uhr verschied sanft nach kurzem mit Geduld ertragenem Leiden mein innigstgeticbter Mann, unser üebcr Bruder. Schwager und Onkel Kar! Kirsten kurz vor Bollendung seinesZI. Lebenz- jähre«. Um stille Teilnahme bittet im Namen oller Hinterdl:ebeneu Paula verw. Kirsten Berlin 910., 3. Juni 1932 Werneuchener Str. 15. Einäscherung Dienstag, 7. Juni, lht'-Uhr. im Krematorium Gerichlstr Danksagung. Für die wohltuenden Beweise her.,- licher Teilnahme bei der Einäscherung meines lieben Gatten und Vaters danken herzlichst Li, so Triilsch geb. Walter nebst Sohn Karl. Heinz. Berlin-Britz. Fritz-Reuter-Allee 10 Statt Karten. Danksagung. Für die vielen Beweise herzlichster Teilnahme und zahlreichen Kranz- ipenden bei der Einäscherung meines lieben Mannes, unseres Schwieger- sohnes, Bruders. Schwagers und Onkels, des Ti'chlermeisters Carl Renne sage ich allen Verwandten und Be- kannten, sowie der SPD. und den Kameraden des Reichsbanners, dem freien Haus- und Gnindbesttzerverein Groß-Berlin, den Mietern des Hauses Langhansstraße 8 und dem Herrn Redner für die trostreichen Borte meinen herzlichen Dank. Im Namen der Hinterbliebenen HaSnrete Renn� Danksagung. Für die' Beweise herzlicher Teilnahme beim Hinscheiden unserer licoen Mutter Mme Rosenkranz sagen wir allen Perwandlen. Freunden und Belannlen unseren besten Dank. QetcfavUter Rosenkranz. Danksagung. Für die herz iche Teilnahme bei der Beerdigung meines lieben Gatten Ott« Lehmann sage ich allen Verwandten und Be- kannten, den Herren Fächert und Polluieier vom Gesamtverband, der 28. Adieilung SPD und den Reichs- bannerkameraden Prenzlauer Berg meinen besten Dant Ww. Emilie llehmann. Prenzlauer Berg 7 d-tz vom Zur Erleichterung der Abfertigung des Publikums bei der Entrichtung von ttratt fahiueugsteuer wird ur dsu. Räumen Krailverkehrsarnts. Blücherstraße 28. 8. Juni ad«ins Zahlstelle«ingerichist. Di« Abfertigung findet dorr statt der Neu. und Wiederzulaffungen von Kralttahrzeugen. sowie bei llmschret» düngen, wenn die Zahlung früher fällig gewordener Raten nachgewiesen wird Für alle anderen Bertteuerunaen und Ratentahlungen wird die Abfertigung de» Publikum« nach wie vor bei der Kraflfahrzeugsteuerstelle de« Finanzamt» Rosenthaler Tor. Friedrichsttaße 107, vor- genommen. Der Präsident de, Landesfinanzamt« Besli«. Sule Kapitän- Ksblllf ist in den meisten II" l&ClcliClIitii«;arrenocsch. erhiltl. C. Röcker, Berlin Llimenl)«rser SiiaBc 22. RDnlgsi. 3(81 1 Der Kca S Llfflie original- Befema Patentmatratzen/ Runebetten Couchs mit Befema- Federung Patent-Drehbelt(D.R.P.) ein GHff ein Bett, sowie das neue Holzbett mit Beiema-Federund sind vollkommen getäoschlosl— Kein Einliefen. Für schwerste Belaninng. Ueberau erhiltl 20 Jahre Garantie. Barl. Fedentiairilz.-FSDriH, KopDenstr.. 31 I. Andermann Oes. m.b.H. 8 34. MineUr Str. 50. Ftmspr. RSnigslaiil 3290/91 Eiergroßhandel » Import BHMI Export( t F kzz weltbekaonte Teppichhaus ef�vre seit49latircn nurOranlenstlSS Zahluncserleichterung NM�otme Autschiagü SjeijaUloO tosieoln. Unsere BälÜCIlMdlUrafllB Montag t Donnerstag beachlenswartl perfil nehmen heißt: sparsam waschen! Da brauchen Sie nicht erst auszuprobieren, welches Waschmittel in dieser Zeit des Pfennig. rechnenS daS richtige ist. persil hält immer Schritt mit der Zeit, es bleibt unverändert in Güte und Leistung— aber die Kaufkraft ZhreS �«lhes ist größer geworden: Sie bekommen jeht: für nur 36 Pfennig " �Onnio für. UNd das gis-t,. SeijedemDoppelpakethabenSiealso4pf.6xtru..... DaS ist ein Borteil, den Sie wahrnehmen sollten! Wtrttich- daS A und O der Waschweisheit bleibt: PÄ/51 b Persil Ihr bewährter Helfer allezeit $Südt.Oper Charlotienbur� Bismarckstraße 34 Sonntag, 5.|uni Turnus I Die Banditen Neueinstudierung Pfahl, Eisinger, Nikolaiewa, Burg- winkcl, Gründgens, VVestermeier, Egen- lauf, Pecbner. Kandl, Gombert, Steier, Heyer, Gonszar, Danske Anfang 19,30 Uhr Ende gegen 22.30 U. 6 Uhr 15. Flora 3434. Räumen etl. Paul Graetz. Peter Sachse. Jenny& Piccolo. Crocers& Crocers usw. Heute 2 Vorstellungen 4 u. 813 Uhr. 4 Ehr kleine Preise. y Konditorei* Cafe Berliner Straße 106 Ecke Hermannplatz Ouiftunqi Unbaiil u. UeKlamemorKen| f?rtißf vil«»5 Jahren 1 ab Spezidlifnf T"- a Votusbiltine Ttisater am Sülowalatz «>/. Uhr Die goldene Dhr Volkssiück von E. S z e p Regie: A. M. Rabenalt Slaall. Sdiiller-itieatei 8 Uhr Abschied von der Liebe DMs Theater l>lc SV, Uhr Journalisten luslsp.nadi Gustav Freytas von Felix Joadiimson Musik; Theo Matkebeu Regie: Heinz Hilpert Lern-Theater Täglich SlU Uhr nadonna wo bist Du? Erika v. Thellmann, Genla Nikolajewna Theodor Loqs Josef Wedorn Rose- llieater Große frank'urler Straße 13? Tel. Weidial£ 7 3422 6 und 9 Uhr Weekend im Paradies tKan enblilm e 5.30 Uhr Konzerl u.Varlete Ztgeunerliebe BANK UND SPARKASSE ALLER ARBEITNEHMER IST DIE Btumenspenoen jeder Art liefert preiswert Paul Golletz vormals Robert Meyer Marlannenstr. 3 FQ, Oberbaum 1303 ilaats Ks Tbcalcr Sonntag, den 5. Juni Staatsoper unter den Linden 20 Uhr Sizilianische Vesper SlaalLSdiausplelhaus üendarmenntarki. 20 Uhr Egmonf Schiller-Theater Charlotten bürg, 15 Uhr Die Räuber 20 Uhr Absdiied von der Liehe Täglich 5 u. Uhr/ Barbarossa 9256 Fernando LiNDERj JoePeanut'sURhesusrÄffchen| Ada&. Eddie Daros Willy Rosen usw. 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Crubel sah sie heraussyrdernd an. Es war eine Brünette, etwas massig vorn und hinten, aber städtisch hergerichtet, mit kunstseidenen Strümpfen und kurzen Haaren. Crubel zwirbelte seine roten Bart- enden nns und nahm einen Schluck Vermuth. Der Wegeausseher und der Steuereinnehmer traten ein. Sie unterhielten sich. „Guten Abend. Herr Boysselade!". sagte Justine plötzlich. Im Türrahmen stand ein Mann und lächelte die Kellnerin an. Etwa 27 Jahre alt, kräftig, dunkel, mit leuchtenden Augen. Die Anwesenden erwiderten seinen Gruß, nur der Steuer- einnehmer lächelte gezwungen,, und Crubel blickte angelegentlich auf seine ockergelbe Faust. Er hatte einmal einen Wortstreit mit Boysselade gehabt, der fast in Tätlichkeiten ausgeartet wäre. Beide wohnten, ziemlich weit voneinander entfernt, in einem jener alten Häuser des k'rsu. die nur ein einziges StockweU auf einer steilen Steinböschung haben. Der f'r-iu ist ein riesiges Plateau mit hohem Haidegestrüpp, das an schönen Tagen duftet und klingt, ein Plateau, in dem hundertjährige Kastanienbäume rauschen und große grüne Inseln Fichten- und Eichengehölz einen einsamen, glockenturmüber- ragten Weiler oder ein verlorenes Dach umfrieden. Es kann ge- schehen, daß man sich am Abend in diesen dämmernden grünen Fluten verirrt und daß auf den Hilferuf plötzlich auf einer Tür- schwelle ein Mann mit geladenem Gewehr erscheint. Crubel und Boysselade hatten einen Wortwechsel gehabt, weil Boysselade im vergangenen Jahr Belau, die kleine Jsabella, die jetzt Crubels Frau war, unter den Buchsbaumhecken spazieren ge- führt hotte. Den Jahrmarkt von Degagnazes hatte er mit ihr besucht, den Jahrmarkt der Liebenden, der im September mitten im Walde stattfindet. Diese Erinnerung ließ ihn nicht los. Belau— sie war blank wie ein Taler, klar wie der Blick des Falken. Sie war mit ihm spazieren gegangen, hatte mit ihm getanzt und ihm zum Abschied die Wange zum Kuß gereicht... Doch seit der Heirat hatte sie— vielleicht schwer von Erinnern und widersprechenden Gefühlen— alle Beziehungen abgebrochen, an denen ihre Jugend hing... Brünett war sie, hatte krauses schwarzes Haar, ihre blauen Augen spielten ins Violette. Schmiegsam und doch' fest, flammte oft plötzlich ein helles Rot auf ihren Backen vor- verhaltener Leidenschaft.„Zu klug", hatte Boysselade sie ge- nannt. Deshalb hatte sie auch der Vernunft gehorcht, so glaubte man, mehr freilich noch den Eltern. Crubel war zwischen seinen Roggen- und Maisseldern, seinen Weingärten und seinen Scheunen beinahe schon ein Krautjunker— Boysselade dagegen ein Bauer. Aber dieser kühne und schöne Bauer wurde von einem glühenden Verlangen verzehrt.. Nichts konnte es löschen. Keins von den Mädchen, die er kannte, keins in der Umgegend, keins auf den Jahrmärkten— kein einziges vermochte ihn zu trösten. Crubel zog seine Briestasche, machte sie breit auf und prahlte, zur Kellnerin gewendet:„Damit, Kleine, kann man alle be- kommen!" Er steckte die Tasche wieder ein und bestellte für sich und seinen Genossen ein neues Glas Vermuth. Er war nicht böse über die gute Gelegenheit, Boysselade, sozusagen öfsentlich, eine Lehre zu erteilen. Boysselade saß zu weit entfernt, um die Worte verstehen zu können. Er fragte Justine, als sie vorüberkam.„Nichts", ant- wartete sie.„Der Steuereinnehmer stellt sich dumm und Crubel ist sternhagel besoffen." Ein Bauer kam herein und ging gradewegs aus Boysselade zu. Ihm die Hand drückend, flüsterte er ihm ins Ohr: „Du siehst Crubel so an? Man wird heute nacht im Hause am Brugues auf ihn warten. Es trifft sich gut!.. Ha, ha! Ich bin auf deiner Seite, das weißt du ja. Ich kenne ihn— meinen lieben Vetter!" * Boysselade machte sich auf zum Häuschen am Brugues... Bölou war allein, die ganze Nacht allein. Er konnte mit ihr sprechen, sie würde zuhören, würde spüren, wie sehr ihn die Erinnerung bedrängte, daß die Liebe in einem Mann sein kann wie ein Schwärm Bienen in einem hohlen Baum. Sie würde Mitleid mit ihm haben— und sollte sie kein Mitleid haben, nun— dieses Mal!!... Freilich, es ist wahr, er hatte ihr eines Abends geschworen, sie nicht mehr zu verfolgen, ihren Lebensweg nicht mehr zu kreuzen, und Crubel nicht mehr„aufzupassen". Nun, war er nicht Crubel und allen Händeln aus dem Wege gegangen� Das Gehölz össnete sich. Das Heidegestrüpp begann. Er blieb einen Augenblick stehen. Der laue Wind trug ihm plötzlich eine heiße Welle entgegen— trocken, scharf. Ein dumpfes Surren schien in der Luft zu beben. Ein zwischen Toulouse und Madrid verirrter Flieger..? Boysselade stieg in eine Erdmulde nieder— alles war wieder still. Vielleicht ist sie noch wach... vielleicht schon im Bett... Diese Vorstellung trieb ihm das Blut ins Gesicht. Rasch stieg er die Böschung empor: da hörte er die Sturmglocke! Das kommt aus Dögagnac, sagte er sich. Zwanzig Meter weiter kam er auf eine Anhöhe, wo sich die Geräusche' des tzVau vereinten: jetzt hörte er deutlich die Glocken dreier Kirchspiele. Ei'ne vierte, schrillere, entferntere, tönte von unten herauf, rang sich aus den Tälern empor, ließ nicht ab, mit ihrem klagenden Gcwinsel um Hilfe zu rusen. Was ging da vor? Plötzlich wurde der graue Himmel von hellen Streifen zerrissen. Ein niedrigeres Gewölk färbte sich purpurrot und erleuchtete den Raum. Man sah die schwarzen Umrisse der Bäume und die blühende Heide.— Feuer! Boysselade jagte vorwärts, gerade auf das Schreckenslicht zu. Zweimal strauchelte er über die dicken Wurzeln. Aber die Glocken trieben ihn weiter. Warme Wellen trieben ihm den aromatischen Duft glühender Gräser, glimmender Baumrinden, prasselnden Gezweiges zu. Dann wieder wurden die heißen, leuchtenden Schwaden von schwarzen Rauchslocken verdunkelt. Zum Glück erreichte Boysselade bald einen riesigen Kastanien- bäum. Er kannte ihn gut: rasch klemmte er seinen Fuß in einen Spalt und kletterte- hinauf, um auszulugem der k' rau vor ihm war ein einziges Flammenmeer, das im Winde hin- und hcrwogte. Heide und Wald, bis zum Horizont hin, brannten... Sein Haus lag außerhalb der Gesahrzone. Aber immer neue Gruppen sah er sich entzünden, sah die tückische Flut des Brandes anschwellen. Der Wind schlug um und ergriss die östlich gelegenen Gebiete. Mit einem Satz sprang Boysselade vom Baum und stürzte sich in das Heidegestrüpp. Das Feuer näherte sich dem Häuschen am Brugues! * Boysselade lief wie gejagt. Jetzt hörte man schon das Knistern der hohen StäiVime, des Blätterwerks und dazwischen das Prasseln der brennenden Fichtennadeln. Hammel blökten. Ein Esel schrie. Die alte Mirande, die nur noch zum Grasschneiden gut war, saß weinend auf einem Stein, die Sichel aus den Knien. „Was für ein Unglück!" rief sie,„in drei Häusern liegen schon Tote. Wer wird noch Arbeit für mich haben?" Boysselade lies wie ein Wahnsinniger weiter. Glut und Asche klebten sich an seine Füße. Er durchquerte eine schon verwüstete Zone, aber jenseits schlug das Feuer aufs neue glühend, sengend in die Höhe, wild seine Flammen auswerfend wie ein Lasso, das Bäume und Sträucher einsängt..., Der junge Mann berechnete schnell alle Möglichkeiten und warf sich hinein in diesen ungeheuren Brand... Nichts war mehr zu hören außer dem Toben und Wüten der Flammen, dem Knattern und Knistern des Holzes, dem Heulen des Windes, der gelbe und schwarze Rauchknäuel vor sich hertrieb. Mit zusammengebissenen Zähnen, brennenden Kleidern, die schmerzende Hand vor den Augen, den Kopf zermartert vom Gellen der Sturmglocken, kämpst sich Boysselade durch das Feuer. Noch zwanzig Meter— und er stand im Hofe Crubels, der noch verschont geblieben war! c Ii e n? Kilchen i m me I Schönhauser Tor Ingenieurschule Bad Sulza I. Th. Maschinenbau, Elektrotechnik, Gas und Wasser, Werkmeisterabteilung dann aber kauen, es ist gesund und billiger Doms Kautabak ist der„Best e" Versuch macht klug I Ob Belou schon fort war?... Schlief sie?.. Er sprang die Stusen hinauf, stemmte sich an die verschlossene Tür, rief keuckiend. gequält, rüttelte am Schloß— und hielt inne. Wo war sie? Großer Himmel! Wo war sie? Gerettet?... Verloren?... Hatte er sich vergeblich in diese Flammen gestürzt? Wie würde er wieder herauskommen? Ob es auch nur die Mühe lohnte, es noch zu versuchen? Da, auf einmal, ein Geräusch, ein Schritt: die Frau ist jäh aufgewacht, einen Augenblick noch schlaftrunken, ist sie aus dem Bett gesprungen und läuft nun mit bloßen Füssen über den Boden... „Mach' schnell auf! Der f'rau brennt! Ich bin es... Boysselade!" In seinem Ruf war etwas wie eine wilde Freude. Das Schloß knirschte: Das Drama hielt seinen Einzug mit Feueratem und Feuerschein, lind dort stand Belou, halbimckt. Ihre Augen blickten starr vor Schlaf und vor Schreck. Der ganze lodernde Horizont, der ganze lodernde si'rau spie diesen Mann in ihr Haus,, der schwarz, blutend, unkenntlich vor ihr stand, in Kleidern, die nur noch rauchende Lunipen mit brennenden Rissen waren. Schreiend wallte sie fliehen, ihm den Rücken wenden, aber sie besann sich, lief in die Küche und holte einen Krug Wasser: „Schnell! Schnell! Wasser..." Er aber riß sich den graben Fubrmannsmantel, der ihn von Kopf bis Fuß einhüllte, vom Leibe. Sie kam mit dem Kruge. Er mußte sich setzen. Aus dem Schrank nahm sie ihr feinstes Leinen und wusch ihm behutsam das Gesiebt, dann die Hände, die angeschwollenen Hände... Ein heiseres Schluchzen hinderte ihn am Sprechen, aber sein Blick ließ sie nicht los. Endlich war er imstande zu trinken. Er beruhigte sich. „Mein armer Boysselade", sagte sie. Dieses Mitleid machte ihn wehrlos, er fing an zu weinen, während er Belaus nackte Arme ergriff, diese schönen Arme von der Farbe reifer Aehren, und seine wunden Lippen darauf preßte. „Du", flüsterte sie,„du hast an mich gedacht..." Diese Worte waren Balsam für Boysselade. Er bezwang die Schmerzen, die ihn peinigten, er atmete wieder kräftiger, spürte sein junges Leben unversehrt trotz seiner Qualen und knüpfte leise seine Träume, seine Hoffnungen wieder an... Belou war neben ihm. er fühlte ihren Körper, ihr Blut! Aber die Frau spürte plötzlich in dem Schweigen die ver- heerende Unruhe der Feuersbrunst: sie blickte aus die schmerzenden. versenkten Augenlider des Mannes— und seufzte. „Wir sind verloren, das Feuer hat uns eingeschlossen. Du bist gekommen, um mit mir zu sterben— ich liebe dich." ' In einem Rausch von Freude und Qual beugte er sich über sie. Nichts, nichts galt mehr als diese Wonne angesichts des Todes... Da begann Belou leise zu weinen. Sie war 23 Jahre alt. Aber Boysselade verzichtete nicht: jetzt ging«s um den Sieg über den Tod. Die Liebe will lebeh, das Glück sinnt auf Rettung. Er wollte sich eines Tages dieser Nacht erinnern! Die Luft war zum Ersticken. Schwarze und rote Rauchwolken lagerten über dem Hause. Die Scheune fing schon an zu knistern. Man mußte, mußte von hier weg! Jetzt war ja alles möglich, alles. Rasch überdachte er den Plan des ganzen kVau. Rechts— auf der rechten Seite— waren die Wälder am wenigsten dicht. Dort mußte man durchkommen, aber wie? „Belou, zieh' derbe Stiesel an, nimm diesen groben Mantel und einen Sack über den Kopf, bespreng' alles mit Wasser! Schnell, schnell!" Kaum zehn Minuten später trotteten die beiden mächtigen Ochsen aus dem Stall, mit grober Leinwand umhüllt, das schwere Joch über den Augen. Sie schleppten die schwere steinerne Walze. „He, Rouget! He, Lauret!" Mit gesenkten Nüstern witterten sie den versengten Brodem des Erdbodens. Ihr Schwanz schlug aufgeregt um die Flanken, aber Boysselade zwang sie mit seiner»mzen Kraft vorwärts, mit Flüchen und mit wilden Schreien. Er trieb sie in den atembe- klemmenden Feuerschein hinein, bis sie in Todesangst v�n selber zu lausen begannen. Die Frau folgte, vermummt, ihre Schätze in ein Kopstuch gewickelt. Boysselade hatte sich nicht verrechnet: die Buklen rannten in ihrer Angst weiter, alles kam darauf an, ihre irre Flucht zu lenken. » Er wußte nicht mehr, was er tun sollte. Er sprang zur Seite, atemlos, das Gesicht in Schweiß gebadet. Die Frau konnte in dieser Stunde nichts anderes tun, als gehorchen und weinen. Sie blickte auf ihn, bewunderte seinen furchtbaren, vcrzweiselten Willen, seine Größe, seine Schönheit inmitten dieses Chaos... Aber sie erstickte fast unter dem schweren Mantel, und ihre BALLON Freilauf-RQcktritt Enormer Preisabbau Fahrräder, Fahrrad- and Motorradzabehör zu noch nie dagewesenen Preisen.— Spezlal-Fahrräder schon für 28.-, 33.«, 35.-, 40.-. 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Mit heiserem Gebrüll warfen sich die Tiere wie toll in die Hölle... Die steinerne Walze hielt stand. Mit ihrem Zentnergewicht zermalmte sie die brennenden Erdschollen. Zwei große Fichten fielen in einem Funkenregen auf das Joch und die Hörner der riesigen roten Bullen nieder, ihre Umhüllung fing Feuer, sie aber, in den flammenden Säcken, arbeiteten sich durch den Brand hindurch. Boysselade lies in der schmalen Spur, die sie freigaben, mit ver- haltenem Atem, geschwollenen Adern, die Frau mit verzweifelten Kräften tragend, schleppend, von den Kohlengasen betäubt und, wie alles ringsumher, selber zu Flamme und Rauch geworden... Endlich lag das Fichtenwäldchen hinter ihnen. Er blieb stehen. Die Ochsen liefen weiter, immer weiter, ganz von Sinnen in ihren lodernden Säcken. Boysselade war nur noch ein atmender, lebender Klumpen. Milde, balsamische Luft aus den Tälern fächelte ihn an. Stimmen näherten sich. Hornsignale verkündeten die Ankunft von Truppen. Mit mechanischen Bewegungen, kaum mehr imstande, seine Glieder zu» beherrschen,„löschte" er Belou aus. Sie seufzte: er lächelte glücklich... Das Leben summte und brodelte indessen um seine schmerzenden Wunden, zog immer größere feurige Kreise, raubte ihm einen Ge- danken nach dem andern, entwand ihm seine letzten Kräfte— und seine Freude. Er sank ins Gras, neben Belou, ohnmächtig wie sie... „Jesus Maria! Zu Hilfe! Rasch, rasch!" schrie die alte Mirande,„sie sind gerettet!"... lAmtonsierts Uebersetzun? aus dem Französischen von Lina Frender.) gerharf Sterrmann WoHär/ ffirief vom£ande: Xuichen Viele Frühlingsboten hat das Land: sie können alle trügen. Die ersten Maßliebchen kann der nächste Frost schwärzen. Der erste Singvogel kann vom Sturm der drei Eisheiligen zum Schweigen gebracht werden. Die hohlen Stengel der ersten Wasserblumen im Teich können vom Eis zerpreßt und zerbrochen werden. Der Ruf der Kraniche, das Geläut des Kuckucks, das Wimmeln der Ameisen: alles kann noch einmal aufhören müssen, für Tage, für Wochen viel- leicht. Es gibt überhaupt nur einen Frühlingsboten, der nicht trügt: das ist Lutchen. Lutchen sieht nicht gerade nach Frühling aus. Eher können ihn Nichteingeweihte für den schon etwas ramponierten Winter per- sönlich halten: denn Lutchens Bart ist weih und zerfleddert-, Lutchens Backen sind rot wie von Frost, aber es liegt mitnichten am Frost, sondern am Alkohol; Lutchens Kleider sind zerlumpt; Lutchens ganze Erscheinung hat nicht das Jünglingshafte des Frühlings, sechzig Jahre trägt er auf seinem Buckel, wenn sie ihn auch nicht drücken... Und dennoch weiß jeder: wenn Lutchen auftaucht, ist der Winter zu Ende; Lutchens Instinkt kann keine Wettervorhersage erschüttern, denn Lutchens Lebensprogramm ist mit dem Programm der Natur inniger oerwachsen als selbst das der Bauern im Dorf. Lutchen lebt ja von der Natur, und das nicht, wie der Bauer, durch ihre Bergewaltigung mittels Pflug und Sense; er sät nicht und erntet nur, was ohne sein Zutun wächst. Und das ist so allerhand. Vom Dezember bis zum Februar ist da zwar noch nichts'zu machen. Und in dieser Zeit begibt sich Lutchen denn auch unter die Menschen. Da nämlich wandert er; er ist der beste Kenner des winterlichen Deutschlands; den Sommer hat er all seine sechzig Jähre lang nur im Kreise Ruppin erlebt. Im Winter aber sah er den Rhein und die Seen von Masuren, Schleswig-Holstein eisum- fchlungen u.ch Oberammergau in der festspiellosen Zeit, viele Male schon. Er fürchtet sich nie vor dieser alljährlichen Walz ohne Geld durch Sturm, Frost, Schnee und Modder. Denn im Winter, sagt er als alter Praktikus, haben die Leute mehr Mitleid, wenn man fechten geht. Zu etwas Brot reicht es immer, und wenns hoch kommt, auch zu etwas Schnaps. Und schließlich ist jede deutsche Gemeinde verpflichtet, dem Wanderer, der sich um Sonnenunter- gang bei ihrem Oberhaupt einstellt, Unterkunft für die Nacht zu gewähren. Aber wenn es in den Nächtey im Westen oder Osten kracht und donnert, weil auf dem Rhein oder auf den Seen das Eis bricht unter dem Stampfen der Taustürme: dann schnuppert Lutchens haargeschmückte Nase witternd in die Luft, und wenn der Geruch der richtige ist, der verheißende, der zukunftsgewisse, der wärme- durchrauchte, dann strebt der alte Mann in Eilmärschen dem Kreise Ruppin zu. Die Zeit, in der er erbetteln mußte, was andere ernteten, ist zu Ende; seine Ernte beginnt. Da sind zuerst die Lorchein, welche alle Welt fälschlich Morcheln nennt. Wie braune Barettchen von'Zwergen sitzen sie am Rande der Spuren, die Pferdewagen auf märkischen Sandwegen hinter- ließen, urch in den Furchen der jungen Kiefernschonungen. Oh, Lutchen weiß genau, wo die ersten zu finden sind, und wo die größten, und wo die letzten; so bringt er immer die Ware, die am besten bezahlt wird. Lutchen. in richtigem Mittelmaß zwischen fal- scher und zutreffender Bezeichnung, nennt sie„Märzmorcheln", weil sie ihm über den März bis in den April hinein durchs Leben helfen. Die zweite Aprilhälfte geht drauf über dem Suchen nach einer paffenden Wohnung. Es ist warm geworden, um nicht mehr in der Kuhwärme der Ställe schlafen zu müssen. Lutchen wählt irgend- eine Hütte aus Stroh oder Torf oder aus halbvermorschten Schwar- tenbrcttern und klappernden Schindeln— Hütten, die niemand mehr benutzt, und die eine Ziege entrüstet meckernd ablehnen würde. Auch ein alter Topf findet sich irgendwo, Kienäpfel zum Heizen und Kochen gibts in Hülle und Fülle. Und mit einemmal ist�Mai, und es gibt die richtigen Morcheln, von Lutchen sinngemäß als Mai- morcheln bezeichnet. Und im Juni gibts die Pfifferlinge, erste, gut bezahlte Garnitur. Und im Juli die. ersten Blaubeeren. Und im August und September Brombeeren und Pfifferlinge, zweite, schlechter bezahlte, aber reich- haltige Garnitur, und Steinpilze und Blutreizker und immer noch Blaubeeren. Und im Okiober desgleichen. Diese Monate sind Lutchens große Jett. Sie besteht in arbeitsreichen Tagen und fest- reichen Wenden, wobei die Feste in ausgiebigem Genuß von Branntwein und die Ausgänge im zwangsläufigen„Plattereißen" bestehen, nämlich in traumlös festem Schlaf bei Mutter Grün, unter Kieferdächern oder in Chausseegräbenbetten. Im Herbst verdient Lutchen manchmal bis zwanzig Mark am Tag. Aber er sammell keine Schätze, so die Motten und der Rost fressen. Er läßt das Geld im Lande. Oktober: da muß man sich noch eine Welle mit Kartoffelbuddeln durchhelfen, denn einerseits gibt die Natur nichts Rechtes mehr her, andererseits sind die Tage noch zu warm und somit die Leute Fecht- brüdern gegenüber noch nicht mitleidig genug. Mit dem ersten Schneefall im November aber begibt sich Hütchen unweigerlich auf seine Winterwalz... '.* Das sind Lutchens Existenzbedingungen. Sie waren nicht immer so. Sondern vor noch gar nicht so langer Zeit, vor fünfzehn Jahren vielleicht, war Lutchen noch wohlbestallter Fleischermeister im be- . nachbarten Städtchen und hieß überhaupt noch nicht Lutchen, sondern Ludwig S.. und hatte ein Haus und einen blanken Laden und eine stattliche Frau und viele hübsche Kinder, und von all dem, was ihm heute lebensnotwendig erscheint, kannte er nur den Alkohol— ob- wohl es auch heute noch falsch ist, Lutchen für ein Opfer des Al- kohols zu halten: er ist überhaupt kein Opfer von irgendwem oder irgendwas, er ist sein freier Herr. Man sollte meinen, das wäre er damals auch gewesen; aber es muß ihm wohl nicht genügt haben, denn eines Tages ließ er Haus, Geld, Laden, Weib, Kind und alles, was sein war, im Stich und begann das Leben zu leben, das heute noch und wohl für immer das seine ist. Seine Frau ist im Städtchen geblieben, sie hat noch heute das Haus; seine Kinder sind groß geworden und haben ge- heiratet und wiederum Kinder gezeugt. Die Frau ist ihm wohl böse, den Kindern ist er wohl peinlich, die Enkel kennen ihn nicht, wenn sie aus der Straße spielen und Lutchen ihnen nüchtern oder betrunken begegnet, und er kennt sie auch nicht. Vielleicht necken sie ihn manchmal und ahnen nicht, daß sie ihren Großvater necken... Ich habe Lutchen neulich gefragt ob er sich nicht manchmal nach seinem Hause sehne? Nein, nein! Gerade so, wie's ist, gefällts ihm. gefällt ihm alles. Er hat sein Auskommen, bitteschön, mehr will er nicht. Ob er sich nicht über seine Kinder freue? O ja! Er freut sich sehr, wenn er sie so zuweilen von Deitem sieht. Es sind tüchtige Menschen, arbeitsam die Jungens, und die Mädchen sind hübsch. O doch, auf die ist er stolz. Ich glaube sogar. daß er sie auf seine Art liebt— auf seine Art, die nichts fordert, aber auch nicht belastet sein will. Ob er mit seiner Frau böse ist? Nein, nein, warum denn? Aber sie ist mit ihm böse. Sie hat nicht verstehen können, wie er so alles im Stich lassen konnte, und das kann ja auch keiner verstehn, weil dadran ja gar nichts zu verftehn ist... Nach dieser besinnlichen Sentenz macht er eine aus- giebige Pause; und dann sagt er siegessicher und stolz: „Aber wenn ick mal sollte sterben dhun irgendwo, un sie hört et: jlooben Se mir, det die kommt? Janz bestimmt kommt die zu mir, wenn se hören dhut, det ick sterben dhue..." Seltsame Vision... In irgendeiner der Torfhütten, die Lutchens Sommerwohnun- gen sind, liegt er und stirbt. Es tut nicht weiter weh. er ist einfach ausgewandert, ist ja auch alt genug. Aergerlich ist nur, daß so nahe, am Bahndamm, die Maimorcheln wachsen, und er kann sie nicht sammeln, wo sie so schön bezahlt werden. Jedesmal, wenn das auf-- geregte Klingeln eines Kleinbahnzuges bis zu ihm fingt, ärgert er sich darüber... Sonst aber hat er, was er braucht; ein Kind ist mal vorübergekommen, das hat er zur Stadt geschickt, und das Kind hat ihm Brot. Wurst und Branntwein gebracht. Es geht auf den Abend, draußen und drinnen, blauer Schimmer fällt vom Himmel und wartet zwischen den roten Kiefernstämmen, die erste Fledermaus jagt nach den ersten Nachtfaltern. Dann ist ein wenig weißer Mebel vor Dingen und Gedanken und macht beide etwas undeutlich, Dinge und Gedanken. Bald wird Nacht fein. Da kommt ein Mensch den Pfad entlang auf die Hütte zu, eine Frau. Sie trägt eine Tasche, eine Einholetasche. Nun ist sie heran und tritt in die Hütte, ohne zu zögern oder unsicher zu sein. Es ist Lutchens Frau.„Nabend", sagt sie. „Nabend", sagt auch Lutchen und wundert sich nicht wetter; er Hais ja immer gesagt, daß sie kommt, wenns so weit ist. Sie öffnet die Tasche und holt allerhand heraus zum Essen und Trinken und Einwickeln für einen schwachen Körper.„Hier habe ick dir wat mitjebracht, Ludewich." „Dankescheen, Luise." „Ick habe et zufällich erfahren, wie et mit dir is." „Ach so." „Ick kann dir doch nich so alleene liefen lassen, Ludewich." „Nee. Is woll besser so." „De Kinder lassen jrüßen." „Dankescheen. Jrüße se man ooch." „Du riechst ja schon wieder nach Schnaps..." „Laß doch man heute, Luise. Kommt ja nu nich mehr druff an.� „Nu ja. Wenn du so sicher bist..." „Luise, ufs'n Bahndamm stehn so vill Maimorcheln. Kannste dir mitnehmen, wenn de nach Hause jehst, wenn et nich schon zu dunkel is." \ ,Lck wer woll vor morjen früh nich jehn, Ludewich." „Det is scheen von dir, Luise. De halbe Welt habe ick nu jesehn, un nu seh ick dir ooch nochmal." „Ick bin dir nu nich mehr böse, Ludewich. Hat woll allet so sin sollen." „Sicher woll, Luise..." Die Stunden gehn, es kommt die Zeft zwischen Mitternacht und Sonnenaufgang, wo der Tau fällt, das ist die Zeit, wo die Pilze wachsen. Das ist diesmal auch die Zeit, wo Lutchen stirbt. Mit Sonnenaufgang geht die Frau. Fast alles, was sie mit- nahm, hat sie wieder in der Tasche. Sie sammelt die Morcheln am Bahndamm. Es find viele, das gibt eine gute Mahlzeit... Seltsame Vision... ■■■-fc&T'„K"- vv Die hellen Sonnentage erfordern lichte, farbenfrohe Kleidung! jede Dame kann bei uns in der unermeßlidien Fülle herrlicher Sommerklsider • das für sie Passende finden. 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Juli tritt auch der Verband der K u p s e r- schmiede dem Metallarbeikeroerband bei, lo daß damit die Zu- sammensassung der sreigewerkschastiichen Kräfle in einer einheitlichen Jndustrieorganisation in der Metallindustrie vollständig ist. Da in keinem anderen Lande die gewerkschaftliche Konzentration so weit vorgeschritten ist wie in Deutschland, ist der Metallarbeiterverband zugleich die größte sreigewcrkschaslliche Organisation überhaupt. In den Zahlen seincr Jahresabrechnungen spiegeln sich die jeweiligen wirtschaftlichen Verhältnisse deutlich wider. Sind die Jahre einer guten Konjunktur oder gar Hochkonjunktur siir die Gewerkschaften Jahre des Kampfes, so werden Krisenjahre zu Jahren der Verteidigung, der Unter- st ü tz u n g e n. Noch im Jahre 1928 mußte der Metallarbeiteroerband 16 Millionen Mark für Streikunterstühungen aufwenden. Nebenher lief jedoch schon eine starke Arbeitslosigkeit, so daß zur Unterstllßung der von ihr betroffenen Mitglieder die gleiche Summe, 16 Millionen Mark, auch für Arbeitslosenunterstützung gezahlt werden mußte. Im Jahr« 19 2 9 sank die Streikunter st ützung bis auf drei Millionen Mark herunter, die Arbeilslosenunkerskühung aber stieg aus 22 Millionen Mark. Was die Gewerkschaften insgesamt während der Krise bis jetzt an Unterstützungen geleistet, welche Un- summen sie in das vertrocknende Wirtschaftsleben hineingepumpt haben, das wird von ihren Gegnern entweder totzuschweigen oder aber obendrein gegen die Gewerkschaften auszuschlachten versucht. In Presseerzeugnissen reaktionärer Spekulanten auf die Gegnerschaft der Gewerkschaften wurde den Arbeitern vorzumachen versucht, wie wohlhabend sie doch wären, wenn sie keine G e- werkschaftsbeiträge gezahlt, sondern das Geld dafür zurück- gelegt, zur Sparkasse gebracht hätten. Dabei sei nur nebenbei an die Inflation erinnert, die die Gelder der kleinen Sparer verschlungen hat. Ohne Gewerkschaften würde nicht der einzelne Arbeiter die Beiträge sparen, das würden die Unternehmer für sie besorgen, indem sie unbehindert die Löhne derart drückten, daß die Differenz zwischen den jeweiligen Tariflöhnen und den Willkür- löhnen noch weit, weit größer wäre, als die Gcwerkschaftsbeiträge ausmachen. Für die Arbeiter wäre zum Sparen selbst in den„guten Jahren" nichts mehr übrig geblieben.„Der Arbeitgeber" behauptet in einem Nachruf für Stegerwald als Arbeitsminister, wenn nach Anfang 1927 die damaligen Löhne und Gehälter nicht gestiegen wären, dann wären bis einschließlich 1931 etwa 40 Milliarden Mark Löhne und Gehälter weniger gezahlt worden,„als dies auf Kosten der deutschen Kapitalbildung tatsächlich geschheen ist." Das Blatt macht für diesen Gewinnentgang zwar nicht die Gewerkschaften, sondern den Schlichtungsapparat verantwortlich, der die Löhne her- aufgetrieben habe. Ende 1939 aber habe man aus politischen Grün- den es nicht gewagt, das„Schlichtungsinstrument", mit dem die Löhne„hemmungslos" in' die Höhe getrieben worden seien,„mit gleicher Unbekümmcrthcit zur Lohnsenkung einzusetzen". Konnten die' Gewerkschaften in der Krise die Milllonensummen zur Anlerstnhung ihrer Mitglieder nicht„ausschütten", dcknn mußte sich das Arbeitslofenelend von vorn herein in weit höhcrem Maße bemerkbar machen, den einzelnen Arbeiter weit stärker treffen, als es ohnehin geschehen ist. Kein Mensch konnte die lange Dauer der Weltwirtschaftskrise voraussehen. Sonst hätten die Gewerkschaften vielleicht besser daran getan, ihren Mitgliedern die Arbeitslosenunterstützung erst auszu- zahlen, wenn der Unterstützungsanspruch in der staatlichen Arbeits- losenversicherung abgelaufen war, doch bei der langen Dauer der Arbeitslosigkeit der einzelnen Mitglieder blieb es sich am Ende gleich. Den Arbeitern aber vorzumachen, es sei besser gewesen, die ihnen gezahlten Millionenbeträge an Arbeitslosenunterstützung trotz Krise für Streiks auszugeben, das kann nur die KPD.- NGO. fertigbringen, der der Streik alles, die Streikunter- stlltzung und damit der Streikerfolg nichts ist. Im Jahre 19 3 9 zahlte der Deutsche Metallarbeiterverband seinen arbeitslosen Mitgliedern 36 Millionen Mark, suchte aber auch jetzt noch dem einsetzenden Lohndruck durch Streiks zu begegnen. Die Weltwirtschaftskrise aber durch Streiks beseitigen oder auch nur aufhalten zu wollen, ist zwar ein„im Maßstabe der Weltrevo- lution" grandioser, in der realen oder„sozialfaschistischen" Betrach- tung aber geradezu lächerlicher Gedanke. Im letzten Jahre hat der DMA. für Streik unter- st ützung nur eine Million und 742 886 Mark ausgegeben, für die„Revolutionäre" in der KPD.-Zerrfrale ein untrüglicher Beweis für den„Verrat der Gcwerkschaftsbürokratie". Seine erwerbslosen Mitglieder aber hat der Verband im Zahre 1931 mii 26 900 683.31 Mark unlerstüht. und zwar die Arbeitslosen mit 22 979 668 �' Mark und die erwerbsunfähig Erkrankten mit 3 921 914,79 Mark. Die Maß- l�egelungsunterstützang erforderte eine Ausgabe von 163 877,89 Mark, die Unterstützung in Notfällen eine solche von 177 963,95 Mark. Die invaliden Mitglieder wurden mit 564 649,89 Mark unterstützt, und den Hinterbliebenen ver- storbener Mitglieder 424 469,49 Mark ausgezahlt. Die Aufwendungen für Rechtsschutz betrügen 79 129,74 Mark. Die Agitation, die eine Ausgabe von rund 619 999 Mark erforderte, sollte eigentlich überflüssig sein, doch ist sie gerade jetzt mehr denn je notwendig. Die„M etallarbeiter-Zki tung" kostete 966 831,87 Mark, die Jugendzeitschrift 65154 Mark. und die Betriebsrätezeitschriften erforderte» eine Aus- gäbe von 51 943 Mark. Für Bildungskurse wurden 173 412 Mark ausgegeben. Daß das Wandern noch— oder jetzt wieder— eine gewisse Rolle spielt, zeigt die Ausgabe von 47 219 Mark für Reisegelder. Die Einnahmen an Beiträgen und Beitrittsgeldern betrugen 5 199 969,58 Mark, dazu 369 479 Mark aus den Lokal- kgssen, denen die Summe von 28 Millionen Mark ollein für soziale Unterstützungen als Ausgabe gegenübersteht. Auf die Dauer ist es natürlich keiner Gewerkschaft möglich, weit inehr als das Fünffache an Unterstützungen auszuzahlen, als an Beiträgen eingezahlt wird. Die Gewerkschaften, an ihrer Spitze der Deutsche Metallarbeiter- verband, haben jedoch ihren Mitgliedern gezeigt, daß sie in der Not auf sie rechnen können, daß sie nicht mit radikalen Phrasen abgespeist werden. Der Metallarbeiteroerband wird die Krise überstehen und mit ihr manches andere, was sich heute als Begleiterscheinung breit macht. Oer Hamburger Arbeiterrat. Die vergessenen Vezirks-arbeiter- und Wirtschastsräte. Das jüngst erschienene Jahrbuch des Arbeiterrats Groß-Ham- bürg für das Jahr 1931 ist genau wie in den vergangenen Jahren inhaltlich so gestaltet, daß es nicht nur den Hamburger, sondern auch jeden fortschrittlichen Arbeiter oder Angestellten außerhalb Hamburgs interessieren muß. Schon die auf knapp 29 Druckseiten gemachten Ausführungen über die Ursachen der Wirtschaftskrise, die Möglich- testen ihrer Eindämmung, die Krisenwirkungen auf die Löhne und die Lebenshaltung der Arbeiterschaft usw. geben dem Arbeiterleser ein vortreffliches Material, um für jede Diskussion mit Freund oder Gegner gerüstet zu sein. Nach der hamburgischcn Staatsverfassung ist der Zlrbeitercat vor allen wichtigen Entscheidungen wirtschafts- und sozialpolitischer Art genau so zu hören wie die Unternehmerkammerni er stellt ge° wissermaßen den Bezirksarb ei terrat dar, der im Artikel 165 der Reichsoersassung der Arbeiterschaft in allen Ländern des Reiches feit über 12 Jahren zugesichert, aber immer noch nicht geschaffen worden ist.., Die Haupt tättgkeit des Arbeiterrats besteht entsprechend seiner verfassungsmäßigen Funktionsbestimmung in der Abgabe von Gutachten auf den verschiedensten Gebieten der Wirtschafts- und Sozialpolitik. Diese Gutachten sind größtenteils in dem Jahrbuch wiedergegeben: ihr» Lektüre überzeugt von einer sorg- fältigen und tiesschürfenden Art der Gutachtertätigkeit in der Arbeiter- und Angestelltenkammer Groß-Hamburgs. So gibt z. B. das Gutachten zur Frage der Aufhebung oder Lockerung des Nachtbackoerbots einen knappen aber zur schnellen Orientierung völlig klusreichenden Ueberblick über die Eni- stelmng der Nachtarbeit im Väckergewcrbe, die Kämpfe der Arbeiterschaft um ihre Beseitigung, das Zustandekommen des Nachtback- Verbots und aller anderen mit der Machtarbeit im Bäckergewerbe zusammeichängendsn Fragen. In dem Kapitel über Seeleuteschutz findet man über dix Prüsungsvorschriften für die Bordfunker auf Fracht- und Passagier- schiffen sowie die Entwicklung dieses Berufs Angaben, die auch jede „Landratte" interessieren. Ein besonders lehrreiches Kapitel ist die Abhandlung über die Unzulänglichkeit des amtlichen Lebensindex. Ob man die Gurachten über die Lehrlingsverhältnifse in den verschiedenen Gewerben liest, oder das Gutachten über die B e- kämpfung des Waffenschmuggels der deutschen Seeleute im Ausland, ob man sich m die Stellungnahme des Arbeiterrats zur Preisbildung für Markenwaren vertieft oder köpf- schüttelnd aus einen anderen Gutachten feststellt, daß die Fischpreise für die Konsumenten an der Wasserkante merkwürdigerweise erheblich höher liegen als tief im Inland, immer wird man von der Lektüre des Jahrbuchs einen Gewinn lzaben. Das Jahrbuch verdient jeden- salls in allen Kreisen der Arbeiterschaft Beachtung. Oer sogenannte Arbeitsmarkt. Wie es im März �932 bestellt war. Bei den Arbeitsämtern in Berlin waren 487 794 Arbeitsgesuche von männlichen und 298898 von weiblichen Arbestsuchenden ge- meldet, zusammen 696 512. Angeboten waren für männliche Arbeit- > ehmer 12 698 Stellen, für weibliche dagegen 21 355 Stellen, ins- gesamt also 33262 Arbeitsplätze— für nahezu 799 999 Arbeitslose. Besetzt wurden fast 39 999 Stellen, 11 997 mit mann- licheN und 17 742 mit weiblichen Arbeitskräften. Di« Sache hat jedoch den Haken, daß von den 11 997 Stellen für männliche nicht weniger als 8322 nur zur Aushilfe waren. Etwas günstiger stand es für die weiblichen Arbeit- suchenden. Obwohl sie an Zahl nur 278 896 weniger waren als ihre männlichen Arbeitsgenossen, wurden ihnen 8747 Stellen mehr angeboten als diesen, urid unter den von ihnen besetzten 17 742 Stellen befanden sich nur 8791 Aushilfen. Bei den männlichen Arbeitslosen kam auf je 136 eine besetzte fe st e Stelle, bei den weiblichen eine solche auf je 23. Von den'487 794 männlichen Arbeitsuchenden in Berlin bezogen 297 739 Unterstützung, und zwar 84 989 als Hauptunterstlltzungs- empfänger der Arbeitslosenversicherung, 122 759 bekamen Krisen- unterstülzung. Von den 298 898 weiblichen Arbeitslosen waren 43 735 als Hauptunterstützte der Arbeitslosenversicherung und 34 496 als Krisenunterstützte, zusammen 78 231 werbliche Unterstützte. Nach Berufsgruppen stand an der Spitze der Arbeitsuchenden im Bereich des Landesarbeitsamts Brandenburg die Gruppe Lohn- arbeit wechselnder Art mit 186 488 männlichen und 46 585 weiblichen Arbeitslosen. Dann folgt die M e t a l l i n d u st r i e mit 135 114 männlichen und 24 1 92 weiblichen, zusammen 159 216 Arbeitsuchenden. Zu häuslichen Diensten boten sich 44 662 weibliche Arbeits- kräste an. Für die Arbeitnehmer ist der Zwang zur Inanspruchnahme eines Arbeitsamt oder der zuständigen Fachabteilung ohne weiteres gegeben, für die Arbeitgeber aber immer noch nicht, woraus sich eine Reihe von Unzuträglichkeiten ergibt. Aus übel angebrachter Rücksicht auf das mittelständlerische Kleinunternehmertum vegetiert eine ganze Anzahl von Winkelarbeitsnachweisen unter allen mög- lichen„gemeinnützigen" Aushängeschildern. Dem müßte denn doch bald ein Ende gemacht werden.- Skandalöse„Lohnangleichung". Oer Streik der Steinsetzer ist beendet. Die im Zentralverband der Steinarbeiter organisierten Berliner Steinsetzer und R a ,n m e r nahmen gestern vormittag zu der Verbindlicherklärung des Sch iedsspruchs Stellung, durch den die Tarifstundenlöhnc der Steinsetzer von l.4g aus 1.15 Mark und die der"Ranimer von 1.34 Mark auf 99 Pf. herabgesetzt werden Wer etwa von dieser Versammlung erwartet hatte, daß sie nun ihren begreiflichen Unmut über die Verbindlich- ertlärung in wüsten Schimpfereien aus die Organisation zum Aus- druck bringen würde, hatte sich geirrt. Durch die Versammlung ging aber auch nicht etwa ein Aufatmen darüber, daß der Streik nunmehr abgebrochen werden muß. Die Versankmetten waren einMitig genug, um zu erkennen, daß die Lohnpolitik zur Zeit nicht von Vernunstgründen diktiert wird, sondern-eine reine Machtpalitik ist. Diese Tatsache ist gerade in diesem Streik besonders deutlich geworden. Wie Genosse I a k u s ch vom Steinarbeiteroerband berichtete. hatte das Reichsarbeitsministcrium den Schlichter kategorisch aufgefordert, den Lohnabbauschiedsspruch für ver- bindlich zu erklären, widrigenfalls ein Sonderschlichter ein- gesetzt werden würde. Was von dem Sonderschlichter des Reichsarbeitsministeriums zu erwarten gewesen wäre, das hat erst kürzlich die Entscheidung der Sonderschlichter für das Bau- g e w e r b e gezeigt, die mit ihren Lohnabbauschiedssprüchen noch weit über die vorausgegangenen Schiedssprüche der örtlichen oder behördlichen Schlichiungsinstanzen hinausgingen. Die Versammelten waren sich aber einig darüber, daß in Zukunft die tägliche Arbeitsleistung besser als bisher mit der Entlohnung in Einklang gebracht werden müsse. Es wurde beschlossen, am Mittwoch die Arbeit wieder aufzunehmen zu den Bedingungen des Schiedsspruches, genau so einmütig, wie die Arbeit vor drei Wochen eingestellt wurde. Pensionskasse des Aordwolle-Konzerns. Pensionäre und Hinterbliebene gehen leer aus. Der Nordwolle-Konzern hatte für die Angestellten in den ein- zelnen Betrieben eine Pensionstässe geschaffen. Es sollten die An- gestellten, die jahrelang im Betriebe beschäftigt waren, bei Jnva- lidität und im späteren Alter eine kleine Rente erhalten. Durch den Zusammenbruch des Konzerns sind die Angestellten in den Konzernbetrieben in Hamburg-Bahrenfeld, Bremen, Harburg-Wil- Helmsburg, Mühlhausen in Thüringen, Eisenach, Potsdam und Leipzig auf das schwerste betroffen worden. Am 1. Juni hatte sich das Reichsarbeitsgericht mit der Angelegenheit zu befassen. Weit über 499 Pensionäre und Hinterbliebene verlangen auf Grund der Satzungen die Fort- Zahlung der Renten. Die alten Leute befinden sich alle in einer großen Notlage und sind auf die Renten angewiesen. Die Kläger machen geltend, daß sie viele Jahre zur Pensionskasse beigesteuert hätten, um im Alter und bei Invalidität einige Notgroschen zu haben. Durch den vom Nordwolle-Konzern selbst- verschuldeten Zusammenbruch seien sie um ihre Renten be- trogen worden. Von frühester Jugend bis ins hohe Alter waren sie als Angestellte beim Nordwolle-Konzern beschäftigt und jetzt würden sie so schändlich behandelt. Noch viel schlimmer erging es den Hinterbliebenen, die auf jeden Groschen angewiesen sind. Es sei notwendig gewesen, daß die Konkursverwalter des bankrotten Konzerns erst die Forderungen der Pensionäre und Hinterbliebenen berücksichtigt hätten, weil sie am meisten zu leiden haben. Die Beklagte lehnt die Forderungen der Kläger, die rund 5 Millionen Mark betragen, ab. Durch den Konkurs der Beklagten seien alle Ansprüche der Ruheständler. Pen- sionäre und Hinterbliebenen erloschen. Arbeitsgericht und Landesarbeitsgericht wiesen die Kläger mit ihren Ansprüchen ab. Auch das Reichsarbeilsgericht, die letzte In- stanz, hat die Kläger mit ihrer Revision zurückgewiesen. Die Satzungen enthielten Bestimmungen, wonach bei Konkurs des Konzerns alle Ansprüche an die Pensionskasse erlöschen. Nach diesen Satzungsbestimmpngen mußten die Kläger mit ihren An- sprächen abgewiesen werden._ Werstschiedsspruch abgelehnt. Die Belegschaft der Bremer Vulkan-, Schiffbau- und Maschinen- iabrik Vegesack hat sich gegen die Annahme des kürzlich ge- fällten Schiedsspruchs auf Herabsetzung der Löhne bei den deutschen Seeschissswersten ausgesprochen. Es ist damit zu rechnen, daß die Belegschaft am kommenden Montag in Streik tritt. 10% Millionen Arbeitslose in Amerika gibt es gegenwärtig nach Schätzungen der Gewerkschaften. .Freie Gewerkschafts-Iugend Verlin Morgen, Montag: Wcstkreis: Im Jugendheim Charlottenburg, Spree. straße 30, Kreisfunktionarsitzung.— Wir spielen ab 18 Ubr: SüdostZreis: Sdjöneberg. Dominicusplatz.— Iugendgruppe des Deutschen Bau- gcwerksbundes: Maurer: Bauabend im Jugendheim Dossestraße, Zimmer 2. Glaser: Bauabend im Jugendheim Großbeerenstr. 96. 0 Zugendgruppe des Zentralverbandes der Angestellten Morgen, Montag, finden folgende Veranstaltungen statt: Wedding: Jugendheim Turiner Ecke Seestraße. Bortrag:„Erlebnisse auf einer Studiensahrt nach Rußland". Referent: Moeller.— Nordost ll: Jugendheim .Schönlanker Str. 11. Aussprache:„Warum freie Körperkultur?" Leiter: Weigelt.— Weißensee: Jugendheim Pistoriusstr. 24. Bortrag:„Das Jugend- gcrichtsgesetz". Referent: Dr. Hirsch.— Britz: Städtisches Jugendheim(Rat- haus). Gruppenmitgliederversammlung.— Urban: Jugendheim Hobrecht- Ecke Sanderstraße. Vortrag:„Australien, seine Struktur und Bedeutung für die Weltpolitik". Referent: Dr. Hecht.— Nordwest: Wir besuchen die Versammlung des Werbebezirks.— Spiels im Freien ab 19 Uhr auf dem Dominicus. Spielplatz in Schöneberg: ab 18 Uhr im Lichtenberger Stadion.— Hand, und Fußballer, Leichtathleten ab 18J£ Uhr auf dem Dominicus-Sportplatz in Schöneberg. Berliner Gewerkschaftsschule. Aktuelle Agrarprobleme.ist das Thema des nächsten wirtschoktspolitischc» Ausspracheabends am Dienstag, 7. Juni, 19 Uhr, im Saal 3 oder 5 des Eerocrk. schaftshauses, Engelufer 2i— 2ö. Leiter des Abends ist der Genosse Dr. Babing von der Forschungsstelle siir Wirtschaftspolitik. Zutritt haben alle treigewerkschaftlich organisierten Kollegen und Kolleginnen. Bcrbandsbuch mitbringen. Borherige Anmeldung nicht erforderlich. Hörer» beitrag wird nicht erhoben. aus bester Rammqorm/olle X«?. 240«ÄA MO4?"/. 0 1« uorx. m/O. 200 co. 225 325 BOUCLE reines Haargarn 1415010450 235 1V. 300, MlOOSOj»] TOURMAY-VELOUD reine Wolle, Perser-HusternFronse t» mmm Verkauf HUT SpandauerH /J�f Sfr. J//B»2