BERLIN Mntag 6. Zum 19Z2 W PI. )!r. 262 B 131 49. Jahrgang Erscheint täglich außer Sonntag«. Zugleich Abendausgabe des-Vorwärts� BejugSvreis für beide Ausgaben 7ö Pf. pro Woche. 3.2Ö M. vro Monal ldavon 6? Pf. monatlich für Zustellung ins Haus) im voraus lablbar. Postbezug 3,97 M. einschließlich 60 Pf. Postzeitungsund 7? Pf Postbestellgebübren SfiaJau�gaße x/ei AnzelgenpretS fite etnfvaltige Milltmeterzeile 30 Pf» Reklamezeile 2.— M Ermäßigungen nach Tarif Postscheckkonto: Vorwärts-Verlag G.m.b.H.. Berlin Rr. 37 336.- Der Verlag behält stch das Recht der Ablehnung nicht genehmer Anzeigen vor' Redaktton und Erveditton-. Berlin SW 68. Lindenstr 3 Kernsvrecher: Dönbost 7) 292—297 Aoch immer kein Wahltermin! Das Adelskabineit kann nicht einig werden Die Wahlen in Mecklenburg Bürgerliche Mitte zerrieben.— Deutschnationale erleiden schwere Verluste Sozialdemokratie troh Terror gut behauptet Auch heute noch ist die Regierung Pape» nicht zu einem Nntschlus» über den Wahltermin gekommen. Dafür läßt sie aber erklären, der Termin„dürfte" heute abend oder morgen beschlossen und wahr schein» l i ch morgen veröffentlicht werden. Angeblich sollen die verschiedenartigen Wünsche der Parteien berücksichtigt werden. -i- Von einer in der Presse behaupteten Besprechung des Reichswehrministers mit der Hitler-Portei über die Aushebung des SA.-Verbots ist an„zuständiger Stelle" nichts bekannt. Es wird dazu bemerkt, daß diese Angelegenheit in die Zustöndigiieil des Reichsinneiuuinisters falle, der heute wieder in Berlin eintreffe. Verordnung gegen Notverordnungen! Die Pläne Gayls. Wie die Telegraphen-Union zu der vom Reichsinnenminister Freiherrn von Goyl in Königsberg angekündigten Neuregelung der verschiedenen Bestimmungen zur Aufrechterhaltung der Ruhe und Ordnung von unterrichteter Seite erfährt, ist im Reichsinnenministerium bereits der Entwurf einer Notver- ordnung fertiggestellt, der als erstes das Reichskabinett bei seinem Wiederzusammentritt, voraussichtlich am Dienstag, beschäs- tigen wird, Die neue Notverordnung soll zunächst alle bisherigen politischen Notoerordnungen(nicht die wirtschaftlichen) aufheben und nur einige Bestimmungen in neuer Fassung ent- halten. Aufgehoben würde vor allem das SA,- und SS.-Berbot sowie das Uniformverbot. Die Versammlungsfreiheit und die Presse- freiheit würden in weitestem Umfange wiederhergestellt. Bestehen bleiben würden in erster Linie die Bestimmungen über Waffenbesitz und Wasfentragen, serner einige Bestimmungen, die grobe, unrich- tige Angriffe in der Presse und in Versammlungen verhindern sollen. Auch das Kontrollrecht des Reiches über die Wehrverbände dürfte ousrechterhalten bleiben. Mit der Veröffentlichung der Notverord- nung ist Ende der Woche zu rechnen. Herausforderung für alle...! Imbusch gegen das Kabinett der Barone. Essen, 6. Juni. Der Führer des christlichen Bergarbeiterverbandes und des Deutschen Gewerkschaftsbundes, R-eichstagsabgeordneter 3 m 6 usch, sprach am Soimtagnochmittag in Essen über die letzten politischen Ereignisse im Reich, Imbusch führte u, a. aus: Wenn man eimnal von allem anderen absehe, so sei allein die amtliche Erklärung des neuen Kabinetts ein Beweis dafür, daß die Arbeiterschaft der neuen Regierung kein Verlrauen schenken könne. Die Arbeiterschaft habe immer schon mit wachsendem M i ß t r a u en verfolgt, in wie starkem Maße Brüning und Stegerwald den For- derungen derjenigen nachgegeben hätten, die jetzt Brüning gestürzt hätten, und aus deren Beauftragten das neue Kabinett bestehe. Trotzdem habe die Arbeiterschaft Brüning und Stegerwald unterstützt, da sie an ihrem ehrlichen Willen zur Herbeiführung einer wirklichen Volksgemeinschaft nicht gezweifelt habe. Die Regierung von Papen bedeute eine Herausforderung für alle. die diese Volksgemeinschaft wünschten, besonders für die christ- l i ch e Arbeiterschaft, die an diesem Ideal stets festhalte und viele Opser dafür gebracht habe. Das Papen-Kabinett nenne sich eine Regierung der„nationalen Konzentration", aber es stoße die breitesten national denken und handelnden Volksschichten brüsk vor den Kopf. Die in der Regierungserklärung zum Ausdruck kom- wende Meinung, als ob Staat und Wirtschaft in allen ihren Hand- lungen und in ihrer Entwicklung seit dem Kriege maßgebend von gewerkschastlicher und marxistischer Seite beeinflußt worden seien. stehe mit der Wirklichkeit in schroffem Wider- spruch. In den bevorstehenden Wahlen müsse die christliche und gesamte deutsche Arbeiterschaft mit aller Energie kämpfen, um die Ansehlage der arbeiterfeindlichen Kreise abzuwehren. Schwerin, S. Juni(Eigenbericht.) Die Wahlen zu dem Landtag von Mecklenburg- Schwerin zeigen wiederum das gleiche Bild wie die vorausgegangenen Wahlen Auch in Mecklenburg-Schwerin ist die Mitte völlig ausgerieben worden. Die Erben sind ausschließlich die Rationalsozialisten. Sie haben zugleich auch den Deutsch- nalionolen einen erheblichen Teil ihrer bisherigen Stimmen genommen. Die Sozialdemokratie hat sich trotz des agrarischen Terrors gut behauptet. Gegen sie ging der Slurm aller Parteien, von den Kommunisten bis zu den Razis. Die„Arbeiterpartei" Dr. Heim mit dem Dreschflegel. Schärfste Kampfansage an papen-Echleicher. München, b. Juni. Auf einer in E n d o r f im bayerischen Chiemgau in Ober- bayern abgehaltenen Iungbauernversammlung am Sonntag richtete Dr. Heim die s ch ä r s st e n Angriffe gegen die Reichs- regierung. Er erklärte, unser heutiges Leben sei ziemlich gleich- bedeutend mit dem Untergang eines Reiches und eines Volkes. von Papen sei zur Führung einer Regierung nicht ge- eignet. Der eigenfliche Mann der neuen Regierung heiße Schleicher. An sich sei es ein großes Beginnen, daß die Leute vor die Front gemußt hätten, die bisher unter der Decke ge- arbeitet hätten. In Bayern oerbitte man sich, daß der Justiz- minister Gürtner als Vertreter Bayerns angesprochen werde. Es sei noch nicht vergessen, was sich iv der bayerischen Rechtspflege alles ereignet habe, solange Gürkner ihr Hüter gewesen sei. In der neuen Regierung seien Leute, die nach einer noch weiteren Aentralisievung riefen. Es fei unzweifelhaft, daß die Länder von Bon den 447 947 Stimmberechtigten wurden bis Sonntag um Mitternacht Z5g4S3 gültige Stimmen gezählt. Das entspricht einer Wahlbeteiligung von etwa SO Proz. Im einzelnen enlsallen auf die Parteien folgende Stimmzisfern, die wir mit den Ergebnissen der Reichstagswahl vom 14. September lSZO vergleichen: wenn man die gestern erzielten Stimmenzahlen mit denen der Reichspräsidentenwahl vergleich«, so stellt sich die Kola- strophe der Deutschnationalen noch deutlicher heraus. Damals wurden im ersten Wahlgang für den h u g e n b e r g- Kandidaten D u e st e r- berg in Mecklenburg 48 493 Siimmen gezählt. Am Sonntag erhielten die Deulfchnationalen nur 32 S83 Stimmen. Sie haben also seit März nicht weniger als ein Drittel ihres Bestandes emgebüßl. Das genügt den Hugenberg-Blättern jedoch, um von einer „absoluten nationalen Mehrheil" zu schwätzen. Diese„nationale Mehrheil" bestand auch bisher schon. Sie hat sich nur innerlich gewandelt insofern, als die Schrittmacher der h i t l e r e i ausgeschissl wurden und Hitler für sich die M e h r h e i l in der Mehrheil erlangle.. Die Razis hallen beim ersten Wahlgang um die Rcichspräsi- denlenschafl 439 000 Stimmen erzielt. Diese Zahl erhöhte sich bei dem zweiten wahlgang auf 178 000, das heißt, es waren von den dculschnationalen Stahlhelmwählern rund 40 000 ins Hakenkreuzlager hinübergewechselt. Rachdem diese erst einmal von der hillerspeise gekostet, sind sie bei den Landtagswahlen gleich am selben Tische geblieben. Bemerkenswerl ist aber auch noch dos Stimmenverhältnis der Kommunisten. Diese brachten beim ersten Gong der Reichs- präsidenlenwahl noch 33 lOO Stimmen aus. Bei der Landlagswohl kamen die Kommunisten nur auf 28 830 Siimmen. Das heißt, sie buhlen mehr als 5000 Stimmen seil März dieses Jahres ein! Es ist den Razis aber dank der Zersplitterung der Arbeiter- stimmen durch die an sich belanglose Rosenfeld-Partei gelungen, das 30. Mandat und damit die absolute Mehrheit zu erhallen. der Regierung nichts zu erwarten haben. Nun jage man, es solle zum Reichstag neu gewählt werden. Wir wählten uns aber all- mählich zu Tode und jede neue Wahl bringe immer größere Minderwerligkeilen ins Parlament. Bezüglich der kommenden Berliner Politik gegenüber der Landwirtschaft müsse man die Augen offen halte». Denn es sei dort ein Geist eingezogen, bei dem die Landwirlschast erst mit dem Großgrundbesitz anfange. Die bayerische Regierung müsse hier gegebenenfalls ein entschiedenes„Rein" aussprechen. Jetzt müsse der Föderalismus seinen wechselpreis präsentieren und die Länder mühten wieder zurückerobern, was man ihnen genommen habe. Er könne sich auch ganz gut denken, daß die Länder unbeschadet der Interessen des Reiches auch ihre selbständige Slaalssorm wählten. Die Frage der Man- a r ch i e komme immer näher. Dr. Heim schloß, er glaube nicht an eine Inflation. Eine solche müsse um jeden Preis verhindert werden, selbst wenn die Lander sie s e l b st ä n d i g verhindern Müßten Dazu bestehe eine gewisse Möglichkeit, vor der er im äußersten Notfall nicht zurückschrecken würde. Massentod durch Erdbeben. Verheerende FoZgen des Naturauöbruchs in Mexiko. New Hork, 5. Juni. Nach in Mexiko-Ztadt eingetroffenen Meldungen aus den abgelegenen Gegenden des Erdbebcngcbiets wird die Zahl der Toten bisher mit SOl» angegeben. Hiervon entfallen 300 auf das Gebiet Guadalajara im Ltaate Jalisco. Man befürchtet, daß die Zahl der Toten noch weiter steigen wird. Insgesamt sind 80 Ortschaften zer- stört worden. Am schwersten haben die Städte Zamora, Juchitan und Mascotta gelitten. Da die Behörden mit weiteren Beben rechnen, sind die Schulen. Theater. Restaurants und Kirchen geschlossen worden. Man nimmt an. das, sich der Herd des Bebens im Stillen Qzean in der Nähe von Colima befindet. Wieder deutsches Memel-Direktorium. Der neue Kurs nach der litauischen Niederlage. Memel, 6. Juni. Gouverneur G y l y s hat heute vormittag nach seiner Rück- kehr aus Kowno, wohin er am Sonnabend gefahren war, den Ab- geordneten der Memellündischen Volkspartei Dr. Schreiber zum Präsidenten des memelländischen Direktoriums ernannt. Dr. Schrei- Sitsimß des erweiterten Bezirksvorstandes vor der allgemeinen Funktionfirkonterenz am heutigen Montag, pünktlich 18!� Uhr. im Speisesaal des Saalbaus Friedrichshain, Am Friedrich.hain 16-26. der wird, wie verlautet, noch im Laufe des heutigen Vormittags den chauptlehrer W a 1 g a h n, der bisher politisch nicht heroorge- treten ist, und den Abg. S z i a g a u d, der der Landwirtschast-partei angehört und auch Mitglied des Direktoriums Voettcher war, er- Sozialistischer Miliiärausstand. Der llmstur, in Chile. New Zork, 6. Juni.(Eigenbericht.) Der Aufftand in Chile hat nach blutigem Kainpfe gesiegt. Der im vorigen Jahre gewählte Präsident M o n t e r o ergab sich be- dingungslos und machte einer Regierung unter der Führung des Generals P u g a und des langjährigen chilenischen Botschafters in Washington, Carlos Davila, Platz. Die neue Regerung lähk erklären, dah sie im Slaakssozialismus den letzten Rellungsweg aus der katastrophalen finanziellen Situation des Landes sieht. Sie will eine entsprechende Reorganisation der Wirtschaft vollziehen Mit Sowjetrutzland will die neue Regierung jedoch politische Be- Ziehungen nicht aufnehmen. In einem an das Volk gerichteten Manifest der Regierung wird besonders die Unabhängigkeit der Republik betont. Imperialismus, Einfluß ausländischer Banken und russischer Bolsche- wismus werben abgelehnt. Der Armut und der Arbeitslosigkeit sollen durch Beschlagnahme großer Vermögen entgegen- getreten werden. Jede Spekulation in lebensnotwendigen Artikeln wird untersagt. Ausschluß aus der Partei. Die Gründer der Ekatklub-Partei entfernt. Magdeburg, 6. Juni.(Eigenbericht.) Nachdem Otto ch ö r s i n g gestern in einem kleinen Klub seine neue„Sozialrepublikanische Partei" formell„gründete", hat der Be- zirksoorstand der Sozialdemokratischen Partei daraus die Konse- guenz gezogen und die an der„Gründung" beteiligten bisherigen Parteimitglieder Paul Crohn, Artur Pape und Schulz aus der Partei ausgeschlossen. Die drei geHärten zum engsten Freundeskreis chörsings im Reichsbanner. Der Bundesvorstand des Reichsbanners hat sowohl Pape, den bisherigen Juqendfekretär, wie Schulz, den bisherigen Kassierer, aus ihren Stellen entfernt und ihnen das Betreten der Büros untersagt. Mörder nach einem Lahr verhastet. Festnahme eines Raubmörders Linter den Linden. Am vergangenen Sonnabend wurde von Kriminalbeamten in der Person des 27 Jahre alten Melkers Willy Schliekau Unter den Linden ein seit über einem Jahr gesuchter Raub- mörder verhaftet. Sch. wird beschuldigt, den 25 Jahre alten Melker Johann Marquart in der Ortschaft Niederndodeleben bei Magdeburg ermordet und beraubt zu haben. Nach den einge- troffenen Angaben der Magdeburger Mordkommission treffen die Beschuldigungen aus Schliekau zu, der seit der Mordtat verschwunden war. Er wurde hier in Berlin von Kommissar L i s s i g k e i t ver- hört und wird am Montag van Magdeburger Kriminalbeamten abgeholt werden. Am 3. September vergangenen Jahres wurde auf einen Stall- boden in der genannten Ortschaft die bereits stark verweste Leiche eines Mannes gefunden. Um den chals war eine fünffache Schlinge gelegt. Die Arme waren auf dem Rücken zusammengebunden. Die Untersuchung ergab, daß der Tote bereits längere Zeit dort gelegen hatte und der Melker Johann Marquart ist. Bei den Nach- forschungsn stieß man auf Schliekau, der verschwunden war. Von Schliekau wurde bekannt, daß er anderen jungen Melkern versprach, sie einzustellen, wenn sie ihm eine Kaution übergeben könnten. Auf diese Weise hatte Schliekau schon wiederholt junge Burschen ange- lockt. Der Melker Marquart hielt sich zuvor in Röddensen aus, meldete sich dann nach Diesdorf, einem Nachbarort von Niedern- dodeleben, ab und war bald darauf verschwunden. Viel später erst wurde seine schon halb verweste Leiche auf dem Stallboden eines Bauernhofes gesunden, auf dem Schliekau bisher tätig war. Mord an einer 60 jährigen. Eutin, 6. 3uni. Die safährige Witwe des Reglerungsassistenten S ch o e ß in Cutin-Fissaubrück wurde unter der Kellertreppe ihres Hauses ermordet aufgefunden, ver Toten waren Arme und Beine abgetrennt. Der?4jährige Sohn der Ermordeten. Ludwig, der als Geisteskranker bereits in der Anstalt Strecknitz bei Lübeck war. wird der Tat verdächtigt. Ludwig Schoeß hat bereits Einmal Brandstiftung verübt. Lahresiaa der Konsumvereine 29. Genossenschaststag in Lena heute hat in Jena der 23. ordentliche Genosienschaftstag des Zeniralverbandes Deutscher Konsumvereine begonnen Diese am 8. Juni schließende Tagung des Zentraloerbandes wird als e r n st e Krisentagung in der Geschichte der Konsumvereine übergehen. Je weiter in Deutschland durch Krisenwirkungen und planmäßigen Lohnabbau die Kaufkraft gedrosselt wurde, um so mehr mußte sich diese Politik auch bei den Mitgliedern der Konsumvereine und in der Geschäftstätigkeit des Zentralverbandes Deutscher Konsumvereine auswirken. Aber so schwer die Krisenwirkungen sind, das Gerüst der Konsumvereine st cht heute noch fest. Mut, Zuver- ficht und Kampswille der Mitglieder und des Verbandes sind un- gebrochen. Das kam sehr deutlich in der Eröffnungsrede des Vor- sitzenden des Zentralverbandes Heinrich Lorenz zum Ausdruck. Er ging von der Entwicklung der Weltwirtschaftsverhältnisse aus, schilderte die Folgen des Unheils, das am 13. Juli vorigen Jahres mit der K r e d i t k a t a st r o p h e über Deutschland hereinbrach, ent- wickelte den wirtschaftzerstörenden Widerspruch der in der willkürlichen Senkung der Löhne und GeHölter und der ungenügenden Senkung der Lebenshaltungskosten sich entwickeln mußte, zeigte die gefährlichen Wirkungen der gegen- seitigen Absperrung der Völker für den deutschen Export auf, und wandte sich schließlich gegen die Forderung der Autarkie, die Deutschlands wirtschaftliche Lage niemals bessern, sondern nur ver- schlimmern könne. Reich und Staat haben mit Milliardenbeträgen für die fehlerhafte Wirtschaftsführung einspringen müssen, die in der Privatwirtschaft die verheerendsten Folgen hatte. Dieselbe Privat- Wirtschaft hat aber ein großes Lamento erhoben, als die Konfumver- eine mit ihrem Milliardenumsatz, der durch die Kaufkraftdrosselung schließlich auch ernstlich in Mitleidenschaft gezogen werden mußt«, vom Reich nur die Rückerstattung der Sonderumsatz st euer verlangt hat. Auch polltisch hat man es den Konsumvereinen in den letzten Jahren nicht le!d)ter, sondern schwerer gemacht. Zu den steuerlichen Ungerechtigkeiten, zur einseitigen Rechtsprechung der Gerichte, zur Methode der Verleumdung und Verunglimpfung durch die Gegner der Konsumvereine ist derTerrorder Nationalsoziali st en gekommen. Gewiß ist es auch in den Konsumvereinen vorgekommen, daß einzelne Vereine sich zu stark auegedehnt und sich zuviel vorgenommen haben. Aus den Fehlern muß gelernt werden. Aber diese haben nicht wie in der Privatindustrie der Erzielung privater Vorteile gedient. Durch die größere Organisation und durch den Ausbau der Leistungs- kraft sollten den Mitgliedern neue und größere Vorteile verschafft werden. Das ändert aber nichts daran, daß im ganzen die deutsche konsumgenossenschastsbewegung mit kaufmännischer Sorgsalt und größtem Erfolg gearbeitet hat, und daß es um Deutschland gut stehen würde, wenn in der �Privat- w-rtschaft auch nur mit ähnlichem Erfolge und mit ähnlicher Sorgfalt vorgegangen worden wäre. Das zeige am besten der Vergleich derEntwicklung von 1925bis 1331: der Umsatz hat sich von 616 auf 1160 Millionen Mark erhöht. Je Mitglied sind die Ein- kaufe von 182 auf 383 Mark gestiegen, die Spareinlagen erhöhten sich um 67,8 auf 317,3, der Reinertrag stieg von 22,3 auf 54,3 Millionen Mark. Der Umsatz der GEG. hat sich von 228 auf 428 Millionen fast verdoppelt. Einrichtungen und Maschinen standen 1925 mit 2,2, 1331 mit 18,2 Millionen zu Buch, der Wert der Grundstücke ist von 10,8 aus 49,2 Millionen gestiegen. Das Rücklagenkonto hat sich von 5.7 auf 25,2 Millionen erhöht. „Die Brandung reiht uns hie und da ein Stück Land weg, aber der Damm hält. Wir, schützen und stützen uns gegenseitig. Der höchste Ausdruck genossenschaftlicher Selbsthilfe ist die von uns begründete Not- gemeinschaft. Ohne Ueberhebung dürfen wir sagen, daß unsere Grundsäge richtig sind, daß sie sich bewährt haben und daß die genossenschaftlichen Prinzipien und unser Wirt- schaftssystem dem kapitalistischen überlegen sind. Wenn überall in der Privatwirtschaft die gleiche Sauberkeit und Ge- wissenhaftigkeit herrschten wie in den Konsumgenossenschaften, so wäre es um die deutsche Wirtschaft und um das deutsche Volk besser bestellt." Naziüberfall auf Reichsbanner Blutige Schlägerei in Eberswalde.- Die„mutigen" Aazis 3» Eberswalde spielte sich am Sonntag eine blutige Schlägerei zwischen Reichsbannerkameraden und Hakenkreuzlern ab. Etwa 200 Rationalsozlalisien übersielen einen 45 Wann starken Radfahrertrupp des Reichsbanners. Die Reichsbannerleute fehlen sich erfolgreich zur Wehr, mußten sich aber schließlich vor der 11 ebermacht, da die Polizei nicht mit genügend Kräften zur Stelle war, in eine Scilenslraße zurückziehen. Leider sind bei dem ungleichen Kamps 3 Reichsbannerkameraden erheblich und 12 Wann leicht verletzt worden. Wie wir aus Eberswawe von Augenzeugen erfahren, ist der Ueberfall auf das Reichsbanner systematisch organisiert und vor- bereitet worden. 45 Mitglieder des Reichsbanners der Ortsvereine Pankow und W e i ß e n s e e hatten am Sonntagvormittag eine Fahrt auf Rädern nach Eberswalde unternommen. Die Fahrt war vom Regierungspräsidenten genehmigt worden. Die Hinfahrt ver- lief ohne Zwischenfälle. Nachdem das Reichsbanner in Eberswalde kurze Rast gemacht hatte, gingen einige Kameraden in der Stadt spazieren, um sich die Ortschaft anzusehen. Dabei ereigneten sich die ersten Naziprovokationen. Die Reichsbannerleute wurden als „Judenjungens" tituliert. Als kurz nach 16 Uhr der Reichsbanner- Radfahrertrupp zur Heimfahrt rüstete, und in die Brunnenstraße einbog, um die Straße nach Berlin zu gewinnen, erfolgte der lieber- fall der Nazistrolche. Ueber 200 uniformierte Nazis hatten an drei Stellen in großen Trupps Aufstellung genommen. Mit armlangen Holzscheiten, Koppelschlössern und Schlaginstrumenten fielen die Nazibanditen über die Reichsbannerleute her. Zwei Polizeibeamte, die den Radfahrertrupp begleitet hatten, wurden von den Nazis umzingelt und vom Kampfplatz abgedrängt. Drei Reichs- bannerleute wurden schwer und zwölf leicht verletzt. Aus feiten der Hakenkreuzler gab es auch Verletzte. An der Schlägerei tat sich besonders ein Trupp Razis hervor, der aus dem Kasino der Cbers- walder Forstschule mit langen holzstongen bewaffnet herbeigeeilt war. Der Besonnenheit des Führers des Reichsbanners ist es in der Hauptsache zu danken, daß die Schlägerei mcht noch schlimmere Folgen hatte. Als Polizeiverstärkungen erschienen, versuchten die Nazis zu f l ü ch t e n. Es gelang jedoch, fast den ganzen Haken- kreuzlertrupp festzunehmen. Der hinterhältige und gemeine Ueber- fall der Nazibanditen hat in Eberswalde größte Erregung her- vorgerufen. Die Hakenkreuzler waren so„mutig", weil die Ebers- walder Reichsbannsrleute am Sonntag zum Uedersee hinaus- gezogen waren. * In Berlin kam es in Buch holz und Reinickendorf- W e st zu schweren Schlägereien zwischen Kommunisten und National- sozialisten. Es gab zahlreiche Verlegte. Etwa 100 Nazis und Kom- muniften wurden festgenommen und der Politischen Polizei des Polizeipräsidiums übergeben. Aazis überfallen Lungdeutsche. Die vorschriftsmäßige Saalschlacht. Bremen, 6. Juni. Sonnabend sprach Arthur Maraun in einer öffentlichen Kund- gebung des Jungdeutschen Ordens. Nach Schluß der Versammlung kam'.s zu Zusammenstößen zwischen Jungdeutschen und im Saal anwesenden Nationalsoziali st en. Es entspann sich eine Schlägerei, bei der mehrere Jungdeutsche verletzt wurden, einer von ihnen schwer. Die Polizei räumte den Saal und trieb die Zusammenrottungen, die sich auf der Straße bildeten, aus- einander. Ein Nationalsozialist wurde verhaftet. Geheimrat Caro unter Anklage. Mitgistftreit mit dem Kohlenmagnaten petscheck vor Gericht. Eine Skandalaffäre beginnt sich heule vor der Sonderstras- kammer abzuwickeln.— Es ist eine Derhandlungsdauer von vier Wonatsn vorgesehen; es werden eine Unzahl Zeugen vernommen werden. Angeklagt ist wegen Urkundenfälschung, versuchten Betruges und falscher eidesstattlicher Versicherung Gcheimrat Professor Nikodemus E a r o, der berühmte Erfinder des Verfahrens zur Gewinnung von Stickstoff aus der Luft, gegenüber fitzt als Nebenkläger fein ehemaliger Schwiegersohn. Dr. Ernst P e t s ch e ck, Sohn des tschechischen Kohlenmagnaten 3gnah Petscheck, 3nhaber des ostelbifchcn Braunkohlensyndikats. Die Ehescheidungsklage des Nebenklägers Dr. Ernst Petscheck mit der Tochter des Angeklagten Prosessor Caro, der jetzt geschiedenen Frau Vera Petscheck, und die in Verbindung mit dieser Klage stehenden Mitgiftdifferenzen bilden den Ausgangs- punkt zu diesem Strafprozeß. Es handelt sich um folgenden Sachverhalt: Im Jahre 1318 heiratet« Dr. Ernst Petscheck Fräulein V e r a C a r o. Die Ehe war nicht von langem Bestand, ein langjähriger Prozeß führte im Jahre 1928 zur Scheidung. Prosessor Caro forderte die Herausgabe der Mitgift seiner Tochter in Hohe von 400 000 Mark. In diesem Punkte kam es zu heftigen Streitigkeiten, die schließlich zur Todfeindschaft führten. Der Vater Ignatz Petscheck. der die Mitgift von 400000 Mark bekommen haben sollte, bestritt das, Caro behauptete, eine Quittung darüber erhalten zu haben, Petscheck erzwang eine einstweilige Verfügung aus Herausgabe dieser Quittung. Als der Gerichtsvollzieher in Caros Wohnung eindrang, vernichtete dieser irgendein Papier. Ignatz Petscheck behauptete später, es sei die von Pros. Caro gefälschte Quittung gewesen. Die Angelegenheit komplizierte sich weit später noch dadurch, dah Pros Caro erklärte, das vernichtete Papier sei eine Reproduktion der Quittung gewesen, deren Original er seinem polnischen Anwalt zur Aufbewahrung gegeben habe. Dieser Rechtsanwalt ist in der Zwischenzeit gestorben, die Quittung selbst soll sich in England be- finden. Der Eröffnungsbeschluß wirft Pros. Caro vor, er habe erstens die Quittung über die Hingabe von 400 000 Mark gefälscht, serner diese gefälschte Quittung einem gewissen Nordegg gezeigt, damit dieser davon Ignatz Petscheck in Kenntnis setze, und drittens, dah er im Zioilprozeß fälschlich an Eidesstatt versichert habe, die Reproduktion der Quittung sei von ihm vernichtet worden. Die Verhandlung, die von Landgerichtsdirektor Ohnesorge ge- leitet wird, begann heute morgen unter großem Andrang der Presse. Prof. Caro schildert ausführlich seinen Werdegang und verbreitet sich eingehend darüber, wie sein Verfahren der Stickstoffgewinnung aus der Luft während des Krieges für die Landwirtschaft als Be« standteil des Düngemittels und für die Kriegsführung bei der Her- stellung von Munition ungeheure Bedeutung erhalten habe. Auf diese Weise sei er zu außerordentlich großem Vermögen gelangt. Da er den Ausgang des Krieges auf Grund seiner intimen Kennt- nisse vorauspeschen habe, seien von ihm zu Hause sehr große Bar- mittel aufbewahrt worden: er sei deshalb auch imstande gewesen, im Jahre 1917, als die Verlobung seiner Tochter mit Dr. Ernst Petscheck stattfand, dem Vater Ignatz Petscheck eine Mitgift in Höhe von einer halben Million Mark zu ver- sprechen und auszuhändigen. Zum Beweise dafür daß er tat- sächlich die Absicht gehabt habe, seiner Tochter eine Mitgift in dieser Höhe mitzugeben, benennt er eine Anzahl von Zeugen. Vorortzug beschossen. lleberfaifkommanöo auf dem Vas ndamm. Von bisher noch unbekannten Personen wurden am Sonntag- mittag gegen. 13 Uhr 22 mehrere Schüsse auf den Vorort- zug 3787 zwischen den Stationen Grünau und A d l e r s h o f abgegeben. Scheiben gingen dabei in Trümmer. Personen wurden glücklicherweise nicht o e r l e tz t. Das sofort alarmierte Ueber- sallkommando suchte den ganzen Bahndamm und die umliegende Gegend ab, ohne jedoch die Schützen zu finden. Papens Außenpolitik. Mit Frankreich uni> Polen gegen Rußland. Die„Berliner Volks-Zeitung" veröffentlicht ein Protokoll eines Ausspracheabends, der am 27. Februar v. I. im Berliner Herrenklub stattgefunden hat. An diesem Abend be- richtete Herr von P a p e n über seine letzte Reise nach Frank- reich. Dabei sagte er u. a.: Die Strese manns che Politik ist im Ziele richtig, im Tempo und in den Mitteln aber falsch gewesen. Die Preisgabe Elsaß-Lothringens durste allenfalls den Schlußstein einer endgültigen deutsch-franzöfischen Bereinigung bilden, durste aber nicht, so wie geschehen, mit großen Mitteln kleine Teillösungen zu erreichen suchen. Das Ziel einer Verständigung ist nicht durch über- ftürztes Vorgehen zu erreichen. Nur langsam und etappenweise ist ein Erfolg zu erzielen. Herr von Papen sprach weiter über Möglichkeiten der Zusammenarbeit deutschen und französischen Kapitals und fuhr dann fort: Bemängelt wird dabei die rußlandfreundliche deutsche Politik. Unter endgültiger Bereinigung versteht man ein deulsch.sranzösisch-polnisches Bündnis. Deutschland hätte dabei seine an sich als berechtigt erkannten Wünsche bezüglich seiner O st grenzen zurückzu- stellen, da eine friedliche Lösung dieser Fragen angesichts der polnischen Sinnesart für unmöglich erachtet wird. Dieses Bündnis, genannt„eccord ä trois", soll den Zweck eines Wirtschaftsbündnisses gegen den russischen„Fünfjahrplan" haben. Im Rahmen dieses „accord" würden die Franzosen auch für eine Ausrüstung Deutschlands zu haben sein, denn man hat Verständnis dafür, daß unsere jetzig« Deklassierung unerträglich ist. Falsch würde es dagegen sein, wenn Deutschland auf der Abrüstungskonferenz des nächsten Jahres mit seiner bekannten These: Wir haben abgerüstet, also tut ihr es auch! erscheinen würde. Für alle diese Ideen muß aber, wenn sie sich durchsetzen sollen, die französische Rechte gewonnen werden. Nach einer Diskussion, in der der antibolschewistische Cha- rakter des geplanten Dreibundes noch unterstrichen wurde, sprach von Papen das Schlußwort: Die Kriegsschuldsrage ist die Grundfrage aller zukünftigen Ent- scheidungen. Eine Anlehnung an England ist nicht möglich, da dieses selbst in der Hand des französischen Kapitals ist. Amerika wird erst nach der nächsten Präsidentenwahl für größere politische Entschei- düngen zu haben fein. Die drängenden europäischen Probleme müssen, von Deutschland und Frankreich gelöst werden, wobei das letztere auf einer Einbeziehung des befreundeten Polen bestehen wird. Die Frage der Ostgrenzen muß einer späteren Zeit vorbehalten werden. Der„accord ä trois" muß zustande kommen im Hinblick auf den Kamps gegen den Bolschewismus. Der Gedanke der deutsch-französischen Verständigung kann nicht schlimmer geschädigt werden, als es durch das Treiben der politischen Sonntagsreiter vom Herrenklub geschah. Die Sozialisten jenseiis und diesseits der Grenzpfähle, die die historischen Träger des Verständigungsgedankens sind, lehnen eine solche Versälschung und Vergiftung ihres außenpolitischen Programms mit der allergrößten Ent- schiedenheit ab. Sie werden ihr Werk fortsetzen, ohne Rück- ficht auf die dilettantischen Redereien des jetzigen deutschen Reichskanzlers, und sie werden die Augen offenhalten, um zu verhindern, daß dieses Werk in sinnwidriger Weise miß- braucht wird. Im übrigen ist bekannt, daß der neue Außenminister, Freiherr von Neurath, in allen außenpolitischen Fragen der entgegengesetzten Meinung ist wie sein Chef. Herr von Neurath ist Anhänger jener nationalistischen Politik, die eine Verbindung mit England und mit Italien sucht, um Frankreich zu isolieren und schließlich aus die Knie zu zwingen. Herr von Papen ist durch die Veröffentlichung seiner Redereien im Herrenklub als ein blutiger Dilettant in der auswärtigen Politik enthüllt. Sein Antipode, Freiherr von N e u r a t h, gilt in seinen Kollegenkreisen auch nicht als das große Kirchenlicht. Und diese Regierung soll in ein paar Tagen nach Lausanne gehen? Es kann einem wirklich angst und bange werden. Die Geldfälscherfabrik. Falschmün er Pähl arbeitete bei Tanzmusik. Gegen den 43 3ahre allen Kunstmaler und Graphiker Waller Pähl, der, wie milgeteilt, in der vergangenen Woche als Falschmünzer großen Formats entlarvt wurde, sowie gegen seine Ehefrau hat der Untersuchungsrichter noch am Sonnabend Haftbefehl erlassen. Beide werden nach Moabit übergeführt werden. Im Laufe der weiteren kriminalpolizeilichen Ermittlungsarbeit haben sich Einzelheiten über die Arbeitsweise des Fälschers ergeben. Die Beamten der Falschgeldstelle ermittelten, daß sich die Eheleute Pähl eine Haustochter hielten. Das Mädchen, das sich vor kurzem verheiratet hatte, wurde verhört und erzählte soitzendes: Walter Pohl hatte in jedem Zimmer seiner kleinen Wohnung einen Radioapparat zu stehen. Er pflegte meist im Schlafzimmer zu„arbeiten", ohne daß das Mädchen eigentlich wußte, was Pohl dort tat. Einnial war es ihr passiert, daß sie in das Zimmer trat, ohne anzuklopfen. Gleich wurde sie von Pähl angeschrien und sörmlich hinausgeworfen. Der Fälscher hatte in der ersten Zeit die Gewohnheit, das Schlafzimmer hinter sich abzuschließen, wenn er sich dort beschäftigte. Später aber ließ er das fallen, weil er wußte, daß das junge Madchen, das jetzt Ende der Zwanzig ist, absolut nicht neugierig war. Häufig geschah es nun, daß dem Fälscher die Tanzmusik im Radio nicht laut genug war. bzw. sein Apparat im Zimmer nicht stärker„auszudrehen" ging. Cr veranlaßte in solchen Fällen seine Frau, ihm aus einem Buche vorzulesen! Das alles geschah natürlich, um verdächtige Ge- räusche bei seiner Fälscherarbeit zu unterdrücken und abzutöten. So kam es auch, daß niemand im Hause etwas merkte. Gerüchte wollte» wissen, daß die Haustochter der Pähls mit diesen unter einer Decke steckte. Die Ermittlungen der Kriminalpolizei lallen aber den Schluß zu, daß das Mädchen völlig unschuldig ist und tatsä-! lich nicht wußte, welches Verbrecken hinter den Türen der Eheleute Pähl begangen wurde. F r a u P a h l behauptet nach wie vor von den Fälschungen ihres Mannes nichts gewußt zu hoben, obgleich sie doch im Zimmer war, wenn er arbeitete und ihm laut vorlesen mußte! Bei einer Durchsuchung der Wohnung in der Lüderitzstroße fanden die Beamten der Falsck geldstelle eine Film- k a m e ra. die etwa 50 Ausnahmen zulieh und eine Kiste im llmsange von einem Ouadratmeter, in der sich drei wollene Decken befanden. Diese hatte Pähl untergelegt, wenn er arbeitete und die Filmkamera benutzt, um seine 10-, 20- und öO-Mark-Scheine herzustellen. Berdi-Zienaiffance in»er Lindenoper „Die Sizilianische Vesper" Da? festliche Präludium dieses Opernwinters war eine Verdi- Auferstehung in Glanz und Herrlichkeit, war Ebert-Stiedrys Maobeth-Interpretation in der Städtischen Oper: sein feierliches Finale ist eine dem gleichen Meister dargebrachte Huldigung, ist die Wiederbelebung seiner„Sizilianischen Vesper". Auch dies ein wunderbares Werk. Gewiß, es ist äußerlicher, effektvoller, viel routi- vierter und weniger original als Macbeth: aus Schuld des Text- dichter? freilich, denn Scribe war ja wahrhaftig kein Shakespeare, kein psychologisches und kein dramatisches Genie, ein überaus geschickter und fähiger Handwerker bloß, der hier nicht einmal alle seine unzweifelhaften Fähigkeiten und Geschicklichkeiten zu bemühen für gut befand, der das herkömmliche Szenarium, der den üblichen Text für eine große historische Oper verfaßte.(Die Grand Opera hatte sie für die Pariser Weltausstellung 1855 bestellt.) Ein Librettist am laufenden Band, der die Geschichte der„sizilianischen Barths- lomäusnacht" zu einem durchschnittlichen Operntext verarbeitete. Herrlich zu sehen, wie der Italiener diese französische„große Oper", der er sich unterwerfen sollte, überwand, wie er das Aeußerliche verinnerlichte, das Theatralische ins Dramatische, Pathos in wahr- haftige Leidenschaft verwandelte: wie bei ihm all diese Opern- atrappen zu glutvollstem Leben erwachen, wie all dies Unwirkliche in der Musik, in diesem wundervoll gewobenen Netz klingender Spannung, tönender Bewegung, sich unsagbar aussingender Leiden- schaft wirtlich und wahr wird. Kapp tat recht daran, das Stück zu bearbeiten, in der Haupt- fache: zu kürzen, ohne die Partitur zu ändern. Unrecht hat er— soweit dies ohne lebendiges Erleben des Originals feststellbar ist— wahrscheinlich nur im letzten Akt, jetzt sechsten Bild, das durch die Kürzungen doch wohl zu kurz gerät, das auf dem Platz vor der Kathedrale zweifellos sinnvoller spielte und des neuen Schlusses kaum bedürfte, um nur einiges zu sagen. Bemühte man sich hier um möglichste Strasfung, prägnante Formung und dramatische Logik des Geschehens in einem der„großen Oper" entgegengesetzten Sinn: dann dürfte man allerdings auch das Paradestück dieser großen Oper, das Ballett(in dieser Form wenigstens, so sehr es auch gekürzt sein mag) nicht stehen lassen, das jetzt als Fremd- körper wirkt und aus dem Rahmen des Ganzen fällt. Für alles Szenische war Harth verantwortlich, für die Gesamtausstattung Pirchan. Unwillkürlich denkt man wieder an Macbeth: Ebert wurde von Hörth ebenso wenig erreicht wie Stiedry von Kleiber. Die Bilder sind ein uneinheitliches Gemisch von traditioneller Haltung und Originalitätssucht, das zu der einheitlichen Herrlichkeit der Musik kraß kontrastiert. Es geht auch durchaus nicht an, im Rahmen einer ganz richtig auf Wirklichkeitenähe gestellten Insze- nierung eine Verwandlung auf offener Szene vorzunehmen, die ja einem ganz anderen Jnfzenierungscharakter entspricht, die ein (hier nicht vorhandenes)„Spiel-im-Spiel"-Bewuhtsein zur Voraussetzung hat. Um das Negative gleich zu beschließen: das Ballett (Labans Choreographie wird immer anfechtbarer, äußerlicher und langweiliger) ist in der Bewegung traditionell, in Idee und Ausbau einfach geschmacklos: Charell aus dritter Hand, auf dem Umweg über Reinhardts diesjähriger Großtaten; für die Lindsnoper durchaus kein Ruhm. Diese Sizilianische Vesper ist aber eine Oper; und Oper— da» ist in erster Linie der leidenschaftlich erregte, herrlich singende Mensch—, alles andere ist viel gleichgültiger, als man gemeinhin glaubt. Und da hier wahrhaft herrlich gesungen wurde, war die Aufführung trotz aller angezeigten Mängel großartig von Ansang bis zu Ende. Für die weibliche Hauptrolle setzte Anni K o n e tz n t ihre glanzvolle Stimme ein, die freilich Zeit braucht, um ganz frei zu klingen. S ch l u s n u s hätte vielleicht weniger vorsichtig, kraft- voller, ja gewalttätiger sein müssen: wie er aber sang, das war vollendetste Technik, samtener Schmelz, nobelste Kantilene— Delikatessen für genießerische Ohren. Auch Helge Roswaenge, der leuchtende Tenor, und Emanuel L i st, der prachtvolle Bassist, haben selten so gesungen: und all diese in ihrem Timbcr charakteristischen, schönen, wunderschönen Stimmen klangen in den herrlichen En- semblesätzen zusammen, verschmolzen und blieben doch differenziert— es war einfach ein Sängerfest in der Lindenoper, das das dankbare Publikum zu Begeisterungsstürmen hinriß. Prächtig die Chöre Rüdels wie die Direktion Kleibers, der nur manche Atzente zu sehr betonte, sie ins Gewalttätige übersteigerte, ohne immer der inneren Gewalt dieser Musik ganz gewachsen zu sein. Einer Musik, die von grandioser, melodischer Stimme, voll unglaublicher dra- matischer Kraft ist, der man die zeitliche Nähe des„Rigoletto" und der„Traviata" anhört: die es in jeder Hinsicht wert wäre, so gekannt, gerühmt und geliebt zu werden wie die der genannten Werke. Arnold �Valtsr. 1826 Entwürfe zum Veichsehrenmal. Die Offerte einer verfehlten Idee. Die langatmige Geschichte des Reichsehrenmals ist nun so weit gediehen, daß die 1828 Ideenentwürfe für den Ehrenhain bei Berka in Thüringen juriert, 20 davon als preiswllrdig herausgehoben und alles mitsamt im alten Moabiter Glaspalast an fünf Kilometer langen Wandflächen ausgestellt ist. Das Publikum wird gebeten, sich von dem Fleiß und Ideenreichtum der 1828 Einsender selber zu überzeugen, wenn es das aushält: die Preisrichter haben es tat- sächlich ertragen, aber was nun in Wirklichkeit werden soll, weiß kein Mensch. Die 20 mit je 1000 Mark bedachten Gewinner dieser Preislotterie sollen zunächst einmal ihre Entwürfe„baureif" aus- führen, womit unseres Erachtens überhaupt nichts gewonnen ist. Daß wir von vornherein den ganzen Gedanken eines Ehren- Hains in Berka, eines Reicheehrenmals überhaupt für verfehlt und überflüssig gehalten haben, brauchen wir nicht nochmals zu wieder- holen. JBenn nun aber dieser überflüssige Gedanke durchaus ver- wirklicht werden muß, so ist dazu zweierlei zu sagen. Zunächst war die Form des Preisausschreibens unbedingt zu verwerfen. Man hat ausgerechnet, daß die Arbeit der 1828 Bewerber, die des Preis- gerichts, die Preise und die Ausstellung etwa 2 Millionen Mark Kosten verursachten. Sie wären durch eine sinnvolle Bearbeitung des Projekts durch einen oder zwei wohlgewählte Künstler auf ein Minimum reduziert worden. Zur künftigen Ausführung mag angemerkt werden: nicht ein einziger dieser Entwürfe befriedigt so, daß er gebaut zu werden verdient. Hier und da findet man Anregungen, wie aus dem Nadel- waldgebiet von Berka ein„Reichsehrenmal" zu gestalten wäre, etwa in der Dreiteilung: Festwiese im Tal, Aufstieg zur Waldhöhe, Er- innerungsmal im dunklen Tann, oder, wie es ein abweichender Ent- wurf wollte: stiller Stationenweg durch den Wald mit Stätten der Erinnerung an die einzelnen Kriegsschauplätze in architektonischer, gartenkünstlerischer oder plastischer Form. Ein bedeutender Künstler könnte daraus zusammenfassend vielleicht eine Gestaltung finden. Besser wäre es freilich, das Geld zu einem Kriegerhinter- bliebenenheim zu verwerten; meinetwegen im Ehrenhain von Berka. p. i. eck. Bilder aus der Sahara. Neife einer Frau. Früher war der Beruf des Forschungsreisenden nur dem Manne vorbehalten. Das ist heute anders, und manche Frau hat sich schon in schwierigen Situationen und unbekannten Gegenden bewährt und wissenschaftlich beachtenswertes Material heimgebracht. Für diesen Beruf gebraucht man eben Vorkenntnisse und Ver- bindungen. Und die hatte Frau Dr. Charlotte Weidler, als sie auf Veranlassung des Carnegie-Jnstituts nach Afrika fuhr. Von dieser interessanten Reise berichtete sie im H a r n a ck- H a u s im Auftrage des Klubs berufstätiger Frauen. In guten Lichtbildern sah man vorerst Algier mit seinen Wolkenkratzern und seinem typischen Großstadtverkehr. Hier zwingt Europa den Arabern seine Kultur und seine Probleme auf. In der Wüste aber ist das Bild ein anderes. Und dank Unterstützung der französischen Regierung drang die Forschende in die Wüst« ein: sie reiste von Station zu Station und von Militärposten zu Militärposten, und wo der militärische Einfluß nicht mehr ausreichte, da setzte die arabische Gastfreundschaft schützend und begleitend ein. So stieß die Reisende aus die drei verschiedenen Kulturen der Sahara. Zuerst kam sie zu den frommen M o z a b i t e n, bei denen Wohl» tätigkeit Pflicht, Ehrlichkeit absolutes Gesetz und Zinsnehmen Sünde ist. Die Frau ist dort scheu, ganz verschleiert und der Mann kann sich leicht von ihr scheiden lassen. Er braucht nur zu sagen:„Ich habe genug." Der Frau ist die Ehescheidung erschwert, aber sie wird ganz bestimmt ausgesprochen, wenn sie sagen kann:„Mein Mann raucht" oder:„Er geht zu den Freudenmädchen." Anders sind die C h a a m b i s; sie sind ledensgenießerisch und lassen die Neger für sich arbeiten. Sie lassen sie nicht teilnehmen an ihrer Gemeinschaft und die Neger wohnen abseits. Sie bauen sich Städte aus Salz, das sie in großen Platten von der Erde los- lösen und mit Lehm oerschmieren. Sollte es wirklich einmal regnen, dann löst sich eine ganze Stadt in Wohlgefallen auf. Aber das macht nichts, man kann sich ja schnell eine neue bauen. Die dritte große Kultur der Sahara wird von den T o u a r e g s bewahrt. Das sind die schwarz verschleierten Männer der Sahara, auf deren Konto viele blutige Ueberfälle und der Tod zahlreicher Forscher kommen. Das Wasser ist bei ihnen so wertvoll, daß der Mord um eine Wasserstelle zum Alltagsleben gehört, und die Touaregs, ob- wohl sie Mohammedaner sind, sich nie mit Wasser, sondern höchstens mit Sand waschen. Sie sagen:„Mit dem Pflug kommt Unehre ins Haus." Sie anerkennen nur den Beruf des Kriegers, der frei- lich einwandfrei zum Beruf des Räubers wurde. Sonst kennen sie noch Mutterrecht, Sklavenhandel, Tuberkulose und Rheumatismus. In einem mächtigen Gebiet wohnen heute noch 200 000 Touaregs; sie werden sterben, bevor die Wissenschast sie erforscht hat. Wirt- schastlich interessant ist, daß infolge der zunehmenden Ausdörrung der Sahara die Franzosen das Projekt der Trans-Sahara-Bahn aufgeben. Sie werden eine Flugzeuglinie errichten. Infolgedessen fetzen jetzt prompt mitten in der Wüste die Grund st ücks- spekulationen ein. Politisch interessant aber ist es, wie auch durch diese Reisende bestätigt wurde, daß die Märchenerzähler des Orients heute die Propagandisten der arabischen Freiheitsbewegung sind._ e. b. Künstierbund Norden im Schloß Niede schönhausen. Die Bewohner von Pankow haben an dem Park von Nieder- schönhausen mit seinen wundervollen alten Bäumen eine einzigartige Erholungsstätte, wie sie in Berlin kaum noch vorkommt; und zu den Reizen der Natur tritt alljährlich im Frühjahr noch die Anziehung einer angenehm kleinen Künstlerschau in dem hübschen alten Schloß, dessen obere Räume sich vortrefflich dazu eignen. Man unterschätze nicht das Zusammenwirken von Kunstwerken mit der prächtigen Natur vor den Fenstern! Die Ausstellung des Künstlerbunde» „Norde n" nimmt ganz unabsichtlich, aber wirkungsvoll Bezug darauf. Das Beste, was man dort sieht, sind anmutsvolle Landschafts» bilder in einer sanften und problemlosen Malerei, die den meisten sicher gefallen werden, ohne allen Anspruch auf kunsthistorische Be- deutung. So vor allem Oskar Kasper, L a u t h, Erna Stolzen- Hein, Hilde Zeller. O. Michael und Hildebrandt. Als Stärkstes heben sich heraus die breit gemalten derbtüchtigen Figuren- stücke von Herbert O r t e l und die Bilder von O. P o l u s, Stilleben, Akte und Landschaften. P. F. Sch. Das Schicksal der Potsdamer Dolksbühne. Die Hauptversamm- lung der Potsdamer Volksbühne brachte die Sorge um die Er- Haltung des Schauspielhauses zum Ausdruck. Die Stadt Potsdam hat für die letzte Spielzeit 75 000 Mark gegeben, kann aber für die neue Spielzeit nur 40 000 Mark bewilligen. Die Volksbühne glaubt einen künstlerisch einwandfreien Spielbetrieb unter diesen Um- ständen nicht mehr durchführen zu können. Als Uebergangszeit schlägt sie vor, das Potsdamer Ensemble aufzulösen und die nacksite Spielzeit durch Wanderbühnen aus Berlin zu bestreiten. An erster Stelle aber wurde geäußert, daß der Zuschuß erhöht werde, um die Erhaltung des Ensembles zu gewährleisten. Das Internationale politische Anttquarial(Ipa), Hamburg, Käiser-Wilhelm-Str. 16, brachte einen Antiquariatskatalog unter dem Titel„Sozialismus und Arbeiterbewegung" heraus. Der über 2500 Nummern umfassende Katalog bringt die wichtigste soziali- stische Literatur von ihren Anfängen bis zur Gegenwart. Außer- dem sind die Gebiete des Kommunismus und Anarchismus in zwei Sonderabteilungen mit über 4000 Werken vertreten. Der Katalog wird an Interessenten gegen Voreinsendung von 50 Pf.(in Marken) abgegeben._ Sigrid Oilögin, von ihrer Amerikatnrnee zurückgekehrt, singt in der Städtischen Oper in dieser Spielzeit noch Tienstag in„Götterdämmerung" die Waltraute, Donnerstag im„Troubadour" die Azucena und Sonntag die Amneris in„Aida". Im Museum für Naturkunde spricht Mittwoch, K Uhr, Dr. Menzel über k ü n st l i ch e Edelsteine. Eintritt frei. Die letzte Premiere dieser Saison in der Städtischen Oper ist die Aussühruna von Strawinskys„P e t r u s ch i a" und Puccinis „G i a n n i S ch i c ch i" unter Leitung von Robert F. Denzler. > Tie Staatsoper wird im Juni noch eine geschlossene Ausführung von Wagners„Ring der Nibelungen" bringen unter der Leitung von Leo Blech. Tie Staatliche Kunstbibliothek veranstaltet in ihrem Lesesaal bis Ende Juli eine Ausstellung„Ludwig Wilhelm Wittich, ein Ber- liner Verleger der Schinkelzei t", aus der alle künstlerischen Bcrlagswerke des vor IVO Jahren Baestorbenen gezeigt werden. Kampf um Tarifvertrag. Auch Llnternehmerverbände schadenerfahpflichtig. Das Unternehmertum sucht sich gegenwärtig mehr denn je von allen tarislichen„Fesseln" freizumachen, um die Lohndrucktonjunktur unbehindert auszunützen. Für die Vertragstreue auf jener Seite ist das Manöver bezeichnend, aus dem Arbeitgeberverband auszutreten oder gar den ganze» Arbeitgeberoerband aufzulösen, um sich den Verpflichtungen aus dem Tarifvertrag zu entziehen. Ende Januar traten aus dem Arbsitgeberverband des Hafen- gebiets Man nheim-Ludwigshafen 17 Schifsahrtssirmen aus, um untertarifliche Löhne zu zahlen. Der Gesamtverband erhob Klage, und das Arbeitsgericht Mannheim stellte jest, daß der Arbcitgeberoerband ersohpslichtig ist: erstens für den Schaden, der dem Gesamtverband erwachsen ist aus der dem Lohn angepaßten niedrigeren oder gar ganz unterlassenen Beitrags- Zahlung, und zweitens für den Schaden, den die Mitglieder des Gefamwerbandes durch untertarifliche Bezahlung erlitten. Gegenüber dein Einwand des Arbeitgeberverbandes, er habe alles getan, um seine Mitglieder zur Tariftreue anzuhalten, und die Entlassung der 17 Firmen sei eigentlich ein Ausschluß gewesen, stellt das Urteil fest, daß Entlassung oder Ausschluß in diesem Falle gleichbedeutend gewesen sei.„Die Pflicht zur Durchführung und Wahrung des Tarifvertrages", so heißt es in der Begründung,„gebietet, alles zu unterlassen, was den Bestand oder die ordnungsgemäße Durchführung des Vertrages gefährden könnte... Daraus ergibt sich, daß die von einer Tarif- Partei vorgenommene positive Maßnahme des Ausschlusses bzw. die Androhung desselben mit den: Zwecke, das tarifuntreue Mitglied zur Einhaltung des Tarifvertrages zu zwingen, ungeeignet sein kann." In diesem Falle sei„die positive Mahnahme... zur Er- füllungsvereitelung und damit eine positive V e r- l c tz u n g der Verpflichtung zur Vertragstreue" geworden. Die Kündigung der Mitgliedschaft sei nur zum 31. Dezember 1932 zu- lässig gewesen. Den Einwand, daß für den Kläger und seine Mitglieder der Schaden durch die angedrohten Betriebs st illegun gen viel größer gewesen wäre, weist das Urteil zurück. Es erkennt die schwierige Lage der Rheinfchiffahrt an, betont aber: „Wollte man die wirtschaftlichen Schwierigkeiten ollgeniein als Grund für die Lösung tarisvertraglicher Verpflich- tungen ansehen, so würde man damit dem ganzen Tarifvertrags- wesen... die Grundlage entziehen." Die Folgerung, daß ein Unternehmer sich von der tarislichen Bindung lossagen könne, wenn nach seiner Auffasfung die Renta- bilität seines Unternehmens in Frage gestellt ist, könne bei der gegenwärtigen Rechtslage als„zutreffend und gerechtfertigt nicht angesehen" werden. Für einen Arbeitgebervevband dürfe in solcher» Fällen nicht der Vorteil seiner Mitglieder ausschlaggebend sein, sondern seine Verpflichtung zur Tariftreue.„Der Beklagte durfte deshalb nicht die Interessen seiner Mitgliedssirmen den Interessen der Gegenseite— seines Tarifkontrohcnten— zur Aufrechterhaltung des Tarifs voranstellen." Die Klage wird, da ihr Streitwert auf 6901 Mark festgesetzt ist, in den höheren Instanzen durchgefochten. Arbeitsausnahme der Steinsetzer. Die Steinsetzer, Rammer und Hilfsarbeiter haben heute früh die Arbeit in allen bestreikten Betrieben des Berliner Steinsetzgewerbes wieder aufgenommen. Die Streikversammlung am Sonnabend im Gewerkschaftshaus hatte nicht, wie es irrtümlich in unserem Bericht über diese Versammlung hieß, als Termin für die Wiederaufnahme der Arbeit den Mittwoch, sondern den heutigen Montag festgesetzt. Die Löhne der Steinsetzer betragen jetzt 1,16 M. pro Stunde, die der Rarnrner 99 Pf. und die der Hilfsarbeiter 78 Pf. Stillegungen in Ostoberschlesien. Kattowitz, 6. Juni. In der modernsten Zinkhüttenanlage Ostoberschlesiens, der dem Giesche-Konzern gehörigen Uthemann-Hütte in Kosdzin- Schoppinitz werden von den drei Hallen in diesem Monat zwei ihren Betrieb einstellen. Die Kattowiger A.-G. hat um Sie Genehmigung zur Eni- lassung von 1900 Bergarbeitern auf der Riyslo- witz-Grube nachgesucht, da der Betrieb, in dem bisher 2999 Arbeiter beschäftigt wurden, ab 2. Juli teilweise stillgelegt werden soll. Die Bcamlengehälter in Amerika über 1000 Dollar jährlich werden auf Beschluß des Senats um 19 Proz. gekürzt. Dadurch sollen 119 Millionen Dollar im Jahr eingespart werden. Eletler für Berlin: Weiterhin kühl und wieder zeitweise aus- hciternd. Etwas auffrischende nordwestliche Winde.— Für Deutschland: Im Osten noch vielfach Regenfälle, Alpenvorland veränderlich, im ganzen übrigen Reiche langsame Wetterbesserung. Im Südwesten vielfach heiter und am Tage etwas wärmer. Sonst überall weiterhin kühl. Rundfunk am Abend Montag, den 6. Juni. Berlin: 16.03 Berlin, die Stadt der Freradenkolonien (L. Spitzer). 16.30 Lieder von Edvard Grieg. 16.50 Kammermusik. 17.30 Neues vom Segelflug(Dr. H. Bock). 17.30 Die Musik im japanischen Theater(F. Boso). 18.20 Der Korrektor (R. A. Schmiedel). 18.50 Mitteilungen des Arbeitsamtes. 18.35 Die Funkstunde teilt mit... 19.00 Zum 70. Geburtstag des Nobelpreisträgers Prof. Ph. Lenard(Prof. Dr. F. Gehrke). 19.10 Erwin-Leudvai-Konzert des Lendvai- und Berliner A'olkschors(DASB.). 19.30 Die Zuidersee— ein Binnensee (Ober-Ing. S. Hartmann). 20.00 Stunde gruseliger Moritaten. 21.00 Tages- und Sportnachrichten. 21.10 Deutsdi-Ibero- amerikanische Kundgebung. 22.30 Wetter-, Tages- und Sportnachrichten. Tanzmusik. Königswusterhausen; 16.00 Leistungsverminderung der Volksschule(Lehrer P. Hebe). 17.30 Strömungen in der evaiig. Theologie der Gegenwart(D. Dr. Schweitzer). 18.00 Der Naturalismus in der Dichtimg des 19. Jahrhunderts (Dr. R. Pechel). 18.30 Spanisch für Anfänger(Gertrud van Eyseren und Dr. F. Armesto). 18.55 Wetterbericht für die Landwirtschaft. 19.00 Aktuelle Stunde. 19.20 Stunde des Landwirts(Dir. Hiltl). 19.35 Lenin und die. geistigen Grundlagen des Bolschewismus(Prof. Dr. B. Saitschick). 20.00 Aus' Breslau: Querschnitt nach Max Dauthendey. 20.50 Tages- und Sportnachrichten. 21-10 Aus Nürnberg: Ein heiterer Abend von Strauß bis Lehar. 22.20 Wetter-, Tages- und Sportnachrichten. Sonst: Berliner Programm. Vollständiges Europa-Programm im„Volksfonk". monatl. 96 Pf. durai alle„V orwärts"-Boten oder die Postanstalten. Rundfunk der Woche Geistesfreiheit? „... Zu tief ist schon in alle kulturellen Gebiete des ösfent- (icheu Lebens die Zersetzung a> b e i st i s ch- m a r x i st i s ch e n Denkens eingedrungen, weil die ck r i st l i lb e n Kräste des Staate? zu leicht zu K o in p r o m i s f e n bereit waren. Die tlleinbeit des öfsentlichen Lebens kann nicht aus dem Wege der Kompromisse um der Parität willen bewahrt oder wiederhergestellt werden. Es muh eine klare Entscheidung darüber sallen, welche Kräfte gewillt find, das neue Deutschland auf der Grundlage der unveränderlichen Grundsätze der christlichen Weltanschauung ausbauen zu helfen." Aus clor fiegieningserldärung des Kabinetts von Popen Genosse Max Sievers schreibt uns: „Am 1. Februar 1931 verbreitete der Sender der Berliner Funiftunde eine Morgenfeier des Deutschen Frei- denker-Verbandes. Wenige Tage darauf gab das Reichs- innenministerium eine geheime Anweisung an alle deutschen Sendestellen, in Zukunft keinerlei Darbietungen freidenkerischen In- Halts mehr in ihr Programm auszunehmen. Die Gründe hierfür sind niemals bekanntgegeben worden. Eine Beschwerde des Deut- schen Freidenker-Verbandes an das Reichsinnenministerium ist ein- fach unbeantwortet geblieben. Jedenfalls steht fest, daß Inhalt und Art der Morgenfeier keine Rechtfertigung der verhängten Sperre boten. Sowohl die Lei- tung der Berliner Funkstunde als auch der U e b e r- wachungsausschuß des Preußischen Landtages hatten ein- gehend das eingereichte Prograinm geprüft und eine Reihe von Korrekturen vorgenommen, die vielleicht aus allzu großer Vorsicht heraus geboren waren, aber dennoch vom Verband akzeptiert wur- den, um das Stattfinden der Veranstaltung nicht zu gefährden. Die Anweisung des Reichsinnenministeriums richtete sich somit auch gegen die st a a t l i ch e n K o n t r o l l i n st a n z e n des preu- ßischen Rundfunks und wohl nicht zuletzt aus diesem Grunde ist die preußische Regierung wiederholt bei Groener vorstellig geworden, um eine Aufhebung der Verfügung durchzusetzen. Seit einigen Wochen schien es, als ob diese Bemühungen Erfolg haben sollten. Die Berliner Funkstunde erklärte sich— und doch wohl nicht ohne vorherige Fühlungnahme mit den zuständigen amt- lichen Stellen— bereit, eine weitere Veranstaltung des Deutschen Freidenker-Verbandes vorzumerken und eine diesbezügliche Genehmigung des Ueberwachungsausschusses ein- zuholen. Dort aber erhob der Vertreter der Reichsregierung, der nicht ganz unbekannte Ministerialrat Scholz, Einspruch mit der Be- gründung, daß das eingereichte Programm unmöglich in einem deutschen Rundfunk untergebracht werden könnte. Allem Anschein befürchtete Herr Scholz von der Durchführung dieser sreigeistigen Morgenfeier eine Gefährdung der öffentlichen Ordnung und Sicher- heit, vielleicht auch eine Gefährdung von Moral und Sittlichkeit! Sehen wir uns die Beanstandungen des Herrn Scholz im ein- zclnen an. In der Ansprache, die im Rahmen der Morgenfeier vorgesehen war, kommen die folgenden Sätze vor: „Gottlos sind wir. aber nicht glaubenslos".— „... es ist eine Menschenlästerung, wenn in Amerika Nahrungsmittel vernichtet werden, während Millionen Menschen aus Erden hungern. Es ist eine Menschenlästerung, wenn tausende unterernährte Frauen gezwungen werden. Kinder in die Welt zu setzen. Gegen diese tausendsache Menschenlästernng auf Erden nehmen wir Freidenker Stellung." Heber das, was Herr Scholz für moralisch oder sittlich ein- wandfrei hält, wollen wir mit ihm nicht streiten. Man sieht aber, daß nach der Anficht dieses Beamten einer demokratischen Republik die Rundfunkhörer nicht anders wie unmündige Kinder be- handelt werden sollen, denen man behutsam alles vorenthalten müsse, was die Schwächen unserer Gesellschaftsordnung bloßlegt. Er übt sich scheinbar schon jetzt in der Handhabung der Methoden des dritten Reiches, für dessen Ideale er ja seine Sympathien keineswegs verleugnet. Was auch sonst noch alles bei dieser Gelegenheit Herrn Scholz Veranlassung gab, seiner Neigung für Zensurmaßnahmen die Zügel schießen zu lassen, dafür die folgenden Kostproben: Die bekannte Schauspielerin Gertrud Eysoldt war vorge- sehen, im Rahmen der beabsichtigten Veranstaltung einige Rezita- tionen darzubieten. So die dichterische Anklage Nietzsches an Richard Wagner, weil dieser sich mit der Kirche ausgesöhnt hatte. Herr Scholz sagt, das ist unmöglich für den Rundfunk! Und dann das tollste. Eine weitere Rezitation betraf einen Brief, den ein Professor Albert Klein(später im Kriege gefallen) 1916 nach der Heimat sandte. Geschildert wird in ihm, wie dieser Gelehrte einen französischen Philologen unter den Ge- sangenen antrifft, um mit ihm sofort in ein wissenschaftliches Fach- gespräch zu geraten. Unter dem Eindruck dieses weltentrückten Ge- spräche? mitten im Frontenlärm äußert sich der Briesschreiber u. a. mit folgenden Worten: „Der französische Kollege zeigte i» seinen Darlegungen einen so überlegeneu Geist, soviel B e r st ä n d n i s und Wert- s ch ä v u n g f ü r den deutschen Geist! Wie wir doch gemacht seien, um r e u n d e zu sein und nun getrennt wären! Ich war ganz erschüttert, ich setzte mich hin, ganz verzweifelt, ich dachte und dachte. Kein Ende mit diesem mörderischen Krieg, der seit bald 6 Monaten in seinen Fängen Menschen, Besitz und Glück begräbt." Für solche Erschütterungen eines echt menschlichen Empfindens hat ein Herr Scholz nur eine Antwort: Unmöglich, muß verboten werden! Man kann sich darüber kaum noch entrüsten. Eher könnte man Mitleid empfinden und sagen: Armer Herr Scholz und— arme Republik, die so wenig Geschick in der Auswahl ihrer Beamten an den Tag gelegt hat. Ebenso peinlich wie diese ganze Affäre war dann auch ihr Schlußakt. Es war die Probe aufs Erempel zu machen, was nun der Herr Regierungsvertreter anstellen würde, wenn alle von ihm diktierten Program niänderungen angenom- m e n werden und diese Probe hatte das erwartete Resultat. Herr Scholz machte von seinem Einspruchsrecht gegenüber dem noch seinen Wünschen verwässerten Programm Gebrauch und brachte damit die Veranstaltung endgültig zu Fall! Mit erschreckender Deutlichkeit gibt dieser Vorgang— einer unter vielen— zu erkennen, wie heute Kulturpolitik gemacht wird, gibt weiter zu erkennen, mit welchen reaktionären Tendenzen man den Machtaparat des Rundfunks handhabt und wie den Rundfunk- Hörern nicht einmal mehr die Stimme der Menschlichkeit gegen das Grauen des Krieges vorgetragen werden darf. Aber auch dafür gibt dieses Vorkommnis ein Beispiel, was es in Wirtlichkeit mit dem Vorwurf aus sich hat. daß die Freidenker eine gemütsrohe, verhetzende und sittenwidrige Propaganda be- treiben. Von der Art, wie der hier geschilderten, sind fast alle Argumente gewesen, die man bisher von reaktionärer Seite gegen uns vorzubringen gehabt hat, soweit man es nicht vorzog, tatsäch- liche Vorkommnisse überhaupt zu ignorieren und sich bei der For- mulierung von Anklagen gegen uns ganz an die Phantasie zu halten." Soweit die Zuschrift. Sie schildert Dinge, die sich abspielten, bevor das Kabinett der Barone antrat. Sie ist zugleich ein Beitrag zur Vorgeschichte des Systemwechsels, wie er in der Erklärung des Kabinetts von Papen klar zum Ausdruck kommt. Die renk- tianären Kräite, die damals im Dunkeln wühlten, lüften jetzt ihr Visier. Von der Zersetzung atheistisch-marxistischen Denkens sprechen sie, die Menschlichkeit, den Kultur- f o r t j ch r i t t meinen sie, wie der vorliegende Fall zeigt. Ihnen gilt der Kampf ebenso wie den Rechten der werktätigen Bevölkerung. Und das nennen die Herrn Barone dann christliche Welt- anschauung! WorberiWrcbs-.jCandeskunderoniDeuIfchland Professor Norbert Krebs, leitender Direktor des Geo- graphischen Instituts der Universität Berlin, gibt im Verlag von B. G. Teubner, Berlin-Leipzig. eine„Landeskunde von Deutschland" heraus. Das auf vier Bände berechnete Werk will„keine Geographie des Deutschen Reiches, sondern eine solche Deutschlands bieten, also auch die Landschaften des geschlossenen deutschen Volksbodens im Elsaß, in der Schweiz, in Oesterreich und Böhmen schildern, die de» Deutschen ihr wcesntliches Gepräge ver- danken". Infolgedessen ist diese Landeskunde weiter gefaßt als die bisherigen deutschen Geographien, die sich auf das jeweilige Reichs-- gebiet beschränkten. Die Einteilung ist so erfolgt, daß zwei Bände dem alten deutschen Stammland im Norden und Süden gewidmet sind(Band I Der Nordwesten, Band III Der Südwesten), während zwei weitere Bände das Kolonialland im Osten behandeln(Band II Der Nordosten, Band IV Der Südosten). Der zuerst vorliegende dritte Band(219 Seiten mit 35 Karten- skizzen und 32 Abbbildungen auf 16 Tafeln, geheftet 7,65 Mark, gebunden 9 Mark), von Krebs selber bearbeitet, ist eine räumlich und inhaltlich stark erweiterte Umarbeitung seiner schon früher er- schienenen Landeskunde von Süddeutschland. Auch die dem Werk bcigegebenen Kärtchen sind zahlreicher als früher, und begrüßen?- werterweise sind Bilder typischer Landschaften und Siedlungen auf- genommen. Der Text ist, wie nicht anders zu erwarten, auf den neuesten Stand der Forschung gebracht, das Literaturverzeichnis ist erweitert und bis zur Gegenwart durchgeführt. Ziel des Buches ist, überall den ursächlichen Zusammenhang aller Erscheinungen der Kulturlandschaft, also der vom Menschen in Wirtschast und Politik geprägten Landschaft darzustellen. Insbesondere wird die Abhängig- keit der Besiedlung, der Wirtschaft und des Verkehrs von der Ober- flächengestalt klar herausgearbeitet; wirtschastsstotiftische, historische und geopolitische Blickrichtung schließt die Betrachtung, so daß eine Landeskunde in des Wortes wirklicher Bedeutung entstanden ist. Es ergibt sich aus der Fülle des Stoffes, daß der Text sehr konzentriert ist und zum sorgfältigen Studium zwingt. Wird das Buch dadurch manche Kreise interessierter Heimatfreunde auch aus- schließen, so wird es andererseits Schülern und Lehrern, Studenten und Dozenten, aber auch zielbewußt arbeitenden Laien bald ein notwendiges und unentbehrliches Hilfsmittel für ihre geographisch- politische Arbeit sein. W illielm Tietgens. Vorantwortl. für die Redaktion: Rich. Beenstei«, Berlin: Anzeigen: Th. Glocke, Berlin.'Verliq: Vorwärts Berlag s m.b.H.. Berlin. Druck: Vorwärts Buch. druckerei und Berlagsonstolt Paul Singer c Co.. Berlin SW 68. Lindenstr. 3. Hierzu 1 Beilage. »last» Theater Montag, den 6. Jani Staatsoper unter Cen Linden 20 Uhi Der Zigeunerbaron Staatl-Stapielbaus Oendemensrki. 20 Uhr Gnchlnstni Vonteilung nesmume Gottlrtedens von HeMimincen Schiller-Theater Cbarlottenbur-. 20 Uhr AbsAied von der Liebe AM a Uhr 15. Flora 3434. Räumen en. Paul Graetz. Peter Sachse. Jenny& Piccolo. Crocers& Crocers usw. PLAZA 1 Nilit Sdiles. Bhf. 1 Su,81;.Stg!. 2,5,B'SU. k 7 Weichs.«31 Die Fiedomtaus. Inserate im A Vorwärts sichern Erfolg! t-t— nrr- Täglich SVt Uhr Madonna wo bist Du? Erika v Thellmann. Genia Nikolajewna Theodor Loos Josef Wedorn MMM Resfeuraä (Berlins! Kh Erfinder— Vorrvärtsstrebende Hohe Geld-Belohnung Näheres kostenlos durch F. Erdmenn£ Co., Berlin SW 11. StäiK.Oper Charlotienburs dismarckstraße 34. Montag, 6. luni Volksvorstellung Kein Kartenverkauf Die Afrikanerin IWalkin, Schirach, Noort tfoth, Ditter, Tappolet. Anfang 19,30 Uhr Ende gegen?3 Uht IleMe! Itisater Die 8Vi Uhr Journalisten Lustip.nadiOustavFreylag von Felix Joadtimson Musik: Thea Matkeben Regie: Heinz Hilpert VolKsbUhne Theater am BGlawnlatz SV« Uhr Die goldene Uhr Volkssiück von E. S z e p Regie: A M. Rabenalt Staall. Sdiiller-Tbeater 8 Uhr Abschied von der Liebe Staatsoper Unter den Linden s Uhr Der Zigeunerbaron Rose- Thealer "roäe Frankfurter StraBe 13? lei. Weiduel E 7 3427 8.30 Uhr Weekend im Paradies CWartenbühne 5.30 Uhr Konzen u.Varietb Zioeunerliebe Ouiffunq� ttabaii u De.KIcmrmorKen Vrfißr vi/ für die Gäste. Dann rollten die Lichtenberger Angriff auf Angriff vor das gegnerische Tor. So manche todsichere Sache sahen die Zuschauer schon im Netz, der Torwart warf sich aber stets und war Besitzer des Balles. Während die Lichtenberger meist in der Lausitzer Spiechälste spielten, verlegten sich die Gäste auf gefährliche Durchbrüche, die aber ebenfalls nichts einbrachten. Mit 1:l) ging es in die Pause. Auch nach dem Wechseln eine leichte Ueberlegenheit Lichtenbergs. Ganz allein stand der Halb- linke vor dem Tor, bald führte Annahlltte mit 2: 0. Einen Elf- meter schoß der Mittelstürmer scharf, aber noch schneller als der Vall war Lichtenbergs Torwart. Zwei aufeinandersolgend« Ecken für Lichtenberg brachten nichts ein. So blieb das Resultat mit 2:0 dann bis zum Schluß. Am Sonntag weilte Magdeburgs Mannschaft bei Teltow. Hier mußten sie eine 5: 1-Niederlage einstecken. Die Teltower waren vom Beginn an überlegen. Trotzdem konnten sie es nicht verhindern, daß die Magdeburger bis zur Pause das Ergebnis mit 1: 1 halten konnten. Nachdem die Teltower in der 60. Minute den zweiten Treffer buchen konnten, ging es weiter bis auf 4: 1. Wohl rissen sich die Magdeburger noch einmal zum Endspurt zu- sammen; ihre gefährlichen Angriffe fanden aber bei Teltows Ver- teidigung keine Gegenliebe. Schlußergebnis 5: 1. HandbaMKampt Deutschland-Schweiz 10:5 Das Spiel wurde in Hannover vor 8000 Zuschauern äußerst schnell und sportlich völlig einwandfrei durchgeführt. Die Schweizer verließen sich wie früher auf ihr Jnnenspiel, während die Deutschen ihre Angriffe durch die Flügelstürmer vortragen ließen. Die Erfolge blieben nicht aus. Die Schweizer Hintermannschaft war gut, tat aber den Fehl«r, zu weit aufzurücken. Dadurch kam der gut zu- sammenspielende deutsche Jnnensturm des öfteren frei vor das Tor und warf die Tor« aus sicheren Stellungen. Die Gäste verdanken es ihrem Torwart, der besonders in der zweiten Halbzeit aus- gezeichnet hielt, daß die Niederlag« nicht höher wurde. Deutschland war im Spiel stets leicht ülberleoen, und die Mannschaft hatte keine schwachen Punkte. Am besten spielte der Jnnensturm. Die übrigen Berliner Fuß- und hondballergebnissc bringen wir morgen abend. Stehcrkampf Deutschland—-Ausland Gestern auf der Olympiabahn Der Steherwettbewerb Deutschland— Ausland, den gestern die O l y m p i a b a h n vor etwa 4000 Zuschauern zum Aus- trag brachte, wurde von der deutschen Mannschaft gewonnen. Die deutschen Farben vertraten Sawall, Dedcrichs und Hille, während die ausländischen von Wambst-Frankreich, Thollembeek- Belgien und Prieto-Spanlen verteidigt wurden. Sawall enttäuschte. Nicht nur, daß er nur selten irgendwelche Angriffe abzuwehren vermochte, konnte er zum Angriff selbst kaum übergehen, lim so mehr legten sich Dederichs und Hille ins Zeug, die gute Rennen fuhren. Wambst, der gestern erstmalig als Dauerfahrer in Deutschland startete, wußte zu imponieren. Er fand sich auf der holperigen Bahn gut zurecht und scheint ein zäher Fahrer zu sein. Tholleinbeek und Prieto kamen nur langsam in Fahrt und wurden erst in der zweiten Hälfte des über eine Gesamt- distanz von 430 Kilometer führenden Rennens besser. Zunächst gab es drei Verfolgungsrennen über je 10 Kilometer, die Hille gegen Prieto, Dederichs gegen Thollembeek und W a m b st gegen Sawall in Front sahen. In dem darauffolgenden 2v-Kilometer-Rcnnen fungierten Sawall und Wambst als„Käpi- täne", d. h. nur diese beiden Fahrer wurden gewertet, während Diderichs und Hille bzw. Prieto und Thollembeek die Kapitäne nur zu unterstützen haften. Und damit sah es sehr mäßig aus! Die Bcgleitfahrer wußten alle nicht die Unterstützung taktisch klug aus- zu werten, so daß Sawall und Wambst allein ihre Kräfte messen mußten. Sawall wurde einwandfrei geschlagen. Würde man diesen Austragungsmodus richtig durchorganisieren, bestimmt könnte er belebende Rennen ermöglichen und damit ein größeres Publikum wieder für den Stehersport interessieren. Nach diesen beiden Weit- bewerben war der Stand folgender: Ausland 10, Deutschland 8 Punkte. Zwei 40-Kilometer-Läufe beschlossen den Länderkampf. Hier wurde jeder Fahrer einzeln gewertet. Dederichs und Hille fuhren, was das Zeug hielt und stellten in beiden Läufen den Sieg für die deutschen Farben' sicher. Das Gesamtergebnis brachte i für Deutschland 33 und für das Ausland 27 Punkte. Freundschalts-Ee�atta der Havelvcreinc des Freien Segler-Verbandes Die Havelvereine des Freien Seglerverbandes hatten für Sonntag eine Freund fchaftsregatta verabredet, zu der 48 Meldungen abgegeben wurden, für eine Freundfchaftsregatta und unter Berücksichtigung der U.laubszeit eine sehr gute Bcteili- gung. Start und Ziel war bei dem erst ein Jahr bestehenden Berein „Freie Segler Wannsee", die das erstemal gastgebender Verein für eine solche Veranstaltung waren. Beim Start gab es wirklich nicht viel Wind, man gab noch«in akademisches Viertel zu, aber auch dann war es nicht besser. Zehn Boote verzichteten deshalb von Anfang an auf die Beteiligung, die anderen ober brachten einen guten Start zuwege. Die Bahn, die um die Lindwerder-, Groß:- Fenster-, Kälberwerder- und Hundsboje auf dem Wannsee-Eingang führte und nach der Ausschreibung zweimal umfahren werden sollte, wurde auf einmaliges Runden verkürzt, so daß also gut sechs See. meilen zu fahren waren. Der Wind, der nach dem Start bald eftvas auffrischte, so daß berechtigte Hoffnung auf ein« seglerisch befriedigende Beendigung der Wettfahrt bestand, ging bald wieder schlafen. Nicht weniger als 14 Boote wurden so veranlaßt, die Welt- fahrt aufzugeben. Die durchhaltenden Boote liefen in den ein- zelnen Klassen wie folgt als erste ein: Ztlasse l: A 9 Friedel II(S'C. Stoßens») 2:45:07 Std. „ 2; L 22 Thctis(SS. Tegel) 2:45:10 S-d. „ 4: A 129 Carmen II«TS. Tegel) 4:20:50 Std. „ 5: A 06 Acolus(WSV. Nordstern) 4:54:00 Std. „ 6:(Z 5 Traum(SV. Stößensee) 4:17:46 Std. „ 7: Z 124 Krümel(WSV. Nordstern) 2:06:10 Str. „ 8: II 80 Trabant(SV. Stoßens») 0:31:25 Std. „ 9: v 92 Bummler(FS. Wannsee) 5:05:45 Std. „ 10: A 237 Neptun(SV. Stößensee) 4:50:05 Std. „ 12: IV 321 Tutti(SV. Stößcnsee) 4:05:04 Std. „ 14: 11 346 Stößensee Iugendboot(SV. Stößcnsee) 4:55:55 Std. Noch am Abend suchten ein Teil der an der Oberhavel be- heimateten Boote ihr« Vereinshäfen wieder auf, die anderen blieben beim„Segleroerein Stößensee" zu Gast. Unzweifelhaft hat d'e Freundschastsregatta das Zusammengehörigkeitsgefühl des Freien Seglerverbandes wieder erheblich gestärkt. Alterssportler im hampf Herrlicher Sonnenschein warf den Schatten von 20 0 Ar- beiter-Alterssportlern auf das Rundteil des Stadions am Faulen See in Hohenschönhausen, als zum Beginn des Stillaufs das Kommando ertönte. Ein frohes Lied und die Kreisfestübungen leiteten zum Spieltag über. 26 Mannschaften ließen aus Anpfiff den Ball in der Sonne spielen, frei von aller Erdenschwere verliefen die durchzuführenden Faustballkämpse. Gesellschaftsspiele folgten nach der Mittagspause, die wiederum durch Spiele von vier Auswahlmannschaften, und zwar der Freien Lehrersport-Verelnigung gegen den Kreismeister Luckenwolde 46: 38 und Volkssport-Wcdding gegen FTGB.-Osten I 44: 39 abgelöst wurden. Ein Handball-Städte- spiel Berlin— Luckenwalde beendete mit 7: 3 Toren den gut ver- lausenen Werbetag, der auch unter der zahlreichen Zuschauermenge nicht seine Wirkung verfehlt haben dürste. „Weifjemee II" das neue Segelflugzeug des„Sfurmvogels" Nachdem erst am ersten Pfingstseiertag das erste Segelflugzeug der Ortsgruppe Weihensee des„Sturmvogels" bei Schwanbeck bei einem Uebungs.flug zu Bruch ging, konnten die Weißenseer am Sonnabend einen neuen Apparat aus der Taufe heben. Schmuck und sauber in seiner jungfräulichen Schönheit wartete er, seiner Bestimmung übergeben zu werden. Der Vorsitzende der Gruppe Weißensee, M e tz k o w, führte in seiner Begrüßungsrede aus, daß dieser Apparat von 40 erwerbs- losen Jugendlichen unter sach- und fachkundiger Leitung hergestellt wurde. Mit Unterstützung der Bewag, die einen leeren Kessel- schuppen zur Verfügung gestellt hatte, mit Unterstützung der Weißen- seer Gewerbetreibenden, die es ermöglichten, daß den Jugendlichen für ihre Arbeit neben der Berufskleidung auch das tägliche Mittag- essen geliefert werden konnte, war es möglich, diese Jugendlichen von der Straße zu bringen und ihnen nutzbringende Arbeit zu bieten. Oberingenieur Witte von der Bewag überbrachte in seiner Taufrede die besten Glückwünsche für das weitere Wachsen und Ge- dcihen der Weißenseer Gruppe. In seinen Ausführungen schilderte er die Entwicklung der Fliegerei von seinen Anfängen bis zu den heutigen Rekordleistungen. Aber, so fragte er, ist das der Traum der Menschheit, mit leistungsfähigen Motoren durch die Lüfte zu sausen'? Nein! Die eigene Geschicklichkeit soll maßgebend sein. Des- halb sind die Bestrebungen des Sturmvogels auch besonders zu begrüßen, deshalb unterstützt die Weißenseer Leitung auch diese Bestrebungen. Mit den Worten:„Glück auf, du neue Streiter" taufte er das Flugzeug auf den Namen„W e i ß e n s e e II". Ge- meinschaftlicher Gesang schloß den ersten Teil der gut besuchten Taufe. Noch lange hielt die Tanzmusik die glücklichen Erbauer und ihre Gönner zusammen. Earte'lfesfm Charlottenburö Beim Kartellsportfest der Charlottenburger Arbeitersportvereine stellten die einzelnen Vereine ihre Stärke unter Beweis. Bei den Handballspielen sah man schöne Spiel- formen bei völliger Ausgeglichenheit der Mannschaften. Das ein- leitende Spiel gewannen die Freien Schwimmer Charlottenburg gegen die Kleingärtner mit dem Resultat von 4: 3. Der Ruderverein Collegia hatte den Sportverein Falke zum Gegner, den er gleichfalls mit 4: 3 bezwang. Viel Anklang fanden bei den Zuschauern, die aus der festlich geschmückten Tribüne Platz genommen hatten, die Kindervor- sührungen der Kleingärtner, der Roten Falken und der Kinder- abteilung der FTGB. Auch die Reigen, die von„Solidarität" mit großer Fertigkeit gezeigt wurden, sowie das Radballspiel, in dem Charlottenburg und Schöneberg 1: 1 spielten, fanden viel Beifall. Der sportlich interessanteste Wcttkamps war die Pendelstaiette 10 X I lv Meter, bei der es am Anfang so aussah, als würde sie von den Freien Schwimmern gewonnen. Lediglich dem Umstand, daß die Schwimmer nicht die Fertigkeit im Stabwechseln hatten, ist es zuzuschreiben, daß bei dem achten Mann die Turner vorbeigingen und gewannen. Dritter wurde Sportverein Falke. Am Start waren 6 Manufchaften. Neu auf diesem Platz war Tennisspielen, das von Tennis-Rot vorgeführt wurde. Leider konnten die Spieler ihr Können nicht voll entfalten, da ein Sportplatz eben noch lange kein vorschriftsmäßiges Tennisfeld ist. Die Sportler sämtlicher Vereine ze-gten unter Leitung von Seifert bei 15 Minuten Körperschule Zweckgymnastik. Am Schluß des Festes sah man Faustballkämpfe, bei denen es im Kampf Tennis-Rot— Freie Schwimmer-Kanuzahrer mit 35: ,34 ein knappes Resultat gab. Ruderoerein Collegia siegte über FTGB. hoch mit 32: 14 Punkten. Arbeiter-�Vaszerball-Jerie Helias-Möwe 4:0; Spandau-Weifjensce 4:4 An Stelle der vier angesetzten Spiele fanden nur zwei statt. Die ausgefallenen Begegnungen mußten oerlegt werden. In den ausgetragenen Spielen gab es Ueberraschungen. Wenn Hellas auch zahlenmäßig sicher über Möwe erfolgreich blieb, so zeigte doch der Spieloerlauf ein wesentlich anderes Bild. MLwe spielte vom Anwurf an mit großem Eifer und zeigte vor allem das bessere Stellungsspiel. Das Spiel von Hellas enttäuschte dagegen infolge der Langsamkeit im Spielaufbau. Lediglich der Torhüter zeigte großartige Leistungen und verhinderte alle Möwcangrisfe. Knapp vor dem Seitenwechsel kam der linke Hellasstürmer durch einen Deckungsfehler der sonst guten Hintermannschaft Möwes freistehend zum Schuß und zum ersten Helloserfolg. In der zweiten Spiel- Hälfte veränderte sich das Gesamtbild nur wenig. Möwe diktierte das Tempo, doch feine körperlich etwas unterlegenen Stürmer fanden im gegnerischen Torhüter stets ein unbezwingbares Hinder- nis. Hellas verließ sich auf gelegentliche Chancen seiner im Schuß geübten Stürmer und kam so trotz der geschilderten Ueberlegenheit Möwes zu weiteren drei Erfolgen. Eine größere Ueberraschung bereitete Spandau seinem Gegner W e i ß e n s e e. Die favorisierten Weißenseer hatten große Mühe, den in der zweiten Spielhälfte bereits mit 4: 0 führenden Spandauern noch ein Unentschieden abzuringen Vom Spieloerlaus ist zu berichten, daß Weißensee trotz leichter technischer Uebcrlegen- Heft zunächst bei der gegnerischen Verteidigung auf harten Wider- stand stieß. Spandau versuchte sich mit Einzeldurchbrüchen, die zu zwei Erfolgen bis Halbzeit führten, während Weißens« leer ausging. Nach Halbzeit war Weißensee bei seinen Gegenangriffen von großem Schuhpech oerfolgt. Spandaus Sturm spielte sehr slott und ging seinem Gegner bis auf 4:0 davon. Weißense» behielt aber die Nerven und kam dank des besseren Stehvermögens und seiner besseren Spielerfahrung doch noch zu erfolgreichen Gegen- aktionen. Ausgezeichnete Schußleiftungen führten schließlich zum kaum noch für möglich gehaltenen Ausgleich. Heute, Montag, spielen um 13 Uhr im Seebad Weißensee die Mannschaften von Freiheit und Neukölln. Nur in bester Besetzung spielend werden die Neuköllner ihren Sieg in der ersten Runde wiederholen können. C�ympia-Fleite Der Deutsche Reichsausschuß für Leibesübun- gen veranstaltete am Sonnabend und Sonntag im Grunewald- stadion ein„O l y m p i a f e st des Deutschen Sportes" zu- gunsten des deuftchen Olympiafonds, aus dem die Delegation für die Olympiade in Los Angeles finanziert werden soll. Dieser Olympiafonds hätte eine Störtüng wohl nötig, denn bis zur Stunde wissen die bürgerlichen Sportführer noch nicht, woher sie das viele Geld, das die Delegation verschlingen wird, nehmen sollen.' Am Sonnabend war der Besuch ganz miserabel; wenn man die Frei- billettinhaber abrechnet, dürften die Unkosten lange nicht gedeckt sein. Vom„deutschen Sport" sah man sehr wenig, fast nichts: ein Handballspiel, ein Mannschaftslauf und eine sehr sragwürdige Dar- stellung von Sportübungen, das war alles. Einigermaßen inter- essant machten die ganze Veranstaltung nur die mehr artistischen Vorführungen der Polizei und der Reichswehr. Die Polizei trug eine sehr amüsante Staffel aus, bei der ein Hindernis-Läufer, ein Schwimmer, ein Turmspringer, ein Reiter, ein Radfahrer, ein Motorradfahrer und schließlich ein Kraftfahrer mitwirkten. Bei den Kraftradoorführungen der Reichswehr frappierten Kunftfahrer durch waghalsige Kunststücke aus dem freisahrenden Kraftrad. Viel Beifall fand der Segelflieger Bedau, der aus dem Schlepp eines Motor- flugzeuges heraus dicht neben dem Stadion glaft landete. Di« Kunstflugvorführungen endeten, wie wir bereits im„Sonntag- Vorwärts" berichtet haben, mit dem Abshirz und der schweren Ver- letzung des Kunstfliegers. Ein großes Militärkonzert mit Zapfen- streich schloß die Veranstaltung. Was man zur Propagierung wirk- samer sportlicher Leibesübungen zeigen muß, können sich die Ver- anstalter am Sonntag, 21. Juni, beim Reichsarbeiter- sporttag im Grunewaldstadion ansehen! Berliner in Rathenow Unter lebhafter Anteilnahme der Einwohner Rathenows feierte der Arbeiter-Turnverein„Freiheit"-Rathenow das Fest seines 40jährigen Bestehens in Form eines Sportfestes. Ueber 1000 Zu- schauer umsäumten die Kampfbahn, auf der in allen Konkurrenzen harte Kämpfe um die Plätze vor sich gingen. Von den Berliner Vereinen waren Moabit und A S C. vertreten, die sich erfolgreich behaupten konnten. Sie stellten u. a. die Sieger in den Männer- stafetten, von denen Moabit die 4-mal-100-Meter.A-Klasse und die 10-mal- �-Runden-Staffel gewann, ASC. die Schweden- und die 4-mal-100-Meter-Stafsel U-Klasse. Neue Weltrekorde im Lausen. Bei einer leichtathletischen Ver- anstaltung in Haarlem gelang es der bekannten holländischen Läu- ferin S ch u u r m a n n, die 100 Meter in der neuen Weltrckordzeit von 11,9 Sekunden zurückzulegen. Bisherige Rekordinhaberin war Miß Cook(Kanada) mit 12 Sekunden.— Einen neuen Weltrekord im 100-Mcter-Lauf stellte der Bochumer Jonath in seiner Heimatstadt mit 10,3 Sekunden aus. Earccciola diesmal Lehter. Das wichtigste Ereignis im itali«ni- schen Automobilrennsport, der Große Preis von Italien, kam am Sonntag bei Mailand zum Austrag. Sieger wurde der Italiener Nuvolari, der Deutsche Caracciola war vom Pech verfolgt und konnte nur als Letzter das Rennen beenden. Die große Zlalien-Badrundfahrt beendete der Deutsche Stöpel an fünfter Stelle. ASV. Schöucb-rg-Fricliciiau 07. Funltionärversammlung bei Hochgeschurz, Muhlcnstre.ge, Dien-iag, 7. Mai, 19Zz Uhr. .:atur'r:unöe-Bi!oi>i>gslanserczz. Bildungslonferenz erst Montag, 18. Juni, 20 Uhr, in der Gc!cha(tsstelle. Kartell(ür Arbrilerlpart und Körperpflege, Mitte. Sitzung heute 20 Uhr bei Prai'er. Michaelkirhn'tr. 29a. Kart l:t::!irt Wedding: Iahreodelegierten-Verfammlung Dienstag, 7. Juni, 20 Uhr. bei Saath. Lunarftr. 10. Ausgabe des Materials zum„Rast". k>ockel!g:u»pe,:. Kreis: Letz?» Termin für die Meldungen quin Locke»- TechnUer. Kursus ist der 10.?u::i. Ferner sind noch etwaige Spiclwiinschc für das Kreisfest in Luckenwalde bis zum 10. 6. einzureichen. Nuderucrein SoLegiai Vorftandssitzung auf Dienstag, 7. Juni, ver» schoben und zwar: 20 Uhr im Bootshaus. BeiirkskartcN Lickitcnberq: Montag, 6. Juni, Bezirkskartellsttzung bei Wegner, Franlfurter Alle« 236, 20 Uhr.— Kartenausgab« zum„Rast".