BERLIN Sreifcg 10. Juni 19Z2! 10 Pf. JIr. 270 B 135 49. Zahrgana Erscb etat täglich außer Sonntag«. Zuglelcd Adcndaosgade de«.Vorwärts� Bejvg«v?e»s für beide A s« s a d e n 7s Pf oro Docke. 3Ls M vro Mona! (davon �7 Pi monatlich für Zmrellung ins Hans) im voraus tablbat. Poiidez»g 3,97 M. einschließlich 60 Pf. Poüieitungß- und 72 Pf. Poilbeüellgebübren. SftaJauigaße Jßh f,V>iWa*4& Alljetzeserett Die ftafsalttae UliWmetaitSlt SD HH. ■StfisttKÜ, 2.— M Er-läßtguilzen naA Särtf ScnrärrfaScrias Ö m. b. H.. Berit» Rr Z7SM.- Der Terlaz bchäll nch tat tXedit der Ableduml» ntcfet»enedmer Zl»>etzci> vor 0i«d«ktt»» and Ervedttloa' Berlt» GW6S, gtadcnftr d Seratvrecher! DönSoff(AT) 242—297 uoienz bei Hindenburg Süddeutsche Ministerpräsidenten wünschen Klarheit über die „Michskommissar"- Pläne Oer„WoWand" derLnvaliden Amtlich wird mitgeteilt: Ter Reichspräsident hat den Ministerpräsiden- ten der Länder Bayern, Württemberg«nd Baden auf die telegraphisch an ihn gerichtete Bitte um Empfang geantwortet, das« er gern bereit sei, die Herren zu der gewünschten gemeinsamen Besprechung zu empfangen und zwar in Gegenwart des Reichs- kanzlerS. Als Zeitpunkt hierfür hat der Herr Reichs- Präsident«onntag, den 12. Zuni, 11 Uhr vormittags, festgesetzt. Worüber verhandelt wird. Die„Müuchcner Neuesten Nachrichten" schreiben, es sei e i n nicht alltäglicher Vorgang, daß die M i n i st e r p r ä s i- deuten mehrerer Länder gemeinsam»m eine» Empfang beim Reichspräsidenten nachsuchen Atan muß daraus schließen, betont das Blatt, daß besonder? ernste Sorgen sie dazu bewogen haben. Es läßt sich natürlich unschwer erraten, daß Fragen, die das Verhältnis zwischen Reich und Ländern betreffen, in der erbetenen Unterredung mit dem Reichspräsidenten erörtert werden sollen und die suddeutschen Ministerpräsidenten das Bedürfnis fühlen, die Stellungnahme ihrer Länder zu diesen Problemen darzulegen. Die Art und weise, wie der neue Reichs- konzler in die preußische Frage eingegriffen hat, und die gleichzeitig wieder ausgetauchten Erörterungen über die eoenwelle Einsetzung eines Reichskommissars für Preußen wurden im Süden nicht ahne Beunruhigung versolg». Dazu kommen die Pläne des neuen Reichs- kabinctts über die R e i ch s r e f o r m. Wir wünschen, schließt dos Blatt, daß das Ergebnis der persönlichen Aussprache zu jener Beruhigung führt, die uns gerade gegenwärtig in dem Der- hältnis zwischen Reich und Ländern bitter nottut. Die„Münchener Zeitung" bemerkt zu dem Schritt der süd- deutschen Länder in Berlin, dieser Schritt zeige nnt aller Deutlich- keit die ungeheure Gefahr einer heraufziehenden Reichs- k r i s e. Da neraiüwortliche Minister der Reichsregierung auch jetzt nach entschieden erklärten, es werde durchaus nicht an«ine sage- nannte Reichsresorm auf kalten, Wege gedacht, müßte es eigentlich bei gutem Willen auf allen Seiten möglich sein, bei der Länder. ksnferenz in Berlin zu einer Verständigung lm Interesse ganz Deutschlands zu kommen. Hereinfall mit„�eichskommissaren". Der Versuch der Reichsregierung Schleicher-Popen, in Preußen die Regierung durch einen Reichskommissor zu ersetzen, wird noch dem Artikel„Der Angriff auf Preußen" im„Vorwärts" vom 8. Juni auf ganz anders gelagerte Fälle in der Vergangenheit tSachsen, Thüringen und dergleichen) gestützt und begründet. Dazu wird uns aus Thüringen geschrieben: Die Begründung ist, soweit Thüringen genannt ist, falsch. Im Gegensatz zu der Einsetzung eines Reichskommissars in Sachsen im cherbst des Jahres 1923, gelang es dem damaligen Reichsminisier des Innern, Innres, nicht, einen„R e i ch s k o m m i s s a r" in Thüringen einzusetzen. Es sei denn, der Reichs wehr- General Hasse, der sich unberechtigte Eingriffe in die Verwaltung Thü- ringens erlaubte, würde heute nachträglich noch zur Begründung des Vorgehens gegen Preußen, zum Rejchskoinmisior„be- fördert". Herr Jarres gab sich damals die größte Mühe, es durchzusetzen, «ps einer verlogenen Hetzkampagne gegen die sozialdemo- krytische Regierung heraus, die Einsetzung eines Reichskominissars .ZU erreichen. Die Aufklärung, die ZZerr Jarres sich in einer langen Sitzung mit dem Thüringische» Staatsministerium über die tat- sächlichen Verhältnisse in Thüringen verschaffte und seine Ma- teriolsammlung. die er durch Beauftragt« zusammentragen ließ, brachten ihn von seinem Dorhoben nicht ob. In einem energischen Abwehrkampf gegen Jarres nud nach einer eingehenden Perhandlung mit dem damaligen Reichskanzler Marx siegte die thüringische Regierung über Antwort an das Kabinett der Barone Der Zentralverband der Arbeitsinoaliden hat an den Reichskanzler ein Schreiben gerichtet, in dem es heißt: Die Arbeitsinvalidenschaft hat Ihre Regierungserklärung mit höchstem Erstaunen und tiefster Bestürzung gelesen. In dieser Er- klärung spricht die neue Regierung von einer„Anpassung des staat- lichen Lebens an die Armut der Nation" und weiter davon, daß die moralischen Kräfte der Nation durch eine übertriebene Wohl- fohrtspolitik geschwächt seien. Durch die Eozialversiche- rung sei die Arbeitslosigkeit noch gesteigert worden. Wir müssen aus diese» Ausführungen schließen, daß ein st o r k e r Ab- bau der Leistungen aus der Sozialversicherung vorgenommen werden soll. Ist Ihnen bekovnl, daß du; Invalidenrenten im Durchschnitt pro Itfonak über die überaus geringe, zum Leben völlig unzureichende Zumme von ZK Mark betragen? Ist Ihnen weiter bekannt, daß auf dem Gebiet« der Sozial»«. ficherung im Laufs der letzten Jahre schon erhebliche, un? außerordentlich schwer getroffene Kürzungen stottgesunden haben? Ist Ihnen weiter bekannt, daß durch die große Fianznot der Gemeinden die öfsenllichen Fürsorgeleistungen auf das Unerträglichst« abgebaut wurden? Es wird dann an die Eingabe an das Kabinett Brüning erinnert, in der die Sanierung der Sozialversichening von der Einnahmeseite her verlangt wurde. „Wir haben weiter daraus hingewiesen, heißt es dann, ,�atz durch die Unterstützungsaktionen der Regierung für die verschiedeiisien Berufs- und Wirtschaftszweige, wie Banken, Landwirtschaft, I n d u st r i e und Reedereien außerordentliche Mittel von Reichs wegen bereitgestellt wurden. Vasselbe Recht aus Unterstützung haben auch die Sozialversicherung und die Rentenempfänger. Herr Reichstanzler! El?« Sie den Sozialremneru auch nur einen Pfennig von ihren kärglichen Bezügen kürzen, haben Sie die Pflicht. die hohen Pensionen zu beseitigen, Ausgaben im Reichs Haushalt ein zusporen, die ohne Schaden für die Nation sortsallen können. Wir erinnern nur an die hohen Ausgaben im auswärtigen Dienst und an die vielfach überMssigen Ausgaben für die Reichsmehr. Eh« den Arbeitsinnaliden die Rente» gekürzt werden, mu'ien die Besitzenden in entscheidender Werse zur Steuer herangezogen werden und muß auch das Einkommen ausreichend besteuert wenden. Ehe man den Arbeitsinvaliden ihr knappes Stück Brot noch weiter schmälert, müssen Sie dafür sorgen, daß den noch wohlhaben- den Schichten im Volke die erforderlichen sozialen Lasten auferlegt werden, damit in Deutschland niemand zu hungern braucht____ Die Opfer der Arbeit haben durch jahrzehntelange Arbeit dem Vaterland und der Volkswirtschaft alles gegeben, was sie hatten. ihr Leben und ihre Gesundheit. Die Arbeitsinvaliden haben ein Recht, daß Staat und Gesellschaft ihnen jetzt auch den Lebensranm gewähren, den sie verdient haben. Neuer Gewaltakt in Oanzig. Pressefreiheit a.£).— wo Nazis regieren. Oanzig. 10. Juni. sEigenbericht.) Die unter dem Druck der Nazis stehende Bürgerblock- regte rung hat sich heule wieder ein neues tolle» Stück geleistet. Ein von der Sozialdemokratie herausgegebenes Mitteilung?- blatt für die Mitglieder der Partei, das nur sachliche Mitleilunoen enthält, ist von der Polizei beschlagnahmt worden. Die Beschlagnahme ist vom Gericht mit der Begründung bestätigt worden. daß das Mitteilungsblatt, das vier Ouarlseiten umsaßt und nur nach Bedars erscheint, eine Fortsetzung der verbotenen Tages- zeilung„Danziger Volksstimme" darstelle! Die Beschlagnahme und ihre Bestätigung zeigt, daß die Nazis kein Mittel unversucht tossen, um jede Tätigkeit der Sozialdemokratie im Freistaal zu hemmen. Herrn Jarres. Tbüringen blieb vom Reichskommissar verschont. Die Regierung Schleicher-Papen kann sich bei ihrem Vorgehen regen Preußen unmöglich auf Thüringen stützen. Abwehrfroni christlicher Arbeiter. Heinrich Lmbusch gegen den Klassenstaat. Das Kartell der christlichen Gewerkschaften für Graß- Berlin veranstaltete am Freitagabend ein« bedeutsam« Kund- gebung. In ihrem Mittelpunkt stand ein Vortrag des christlichen Kergarbe iterfüh rers Heinrich Imbufch, der zum ersten Male feit dem Kriegsende vor den Berliner christlichen Gewerkschaften das Wort erhielt. Jinbusch betonte, es gehe in dem von der Papen-Regierung eingeleiteten Kampf nicht imr um die Arbeitnehmer und um die Gewerkschaften, sondern um die Interessen des Gesamtvolkes und um die Interessen Deutschlands. Ein Klassen staat dürfe nicht wiederkehre«. Es dürfe nicht wieder dahin kommen, daß ein« Klasse die Herrschaft ausübe und daß nur wenige große Einkommen haben werden, während Millionen am Verhungern find. Der Staat sei allerdings gewissermaßen zu einer Wohlsahrts- a n st a l t gemacht worden, aber weniger für die Arbeit- nehmer als für andere Kreise. Nie sei für die Land- Wirtschaft und besonders die des Ostens mehr getan worden, als in den letzten Jahren. Straßer statt Hitler.. Sie Launen der Primadonna.— Keine Hitler-Nede im Rundfunk. Die erste„Tat" der Regierung der Barone war, daß sie dem „Führer" aller Hatenkreuzler die Möglichkeit gab, sich auf allen deutschen Sendern als politischer Rundfunkredner vor- zustellen. Die große'Attraktion sollte am kommenden Dienstag steigen. Aber die Primadonna hat plötzlich Launen bekommen und abgesagt, weil sie in Hessen notwendig sei. An ihrer Stell« muß nun«in Star zweiter Ordnung„die Rolle creiren", wie es im Bühnendeutsch heißt: Gregor Straßer wird einspringen und die Rundfunkhörer von Pillkallen bis lleberlingen mtt einem Bortrog über„Die Staatsjdee des Nationalsozialismus" beglücken. Die Verehrer und Verehrerinnen des großen Adolf sind bitter enttäuscht. Sic hatten gehofft, er würde am Mikrophon einen so schönen neurasthenische» Tobsuchtsallfall vorführen, wie im Münchener Prozeß, wo er wegen Ungebühr zu 190» Mark Ordmingsstraie verurteilt werden muhte. Aber er läßt sie ini Stich und schickt bloß seinen Gregor. Kein Wunder, daß Trauer in Anti-Jsrael herrscht! Zeichen der Zeit. Was ist Beethoven gegen Militärmusit! Die Wiener Festwochen bringen u. a. auch Beethovens „M i s s a s o l e m n i s". Die„Ravag", Radio Wien, hat auf ihre Umfrage bei den Sendegesellschaften der Erde nur aus Polen den Bescheid erhalten, daß man diese Aufführung übernehmen wolle. Dagegen haben sämtliche rs i ch s d e u t s ch e n, olle deutsch- schweizerischen und 98 nordamerikanische Sender erklärt, daß sie das Wiener Militärkonzert„Dreihundert Jahr» Soldatenlied" übertragen. Kommunen und Börse. Keine Beunruhigung im Falle Duisburg. Die Mitteilung der Duisburger Siadlverwallung, dah die am l. Juni fällig gewordenen Zinsscheine der 7prozenligen Anleihe nichl eingelöst werden können, ist an der heutigen Lörse ohne grohen Eindruck geblieben. Man erklärt zu diesem Vorgang, dag bei der bekannten schlechten Ainanzlagc der deutschen Kommunen infolge der ungeheuren Wohl- fahrtslastcn die Mitteilung der Stadt Duisburg keine U e b e r- r a s ch u n g gebracht habe. Man verweist in diesem Zusammenhang aus Dresden, das vor etlichen Monaten gleichfalls feine Zins- Verpflichtungen nicht abdecke» konnte, aber reibungslos die zugesagten Ratenzahlungen geleistet hat. Auch im Falle der L ii b e ck e r Schatz- anwcisungcn sei eine annehmbare Regelung zustande gekommen. Die am Rentenmarkt interessierten Kreise beurteilen daher die Lage im allgemeinen sehr ruhig, da man überzeugt ist, daß in absehbarer Zeit eine grundsätzliche Klärung zwischen dem Reich und den Kommunen eintreten muß. Stärkeres Angebot in Duisburger Stadtanleihe», deren Kurs zuletzt bei 35.3 lag, war nicht zu verzeichnen, jedoch trägt man sich bei dem Börsenvorstand mit dem Gedanken, bis zur Klarstellung der Zinsenregelung eventuell die Kursnotierung zu st reichen. Der Aktienmarkt lag heute sehr still. Nach schwächerer Eröffnung konnte» sich jedoch höhere Kurse durchsetzen, wobei u. a. I. G. Farben von 89 X auf 90'.b, Siemens u. jhalstc von 1l4 auf 113 und Reichs- bank von I2l1X auf 12112 stiegen. „Einheitsfront." Kommunistische Theorie und Praxis. Fn großer Aufmachung berichtet die„Rote Fahne" über den nationalsozialistischen Sturm auf das Frankfurter Ge- w e r k f ch a f t s h a u s. Im Anschluß daran macht sie Propaganda für die„Einheitsfront" und beschimpft die Sozialdemo- k r a t e n als angebliche Gegner derselben. Im Preußischen Landtag aber haben die Kommunisten an> Donnerstag Einheitsfront mit den Nationalsozia- listen gemacht, indem sie gemeinschaftlich Amnestie, das heißt Straflosigkeit für Verbrechen wie das Frankfurter— und zwar nicht nur für die Vergangenheit, sondern auch für« i n i ge Wochen oder Monate in die Zukunft hinaus— be- schlössen haben. S o sieht die kommunistische Einheitsfront in der Praxis aus. Man schimpft auf die Sozialdemokraten und sorgt dafür, daß die Faschisten, die sich am Eigentum der Arbeiterschaft vergreifen, straffrei ausgehen! Eingesperrter Exkaiser ausgerückt. Monarchische llngelegenheiten iu Abessinien. Addis Abeba, 19. Juni.(Reuter.) Der 1917 entthronte Kaiser L i d s ch Jeassu von Abessinien ist aus der Gcfangeuschast entkommen. Lidich Jeajfu, dessen lieber- wachung dem einflußreichen Ras Kassa anvertraut war, hatte sich als Frau verkleidet und auf diese Weise sein« Wächter getäuscht. Zur Zeit ist der Exkaiser in dein unwegsamer. Ge- birgsbezirk Godscham. Mau vermutet, daß Ras Kassa die Flucht begünstigt l>at, jedenfalls wird er feit dieser Flucht streng beobachtet. Unter dem Ve seist des Krichsministers ist eine st arte Truppenabtcilnng nach Godscham entsandt worden, um Lidsch Jeassu wieder gefangen zu nehmen. Dieser hat erklärt, er würde sich noch Ablauf der Regenzeit nach Addis Abeba begeben, um mit feinem Feinde Haile Selasfie abzurechnen. Dieser ist angesichts der Erregung, die sich anjchcineird des Volkes bemächtigt hat. in s ch iv i e r i g e r La g e. Unmittelbar nach der Flucht vo„ Lidsch Jeassu wurde Ras chailu verhaltet, der versticht haben soll, dem früheren Kaiser Waffen u n d M u n i t i o n zu liefern. Verzicht auf Militärsalut. Addis Abeba, 19. Juni.(Reutet.) Als der französische Gesandte in Diredaua ankam,»er- luß er den Bahnhof durch einen Nebenausgang, um den Ehrenbezeugungen einer abessinischen Saldatenabteilung zu entgehen. Das ist eine Vergeltungsmaßnahme, weil ein französischer Eisen- bahuangeftellter in Diredaua von einem abessinischen Soldaten a n- gegriffen, mißhandelt und bis ins Eingeborenenoicrtel verschleppt worden wart erst der iranzösische Konsul hatte ihn befreien können. Mordaufklärung nach-12 Jahren. Der Täter zum Tode verurteilt. Weimar, 19. Juni. Das Schwurgerichl in Weimar verurteilte den Landwirtfchasts- gehilfen Ritter aus Klein-Brembach wegen Ermordung der Hausangestellten Else Leuthardt in Vogclsberg zum Tode. Die Mordtat liegt 12 Jahre zurück. Trotz eifriger Bemühungen gelang es damals nicht, die rätselhafte Mordtat aufzuklären. Ritter war 1919 mit der Else Leuthardt eng besreundet und das Mädchen glaubte, in ihm mit Recht den Vater ihres Kindes sehen zu müssen. Als Ritter bald darauf ein anderes Mädchen kennenlernte, kam es zwischen ihm und der Leuthardt zu Auseinanderjetzungen. Auf Grund von Aussagen früherer Freunde konnte Ritter jetzt überführt werden. Er hat die Leuthardt durch 16 Messerstiche getötet. Aeuer Gtratosphärenflug. piccafvs Gondel in Zürich eingetrosten. Zürich, 19. Juni. Professor Piccards Gondel ist nach manchem Hin und Her in Zürich eingctrosfen und am Donnerstag vor dem Gaswerk Schlieren ausgeladen worden. Bereils in der nächsten Woche soll auf dem Spielplatz des Fußballklubs Grashoppers in Zürich der zweite Aufstieg erfolgen. Der Start ist aus 3 Uhr mar- gens vorgesehen. Die Not der Städte. lsteichsfinanzininister Gras Schwerin von Krosigk �inpfing heute den geschästsführenden Vorsitzenden des Rsichsstödte- bundes, Dr. H a e k e l, der ihm im Hinblick aus die kommende Reichsnotverordnung die besonders schwierige Lage in den kleineren und mittleren Städten darlegte. Dr. IDoit. lange Jahre Gesandter Lettlands in Berlin, ist vor kurzem heimgereist und jetzt aus seinen Wunsch in den Ruhestand «ersetzt worden. Probleme der Wirtschastskrife Zugendverbande über„Fremrilligen Arbeiisdienst" Der Landesausschuß Brandenburg der deutschen Jugendverbände hielt am Donnerstag eine Tagung ab. die sich in ausgiebigen Referaten mit dem„Freiwilligen Arbeitsdienst" beschäftigte. Die Tagung war reich beschickt: 22 Behbrdenvcrtreter. 71 Vertreter von gewerkschaftlichen Organisationeu. 37 von angeschlossenen Jugend- und Sporiverbänden sowie 22 aus intcr- essierten Organisationen. Den Austokt gab Dr. E r h a r t vom Landesarbeitsamt Branden- bürg mit einer Skizzierung der bisherigen Leistungen im Arbeits- bereich dieses Amtes. 18l Arbeiten sind bisher vom LAA. für Be- schäftigung von 3919 Arbeitsdienstwillige» anerkannt, von denen bisher allerdings nur 1999 beschäftigt werden. 61 Arbeiten d.inten der Hebung der Volksgesundheit(Ausbau van Heimen und Sport- Plätzen. 63 wurden als„volkswirtschaftlich wertvoll" anerkannt, und zwar: 29 für Bodenverbesscrungsmaßnahmen, 36 für Forstarbeite», 7 für Siedlungen und Wegebauten. Dabei mußte auch festgestellt werden, daß viele dieser Arbeiten früher als Nut- standsarbeitcn durchgeführt, jetzt aber wegen kehlender Mittel dem„Freiwilligen Arbeitsdienst" zugewiesen sind. Bei allen Fällen werde jedoch die„Z u s ä tz l i ch k e i t" der Arbeit vom Landes- arbeitsamt eingehend geprüft. Direktor P u ch o w s k>. der Vorsitzende des Landesausjchusses, behandelte die Fragen ,.W e r t und Schwierigkeiten des frei- willigen Arbeitsdienstes". Werte sieht er darin, daß den Jugendlichen wieder ein seelischer Halt und eine Existenzsicherung(?) gcbate» werde. Zudem kommen Menschen verschiedener sozialer und Bil- dungsstufen zusammen zu genteinschastsfärderndcr Arbeit. Die Be- rufstüchtigkeit werde erhalten und die Berufswendigkeit gefördert. Erziehung zu Gemeinschaft und geistiger Regsamkeit sei gleichfalls sehr wichtig, denn das Wesentliche beim FAD. werde immer nicht die Arbeit an sich, sondern die pädagogische Seite der Angelegenheit sein. Die Schwierigkeiten sind sehr zu beachten. In ge- sunkenem Arbeitswillen, in der nicht immer nach sozialen Gesichtspunkten erfolgenden Auswahl, in dem Einsügenmüssen in ungewohnte Ordnung, in der Möglichkeit jederzeitigen Ausscheidens(!) und in der Frage der Leitung treten diese Schwierigkeiten in Er- scheinung. Dazu kommt das Streben nach Ausnutzung zu Lohn- drückerei, Kasernierung und Militarisierung. Mit erfreulicher Deutlichkeit rückte der Referent unter allseitiger Zu- stimmiing davon ab. Befürchtet werden müsse allerdings auch, daß nach Ablauf der 29 oder 19 Wochen die innere Katastrophe für den Zugendlichen um so größer werde. Notwendig sei die Einscholtung des FAD. in einen g-ößeren Rahmen, etwa des Sicdlungsproblcms. In der grundsätzlichen Diskussion forderte man wieder einmal von der Jugend„Opfer aus dem Zlltar des Baterlandes". Lebhaften Widerspruch fand die vom Landesorbcitsaint Brandenburg angedeutete Möglichkeit, daß die Technische N a t h i l f e auch Anerkennung als Tröger des Arbeitsdienstes finden könne. Genosse R o s e n z w e i g vom Baugewertsbund mußte Wasser in den Wein der Arbeitsdienstbegeistcrung schütten Er forderte vor allem größere Weitsicht im Rahmen der Gesamt- Probleme der Wirtschaft. Nicht nur von der Jugend, son- der» auch vom Erwachse! cn aus müsse man die Sittmiiau betrachten. Jede'Abkapselung der Jugend von d�nAeltcren fei gefährlich. Oft würden Mittel verpulvert, die besser einer größeren Ausgabe der Arbeiks- bcjchassung nutzbar gemocht wären. Auch solche Stärkung der Lebenskraft der Familie komme wieder dem Jugendlichen zugute. B i n d e r h e i m(Bersichcrungsangeslellte) verwies u. a. noch ant politische Geiahren, besonders davon ausgehend, daß unter dem„Arbeitsdienst" SA.-Gruppen getarnt werden können. Weitere sechs Referale beschäitigten sich mit der Praxis des freiwilligen Arbeitsdienstes. Arbeiisdienst ohne Lager werde als fragwürdig erklärt. Recht tentperamentooll erläuterte Dr. D i e b a h n (Spandau) den Aufbau und die Tätigkeit im Arbeitslager: „Rückkehr zur Primitivität in der Lebensweise" war der Tenor hier wie auch in weiteren Referalen. Dem Arbeitslosen noch Beschränkung zu empfehlen, dazu gehört allerdings schon etwas. Dieser Referent setzte sich mit besonderer Eindeutigkeit für die Abkapselung ein. Selbstverwaltung sei jedoch wichtig und die Freiwilligkeit eiitjckeideüdstc Grundlage. Auch sonst tonnte man erfreulicherweise eine starke Abneigung gegen die A r b e i t s d i cn st p s l i ch t bei der großen Mehrheit der Orgonisalionevertreter feststellen. Einander widersprechend setzlen sich einzelne Redner für engere Tätigkeit in den Vereinen bzw. für Uberbündische„Volkslager der Arbeiter, Bauern und Studenten" ein. Der Vertreter der Regierung Frankfurt a. d. Oder forderte vor allein Angliederung an die staatliche Jugendpflege. In der Diskussion betonte Genosse Vollmers Haus die Möglichkeiten gemeinsamer— aber nur überbündischer— Arbeit. Eine Zentralstelle für planmäßigen Aufbau ließe sich im Landes- ausschuß schassen. Meist sei allerdings die geleistete Arbeit teurer als im s r e i e n A r b c i t.s v c r t r a g. Auf ihre„Zu- sätziichkeit" sei besanders zu achten. Schutz vor Ausbeutung und Berdröngung ordentlicher Arbeitsiräste und'Abwehr jeg- l i ch c r S o t d a t c» s p i e i e r e i sei nötig. Mit besonderer Eni- scküedenheit wandte er sich g e g c n alle Bestrebungen aus lieber- lcitung zur Arbeitsdienstpflicht. Den Abschluß der Tagung bildete ein Referat des Geschäfts- iührers M a a ß von, Reichsausschuh der deutschen Jugendverbände über„Wege zur Weiterarbeit". Einleitend deutete er u. a. mancher- lci B e e i n f l u s s u n g s v e r s ii ch e aus Ministerien und p o l i I i- scheu Verbände» an, die ebenso abzulehnen seien, wie Korn- binationen mit Wehrsport und Arbeitsdienstpsticht. Zahlenmaterial ergänzte bisher Gesagtes. Ende April wurden rund 19 309 beschäftigt, im Durchschniit allerdings nur 19 Wachen. 27,3 Proz. der Arbeiten galten der Bodenverbesserung, 19,3 Prag, der Schaffung von Sied- lungsland, 33 Pro� zur Hebung der Vollsgesundheit. Dem frei- willigen A r b e i t s d i e n st fehlt die Generallinie. Die Grundloge inuß breiter werden, Große Rationalaufgaben in größerem Verband sind erforderlich. Die Gliederung verlangt nach Borbereittings-(29 Wochen) und Hanptdienft(weitere 19 Wochen). Die Verbände müssen die Äerntruppe» für die Führung stellen! Träger des Hauptdienftes sollten nur össentliche Körper- schatten oder Körperschatten des öffentlichen Rechts sei». Zugleich werde Selbstoersorgiing in eigener Produktion(Ledere r- Plan?) wichtig. Eine unruhige Tkacht! Nazis überfallen Reichsbanner.— Mehrere Äerlehte. Zn der vergangenen Rocht kam es in verschiedenen Stadkgegenden zu schwere» Uebersällen n n l i o n a l- sozialistischer Rowdys aus Reichsbannerle nie und Kommunisten. Mehrere Reichsbannerleute und drei Kommunisten erlitten erhebliehc Verletzungen. Ein systematischer Uebersall wurde auf sechs Reichs- bannerleute verübt, die gegen 22.39 Uhr von einer Pallver- sammlung der Kameradschaft Kreuzberg kamen und sich aus dem Heimweg nach der Moritzstraßc befanden. In der G i t s ch i n c r Straße bemerkten die Reichsbannerlente etwa 16 bis 18 Nazis auf Fahrrädern, die plötzlich wie auf ein Kommando verschwanden. Wie sich später herausstellte, war es ein größerer„Vorpastentrupp" der Nazis, der zur Beobachtung ausgeschickt war. An der Ecke Prinzenstraße und Gitschiner Straße versperrten etwa 39 bis 69 Hakenkreuzler den Weg. Es kam zu einer Schlägerei, und bei der zahlenmäßigen Ueberlegenheit der Nalianalsozialisten, mußten die Reichsbannerleute den Rückzug antreten. Alle sechs halten mehr oder minder schwere'Verletzungen erlitten. Zwei der Haiiptrödels- führet versteckten sich, als die Polizei eintraf, unter einem Möbel- wagen auf einem Kohlenplatz am Elisobethnfer. Dort wurden sie von der Polizei hervorgeholt und ins Polizeipräsidium gebracht. Am Tegeler Weg wurde ein 19jähriger K o m in u n i st von 13 Nazis niedergeschlagen. Mit erheblichen Verletzungen wurde der Uebersallene zur nächsten Rettungsstelle gebracht.— Am Bahnhof Jungfernheide wurden der 19jährige Günther Lemke aus Spandau und der gleichaltrige Heinz Sperling von Nazis niedergeschlagen. Die Töter ilüchteten und entkamen.— An der Ecke Baruther- und Belle- Allianee-Straße kam es zwischen Nationalsozialisten und Kommunisten zu einem Feucrgesecht. Es wurde niemand verletzt. Nazis kompromittieren Reichswehr. Und die Schupo soll nichts zu fagen haben. Mehrere Passanten der 5zohenzollernstraße in Potsdam machten am 3. April d. I. zwei Polizeibeamte darauf aufmerksam, daß zwei Reichswehrsoldaten aus Potsdam Arm in Arm mit einer Anzahl angetrunkener Nationalsozialisten durch die Straßen zogen. Die Polizeibeamten machten daraufhin die Soldaten ans ihr unstatthaftes Benehmen onfmerksam und lösten sie na» den Nationalsozialisten, lieber dieses Vorgehen empört, rief der Nationalsozialist Dr.-Jng. Ernst Ewersberg ans Potsdam den Heiden Polizeibeamte» zu;„Ihr dummen Jungen habt uns gar nichts inchr zu sagen In Potsdam werden wir demnächst Ordnung schaffen. Die Reichswehr ist längst unser Freund." Dr. Ewersberg mußte sich jetzt vor dem Potsdamer Amtsgericht wegen öffentlicher Beamtenbeleidigung verantworten. Der Angeklagte beanspruchte den Schutz des§ 193, da er durch dos Vorgehen der Beamten, dos nach seiner Meinung ungerechtfertigt war, zu den Worten gereizt worden sei. In der Verhandlung kam es zu Erörterungen darüber, ob Polizeibeainte berechtigt sind, Reichs- wehrangehörige, wenn sie mit angetrunkenen Personen Arm rn Arm gehen, auf ihr Tun aufmerksam zu machen und die Personalien festzustellen. Die Polizeibeamte!! machten geltend, daß eine A n- n r d n u n g»es S t a n d o r t k o m in o n d o s besteht, wonach Polizeibeamte. wenn sie vom Publikum aus ein unkorrektes B"- trogen von Soldaten aufnierksom gemacht werden, einzuschreiten habe». Der'Angeklagte wurde deinziifolge wegen öffentlicher Be- leidigung zu 199 Mark Geldstrafe verurteilt, ferner wurde den Be- amten das Recht zur Veröffentlichung des Urteils zugesprochen. Noch der Verkündung des Urteils benahmen sich die im Zu- hörerraum zahlreich vertretenen N a t i n n a l s o z i a l> st c» j» ungehörig, daß der Vorsitzende sie dnraus mismerksani machte, daß sie sich nicht in einer Kneipe, sondern im Gerichtssaal befänden. Als die Nazis den Zuhörerraum verlassen hatten, konnte scstgcstellt werden, daß der Nationalsozialist Harry P r o b st e i n aus Pots- dam einen G c r i ch t s t i s ch mit Anilinfarbe beschmiert und die Worte ausgeschrieben hatte„Deutschland erwache". Gegen ihn wird Anklage wegen Sachbeschädigung erhoben werden. Drama aus verlorener Liebe. Berliner Arzt im Sakrower farst erfchoffen. Durch einen Leichensund ist man jetzt dein vronin eines Berliner Arztes aus die Spur gekommen. Pilzsammler entdeckten in den srühen Morgenstunden im Snkrower Forst im Jagen 181 eine bereits stark verweste männliche Leiche. Man bennchrichligte die Landjägerstation. Aus bei dein Talen gefundenen papieren geht hervor, daß es sich um den 33 Jahre alten Arzt Dr. kort F u st l i n g aus der Hoveiberger Straße handelt. Der junge Arzt war seit dem 6. Februar d. I. als vermißt gemeldet. Vnr feinem Verschwinden hatte er wiederholt Bekannten gegenüber Sekbstmordab sichten geäußert. Dr. F. ist Kriegs- invalide und halte im Felde ein Bei» verloren I» der Hove l- berget Straße übte er seine Praxis ans und wohnte dort mit einem Freund zusammen, der— wie er— Innggeielle war. Dr. F. hotte aber seit geraumer Zeit eine Braut. Beide Männer waren in das junge Mädchen verliebt. Es ist möglich, daß der Arzt sich zurückzog, um dem Mädchen den Weg zu dem anderen Manne frei- zumachen. Es stellte sich jetzt heraus, daß der Freund das Mädchen oor kurzem geheiratet hat. Die Wahminzs- etnrichtung, die dem Arzt gehörte, wurde abgeholt und auf einen Speicher gebracht. Die anderen beiden jungen Leute verließen dann Berlin. Vankdirektor erhängt sich. Der ynnkdirekior Karl D u b s wurde am Donnerstagabend in seiner Mohnnng in der Geibelslroße 2 erhängt aufgefunden. Der Beweggrund ist unbekannt. Schweres Verkehrsunglück in Kottowih. 27 Personen bei einem Straßenbahnznsammenstoß verleht, Bei einem Siraßenbahnzusammenstoh in Bismarck- Hütte wurden 27 Personen teil» schwer teils leichter verletzt. Die freiwillige Sanitätskoloane leistete die erste Hilfe. Die Polizei, die sofort eine Untersuchung einleileie, verhostete den Straßenbahn- sührer Rudet, der nach Berichten von Augenzeugen die Schuld au dem Unglück trogen fall. Schön Wetter im Anzug? Starke Erwärmung zu erwarten.- Sonntagswetter noch ungewiß. Der sür die vorgeschrittene Zahreszeii auherordenttich starke Tcmpcralurrückgang in den vergangenen Tagen soll sein Ende erreicht haben. Bereits in der Aacht zum Arcitag war es merklich Milder und heule sriih um 8 Uhr wurden in Berlin bereits 15 Grad Värme gemessen. Das war an den vorangegangenen Tagen das Ul a r i m u m. Mittags zeigte das Thermometer 21 Grad Wärme an. Selten ist es im Juni so kalt gewesen, wie in diesem Zahre. Außerhalb Berlins sanken die Temperaturen stellenweise sogar aus I Grad wärme— es wurden sasf Befürchtungen für Bachtsroste gehegt. Der Temperaturstur; wurde besonders stark empfunden, da noch 8 Tage zuvor durchschnittliche Tageslemperaturen von 25 bis 27 Grad wärme herrschten. Bon Westeuropa rückt zur Zeit ein weit- verbreitetes Hochdruckgebiet ostwärts vor. Große Teile des Reiches sind schon in de» Bereich des Hochs gelangt und bis aus Zgvr Stmivmsty zu feinem 50. Geburtstag Von Arnold Walier Ein anderes ist die Stellung eines großen Meisters im ununter- brochenen Verwandlungsprozcß der Künste— Sie ja nichts ist als Spiegelbilder des Lebens, Reflexe der Wirklichkeit, gestalteter Traum, sich aussagende Sehnsucht, all dies ewig gleich im Inhalt, ewig wechselnd der Form nach— wieder ein anderes der absolute Wert seiner Werke, der unabhängig bleibt von nachträglicher Einordnung m jenes Veränderungsgeschehen, dem wir den Namen Entwicklung gegeben haben. Freilich, seder Schassende ringt, seinerzeit verhaftet. liefer verhaftet als andere, tiefer als er selbst meist weiß, um über- zeitlich gültige Formen. Darum ist jedes wahrhaft große Werk eine .Hochzeit zwischen Zeit und Ewigkeit, und beide sind nur verschiedene Attribute der gleichen Erscheinung. Ihre Bewertung aber wechselt: in Zeiten der Herrschaft statischen Lebensgefühls wird die Verwandlung, das unerbittliche Andcrswerden der Künste wütend bekämpft lals wäre es zu verhindern), in solchen geistiger Revolution, in solchen vorwiegend dimaniischen Lebensgesühls(wir erleben eine davon) gilt oll dies als erstrebenswertestes Ziel. Die überzeitliche Wahrheit aber, der Ausgleich, die Synthese, liegt wie immer in der Mitte und umfaßt sie beide. Igor Strawinsky, der nicht mit Unrecht der repräsentativste Musiker unserer Zeit genannt wird, und der heute an seinem 50. Geburtstag, im Scheitelpunkt seiner irdischen Existenz, gefeiert werden soll, verdankt seinen Ruhm zunächst zweifellos der Neuheit, Kühnheit, Seltsamkeit seiner musikalischen Mittel, grundlegender, man ist versucht zu sogen, prinzipieller Aenderung der Tonsprache also. Er ist Russe(ein in Paris lebender Emigrant) und Schüler Rimsky- Korssakows, des äußerlichsten, geglättetsten der berühmten fünf „Novataren" russischer Musik, Soviel er auch von Rimsky gelernt haben mag, ein anderer dieses„mächtigen Häufleins". M u s s o r g- s k y nämlich, ist viel lebendiger in ihm geworden: anders gesprochen: in beiden— in Mussargsky wie Strawinsky— glüht die unerschöpfliche, ursprüngliche, die fanatische Kraft großrussischer Volksmusik. Was Mussargsky aber zum Großteil noch traditioneller Rhythmik, europäischer hgrmonik, westlicher Form unterwirft, dafür sucht sich Strawinsky sein eigenes Gesetz. Ihm ist kein sinfonischer Traum der Ausgangspunkt, er macht zunächst gar keine absolute Musik. Jahrzehntelang ist er Mitarbeiter Diaghilows. für den er Ballett- musikcn schreibt: das Tänzerische steht im Mittelpunkt oll seines Denkens, seines Schaffens: so wird er der Schöpfer moderner Rhythmik. Rhythmus ist der Lebensnerv seines Frühwerks, Rhyth- mus bleibt die tragende Kraft seiner späteren Versuche. Tausend- fältig variierter, oft von Takt zu Takt wechselnder Rhythmus läßt ihn mit melodischen Miniaturformeln auskommen, Polyphonie und Form seiner Werke bestimmen sich noch rhythmischen Gesetzen(wie die der Jahrzehnte vor ihm nach harmonischen)— Rhythmus ist sein eigentliches Reich, seine Kraft und seine Herrlichkeit. Man denke nur an„F e u e r v o g c l",„P e t r u s ch k a",„S a c r e du P r i n t e m p s"! hatte er sich so in stärkcrem Matz als Mussargsky die Kraft russischer Volksmusik durch sein gesamrcs Frühwerk zu bewahren gewußt, blieb ihm die Auseinandersetzung mit der europäischen Musik doch nicht erspart, hier aber verlätzt ihn die Kraft: der Mann vitalster rhythmischer Exzesse wird Meister intelligentster Artistik (sein in diesem Jahr in Berlin urausgesührtcs Geigenkonzcrt sei Zeuge dessen): rein Russe mehr, ein interessanter Europäer... Dabei verfügt er aber immer noch über die alte Gewalt, die starre Rlajestät des russischen Mclos— die Chöre der„Psaimen- f i n i o n i e" beweisen es, diese klanggewardcnen byzantinischen Gold- grundmosaikcn. Es ist wohl auch gar keine Entwicklung, wieder sind es verschiedene Seiten der gleichen Erscheinung. Er ist das alles: llrkraft und kühler Intellekt, besessener Prophet und amüsierender (vielleicht auch amüsierter) Gaukler, kraftvoller Noturalist und kraft- loser Aesthet, Erbe alter Reiche und Eroberer neuer Gebiete der Kunst, ein Mensch van gestern und ein Mensch van heute, wie wir (in kleinerem Maßstab) alle, ob mir es nun wollen, wissen oder die Augen davor verschließen Ein Mensch von gestern und von heute— auch einer von morgen? Aus neuen Kunstmitteln werden alte, Kühnheiten, Seit- samkeitcn werden zur Gewohnheit— wie steht es mit den absoluten Werten von Strawinskys Werk? Keine Zeit weiß es, kann es wissen, wie weit die Formeln, die sie findet, auch sür zukünftige verbindlich sein werden— dies aber nennen wir ja absolute Werte. Strawinsky lebt, sein Werk geht weiter: was wir wissen, schätzen und dankbar anerkennen, ist: was er der Gegenwart gegeben. Wahr- schcinlich aber ist es, daß man in künftigen Jahrzehnten von ihm sagen wird: er hätte— neben Interessantem, Reizvollem, lieber- intellegiblem, neben Geglücktem und Nichtgeglücktem— die„G c- schichte vom Soldatc n" geschrieben: hätte so das musikalische Theater in mehr als einer Hinsicht rcvoliitiaiüert: und hätte in den Zouberspiegel dieses Werks die Zeit, die wir erleben müssen, einzu- fangen, in kristallener Form zu bewahre» und weiterzugeben vcr- macht. Und dies ist viel. ffihönrad auf der Jlusfle.Uuug Auf dem Spielstadion inmitten der Terrafsengärten der Sommer- schau„Sonne, Luft-und Haus für alle" auf dem Messegelände arbeitete eine Rhönradgruppe noch den Rhythmen, die der in i t s a h r e n d c Geiger vorspielt. kleine Gebiete in Bordostdeutschland ist das weiter trocken und heiter. Auch in den Berge» sind die Temperaturen um Z bis ö Grad gestiegen. Alles deutet daraus hin. daß wir in der nächsten Zeit in ein Hochdruckwetterstadium geraten werden. Da unser Gebiet oll. mählich aus die Westseite des Hochs gelangt, dürste der wind nach Südost drehen, was mit einer weiteren Erwärmung verbunde» fein dürste. Ruhe im Kelseneck-Prozeß. Oer Kampf um den Schupowachtmeisier Ollenstedt. Bach den verschiedene» ausregrnden und turbulenten Szenen im Felseneck-Prozetz herrschte in der heutigen Verhandlung wieder Ruhe. Eigentlich hat dieser ganze Prozeß seht nur noäz akademische Bedeutung, nachdem die Bationalsozialislen und h o m m n- nisten im tandtagsuusschuß mit Hilfe der Deutschnationalen den Amneftieantrag ongenomme» haben. Bach Ansicht dieser beiden Parteien hebe» sich nicht nur die beiden Felseneck-Rlorde ihrer Parteigenossen gegenseitig aus, es sind auch sämtliche politischen Totschläger und Mörder aus den Gefängnissen zu entlassen, damit sie sich weiter an Leben und Gesundheit ihrer Volksgenossen vergehen können. Unterdes geht der Kampf um die Angeklagten im Felseneck- Prozeß mit unverminderter Hartnäckigkeit weiter. Im Mittelpunkt des Interesses stehe» nach wie vor die Aussage» des Schupowacht- meisters O l l c n st c d t und des natioiialsozialistischc» Zeuge» G r c w e n. Dem Beamten ist von der kommunistischen Berteidi- gnng der Vorwurf des Meineides geniacht worden, der letztere wird beschuldigt, den tödlichen Schutz auf den Arbeiter Klcmke abgefeuert zu habe», und zwar aus O l l e n st e d t s D i c n st p i st o l c. Ollenstedt hat anfangs behauptet, während seines Anrufs beim Ilebcrfall- kommando seine Pistole in der Hand behalten zu haben. Er hat später zugeben müssen, sie während des Gesprächs auf den Tisch niedergelegt und vergessen zu haben. Erst an der Tür habe er bemerkt, daß sie ihm fehle, er sei umgekehrt und Grcwen habe sie ihm ausgehändigt. Der Zeuge Grewen behauptet aber, Ollenstedt habe ihn den Revolver während des Telephoiianruss zum halten gegeben. Vollkommen unwahr sei es ober, daß er sich mit der Waffe aus der Gastwirtschaft entfernt und aus ihr auf Klemke geschossen habe. Während der Tötung des Klcmke sei er hinter der Menge gewesen und habe eine» Revolver überhaupt nicht besessen. Die Beschuldigung der Täterschaft G r e w e n s wird von der Staatsanwaltschaft bis ins einzelne nachgeprüft werden. G. hat sich nach der Tat durch verschiedene Aussprüche verdächtig gemacht. Ob er der Täter ist. dürste sich erst noch Schluß der Beweisaufnahme beurteilen lasse»: ebenso wie die Richtigkeit der Behauptung von dem Meineide des Wachtmeisters OUcnstedt. ❖ Der Schupowachtmeister Ollenstedt war heute erschienen und erklärte sich verhandlungsfähig. Der Vorsitzende ermahnte ihn, seine Aussagen mit besonderer Vorsicht zu machen. Dagegen ist ein Schosse, der sich in der vorigen Verhandlung bereits nicht wohl fühlte, noch nicht hergestellt. Die Sitzung mutzte unmittelbar nach! der Mittagspause wieder abgebrochen werden. Der Schöffe erklärte, daß er nicht mehr verhandlungssähig sei. Die Verhandlung wurde auf Dienstag vertagt. Elektrische Ströme im Gehirn. Das„I n st i t u t für Hirnforschung" in Buch bei Berlin hat einen bedeutsamen Erfolg zu verzeichnen. Es gelang dem deut- sche» Forscher Dr. A. E. K o r n in ü l l e r, in Zusammenarbeit mit I. F. T ö n n i e s zum erstenmal am lebenden Tiergehirn elektrische Ströme in der Hirnrinde festzustellen, und nachzuweisen, daß sie in ganz bestimmtem Zusammcnhong mit Sinnesreizen auftreten. Dar- über hinaus konnte noch eine Lokalijation der Aktionsströme vor- genommen werden, denn es ergab sich, daß die elektrischen Er- scheinungen in den Grenzen der sogenannten architektonischen Hirn- rindenfelder auftreten.- Tönnics hat einen'Apparat erbaut, der diese elektrischen Borgänge im Gehirn getreulich aufzeichnet. Dieser Apparat, der den Namen„N eurograph" hat, ist mit einem Glcichstromvcrstärkcr verbunden und arbeitet wie jeder andere elektrische Apparat. Bei einer Erkrankung des Gehirns, insbesondere bei hirnkrämpscn wurden bereits von dem Ncuragraphcn die Kurven ausgezeichnet. Die Annahme, daß der Mensch ein Elek- trizitatsiverk sei, und daß die Gedankenarbeit und biologischen Bor- gange im Gehirn elektrischer Natur seien, ist schon kiter geäußert worden. Insbesondere war'es Professor Sauerbruch der aus Grund seiner Forschmigen zu der Anschauung kam, daß der Mensch ein Elektrizitätswerk darstelle. Die Beziehungen zwischen Organismus und elektrischer Energie sind erst vor kurzer Zeit durch Professor G u r c m i t s ch in Moskau genauer nachgewiesen worden. Er hat entdeckt, daß z. B. Zwiebeln Organismcnstrahlen aussenden, die auf die Bakicrienwelt einen gewissen Einfluß ausüben. Die Zwiebelstellen strahlen, wie einwandfrei nachgewiesen wurde, ultraviolettes Licht aus, während sie sich teilen. Auch bei Kaulquappen konnte Gurewitsch die gleiche Strahlung feststellen. Im Forschungslaborntorium von Siemens u. halste wurde von den Physikern Reiter und Gabor der Beweis erbracht, daß nicht nur pslangliches und tierisches Gewebe, sondern auch bösartige' Geschwülste Strahlung aussenden. Wir haben also hier bereits mehrere Vorarbeiten zu diesen bedeursamen Funden von Kornmüller und Tönnies. Terrassenkonzert in der Ausstellung. In der riesigen, vielfach so recht aus das alltagliche Leben zu- geschnittenen Ausstellung siir„Sonne, Licht und Haus" gab Rose- K c r g. d' A r g ii t o mit seiner„Kunstgemeinsthast" ein Konzert im Freien bei recht motziger Beteiligung des Publikums. Es war eine große Enttäuschung. Das Mikrophon, das für die Chöre zu Hilfe genommen wurde, ist immer ein mätziger Ersatz. Kommt dann die freie Luit dg;», so zcrilottcrt das Beste wörtlich in alle Winde. Nur ganz große Monstrcchöre könmen da vielleicht etwas erreichen. Auch sehlte zwischen den Gesängen und den Bewegungsgruppen (uitter der bewährten Leitung von E n ta n i a von M a l o tt i eine Zwischenleitniig, so daß die Kinhergruppen im Gegensatz zu den sirafs arbeitenden Großen zum Teil fast baltlos wirkten. Illttcr den 16 restlos eigenen Kompositionen d'Argutos mar sicher mehr als eine Perle. Aber nur ganz markante, rhythmisch straffe und stark poimierte Chöre kamen zu einiger Geltung. Wie ganz anders klangen gleich nachher ganz anspruchslose Liedchen in der Halle IV, ohne Mikrophon und freie Luit.. kl. M. �red Hoerschelmann:„Ltrwald". Fred hocrschelmamis„Urwald", ausgeführt in Königsberg, übernommen vom Deutschlandsender, spielt„in den Tropen", und die Namen in dem Stück erwecken die Bision von Süd-Amerika. Aber die Menschen in dieser Laudschmt sind europäische Einwanderer. Der Kontrast zwischen Urmaldgcfühl und Zivilisationswillen, zwischen naturverwaiidtei». in sich selbst ruhendem Dasei» und dem rastlos vorwärtstreibende» Zwang des. Gestaltenmüssens liefert die innere Spannung. Nicht Ereignisse, sondern Mensche» versucht hoerfchel- mann in ihm zu zeichnen. Mit der räumlichen Vision macht er es sich dabei leicht: hie Personen in seinem Werk müssen, in klar zu- sammenhängenden Sätzen, ihre Umwelt beschreiben. Dos wird möglichst konzentriert in die Gespräche eingeschoben, und da hoerschU- mann sich auf die nolweiidigsten Angaben beschränkt, stören sie m dieser Form wenig. Die Handlung des Stückes ist ähnlich unter- gebracht: der Autor läßt sie in gedrängter Form erzählen, der tech- nischen Einfachheit halber sogar gelegentlich in ausführlichem Monolog. Diese Lösung wirkt selbstverslöndlich als das, was sie ist: als empfindlicher formaler Mangel. Trotzdem ragt das Hörspiel aus der Durchschnittsproduktian nicht unbeträchtlich hervor. Man kann ihm künstlerische Qualitäten nicht absprechen, hoerschclmonn stellt Menschen gegeneinander, in ihrem Widerstreit von Wollen und Können, von Vernunft und Gefühl: der dramatische Gehalt des Werkes liegt in dieser geistigen Ebene. Die gut abgestimmte Aufführung leitete Max Bing als Gast. lz. Der Rlann, der ein Drittel der Erde bewohnbar mochte. Der berühmte ciiglischc Nobelpreisträger, Ronald Ratz, der die Verbrei- timg der Malaria durch Stechmücken nachgewiesen hat, wurde schwerkrank nach dem Institut sür Tropenkrankheiteii in London übergeführt, wo er in bedenklichem Zustande daniederliegt. Sir Ronald, der im 75. Lebensjahre steht, war vor kurzem leidend nu- Italien zurückgekehrt, Selldein hatte sich sein Gesuiidheitszustand beständig ncrschlcchtcrt, so daß sich die Ucberfllhrung nach dem von ihm geleiteten Krankenhaus siir Tropenkrankheiteii als notwendig erwies. Ronald Rotz gelang die hahnbrecheiidc Entdeckung, daß die Malariakcime durch Moskitos verbreitet werden, eine Ent- deckung, deren einschneidende Bedeutung der Prinz vv» Wales ein- mal mit dem Worte kennzeichnete, daß durch diese Entdeckung ein Drittel der Welt überhaupt erst bewohnbar gemacht worden sei. Japaniichc Bauern verkaufen ihre Töchter. Der japanische Land- ivirtschastsininister hatte kürzlich Beamte noch den Landbezirken ent- snndt, um die Verhältnisse der landwirtschafliichen Bevölkerimg zu untersuche». Die ersten Berichte, die jetzt von den Blättern ver- ösfentlicht werden, entrollen ein erschütterndes Bild des Elends unter den Bauern. Verschieden« Dörfer sind nns Geldmangel wieder ganz zum Tauschhandel zurückgekehrt. Die Bcvälkcrung nährt sich fast nur onu Unkraut und Wurzeln. Diebstähle von Nahrungsmitteln sind an der Tagesordnung»nd werden gar nicht mehr verfolgt. Auch die Brandstiftungen zur Erlangung der Versicherliiigssiimmcn greifen in beängstigender Weise um sich. Das Schlimmste aber ist, daß die Eltern ihre Töchter, die sie nicht mehr ernähren können, öffentlich verkaufen. Die Steuereingänge sind im Rückstände, Beamte»nd Lehrer können längst nicht mehr bezahlt werden. lv. internalionaler Zdo-Kongretz in Lacarno. Anfang August 1932 findet in Lacarno der.Kongreß der Anhänger der Weltsprache Ida statt. Von Bedeutung sind die Vorschlage, die aus Paris vor- liegen, und eine organisatorische Durchbildung für die Vorarbeiten vorsehen, Ida bei den Postministerien, RiiiidslintgeseUschnsten, Schul- behörden und anderen Körperschaften offiziell einzuführen. Filmnotizen.„Die Privatsetretärin" wird jetzt wieder im„Capitol" gezeigt. Die Hauptrollen spielen Rcnatc Müller,.her- mann Thiemig und Felix Breisart. Oos Drama auf dem Lagerplatz. Oasl Urteil gegen die Angreifer. In dem Schwurgerichtsprozetz gegen die fünf Angeklagten, die am 2. Februar den höndler Willi K i e n a st auf seinem Lagerplatz am Wedding überfallen nnd erschlagen hatten, während seine Frau und sein Sohn schwer mißhandelt wurden, fällte das Schwurgericht lll nunmehr das Urteil. Alle Angeklagten wurde» wegen Körperverletzung mit Todeserfolg, wegen gcsährlicher Körperverletzung in zwei weitercn Fällen und wegen Hausfriedens- bruchs verurteilt. Der Kutscher Fritz K r u m in d c u t sch, der die tödlichen Bcilhicbc gegen Kienast geführt hatte und der schon zwölsinal vorbestraft war. wurde außerdem wegen Totschlags ver urteilt, und zwar zu einer Gesaintslrnie von 8 Zahrcn Zuchthaus und lll Jahre Ehrverlust. Frau Frieda Dannigkcit, um die der blutige Kampf cntbraimt war und die ihren Freund Krumm- deutsch zu der Bluttat aufgehetzt haben soll, wurde wegen derselben Sirastaten wie Krunnndeutsch zu 4 Jahren Gcsongnig und 5 Iahren Ehrverlust venirteilt. Ihr Bruder, der Händler Max L a u d v n und sein Freund, der Kutscher Erwin S a d r e y, die beide auch schwer vorbestraft waren, wurden zu je 3 Jahren Gefängnis verurteilt, wahrend der 2lljährige bisher unbestrafte Arbeiter Hans Krumm deutsch zu 9 Monaten Gefängnis mit Bc- wahrungsfrist verurteilt wurde, Tagung der Arbeiisinvaliden. Antwort an Herrn von Popen. In Breslau tritt am Sonntag der s. Verbandstag des Zentralverbandes der Arbeitsinoaliden zusammen. Der Verband ist mit weit mehr als 3l1<1 090 Mitgliedern die führende Organisation aller Renten- und Fürsorgeunterstützungsempfänger. Der Tagung dieser starken Organisation, die seit ihrem Bestehen die Interessen der Sozialrentner stets wirksam vertreten hat, kommt gerade jetzt besondere Bedeutung zu. Die Regierung von Papen hat ja in ihrer Antrittserklärung unverblümt zum Ausdruck gebracht, daß sie den stärksten Abbau der Sozial- Politik vornehmen werde. Diese Kampfansage an das Millionen- Heer der Hilfsbedürftigen in Deutschland dürfte auf dem Verbandstag ein scharfes Echo auslösen. Den sozialpolitischen Bericht erstattet der Verbandsvorsitzends, Reichstagsabgeordneter K a r st e n. Reichstagsabgeordneter H e i n i g spricht über„Wirtschaftsnot und Sozialversicherung" und Ministerial- rat Dr. M a i e r- Dresden über„Finanznot der Gemeinden und die öffentliche Fürsorge". Ein Jahr mehr Schulzeit. Um der Arbeitslosigkeit Jugendlicher zu begegnen. In der„Gewerkschafts-Zeitung" weist der Sekretär des ADGB. für das Bikdungswesen, Genosse Keßler, darauf hin. daß die For- derung der freien Gewerkschaften, die Pflichtschulzeit um ein Jahr zu verlängern, mehr und mehr auch von den Gewerkschaften ander«? Länder erhoben wird. Von den rund 600 000 Vierzehnjährigen in Dsutschland kommen etwa 230 000 für ein weiteres Schuljahr in Frage. Für 50 bis 60 Proz. dieser Jugendlichen, für 95 000 bis 135000 bietet sich weder die Möglichkeit zur Erlernung eines Berufs noch zur Beschäftigung als Ungelernte. Dabei vergrößert sich die Zahl der Schulentlassenen in den nächsten Jahren ganz bedeutend, weshalb es um fo notwendiger wird, sich um das Schicksal dieser Jugendlichen zu kümmern. Au einer allgemeinen gesetzlichen Einführung eines«eiteren Schulfcchres fehlen jedoch die finanziellen Mittel.„So dürfte denn gegenwärtig kaum anderes übrigbleiben, als dem weiteren Schuljahr den Stempel einer sozialen Fürsorgemaßnahme zu geben und ihm den Charakter derFreiwilligkeitzu verleihen." Da bei dem Grundsatz der Freiwilligkeit jedoch zunächst schwerlich ein besonderer Erfolg zu erwarten sei, müsse die Arbeiter- bewegung die Aufgabe der Werbung übernehmen. Beschästigung stellungsloser Artisten. Das Doppelauftreten vertraglich verboten. Zwischen dem internationalen Direktorenverbnnd der Varietv-Thcater und der Internationalen Artisten- löge wurde ein Vertrag geschlossen, der u. a. sich auch gegen das Doppels uftrcten von Künstlern wendet. Man will damit die Arbeitslosigkeit im Artistengewerbe etwas ein- dämmen. Ob das auf diese Weise möglich ist, wird in Artisten- und Schauspielerkreisen jedoch bezweifelt. Man macht daraus aufmerksam, daß z. B. Kapellen mit großer Besetzung und Artisten- gruppen mit zahlreichen Mitgliedern in der letzten Zeit vielfach nur dadurch Engagements erhielten, daß sie abends an zwei Stellen arbeiteten und sich bei jeder Direktion mit der Hälfte ihrer sonst geforderten Gage begnügten. Auf der anderen Seite habe man sich nicht zu dem Entschluß aufraffen können, Höchstgagen einzu- fuhren, wie sie die'Oper kenne. Es gebe große Nummern, die aus einer einzelnen Person mit einigen wenigen Helfern bestehe und für die heute noch trotz aller Wirtschaftsnot das Zehnfache und mehr bezahlt werde, wie für manche gute Truppe. Wenn trotz dieser Einwände die Ueberlegungen der mft den Verhältnissen vertrauten Organisationen der Direktoren und Artisten dazu führten, das„Pendeln" der Artisten zu unterbinden, darf erhofft werden, daß der Erwerbslosigkeit unter den Artisten durch das am 16. Juni in Kraft tretende Abkommen wirksam begegnet wird. Erwerbslosenunruhen auch in Holland. Amsterdam, 10. Juni. In der jüdholländifchen Ortschaft B o s k o o p kam es zu ernsten Erwerbslosenunruhen. Wegen ungenügender Auszahlungen von Unterstützungsbeträgen bildeten sich mehrere Demonstrationszüge, an denen sich Kommunisten aus Gouda beteiligten. Es kam zu heftigen Zusammenstößen mit der durch Landjägerei verstärkten Ortspolizei. Die Beamten wurden mit Steinen beworfen. Ein Arbeiter wurde durch einen Säbel st ich getötet, etwa 20 Demonstranten und zwei Polizeibeamte erlitten mehr oder weniger schwere Verletzungen. Am den Arbeilsplah. Schwedische gegen finnische Arbeiter. Stockholm, 10. Juni. An der schwedisch-sinnischen Grenze wurden sinnische Arbeiter, die aus der schwedischen Grenzseite Arbeit erhalten hatten, von schwedischen Arbeitern bedroht. Als ein Unternehmer mit finnischen Arbeitern die Arbeiter beginnen wollte, wurden sie von schwedischen Arbeitern, die mit Gewehren bewaffnet waren, zurückgedrängt. Später haben die schwedischen Arbeiter an verschiedenen Stellen jenseits der Grenze Sachschaden angerichtet. Finnische Behörden- Vertreter haben sich auf Grund dieses Vorfalls nach Schweden be- geben, um in Gemeinschaft mit den dortigen Behörden die Unter- suchung«inzuleiten. Da es in Schweden an Arbeitern nicht fehlt, handelt es sich offenbar um einen Mißbrauch der finnischen Arbeiter als Lohndrücker. Vertagte Schlichtungsverhandlungen. Die Schlichtungsverhandlungen zur Neuregelung des Rahmen- und Lohntarifs in der Rheinschiffahrt in Köln wurden mit Einverständnis der Parteien erneut vertagt, bis 16. Juni, da die oberrheinischen Schiffervertreter nicht erscheinen konnten. In der Krefelder Seidenindustrie wurden die Per- Handlungen zum Neuabschluß des Tarifvertrages auf den 18. Juni vertagt, da eine Einigung über die Lohnhöhe nicht erreicht werden konnte. Die Zahl der Arbeitslosen in der Tschechoslowakei ist feit Ende April bis Ende Mai von 555 882 auf 484 604, mithin um 71 2 28 Personen zurückgegangen. eBuch 'Jiermann Sinsheimer: AI äftondo* Das Schicksal läßt zwei durch innere Bande des körperlichen und charakterlichen Gegenfatzausgleiches mit gleichzeitiger Gegensatzfeind- schast seelisch aneinander gefesselte Schulfreunde, nachdem es sie im entscheidenden Augenblick ihres Uebertrittes ins freie Leben getrennt hatte, nach vielen Jahren wieder zusarmnentreifen. Mit der An- kündigung dieses Ereignisses setzt die Novelle ein: diese beiden un- freiwillig und schmerzhaft verselbständigten Teile des so unharmonisch harmonischen Freundschaftsbundes, der körperlich Kleine und der Große, der früher seelisch Anlehnungsbedürftig« und der Herrische, werden für eine Nacht sin. der Großstadt wieder aneinander gesetzt und sehen heute so ausr der erste bietst sich dar als gut siluierler Bürger, Subdirettor eines Kredttversicherungsinstituts. der zweire als ein noch nicht saßbares Phantom„Al Rondo", die Attraktion im Variete. Mit Hinderirisien und Hilfe einer Frau gelingt es dem Schicksal, beide zusammenzubringen— und? Der Autor, der Leser und das über allem waltende Schicksal haben sich in der Bedeutung dieses seitenlang erwarteten Ereignisses geirrt: ein Spießbürger torkelt sentimeMalnäßlich gegen einen Spießkünstler. fWarum gibt es dieses Wort noch nicht? Hier wäre es angebrachi.) Das von Natur aus gut gemeinte Experiment ist vorbeigeglückt: nach einer Besäufnis mit unterhaltsamen Unterbrechungen und ei nee darauffolgenden grundsätzlichen Aussprache beider Kandidaten mit Totschlagversuch lösen sich ihre Wege wieder in die Weiten der feuilletonistischen Romantik auf. Diese ganze Sache aber: wie ein interessantes psychologisches Experiment durch untaugliches, weil romantisch oerzerrtes, Material zu Bruche gehen kann, ist flott geschildert im i.oosigen Zeitungsfeuills- tonstil, der des Lesers Gedankenschritte weich über zu erahnende Tiefen hinwegpolstert, Heiterkeit und Schauer im Vorhergehen ver- mittelt. Das war ja auch schließlich der Zweck der Uebung. I-otsr Holland. Wetter für Berlin: Trocken und heiter mit weiterer Erwärmung, schwache südöstliche Winde. Für Deutschland: Im ganzen Reiche trockenes und heiteres Wetter mit weiterem Temperaturanstieg. ..Volk und Zeil", unsere illustrierte Wochenschrift, liegt der heutigen Postauflage bei. Vcrantwortl. für die Redaktion: Rich. Bernstein, Berlin: Anzeigen: Td. Glocke. Berlin Berlag: Borwärts Berlag S m. d. Berlin. Druck: Vorwärts Buch. druckerei und Verlagsanftalt Paul Singer& Co. Berlin SD S8 Lindenlir 3. Aicrzn 1 Beilage. *) Paul Szolnay Verlag Wien 1932. «last» Thcalcr Freitag, den 10. Jani stsatsoper unter den Linden 20 Uhr Ein Maskenball StaatLStepielluiis GndirmeoDiaikL 20 Uhr Der Liebestrank Schiller-Theater Charlottenbure. 20 Uhr Die Räuber PLAZA Nähe»s. BM. 5 ö. 8U, Stgs. t.h.B15 ö. E 7 Weichs. 4031 Die F eflermaos. Stadl. Oper Charlottenburg SismarckstraSe 34 Freitag, 10.|uni Turnus II Tiefland Silvstini, Harttoano. Ditter, Tappelet, Braad Anfang 20 Uhr Ende 22,30 Uhr VoUtsbUhne Tliealet am BülowolaU STi Uhr Die fioldene Dtir VoIkssUick von E. S z e p Regie: A. M. Rabenalt Staad. Sdiiller-ibeatci 8 Uhr Die Räuber WM Theater Die 8-7. Uhi Journalisten Lusfsp.nadiliiistavFreytaii vpp Falk Joadiimsop Musik; Tbeo Hackebep Repe: Heinz Hilperl Täglich 8i/< Uhr nadonna wo blsl Du? Erika v. Thellmann Luise Stösel Theodor Loos Josef Wedorn Rose-Theater IniBe franifartsi Streit I3Z Id. Wiidnd E 7 3422 8.30 Uhr Weekend im Paradies Gartenbtthne 5.30 Uhr Konzert n. Varlelfi Zigennerilebe Biumenspenoen jeder Art liefert preiswert Paul Golletz vormals Robert Meyer Marlannenstr. 3 F8. Oberbaum 1303 Restauiaat Berlins PROGRAMM für die Zeit vom 10. bis 13. Juni I N O-T A F PROGRAMM für die Zeit vom 10. bis 13. Juni IS Südwesten Potsdamer Straße 38 Oer Prinz; von Arkadien mil I.iane Haid. Willy Forst W. 5. 7. 9 I hr S. S, b, 7, 9 Uhr Odeon, Potsdamer Str. 75 Der Frechdachs mit WTIly Fritsch, Camilla Horn, Ralph Arthur Roberts W. 5. 7. 9 Ubr S. 3. 5, 7. 9 Uhr Turmstraße 12 Kable Wampe fWem gehört die Weh?) mit Horthii Thiele W. 5, 7. 0 Uhr S. 3, 3, 7. 9 Uhr Alexanderstraße 39-40 (Pansacol Ein bißchen Elcbc für dich mit Eee Farry. Herrn. Tliiimg. Der Rhythmus der Welt Den ganzen Tag geöffnell S. ab 3 Uhr A Unter den Linden% Film-Palast Kammersäle TeliowerStr 1 W ab 5�. So abSHU Kreuzer Emden.— Endkampf mit H. Gibson Ifnrfnro* w- 7. 9. Stg 5. 7, 9 Uhr aUTTUTSl stg. 3 Uhr: Jgd.-Vorst. porfstraße 22 Erke Berliner Straße Kreuzer Emden Tonbeiproffronim Jugendliche haben Zutritt Die Kamera undLfi" Täglich 3. 5, 7. 9 Uhr Oer müde Tod mit Fr. Lang:.— Ab Sbd: Erde».— Lied vom alten Harkt c Frledricnstadt Franziskaner. 9auh?Dvorm Georitanstraße(Ecke Friedrichstraße1) 9. 12. 3. 6. 9 Uhr Die Wasserteufel von Hie flau 10.30, 1.30. 4.30, 7>ü. 10.30 Uhr Hbuner*im Lucio mit Liane Haid Neueste Tonbild-Reportage CHE e st e n Primus-Palast Potsdamer Str 19 Ecke Margai cteustr. Urautfübrung Fron Lehmanns Tochter(Ein Vblkssluck) mit Hertha Thiele. Hansi\iesc, Carla Carlsen, Else Elster, Fritz liampcTK Vnton Pointner• •..W. 5.15# 7J5, 9.15 Uhr. S. ah 3.15 Uhr TVvm/; Täglich 5, 7. 9 Uhr ilVüll stgs 3 Uhr: Jugend vorstell Berliner Str. 97 Großlonlilm: Sc hau ghai- Expreß mit Harl. Dietrich.— Besserer Herr gesucht �zwecks- Marlenderf T 7lf_ f i Mariendorfer W. 7. iria-Lt Tonlicbtspiele S. 3, 7, 9 Chausseesir 305 Stg 3 Uhr: Jgd.-V. Ein toller Einfall mil Willy Fritsch, Hax Adalbert.— Ton bt�iprograumi n Älhambra Tonmn. HauplstraDe 30 2 Großtonfilme: Hasenklein kann nichts dafür.— Afrika spricht ( Paradies der Hfllle').____ Titania Schöneberg Hauplslr. 49 W 5. 7. 9 Uhr S. S. 5. 7. 9 Uta Kreuzer Emden.— Tonbeipr- Jugendiicbc haben Zutritt S'''' W Wochent. 7, U. Stg. 5. 7. OVi Ü. Kaiserallee, Ecke Berliner Straße Ncuaufführunc; Ihre �Ia|estät die Liebe mit Käthe v. A'agy, R Roberts, O. Wallburg, Szöke Szakull, Gretl Theimer, Franz Lederer.— Gut. Tonfilrobeipr E frigdenau M Kronen-Licktspiele Rheinstraße 65 Beg. 7. 9 Uhr. Sbd., Stg. o,'/, y Uhr Oer Freehdarh.* mit Willy Frifsch. I am,. Horn, Roberts. — Gr. Beiprograimn Atrium St egllts Titania-Palast Steglitz, Schloßstr. 5. EckcGutsmuthsstr. Uraufführung: Kavaliere vom Kurfürstendamm(Regie: Romano Mengen) mit Frledl Haerliu, Harry Frank, Hilde Boeniscb. Paul Otto, Alaf Fjord.— Gutes Tonfilmheiprosrramm SUdosten >»ehlendorf«Mitte M 7*1 i Beginn tägl. 5, 7, 9 Uhr Artfll stg. 3 Uhr Jogendvorstell Potsdamer Str. 50 Eine\aclit im Paradies mit A. Ondra, Thimig.— Beipr. Jugendliche haben Zutritt W Charlottenburg M Germania-Palast Charlottenburß. Wilmersdorf er Str. 53/54 Buffalo Bill 1. und 2. Teil, 21 Akte Jugendliche haben Zutritt W. 5, 7. 9 Uhr S. 3, 5. 7. 9 Uhr Luisen- Theater 1;$ su. Reichenberger Str. 34. Jacob Ticdtke in dem Tontilm Hasenklein kann nichts dafür Ferner Georg Alexander in der Tonfilm-Operette Durchlaucht amüsiert sich Jugendliche haben Zutritt Stella-Palast w ab 6 30 Uhr Kant-Lichtspiele Kantstr 54(ao der Wilmersdorfer Str.) Kuhle Wampe(Wem gehört die Welt?) mit Hertha Thiele W. 5. 7. 9 Uhr S. 3. 5. 7. 9 Uhr Sonnt ab 5 U. Köpcnickcr Straße 12—14 Der große Tonfilm-Erfolg .Straßen der Weltstadt Bühne: Lucia Rellch's weltberühmte Xackt-Hcvue. 12 Bilder Schlüter-Theater u. Schlütersir P Sonnt 3 ü: J.cd-V Die Gräfin von Tfoofc C'hii&to mit Brig. Helm. Rnd. Forstor. — Zu Befehl. Horr T'nteroffl- zicr mit R Roberts Deutsch-Amerik. Theater KÄpenicker Str. 68. 4.35, 6.4Ö, 9 Uhr Tom Trier in Buffalo Bill, zwei gewaltige Teile. I. Teil: Der tollkühne Reifer. II. Teil Die brennende Prärie Neukölln Mercedes-Palast Hermannslr 212 Kuhle Wampe(Wem gebort die Welt?).— Öühnr; Wilhelm vifsch in seiner Burleske; Dienst- mann Nr. 48 r; Primus-Palast Zm. ab 5 ü: Am Hermannpialz Urbansir 72/76 Kreuzer Emden.— 2 Bühnen- attraktionon.— Jug�ndl. Zutritt Moabit Artnshof Wochent ab 6. Uhr Soimiacs i|. l h» PerlcbergT Str 2.* -2 Tonfilme: Fi« Li d in Uuß. ein liädel mit Hartha Eggerth.i — Der Zinker mit Llssi Arno! G Treptow M Trepto w-Ste rnwa rte SM. 8. Stg. I. 6. 8 Uhr: Das sohdne Sohwabenland (Film», Schwarzwald, Donautal, Allgäu, Bodensec Osten Germania-Palast Frankfurter Allee 314 Auf der Bühne; Die weltbekannte Kaßner- Zaubcrscbau U. a.; Verschwinden eines lebenden Elefanten Ferner: 2 Varieta-Aftrakfionen � Im Film teil: Wiener Liebschaften mit Gg..Alexander, Betty Hird Ab Dienstag: Kreuzer Emden Luna-Palast Woch. 5 Uhr Sonnt ah 3 Uhr Gr Frankfurter Sir. 121 Ponwochc Kuhle Wampe mit E. Busch. H. Thiele.— 3 Ta/ge Liebe mit Hans Albers Schwarzer Adler SiS"» W 5. 7. 9 Uhr S 3 6. 7. 9 Uhr Es war einmal ein Walzer mit .Tlartha. Eggerth.— Der König der Steppe mit Tom Kiene. Tonwoche.— Jugendl. Zutritt Viktoria-Theater sÄ Su5 Frankfurter Allee 48 2 Tonfilme; Es war einmal ein Walzer mit Hartha Eggerth. Paul llörbigor— Der Raub der Ilona Lisa mit W, Forst. Trade v Molo.— Jugendl. Zutritt M N�u-tichtenbers"g Kosmos-Lichtspiele Lückslr. 70 Wo. 6.45, 9 Uhr. Sonnt. 5, ca. 7, 9 Uhr Der Frechdachs mit Willy Frltseh. C". Horn. R. Robert«. — Tonbeipr.— Emelka-Tonn. Frledrichsfelde Kino Busch Alt-Friedrichsfelde 3 Peter Voß. der Jliilionendieb mit Willy Forst, Ida Wüst.— Tonbelprogr.— Tonwoche Nordosten F/vcrnm** Prenzlauer „CiySlUm Aiiee 5H Beg.; Wochent. 5 Uhr. Sonnt. 3 Uhr Kuhle Wampe(1. prolel. Tonfilm). Razzia in St. Pauli Flora-Lichtspiele mSIÄT Wocht. 5.45. ca. 7. 8.45. Stg. ab 3 übr 2 Tonfilme; Ein toller Einfall mit Willy Frltsch.— Razzia in S<. Pauli Königstadt-Palast Ä® Schönhauser Alice 10 Neue Direktion Nur 4 Tage: Schanghai-Expreß mit Marl. Dietrich.— Tonbeipr. — IJfa-Tonwochc Q Horden» A /A/rrw Ay/» Müllerstraße 136. Ainamora Eck« Seestraße W. 5. 7. 9 Uhr S. 3. 5. 7. 9 Uhr Kreuzer Emden mit Werner Fuetterer.— Toubciprogramm Pharas-Lichtspiele Müllerstr 142 Täglich 5. 7, 9 U. Sonntag ab 3 Uhr 2 Großtonf.: Schangbol-Expreß mit H Dietrich.— Sergeant A (Das Erlebnis eines Namenlosen) mit Ivan.tlos|ukin Pankow Palast-Theater fZ nrr Breite Str. 21a Ein Lied, ein Kuß«in Hadel mit G. Fröhlich,?I Eggcrth.— In 80 Hlnuten um die Welt mit Douglas Fairbanks M Relnickdndor�Oatp Beba-Lichtspiele Residenzstr. 124 W. 6.45 a 8.45 Utn So. 5. 7. 9 Uhr �tg. 3 Uhr Jugend-V. tfann über Bord mit George» Bancroft.— Karibou, der großgV Indianerfilm �Seilcsge Freitag, 10. Juni 1932 rnmmü SjuUajiÄ&UZe Ja lirficasit Alice Ekert'Rothholz: �üuten außet(fyeitieß Freiherrn von G a y l gevr-jjmef. Der Mewch ronri) hart durch di« hart«n Zsiteiy — Nur«in paar Seute tun im-, immerzu leid� Die armen, armen Fiin'tlichfeiteir Tie devdikern— man denke!— cht nur ein einzig«? Schiaß. Dieses Schloß hat höchstens 4() Etagen. Etwas Grundbesitz. Etwas Hofstaat. Alles nicht groß. �eine Bletsaldaten. Keine Sorgen. Keine Hosequipagen. Sie können sich eben nicht richtig ausbreiten— D>ie armen, armen Fürstlichkeiten! Sie spielten Heldenjach und mochten schlapp. Das haben sie niemals oerwunden. Gewöhnliche Sterbliche finden sich ab— 'Aber f i€ werden abgesunden... Die Republik zahlt gern die paar Kleinigkeiten Für die armen, armen Fürstlichkeiten. Heut sind sie dienstfrei. Aber sonst gesund. Haben ganz nette Beschäftigungen. Sie halten Reden. Sie verteilen alte Orden im Osstziersbund. *ie schreiben Oeldruck-Erinnerungen. Wo sie alles(bis auf die Kosten) bestreiten... Die armen, armen Fürstlichkeiten! Kleiner« Fürsten haben heut nicht mal ein Hosballett. Seitenlinien filmen Fürstenrollen. Sie machen ihre Sache da zwar ganz nett, Doch Herr Goldbaum spielt sürstlicher.— Nijcht zu wollen! Der Film braucht Arbeiter. Fürsten sind Drohnen, Sie waren immer nur zweibeinige Dekorationen... Sie belebten die DeiUmal-Jndustne. Auch diese Tätigkeit wurde zu Asche. Was nun?— Als Ersatzhandlung spielen sie: „Kleines Potsdam in der Westentasche." Die Republik zahlt auch dieses. Heut ist das ja I>irt, Ader das wird an den Arbeiislostn gespart. Kurz: sie treiben kaum verhinderte Monarrlüc. Sie sabrizieren HohenzollermTräume. >ün Wichelms Geburtstag reiten sie In großer Aufmachung durch leere Galaräumc... Sie dürfen auch Hetzen. Die Republik schleppt trogdem die Fürstlichkeiten «rgebenst durch diese wackligen Zeiten. D'e Monarchie mochte Pleite.— Mit Vater und Sohn Sie wurde komisch geip.nstilche Posse. Doch die Herren Fürsten nehmen kein« Notiz davon. Sie warten... Worauf? Aus die Hausse. HutkCe Wampe•• © fptoCeiatieM'Woeßende vet den'Toten faetCln*/ Wen ÖHe ÖS&i An einem Sonnabend noch Arbeitsschluß fand ich eine Ein- ladung vor. das Wochenende in der Zeltstadt zu verleben. Eine Schlafgelegenheit im Nebenzelt mar zugesagt. Der Besitzer war zur Hochzeit in Berlin. Keine lange Ueberlegung! Sachen und die nötigen Fressalien wurden schnell gepackt. Bald fuhr ich mit der Stadtbahn in der Richtung Grünau. Am Ziel angelangt, wurde ich von Freunden begrüßt und den onsössige» Zeltstädtern vorgestellt. Das unpersönliche„Sie" wurde ausgeschaltet. Alles duzt sich. Alt und jung, Männlein und Weiblein. Für die Aelteren gilt der Vornamen, für die Jüngeren der Vor- namen mit dem Zusatz Onkel. Ein gewaltiger Unterschied zwischen steifer, städtischer Höflichkeit und der natürlichen Herzlichkeit in der Zeltstadt. Alle? geht so freundschaftlich vor sich, als ob man sich schon viele Jahre kennt. Meine städtische Kleidung vertauschte ich mit der ortsüblichen Badehose. Ich wollte erst mal ein Bad nehmen: ober damit war es Essig. Das Zelt meines Freundes war zwar fertig. Er hämmerte ober noch mit de» anderen an seiner Vorlaube oder Veranda, wie er es hochtrabend nannte, herum. Ich mußte tüchtig mit zugreifen. Als alles mit Nessel bespannt war, auch die nötige Beleuchtung ihren Platz gefunden hatte, wollte ich mich erholen. Weit gefehlt! Da lagen noch eine Kiste und einige Bretter.„Wir brauchen noch ein Büfett: Teller, Tassen, Messer, Gabel, Mehl und Zucker müssen untergebracht werden", sagte mein Freund. Bald war auch diese Arbeit bewältigt. Die Bretter waren aber noch nicht alle. Was tun? Ein Keller fei dringendes Bedürfnis, um Brot, Butter, Wurst, so- weit vorhanden, kühl und frisch zu erhalten, entdeckte mein Freund. Wir traten also noch einmal in Aktion. Seine Frau hatte inzwischen den Spirituskocher in Betrieb gesetzt und den Tisch gedeckt. Wir erhalten uns bei der wohlverdienten Abendmahlzeit. Dann warf sich die jüngere Generation in Wichs, verab- schiedete sich und ging zum Tanz. Wir Schwerarbeiter gingen erst mal baden, um uns den Schweiß abzuspülen. Ei» Rundgang durch die Zeltstadt zeigte uns alle Neuheiten: Windschutz am Kocher, Kochkiste und vieles mehr. Sparsamster Brennstoffverbrauch ist ständiger Gesprächsstoff. Jeder erfindet etwas Neues, um am Spiritus oder Petroleum zu sparen. Was sich bewährt, wird All- gemeingut. Die Betten hatte mein zwölfjähriger Schlafgcnosse, der nicht mit zur Hochzeit war, zurecht gemacht. Bold lagen wir, die„reifere Jugend", in Orpheus Armen. Aber so ein Zeltbett ist eine un- gewöhnliche Schlafstötte. Der Schlaf ist nicht so ruhig wie im eige- nen Bett. Man drückt sich ganz anständig die Knochen. Aber daran gewöhnt man sich bald: denn der Mensch ist ein Gewohnheitstier Als es schummerig wurde, hielt ick: es nicht mehr aus. Also raus in die Veranda. Alles schläft. Da es die größte Sünde ist, ander« im Schlaf zu stören, verhielt ich mich ruhig. Zigaretten rauchend be- trachtete ich den Morgennebel Über dem See und schließlich aus Longeweile die Zelte. Ohne Prophetcngabc konnte ich die Loge jedes einzelnen Schläfers feststellen. Nebenan schlief jemand, der hatte den Allerwertesten der Zeltbahn zugekehrt. Die Rundung zeichnete sich sehr gut ob. Im nächsten Zelt hatte der Schläfer die Knie hochgestellt. Man hörte auch allerhand liebliche Geräusch«: denn Zeltwänbe find noch dünner als Neubauwände. Mit hereinbrechendem Morgen wurde es belebter. Einige gingen angeln. Auf dem See zeigten sich die ersten Vierer. Die Zelte öffneten sich nach und nach. Wieder wurden die Kocher in Betrieb gesetzt. Als Morgenwäschc nahm man ein Bad. Der.Hochzeiter und seine Frau hatten sich wieder eingefunden. Sie redeten große Töne von Kuchen, Braten und dicken Zigarren Nach den, Kassec schob mein Freund sein Zieharmonikabett zusamnien. lind siehe da: lange Röbren und andere Utensilien hatte er vor sein? Veranda gehext. Ich betrachtete die Dinger mißtrauisch. Mein Freund schmunzelte und sagte sehr freundlich:„Wir wollen heute noch einen Brunnen bauen. Es ist zwar schon einer da, aber der Dreilitertank ist alle Augenblicke leer und man läuft den ganzen Tag nach Wasser." Also schön, sollte mein Freund seinen Brunnen haben! Und da waren die andere»„Fachleute" ja auch schon da. Man beriet, welches die geeignetste Stelle für den Brunnen wäre. Nachdem jeder seinen Senf zugegeben hatte, wurde man sich einig und ging an die Arbeit. Die Hausfrauen, die nicht Kartoffeln schälten, gaben uns Ratschläge oder machten sich über uns lustig. Aber trotz Spaß und Spott funktionierte der Brunnen bald. Der eigentliche Feier- tag wurde durch ein gutes Mittagsessen eingeweiht, Nach der Mittagsrost kam der Sonntagsbcsuch ans der Stadt. Ein allgemeiner Austausch van Tassen und Tellern ging los. Denn jeder hat nur Geschirr für seinen Bedarf, Erscheint Besuch, so wird von dem Zeltnachbar das Fehlende entliehen. Alle Helsen sich aus. Mit Baden, Essen, Paddeln verging schnell der Nachmittag, ll ehe roll konnte man mit einsteigen. Ob Segel- oder Paddelboot. Städtische Manieren sind abgelegt. Alles geht ohne Zwang und natürlich zu. Keiner ist ollein, keiner arbeitet allein. Ueberall ist Hilfe zur Hand. Jeder ordnet sich freiwillig in die Gemeinschaft ein. Der Abend nahte zu schnell: ich bedauerte Abschied nehmen zu müssen.., jtHe Sin HapiieC toiet HommunaCpoCiitä Vor der Revolution war Kirchmöser(bei Brandenburg a. H.) ein armseliges Bauernnest mit einigen hundert Einwohnern— heute ist es eine großartige moderne Siedlung von 4009 Menschen. Als Bauerndorf mar es unbekannt, abgeschnitten von der Welt, ohne Eisenbabn: der Gesinnung noch ausgesprochen konservativ und reaktionär. Heute durchzieht ein freier Geist, eine soziale Gesinnung die neu erstandene Arbeitersiedlung. Klassenverbiindcnheit und Solidarität machen die'Arbeiter zu Trägern eines wirklichen Ge meinschastslebens. Im Jahre 1917 wurde in Kirchmöser eine riesenhafte Anlage für ein« Pulverfabrik begonnen. Aber dos jähe Ende des Krieges legte die noch nicht fertige Kriegsmaterialfabrik wieder still. Die deutsche Reichsbahn übernahm den Ricienkompler mit etwa 2-50 Gebäuden, eigenem Kraft- und Wasserwerk und Fernheizanlage, um hier das modernste Eisenbahnausbesferungswerk einzurichten. Die schwersten Lokomotiven werden wie Kinderspielzeugc mittels elektrischer Kräne von einem Arbeitsplatz zum andern in der Riesen- Halle besördert. Um nun aber die 2009 Arbeiter tu diese Gegend zu ziehen und unterzubringen, die für das Werk gebraucht wurden und die die Reichsbahn zum Teil aus dem Reiche von inzwischen geschlossenen Werkstätten übernahm, mußte sie ein großzügiges Siedlungswerk schaffen. Während die Pulversabrik des kaiserlichen Staates eben primitive Baracken ausstellte für die, die nicht in der Nähe wohnten, und sie hier zusammenpferchte, sür die Offiziere und höheren Beamten dagegen schöne große Villen am See erbaute, mußte die Reichsbahn der Republik für menschenwürdige Behausungen sorgen. Das be- leuchtet am besten die politische Verschiebung der Machtverhältnisse. Wer hätte früher für Arbeiter so großzügig gesorgt! Unmittelbar am Planer See entstanden zwei noch einem ein- beitlichen Plgn angelegte Arbeitersiedlungen. Meist kleine Reihen-' Häuser, mitunter auch Etagenwohnungen. In den Einzelhäusern be- linden sich unten Wohnküche, ein Zimmer und Waschküche, im ersten Stock zipei Zimmer und noch eine Treppe höher ein kleineres j Zimmer. Ferner ein großer Keller, ein kleines Stallgebäude und ein hübscher Garten. Die monatliche Miete beträgt etwa 15 Mark lansangs sogar nur 8 Mark!», Kein Mensch wird auf den Gedanken kommen, daß die Reichsbahn, zumal als private Gesellschaft, zu diesen Werkswohnungen draufzahlt. Es zeigt sich hier an einem kleinen Beispiel, wie billige Wohnungen geschafsen werden können, sobald der Unternchmergewinn wegfällt und die hohen Zinslasten. Wie jedes andere Bauen teurer sein muß, zeigt eine private Sied- lung der Arbeiter in Kirchmöser, die sich zu einem Arbeiter-Bauspar- verein zusammenschlössen. Durch die notwendigen Kapitalanfnahmen stellten sich die Mieten hier aus dos Doppelte, auf etwa 28 bis 30 Mark(allerdings mit einem schönen Bad dabei), was bei den dauernden Lohnkürzungen nun doppelt schwer ins Gewicht fällt. Eine moderne Schule wurde gebaut, mit großen lichtvollen Räumen, mit einer Schülerwerkjtatt und einer modernen Küche für die Mädchen. Die Bauern, die voll Neid auf die hübschen Arbeiter- Wohnungen sahen, weigerten sich anfangs, ihr« Kinder in die neue Schule zu schicken— weil sie etwa fünf Minuten vom alten Dorf entfernt liegt. Ihre Kinder sollten weiterhin in das kleine stall- ähnliche Gebäude mit seinen zwei oder drei Räumen gehen. Aber der Widerstand wurde gebrochen. Bade- und Sportplätze wurden errichtet. Die Gemeindever- tretung, die zum größten Teil aus Ülrbeitern besteht(auch der Gemeindevorsteher ist ein ehemaliger'Angehöriger des Wertes). sorgt aus dem ganzen Gebiete der Kommunalpolitik, daß den Ar- heitern hier ein menschenwürdiges Dasein in Luft, Sonne und Wasser gegeben wird. Die primitiven Feldstroßen wurden durch die Arbeitslosen— gegen Tariflohn, nicht als Arbeitsdienst— in aus- gezeichnete Fahrstraßen verwandelt. Die Gemeinde hat trotz dieser vielseitigen Arbeiten im letzten Jahr noch ohne jegliche Schulden gewirtlchasiet. Ohne soziales Verständnis erwies sich bei diesem Aufbauwerk die Kirche. Obwohl außer der alten Dorfkirche in der Siedlung noch zwei moderne große Beträume existierten und— sehr schlecht besucht waren, bestand sie aus Grund irgendwelcher alter Paragraphen auf den Bau einer neuen Kirche, die die Gemeinde 300 009.Mark kostete. Wieviel Nützlicheres hätte mit dem Gelds geschafsen werden können. Freilich kann man es der Kirche kaum übelnehmen, daß sie auf ihre Macht pocht, wenn weite Kreise der'Arbeiterschaft, die innerlich der Kirche völlig gleichgültig gegenüberstehen, ihre Kinder in die Sovntagsjchule schicken und sie ohne jede U«berlegunq kirchlicky reaktionärer Beeinflussung aussetzen. Dabei sollt« doch di? Zeit den Arbeitern klar genug zeigen, wie überall finsterster Rückschritt Frei heit und Aufstieg der Arbeiterschait bedroht, wie olle herrschenden Klassen des alten Staats den Arbeiter wieder zum willenlosen Sklaven des Unternehmertums herabdrücken wollen. Gerode bei uns freilich zeigt die Freidenkerartsgrnppe mit ihren 400 Mitgliedern, daß das Proletariat die Gefahr der Reaktion auch auf geistigem Gebiet erkannt Hot. Was zeigt das kleine Beispiel Kirchmöser? Eine einige Ar- beiterschast ist stark. Eine einige Arbeiterschaft kann selbst heule weitgehend sür die Interessen der arbeitenden Menschen sorgen und jedem Volksgenossen ein menschenwürdiges Dasein verschaffen. Eine einige Arbeiterschaft wird ihre endgültige Befreiung erkämpfen und mit der politischen und wirtschaftlichen auch die geistige Reaktion ans dem Felde schlagen. steter Garde. (Aus dem neueste» Hesi des sozialdemokriNiichen Disknssionsorgun:„D a s Freie ffiot t".)__,___ Dr.WaUer Jflein: ä)er Terirag von',ß'iorhov*) Der merkwürdige Vertrag von Bjoerkoe, bei dem Wilhelm ll. auf seine Art den Zaren zu einem Bündnis mit Deutschland bringen wollte, ist gerade in den letzten Jahren viel diskutiert worden. Den Anlaß dazu bot vor allem die ausführliche Darstellung Bülows in seinen Denkwürdigkeiten. Jetzt liegt' eine gründliche, auf genaue Kenntnis des Materials bernhendc Einzeluntersuchung über den Vertrag vor. Klein bemüht sich, die deutschen Staatsmänner und ihre Versuche möglichst günstig anzusehen, aber er niuß doch die schweren Fehler der wilhelminischen Politik zugeben. Klein sagt Ii, a.:„Der Bjocrkoe-Vcrtrag verlangte von Rußland zuviel ohne genügende Gegenleistung." Der Vertrag sei„nicht genügend durch dacht" gewesen. Endlich:„Das deutsch-sranzösische Problem wurde im Vertrag überhaupt nicht berücksichtigt." Das genügt eigentlich, um den Hossnungslosen Dilettantismus der deutschen Zluhenpolitik zu kennzeichnen. Es ist richtig, daß damals, in der Beurteilung der deutsch-russischen Beziehungen, Wilhelm ll. persönlich vernünftiger war als Bülow, Aber wenn der Kaiser auch einmal einen richtigen Gedanken hatte, vordarb er ihn durch die abenteuerliche und wider- spruchsvolle Art der Ausführung..Wknr Roscnbers. *) D r. Walter Klein, der Vertrag van Bjoerkoe, Wil- Helm l l., Bülow und Holstein im Komps gegen die Isolierung Deutschlands.— Universitas-Verlag, Berlin. Rauchen Sie lieber eine Zigarehhe aienlger aber dafür eine gute 'Rasenspiele am Sonntag Fußball/ Handball/ Tennis Auf den Fuhdallfeldern dcrrsckit am Sonntag wieder ein reger Serienbetrieb. Im ersten Bezirk Osten spielen: Ober- spree gegen Britz>!8 in der Wutzldeide. Baumschulenweg gegen ASV.-Neukölln im Planterwald. Lichtenberg I gegen Frohe Stunde am Bahnhos Stralau-Rummclsburg, Platz.tzynaststraßc. W.eerlsec gegen Lichtenberg II. Kagel gegen Normannio. Hoppegarten gegen Eiche. Raulsdors gegen Wacker Zll. Mohlsdorf gegen Normannia Z. Zum Sportfest in Storkow stehen sich Wacker-Storkow und Eiche- Köpenick mit zwei Männermannschaften gegenüber. Außerdem spielen dort noch Fricdersdors gegen Dolgcnbrodt'und Storkow 3 gegen Alt-Stahnsdorf. Im zweiten Bezir� Norden trifft Adler 08 in Pankow. Platz Kissingenstroßc, auf Zehdenick. Hansa 31 spielt gegen Vorwärts- Wedding in Rcinickendors-Ost, Bernerstraße, hinter dem Gymnasium. Saxonia gegen Eintracht-Reinickendorf auf dem Exerzierplatz, Schönhauser Allee. Blankenburg gegen Nord in Blankenburg.— Im dritten Bezirk Westen spielt nur Werder 88 gegen Butab in Werder. Horte und dabei interessante.Kämpfe wird es im nierten Bezirk Süden geben. Minerva 28 erwartet im Neuköllner Stadion, Platz 8, den Besuch von-Borwärts-Trebbin. Wilmersdorf spielt gegen den vorjährigen Meister der Nordgruppc Schöneberg in Wilmers- darf. Fchrbclliner Platz. Friedenau fährt zu Teltow. Rot-Weiß spielt gegen Köllnische Heide. Fichte gegen Woltersdorf. Jüterbog gegen Dahme. Treuenbrietzcn gegen Kloster Zinna. ?U!i«ndina»nschastei>: Minerva gegen ASJ. Rorjigwalde. Teltow gegen Lichtenberg i. Lchiincberg gegen Lichtenberg l 2. Abler V8 gegen Hansa. Ein. tracht.Reinickendorf gegen Normannia.— Echiilermannschaften: Adler I gegen Zehdenick. Eladow gegen Elstal. Adler z gegen Pankow. Saxonia gegen Hansa. Schöncberg gegen Lichtenberg l. Minerva gegen Nor- vlannia..adllnische Heide gegen Spandau. Lichtenberg Ii gegen Caputh. Beginn der Spiele- Erste Mannermannsckiaiten U>>: Uhr. Vorher spielen auf allen Plätzen die unteren Mannschaften. Die Jugend, und SchUlcrmann. schaften spielen um 10 bzw. II Uhr. ASv. ISZZ Borsigwalde sucht für kommenden Sonntage Spiele für I. und 2. Mannschaft auf Gcgners-Platz Angebot«: Heute Frei- tag, ob 20 Uhr, unter Tegel 2081. JJK. Lichtenberg II sticht zum Somuag spielstarken Gegner mit zwei Männermannschaften aus eigenem Platz. Angebote täglich unter Lichtenberg 3111. fcuuuU>aCi/ Das Spielprogramm ist am Sonntag ziemlich spärlich. Es inter- csstersn nur folgende Spiele: FTGB.-Baumschulenweg gegen FTGB.-Nordost 2 um 1l Uhr Platz Plänterwald. FT.-Grotz-Bestcn gegen VfK.-Proles um 11 Uhr in Großbesten. ATV.-Fredersdorf gegen FSV.-Fichte um 18.40 Uhr in Fredersdorf. Besonders spannend wird es auf dem Platz an der Wuhlheidc 234 zugehen, wo die FTGB.-Oberspree die FTGB.-Lichtenberg erwartet. Ober- spree, als erstklassige Mannschaft, wird zu tun haben, um diesen Gegner zu bezwingen. Nicht ohne Bedeutung ist auch das Tressen in Kaulsdorf, Dürer-Straße, zwischen dem dortigen TSV. und der FTGB.-Stralau, das um 17 Uhr seinen Anfang nimmt. Stralau als Teilnehmer an der Bezirksmcisterschost müßte gewinnen. Vorher spielen hier noch die unteren Mannschaften. Baumwerder gegen FTGB.-Mitte um 18 Uhr. FT.-Bötzow gegen FT.-Friedrichschal um 14 Uhr in Bötzow. FTGB.-Friedenau gegen FTGB.-Westen um II Uhr Platz Offenbachstraßc. FT.-Wilmersdorf gegen FT.-Born- ftedt um 11 Uhr Eiceroplatz. �idiiige Spiele am Sonnabend Volkssport Neukölln hat sich den Kreismeifter Volkssport Wedding zu>0 Uhr nach dem Neuköllner Stadion. Platz 4, eingeladen. Neu- kölln wird sich sehr zusammenreißen müssen, um einer hohen Nieder- läge zu entgehen. Zu derselben Zeit geht die FTGB.-Nordost zum FSV.-Reinickendorf auf den Platz in der Scharnweberstraßc. Auch hier wird das Spiel völlig im Zeichen der Gäste stehen. Arbeiter-T ennis Wichtige Serientreffen/ Tennis-Rot Lichtenberg gegen FTGB. Die Kreisserie der Arbcitcrtennissportler, die am kommenden Sonntag weitergeführt wird, bringt einige interessante Treffen, die den Gruppenstand stark beeinflussen werden. Die.X-G r u p p e für Frauen hat als wichtige Begegnung um 0 Uhr im Balkspark Rehberge FTGB. I und Tennis-Rot Reu- kölln I. Neukölln wird alles daran setze», um siegreich zu bestehen, die Frauen der FTGB. verstehen jedoch zu kämpfen. Wenn nicht olles trügt, dürfte ein knappes Resultat zu erwarten sein. TR. Friedrichshain I gegen TR. Prenzlauer Berg I, 9 Uhr, Prenzlauer Berg, wird Friedrichshnin leicht für sich entscheiden. In Fürsten- walde spielt um 14 Uhr TR. Lichtenberg I gegen TR. Fürsten- waldc I. Es ist durchaus möglich, daß Fürstenwalde einige Punkre rettet. U-Gruppe für Frauen: TR. Friedrichshain II gegen TR. Neukölln II, 14 Uhr, Friedrichshain. Friedrichshain voraussichtlicher Sieger. TR. Westen I gegen TR. Prenzlauer Berg l l, 9 Uhr, Wcxstraße dürfte Westen leicht für sich entscheiden. In der.X-Gruppe für Männer trifft FTGB. I um 9 Uhr in den Rehbergen aus TR. Lichtenberg I. Wie dieses interessante Treffen ausgehen wird, ist ziemlich offen, für FTGB. steht aber die Frage des Gruppenzweiten auf dem Spiel. Günther stößt da- bei auf Schromm-Lichtenbcrg, der eine beachtliche Spielstärke hat, Kucharski dürfte von Hamacher überwunden werden. Das nächste wichtige Treffen ist TR. Gesundbrunnen 1 gegen FT. Spandau I um 8 Uhr im Humboldthain. Gesundbrunnen hat: sich stark ner- bessert und wird die Niederlage vom vergangenen Jahre ausgleichen, wenn sich alle Spieler zusammenreißen. TR. Weidding I wird Punkte an TR. Friedrichshain abgeben. Letzteres Treffen findet um 9 Uhr in den Rchbergen statt. Im Friedrichshain spielt um 14 Uhr in der L-G r u p p o für Männer TR. Friedrichshain II gegen FTGB. II. Die siegeslüsternen Fricdrichshainer haben das Spiel noch nicht gewonnen. Das Spiel zwischen TR. Neukölln I und TR. Prenzlauer Berg l dürfte sich ausgleichen. Prenzlauer Berg hat es sehr nötig, seine Position zu verbessern. Dieses Treffen be- ginnt 9 Uhr im Volkspark Neukölln. Ob TR. Weißensee seine Eicgesserie fortsetzen kann, entscheidet das Spiel gegen TR. Char- lottenburg I um 9 Uhr im Balkspark am Faulen See. Die C G r u p p e für Männer bringt um 9 Uhr TR. Prenzlauer Berg II und TR. Neukölln II zusammen. Das Treffen ist offen. TR. Fürstenwalde I wird gegen TR. Lichtenberg II nicht viel zu bestellen haben. Um 9 Uhr spielt in der Jungfern Heide TR. Charlattenburg II gegen TR. Fricdrichshain III. Dieses Treffen der v-G r u p p e ist offen, während das andere Treffen dieser Gruppe. FT. Spandau II gegen TR. Prenzlauer Berg III um 9 Uhr in Spandau, den Platz- verein siegreich sehen dürfte. Folgende Spiele werden neu ange- setzt: TR. Gesundbrunnen II gegen Westen I(Männer), TR. Char- lonenburg I gegen FTGB. II(Frauen) Ftinglcampfe Im Sportpalast Der bereits zweimal gestartete Kampf zwischen dem Spandouer Pohl Fuß und dem gewandten Russen Chiruchin wurde gestern noch einer mehr als einstündigen und wechscloollen Kampfdaucr beendet: dem Berliner glückte ein lleberstürzer. Die beiden Unbe- siegten Poßhoff und Iaago trennten sich mit einem Unentschieden. Bei dem folgenden Schwergewichtskampf Budrus— Polis war der Litauer nach 19 Minuten durch Eindrücken der Brücke der glück- lichere. Das Treffen Kopp gegen Landau endete nach 11 Minuten zugunsten des Tschechoslowaken. Rainer und Sasorski zeigten wiederum das ganze Repertoire ringerischer Griffe. Der flotte Kampf endete nach 17 Minuten mit dem Siege des Polen. Heute, Freitag, werden vier Entfcheidungskämpfe ausgetragen, und zwar: Chiruchin(Rußland) gegen Krumin(Lettland), Barothy gegen Grünberg. Polis gegen Kapp und Pooshoff gegen Landau. Internationale Flugschau Am Sonntag in Tempelhot Mit einem reichhaltigen Programm wartet die I n t e r n a t i o- »ale Flug schau aus. die am Sonntag auf dem Flughafen Tempelhos durchgeführt wird. Eingeleitet werden die Dar- bietungcn um 15 Uhr mit den Anfliegen der in Staaken gestarteten Moschinen der Italiener und der Großflugzeuge der Lusthansa. Dann folgen Geschwaderflügc der Deutschen Verkehrsflieger- schule, der Akademischen Fliegcrgruppcn Hannover, Berlin, Broun- schweig und Leipzig, während unten die akademischen Verbindungen ausmarschieren. Eine Typenschau schließt sich an, � sowie Ballonfangen von je zwei Flugzeugen, die die Aufgabe haben. in einem zwischen ihnen gespannten Netz möglichst viele der kleinen Ballons aufzufangen. Ferner gibt es einen dreifachen Segel- f l u g s ch l e p p st a r t mit einem von Köster gesteuerten Motorflug- zeug. Die Scgclflugmaschinen werden von Wolf.Hirth, Bcdau und Meyer-Stcttin geführt. Sodann der hochinteressante Stoffelkunst- flug der Italiener, die Luftrenncn, die die Italiener einerseits und die Deutschen Poß, Morzik, Osterkomp und Hirth zeigen werden. Im Anschluß daran kommt Gerhard F i e s e l e r mit seinem groß- artigen Kunstflugprogramm zu Wort. Eine fliegende Lzumoreske, Vorführungen des ungarischen Kunstfliegers. Fallschirmabsprung aus einem Segelflugzeug, Vcrgleichsfliegen Colombo— Ficseler vervoll- ständigen die Darbietungen dieser internationalen Fliegerichau. Als Abschluß kündet man eine besondere Attraktion an: „Bomben über Berti n". Was das sein soll, wissen wir nicht, neben uns aber der Hoffnung hin, daß es keine Kriegspielerei wird, worauf die Bezeichnung eigentlich schließen läßt. Ehe man aber unangenehme Ersahrungen macht, möchten wir doch die Stadt Berlin, die Eigentümerin des Flugplatzes ist, bitten, sich um die Angelegenheit zu kümmern. In Fliegerkrcisen ist von einer republi- kanisch-pazifistischen Einstellung noch nie viel zu merken gewesen. Berliner Boxkämpfe Die zweite dicssommerliche Boxveranstaltung im Kleinring im Saal der„Neuen Welt" brachte recht iMeressante Kämpfe. Im ein- leitenden Kamps zeigte sich der frühere deutsche Bantamgewichts- Meister Georg P s i tz n c r- Berlin dem als Ersatz für Tom Harry- Luxemburg eingesprungenen Oesterreicher S p u n e r überlegen. In der 6. Runde mußte der Oesterreicher wegen einer Handverletzung aufgeben. Eine Ueberraschung gab es im Weltergewichtstreffen zwischen Phil N e f z g e r- München und K l o ck h a u s- Krefeld. Dem Münchener nutzte alle Ringerfahrung nichts, er wurde über l>ie Kojen der �en- tralkommission für Arbeitersport und Körperpflege auf der Ausstellung „Luft, Sonne und Haus" bis acht Runden vor Klockhaus klar nach Punkten geschlagen. Im Hauptkamps des Abends nahm H i n z m a n n- Berlin erfolgreich« Revanche für die seinerzeit erlittene Niederlage gegen Willi M ü l l e r- Düsseldorf. Anfangs boxte der im Gewicht um 10 Pfund begünstigte Hinzmann recht sorglos, von der vierten Runde an mußte Müller aber dann zahlreiche Treffer einstecken, und nach einem Herzhaken, der ihn bis 9 zu Boden warf, gab der Westdeutsche in der 5. Runde auf. Eine recht einseitige Angelegenheit wurde der Schlußkampf zwischen Eggert- Berlin und H ü l s e b u s- Bremen. Der Berliner hatte durchweg klare Vorteile, er benötigte aber sieben Runden, ehe der tapfere Bremer nach zwei Niederschlägen sich aus- zählen ließ. „Quer durch Charlottenburg" Das Charlottenburger Arbeitersport-Kartell, das erst am ver- gangenen Sonnabend mit einer gut gelungenen Veranstaltung auf dem Sportplatz Niebuhrstraße die Aufmerksamkeit der Charlotten- burger Einwohner auf sich lenkte, tritt morgen, Sonnabend, erneut an die Oeffentlichkeit. Diesmal ist es eine Stafette, die unter der Bezeichnung„Ouer durch Chorlottenburg" von Läufern. Ruderern, Schwimniern und Kanufahrern durchgesührt wird. Start ist vor dem Volkshaus in der Rosinenstraße, Nähe Berliner Straße, um 18 Uhr. Die Läufer, die durchschnittlich eine Strecke von 200 Meter zu laufen haben, tragen den Stab durch die Rosinenstraße, Am Lützotzw. Guerickestraße und Werner-Sie- mens-Stroße bis zur Marchbrücke, wo Uebergabe an die Ruderer ersolgt. Diese fahren den Landwehrkanal abwärts unter der Dove- brücke hindurch zur Spree. Hier werden dann die Röntgenbrücke und der Siemenssteig passiert. An der Caprivibrücke. im Zuge der Spreestraße, warten die Schwimmer, die längs des Charlottenburger Ufers, bis zur Schloßbrücke schwimmen. Jetzt übernehme» die Kanu- fahrer die Staffel und fahren bis zur Brücke am Bahnhof Jungfern- Heide, wo erneut Läufer eingesetzt werden, die über den Tegeler Weg und Schloßbrücke zum L u i s e n p l a tz laufen. Dort ist das Ziel. Die Reigensahrcr von Solidarität zeigen ab 18 Uhr bis zum Eintresfen der Staffel auf dem Platz vor dem Denkmal Kunst- reizen. Charlottenburgs Eiserne Front wird den Arbeitersportlern durch vollzähliges'Antreten ihre Unterstützung geben. Kleiner Sport von überall Der ASV. Schöneberg-Friedenau 07 veranstaltet am Sonnabend. 11. Juni, eine Führung durch das Frauen», useum im„Eäcilien- Haus", Charlottenburg, Berliner Str. 137. Die Führung ist unent- geltlich, sie beginnt um 19 Uhr. Treffpunkt um 18X Uhr am U-Bahn- Hof Knie. Nachzügler möchten sich bei der Auskunft erkundigen. Z» dieser Führung werden nur Frauen und Jungmädchen zugelassen. Gäste aus befreundeten Organisalionen sind eingeladen. Neuer internationaler Heberrekord. Bei den Parkämpsen um die .Kreismeisterschaft der Wiener Arbeiterathleten stellte der bekannte Mittelgewichtsheber Hala, Inhaber einer Reihe guter Höchstleistungen, wieder eine neue Bestlkiftung iür die Sozialistische Arbciienport- Internationale auf. Er verbesserte seinen eigenen Rekord von 140 auf 141 Kilogramm im beidarmig Stoßen. De» österreichischen Landesrekord im beidarmig Heben schraubte der Rctördmann aus 104,5 Kilo- gramm. Appell der Internationalen Touristen-Allianz an den Völkerbund. Die in Kopenhagen tagende Internationale Touristen-Allianz (.XHisnee internationale du Tourii-me). in der 31 Motor- und andere Touristenorgonisotionen in Europa. Asien. Afrika und Amerika vertreten find, hat heute einstimmig beschlassen. beim Völker- bund und bei den verschiedenen Regierungen Vorstellungen wegen der vielen Schwierigkeiten zu erheben, die dem internationalen Ver- kehr und dem freien'Automobilocrkehr in den Weg gelegt würden. Die Allianz bittet, so schnell wie möglich die Beschränkungen auszu- heben, die zu einer Isolierung der Länder führten und die Ideen zerstörten, für deren Verwirklichung der Völkerbund kämpfe. RV. Vorwärts, Berlin. Dienstaq. 14.?uni. 20 Uhr, Vorstondsfitzung. Donnerstag. 16. Juni. 21 Uhr. Mitgliederversammlung. AGV. Schöneberg'Friedenou. Wer am Sonnabend nifM zur Führung durch das Frauenmuseum kommt, ist abends auf dem Rubensplatz. Die Burschcnfohrt geht vom Bahnhof Ebersstraße in zwei Etappen: 17 und 20'.. Uhr. Kartell bezirk Friebrichsbain. Freitag. 10. Juni, Meldeschluß zur Sonnen- wende. Stafetten und Sondervortührungen müssen vorher gemeidet werden. um das Programm endgültig zusammenzustellen. Nachmeldungen werden nicht berücksichtigt. Meldungen an G. Wundtke, Falckensteinstr. 12. Dienstag. 14. Juni, Sitzung der Programmkommission und Techniker bei Kirchmann, Diestelmeperstr� 2, 20 Uhr. VfZt. Proles, Männerabteilung Ost. Sonntag Fahrt nach Großbesten. Treffpunkt Sonnabend 17 UUhr Görlitzcr Bahnhost Nachmittags Spiel gegen Großbesten. Mittwoch, 13. Äuni, Beginn des Handballkursus auf dem Sport. platz Ost. 10 Uhr. Ruderverein Eollegia. Montag. 13. Juni. 20 Uhr. Mittwoch. 13. Juni, 20 Uhr. Steuermannskursus bei Thunack; Sonnabend. 18. Juni, nachmittags, bei Krause. Die Genossen, die an dem Kursus teilnehmen, müssen an allen drei Tagen erscheinen, da sie sonst eine Prüfung nicht machen können. Die Sitzung Freitag. 17. Juni, fällt aus. Fahrtenansetzung am Sonnabend im Bootshaus. Fußball. Club Normania. l. Borsitzender? August Herrmann, Lichtenberg. Hausfstr. 10. Bereinstechniker: E. Kölpin. Proskauer Str. 0. Schreiben an Kölpin. Gegner für 1. und 2. Männer zum 18. oder 19. Juni auf eigenem Platz gesucht. Rundfunk am Abend Freitag, den 10. Juni Berlin: 16.05 Zwischen Giro d'Italia»ud Tour de France(M. Schmidt und O. Heller). 16.30 Flötenmusik. 16.45 Lieder und Balladen. 17.00(lörbcricht von der akademischen Fliegergnippe der Technischen Hodisdiule law Mikrophon; W. Stölting). 17.20 Das neue Buch. 17.30 Vom Tennisspiel Rogers gegen v. Gramm(am Mikrophon:' B. v. Reznicek). 17.50 Unterhaltungsmusik. 18.55 Die Funkstunde teilt mit... 19.00 Die neue preiifiische Notverordnung(Finanzminister Dr. Klepper). 19.10( horgesänge. t9,:i0 Ins Bergland des Häming(Dr. K. Nägler). 20.00 Ans Washington: Morüber man in Amerika spricht(Kurt G. s,ell). 20.15 Ans Breslau; Tin VV alzer muH e- sein 21.15 Edwin Fischer spicll und dirigiert. 22.15 Wegweiser ins Wochenende. 22.20 Politische Zeitnngsschau(Dr. J. Räu-cher). Wetter-, Tages- und Sporl- nachrichten. Tanzmusik. Königswust er hausen:(6.00 Pädagogischer Funk (Dir. O. Braune). 16. 3U Aus Leipzig; Xachmittagskonzert. 17.30 Risiko und Leben-versichei ung de- Menschen der Gegenwart(Privatdozent Dr. Masur). 18.00 Theaterpublikuro und Rundluokhörerschart(J. Berdult und Dr. K. Würzburger). 18.30 Reparationen im Vuslande vom Standpunkt des Ueberscekanfmanns(K L. Nottelbohm). 18.53 Wetterbericht. 19.15 W isse.nschaftlicher Vortrag für Zahnärzte. 19-35 Warum Bücher?(W. Brink). 20.15 Aus Stuttgart: „Leichte Kavallerie"(komische Oper). 22.20 Wetter-, Tages- und Sportnachrichten. Sonst; Berliner Programm. Vollständiges Europa-Programm im., Volksfunk". monatL 96 Pf. durch alle„V orwarts-Boten oder die Postanstalten.