Morgenausgabe Nr. 223 A 136 49. Jahrgang DSchenlttch 7t PI. monatrid) 8.28 971 (davon 87 Pf. monatlich für Zuslel- lunq ins Haus) im voraus zahlbar. Postbezug 3.87 97b einschließlich«OPf. P-IIzeitungs- und 72 Pf. Postdestellgr- «ühren. Auslandsabonnement».SS M. vro Monat; für Länder mit ermäßig- tem Drucksachenuorto S.S» Z7b Der.Vorwärts' erscheint wochentäg- Uch zweimal. Sonntags und Montag, einmal, die Abendausgabe für Berlin und im Handel mit dem Titel„Der Abend'. Illustrierte Sonntagsbeilaa, .Polt und iieit' Nevlin«! VoUSblatt Sonntag 1.2 Juni 1932 Groß-Äerlin 15 Z)f. Auswärts 20 Z)f. Die eint o a 1 1. Milltmeterzetle 80 Ps Rellamezeile 2.- 971..Klein« Anzeigen" das fettgedruckte Wort 2» Pf , zulässig zwei fettgedruckleWorlei.Iedes weitere Wort 10 Pf.-Rabatt IL Tarij Worte über IS Buchstaben zählen für zwei Worte. Arbeilsmarkt Millimeter- zeile 25 Pf. Familienanzeigen Milli» meterzeile 1« Pf. Anzeigenannahm« im Hauvlgefchäft Lindenstraße 8 wochentäglich von 8>/, bis 17 Uhr ----■ t der Aden vor! Der Perlag behält sich dasRecht i lehnung nicht genehmer An,«ig> Jentvawvsan der GozialdsmoßeaMOen Oavtei Deutttvlands Redaktion und Verlag: Berlin SW 68, Lindenstr. 3 liernspr. Ton dos! r A 7) 293— 297. Telegrainm-Adr.: Sozialdemokrat Berlin Vorwärts-Verlaa G. m. b. H. Postscheckkonto: Berlin 37 536.— Bankkonto: Bank der Arbelter. AngesteUien nnd Beamten. Lindenstr. 3 Dt B.u.DiSc.-Ges., Depolitenk., Jerusalem«! Str. 65:66. psrtsiregisi'ung pspen! Wer das SA.-Verbot aufhebt, zerstört den Staat! Die neuen Herren fühlen sich. Ein Gang durch den abend- lichen Blätterwald von gestern genügt Fu zeigen, aus welcher Ecke jetzt der Wind weht. Der„Angriff", dieses prominenteste Organ der neuen Reichsregierung, fordert das VerbotderKommunisti- s ch e n Partei und die Verhaftung aller kommunistischen Funktionäre unter Mordverdachs. Aber das genügt ihm noch nicht, er verlangt außerdem noch, daß„das jüdische Mord- hetzerpack von der Staatsgewalt an die Wand gestellt wird." Die Hugenberg-Presse fordert das Verbot einer links- stehenden Berliner Zeitung, die es gewagt hatte, über die letzte Rede des Staatsrats S ch ä f f e r, des Führers der Baye- rifchen Volkspartei, einen wahrheitsgemäßen Bericht zu bringen. Schäffer hatte in seiner Rede einen Vergleich zwischen dein Münchener Bllrgerbräu-Putsch von 1923 und den neuesten Vorgängen gezogen und dabei bemerkt, im Jahre 1923 habe alles im Blute geendet, wie das Jahr 1923 auf das Reich übertragen enden würde, das wisse er nicht. Noch einen Schritt weiter geht die„Deutsche Zeitung", die in allen Kritikern am neuen System ganz einfach„Hetzer und Wühler" sieht, gegen die nur„der rücksichtslose Ein- satz aller staatlichen Machtmittel" helfe. Wir gehen bestimmt nicht fehl mit der Annahme, daß bei diesen staatlichen Macht- Mitteln ganz besonders herzlich auch an die Todesstrafe ge- dacht wird. Siehe dazu auch oben: An die Wand stellen usw. Anlaß zu den bescheidenen Forderungen des„Angriff" gibt die Tatsache, daß ein kommunistischer Redakteur— nach berühmten Mustern— irgendwo etwelche Geheimpapiere mit taktisch-strategischen Notizen liegen ließ. Aus diesen Notizen geht hervor, daß die Kommunisten genau so, wie es die Nationalsozialisten tun, gelegentlich U eberfälle auf Andersdenkende veranstalten. Wir stehen nicht im Verdacht, solche Taten zu billigen. Aber wenn aus ihnen ge- folgert wird, daß eine Partei, die für sie die Verantwortung trägt, verboten werden inuß, so trifft diese Folgerung die Nationalsoziali st ische Partei genau so wie die Kom- munistische. Diese Parteien haben aber einander bekanntlich im Landtag A m n e st i e für alle Bluttaten bewilligt, ein- schließlich jener, die bis zum Inkrafttreten des Gesetzes etiva noch begangen werden könnten. Die Kommunisten bewilligten den nationalsozialistischen Totschlägern Straffreiheit in der Erwartung, daß ihre eigenen aus gleichem Grund verurteilten Anhänger gleichfalls frei- kommen würden. In sympathischer Aufrichtigkeit verrät der „Angriff" jedoch, daß die Kommunisten amnestiert werden sollen, nur um gleich danach als lüdisches Mordgesindel an die Wand gestellt zu werden. Das Ainnestieabkommen zwischen Kommunisten und Nationalsozialisten ist eben ein Abkommen zwischen Gent- lemen. ★ Bis vor kurzem hatten wir in Deutschland Regierungen, die sich von den Parteien der ungesetzlichen Gewalt auf der äußersten Rechten und auf der äußersten Linken gleich weit entfernt hielten und wenigstens einigermaßen mit gleichein Maß zu messen versuchten. Das ist jetzt anders geworden: seit Ansang Juni haben wir eine Reichsregicrung, die mit den Nationalsoziali st en ihre festen Ab m a ch u n g e n hat. Ilm ihnen zu entsprechen, hat sie den Reichstag aufgelöst. Ein zweiter Wechsel, der die Aufhebung des SA.-Verbots verbeißt, wird Mitte dieser Wockie fällig— Daß der„Angriff" schon nach dem Verbot der KPD. schrie, noch bevor die SA. wieder erlaubt ist. war vielleicht taktisch nicht ganz geschickt. Wir halten nichts von Parteiverboten, da wir.der Mei- nung sind, daß gegenüber geistigen Aeußerungen. und seien es auch die dürftigsten, die Gewalt kein Argument ist. Wir haben das Verbot sw''o''I des Rotfrrntkömpferburides wie der T!. gebil''�. weil der Staat jenen Parteien, die ihn mit gewaltsamen Mitteln bekämpfen wollen, die Bildung vonPrioatarmeen nicht gestatten kann. Nachdem der Rotfrontkämpferbund verboten war, und nach den zahllosen blutigen Gewalttaten, deren sie sich schuldig gemacht hatte, war das Verbot der SA. ein Gebot der Staatser- Haltung und der ausgleichenden Gerechtigkeit. Herr v. P a p e n hat gestern vor dem Landwirtschastsrat den Anschein zu erwecken versucht, als sei seine Regierung keine P ar t e i regierung. Kommt es aber wirklich soweit, daß das Verbot der SA.— trotz aller dagegen stehenden Gründe des Rechts und der Staatsvernunft— wieder ausgehoben wird, dann wird die Regierung Papen diejenige sein, die die Grundlagen des Staates geopfert haben wird, um einer Partei zu dienen. Sie wird die einseitigste und bösartigste Parteiregierung sein, die jemals bisher in Deutschland regiert hat. Die Aufhebung des SA.-Verbots ist nicht möglich, ohne daß die Autorität des Staatsoberhauptes ge- radezu vernichtet wird. Acht Wochen sind es her, daß der Reichspräsident das Verbot der SA. erlassen hat mit der Be- gründung, ihr Weiterbestehen müsse zu bürgerkriegs- ähnlichen Zuständen führen. Jetzt wird dem Reichs- Präsidenten zugemutet, durch eine neue Notverordnung die alte wieder aufzuheben und damit für die Entstehung bürger- kriegsähnlicher Zustände die persönliche Verantwortung zu übernehmen. Was heißt das anderes als gegen den Staat, vertreten durch seinen obersten Repräsentanten, einen Vernich- tenden Schlag führen im Interesse einer Partei!? Die Redensarten des Herrn von Papen über seine Re- gierung, die keine Parteiregierung sei, werden durch die Tatsachen glatt widerlegt werden. Und wenn dann die bürger- kriegsähnlichen Zustände kommen und wenn die ersten Toten daliegen, dann wird keine Macht der Welt den Ministern die Verantwortung dafür abnehmen können! Unsere Gegner sind so freundlich, uns zu unterstellen, aus unseren Warnungen spräche die A n g st. Wir überlassen es unseren Lesern, zu beurteilen, ob es die Sprache der Angst ist, die wir sprechen— aber wollen wir einmal die Probe machen? Bei dem ersten Wort, mit dem wir unsere Anhänger auffordern, sichgegenGewaltzurWehrzusetzen, wird durch die Rechtspresse der Schrei gehen, w i r bereiteten den Bürgerkrieg vor. Denn dies steht jetzt schon fest: Wenn die SA. mordet, tut sie das immer nur in Notwehr! Ganz konsequenter- weise fordert der„Angriff" die Freilassung aller wegen Ge- walttätigkcitsdelikten in Haft befindlicher Nationalsozialisten, weil sie samt und sonders in Notwehr gehandelt hätten. Dies- mal in Notwehr gegen die Kommunisten. Und sonst? In derselben Nummer des neuen Regierungsblattes liest inan die folgende Notiz: Das Zentrum, das sich in seinen schlesischen und rheinischen Hochburgen bekanntlich unier dem Namen„K r e u z s ch a r" eine Knüppelgardc geschassen hat, die schon öfter im Bunde mit dein„Reichsbanner" über einzelne Nationalsozialisten herfiel, gedenkt nach einer Meldung aus Essen diese Formationen zu verstärken. Da hat man es! Ob Kommunisten, ob Reichsbanner, ob Kreuzscharen des Zentrums— sie sind allzumal die blut- dürftigen Angreifer, die SA. ist immer in der Notwehr. Und ist erst Preußen von„Marxisten" gereinigt, dann kommt jeder, der nicht ganz totgeschlagen worden ist, nachher noch wegen Landfriedensbruchs vor Gericht! An dem Tage, an dem das SA.-Verbot fällt, wird die Regierung Papen, für alle Welt erkennbar, eine n a t i o � nalsoziali st ische Parteiregierung sein, und sie wird für alle Folgen die Verantwortung tragen. Nichts wird sie schützen vor der Anklage, einen Staat zugruirde- gerichtet zu haben, damit eine Partei— und was für eine! — triumphiert! Sturm im Reichsrat. Güddeuffchland gegen einen Z�eichskommissar für Preußen.- Scharfe Aus« einanderfehungen in der Iteichskanzlei. Herr von Papen hatte einen Plan. Er wollte keine ge- meinsame Zusammenkunft der Ministerpräsidenten, sondern Einzelbesprechungen, wobei die Besprechung mit Preußen als schon erfolgt gelten sollte. Nach diesem Plan wäre Preußen ausgeschaltet gewesen, zugleich wäre der Anschein ent- standen, daß die geschäftsführende Regierung Preußens vom Reiche als eine Regierung minderen Rechts an- gesehen wird. Offensichtlich war dies iin Zusammenspiel mit den Nationalsozialisten der Zweck der Uebung. Dieser Plan ist durchkreuzt worden, und zwar infolge des heftigen Protestes aus Süddeutschland. Der Reichskanzler mußte sich unter dramatischen Umständen zu einer gemein- samen Ministerpräsidentenkonferenz verstehen, die einen noch dramatischeren Verlauf genommen haben soll. Er dürfte belehrt worden sein, daß er auf außervrdent- lich ernste Widerstände stößt, wenn er nach den Wünschen der Nazis frisch und fröhlich in die verfassungsmäßigen Rechte der Länder einzugreifen wünscht! Am Sonnabend vormittag traten die vereinigten Aus- schiisse des R e i ch s r a ts zu einer Sitzung zusammen, in der sich der Chef des Kabinetts der Barone, Herr von Papen, den Reichsratsmitgliedern vorstellte. Ueber diese Sitzung ist der folgende, nichtssagende offizielle Bericht ausgeschrieben worden: „Die Reichsregicrung gab in der heutigen Sitzung der ver- einigten Ausschüsse des Reichsrats Auskunft über den Reichs- haushalte plan des Reiches und über dt? Kmndzügc der von ihr geplanten Notverordnung zur Sicherstcllung der Zinarizen von Reich, Ländern und Gemeinden, sowie zur Rettung der Sozialversicherung. Der Reichsmimster der Finanzen und der Reichsarbeitsininister erläuterten und begründeten die Absichle n der Reichsregierung. Im Anschluß an diese Ausführungen fand eine eingehende Aussprache statt, in der die Vertreter der Länder ihre Stellungnahme darlegten." In Wahrheit hat sich folgendes zugetragen. Der Reichskanzler wandte sich scharf gegen die süddeutsche Opposition, besonders scharf gegen die Rede des Staatsrats Schaeffer in München. Die Süddeutschen blieben die Antwort nicht schuldig, es kam zu einer außerordentlich scharfen Auseinander- s e tz u n g, bis schließlich der bayrische Ministerpräsident Held de» Abbruch der Sitzung und eine sofortige Besprechung des Reichskanzlers mit den Ministerpräsidenten forderte. Die Auseinandersetzung in der Reichskanzlei. Die Sitzung wurde darauf unterbrochen und es fand eine ver- trauliche Besprechung der Ministerpräsidenten mit dem Reichskanzler in der Reichskanzlei statt. In dieser Besprechung ist es allein Anschein imch noch weit schärfer hergegangen als in der Sitzung der Reichsratsausschllsfe. Man kann als selbstverständlich annehmen, daß Preußen sich sehr energisch gegen die unzulässigen Eingriffe des Herrn von Papen verwahrt hat, aber es scheint, daß es durch das Austreten der slld- deutschen Vertreter der'Ausgabe überhoben worden ist, so schars vorzugehen, als es sonst gewollt oder gemußt hätte. Es verlautet, daß es noch nie in als zu so offenen und außerordent- lich scharfen Auseinandersetzungen zwischen einem Reichskanzler und Ministerpräsidenten der Länder gekommen ist. wie bei dieser Auseinandersetzung der süddeutschen Ministerpräsidenten mit Herrn von Papen. Staatsrat Schaeffer hat in seiner Mimchener Rede zu den Plänen der Reichsregierung, einen Reichskom» Volksfront gegen Hitlor-Barono! Oeffentllche Kundgebungen am Mittwoch, dem 15. Juni, 20 Uhr in der„Neuen Weit", Neukölln, Hasenheide 1 08 in den Spichern-Sälen, Spichernstr. 3 im Saalbau Friedrichshain, Am Friedrichshain in den Pharus-Sälen, SVlüllerstr. 142 Redner: Clara Bohm-Schuch, E.Hamburger, Franz Künstler, Paula Kurgass, Carl Litke, Toni Sender, Fr. Stampfer, Mathilde Wurm— Gestaltet diese Kundgebungen zu einer gewaltigen Abrechnung mit der Hitler- Reaktion! Freiheit! Freiheit! Hinreißende Freiheitskundgebung der Eisernen Front in Oarmstadt. Welch unerhörten Kampfwillen die Eiserne Front bei Einsatz all ihrer Kräfte zu entfesseln vermag, bewies sie mit einer großen Wahlkundgevung in Darm st ad t. Ein riesiger Demonstrationszug, in dem Dutzende von Kampftranspa- reuten gegen die Nazis getragen wurden, zog durch die von Menschen- massen besetzten Straßen. Dsese Menschen aus den Straßen waren aber nicht nur passive Juschauer, sondern sie streckten den Mar- schierenden die emporgereckten Fäuste mitdem Gruße „Freiheit" entgegen, der aus dem Zuge tausendfachen Wider- hall fand. Die Straßen ertönten von den Freiheitsrufen und die am Monument versammelte Störungsgruppe der Nazis suhlte: die Hitler-Psychose ist in Hessen zu Ende! Ihr Versuch, die Spitzengruppe mit dem Bundesführer des Reichsbanners anzugreifen, nahm ein jämmerliches Ende. Auf dem Paradeplatz, wo die Kundgebung stattfand, waren mehr als zehntausend Republikaner versammelt, die die hinreißende Forderung Höltermanns, Hessen vom Hakenkreuz freizumachen, ebenso stürmisch unterstrichen wie seinen Appell, die Rechte des freien Staatsbürgers mit allen 'Mitteln zu verteidigen. Wenn der Geist des Widerstandes und des Angriffs, wie er sich in Darmstadt mani- fcstierte, in den nächsten Wochen von der Eisernen Front durch ganz Deutschland getragen wird, dann ist es vorbei mit der Hitlerei! Am Nachmittag hatte Höltermann in einer Pressekonferenz über die Stellungnahme des Reichsbanners zu den gegenwärtig im Vordergrund stehenden politischen Fragen gesprochen. Die Regie- rung habe angekündigt, sie würde das SA.- Verbot auf- heben. In der Stunde, da das geschehe, beginne für Deutsch- land eine sehr gefährliche Zeit. Es liege in der Natur der Dinge, daß die SA.-Leute glaubten, sie hätten gewisse Frei- heilen. Was die SA.-Leute unter Propagandasreiheit verstünden, sei in Wirklichkeit T e r r o r s r e i h e i t. Wir billigen Terror- freiheit niemandem zu! Wer den Versuch macht, wird sein blaues Wunder erleben! Zum Schluß wandte sich Höltermann an die Beamten- schaft. Sie hat selbst zu entscheiden, ob wir in Deutschland das Berufsbeamtentum im guten Sinne behalten wollen oder ob in Deutschland ein politisches Beutesystem herrschen soll. Es geht nicht an, daß die Beamten nur so lange loyal sind, als sie sehen, daß nicht eine andere Macht kommt. Wir werden uns sehr nachdrücklich überlegen müssen, ob wir nicht mit den B e- amten, Richiern usw., die zu erkennen geben, daß sie für Hitlers Monopolherrschaft sind, sehr radikal werden reden müssen, wenn wir wieder zur Macht kommen— und das kann sehr bald geschehen! Der Beamte darf nicht in schwankender Zeit eine schwan- kende Gestnnung zeigen. Er muß treu zum Grundsatz des Staates stehen. Luther zur Reichsbankpolitik. Seine Rede im Langnam-Verein. Reichsbankpräsident Dr. Lucher hat auf der 60. Jahrestagung des Langnamvcreins eine grundsätzliche Rede zu kredit- und währungspolitischen Fragen gehalten, in der Lucher nach dem„Deutschen Handelsdienst" erklärte, daß es in Fragen der Kreditausweitung Grundregel der Notenbank bleiben müsse, den Parallelismus der Waren- und Keldssite der Wirtschaft aufrechtzuerhalten. Das gehamsterte Geld müsie man mitzählen, da es in jedem Augenblick in den Umlauf zurück- kehren könne und bei großen Beträgen Einfluß auf die Warenseits ausüben könne. Di« Reichsbank könne sich nicht einseitig auf be- stimmte Risiken festlegen, und es wäre darum auch verkehrt, wenn sie chrerseits ein Kreditausweitungsprogramm aufstellen würde. Dr. Lucher trat energisch dafür ein, daß das Gold der einzig internationale Wertmahstab bleiben müsie. Ein besseres Mittel sei bisher nicht gefunden worden.... Die gegenwertigen Devisen- sperren und Stillhalteabkommen seien nur vorübergehende Not- maßnahmen. Man werde auch in Zukunft des Goldes, als Mittel, das transportable Werte schaffe, die international zum Ausgleich verwandt werden können, nicht eintreten können. Eine H y p t h e- kenwährung lehnt« Dr. Luther ab, weil sie beliebig vermehr- bar sei. Eine Weltindexwährung sei wohl theoretisch denk- bar, aber praktisch undurchführbar. Die Mittel, die die Der- e in i g t e n Staaten von Nordamerika auf dem Gebiete der Währungs- und Kreditpolitik bisher angewandt hätten, seien nicht in der Lage gewesen, die Wirtschaft wieder in Bewegung zu bringen. Bei einer Besprechung der Diskontpolitik der Reichsbank wies er dann darauf hin, daß zu einer Ankurbelung der Wirtschaft die Z i n s s c n k u n g in Deutschland bisher leider-nicht geführt habe. Durch die Schaffung einer Zahlungspause habe man davon absehen können, ein Moratorium zu verkünden, dem es an einer geistigen Vorbereitung des Auslandes gefehlt hätte. Man hätte also mit einer viel größeren Gefahr rechnen müsien, als wenn man später zu emem Moratorium übergehen würde. Man müsie die Linie des ehrbaren Kaufmanns so lange wie möglich einhalten. Dann würde auch ein Moratorium, zu dem es kommen köpne, wenn der Ueberschuß in der deutschen Handels- und allgemeinen Leistungsbilanz immer geringer wird, von der ganzen Welt anerkannt werden und nicht die früher gefürchteten Gegenmaßnahmen auslösen. Die Einführung einer Binnenwährung lehnte Luther ab unter Hinweis auf die Entwicklung in Rußland. Binnenwährung sei identisch mit Außenhandelsmonopol Der Außenhandel sei zwar zu pflegen, das könne aber mcht vermittels eines bürokratisch gehandhabten Außenhandelsmonopols geschehen. Schließlich streifte Dr. Luther noch das Problem der Autarkie. Diese lause auf die Frage hinaus, ob man alles auf den Tausch- Handel abstellen könne. Der Tauschhandel sei aber geeignet, die Not- läge Deutschlands noch zu vergrößern. Man müsie sich darüber klar sein, welch große Umstellungsnotwendigkeiten in der Industrie mit der Autarkie verknüpft seien. Mit dem Inlandsmarkt allein könmen wir unser Volk nicht so beschäftigen wie unter Einbeziehung der Ausfuhr. Wenn Autarkie die Pflege des Binnenmarktes bedeuten solle, dann fei man hierin einig. Das Ziel der Selbsternährung durch die deutsche Landwirtschaft sei eine anerkannte Politik, obwohl sie zu höheren Nahrungsmittelpreisen als den Welt- Marktpreisen führe. missar in Preußen einzusetzen, das Wort geprägt: Er soll es nur wagen! Von diesem Wort ist nicht abgegangen worden, und die außerordentlich ernsten Konsequenzen solcher verfassungswidrigen Pläne sind Herrn von Papen sehr deutlich zum Bewußtsein gebracht worden. Nach dieser Auseinandersetzung wird Herr von Papen einsehen müsien, daß er eine große geschichtliche Verantwortung auf sich nehmen würde, wenn er trotz der unabsehbaren Folgen einen Rcichskommissar in Preußen einsetzen wollte. Man hat ohnehin schon das Gesühl, daß infolge des unglaublichen Dilettantismus des Kabinetts der Barone das Reich in allen Fugen kracht! Die Beratung über die Kinanzfragen. Nach dieser vertraulichen Auseinandersetzung ging die sachliche Beratung in den Reichsratsausschüssen weiter. Bei der Besprechung über die Finanzlage nahm nach dem Reichsfinanzminister für die Länder zunächst der preußische Finanzmini st erKlepper das Wort. Er erklärt« die vorbehaltlose Billigung zu den grundsätzlichen Aussührungen des Reichssinanzministers über die Not- wendigkeit eines echten Haushaltsausgleichs und über die Zurückweisung aller Währungsexperi- mente. Eine exakte Währungspolitik sei keine theoretische Frage, sondern einfach eine gebieterische praktische Forderung. Dazu gehöre aber der reale Haushaltungsausgleich, den zu erzielen es im vitalen Interesse des Reiches keine Grenzen geben dürfe. Die Länder dürften in ihrer finanziellen Verantwortung nicht dadurch gelähmt werden, daß sie in der Einnahmegestaltung eingeengt, ihnen aber Ausgaben auferlegt würden. Eine differenzierte Behandlung der Länder durch Sonderzuweisungen an Einzelländer sei moralisch unhaltbar: das Reich kann sich das auch künstig nicht mehr leisten. Die Länder dürfen auch nicht in chren Beziehungen zu den Gemeinden durch Eingriffe der Reichsregierung gehemmt werden. Die Reichsregierung müsie auf die Handelspolitik Einfluß nehmen. Intensivierung des Güteraustauschs sei erforderlich. Deutschland müsie aus der Abfchnllrung heraus. Er bedauere, daß der Reichs- arbeitsminister in der Frage der Arbeitsstreckung über vorsichtige Erwägungen nicht herausgekommen fei. In dieser Frage muß schnell etwas geschehen. Es entspreche der wirschaftlichen Erfahrung, daß mit zunehmender Technisierung die Arbeitszeit zurückgehen müsie und daß der Staat die Lösung dieses Problems, das sich in Krisen enthülle, m die Hand nehmen müsse. Ebenso müsse die Arbeits- befchaffung richtig angefaßt werden. Die Hauptsache müsie dabei sein, daß Teile der Jndustriebevölkerung allmählich auf das Land gebracht werden müßten. Daher sollte die Reichsregierung die Siedlungspläne der alten Regierung möglichst schnell aufnehmen. Distairzierung von der Parteipolitik sei gut, dann aber von jeder Parteipolitik! Zusammenfassung der nationalen Kräfte sei gut, dann aber aller nationalen Kräfte! Nur dann könne sich der Erfolg einstellen, den die Länder der Reichsregienmg als ihrer Repräsentanten wünschen. Aber auch in der Sitzung der Reichsratsausschüsse am Nach- mittag, die bis zum Abend dauerte, klang die erregte Stimmung noch nach und es sind auch weiterhin noch sehr deutliche Worte gegen die Pläne des Kabinetts der Barone geiallen! Die Pression auf Preußen. Popens Brief an Kerrl. Der Pressedienst der NSDAP, veröffentlicht jetzt den Wortlaut des Briefwechsels zwischen Reichskanzler und Landtagspräsidentsn. Am 6. Juni hat der Reichskanzler an den Präsidenten Kerrl folgendes Schreiben gerichtet: „Sehr geehrter Herr Präsident! Eine gryße Reihe lebens- nichtiger Fragen harrt in Preußen dringend der Lösung. Sic Verden, sehr geehrter Herr Präsident, mit mir der Auffassung ein, daß die Lösung dieser Fragen nicht von einer ge- schäftsführenden, sondern nur von einer Regierung durchgeführt werden kann, welche gemäß Artikel 45 der preußischen Verfassung zu stände gekommen ist. Ich befürchte in sehr naher Zest schwere Gesahren, Insbesondere finanzieller Art, für das Land Preußen, wenn nicht un- verzüglich der Versuch einer Regierungsbildung unternommen wird. Die Reichsregierung wird eine dauernde Behebung der finanziellen Schwierigkeiten Preußens nur im Benehmen mit einer ord- nungsgemäß zu stände gekommenen preußischen Regierung durchführen können. Ich möchte daher die dringende Bitte aussprechen, daß Sie, sehr geehrter Herr Präsi- dent, alsbald den Zusammentritt des Landtages zum'Zwecke der Wahl des Ministerpräsidenten veranlassen. Mit ausgezeichneter Hochachtung ergebenst gez. v. Papen". Dieser Brief zeigt, wie absolut unzulälsig und in keiner Weise verfassungsmäßig der Schritt des Reichskanzlers gewesen ist. Er zeigt auch, daß das Reich mit finanziellen Mitteln einen Druck auf Preu- ßen ausüben wollte. Der Absicht des Kabinetts der Barone, durch eine Einmischung in die preußische Regierungs- bildung den Nazis zu helfen, ist durch den preußischen Etats- ausgleich ein Riegel vorgeschoben worden. Die Erregung der süddeutschen Länder ist angesichts dieses v e r- fassungswidrigen Pressionsversuchs nur zu be- greiflich. Alarm! Oer„Vorwärts" schweigt. In großer Ausmachung meldet die„Rote Fahne":„Alarm! SA. plant morgen Terrorakte." Es wird gesagt, daß für den kommenden Sonntag systematische Terrorakte, für die bestimmte SA.-Stürme mobilisiert seien, geplant wären. Es handele sich um eine„von der Naziführung angekurbelte Blutaktion". Die„Rote Fahne" schließt diese Mitteilung natürlich mit einem Angriff auf die— Sozialdemokratie! Sic behauptet: ,Ler„Vorwärts" aber schweigt." O nein, war haben nicht geschwiegen und schweigen nicht. Wir haben allen klassenbewußten Arbeitern mitgeteilt und teilen es denen, die es noch nicht wissen sollten, nochmals ausdrücklich mit: Die Kommunisten haben am Donnerstag und Freitag im preußischen Bechtsausschuß Schulter an Schuller mit den Nationalsozialisten jenes Amnestlegefeh befchloffen. das nicht nur für alle vergangenen faschistischen Vluttaten, sondern sogar im voraus für jedwede„von der Naziführung angekurbelte Blutakiion" volle Straffreiheit zusichert. Dos ist der Kamps der KPD. gegen den Faschislcnlerror! Reichswehr und Hakenkreuz. Hitlers Leibjurist nennt Sie Be-chswehr eine Tfazizelle Im Münchener Abel-Prozeß wurde Hitlers Leibjurist, der Rechtsanwalt Frank II, als Zeuge vernommen. Er sagte aus, daß Hiller eine Zersetzung der Reichswehr nicht notwendig habe, da die Reichswehr fowiefo eine einzige nationalsozta- l i st i s ch e Zelle sei. Einer der Führer der NSDAP, bezeichnet also die Reichswehr glatt als ein P a r t e t h e e r l Wir find begierig, ob Herr von Schleicher diese Enchüllung schweigend einstecken wird! Die„Tägliche Rundschau" veröffentlicht in ihrer Nummer 133 eine Zuschrift, die ihr„aus Reichswehr- kreisen" zugegangen ist. Darin heißt es: „Die bürgerlichen Offiziere verfolgen schon seit langem mit Sorge die Tendenz der Heeresleitung, die Schlüssel- st e l l u n g e n nur mitodeligen Offizieren, die durch nahe Verwandtschaft, Vermögen oder Heirat mit Schwerindustrie und Großlandwirtfchaft eng verbunden sind, zu besetzen. Während die ostelbische Versippung dieser Offiziere traditionell ist. setzte der— derzeit bestimmende— schwermdustrielle Einfluß mit dein General von Sceckt ein. Presseorgan dieser Generäle ist be- kanntlich die„Berliner Börsenzeitung". An sich ist das auch keine Schande, und an die persönliche Lauterkeit, den Patriotismus dieser Herren und ihr ehrliches Bemühen, dem Volksganzen dienen zu wollen, kann man ohne Vorbehalte glauben. Trotzdem ist klar, daß die Berkoppelung der Reichswehrleitung mit ganz bestimmten wirtschaftlichen Kräften die große Gefahr in sich birgt, daß die Reichswehr zum Werkzeug dieser Interessenten mißbraucht wird, ohne daß die Leitung das recht merkt. 99,9 P r o z. der deutschen Bevälke- rung sind nun' einmal weder Fabrik- noch Ritter- g u t s b e s i tz e r." Das Proaer Dahigerichk hat dem 1929 gewäbiten deutschen Senator Dr. M e d i n g e r das Mandat aberkannt, weil er damals noch nicht» zehn Jahre tschechoslowakischer Staatsbürger gewesen sei. Dabei besahen die Medinger schon vor dem Krieg eine Herr- schaft in Nordböhmen— es kann höchstens irgendeine Meldefrist versäumt worden sein. Kassiert wurde auch das Abgeordneten. mandar des tschech-schen Faschisten Dr P e r g I e r. Er lebte in Amerika, war 1919 tschechischstowaklscher Gesandter in Tokio. doch haben Zeugen bekundet, die Regierung habe ihm mii diesem Amt— nicht auch die Staatsbürgerschaft oerleihen wollenl Die Wunschlifie des Landbunds Herr von Papen verdient seine pavenheimer� Nachdem die Großagrarier beim Neichsernährungsminister be» reite chre Forderungen nach neuen Spritsuboentionen(Erhöhung des Spritbeimischungszwanges zum Benzins und nach einem Süd- früchtemonopol angemeldet haben, stellt der geschästsführende Prösi- dent des Reichslandbundes, Eberhard Gras von Ka I ck r e u t h. ge- legentlich der Jahrestagung des Deutschen Landwirtschastsrats. die am Sonnabend in Berlin stattfindet, einen neuen Wunsch- Zettel auf. Jener rechtsgerichtete Politiker dürfte schon recht haben, der sich angesichts der ersten Taten der Adelsregierung dahin äußerte:„Wenn das jo weiter geht mit dem Kabinett von Papen, dann wird Deutschland schon zum Herbst nach den Sozis rufen. damit vernünftig im Lande regiert wird." Der Wunschzettel de- Reichslandbundes verlangt: 1. Beseitigung der allgemeinen Meistbegünstigung zum früh möglichen Termin. 2. Umstellung der deutschen Handelspolitik zum Kontingentie- rungssystem unter Zuhilfenahme einer Einschränkung in der Devisen- Zuteilung, um die Einführung von Obst, Gemüse, Fleisch, Eier, Wein, Holz und Fische abzudrosseln. 3. Ablehnung bzw. gründliche Revision des vor wenigen Tagen abgeschlossenen Tarifabkommens mit Sowjetrußland. 4. Kündigung des deutsch-schwedischen Handelsvertrages bis zum 30. Juni. 5. Erhöhung der Zölle für Schmalz und Fett. 6. Erhöhung der Zölle aus dl« Einfuhr von Rohstoffen für die Margarinesabrikation. 7. Fabrikationssteuer für Margarine. 8. Weitere Erhöhung des Beimischungszwanges sür Sprit. 9. Subventionen für die deutsche Stärke- und Kartosselflocken- industrie. 10. Erportprämien für die Ausfuhr von Getreide. 11. Erweiterung des Reichsbankkredits. um die Lagerhaltung bei den Landwirten zu ermöglichen, d. h. die Getreidemärkte zum Zweck einer Preissteigerung zu verknappen. 12 Kontingentierung des Getreideangebots unter gleichzeitiger Festsetzung staatlich garantierter Preise. 13. Zins- und Lastensenkung. Das dürfte fürs erste genügen. Wahrscheinlich auch Herrn von Papen. Aeues Giedlungs- und Osthilfe-�eferai Damit nichts gegen die Varone geschieht.- Der Landbund ausgerutscht. Amtlich wird mitgeteilt: Durch Kabinettsbeschluh vom 3. Juni 1332 ist die Bearbeitung der landwirtschaftlichen Siedlungsangelegenhelten vom Reichsarbeitsministerium auf das Reichsministerium für Ernährung und Landwirtschaft übergegangen. 5)ierfür wird eine besondere Abteilung unter Leitung eines Ministerialdlrettors eingerichtet. Dieser Ministerialdirektor untersteht unmittelabr dem Reichs» ernährungsminister und gilt für dieses Arbeitsgebiet als sein stän- diger Stellvertreter. Dem gleichen Ministerialdirektor ist die Führung der Geschäfte des Reichstommiffariats für die O st h i l f e übertragen worden. Nach dem Minister ist auch der Mantel gefallen. Es gibt keinen Osthilfe- und Siedlungsminister mehr. Beides macht jetzt «in Ministerialdirektor unter dem Herrn von Braun. Natürlich gibt es auch leine Siedlung als Arbestsbefchaffung mehr, well die Liquidierung der bankerotten Rittergüter unerwünscht ist. Die Barone von Papen, von Braun und von Gayl haben zur Sied- lungssrage im Sinn« der Bereinigung im Osten noch kein Wort zu sagen gewagt. Freilich scheint auch der Landbund mit seinen Per- sonalforderungen auszurutschen. Man nennt als Siedlungs- und Osthilfereferenten Reichard aus dem Reichsfinanzministerium. als Staatssekretär im Reichsernährungsministerium und Nachfolger Heukamps Ministerialrat Mufsehl vom preußischen Landwirtschaft?- Ministerium. Das Zunstparlament vom Oritten�eich. Das Mittelalter soll wiederkommen. Uns liegt das folgende Schreiben vor, das Aufschluß über den stockreaktionären Charakter der Nazipartei gibt: Werkzeug- und Maschinenfabrik Zander u. Opitz Spezialsabrik für Schnitte. Stanzen, Pressen usw. Nationalsozialistische Berussoerbindung. Org. II Gau Groß-Berlin der NSDAP. Bezirk..... Alle Eisen- und Feuerhandwerks me ist er der Schlosser- und Schmiedczunft(Bau-, Maschinen-, Werkzeug- und Autoschlosser) werden hiermit ergebenst zu der am..... stattfindenden Gewerks- und Zunstverfammlung eingeladen. Erscheinen von Meister und Meisterin ist Pflicht. Es liegt zeitgemäß in unser aller Belange, unseren Berufs- stand zum Erwachen zu bringen und zusammenzuschließen. damit wir im 3ten Reich in unserem Berufs- Parlament auch vertreten sind. Der Ausspruch Bis- marcks ist heute zur Wahrheit geworden:„Handwerk, ihr werdetdenTagderGewerbefreiheitverfluchen. In der Hoffnung, Sie in unserer Versammlung begrüßen zu können, mit Hitler-Heil Otto Zander, Fachgruppenwart. Sie wollen zurück zum Zunftwesen! Hundert Jahre Geschichte sollen ausgestrichen werden. Diese Leute passen ausgezeichnet zum feudalen Kabinett der Barone! Das iut not— SA. und Polizei. Verbrüderung in Äraunschweig vraunschweig. 11. Juni.(Eigenbericht.) Aehnlich wie vor kurzem in der Stadt Braunschweig empfing die SA. in Holzmindcn die von einer Uebung heimkehrenden Polizeischüler und eine berittene Polizeiabteilung, um sie unter Gesang nationalsozialistischer Hetzlieder und unter Nieder- rufen auf die Republik in die Kaserne zu begleiten. Dort nahmen die P o l i z e i o f f i z i e re den Borbeimarsch der SA. ab. Anschließend gab es in der Kantine eine große Berbrüde- rungsfeier. Die republikanische Bevölkerung ist über diese nationalsozialistische Durchsetzung des Poltzeinachwuchses äußerst empört. Die Nazis und Rechtsparteien haben zur Diffarmierung des früheren sozialdemokratischen Vorsitzenden des Staatsministeriums, Dr. Jasper, im Landtag einen Untersuchungsausschuß beschlossen, der die makellose Finanzverwaltung unseres langjährigen Mi- nisters unter die Lupe nehmen, in Wirklichkeit jedoch nur einer agitatorischen Hetz« dienen soll. L.„-- er wollte mir doch nicht glauben, dah er seine Amnestie nur mir verdankt." Ersah für den„Gtaatssozialismus" Sozialpolitik der„nationalen" Regierung. In einem längeren Aufsatz über den politichen Umschwung besaßt sich die„Soziale Praxis" u. a. auch mit dem sozial- politischen Programm der„nationalen" Regierung, das bis jetzt lediglich in der bekannten negativen Erklärung gegen„einen sich ständig steigernden Staatssozialismus" vorliegt, der d e n S t a a t zu einer Art Wohlfahrtsanstalt zu machen versucht habe, wodurch die Arbeitslosigkeit gesteigert und das deutsche Volk mo- ralisch zermürbt worden sei.- Der„unselige gemeinschaftsfeindliche Klassenkampf" wird als eine Art Teufelswerk samt dem„Kultur- bolschewizmus" verdammt, der als fremdes Gift die besten sittlichen Grundlage der Nation zu veriuchten drohe. „Ueber die unerfreuliche Gesinnung dieser Erklärung — sagt die„Soziale Praxis"— können Zweifel nicht entstehen. Sie enthält keinen eigenen Gedanken, sondern bewegt sich in abgegriffe- nen Schlagworten. Sie bringt Generalanklagen gegen das deutsche Volk und, was bisher in einer Regierungserklärung ebcnfalls nicht üblich war, Anklage gegen die Regierung, deren Nachfolge angetreten worden ist.. „Was praktisch geplant wird, ist aus der Erklärung der neuen Regierung nicht zu ersehen und wird von der ge- samten Arbeitnehmerschaft mit großer Sorge erwartet. Daß«in sozialpakitische'r Entwurf die Krise zum Durchbruch brachte, wird als ernstes Zeichen gewertet..." „Welchen sozialpolitischen Kurs die Regierung insbesondere in der Frage des Tarisoertrags und der Handhabung des Schlich- tungswefens zu steuern gedenkt, wird sich in allernächster Zell bei der Entscheidung über die Lohnfrage im Ruhrbergbau, also an einer Stell« von zentraler Bedeutung, zeigen müssen." Ein tarifloser Zustand„in dem alten sozialen Unruheherd des Ruhrbergbaues" könne nicht ohne Einsluß auf die innerpolitische Lage bleiben. Die Erhaltung der Institution des Tarifvertrags ist bis- her, trotz der stürmischen Forderungen nach„Auflockerung" und nach Beseitigung der Unabdingbarkeit und Verbindlichkeitserklärung von allen ernst zu nehmenden Seiten bejaht worden. Das Blatt tritt für die Erhaltung der Arbeitslosen- Versicherung und der Invalidenversicherung ein wie für die Stützung der U n f a l l v e r s i che r u n g und bemerkt, daß bei der Lösung dieser Fragen die Gesinnung der neuen Regie- rung auf sozialem Gebiet sich erweisen werde. Politisch aber werde Deutschland erst dann wieder zur Ruhe kominen,„wenn die Machtverteilung zwischen Parlament und Prä- sident wieder ausgeglichen und ein vom Vertrauen des Volkes ge- tragener Reichskanzler die Richtlinien der Politik bestimmt. Eine „nationale" Regierung kann weder ein« diktatorische sein noch eine von unterirdischen Mächion betriebene." Währungspolitik der Säuglingspartei. Gottfried Heders neueste Detenntniffe. Hannover. 11. Juni.(Eigenbericht.) Um die Arbeiter einzufangen, reden die nationalsozialistischen Führer sehr radikale Töne. Wenn sie aber mit ihren Geldgebern unter sich sind, hört man das genaue Gegenteil. G o t t s r i e d Feder, der sogenannte Wirtschaftssachverständige der Nazis, sprach hier vor einigen hundert eingeladenen sogenannten„Wirt- s ch a f t s f ü h r e r n". d. h. vor den Herren Arbeitgebern aus Handel, Industrie und Gewerbe. Diese Finanz- und Wirtschafts- gewaltigen beruhigte Herr Feder, indem er mit Nachdruck betonte, man brauche keine Angst zu haben, daß die Nazis nach ihrer Macht- crgreifting etwa alles in Grund und Boden zerstören würden. Es sei gewiß richtig, daß die NSDAP, bisher sehr ungebärdig gewesen sei und so wüst wie möglich geschrien und gebrüllt habe. Aber das sei nur deshalb geschehen, weil man sich erst einmal Ge- hör verschaffen und durchsetzen wollte. Feder verglich die NSDAP, mit einem kleinen Kinde, das auch mit konstanter Bosheit brülle und schreie, bis es seinen Trotztopf durchgesetzt habe, und es fei eine biologische Tatsache, daß ein Säugling sich nicht so gesittet benehme wie ein Erwachsener. So überaus drastisch charak- terisiert Feder die NSDAP, als eine Partei politischer Säuglinge. Diesem Säuglingstum muß man auch das wirt- schaftspolitische Gewäsch des Herrn Feder zugute halten, das er verzapfte. Unglaublich frivol, ja geradezu verbrecherisch aber ist es, wenn Herr Feder in der Versammlung erklärte:„Haben wir von den Amerikanern verlangt, ihre Gelder nach Deutschland zu geben? Wenn wir an der Macht sind und unsere eigene Währung schaffen, dann sollen sie doch schauen, wie sie zu ihrem Gelde kommen! Das gehr doch uns nichts an." Herrn Feder scheint der Bankkrach vom vorigen Jahr noch nicht gengüt zu haben! Er will anscheinend Deutschland noch um den letzten Rest von Kredit bringen. Die Heldentat eines betrunkenen Nazi. Harmlose Ausländer werden angepöbelt. Von einem Freund unseres Blattes wird uns geschrieben: Als ich gestern nacht mit der Nordsüdbahn in Richtung Stettiner Bahnhof fuhr, stiegen auf Bahnhof Kochstraße vier Ausländer, drei Herren und eine Dame, ein, die sich in fröhlicher Stimmung Eiaatstheater. Holberg: Leppe vom Derge. Das alle Barockstück, in dem die armen Bauern von fröhlichen Baronen gefoppt und geschunden werden, gab Anlaß zu vieler Nach- denklichkeit. Die Ausführung schleppte, doch di« Gedanken tauchten zahlreich und ausregend Im Zuschauer auf. Deshalb ist eine gründ» liche Besprechung nötig. dl. Hochdorf. i unterhiellen. Der Sprache nach zu urtellen, waren es S k a n d i» �nanier oder Holländer. Auf Bahnhof Frisdrichstadt, wo sich der Wagen füllte, stieg ein Herr ein, der das bekannte auffällige Hakenkreuzabzeichen trug. Er war schwer betrunken. Ohne jeden Anlaß mischte er sich plötzlich in die Unterhaltung der vier Ausländer und brüllte den einen Herrn an:„Halt die Schnauze." Als dieser ihn gänzlich verdattert und Verständnis- los ansah, brüllte er nochmals mit drohender Geste:„Halt die Schnauze, verstehste nich? Hier wird deutsch ge- redet." Ich sprang empört auf und rief dem Hitlerschsn Helden zu: „Schämen Sie sich, Sie Flegel, harmlose Ausländer und dazu noch ein« Dame, derart anzupöbeln." Der Betrunkene griff mich darauf sofort an und oersetzte nur einen Schlag an den Kopf. Darauf schlug ich zu und landete einen Volltreffer auf seiner Nase, die zu bluten anfing. In dem entstehenden Tumult sprangen einige U-Bahn-Arbeitcr zwischen uns beide, während der Nazi laut nach Polizei und„Feststellung des Angreifers" schrie. Bei der Feststellung der Personalien stellte es sich heraus, daß dieser würdige Vertreter des Dritten Reiches keine Papier« besaß und auch dort, wo er seinen Wohnsitz angegeben hatte, nicht g e» meldet war. Cr mußte daher den Weg zur Wache antreten.— Diese skandalöse und beschämende ANpöbelei von Ausländern, die Deutschland besuchen, zeigt, welche herrschen Kräfte in der„macht- vollen nationalen Bewegung" ruhen, die der neue Innenminister, Freiherr von Gayl, Äs staatserhaltende Kraft werten und benutzen will. Macdonald in Paris. * Desprechungen mit Herriot. Varls, 11. Juni.(Eigenbericht.) Macdonald ist in Begleitung seiner ällesten Tochter und des Außenministers Sir John S i iP> n am Sonnabensnach» mittag um$i(3 Uhr in Paris eingetroffen. Die beiden Minister wurden auf dem Bahnhof von Herriot und Daladier spwie dem englischen Botschafter Lord Tyrrell empfangen.?!ach den üblichen Begrüßungen begleitete Herriot den Premierminister und seine Tochter zur englischen Botschaft, wo sie während ihres Pariser Aufenthalles wohnen. Sir John Simon fuhr zusammen mit Lord Tyrrell zur Botschaft. Am Abend gab Herriot im Außenministerium zu Ehren seiner Gäste ein großes Diner, an dem auch die.Mitglieder der Regierung und die hohen Beamten der englische» Botschaft teilnahmen. Die eigentlichen Verhandlungen zwischen Herriot, Mac- donall» und Sir John Simon beginnen am Sonntag vor» mittag. Sie beziehen sich aus die politische Seit« der beoor- stehenden internationalen Verhandlungen, da die englischen Minister keine Sachverständigen mitgebracht haben Herriot hat am Bormittag mit den Mitgliedern der franzö- stschen Delegation für die Lausanner Konserenz gearbeitet und mit ihnen die Haltung besprochen, die Frankreich auf der Konfereixz «innebmen wird. Einsendungen für diese Rubrik find v e r l t v SW K8. viadenstraße Z. parieinachrichten��Mfür Groß-Nerlm stets a» da» Beztrlssetretartal 2. Kos, 2 Treppen recht».)u richten Wir geben hierdurch allen Witzliedern davon Sennlnis, daß sämtliche für M i t t w o ch. IS. Z u n i, vorgesehenen Veranstaltungen tWitgliederversammlungen, Zahlabende, Arauenabende, Zusammenkünste jüngerer Parteimitglieder), die heute nicht im Parteikalender veröffentlicht sind, ausfallen. Die Referentenzentrale. Bibliothek der Arbeiterbildungsschule Lindrnstrahc 3, 3. Hof, rechter Aufgang, 2 Treppen, in den Sommermonaten geöffnet Dienstag» und Donnerstag, von 18 bis 2« Uhr. Die Bücherei steht allen Mitgliedern der Partei und der Sozialistischen Arbeiterjugend uncutgeltlich zur Verfügung. Beginn aller Veranstaltungen 19% Uhr, sofern keine besondere Zeitangabe! 2. Kreis Tiergarten. Achtung, Srcisvorstand! Mittwoch, Ib. Juni, tg.üv Uhr, Arcisvorfwndsfihung mit den Abteilungsleitern und Beinhern bei Lausch, Bredow. Elte Wiclefstraße. Zftorgen, Alontag, 13. Juni: Kreis. Kreisvorstandssihung bei Eweft,„Gesellschaftshaus", Grone Frankfurter Straße so. Die Abteilungsleiter geben Bericht Uber die Borarbeiten zur Elternbciratswahl. Kreis. 20 Uhr Krcismitgliederversammlung in den„Sermaniasälen", Etresowplati. Karl Litic, M. d. SR.:„Die Sozialdemokratie im Kampf gegen die Reaktion." Krej». 2g Uhr Sitzung des Kreisoorstandes mit den Abteilungsleitern an bekannter Stelle. Kreis. 2g Uhr Kreismitgliedcrverfammlung im„Gesellschaftshaus des Westens, Sauptstr. 3V. Arthur Crispien, M. d. R.„Die politische Lage und die Aufgaben der Arbeiterklasse," Kreis. Montag, 20 Uhr, im Gesellschaftshaus des Westens Kreismitglieder- Versammlung. Genosse Arthur Crispien, M. d. SR., spricht Uber:„Die poli- tische Lage und die Aufgaben der Arbeiterklasse". Mitgliedsbuch ist vor. zuzeigen. Der Kreisvorstand trifft sich bereits um lg Uhr zu einer Bor. besprechung im selben Lokal. Kreis Reukölln. Sitzung der Bezirksverordnetenfrattiou mit Bllrger» deputierten, lg'/: Uhr, im Rathaus, Zimmer 137. Kreis. Die Abteilungsleiter der Abteilungen 110, 120. 121, 122, 122», 12Z und 124» haben sofort den Krcisvorsitzenben die Listen einzureichen. Abt. Unsere Frauen und arbeitslosen Genossen treffen sich zur Flugblatt- Verbreitung IV Uhr vormittags bei Sllbner. Abt. 2g Uhr wichtige Funktionärsitzung bei Pohse, Kolonicstraße 15. Abt. Mitgliederversammlung mit Gasten im Lokal„Tivoli", Lichterfelder Straße ll. Dr. Kurt Löwenstein, M. d.R.:„Der Sozialismus als Kultur- wille der Gegenwart." Ferner Mitwirkung der EAI. und der Kinder- freunde. Abt. 18 Uhr Besichtigung der Feuerwache Wilmsstraße. Abt. 2g Uhr bei Kulta, Lauenburger Straße Ecke UHIandftraße, Mitglieder- Versammlung. Hermann Harnisch, M. d. L.:„Die politische Lage und die Aufgaben der Arbeiterklasse." Abt. Alle Parteimitglieder beiteiligen sich an der Kreismitgliederversamm- lung.— Vorher um lg Uhr Dorstandssitzung bei Koschenz. . gg» und 1V0. Abt. Genossen, deren Kinder die Schule Parchimer Alle« be- suchen, beteiligen sich bestimmt an der Elternversammlung in der Schule. Abi. Zusammenkunft jüngerer Parteimitglieder in der Bibliothek Weichsel- straße 28. Genosse Schlimme:„Demokratie." Dienstag. 14. Juni: 5. Kreis. Arbeiterwohlfahrt. 15 Uhr, Zusammenkunft erwerbsloser Partei. Mitglieder im Heim Tilsiter Straße 4/5.„Wirtschaftspolitische Information." Ref. Dr. Denicke.„Ernstes und Heiteres." Bortragender: �ranz Hosemann. 5. Kreis. 19 Uhr, engerer Kreisvorstand bei Krepp, Planufer 75/7K. 7. Kreis. Engerer Borstand mit den Abteilungsleitern im Jugendheim Rostnenstr. 4�. s. Abi. Extra-Zahl, und Diskussionsabend be! Faber, Stephanstr. 11. „Christentum oder Sozialismus." Ref. Fritz Schmidt. Freidenker-Genossen 8. 8. ». 11. 11. 14. 17. s. 20. 40. 48. 70. W.. 115. sind besonders eingeladen. '14. Abt.~ r.............. M Die Zusammenkunft jüngerer Parteimitglieder findet nicht am 14., sondern erst am 21. Juni statt. SS. Abt. 10. Gruppe. 20 Uhr, Zahlabend bei Röhrig, Schloßstr. 45, Ecke Hebbelstr.„Politische Lage und die Aufgaben der Arbeiterklasse." Ref. Hans Marx. 60. Abt. 20 Uhr, bei Kulka, Lauenburger Str. 21, Mitgliederversammlung. „Reichsregierung und Arbeiterschaft. Ref. Genosse Schützinger. 81. Abt. 20''« Uhr, Zusammenkunft jüngerer Parteimitglieder bei Klabe, Handjerpstr. 00-61.„Elemente des Sozialismus." Ref. Hans Cohn. 85. Abt. 1?. Bezirk, Zahlabend bei Pommerenina, Berliner Str. 100.„Poli. tische Lage und die Aufgaden der Arbeiterklasse." Ref. Dr. Gerbard Lukow. 00. Abt. Die SPD.-Eltern vom Lyzeum l Neukölln, Berliner Straße, werden zu 20 Uhr zu einer Besprechung bei Schabeiko, Weichselstr. 5, eingeladen. Mittwoch, 15. Juni: 19. Abt. Schwerhörige im Jugendheim Lindenftr. 4, Mitgliederversammlung 7. Kreis. Donnerstag, 16. Juni, Werbeveranstaltung im„Türkischen Zelt, Berliner- Ecke Rosincnstraße. Heitere Rezitationen der Genossin Friede! Hall, politisches Kabarett. Mitwirkung der Sportlerinnen. 12. Kreis. Donnerstag, 16. Juni, 3 Uhr, Besichtigung der Mädchenerziehungs- Heime„Wiesenblick" und„Tanneneck", Lichtenrade. Kaiser-Wilhelm-Etr. 30. Abfahrt für Steglitz:'/:2 Uhr Autobus 97, Bahnhof Steglitz bis Endhalte. stelle, dann Weiterfahrt mit Straßenbahn 99 bis Lichtenrade, Kaiser- Wilhelm-Straße. Anschließend Kaffeekochen im Restaurant„Zum kühlen Grund", Kaiser-Wilhelm-Straße. 13. Kreis. Mittwoch, 15 Juni, 15 Uhr, Ausflug und Kaffeekochen im Lokal „Waldesruh", Cöpenick-Wendenschloß. Rezitationen der Genossin Walkotte, Mitwirkung der KLndersreunde. Fahrverbindung Straßenbahn 87, 187 und 95 bis Cöpenick, Lindenstr., dann umsteigen in die Linie 83 bis Endstation oder Stadtbahn bis Grünau, übersetzen mit der Fähre nach Wendenschloß. Steglitz. Abt. Albrcchtstraße. Jugendheim Akbrechtstr. 47. Dienstag, 17 Uhr. Wir zeichnen.— Abt. Friesenstraße. Schule Friesenstrabe. Mittwoch. 1/ Uhr. Abt. Lichterfclde. Oberr-alschul-, Ringstr. 3. 17 Uhr, Fallenvollversammlung. — Elternvcrsammlung. Mittwoch, 15. Juni, 20 Uhr,.�okal� Rohde, Hmden- burgdamm Ecke Roonstraße. Referat und Lichtbilder: Unsere Sommerlager 190.. Gäste willkommen.— Abt. Lankwitz. Bolksschule Schulstraße, 17 Uhr. Diens» taa Rote Falken. Wir üben Lieder. Donnerstag Nestfalken. Volkstänze. Frei. tag, 13�. Uhr, Kreissingestunde bei der Genossin Frieda Riefsel, Ludende, Stephanstr. 31. Zur Elternbeiratswahl: Seht die Wählerlisten ein! Ua.iAa Vsi#«! Alle Wahlberechtigten müssen Iteufe semer I39s sich davon überzeugen, ob sie in der Wählerlisie eingetragen sind An allen Schulen müssen von unseren Genossen die Wählerlisten abgeschrieben und für die Agitation nutzbar gemacht werden. Bis zum Ib. Juni müssen die Wahlvorschläge bei dem Wahlleiter(nicht Schulleiter) eingereicht sein. Sterbetafel der Groß-Berliner Partei-Organisation „Arbeits itsbe schaff m| Schwerhörige Mitglieder anderer Abteilungen sind freundlichst eingeladen. 50. Abt. 20 Uhr im Ratskeller Mitgliederversammlung.„Kampf der� Sozial- demokratie gegen die Reaktion." Ref. Bernhard Göring. 108. und 108a Abr. Zusammenkunft erwerbsloser Parteimitglieder ab 15 Uhr auf dem Eiche-Turuplatz, Wcndenschloßstraße. 131. Abt. 20 Uhr, Zusammenkunft jüngerer Parteigenossen im Jugendheim Lindenstr. 47.„Heiterer Abend." Ref. Hans Fuhrmann. 141. Abt. Bei Hoffmann, Edelweißstr. 5, Mitgliederversammlung.„Die poli- tische Lage und die Aufgaben der Arbeiterklasse." Ref. Bernhard Krüger. 143. Abt. 20 Uhr, bei Schmischke, Waidmannstr. 4, Mitgliederversammlung. „Politische Lage und die Aufgaben der Arbeiterklasse." Ref. Erich Kuttner, M. d. L. Donnerstag, 16. Juni: 3. Kreis. 16 Uhr, Zusammenkunft erwerbsloser Parteimitglieder an be. kannter Stelle.„Reform und Revolution." Ref. I. P. Mayer. 22. Abt. Bei Bartsch, Föhrcr Str. 7, Ecke Fehmarnstraße. Fortsetzung des Vor. träges des Genossen Dr. I. Schlesinger. 85. Abt. 1. Bezirk, Zahlabend bei Pinger, Dorfftr. 50.„Politische Lage und die Aufgaben der Arbeiterklasse." Ref. Ernst Neumann. 90. Abt. Die Agitruppe übt 20 Uhr im Keller. Freitag. 17. Juni: 3. Kreis. Arbeiterwvhlsahrt. Zusammenkunft«rwerbsioser Parteimitglieder, Ifl'/r Uhr im Heim Tiisiter Straße 4/5. Unterhaltung, Spiele und Lesen. 28. Kreis Bilduvgsausschuß und Kulturkartelle. Gemeinsame Sitzung im Boikshauo. Vereine und Organisationen, die zum Sommerfest mitwirken wollen, cutscudcn hierzu Vertreter. >4b Abt. 20 Uhr bei Stockmann, Machirower Str. 2. Mitgliederveriamminng. „Grundideen der Arbeiterbewegung." Ref. Dr. Gregor Bieustock. Neuwahl de» crllen Borsstzenden. Franenveranstaltungen. 2. Kreis. Montag, 13. Juni, im Patzcnhofer, Turmstr. 23, Kreisirauenabend, „Born Kapitalismus zum Sozialismus." Referentin Math. Wurm, M. d. L. 6. Kreis. Für die am 4. Juli stattfindende Dampferfahrt nach Ziegenhals sind.Karten auf den Fraucnabenden zu haben. Kinder 35 Pf., Er. wachfene 50 Pf. ungsprogramm." Referentin Gertrud Hanna, M. d. L. 4. Abt. Sonnabend, 18. Juni, Kaffeekochen in Friedrichsfelde, Reichsbanner. fportplatz, Upstallweg 2. 6. Abt. Montag. 13. Juni, bei Dobrohlaw, Swinemünder Str. 11.„Heiterer Abend." Vortragende Margarete Walkotte. 9. und 13. Abt. Donnerstag, 16. Juni, an bekannter Stelle.„Kampf der „Sozialdemokratie gegen die Reaktion." Referentin Dr. Judith Grünfeld. 19. Abt. Donnerstag, 16. Juni, Besichtigung der Milchwirtschaftsbetriebe in Weißensee. Treffpunkt'/«12 Uhr vor dem Eingang. 74a Abt. Donnerstag, 16. Juni, 20 Uhr, bei Radig, Potsdamer Straße 3. „Kampf den Volksverderbern." Ref. Dr. Walter Groß. 93. Abt. Mittwoch. 15. Juni, 14 Uhr, Kaffeekochen, Volkssportplatz Neukölln, Sonnenallee. 99. Abt. Montag, 13. Juni, treffen sich die eingeschriebenen Teilnehmerinnen zur Besichtigung um 13,15 Uhr am Ringbahnhof Neukölln. Bei warmer Witterung Badezeug mitbringen. 104. Abt. Mittwoch, 15. Juni, Treffpunkt 14 Uhr Brücken- Ecke Berliner Straße zum Frauenkaffeekochen. Näheres siehe Kreisnotiz. 105. Abt. Mittwoch, 15. Juni, Treffpunkt 13,15 Uhr zum Kaffeekochen des Kreises. Näheres siehe Notiz des 15. Kreises. III. Abt. Mittwoch, 15. Juni, 20 Uhr, bei Heimann, Waltersdorfer Str. 100. „Politische Lage und die Aufgaben der Arbeiterklasse." Ref. Aug. Niemann. 124a Abt. Mittwoch, 15. Juni, 20 Uhr, bei'Draber, Uhlandstr. 18.„Kampf um die Lebensrechte der Arbeiterklasse." Referentin Nora Henke. 128. Abt. Mittwoch, 15. Juni, bei Lehmann, Mühlen. Ecke Maximilianstraße. „Wie diskutiere ich mit meinem Gegner?" Ref. Henz Löwi. 136. Abt. Donnerstag. 16. Juni, 20 Uhr, in der Baracke Lindauer Straße. „Heiterer Abend." Vortragender: Hans Fuhrmann. 138. Abt. Freitag, 17. Juni, 20 Uhr, an bekannter Stelle Frauenabend. „Ernstes und Heiteres." Vortragende: Elfriede Wollmann. Ferner must. kalifche Darbietungen der SAJ. Bezirksausschuß für sozialistische Bildungsarbeit. Eintrittskarten für den Reichs-Arbeitcr-Sporttav des Kartells für Arbeiter. spart und Körperpflege Berlin<2. B. am Sonntag, 2K, Juni, im Deutschen Stadion Berliu-Grunewald, sind in unserem Büro zum Preise von 5g Pf, zn haben, Treptow-Stornwarte. Eintrittskarten zn Vorzugspreisen: zum Museum statt 30 Pf, 35 Ps.. zum Bortrag: Saal 1. bis k, Reihe statt 30 Pf. 40 Pf.. 7. bis 20. Reihe statt 70 Pf, 50 Pf,. Balkon I. bis 3. Reihe statt 1,— M. 60 Ps., Beobachtung mit dem großen Fernrohr statt 1,— M, 65 Pf.— Aus dem Programm:„Die Wnnderweii der Sternhaufen",„Der sonnige Harz und lachendes Leben",„Das Geheimnis der Siebeiweiten".„Vorwogen, Island und Spitzbergen",„Amerika von heute",„Die heiligen drei Brunnen". Planetarium am Zoo. Vorzugstarien zum Preise nou 60 Pf, Sozialistische Studentenschast Berlin. Dienstag, 14. Juni, Reichstagsbestchtigung. Treffen 17� Uhr Reichstags. nfer Ecke Roonstraße. Mittwoch, 13. Juni. Ausspracheabend im Bund, Albrecht. straße Ii, Gartenhaus II, Referent: Dr. öpener spricht über die sozialen Gruirdiagen der materialistischen Geschichtsauisassung, Beginn 20 Uhr,— Medizinische Arbeitsgemeinschaft Kantorowiez 20 Uhr im Bund, Donnerstag, IS, Juni, Führung durch die sozialen Einrichtungen des Bezirks Prenzlauer Berg, Treffen I3U Uhr Dunkersir, 64, am Bahnhof Prenzlauer Allee, Freitag, 17, Juni, außerordentliche Mitgliederversammlung im Gewerkschaftshaus, Engeluser, Die Ausgaben der sozialistischen Studentenschaft im Wahlkampf. Erscheinen Pflicht., Arbeitsgemeinschaft der kindersreunde Groß-Bertin. ! Krciskasfiererkvnferen, Donnerstag, 16. Jnni, 19 Uhr, in der | Geschastostelle,' Pünktlicher Beginn, Wedding. Donnerstag, ik, Jnni, 26 Uhr, Gemeinschaftsküche, . Kreiselternversamminng, Tagesordnung: 1. Unsere Ferienlager. 1 2. Elternfahrt, Erscheinen der arbeitslosen Genossen dringend nötig, : Prenzlauer Berg, Untersuchung aller mitfahrenden Kinder und (im Hklfer Dienstag, 14. Jnni, Eberswalder Str. 10. Abt, Piktor Adler 8%, Nordost 9, Banvoii 9he Freiheit und Hermann Müller 19, Hort 11 Uhr, Anträge werden schon abgenommen, Mittwoch, 18 Uhr, Sonnenbnrger Straße 20, Falkonvariament, Montag, 20. Jnni, Schluß für Anträge.— Freiheit und Hermann Müller, Heute, 14 Uhr, Bahnhof Schönhauser Allee, Treffpunkt der Falken und Eltern zur Beteiligung am Schnlsest der weltlichen Schulen, 10 Pf, Unkosten. Dienstag, 10 Uhr, Eberswalder Straße, Untersnchnng, Freitag, 17 Uhr, Sonneburger Str. 20, Zusammenkunft der Uederseesahrer, In der folgenden Woche in allen Grnpven wichtige Falkenvollverlammlungen. Kreuzberq. Mittwoch, 13, Jnni, 20 Uhr, Grupvenleitersitznng Porckstr, 11. Achtung, Abteilungsleiter! Bringt genaue Angabe der zn unterstützenden Kinder und Helfer mit. Die Programm müssen abgerechnet werden. Außer- dem sind bereits Zahlungen für Zelt- und Zkestialkenlager zn leiste». Der Kassierer ist eine halbe Stunde früher anwesend, Abt. Bergmann(Rote Falken). Wichtiger Falkenabend um 18 Uhr. Programme abrechnen. Ehaelvttenburg. Heute, 13 Uhr. Bahnhof Inngfernheide„Fest der Arbeiter- linder", Tempelhos. Wir fahren nidit nach Birkenwerder, Lichtenberg. Abt. Stord. Treffen der Roten und Iungsalten nach Strausberg Sonntag, 12, Juni. Treffpunkt 7 Uhr Bahnhof Lichtenberg.Friedrichsfelde, Unsere Gruppenabende sind Montags im Jugendheim Dunterstraße, Mitt- wachs ans dem Spielplatz Rarmannenstraße, Abt. Mablsbors. Montag, 13. Juni, 20 Uhr, findet im Genossenschaftshaus, Melanchihonstraße eine Elternversammlung statt, Referent: Mar Echmidtbaner. Kreis Weißensee. Dienstag, 14, Juni, Kreishelfersttzung bei Siegfried Kaiser, Hohenschönhausen, Am Faulen See 8, 20 Uhr, Hodenschönbausen. SIRontag, von 17 bis 19 Uhr, Spielen in der Schulbaracke Dinaelstädter Straße, Neukölln. Falkenratssitznng Montag, 17>,7 Uhr, Baracke, Zeltlagerhelfer um 19 Uhr, Dienstag sind die Gruppe» um 17 Uhr in der Sonnenallee, Sport und liebe» für unsere Werbeveranstaltung. Mittwoch Vollversammlung der Zelt. lagerieilnehmer um 174 Uhr Kanner Straße, Donnerstag, 16, Juni, Bar» standssttzung mit den Gruppenführern nm 20 Uhr in der Baracke. 29. Kreis, Montag, 13, Jnni, Helfersitznng im Jugendheim Wittenau (20 Ubr), Bringt die Zeltlageranmeldungen mit. Die Berichtsbogen für April und Mai stehen noch aus, desgleichen die Inniprogramme. 116. Abt. Unser Genosse Otto Borchert. Holteistr. 26, ist am 7. Juni ver. storben. Ehre seinem Andenken. Beerdigung Montags 13. Lurn, 14'o Uhr. Friedhof Arn Wagnerplatz. Wir erwarten zahlreiche Beteiligung. lWSozialMcheArbeiterWendGroß-Verlm Einsendungen für dlese Rubrik nur an das Jugends-kretariat Berlin SW 63. Lindenstraße 2. vorn 1 Treppe rechts. Heute, Sonntag. 12. Juni: Kottbusser Tor: Urbanstr. 167. Tanzabend um 17 Uhr. Werbebezirksmit- glieder sind eingeladen.— Köpenick II: Dahlwitzer Str. 15. Heimabends Werbebezirt Wedding: 18 Uhr Heimabend See- Ecke Turincr Straße. Werbcbezirk Westen: Wir beteiligen uns geschlossen an dem Fest der Kinder. freunde im Bolkspark Iungfernheide. Morgen, Montag, 13. Juni, 20 U Uhr: Hansa: Bochumer Str. 8d.„Taktik der Zentrumspartei"(Liederabend).— Moabit I: Waldenserstr. 20. Brettspielabend.— Moabit II: Lehrter Str. 19. Tischtennisabend.— Sportpalast: Genthiner Str. 17. Wie schaffen wir Ar- beit und Brot?— Brnswaldcr Platz II: Schönlanker Str. 11. Einführung in den Sozialismus. 3. Teil.— Falkplatz I: Sonnenburger Str. 20. Grundlagen des Marxismus, 2. Teil.— Falkplatz II: Sonnenburger Str. 20. Sexuelle Fragen. — Humannplatz: Gleimstr. 35. Brettspielabend.— Nordosten ll: Danziger Straße 62, B. 3. Elternabend.— Schönhauser Vorstadt: Sonnenburger Straße 20. Wie erkennen wir die gesellschaftliche Wirklichkeit.— Andreas- platz ll(R.-F.): Brommystr. 1. Das Programm der NSDAP.— Friedrichs- Hain: Diestelmeyerstr. 5— 6. Lichtbilder: Militarismus in der Karikatur.— Hasenheide, Luisenstadt: Besichtigung der Feuerwehr Wilmsstraße.— Char» lottenburg-Snd: Sprestraße. Was ist Marxismus?— Eichkamp: Vogelberd 16. Arbeiterschaft und Klassenkampf, 2. Teil.— Baum'chuleuweg: Ernststr. 16. Fahrten und Großstadtlebcn— Alkohol und Nikotin.— Friedricbsfelde: 18 Uhr Außenspiele im Schloßpark.— Buchholz: Turnen.— Pankow(R.-F.): Kissingenstr. 48. Die Jugendorganisationen in Deutschland.— Schönhauser Vorstadt: 19 Uhr Heimabend Schönfließer Str. 7. Werbebe»irk Kreuzberg: Treffpunkt zur Besichtigung der Feuerwehr Vilms- straße 18 Uhr Vilms- Ecke Baerwaldstraße. Mittwoch Werbebezirksvorstands. sitzung Urbanstr. 167. Werbebezirk Teltowkanal: Werbebezirksvorstandssitzung in Lichterfelde, Albrechtstr. Uz(20 Uhr). Werbebezirk Westend: Werbebezirksvorstandssitzung 19� Uhr an bekannter Stelle. Werbe bezirk Reukölln, Erwerbslosentursus: 11 Uhr Bergstr. 29. Unsere Wahlarbeit. j Werbebezirk Reinickendorf: Werbebezirksfunktionärsitzung mit Gruppen- ' funktionären 19% Uhr im Heim Wittenau. Hauptstr. 13. Arbeitsdienst— Arbeitsbeschaffung. Sämtliche Gruppen müssen veZtreten sein. Vorträge, Vereine und Versammlungen # Reichsbanner„Schwarz-Rot-Gold". K e i d) ä 1 1 s st, l l,: Berlin S. 14 Sebvstwnstr 37—38. Hot 2 Tl. Prenzlauer Berg. Alle Sportler treffen sich Montags um 20 Uhr in der Turnhalle, Dienstags, Donnerstags um 18 Uhr und Sonn- abends um 16 Uhr auf dem Sportplatz. Alles muß zur Stelle sein. Jungba. Dienstag, 14. Juni, Zusammenkunft an bekannter Stelle.— Friedrichshaiu (Vortrupp). Mittwoch, 15. Juni, 19-% Uhr, Jugendheim Ebertystr. 12. Jungba. Montag, 13. Juni, Pflichtheimabend um 20 Uhr im bekannten Jugendheim.— Schöneberg-Fricdcnau. Kameradschaft Rathaus. Dienstag, 14. Juni, 20'.. Uhr, geselliges Beisammensein der Kameraden mit Angehörigen im Perkehrslokal Schmidt, Ebersstr. 18. Rezitationen. Eintritt frei.— Kameradschaft Nollendorf. Dienstag, 14. Juni ,20' 2 Uhr, Mitgliedervevsammlung bei Kaulitz, Knffbäusor- straße 8. Ecke Frankenstraße.(Achtung, neues Kameradschaftslokal?) Referent: Kamerad Philippsborn. Thema: Die politischen Ereignisse der letzten Wochen und ihre Folgen. Alle erwerbslosen Kameraden müssen sich betr. Teilnahme an der Dampferfahrt am 14. Juni dort melden. Letzter Termin.— Stcalitz (Drtsverein für Steglitz, Lichterfelde und Lankwitz). Montag. 13. Juni, 20 Uhr, Mitgliederversammlung bei Schulz, Birkbuschstr. 90. Referent: Kamerad Bathke. — Reukölln-Britz. 3. Kameradschaft. Montag, 13. Juni, 20 Uhr, Zug Lobe, Mitgliederversammlung bei Schröder, Steinmetzstr. 52. Dienstag, 14. Juni, 20 Uhr, Zug Ebert, Mitgliederversammlung bei Krüger, Emser Str. 86. Bor- trupp. Mittwoch. 13. Juni, 19'._. Ubr, Jugendheim Bergstr. 29.— Lichtenberg (Ortsverein). Dienstag. 14. Juni, 19'p Uhr. große Funktionärversammlung bei Seipke, Kronprinzen- Ecke Scharnweberstraßc. Aeußerst wichtige Tagesordnung. Persil seiert Jubiläum! 25 Jahre sind es her, seitdem Perstl von Düssel- dorf aus seinen Siegeszug durch die W?lt antrat. 25 Jahre bewährt Persil sich täglich in Millionen von Waschkesseln. Das will was heißen und spricht für sich selbst. Und jetzt, wo das Normalpaket nur noch 36 Pfennig kostet und die Dopvelpackung schon für 68 Pfennig zu haben ist. sollten Sie das Sparwort unserer Zeit doppelt beherzigen: Persil für alle Wäsche! Die Direktion der„Plaza" bringt vom 16. bis 30. Juni die beliebte Neid- hardtsche Operette„Schwarzwaldmä'del" mit der Musik von Leon Jessel zur Aufführung. Die Hauptrollen sind mit Heidi Eisler und Jgo Guttmann besetzt. Andre Richolls Jazz-Symphoniker im Lunapark. Am Sonntag, dem 12. Juni. findet im Luna-Palais das Abschiedskonzert der Jazz-Symphoniker Andre Nicholls statt. Die Kapelle ist für Hollywood für eine Reihe von Tonfilmen verpflichtet worden. Gewerkschaftliches siehe 3. Beilage. Witischnfi: S, Klingelhöiel! Job» Tchilowsli; Lokale» „ W.. W U; sämilich in Berlin. Berlvg: Borwärts-Verlag G, m, b, H, Berlin, Druck: Vorwärts.Bnchdrnckeret und Verlagsanstalt Paul Einger u, Eo, Berlin EW, 68 Linbenstraße 3. Hierzu 3 Beilage». Verantwortlich für Politik: Victor Echiss; ©cn)ctr.....-—-_. Sei klug- fahr Lindcar! Fahrräder ab 62- RM Wochenraten ab Mod. 40 ab 2.- Decken 1—, Schläuche 0 50, Pedale 1 30 RM. usw. Lindcar- Filialen: us Reise- Mantel 29,75 Nachthemd Batisf, geblümt oder einfarbig, mit farbiger Weste Damen-Strümpfe künstliche Waschseidejhoch- elegame, fein ädige Qualität, moderneSommerfarben Hutschachte, 375 SPANDAUER BERLIN C 2 KONIGSTRASSE 'ifamMtjß': FÜR DEN HERRN BADE ARTIKEL Sporthemd aus porös geweb em Makogarn, mit angeschnittenem Kragen, elegant u. bequem Herren-Socken Seidenflor mit Kunstseide, besonders kräftige Sohle, Herren-Hose echt ägyp fisch Mako, auch grosse Welten....... 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Die unbarmherzigen Exmissionstot turen liefen sozusagen„oerhältnismäßig ruhig" ab: das große Leid des einzelnen verzeichnet ja die Geschichte unserer Tage nicht mehr. Vor ein paar Tagen, in Pankow, lief allerdings schon die halbe Straße zusammen, als eine Frau exmittiert weiden sollte. Die sonst so stille Straße glich einem Pulverfaß. Es hätte nur des berüchtigten Funkens bedurft; aber schließlich verlief sich che Menge. Der Gerichtsvollzieher war diesmal nicht gekommen. Dennoch weisen die Zeichen der Zeit weiter auf Sturm. Rechtschaffene Menschen, vom reißenden Maistrom der Krise verschlungen, müssen ins Asyl. Da kommen, um dies zu hindern, die Nachbarn gelaufen und stellen sich mit verschränkten Innen vor des Bedrohten Tür. Daß sie sich keine Hose mehr kaufen können, ertragen sie bereits zwei Jahre, daß sie kein Heisch mehr essen, ist ein Jahr her: aber jetzt noch das Letzte den Armen nehmen, das Dach über dem Kopf, das ist ihnen zuviel. Oer tote �ing. Stempelstellen, Wohlfahrtsämter, Volksküchen, Rentenzahl- schalter, das sind längst Kekannte Stätten deutscher Rat, Aber man sehe sich einmal an. was vom Arbeitersrühverkehr aus der Ringbahn noch übriggeblieben ist. Da läuft ein Zug auf Bahnhof Gesund- brunnen ein, morgens kurz vor halb sieben Uhr. Sein Ziel ist Weißensee, und in dem ganzen Zug sihen 21 Personen. In dem langen Zug. Was karrten diese Züge vor drei Jahren noch für Massen in die Werkzentren der Reichshauptstadt, einer hockte auf dem anderen, und aus Gesundbrunnen paßte keine Maus mehr in den Zug. Heute könnte sich jeder Fohrgast aus einer Bank schlafen legen. Vor drei Iahren war es schon in Birkenwerder unmöglich, noch einen Sitzplatz für die ollmorgendlichc Fahrt nach Berlin zu erhalten, und bis Berlin waren es noch dreiviertel Stunden Fahrt. Etwas vor halb sieben llhr müssen die Siemensarbeiter vom Bahnhof Wedding fahren, um vor dem Klingeln an ihrem Arbeitsplatz zu sein. Das waren damals immer Völkerwanderungen auf de? Ringbahn, heute ist der Zug in Beusselstraße leer und nach Iungfernheide fahren drei Männer weiter. Der Berliner Stadt- und Ringbahnverkehr ist zu einem argen Desizitposten im Haushalt der Reichsbahn geworden. Der Arbeiterfrühverkehr war gewisser- maßen der große Herausreißer, aber jetzt mit den•lOprozentig besetzten Zügen sind nicht einmal d>e Unkosten zu decken. Da sind die Einschränkungsmöglichkeiten auf der 8-Bahn, wie die Berliner Di- rektion sagt, sehr gering: wenn bO Pro,;, aller Siemensarbeiter erwerbslos sind, dann könne man deswegen nicht etwa auch den Verkehr nach Siemensstadt oder Fürstenbrunn gleich um SV Proz. einschränken. Und so sehr man seinerzeit im Spitzenverkehr die Züge ausnutzen konnte, so sehr mühte auch die Reichsbahn jetzt geduldig ihr Schicksal ertragen. Oer leere Markt. Der kaum unterbrochene Sang des L e i n ö l m a n n e s, der auf den Mietkasernenhöfen seine Ware ausruft, wird bing und bänger.„Wissen Sie— meint er— wenn ich mir jetzt eine saure Gurke für meine kahlen Stullen hole und ei» Glas Bier zum Früh- stück kaufe, dann ist der ganze Verdienst weg. Es ist jetzt zu schlecht mit meinem Leinöl; die alten Kartoffeln kann man als Pellkartoffeln nicht mehr nehmen, die riechen aus dem Topf. Reue Kartoffeln können sich meine armen Kunden nicht leisten, und wer sich neue Kartoffeln leisten kann, der verzichtet großmütig aus Leinöl. Man wird mal hier und mal da ein zehntel Liter los, aber wer soll denn davon existieren!" Meint der Leinölmann von sich, nicht daß die Arbeitslosen von seinem Leinöl existieren sollten. Die wochenmärkte sind so leer wie die Ringbahn am Morgen. Der Heringsmann schreit sich den Hals aus, daß seine Matjesheringe gar nicht salzig wären, milder als Wurst seien und dennoch nur einen Groschen kosten.„Zweie mitnehmen, junge Frau?" Und was ant- wortet die Frau:„Nee, nur einen, laut Notverordnung kriegt bei uns jeder nur noch einen halben Hering." So muß der letzte Groschen festgehalten werden. Margarine kostet pro Pfund 35 Pf. Um diese Margarine loszuwerden, müssen die Händler die tollsten Sachen ausstellen. Einer hat sich einen Hahn, einen lebendigen Hahn mitgebracht. Das Vieh sitzt nun zum Gaudium der Marktbesucher die ganzen Marktstunden über auf dem Rand einer Eierkiste. Als Brotbelag liegen in schwerster Konkurrenz: bei der Wurstfrau Tee- wurst für 24 Pf. das Viertelpfund, bei der Gemüsefrau Radieschen, vier Bund einen Groschen, und bei der Käsefrou Quarkkäse für 35 Pf. ein Pfund. Das Rennen machen die Radiesche», weil sie am billigsten sind: Wurst und Käse sind weit geschlagen. 5)iuten. am Ende des Marktes, balgen sich die Kohlrabifraueu, von denen die eine der anderen am liebsten in die Schuhe schieben möchte, sie oer- kaufe Rieselfeldcrkohlrabi. Sie beteuern aber jede von sich, frisch geschnittenen Gartenkohlrabi zu verkaufen. Deswegen werden in oen Portemonnaies der Frauen die Pfennige aber auch nicht zu Groschen. ShylockS an der Arbeit. Was die Arbeitslosen sogen? Teils dies, teils jenes. Am traurigsten ist es um die Leute so in den Zwanzigern bestellt. Dauert diese Krise nach lange an, dann hat Deutschland seinen in der Welt berühmten Facharbeiterstamm verloren. Ein Dreißigjähriger sagt: „Sieh mal, Radfahren verlernt man nicht, das Gleichgewicht behält man für immer und das Nach-vorn-Treten auch. Nur wer fünf Jahre nicht fährt, verliert die Hebung. Er wird höllisch schwitzen, wenn er dann plötzlich vom Potsdamer zum Alexanderplatz fahren sollte. Genau so geht es den Werkzeugmachern, den Feinmechanikern, überhaupt allen qualifizierten Facharbeitern. Wir Dreißigjährigen, die wir jetzt auch schon lange genug ohne Arbeit sind, wir hatten wenigstens noch zehn Jahre Betriebspraxis, wir hoffen, wenn wir wieder einmal Arbeit erhalten, in einigen Wochen wieder technisch auf der Höhe zu sein. Aber die Jungen, die Zwanzigjährigen, was wird aus denen? Die kamen aus der Lehre, um sich eine Stempelkarte zu holen, fehl sihen sie schon jahrelang aus dem Nachweis und verkommen. Es wird gesagt, jenes„Msckc in Germany" auf unseren Waren hat auch den deutschen Facharbeiter in der Well berühmt ge- macht, aber wenn die großen Herren weiter so mit unserer Arbeits- kraft wirtschaften, sie oerdorren und verkommen lassen, dann wird ihnen das eines Tages böse aufstoßen. Denn ohne die Ausbeutung der Arbeit kein Profit!" Es scheint moderne Inquisitoren zu geben, die nur daraus aus sind, dos Volk zu peinigen. Da erzählt ein arbeitsloser Fainilienoater aus dem Nachweis folgendes: Vor einem Jahre wurde er exmittiert. Unter Zurücklassung einer Mietschuld von 210 Mark. Sein G e- Düsseldorf, 11. Juni. Tie Pressestelle der Reichsbahndirettion Wuppertal teilt mit: Am Zonnabendnachmittag unr 17 llhr 10 Mi- nuten e n t g l e i st e auf der«trecke Unna— Bönen an der Blockstelle Mülhausen der Personenzug Ii 5> 7, der die«trecke Hagen—.Hamm befuhr, aus bisher unbe- kannte? Ursache mit sämtlichen Wagen. Während alle Wagen umstürzten und die Böschung hin» unterfielen, blieb die Lokomotive auf den lSleisen stehen. Die Strecke Unna— Bönen wurde in beiden Nich- nossenschaftsonteil, den er beim Einzug in die Wohnung bezahlen mußte, betrug aber 270 Mark. Man sollte nun annehmen, daß die Schuld gegen das Guthaben aufgerechnet wird, wobei sich immer noch ein Plus von 60 Mark zugunsten des Arbeitslosen ergeben würde. Aber das machen doch diese Shylocks nicht. Die verschanzen sich hinter einem Kündigungstermin, den dieser Genossenschaftsanteil hat, und tausend anderen Para- graphen, und nun hätte man hören müssen, wie der Arbeitslose das erzählte: Als der Gerichtsvollzieher kam, ihm. dem Hungernden, die 210-Mark-Forderung präsentierte und ihm die letzten Möbel weg- holen wollte. Da stand auch eine junge, etwa zwanzigjährige Arbeiterin. Ihr Bruder ist arbeitslos und erhält 7 Mark. Bei der- ort„hohen" Einkommen gibt es ja nun keine» Hauszinssteuererloß mehr. Zu dem Mädchen aber sagt das Wohlfahrtsamt: Es tut uns sehr leid, aber wir können Ihnen nur 3 Marl für die Wache bewilligen. Sie müssen alle aus einem Topf essen und sich zu Helsen suchen. Das Mädchen möchte so gerne, nein, sie braucht dringend«in Paar Strümpfe. Aber alles Geld geht für Miete und Essen drauf. Und da wirft das Mädchen in das Gespräch einer Gruppe van Männern ein, die mit einem Nazi diskutieren:„Wenn sie euch die Unterstützungen auf die Wohlfahrtssätze erniedrigt haben, wenn alle Arbeitslosen in Klotzpantinen oder überhaupt barfuß gehen müssen, dann werden auch noch die Naziproleten einsehen, daß sie ihre eigenen Metzger gewählt haben!" Arm und alt... Aber das schwerste Leid tragen doch wohl die armen alten Invaliden der Arbeit und deren Witwen. Etwas über 30 Mark haben sie durchschnittlich im Monat zum verzehr, und zitternd nehmen diese Alten die Zeitungen in die Hand und lesen: 7 Mark sollen den Invaliden, 5 Mark den Witwen und 4 Mark den Waisen von diesen wenigen Groschen noch genommen werden. Man wird abwarten müssen, wie weit die Barone gehen. Aber die Fronten für den kommenden Reichskagswahlkampf sind bereits klar abgezeichnet. Es geht um das letzte Stück Brök aller Enterbten und Erniedrigten! tungen gesperrt. Eine Frau Holtkötter aus Holz- Wickede wurde getötet. 8 bis 10 Personen wur- den schwer und etwa 10 leicht verletzt. Die Ver- letzten wurden den llrankcnhäusern in Unna und Hamm zugeführt. Nach einer späteren Meldung hat sich die Zahl der bei dem Ab- stürz der Wagen leicht verletzten Personen aus 36 erhöht. Die Zahl der Schwerverletzten soll glücklicherweise nur vier betrogen. Rettungszüge brachten sofort nach Bekanntwerden ärztlich« Hilfe an Ort und Stelle. Zugunglück in Westfalen Eine Frau getötet, zahlreiche Schwer- und Leichtverletzte ClXTBAA für Bilder-Sammler sondern für Qualitäts-Raudier. Und tatsächlich: Wer CLUB probiert bleibt dabei, denn echt macedonische Tabake sind eben nicht cUttoklSiMvN&eHttem Die tägliche Falschgeldrazzia Wieder eine Geldscheindruckerei ausgehoben Seil der Unschädlichmachimg des Falschmünzers Dr. S a l a- bau hat das Falschgelddczernal des Polizeipräsidiums in einer Reihe ähnlicher Fälle erfolgreich gearbeilet. Räch der Entdeckung der SV-Rlarkscheinfabrik in Hohenschönhausen ist es der Kriminalpolizei abermals gelungen, eine Jalschgeldzenlrale großen Stils auszuheben. Mehrere tausend Sogen mit halb- fertigen Zv-Markscheiuen wurden in der Zälscherwerk- statt vorgefunden und beschlagnahmt. Als Besitzer der Zalschnolen- zentrale wurden der Buchdruckereibesiher Karl König und sein Gehilfe, der Buchdrucker Oskar Weder, festgenommen. König besitzt im 1. Stockwerk des Quergebäudss in der Köpe- nicker Straße 118 eine Buchdruckerei. Der Mann hatte trotz der schlechten Zeit laufende Druckaufträge und so siel es weiter nicht auf, daß König und Weder häufig noch lange nach Feierabend arbei- teten. Der Buchdruckereibesitzer war sogar oftmals bis in die tiefe Nacht hinein in seiner Werkstätte tätig. Schließlich kam das Falschgeld- dezernat nach längeren Beobachtungen doch auf die Spur der Falschmünzer. Es wurde eine überraschende Durchsuchung der Räume vorgenommen und was die Beamten vorfanden, war mehr als belastend. Es wurden mehrere Druckplatten zur Herstellung von 2c>-Martscheinen und mehrere tausend Bogen mit je vier halbfertigen 20-Markscheinen, bei denen bereits das Wasser» zeichen, die Tönung des Papiers und die Kontrollnummer herge- stellt waren, entdeckt. Außerdem wurde verschiedenes Material, das im Zusammenhang mit den Notenfälschungen steht, die offenbar im großen Stile betrieben werden sollten, bei einer näheren Durch- suchung der Räume entdeckt. König behauptet zwar, die Falschnoten nur für Reklame- zwecke hergestellt zu haben, die Polizei glaubt diese Angaben aber bereits widerlegt zu haben. Der gleichfalls verhaftete Buch- druckereigehilfe Weder ist dem Falschgelddezernat kein Unbekannter mehr. Schon einmal hat sich W. in der Inflationszeit mit der Herstellung falscher Banknoten befaßt. Dafür verbüßte er eine längere Zuchthausstrafe. Geständnis der Fälscher. Bei der Besichtigung der Druckerei waren die Be- amten in den Maschinensaal im ersten Stock gekommen und hatten hier ganz versteckt einen besonderen Verschlag gefunden, hier hatte König mit Weber zusammen gearbeitet. Alles war schon so gut wie fertig, so daß in den nächsten Tagen ZOOOD Stück falsche 20- Markscheine in Umlauf gekommen wären. Bei dem Verhör stellte sich heraus, daß Karl K. völlig ohne Wissen seiner Familie mit Weder an der Herstellung des Falschdrucks gearbeitet hatte. Eines Tages hatte der Druckereibesitzer Weder kennengelernt, der ihn dafür gewann, Falschgeld herzustellen. Sie besorgten sich nun das notwendige Material und begannen mit ihrer Arbeit. Mehr als 10 Mv Druckbogen waren bereits in Angriff genommen worden. Mitinhaber der Druckerei war der Sohn Königs. K. hatte in der Donaustraße in Neukölln seine Privatwohnung. Es war ihm ge- lungen, seinem Sohne zu verheimlichen, weshalb er im Maschinen- saal den besonderen Verschlag eingerichtet hatte. Auch seinem Sohn hatte K. erzählt, daß er„Zteklamegeld" in Druckauftrag bekommen habe. Unter der Last des vorgefundenen Deweismaterials brachen dann beide Fälscher zusammen und legten ein Geständnis ab. Neu schlägt alt. Endspurt um den Sieg am Kartoffelmartt. Auf die Höfe der Berliner Miethäuser kommen die Händler und rufen:„Kartoffeln, Kartoffeln, gute Winterrote, zehn Pfund zweiundeinenhalben Groschen!" Das ist gewissermaßen der Ab- gesang der alten Kartoffeln vorjähriger Ernte. U e b e r a l l i st bereits die neue Kartoffel dabei, sich den Markt zu erobern. Dabei macht es nicht viel aus, wenn sich in den letzten Tagen unter dem Einfluß der trüben Witterung die Preise für alte Kartoffeln hier und da wieder etwas erholen konnten. Die Landwirtschaft besitzt nämlich, der Preisberichtsstelle des Deut- schen Landwirtschastsrates zufolge, noch ziemlich erhebliche Vor- räte an alten Kartoffeln. Die Vorräte sind sogar so hoch, daß die Landwirte nicht mehr damit rechnen können, ihre alten Kartoffeln für Speisezwecke unterzubringen. Man will sie verfüttern oder auf dem Fabrikkartoffelmarkt absetzen. Die Gnadenfrist, die die Spätkartoffel gegenwärtig auskostet, wird ihr gewährt durch das jetzige Regenwetter. Bei Regen und Kälte werden, wie die Erfahrung lehrt, mehr Kartoffeln gegessen. Kehrt der Sonnenschein aber wieder, dann würde dies den end- gültigen Tod der 1331 er Spätkartoffel bedeuten. Denn je stärker die Sonnenstrahlen, desto eher reift die Frühkartoffel heran. Dabei geht es der Spätkartoffel in den südlicheren Ländern noch viel schlechter als in Deutschland. In Italien ist man in diesen Tagen dabei, die letzten alten Kartoffeln aufzuessen, in der Schweiz ist die Nachfrage so gering, daß sie aus den Beständen der Schweiz gedeckt werden kann, nur in Frankreich konnte sich bislang die 1931er Kartoffel noch einigermaßen behaupten, da die französische Militärverwaltung laufend großen Bedarf an Kartoffeln hat. In Polen und Holland wieder sind die Gesichter der Kartosfelerzeuger sehr lang, da man dort nicht weiß, wohin mit den vielen alten Kartoffeln. Vergangenen Sonnabend kostete der Doppelzentner alte Kartoffeln in Posen nur noch I.SS bis 1,70 Mark, das wären also rund 8 Pfennig für 10 Pfund. Man glaubt« noch als letzte Rettung England mit alten Kartoffeln überschütten zu können, aber die englischen Verbraucher sahen nicht ein, warum sie ausgerechnet die ganzen alten Kartoffelvorräte der Welt aufessen sollen.' Das Interesse der Welt konzentriert sich jetzt vielmehr auf die spanischen Frühkartoffeln, von denen die Sorte„Spa- nische Rosen" am meisten gefragt ist. Auch in Italien ist man be- reits mitten in der Frühkartoffelernte, in kürzester Frist wird sie ihren Höhepunkt erreichen. Und als dritter großer Lieferant tritt Holland auf den Plan, das sich mit hohen Preisen im Frühkartoffel- geschäft für die niedrigen im Spätkartoffelgeschäft zu entschädigen sucht. Soweit Deutschland aber als Abnehmer in Frage kommt, wirkt sich auch hier die Krise aus: in früheren Jahren wurden Mitte Juni mehrfach so viel Frühkartoffeln verzehrt als heute. Die Arbeitslosen müssen sich mit alten Kartoffeln begnügen und warten, bis in etwa drei Wochen die Ernte der hiesigen neuen Kartoffeln einsetzt. Lautsprechermusik frei! bemerkenswerte Entscheidung des Reichsgerichts. Die Genossenschaft zur Verwertung musikalischer AuMhrungs- rechte verlangte von den Inhabern solcher Betriebe, die Rund- funkmusik über den Lautsprecher zu gewerblichen Zwecken, also für Unterhaltung oder Tanz in Gastwirtschaften und Sälen, abnehmen, die Bezahlung von Tantiemen für die Urheber. Das Reichskartell der Musikveranstalter Deutschlands erhob Klage auf negative Feststellung gegenüber diesem Verlangen und erzielte auch ein entsprechendes Urteil beim Kammergericht in Berlin. Nun hat auf die Revision der Genossenschaft für Verwertung musitalischer Aufführungsrechte der erste Zivilsenat des Reichsgerichts dahin ent- schieden, daß Tantiemen bei der Abnahme von musikalischen Darbietungen vom Rundfunk n i ch t b e z a h l t zu werden brauchten, indem er die Revision gegen die Entscheidung des Kammergerichts Berlin zurückwies. Eine Begründung hat der Senat zu dieser letzten Entscheidung noch nicht gegeben. Di« Abnahme musikalischer Darbietungen des Rundfunks ist also im Gegensatz zu dem unmittelbaren Abspielen vom Blatt durch die Kapelle völlig tantiemenfrei, auch wenn sie zu gewerb- lichen Zwecken dient. Nicht betroffen wird von dieser Entscheidung das Abspielen von Schallplatten über den Lautsprecher in der eigenen Anlage des Unternehmers. Aber die heftiger fallenden Tränen strafen ihn Lügen. Der magere Schreiber weint herzbrechend über der Menschen Unverstand. Wohl hat Gott die Welt und auch den Menschen ge- schaffen. Aber in einer unbewachten Stunde muß gründlich der Teufel darüber gekommen sein. Woher sonst die viel- faltigen Spuren Satans? 11. Der Pfaffenkeller,„Wo die Bratwurst den Schinken predigt", ist eine der hundert Kneipen, die in der Treibhaus- luft des Konzils aufgeschossen sind, wie Pilzicht nach einem warmen Sommerregen. Aber die Schenke ist eine der be- kanntesten, chier, aus den glattgesessenen, wie Speckschwarten glänzenden Bänken, trifft sich alles, was Pfaffen und Prä- laten mit dem Ganskiel dient, und das ist»icht wenig. Früher hat die Schenke„Zur warmen Wand" geheißen. Aber Uli Wüst, der Wirt, war, sobald er die ersten einleiten- den Prälaten und deren schweren, würdigen Gang gesehen hatte, mit dem Taufwasser sehr rasch zur chand gewesen. Er hatte gute Witterung dafür, daß auch der Prälaten Diener, gleich ihren Herren, es für ihre heiligste Pflicht halten würden, die gebrechliche Hülle ihrer unsterblichen Seele durch guten Most und gute Mast möglichst lange diesem irdischen Jammer- tal zu erhalten. Es ist schön kühl im Pfaffenkeller. Das ist notwendig; denn es geht bei den Zechenden oftmals sehr hißig zu. Rede und Gegenrede ist Trumpf, Schimpf und Glimpf, Geprell und Geschell, Schelle und Stechwort. Hier.„Wo die Bratwurst den Schinken predigt", herrscht Munterkeit. Da schwirren die Wißworte auf, wie Völker blau- Mgliggr Stare. Hier,„Wo die Bratwurst den Schinken firedigt", herrscht Gleichheit. Da entscheidet, um angesehen zu ein, nicht Name-noch Stand, nicht Gepäck noch Gewand. Nicht einmal der Geldbeutel entscheidet. Da entscheidet die Flink- heit und Schärfe des Mundwerks, der Schall und der Prall, Aus Dollars wird Asche. Wie Gewinnhungrige betrogen werden. Mit dem alten Gaunertrick der Dollarmaschiue hatte sich wieder einmal das Schöffengericht verlin-Mitte zu beschäftigen. Zm vorigen 3ahr hatte ein internationales Schwindelkonfortium mit diesem Trick wieder in Berlin gearbeitet. Diesmal waren die Opfer sämtlich Ausländer. Der aus Lettland stammende Apotheker Baruch K a g a n hatte zusammen mit dem aus Polen stammenden B l a c z k o w s k i und dem staatenlosen Albert Strachmann leichtgläubige Opfer ge- sucht und gefunden, denen vorgespiegelt wurde, daß man eine Ma- schine erfunden habe, mit der es möglich sei, Dollarnoten zu vervielfältigen. Zunächst wurde dem Opfer das Verfahren vorgeführt, wobei man aber durch ein Taschenspielerkunst- stück das in die Presse hineingelegte leere Blatt Papier geschickt mit einer Dollarnote oertauschte und diese dann als gelungenen Abdruck vorwies. Auf diese Weise wurde ein polnischer Student veranlaßt, 2100 Dollarnoten zur Vervielfästigung zu übe r g e b e n, ein anderer Ausländer gab 6 00 Dollar- noten hin. In beiden Fällen wurde vor den Augen des Opfers das Notenpaket scheinbar in die Presse gelegt, in die dann auch noch Säuren hineinkamen. Natürlich war das Paket inzwischen mit einem anderen ausgetauscht worden. Die Dollarmaschine wurde dann eingeschlossen, und das Opfer erhielt den Schlüssel in Ber- Währung, denn die Säuren und Dämpfe müßten erst 24 Stunden wirken. Beim Verlassen der Wohnung des Blaczkowski, in der die Experimente gemacht worden waren, tauchte plötzlich ein Spieß- geselle auf, gab sich als Kriminalbeamter aus und verhaftete ihn. Die anderen flüchteten und rieten dem Opfer, es auch zu tun, da sie sonst alle wegen Münzfälschung festgenommen werden würden. Beim Oeffnen der Dollarmaschine fand man nur noch ein Häufchen Asche vor. In einem anderen Falle waren einem Ausländer P l a t i n st i f t e angeboten worden, die angeblich von einem Angestellten der Russischen Handelsvertretung stammen sollten. Der Käufer zahlte 10 000 Mark Vorschuß, weil er erst das Platin in der Münze prüfen lassen wolle. Dort zeigte sich, daß er Nickel- stifte erhalten hatte. Die Verkäufer waren inzwischen ver- schwunden. mit der Hinz und Kunz Binz und Bunz seine Meinung an den widersprechenden Schädel pfeffert. Heute abend übt die gesamte Gastfchar ihre Kunst im Bolzenschießen an einem alten, angeheiterten Bettelmönch, der, seinen prallgefüllten Schnappsack neben sich, allein am Kaßentisch neben der Henkersäule sißt, und, mit beiden Hän- den den Humpen umfassend, unter dicken Augsdeckeln hervor verschmißt seine Widersacher anlächelt, ihnen spornig Bescheid tut, und sie solchermaßen zu immer neuen und immer tolleren Zurufen anstachelt. Schon sein Eintritt in den Keller war lärmender ge- wesen als am Palmsonntag der gefchreiig begrüßte Einzug des Palmesels, wenn alle Christen sich ihre Frommheit mit Blechgeschirren und Klopfhölzern von der'Seele rasseln und sonst noch�allerhei Krach machen und Unfug stiften. Der Schneizenhöfer hatte als Erster den frommen Pater die Treppe herunterkommen sehen.„Ruhig im Geist!" hatte er da losgeschrien und vor lauter Freude seinen Becher ge- vackt und ihn hochgeschwungen, so daß weitaus die Hälfte des Nierlingers der sandgestreuten Diele zugute kam:„Ruhig im Keift, ihr Donnersieder, und spißt die Ohren! Ich hör's am Getravpel der Plattfüße, es kommt was Geistlickis!" „Du hörft's, Schneizenböfer, ich leider riech's!" Dieser Rufer war Schulzheiri, der Einbeinige, der den Staffeln am nächsten saß. und der die unförmigen, scbmuffverkrusteten Mänchszehen, die-immer tiefer zu ihm berniiderkamen, mit unverhohlenem Widerwillen betra-htete, sich dabei schließlich mit Daumen und Zeigefinger die Nase zuhaltend. „Du mit deinem verwitterten Gottsallmachtsünken!" schrie daraufhin Stösii, ein Läufer Bischof Ottos., Du und riechen! Jetzt braucht nur noch ein Blinder Hermkommen und zu sagen, er sieht's, dann ist der Schwindel fertig." Der Mönch, Pater Nirmin, stand schna'-fend am Fuß der Trevpe und klemmte die Augen ein, um sich an das Halb» dun'el im Räume zu aewöbnen. Gleih dara"f öffnete er sie wieder, drehte sie. heilig tuend, über sich zur Decke, hob seine großen, breiten, fleischigen Handschaufeln und plärrte singend, als zelebriere er ein feierliches Hochamt: „Fanat, vislwerte allbier Versammelte, nicht Händel an der armleliaen fünf Sinne wegen. Ob ihr mich nun hört, riecht, schmeckt, füdst oder seht! Nebmt meine sündige Haut, so wie sie hier in der Kutte vor euch st»ht. als unbestreitbare Tatsache hin Erinnert euch an das Wort, das geschrieben stehet: Ein Schweißfuß kommt selten allein. Findet euch ab damit, daß meine zu zweit kommen! Aber bevor wir weiter Gegen Blaczkowski konnte gestern nicht verhandelt werden, weil er sich in einer Irrenanstalt befindet. K a g a n wurde wegen Be- truges zu einem Jahr drei Monaten Gefängnis und drei Jahren Ehrverlust verurteilt und Strachmann wegen Bei- Hilfe zum Betrüge zu vier Monaten Gefängnis. � 20 Verkehrsunfälle am Sonnabend. Dom eigenen Traktor totgequetschi' Der starke Ausflugsoerkehr, der bei dem schönen Wetter schon am Sonnabendnachmittag einsetzte, hatte leider wieder eine große Zahl von llnsällen zur Folge. Allein in den Räch- mittags- und Abendstunden ereigneten sich etwa ZS Unfälle, die zum größten Teil schwerwiegend waren. Am Adlergestell, zwischen Schmöckwitz und Grünau, fuhren drei Fahrzeuge, ein Traktor, ein P r i o a t a u t o und ein Lastauto zusammen. Der Traktor wurde umgeworfen und der Führer kam so unglücklich unter die eigene Maschine, daß er auf der Stelle getötet wurde. Die Leiche des Verunglückten, es handelt sich um einen 24 Jahre alten Paul P r e u ß aus Berlin- Falkenberg, wurde durch die Feuerwehr nach der Grünauer Halle gebracht. Die Insassen des Privatautos und der Führer des Last- autos kamen mit leichten Verletzungen davon.— In Mariendorf stürzte der 20iährige Polizeiwachtmeister Waller Man; mit seinem Motorrad so unglücklich, daß er einen schweren Schädel- bruch erlitt. Bewußtlos wurde der junge Beamte ins Lankwitzer Krankenhaus gebracht. Die übrigen Unfälle spielten sich in der Hauptsache auf den Aus» fallftraßen in Wittenau, Spandau, Tegel, Schöneweide und Wann- see ab. Zahlreiche Schwerverletzte mußten in die nächstgelegenen Krankenhäuser gebracht werden. Phoko-Wetlbewerb des Zoo. Angesichts der großen Beliebtheit. deren sich Tierbilder in wachsendem Maße erfreuen, und mit Rück- ficht darauf, daß das Liebhaberphotographieren im Zoo stark zu- genommen hat, veranstaltet der Zoologische Garten in diesem Jahr, und zwar vom IS. Juni bis zum IS. August einen Photo- Wettbewerb. Die genauen Bedingungen des Photo-Wellbewerbs sind im Verwaltungsbüro des Zoologischen Gartens, Budapester Straße 9, und an den Kassenschaltern zu haben. fortfahren in diesem Text, tut erst, was unter ehrlichen Christenmenschen üblich ist und entbietet mir als Gesalbtem des Herrn den apostolischen Gruß! Oeffnet die Tore eurer Mäuler weit und saget verklärt.. „Gelobt sei Jesus Christus!" brüllte, mit allen Bechern rasselnd, die Pfaffenkellerbande. „In Ewigkeit, Amen!" antwortete der Mönch, segnete sich zuerst und daraus die andern. Dann, während aller Augen ihm folgten, humpelte er an seinen Tisch und nahm umständlich Platz, im Niedersatz aufächzend die Fülle seines Wanstes bändigend. „Schlechte Zeiten für Mönchsleute!" sagte er,„die Bauern machen seit neuestem ihre Kinder selber!" Zu bestellen brauchte er nicht: Uli Wüst, der Wirt, brachte ihm unaufgefordert einen Humpen, in welchem es rötlich schimmerte. Pater Pirmin trank nämlich niemals gelben. Das erinnerte ihn zu sehr an Gold, und Gold widerstrebte einem seiner vier Gelübde, nämlich dem der Armut. Doch zum Ausgleich vertilgte er vom Roten um so ansehnlichere Mengen. Sein erster Schluck war erstaunlich groß und trotz- dem der eines Kenners. Genießerisch ließ er das Hambacher Blut über die zahnlosen Kiefer laufen, schmeckte kleinschluckig mit dem Gaumen nach, zog die Augen zu vergnügten Ritzen und hob den Humpen ein zweites Mal gegen die Anwesenden: „Prost, ihr Herren! Noch einen Schluck! Denn nichts schmeckt unversucht, sagte der Abt zur Jungfer!" „Und was sagt die Aebtissin?" schrie Stössi. „Ich habe zu sehr gefastet! sagte sie. Sonst wüßte ich keinen Grund, daß mir der Bauch schwillt!" „Ich wüßte einen andern!" kräht Stössi zurück. „Hast du ihn schon bei einer Beguine probiert?" lachest der Barfüßer. „Das grade nicht." „Dann halte bitte dein vordrängend Maul! Denn mit- zureden haben hier nur ausgewachsene Männer, nicht Nuggel- linder." „Bravo, Pater, gib's ihm!" schreit der Schulzheiri.„Diese LischofÄäufer sollen schweigen für heute und sich ihre schmal- zigen Stimmen morgen fürs Ausrufen beschonen!" „Warum für morgen? Sind die Läufer zum Brevier- beten zugelassen oder gibt's was Neues und Geistlichs aus- zuschreien?" „Freilich, freilich! Der Hus wird als Ketzer verbrannt!" „Mach Spaß!" (Fvöteßuna iolatch � Die Eiserne Front ruft zum RAST am Sonntag, dem 26. Juni 1932, im Grunewaid-Stadion— Alle Genossinnen und Genossen beteiligen sich Einmarsch 16 Uhr— Karten zum Preise von 50 Pfennig für Erwachsene und 30 Pfennig für Jugendliche und Erwerbslose sind bei unseren Parteifunktionären und im Büro des Bezirksverbandes, Lindenstr. 3, zu haben Wer kennt der Die riesige Pflanzenstätte der Vorweg: Berlins Schulgarten ist eine Sehenswürdigkeit. Die Bezeichnung„Schulgarten" sagt allerdings so wenig, daß sehr viele Berliner diese interessante, riesige Pflanzenstätte in einem Flächenausmaß von 120 Morgen oder 30 Hektar gar nicht kennen. Der Autobus, der von Pankow nach Schildow fährt, passiert aus seinem Wege Blankenfelde, wo Garten an Garten grenzt, bis man dann an eine breite, endlos scheinende Querallee gelangt: der Eingang zum städtischen Schulgarten Blankenfelde. Hochsaison in Biankenfelve. Der Blankenfelder Schulgarten, der größte in seiner Art, be- liefert die Berliner Bezirke 1 bis 6 sowie 18 bis 20 mit Pflanzen- Material für Unterrichtszwecke. Es werden aber nicht nur Blüten, sondern auch Samen und Sämlinge, Keimlinge, Knollen, Ausläufer und Stecklinge für den Unterricht gebraucht: je nach ihrer Beschaffen- heit werden die verschiedenen Pflanzenprodukte in Bündeln oder in Blechbüchsen, in Töpfen oder in Papierbeuteln geliefert. So um die Märzmitte, wenn die Natur sich neu entfaltet, wird mit den Pflanzenlieferungen begonnen. Da sind es zuerst Weidenkätzchen und Haselnuß. Huflatich und Dahlientnolle: ihnen folgen die Kor- nellkirschenblüte und der Goldflieder, die Erle, Kiefer und Fichte, die Maiblumen, Tulpen und Narzissen, letztere in Töpfen. Was gerade in Blüte ist und voraussichtlich geliefert werden kann— ein plötzlich eintretender Witterungsumschlag muß immer in Berück- sichtigung gezogen werden—, wird dann durch das städtische Nach- richtenamt im Amtsblatt der Stadt Berlin veröffentlicht, so daß sich die Schulen bezüglich des Lehrstoffes in Naturkunde darauf ein- richten können. Höhere sowie Gemeindeschulen, staatliche und pri- vate Lehranstalten sind Abnehmer, es werden pro Woche 470, pro Tag 50 bis 70 Schulen beliefert.' Frühmorgens, wenn die Hähne krähen. Gartenarbeit ist nun einmal der Beruf der Frühaufsteher, und morgens bald nach 6 Uhr kommen Frauen und Mädchen, schneiden die Pflanzen, bündeln sie, jedes Bündel erhält ein Namensschild, dann werden sie in Wasserwannen gestellt, wo sie bis zum nächsten i Schulgarten? Stadt Berlin in Blankenfelde Morgen bleiben. Den nächsten Tag zur selben Stunde fahren dann die Autos an, alles wird ordnungsmäßig unter Aufsicht des Ober- gärtners auf Stellagen verladen, die Arbeiterin steigt mit ein und liefert das Pflanzenmaterial nach einem genau festgelegten Fahr- plan an den einzelnen Schulen ab. Damit die Pflanzen, unter denen sich manchmal ja auch Giftträger befinden, nicht in unrechte Hände geraten, wurde mit jedem Schulwart ein bestimmter Platz für die Lieferung vereinbart. Llnteriicht an Ort tinv Stelle. Als Ergänzung zum schulmäßig-theoretischey Unterricht besuchen dann die verschiedenen Schulen— manchen Tag sind es ihrer 30, 40 und auch noch mehr— das große Gelände. Zur Erleichterung für die Lehrkräfte sind sämtliche Pflanzen genau nach ihrer Be- schafsenheit, Eigenart usw. geordnet, jede einzelne mit Namensschild, oft auch mit näherer Beschreibung, versehen. Da ist die biologische Abteilung und die offizielle, die morphibische und wie sie alle heißen mögen. Ein besonderer Raum ist den unter Naturschutz stehenden Pflanzen gewidmet, zu denen unter anderem die Strand- distel und der Königssarn, das Pfaffenhütchen, die Seerose, die Graslilie und noch viele andere zählen. In einem schier endlosen Raum reiht sich Beet an Beet, dann kommt wieder ganz etwas anderes, der Nutzgarten für Siedler und Kleingärtner. Ein Fleckchen, ganz auf den praktischen Alltag und die Devise„Wie bebaue ich meinen Boden gut und gewinnbringend?" gestellt. Nicht alles ist auf das ideelle Moment gestellt, denn dieser Riesengarten soll auch etwas einbringen. In Quartieren, das find Anzuchtsflächen von je 1800 bis 2400 Quadratmeter, sprießen saftig- grüne Salatköpf« und kräftiger Kohl, in Radieschen gab es eme Riesenernte, leider ward für das Tausend nicht mehr als 1,S0 M. erzielt. Daneben wird auch praktische Blumenzucht in Topf- und Schnittblumen betrieben. Für Gemüse sind verschiedene städtische Anstalten, für Blumen Geschäfte, Friedhöfe und Privatkundschaft Abnehmer. Ein prächtiger Wald, Tropenhäuser und selbstgezüchtete Palmen, Kakteen, 1400 Frühbeete, alles, olles ist da im Riesen- format, schön gepflegt, sehenswert! Aus Eins mach Zehn! Die Kapitalbildnngsverträge bei der Oevaheim. An das Einmaleins, das die hexe dem Faust verkündet und das mit den Worten beginnt: Du mußt versiehn! Aus Eins mach Zehn!, wurde man bei der gestrigen Verhandlung des Devaheim-Pro- z e s f e s erinnert, in der man sich mit den kapitalbildungsverträgen der Devaheim beschäftigte. Der Pfarrer Hermenau zum Beispiel hat eine Zuteilung in Höhe von 5000 Mk. erhalten, die an die Devaheim-Gesell- schast zurückging, weil Hermenau keine Sicherheit leisten konnte. Der Betrag von 5000 Mk. wurde nun der Heimstättenbank, einer Tochter- gesellschast der Devaheim, überwiesen. Durch diese Transaktion be- kam Hermenau 814 Proz. Zinsen, und es wäre ihm gelungen, in zehn Jahren durch den Zinsgewinn die 5000 Mk. zu amortisieren, für die er nur eine Anzahlung von 10 Proz., also von 500 Mk., ge- leistet hatte. Der angeklagte Direktor I e p p e l berief sich auf die von chm erfundenen Kapitalsbildungsverträge, durch die es leicht möglich sei, mit 500 Mk. 5000 Mk. zu erzielen, und fügte hinzu:„Die Rechnung ist genau so einfach wie 2X2— 4 ist." Der Staatsanwalt freilich vermochte bei dieser Zahlenakrobatik nicht mitzukommen und meinte, daß nach dieser Rechnung 2X2 schon eher 5 zu sein schienen. Mit Recht fügte er hinzu: „Wo wäre man hingekommen, wenn man bei allen Sparern der- artige Rechenexempel gemacht hätte." Weiter kam zur Sprache, daß Hermenau, ein Freund des Angeklagten Pastor C r e m e r, die ihm zugewiesene Zuteilung nicht auf ordnungsmäßigem Wege erhalten hatte. Er war in einer Sparergruppe, bei der gar keine Zuteilungen zu erwarten waren, und obwohl sein Wohnort in Königsberg war, wurde er in eine sächsisch« Sparergruppe umgruppiert, in der an ihn als einzigen die Zuteilung erfolgte. Nach der Feststellung des Sach- verständigen wurde er begünstigt, während andere Sparer benach- teiligt wurden. Direktor Jeppel verteidigte sich damit, daß er das für zulässig gehalten habe. Der Pfarrer Herzog aus Mülheim hatte 16 Sparverträge in Höhe von 110 000 Mark mit der Devaheim abgeschlossen. Obwohl Pfarrer Herzog nur 4900 Mk. auf diese Sparverträge eingezahlt hatte, wurden ihm 85 000 Mk. bei der Zuteilung ausgezahlt. In der gestrigen Verhandlung kam man nun auf der Seite der Angeklagten darauf heraus, daß es sich nicht um Zutellungen, sondern um K wischenkredite gehandelt habe. Am Dienstag soll die Verhandlung fortgesetzt werden. Lunker schießen auf Lungarbeiter. Sie fühlen sich wieder als Herren. In der Nähe von K n r i tz kam es kürzlich zu einem ganz un- glaublichen Zwischenfall. Reichsbannerkameraden hatten in der Um- gebung von Kyritz einen Ausflug gemacht und wollten gegen 7 Uhr abends mit dem Rad die Rückfahrt antreten. Kurz vor dem Dorfe W e h l o w, 10 Kilometer von Kyritz entfernt, kam den zuletzt fahrenden Kameraden ein offenes Auto entgegen, in dem 3 Männer saßen. Einer davon trug volle Naziuniform einschließlich der Mütze. Nach einem kurzen Wortgeplänkel zogen die Autoinsassen Pistolen und feuerten auf unsere Kameraden. Eine Kugel drang dem Jung- bannerkameraden Bloche aus Meyenburg linksseitig in den Hals und blieb unter der rechten Schulter stecken. Bloche wurde durch ein zufällig vorbeifahrendes Auto des Reichsbildungsausschusses nach dem Krankenhaus in Pritzwalk transportiert. Sein Zustand ist ernst. Die Banditen flüchteten nach der Tat in ihrem Auw. Die so- fort alarmierte Landjägerei nahm die Verfolgung auf. Im Dorf selbst hatten sich alle Nazis versammelt und nahmen gegen die Reichsbannerleute eine drohende Haltung ein. Unter Begleitung von Landjägern konnten sie zu mitternächtiger Zeit die Heimfahrt antreten. Den Nachforschungen der Polizei ist es gelungen, die Täter zu ermitteln und festzunehmen. Es sind dies: Graf Wedel aus Lohm, Hauptmann von Bredow und der Kaufmann B r ä s e ck e aus Kyritz. Das Auftreten der Nazis in der schwarzen Priegnitz wird immer frecher und selbstherrlicher. Die Herren Barone möchten wieder nach ihrer alten Art regieren. Wendung in der Lindbergh-Affare. New Dork. 11. Zum. Zn der Lindbergh-Assore steht die Polizei einem neuen rälsel- hasten Vorkommnis gegenüber. Eine im Dienste von Lindberghs Schwiegermutter. Frau Morrow, stehende englische Haus- a n g e st e l l t e S h a r t, die von der Polizei verhört werden sollte, wurde vergiftet ausgesunden. Das Mädchen war die einzige Person, die ihren Aufenthalt in der Nacht der Entführung des Lindbergh-Kindes nicht einwandfrei angeben konnte. Die Polizei erblickt darin eine Bestätigung der Vermutung, daß das Mädchen an der Entführung des Kindes in irgendeiner Weife beteiligt gewesen sei. Inzwischen ist in der letzten Nacht in Newark ein Autodroschkenchauffeur mit dem deutschen Namen Brinker, der von der Polizei im Zusammen- hang mit der Lindbergh-Affäre gesucht wurde, oerhaftet worden. Das unbekannte Reiseziel. Neueinführung für Ferienzüge in Frankreich. Paris, 11. Juni. In Frankreich folgt man nunmehr dem englischen Beispiel, Ferienzüge einzusetzen, die nach einer für alle Reisenden unbekannten Richtung abfahren. Ein großes Pariser Abendblatt hat hierfür die Anregung gegeben und läßt am 2. Juli einen Zug von Paris abgehen. Erst wenn der Zug 12 Fahrstunden von Paris entfernt ist, erfahren die Reisenden, wo sie landen werden. Die ganze Reise wird zwei Tage dauern. Handelsbank-Vergleich bestätigt. Der Vergleich der Handelsbank A.-G. Berlin, Fleischerbank, der volle Befriedigung der Gläu- biger bis 100 Mark vorsieht, während die übrigen Gläubiger mit 30 Proz, ihrer Forderungen unter Garantie der Dresdner Bank abgefunden werden, wurde vom Amtsgericht Berlin-Mitte bestätigt. Det 2*1% Im Tmw, mag er nach den heimischen Sirandbädern gehen oder in die Pracht deutscher aebirgslandschaflent oder an die Küste unserer Meere, entführt Hunderttausende aus der Großstadtl— Wer sich bei Gadiel mit wertvoller, zweckentsprechender und so überaus biiliger Kleidung versehen hat, durchlebt sicher eine genußreiche, gute(Reise! Wundervoile Komplets: | äckchen-- Komplet Mantel-Kom plct prächtig M«toc«1» in modern lütmustern. 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In ganz Deutschland stand das Wetter am Sonnabend unter Hochdruckeinfluß, Der Himmel war vorwiegend heiter, die Luft- bewegung meist schwach bis mäßig, und die Temperaturen stiegen mit Ausnahme des Ostens recht hoch empor. Während am Rhein und in den westlichen Teilen der Provinz Hannover 25 bis 27 Grad im Schatten erreicht wurden, wurden in Ostpreußen nur 18 bis 19 Grad als höchste Temperatur gemessen. Gegen Jilbend ist im Nordwesten Deutschlands Bewölkung ausgetreten, wie rührt van einem Ausläufer des über dem Nordmeer gelegenen Tiefdruckgebiet.es her, der im Laufe des Tages Frankreich überquerte und hier zu Regenfällen und einzelnen Gewittern Veranlassung gab, denen Ab- kühlung folgte. Der Ausläufer wird feine Bewegung, wenn auch verlangsamt, fortsetzen. In unserem Bezirk wird er nur am Sonn- tag gegen Abend Bewölkung bringen. 4- wetteraussichlen für Berlin: Trocken, heiter und sehr warm, schwache Winde aus östlicher Richtung: gegen Abend aufkommende leichte Bewölkung.— Für Deutschland: Im Westen vielfach Gewitter mit etwas Abkühlung, im ganzen übrigen Reiche Fortdauer des beständigen und warmen Wetters. Wochenprogranrni des Berliner Rundfunks. Sonntag, 12. Juni. 6: Gymnastik. Anschließend: Aus Bremen: Hafenkonzcrt. 8: Für den Landwirt. 8.55; Morgenfeier 10.05; Wettervorhersage. 11; Für die Kinder. 11.30: Aus Leipzig; Bach-Kantate. 12; Jtmge Lyrik. 12.10: Mittagskonzert. 14: Eltern- stunde. 14.30; Blindenkonzcrt. 15.25: Berliner Anekdoten. 15.55: Fünf Jahre Ozeanflüge. 16.10: Von der Rennbahn Ruhleben: Deutsches Traber-Derby. 16.30; Nachmittagskonzert. 16.55: Programm der aktuellen Abteilung. 17.49: Nachmittagskonzert. 18; Die Erholungsreise des geistigen Arbeiters. 18.15: Kleines Schallplatten- Kabarett. Als Einlage: Internationale Flugschau. 19.20: Ausschnitt aus der 700-Jahrfcicr der Stadt Köstrin. 19.50; Sportnachrichten. 20: Populäres Orchesterkonzert. 22: Wetter-, Tages- und Sportnachrichten. Danach Tanzmusik. Montag, 13. Juni. 6; Gymnastik. Anschließend: Aus Qleiwitz: Frühkonzert. 11.30: Aus Hannover- Schloßkonzert. 12.30; Wettermeldungen für den Landwirt 14: Schallplattenkonzert 15.20; Aus Arbeit und Leben. 15.45; Die Frau des Arbeitslosen. 16.05; Leben in einer masurischcn Stadt. 16.30: Lieder. 16.50; Klaviermusik aus Ungarn. 17.10; Franz-Schubert-Konzert. 17.30: Doktor Ueberau erzählt. 17.50; Wirtschafts-Rundschau. 18.15: Mitteilungen des Arbeitsamtes. 18.20: Ausschnitt aus der 700-Jahrfeier der Stadt Bernau. 18.55: Die Funkstunde teilt mit... 19: Stimme zum Tag. 19.10: Aus meiner Ehescheidungskammer. von Landgerichtsrat Dr. Lüdecke. 19.35: Zum 70. Geburtstag von Johannes Cotta. 20: Großer bunter Tanzabend. 22: Wetter-, Tagesund Sportnachrichten. 22.15: Aus Frankfurt a. M.: Zeitberichte. Danach Märsche und Tänze. Dienstag, 14. Juni. 6; Gymnastik- Anschließend: Aus Hamburg: Frühkonzert. 11.30: Aus Königsebrg: Mittagskonzert. 12.40: Die Viertelstunde für den Landwirt. 14: Schallplattenkonzert. 15.20; Aus Arbeit und Leben. 15.45: Kosmetik im Dienste sozialer Fürsorge. 16.05: Klaviermusik. 16.25: Grünanlagen als Erholungsstätten des Großstädters. 16.55; Bücherstunde. 17.25; Jugendstunde. 17.45: Die Relsestundc. 18.10: Unterhaltungsmusik. 18.55: Die Funkstunde teilt mit... 19; Stimme zum Tag. 19.10; Unterhaltungsmusik. 19.35: Aus Königsberg:„Ostpreußen", Heimatabend. 20.45; Sinfonie-Konzert. 22: Wetter-, Tages- und Sportnachrichten. Mittwoch, 15. Juni. 6: Gymnastik. Anschließend; Frühkonzert. 9; Von der Deutschen Welle: Schulfunk. 11.30: Aus Leipzig: Mittagskonzert. 12.30; Wettermeldungen für den Landwirt. 14: Schallplattenkonzert. 15.20; Aus Arbeit und Leben. 15.45: Die Frau in der Wirtschaftskrise. 16.05; Stimmungsbilder aus dem Sprecwald. 16.30: Unterhaltungsmusik. 17.25: Mitteilungen des Arbeitsamtes. 17.30; Die junge Generation. 17.50: Max Jungnickel liest eigene Dichtungen. 18.05: Ein Tag in einer Lungenheilstätte. 18.30; Rechtsfragen des Tages. 18.55: Die Funkstunde teilt mit... 19: Stimme zum Tag. 19.10: Unterhaltungsmusik. 19.40: Grenzberichte. 20: Aus Wien: Funk-Potpourri„Wien bleibt Wien". 22: Wetter-, Tages- und Sportnachrichten. Anschließend Tanzmusik. Donnerstag, 16. Jnni. 6; Gymnastik. Anschließend: Aus Leipzig: Frühkonzert. 9: Aus Breslau: Schulfunk. 11.30: Aus Hamburg: Mittagskonzert. 12: Aus Magdeburg: Von der 75-Jahrfeier des Vereins Deutscher Ingenieure. 12.40: Die Viertelstunde für den Landwirt. 14: Schallplattenkonzert. 15.20; Aus Arbeit und Leben. 15.45; Vom Geist und Charakter der chinesischen Frau. 16.05; Konjunktur der Leihbibliothek. 16.30: Kammerorchester-Konzert. 17.30; Jugendstunde. 17.50: Das Frauenkleid und wer es schafft. 18.15: Unterhaltungsmusik. 18.55; Die Funkstunde teilt mit... 19: Stimme zum Tag. 19.10; Berlin und die Provinz. 19,35; Heinrich George liest Dichtungen von Max Mohr. 20: Lieder von Brahms. 21:„Die Goldmacher." Hörspiel. 22.20; Politische Zeitungsschau 22.35: Wetter-, Tages- und Sportnachrichten. Anschließend: Populäres Orchesterkonzert. Freitag, 17. Juni. 6; Gymnastik. Anschließend: Frühkonzert. 10.10: Wochcnmarkt-Allcrlei. 11.30; Aus Breslau: Mittagskonzert. 12.30: Wettermeldungen für den Landwirt. 14: Schallplattenkonzert 15.20: Aus Arbeit und Leben. 15.45: Rundschau für Blumenfreunde. 16.05: 50 Jahze Kieler Woche. 16.30: Klaviermusik. 16.45: Volkstümliche Lieder. 17: Jugendstunde. 17.20; Der Student im Film und in der Wirklichkeit. 17.50; Das neue Buch. 18: Unterhaltungsmusik. 18.55: Die Funkstunde teilt mit... 19: Stimme zum Tag. 19.10; Chöre. 19.30; Hundert Jahre Zeitungsroman. 19.55; Wegweiser ins Wochenende. 20;„Semiramis." Heitere Oper von Rossini. 22.15: Wetter-, Tages- und Sportnachrichten Danach Tanzmusik. Sonnabend, 18. Juni. 6: Gymnastik, Anschließend. Aus Danzig: Frühkonzert. 11.30: Aus Königsberg. Mittagskonzert. 12.30; Wettermeldungen für den Landwirt. 14; Schallplattenkonzert, 15.20: Jugendstunde. 15.40: Das deutsche Märchenspiel, 16.05: Populäres Orchesterkonzert. 18: Die Erzählung der Woche. 18.25: Igor Strawinsky zum 50. Geburtstage(ni't Schallplattcn) 18.55: Die Funkstunde teilt mit... 19; Stimme zum Tag. 19.10: Konzert 19.45: Mitteilungen des Arbeitsamtes. 19.50; Zehn Minuten Sport. 20; Aus Köln: Lustiger Abend. 22: Wetter-, Tages- und Sportnachrichten. Danach Tanzmusik. Königswusterhausen Sonntag. 12. Juni. 6: Uebcrtragung aus Berlin. Anschließend; Aus Bremen: Hafenkonrert. Ab 8: Uebcrtragung aus Berlin. 11.30; Aus Leipzig: Bach-Kantate. 12: Zehn Minuten Lyrik. 12.10; Aus Berlin: Mittagskonzert. 14: Elternstunde. 14.30; Aus Berlin: Blindenkonzcrt. 15.25:„Den Nachtregen regnen hören in Karasaki." Erzählung von Dauthendey. 15.55: Aus Berlin: Fünf lahre Ozeanflüge. 16.10: Dichterstunde. 16.30: Deutsche Landschaften 16.55; Uebcrtragung aus Berlin 18: Aus Frankfurt a. M.: Streifzug durch Alt-Frankfurt. 18.50: Junge Generation spricht. 19.20; Die Idee des Fortschritts. 19.45: Reise in Deutschland. Ab 20; Uebcrtragung aus Berlin. Montag, 13. Juni. 16; Pädagogischer Funk. 16.30: Aus Berlin: Nacbmittagskonzcrt. 17.30: Strömungen in der evangelischen Theologie der Gegenwart. 18: Musizieren mit unsichtbaren Partnern. 18.30; Spanisch für Anfänger. 18.55: Wetterbericht für die Landwirtschaft. 19: Aktuelle Stunde. 19.20; Stunde des Landwirts. 19.35: Lenin und die geistigen Grundlagen des Bolschewismus. Deutschland- sender: 20: Aus Leipzig: Georg-Vollerthuni-Stunde, Konzert. 21.10: Aus Frankfurt a. M.: Richard-Wagner-Konzert. 22.15: Wetter-, Tages- und Sportnachrichten. Anschließend Uebcrtragung aus Berlin. Dienstag, 14. Juni. 16.30: Aus Leipzig: Nachmit�agskonzert. 17.30: Der Eros in der Dichtung der Gegenwart. 18: Das Thema in der Instrumentalmusik. 18.30; Englisch für Fortgeschrittene. 18.55: Wetterbericht für die Landwirtschaft. 19: Gedanken zur Zeit. Deutschlandsender: 19.35: Uebcrtragung aus Berlin. 20.35: Aus Köln: „Genoveva." Tragödie von Hebbel. 22.30; Wetter-, Tages- und Sportnachrichten. Danach: Aus Hamburg: Spätkon/ert. Mittwoch, 15. Juni. 16: Pädagogischer Funk. 16.30: Aus Hamburg: Nachmittagskonzcrt. 17.30: Das unbekannte Frankreich. 18: Das Lochheimer Liederbuch, das älteste Dokument deutscher Liedkunst. 18.30: Aus Berlin: Rechtsfragen des Tages. 18.55: Wetterbericht für die Landwirtschaft. 19; Am Vorabend der Lausanner Konferenz. 19.20; Stunde des Beamten. Anschließend Uebcrtragung aus Berlin. Donnerstag, 16. Juni. 16; Pädagogischer Funk. 16.30: Aus Berlin; Nachmittagskonzert. 17.30: Die Salzburger Protestanten in Ostpreußen. 18: Musikalischer Zeitspiegel. 18.38: Spanisch für Fortgeschrittene. 18.55: Wetterbericht für die Landwirtschaft 19; Wie schützt sich die Bevölkerung vor einem Luftangriff? 19.20: Stunde des Landwirts. 19.35: Wird der russische Fünfjahrplan sein Ziel erreichen? Deutschlandsender; 20: Uebcrtragung aus Berlin. 21: Aus Bremen: Die Böttcherstraße in Bremen. 22.20: Uebertragune aus Berlin. 22.35: Wetter-, Tages- und Sportnachrichten. Anschließend: Aus Stuttgart; Nachtmusik. Freitag. 17. Juni. 16; Pädagogische Bücherstunde. 16.30: Aus Leipzig- Nachmittagskonzert 17.30: Slatin Pascha zu seinem 75. Geburtstag. 18: Verschollene deutsche Musik aus der Zeit Bachs 18.30; Das Reparationsproblem vom Standpunkt der internationalen Arbeiterbewegung. 18.55: Wetterbericht für die Landwirtschaft 19: Aktuelle Stunde. 19.15; Wissenschaftlicher Vortrag für Acrzte. 19.35: Aus der Praxis des Arbeitsrechts. Deutschlandsender: 20: Uebertragung aus Berlin. 22.45: Aus Saarbrücken: Nachtkonzert. Sonnabend, 18. Juni. 16: Der Sport bei der Post. 16,30: Aus Hamburg Nachmittagskonzcrt 17.30: Eine Viertelstunde für die Gesundheit 17.50: Die mecklenburgisch? Ostseelandschaft. 18,05; Seeräuber einst und jetzt. 18.30: Erlebnis an der Zeichnung. 18.55: Wetterbericht für die Landwirtschaft PL Englisch für Anfänger. 19.30; Kirche und Kultur. Anschließend Lebertragung aus Berlin WERTHEIM Volkskunst HausfleiQ Handwerk Ausstellung und Verkauf; Leipziger Straße, l. Stock Dienstag, den 14. Juni, nachm. 4 Uhr: Vortrag u. Verführung Franziska Bnck „Gartenblumen im Glasefl Kretonne für Wochenendkleider, viele Muster, ca. 80 brt. Lyon- Schnittmuster Crepe Frisia Seide mit Kunstseide, ca. 80 cm breit, Mtr. Kunstseide neue, entzückende Tupfenmuster... Meter Marocain bedruckt, gute Kunstseide, ca. 96 brt., Mtr. Sommerkleid Wollmusselin moderne Druckmuster, ca. 80 cm breit, Meter Crepe Georgette neue Dessins, doppeltbreit.. Meter gemustert. Vollvoile Boucle Baumwolle, in neuesten Streifenmustern, Meter Crepe-uChine reine Seide, bedruckt, ca. 100 cm breit, Mtr. heitw,3halb bedeckt Nr. 273» 49. Jahrgang 2«<��01*1901��0 Sonntag. 12. Juni 1932 Vom Konzil der agrarischen Reaktion. Äle 6�. Üügung Veu�schen/ Von unserem agrarpolitischen Beobachter. 3n der gestrigen 62. Vollversammlung des Deutschen Landwirt- schaftsrats hat der Reichskanzler von Papen seine erste öfsent- liche Rede gehalten. Der„Vorwärts" hat diese seudale Baronen- rede mit ihrer Verherrlichung der„gottgewollten Zldhängigkeiten" gestern schon charakterisiert. �Sie paßte herrlich in das Milieu. Dieses Milieu war auch den Saaldiencrn in seiner Jusammensetzung sehr schnell bekannt Das„Herr von..." ließen diese hellen Jungens ein für allemal auf der Tasel stehen, wenn ein anderer Teilnehmer am Telephon verlangt wurde. Sie setzten nur einlach den neuen Namen em. In diesem Umkreis mußte selbst diese Kanzlerredr von„Gott gewollt" erscheinen. Räch dem politischen kauderwelsch des Kanzlers der Barone wirkte die gemäßigte Fachrede des neuen Reichsernährungs- Ministers Freiherr v. Braun geradezu wie eine geistige Leistung. Er stellte zunächst fest, daß 3 Millionen Hektar landwirtschaftlicher Nutzfläche zu mehr als 166 Proz. und l Million Hektar zu über 1S0 Proz. des Einheitswertes verschuidet sind Die Tatsache, daß knapp die Hälfte der über IZ« Proz. des E'uheitswertes.verschul- deten landwirtschaftlichen Nutzfläche auf Westdeutschland entfällt, be- weise, daß alle Betriebssormen und alle Größen- k l a s s e n aufs schwerste unter der Agrarkrise leiden. Rur noch ein Drittel aller landwirtschastlichen Betriebe wären in der Lage, die Zinsen aus den Reinerträgen zu bezahlen, in allen anderen Fällen würden die Zinszahlungen auf Kosten der Substanz vorgenommen. Wenn auch kein Mensch und an letzter Stelle wir die Lage der Landwirtschast als gut ansehen, so müssen wir doch hierzu bemerken, daß die letzte Bemerkung des Herrn von Braun auf etwas wackeliger Grundlage beruht, denn nur ein ganz geringer Teil der landwirtschaftlichen Beiriebe hat eine Buchführung. Nur bei diesen Betrieben wäre, wenn man nicht betrügen will, der Reinertrag richtig sestzustellen. Aber was mit der Buchführung zugedeckt wird, ist ia allgemein bekannt. Selbst in den Jahren der agrarischen Hochkonsunktur wurde bewiesen, daß die Landwirtschaft keine Reinerträge abwirft und keine Zin>e» bezahlen kann. Als Ursache für die Verlustwirtschast gab der Minister die klaffende Preisschere, das Mißverhältnis zwischen Produktions- kosten und Einnahmen an, wobei er aber, wie das in agrarischen Kreisen immer noch üblich ist, einfach den Agrarindex dem in- dustriellen Großhandelsindex gegenüberstellt Das ist aber im ch t zulässig, denn die Landwirtschaft braucht nur wenige industrielle Erzeugnisse, und gerade diese sind zumeist stärker im Preise gefallen als die anderen industriellen Erzeugnisse. Aber weiter: Gerade bei den hauptsächlich Getreide verkausenden landwirt- schaftlichen Betrieben ist die Preisschere infolge der hohen Getreidepreise geschlossen, und nur bei den bäuerlichen Veredelungswirtschasten ist sie zuungunsten der Landwirtschast geöffnet. Die von uns schon seit Jahren immer wieder jn den Vordergrund gestellte Bedeutung der Kaufkraft der Verbraucher für die Preis- bildung der Rahrungsmittel muhte auch von dem neuen Reichs- ernährungsminister anerkannt werden. Er legte dar, daß' die Verarmung unserer Bevölkerung sich sehr stark in der Preisbildung für Agrarerzeugnisse auswirkt. Somit sei— das sollte der M i n i st e r m ö g l i ch st häufig seinen Kollegen sagen— das Agrarproblem in hohem Maße ein Arbeitslosig teitspcoblem. Da- neben sei der städtische Arbeiter aber auch, was wir ebenfalls schon seit Iahren vertreten, abhängig von der Kaufkraft des Landwirts, weil davon die Arbeitsmöglichkeil unserer Industrie beeinflußt wird. Städtischer Konsument und landwirtschaftlicher Produzent bildeten eine Interessengemeinschaft auf Gedeih und Verderben. Zum Problem der Autarkie erklärte der Minister geschickt, daß diese kein Ziel, sondern ein Schicksal sei. Mit der Art, wie er dieses sogenannte Schicksal meistern will, sind wir nicht einverstanden: denn er will die alten Methoden der Handelspolitik zerschlagen und, wie er zwar nicht wörtlich aussührte, aber durchblicken ließ, die Einsuhr kontingentieren. Zweifellos sind die bisherigen Methoden der Handelspolitik teilweise verlassen: aber man darf nicht dasür Fornien anwenden, die den jetzt schon vor- handenen Schaden mit Sicherheit noch in unabsehbarer Weise oer- größern. Die Mansfeld AG. für Bergbau und Hütten- betrieb AG. in Eisleben, deren Kupferbergbau seit 1936 durch staatliche Zuschüsse aufrechterhallen wird, veröffentlicht für das Ge- schäftsjahr 1931 einen Verlustausweis von 2,97 Mill. Mark. Die eigentliche V e r l u st q u e l l e des Unternehmens, Kupserberg- bau und Hüttenbetrieb, brachte im Berichtsjahr infolge des anhal- tenden Preisoerfalls um weitere 39,6 Proz. noch einen Verlust von 3,6 Millionen nach Vereinnahmung der staatlichen Subventionen. Das erste Subventionsabkommen. das die staatlichen Zuschüsse auf einen Höchstbetrag von 3,6-1 Mill. Mark begrenzte, ist im oer- gangenen Jahr durch einen neuen, für Mansfeld günstigeren Vertrag abgelöst worden. Das Risiko, das bei dem Unter- nehmen selbst verbleibt, besteht darin, daß 1 Million Mark Unter- bilanz aus dem Kupferbergbau selbst gedeckt werden muß und monatlich ein weiterer Verlustonteil von je 39 999 M. vorgesehen ist, so daß sich das eigene Verlustrisiko aus dem genannten Betriebe auf 1,6 Mill. Mark stellt. Durch Sondergewinnc aus Grundstücks- und Forstoerkäklsen und kleinen Ueberschüssen in anderen Betrieben vermindert sich der Jahresoerlust auf 2,97 Millionen Mark. Im Gegensatz zu anderen subventionierten Unternehmungen, die nicht nur die staatliche Hilfsaktion in ihren Jahresberichten ver- schleiern. sodern zugleich noch mit neuen Ansprüchen hervortreten, berührt bei der n?"ti M'ns'e'dvei-wa! inng fnrmnthiich daß d-e Aktion de- Staates und auch die persönlichen Opfer der Belegschaft zur Erhaltung des Betriebes ausdrücklich anerkannt werden. Viermalige Lohnsenkungen haben seil dem Juli 1930 die Löhne Räch diesen mehr grundsätzlichen Bemerkungen machte Freiherr von Braun programmatische Ausführungen zu besonders vor- dringlichen Tagessragen. Durch Zusammenwirken von handelspolitischen und finarrzpolitischen Maßnahmen(also durch Aussuhrscheine und Ernte- f i n a n z i e r u n g— die Red.)„müsse" sür eine auskömmliche Ver- Wertung der kommenden Getreideernte gesorgt werden. In der Kartoffelsrage soll der erhöhten technischen Verwertung des Kartofselsprits, also der Erhöhung des Beimischungs- Zwanges, besondere Aufmerksamkeit zugewandt werden, wozu sich der„Vorwärts" schon geäußert hat. Ob, wie der Minister aus- führte, für die rübenbauenden Landwirte die Nachteile der Anbau- Verminderung durch einen angemessenen Preis und die Förderung des Absatzes von Zuckersuttermitteln ausgeglichen werden können, wagen wir zu bezweifeln. Hier kann nur, wie der Konfumrllckgang beweist, durch eine Preissenkung die Lage der Zucker- Wirtschaft gebessert werden. Eine Preissenkung lediglich durch eine beträchtliche Ermäßigung der Zu ck e r st e u e r, wie es die Landwirtschast verlangt, ist angesichts der Finanzlage des Staates ausgeschlossen. Es wird nur helfen, gleichzeitig die Zucker- steuer und ebenfalls den Zuckerhöchstpreis zu senken. Auf dem Gebiet des Gemüse, Ob st- und Weinbaus sei eine Besserung der Lage nur durch Aenderung der bisherigen Handelsvertragspolitik und von der Einsicht der Verbraucher zu er- warten, die endlich einmal deutschen Erzeugnissen den Vorzug geben sollten. Ganz so einfach liegen die Dinge ja nun nicht, Herr von Braun. Durch Zollerhöhungen läßt sich da nicht viel machen. Das Kauskraftproblem und außerdem die Verbesserung der Pro- duktion spielen hier die entscheidende Rolle. Um die Lage der F o r st w i r t s ch a s t zu bessern, kündigte Herr von Braun schließlich eine aus zollpolitischem Gebiet liegende Maßnahme für die aller- nächsten Tage an. Endlich versprach der Rlinister, die Hilfsaktion für den Osten in beschleunigtem Tempo fortzusetzen und der Siedlung, die eine der dringendsten Ausgaben von Reich und Staat sei, seine besondere Aufmerksamkeit(!) zuzuwenden. Daß ein Minister dieses Kabinetts nicht merkt, wie komisch in seinem Munde ein Bekenntnis zur Siedlung wirken muß! Schließ- lich ist die Regierung Brüning ja gerade deswegen von den Großagrariern gestürzt worden, weil sie endlich einmal mit der Subventionierung des völlig verschuldeten und nicht mehr sanie- rungsfähigen Großgrundbesitzes aufhören und durch Siedlung neue Betriebs- und Besitzsormen schassen wollte. Abschließend bemerkte der Minister, daß Agrarfragen nicht allein mit dem Ver- st a n d bearbeitet werden könnten. Sie seien mit eine Sache der gefühlsmäßigen Einstellung des Menschen zum Grund und Boden. Wir glauben das. Denn wenn die dieses Kabinett beherrschende Idee der Bcsitzerhaltung um jeden Preis auch sehr real ist— i mit dem Verstände hat sie in der Tat wenig zu tun. Die übrigen Referate der Tagung unterschieden sich nicht sehr von dem, was man auf den Versammlungen des Deutschen Landwirtschaftsrats zu hören gewohnt ist. Komisch wirkte die Feststellung des Präsidenten dieses Konzils ostelbischer Reaktion, daß der Deutsche Landwirtschaftsrat immer 19 Jahre früher als alle anderen die Lösung der notwendigen Probleme erkannt und gefördert hätte und daß er sozusagen die f o r t s ch r i t t l i ch st e In- st i t u t i o n gewesen sei, habe er sich doch gegen die Zulassung der polnischen Wanderarbeiter ausgesprochen. Schade nur, daß er st eine sozialdemokratische Regierung nach langen Kämpfen gerade mit diesen Jnteressentengruppen es durch- fegen konnte, daß polnische Wanderarbeiter deutsche Landarbeiter nicht mehr brotlos machen und ihnen die Lebenshaltung herabdrücken können. Gegen Arbeitslosenversicherung und Tarifverträce. Eine Entschließung des Landwirlschaftsrals verlangt unier Aushebung der Reichsanstalt für Arbeilslosenver- s i ch e r u n g ein einheitliches Zürsorgesystem. Die Zahl der Arbeitslosen soll durch eine zwangsweise Einbeziehung jugendlicher Arbeitsloser in eine zu schassende Arbeitspslichtorganisation gesenkt werden. der Häuer um ZS.4 Proz. gekürzt, darunter wurde eine Lohnsenkung durch Vereinbarung trotz noch lausenden Tarifvertrages durchgeführt. Für die Angestellten wurde Anfang dieses Jahres keine Lohn- senkung im Rahmen der 4. Notverordnung durchgeführt, da die Gehälter bereits den Stand vom Januar 1927 unterschritten hatten. Die Verwaltung hält auf weite Sicht den Kupserbergbau sür lebensfähig, da die starke Senkung der Selbstkosten bei einer Ge- sundung des internationalen Preisniveaus für die Zukunft erfolg- oersprechend sei. Während im Jahre 1939 die Gestehungskosten im Bergbau um 8 Proz. unter den Stand von 1913 gesenkt werden konnten, wurden sie im Berichtsjahr um rund 30 Proz. unter den Stand von 1913 heruntergedrückt. Die Gesamt-Bruttokosten für Bergbau und Hüttenbetriebe liegen jetzt um rugd 29 Proz. unter dem Vorkriegs- Niveau. Hier kann also die neue Leitung einen beachtlichen Erfolg verzeichnen. Da Mansfeld im allgemeinen— besonders in den Walzwerken — verhältnismäßig gut beschäftigt war, konnte die Belegschaft auf einem Stande von 16 999 gegen 17 399 Mann gehalten werden. Die Umsätze des Konzerns verringerten sich von 86,9.aus 36 Millionen Mark, was jedoch fast ausschließlich auf den Preis- verfall zurückzuführen ist. Herr vou Oldenburg-Jonuschau oerlangte eine Rotverordnung folgenden Inhalts:„Zeder Deutsche hat das Recht, feine Arbeitskraft zu verwerten, wie und wo er will." Finsterste Sozialreaktion, die selbst die Praktiken des Kaiserreichs in den Schatten stellt, Hot wahrhast aus diesem Konzil Regie geführ». Warenhäuser in der Krise. Abbau der Kosten und Läger im Jahre T93i. Das Institut sür Konjunkturforschung veröffent- licht soeben mit Unterstützung des Verbandes deutscher Waren- und Kaufhäuser eine Untersuchung über„Kosten und Lagerumschlag in deutschen Waren- und Kaufhäusern im Jahre 1931". Das Ma- terial lieferten 291 Häuser mit einem Umsatz von 637 Millionen Mark, während im Vorjahr erst 39 Betriebe mit einem Umsatz von 422 Millionen Mark berichteten. Danach stellten sich im Gesamtdurchschnitt die Kosten im Jahre 1931 auf 2 6, 7 P r o z e n t des Umsatzwertes. Am niedrig- sten waren die Kosten bei den Mittelbetrieben mit einem Jahresumsatz von 6 bis 15 Millionen Mark, bei denen sie 23,3 Pro- z e n t des Umsatzes ausmachten. Bei den kleineren Betrieben (bis 6 Millionen Mark Jahresumsatz) stellten sich die Kosten auf 27,1 Prozent, bei den Großbetrieben auf 28,1 Prozent Der Vergleich zum Jahre 1939 mußte sich aus 34 Betriebe beschränken. Im Durchschnitt sind die Kosten gegenüber dem Vor- jähr« nur um 12 Prozent gesunken, wälxrend der Umsatz wertmäßig um 15 Prozent zurückging— trotz aller Anstrengungen sind also die Kosten im Vergleich zum Umsatz gegenüber dem Vorjahre gestiegen. Die Steuern sind gegenüber dem Vorjahre ein wenig, die Kosten sür die private Versicherung sogar erheb- lich(auf 197,7 Prozent) gestiegen: alle anderen Kostenfaktoren war- den herabgedrückt, so die Kosten für Personal auf 88 Proz., für Reklame aus 78 Prozent: für Reparaturen auf 73 Prozent: für Bllrobedarf auf 69 Prozent. Auch hier sind große Unterschiede bei den verschiedenen Betriebsgrößen festzustellen. Bei den kleinen Betrieben gingen Um- satz und Kosten gleichmäßig um 12 Prozent gegenüber dem Bbrjahre zurück: bei den Mittelbetrieben sank der Umsatz um 13 Prozent, die Kosten um fast 9 Prozent, bei den Großbetrieben der Umsatz um 19,3 Prozent, die Kosten um 17 Prozent. Wichtigster Kostenfaktor sind natürlich die P e r s o n a l k d st e n, die am stärksten bei den Großbetrieben(auf 87 Prozent) wesentlich durch Personalabbau veringert wurden. Der Umsatz je Ver- k a u s s k r a f t ging von 23 979 auf 22 799 Mark, also um etwa 9 Prozent zurück. Da die Preise im Jahre 1931 durchschnitt- lich um 12 Prozent unter den Preisen des Vorjahres lagen, hat sich der mengenmäßige Umsatz je Verkaufskraft er- höht! Der Lagerwert war Ende 1931 um durchschnittlich 31 Proz. niedriger als zu Ende 1939. Bei zwölfprozentigem Preisrückgang ist also das Lager mengenmäßig um 29 Prozent abgebaut worden, wovon ein Teil allerdings auf Sonderabfchreibun- gen, also auf rein buchmäßige Verminderungen zu rechnen sein wird. Dem Lagerabbau entspricht eine Erhöhung der Umschlags- gefchwindigkeit. Das Lager wird jetzt durchschnittlich im Jahre 4,7 mal(im Vorjahre 4,2mal) umgeschlagen, wodurch das Verhältnis von Kosten und Umsatz g ü n st i g e r gestaltet wird. Fast-II Millionen Verlust. Linoleumkonzern muß Zehlexpansionen bereinigen. Die unsinnige Aufsaugungspolitik des europäischen Linoleum- trusts, der zur lückenlosen Schließung seines Festlandmonopols Un- summen in faule Beteiligungen in Frankreich und Holland steckte, hat im Krisenjahr 1931 ihre Früchte getragen. Von dem löprozentigen Dividendensatz war man schon im Vor- jähr heruntergestiegen, hatte aber immerhin noch einen Reingewinn von 3,2 Millionen Mark ausweisen können. Für 1931 aber muß ein Verlust von 16, 8 Millionen Mark bekanntgegeben werden, da sich mit der Verschärfung der Krise die Expansionsverluste nicht mehr verheimlichen ließen. Abgabe von Siedlungsland. In Preußen. Das Preußische Landwirtschaftsministerium hat Richtlinien für die Abgabe von Land aus staatlichem Forst- und Do- mänenbesitz sür Anliegersiedlungen, Kleinsiedlungen und für Kleinwohnungsbau herausgegeben. Jn Frage kommen solche Jndu- stricarbeiter, Handwerker und Gewerbetreibende, die Nebenberuf- lich einen kleinen landwirtschaftlichen Betrieb bewirtschaften und arbeitslos geworden sind. Man denkt daran, durch Vergrößerung des landwirtschaftlichen Betriebs eine selbständige Existenz zu schaffen. Da, besonders in den westlichen Provinzen, es aber an Land fehlt, soll der Staat Land für diese Zwecke abgeben. Auch Arbeiter, Handwerker und Gewerbetreibende, die bisher über keinen Landbesitz verfügen, aber verkürzt und mit ge- ringer Entlohnung arbeiten und in Zukunft mit einer Besserung nicht rechnen können, sollen dafür in Frage kommen. Der preußische Landwirtschaftsminister hat die Regierungen angewiesen, derartige Anträge mit Entgegenkomme» zu behandeln und die U e b e r- lassungspreise so zu stellen, wie sie den heutigen landwirt- schaftlichen Nutzungswerten des abzugebenden Landes entsprechen. Infolge der Butterzollerhöhung ist in Dänemark an Stelle Deutschlands als Warenlieferant in immer größerem Ausmaße England getreten. Nach einer dänischen Mitteilung ist die dä- niscbe Einsuhr gegenüber dem Vorjahre um 39 bis 49 Prozent ge- sunken. Dagegen hat sich die E i n s u h r aus England um 13 Prozent erhöht. Die dänische Landwirtschaft hat auch beschlossen. den bisherigen von Deutschland bezogenen Stickstoff in England zu kaufen, obwohl der englische Preis höher liegt. Die Staatshilfe bei Mansfeld. Neue Verluste durch Kupferpreise.- Ltnerhörte Belegschastsopfer. 5 Ls&ff % in je&s Haus hi0eijj/ ?S .nr�Beim Geschirr- .fir'if au/waschen genügt ein Kaffeelöffel@) für eine normale A u fwa s ch- schüssel. So ergiebig ist es! Laß die vielen Haushaltsachen nur mit@ sauber machen! Welch ein Strahlen und Glänzen geht durch Küche und Haus 1 Einladende Sauberkeit, hygienische Frische überall! 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Eddie Daros Willy Rosen usw. Tiere mi-dien Kaiiimt in üen ZOO Täglich ab nachm. 4 Uhr GR. KONZERT Abends: Tanz im Freien. Sonderschan; r,T.k'SSr A Q LT A R im Beim Urbeigang vom ZOO Eintri-tserleichterung ZetiieitäoiferSiraOeS NalunPariei* TierporK U ndcrioelGS igun en itaafl. Sdiilln-Mai « Uhr Die Räuber Rose■ 1 tieaier nJe Frankfurter StraBe 13 's. Veidiu. c 7 3427 6 und 0 Uhr Weekend im Paradies Gartcnl.Uhno S Uhi Ronzertn. Variete ZiceunerlleDe IMömKAMMildÄ AdilanSl Adüamtl FeiDmeHiacih and OptlH Hlootag, den 13. Janl. nachruiNag» <>/, Ahr, find« im Berbanbshau», Sihungsfaal I, Cinieaftcofie 83 85, Singang Eliüsler Strotz« 88/88 eine freifietferKsdialllldie Versammlung flau. Tagesordnung: L Bericht von den Verhandlungen im EchlichNingsaue.chuß Groß. Berlin über unsere Urlaubsregelung 2 Stellungnahme und Enticheidnng Ohne verdondsbuch keine» Zutritt. Die Aollegen und Aolleginnen iolgender Heiriede sind besonder» eingeladen: Borik-v Goldschmied: Fueß, Steolitz! Gebhardt P. S Jijhne! Himmler; Zacken» troll; E. Leih; Leppin ö- Masche; Marx 8 Bernd; Z. Petere; Schmidr 8 Soensch; Dr Seidt; Sommer 8 Runge; Weinert. Um möglichst pünktliche» Erscheinen er- sucht Die OrtsTerwolknog. Miün Ttieatei Die»>/« Uhi Joarnaiisten lintsp.nadi Gustav Frt]ti; vpn Ftlii Joadiimspp Musik: Ttieo Mackeötn Reeie; Heinz Hilpert I m\n-Tiieatei räeiich k'n uh. ffationna wo blsl Da? Erika v Thellmann Luise Stösel Theo or Loos Josef Wedarn TÄGLICH WELLENBAD A Hasenheide A NEUE WELT Gr. Gartenkonzert Bunte Bühne ## Tanz �# Adilang, Bauansdiläger! Dienstag, 18. 3um, abends 7 Ahr im Bccbanbshaafe, Cinienftr. 83- 85, Singang SlsSsser Strotz« 86-88, Aufgang B Branmen•Versammlung der Bauansdiidger Tagesordnung 1. Warum leidet der Banmartt in der heuligen Arne? 2 Bei band», und Branchenleiiung. 3. Benchiedene». Ohne Miigiiedsbuch kein Zutritt. Es ist Pflicht aller Aollegen, in dieset Bersommiung zahlreich und pflntllich zu erscheinen. Die Orl»verwaUung. aiumensirtsoßEr: Ieder Art lefert preiswert Paul Golietz vormals Robert Veycr Vfariar.nonstr. 3 F8. Ober bäum 1303 Dr.C. praktiziert wieder in „In der Zeitung.Der Abend', Spät- ausgäbe de».Vorwärts' uom 13. August 1931 war unter der Ueberschrift.Deutsch. nationale Korruption' dem Minister Dr. Küchenihai der Vorwurf gemacht, daß er in ungerechtfertigter Weise die Wohn- und Zweckbau G. m. b. H. durch Bewilligung von Hauszinssteuermiiieln vor anderen Baugesellschaften bevorzugt habe. Wegen dieser Behauptung hat Dr. Allchenthal ein gerichtliches Ver. fahren veranlaßt. Zlochdem ich mich als verantwortlicher Schristleiter der Zeitung .Der Abend'. Sparausgode de«.Bor, wärt»', davon überzeugt habe, daß hie In dem Artikel gegen Herrn Minister Dr. Aflchembal erhobenen Vorwürfe Köllig unbegründet sind, daß insbeson, bete die Wohn, und Zweckbau G. m. b. H. in keiner Weise bevorzugt ist, nehme ich hir-mil den gegen Herrn Minister Dr. Küchenthal erhobenen Vorwurf mit dem Ausdruck des Bedauerns zurück. Herbert Lepdre." I U:- BAHN HOF' H E RMA N N PLATZ.DE R KARSTADT fß'A H N H O r il Fehrheiiin" Haue) and sehe siediurge- Geseiischatt m. v. H. Berlin 5 I«. MSrhl-di e. Ufer 34, IV Tel.: Janaowifz 3714. «6611- Winuten vom Bahnhof Gtünau wohnen zulTiedeneuMen- schen- Wollen elwerben ihnen gehören. Fatni\ie Sie für Sic" u'"tc• e ne Äheim-Parzesie in der Sieüiung ßarien-ö'aö1 ks�envers Vorzag icheVeiWn«l«n|� ae0rSt|dLGujerAc�bo ort» RM Keine Ab- BaueiB von StraBenland- tre;ung J°"wwaehsMeuer. Kein« T/Zmessurgsgebün- Keine Provisionen. Gar.ensiadt Waldmannslust Tribergar StraBe Parzellen an Waid und Wasser □ mtr. M.2,00 bisM.3.75 inkl.StraBsnland Verb.: Bhf. Waidmannelutt/ StraBenb. N/ Autob. 15, 35 Soziale Wohnungsbau- A.-G. Bayreuther Str. 40 i BS Barbarossa 8584 Verkauf Sonntags und Wochentags ab 9 Uhr 'SPttiezeillen wad. 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Aktiva I Kassakonto........ 2. Bankkon o I....... 3- Bankkonto II....... 4. Postscheckkonto..... V Grund- und Gebäudekonto 6. Inventarkonto. Bestan d am l 1. 31 3 600.00 Abschreibung.. 400.(.p 7. Warenvorräte....... RM 722 4 506.' K) 717.20 22 43 2700.00 3200 00 488.92 Passiva 1. Geschäftsguihaoen..... 2 Reservefonds....... 3 Heimeigänzungsfonds... 4. Sonstige Schuluen,... 5. Reingewinn........ 11 641.7! RM 7 03000 285.1.00 l 000.00 8J0 753.27 II 641 77 Gcwinnvertellungsvorschlag 1. 10% für den gesetzlichen Reservefonds...... 75.00 RM 2. Aufwandsentschädigung. 3004)0„ 3. Vortrag für das neue Ge- schättsiahr....... 378.27„ 35a27 RM Gewinn- nnd Verlnstredmnng vom 31. Dezember 1931 Ausgaben I. Jahresabsch rei bung vom Inventarkonto....... Z Wiiischaftskonio, Verpflegungskosten...... 3. Hauskonto(Grundstück u. Hauserhaltung)...... 4. Personalkonto(Löhne).. 5 Geschäftsunkosten.... 6. Reingewinn........ RM 400.00 11 373.23 798.07 3881.36 3673) 7 327 E i n n a h in egi I. Gewinnvortrag...... 2. Wlrtschanskomo, Pensionspreise........... 3. Hauskonto(Zimmermiete) 17573.26 RM 499.77 10 778.73 2776.a0 2776.25 253 09 488.92 4 Personalkonto(Be- d.enungsgelder)...... 5 Zinsenkomo........ 6. Warenvorräte "" 17 573.26 Mitgliederbewegung 1931 Mitgliederzahl am I.Januar 1931.. 125 mit 708 Anteilen Eingetreten im Jahre 1931.. Mitgliederzahl am 31 Dezember 1931 125 mit 708 Anteilen Mit Ablauf d. Jahres 1931 ausgeschied_3_�;__5__a___ Mithin Mitglieder- zahl am I.Jan>931 122 mit 703 Anteilen Die Haftsumme sämtlicher Mitglieder beträgt......... 7 030 00 RM Berlin, den 17. März 1932. Der Vorstand: Alfred Marx Heinrich Buhmann Otto Lieblg. Vorstehende Bilanz nebst Gewinn- und Verlustiechnung haben wir geprüft und mit den Büchern übe, einstimmend ge» i unden Berlin, den 19. März 1932. Der AnksldUtroli Drehwald Glotz Hlldebrandt Kohlway Petzold Schettler. Mm\ MetBilar&eiter-Maü Veiwaltnngulelle Berlin Todesanzeige Den Mitgliedern zur Nachricht, daß nnier Aollege, der Aiemoner Otto Borckert am 7. Juni gestorben ist. Ehre feinem Andenken! Die Beerdigung findet am Man» tag, dem 13 Juni. I4>/, Uhr, not) der Leichenhalle de» AirchhoM in Berlin. Lichlenderg. Wagnerpiaß, au» statt. Rege Beteiligung erwartet Die Ortsverwaltnng. Am Sonnabend, dem II. Juni. ent> schiief nach längerem Leiden meine iiede Frau und meine liede Mutter Helene Köhler geb. Sie« int 58 Lebensjahre. Die» zeigen tiijbetrübt an David hübler Minna Köhler Grelfswaldrr Sir 80b. Di« Trauerseier findet am Donner». tag, dem Iii. Juni, nachm 4 Uhr, im Aremaiorium Gerichtftrahe, statt. van>räa{*UD)i*. Für di» vielen Beweise herzlicher Teilnahme de! der Einäscherung»» leter unsere» Heden Verstorbenen sagen wir allen Freunden, Bekannten, den Genossen der 38. Abteilung der SPD und dem Reichsbannqr, Ad» teilung Düsching, unseren herzlichsten Dank. Witwe Clara Bartnsdi nnd Kinder, Dank allen Teilnehmern an der Trauer» seier für unsere liebe Entschlafene Sucker Zn Trauer Familie Alwin Sucker „Tinten Zwerg"� mQt SohrolM«ngsnehm wie Bleistift aber mit ■arltB(10) FrledJlehitr.?ch HERMANN WMKNWtzb'« . Stl&Kjl-***&■ H' >t-.- .-■■«•-.•/■ �-.•r■;• � WHs'.'� £e�e Verkauf soweit Vorrat •Mengenobgabe vorbehalten ' mit Stickerei \W ge» At>** .rti, � w�v . w» V ...- 1 , WafVT.»« *�s\> 3 Damen-TaSCiiäDlUbu.. rein Makobatist, weiss Hohlsaum, Atlasef fekt. u. Spitzlikanie,ca.H4cingr. 1 Kopikissenbezcil Wäschestoff. Gr.ca. 80/80 I dOCllGDlGriD m.S Böden 1 Schmorlopf cT�Vm 1 Herm�l- Plaitbrett gepolsten I Wassereimer iirau emsiUiert, ca. 28 cm ateilig. 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Was die Arbeiterschaft darunter zu verstehen hat, gistg aus den weiteren Ausführungen mit erfreulicher Deutlichkeit hervor. Vor ollen Dingen dürfe die Arbeitsdienstpflicht keine vorübergehende Angelegenheit sein und sich nicht nur auf die Erwerbslosen be- schränken. In der Zeit zwischen 17 und 33 Jahren müsse jeder deutsche Mann zwei Jahre Arbeitsdienst leisten. Die Frauen wollen die Nazis„vorläufig" noch vom Arbeitsdienst aus- nehmen. „Die arbeilsrechtlichen Bestimmungen über Tarif, Arbeitszeil und so weiter finden bei dem Arbeitsdienst natürlich keine Verwendung. Diese Schuhbestimmungen sind ja auch nicht nötig, da ein Eigennutz von Privatunternehmern nicht in Betracht kommt. Der Arbeitspslichlige erhält keinen Lohn, sondern Unterkunft, volle Der- pslegung, Kleidung, wüsche und ein tägliches Taschengeld von 30 bis 30 Pfennigen." Mit diesen Ausführungen kann Herr Hierl wohl Beifall und Zustimmung bei den Nazistudenten ernten, die gewerkschaftlich und politisch organisierte Arbeiterschaft wird jedoch den Bestrebungen dieser Reaktionäre den schärfsten Widerstand entgegensetzen. Deshalb verlangt Herr Hierl, daß die Regierung„jhre Macht rücksichtslos zur Unterdrückung jeden Versuchs einer Sabotage des Arbeits- dienstes einsetzt." Er verlas dann die„Schutzbestimmungen", die in dem nationalsozialistischen Gesetzentwurf zur Einführung der Ar- beitsdienstpflicht vorgesehen sind, die Gefängnis, und Zuchtliausstrafen für„Verächtlichmachung" oder „Ausreizung zum widerstand" vorsehe». Wer erinnert fich da nicht an das famose Zuchthaus- gesetz von 1838, das mit Zuchthaus bestrafen wollte, wer andere zum Streik aufreizt. Do- schimpft sich„Nationalsozialismus"! Der Aufbau der Arbeilsarmee ist dem Heere noch- gebildet, ohne, wie Herr Hierl betonen zu müssen glaubte,„aus besonderen Gründen" militärische Zwecke zu verfolgen. Diese Fest- stellung löste bei seinen Zuhörern verständnisvolles Lächeln aus. Der unterste Arbeitsverband ist die A r b e i t s a b t e i l u n g. Sie besteht aus einem Führer, eircm Stellvertreter, einem Ver- walter, einem Ouartiermeister, einem Zeugmeister, einem Sport- wart, einem Heilgehilfen, 13 Truppführern, 20 Vormännern, vier Spielleuien und 170 Reichsarbeitern. Also 42 Offiziere und Unteroffiziere aus 170 Gemeine, oder aus je vier Arbeiter ein Auspasser und Antreiber. 10 bis 13 solcher Arbeitsabteilungen bilden eine Arbeitsgruppe unter einem Kommandeur. Wie bei alten Militärs nicht anders zu erwarten, erhält dieser Kommandeur natürlich auch einen Stab. 10 bis 15 solcher Arbeitsgruppen bilden eine Inspektion. Man sieht also auf den ersten Blick, daß hier der Aufbau des Heeres nachgeahmt ist. Die Ardeitssoldaten werden natürlich uniformiert. Hierauf legt Hierl ganz besonderen Wert. Ohne Uniform kann den Nazis der Arbeitsdienst gestohlen bleiben. Morgens geht es aus den Baracken mit geschultertem Spaten an die Arbeitsstätten. Die deutschen Mädchen sollen„mit Stolz" den Auszug der Sklaven des Dritten Reichs begleiten. Ueber die Finanzierung des Unternehmens haben sich die Nazis keine großen Sorgen gemacht. Die heute für die Ar- b e i t s l o s e n, die der Nazis wegen verrecken können, aufgewen- deten Summen genügen, nach Herrn Hierl, um den Unterhalt der Zwangsarbeiter zu finanzieren. Außerdem müsse man natürlich zunächst„etwas Betriebskapital" in das Unternehmen stecken. Mit dem Arbeitsheer sollen so ziemlich alle überhaupt in Betracht kom- Menden Arbeiten, wie Siedlungen, Meliorationen, Wegebauten, Ver- besserung der Eisenbahnstrecken usw. ausgeführt werden. Gelegentlich fügte Herr Hierl, wahrscheinlich zur Beruhigung kleinbürgerlicher Hörer, in seinen Vortrag die Bemerkung ein, daß die freie Wirt- schaft durch den Arbeitsdienst nicht geschädigt werde, sondern selbst noch Aufträge erhalte. Wie das geschehen soll, verschwieg er wohl- weislich. Die Kommandeure und das sogenannte Stammpersonal sollen aus den Reihen der Wehrmacht, der Versorgungsanwärter der Reichswehr, ehemaligen Beamten und Technikern genommen . werden. In fünf Monaten, so erklärte der Herr Oberst, wären die Nazis in der Lage, die Arbeitsdienstpflicht aufzuziehen. In fünf Monaten gedenken die Nazis, wenn sie einmal an der Macht sind, Deutsch- land in eine Kaserne zu verwandeln. Für eine Erbsensuppe und dreißig Pfennig, unter militärischem Kommando haben die Ar- beiter ohne tariflichen Schutz zwei Jahre lang zu schuften. Zm Anschluß an den Arbeitsdienst soll dann der Dienst im Heer— die allgemeine Wehrpflicht folgen. Deutschland ein großes Arbeitshaus— und eine Kaserne, da- ist das Ideal der von Obersten, Generälen und Prinzen geführten national- sozialistischen„Arbeiterpartei". Man kann ohne weiteres begreifen, daß die Großgrundbesitzer und Schwerindustrieken für dieses Ideal tief in die Tasche greifen und daß ein Hohenzollernprinz sich herab- läßt, Abgeordneter dieser„Arbeiterpartei" zu sein. sich mit allen Kräften gegen den geplanten Abbau der sozialen Ein- richtungen und gegen weiteren Lohnabbau zur Wehr setzen. Dazu verpflichten sich die Versammelten, die noch fernstehenden Arbeiter uns Angestellten zum Beitritt in die sreigewerkschostlichen Organisationen zu gewinnen, weil diese für die Schaffung der sozio- len Gesetzgebung und des Tarifrechts mit Erfolg gewirkt haben und nun auch von allen Gewerkschaften die einzigen sind, die im Kampf gegen die Beseitigung dieser Arbeiterrechtc zur Führung be- rufen und in der Loge sind." Klempnerinnung sucht Streikbrecher. Bei Znstallationöarbeit aufArbei'sberechtigungskarte achten Nachdem die Verhandlungen über die Beilegung des Streiks der Klempner in den Jnnungsbetricben, die am Mittwoch vor dem Schlichtungsausschuh geführt wurden, ergebnislos verlaufen sind, lst die Klempner- und Znstallateurinnung zur öffentlichen Werbung von Streikbrechern übergegangen. Seit Freitag prangen an den An- scblagsäulen Plakate, auf denen die Innung die streikenden Klempner ausfordert, sich zur Arbeitsaufnahme für einen „Grundlohn" von 1,03 M., zu dem bei Arbeiten auf Bauten ein Zuschlag von 10 Pf. gezahlt werden soll, entweder bei der Innung selbst oder bei den„städtischen Arbeitsvermittlungsämtern" zu melden. Dieses„Angebot" deckt sich im wesentlichen mit dem Inhalt des Diktats der Klempnermeister, das vom Metallarbeiteroerband mit der Prollamation des Streiks beantwortet worden ist. Die Streikenden erwarten, daß sich nicht ein einziger Klempner weder bei der Innung noch auf dem Arbeitsnachweis als Streikbrecher meldet. Der Streik, der den Jnnungsmcistern offenbar immer unangenehmer wird, geht nach der Ablehnung der Verkündung eines Schiedsspruches durch den Schlichtüngsausschuß mit unverminderter Schärfe weiter. Zur Information für die Streikenden und die Bau- arbeiter sei nochmals darauf hingewiesen, daß arbeitsberech- t i g t nur d i e Bauklempner fowie Gas- und Wasserrohrleger der Innungsbetriebe sind, deren Meister den mit dem Zlrbeitgeberver- band der Zentralheizungsindustrie abgeschlossenen Tarifvertrag schriftlich anerkannt haben: diese Arbeiter sind im Besitz einer Ar- beitsberechtigungskarte des Metallarbeiterve r- b a n d e s. Von der Streikleitung ergeht an alle Bauklempner, Rohrleger und Helfer, auch die in den Betrieben des Arbeitgeber- Verbandes der Zentralheizungsindustrie beschäftigten, die Aufsorde- rung, sich umgehend mit einer Arbeitsberechtigungskarte zu versehen, soweit dies noch nicht geschehen ist. Die Anstellung erfolgt unter Vorlegung der Verbandsbllcher, auch betriebsweise, durch die Streikleitung im Verbandshaus der Metallarbeiter, Elfaster Straße 86/88, 1. Stock, Sitzungszimmer 1 und zwar in der Zeit von 3 bis 13 Uhr und von 16 bis 18 Uhr. Alle Arbeitenden, die nicht im Besitz einer Arbeitsberechtigungskarte sind, lausen Gesahr, als Streik. brecher betrachtet zu werden. lNeichsbahnmärchen der RGO. Oer Einheitsverband schafft Klarheit. Die„Rote Fahne" kommt vom Lügen nicht los. Sie beschäftigt sich seit einigen Tagen auch eifrig mit den Berliner Bahnunter- Haltungsarbeitern, trotzdem diese, wie auch andere Be- triebsgruppen, seit Jahr und Tag von einer RGO. oder der KPD. nichts mehr wissen wollen. So berichtet das Blatt von einer gut besuchten Betriebsversammlung der Bahnmeisterei Bahnhof B e l l e v u e, und schildert dann„die ungeheuerlichen Zustände beim Gleisumbau", der auch in Nachtschichten durchgeführt wird usw. Hierzu ist folgendes zu sagen: 1. hat keine Betriebs-, sondern eine öffentliche Versammlung unter Leitung der KPD.-Zentrale Flen-burger- Ecke Klopstockstraße stattgefunden. 2. waren so insgesamt 30 Bahnunterhaltungsarbeiter anwesend, so daß also knapp ein Zehntel der über 300 Mann starken, verschiedenen Bahnmeistereien Angehörenden, dem Rufe der RGO. gs- folgt sind. 3. Unwahr i st, daß zu dieser geradezu klaglichen Versamm- lung die Verbandsvertreter der Tarifgewerk- schaften eingeladen waren. 4. Wahr ist, daß die Ortsverwaltung Berlin des Einheitsver- bandes nicht nur die Vahnunterholtungsarbeiter der Bahnmeisterei 12, sondern die Arbeiter sämtlicher Bahnmeistereien der Betriebsämter l— 10 seit Wochen in Bclegschafts- und Betriebsoer- smnmlungen zusammenberusen und ihnen Aufklärung über die Wirt- schasts- und Betriebslage der Reichsbahn gegeben hat, die örtlichen I Verhältnisse untersuchte und dort, wo die Voraussetzungen dazu ge- geben waren, Mängel abstellen ließ. Bei dieser Ausklärungsarbeit wurde allerdings auch über die skandalösen Zustände berichtet, daß die RGO.- B e t r i e b s r ä t e feit Jahr und Tag in ihrer Doppelrolle zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer alles verlottern ließen. Diese Verlotterung ist auch bei den im Artikel der„Roten Fahne" genannten Bahn- meiftereien und den Bahnbetriebswerken in der Umgegend von Pankow zu verzeichnen. 5. Wahr i st aber, daß die Ortsoerwaltung Berlin des Ein- heitsoerbandes und der Bezirks betriebsrat überall dort, wo nicht nach den Unfallverhütungsoorschriftei,— der kurz- Tarifbewegung der Werksarbeiter. (Stärkt die Reihen der Organisation? Seit einigen Wochen steht die Berliner Ortsverwaltung des Ge- famtoerbandes wegen des Reuabschlusses der Lohn- und Manteltarife ser Kämmereiarbeiter, der städtischen Gas- und Wafserwerksarbeiter und der Arbeiter der Bewag mit den Direktionen der einzelnen Unternehmen in Ver- Handlungen. Die„Rote Fahne" hat sich, wie üblich, dieser Be- wegungen mit besonderer„Liebe" angenommen und Berichte dar- über gebracht, die entweder von einem unwissenden Berichterstatter stammen»der bewußt aus Lügen zusammengestoppelt worden sind. So bestand z. B. für alle diese Arbeiter seit dem 30. April kein t a r i f l o s e r Z u st a n d: für die kämmerei- und die Werks- arbeiler sind die Manteltarife unverändert bis zum 3 0. September verlängert worden, während hinsichtlich der Löhne vereinbart worden ist, daß die alten Lohntarife bis zum Abschluß neuer Verträge in Geltung bleiben. Bei der Bewag sind die Verhandlungen endgültig abgeschlossen. Die Direktion der Bewag hatte sehr weitgehend« Abbauforderungen gestellt, so z. B. einen Abbau der Stundenlöhne der Arbeiter um 3 bis 20 Pf. gefordert. Der neue Vertrag sieht eine Lohn- kürzung von 3 Pf. pro Stund« für alle Arbeiter vor. Di« Löhne der Frauen sind allerdings stärker gekürzt worden, aber nicht um 21 Pf., wie die„Rote Fahne" durch die falsch« Addition der Zuschläge zum normalen Stundenlohn, den sie in Abzüge ver- wand.lt, also nach ihrein kommunistischen 5iexeneinmaleins„feststellt". Der Lohntarif gilt mit diesen Aenderungen bis zum 30. Sep- tember d. I. Die Bestiinmungen des Mantel tarisvertrages der Bewagarbeiter sind den Tarifbeftimmungen der Kämmerei- und Werk-arbeiter angeglichen worden, was mit einigen Verschlechte- rungen hinsichtlich der Ertrabezahlung für Ueber-, Sonntags- und Nachtarbeit verbunden ist. Unwahr in der Berichterstattung der „Roten Fahne" ist insbesondere, daß als Urlaubstage anstatt der Wochentags mir noch die Kalendertage gelten und für Arbeit an Wochenfeiertagen der Zuschlag von 100 auf 30 Proz. gesenkt werden soll. Gerade diese beiden Bestimmungen sind u n v e r- ändert geblieben. Selbstverständlich gllt der Manteltarif, der bis zum 30. März 1333 abgeschlossen ist, für alle Arbeiter der Bewag: die Angabe der„Roten Fahne", daß die Arbeitsbedingungen örtlich, d. h. betrieblich geregelt werden sollen, ist kompletter lln- sinn. Wenn die Funktionäre der Bewagarbeiter dem Ver- Handlungsergebnis e i n st i m m i g, die von über 1300 Mann be- suchte Volloersammlung gegen eine einzige Stimme z u g e st i m m t haben, dürste das gewichtigere Gründe gehabt haben als sie ein weit vom Schuß sitzender Soldschreiber Moskaus, der vielleicht noch nie einen Betrieb von innen gesehen hat, ins Feld zu führen vermag. Die Funktionäre der Arbeiter in den städtischen Gas- und Wasserwerken haben sich in ihrer letzten Verfammlung nach einem eingehenden Bericht der Verbandsvertreter über den Stand der Verhandlungen damit einverstanden erklärt, daß ihr L o h n t a r i f erst abgeschlossen wird, wenn auch für die Kämmereiarbei- ter die Tarifverhandlungen zu einem Ergebnis geführt haben. Die Funktionäre stimmten mit 171 gegen 7 Stimmen einer Eni- f ch l i e ß u n g zu, in der angesichts der gespannten politischen Lage von den marxistsschen Arbeiterparteien die Einstellung des gegen- seitigen Meinungskampfes gefordert wird und in der es weiter heißt: „Unter keinen Umständen dürfen sich Vorfälle, wie bei der Reichetagswahl im Jahre 1330, wiederholen, bei der die SPD. die Parole herausgegeben hat:„Der Feind steht rechts", und die KPD. mit der Losung antwortete:„Der Hauptfeind ist die Sozialdemo- krotie." Aber auch in gewerkschaftlicher Beziehung ist der Zusammenhalt der Arbeiterschast zu verstärken. Die Funktionäre lehnen vor allem die RGO.- Aufrufe zum Sondervorgehen einzelner Be- triebe oder zur Entfesselung von Teilstreiks mit Entschiedenheit ab. Sie fordern von den freien Gewerkschaften, daß diese l>. BAHNHO« HEftMANNPLATZ DM KARSTADT-BAHNHOF UND AUSSTtllUNGS U. VERKAUFS- RAOM,!. NEUE KÖN IGST RASSE »H. .«i iB»!»-. � h. ihh.D*'■ s�-; volles? Eich« fristigen Gedingeverrechnung und einer erträglichen Regelung dee Urlaubs— oerfahren wurde, sofort für Zlbstellung sorgten, 6, Wahr ist aber auch, daß die„revolutionären Klassenkämpfer" bei ihren sogenannten Klassenfeinden lieb Kind sind. Was soll das z. B. heißen, wenn von einer ganzen An- zahl Bahnmeistern, Rottenführern und anderen Beamten erklärt wird, die RGO.-Betriebsräte und ihr Anhang seien die arbeits- willigsten und bei einschneidenden Maßnahmen örtlicher Art, die die Reichsbahn treffen müssen, die o e r st ä n d i g st e n und entgegenkommend st en Leute?„Sage mir wer dich lobt und ich will dir sagen, wer du bist!" Im übrigen überlassen wir es dem gesunden Sinn unserer Eisenbahner, sich selbst ihr Urteil über diese Auchgewerkschastler zu bilden. Wer die Verhältnisse kritisieren will, muh schon etwas mehr Sach- und Fachkunde an den Tag legen.— Gleisumbauarbetten in den Berliner Stadtbahnmeistereien können nicht fristgemäß in der zugstarken Tageszeit ausgeführt werden, sondern vorwiegend in der zugschwachen Nachtzeit. Die Stieskinder der Verwaltung aber, die Bahnunterhaltungs- arbeiter, fordern wir auf, die KPD. mit ihrer die Eisenbahnerschaft schwer schädigenden Propaganda unter sich zu lassen und sich voll- zählig im Einheitsverband der Eisenbahner Deutsch- lands zu organisieren. Krupp läßi wieder arbeiten. Der stillgelegte Betrieb Meinhausen wieder ausgenommen. In den Kruppschen Werken in Rheinhausen, wo der Betrieb vor einem Monat stillgelegt wurde, sollen die Hauptbetriebe der Friedrich-Alfred-chütte, die Stahl-, Hochofen-, Martin-, Thomas- und Walzwerke am 15. Juni wieder in Betrieb genommen werden. 4890 Arbeiter werden wieder eingestellt.— War die Stillegung unvermeidlich? Buchdruckerflreik bei H. G. Hermann. Der Abbau übertariflicher Löhne veranlahte das Personal der Buchdruckerei H. S. Hermann GmbH., am Freitag mittag in den Streik zu treten. Nach langwierigen Verhandlungen des Be- trisbsrats kam es zu einem Vergleich, den die Belegschaft an- nahm. Die Arbeit wurde daraufhin am Sonnabend früh wieder ausgenommen. Kamp! Pen Hilter- Baronen! Ein schwerer ur.d opferreicher Kampf hat begonnen. Stärkt deshalb den Freiheits-Fonds. Liefert schnell und ausreichend Munition auf das Postscheckkonto Berlin 14157, Adolf Holz, SW 68. Lindens'r. 3 i Die Aussperrung im würtkembergischen Holzgewerbe ist durch einen bindenden Spruch des Schlichters beendet worden. Der| Spruch bringt eine Lohnvereinbarung auf der Grundlage eines Ecklohnes von 88 Pf. mit Wirkung bis 30. November. Die Arbeits- aufnähme in den ausgesperrten Betrieben ist für Anfang nächster Woche vereinbart. der Shand» und Ktsv?ark>eiter! ____ I II■ IM- I!■ I■ II T 1-" Tl I"" Tl Fch abonniere die volle Ausgabe des Vorwärts% zweimal logiich frei ms Haus zum Preise von 3.2S Mk pro � Monal(pro Woche 75 Ps.l � Ich abonniere den.. Sonnlag-Vorwärts" zum Preise von 55 Pf. pro Monat iN ch zntre'fendes ist zu ourchstreiche-'.) Am Dienstag bcm 14. Zun! 19 Uhr, im S-wcrkich-ttshaus, Engel- »ser 24—25, Versammlung alier im Sinheitsverbaud der Eiscnbahuer Deutschlands organisierten Parteiacuasscn. Tagesordnung! Die politilche und organisatorische Lage der Eisenbahner im Reichsbahnbetrieb. Re- serent! Parteigenosse«ilh-lm Dressel. Wir bitten alle Senossen, recht rege Propaganda zu entfalten. Gowerfichafts- und Parteibuch legiti- Miere». Werbeausschnh der SPD.-Eisenbahner. Name: lLohnung: tiraße Nr SPD.-Fraitio» der erwerbslosen graphischen Hilssarbciter. Morgen, Man. tag, 1214 Uhr. Frallionssitzung im Lokal Elalitzcr Str. 6. Die politische Lage. Fraktionsangeleqenheiten._. AES. Acher straße. Dienstag, 14. Juni, izl/2 Uhr. Persammlung im Swine- Münder Gesellschaftshaus, Swinemünder Str. 42. Die freien Gewerkschaften im palitischen Kampf. Referent: Franz Künstler, M. d. R. SPD.-Fraktion des Bezirksamts Neukölln. Dienstag, 14. Juni, 1914 Uhr, im Bllrgersaal, Neukölln, Dergstr. 147, SPD.-Fraktionspersammlung. Der Kampf lim die Lebensrecht« der Arbeiterklasse, Referent: Dr. Richard Loh. mann. Neuwahlen. Parteibuch ist zwecks Kontrolle mitzubringen. SPD.-Bctriebsieaktion des Arbeitsamts Mitte. Donnerstag, 19. Juni, 1914 Uhr, im Hackeschen Hof, Rosenthalcr Str. 49—41, Fraktionsversammlung. Politische Situation und die Aufgaben der Arbeiterklasse. Referent: Bernhard Göring. BVG., Vetricbshos Z. Nordeud. Donnerstag, 19. Juni. 1914 Uhr. im Lokal Sanssouci. Koiser-Wilhclm-Str. 42. Bcrbandsoersammlung. Politische und wirtschoktlich« Lage. Referent: David Stetter. Zuftizbcamte. Donnerstag. 19. Juni, 19 Uhr, bci Brandis, Stralauer Str. 19, Fraktionsversammlung. Politische Lage und die Justiz. Referent: Dr. Alfred Gura.'_ ti Montag, vstkreis: Kreisfunktionärsihung im Jugendheim Große Frank. fnrter Str. 19<1914 Uhr).— Iuqcadaruppc des Deutschen Banaewerks- bundes, Maurer, Lichtenberg: Bauabend im Jugendheim Dossestraße. Glaser: Bauabend im Jugendheim Großbeerenstr. 99. vorn Hos— üuerqeb— Senenst— Ii mis— leckm bei Ausfüllen und einsenden an den Verlag des„Vorwärts" Berlin STB 68, Lindenftrafze 3. ,�reie Gewerkfchafts-�ugend Berlin @Zugentoruppe des �entralverdandes der ZLngesieliten Morgen. Montag, finden folgend- Veranstaltungen statt: Weddiug: Jugendheim Turiner Eck- Scestraße. Einer fragt uno alle antworten.- Nordost II: Jugendheim Schönlanker Str. II. Heimbefprechung.- Seißcusce: Jugendheim Pistoriusstr. 24. Abend eigener Ausgestaltung: Die Jugend in der Literatur.- Britz: Städtisches Jugendheim(Rathaus). KurKreferate.— Urban: Jugendheim Hobrecht. Ecke Sanderstraße. Wie ist dach die Leitung so interessant. — Spiele im Freien: Ab 19 Uhr auf dem Dominikusspielplatz in Schoneberg: ab 18 Uhr im Lichtenberger Stadion.— Haud» und Fnsiballsp.eler, Leicht. athleten: Ab 18% Uhr auf dem Dominikussportplatz in �chöneberg. $6nctortQktun&m SMYRNÄ-VELOUR BOUCLE T0URNÄY-VEL0UR aus bester kommgarnwolle reinesHaorgam reineUfe!le,Pener-MusfermFranse ' iimm MM M°W°� m 200 >250 nm 350 ca. 1 470 Einladung zur außerordentlichen Generalversammlung am ZO. Juni tSSÄ, 15 Uhr, und zur ordentlichen Generalversammlung am SSO. Juni 1932, 16 Uhr, beide im Hotel„Magdeburger Hof" zu Magdeburg. Tagesordnung für die außerordentliche Generalversammlung: Ermächtigung des Vorstandes zum Er. werb des gesamten Vermögens der Hauptverwaltung des Burbochkonzerns G. m. b. H., Magdeburg, einschließlich der in den Aktiven enthaltenen nom, NM, 91 525 909.— Aktien der Burbach. Kaliwerke Aiticngesellsäiaft, Magdeburg, von denen noni, RM. 90 000 000.— zur Einziehung gelangen sollen, gegen Uebernahine von RM. 59 000 000.— Frcmdverpflichlungen und Ausgleich von RM. 19 009 000.— Äonzernverpflichtun. gen der Hauptverwaltung des Burbach. ionzsrns E. m. b. H. Tagesordnung für die ordentliche General» Versammlung: 1. Vorlegung de« Geschäftsberichts und der Bilanz, nebst Gewinn, und Verlust. rechnung für dos Geschäftsjahr 1991 mit dem Prüfungsbericht des Aufsschtsrats. 2. Bericht des Borstandes gemäß z 4 Teil V Kapitel II der Verordnung vom 9. Oktober 1991 und Beschlußfassung Uber die Herabseßung des AM. 79 000 000,— betragenden Grundkapitals der Gesell. schaft in erleichterter Form mit Wirkung vom 91. Dezember 1991 zwecks Anpassung de» Grundkapitals an den veränderten Bermögensstand, insbesondere zweiko Deckung von Verlusten und zum Auo. gleich von Wertminderungen: im ein. zelneu: ») Veschlußfassung über Entnahme von RM. 10 979 499.47 aus dem Reserve fonds. b) Veschlußfassung über Einziehung von nom, RM, 90 090 990,— Aktien der Gesellschaft nach Erwerb der Aktien von der Hauptverwaltung de» Burbochkonzerns S. m. b, H,, Magdeburg, o) Herabseßung des Nennbetrages und — soweit zulässig— Zusammen» legung der Aktien im Verhältnis von 2: 1. Ermächtigung des Borstandes zur Durch. sührung der Kapitalherabsetzung, 9, Beschlußfassung über die G-n«hmi, gung der Bilanz nebst Gewinn, und Verlnstrechnung unter Berücksichtigung der Beschlüsse>n Ziffer 2, 1 Entlastung des Vorstandes und Aufsschterat». 5 Festseßung der Bergütung der Mit- glieder des Aussichterat» für das Se. schäftsi-hr 1991. 9, Saßungsänderungen: ») Aenderung des h 5 des Gesell. schaft-vertrages zwecks Anpassung an da« veränderte Grundkapital, d) Wiederaufnahme der auf«rund de« Artilel Vpi des 1, Teiles der 'Notverordnung vom(9, September >991 außfr Kraft getrcieuen Be. Nunmungen des Sef-llschast-iver. rage» über Zusammenseßung und 'Bestellung de» Aufsichterate und Uber die Vergütung der Mitglieder (ßß 19, 17, 21, 29 f.. 90 Sah 9 des Sei ellschaftsvertragcs), c) Ermächtigung des Auffichtsrats, etwaige weiter« durch die Kapital. Herabsetzung erforderlich werdenden Aendcrunzen der Fassung des Ge. sellfchaftsvertrages vorzunehmen. 7. Neuwahl des Aufsschtsrats, seines Vorsitzenden und des Stellvertreters. 8. Wahl des Dilanzprüfers für das Geschäftsjahr 1992. Zur Teilnahme an den Seneralvsr fammlungen und zur Ausübung des Stimmrechts sind diejenigen Aktionäre berechtigt, die ihre Aktien— Divi» bendsnscheine und Talons nicht erforder lich— oder die über diese lautenden Sintcrlcgungsscheinc einer Effekten. Giro. Bank bis spätestens am 27. Juni 1992 entweder bei der Geselllchaftskassc in Magdeburg, Kaiser-Otto-Ring 25, oder bei der Hauptverwaltung de» Burbach. Konzerns G. m. b. H., Magdeburg. Kaiser-Otto-Ring 25, bei der Commerz, und Privatbank. A..G., Berlin. Hamburg, Magdeburg und deren Filialen, bei dem Bankhau« Z. H. Gumpel, Hau nover, bei dem Bankhaus Ephraim Meyer & Sohn, Sannover, bei der Badischsn Bank, Karlsruhe, bei der Thüringischen Staatsbank, Wei mar, bei der Dresdner Bank, Berlin, und deren Filialen, bei der Basler Handelsbank, Bafel, bei der Schweizerischen Eredit-Anstalt, Zürich, bei dem Bankhaus E, G. Trinkau«, Inh. Engels& Co., Düsseldorf, bei dem Bankhaus Mooshake 5: Linde- mann, Salberstadt, bei den, Bankhaus Gebrüder Dammann Bank, Hannover, bci dem Bankhaus Siegfried Falk, Düsseldorf und dessen Nlederlassung in Köln, bei dem Bankhaus Hermann Schüler, Bochum, bei dem Bankhaus Gebrüder Stern, Dortmund, bei der Bank des Berliner Kassenver. eins fSammcldevotstell«), Berlin W 59, Oberwaystr. 9—4, bei dem Rhrinisch-Westfälischen Kassen, verem, Essen, ober bei einer anderen Effekten.Giro, Bank hinterlege» und bis zur Beendi- gung her Generalversammlungen dort belassen. Bezüglich der Hinterlegung bei einem Notar wird auf die Borschrift in 9 25 Abf. III, bezüglich der Hinterlegung bci einer anderen Bankfirma mit Zustim- mung einer Hinterlegung-stevs auf£ 25 Abs. 15' de« Sescyschaktsvertrages v»r» wiesen. R a g d« d u r g. den y. Juni 1032. Bnrbach-Kaliwerke Aktiengesellschaft. Äekanntmachung. Da« Geschästelokai der unterzeichneten Krankenkasse bleib» am Sonnabend, dem 19. und Montag, dem 20. Juni d. I».. wegen Renovierung geschlossen Berlin, den 9 Iunl>992 Znaongakeankeiekosf« der Itschlir. Innung zu Serita. Der Borftand: Ernst MaUwitz, Vorsitzender. Fleisch Wurst Willy Hanka Brunncnstr, 121-1S3 billig gut! BALLON Freilauf-Biicktritt inomer Preisabbau Fahrräder, Fahrrad- und SSotorradzubehdr zu noch nie dagrewesenen Preisen.- �pezlal-Fahrrhder schon lür 28.-. 33.-, 35,-, 40.-. Ballonräder 40.-. 45.-, SO.-. Stern-Räder jetzt bedeutend billiger 55.», SO.», verchromt 68.-. Arcona, die Pr/lzisions- marke, jetzt schoniürOO,- verchromt. Breunabor- Ballouräder 70... Steru-BaUonradcr 65.-. 70.—, 75.—. Orlg. Arcona-Ballonrädcr 95.- blslIS.-. B. X.-Käder 65.-, 70,-, 75.-, Trans- port-Räder7$.-.6lebraochteRäderl5.-,20... 25... 30... 3090 Kinderräder 7.50. 10... 15.-. 19.-. Jugendräder 35.. an. Roller 0.95, 1,50. Rahmen Z 4—, 18.., 20.., 25... 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Verlust 1931........................... �81 076.— abzügl. Gewinnvortrag 19.30 JT/I 83 561- Reservefonds XH 700 0« 0— 783 561— 429 655.— Z 591.-64- . 763 8 S— 65 181.— I.— 97 515— ■<>54�4(>— Passiva M Aktienkapital.................................... 5 0' 5 OOu— f'rämienüoerträge und Schadenreserve für eigene Rechn-jng..................................... 2 49 292.— GrundsiücKseniwenungskonto.................. 565 oOO.— Guthaben von anderen Vcrsicherungs- Unternehmungen.................................... 1 7-�5 657.— Sonstige Passiva................................ 73' 46'.— !> 54 410.— DER AUFSTIEG DER VOLKSFÖRSORGE Cewerkschaftlieh-Oenossen- schaftiiche Versieherungs- aktiengesellschaff, Hamburg SOLLTE AUCH FÜR SIE EIN ZEICHEN DER LEISTUNOSFAHIGKEIT UND DER GEBOTENEN GEGENWÄRTIG S,<:HERHE,TSE,N* SIND BEI IHR VERSICKERT� ZHZ QQQ AUSKUNFT: 850 MILLIONEN RM. Versicherungssumme Berlins 43, R|tter*traBe 1SB| Berlin. Martendorf, Rathau»- atraBa 4.3, pt. i Barlin-KVpenlch, BahnhotetraBe£4| Berlin. Lichtenberg, Frankfurter Allee 123) Berlin-Reinickendorf. Ost, Schdnholxer Wag 38 1 Berlin-Pankow, GalllardstraBo Sei Berlin-Spandau, GBtelstraBa 6, pt, oder dar Vorstand der VelkafllrserBe In Hamburg S, An der Alatar 87-61 Ein schwerer Schritt für Frauen war früher der Ueberganz vom 29, zum 30, oder vom 39. zum 40. Leöenojahr, Was kümmert das die gepflegte Dame von heute! Die Le- bensjahre, in denen eine Dame zu bezaubern vetmag, wurden durch bessere Körper- pflege und Hygiene wesent- lich hinaufgesetzt. Dabei spielt die Reform-Damtsdiud» „Camelia" eine sehr wich- ttge Rolle, Ihr Tragen löst in kritischen Zeiten Beruhigung und Selbstvertranea aus. Durch die feelisch, Entspauuuug gewinnt das Aeußere jeder Dame „LomaliS" Brfüllf alle WÜntCha: Höchst. SougföKigkcil.G*. —■........ ruchbindand. Wunderbar weich, anschmiegend. Schutz vor den Beschwerden der warmen Jahreszeit. Schutz vor Erkältungen. 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Sein Roman„Hotel du Nord", in dem er das Leben in einem Arbeiterroohn- hotel schildert(der Roman rourde im„Vorwärts" ausführlich gewürdigt), erregte Aufsehen über Frankreich hinaus, trankreich, das seine Arbeitersühne anders zu roiifdigen weift als das Deutsdiland der Herren oon P a p e n und oon G a y l, zeichnete Dabit mit dem neu gestifteten Prolelarierkunstpreis aus, dessen erster Träger er ist. Außer dem„Hotel du Nord"' erschien oon Dabit„Petit Louis", die Geschichte eines Arbeiterkindes. Weitere U ecke sind in Vorbereitung. Es ist uns ein Vergnügen, bereits heute aus einem dieser Werke, das auf persönliche Jugenderinnerungen zurückgreift und das sich durdi den Ernst seiner Wahrheitsliebe auszeichnet, einen größeren Abschnitt zum Abdruck bringen zu können. Od) bin in Paris gebaren. Wie weit ich mich auch zurückuersege, immer sehe ich im Geiste oas sitd rußiger Häuser und nüchtern strenger Bauwerke, und in meiner Erinnerung tauchen unfreundliche Straßen, lärmende Paule- vard- ohne wahren Frohslyn und Landschaften der„Zone" auf, die von Mauern und Zäunen eingeschlossen sind. Zuerst wohnten wir in der Mont-Ccnis-Straße. Vom ersten -lockwert eines Hanfes, dessen Fassade große Risse hatte und das ohne Hygiene war wie ein altes BauernlMus, sah ich die Ringbahn in ihrem offenen Graben dahinrollen, darüber die grünlichen Böschungen der Festungswerke und alte Bäume. Tag für Tag führte mich meine Mutter da hinaus. Wir kamen am Bahnhof Ornano vorbei, der sehr nach Provinz aussah, dann gingen wir durch tMS Tor oon Clignancourt, wo die Steuerbeamten mir Furcht einflößten. Tie Ebene von Saint Denis öffnete sich nun vor uns, und bis zum Äbend sog ich diese Weite in mich ein. Manchmal traten wir in einen Knlonialwarenladen, wo Mama zu billigen Preisen einen halben Liter Petroleum, einen halben Liter Oel oder ein Pfund Salz kaufte. Diese Schätze konnte sie nach Hause nehmen, ohne Zoll zahlen zu müssen. Wir zogen aus. Wir wohnten nun in der Suezstrahe, wo meine Mutter, die bis dahin keine Arbeit gehabt hatte, eine Portierstelle annahm. Unsere Wohnung bestand aus einer düsteren rechtwinkligen -tnbe, die mit zwei Betten, Stühlen, einem Spiegelschrank, einem -isch und einem O eschen zum Kochen vollgestopft war. Es war mir unmöglich, irgendeine Bewegung zu machen, ohne ein Unheil an- zurichten. Deshalb schickte mich meine Mutter immer auf die Straße spielen. Dort traf ich meine Schulkameraden.. Wir spielten„Schnecke" und„Hinkespiel" und luden zu diesen Spielen auch klein« Mädchen ein, die wir anrempelten und heimtückisch beobachteten. Dann bumn'.elten wir durch das Viertel, das am Rande der äußeren Boule- vards lag. Wir betrachteten, ohne recht zu wissen, was vorging, die Mädchen, die, sobald der Tag zu Ende war, auf den Strich gingen. Manche von ihnen lächelten uns an. wir blieben wie angewurzelt stehen. Schließlich fetzten wir unseren Spaziergang fort und ge- langten zur Marcadetbrücke. Ringsumher waren die Häuser noch schwärzer, und auch die Menschen, die vorüber kamen, waren noch schwärzer, arme Tagelöhner. Wir warfen uns hinein in die Rauch- wölken, die den Lokomotiven entströmten, kamen, mit den Füßen stampfend, wieder hervor, laut zischend wie der Datnpi. Die Sirenen der Fabriken heulten auf, die Straßen füllten sich mit Männern im Arbeitskittel. Manche sagten zu uns mit müder Stimme:„Guten Abend, ihr Kerlchen!" Ihr Blick hatte etwas so Trauriges, ihre Hallung und ihre aufgerissenen schwarzen Hände schienen so müde... Wir lieien wieder weiter, durch die Kapellenstrahe. wo uns Gemülewagen begegneten und Herden von Kühen und Schasen. Wir kamen beinahe bis La Billette. Hier erblickten wir Fabriken, Speicher und, in der Richtung der Aubervilliersstraß«, die rauchigen Gleise der Ost-Eisenbahnlinie: das Rollen der Züge klang wie ein halb erstickt es Lied. Schließlich mußten wir in unser Viertel zurückkehren. Wir trödelten aber noch immer. Wir blieben vor den Schaufenstern der Kurzwarengeschäfte stehen, wo, zwischen Kämmen, Spitzen und Bändern hohe Gläser mit Bonbons ragten. Wir drückten unser Ge- ficht an die Glasscheiben der Kaffeehäuser, um die Billardspieler zu beobachten, machten vor einer Haustür halt, um aus allen Kräften die Glocke zu ziehen und dann im Galopp zu verduften. Die Straßen waren dunkel. Die Straßenlaternen warfen ein zittriges Licht, leuchtende Finnenschikder waren damals noch selten, und die Sckhtufeirster waren mit Gasflammen erhellt, lieber den Boulevard Barbes schleppt« sich fauchend die Dampsbahn Saint-Ouen —Vastille, große, schwere Wagen mit Oberdeck. Hatten wir ein paar Strns, so kletterten wir hinauf. Es schien uns, die Lokomotiven unter der Marcodetbrücke riefen ihr zu, und sie begebe sich auf eine lange Reis«. Aber bald verkündete der Schaffner den Namen unserer Haltestelle und hieß uns aussteigen Auf dem Rückwege nach der Suezstraße ging ich durch die Panamastraßs, wo meine Tante eine Portierstclle innehatte. Ich verbrachte ein Weilchen in der Portierloge bei meinem Onkel, der Schuster war. Er war ein Mann von gewaltigem llmfang, dessen schwielige Hand meine Hand zerdrückte und dessen stachliger Bart sich in meine Backe einbohrte. Wenn er aus der Fabrik nach Hause ge- kommen war, besohlte er die Schuhe seiner Weier und die meiner Vettern, deren Schuhwerk unsere Ausflüge weidlich abnutzten. Tonton bsfchästigte sich mit Politik. Er war Mitglied der sozialistische» Sektion des Viertels Goutte-d'Or. Er diskutierte leidenschaftlich mit seinen Freunden, die um ihn herumsaßen, und klopfte dabei energisch auf sein Leder. Ich hörte ihn Geschichten erzählen, die seine Stimme und seine Gesten magisch erscheinen ließen wie Märchen. Plätzlich band er sein« Schürze ab, stand aus und begab sich mit seinen Freunden ins Kasseehaus. Traurig verlieh ich Tatas Loge, um in die Portierloge meiner Mutter zurückzukehren, die ebenso ruhig war wie unser ganzes tag- liches Leben. Bei jedem Schritt stieß ich an irgendein Möbelstück an. Hob ich die Augen, so erblickte ich ei»« vergilbte Decke und an den Wänden ausgeblichene Tapete. Do drückte ich mich fest an die Tür an: mit der Rase an dem Glasfensterchen, beobachtete ich die oon der Arbeit heimkehrenden Mieter. Die. Straße gehörte einer Grundstücksgesellschast, die hier sehr häßliche Häuser errichtet halte, deren Fassaden immer schmutziger wurden. Jedes Haus bestand aus zwei Gebäuden: eins ging auf die Straße hinaus, das andere auf den Hof. An der Straße wohnten die Angestellten, Beamten, Kaufleute, im Hinterhause die Arbeiter und kinderreichen Familien. Wenn die Mieter an unserer Loge vorbeikamen, konnte ich>edoch zwischen ihnen nicht diese Unter- schiede feststellen, die meine Mutter amüsierten. Gegen die schmutzig braune Mauer sah ich einen runden Rücken sich abheben, sah ein stumpfes Gesicht sich nähern und hörte eine Stimme fragen:„Kein Brief heute?" Es waren fast nie welche da oder höchstens Postkarten — die ich las— zu Neujahr oder zur Zeit der großen Ferien Der Mister seufzte. Mit ichwerem Gang entferme er sich durch den Hausflur und begann die Treppe hinaufzusteigen. Ich horchte, zählte die Schritte. Er stieg mühselig empor. Dann schlug eine Tür zu. Er war zu Hause angelangt, in seiner Wohnung, die aus zwei Stuben mit„Enlree, Küche und Zubehör" bestand. Ich blieb auf meinem Posten. Die Mieler aus dem Hinterhaus kehrten nun heim und riefen mir im Vorübergehen einen„Guten Abend" zu. Sie vorbeikomme» zu sehen, machte mir Vergnügen: Männer im Arbeitskittel, wie ich sie nach Fabrikschluß getrosfen hatte, Zimmerleute mit weiter Samthose, Maurer mit gipsbespritzter Kleidung und andere: Tischler, Schlosser, Erdarbeiter, die spaßig ein- gemummt waren— alle streiften die Wände und tauchten dann rasch im Dunkel unter. Manchmal kamen auch kleine Mädchen vor- bei, meine kleinen Freundinnen, die mir zulächelten, oder junge Frauen. Verkäuferinnen, Schneiderinnen, die Wangen rosig ange- schminkt, oder der Vater Bayer erschien, der Waren aus seiner Re- mise holte, die Hirnen im Hof lag. War die Stunde der Heimkehr vorüber, so bekam ich Lust, ein bißchen im Hausflur zu spielen. Ein Gashahn ohne Schutzzlocke erhellte ihn, eine Schmetrerlingsflamme, die im Luftzug flackerte. und deren prasselnde Flamme von einem schmutzigen Rot war. Ich sprang auf den Fliesen herum, schiidderi« sie glatt, hopste mit ge- schlossenen Beinen. Der Sohn der Mieter im Parterre hörte mich und össnete seine Entreetür ein bißchen: ein Fettgeruch strömte mir entgegen. Plötzlich sagte meine Mutter zu mir:„Sieh nach, ob all« Gas- höhne gut brennen!" Ich sprang die Treppen hinauf, immer zwei Stufen auf einmal nehmend, auf sedem Treppenabsatz stehen blei» beird, nicht um meiner Weisung nachzukommen, sondern um an den Türen zu horchen. Ich hörte schreien, singen, Töpfe rücken, so ging es bis ins sechste Stockwerk hinauf. Alles setzte sich zu Tisch. Und um zehn Uhr, wenn das Gas ausgedreht war, wurde alles bald still Von der sechsten Etage aus ließ ich mich am Treppengeländer wieder hinabgleiten. Es gab Krümmungen, Haltepunkte und plötzliche Unterbrechungen. Bisweilen öffnete ein Mieter feine Tür und rief: „Achtung. Bube!" Er forderte mich auf, einen Augenblick bei ihm einzutreten und gab mir ein Stück Kuchen. Während ich aß, blickte ich mit einer Mischung von Neugier und Neid auf die Möbel, die schöner waren als die meiner Mutier und die doch ihren Stolz aus- machten. Auch mein Vater war inzwischen von der Arbeit gekommen. Wir setzten uns zu Tisch, dicht an der Tür, auf der anderen Seite das große Bett und dos Kochöfchen. Ich hielt mich schlecht, mein Kopf schwankte, meine Augenlider sielen zu.„Du hast wieder ge- bummelt", brummte mein Vater. Sobald ich sertig war, schickte mich meine Mutter ins Bett, ein kleines eisernes Gitterbett, in dem ich mich nicht mehr richtig ausstrecken konnte. Ich schlief ein, aber plötzlich schreckte mich der ichrille Ton der Glocke auf. Meine Mutter zog die Schnur, irgend jemand trat ins Haus und sagte mit leiser Stimme seinen Namen. In der Woche lag das ganze Haus um Mitternacht in Schlaf. Der Schlaf von sechs Etagen, von 80 Mietern wohl, lastet« auf mir. Wir schliefen bei oeschlossenem Fenster, denn im Hof waren die Müllkästen aufgereiht, und die Ratten knabberten alles darin an. Meine Mutter und ich hatten Angst, sie könnten zu un« einsteigen. Ich erstickte fast. Mein Vater schnarchte laut. Endlich kam der Schlaf, die Ruhe..,. Gegen fünf Uhr morgens ging das Leben wieder los. Ein Mieter wollt« die Haustür geöffnet haben, ein Lumpensammler stocherte in den Müllkästen herum, der Vater Bayer rückte an seinen Milchkannen. Da stand meine Mutter auf. Am Himmel glomm«in bleiches Licht auf, stahl sich in den Hausflur, und, einer noch dem andern, kamen die noch ganz verschlafenen Mieter vorüber, noch im Banne von Träumen, die aus der Straße zerrannen. Ich blieb noch einen Augenblick im Bett. Meine Mutier, die schon im Arbeitsanzug war, bereit die Treppen zu fegen, rüttelte mich wach, wusch mich und gab mir eine Schale Kaffee. Ich ging nun in die Schule— durch die Myrrhastraße. Die Läden wurden geöffnet, ein Karren ratterte, hielt an, zog wieder los, Unrat fiel herunter, Staub und Asche. Ich hatte keine Eile, das Schauspiel der Straße fesselte mich immer, und ich machte Entdeckungen. Endlich gelangte ich auf den Saint-Mathieu-Platz. Reben einer modernen Kirche, der es, glaube ich, an Besuchern Ifleunmalklug und Voller Sin Itlärchen/ Von diurl SchmeUser Am Berghang lag ein großer Stein-, darauf saß einer und seufzte schrecklich. Zwischendurch baumelte er mit seinen kurzen Beinen ooer kraute sich in seiner Schifferfräse, die struppig und borstig um sein Gesicht herumwucherte. Als er wieder einmal geseufzt hatte, als wenn morgen die Welt in Stücke gehen sollte, stand plötzlich wie aus der Erde geschossen ein anderer vor ihm, lang und dünn wie ein Spargel und fragte:„Warum seufzt du denn so, du Mann?" Der auf dem Stein saß, hörte auf mit den Beinen zu baumeln, vergaß sogar weiter in seiner Schifferfräje zu kraulen, so erstaunt war er, und fragte zurück:„Wo kommst du denn mit einemmal her?" „Ich kann auch ebenso schnell wieder weg", antwortete der Dünne.„Guck mal!" Aber der mit den kurzen Beine» hatte gut gucken: von dem Dünnen war keine Spur mehr zu sehen, bloß ein kicherndes Gelächter hörte er an der Stelle, wo der vorher gestanden halte. „Ra, da bleibt einem ja die Spucke weg!" brummte er vor sich hin. Schwupp! da stand der Dünne wieder da und grinste wie ein Speckeierkuchcn. „Wenn du mir sagst, wer du bist und warum du so seufzt", fing er wieder an,„dann sage ich dir auch, wer ich bin und wie ich das eben gemacht habe." „Da ist nicht viel zu erzählen", antwortete der auf dem Stein. „Ich heiße Tolrer und bin ein abgebrochener Riese. Sieh mal!" Er sprang von seinem Siein hcrunler auf seine kurzen Beine und war nun nicht größer als der andere,'bloß viel breiter und dicker. „Aha", sagte der andere,„ich verstehe schon. Da wollten dich die anderen Riesen nicht mehr bei sich behalten und haben dich fortgeschickt, weil du ihnen nicht mal das Wasser reichen kannst." „Richtig!" sagte Tolter und kletterte wieder, aus seinen Stein. „Und wer bist du?" „Ich heiße Neunmalklug", antwortete der Dünne,„und bin ein ausgewachsener Zwerg. Ich bin aber von den anderen Zwergen selbst weggegangen, weil sie mir zu klein und auch nicht helle genug sind. Und dann paßte es mir auch nicht, immer In den Erd- löchern herumzukriechen, wie die das tun. weil ich mir da immer den Kopf stoße. Ich habe mir eine Tarnkappe mitgenommen, damit kann Ich mich unsichtbar machen. Siehst du?" „Nein, ich sehe gar nichts", jammerte Tolter.„Setz nur da« Ding wieder ab, damit du wieder da bist." Neunmalklug kicherte und war wieder zu sehen.„Ich kann auch das Gras wachsen und die Flöhe husten hören", sagte er selbstgesällig und strich sich seinen langen, diinnen Bart.„Und was kannst du?" „Ach, eigentlich gar nichts", sagte Tolter und zerdrückte einen Wackerstein, den er zufällig in der Hand hielt, z» Pulver. „Das ist aber auch schon was", meinte Neunmalklug.„Weißt du. wir wollen zusammenhalten. Ich bin klug und du bist stark, da kann uns gar nichts fehlen, wenn du immer tust, was ich dir sage." „Gut", sagte Tolter,„was soll ich denn tun?" „Ich bin nicht sonderlich gut zu Fuß", amworiete Neunmalklug. „Nimm mich aus deine Schulter und trag mich: ich setze meine Tarn- kappe auf, dann sind wir beide unsichtbar." Tolter war schon von seinem Stein heruntergesprungen, hatte Neunmalklug gepackt und auf seine Schulter gesetzt. „Au! Au!" schrie der ausgewachsene Zwerg,„du darfst mich nicht so grob anfassen, zerbrichst mir ja all« Knochen im Leibe I" Hast „Ja so", hrummte Tolter,„daran hatte ich nicht gedacht. du deine Tarnkappe aufgesetzt?" „Ja", sagte Neunmalklug.„Geh nur zu, es sieht uns keiner." Tolter trabte ab und lief so schnell aus seinen kurzen Beinen, daß man es nicht für möglich gehalten hätte, wenn man's nämlich Hütte sehen können. Aber vorläufig war auch keiner da, der es nicht sehen konnte, denn die Gegend war gänzlich menschenleer. Aber dann kamen sie an ein Dorf, und da siel es Tolter ein, daß er Hunger hatte Neunmalklug hatte zwar noch keinen aber da Tolter sagte, er könne keinen Schritt weiter laufen, ehe er nicht etwas gegessen hätte, inußte Neunmalklug nachgeben. Er stieg also von Tolters Schulter herunter, hieß ihn vor dem Dorf warten und ging im Schutze seiner Tarnkappe ins Dorf und holte aus einein Bäckerladen zwei Semmeln. Tolter lachte, als ihm Neunmaltlug die zwei Semmeln gab, steckte sie aus einmal m den Mund und verschluckte sie ohne zu kauen. „Das ist doch nicht etwa alles?" fragte er dann. Aber Neun- malkiug hatte weiter nichts. „Ich brauche mindestens einen Schinken, wenn ich satt werden will", sagte Tolter.„Leih mir deine Tarnkappe, dann hole ich mir einen," Aber die Tarnkappe wollte Neunmalklug nicht aus der Hand geben, denn er traute seinem Reisekameraden nicht. Er ging also nochmal ins Dorf, aber diesmal brachte er gar nichts mit. denn in der Rauchkammer eines Bauern, in der er gewesen war, hingen die Schinken so hoch, daß er nicht heranlangen konnte. Aber er hatte sich etwas ausgedacht: wofür hieß er denn Neunmalklug? Er stieg also wieder auf Tolters Schulter und lieh ihn, da sie beide nun wieder unsichtbar waren, an das Bauernhaus herangehen, in dem die Schinken hingen. An der Giebelwand war die Luke zur Rauchkammer, die konnte er gerade ausmachen. Aber hinein- zulangen waren sie beide doch nicht groß genug. Du lieber Gott, ein abgebrochener Riese und ein ausgewachsener Zwerg geben zu- sammen eben doch noch lange keinen richtigen Riesen. Aber da stand zum Glück eine Tonne an der Wand, und darüber lag ein Brett. „Steig da hinaus", rief Neunmalklug von oben herunter,„dann kann ich den Schinken fassen!" Gehorsam stieg Tolter auf die Tonne, reckte sich nach Kräften, Neuninalklug ebenfalls,—„ich habe ihn!" rief er— da— knax krax! brach das Breit, auf dem Tolter stand, er steckte bis an die Brust in der Jauche, denn es war eine Jauchetonne, Reumalklug flog in weitem Bogen auf den Misthaufen, und bei dem Gepolter kamen die Leute aus dem Haus mit Peitschen und Knüppeln. Neunmalklug halte bei dem Sturz seine Tarnkappe verloren und krebste, von allen zu sehen, auf dem Mist herum. Der Bauer flitzte mit der Peitsche nach ihm, daß er mit Geschrei vom Hofe lief- Tolter aber rollten sie samt der Tonee, in der er steckte, in den Dorfteich, und nur mit Mühe konnte er sich aus dem engen Gehäuse und dem Wasser retten. Seitdem wollten Neunmalklug und Tolter nichts mehr mit- emander zu tun haben. Aber die Tarnkappe? Di« war dem Gockel über den Kopf gefallen, und vor Schreck lief der mit ihr wer weih wohin. Und da ihn nun keiner sehen konnte, hat kein Mensch eine Ahnung, wo er mit dem guten Stück geblieben ist. ZumltochmvcnQunjäAeni fehlte, stand das Schulgebäude aus Ziegeln und Brettern, mit seinem feuchten Spielplatz, seinen muffigen Klaffen, seinem Hos, auf dem ein paar Platanen vegetierten. Ich schwänzte oft. Ich zog von neuein aus Abenteuer aus, errichtete Sanddämme in den Bächen, zupfte die Mädels, die in die.Phorie" gingen, am Zopf, hing mich hinten an die Droschken an und ließ Schmähreden auf die Kutscher los, wenn sie mir mit der Peitsche drohten. Ich lernte Erdkunde und Geschichte beim Lesen der Straßenschilder— lernte so die Namen der Städte und die der großen Männer kennen. Ich hielt vor den Auslagen der Geschäfte Maulaffen seil, ihre Buntheit zog meine Blicke an. Ich rempelte die Vorübergehenden an, gern hätte ich sie nachher kennen gelernt, so sehr erregten ihre nackten Gesichter und ihre Worte meine Neugier. Ich war ein zu- künftiger Mitspieler eines Dramas, das nie zu spielen aufhört.... Mehrere Jahre hindurch kam meine Mutter ohne jede Unter- brechung chren Obliegenheiten als Portiersfrau nach. Am Sonntag war sie in ihrer Loge gefangen, ihre Aufmerksamkeit immer auf das Kommen und Gehen der Mieter gerichtet, voller Angst, Dieb« könnten sich ins Haus einschleichen. An den Soinmernachmittagen traf mein Vater mit Tonton und den gemeinsamen Freunden in einem Kaffeehaus« in der Polonceaustraße zusanrinen, wo sie Karten spielten und die Wahlen vorbereiteten. Wir Gören wurden dort nicht zugelassen, und so blieb ich bei meiner Mutter. Erst, wenn sie mir ihrer Arbeit fertig war, erlaubte sie sich aus ihrem Bau herauszukommen. Sie setzte sich auf einen Stuhl vor die Haustür und schöpfte, unbeweglich, sehr müde, Lust, während ich unter ihren Augen Kreidezeichnungen ach dem Trottoir entwarf. Sie begrüßte die heimkehrenden Mieter.„Ein schöner Sommer- tag heute", sagte sie. Jene kamen aus den Tuilerien, den Champs- Elysees, dem Vois de Boulogne zurück— entfernten Gegenden, in die nur mein Vater ach seinen Touren kam. Ich kannte nur das kümmerliche Grün des Saint-Machieu-Platzes und des Kapellen- Platzes, und eines Sonntags, als mein Vater die Loge betreute, war meine Mutter mit mir nach dem Saint-Pierre-Platz gegangen. Die Mieter erzählten meiner Mutter von ihrem Spaziergang, und ich sah, wie ihr Gesicht sich erhellte;„Ah! wenn man Zeit hat!" seufzte sie,„ich kann ja niemals aus meiner Loge heraus." Die Dämmerung sank hernieder, und zwischen den düsteren Häusern breitete sich ein leuchtender Streifen aus, den Mama mit erhobenem Kopf betrachtet«. Sie sagte:„Es ist noch hell. Jetzt sind die schönsten Tage im Jahre." Sie reckte sich, hob ihren Stuhl auf und fügte hinzu:„Kleiner, es ist Zeit." Der Sonntag war zu Ende, wir hatten wieder unser« Loge vor uns— wie einen Käfig. Und von neuem begann die Woche mit ihren Pflichten und chren Aufgaben, die Mama immer schwerer wurden. Die Vorder- Haustreppe„bohnern", die Hinterhaustreppe„scheuern", den Hgs fegen, die Kupferbeschläge putzen, die Post ordnen, die Gasleute ab- fertigen, schließlich, alle drei Monate, die Miete einnehmen. Ach, diese Sorgen! Quittungen verteilen, Geld in Empfang nehmen, die Scheine zählen und nachzählen, sie in den Schrank schließen! Und nachher begab sie sich eines Morgens, das Geld auf der Bruft, nach dem Sitz der Gesellschaft in der Caulaincourtstraße. Das war fast ihr einziger Ausgong, und sie halle nicht einmal eine Erholung davon, denn sie war immer in Angst, man könnte sie überfallen. Sie kehrte befreit, glücklich, zu uns zurück, zu ihren vier Wänden, ihrem Krimskrams. Es kam jedoch ein Tag. wo sie ihre Tätigkeit nicht mehr ausüben konnte. Sie fing an dahinzusiechen. Sie tat eine Arbeit, die „über ihre Kräfte" ging, erklärte ein Arzt aus der Poiffonniers- straße, den sie endlich aufgesucht hatte. Suropäifche.Aphoriftiker Friedrich Nietzsche(1844— 1900). Schlechte Bücher: Das Buch soll noch Tinte, Feder und Schreib- tisch verlangen: aber gewöhnlich verlangen Feder, Tinte und Schreibtisch nach dem Buche. Deshalb ist es jetzt so wenig mit Büchern. Woran die Weisheit zu messen ist.— Der Zuwachs an Weis- hell läßt sich genau nach der Abnahme an Galle bemessen. Wahrheit will keine Götter neben sich. Der Glaube an die Wahrheit beginnt mit dem Zweifel an allen bis dahin geglaubten Wahrhellen. Wer von Grund aus Lehrer ist, nimmt alle Dinge nur in bezug auf feine Schüler ernst,— sogar sich selbst. Ein Mensch mit Genie ist unausstehlich, wenn er nicht min- bestens noch zweierlei dazu besitzt: Dankbarkeit und Reinlichkeit. Wie? Ein großer Mann? Ich sehe immer nur den Schau« spieler seinen eigenen Ideals. Der Unterleib ist der Grund dafür, daß der Mensch sich nicht so leicht für einen Gott hält. Die Dichter sind gegen ihre Erlebnisse schamlos: sie beuten sie aus. Maxime: Mit keinem Menschen umgehen, der an dem ver- logenen Rastenschwiirdel Anteil hat. Die Europäer bilden sich im Grunde ein, jetzt den höheren Menschen aus Erden darzustellen. Sören Kierkegaard (1813— 1855): Dänischer Philosoph. Nur der von Schlangen Gebissene weiß, was der leiden muß, der von Schlangen gebissen worden ist. Das ethische Individuum ist wie das stille Wasser, das seinen tiefen Grund hat; wer dagegen ästhetisch lebt, ist nur oberflächlich bewegt. Es ging in der Welt der Wissenschaft wie in der des Handels. Zuerst geschah der Umsatz in natura, dann erfand man das Geld, jetzt geschieht in der Wissenschaft aller Umsatz in Papiergeld, um das sich kein Mensch mehr kümmert außer den Professoren. Geist ist: welche Macht die Erkenntnis eines Menschen über sein Leben hat. In der Welt des Geistes wird nur der getäuscht, der sich selber täuscht. Das Böse in unserer Zeit ist nicht das Bestehende mit seinen vielen Fehlern: nein, das Böse in unserer Zeit ist gerade die böse Lust, dies Liebäugeln mit dem Reformieren-Wollen. Es gehört Mut dazu, sich so zu geben, wie man wirklich ist. Es gehört Mut dazu, sich von keiner kleinen Demütigung loskaufen zu wollen, selbst wenn man's durch Geheimnistuerei könnt«, und nicht einen kleinen Zuwachs zur eigenen Größe durch Verschlossen- hell zu erkaufen. Es gehört Mut dazu, ganz ehrlich, aufrichtig. wahr zu sein. .Vusge�wastlt von Jens Grieter. ."-J'Vj-.'"' Kleine Awzeigejx wivkunGSPVii und mlii& Uberschriftswort 20 Pf., Textwort 10 Pf. Wiederholungsrabatt: 5 mal 5%, 8 mal 711%, 12 mal 10%; 1000 Worte Abschluß 10%, 2000 Worte 15%, 4000 Worte 20%, lOOOO Worte 25%. Annahme durch den Verlag, Lindenstr.3(%9— 5 Uhr), sämtl.Vorwärts-Filialen u. Ausgabestellen, sowie alle Annoncen-Expeditionen | wername gtnolcum Szillat. Solonte* strafte S.___ Webtetzler• Teppiche jetzt besonders billig I ea. 3x2 1«.—. 19,— ca. 3'/ix 2% 24,—, 29,—, ca. 4X3 31,—, 39,—. Teppich. Körner, Berlin W., Pots- damerstrafte 2Sd. Leiterwagen, Kastenwagen, Ein- üelrädec, Ersatzteile, billigste Bezugsquelle. Fruchtstr. 74. Kochherde, Kachelöfen eigener Serstellung, lieber. nehme Töpferarbei- tcn. Ofenbau, Prin- zenstrafte 50. Teppichdau» Emil Leföore. Berlin, seit 49 gab- re» nur Oranien- strafte 133. Nah. lungserleichterung ohne Aufschlag. 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