BERLIN Montag 13. Zimt 1932 10 Pf. Jlr. 274 B 137 49. Jahrgang Erscheint tägllch unser©oantage.» M££ Anzrlgeiiprct«. Str«nftaUtge Mtllwielerjrü- SO Df, äusltidi SttcnCaaggait Ort.Sormir«*«-»-givr-t« fü.» MF/ y%» 9 W Mg t Ct«etlaoicitUf 2.- M. Ermäßigung-««Sch T-rts. Do«Is-i>e-kk°n,°-. beide Ausgadrn 1b W. cro ffiodie. 3,25 SR rro SRcnji%«"/.£//§£."„ V. VorwarlS-Verl-g G. m. d. H.. Berlin Rr. 37 SZS.» Der Verlag im-di-u,\&m n jS£> mg f£�£9 Bj/£% W/1 i f /[fl Mf ff I.nr ji/gL b.hjlt ücti das R-»I der Ableimung ni-i» genedmer Ameig«,°-r' ladlbar V o ft b e i v g 3,97 M. einsdilicHIidi«0 Vr. loNieittings»\_£S fcfcfl/lFTl• ,££ M£(A M> Em£ KJL£wfa&W R-dakiton und Srvcdiiian: Berlin SW 68, Lindenti, and 72 Pf. Dostbeiiellgebübren � �™ // �" Ree nf» r t dl f e: SönBoff Hroz. des Lahnes ge- >ah't werden. Die Unternehmer nahmen den Spruch an, der Berg- bauindustricarbeitervsrband lehnte ihn ab. In der BoumwoUindnslrix von Lancashir ist das im Jahre I9lü getroffene Abkommen über Löhne und Arbeitszeit abgelaufen find damit ein tarifloser Zustand eingetreten. Der Streik ist beschlossen, doch soll durch Verhandlungen«iir letzter Einignngsversfich gemacht werden. Die Tcxiilarbeiter in Lodz hoben beschlossen, am 17. Juni den Streik auszunehmen, da die Lohnverhondlungen gescheitert sind. Zur Linderung der Arbeitslosennot in Amerika hat der Senat mit überwältigender Mehrheit die songcnannte Wagner-Vorlage an- genommen, durch die den einzelnen Bundesstaaten Z 0 0 Millio- n e n Dollar Bundesgelder zur direkten Linderung der Arbeits- losennot geliehen werden. Rundfunk der Woche National— international Jeder Rundsunksender ist international, ob er es sein will oder nicht in seinen technischen Auswirkungen. Er wird um so nationaler sein— wenn man unter /national" wirklichen Dienst für die eigene Nation versteht—, je stärker er dieser Tatsache durch den Geist seiner Darbietungen Rechnung trägt. Denn er ist bis in die fernsten Winkel der Welt für jeden Besitzer eines eirtsprechenden Empfangsgeräts der Repräsentant des Landes, in dem er steht. Er kann diesem Lande ungeheuer nützen: er kann ihm ebenso unge- Heuren Schaden zufügen. Beide Wirkungen können von Dar- bietungen ausgehen, denen man sie ohne weiteres gar nicht ansieht, wenigstens aus nächster Nähe nicht. Denn hier erscheint jede Sen- dung nur als kleiner Bruchteil eines großen Ganzen, das durch ihn allein nicht wesentlich bestimmt wird. Je weiter der Kreis ist, den die Rundfunkwellen ziehen, desto selbständigeres Leben gewinnen die einzelnen breit verteilten Gruppen. In Tagereisen voneinander entfernten Ländern werden die gelegentlich aufgefangenen Worte und Klänge des fernen Nachbarn maßgebende Zeugen für seine geistige Einstellung. Was folgt daraus? Oder wenigstens: was sollte daraus folgen? Betonung des nationalen Charakters? Gewiß. Denn die Eigenart jedes Landes ist sein bestes Werbemittel, die Eigenart seiner Land- schaft, seines Geistes und— dos muß allerdings heute mit einigen Einschränkungen gesagt werden— die Eigenart seiner Menschen, die leider manchmal die Vokabeln Eigenart und Unart oerwechseln. Mit ähnlich klingenden Vokabeln ist das überhaupt bisweilen eine gefährliche Sache, und manche, die Heutw nach„nationalen" Darbietungen im Rundfunk rufen, meinen n a t i o n a l i st i s ch e. Ein kriegsbegeistertes chörspiel eines Herrn von Drückeberger und das Teramtata von Militärmärschen scheint ihnen der Gipfel künstle- rischer Rundfunkleistungen und Hetzreden gegen alle Menschen jen- seits der Grenzen und viele innerhalb der wünschenswerte Inhalt der Vortragsprogramme. Wer über eine Spur gesunden Verstandes und ein Körnchen guten Geschmacks verfügt, wird von solchen Pro- grammforderungen abrücken. Doch es genügt nicht, daß der einzelne sie für sich ablehnt. Man muß sich klar machen, was eine einzige solcher Sendungen jenseits der Grenzen bedeutet, um ihre Gefährlich- keit zu begreifen, um geschlossen Front gegen sie zu machen. Deutschland ist stolz darauf, sich das Land der Dichter und Denker nennen zu können. Es hat in diesem Jahr gemeinsam mit der ganzen Welt das Andenken seines großen Sohnes Goethe ge- feiert, dessen durch keine Grenzpfähle eingeengter Geist das deutsche Ansehen bis in die fernsten Länder getragen hat. Viele Ausländer lieben die Länder deutscher Zunge, weil sie ihre landschaftlichen Schönheiten kennen, an ihren Universitäten mit den Gedanken großer Deutscher vertraut wurden oder weil sie wenigstens im eigenen Lande in den Reichtum der deutschen Kunst und der deutschen Musik eindrangen. Zu solchem Kennenlernen gehörte früher viel Zeit und Geld. Durch den Runfunk wurde es leicht gemacht. Verständigung, die wirklich im gegenseitigen Verstehen wurzelt, scheint heute so ein- fach zu verbreiten. Hot nicht jedes Land seine Werte, seine Kultur, die kennenzulernen sich lohnen? Leben nicht überall Menschen, die in der gleichen Art Leid und Freude empfinden und die heute zu Millionen umhergehen unter dem dunklen Schleier der Not, dessen Schattenwelt jeden sich einsam fühlen läßt, obwohl er bei der ge- rinasten Bewegung sich schmerzhaft am Nachbar stößt? Ist es nicht eine große und schöne Ausgabe, Licht in diese Dunkelheit zll bringen, das zähe Gespinst zu durchleuchten, dos nur durch gemeinsame An- spannung zerrissen werden kann? Der Rundfunk vermag zu vollbringen, was vor ihm als unmög- lich erschien: die Menschheit geistig zu vereinen. Er kann jeden ein- zelnen emportragen zu einem Blickpunkt, der eine klare Weitsicht bietet. Er hat bis heute diese Pflicht nur anzureichend erkannt und erfüllt. Das lag sicher nicht am bösen Willen der Sendeleitungen, sondern vielmehr daran, daß die ungeheure geistige Kraft des Rund- funks in weiten Kreisen— auch in denen, die in aktivem Verhältnis zu ihm stehen— nur sehr allmählich begriffen wurde, und daß, selbst wenn sie erkannt war, es an Formen fehlte, in denen sie zur Wirkung kommen konnte. Auch die Verständigung im eigenen Lande ist ja durch den Rundfunk keinesfalls in dem Maße gefördert war- den, wie es möglich und wünschenswert gewesen wäre. Sie kann nur aus denselben Quellen fließen wie die Verständigung mit dem Ausland. Denn was Schönes und Wertvolles an gemeinsamem Volksgut und an besonderem Besitz einzelner Volksteile gezeigt wird, w'rkt innerhalb find außerhalb der Grenzen, wenn es natürlich auch hier gefühlsbetonter und dort sachlicher ausgenommen werden wird. Bei den Schilderungen von gemeinsamem Schicksal und Einzelschicksal kann es nicht anders fein. Der Rundfunk repräsentiert ober nicht nur sein Land durch die Darbietungen, in denen er seine räumlichen oder geistigen Bezirke unmittelbar anschaulich macht, sondern mindestens ebensosehr in jenen, in dmen er das Ausland spiegelt. Ja, er kann die eine Aus- gäbe nur erfüllen, soweit er auch dieser zweiten gerecht wird. Erst Verständnis für dos Ausland läßt die Heimat deutlich erkennen; erst Verständnis und Liebe zur Heimat schärft den Blick für die Welt. Der Hörer in der Heimat hat Anspruch daraus, durch seinen Rund- funk über die Grenzen geführt zu werden, durch ihn Welt und Men- scheu hinter ihnen gezeigt zu bekommen. Der Rundfunk soll und kann keine Schulstunden abhalten, auch keine Unterrichtskurse: aber er soll das Leben einfangen, wie es jetzt atmet, soll den Hörer zur Anschauung, zum Erkennen dieses Lebens führen. Deshalb gilt für alle Vortrogsdarbietungen über das Ausland eine Grundforderung: sie müssen streng sachlich sein. Gewiß kann gelegentlich ein Künstler durch eine betont subjektive Schilderung mehr von einem fernen Lande und seinen Menschen aussagen als die anschaulichste Beschreibung: doch solche Darbietungen sind seltene Glücksfälle. Oft aber schiebt sich in Vorträge mit spärlich sachlicher Substanz die gefühlsbetonte Phrase ein, die das Bild nicht nur verwischt, sondern vor allem ver- zerrt, weil die gehaltlosen Worte sehr häufig leicht als Bestätigung irgendeiner vorgefaßten Meinung des Hörers genommen werden können. Der Gehalt der Darbietungen über das Ausland ist aber nicht nur für die Hörer im Lande wichtig: er wird wesentlich mitbestimmend sein für die Einstellung, der dos gesamte Programm der Sender eines Landes im Auslande begegnet, darüber hinaus für die Einstellung zum deutschen Geist. Willen zur Verständigung bereitet der Verständigung den Weg. Der Ausländer, der seine Musik, seine Kunst, sein Leben in Darbietungen aus einem fremden Lande liebevoll und klug ge- würdigt sieht, wird die eigenen Aeußerungen dieses Landes gespannt erwarten. Er wird sich den Menschen dieses Landes nahefühlen, zuerst in den Darbietungen, die seine Welt würdigen, dann in jenen, die ihm die fremde Welt zeigen. Deshalb muß auch einer Darbietungsart besonders das Wort geredet werden: dem internationalen Programmaus- tausch. Er sollte immer weiter vervollkommnet werden und die jedem Lande wertvolle Kunst über die ganze Welt tragen. Kurze Begleittexte, die zwischen einzelne Darbietungen geschaltet werden, müßten nicht nur in den jeweiligen Landessprachen, sondern auch in den geistigen Ausdrucksformen des Empfangslandes gehalten fein, um das zu geben, was sie bieten wollen: Stützpunkte kür das Ver- ständnis. Für das Sendeland wie für die Empfängerländer muß dieser Austausch zu festlichen Höhepunkten des Programms werden: denn in ihm rührt der Rundfunk an sein schönstes Ziel: d i e geistige Völkergemeinschaft. Tes. Rundfunk am Abend Monlag, den 1 3. Juni Berlin: 16.05 Leben in einer maurisdien Stadt (W. Rittidi). 16.30 Lieder. 16.30 Klaviermusik. 17.30 Doktor Ueberall erzählt. 17.30 Wirtschaftsrundscbau(C. Sennewald). 18.15 Mitteilungen des Arbeitsamtes. 18.20 Ausschnitt aus der 700- Jahrfeier der Stadt Bernau(am Mikrophon: Dr. W. Hoffmann-Harnisch). 18.55 Die Funkstunde teilt mit... 19.00 Stimme zum Tag. 19.10 Aus meiner Ehescheidungskammer(Landcsgerichtürat Dr. Lüdecke). 19.35 Zum 70. Geburtstag von Johannes Cotta(J. Cotta und E. Mühsam). 20.00 Tanzabend. 22.00 Wetter-. Tage— und Sportnachrichten. 22.15 Aus Frankfurt a. M.: Zeitberichte: Südafrikas Kampf um den Goldstandard. Märsche und Tänze. Königs Wusterhausen; 16.00 Pädagogischer F unk (F. Stach). 17.30 Die Neuentdeckung Luthers(Priv.-Doz. Lic. Vogelsang). 18.00 Musizieren mit unsichtbaren Partnern (Dr. H. Just). 18.30 Spanisch für Anfänger(Gertrud van Eyseren, Dr. F. Armesto). 18.53 Wetterbericht. 19.00 Die Aufgaben von Lausanne(Dr. Stern-Ruwarth). 19.20 Stunde des Landwirts(Graf Douglas). 19.35 Lenin und die_ geistigen Grundlagen des Bolschewismus(Prof. Dr. R. Saitschickl. 20.00 Aus Leipzig: Sinfoniekonzert. 21.00 Tages- und Sportnachrichten. 21.10 Aus Frankfurt a. M.: Richard Wagner- Konzert. 22.15 Wetter-, Tages- find Sportnachrichten. Sonst Berliner Programm. Vollständiges Europa-Programm im..Volksfunk'', monatl. 96 Pf. durch alle„Vorwärts"-Boten oder die Postanstalten. Wekter für Verlin: Kühler, teils heiter, teils wolkig, kein« Niederschläge von Bedeutung, nördliche bis nordöstliche Winde.— Für Oeuljchlond: Im Norden wolkiger uns kühler, vereinzelt leichte Schauer, im Südosten Bewölkungszunahme, im übrigen Reiche keine nennenswerte Veränderung. Jllexei W. Kol f toi: ZPeter der Qrofte') Ein historischer Roman über„Peter den Großen", in dem gewissermaßen die Bolschewiki ihr Vorbild sehen, hat einen aktuellen Reiz. Der Verfasser schildert in diesem, in sich abgeschlossenen. ersten Band den jungen Zaren Peter in Moskau. Ein zweiter Band soll folgen, der Peter aus der Höhe in Petersburg darstellt. Graf Tolstoi hat sehr gründliche kulturhistorische Studien gemacht, und wer das altrussische Leben, anschaulich beschrieben, kennen» lernen will, wird mit Nutzen zu dem Buche greisen. Aber die poetisch« Kraft seines großen Namensvetters besitzt Alexej Tolstoi nicht. Arthur Rosenberg. *) 1. Band:„Plastau". Verlag H. Haessel, Leipzig. Heber- setzt ans dem Russisch«!, von E. Groeger. Lcranfworif. filt die Redaktion: Rich. Bernsteia. Berlin: Anzeigen: Th.«Slorke, Berlin. Verlag: Vorwärts Vertag G.m.b.H.. Berlin. Druck: Vorwärts Buch» druckerei und Verlagsanstalt Paul Singer � Co.. Berlin£33 68. Lindenstr. 3. Hierzu 1 Beilage. TUeaier Lichtspiele usw Slaaft 1% Theater Städf.Gper Charlottenbun: ßismarckstraße 14 Montag, 13 Juni Volksvorsteliung Kein Kartenverkauf Montag, tuen 13. Jon) staciscper unter Den Linden 20 Uhi Cosi fan tutte SlaatlÄispiellnm Gendannenmarkt. 20 Uh» Geschlossene Vorstellung Jeppe vom Berge Srhlller-Theater Charlottenburß. 20 Uhr Absdiied von der Uetze Die Boheme Brand, Talen, Frind Outtmann, Heyer, Tappolet Anfang 20 Uhr Ende nach 22 Uhr IIIIIIIII Rose- Iheaier iroße Fraeltfurter Slrali>1 lel. Weidnal E 1 342? 6.30 Uhr Weekend im Paradies Oancnbühne 5-50 Uhr Konzerlu.Varieie Zlseunerliebe VoitfslilUine Theatef am Bilownlall 8'/« Uhr Die Doläene LUr Volkssiück von E. S z e p Regie: A. dt. Rabenalt Staaisoper Unter den Linden 8 Ub» Coslfan tutte Deiittdiei TUeaier Die 8V* Uhr Journalisten lushMitii Gustaf Freyteg von Felix Joaöiüison Musik; Theo Mackeheo Regie: Heinz Hilpert I mm-fliEatef Täglich 8>/< Uhi nadoima wo bist Du? Erika v. Thellmann Luis© Stösel Theodor Loos Josef Wedorn original- Balema Patentmatratzen/ Ruhetsanen Couchs mit Befema- Federung Palent-Drehbetl fD. R. 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Ost sind sie in wenigen Wochen entstanden— aus dem Boden gestompst durch eine der allmächtigen Eisenbahngesellschasten. Sie bieten immer wieder das gleiche Gesicht: Zwei oder drei sich rechtwinklig schneidende „Straßen", auf jeder Seite einige, ost etwas windschiefe cholzhäuscr. Der Bürgersteig besteht aus vorsichtshalber höhergelegten Brettern, um ein Passieren der bei Regenwetter Morästen gleichenden Straßen nicht ganz mit Lebensgefahr zu verbinden. Ein„Lenkral Stare", in dem man alle nur erdenklichen Dinge kaufen kann; ein„Drog Store", Drogerie, der vorwiegend Limonaden und Detektivmagazine vertreibt: ein Restaurant, das sich todsicher in Händen eines Gelben befindet, und ein„H o t e l", in dem die Wanzen die Ober- Herrschaft führen und das sich mindestens„Grand Hotel" nennt, bilden die Grundlage des Gejchäftslebens für oft fünfzig Meilen im Umkreise. In jeder dieser„Towns" ober, und mag sie nur aus fünf Häusern bestehen, findet man ganz bestimmt mindestens zwei Garagen und drei Bethäuser vor. Und Zeit findet man in diesen kleinen Orten, viel Zeit, von der großen amerikanischen Lüge„Tirne is money" ist in ihnen wenig zu merken. Augenblicklich, während ich hier aus den Brettern sitze, warte ich aus ein Auto, das mich etwas weiter gen Osten mitnimmt. Meinen eigenen Wagen, einen echten Ford, habe ich leider infolge Zu- samm-ntressens verschiedener unglücklicher Umstände verkausen müssen. Es war ein sehr schöner Wagen. Rur klapperte der Motor etwas sehr und beim Anfahren und Stoppen mußt« man vorsichtig sein, da er dann Sprünge wie ein Füllen machte. Berkehrsschutz. leute gingen in Deckung, sobald sie ihn nur heranlärmen hörten. Dazu Allwetterverdeck, halbes Steuerrad und leckender Kühler. Der Preis für dieses Wunderauto hatte genau 15 Dollar betrogen. Leider langte das Geld nicht, um die Gebühr für die Licence zu bezahlen, weswegen ich ohne Stcuerjchilder fuhr.„Basie a dränge" sagt man hier, und danach handelte ich denn auch. Alles ging gut, schien wenigstens so. lieber 800 Kilometer war ich bereits durchs Land gegeistert. Ersatzreifen fand ich aus der Landsirahe in solcher Fülle, daß ich bald neun Reisen im Rücksitz verstaut hatte. Mein Gasolin verdiente ich damit, daß ich in den einzelnen Garagen oder auch sonstwo beim Autowaschen hals oder andere Arbeitet? fiir einige Stunden verrichtete. Wie gesagt, so schien alles„o. k." zu sein— bis heute morgen das Unglück hereinbrach. Ich passierte gerade eine Farm, als mich der Farmer durch Rufen und Winken zuin Halten vcranlaßte und fragte, welchen Preis ich verlangte, um ihn so schnell wie möglich in die 9 Meilen entfernte nächste„Town" und zurück zu fahren.„Zwei Dollar!" „All right!" Und ratternd, quietschend und kochend schoß meine Rumpelkiste aus Fords Werkstatt über die Landstraße. In der „TVwn" angelangt wollte ich vor dem„General Store" stoppen, als plötzlich eine andere„Gar" an meiner linken Seite auffuhr(der Farmer war bereits abgesprungen)— stoppte— ein„Police" mit dem Schießeisen in der Hand auf dem Trittbrett stand:„Stop!" Klar, daß ich stoppte. Dann erfuhr ich, daß man zwei Banditen suche und— ein vielsagender Blick des Polizisten über mein Vehikel und meine übrige Aufmachung— und ich fühlte mich veranlaßt. lustig loszulachen zog, freudig über diesen Witz des pflichteifrigen Hüters der Ordnung grinsend, meine Legitimation hervor, als er plötzlich um meinen Ford schwenkte:„Wo sind die Steuer- platten?" Mir blieb das Lachen weg: Teufel, das kostet Geld!.. Eine Minute später standen wir im„General Store", dessen Inhaber zugleich den„I. P."(Justice of Peace— Friedens- richter) vorstellend, aus dem Ladentische saß, mit den Beinen baumelt«, rauchte, spuckte und sich mit einigen Formern und Eow- boys unterhiell. Man hatte durch das Fenster meine„Verhaftung" beobachtet. Einige aufklärende Worte des Polizisten und ich erlebte die merkwürdigste Gerichtsverhandlung, die ich bisher ge- sehen habe: Ohne seinen Sitz auszugeben, mir mit der linken Hand ein Streichholz für meine Pfeife anbietend, fischte der I. P. mit der rechten unter dem Ladentisch eine Bibel hervor(mit Pfeisc zwischen den Zähnen):„I open the court in the narne of the king."— „Ich eröffne die Gerichtssitzung im Namen des Königs." Ich küßte die Bibel, machte meine Aussage— und war im selben Augenblick „u s Dollars to t r u j c und 1 Dollar K o st c n verurteilt... Barzahlung, bitte. Oder brummen.... Roch stand ich, ziemlich benommen von der ganzen Plötzlichkeit der Geschehnisse und mir krompshast den Schädel nach einem Rettungsgedanken zermarternd, mitten im Laden und starrte in die dämlichen Visagen der Cowboys und Farmer, als mich der Polizist mit den Worten:„Pisten. oI6 boy", auf die Schulter klopfte, daß ich bald in die Knie sockte, um mir dann breit grinsend zu erklären, daß er mich sofort wieder verhaften würde, sobald ich auch nur einen Meter führe, ohne vorher eine Stcuerplatte am Wagen bzw. das Geld dafür eingezahlt zu haben... Das war eine geradezu diabolische Gemeinheit aber was blieb mir dagegen zu tun?. llnd nun tot ich etwas, das in Deutschland, vor einem deutschen Gericht, gegenüber einem deutschen Richter, Schiedsrichter oder sonst einer Person, sosern sie sich nur halbwegs amtliche Autorität zulegt, geradezu als Staatsverbrechen angesehen worden wäre: Ich offerierte kurz entschlossen dem„I. P." meinen Ford:„blosv mnch do you want?"„Wieviel wollen Sie dafür haben?" „Fifteen dollar"(Fünfzehn Dollar).„O. k."— und der Handel war abgeschlossen... Ich bezahlte meine drei Dollar Strafe und Kosten, nahm mein Bündel unter den Arm und sitze hier nun mit den restlichen zwölf Dollar in der Tasche am Straßenrande, wo ich denn auch, zum größten Vergnügen der vor dem„Hotel" herumlungernden Farmer. Cowboys und anderer behäbiger Spietzerindividuen, diese Zeilen zusammenschreibe.... (Hüe&§u$ in tiSd HumpeCs werden wieder(Jauern Einige hundert Kilometer von der atlantischen Küste entfernt liegen in den Oststaaten von USA. die blauen Berge der Allcghany Mountains. Bor 18 Jahren führten in die entfernten Flußtäler und hohen Wälder weder große Straßen noch eine Eisenbahnlinie. In der Wildnis lebten Einwanderer und Pioniere vom alten Schlag ihr einsames Dasein. Dann kam der Krieg und mit ihm das riesige Geschäft und die Prosperität der Vereinigten Staaten. Die großen Stahl- und Eisen- werke in Pittsburg konnten nicht genug produzieren, um die Wünsche Europas zu befriedigen. Für die Ausbeutung der unge- heursn Rohstoffquellen Amerikas fehlte es überall an Arbeitskräften. Damals Holle man nicht nur die Reger als zusätzliche Arbeiter aus dem agrarischen Süden in de» industriellen Norden, sondern ver- suchte auch die erhöhte Kohlenno ch frage durch neue Auschluß- gebiete zu befriedigen. Die großen Kohlengesellschaften kauften das Land in den Bergen der Appalachcn, legten Landstraßen an den Flußätlern entlang und richteten neue Bergwerke in Ken- t u ck y und West- Virginia ein. Die ehemals selbständigen Bauern gingen zur Arbeit unter die Erde, um in einer Woche mehr zu verdienen, als sie sonst in einem Jahr an Bargeld bekamen Nach ihren Begriffen erhielten sie für drei Tage Arbeit ein Vermögen und verbrachten den Rest mit Fischen und Trinken. Und sie dachten, es würde immer so bleiben. Die Kinder wurden in einer neuen Art, fremd vom Bauerndasein ihrer Väter, entzogen. Erst beim Zusammenbruch der Bergwerke infolge der kata- straphalen Kohlenkrise wurden sie wieder an ihr ursprüngliches Dasein erinnert. Heute sind die meisten Bergleute entlassen und die noch Arbeitenden werden schlecht entlohnt. Es kam zu Streiks und Zusammenstößen, es gab Gefechte zwischen Bergleuten und der Polizei. Reporter brachten die entsetzlichen Lebensverhältnisse der Sciifvdßisefte(Jauern Eine Studie/ Ton Jiarl SßahnmüUer Die weiße kalkbestaubte Landstraße durchschneidet in gerader Linie das sanftgewsllte Hügelland zwischen Schwarzwald und Schwäbischer Alb. Zuweilen erreicht sie Höhepunkte, die das Land m weitem Umkreis übersehen lasten. Vor der Kelle der Berge dehnt sich das vielgeteilte Schachbrett der Felder und Wiesen. Und sichtbar wird dann die Kleinheit und Gleichmäßigkeit der Felder- einteilung. Flicken ist an Flicken, Fetzen an Fetzen gereiht und un- zureichend sind die Dorfgemarkungcn durch Straßen und Wege auf- geschlossen. In die Mulden gebettet, eingelegt in die flachen Täler sind die Dörfer. Ihre kleinen, niedrigen Häuser bedrängen die Landstraße und engen sie ein. Dorf ist an Dorf gereiht, wie Perlen am weißen Band der Landstraße. Offenbar im Bilde der Landschaft wird so die Dichte der Besiedlung und verständlich auch die Felder- einteilung als Produkt des Konkurrenzkampfes um den Bodenbesitz. Der A u f t e i l u n g s p r o z e ß, der die Parzellenzahl anschwellen läßt, ist dem Wachstum der Bevölkerung verschwistert. In keinem Landstrich Deutschlands aber ist er so weit gediehen wie hier. Die Größe der einzelnen Bauernwirtschaft reicht in vielen Fällen nicht mehr aus, eine Familie das ganze Jahr hindurch zu ernähren. Und zugleich ist der Bodenbesitz der einzelnen Wirtschaft über die. ganze Gemarkung zerstreut. Hier gilt das ironische Wort: Die bäuerliche Parzellenwirtschaft ist ein Speditionsgeschäft. Die Arbcll veroiel- facht sich durch die langen Wege von einem Acker zum anderen, die nicht nur die Menschen, sondern auch die Gespanne zurücklegen müssen. Auch die Anwendung kraftsparender Maschinen wird �un- möglich, weil ihnen die schmalen Ackerstreifen nicht den notwendigen Aktionsradius gewähren. Es gibt also in diesem Lande kein Zuviel, weder an Bodenbesitz noch darin, was der Bauer an Arbeit leisten kann. Wenn aber die Arbeit ihren Teil bekommen hat, bleibt den Menschen nicht mehr viel an Leidenschast und Gefühl übrig. Und so gehen sie umher, karg im Ausdruck, sparsam mit Worten und hart in chren Gesten. Es fehlt ihnen die Besreiung durch die Mitteilung. Aber sie besitzen nichts, was sie austeilen könnten. Umgekehrt, sie bedürfen Tröstung und Zuspruch. Und sie finden sie, da sie ihr Diesseits so sehr bedrängt, in der Hoffnung auf ein Jenseits, das als verklärender Schein am Ende ihres Daseins wartet. Noch ist auch in ihrer Mitte die Verheißung des tausendjährigen Reiches lebendig, und da und dort singen sie das Lied, das schon die Väter und Großväter gesungen haben: „Der Heiland wird bald komme Und holt uns, seine Fromme..." Es ist außer dieser Hoffnung nichts als die Arbeit, der sie ihr Vertrauen schenken. Und da sie ihre Arbeit nur dem Boden zuwenden können, ist er ihnen das Wertvollste. Sie sind nicht geneigt, auch nur die Breite eines Schuhes freiwillig abzutreten. Und so geht der E r b g a n g, der den Bodenbesitz nicht als ein Ganzes erhält, son- dern auftellt, seinen überlieferten Weg weiter, obwohl seine Nach- teile ofsenliegen. Die Landstraße, die Felder gradlinig zerschneidet, krümmt sich, wenn sie ein Dorf erreicht, und windet sich durch die nahe ausein- andergerückten Häufer. Bedrängte Menschen erleichtern sich ihr Los, indem sie zusammenkommen und im Zusammcnhocken finden sie Trost. So auch in diesen Dörfern. Seine Häuser lehnen an- einander wie schutzbedllrftig. Auf diese Weise befinden sich diese Menschen, da sie doch verschlossen, unzugänglich und karg im Aus- druck sind, in einer ungeselligen Geselligkeit. Zwischen ihnen kommt nicht jenes befreiende Miteinandcrsein auf, das man in pfälzischen oder rheinischen Dörfern findet. Von ihrem Dasein bedrängt, er- tragen sie auch nicht das betonte Fürsichfelberfein des niederdeutschen Bauern, dessen Hof inmitten seiner Felder liegt. Und so gedeiht in ihrer widerspruchsvollen Atmosphäre ein bis auf die Spitze ge- trisbener Eigensinn, eine beharrende, mißtrauische Verhockchell, die verhindert, daß die notwendige Liquidation der Parzellemvirt- schaff durchgeffihrt wird, die sich als eben die Fessel erwiesen hat, die zu lösen die wichtigste Ausgabe des schwäbischen Bauern ist. Kumpels an die Oeffentlichkeit. Der amerikanische Dichter T h. Dreiser machte(wir berichteten bereits darüber) eine Studien- reife nach Kentucky. Aber bei allem kam wenig heraus. Die Macht des Kapitals ist größer. Kohle wird nicht mehr verlangt, also müssen die Bergwerke stilliegen und die Arbeiter hungern. Und da erscheint nun plötzlich wieder das kleine Holzhäuschen mit dem Stückchen Flußland und ein paar Hühnern als das wünschenswerte Ideal. Aber dieser Traum kann für die meisten nicht mehr verwirklicht werden. Es sind zu viele geworden. Einige müssen im Schacht bleiben oder wegwandern. Das Land gehört den großen Gesell- schaffen, niemals werden hier wieder freie Bauern ansässig werden. Trotzdem sind die Menschen in ihrem Charakter individuelle Bergbewohner geblieben. Niemals bekamen sie das Gesicht der ein- heitlichen Proletariermassen in den Städten, niemals arbeiteten sie für einen festen Stundenlohn. Als Bergleute gruben sie nur auf Akkord, von keinem Antreiber belästigt. Wem e? einfiel, der schuftete an einem Tage schwer und legte sich dafür die übrigen sechs Tage in die Sonne. Die Leute waren an ein sehr primitives Dasein gewöhnt. Sie hatten außer Nahrung und Kleidung kaum Bedürfnisse. Sie waren eigentlich auch nie richtige Former gewesen, sondern typische Bergbauern. Irgendwo hatten sie ein Stück Wald geschlagen und ein Blockhaus mit einem kleinen Gemüsegarten gebaut. Mit Fischen, Jagen, Holzverkaufen und ein paar Haustieren konnten sie so ein einfaches, aber unabhängiges Leben führen. Solches Pionierdasein gibt es in Amerika mehr, als man gemein- hin glaubt. Vielleicht ist es die große Chance Amerikas, daß viele arbeitslose Städter aufs Land zurückwandern können. Erleichtert wird diese Entwicklung durch die Tatsache, daß die m e i st e n Fabrikarbeiter auch schon auf einer Farn: beschäftigt waren. Wie wäre es sonst zu erklären, daß man bis jetzt noch immer ohne eine feste Arbettslosenunterstützung ausgekommen ist! Die Bergarbeiter von Kentucky haben noch die alte Ideologie des Pioniertums. Ihr Individalismus sntwickette sich in der Freiheit der Berge. Selbst als geschlagene Kumpels, als Opfer einer Krise, über deren Gründe kaum einer von ihnen Bescheid wußte, faßten sie keine festen Revollepläne, sondern machten ihrem Unmut in impulsiven Aktionen Lust. Waren sie einmal im Aufruhr, so schreckten sie allerdings vor keiner Gefahr zurück. Unter dem Ruf: „Ratber go to bell than beg"(Lieber zur Hölle, als betteln gehen), wurden Kolonialwarenläden geftürmt. Im allgemeinen sind diese amerikanischen Wanderarbeiter fala- listisch und hoffen zuversichtlich auf besfere Zeiten. Es gibt nur wenig Radikale unter ihnen. Eine viel größere Macht üben auf sie die baptistischen Prediger aus. Die koimnunistischen Ge- werkschaften hotten in den südöstlid)en Kevtuckybergwerken einen Streik organisiert, der sofort abgebrochen wurde, als die Bergleute erfuhren, daß die Kommunisten Atheisten sind. Jetzt versuchen viele wieder den Rückweg zu dem alten Pionier- dasein. Da es an Häufern mangelt, leben oft viele Familien in einem einzigen Raum und die Männer müssen draußen im Freien schlafen, was bei dem südlichen Klima im Sommer nicht allzu schlimm ist. Das seit Iahren brachliegende Feld wurde in diesem Frühjahr wieder in Ordnung gebracht. Ueberall entstehen neue Ein- zäunungen und Blockhäuser. Selbst in den Camps bei den Bergwerken wurden kleine Gemüsegärten angelegt. Vergessen sind Kino und Radio, die„Segnungen" der Zivilisation, die zu- sammen mit dem wachsenden Verdienst kamen und beim Zusammen- bruch ebenso wieder verschwanden. Die auf Abzahlung gekauften Radioapparate wurden von den Händlern zurückgeholt und das Kino machte bankerott. Wieder bleiben der Tanz bei Bekannten mit Mundharmonika und Dudelkasten und die Mondscheinfahrten' mit Alkohol das einzige Vergnügen. Gewehr und Pistole, die ehemals zu dem Leben eines richtigen Mannes gehört hatten, kommen wieder zu ihrem Recht, uralte Trappergeschichtcn werden ausgekramt und an den langen Abenden beim Spiel erzählt. Freilich die Jugend läßt sich nur noch schwer in dieses pri- mitive Leben einspannen. Die Mädels sind hübsch und naiv. Viele gehen in die Stadt und kommen nicht mehr zurück. Auch die jungen Männer fahren auf Frachtzügen oder mit Lastautos nach dem Norden in die Industriezentren oder zu den Farmern in die Prärie, wo das Leben leichter ist. Die Sitten bleiben in den Bergen zurück und werden wieder Jäger und Fischer. Vielleicht können sie den Einschnitt in ihr Leben als Kumpels des Großkapitals noch vergessen. Karl Möller. Sommerlicher Spielbetrieb bei den Arbeiter-Rasenspielern Di« sommerliche Hitze macht sich auch auf den Fußball sel- d e r n bemerkbar. Schon die erzielten Resultate lassen erkennen, daß es die Mannschaften mit dem Spielen nicht sehr ernst nehmen. So ging es bei Adler l) 8 zu, die gestern gegen Z e h d e n i ck zwar etwas hoch mit 11: 1, ober doch erst in der zweiten Halbzeit ge- Winnen konnten. Die Zehdenicker waren es sogar die das erste Tor schössen. Nur durch größte Anstrengung gelang es den Pankowern, bis zur Pause mit 2: 1 in Führung zu gehen. Nach dem Wechsel war es allerdings mit der Kunst der Zehdenicker zuende. Als Adler in 5 Minuten drei weitere Treffer erzielte, war die Widerstandskraft der Aehdenicker erloschen. Hansa 31 hatte ebenfalls Mühe, um gegen Vorwärts- W e d d i n g mit 2: 1 zu gewinnen. Das Resultat stand bereits bei der Pause fest. Alle Anstrengungen der Mannschaften führten nur zu einigen Ecken, die aber entweder daneben geschossen wurden, oder eine Beute der Torwarte blieben.— Ein etwas knappes Resultat erzielte Nord gegen Blankenburg. Wenn man bedenkt, daß Nord zu den Meisterschaftskaudidaten des zweiten Bezirks zählt und hält sich dann das Resultat von 4: t> gegen Blankenburg vor Augen, dann muß man schon an ein Nachlassen der Nord-Mann- schaft glauben.— Ein sehr hartes Treffen lieferten sich Minerva 28 und Vorwärts-Trebbin. Mit K: 0 blieben die Neuköllner siegreich.— Lichtenberg II und ASV.-Neukölln trennten sich beim Stande von 1: 6. Nur knapp mit 5:4 blieb Lichtenberg I über„Frohe Stunde" siegreich. Weitcrc Resultat«! Hansa 2 gegen Buch 12:1. Hansa 3 gegen Vorwärts» Wedding 4: 4. Adler 3 gegen Pankow 5; 2. Minerva 2 gegen Trebbin 4: 2. Lichtenberg II gegen ASB.»NeukölIn 0: 1. Adler Iugeiidmannschast gegen Hansa 31 3; 1. Lichtenberg I Schiller gegen Schöneberg 4: 0. Adler Schüler gegen Zehdenick 5: 0, Adler 2 Schiller gegen Pankow o: 8. Minerva Schiller gegen Äöllnische Heide 7: 0. Arbeitcrfufjball im Reich Lausitz— Schlesien 4:2(2:2). Das Spiel der beiden Landes- auswahlmannschaften in Guben bot hervorragende Leistungen. Der außerordentlich gute Torwart der Lausitzer trug besonders viel zum Sieg seiner Mannschaft bei, er verhinderte einen Sieg der Schlesier. Slädlespiel Leipzig— Chemnitz 2:2(0:2). Das unentschiedene Ergebnis ist für Leipzig recht schmeichelhaft. Chemnitz war die bessere Mannschaft und erhielt ungeteilten Beifall. Nürnberg Glaishommer— Berufsseuerwehr Wien 0:6(0:4). Die Wiener, die anläßlich des 70jäHrigen Jubiläums von Glais- hammer in Nürnberg weilten, zeigten ein klassisch schönes Fußball- spiel, dem die Nürnberger nur ihren großen Eifer entgegensetzen konnten. S. V. Preußen Leipzig— Boldklubben Kopenhagen S: 1 (1: 0). Die Dänen zeigten in der ersten Halbzeit beachtliches Fuß- ballkönnen, waren aber dem Tempo und der b'-� �en lieber- legenheit der Leipziger nicht mehr gewachsen. M&hd&cdl Stralau schlägt Strausberg 8: 5 Meisterschaftsspiele bedeuten immer Konzentrierung der Kräfte auf einen bestimmten Spielabschnitt. Das haben die Stralauer auch gestern in ihrem Spiel gegen Strausberg gezeigt. Nur eines hätte man sich fortgewünscht: das ewige An- meckern der einzelnen Spieler, das gegenseitige Anschnauzen auf dem Felde: das alles macht auf die Zuschauer bestimmt keinen guten Eindruck. Mit nur 10 Mann begannen die Stralauer den Kampf.(Der elfte Spieler stand bei den Zuschauern!) Die ersten Minuten sahen sehr schlecht für Stralau aus. Die Strausberger gewannen immer mehr an Boden. Aber erst in der 14. Minute tonnte der Rechtsaußen zum ersten Treffer einsenden. Wer glaubte aber, das es auch der einzige vor der Pause sein sollt«? Zug um Zug wurden die Stra- lauer überlegen. Nachdem der Halbrechte den Ausgleich geschaffen hatte, war auch der Bann gebrochen. Bis zur Pause gelang es den Stralauern, den Ball noch viermal über die Linie zu bringen. Besonders aktiv beteiligte sich hierbei der kleine Rechtsaußen, der durch seine schnellen Läufe die gefährlichsten Situationen schuf. Nach der Pause glaubte man zunächst wieder die Strausberger im Bor- teil. Aber die wenigen Minuten der Ueberlegenheit vermochten an dem Resultat wenig zu ändern. Nachdem der Schiedsrichter auch noch ein Tor gegeben hatte, trotzdem er vorher das Spiel unterbrochen hatte, war es vorbei. Erst beim Stande von 8: 3 rissen sich die Strausberger noch einmal zusammen. Angriff aus Angriff wurde vor das Stralauer Tor gelegt, immer war es aber der Torn>art, der die sichersten Sachen hielt. Aber 10 Minuten vor dem Abpfiff mußte er doch den Ball passieren lassen. Nur wenige Minuten später lautete das Resultat schon 8: 5. Werden es die Strausberger noch schaffen? Die Situationen wurden für die Stralauer immer bedenklicher. Der Torwart erlaubte sich dann noch so verschiedene Extravaganzen, in- dem er mit dem Ball weit ins Spielfeld lief. Bei einer Mannschaft, oie etwas schneller ist, darf er sich solche Mätzchen nicht erlauben. Aber trotzdem waren die Stralauer die bessere Mannsckzaft, die es auch verdient, m die erste Klasse auszusteigen. Den Strausbergern fehlt eben noch die notwendige Spielerfahrung, um in solchen Kämpfen erfolgreich zu sein. tr „Quer durch Charloitenburg Die große Statte! der Arbeitersportler Mit vollem Recht kann man die am Sonnabend vom Arbeiter- sportkartell Charlottenburg durchgeführte„Ouer-durch-Char- l o t t e n b u r g"- Staffel als Charlottenburger Ereignis bezeichnen. Wenngleich am Start vor dem Volkshaus in der Rosincnstraße nicht übermäßig viel Zuschauer waren, glich sich dieses Manko am Spree- ufer und der Schloßbrllcke und nicht zuletzt am Luisenplatz glänzend aus. Leider tonnten die Kämpfe der Ruderer, die von drei Vierern mit Steuermann vom Ruderoerein Collegia bestritten wurden, die von der Dave- bis zur Caprivibriicke im Zuge der Spreestraße fuhren, nicht beobachtet werden. Auf diesem Wege ist der Zugang an das Wasser nur an den Brucken möglich. Am besten war es bei den Schwimmern, die die Strecke Caprivibriicke bis Schloßbrücke zu durchschwimmen hatten. Der heißeste Kampf entbrannte bei den Kanufahrern. Nachdem sie mit den Schwimmern gewechselt hatten, fuhren sie in schärfstem Renntempo bis zur Eisenbahnbrücke am Bahnhof Jungfernheide. Offenbar hatte die Kanuabteilung der Freien Schwimmer Char- lottenburg ihre besten Rennpaddler eingesetzt. Die Uebergabe an die Läufer ging flott vonstatten. Beim Passieren der Schloßbrücke, etwa 200 Meter vor dem Ziel, lag die Mannschaft der Freien Turnerschaft Groß-Berlin Charlottenburg etwa 25 Meter vor der Mannschaft der Kleingärtner. Weitere 80 Meter zurück kam eine gemischte Mann- schaft, aus Läufern der Sportvereine Falke, Kleingärtner und FTGB. bestehend. Bis zum Ziel änderte sich an diesem Verhältnis nichts, so daß FTGB. mit 17.10 Min. Sieger vor den Kleingärtnern wurde. Der großen Zuschauermenge am Ziel zeigten die Radfahrer von Solidarität ein ausgesuchtes Programm. Neben einem 8er Farben- reizen und einem 6er Kunstreigen fand besonderen Anklang bei dem sportliebendcn Publikum das am Schluß gezeigte 2er Radballspiel. Sieger wurde die rote Mannschaft mit 3:1 Toren. In die Frei- Heil- und Frisch-auf-Rufe nach Beendigung der Darbietungen stimm- ten die Anwesenden freudig ein. Die nächste Charlotten- burger Veranstaltung, als Auftakt zum Reichs-Arbeiter- Sport-Tag am 26. Juni ist das Werbefest der Freien Schwimmer Charlottenburg am Freitag, 2 4. Juni, Ig Uhr, im L i e tz e n s« e. Sportscbau bei„Alt-Gedding bleue Höchstleistung im Heben Wenn der Berliner Arbeiter-Sportklub„A l t- W e d d i n g 1 8 8 3" mit einer Veranstaltung hervortritt, dann ist bestimmt etwas Gutes dabei: die große Sportschau am Sonntag im Moabiter Schützenhaus gab so recht einen Ausschnitt aus der erfolgreichen Tätigkeit des Vereins. Boxen, Ringen, Jiu-Jitsu, Artistik und Heben wechselten in bunter Folge ab. Die Boxer eröffneten mit schönen und harten Treffen den Reigen der Wettkämpfe, die Gegner stellten die Vereine Tegel, Lichtenberg und Alt-Wedding. Zwei ruhig und sauber arbeitende Parterreatäobaten gefielen sehr. Mit dem größten Interesse wurden die Leistungen der Kraftsportler an der Scheibenstange ver- folgt. Im einarmig Stoßen wurde mit 160 Pfund abgeschlossen, und im beidarmig Reißen wurden zuerst 100 Pfund zur Hochstrecke gebracht. Der Vundesmeister Walloschek-L-F. 04 im Beisein des Gruppensportwarls Brölla seine eigene Lundeshöchslleistung im Halbschwergewicht von 215 aus 220 Pfund. Bei den Ringkämpfen gingen kampfftärkste Gegner aus den Berliner Vereinen an den Start: die technisch hochwertigen Kämpfe erzwangen sich stärkste Anerkennung. Den Abschluß des überaus reichhaltigen Programms bildete eine saubere Jiu-Jitsu- Demonstration von Mitgliedern des veranstaltenden Vereins. Die Spielleute der„Freien Sport- und Musikvereinigung Berlin" trugen zum Gelingen bei: Tanz hielt noch lange Sportler und Gäste beisammen. Relnltate im Boxen: Im Fliegengewicht schlug Penko,A..W. den Lichten- l'errge Gerlach nach Punkten, Knauf, A.-W. und Nickisch»T. trennten sich mit i eineinUnentschieden: Mannke.L. F. gewann gegen Reinelt-Tegel nach Punkten und Thomac.A.»W. schlug im letzten Kampf den Mittelgewichtler Pcter.L..F. für die Zeit niedein An der Scheibenstange standen die Heber: Zolhna.A.-W., Wiesenthal-A.-W., Wallascheck. Ergebnisse im Ringen: Kamrad.A..W., Htiffner-Sparta und der Lichtcnberger Im Federgewicht rang Langer-Sparta mit" dem Kreismcister Schlichtenbera»A..W. ohne ein Resultat. Der Bantamgewichtler Lorenz-A.-W. desiegte Milbredt-Tegel in 1.311 Minuten, die Federgewichte Kluge-W. und Krause. L. schieden mit einem Unentschieden. Schramm. Sp. siegte Uber Hellwig in 7 Minute» und Meister Putzke-W. rang mit Witzorel.L. ohne eine Resultat zu erzielen. Im Mittelgewicht erlag Gast.W. dem Legier Höhne in der 3. Minute. Die Halbschweren MUhnkc und Michel, beide Alt.Wrdding, rangen im Trainingokamps Uber die Zeit. Der Schwere Nagel.A.-W. siiegtc Uber Llltze-Sparta in der 4. Minute durch Ueberstiirzer. „kayern" deutscher Fußballmeister 3tn Nürnberger Stadion wurde gestern vor rund 60 000 Zuschauern die deutsche Fußballmeisterschaft des bürgerlichen deutschen Fußballbundes zwischen Bayern-Zllünchen und Cintracht-Zranksurt ausgetragen. Das Spiel endete mit einem 2:0-Siege der ZNünchener, die schon zur pause mit 1:0 in Führung gelegen hatten. Damit ist Bayern-München zum ersten Male deutscher Fußballmeister geworden. Adria gewinnt Traberderby Der eigene Reiz, der von dem Worte„Derby" ausgeht, verfehlt nie seine Wirkung auf die Massen. Nie aber war wohl die Er- Wartung der Zuschauer so gespannt wie diesmal, da das Deutsche Traber-Derby von Hause aus eine denkbar offene Angelegen- heit sein mußte. Ruhleben, die traditionsreiche Derbybahn der Traber, hatte also ihren ganz großen Tag. Die Ueberraschung, mit der man in diesem 38. Deutschen Traber-Derby immer rechnen mußte, traf auch«in. Adria, die von Jauß sen. gefahrene zweite Waffe des dreifach vertretenen Stalles Knauer, setzte sich sehr sicher gegen den Bayern Augustiner, sowie ihren Stallgefährten Coeur Bube und Leonore durch. Der favorisierte Frisko wurde nach mehreren Fehlern angehalten: auch der vielgewettete Ette kam durch Galoppieren um seine Aussichten. Arbeitersportler auf Reisen Ostring und ASC. in Hannover siegreich Die Freie Turnerschaft Hannover hatte zu ihrem bundesosfenen Sportfest eine Reihe auswärtiger Vereine zur �.eil- nähme verpflichtet. Wettkämpfer aus Berlin. Magdeburg und Hildesheim fanden sich am Start ein und erzielten in fast allen Disziplinen gute Leistungen. Im lovo-Meter-Lauf errangen die Berliner Ostringer Kittler und K i n t s ch e r einen schönen Erfolg. Vom Start weg sührend, lösten sich beide in der Führung ab und dank dieser glänzenden Zusammenarbeit liefen sie dem Feld auf fast 40 Meter davon. liittler siegte in der Zeit von 2.41.4 Min., vor Kintscher, der auch noch 2.42.4 Min. lief. Im 400-Meter-Hürdenlaus gab es insofern eine Ueberraschung, als T r a x e l- Ostring, der zum ersten Male in dieser schwierigen Konkurrenz startete, die favorisierten Hannove- raner hinter sich ließ. G ö r s ch- ASC.-Berlin ließ sich den Hoch- sprung nicht nehmen: er erreichte 1,70 Meter. Auch die Jugend- lichen seines Vereins waren nicht minder tüchtig. G e i ß l c r siegte im 100-Meter-Lauf in 12.4 Sek., und sein Vereinsgenosse Balze legte auf den Weitsprung mit 5.76 Meter Beschlag. Im Kugelstoßen siegte Dahn- ASC. mit 12,90 Meter. Auch die 3X100Y-Mster- Stafette fiel durch die Jugendlichen des ASC. nach Berlin.— Bei den Sportlerinnen ragte D u m k e- Ostring hervor. Im 100-Meter-Lauf siegte sie in 13.3 Sek. mit Längen vor Kohne- Hannooer, 14,6 Sei. Im Weiffprung erzielte sie 5,16 Meter und egalisierte damit die bestehende Höchstleistung. Flugschau als Volksfest Der A«ro°Club von Deutschland hatte mit seiner internationalen Flugschau den denkbar größten Erfolg. Bei dem herrlichen Sommerwetter setzt« eine wahre Völkerwanderung nach dem Flughasen Tempelhos ein, und als das Programm seinen Ansang nahm, waren etwa 50 000 Personen auf dem Platz vor dem Rollfeld anwesend, mehr als 200 000 als Zaungäste dabei. Einen besonders guten Eindruck hinterließ der Geschwader-Kunstflug der Italiener unter Führung Colombos. Schön war auch das Vergleichs- flieoen zwischen Gerhard Fiefeler, Colombo und dem Ungarn Banhidi, die all« drei ein überaus schwieriges Programm vor- führten. Ein Flugzeugrennen zwischen vier Argus-Klemm-Maschinen beendete der„Europa-Sieger" Morzik vor Poß und Osterkamp als Erster. Ueberaus beifällig wurde auch die Gemischte Staffel mit Läufern, Radfahrern, Motorradfahrern, Autos und Flugzeugen aus- genommen, bei der die Mitglieder der Akademischen Fliegergruppe Hannover in Front endeten. Weiterhin verzeichnete das Programm ein Ballonfangen, ein Staffelfliegen der Deutschen Verkehrsflieger- schule Braunschweig, Fallschirniabsprünge vom Segelflugzeug, �cine» dreifachen Segelflugschlepp hinter Motorflugzeug, bei dem die«egel- slugzeugc von Wirth, Bedau und Meyer, Stettin, gesteuert wurden, und zum Abschluß gab es dann noch die als Sensationsnummer aufgezogene Schlußvorführung„Bomben über Berlin", die einen Lustangriff auf ein Kulissendors brachte. Es wäre aber auch ohne dieses halbkriegerische Schauspiel gegangen. „Vollcssport" auf dem Sonnenplate „Volkssport Neukölln-Britz" hatte am Sonntag seine Anhänger auf dem Sonnenplatz, Sonnenallee, vereinigt, um bei den Klängen des FTGB.-Musikkorps turnerische und sportliche Darbietungen seinen vielen Gästen vorzuführen. Um 14 Uhr fand der Aufmarsch aller Teilnehmer statt. Dann folgte das abwechslungsreiche Pro- gramm mit Leichtathletik, Gymnastik, Tänze der Frauen, Tauziehen und Massenfreiübungen. Im Tauziehen gelang es den Frauen, den Alterssportlern unter großem Jubel der Anwesenden eine Niederlage beizubringen. Nun folgten die amüsanten Fußballspiele, bei denen jeder seine Lachmuskeln in Bewegung setzen mußte. Der überaus starke Beifall, besonders bei den Barrensiegen, bewies, daß die Zu-, schauer von den einzelnen Vorführungen begeistert waren. Mit der Aufforderung des Vorsitzenden, alle noch abseitsstehenden Volks- genossen für den Arbeitersport zu gewinnen und immer zahlreich alle Arbeitersportseste zu besuchen, fand das Programm sein Ende. Buudedceue l/Mciut ieäeu mi: ASKö-Britz. Alle Mitglieder, deren Kinder die weltliche Schule lParchimcr Alleel besuchen, müssen beute. Montag, die Eltcrnacrsammlung um 20 Uhr\n der Schulaula, Chaussecstr. 137, besuchen!— Kreisseft.Teilnehmcr müssen Fest- bcitrag äss Pf. entrichten, sonst Quarticrbeschaffung unmöglich.— Männer heute lg Uhr Ühausseeslratzc.— Faustballer, Alteraturner: Dienstag, 14. Juni, ab 18 Uhr, Idcalplatz.— Freitag: Treseburger Ufer ab 18 Uhr für Männer»nd � Spart. Bereis Moabit. Heute, Montag, 20 Uhr, Zum Laubfrosch, Stromstrasie. Funktionärsitzung.— Zum Rast sind die Karten zu entnehmen.— Zum Kreisfest in Luckenwalde sind Anmeldungen und Fcstbeiträge an die Geschättsstelle, Gen. Brösle, Waidstr. 42, zu entrichten.— Trainingstage aller Abteilungen jetzt regelmässig jeden Dienstag und Donnerstag ab 18 Uhr, Sportplatz Tiergarten. Aus- weis mitbringen!— Vereinsbadcabend jetzt Wassersportplatz Plötzenscc. Dauer» karten in der Vereinsgcschäftsstelle. Naturfreunde. Bildungssunktionarc! Heute, Montag, Bildungskonfcrenz 20 Uhr, Geschäftsstelle, Iohannisstr. 14/1S. Tagesordnung: Sonnenwende, Beran- staltung Kaiscrdamm. Was der Sport sonst noch brachte 1 Deutschland siegt im Davispokal-Tennisspiel gegen Irland. Im Davispokal-Tennisspiel Deutschland gegen Irland siiegte am Sonntag nachmittag nach einem aufregenden Kampf der Tennisspitzenspieler Prenn gegen den Iren Rogers mit 6:2, 7:5, 6:2. Der Sieg Deutschlands mit 3:1 Punkten steht damit fest. Sawall trotz Sturz Sieger. Bei den von etwa 4000 Zu- schauern besuchten Sonntagsrennen in Halle tat Weltmeister Walter Sawall einen bös aussehenden Sturz, der jedoch erfreu- licherweise sehr glimpflich ablief. Bei einer Karambolage mit Krewer im zweiten 50-lcm-Laus kam Sawall zu Fall, wobei er ein beträchtliches Stück über die Bahn geschleudert wurde. Wie durch ein Wunder kam der Berliner mit dem Schrecken davon. Er konnte sogar die Fahrt fortsetzen, die verlorenen fünf Runden aufholen und den Lauf unter dem Jubel der Zuschauer auch noch gewinnen, womit er sich auch den Gesamtsieg sicherte. Marcel Thil Boxweltmeister im Mittelgewicht. Vor einer riesigen Zuschauermenge fand am Sonnabend im Jnnenraum der Pariser Prinzenpark-Radrennbahn der Boxkampf zwischen dem amerikanischen Neger Gorilla Jones und dem französischen Meister Marcel Thil um die Weltmeisterschaft im Mittelgewicht statt. Das Treffen nahm leider einen wenig schönen Verlauf, da Gorilla Jones zu unerlaubten Mitteln griff, um die drohende Niederlage durch den in glänzender Form befindlichen Marcel Thil abzu- wenden. In der 11. Runde kam das Ende. Der Ringrichter wollte einen Clinch lösen, aber Gorilla Jones schlug, ohne sich um die Weisung des Unparteiischen zu kümmern, weiter auf seinen Gegner ein. Als der Neger daraufhin in die Ecke geschickt wurde, machte er sogar Miene, gegen den Ringrichter tätlich zu werden. Gorilla Jones wurde schließlich disqualifiziert und Marcel Thil unter dem stürmischen Jubel seiner Land-leute zum Sieger und Weltmeister erklärt. Boxkämpfe im Lunapark. Im Freiluftring des Berliner Luna- parks fanden am Sonntag abend zwei Berufsboxkämpfe statt. Der Berliner Halbschwergewichtler Sabottke konnte überraschender- weise den Dortmunder Boja über 6 Runden nur nach Punkten besiegen, mit dem gleichen Ergebnis war auch Stegemann nach 4 Runden über k. o. Schulze erfolgreich. Neue Weltrekorde. Die relativ beste Leistung bei einem Sport- fest in Amsterdam vollbrachte die holländische Meisterspringerin Giesolf, der es gelang, ihren eigenen Weltrekord im Hochsprung von 1.605 m auf 1,623 m zu verbessern. Ebenso wie beim internationalen Leichtathletiksportfest in Amsterdam gab es auch beim Frauensportsest in Berlin eine neue Weltbestleistung. Hier war es Ellen Braumüller, die ihren eigenen Weltrekord im Speerwerfen, der auf 42,28 m stand, auf 44,64 m verbesierte. Bei den Ringkämpfen im Sportpalast wurde am Sonnabend der Schlußkampf um den ersten und zweiten Platz im Schwer- gewicht gestartet. Jaago besiegte in der 48. Minute den starken Breslauer Pooshoff und belegte somit den ersten Platz im Turnier. Budrus-Litauen wurde dritter und der Jugoslawe Nopp sicherte sich einen guten vierten Platz. Gestern standen sich nur Mittel- gewichte gegenüber. Der Spandauer Polsuß warf Borotty und Krumin besiegte Grünberg. Der Bulgare Jwanoff konnte Ciruthin in der 15. Minute auf die Schultern zwingen. Heute am vorletzten Tag ringen: Rainer(Bayern) gegen Grünberg(Lettland), Sa- sorski(Polen) gegen Polfuß(Deutschland), Krumin(Lettland) gegen Jwanoff(Bulgarien).