Morgenausgabe 49. Jahrgang A 14/6 BSchnttNch TB Pf. MONlttNch 3.28 SR. (baDon 87 Pf monatlich für Zustellung ins Haus> im oorous zahlbar. Postbezug 3.97 31 einschließlich eo Pf. ©•Stzeitungs- und 72 Pf. Postbestellge- iiihren. Auslandsadonnement».88 M. pro Monat! für Länder mit ermäßig fem Druckfachenvorto».88 M. P«r.Vorwärts' erscheint wochentäz- lich zweimal. Sonntags und Montags einmal, die Abendausgabe für Berlm und im Sandel mit dem Titel„Der Abend". Zllustrierle Sonntagsbeilage .Poll und Zeit" * ♦> XtnOmt VoUSbIa« Zreitag 17. 3uni 1932 Groß-Äerlm 10 Pf. Auswärts 15 pf. Pie einfpalt. MMimelerzeile SO Pf. Reilamezeile 2.- M„»leine Anzeigen" das fettgedruckte Wort 30 Pf. izuläfsig zwei settgedruckteWorte.ledes weitere Wort 10 Pf Pobatl lt. Tarif. Wort- über 15 Buchstaben zähle» für zwei Worte Arbcitsmarkl Millimeter» zeile 25 Pf. gamilienanzeigen Plilli» meterzeile 18 Pf. 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Tic auf den skanda- lösen Amnesticentwurf zum Schuhe des Terrors ein- geschworene Mehrheit hat durch ihre Unachtsamkeit ihren eigenen Gesehcntwurf zu Fall gebracht! Die Sozialdemokrarie hatte nämlich einen Gegen entwurf als Antrag eingebracht, der Straffreiheit für die so- genannten Notdelikte(Verbrechen aus Not) und für die Personen forderte, die zur Verteidigung der Republik Straf- toten begangen haben. In der Einleitung dieses Antrages hieß es ausdrücklich, daß der ursprüngliche Gesetzentwurs die Fassung des Antrages erhalten, daß also an Stelle des Gcsetzentwur- scs dieser Antrag treten soll. 3m Einklang mit der Geschäftsordnung, sowie in Uebereinstim- mung mit einem vorher verteilten Abstimmungsplan ließ der stellvertretende Präsident Witlmaack zunächst Uber diesen Aenderunzs- antrag der Sozialdemokratie abstimmen. Der erste Teil des Antrages, die Notamnestie, wurde dabei mit den Stimmen der Sozialdemokraten, der Kommunisten und des Zentrums angenommen. Oer zweite Teil, betreffend die polinsche Amnestie für die Schützer der Republik, wurde abgelehnt, da die Kommunisten zusammen mit der Rechten dagegen stimmten. Ebenso wurden angenommen die Bestimmungen über den Tag der Verkündung, Einleitung und Ueberschrift. Vizepräsident Witlmaack erklärte nunmehr ausdrücklich, daß durch die Annahme dieses Antrages die Abstimmung über den Amnestieentwurf, den der Rechtsausschuß beschlossen hatte, hin- fällig geworden sei, und schritt zur dritten Lesung. In der dritten Lesung wurde der sozialdemotratische Antrag in der Form, die er in der zweiten Lesung erhalten hatte(also nur Notamnestie, keine politische Amnestie), mit der gleichen Mehrheit wie vordem angenommen, und zwar zunächst in der Einzel- abstimmung über die Paragraphen, dann auch in der Tchlußabstimmung. Erst als der Präsident zum nächsten Punkt der Tagesordnung überging, erhob sich auf den Bänken der Rechten und der äußersten Linken allgemeines Raunen, man merkte jetzt erst, was geschehen war. daß nämlich alle ihre politischen Amnestieanträge a b g e- lehnt waren! Sie versuchten nun mit allen möglichen Mitteln, diese Anträge wieder aufzunehmen. Das Haus wurde vertagt und der Aeltestenrat zweimal zusammenberusen; aber auch in ihm konnte den Rechts- und Linksbolschewisten nichts anderes gesagt werden, als daß eben chre Anträge abgelehnt waren und daß sie höchstens neue Anträge auf Amnestie ein- bringen könnten. Entgegenkommender- und liebenswürdigerweise erklärte sich die Sozialdemokratie sogar bereit, diese neuen Anträge ohne Wahrung der geschäftsordnungsmäßigen Fristen schon in der nächsten Woche zur Beratung und Abstimmung kommen zu lassen. Aber auch nach Wiedereröffnung der Vollsitzung hielten Kom- munisten, Nationalsozialisten und Deutschnationale um die Wette Schimpsreden auf die Sozialdemokratie. Text: wenn durch ihre Unaufmerksamkeit sie falsch abgestimmt hätten, müsse die Sozialdemokratie ihnen erlauben, den Fehler sofort wieder gutzumachen! Die Sozialdemokratie hat nie einen Zweifel daran gelassen, daß sie Gegner der unterschiedlichen Frei- lassung aller möglicher Gewaltverbrecher ist, weil sie in dieser Prämiierung der Gewalwerbrechen den Weg zum Sieg des Faschismus erblickt. Also beharrte die Sozialdemokratie selbst- verständlich auf ihrem Widerspruch, entgegen der Geschäfts- ordnung. diese Sorte Amnestiegesetze sofort wieder auszunehmen. Nachdem die Parteien der Gewaltverbrecher sich genügend ausgeschimpft hatten— es dauerte mehrere Stunden— merkten sie endlich, daß sie gegen den Widerspruch der Sozialdemokratie doch nichts er- reichen könnten. Die Deutschnationaten brachten daher eine Resolution ein, die Regierung solle in Erwartung der kommenden Amnestie die G e- waltverbrecher einstweilen freilassen. Erneut wurde das Haus vertagt, um der Sozialdemokratie Gelegenheit zu geben, ihren Widerspruch gegen die sofortige Beratung des Antrages zurückzuziehen. Selb st verständlich lehnte die sozial- demokratische Fraktion auch das ab! Um aber nicht den Schein auskommen zu lassen, als sollten um ihretwillen kleine Sünder, die zu hart bestraft wären, langer in den Gefängnissen bleiben, brachte sie ihrerseits den Antrag ein, » das Staatsministerium möge von sich aus alle Poll- tischen Gefangenen, deren Tat weder nach der Art des Verbrechens noch nach den Folgen besonders schwerwiegend oder verwerflich sei, durch Strafunter- brechung oder Strafaufschub begnadigen. Süßsauer mußten alle Parteien sich damit einverstanden er- klären, daß nur dieser sozialdemokratische Antrag zur Beratung kam; er wurde im weiteren Verlauf der ausgedehnten Sitzung a n g e- n o m m e n. Weil, wie Herr üube das treffend ausdrückte, die Sozialdemo- kralle eben gefchäslsordnungsmähig olle Trümpfe in der Hand Halle! Diese unsterbliche Blamage der Razi-Kozi-Koalition ist ver- dient. Das kommt davon, wenn die Auswahl einer Landtags- fraktion nicht unter dem Gesichtspunkt der Ausbildung des politischen Verstandes, sondern nach der Entwicklung des Schreivermögeils und der Armmuskeln erfolgt! Die Betätigung namentlich der Nationalsozialisten in dieser Landtagsitzung hat gezeigt, daß sie sich auf Hetzreden trefflich verstehen, um so weniger auf die Lektüre von Anträgen. Der frühere Kommunist und bolschewistische Lebens- mittelkommissar Freister, jetzt Landtagsabgeordncter der NSDAP., hielt eine ausgesprochene Pogromrede gegen unseren Genossen K u t t n e r, die außerhalb des Parlaments zweifellos unter Abschnitt IV§ ll der neuen politischen Notoerordnung vom 14. Juni 1932 fallen würde, und sein Parteifreund Kube weit- eiferte mit ihm, indem er eine einstündige hetzerische Rede gegen das Zentrum voll der fürchterlichsten Beschimpfungen hielt. Wo solche Hetze zu Hause ist, da wird die Blamage der Nazis und Kozis verständlich! Das Ergebnis ist: Die von der Sozialdemokratie beantragte Amncftcc für Notverbrechen ift endgültig beschlossen worden; der sozialdemokratische Antrag, der eine verständnisvolle Strafaussetzung in die Hand der Regierung legt, ist als einziger Antrag an- genommen worden; das ungeheuerliche Amue stiege setz zun, Schutze des Terrors ist für diesmal gefallen, und die Koalition von Nazis und Kozis steht vor der peinlichen Tatsache, daß sie damit wieder von vorne anfangen muß! Politische Klugheit vermag doch einiges über das bloße Maul- Heldentum! papen bei Herriot und Macdonald. Er«st befriedigt- aber die anderen? Lausanne, 16. Juni.(Eigenbericht.) Wieder haben am Donnerstagnachnüttag die sechs ein- ladenden Mächte eine vertrauliche Besprechung ab- gehalten, die dem Programm der ersten Bolllitzung vom Freilag galt. Zunächst werden die Sitzungen vertraulich bleiben, bis ein gewisser Ausgleich zu übersehen ist. Später wird dann die erfolgte Verständigung in öffentlichen Sitzungen dargelegt und he- schlössen werden. Bezeichnend ist die offiziöse Feststellung, daß keinerlei fertiges Projekt bisher vorhanden sei und alle Vorschläge angeblich erst durch die Aussprache Form gewinnen sollen. Als Programm für Freitag wurde vereinbart, daß zuerst der deutsche Reichskanzler eine ausführliche Darstellung der deutschen Auffassung geben wird. Nach ihm werden H e r r i o t, der englische Finanzminister Ehambcrlain, Grandi und ein Belgier der Reihe nach sprechen. Die Generaldebatte soll bereits am Freitag zmn Abschluß gebracht und di« Einzelberatung am Tonnabend in Angriff genommen werden. Reichskanzler von Papen berichtete der deutschen Presse über seine am Donnerstag stattgefundenen Besuche beiHerriot und Macdonald. Zweck dieser Besuche sei die Darstellung der innerpolitischen Lage Deutschlands, insbesondere der letzten Ereig- nisse gewesen, die zur Bildung seines Kabinetts und dessen ersten Handlungen geführt hätten. Ferner habe er die innen- und außen- politischen Ziele seiner Regierung ausführlich dargelegt, damit, wie er wörtlich betonte, kein Zweifel darüber bei den Herren herrsche. Er erklärte sich befriedigt über seine freundliche Aufnahme. Außen mini st er von Neurath fegte mit den Eng- ländern seine Londoner Besprechungen fort und nahm teil bei llerriols Gegenbesuch beim Reichskanzler. Herriot habe, wie Reu- roch erklärte, weitgehendes Verständnis für Deutschlands Schwierigkeiten gezeigt, wie weit er aber in der Lage sein werde, bei der Endlösung Deutschland entgegenzukommen, lasse sich noch nicht sagen. Im übrigen setzten sich die gegenseitigen Besuche der Delegationsführer den ganzen Tag über fort. Herriot und Macdonald, die einer privaten Mitteilung zufolge von den am Donnerstag ftottgefundensn Verhandlungen keinen so günstigen Eindruck hatten, empfingen ihre Presse nicht. Oer Raub an den Armen. Oie Armen zahlen- die Reichen bleiben frei! Nachdem nunmehr die neue Notoerordnung der Regie- rung von Papen im Wortlaut vorliegt, stellt sich heraus, daß die Ungerechtigkeiten und Härten der neuen Arbeits- losen abgäbe noch viel ungeheuerlicher sind, als sie aus den ersten Blick erschienen. Ohne Uebertreibung kann man sagen, daß die Abgabe die ungerechte st e und rück- sichtslose st e Steuer ist, die je ausgedacht wurde. Sie ist noch weit ungerechter als die Bürgersteuer und weit ungerechter als die Krisensteuer. Ihre schlimmste Härte ist, daß sie die Arbeiter und Angestellten ohne jede Freigrenze auch mit dem allerkleinsten Ein- kommen heranzieht, während die Industriel- l e n und Großagrarier, die Kapitalisten und die freien Berufe überhaupt keine Mehr- belastung erfahren. So kommt es, daß der Jndu- ftrielle steuerfrei bleibt, aber sein Chauffeur zahlen muß, Bäcker und Schlächter nicht zu zahlen brauchen, dafür aber ihre Gehilfen, Rechtsanwälte und Aerzte ungeschoren bleiben, ihre Dienstboten aber bluten müssen! Die neue Arbeitslosenabgabe ist im wesentlichen nichts anderes, als eine Erhöhung der bisherigen Krisenlohnsteuer um durchschnittlich 1� Proz. Warum hat man dann aber die Krisenlohnsteuer in eine Arbeitslosenabgabe umgetauft? Der Grund ist nur allzu durchsichtig. Es sollte oermieden werden, daß jedennann sofort einen Vergleich zwischen Krisenlohnsteuer und Krisen st euer der Ver- a n l a g t e n zieht und feststellt, daß die Ungerechtig- t e i t e n in der Belastung der beiden Gruppen nicht gemildert, sondern ungeheuer oerschärft worden sind! Als vor einem Jahre die Krisensteuer eingeführt wurde, ging ein Sturm der Entrüstung durch alle Schichten der Lohn- und Gehaltsempfänger. Die Tatsache, daß man diese Steuer in zwei Teile zerlegt hatte zu dem einzigen Zweck, um die Arbeitgeber in allen Punkten besser behandeln zu können flts die Arbeitnehmer, löste mit Recht hellste Empörung und schärfsten Widerspruch aus. Jetzt hat das Kabinett der Nazi- barone die Stirn gehabt, diese Ungerechtigkeiten noch zu verschlimmern und die Unterschiede in der Belastung der Lohn- und Gehaltsempfänger gegenüber den Kapitalisten und Agrariern noch zu verschärfen. Obgleich schon bisher die Krisenlohnsteuer sehr viel höher war als die .Krisensteuer der Veranlagten, werden von der neuen Er- höhung ausschließlich die Lohnsteuerpslichtigen betroffen, nicht dagegen alle übrigen Cinkommensbezieher. Wie die Unge- rechtigkeiten ins Unendliche gesteigert worden sind, dafür einige Beispiele: Künftig muß ein Arbeitnehmer schon bei 50 M. Monatseinkommen l1/� Proz. Arbcits- losenabgabe zahlen. Beim Arbeit g e b e r aber wird derselbe Ttcuersah erhoben, wenn er Ä0 000 M. Einkommen hat. Vin Arbeitnehmer muß schon bei 15 0 M. Monats, einkommen 3� Proz. zahlen. absichtigt hat, einem anderen Menschen schwere Körververletzung zu- zufügen, nämlich die Fälle des§ 225 StGB,(hört! hört! im Zentrum und links). Auch schwerer Baub soll mlt amnestiert werden, obwohl man un«er schwerem Raub versteh«, daß ein Mensch bei der Se- roubung gemariert wurde(stürm, hörlt hört! links und im Zentrum). Solche Amnestien können wir nicht verstehen. Die größten Be- denken aber haben wir gegen die Aufnahme von Mord und Totschlag in die Amnestie. Was soll im kommenden Reich»- tagswahlkamps geschehen, wenn man Politiker, die in Preußen auftreten, einfach für vogelfrei erklären will? Der Redner unterstreicht die vom Justizminister ausgestellte These, daß der im Entwurf vorgesehene Amnestieausschutz des Landtags ver- fa s fu n gs wi drl g sei. Werde dieser Entwurf zum Gesetz er- hohen, so werde Preußen aufgehört haben«in Rechtsstaat zu fein. (Zustimmung im Zentrum und bei den Sozialdemokraten.) Abg. Steinfurth(Komm.): beschimpft wüst den sozialdemokra- tischen Abgeordneten Kuttner. Die heutige Sitzung erötfnet Prästdent Kerrl uni 11,15 Uhr. In den Reihen der nationalsozialistischen Fraktion sind wiederum einige Abgeordaele iu der neuen SA.-Uniform mit den Abzeichen ihrer Füyrerstellung in der SA. erschienen. Das Haus überweist zunächst debattelos kommunistische An- träge in die Ausschnßberaiiing, die u. a. das Verbot der Zugehörig« keit von Beamten zu bestimmten politischen Parteien aufheben wollen. Zu der hierauf fortgesetzten Aussprache über die Am- n e st i e sind die Beamten des Justizministeriums auf der Regie- rungsbank vertreten. Die allgemeine Aussprache für die zweite Lesung des von einer Mehrheit des Rechtsaurfchufses vorgelegten Entwurts wird fort- geletzt mit Ausführungen des Abg. Dr. Zubke. Der Redner betont, die Deutschnatio» nalen nähmen zum Amnestieqesetz Stellung unter Berücksichtigung ihrer Grundeinstellung zur Rechts- und Strafrechtspslege. Der Rechtsfriede eines Volkes müsse gesichert sein; der Zweck jeder Strafe sei neben der Besserung de? Ethos die Sühne für die bS- gangene Straftat. Allerdings'müsse man Härten ausgleichen, wie sie z. B. bei dem starren Strafrahmen unseres Strafgesetzes ent- stehen. Nach Abwägung aller Gesichtspunkte kommt die Deutschnatio- nale Volkspartei grundsätzlich dazu, sich für ein A m n e st i e> g e s e tz unter bestimmten Bedingungen einzusetzen, und zwar nur soweit es sich um«in« politische Amnestie handelt. Soweit e» sich um Straftaten handelt, die aus wirtschaftlicher Not begangen sind, mag die Milderung durch das Gnadenrecht. wie es jetzl belleht, eintrete». Es liegt keine Beranlassung vor, für solch« Fälle eine Sonderamnestie, zu schassen. Aus diesem Gesichtspunkt heraus haben wir uns entschlossen, dem Amnestieqesetz zuzustimmen. Leionders wichliq ist uns der Z 3. der den Schutz der Beamten fordert. In seinen weiteren Ausführungen ergeht sich der deutschnational« Redner in hestigen persönlichen Angriffen gegen den sozial- demokratisäien Abgeordneten Kutrncr. Zum Schluß fordert der Redner, daß Morde und schwerer Raub von der Amnestie ausgeschlossen werden, sowie der Meineid. Abg. SIendel(D. Vp.) erklärt, daß die»olksparteilichen Abgeordneten gegen den Amnestieantrag stimmen wür- den, auch wenn die AI. änderungsanträg« angenomm«» würden. Sie würden aber für diese Abänderungsanträge st i m m e n. weil sie in ihnen eine wesentliche Verbesserung des An- träges sehen, der in der Form, wie er au» dem Ausschuß heraus- gekommen ist, einfach unerträq'ich erscheint. Abg. Frelsler(Nsoz.): Staatsautorität setzt einen Staat vor- aus, das jetzige Gebilde ist kein Staat. wir müssen die Zelleu freibekommen, um die sozialdemokrati. schen Mörder und Sorruplionsverbrrcher und all die auderen republikanifchen Verbrecher cinzufpcrre«. Der Redner beschimpft dann die Sozialdemokratie und ins- besondere den Abgeordnelen Kuttner, droht ihm Zuchthau« unü Tod an und schreit, der Abgeordnet« Kuttner hade zum letzten lllial« in diesem Hause gesprochen. Abg. Ttölting(Soz.): Di« Hetze des Herrn Freisler läßt uns völlig kalt. Seine Wiederausirärmung längst widerlegter Der- leumvungen macht auf uns keinen Eindruck. Wir oerbitten uns nur die Arroganz, uns Vorschriften darüberjnachen zu wollen. wen wir als Redner bestellen Unsere ablehnend« Stellung gegen eine derartig« staatszerstörende Amnestie wird durch die nationalsozia- listifchen Beschimpfungen und Drohungen selbstverständlich nicht de« rührt.(Le haster Beifall bei den Soz.) Damit sch'ießt die Debatte: es solxen die Amnestieanträge zugunsten der Lombenlcger Klaue Heim und Genollen. Abg. Meyer-Ouade(Nsoz.) begründet den Amnestieantrag. Ab,. Gehrmann(Soz.): Es ist nicht richtig,-daß Klaus Heim und Herbert Bo'ck au» den lautersten Motiven, aus wirtschaftlicher Not gehandelt haben. Sie l?ab«n ihre Dynamttoerbrechen begangen aus wildem politi- schem Fanatismus und krankhaftem Geltung«» drang. Die wirtschaftlichen Nöte der Landwirtschast sollen nicht be- stritten werden. Aber wenn die b Millionen Arbeitslosen aus die Notverarduun. gen der von d-n Rat'onalsozialisten gestützten Bapn,.Regierung ebenso mit Handgranaten reagieren wollten wie die Idole Maus Heim und Herbert Volck, bliebe von der ganzen Rationaifazialisti. schen Partei kein heiler Knochen übrig.(Stürmischer Beifall bei den Soz.) Klau» Heim war ein reicher Hosbesitzer, Herbert Bolck sein Angestellter mit 800 M. Monatsgehalt. Ihre Bombenattentete fielen in die Zeit, in der die stärksten Einzahinn- gen bei den ländlichen Soarkassen und den londwirtschafllichen Ge- nossenschaiten erfolgten. Die zweue Atteniätergruppe. Dr. Hcllmann und Genossen, hat mit der Lanbwlrtschait überhaupt nichts zu tun, sondern sie waren nur rechtsradikale S ta a t s f e i n d e. Der angerichtete Sachschaden betrug allein am Reoierungsgebäude in Lüneburg 30 000 M. Daß keine Menschen zu Tode gekommen sind, war bei diesen Verbrechen ein reiner Zufall. Sowohl der Ge- meindevorsteher von Weldenfletb, dem wegen oer Durchführung einstimmig gefaßter Geineindebefchliisse eine Handgranat« ins Zim- wer geworfen wurde, wie der Rechtsanwalt Strauß in Lüneburg waren zufällig Im Moment der Tat nicht anwesend. Immerhin liegt die Frau des Gemeindevorstehers noch heute und wohl auf Lebenszeit durch den Neroenchock krank danieder. Die Kommunisten sind bereit, die sasch'sllschev Dynamic- Verbrecher freizulassen. Die armen Teufel von Kommuni st en, die sich gegen das Sprengstoffgesetz vergangen haben, bleiben von der Am- n« st i« ausdrücklich ausgenommen. Bei der Reichstags- wohl rechnen wir ab mit den nationalsozialistischen Verherrlich«!» der Dynamitverbrechen und mit ihren kommunistischen Helfers» hAfern.(Stürmischer Becsall bei den Soz.) Es folgt die Debatte über Beseitigung des? 218 und Amnestie derer, die auf Grund dieses Paragraphen bestraft sind. Abq.!?rau Kröier(Soz.): Wir sind für die Beseitigung der ersten drei Absätze des 8 218. schon weil sie sich in der Praxis nur gegen vroletarisch« Frau«» und Mädchen richten. Wir sind aber nicht für Scraffreiheit des gewerbsmäßigen Kiirpfuschertiims. Das ist unser Standpunkt seit jeher. In der Abftimm,uns wird in zweiter und dritter Lefunq der iozialdeutskratisrhe Antrag auf Amnestie der Rütdelikte. besonders von Arbeitslosen, mit den Stimmen der Sozialdemokraten, der Kommunisten und des Zentrums angenommen. Bi'eprasident Mttmaack: Damit sind olle anderen Anträge «rl edi gt. Abg. Borck(Dnat.). Das ist geschäftsordmingsmäßiq wahr. Aber wir waren doch alle im Irrtum. Wir wollten doch unsere politischen Amnesticanträoe noch zur Entscheidung bringen. Kommunisten und Nationalsozialisten fordern ebenfalls, über die politische Amnestie noch zu entsckieioen. Vizepräsident W i i t m o a ck: Das Ist unmöqllch, da der so- zioldemokraliiche Antrag ausdrücklich als Gegenantrag gegen alle politischen Amnestieanträae gestellt ist. Das geht aus dem Wortlaut, der seit gestern allen Mitgl-edern vorliegt. Nor hervor. Aus Antrag der Rat'oaabsozialisleu lriil eine llnler, brechuug der Sitzung ein. In der GA.-Kneipe. AMWWWMMWWWHMW �Ver»Angriff" enthält ja kein Wort gegen die neuen Gehalte- und Z�entenkürzungen?'* �Na, seibstverständlich? Wenn wir wieder Llnifonn tragen dürfen, kann die übrige Ae- vö kerung ruhig die paar hundert Millionen berappen.!" Gchreckensurteil in Rom. Das Blutgerichi wüiei. Rom, IK. Juni. lEig«n»ericht.) In dem Verschwörerproze« verurteilte das aus Qffi- zieren der Jaschistenmiliz bestehende Tondergericht den 23jährigen Ltausmann Bovone zum Tode durch Vr, schieben in den Nücke», die übrigen Angeklagte» zu Frei- heitsstrafe» zwischen 13 und 33 Jahre». Bovon« blieb bis zuletzt dabei, daß er»ie vorgehabt habe, ein Attentat auf Mussolini zu begehen. 5c 30 Jahre Gefängnis erhielten Dovones Geliebte, die aus Wien stammende österreichische Tänzerin Margarethe Blaha, ebenso Enza, der Bovones Bomben in Genuas Straßen niederlegte, ferner die Teilnehmer der anderen Gruppe, nämlich der Anarchist Belloni, der Handelsvertreter Delfini, der Beaustragle der aiUisaschistischen Propaganda in Rom, namens Mslloni, und her Bankbeamte Sandri, der Explostvmaterial trans« pprtierte. Der Kunstmaler sNazzdchi und der Arzt Dr. Germani erhielten je lö!Zohre Gefängnis. Popone machte im Prozeß einen furchtbaren Eindruck, weil er unverblümt gestand, daß ihm nur an dem aus Paris über- mittelten Geld zur Regelung seiner finanziellen Bechältnisse ge- legen gewesen sei. Seine Geliebte, die Tänzerin Blaha, sagte, daß sie, als sie spät erst von der Bombenfabritation erfuhr, nur deshalb keine Anzeige gemacht habe, weil sie den Mann liebte. Delfini, der sich über die Untersuchungshaft beklagte, bekannte sich als demokratischer Republikaner. Bon der Bombe in der Ther- mosslasche, die ihn der Anarchist Bovone tragen lieh, habere? nicht» gewußt und sie, als er davon erfuhr, in den Comer See geworfen. Der Kunstmaler M a z z o ch i brachte nur aus Gefällig- teit für seine antifaschistischen Freunde in Paris Pakete über die Grenze. Er Hab« angenommen, daß sie antisaschistische Drucksachen enthalten. Der Arzt Germani erklärte sich als antifaschistisch«.! Liberaler. Nach den Aussagen einiger dieser Angeklagten sollen vier in Paris lebende Flüchtlinge besonder» belastet sein, und zwar der frühere Abgeordnet« F a c ch e t t i als Anstifter, dann auch R o s s e l l i und auch die früheren liberalen Chefredakteure T a r- ch i a n> und L i a n c a. Heute folgt der Prozeß gegen den Anfang Juni in Rom ver- hafteten Sbardeloto. 'Oer Faschist a'.s Vatermörder. Graz, 16. Juni. Di« Gendarmerie w A n d r i tz verhaftete den Studierenden der Medizin H a ch st r a f s e r. den Sohn des.am 23 April durch ein Boinbenattentat in Andritz getöteten Bürgermeisters Joseph Hoch- strafser. Die Äendarmerie hat festgestellt, daß der Berhoftcte vor dem Attentat von Arbeitern eines Steinbruchs Sprengstoff und Sprengkapseln erhalten hat. Wie der sozialdemokratische„Arbeilerwille" hierzu berichtet, besteht der Verdacht, daß der Sohn den Anschlag auf seinen Vater verübte, weil dieser nicht dulden wostte, daß her Sohn Mitglied der H e I m w e h r sei. Aach Wiederaufnahme der Sitzung beantragen JtaHonalsozIa- listen, Kommunisten und Deutschnaiioaale erneut, die Abstimmung zu wiederholen. Abg.(einer«(Soz.) widerspricht. Die Sozialdemokratie se' und bleibe(Segnet der unterschiedslosen Amnestie oller Ge- waltoerbrecher und habe das geschäfteordnungsmäßige Recht, eine erneute Abstimmung darüber zu verhindern. Präsident ß e r r l erklärt, gegen den Viderivrvch der Sozialdemokratie die Abstimm-'ng nicht wiederholen zu können. Kommunisten, veulschnationale und RaNonal'.o-iali'ten bringen neue Amoest'egesebe ein und verlangen sosorlige Herab- schiedunz in o'lrn drei(esungen. Die sozialdemokratische Fraklian widerspricht, Präsident Kerrt erk'ärt die Beratung daher sür unmöglich. Die Deutschnatioralen beantragen eine Entschließung, durch die die Regierung aufgesordcrt wird, nach dem zu erwartenden Am- nesti-'escn schon jetzt zu veriahren. Die Sozialdemokratie widerspricht der Beratung, da noch gar nicht abzusehen sei, ob und welches Amnestieg»setz zustande käme. Sie bringt aber einen Vutschlieftungsantrag ein, wonach das Staatsininiiterium atlen politischen Ver- urteilten Strafaufschub oder Strafaussetzung be- willigen soll, wenn die Tat und ihre Folgen nicht besonders verwerflich oder schwerwiegend erscheint. Roch langen Schimpsrcden erklären sich Nationalsozialisten, Kommunisten und Teutschnational» damit«inverstanden, daß nur dieser Antrag zur Beratung kommen kann. Abg. Hube lNsoz.) hält eine lange wilde Schimpsrede gegen das Zentrum und den Justizminister Dr. Schmidt. Wenn es in Preußen zu einer Koalition mit dem Zentrum käme, dann nur zu«in-r solchen, in der allein die Nationalsozialisten zu kommandieren hätten. Die Deutichnationa'en beantragen, in die Resolnt'on einzufügen. daß diese Bestimmung nur gelten soll, bis das durch die Schüd der Sozialdemokratie am heutigen Tage nicht oerabschivdet« preußisch, Amneftiegesch zustande kommt. Abg. heilmann lSoz.): Wir könnten auf diesen schlechten Scherz mit der. Zurückziehung unseres Antrags antmo-ten. und dann wären sie hereingefallm. Im Interesie der beschleunigten Freilassung der politischen Gefangenen, die e« verdienen, sehen wir davon nv. Die sozialdemokratische Resolution wird nrit dem deutschnationalcn.stusatzantrag bei Stimmenthaltung der Sozialdemokratie einstimmig angenourmen. Es folgen die Anträge aufAufhebungderpreußischen Notoerordnungen. Finanzminiffer Or. Klepper setzt die Notlage auseinander, durch dl« di« preußisch« Staatsvegie- runq sehr gegen ihren Willen zu neuin Belastungen gezwungen worden sei. Die Debatte geht wester. Bor Eintritt in die Aucsprache weist Präsid«nt Serrl aus den Beschluß des Aeltestenrats hin, die Ange'egenhest unter allen Umständen noch zu erledigen, und Zwar mit einer Rede- zeit von zwei Stunden für jede Fraktion.(Beifall bei den Nationalsoz.) 'Abg. kaeper(Komm.) begründet dann die kommunistischen An- träge. Di« preußische Regierung habe sich der schamlosen Ausbeu- wng der'Armen durch die Regierung von Papen angeschlossen. Abg. Dr. Zrbke(Dnat.) begründet dl« devtschnationalen An- träge auf Aufhebung der neuen preußischen Notoerordnung und Beseitigung der Schlachtsteuer. Abg. Dr. klein(Nsoz.) erklärt, die preußischen Finanzen, auf die der preußische Staat früher stolz gewesen sei. seien setzt nicht nur auf den Hunt), sondern sogar auf den Klepper gekommen.(Heiterkeit bei den Nationalsozialisten.) Dba. Szi'lai fGo,.) betont, daß die Entwicklung der preußischen Finanzen weit günstiger sei als in den Staaten, ln denen die Nationalsozialisten vorüber- gehend Ihre Experimente vornehmen-tonnten. Di« Haltung der Nationalsozialisten zur Reichsnowerordnung sei bezeichnenderweise ganz anders als zur preußischen. Die Sitzung dauert um Misternacht noch an. Faschistische Echmustkübel. Nieder berrägt, mit der Maßgabe, daß für die anderen Gruppen ein Abzug von 5 Proz. in der bis- herigen prozentualen Staffelung erfolgen soll. Eine Bersanunlung der Streikenden beschloß am Donnerstag mit Mehrheit, dieser Ber- eiirbarung z u z u st i m m e N. Damit gilt der Streik nach einer Dauer von drei Wachen als beendet. Die Ortsverwaltung Berlin des Deutschen Metallarbeiterverbandcs fordert ihre Mitglieder auf, die Arbeit i» den Betrieben heute wieder aufzunehmen. Sollten sich Differenzen in dem einen oder anderen Betrieb« er- geben, dann ist der Ortsverwaltung davon Mitteilung zu machen. Schuhfabrikarbeiter in der Abwehr. ?iGO-Manöver unerwünscht. Am Mittwoch nahm eine Betriebsversammlung der sreigcwerk- schafllich organisierten Belegschaft der Schuhfabrik Leiser zu dem geplanten Lohnabbau der Arbeitgeber-Berbände der Schuh- industrie Stellung. Hierzu wurde e i n st i m m i g folgende Eist- schließung angenommen: „Die Kolleginnen und Kollegen protestieren aufs schärfste gegen den beabsichtigten Lohnabbau der Schuhfabrikanten und verlangen unter allen Umständen für die Zukunft die Zahlung der alten Löhne. Andernfalls sie mit allen zu Gebote stehenden Mitteln ihre nackte Existenz verteidigen werden." Ferner wurde zu einem Schreiben der R G O. an die Funktionäre der freien Gewerkschaft Stellung genommen. In diesem Schreiben wird die Bildung einer Einheitsfront auf betrieblicher(!) Grundlage verlangt. Ein Antwortschreiben wurde einstimmig gebilligt, in welchem zum Ausdruck kommt, daß infolge des bis- herigen Verhaltens der REO. und deren Auftraggeber»ran an- nehmen müsse, daß dieses Angebot nicht gemacht wurde, um der Arbeiterschaft eine größere Machtposition zu schaffen, sondern daß das Ziel der RGO. ist. die freien Gewerkschaften und deren Funktio- näre zu bekämpfen. Solauge die RGO. nicht den Beweis liefert, daß der bisherige Mißbrauch mit der Einheitsfrontpropaganda aufhört, habe es keinen Zweck, mit der RGO. in Verbindung zu treten. Gerade die Belegschaft von Leiser, die sich einst im Gefolge der RGO. befand, weiß, was solche Angebote bedeuten. Damit ist die Absicht der RGO., wieder Einfluß auf die organisierte Arbeiterschaft zu gewinnen, zurückgewiesen. l�reie Gewerkschafts-�ugend Berlin Seute, Freitag, 17. Juni, um 1!»� Uhr. tagen die Gruppen! Ende»: Zugendheim ZSassertorstr. 9. nieder jur Säule.— Tharlatteaburg: Jugendheim Sprccstr.:j0.„Christliche Jungmiidchen und wir."— Rord- ring: Schute Sonnenburaer Str. äst. Unsere Mädels funken.— Sieukölln: Jugendheim Treptower Str. W.„Berufs, oder Induftrieverdände."— Her- mannplah. Jugendheim Sanderftr. U. Cctc Sobrcchtftraße.„Lchrlingsrcchtc und.pflichten.— Zeppelinplatz: Jugendheim Turiner Ecke Seestrage.„Das Zugendprogramm des ADGB."— Reinitkendorf-Ost: Zugendheim Sindauer Strahc tBaracten). Kästner-Abend.— Ädler-Hofi Zugendheim Adtershof, Bis- maretstr. 1. Diskuffionsabend über„Arbeitsrcchtlichc Fragen".— Flughafen: Jugendheim Schule Maricndorfcr Weg Wt— 79.„Geschichten au- nah und fern." — Prenstauer Berg: Jugendheim Gleimstr. Zö.„Scipziger Allerlei."— Wir ipielen ab>« Uhr: Rordostkrcis: Svortplaz am Faulen See, Buschallee: Bord- kreis: Spielwiese im Bolkspark Rchherge. §)uaendaruppe des �entralverbandes der Anaeflellten Heute. Freitag, finden folgende Bcranstaltungen statt: Südwest: Jugend. heim llorUstr. 11<2.. Ouergebäudc I Tr., Zimmer ölli. Vortrag: ..Probleme sozialistischer Erziehung". Retercut: Schmidt.— Unsere Photogruppe tagt von lSse— 22 Uhr im Berbandshaus, Zimmer 24.— Die Berliner Druterei. und Bcrlagsgesclllchaft m. b. K. tagt von 20—22 Uhr im Zugcndheim Ebertn- strahe 12.— Spiele im Freien: Ab 18 Uhr Sportplatz Rchdergc. Sportplatz Schönhauser Allee(Einsame Pappel), Platz 2d, Bolkspark Neukölln(Nodelbahn). — Sportabteilung: Trainingsabend ab 18 Uhr auf dem Sportplatz Normannen» strahc in Lichtenberg(Fußballer) und Sportplatz Cantianstraße(Handballer und Leichtathleten). Verantwortlich für Politik: Victor Schiss; Wirtschaft: G. stlingelhöser; Gewerkschaftsbewegung: 3. Steinet; Feuilleton: Dr. John Schilowsti: Lokale» und sonstiges: Fritz ilarstadt, Anzeigen: Th. Glocke: sämtlich in Berlin. Verlag: Vorwärts. Verlag G. m. b. H.. Berlin Druck: Vorwärts-Buchdruckeret und Berlagsanstalt Paul Einger u Co. Berlin EW. 68. Lindenstraße 3. Hierzu 2 Beilagen. Wurst FlCiSthSSiSt'. Heringssalat, Sauernsalat, Kaionnaise, Stund PI. Hausmacher-Sülze.. p.und 0.38 Dampf- u. Fleischwurst Pia. 0.65 Landleberwurst Pfund o.oa 0.75 Jagd- u. Mettwurst(Br. An) Pfd. 0.78 Schinkenpolnische u-Kiünmeiw. 0.98 Feine Leberwurst piund t.os 0.95 Zervelat- u. Salami Hout. pid. 1.56 Teewurst u. Filetwurst Pfund 1.14 Schinkenspeck.. t-pumd-SHidc 1.10 Nußschinken ca-iPfd.«*»... piu. 1.28 Pökelfleisch gek.. In SlOck.. Pfund 0.88 Käse CamemöertsÄ"; Frühstückskäse Roiie, siodi 0.26 Harzerkäse. m. i-piund-p«kef 0.28 Emmentaler Art st« Port 0.48 Blockkäse rru»lier Aiii lu>u>t.. Pid. 0.46 Briekäse.... roii eii 0.58 Tilsiter aSfeinbuschcr»oiile« 0.64 Holländer u. Edamer»oiueu 0.66 Schweizer beyr« ▼ollletf. Pid. von an 0.95 Margarine, Kokosfelt 3 pw 0.38 Roh- u Bratenschmalz p». 0.33 Grasbutter....... Pfund 1.06 Markenbutter.... Pfund 1.34 Räucherwaren Flundern piund0.35 � (Sund B vBr Pf, Schellfisch pid. 0.24 Seelachs 0.26 Sprotten......... Pfund 0.33 Bücklinge........ piund 0.38 Lachs In Sillcken...... Pfund 1.10 Fischmarinad. d'oU 0.38 ocu 0.58 Vi Dom Fleisch Schwelnebotelett Pfund ff WPf. Schweineschnitzel.. pmnd 1.08 Kalbsroulade...... Pfund 0.78 Kalbskotelett...... Pfund 0.92 Kalbsschnitzel...... Pfund 1.18 Mastodisen-Fleisdi..Pfund 0.50 Mastochs.-Schmorfl. o. k.. Pfd. 0.82 Mastochsen-Roulade Pfund 0.92 Kablerkamm u Schuft Pfund 0.S3 la Berliner Bratwurst piund 0.63 Schweineleber..... Pfund 0.58 Bratf. Fett 0.44 Gehacktes 0.50 Kalbskopf m. H:rn ii, Zunge. Stdc 0,82 Herzen Pfd. 0.38 Backe Pfund 0.32 Lunge Pfund 0.1 8 Euter Pfund 0.29 Geflügel„. Hühner M>d> Phmd ff"Sm Brathühner ohiw Dorm Pfund 0.96 Wolgahühner gefror... ptund 0.55 PouletS gefroren.... Pfund 0.74 Junge Gänse tn-d,.... Pfund 0.38 Tauben........ stark 0.58 Leichf verderblich« Artikel werden nicht zugesandt. Kalbshaxe (Abgabe bis 5 Pfd.) Pfd. Kalbskamm m*. Kalbsbrust u. Rücken, Pfund Schweinebauch Schweineschult. 32 pi. 38 pf. 44 pf. 48 pf. 52 pf. Wiläschwein Blatt Rucken Keule pfd. 68pf. TS pf. 98 pf. Rehfleisch pfd. TS pf. 88 pf. 98 pf. Matjesheringe neue, 3 Stück mV Pf. Kartoffeln ma neue, 3 Pfund äStP'. Stacheibeertorle oss 0.30 Xäseldrie 0.33 Fische So wo Leb. Schleie Pfund Kabeljau, Seelachs gt,?.. pm. 0.10 RotbarS ohne Kopf...Pfund 0.14 Fisch-Filet 0.12 Schellfisch 0.18 Bratschollen..... 3 piund 0.20 Makrelen....... 2 Pfund 0.25 Frischer Zander... Pfund 0.35 Lebende Aale mftteUfork. Pfund 1.10 Gemüse Junge Mohrrüben 3 aund Spargel.. ptund 0.08 0.18 0.28 Radieschen...... 4 Bund 0.10 Neuer Wirsingkohl.. ptund 0.09 Salat 4 Kopie, Kohlrabi Mandel 0.15 Grüne Gurken...... smd 0.18 Junge Scholen..... Pfund 0.24 Obst Kirschen. Phmd pi. Tomaten 0.28 Erdbeeren 0.38 Zitronen...... 3 ptund 0.53 Tafeläpfel...... 3 Pfund 0.98 58«. Konserven Pfiaumen..... Apfelmus»eis(=/, Dom 1.05) 0.56 Erdbeer. 0.98 SaureKirsch. 0.80 Pfirsiche k&llfoni.. halbe Frucht.. 1,15 Senf- u. Gewürzgurken.. 0.62 Gem.Gemüsefeinl.25 mmeif. 0.95 Jg. Br.- u. Schnitt-Bohnen I 0.43 Kaiserschoten(>,. Do« 0.68) 1.15 Jg.Wachsbohnenl('/-D.P.4D) 0.65 Konfitüre �ÄeÄn" 1-10 KoSoniaiwaren Reisgrisß. Pfund Hartgriefe ptund 0.24 0 S PI. Sago piund 0.32 Tapioka 0.53 Puddingpulver mit Vanille- u. Mandcl-Gcschmodt. Pfd. Ög30 Rote Grütze u.Sauc.-Pulver 0.38 Frücht- u. Milch-Kaltschalen , Pfund ca 6 Teller 0.36 Bierkaltschale..... Pfund 0.65 Eier-Schnittnudeln Pfd. 0.33 0.56 Makkaroni-Bruch pm. 0.40 0.46 Kaffee trUdigebr.. Pfund 1.90 bis 3.20 ein preije ,ar «/, FL o. Glas 1931 Obermsseier 1930 Liebfraumilch.. 0.80 3 empfehlenswerte Naturweice 1929 Sietersh. Martinsberg 0.85 1928 Rauenth Siebenmorg.1.35 1928 Graach. Himmelreich 1.70 Apfelsaft e'kohol ret...... 0.65 Fruchtschaumwein mit Steuer u. Flasche 0.; 8 1.25 Kirsch- u. Himb.-Saft 1.10 1.35 Johannisbeerw. ur 0.C8 na. 3.25 Muskateller. Liter 1.10 sitr. 5.25 58». -Vv;/ ■-'KiV. Nr. 251. 49. Iabrqang Kreiiag> 17. Juni 19Z2 vis Nazihetze gegen die Polizei! Soll die Polizei der SA. geho rchen?- Das Ziel der Hetze: Entrechtung der Beamten Der teilweise Erfolg des Lügenfeldzuges, den die Nationalsozialisten systematisch gegen den republikanischen Staat führen, hat sie zu weiteren Aktionen ermuntert. Durch Verleumdung und Ehrabschneiderei, durch persönliche Verunglimpfung und schmutzigste Hetze gegen leitende Staatsbeamte hofft man nunmehr auch an die Machtinstrumente des Staates, besonders an die Polizei heranzukommen. So hat man in den letzten Tagen eine in ihrer Gehässigkeit und Verlogenheit nidit mehr zu überbietende Lügenkampagne gegen die leitenden Männer der Berliner Polizei, Polizeipräsident Albert Grzesinski, Vizepräsident Dr Bernhard Weiß und Kommandeur Hugo Heimannsberg, eingeleitet. Dabei wird auch die gesamte Polizeibeamtenschaft Berlins in unerhörter Weise besdiimpft, wenn der„Angriff" schreibt, zur heutigen Berliner Polizei habe kein anständiger Mensch mehr Vertrauen. Die Berliner Polizei hat oom jüngsten Wachtmeister bis zum höchsten Ofßzier in schwerster Zeit mustergültig und mit Erfolg ihre Pßicht erfüllt Den vorbeugenden Maßnahmen der Polizei und der Einsidit der Berliner Bevölkerung war es zu danken, daß der letzte Winter der Not fast ohne Aussdireitungen vorübergegangen ist und daß Ruhe, Ordnung und Sicherheit in der Hauptstadt der deutschen Republik trotz einer Armee oerzweifelnder Arbeitslosen aufrechterhalten werden konnten Gewalt über die Polizei zu erhalten, ist das Ziel der Nationalsozialisten. Hier liegt die Ursache jener gemeinen Hetze, von der sich jeder wahrhaft anständige Mensch mit Ekel abwendet. Herr Goebbels hat den Sinn der Verleumdungskampagne in seinem eigenen Blatt offenbart. Er schrieb am 11. Juni:„Jedenfalls halten wir es für unerträglich, daß während des Wahlfeldzuges zum 31. Juli das größte deutsche Land von der Sozialdemokratie regiert wird..." Man will aus der überparteilichen, allein dem Staatswohl und der Gesamtheit des Volkes dienenden preußischen Polizei eine Parteigarde der Nationalsozialisten machen. Die SA.-Füher befehlen, die Polizeibeamten haben zu gehör chenl Das ist der Wunschtraum dieser Leute. Für das Vereinigungsrecht, das der neue Volksstaat den Beamten und damit auch den Hütern der Ordnung schenkte, ist dann selbstverständlich kein Platz mehr. Auch hier hat man ja schon vorgearbeitet, denn nicht umsonst hat die nationalsozialistische Fraktion des Landtages die Auflösung des Schräder-Verbandes der Polizeibeamten in dem Urantrag Nr. 163 gefordert. Aber den Herren Nazis ist der Kamm ein wenig zu sehr geschwollen. Sie werden sehr bald erkennen müssen, daß der Geist der Freiheit aus Deutschland nicht mehr zu bannen ist. Ein Mitglied der Redaktion des„Vorwärts" hatte mit dem Polizeipräsidenten Berlins Albert Grzesinski eine Unterredung über die systematische chetze der Nationalsozialisten gegen die Polizei. Ueber die Gründe des Lügenfeldzuges äußerte der Polizeipräsident folgendes: Es ist seit langem bekannt, daß die Nationalsozialisten nach den politischen Machtorganen des Staates, in erster Linie nach der Poli- zei streben. Da die Wahl am 24. April ihnen den erhofften vollen Erfolg nicht gebracht hat— die Rechte jenseits des Zentrums hat im Landtag die Mehrheit nicht erhalten— möchten sie jetzt ihr Ziel mit Hilfe des Reiches erreichen. Da die Leitung der Berliner Polizei auf ordnungsgemäßem Boden nicht zu beseitigen ist. versucht man durch eine systematische Hetze die leitenden Personen der Polizei als minderwertig hinzustellen. Alles was in dieser Hinsicht an böswilli- gen Behauptungen über mich und den Vizepräsidenten Dr. Weiß verbreitet worden ist, kennzeichne ich nochmals als Lüge und Verleumdung Und wenn Ei- mich fragen, fuhr der Polizei« Präsident fort, warum ich nicht berichtigt oder geklagt habe, so ant« worte ich darauf nur: Es ist berctts früher geklagt worden und es sind auch Verurteilungen erfolgt. Form und Inhalt der Schreibweise des„Angriffs" aber verbieten es mir ans Gründen der Selbst- achtung. dagegen besonders vorzugehen. Das perverse Geschimpfe kehr sich letzten Endes gegen feine Urheber. „Die Nationalsozialisten lieben e». in ihrem Blatt immer nach dem Reichsinnenmini st er zu rufen, der sich der Berliner Polizei annehmen soll. Wie erklären Sie sich das?"—„Das weiß ich auch nicht. Die Polizeihnheit ist Angelegenheit der L ä n d e r. Die Ausübung der Polizeigewalt gehört zur alleini» gen Zuständigkeit der Länder, K'e Bestellung und Abberufung der Beamten der preußischen Polizei ist allein Sache des preußischen Innenministers, oder, wenn es sich um die höheren Beamten han« delt, Sache des Staatsministeriums. Niemand sonst hat da etwas hineinzureden. Wenn die Nationalsozialisten entsprechende Forde- rungen an das Reich stellen, so zeigen sie damit lediglich, wie in sehr vielen anderen Fällen auch, daß sie noch recht ausgiebig Elementar- Unterricht in staatsrechtlichen Dingen nehmen müssen. Preußen bleibt Hort der Ordnunq. Auf den Einwurf, daß die Nazis auf die Einsetzung eines Reichskommissars hofften, erklärte Grzesinski: Der„Reichs- kommissar" ist nicht ausdrücklich ein Begriff der Verfassung. Das Recht, einen Reichskommisiar zu bestellen, wird aus Artikel 48 Ab- satz 2 der Weimarer Verfassung hergeleitet, wonach der Reichs- Präsident, sofern die öffentliche Ordnung erheblich g e- stört oder gefährdet ist. die zur Wiederherstellung der öffentlichen Ruhe und Ordnung nötigen Mahnahmen treffen kann. Die Einsetzung eines Reichskommisiars könnt« als eine solche notwendige Mahnahme angesehen werden. Wie ich schon sagte, ist das Ergreifen dieser„nötigen Maßnahme" an strikte Voraussetzungen geknüpft, die hier in Preußen nicht gegeben sind und die sicherlich auch in Zukunft nicht ge- geben sein werden! Die öffentliche Sicherheit und Ordnung ist in Preußen nicht erheb- lich gestört!" Aber auch ein Reichskommisiar könnte die von den Nazionalsozialisten gewünschten personellen Aenderungen innerhalb der Polizei auch nicht vornehmen. Er könnte lediglich die amtlich und rechtmäßig eingesetzten Polizeiorgane mit Anweisungen oer- sehen. Er würde übrigens sehr bald erkennen, wie zweckmäßig, richtig und objektiv die Polizei in Preußen in allen ihren Teilen bisher geführt worden ist und wie sie sich lediglich darauf beschränkt hat. bestehende Gesetze so durchzuführen, wie es ihre Pflicht war. Das Wort von der„g e s ch ä s t s f ü h r e n d e n R e g i e r u n g" ist ein politisches Schlagwort geworden. In Wirklichkeit kennen weder die preußische Versasiung noch die Rcichsverfassung eine nur geschäftsführende Regierung. Es heißt in der preußifchen Verfassung im Artikel SS Absatz 2, daß für den Fall einer Gesamtdemission des Staatsministeriums die zurückgetretenen Minister die laufenden Ge- schäfte bis zur Uebernahme durch die neuen Minister weiterzuführen haben. Alle gesetzmäßigen Handlungen der zurückgetretenen Regie- rung sind genau so legal und gesetzmäßig wie die Handlungen einer Regierung, die dos ausdrückliche Vertrauen des Landtages besitzt. Das zurückgetretene Ministerium hat die gleichen Rechte und die gleichen Pflichten wie ein„ordentliches" Ministerium. Insbe- sondere hat es die Pflicht, für die Aufrechterhaltur g von Ruhe und Ordnung und für die Anwendung und Durchführung der bestehen- den Gesetze zu sorgen. Die Lügen im einzelnen. Im weiteren Verlaufe der Unterredung äußerte sich der Poli- zeipräsident ausführlich über einige besonders böswillige Behaup- tungen und Verdrehungen der nationalsozialistischen Presse. So hatte der„Angriff" von einer„Verhöhnung der Polizeibeamten" gesprochen, weil die Berliner Schupokapelle den Plan hat, für einige Tage zu einem Gastkonzert nach Spanien zu fahren. Durch eine daß der Berliner Polizeipräsident in seiner Rede entgegen der Be- hauptung der nationalsozialistischen Presse die Hitler-Partei über- Haupt nicht erwähnt hat.) In einer der letzten Nummern hatte der„Angriff" den Eindruck zu erwecken versucht, als ob die Polizei nicht mit der nötigen Energie die Verfolgung der Mörder der beiden Schupo-Offizier« Anlauf und Lenk betrieben hätte. Diese Behauptung ist so ungeheuerlich, meinte Grzesinski, daß ich nicht annehmen kann, daß ein ernsthafter Mensch ihr Glauben beizumessen vermag. Wir fragten: Meinen Sie nicht, daß der Antrag auf A u f- lösung de» Schrader-Verbandes klar zeigt. daß die Nationalsozialisten die polizeibeamlen wieder wie Im allen vorkriegsdeulschland entrechten wollen? Darauf antwortete der Polizeipräsident: Dieser Antrag zeigt nicht nur die Unduldsamkeit der Nationalsozialisten, sondern erweist auch die Gewerkschastsfeindlichkeit dieser Partei. Das Recht der Beamten, sich nach freiem Ermessen zu organisieren, ist eine /UKtung! smhmubbi FiiigöianverhreHungi Die gernrsilang erloigi von den nesanmen Lokalen aus. Alle zur Steile! Alle zur Stelle! einfache Anfrage hätte man feststellen können, so meint der Polizei- chef, daß das Schupoorchester von der Verwaltung der Stadt Valencia auf deren Kosten eingeladen worden ist. Auch die zur Vorbereitung des Gastkonzertes notwendig gewesene Reise des Hauptmanns K l e« f o t t e l ist voll und ganz von den Veranstal- tern getragen worden. Mir scheint es aber auch erwün.' ht, daß beut- sche Beamte sich Im Auslände zeigu., und gerade das hervorragende Orchester der Berliner Schutzpolizei ist besonders geeignet, für Deutschland zu werben. Ausführlich ging Genosie Grzesinski dann auf die Vorwürfe ein, die gegen Kommandeur Heimannsberg und einzelne Offizier« und Beamte wegen der Vorgänge beim Aufziehen der Marine- wache am Skagerraktag erhoben worden sind. Mit erhobener Stimme sagte Grzesinski: Die Schuld an den bedauerlichen Vor- fällen trifft nicht die Polizei, sondern diejenigen, die gegen die Polizeibeamten mit Steinwürfen angriffsweise vorgegangen sind. Die Polizei wird sich auch fernerhin von nieman- den, sei es wer es sei, beschimpfen oder angreifen lassen! Wie es gesetzliche P f l i ch t der Polizei ist, wird auch zukünftig jede Störung der öffentlichen Ruhe und Ordnung rücksichtslos a b- gewehrt und die Urheber und Täter der Bestrafung zugeführt werden. Es sind gegen einzelne Polizeibeamte. Offiziere wie Wacht- msister, unter Namensnennung auch Drohungen ausgestoßen war» den. keiner der polizeibeamlen wird sich durch Drohungen ein- schüchtern und von der Erfüllung seiner Pflicht abhalten lassen, wer auf Einschüchterung spekuliert, hat falsch spekuliert. Schließlich, so fuhr Grzesinski fort, muß ich mich noch mit dem „Völkischen Beobachter" insoweit beschäftigen, als er behauptet, ich hätte bei der E i n f ü h r u n g s f e i e r der von der Polizei- schule neu nach Berlin gekommenen Wachtmeister die National- sozialistische Partei beschimpft. Diese Behauptung kann nur wider bessere. Wissen ausgestellt worden sein. (Anm. der Redaktion: Eine große Berliner Zeitungskorrespondenz hat sich veranlaßt gesehen, in„eigener Sache" daraus hinzuweisen, Errungenschaft des neuen V o lcks st a a t e s und ist von den Beamten ohne llnterschied der Parteien auch so gewürdigt war- den. Dieses besonders wertvoll« Recht ist vom neuen Staat ohne Rücksicht darauf, ob die Tätigkeit der Beamtenorganisationen den Ministern angenehm war oder nicht, selbstverständlich geschützt und geachtet worden. Wie die Polizeibeamten den Antrag der National- sozialisten empfinden, haben sie durch ihre einmütige Stellungnahme dieser Tage bekundet. Werbende Wirkung für die Nationalsozialisten wird dieser Antrag wohl kaum haben. Jeder Terror wird gebrochen! Die Unterredung schloß ab mit der Beantwortung der Frage. ob die Leitung der Berliner Polizei von der Aufhebung des SA.- und des Uniform-Verbotes eine Störung der öffentlichen Ordnung und Sicherheit fürchte. Polizeipräsident Grzesinski faßte sein« Meinung dahin zusammen, daß von Preußen ein Uniformverbot seinerzeit nicht erlassen worden sei, sondern vom Reich und daß von der Aufhebung des Uniformverbotes ja auch das Reichsbanner und der Stahlhelm Nutzen zögen. Mit der Aufhebung des SA.-Verbotes brauchen an sich Ruhe und Ordnung noch nicht gestört zu sein, wenn die SA.-Leute sich wie die Mehrheit unseres Volkes streng im Rahmen der gesetzlichen Bestimmungen bewegen würden und es vermeiden, Andersdenkende durch Terror zu vergewaltigen. Die Polizei werde entsprechende vorbeugende Maßnahmen zu treffen haben, um Gewalttätigkeiten zu verhindern. Daß das bei absichtlichen Ruhestörungen immer möglich sein werde, könne man mit Sicherheit selbstverständlich nicht voraussagen. Mit Sicherheit könne gesagt werden, daß von der Polizei alles getan werden wird, um Terrorzubrechen.__ Der Neuköllner Frauen- und Mädchenchor, Mitglied des Deut- schnen Arbeitersängerbundes, singt am Freitag, dem 17. Juni. abends 7.10 Uhr, im Rundfunk unter Leitung von Hans Schreiber. Ein alier treuer„Vorwärts"-Abonueni Alex Seidel, Wilbelm- Stolzc-Str. 18, feiert mit seiner Ehefrau am 17. Juni das Fest der goldenen Hochzeit. Klug sei» I alles und behalte das Beste! sagt das Sprichwort. ■sy-** Hunderttausende von Berlinern handeln danach und rauchen die neue„Gold Saba" nach dem alten Original-Rezept. Großfeuer in Adlsrshof. Ehemische Fabrik in Flammen.- Sehr hoher Sachschaden. 3n den Chemischen Werken der Firma Gebrüder Avenaring in Adlershof, Adlergeslell 295, die sich in der Haupt- fache mit der Fabrikation von Karbolineum besaht, brach gestern nachmittag Feuer aus, das sich in wenigen Minuten zu einem Riesenbrand entwickelte. Eine gewaltige Feuer- und Rauch- säule war meilenweit sichtbar. Die Feuerwehr muhte alle Kräfte aufbieten, um die hauptsabrikationsgebäude vor der Vernichtung ,u schuhen. Stundenlang wurden aus einem Duhend Schlauchleitungen stärkster Kaliber ungeheure Wassermengen in die Feuers- glul geschleudert. Auf dem umfangreichen Fabrikgelände der Karbolineumwerke gren.jen ein- und zweistöckige hallen dicht aneinander. In einem Gebäude, das etwa 1l)00 Quadratmeter Fläche hat, be- finden sich das Kesselhaus, die Destillation und ein Oellager. Das Gebäude ist von zahlreichen Röhren durchzogen, in denen das schlechte O e l großen Kesseln zugeführt und durch einen be- stimmten Produktionsprozeß wieder hochwertig gemacht wird. Eine der Oelleitungen ist offenbar undicht geworden uno das ausfließende Oel. das mit Benzol und anderen chemischen Mitteln behandelt wird, geriet plötzlich in Brand. In ganz kurzer Zeit stand das Kesselhaus in Flammen. Stichflammen schoflen nach ollen Seiten und die Belegschaft mußte in größter Elle ins Freie flüchten. Bom Kesselraum sprangen die Flammen auf den D e st i l l a t i o n s> räum und das anschließende La g e r über. Als in kurzen Ab- ständen auf den Alarm„Großfeuer" sechs Löschzüge unter Leitung des Branddirektors Pozdziech anrückten, bildete das ganze Gebäude nur noch ein einziges Flammenmeer, lieber hundert mit Karbolineum gefüllte Fässer, Sie auf dem Hof in un- mittelbarer Nähe des Brandherdes standen, fingen gleichfalls Feuer. Der Straßenbahnverkehr mußte völlig unter- krochen werden: später konnte der Betrieb durch Umsteige, bzw. Pendelverkehr wieder in Gang gebracht werden. Das gewaltige Feuer hatte unzählige Schaulustige angelockt, so daß die Schupo Absperrungen vornehmen mußte. Berlin ohne Ausweg Rede des Stadtkämmerers— Für Vertagung der Etatsfestsetzung Rsichswehr gegen Nazis. Korrektes Verhalten des Kommandeurs in pafewalk. Bei der Einweihung des Kriegerdenkmals in Päse- walk ereignete sich«in bezeichnender Zwischenfall. In dem Fest- zug marschierte am Schluß auch ein« starke Abteilung Nationalsozia- listen mit wehenden Hakenkreuz sahnen. Der Komm an- deur der Reichswehr erklärte, als der Festzug mit den Nationalsozialisten auf dem Marktplatz eintraf, er würde sofort die aufmarschierten Reichswehrformationen abrücken laflen, wenn diese Partei mit ihrer Fahne mitmarschiere. Um einen Skandal zu ver- meiden, schickte man darauf die Nationalsozialisten nach Hause. Als die offizielle Feier vorüber war, veranstalteten die Nationalsozia- listen dann einige Stunden später an dem Denkmal eine eigene Demonstration. Selbstmord im Tiergarien. Am Saum erhängt aufgefunden— Die Not der Künstler. Im Tiergarten wurde gestern vormittag ein schauriger Fund gemocht. Spaziergänger sahen zu ihrem Entsetzen an einem Baumast die Leiche eines Mannes hängen. Bon der Tiergartenverwaltung wurde sofort die Polizei benachrichtigt, die für den Abtransport des Selbstmörders ins Schauhaus sorgte. Der Lebensmüde ist ein SSjähriger Künstler Georg W o l f f aus der Sächsischen Straße 75. Wie aus einem Abschiedsbrief hervorgeht, der in den Taschen des Mannes gefunden wurde, sind finanzielle Sorgen das Motiv zu dem Berzwsiflungsschritt. Wolff ist vielen Berlinern ol- der Komiker„Lachpillen Wolff" bekannt. Die Glanzzeit des Komikers war im Jahre 19Z8 beendet J und seitdem fand er kein größeres Engagement mehr. Der Mann,\ der ehemals an ersten Kabarettbühnen arbeitete, mußte sich schließ-> lich mit ganz kleinen Gelegenheitsvorträgen begnügen. Die gestrige Sitzung des haushallsausfchusses der Stadtverordneten gewann durch eine Rede des Stadtkämmerers Asch besondere Bedeutung, der den ZUagistratsbeschluß einer Vertagung der Etalsestsehung bis September eingehend begründete. Aus den Ausführungen des Stodtkämmercrs ist zu entnehmen, daß heute noch kein klarer lleberblick über die Rückwirkungen der Rotverordnungen Preußens und des Reiches auf die Berliner Stadtwirtschast geschaffen werden kann. Immerhin steht bei den überschläglichen Berechnungen soviel fest, daß der vorliegende Haushaltsplan des Wogistrals durch die voraussichtlichen Zuwendungen des Reiches nicht ausgeglichen werden kann. Der Haushaltsausschuß vertagte sich dann, heule wird die Aussprache über die Rede des Kämmerers und den Wagistratsvorschlag slatlsinden. Das Stadt- Parlament wird am nächsten Donnerstag über die Vertagung der Etatsenkung beschließen. Der Stadtkämmerer wies in seiner Rede besonders dar- auf hin, daß Boraussetzung für jede Beteiligung am Reichs- Zuschuß nach wie vor ist, daß die betreffende Gemeinde alle Steuermöglichkeiten ausgeschöpft hat, sparsam wirtschaftet Volksfront gegen Hifler-Barone! Unsere nächste Betriebsveranstaltung: Siemens-Plania-Werke A.-G. Freitag, 17. Juni, 16K Uhr, bei Schünemann, Lichtenberg, Moellendorffstr. 53/54, Hammerschaftsversammlung:„Der Kampf um die Lebensrechte der Arbeiterschaft". Referent: Alfred Markwitz. und angemessene Unterstützungssätze nicht überschreitet. Neu bestimmt wird, daß eine hausholtsordnung zu schaffen ist, durch die sichergestellt wird, daß Ausgabeansätze oder Einnahmeschätzungen erhöht bzw. neue Ausgaben nur dann eingestellt werden dürfen. wenn der Gemeindevorstand nicht Widerspruch erhebt, wozu er verpflichtet ist, soweit er die Deckung der Gesamtausgaoen des .hausbaltsplans nicht mehr für gesichert hält. Ferner dürfen die vom Gemeindevorstand aufgestellten Stellenpläne von der Gemeinde- Vertretung nicht erhöht, sondern nur unterschritten werden. Bemerkenswert ist noch, daß der G e m e i n d e v o r st a n d e r- m ä ch t i g t wird, solange der Haushaltsplan von der Gemeinde- Vertretung nicht festgestellt ist, alle die Ausgaben zu leisten, die erforderlich find, um bestehende Gemeindceinrichtungen in geord- netem Gang zu erhalten und die der Gemeinde obliegenden recht- lichen Verpflichtungen und sonstigen notwendigen Ausgaben be� sparsamer Wirtschaftsführung zu erfüllen sowie die Einnahmen, ins- besondere die öffentlichen Abgaben jeder Art. nach Maßgabe des Reichs- und Landesrechts nach den Sätzen des Vorjahres fort- zuerhebcn. Zwanzig Minuten Siadigemeinde- Ausschuß. Die gestrige Sitzung des Stadtgemeindeausschusses dauerte nur knapp zwanzig Minuten. In dieser Zeit wurden 24 Fluchtlinienpläne erledigt, darunter einige wichtige Eni- scheidungen über die Verbreiterung der Gertraudtenstraße und der Aushebung der Fluchtlinie für eine projektierte Straße zwischen der Teltower und Yorckstraße zur Berbesserung der Der- kehrsvcrhältnisse am Halleschen Tor. Die übrigen Anträge wurden zum Teil zurückgezogen und zum Teil abgelehnt. Beschlossen wurde die Ucberweisung der städtischen L a n d s ch u l h e i m e in die Der- waltung der Bezirke. Bisher wurden sieben Heime von der Zen- tralcn Verwaltung betreut. Geheimnis um einen Arzi. Dr. Mühe ertrunken?- Wo ist sein Auto? Unter zunächst rätselhaslen Umständen ist der Berliner Arzt Dr. Erich W ü h e aus der Oranienstraße lS5 verschwunden. Die Untersuchung wurde von der vermißtenzentrale an die Mordinspeklion abgegeben. Die Rachforfchungen haben jetzt das Ergebnis gebracht, daß aller Wahrscheinlichkeit nach Dr. Mühe i m Sakrower See ertrunken ist, und daß unbekannte Diebe sein Auto gestohlen haben. Die staatliche Fischerei ist benachrichtigt und wird im Lause des heutigen Tages den See absuchen lassen. Die Ermittlungen haben folgendes ergeben: Am Dienstag, dem 14. d. M., morgens gegen 4 Uhr, stand der Wagen von Dr. Mühe bereits auf dem Parkplatz des Restaurants Waldfrieden am Sa- krower See. Im Wagen log ein kleiner Handkoffer, in dem der Arzt seine Badezeug aufzubewahren pflegte. Neben dem Koffer logen im Wagen die Kleidungsstücke des Arztes. Als der Ge- fchäftsbetrieb nachgelassen hatte, bemerkte der Wirt, daß die Kleider des Slrztes um. Mitternacht immer noch nicht abgeholt waren. während das Auto verschwunden war. Er benachrichtigte die Frau des Arztes. Vergeblich wartete man auf die Rückkehr des Mediziners. Die Polizei stellt« fest, daß aus dem Köfferchen der Bade- a n z u g f e h l t. Dr. Mühe ist also nach Besuch eines Patienten am Montag in der Nacht nach Sakrow hinausgefahren. Man ver- mutet, daß er' in den frühen Morgenstunden im See gebadet Hot. Wahrscheinlich erlitt er in dem kalten Wasser einen Herzschlag und ging unter. Unbekannte Diebe haben später den Wagen ge> stöhlen. Das Auto, das die Nummer IA 12 458 trägt, ist eine vier- sitzige grüne Zldler-Limousine mit Stoffpolstern. Visher ist er noch nirgends aufgetaucht. Mubüberfall auf Volle-Filiale. In der Eberswalder Straße 16, unweit des Güternord- bahnhofs, orangen gestern nachmittag mehrere junge Burschen in die B o l l e- F i l i o l c ein. bedrohten die beiden Berkäuferinnen mit schußbereiten Waffen und raubten zwei Kassen aus. Den Tätern find etwa 50 M. in die Hände gefallen. Wie die polizeilichen Er- msttlungen ergeben haben, ist der Ueberfall systematisch vorbereitet worden. Sechs Mann drangen in den Laden ein, ein siebenter Komplice stand draußen„Schmiere". Während sich zwei Mann in der Ladentür postierten und die Verkäuferinnen beim geringsten Widerstand mit Erschießen bedrohten, stürzten die anderen vier über die beiden Kassen her und plünderten sie aus. Die Enttäu- schung der Täter war groß, als sie nur etwa 50 M. erbeuteten. Die ganze Bande flüchtete in Richtung Nordbahnhof; die polizeiliche Verfolgung verlief ergebnislos. Ein ähnlicher Ueberfall wurde auf die B o l l e- F i l i a l e in der W i n s st r a ß e 33 um die gleiche Zeit oerübt. Dadurch taucht der Verdacht auf, daß zwischen den beiden Ueberfällen ein Zu- sannnenhang besteht. In der Winsstraße stürmten vier junge Burschen, die sämtlich mit Pistolen bewaffnet waren, in den Laden und r a u b t e n ü b e r 1 0 0 M- Die Banditen flüchteten auf Fahr- rädern und entkamen. Unerlaubte Demonstrat-on. Am 28. März d. I. hatte sich i gegen 21 Uhr in der Müllerstraße ein Demostrationszug von 150 Personen gebildet. Es wurde geschrien:„Nieter mit der faschistischen Regierung!" Zwei Schupo eamten, die sich dem Haufen entgegenstellten, rief man zu:„Ihr seid auch Helfer: schlagt die Bluthunde nieder!" Schließlich gelang es. die Hauptbeteiligten, einen kommunistischen Funktionär W o s g i e n und einen Herbert Krüger, festzunehmen. Das Amtsgericht Berlin-Wedding ver- uneilt« jetzt Krüger zu 5 Monaten Gefängnis und Wosgien zu j 4 Moaten Gefängnis. 0skar MM. 36/Vw � ' Im Saal sind nur Kepka, Wenzel von Duba, Lacemboc, der junge Sternberg, Zizka und der Notar beisammen ge- blieben. Die Rollen im Schauspiel dieser Nacht sind verteilt. Die Herren haben noch ein paar Stunden Zeit, eh' sie an die zugewiesenen Posten treten. Eine gewisse Abspannung ist über alle gekommen. Die Aufregungen und Zerrungen dieses Tages waren so groß, daß es gut tut, eine Weile schweigend in das Licht der Kerzen zu starren. Schläfrig durchschleicht eine Stimme'das Schweigen: „Notar!" „Ja?" „Einen Punkt in der Rechnung hast du ausgelassen!" „Du erschreckst mich, Herr Wenzel!" „Hast du bedacht", sagt langsam der Klotz,„was sein wird, wenn der Hus nicht in die Flucht einwilligt?" „Nein, verzeih es mir Gott, an diese Möglichkeit dachte ich nicht!" Auch Herr Kepka wiegt nachdenklich den Kopf. Seine Glatze nimmt den Schein des Lichts wie einen milden Lam- pion mit. „Wer Jan kennt, muß auf so etwas gefaßt sein. Wenn." „Laßt euch nicht von diesem.wenn' ins Bockshorn ja- gen!" begehrt Zizka auf.„Nachdem die Sache so voran- getrieben ist, steht das Wollen oder Nichtwollen nicht mehr bei ihm, sondern bei uns. Stellt euch seinen Zustand vor! Hus ist so kaputt und geängstigt, so zermürbt und zerdrückt, daß er gar nicht mehr imstande ist, seine Lage zu übersehen. Ihr braucht nur an seinen Weinkrampf heute zu denken. Er hat nicht zu wollen, sondern er muß! Will er nicht, dann eben Gewalt! Wozu gibt es denn Pferdedecken?! Uebern Kopf damit und ihn eingerollt und weggeschleppt wie ein Fardel Leinwand!" Alles lacht über Ziskas gewalttätigen Eifer. Der junge Sternberg, der vor Abmattung am Tisch eingeschlafen ist, lacht mit, aus dem Schlaf heraus. Für die andern ein Grund mehr, noch weiter zu lachen. Der junge Sternberg zuckt mit seinen Gliedern im Traum. Er hat Hus zu schilden, der, als Schweizer Söldner verkleidet, eben an einer Strickleiter über die Stadtmauer klettert. Rasch, rasch, Jan, die Scharwache! Der Magister keucht. Laß ihn keuchen, es geht ums Letzte! Herz, noch eine Minute standgehalten! Drüben, überm Graben, sind schon die Stimmen der Freiheit geboren. Sternberg vernimmt das Getrappel mit entzücktem Ohr. Fort! Fort! Entwische! Der junge Sternberg lacht: Jetzt mögen hundert Schar- wachen kommen. Ha, Hus ist in Freiheit! „Seit mehr denn elf Jahren bin ich gelähmt, Eminenz. Seit mehr denn elf Jahren sitze ich hier an diesen Stuhl ge- fesselt. Seit mehr denn elf Jahren lebe ich vom Altar, kann aber dem Altar nicht mehr dienen. Will ich zum Dom oder zur Probstei, so muß ich mich wie ein hilfloses Kind schleppen lassen. Vier Gesunde sind an mich armseligen Krüppel ge- kettet! Oft habe ich mit Gott gehadert über die Schickung, die er in seinem unerforschlichen Rotschluß über mich verhängte. In langen, schlaflosen Nächten habe ich die Hände gerungen und wider den Allwalter geschrien. Wie Hiob Hab ich gesprochen: Meine Seele verdreußt mein Leben! Und doch, Eminenz, seit ich weiß, was morgen in der Session ab- gehandelt werden soll, segne ich mich dafür, daß ich der Ge- fangene dieses Stuhles bin!" „Hussens wegen „Ja, Hussens wegen, Eminenz! Ich möchte nicht teil- haben am Tode dieses Gerechten!" „Wer sagt dir denn, daß er gerecht ist?" „Ihr selber, Eminenz!" „Irrtum, Irrtum! Wie käme ich dazu?!" „Nicht jetzt, Eminenz, nicht heute, aber doch durch all die Wochen hindurch, da der Prozeß des Böhmen läuft. Was Ihr mir davon berichtetet, war gleichsam Verteidigungsrede. Ich habe Hus noch nie gesehen, noch nie gehört, Eminenz, und doch kenn' ich ihn durch Euer Wort so gut, ist er mir durch Euch in allen, seinen Zügen so gewärtig, als wenn er hier neben mir im Zimmer säße." „Irrtum, Irrtum, Domdekan! Ganz kennst du ihn doch nicht. Heute mag er dir nah sein, wie das Gebirge nach einem Gewitter, morgen ist er verhüllt im schwankenden Nebel und keinem Auge zu greisen. Sieh», mir selber ver- ändert er sich von Stunde zu Stunde. Sein Bild zerrinnt mir wie Wasser unter den Fingern. Es schwanket, ver- dampfet. Wo ich ursprünglich nur Licht sah, und zwar Lichtes die Fülle, sehe ich heute nur Trübung und Schatten!" „Da muß doch ein Anlaß da sein, Eminenz!" „5st auch, ist auch! Zehn Anlässe an Stelle von einem! Du weißt, welche Mühe ich mir gegeben habe, ihn wenigstens den Klauen seiner wütendsten Widersacher zu entreißen. Daß sie auf seinen Tod auswollten und nur auf seinen Tod und auf nichts anderes, das war mir seit der ersten Verhandlung erkenntlich. Die Kirche hat aber kein Interesse daran, daß irgend einer falschen oder bestrittenen Lehrmeinung Mär- tyrer entstehen. Gott will nicht den Tod des Sünders, son- dern daß er Buhe tue und sich bekehre. Praktisch gesprochen: bei Blutzeugen kennt man immer nur den Anfang, den ihre Sache nimmt, nie aber das Ende. Schon aus diesem Grunde habe ich, in meiner Eigenschaft als Vizekanzler, alles versucht, den Prozeß zu einem guten Ende, das heißt, Hus zu einem Widerruf zu bringen." „Er widerruft nicht, Eminenz?" „Er denkt gar nicht daran, und ich Hab ihm die Formel doch wirklich leicht gemacht. Aber was schickt er mir statt seiner Unterschrift zurück? Eine Seite voller Gewissens- bedenken. Ich, der Meinung, diese Skrupel seien zu zer- streuen, schicke ihm sofort einen neuen Brief zu den Bar- füßern. Allerliebster, schreib ich ihm, zum ersten laß dir nicht die falsche Meinung aufdrängen, als ob du mit einem Wider- ntf etwa die Wahrheit verdammest. Denn nicht du, sondern diejenigen verdammen sie, die gegenwärtig deine und meine Oberen sind. Holte dich an das Wort: Du sollst nicht klüger sein wollen als andere. Auf diesem Konzilium sind kluge und gelehrte Männer genug, die ebenfalls Eewissensbedenken haben, nicht nur du. Jedenfalls: Mein Sohn, hör das Ge- bot deiner Mutter! Zum zweiten: wegen des Meineides, den du befürchtest. Selbst wenn dieser von dir verlangte Eid ein Meineid wäre, so liegt er nicht auf dir, sondern aus denen, die ihn von dir fordern. Augustinus, Origines, Magister Senientiarum und andere irrten doch auch; dennoch bekehrten sie sich mit Freuden. Auch ich vermeinte des öftern. ich ver- stünde ein Ding gar wohl uizd fehlte doch darin. Wurde ich darum gerügt, kehrte ich wieder mit Frohlocken. Item, ich schreib kurz und bündig, denn ich denke, ich schreib zu einem Berständigen: Mit einem Widerruf wirst du nicht abweichen von der Wahrheit, sondern im Gegenteil zu der Wahrheit gehen. Mit einem Widerruf wirst du nicht falsch schwören, sondern du wirst bessern. Mit einem Widerruf wirst du nicht andern Aergernis geben, sondern du wirst aufbauen. Mar- tyrium ist herrlich. Nichtsdestominder ward Paulus in einem Korb über die Mauer gelassen, damit er seinen Feinden ent- rönne und noch Nützlicheres ausrichte. Auch dir gebührt noch. um des Glaubens Christi zu streiten."(Forts, folgt.) Der geheimnisvolle Leo Und die geheimnisvolle Turbine im Matuska-Prozeß Wien. 16. Älni. Die Vernehmung des Zeugen Leo Schabenski!n dem Prozeß gegen den Eisenbahnattentäter Matuska, der in Motuskas Geistergcfchichten ein« so grcße Rolle spielt gestaltet sich sensationell. Schabenski war sricher Maschineniabrikant, jetzt ist er technischer Konsulent einer Zündschnurfabrik. Er lernte Matuska im Jahre 1927 kennen: Matuska oerhandelte mit ihm wegen eines Patents, das er angeblich erwerben wollte. Matustas Frau teilte ihm eines Tages mit, daß ihr Mann seit Tagen verschwunden sei. Aus Anraten des Zeugen erstattete sie eine Vermißtenanzcige. Unerwartet erschien Matuska jedoch und erklärte, er sei in Berlin gewesen. Matuska hatte damals das erste mißglückte Attentat in Jüterbog hinter sich.„Er machte auf mich einen merkwürdigen Eindruck nach dieser Rückkehr", erklärt der Zeuge.„Er schien vollkommen verstört und aschgrau. Mir sielen seine eigenartigen Seitenblicke aus und ich fragte ihn: Was ist Ihnen in Deutschland passiert?"„Etwas Schreckliches", erwiderte er, streifte seine Hose empor und zeigte mir sein vollkommen geschwärztes Bein. Was mit ihm geschehen war, wollte er nicht sagen, aber er verlangte, daß ich ihm Ekrasit beschasse. Ich meinte daraus:„Beichten Sie, erleichtern Sie Zhr Gewissen!" »Geist" Leo als Zeuge— die Sensation des Tages. Matuska blieb aber stumm. Mir kam das alles sehr verdächtig vor, und ich rief einen bekannten Kriminalbeamten an. Aus dessen Rat erstattete ich bei der Polizei die Anzeige und erklärte bei dieser Gelegenheit(es war noch vor dem Jllterboger Attentat, das Matuska beim zweiten Versuch geglückt war):„Wenn dieser Mann lein Verbrecher ist, dann lasse ich mir den Kops abschneiden."(Be-- wegung im Saal.) Auch bei anderen Gelegenheiten hotte Matuska Aeußerungen fallen lasten, die mich in meinem Verdacht bestärken mußten. Als die K ü r t c n- A f f ä r e in der Oesfentlichkeit so großen Staub aufgewirbelt hatte, wurde ich eines Tages von Matuska mit den folgenden Worten angeredet:„Haben Sie schon gelesen? Der Kürten hat gestanden. Eigentlich ist er ein dumnier Kerl. Ich würde in einem solchen Falle niemals gestehen." Ein anderes Mal machte mich Matuska auf der Straße auf ein Plakat der Bundesbahndirektion aufmerksam, auf dem die Belohnung für die Ermittlung des Attentäters von Ansbach ausgeschrieben war. Matuska sagte zu mir:„Da könnten Sie sich ein schönes Stück Geld oerdienen." Ich fragte:„Wie meinen Sie das?"„Na, wenn Sie den Attentäter der Polizei anzeigen."—„Wie kann ich den wissen, wer der Attentäter ist?" fragte ich. Daraus Matuska:„Ich bin der Allenlätcr!" Ich sagte noch unwillig:„Machen Sie keine Witze!" Matuska grinste höhnisch und ging dann auf ein anderes Thema über." Vors.: Run, Matuska. was sagen Sie dazu? A n g e k l.: Es ist alles richtig. Vors.: Matuska behauptet, daß Sie aus ihn einen suggestiven Einfluß ausgeübt haben und ihn auch als„Geist" verfolgt hätten. War in den Gesprächen zwischen Ihnen je von einem Geist die Rede? Zeuge: Nein, niemals.— Jfirf Beiragen des Gerichts erklärt der Zeuge, daß er früher an Matuska die Grimassen und das Zungeherausstrecken nicht bemerkt habe. Matuska wird wütend und erklärt, der Zeuge fei übrigens gar nicht der richtige Geist. Dieser sei nämlich ein gewisser Leo Schlesinger, der schon seit langem verstorben sei. Der Zeuge K o h a n hatte gemeinsam mit einem Ingenieur* Klein und Matuska die Fabrik in Pattendorf gekauft. Er erklärt, Blatuska sei manchmal von einer förmlichen vemolierungswul besessen gewesen. Er sei aber auch jeden Sonntag in die Kirche gegangen und habe dies damit erklärt, daß er für seine wunderbare Rettung be, Bia Torbogy Gott danken müsse. A's dann ein ehemaliger Angestellter Matuskas als Zeuge erscheint, springt Matuska auf. „W o ist Turbine? Haben Sie mein Turbine mitgebracht?" Zeuge(gemütlich): Na ja, i Habs mitbracht. Cr geht auf den Korridor Hivaus und bringt dann ein Monstrum von einer B l e ch k o n st r u k t i o n hereingeschleppt: ein eineinhalb Meter langes, plxintastisches Weißblechgestcll, dessen Miitelstück aus etwa 50 propellcrortig aneinandergereihten Schaufeln besteht. Matuska beginnt zu dozieren: Dos, meine Herren, wird in Donau gesteckt, ganze Donau koml�tt I>och, Propeller drehen sich schrecklich rasch und ganze Bahn bekommt Elektrizität. Das ist erstes Erfindung auf der Welt, beste Erfindung. Aber, wo ist mein zweites Erfindung, Tur- bine für langsame Wasser.(Er erblickt einen kleinen?spporat mit' dem Gerichtstisch.) Ha, da ist er! Das ist, b'ttfchön, Turbine, wenn Wasser longsam koinnit." Matuska wendet sich dann wieder an den Zeugen: Hab ich nicht gesagt, wir machen Goldinflotion uich nicht dumme Schillinginflation? Und dann wird ganzes Welt gerettet sein! Als ein Zeuge erklärt, er habe Matuska vor dem Attentat in Via Torbagy mit einem Mann im Zug gesehen, fragt der Vor- sitzende Matuska: Wer war das? Matuska: Das sollte der Leo sein. Aber weil Leo nicht existiert, dann war es der Niemand.(Heiterkeit.) Damit ist die Verhandlung beendet: sie wird heute um 9 Uhr sortgesetzt und dürfte mit der Vernehmung der Frau Matuskas einen Höhepunkt des Prozesses bringe». Möglicher- weife wird dos Urteil schon heute abend gefällt werden. Achtun® EVC.I 20 Uhr,»ra CecHlemaal der Knumcr�älc, IV.Itcwcr Sirahe 1—4 SPD.- FunkHonärkonferenz Besiimmte und pfinkiliche Anwesenhett aller Fanktionfire Ut eriorderiieh. Das öetr lehssekretariai. Störung auf der Stadtbahn. Stromschienen durch Entgleisung durchgerissen. Durch die Entgleisung des Triebwagens eines 5l.-Bahn-Zuges wurde gestern auf der Stadtbahn eine schwere Betriebsstörung verursacht, deren Folgen erst gegen 10 Uhr vor- mittags wieder behoben waren. Um 4,58 Uhr entgleiste kurz hinter der Station S ch l e s i s ch e r B a h n h o s der Triebwogen des L.-Bahn-Zuges 2831. Der Führer Otto R e s ch k e erlitt durch Glassplitter Verletzungen am Kops und an den Hstnden. Der entgleiste Wagen sprang so unglücklich aus den Schienen, daß die Stromkabel des Abschnitts Wartschauer Straße— Alexanderplatz abgerissen wurden. Dadurch wurde die ganze Strecke auf Stunden lahmgelegt Durch einen Pendel- verkehr konnte der Betrieb später wieder notdürftig aufgenommen werden. Die von Westen kommenden Züge fuhren bis Alexander- platz und die von Osten kommenden bis Warschauer Straße. An der Unfallstelle war in der Zwischenzeit eine größere Arbetterkolonne mit den Wiedereingleisungsarbeiten und der Wiederherstellung der zerrissenen Kabel beschäftigt. Um 10 Uhr waren die Arbeiten so weit gediehen, daß die Störung behoben und der Betrieb nach allen Richtungen wieder planmäßig aufgenommen werden konnte. Die Ursache der folgenschweren Entgleisung ist noch Gegen- stand der Untersuchung. Warnung des Reichsbanner-Gouvorstandc».„Es wird vor Schwindlern gewarnt, die Reichsbannerkameraden in chrer Wohnung aufsuchen und sich angeblich im Austrage des Gauvorstandes Aus- rüstungsgegenstände sowie Schriftstücke aller Art vorlegen und aus- händigen lassen wollen. Die Schwindler treten mit einem g e f ä l s ch- ten Ausweis auf. Wir machen ausdrücklich darauf aufmerksam, daß derartige Aufträge vom Gauvorstand nicht erteilt sind und bitten, bei einem erneuten Versuch die Schwindler festnehmen zu lassen." welleraussichten für Berlin. Trocken, vorwiegend heiter, nachts sebr kühl) am Tage wieder etwas wärmer, frische bis mäßige Winde aus nördlicher Richtung.— Für Denlschland. Im Osten und Süden meist bewölkt und stellenweise Niederschläge: im übrigen Reiche trockenes und vielfach heiteres Wetter, nach kühler Nacht am Tage wieder etwas wärmer. kinfendungen für btefe Rubrik ftnd Berlin SW 68. Lindenitraße 3 Parteinachrichten Groß-Berlin fiel» an Das Bezirkssekretarmi 2. Hof. 2 Trennen rechts, zu richten Begiicu aller Veranstaltungen lS'/b Uhr, sofern keine besondere Zeitangabe! 4. und o. ftreis. Sonntag, 19. Juni, ab 15 Uhr, Sommerfest im Saalbau Friedrichshain. Dopvettonzert, Bühnenschau usw. Eintritt einschl. Steuer aO Pf., auch an der ftaffc. Eintritt für Erwerbslose und Jugendliche 59 Pf. Vorverkauf nur bei den Bezirksführern. Alle Anhänger der„Eisernen Front" sind zu diesem Sommerfest herzlich eingeladen. 24a. Abt. Freitag, 17. Juni, ab 18 Uhr. Flugblattverbreitung. Ausgabe nur bei Köhler. 32. Abt. Heute 29 Uhr bei Hübner, Paul-Singer-Str. 65. Funktionärsitzung. Die Gruppenleiter haben die Anzahl und die Lokale für die Flugblätter und„Unser Weg" anzugeben. 85. Abb. Sonnabend, 18. Juni, IS Uhr, erweiterte Borstandssitzung bei Pommerening. 95. Abt. Sonnabend, 18. Juni, von 17—19 Uhr. bei Keil, Prinz-Handjerp. Straße 38, Flugblatt, und Materialausgabe an-alle Genossen sowie Schul- obleute und Elternbeiräte, die bestimmt erscheinen müssen. lHh. Abt. Sonntag, 19. Juni, veranstaltet die Abteilung im Garten des „Lindenpark", Ehausseestr 18, einen geselligen Nachmittag mit gutem Pro. gramin: Konzert, Tanz, Kaffeekochen. Unkostenbeitrag 40 Pf. einschließlich Tanz. Kinder 10 Pf.. Erwerbslose erhalten Freikarten durch den Ab. teilungskassierer. 104. Abt. Sonnabend, 18. Sunt, ab 15 Uhr, Flugblattverbrettung von Pamp, Hasselwerderstroße. aus. 10«. und 108a. Abt. Die Genossinnen und Genossen werden gebeten, an der Sonnenwendfeier der Kinderfreunde Köpenick am Sonnabend. 18. Inni, Beginn 16 Uhr. auf dem Sportplatz Eiche, Wendenschloßstratze. teilzu- nehmen. Eintritt 30 Pf. Programm: Sviele. Kasperle-Theater, bei Eintritt der Dunkelheit Sonnenwendfeuer. Rezitationen, Gesang und Sprechchor. Gelegenheit zum Kasfeekochen ist vorhanden. 2 Liter 50 Pf. 115. Abt. Zu der am 21. Juni, inv* Uhr. bei Hempel, stattfindenden Abrechnung wird gebeten, alles nachzukossieren. Arauenveranstoltungcn. 128. Abt. Zur heutigen Besichtigung des Magnus-Hirsöifeld-Institutes, Sn den Zelten 9a, 20 Uhr, sind noch Karten dort zu haben. Arbeitsgemeinschaft der kinderfreunde Groß- Berlin. » Heute 20 Uhr Vollversammlung der Zeltlagerhelfer in der Schule I: Kalser.Friedrich-Str. 4. J Fricdrühshain: Helfer und Rote Falken, welche zur Sonnenwende � Naturfreunde an den Uederses mitfahren wollen, treffen sich Sonnabend 18 Uhr Landsberger Platz. Kosten 1,30 M. Montag 17 tlhr erscheinen alle Roten Falken, welche Stafette lausen wollen. im Krftshoim.— Abt. Landsberger Platz: Die Radfahrergruppe trifft sich Sonnabend 17 Uhr Falkcnecke zur Fahrt nach dem Uedersee. Kosten 30 Vf. Alle anderen Falken fahren Sonntag nach Köpenick. Treffen 7 Uhr ?sarkeneckk. Kosten 20 und 10 Pf. Falken anderer Abteilungen sind will. ommen. Ende IJU? Uhr.— Margarete Wengels: Nestfalken Treffen Sonntag 7 Uhr vor dem Heim zur Fahrt nach Köpenick Kosten 10 und 20 Pf. Kreuzberg: Wir treffen uns am Sonnabend um 15 Uhr�vor dem Görlitz er Bahnhof. Leitung: Heinz Hopka. Kosten 8V Pf. Nachzügler Sonntag um 7 Uhr Görlitzer Bahnhof. Leitung: Herbert Kiunke. Kosten 60 Pf. Tempelbof: Wir beteiligen uns an der Dampferfahrt der Partei. Abfahrt 9 Uhr Schillingbrückc. Ebarlottenburg: Die Eltern werden gebeten, die ausgegebenen Fragebogen ausgefüllt bis Sonnabend abzuliefern.— Voranzeige! Donnerstag. 23. Juni, 19% Uhr. im Heim Rosinenftr. 4. Versammlung der Eltern der Jung, und Roten Falken. Reukölln: Heute. Freitag, treffen sich die Nestfalken aller Gruppen 17 Uhr in der Karl. Marx. Schule.— Abt. Kurt Eisner. Rote Falken: Wir sind heute. Frei. tag. 171� Uhr, in der Hcrtzbergschule. Zeltlager-Evrechstundc heute 18*4 Uhr ebenda.* Die Ieltlagerformular.e müssen unbedingt ausgefüllt zurückgegeben werden. Reftlalken 15 Uhr Karl. Marx Schule. Ueben.— Abt. Lichtkämpfer: Iungfalkeu beute 17 Uhr in der Sonnenallee. Zeltlagerteilnehmer morgen. Sonnabend. 15 Uhr. Zusammenkunft in der Baracke. Köpenick: Alle Falken treffen sich heute um 17 Uhr Badeanstalt Garten- straße, 5 Pf. mitbring'-n. Zur Sonnenwendfeier auf dem Svortulatz Eiche treffen wir uns um 15 Uhr Bhf. Köpenick. Turnschuhe nicht vorgessen. Abt. Lichtenberg. Nord: Morgen. Sonnabend, gehen wir baden nach Oranke- lee. Treffpunkt 2� Uhr Siegfried- Ecke Wagnerftraße. SozialistisKe Arbeiterjugend Groß-Verlin Einlendungcn»ür diese Rubrik nur an das Lugends-'kretartat Berlin SW 68 Lindenstraße 2. vorn 1 Treppe rechts. heuie, Freitag. 20 Uhr. Brkonaplatz: Elikabetbkirchstr. 19:„Sexuelle Fragen".— Gewerkschaftshaus: Köpenicker Str. 95: Bunter Abend.— Rosenthaler Vorstadt: Tieckstr. 18; Lieder. abend.— Zentrum: Waisenstr. 18:„Unser Kampf um Jugend schütz".— Hansa: Bochumer Str. 8d: Lichtbilderabend.— Moabit 1: Woldenserstr. 20;„Tages- pylitik".— Moabit II: Bremer Str. 69— 70:„Freikörperkultur".— Sportpalast: Genthiner Strabe: Schachab"�.— Gesundbrunnen ll: Koloniestr. 8:„Kamerad. schast, Liebe, Ehe".— Ar-iimolab: Sonnenburgcr Str. 20:„Tagesvolitik".— Arnswalder Platz l: Schönlanker Str. 11, B. 3:„Ursachen der Wirtschaftskrise". — Balkan: Mondelstr. 2:..Tagespolitik".— Falkplatz O• Sonnenburger Str. 20; Arbeitsgemeinschaft.— He�mbolxulatz: Kastanienallee 81: Brettsvielabend.— Hohenschönhausen: Freienwalder Str. 6:„Sozialistisches Programm der Nack?» kriegszeit".— Nordosten l: Danziger Str. 62:„Jugend in Not", II.— Weißen- sec: Caselcr Str. 2:..Mit uns zieht die neue Zeit"(Lichtbilder).— Baltenplatz: Tilsiter Str. 4—5: Bunter Abend.— Frankfurter Viertel: Frankfurter Allee 307: „Hppnose und Suggestion"— Friedricklsbain: Diestelmeperstr. 5:..Was ist Marnsmus?"— Petersburger Viertel: Ebertpstr. 12: lO-Minuten-Referate.— K?ralauer Viertel: Goßlerstr. 16: Alt �Berlin er Abend.— Warschauer Viertel: Litauer Str. 18: Siedcrobend— Warschauer Viertel. R. F.- Litauer Str. 18: „Was wir wollen".— Luilenstabt: Wassertorftr. 4:..Die Feuerwehr".— Friedenau: Offenbacher Str."-i: Uebcn.— Schon- berg I: Haupt str. 15;„Proletarische Literatur".— Schoneberg ri: Hauptstr. 15:„Faschismus", 1.— Ehar- lotteubur": Rosinenftr. 4:..Tagespolitik".— Eharlottenbnrg'Süd: Goethestr. 11; „Die politische Lage".— Eichkamp- Schule:„Ursache und Behebung der Welt. Wirtschaftskrise".— Lichterfelde: Albreckststr. 14a:„Gewerkschaftafragen".— Britz: Parchimer Allee: Spielen aus dem Schulhof.— Renkölln l: Sonder. Ecke Hobrechtstraße:..Was ist Marxismus?"— Neukölln ll: Sportvark.— Neu. kölln lll: Spaziergang.— Neukölln IV.- Kanner Straße:„Heidelberger Pro. gramm", ll.— Neukölln vxi: KMS.:„Gemer�cha�ten und Streik".— Neu- fölln IX: Turnen.— Neukölln>- Sportpark. Platz 5.— Neukölln 57: Flug. bafenstr. 6�:„Afrika".— Vanmschulevmeg: Ernstsir. 15:„Politische Zeitongs. schau".— Schöneweide N: Berliner Str. 31: Arbeitsgemeinschaft. 71.— Treutow: Elsenstr. 3:„Kriegsgefahr".— Bohnsdorf: Außenspiele.— Falk-mderg: Bade. abend.— Köpern-? I: Grünauer Str. 5;..Gefchicbte. der Partei vom Kridge bis beute", lll.— Köpenick N: Dahlwitzer Str. 15: ,§ 218".— Hermsdorf: Roon. straße: A rbeif s ge m ein'cb a.— Reinickendorf 5>st: Lindau er Str. 1:„Mit Kamera und SchreUnaalchine durch Europa".— Wittenau: Hauvtstr. 13: Schall. vlattencibend.— Buchhol�z Spielen auf dem Rämerplatz.— Riederschönhausen: Lindenstr. 47:„Was wollen wir Jüngeren?" Werbebe�irk Lichtenberg: Mitgliederversammlung. Gunter str. 44:„Einheits. front". Referent Erich Schmidt. Gruppenleiter müssen bereits um 19 Uhr an. wefend sein. Werbebe-irk Pankow: Morgen. Sonnabend, Sonnenwendfeier in Buch. Treffpunkt 21 Uhr Bhf. Duck). Fahnen mitbringen. Genossen anderer W.-B. sind eingeladen. Vvrkrage, Vereine und Versammlungen # Reichsbanner„Schnjarz-Rot-Goid" Gelchälts stelle: Berlin 6 14, Sebaftionstr 37—38 ?Tr. Tiergarte«(Ortsverein): Freitag, 17. Juni, 20 Uhr, Vollverfamm. lung im Volkshaus, Patzenhofer. Turmstraße. Referat:„Unsere Aufgabe im Wahlkamyf." Buch kon trolle.— Mitte, 4. Kameradschaft: Achtung. die für den 18. und 19. Juni angesetzte Ausfahrt findet nicht statt! Sonnabend, 18. Juni, ab 15 Uhr, Schießplatz Friedrichsfelde.— Lichtenberg-. Freitag, 17. Juni. 20 Uhr. hoben Mitgliederversammlung in den bekannten Lokalen dre Kameradschaften Friedrich.sfelde. Boxhayen,- Gustav Tempel, Rummelsburg und Travevlotz.— Ncini�endorf-Ost lK-'M-radschatt): Freitag. 17. Juni, 20 Uhr, Mitgliederversammlung bei Kasten, Winterstraße. Interessenvertretung Selbsthilfe der geschädigten Auslands-, Kolonial, und Grenvlandsdeutschcn e. D., Berlin. Montag, 20. Juni, 20 Uhr, im Hackeschen Hof, Rosenthaler Str. 40— 41, Monatsversammlung. Arbeitsgemeinschaft für Forstschutz und Naturkunde E. V. 183. Arfo-Wande. rung. Sonntag, 19. Juni. Botanische Wanderung: Woltersdorfer Schleuse— Ost. ufer des Kalksees, 10 Kilometer. Führung: Rektor M. Scheuerl. Treffpunkt 9 Uhr Endhaltestelle der Elektrischen Straßenbahn in Woltersdorfer Schleuse. Abfahrt vom Bahnhos Rahnsdorf mit Stroßenbahn 8.40 Uhr. Nach dem ersten Abschnitt Kilometer) Gelegenheit, mit der Straßenbahn zurückzufahren. Mitglieder frei, Gäste 30 Pf. EneHsb Conve-sattonal Club founded 1878. Meetings every Friday 8 p.m. Cafe Könte, Leipziger Straße 1 IT'IIS Lectnrer: Mr. G Bulman-Smith M A. on „A Peep behind the Scenes44. Guests, Ladies& Gentlemen are welcome Der frische Apfel in flüssiger Form. Ein erquickendes Getränk von köstlichem Wohlgeschmack, frei von Alkohol— reich an Vitaminen.� Gegen den Durst— für die Gesundheit— für den Sport— für die schlanke Linie. Deutsche Lusthansa 1931. ErhöhterAnteil der öffentlichen Beihilfen /Aber sorgfältige kaufmännischeKührung Trotz Devifensperren, Ausfuhrbeschränkungen und Reiseerschwe- rungen hat die Deutsche Lufthansa A.-G., Deutschlands einzige Graß- kuftoerkehrsunternehmung mit 25 Millionen überwiegend ösfent- lichem Kapital, sich im Jahre 1331 mit ihren Verkehrsziffern gut behauptet. Es wurden Im Plan- und sonstigen Erwerbs- verkehr noch 8,98 Millionen Kilometer gegen 3,43 Millionen Kilo- meter im Vorjahr geflogen. 82998 Fluggäste befördert gegen 76 834 swiemel Nichtzahlende waren darunter? Anregung für den nächsten Geschäftsbericht. D. R.) 22,1 Millionen(20.6) Fluggast-Kilometer, 229 262(216 010) Gepäck-Tonnen-Kilomster, 539 121(537 789) Fracht-Tonnen-Kilometer und 157 295(168 959) Post-Tonnen-Kilometer gezählt. Den Rund- und Sonder- f l u g b i e n st benutzten 20 908 Fluggäste. Die Einnahmen gingen um 4,3, der Aufwand aber um 8,1 Prag, zurück, um weitere 2 Millionen Mark gegen 1930, nachdem 1930 gegen 1929 der Aufwand um 5,5 Millionen Mark gesenkt worden war. Die gesamten Personalkosten wurden von 3,48 auf 8,92 Millionen Mark, oder um 5,93 Proz. verringert, der Sachaufwand(bei 30prozentigem Anteil an den Kosten) um 10,3 Proz. Die neuen Betriebsstoffzölle und-abgaben verhinderten weitere, sonst mögliche Einsparungen von 800 000 M. Beschäftigt waren Ende 1931 noch 1826 Köpfe gegen 1871 Ende 1330. Durch Einführung der Kurzarbeit(15 Proz. nach der Zeit mit 9 bis 10 Proz. Einkommensabzug, also nicht vollem Abzug) wurden 210 bis 220 Mann mehr in Beschäftigung gehalten, als es nach der Betriebslage notwendig war. Bemerkenswert die Verschiebungen in der Personal- zahl von 1329 bis 1931: Fliegendes Personal stieg von 252 auf 259, Angestelltenpersonal sank von 718 auf 634, gewerbliches Personal von 1177 auf 927 Mann, leitendes Personal von 10 auf 6 Mami, davon 2 Vorstandsmitglieder. Bemerkenswert auch: das Durchschnittsgehalt der Flieger(es ist bis Ende 1931 sehr hoch geblieben, wird aber 1332 für das subjektive Empfinden und die Einkommensdisposilion wohl zu plötzlich um rund 40 Proz. gesenkt) blieb von 1929 bis 1931 durchschnittlich bei 1100 M. monatlich, während der gezahlle gewerb- liche Durchschnittslohn ganz erheblich zurückging. Sämtliche Vorstands- und Aufsichtsratsbezüge (letztere sind nur Aufwandsspesen) betrugen nach dem Geschäfts- bericht 35 970 M. Auf die Vorstandsmitglieder kamen davon rund 70 000 M. und 12000 M. Tantieme aus 1330. Auch die Direktoren- gehälter sollen 1332 um 40 Proz. gesenkt werden. Für gute technische Arbeit spricht, nachdem Flugzeug- Unfälle schon innner sellener waren al» Eisenbahnunsälle(auf ge- fahrene Kilometer bezogen), der starke Rückgang der Unfall- Ziffer: ein Flugunfall mit Personenschäden kam 1326 noch auf 426 000, 1928 noch auf 769 000, 1930 noch auf 1,51 Millionen Kilo- meter; 1931 nur mehr auf 2,89 Millionen Kilometer. Die Zahl der F l u gz e u g b e sch ä d i g u n g e n sank gegenüber 1930 um 14,8, gegenüber 1929 um 50,5 Proz. Es scheint auch kaufmännisch gute Arbeit gemacht worden zu sein. Wie man für 1931 die Gewinnrechnung und auch die Bilanz aufgegliedert hat(14 statt bisher 4 Posten in der Aus- gabenrechnung, 20 statt bisher 12 Posten in den Aktiven, mit neuer Angabe aller Zu- und Zlbgänge) spricht mindestens dafür, daß man Pu b l i z i t ä t nicht scheut. Daß der Anteil des Anlagever- mögens an der Bilanzsumme trotz Vermehrung des technischen Apparats von 48,3 auf 44,7 Proz. gesunken, der des Um'.mlf- Vermögens von 43,5 auf 48,6 Proz. gestiegen ist. trotz des Rückgangs der Einnahmen, und daß der der laufenden Verbindlichkeiten von 9,7 auf 7,8 Proz. sank, spricht ebenfalls für ernste kaufmännische Bemühung. Nach wie vor bleibt der S u b v e n t i o n s a n t e i l bei der Kostendeckung sehr hoch. Ein geslogener Kilometer kostete 1931 3,02 M. gegen 3,01 im Jahre 1380. Davon kamen auf eigene Ein- nahmen nur 1,05 M. gegen 1,14 M, 1330, aus den Flugdienst- einnahmen immerhin 72 Pf. gegen 70 Pf. im Jahre 1930, so daß die Verschlechterung auf den Einnahmerückgang aus Material- v-rkäufen entfällt(nur 33 gegen 44 Pf. je geflogener Kilometer). Eigenen Gesamterträgen von 9,58(10,86) Millionen Mark stehen zur Deckung aller Kosten und Abschreibungen 17,70(17,80) Mil- lionen Mark öffentliche Beihilfen gegenüber. Luftverkehr ist also noch ein sehr teurer nationaler Sport, bei dem es nicht froh stimmen kann, das gerade die Leute fliegen und ihr Vergnügen mit öffentlichen Beihilfen subventioniert erhalten, die sichs leisten können. Immer ist die Frage noch ungelöst, wie die breiten Massen, die den Haupt- enteil der Subventionen aufbringen, wenigstens zu sehr billigen Rundflügen kommen können. Erhöhter Exportüberschuß im Mai. Oer Absturz von Ein- und Ausfuhr.— Oie Kehrseite verrückter Handelspolitik. Die Entwicklung, die der.deutsche Außenhandel im Mai ge- > ommen hat. ist äußerst unerfreulich. Wenn der Ausfuhr- Überschuß von 45 Millionen Mark im AprU auf 8 7 Mil» lionenMarkim Mai gestiegen ist, so ist das im Interesse unserer Devisenbilanz zu begrüßen. Aber das darf nicht über die Totsache hinwegtäuschen, daß der G e s a m t u m f a n g des Außenhandels abermals gesunken ist, daß die Erhöhung des Ausfuhrüberschusses nur darauf zurückgeht, daß die Einfuhr noch stärker als die Zlusfuhr abgenommen hat. Für die Beschäftigung der deutschen Dolkewirtschost muh man daraus die ungünstigsten Rückschlüsse ziehen, um so mehr, als der Hauptteil des Einfuhrrückganges bei den R o h st o f f e n zu verzeichnen ist. Wir wollen hoffen, daß die Papen-Regie- r u n g die Aenderung der Außenhandelsziffern auf das genaueste verfolgt, damit sie erkennt, wie lebenswichtig für die deutsche Ge- samtwirtschast die vorsichtigste Behandlung handelspolitischer Fragen ist. Außenhandel im TNai(in Millionen Mark) Die Einfuhr ist auf 351 Millionen Mark, gegenüber AprU um 76 Millionen Mark, zurückgegangen. Damit ist die bisher niedrigste Einsuhrziffer vom März noch um 12,5 Millionen Mark unterschritten: mengenmäßig Entspricht die Maieinsuhr der- jenigen vom März An dem Einfuhrrückgang sind die Rohstoffe mit 44 Millionen Mark(das find 20 Proz der gesamten Rohstoff- einfuhr!) und die Lebensmittel mtt 27 Millionen Mark (16 Proz der Lebensmitteleinfuhr) beteiligt. Di« Ausfuhr belief sich im Mai auf 438 Millionen Mark, unter Hinzurechnung von 3 Millionen Mark Reparations-Sachlieje- rungen auf 447 Millionen Mark. Gegenüber April bedeutet das einen Rückgang um 34,5 Millionen Mark, von denen 14 Mil- lionen Mark auf Rohstoffe(gleich 15 Proz. der Rohstoff- ausfuhr) und 17 Millionen Mark auf Fertigwaren(4L Proz) entfallen. Bei diesen ist der Rückgang im Export der Textil-, Maschinen- und chemischen Industrie eingetreten, während die Eisenindustrie(Russenaufträge!) eine oermehrte Aurfuhr zu oerzeichnen hatte. Die deutsch« Ausfuhr ist gegenüber dem Höchststand(Oktober 1929) mengenmäßig auf die Hälfte zurückgsgai>gen. Die Fertiawarenausfuhr belief sich im Mai aus 356 Millionen Mark gegenüber einem Monatsdurchschnitt von 615 Mil- lionen Mark im Jahre 1931 und von 753 Millionen Mark im Jahre 1330, wobei allerdings zu berücksichtigen ist, daß die Preise inzwischen erheblich zurückgegangen sind. Die allgemeine Absperrungspolitik hat dahin geführt, daß die deutsch« Handelsbllanz mit dem britischen Imperium jetzt passiv ist. Wenn die Aussuhr nach den Niederlanden weiter stark gesunken ist, so sollte das eine deutlich« Mahnung sein, daß man die besten Kunden nicht durch törichte Zollmaßnahinen v e r< ärgern darf. Außenhandelszisfern Januar bis Tl�ai(in Millionen Mark) Unsere zweite Tabelle zeigt, wie stark der deutsche Außen- Handel in den letzten Jahren zurückgegangen ist. Auch unter Berück- sichtigung der Preisrückgänge ist der Außenhandel in den ersten fünf Monaten des Jahres 1932 noch gerade halb so hoch wie in den Jahren 1328 und 1923. Der besonders starke Rückgang der Einfuhr entspricht der zunehmenden Berschlechtcrung in der Beschäftigung der deutschen Industrie, wenn auch ein Teil des Rück- ganges auf die Abnahme der Getreideeinfuhr zu rechnen ist. Diese erschreckende Schrumpsung des Auhenhandelsumfanges ist eine Folge der unsinnigen Absperrungspolitik in aller Welt. Noch unsinniger aber und im Interesse der deutschen Gesamtpolitik absolut zu v e r u r te i l e n ist die Art, wie in den legten Jahren deutsche Regierungsstellen diese Absperrungen teilweise durch rigorose Zollerhöhungen hervorgerufen haben. Soll das so weiter- gehen? Zerstörung des Welthandels. Ueberall im Mai riesige Rückgänge des Außenhandels. Die Einfuhr nach Frankreich Ist in den ersten fünf Monaten 1332 im Vergleich zu dem gleichen Zeitraum des Vorjahres um 6,6 Milliarden zurückgegangen und erreichte einen Wert von 12,7 Milliarde» Frankel. Die Auefuhr zeigt einen Rückgang um 5,2 Mil- liarden auf 8,5 Milliarden Franken Im Laufe des Mai wurden Waren im Werte von 755 Mill. Lire noch Italien eingeführt und für 544 Mill. ausgeführt. Im vorigen Jahr betrugen die entsprechenden Zahlen 1 068 lRill. und 816 Mill. Im Laufe der fünf ersten Monate dieses Jahres zuiammen erreichte die Einfuhr etwa 3,7 und die Aussuhr 2.7 Milliarden Lire, während sie in der Berichtszeit des Vorjahres 5,2 bzw. 4 Mil- liarden Lire betrug. In der T s ch e ch o s l o w a k e i betrug der Wert der Einfuhr im Mai 636,2 Mill. Kronen gegen 954,5 Mill. im Mai des Vorjagres: der Wert der Ausfuhr belief sich auf 637,8 gegen 1 094,4 Mill. Kronen im Mai 1931. Die tschechoslowakische Handelsbilanz war somit im Mai 1932 mit 1,6 Mill., im Mai des Vorjahres mit 139,9 Mill. Kronen aktiv. Für den Zeitraum Januar bis Mai 1932 ergibt sich ein Passiosaldo von 126 Mill., während für die gleiche Periode des Vorjahres ein Aktivsaldo von 778 Mill. Kronen aufgewiesen wurde. Der Wert der Ausfuhr der Vereinigten Staaten beinig 132 Millionen Dollar gegenüber 203 370 000 Dollar im Mai 1931. Die Einfuhr belief sich in der gleichen Zeit auf 112 Millionen gegen- über 179 694 000 im Mai 1331. Zurück zum Handelsve irag! Stimmen der Vernunft in Frankreich. Daß eine Beschränkung der Einfuhr notwendigerweise einen Rückgang der eigenen Ausfuhr zur Folge hat, diese Erkenntnis bricht sich langsam Bahn. In Frankreich mehren sich die Stimmen, die eine Rückkehr zu Freihandel und Handelsvertrags- Politik fordern. So hat der französische Großindustrielle und frühere Vorsitzende des Zollausschusies Fougere in einer Eingabe an den Minister- Präsidenten Herriot sich gegen die Kontingentierungs- Politik ausgesprochen. Kontingentierungen, das sind Festsetzungen von Höchstmengen für die Einsuhr, seien nur vorübergehend möglich. Notwendig sei der Zlbschluß von Handelsverträgen auf Gegensettigkeit mit den Ländern, die Frankreich einen Absatz- markt bieten könnten. Der ehemalige Unterstaatssekretär G i g n o u x fordert im Interesse der französischen Aussuhrindustrie, daß der„normale Rhythmus des Warenaustausches" wieder hergestellt werde. Die Fachzeitschrift„Agence Economique et Financiere* kommt bei einer Untersuchung des französischen Außenhandels zu dem Schluß, daß nur eine fortschreitende und rationelle Rückkehr zum Freihandel der französischen Ausfuhr genügende Erleich- tsr'-g schaffen könne...... Mannesmann beffer beschäfiigt. Folge der Russ:naufträge- Eine optimistische Verwaltung Auf der Generalversammlung der Mannesmannröhre»- werke wurde festgestellt, daß die deutsche Rohstahlerzeugung im ersten Vierteljahr 1332 gegenüber dem gleichen Quartal 1929 auf 31 Proz., die Walzwerkserzeugung auf 33 Proz zurück- gegangen sei. Seit Aprll sei eine bessere Beschäftigung zu vcr- zeichnen, die auch einige Monate noch andauern werde. Diese Besse» rung gehe auf Russenaufträge zurück. Im übrigen war die Verwaltung von Mannesmann der Ansicht, daß die industrielle Produktion bald steigen müsse, da nicht ein- mal der heutige niedrige Verbrauch durch die Neuproduktion ge- deckt werde. Den Aktionären wurde bekanntgegeben, daß da» Unternehmen 2,5 Millionen Mark Aktien der Deutschen Bank und Diskonto-Gesellschast zum Kurse von 115 Proz. er- worden habe. Man wollte mithelfen zu oerhindern, daß auch dies« Großbank unter öffentliche Kontrolle komme. Steigende Eisen- und Stahlerzeugung. Im Mai ist die deutsche Roheisen- und.Rohstahlerzeugung durch die teilweise ausgeführten Ruffenaufträge erheblich ge- stiegen. Die orkeitstägliche Stabeisenproduktion stieg gegen April von il 133 auf 12 303, die arbeitstägliche Rohstahlerzeugung von 20 019 auf 27 128 Tonnen. BUTTER, EIER, KÄSE GutsQut'e>............ Md l.llk Ta'elbutter........ ,...Ffd. 1.12 Rohschmalz.......... Pia. l'.SB Dan. Blasenschmalz. p.14 Lebende Aale.... an Pfd. 0.70 Matjos-Heringe..an SStck. 0.20 Fettaücklinge.......... Pfd. 0.38 Seelachs............... Pfa. 1.28 KONSERVEN WEINE u.SPIRITUOS. Ap.Te.wein. iir. ijj tu tu 2.83 Bowlenwein it,. c.ss 10 Ltr. 5.33 Moselwein..Ltr. c.83 10 Ltr. 5.53 Niersteiner, ur. cjai lu tfr. 9.I.0 Johann:sbeerw...Lfr. r JlluLtr. 6.50 ff.id.lb.erw.in.Ur O.tS-Otfr. 7. 0 larrag. Wermut ltr. 1.00 10 ltr. 9.50 Samoso. Malaga Ltr 1.13 lOLIr 10.50 Apfelsaft........ gr. Sektfl. 1.08 Orangeade........... ur. 1.53 Himbeer.o.K'rsditoff.gr. Sektfl. 1.10 31er Oppenh Krötenbr.>1. Fl. 0.68 GEFLÜGEL UNO WILD KOLONIAL WAREN Weizenmehl........ 2 rto. 0.33 Haferflocken....... Pfd 1.1.4 Harlweizengrieß.... pid.>.24 Bandnudeln........... pfg, l.33 Backobst............... ptd. 0.!8 Kirschen................ Ffd. 0.48 Aprikosen.......... an Pid 1.63 Brasilkaffee.......... p.d 1.93 Guatemala II......... p.a. 2.63 Spezial Mischung.... Pfd 2.40 Bandnudeln.......... P.a 0.33 KaKao.............. an Hd 0,50 DELIKATESSEN Schwe.neköpfe o.i... Pid. 0.18 Rindet köpf ti.......... ptd 0.28 Eisbein Dickbein........ P d 0.38 Suppenfleisch........ p.d. 0.48 Schweine-Schulter... Pfd. 0.58 Goulasch gemischt..... P.d. 1.88 Rinder-Spickbraten. ptd. 0.78 Kalbs-Frieassee...... Pfd. 0.88 Hammelkeule......... Ptd l.88 Kaßler Rippchen..... pid 1.48 g. Schnittbohnen..>i, d«. 0.3b g. Erbsen miitelfeln..1/, D«. 0.74 rechspargel oünn..'/, D». l.38 Spargelköpl. g ün mittel Dt. 1.38 Aprik.-Marm...ca 2 Pfd.-E. 0.88 Pflaum.- Marm. ca. 2 Pro C. i.88 Apfel-Marm...ca 2'fa. E. 0.58 Viertr Matm.. ca. 2 Pfd. E 0.58 Pflaum.-Marmelade Glas 0.48 Apfel-Gelee m Himb. ca. I FC.-4 0 68 Wolganöhnet... an Pia. 0.55 Frisc.-.e Hühner..... an Pfd i.74 Frische enten....... an Pfa. 0.68 Rehblatt............. an P d. l.7l3 Wildschwein........ an Pid. 0.73 Makreien in loma en d». i 53 Port. Olsardinen. 20 gr. Ds. 0.55 Frischgurken.. 2 rfd-Ds. 1.73 Rinds-Goulasch..i pid.D». 0.10 Würstchen...... i Paar Ds. 0 ES Unsere Lebensmittel-Abteilungen stehen unter ständiger Kontrolle des Nahrungsmittel-Chemikers Herrn 3r. Zellner u.dssStadt-Tierarztes i. R.Herrn Dr. med. vet. Entrerj U- B A H N H O F H E R M A N N R L A T Z• D E R K A RS T A DT- B A w»wreiiungon über 5 Manc untei ro oaerwaio-iUU weraen oromo- enedigi MengenabgaDe vorbehalten /«....... rJd.0,40 Oän. Schweizer so0/........ m 0,38 Tils.tsr voiliett................ m 0,t« fcdomer...................... PW• ,68 Hoiländsr»otifftt........... Pro. O 68 Bayr. S hwelzer...... pfd. von 0,98 Marxenbutter a»-t'-ii>at«. P(d 1,34 Moliceraibutter ajieriaiutt, P(d 1,3 j Weidebutter.............. pm. 1,08 Kokosfett................ pjd 0,30 Konserven n«,« Junge brbsen sehr fei»......... 1,15 Junge Erbsen>ein............ 0,98 Jun�e Erbsen mutaifein........ 0,74 Tsm. Gemüse mitieitefn...... 0,�0 Leipziger Allerlei............. 0 82 Karotten eenorfnit............. 0,28 Junge Brechbohnen......... 0,42 Apfelmus...................... 0,48 Hawal-Ananas s Scheiben.....'s, LS Kirschen rot. mit stein......... 0,68 Keinrciauden.................. 0,98 Kürbis In Seaig nnd Zncker....... 0,39 Pflaumen ganze Pruebt.......... 0,58 Preisseibeeren................ 0,85 Wiid und Geflügel Rehbititter.................. Ptd 0,70 Re.ikeule............... pm. von 0,98 Wolgahühner gefröre», Pfd. von 0 53 H Jhner iiaoh........... P d. von 0,74 O�erbr. Mastgänse m ak.rid ,. 0,88 ■■■■ S?BS Frisches Fleisch Kalbskamm«b»« Beilage. Pfd. v. 0,38 Kalbsbrust«-Rücken v,44 Kalbskeule# 9P>i]..uiitod.se wn.M.,. 0,36 Kalbsschnitzel........... m*. 1,1h Kalbskotelett........... Pfd.*. 0,92 Katbsrcllbraten.........Pfd. v 0,14 Schwefneschul arblatt pid. 0,32 SchweJnescmnken nii Sem. p-d 0,64 Schweinekamm« 8chuf»,o.d,Ptd. 0,68 Schweinekotelett...... ptd. v 0,78 Eisbein m. Suitzdein, gepökelt, Pfd. 1 ,34 Rückenfett biatfenig........ Pfd. 0,44 iic. welnekSpfe mit Back«. Pfd. 1,28 Suppenfleisch..... pid.* 0,50 HammelvcrCerflelsch Pid.v. 0 68 Schmorfleisch Keule, o.Ka, pfd. v. 0,78 Schweine.eber............. pm. 0,63 Schweinenieren.......... Pfd. 0,52 Pfd. 3 Pfd. Kosier 0,66 SüiuilneM n£' obre Beflagn...... Pfund Jtl msemmm RuaelECbeH rsu�lDIOVriv /na Eier IL.«.. 0,68 ü/lenorWarsichgn�W Pfd. Obst und Gemüse Neuer Wirsingkohl...... pm 0,09 Rhabarber............. 4 Pfd. 0,10 Junge fv.tihren...... 3 Bund 0,23 Junge Schoten........... Pm0,i4 Grüna Bahnen............. pm 0,26 Kohlrabi.................... Bund 0,14 Grüne Gurken...... smek von 0,18 Salat...................... 4 Kopf 0,13 Radieschen............. 4 Bund 0,10 Tomaten.................... Pfd. 0.28 Stachelbeeren unreif... 2 pm. 0,33 Kirschen................ p d. von 1 ,34 Tafelt' pfei............... 3 Pfd. C,98 Ananas................... Pfd. von 0,58 Zitronen............... Dud. vo» 0,43 Pfd. Unaere Le!itns.'nKtel-/ib'ei:unr,n unierstshdn der standigcii Kontrolle und Aura lob: eines t.ah.ur.ja- ni.U.chuiPikart und ames Tierarztes Raucherwaren Bückl.nge norwegische, Pfd. von 0,33 Seelachs nerSacbeit......... Pid 0,26 Schellfisch rerlacbert....... P d 0,�4 Stüekentiundern......... Pia 0,42 Fieheh-od.Herlnssselat pid 0,60 Saure Gurken...... k siUck 0,13 Wurstwaren Zcrvclat und Sa'aml....Pfd. C,G5 Knoblauchwurst.......... pid 0,78 Schinkenpoinlsche....... pm 0,99 Dompfwurst............... pm 0,63 ff. Leberwurst.............. pm 0 88 Mettwurst Braanecbw. Art, Pfd. 0,78 Nusrschlnken.............. Ptd i,x8 Schinkenspeck............. Pfd. 1,10 Magerer speck............ Pm. O.LO Sülzwurst.................... pm 0,53 Konsum-iülze............. pm 0,38 Kolonlaiwaren Bruchreis.................... pm. 0,11 Tafelreis...................... Ptd. 0,14 Baseln-Rels.................. pm 0,16 Hartgrless................... pm 0,24 We zen-fless.............. p.m 0,86 Perlsago................... Pid c,-2 Llsrbantinudeln........... im 0,25 Eier-V.akkarcni........... pm 0.42 Eier-Hörnchen............. pfd. 0 42 Kakao stark entölt........... Pfd. 0,38 Kaffee.................... pm v. 1,50 Frankfurt. Malrkaffee i, Pk. 0,34 Bowlenweine u.Frucli'säf'e p?mobh.M Speziai-Apielwein ii'i hi to, zur Kur................ 0,3E �,50 Rhslnpf. Weissw.»Bo«, 0,38;,S0 Johannlsbser. rot n.eiies 0,68 6,30 Deutscher Weinbrand ubgei-gsne QualltAt, I Ltr. 4,20 Viu&litAt II Ltr 3,50 >1, Fl 10 fl -4,. 19,• 14,. Vorzüa'. Malaga dunkel 1,43 Alter Douro»Partwe!n 1,6u Orangsade ud. trtbeersatt 1.5L Apfelsaft nrnrrala. illahdUrel 0,7« 7,00 Himbesr-ader.(Irsch-. aafl........ gtosse Sekuiuaebt 1,10 iQ,5u ' SfaSSÜSSkl-l Deutsche Bank und Disconto-Gesellschaft. Gemäß den inzwischen in das Handelsregister eingetrageneu Beschlüssen unserer ordentlichen Generalversammlung vom 23. März 1932 Uber die Herabsetzung unseres Grundkapitals auf RM 144 000 000 fordern wir nunmehr unsere Aktionäre auf, ihre Aktienurkunden mit Dividendenscheinen Nr. 3 ff. zum Umtausch in neue Aktienurkunden bis zum 10. August 1932 einschließlich bei der Deutschen Bank und Disconto-Gesellschaft in Berlin oder einer ihrer Zweigniederlassumten an den zuständigen Schaltern während der üblichen Geschäftsstunden einzureichen. Den Aktienurkunden sind Nummern Verzeichnisse beizufügen, auf denen sie der Nummernfolge nach geordnet zu verzeichnen sind; für die Nummern- verzeichnisse sind die bei den Umtauschstellen erhältlichen Formulare zu verwenden- Gegen Einlieferung einer Aktienurkunde Uber RM 1000 bzw. RM 100 werden vier neue Aktienurkunden über je RM 100 bzw. zwei neue Aktienurkunden über je RM 20 mit Gewinnanteilscheinen Nr. I ff. ausgereicht Soweit möglich, wird an Stelle von fünf Aktienurkunden über je RM 20, falls der Einreicher nicht ausdrucklich Aktienurkunden über RM 20 wünscht eine Aktienurkunde über RM 100, und an Stelle von zehn Aktienurkunden über je RM 100 auf Wunsch eine Aktienurkunde über RM 1000 ausgefolgt Die Umtauschstellen sind bereit zur Erzielung von durch 100 teilbaren Nennbeträgen der auszureichenden neuen Aktien den An- oder Verkauf von Spitzenbeträgen tunlichst zu vermitteln. 'Die Aushändigung der neuen Aktienurkunden erfolgt gegen Rückgabe der über die eingereichten alten Aktienurkunden erteilten, nicht übertragbaren Empfangsbescheinigung durch diejenige Stelle, welche die Bescheinigung ausgestellt hat Die Ümtanschstellen sind berechtigt aber rpcht verpflichtet die Legitimation des Vorzeigers der Empfangsbescheinigung zu prüfen. Nach Ablauf der oben erwähnten Frist wird die Notiz für die alten Aktien an der Börse eingestellt werden. Der Umtausch ist bei uns und unseren Niederlassungen provisionsfrei. Berlin, im Juni 1932. Deutsche Bank und Disconto-Gesellschaft O. Wassermann Mosler Schuh-Neumann Inhaber Albert Neumann bietet vier ¥QrteSle: reichhaltige Auswahl in allen Schuhwaren Anpassung an al e Einkommens- Verhältnisse Qualitätsware/ Zeit-Preise Frankfurter Allee 74 Wilmersdo'fer Straße 31 Kottbusser Damm 31 Reinickendorfer Straße 33 desgleichen Mo blier Schuhvartneb, Huttenstraße 5 Nach langem Idimcccn Leiden Der- d irö am ib. Zun un|cw liebe Malier und(Biogmuntc ülw. Emilie Toniaszewski geh rotier im ES. Leb»n»jaHr,. Die» jeigt ItefbelrflM a» als Tachle: Fried« Hirsdilelder und Ciüelin log«. Cinäicheiunq ftndei am Sonn- abend, dem ls Juni, nachm 7 Uhr. im nematenum Baumidiuienmeg, I StiefbaUilcaBe Halt Parteigenossen ÄÄ1, Ute KOehe IS Mahlreiien). Oanen ml .ieuewiese direkt am Hause, nahe Wald und Bahnstation. Schwimmbad vorhanden. Pension 3,ZS laglich, keim Nebenkosten Alben Karder, Luit- (enror. Harrlehaosen CHart). Werlsee mit Fangscnieuse, GrUn- heide und Alt-Buchhorst Von Erkner mit Motorboot(Löcknltz) od. Postauto od, Eisenbahn bis Fangschleuse. Herrliche Seen, schöne Wälder flftafs & Theafcr Freitag, den 17. Jon! staatsoper unter den Linden «abris Fioro.1434 liüuöien eri. Paul Graetz Jenny u. Pico,«lo— Elefantrn, wie sie Berlin noWi nicht xeseiieu.- s sw. ionnane.iO u. ionnms ie 2 vorsteilB. ■tu. b1" Uhr 4 Uhr kiel e Preise. Tt gl S u. 8V Uhr Fernando ünder 2 Daros, W.Rasen asw. Demsüies iBEater jl BHins-Tiieaiei Die 81/. Uh. Journalisten iBifsp.nadiSuJhTfriytaü von Filii Joatfiimson Musik: Tina Mackibiii Regia; H«uu Hilbert. PLAZA i Sdite. fflf. So.P.SIgi. 1.1.8 15 U. E 1 Wticte. 4031 I Scbvarrwaldiniilel i rägllch«>-. Uhi Hadonna wo bist Du? Erika v. TheMmann Luise Stösei Theodor Loos Josef Wedorn i MM. Wer Chariottenburt» fSismarckstraße M Freitag, 17. Juni Turnus Ii Die Banditen Pfahl. Eismeer. Nikolaiewa. Hurg- winkel, Grünrfgens. Weste rmeier, Lgenlauf Anfang 20 Uhr Ende gegen 23 Uhr VoiKsDUhne liiealtr in BEIowolalz SV, Uhr Die dolüene Dar Volkes Uck von E. S z e p Regie A M. Rabenall Neurupnin(iDflkarort)& Bilderbosensiadt, Geburtson v. Fontane und Schm.el. Am schönen Ruppine; See Beiegen, Pfone zur Ruppiner Schweiz, Wälder. Seen, Anlasen, Instor Sehens würd gkeiten Angel- und Badegelegenheiten. Sportmögliehkeiten. idealer Wochenend. Ferien- u Ruheaulenihalt GQnstige lahnvetbindungen Sonnugs- Rücklahrkarten von und nach Berlin. 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Preubisch-Luddeulsche Stactts-Lottene. Ohne Gewähr Nachdruck verboten Aus jede gezcgene Nummer sind zwei gleich gesalleu, uud zwar je einer aus die Lese Hobe Gewinne �leiä.er Numiuer in den beiden Ableflnugea I uud ll 2. Ziehungstag 16. Juni 1332 In der heutigen Vvrmittagzziehung wurden Gewinne über 406 M. gezogen Z 00«wmu,�u 10000U 1000 92. 37562 61563 128874 184121 197803 203178 312391 335730 40 eeoinn«»u 800 92. 8647 21640 27398 33339 100496 174699 180780 228833 235340 237958 259772 279811 283452 296134 305337 309942 361805 363341 376511 383930 56 Occmne mi 500 32. 39909 41183 83045 97413 99447 105233 115809 124619 136612 141806 156462 169598 169613 195445199163 245208 253460 293446 280856 283399 295791 311674 313110 317822 321699 327448 335939 380264 Ja der heutigen Nachmittagsziehung wurden Cewinne über 400 SSI. gezogen 6 s-witui- SU 5000 M. 91400 274521 326800 8 G-toimt- sn 3000 M. 63998 160334 282531 313172 10»eloinne ju 2000 32. 15084 62925 296868 350710 371503 32»euione Mi 1000 32. 70527 118757 151013 174010 189487 204327 205273 228792 258868 268945 269345 326150 331600 337902 352789 389534 33 iScwinn« MI 500 m. 8435 36409 41902 63515 65327 74378 111032 124849 135642 151410 184533 275339 280308 287201 307190 310493 355211 333499 52«esinitr Leihhau» Lowick! verkauf!«u unglaublich billigen Preisen wenig ge> tragene iowie neue Herrengarderobe Herren- u Damen- velze Seiiester Weg lohn! 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