BERLIN Sienstag 21. Zmi 1932 16 Pf. flf. 288 B 144 49. Zahrgans Erscheinttüglich außer Eonnlag«. Zugleich Abendausgabe des„Vorwärts�. BezagSvrets für beide Ausgaben 73 Pf. uro Woche, 3,25 M. pro Monal (davon 87 Pf. monatlich kür Zustellung ins Haus) im voraus isblbar. Postbezug 3,97 M. einschließlich KV Pf. Postzeitungs- und 72 Pf. Postbcstellgebübren. SjuUcuiigajße xlßi> v\jotu>t!U, sie wolle eine Währung schassen, die sich der Wirtschast anpaßt. Es fehle Kredit, und nur ei» zentrales. Bankinstitut könne die Kredite richtig vermitteln. Nur durch Schaffung neuer Werte, wie das in dem verfeinerten Programm von Gottsried Feder vorgesehen sei, könne die Arbeitslosigkeit auf die Dauer bekämpft werden. Abg. Frau Hanno(Soz.) stellte auf diesen Unsinn zunächst fest, daß die Verwirklichung der Federschen Ideen nur eine neue Inflation bringen würde. Leider sei die Wirtschast bisher nicht marxistisch beeinflußt worden. Die M i l l i a r d e n s u b v e n t i o- n e n für zusammengebrochene Banken und die Landwirtschaft be- weisen gerade das Gegenteil. In diesem Augenblick käme es nicht auf theoretische Auseinandersetzungen an, sondern um die positive Stellung zu Anträgen, wie sie die sozialdemokratische Fraktion ein- gebracht habe. Der Weg. Mittel zu beschassen durch eine Prämienanleihe, sei durch die Reichsregierung zunichte gemacht worden. Es sei nicht Sache Preußens allein, für Arbeit zu sorgen: dieses wichtigste Problem sei vornehmlich R e i ch s s a ch e, und es käme darauf an, jetzt auch von Preußen den nötigen Druck dahinter zusetzen. Hieraus brachten nun die Nazis einen„grundsätzlichen" Antrag ein, der die Reichsregierung auffordert,„eine Politik zu betreiben, die sich die Ausgabe setzt, die nationalen Wirtschaftskräste gegen inter- nationale Ausbeutung zu sichern und in der Handelspolitik die mierten SA.- und SS.-Leutc durchziehen in stärkeren Trupps die Hauptstraßen der Stadt und benehmen sich dabei derart prooo- zierend, daß sie nicht nur den Unwillen der Bevölkerung, sondern auch die Gegenwehr des Reichsbanners hervorgerufen haben. In einer ganzen Anzahl von Fällen mußte am Montag die Polizei einschreiten, da es infolge der nationalsozialistischen Provokationen wiederholt zu Zusammenstößen gekommen war. Einem verhafteten Nationalsozialisten wurde von der Polizei eine geladene Pistole abgenommen. Durchbrechung des Demsnffraiionsverbots. Breslau. 21. Juni.(Eigenbericht.) Die Gleiwitzer SA. versuchte am Montag abend trotz polizei- lichen Verbots eine Demonstration durch die Hauptstraßen der Stadt mit etwa 800 Mann durchzuzsihren. Dabei kam es in der Wilhelmstraße und an mehreren anderen Stellen nach wieder- Holter Auslösung des Umzuges zu Schlägereien und Zusammen- stößen mit der Polizei, die mehrfach vom Gummiknüppel Gebrauch machen mußte. Unruhen in Moabit. In B e r l i n- M o a b i t kam es am Montag abend zu schweren Ausschreitungen. Vor einem SA.-Heim hatten sich etwa 1000 Per- sonen angesammelt, die eine drohende Haltung gegen die Besucher des Heims einnahmen. Schließlich oersuchte die Menge das Hau s zu st ü r m e n. In der sich entwickelnden Schlügerei wurden mehrere Personen verletzt. Die Polizei mußte mit einem starke» Aufgebot eingreisen. Mit dem Gummiknüppel wurde die Ansamm- lung zerstreut. Zahlreiche Verhaftungen wurden vorgenommen. Schaffung selb st genügsamer Wirtschaftsräume in» Auge zu fassen", also die Autarkie verwirklichen will. Dieser Antrag enthielt außerdem folgenden Satz:„Die Reichsregierung hat ferner sofort durch eine Beseitigung der anonymen Kapitalsgesell- schast, also der Aktiengesellschast, unddurcheinejcharfestaat- liche Kontrolle des Bank- und Börsenwesens die verantwortungslose Spekulation mit den volkswirtschaftlichen Gütern der Nation zu unterbinden" Außerdem soll die Arbeitsdienst- pflicht eingeführt werden. Bei der Abstimmung kamen die Nazis in eine böse Verlegenheit. Der sozialdemokratische Antrag wurde, mit Ausnahme des Absatzes über die Arbeitszeitverkürzung, ange- nommen. Der„grundsätzliche" Naziantrag fiel in dem Teil, der die Autarkie verlangt. Dagegen wurde der Antrag in seinem zweiten Teil, der die Reichsregierung auffordert, die„anonyme Kapitals- gesellschaft" zu beseitigen, angenommen.. Die Reichsregierung von Popen mag nun sehen, wie sie sich mit diesem Antrag ihrer Freunde vom Hakenkreuz auseinandersetzt. Der Absatz über die Ein-- führung der Arbeitsdienstpflicht wurde gegen Sozialdemokraten und Kommunisten angenommen. Angenommen wurde ferner auch ein sozialdemokratischer Antrag. die Kürzungen von Unterstützungen mid Renten der Sozialoersicherung usw. wieder aufzuheben. Der Antrag, Krisenfürsorge und Wohl- zahrtsunterstützung der Erwerbslosen zusammenzufassen, wurde ab- gelehnt. Noch einmal blamierten sich die Nazis bei der Abstimmung über einen kommunistischen Antrag, alle Einkommen, soweit sie 12 000 M. im Jahre übersteigen, restlos wegzusteuern. Wieder erhob sich Abg. Freiherr von Gregory(Nsoz.), der erklärte, daß dieser Grundsatz des kommunistischen Antrags zwar Geltung für alle Staats- und Gemeindebe» omten haben müsse, daß er aber undurchführbar für alle im freien Erwerbsleben Stehenden sei, und sein Fraktionskollege Dr. Klein ergänzte diese Ausführungen noch dahin, daß die freie Wirtschaft auch Risiko zu tragen habe und daß man die private Initiative nicht unterbinden dürfe. Aber sie mußten Farbe bekennen. lind wieder zeigte sich in ihrer Abstimmung der Gegensatz von Agitation und Handeln, als sie sich dabei schamhaft der Stimme ent- hielten. Auch dieser kommunistische Antrag wurde angenommen. Bürgersteuer rechtmäßig. Einsprüche abgewiesen.- Entscheidung des Ober. Verwaltungsgerichts. In dem am 31. Mai vor dem 2. Senat des Oberverwaltungs- gerichrs unter Vorsitz von Senatspräsident Dr. Meister verban- delien Reck.tsstreit um die Gültigkeit der von der Stadtverordneten- Versammlung seinerzeit abgelehnten und schließlich von Stants- kommisiaren eingeführten Bürger- und Getränke st euer» wurde heute vormittag die Entscheidung des Senates verkündet. Das Oberverwaltungsgericht stellte sich aus den Standpunkt, daß beide Steuern rechtsgültig seien. In der Begründung dieser Entscheidung beschäftigte sich Senatspräsident Dr. Meister vor allem mit der Frage, inwieweit Steuern durch staatskonimissarc den Gemeinden auferlegt werden könne». In bestimnUe» Fällen sei ein solches Borgehen nach dem Preußischen Landrecht zulässig, und zwar dann, wenn kein airderes Mittel mehr bestehe, um die Ordnung aufrechtzuerhalten. In dem strittigen Fall aber habe ja der Reichspräsident durch Notverordnung vom Iohre 1051 mit rückwirkender Kraft den Staatskommiisaren das Recht ge- geben, Genieindcsteuern aufzuerlegen. Die Frage, ob Artikel 48 der Reichsveriasiung, aus den sich die Notverordnung des Reichspräsi- deuten stütze, auch auf einen„finanziellen Notstand" Anwendung linde, sei vom Senat bejaht worden. Der Möglichkeit, derartige Notverordnui�en mit rückwirkender Kraft zu erlassen, seien aller- dings nach Ansicht des Senates gewisse Grenzen gesetzt. Eine solche Verfügung sei nur zulässig, wenn in dem Zeitpunkt, auf den sich die Rückwirkung beziehe, ein gleicher finanzieller Notstand vorgelegen habe wie zur Zeit der Verkündung der Notverordnung. Das sei aber in Berlin durchaus der Fall gewesen, so daß das Oberver- waltungsgericht beide Steuern für rechtswirksam erachte. Für Berlin und Umgebung: Tagsüber meist wolkig, im ganzen etwas kühler: mäßige nördliche Winde.— Für Deutschland: Im Süden und Südosten noch vielfach Regenfälle. Im übrigen Reich- ein wenig kühleres, meist trockenes Wetter. Arbeitsbeschaffung im Landtag Nazi-Agrarier und polnische Saisonarbeiter Oer Pionier für die Schauspieler Gustav Wickelt zum 70. Geburtstag Eiserne Front in Breslau. lleberfüllte Riesenkundgebung. Breslau, 21. Zum.. b. Gegen bürgerlichen Kulturbolschewismus. Anläßlich der 8. Ge- »eralversammlung des Deutschen Arbcitcrsängerbun- des warben gestern abend in der Brunsviga-Hallc in Braun- schweig 700 Sangcsgenossinnen und-genossen für zeitgenössische Arbeiterchormusik von Lenduai und Gerster. Hermann Scherchc» dirigierte. 6000 Zuhörer stimmten begeistert dieser hochbedeuten- den kulturpolitischen Demonstration zu, die in der Internationale ihren Abschluß fand. Man sollte nicht nur in Braunschweig auf heißestem Boden, sondern allerorten in den kommenden Wochen in allen Arbeiterkulturorganisationen gegen den bürgerlichen Kultur- bolschewismus so nachhaltig und überzeugend sich verwahren, wie es hier von mutigen Genossinnen und Genossen in Braunschweig geschieht. IV. El. Ludwig Fulda wird gefeiert. Die Abteilung für Dichtung der Preußischen Akademie der Künste hatte für Montag zu Ehren ihres Mitgliedes Dr. Ludwig Fulda, der am 15 Juli d. I. 70 Jahre alt wird, zu einem Tee in die Räume der Akademie am Pariser Platz geladen. In der Reihe der vielen Glückwunschredncr svrach Max Lieber mann für die Akademie der Künste. Der Vorsitzende der Abteilung für Dichtkunst, Heinrich Mann, unter- strich besonders die vielseitige organisatorische Tätigkeit Ludwig Fuldas, während Eduard Stucken in feinsinnigen Worten den Dichter so vieler geistreicher Werke pries. Fulda dankte in einer längeren Rede, in der er sich zur Jugend bekannte, die es zu lieben und zu fördern gelte, wo immer man vermag, auch wenn sie— eben mit dem gesunden Recht ihrer Jugend— das Alte rücksichtslos ver- drängt. Der Stand der Atomzertrümmerung. Im Berliner Bezirksvereiu des Vereins Deutscher Chemiker sprach Montag Dr. Fritz Lange über den gegenwärtigen Stand der Atomzertrümmerung. Er führte u. a. aus: Im Jahre 1919 gelang es Rutherford mit schnellen Alpha- Strahlen, eine Anzahl leichtatomiger Elemente umzuwandeln. Dr. Lange und seine Mitarbeiter Dr. Brasch und Urban haben bereits 1927 als erst auf die Wichtigkeit dieses Problems hingewiesen und ans dem Monte Generoso Versuche zu seiner Lösung unter- nommen. Dort erreichte man bereits Hochspannungen von 12 bis 14 Millionen Volt,--mit denen es möglich wäre, in den Atomkern einzudringen. Später wurde» diese Versuche mit künstlichen Hoch- spannungen im Laboratorium der AEG. fortgesetzt. Die Anlagen, die Lange und Brasch zur Verfügung stehen, liesern bei einer Spannung von 2% Millionen Volt einige Tausend Ampere. Das sind Leistungen, die erheblich höher sind als die unserer Großkraft- werke. Es ist gelungen, große Zcrtrümmerungseffekte herbeizu- führen, und es kann bereits festgestellt werden, daß eine ganz er- hebliche Anzahl von Elementen mit Hilfe dieser Anlagen zertrümmert werden können. I» der Staaisoper mutz die für heute angesetzte Premiere von „Wiener Blut" auf Freitag verschoben werden. Heute:„E i n e N a ch t in V e n e d i g". TaS Kupserftichkabinett hat seine im vorigen Sommer erstmals be- währte NachmittagSöffnung wieder eingeführt und hält seine Räume am Mittwoch und Freitag, nachmittags bis 7 Uhr, geöffnet.(W wäre durchaus wünschenswert, daß auch die grotzen Museen, die jetzt meistens bereits um 3 Uhr schlietzen, länger geöffnet blieben.) Deutsches oder russisches Recht? Die Nolle der russischen Handelsgesellschaft. Bei allen Klagen gegen die russische Handelsgesellschast vor dem Arbeitsgericht erhebt diese den Einwand der Unzuständigkeit. Für die Angestellten und Arbeiter, mit denen sie Arbeitsverträge abge- schlössen hat zur Beschäftigung in Rußland, sei die russische und nicht die deutsche Gerichtsbarkeit zuständig. Am 18. Juni sollte sich das Reichsarbeitsgericht wiederum mit der Frage befassen, ob ein Rechtsstreit, dessen Grundlage ein von der Handelsvertretung der UdSSR, mit den Klägern abgeschlossener Ar- beits- oder Arbeitsvermittlungsvertrag, durch den die Kläger in die Dienste des Partrut Trust in Moskau traten, der deutschen Gerichtsbarkeit, insbesondere der Arbeitsgerichtsbarkeit untersteht. Arbeitsgericht und Landesarbeitsgericht haben die Frage bejaht. Gegen das Urteil hat die Beklagte Revision eingelegt, worin Verletzung verfahrensrechtlicher Vorschriften, des deutsch-russischen Wirtschaftsabkommens und der Vorschriften des BGB. über Ber- tretung und Vollmacht geltend gemacht wurde. Die Beklagte war zur Verhandlung nicht erschienen und hatte es vorgezogen, sich vor dem reichsarbeitsgcrichtlichen Prozeß, der mit ihrer Niederlage geendet hätte, zu v e r g l e i ch e n. Es bleibt nunmehr bei dem vorinstanzlichen Urteil, das zugunsten der Ange- stellten und Arbeiter entschieden wurde. „Einheitsfront" Manöver der Spalter. Könnte die vor dem Kriege bestandene Einheitsfront der orga- visierten Arbeiterschaft wieder hergestellt werden, dann wäre es jetzt allerhöchste Zeit dazu: nichts dürste unterlassen, alles müßte dazu getan werden, um sie zu formieren. Die stärkste Sehnsucht nach wirklicher Einheitsfront lebt in den Reihen der freige- werks ch astlichen und sozialdemokrtischen Arbei- t e r. Das größte Geschrei nach„Einheitsfront" aber macht die KPD., um diese Sehnsucht für ihre besonderen Zwecke zu miß- brauchen. Dos Reichskomitee der RGO.. die auf der Spaltung aufgebaut i st, von der Spaltung lebt,„appelliert er- neut" an die Gewerkschaftskollegen. Um zum soundsovielsten Male zu erzählen, daß„die arbeiterfeindliche Politik" der SPD.- und der ADGB.-Führer den Weg für die Papen-Regierung erst freigemacht habe. Die in den Gewerkschaften konzentrierte Macht werde von den Führern nicht zum Generalstreik benutzt, sondern der A D G B. habe einen Aufruf erlassen, in dem er sich an die reaktionäre Papen-Regierung anbiedere. Ein Abdruck der Kundgebung des ADGB. in der„Roten Fahne" würde diese verleumderische Behauptung ins rechte Licht rücken. Sie geht noch weiter und verdichtet sich als„ein unverblümtes An- gebot der ADGB.-Führer, deren Politik einen beispiellosen Bankrott erlebt hat, zur Zusammenarbeit auch mit der f a s ch i st i s ch e n Reaktiv n." Und dann gehen diese Beschimpser und Spalter der Gewerkschaften in die Betriebe auf den Einheitsfront- S e e l e n f a n g. Die„oppositionellen" Mitglieder der Gewerkschaften werden von einem Einheitsausschuß oppositioneller Mitglieder im DMV. und einer Oppositionsgruppekileitung im Fabrikarbeitcrverband zu einer Versammlung eingeladen. Um die hinterlistige Opposition, um die Spaltungstendenzen zu verschärfen!„Einheitsfront" zu Kampsstreiks unter der„siegreichen Führung" der RGO. Eine Einheitsfront mit Spallern ist ein Ding der Unmöglichkeit. Die amerikanische Arbeitslosenzisser hat der amerikanische Gc- wcrkschaftsbund für März auf Ill.gll Millionen berechnet. Die Bcrcch- nungen für die folgenden Monate sind nach nicht abgeschlossen, doch wird die gegenwärtige Zahl der Arbeitslosen auf weit über 11 Millionen geschätzt. Immer noch Zechenstillegungen. Wieder illOO Bergarbeiter brotlos. Die Verhandlungen der Niederrheinischen Berg- w e r k s- A.- G. in M ö r s mit dem Kohlensyndikat zwecks Er- höhung ihrer Beteiligung zur Weiterführung der Zechen sind ergeb- nislos verlaufen. Die Gesellschaft legt daher am IS. Juli ihre sämtlichen Zechen still. 1700 Arbeiter werden entlassen. Der englische Texiilkonflikt. Neue Streikobstimmung. Nachdem die Baumwollspinnereien ihren Arbeitern teilweise Lohnkürzungen von 12,-5 Proz. diktiert haben und in Blockburn 11 von 50 Spinnereien bestreikt werden, hat der Hauptausschuß der Tertilarbeiter sich am Sonnabend in einer Sitzung in Manchester erneut mit dem Konflikt befaßt. Er beschloß, eine neue Streikabstimmung vorzunehmen, und legt es seinen Mitgliedern nahe, sich für einen allgemeinen Streik zu entscheiden. Personenschiffahrt. Die Tarifbewegung in der Personenschisfahrt, deren Lösung durch die Wirtschaftskrise in diesem Jahre besonders schwierig war, ist durch den Gesamtverband, Abteilung Schiffahrt, nun- mehr bei einigen Reedereien zum Abschluß gebracht worden. Mit der Reederei Langwoldt u. Schmolke, Berlin C 2. Roland- »ser 8, und der Reederei Paul Sauer, Bln.-Friedrichshogen, Berlin SO. An der Schillingsbrücke 1, konnte ein immerhin günstiger Rahmen- und Lohnvertrag abgeschlossen werden. Alle Freunde und Anhänger der modernen Arbeiterbewegung werden daher gebeten, die Schisse der tariftreu cn Reedereien zu benutzen. e Buch Jules Woumius: Jemnnd flirbl Dieser Jemand in dem neuen Roman des Franzosen(bei S. FisHer, Berlin, erschienen) ist der pensionierte Lokomotivführer Jogues Godard, der als kinderloser Witwer in einem jener stillen Häuser lebt, wie man sie in manchen Vororten von Paris findet, Häuser, die aus einer Zeit kleinbürgerlicher Behaglichkeit stammen, wo Verdienst und Auskommen kleiner Beamter nicht im geringsten zweiselhafl war und Familie und Heim Mittelpunkte einer ge- sellschafllichen Schicht waren, und so wohnen auch heute noch fast ausschließlich Kleinbürger in diesen Häusern, die sich ohne grelle Forben und schon etwas müde und abgenützt in das Stadtbild fügen, als ahnten sie ihre Ueberlebthcit. In einem solchen Hause, vier Treppen unter dem Dach, wohnt der alte Godard in seinen Stuben, wo er selbst wirtschaftet, schläft und seine bescheidenen Tage und seine kleine Pension verlebt. Die Stadt weiß' nichts von seiner Existenz, in der Nachbarschaft kennt man ihn kaum, und die Mitbewohner des Hauses erinnern sich selten an ihn, denn man weiß nicht voneinander in den Städten unserer Welt trotz aller Bemühungen von Vereinen, die Gemeinschaft zu fördern. Und nun schildert Romains, wie dieser alte Mann, dieser Jemand und Irgendwer, plötzlich sti.bt und wie erst sein Tod ihn wieder im Bewußtsein seiner Mitmenschen aufleben läßt: wie das 5iaus und seine Bewohner durch die Leiche des Mannes in der Stube unter dem Dach, um den sich vorher niemand gekümmert hat, beunruhigt wird, wie der Tote in den Träumen der Nachbarn ist. in ihren Gesprächen und wie sie durch seinen Tod zu einer Art plötzlicher Gemeinschaft kommen, denn sie müssen ihn begroben, ihm einen Kranz mit einer Widmung bestellen, seine Eltern benachrichti- gen, den Arzt und die Polizei, alles Dinge, die sie miteinander be- sprechen müssen, durch die sie sich näher kommen und die die Jso- liertheit des Hauses durchbrechen. Derselbe psychologische Prozeß, wie der alte Godard jetzt erst, wo er selbst tot ist, in dem Bewußt- sein der Leute aus dein 5iause lebendig wird, vollzieht sich dann auch in seinem entfernten Hcimatdorsc, die Persönlichkeit des Toten strohlr noch einmal nach allen Dimensionen hin aus, spiegelt sich in fremdem Bewußtsein, rührend, kläglich, verzerrt und entstellt, ehe sie ins Nichts, ins völlige Vergessen versinkt. Romains erzählt in einer herben und kühlen Sprache, knapp in der Bildhoftigkeit und im Geschehen, und so wird der Stöfs vom Tode eines Pariser Kleinbürgers, seine Isoliertheit und Einsamkeit als Lebender und der Einfluß seines Todes auf die Menschen seiner nächsten Umgebung, durchaus glaubhaft gemacht: dieser kleinbürgerliche Tod in Paris, der sogar die Klassengegensätze für einen Augen- blick überbrückt, was in Berlin, wo die Struktur der Stadt eine völlig andere ist, wohl kaum möglich sein dürfte. 8. Popper. Verantwortl. sür die Redaktion: Rich. Bernstein, Berlin; Anzeigen: Th. Glocke, Berlin. Nerlag: Vorwärts Verlag(6. m. b. H.. Berlin. Druck: Vorwärts Buch- druckerei und Verlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin S33 68, Lindenstr. 3. Hierzu 1 Beilage. ffaafs Theater Dienstag, den 21. Jani staatsoper urner den Linden 20 Uhr Eine Nadit In Venedig SlaatLStepielliaas Cendarrninrairkt. 20 Uhr Schiller-Theater Charloftenburg. 20 Uhr AhsAied von der Liebe 6 Uhr is. Flore 3434. Räumen en. Paul Graetz. Peter Sachse, Jenny& Piccolo. Crocers& Croccrs usw. PLAZA Nähe Rhin. Bhf. So.r.Stp.U!1»!. E 7 WiidK. 4031 Schwirrwaldmädel Dentsdies Ibeater Die 8V« Uhr Journalisten Loshp.nadi Gustav Freytag von Felix Joaiiimson Musik: Theo Mackeben Regie: Heinz Hilpert. I mm-flieatei Täglich 8�« Uhr nadonna wo bf$i Da? Erika v. Thellmann. Luise Stösel Theodor Loos Josef Wedorn stüdt. Oper Charlottenburg ßismarckstraße 34 Dienstag, 21. Juni Turnus IV Die Banditen Frind, Eisinger, Nikolaiewa, Burgwinkel, Wester- meier, Gründgens, Egenlauf Anfang 20 Uhr Ende gegen 23 Uhr VoiKsbOhne Theater am Sütowolatz 8 Uhr Zum I. Male Geld ohne Arbeit Komödie von Alberto Colantuoni Bearbeitet von R. A. Stemmle Regie: Günther Stark Rose■ ineater Srcii franifurter Stnls 132 Iii. Weiduil E 7 3422 8.30 Uhr Die eiserne Inngfran Gartenbühne 5.30 Uhr Konzert u.Varietd Zlgeunerltebe Rdanmnt Berlins Mtd. "Wjcadmmadimsn Bis ZU 18 Monats Raten ViotlikdZ' Berlin W8 leipziger Str. 122-123 PRO GRAMM für die Zeit vom 21, bis 23. Juni I N O-T A F PROGRAMM für die Zeit vom 21. bis 23. Juni Potsdamer Straße 38 Straßen der Weltstadt mit Gary C'ooper. Sylvia Sidney. -- Aufierdera: Besserer Herr xe Kucht. znecks... mit S�öke Szakall. W. ab 5 Uhr West ei WilmersdorF Odeon, Potsdamer Str. 75 Srhongrhai-Expreß mil Marlene Dietrich. CTlve Brook. Anna .Tlay TVony W. 5, 7, 9 Uhr Turmstraße 12 Die Gräfin von klonte Christo mit Brigitte Helm. Rudolf Forster, LueJe Fnglisch.— Außerdem: Das«ute Beiprogr. W. 5. 7. 9 Uhr Alexanderstraße 39-40 (Fassade) Der Frechdach« mit Willy F ritsch, C amilla Horn.— Außerdem: Endkampf mit H. Glbson Den ganzen Tag geöffnet! d Unter den Unden fc Primus-Palast Potsdamer Str 19 Ecke Maruarclenstr Frau Lehmann« Töchter mit II.\ ie«e, II. Thiele, E. Elster, Frity, Kamper« "SV. 5.15. 7.15, 9.15 Uhr M Südwesten M Film-Palast Kammersäle Tellower Sir I. W. ab 5'/2, So. ab 5 U. Hallo! Hallo! Hier spricht Berlin!— Kltty schwindelt sieh ins Glück c Tempelhof Atrium Die Kamera Unter den Linden 14 Täglich 3. 5, 7, 9 Uhr Panzerkreuzer Potemkin. Turksib.— Donnerst.: 2 Charly- CJhaplin-Filme c Friedrichstadt Franziskaner o'uh�vorm Georgenstraße(Ecke Friedrichstraße) 9. 12. 3. 6, 9 Uhr Die Gräfin von klonte Christo mit Brifiritte Helm, Rad. Forster 10.30. 1.30. 4 30. 7. Ml, 1U.30 Uhr Die 3Iufter der koinpag;nlc mit Weiß-Fei dl SeiLesto Xonhlld- He portale K ii r für et w- 7- 9- Sl* 5' 7' 9 ühr nuriursi Stg. 3 Uhr: Jgd.-Vorsl. Dorfstraße 22. Ecke Berliner Straße Reine Frau, die Hochstaple- rin mit Käthe v. Xagy, Rüh- mann.— Tonbeiprogramm Wochcnt. 7, 914 U. Stg. 5, 7. 91,4 U. Kaiserallee. Ecke Berliner Straße Tom Rix, der König der Wildwest- 1 eiler i. sein. 1. Tonfilm: Tom rechnet ab— Bühne: Die gr. Revue in 18 Bild.: Lucia Relieh. Sport. Tanz. Plastiken ■ sfgnt» S Titania-Palast mÄm.sIü. Steglitz. SchJoßstr 5. Ecke Gutsmuthsstr. Dienstag; Ein toller Einfall.— Ab Mittwoch: Elisabeth Berffncr in ihrem letzten Stummfilm; Fräulein Else.— Musik u. Konzertteil: Tltania- Sinfonie- Orchester. Leitung: Schmidl-Boclckc Zehlendorf-Mitte Moabit Treptow A ißtmLnf Wochcnt. ab 6 Uhr HTlUSnOi Sonntags ab 5 Uhr Perleberger Sir 2-1. 2 Tonfilme: 5 von der Jazzband mit Jenny.luzxo— 3 von der Stempelstelle mit Kampers Südosten Luisen- Theater 1 ab Vu. Reichenberger Str. 34 Liane Haid Hans Brausewetter in dem Großlonfilm Madame hat Ausgsanfi: Bühne: Lucia Relieh s\ackt- revue des großen Erfolges wegen verlängert 7V#m/; rüglich 5, 7, 9 Uhr llVOll sig> 3 Uhr: Juecndvorstell Berliner Str. 97. Luise. Königin von Preußen mil Henny Porten.— Tonbeipr. Jugendliche haben Zutritt W Mariendorf R/f� 1 2 Mariendorfer W. 7. 9 Tonliehtspiele S. o, 7, 9 Chausseesir 305. Stg 3 Uhr: Jgd.-V, Kuhle TVampe(Wem gehört die Welt?)— Der Hen der TVildnis W Schöneborg M Alhambra Tonnim Hauptstraße 30 Neuaufführg.: Bomben auf Monte Carlo mit Hans Albers.— l achendes Leben(Nacktkultur) Titania Schöneberg Hauptslr. 49 W. 5. 7. 9 Uhr S. 3. 5. 7. 9 Uhr Frankenstein(Eine phantastische Geschichte).— Gr. Tonbeipro�r. > Friedenau � Kronen-Lichtspiele nheinslraße 65 Beg. 7, 9 Ubr. Sbd., Stg. o. 7. 9 ühr Stürme der lieidensrhaEt mit Emil Jannlng:«, Allna Sten.— (.Utes Beiprogramm Zeli Beginn tägl. 5, 7, 9 Uhr Stg. 3 Uhr Jugendvorsteil Potsdamer Str 50 Xaehtkolonne mil O. Homolka. Trude Berliner. Olga Tschc- chowa.— Beiprogramm Charlottenburg Germania-Palast Charlottenburg, Wilmersdorfer Str 53/54 Es geht um alles mit Luciano Albertini. Ernst Verebes, Carl Auen.— Ein harmloser Fall W. 5, 7. 9 Uhr Kant-Lichtspiele Kanlslr 54(ao der Wilmersdorf er Str.) Ihre Hoheit befiehlt mit Käthe von Xagy, Willy Frltsch Jugendliche haben Zutritt W. 5, 7, 9 Uhr Schlüter-Theater Bccinn Schlütersir. 1' 5. 6 30, b U. Sonnt 3 U.: Jgd-V Ein Lied, ein Kuh, ein Mädel mit M Egffertb— Der Boa» (nach Mark Twain). JugendL Zutritt! Stella-Palast Köpenicker Straße 12—14 Zwei Tonfilmschlager! „Vampyr" Vlasta Burian in dem tollen Tonfilmschwank Wehe wenn er losgelassen Deutsch-Amerik. Theater Köpenicker Str 03. 5, 6.15, 7,30, 9 Uhr Razzia in St. Pauli.— Ein süßes Geheimnis mit Hansi Neukölln Mercedes-Palast s IbS'ü Hermannslr. 212. Prankenstein! Nur für starke Nerven. Das Ende von Maradon Primus-Palast ZZn-i. s u. Am Hermannplalz Urbanslr 72/76 Frankenstein!- Kitty schwindelt sich ins Glück mit Toni Eyok Treptow-Sternwarte Mittwoch 8 Uhr. Donnerstag 8- Uhr: Norwegen. Island und Spitzbergen. Filmvorlrag ■ 0lten■ Germania-Palast Frankfurter Allee 314 Wochcnt. ab 6.30, Sonnt, ab 5 Uhr Berlin spricht nur von dem großen Gruseltonfilm Frankenstein Nur für Nervenstarke! Ferner: Ein süßes Geheimnis mit Hansi Niese. Else Elster Kino Busch Alt-Friedricbsfelde 3 Mein Freund der Millionär mil H. Thlmig.— Slim und Slum.— Tonbeiprogramm.— Tonwoche 17/-.�*-— Prenzlauer „Llysium Aiiec m Beg.: Wochenl. 5 Uhr. Sonnt. 3 Uhr Frankenstein.— Ein süßes Geheimnis mit Hansi Xiese Flo ra-Lichtspiele Wocht. 5.45, ca. 7. 8.45. Stg. ab 3 Uhr 2 Tonfilme: Es war einmal ein Walzer.— Weh© wenn er losgelassen Luna-Palast Gr Frankfurter Str. 121. Tonwochc Des gr. Erfolges wegen verlängert: Das umstrittene Filmwerk: Frankenstein— Ein süßes Geheimnis Schwarzer Adler an«"» W 5. 7. 9 Uhr S 3. 5. 7. 9 Uhr 2 Tonfilme: Straßen der Weltstadt mit Sylvia Sidney— Lachendes Leben— Tonw. Viktoria-Theater au5 Frankfurter Allee 46 2 Tonfilme: In SO Minuten um die Welt.— Nächte am Bosporus mit Conrad Veidt � Neu-iichtenberg"fc Kosmos-Lichtspiele Lückstr 7U Wo. 6.45. 9 Uhr Sonnt. 5. ca. 7. 9 Uhr Ein steinreicher Mann mit Dolly Haas. Curt Bois.— Gr Tonbelprogr.— Emelka-Ton- woebo Königstadt-Palast t iÄ'.g Schönhauser Allee 10 Reserve hat Ruh mit Lucie Englisch.— Bühne: Die Alt-Berliner Possen-Revue: Spreewald mädel.— Tonwoche ■ Norden» A J L„ L v*, MüllerstraDe 136. Alnambra Ecke Seestraße W. 5. 7. 9 Uhr S 8. 5. 7. 9 Uhr 2 Tonfilme: Kuhle Wampe.— Der Klockner von\otre Dame mit Lon( hane.y f Palast-Theater Breite Str. 21a Wocht. 7. 8.30 Sonnt ab 4.30 Uhr Gefahren der Liebe mit Bas serniann.— Di© Fledermaus mil Anny Ondra Rcinickendorf-Ost Beba-Lichtspiele Residenzstr 124 W 6.45 u 8.45 Uhr So. 5, 7, 9 Uhr Stg. 3 Uhr Jugend-V. 2 Tonfilme; U 13— Cyankali mit Grete Mosheim. P. Henckels föelloge Dienstag, 21. Juni 1932 DpfjUmril SfiöJauigaße xiu Frauen auf Irrwegen IVatlonalsozialismuK— Unrchgang; zum Ziel!/ Ton Else Jflöbns Warum haben Millionen von Frauen und Mädchen bei den ver- gangenen Wahlen nationalsoziali st isch gewählt? Wie konnte es möglich fein, daß eine Partei, die der Frau das Wohlrecht ent- ziehen, sie in ihren Rechten auf das engste beschränken, ihr die Be- rufsausübung erschweren, wenn nicht unmöglich machen, die Mutter unter Gebärzwang stellen will, trotzdem Wählerinnen findet? Man versucht die Frage damit zu beantworten, daß man die mangelnde politische Reise vieler Frauen, ihre Unkenntnis wirt- schoftlicher und sozialer Zusammenhänge anführt und daß man eine gewisse„Modeströmung"— das gibt es auch in der Politik— in Betracht zieht. Ein anderer, sehr wesentlicher Grund ich die Per- zweiflungsstimmung vieler, nicht nur der weiblichen Wäher, für die das Dritte Reich ein Strohhalm ist, noch dem sie greifen, weil ihnen die Wirklichkeit den letzten Rest von Hoffnung geraubt hat, „Ja, wir wollen es einmal mit Hitler versuchen", so bestätigte ein junges arbeitsloses Mädchen, dessen Vater und Brüder ebenfalls erwerbslos waren, in einem Zwiegespräch vor dem Wahllokal.„Wenn er es auch nicht besser macht, dann wählen wir wieder links," Zu diesen Gründen politischer Unreife, Unkenntnis und Wirtschaft- licher Rot gesellt sich ein buntes Durcheinander von Beweggründen, von Erwartungen und Hoffnungen, von gedanklichen Erwägungen und starken Gefühlsmomenten, Wie ist es etwa zu erklären, daß Frauen, die heute noch, im Vergleich zu Millionen, bevorzugt find, indem sie eine Berufstätigkeit ausüben, sich nach dem Dritten Reich sehnen? Vielleicht geben Erhebungen der internationalen ge- nosienschaftlichen Frauengilde, die jetzt von der österreichischen Orga- nisation verarbeitet wurden, darüber Aufschluß: Aus den Zuschriften, die meist von Arbeiterinnen der Betriebe stammen, geht hervor, daß eine große Anzahl sich aus dem Beruf herausschnt. Das gilt vor allem für die Hilfsarbeiterinnen, die mechanische, seelisch abstumpfende, schlecht gewertete, schlecht bezahlte Arbeit leisten müssen. Dagegen hebt sich die Berufssreudigkeit sofort, wenn es sich um selb- ständige Frauenberufe handelt, die Geist und Seele Spielraum ge- währen, in diesem Fall bei der Miedermacherin und Schneiderin. Ganz ähnliche Ergebnisse brachte die Preisausgabe des Arbeiterinnen- sekretariats im Hauptvorstand des Deutschen Textilarbeiteroerbandes im Herbst 1928, Auch hier gaben die Frauen ihrer Unzufriedenheit, die sich oft bis zur Verzweiflung steigerte, beredten Ausdruck. Und heute haben sich die Arbeitsbedingungen dieser Frauen keineswegs gebessert-- Sicherlich ist es übertrieben, nun ganz allgemein von einer Be- rufsmüdigkeit der Frau zu sprechen. Aber wenn man die weibliche Berufsarbeit in Form einer Pyramide mit breiter, weit ausladender Basis darstellen wollte, wobei man auf diese Basis olle die Berufe auftragen müßte, die durchschnittlich aus wirtschaftlicher Rot aus- geübt werden und deren Bezahlung oft noch unter dem Existenz- Minimum liegt, während sich nach der Spitze zu eine immer dünner werdende Schicht individueller, besser bezahlter Berufe aufbaut, so ist es ganz selbstverständlich, daß unten, auf der Basis, sich viel Müdigkeit, Verbitterung und Verzweiflung angesammelt hat. Diese Müdigkeit ist nicht etwa im mangelnden Können der Frauen, son- dern in der Unzulänglichkeit der Arbcitsbedingun- gen begründet. Das Uebermaß von entpersönlichter Arbeit, der immer schärfere Konkurrenzkampf auf allen Gebieten, die allgemeine Unsicherheit, das Gefühl, als berufstätige Frau überall unerwünscht zu sein, leider manchmal sogar bei den eigenen Geschlechtsgenossinnen, die schlechte Entlohnung und endlich die oft brutale Ausnützung der Wirtschaftslage durch Unternehmer(es sei nur auf die Enthüllungen der Gewerbeaufsichtsbeamten hingewiesen, nach denen Frauen Nacht- arbeit verrichten, in der Freizeit beschränkt werden und 12, 14 und mehr Stunden arbeiten): dies alles wirkt zusammen, um den letzten Rest von Berussfreude zu zerstören. Auf diese Frauen muß natür- lich, zumal wenn ihnen die kritische Urteilskrast fehlt, das Wolken- kuckucksheim eines Dritten Reiches, in dem jede Frau ihr trautes Heim haben soll, in dem keine Frau mehr in der Tretmühle zu arbeiten hat, wie ein seliger Zukunftstraum wirken, dem sie sich überlassen, ohne ihn nach seinen realen Bestandteilen zu untersuchen. Die Tätigkeit der Hausfrau und Mutter, die ihnen der Nationalsozialismus in Aussicht stellt, fällt für sie zusammen mit dem Begriff des konfliktlosen, seelisch erfüllten Lebens schlechtbin, Der Nationalsozialismus stützt und befestigt diesen Wunschtraum durch ganz bestimmte Thesen, Da ist zunächst eine romantische Ver- brämung der Tätigkeit als Hausfrau und Mutter, die angeblich früher geschützt und geborgen, unbelastet von den furchtbaren Wirtschasts- nöten war. Es ist die Anschauung, die M a r g o t S t a r k e in ihrem Roman„Junge Menschen heute" den drei alten Damen in den Mund legt, die sich zurücksehnen in die Vergangenheit, weil sie nur das Leben der in gesicherten Verhältnissen lebenden bürgerlichen Haus- frau, nicht aber die Kämpfe der Arbeiterfrau kannten. Aus diesem eindeutigen Urteil über die Vergangenheit zieht der National- sozialismus eine Folgerung, die ebenfalls der Wirklichkeit nicht ent- spricht, aber ihren Eindruck auf viele Frauen nicht verfehlt. Es ist die These von der„Vernichtung der Frau durch den So- z i a l i s m u s", deren sich auch die deutschnationale Frauenwerbung bedient. Der Sozialismus sei schuld, daß die Frau aus diesem stillen Reich herausgerissen wurde, daß sie ihr Heim verlor, mit Berufssorgen überhäuft und seelisch aufgerieben werde im außerhäuslichen Beruf, Was in Wirklichkeit das Werk objektiver Mächte, gewaltiger wirtfchastlich-fozialer Kräfte war. wird dem Sozialismus in die Schuhe geschoben. Daß der Sozialismus umgekehrt eine ungeheure Aufbauarbeit geleistet hat, um die Arbeitsbedingungen der Frauen zu erleichtern, sie gegen die Uebergrisfe der Unternehmer zu schützen, wird übergangen," wie überhaupt die Leistungen der Ge- werkschasten verschwiegen werden. Daran schließt sich eng die dritte These, daß der Sozialismus durch die„V e r st o f f l i ch u n g d e r Lieb e", d, h, das Herabzerren seelischer Liebeskräste auf eine pro- sane Ebene, der Frau ein Stück Lebensinhalt geraubt habe, mehr nach, ihren eigentlichen Mittelpunkt, Daß der Sozialismus gerade umgekehrt versucht hat. an Stelle der Dekadenzerscheinungen. wie doppelte Moral, Heuchelei. Verlogenheit, Prostitution in der Ehe, also gegen Erscheinungen, wie sie Ibsen in seinen Dramen anpran- gerte, weil sie nach Lösung dieser Probleme in der unmittelbaren Wirklichkeit schrien, eine neue Sittlichkeit, eine neue Ethik zu setzen. wird übergangen, Uebergangen wird selbstverständlich auch die große positive Arbeit, die gerade der Sozialismus geleistet hat, um die Ehe aus eine gesunde Basis zu stellen Aber nicht nur berussmüde Frauen haben nationalsozialistisch gewählt. Da sind ferner junge Menschen, oft stark mit ideali- stischem Einschlag, Studentinnen, junge Mädchen geistiger Berufe neben reifen Frauen, die den Nationalsozialismus mit Be- geisterung, mindestens aber mit Sympathie begrüßen. Und vielen von ihnen hat, so seltsam es klingen mag, die jüngste Entwicklung der Frauenbewegung selbst den Weg geebnet. Als die Frauenbewegung noch absolute Kampfbcwegung war, die ihre Forderungen auf der Wesensgleichheit von Mann und Frau ausbaute, da hätten sie sich mit dem Nationalsozialismus bekriegen müssen wie Feuer und Wasser. Heute aber ist alles im Fluß, man sucht nach einer neuen D i f s e- renzierung, einer sinngemäßen, nicht absolut gleichen Verteilung der Arbeit aus Mann und Frau, die mit dem Vorhandensein beson- derer Kräfte und Fähigkeiten der Frau für gewisse Gebiete begründet wird. Sicherlich wird die(heute noch viel zu kurze) praktische Arbeit der Frau im öffentlichen Leben mit der Zeit zu neuen, wertvollen Ergebnissen führen. Heute eine Lösung dieser Fragen festzulegen, wäre verfrüht. Der Nationalsozialismus ist aber nur zu bereit, eine Brücke zwischen seiner völlig ins Banale umgeformten Auffassung von den spezifisch weiblichen Ausgaben und dem Stand der Frauen- bcwegung, wie er sie sieht, zu schlagen, d, h, die Frauen zu sich her- überzuziehen. Was in der Frauenbewegung noch völlig im Fluß ist, das Suchen nach Beantwortung von Problemen, die sich aus der Praxis selbst ergaben, dafür hat der Nationalsozialismus bereits eine kurze militärische Antwort gefunden, wie sie seinen Zwecken dient. Aber für viele Frauen und Mädchen der Gegenwart sind diese zwei völlig verschiedenartigen Welten nicht klar erkennbar, Die nationalsozialistische Auffassung von der Frau wirkt auf sie wie ein Echo, und oft sind es gerade die ernst veranlagten, innerlichen, jungen Frauen und Mädchen, die hier begeistert einstimmen, Ihre Sehnsucht nach sinnvollem Wirken, wie es ihrer Natur angepaßt ist, ihre Auffassung von Ehe und Mutterschaft als wirkliche Lebens- ausgab? läßt sie den„M a r x i s m u s" verneinen und den National- sozialismus bejahen, weil sie glauben, dort den ruhigen Kreislauf der Natur, die stille Gesetzmäßigkeit, wie sie das Muttererlebnis empfinden läßt, ein erfülltes Leben, zu fmden, während sie den So- zialismus fälschlich mit der Mechanisierung und dem rasenden Tempo innerlich unbefriedigender, seelenloser Tätigkeit gleichsetzen. Daß gerade der Sozialismus sich der durch Jahrhunderte völlig schutzlosen Mütter angenommen hat, daß er ein Kultur- werk zugunsten von Mutter und Kind ins Leben rief, daß er die Tätigkeit der Hausfrau gerade vom volkswirtschaftlichen Stand- punkt besonders hoch wertete und bemüht war, alle Neuerungen der Technik, alle Erleichterungen und Verbesserungen in den Dienst der Hausfrau zu stellen— das olles ist vielen so unbekannt, als sprächen nicht Jahre und Jahrzehnte mühevoller Kämpfe, schwerer Opfer sozialistischer Frauen und Männer von diesem Kulturwerk, von dieser großen sozialen Tat, Einen starken Prozentsatz der nationalsozialistischen Wählerinnen bilden auch die einst unpolitischen oder in den bürgerlichen Mittelparteien zusammengesaßten Frauen, Viele von ihnen empfin- den ihren Schritt zum Nationalsozialismus als revolutionäre Tat. Sie wollen damit bekunden, daß sie die ungeheure Welten- wende um sich her wohl spüren und deshalb nicht mehr„bürgerlich" wählen können. Der Nationalsozialismus, dessen radikale Auf- machung sie als revolutionär empfinden, gibt ihnen Gelegenheit, dieses neue Lebcnsgefühl auszusprechen, ohne jedoch auf den Mutter- bodcn verzichten zu müssen, dem sie entwachsen sind. Denn hier finden sie sich wieder unter Vertretern der gleichen Gesellschafts- schichten, ja mehr noch, hier finden sie, die proletarisierten Schichten, den Adel, die F ü r st e n, das Großbürgertum wieder, von dem sie wirtschaftlich und sozial völlig getrennt waren, und das gibt ihnen eine Art neues Heimatgefühl, obwohl die Fortschrittlichen unter ihnen bereits fühlen, daß dort, wo bei ihnen ein revolutionäres Be- wußtsein steht, nur reaktionäre Tendenzen bei vielen, die sie hier wiederfanden, maßgebend waren. Für viele dieser Frauen, die eben erst anfangen, politisch zu denken, ist der Nationalsozialismus ein Durchgang, kein Ziel. Idealismus, echtes Frauentum, Mütterlichkeit, Fort- schrittswillen und revolutionäres Bewußtsein können auf die Dauer nicht mit Brutalität, llnterdrückungs- und Entrechtungstendenzen Hand in Hand gehen. Es ist die große Aufgabe des Sozialismus, in diesem Ringen um den Sinn der politischen Frauenarbeit, seine ganze Kraft, das Gewicht seiner Leistungen und seines Ethos in die Waagschale zu werfen. Wie stehen wir zur Familie? Ein Wort zur Abwehr!/ Ton Paul nml Maria Krisehe Wo immer man in nationalsozialistischen Versammlungen den Marxismus bekämpft, bildet einen der wesentlichsten Angriffspunkte unser« Stellung zur Familie, Man weist aus russische Experimente hin, wie Magnetogorsk, die Bergarbeiterstadt im Ural, ohne Fa- milie, auf Bauernkollektivbetriebe mit Kinderheimen, in denen den Eltern nur selten kurze Besuchszeiten gegeben werden, und führt dann Aussprüche sozialistiscber Führer an, die die gleichen Auf- sassungen bekunden sollen. Aus dem Zusammenhang gerissen und den Hörern falsch erklärt, müssen sie denen furchtbar klingen, die keinerlei Ahnung von marxistischem Denken haben. Man schritt zu unerhörten Sinnentstellungen. Namentlich die Kinderfreunde und ihr Führer Löwenstein wurden Anlaß zu Verleumdungen niedrigster Art. Wie stehen wir zu den russischen Experimenten, die auf eine gewalffame Zertrümmerung der Familie ausgehen? Marxistisches Denken besagt, daß der Familie chre heutige Form von einer Klassengesellschaft gegeben ist und daß sie daher wie alle Einrich- tungen dieses System f o sein muß, daß sie die bestehende Gesell- schastsordnung stützt, Sie tut das durch das Erbrecht, das an sie geknüpft ist und das Anwachsen der Vermögen erleichtert: durch die aus das I ch und das enge Interesse der kleinen familiären Gruppe gerichtete Erziehung, die sie lefftet: durch ihre die eigene Kritik und das selbständige Denken hemmende autorative Form, in der Frau und Jugend, ehe der Emanzipationsprozeß beider begann, vollkommen rechtlos gegenüber dem Familienhaupt waren. Wir beobachten tatsächlich eine Aushöhlung dieser Familie auch dort, wo man nicht an gewalffame Zertrümmerung denkt. Die Fa- milie hat ihre frühere wirtschaftliche Bedeutung verloren(die Fa- milienglieder verdienen außerhalb ihrer Gemeinschaft chr Brot), sie ist nicht mehr der Produktions-, sondern höchstens noch Konsum- g e m e i n s ch a f t, das heißt, sie erzeugt nicht Güter, sondern regelt nur noch den Verbrauch; rein äußerlich verkleinert sie sich(Knechte und Mägde rechnen nicht mehr wie früher zur Familie, die Kinder- zahl nimmt ab): sie verliert an Ausgaben(Kranken- und Altersver- sorgung wird nicht mehr in ihr geleistet, der Haushalt verliert an Bedeutung, die Erziehung der Kinder wird durch Schulen mehr und mehr eine öffentliche Angelegenheit). In diesem Umwandlungsprozeß blieb durch Jahrtausende und bleibt auch heute unverändert ihre biologische(generative) und psychische Aufgabe: Vater, Mutter und das von ihnen gezeugte Kind stehen in intiiner natürlicher Bindung, Wahrscheinlich liegt, generativ betrachtet, der Ursprung der Familie weit vor der gesellschaftlichen Stufe, auf der sich der Privatbesitz bildete. Wir finden im Tierreich alle Formen sexueller Paarungen: von völliger Anarchie(Pro- miskuität) über die Ehe eines Männchens mit mehreren Weibchen oder eines Weibchens mit mehreren Männchen bis zur Einehe, ja der Einehe in ihrer borniertesten Form, so wie wir sie bei Menschen nicht kennen(Gänsevögel), Einehe ist aber nicht ein durchgehendes Privileg der höheren Arten, Nur ist nach Alverdes(Tiersoziologie) Promiskuität bei höher entwickelten Säugetieren seltener als andere Formen des Zusammenlebens, Bei Herdentieren haben wir am häu- sigften die Mutterfamilie, das heißt, die Jungen werden von der Mutter betreut. In Affenherden haben wir„Sultanate" mit einem „Pascha". Uebergrisfe in fremde Rechte darf sich ungestraft nur der Stärkere und der anerkannte Führer gestatten. Bei Gorillas werden die Schlafnester samilienweisc angeordnet, die Kinder bleiben oft mehrere Jahre bei den Eltern, Auch bei Naturvölkern finden wir nahezu immer seste Rege- lungen sexueller Beziehungen, die streng innegehalten werden. Durch die wirffchaftlichen und generativen Aufgaben bildet sich ein intimer psychischer Zusammenhalt. Es bilden sich Arbeits- und Lebensgemeinschaften sexuell Verbundener, die natürlich nocb nicht gleichbedeutend mit persönlicher Liebeswahl find, Mütter lieben ihre Kinder, Der Brutpflegebetrieb, der schon im Tier- reich betätigt wird, erweitert sich zur Mutterliebe, Einige Theoretiker (K a n i tz,„Das proletarische Kind in der bürgerlichen Gesellschaft", N e m i l o w,„Die biologische Tragödie der Frau") stellen fest, daß „natürliche Wurzeln der Vaterliebe nicht vorhanden find", eine Be- hauptung, die noch nachzuprüfen sein wird, da praktische Erfahrungen dem entgegenstehen. Solch natürliche Gemeinschaft gewaltsam zer- reißen muß zur Verarmung an Lebensgütern führen. Auch G l a d k o w, der auf dem Boden kommunistischer Weltanschauung stehende russische Schrisffteller, scheint etwas davon zu fühlen, wenn er in seinem Roman„Cement" das in einem Kinder- heim untergebrachte zartnervige Kind der führenden Frauengestalt hinsiechen läßt, weil es von dem Blick der Mutter lebt und die Trennung von ihr nicht erträgt. Eine ganz andere Frage wird es sein, ob wir uns auf die natürlichen Erzieherinstinkte der Eltern allein verlassen dürfen. Selbst wenn diese Annahme zutrifft, ist zu berücksichtigen, daß oft die wirffchastliche Lage der Eltern ihnen die Ausübung solcher Gaben nicht gestattet. Eine andere, noch wichtigere Frage ist, ob nicht!sie allzu individuelle, auf das Ich und die kleine Gruppe gerichtete Erziehung geringer einzuwerten ist gegenüber der für die Gesellschaft wichtigeren K o l l e k t i v e rz i e- hung in Schule und Berus(Arbeit), Weil die Schule der heutigen Gesellschaft noch vorwiegend eine Lernschule ist und Kol- lektiverziehung in ihr noch nicht genügend ausgebaut ist, sind für diese Aufgaben Spezialorganisationen, wie die Kinderfreunde, ge- schaffen, Sie arbeiten unter tätiger Mitwirkung der Eltern, zeigen keineswegs eine destruktive Tendenz gegenüber der Familie und unterstützen die Eltern durch in ihrem Sinne geleistete Erziehungs- arbeit. Nur Kollektiverziehung unterbindet Clterninstinkte und beraubt das Kind der bedingungslosesten und ooraussetzungslosesten Liebe, die den meisten in ihrem Leben zuteil wird; Wy necken, gewiß kein Befürworter der Familienerziehung, hat es einmal ausgedrückt „der einzigen Liebe, die dem Menschen zuteil wird, unabhängig von seinem Wert". Nur Kollektiverziehung birgt die Gefahr in sich, daß wohl die intelligenten, körperlich und geistig Bevorzugten sich wohl fühlen, das schwache, schüchterne, wenig liebenswürdige Kind aber an natürlicher Wärme darben würde. Wie alle ethischen Werte ist uns die Familie kein absolutes Gut, das sie in der alten Auffassung sein sollte, Gemeinschaft läßt sich nicht erzwingen, und so hat es zu allen Zeiten auch in der bürgerlichen Kultur neben der Familienharmonie auch die Gegnerschaft in der Familie gegeben. Man war in die Familiengemeinschast hinein- gepreßt, glaubte sie ertragen zu müssen, wenn man noch so fern von einander in Lebensgestaltung und Auffassung war. Das Ganze war oft sehr unerquicklich, voll Verärgerung, Mißgunst und Streit. Es gibt zweifellos Aufgaben, die über die Familie hinausftihren, wie ja Führer nie Bindung an die Familie anerkannt haben, wenn es um ihre Idee ging. Es kommt hinzu, daß die Familie fchr oft reaktionär ist, weil die Eltern in ihr tonangebend sind und diese die Denkweise der zurücksinkenden Generation vertreten, Wir machen es uns nicht so leicht wie diejenigen, die uns jetzt als Vernichter ethischer Werte in der ekelhaftesten Weise beschimpfen, weil sie zu wenig wissenschaftlich geschult sind und die Entwicklung?- linie nicht sehen, oder zu unintelligent sind und die Problematik der Frage überhaupt nicht erfassen, oder weil sie zu demagogisch aus der gefühlsmäßigen Bindung gegenüber den Nächsten, die die meisten Menschen haben, Nutzen ziehen wollen. Wir dagegen überblicken die Schwierigkeiten, verstehen unsere Jugend, wenn sie sich in Kon- slikten mit der Familie befindet, wollen ihr helfen, den für beide Teile gerechten Ausweg zu finden, verstehen den Mann und die Frau, die glauben, ein Ehebündnis nicht mehr ertragen zu können und sind trotzdem nicht kalte Zweckmäßigkeitsmenschen, die von der lebendigen Gemeinschaftsquclle, aus der Generationen geschöpft haben, nichts wissen und begreisen. Gerade der Sozialismus hat sehr viele praktische Beispiele guter Familiengemeinschaft, Aus die kommt es an. Statt hochklingender Tiraden: vorleben! Schmeling oder Sharkcy? Diesmal ist das«Fieber der Weif* nidit so hodil Sn der Nacht vom Dienstag zum Mittwoch wird der mit visler Reklame angekündigte„Boxkampf um die Weltmeister- fchaft aller Kategorie n" zwischen Schmeling und Sharkey in New Port steigen. Die Presse der ganzen Welt Hot es fertig gedrocht, nicht nur die Anhänger des„Sportes im Ring", sondern auch Leute, denen man im allgemeinen ein übermäßiges Interesse am Sport nicht nachsagen kann, für diesen Kampf zu inter- essieren. Im vergangenen Jahre konstatierte die Berliner Ten- sotionspress«, baß die„Welt fiebere", den Ausgang des Kampses zu erfahren. Wir hatten damals schon darauf hingewiesen, daß die Welt eigentlich aus anderen Ursachen im Fieber läge. Und wir müssen heute wiederum feststellen, daß die Not aller Völker genügend Anlaß bieten sollte, die Menschen mehr zu interessieren als ein Box- kämpf. Die New-Jorker Zeitung„Times" soll, wie gemeldet wird, drei Seiten darauf verwandt haben, die Aussichten der Boxer gegen- einander abzuwägen: andere Zeitungen werden es nicht billiger gemacht haben. Aus Berlin sind zwei Sportredakteuro über den großen Teich geschickt worden, um an Ort und Stelle den Kampf mit zu erleben. Korrespondenz- und Telegraphenbüros haben schon seit Wochen ihre Berichterstatter in den Trainingsquartieren Schme- lings und Sharkeys zu sitzen. So wird die Welt heutzutage auf ein Ereignis vorbereitet, das man ein sportliches nennt. Und dennoch: Meldungen aus New Port zufolge findet der große Boxkampf selbst im Lande der unbegrenzten Möglichkeiten nicht mehr das Interesse, das er früher besaß. Die Leute haben sich durchaus noch nicht um Platzkarten gerissen. Wenn nicht all- Anzeichen trügen, so wird die Wirtschaftskrise, die ja auch Amerika erfaßt hat und das arbeitende Pplk zum Feiern zwingt, den Leuten, die an den starken Fäusten der Boxer Geld verdienen wollen, einen diifen Strich durch die Rechnung machen. An eine Rekordeinnahme kann auch nicht im entferntesten ge- dacht werden, denn heute mutet es wie ein Märchen an, daß bei der Weltmeisterschaft Dempsey— Tuizney am 22. September 1927 in Chikago 2 650 000 Dollar eingeinammcn worden sind. Dollar- Millionen gab es sonst noch in dryk Fällen, und zwar 1921 in Jersey- City bei Dempsey— Carpentier mit 1 626 580 Dollars, 1923 in New ?)ork bei Dempsey— Firpo mitl 188 822 Dollars und 1926 in Philadelphia bei der ersten Begegnung Dempsey— Tunney mit 1895 723 Dollars. Beim ersten Zusammentreffen Schmeling— Sharkey wurden noch 750 000 Dollars vereinnahmt. Damals waren aber auch 80 000 Zuschauer anwesend, während die Veranstalter diesmal bei teilweise erheblüh niedrigeren Eintrittspreisen mit 60 000 Zu- schauern rechnen, von denen sie einen Durchschnittspreis von 6,5 Dollars erhoffen. Nach den vertraglichen Vereinbarungen wurden Schmeling 50 P r o z. der Einnahmen garantiert. während sich Sharkey mit 10 Proz. zufrieden geben mutz. Von den restlichen 10 Proz. muß die veranstaltende Madison Square Garden- Corporation dein New-Tsorker Milchfonds noch einen erheblichen Prozentsatz überwiesen, so daß für den„Garden", selbst wenn die erwarteten 60 000 Zuschauer kommen, nicht mehr allzuviel übrig bleiben dürste. Mit allen möglichen Mitteln versucht man deshalb, das Interesse des Publikums künstlich zu steigern. Die Hearst-Presse, der allmäch- tige Zeitungskonzern in Amerika, hat sich jetzt auf den Boxkampf ebenfalls eingestellt, nachdem noch bis vor wenigen Tagen die Be- hauptung verbreitet wurde, daß er wegen der Weigerung der Box- tampfunternehmer, einen Teil des Erlöses an den Milchfonds abzuführen, für eine Propaganda des Kampfes nicht zu haben sei. Frau chearst ist nämlich die Präsidentin dieses Milch fonds! Die beiden Boxer wurden dieser Tage, der Vorschrift ent- sprechend, von den Sportärzten auf ihre Kampffähigkeit hin unter- sucht'. Nach amerikanischen Meldungen soll Sharkey einen besseren Eindruck gemacht haben als Schmeling:„Max" war nervöser, sein Puls ging schneller und er machte einen etwas übertrainierten Ein- druck! Bei Sharkey dagegen sei alles in bester Ordnung— so sagten die Amerikaner, die aber trotzdem Schmeling die größere Chance geben. Man sagt, daß»die Wetten 1�:1 für Schmeling stünden. Man erzählt davon, daß Stribbling, der Gegner von Schmeling im Jahre 1931, den italienischen Boxriesen Earnera in sieben Runden fertig gemacht hat, während Sharkey in 15 Runden nur nach Punkten über Earnera siegen konnte. Schmeling wird nachgerühmt, daß seine gefürchtete Rechte noch wirkungsvoller geworden sei und daß auch die Linke ausgezeichnet entwickelt wurde. Sharkey müsse sein Heil darin suchen, zu einer möglichst schnellen Entscheidung zu kommen. Wer den Kampf miterleben will, kann sich in der Nacht vom Dienstag zum Mittwoch an das Radio setzen: etwa um 4 Uhr in der Frühe werden alle Sender den neuen Weltboxmeister verkünden. Worauf die Welt wartet!!! Zu dem hörbericht vom Lorkamps Schmeling— Sharkey in der Nacht vom 21- zum 22. Juni teilt die Funkstunde mit: Sportschrift- leiter Sperber wird während der einzelnen Runden berichten, Sport- schriftleiter Reichmann wird in den Pausen sprechen. Eine Schluß- betrachtung über den Boxkampf wird Sperber gegen 1.30 Uhr früh geben. 500 Kilomeier Im Klelnanio Eine Nachtfahrt durch Brandenburg, Anhalt und beide Sachsen Anläßlich seiner Autoschönheitskonkurrenz hatte der republi- konische Deutsche Reichs- Auto-Club eine Nacht- wertungsfahrt ausgeschrieben, für die als Ziel Berlin fest- gesetzt mar. Eine Fahrtroute war nicht vorgeschrieben: jeder Teil- nehmer startete an seinem Wohnsitz oder wo es ihm sonst gerade paßte, nur mußte er möglichst viele der in weitem Kreis um Berlin verteilten Kontrollstellen passieren und insgesamt möglichst viele Kilow>eter gefahren sein. Kurzum, wir starteten abends in Charlottenburg, Punkt 6 Uhr PNg's über die Avus. Drei Damen des Deutschen Reichs-Auto- Clubs hatten sich am Steuer gleicher Wogen zu einem Team zu- sammengetan, um gemeinschaftlich die Schönheiten(und Schwierig- keilen) einer langen Nachtfahrt kennenzulernen. Obschon wir es der Zeit nach nicht nötig hatten, wurde gleich ein sür die kleinen Wagen sehr anspruchsvolles Tempo vorgelegt, von 10, 50, 60 KUometer ging die Tachometernadel weiter auf 70, 75, und erst bei 80 kündigte mein« Fahrerin mir an, daß der Motor mehr nicht hergäbe. Ob- wohl ich nicht gerade als Kapazität auf dem Gebiete des Automobil- wesens anzusprechen bin, so viel wußte ich aber doch, daß 80 Kilo- meter Geschwindigkeit für so kleine Wagen mit einen, schwachen Motor— wir fuhren in der Klasse der Wagen bis 1500 Kubik- Zentimeter Hubvolumen— sehr viel sind. Gut, die Damen wollten zunächst einmal sehen, was die Maschinen überhaupt hergeben, sie wollten wissen, mit wem sie es zu tun hatten, weil man ja bei einer so langen Fahrt, noch dazu in der Nacht, nie vor Zwischen- fällen sicher ist. Wenn wir die vorgeschriebene Geschwindigkeit von 15 Kilo- metern Durchschnitt in der Stunde einhalten wollten, mußten wir schon ganz hübsch aufdrehen, damit die Zeitverluste bei den Kontroll- stellen, beim Tanken, bei unporhergesehenen Zwischenfällen wieder wettgemacht werden konnten. Unsere Fahrtroute hotte Dr. L., der de« Spitzenreiter machte, genau festgelegt und die Zellen aus- gerechnet. In Plaue an der Havel begann nach der Aus- fchreibung unsere Tour zu zählen: sie sollte über Magdeburg, Dessau, Halle, Leipzig, Dresden nach Berlin- 7 s m p e l h o f gehen. Für die kleinen Wagen, noch mehr aber für die chaufsierenden Damen eine ganz nette Aufgabe. Den kurzen Aufenthalt an einer Straßenkreuzung in Brandenburg benutzte ein Nazi dazu, uns zu raten, den schwarz-rot-goldenen Wimpel—„det Ding da", wie er sich ausdrückt«— abzumachen. Wir konnten leider seinen freundlichen Rotschlag nicht befolgen. In Plaue hatte der Bürgermeister seine Arbeit damit. den vielen startenden Wagen Ankunft und Ausemhall zu bescheinigen. Er war sogar so freundlich, einen Beamten mit den ab- gestempelten Ausweisen bis an den Parkplatz zu schicken. Die guten Wirtsleute im Gasthof hatten ihre Mühe, vom Schlächter nebenan noch so viele Schnitzel aufzutreiben wie bK-tellt wurden. Auf einer Autotour ißt man bekanntlich immer Schnitzel, erstens weil es schnell geht und zweitens, weil man weiß, was man auf dem Teller hat. Punkt 9 ilhr begaben wir uns also aus die„Schnitzeljagd", die sür unser Kleinwagcnteam eine harte Probe, für uns Fahrer manches heitere Moment, aber auch manche starke Nervenprobe bringen sollte. Zunächst das Heitere: Ist es nicht rührend, wenn man in G e n t h i n von einer reizenden deutschen Jungfrau in Klotzpantinen und mit einem großen Marktkorb am Arm mit dem römischen Hitler-Gruß bedacht wird? Wie wir zu der Ehre kamen, wußten wir nicht: unsere schwarzrotgoldenen Wimpel und die Abzeichen des DRAC. waren eigentlich klar genug zu erkennen. Erst später, als wir den Fall nochmals erörterten, kam einer von uns mit der Er- klärung heraus, daß die Rtaid offenbar uns winkte, um mitgenom- men zu werden! Oder noch etwas zum Lachen: Drei Kilometer vor Roßlau verlieren wir den dritten Wagen außer Sicht. Wir fahren zurück und sehen schon von weitem die Fahrerin mit hoch erhobenem Benzinmehstab angerannt kommen. Die Dame hatte sich beim Tanken verrechnet und saß mit knochentrockenem Benzintank und stehendem Motor mitten aus der nächtlichen Chaussee. Dr. L. sagte rm Eilzug- tempo nach Roßlau, klingelte irgendeinen Tankwart heraus und kam mit einem Riesenbenzinkanister zurück. Tanken und Weiterfahren war eins, doch hatte uns die mangelnde arithmetische Begabung unserer dritten Fahrerin soviel Zell gekostet, daß Dessau nicht mehr in der vorgeschriebenen Zeit passiert werden konnte. Schwieriger wurde schon die Situation, als mitten in Dessau wiederum der dritte Wagen aussiel. Wir fanden seine Insassen mit aufgekrempelten Aermeln, am rschten Hinterrad bauend, wieder. Die Luft im Reisen hatte sich selbständig gemacht. In kürzester Zeit mar die Montage beendet: ganz unvorschriftsmäßig verstauten wir den luftleeren Reifen im Innern des Wagens, um die Zeit für das Aufschrauben an der Karosserie zu ersparen. Aus der nächtlichen Chaussee das notwendige Tempo auf die Dauer durchzuhalten, war nicht möglich. So kamen wir denn auch in Halle mit einiger Verspätung an, worüber die Damen zwar untröstlich waren, sich aber dennoch mit der von den kontrollierenden Mitgliedern der halleschen Ortsgruppe des DRAC. gereichten süßen Damenspende versöhnen ließen. Erst in Leipzig hatten wir die verlorene Zeit wieder gutgemacht. Der Morgen war schon ange- brachen, so daß wir frohen Mutes an die vorletzte Etappe nach Dresden gingen. Zehn Kilometer hinter der Pleißestadt ereilte uns dann aber endgültig das Schicksal. Wieder war es der letzte Wagen, der absolut den Beweis erbringen wollte, daß er nicht in den Rahmen des Teams hineinpaßte. Er war plötzlich spurlos verschwunden, wir mußten uns rückwärts auf die Suche nach chm begeben und sanden ihn wiederum mit einem lahmen Hinterbein vor. Während der Zeit der Demontage hatten wir Gelegenheit, über die Rationalisierung in der Auwmobilindustrie nachzudenken: Die sonst sich aufs Haar gleichenden drei Wagen des Teams hatten verschieden profilierte Hinterreifen, und gerade unserem Unglückswagen war mit den Re- seroereifen der anderen beiden nicht zu helfen. Die Pleite war da! Ein kurzer Kriegsrat brachte als Ergebnis den Beschluß, Dresden ausfallen zu lassen, in dem Ort einen Re- parateur zu suchen, der den Wagen wieder auf die Beine brachte und dann mit Vollgas Berlin anzusteuern, um wenigstens für die Gesamtstrecke eine möglichst annehmbare Zeit herauszuholen. Es nutzte nichts, daß die Damen der Verzweiflung nahe waren; die ehernen Tatsachen ließen keine andere Möglichkeit zu und so hatten wir während einer Stunde unfreiwilligen Aufenchalls Gelegenheit, allerlei freundliche Zurufe vorbeifahrender glücklicherer Automobil- besitzer mitanzuhörcn. Wir trösteten uns mit dem restlichen Inhalt unserer Thermosflaschen und mit allerlei Kuchenkram, den unsere Damen selbstverständlich nicht vergessen hatten. Der Doktor hielt uns sogar«inen Vortrag über die Notwendigkeit morgendlicher Hygiene, was so starken Eindruck auf uns machte, daß wir den Versuch machten, uns zu waschen. Kurz und gut, die letzte Etappe unserer Fahrt, die immerhin an die 180 Kilometer lang war, haben wir ohne jeden Unfall zurück- gelegt. Die Befürchtung, daß die Müdigkeit zu groß werden würde, trat nicht ein. Wir hatten sogar in Berlin soviel Zeit, daß wir uns in der Wohnung einen Fahnteilnehmers körperlich und geistig wieder herrichten konnten, um, wie sich später herausstellte, als preis- gekröntes Team die Ehrenpforten am Ziel in Tempelhof zu passieren. Ueber 500 Kilometer hatten wir in dieser ereignisreichen Nacht auf den Kleinwagen zurückgelegt, und es muß zur Ehre der Fahrerinnen und Maschinen festgestellt werden, daß sie glänzend durchgehallen haben. Daß die Luft in den Reifen so flüchtig war, liegt an dem Naturzustand dieses Elementes selbst! dl.]. Regatta in Tegel Eine Fr cundschafts wettfahrt des FSV. Die vom Heiligenseer Segel-Club innerhalb der Gruppe West des Freien Segler-Verbandes veranstaltete Freund- schaftswettfahrt wies bei dem stattlichen Meldeergebnis von 80 Booten eine Betelligung von 52 Fahrzeugen auf. Die Wettfahrt führte mit Start und Ziel beim Heiligenseer Segel-Club über eine Bahn von 10 bzw. 12 Seemeilen, die vom schnellsten Boot Z 122 vom TSV. mit 2:17,05 Stunden abgesegell wurde. Eine unmittel- bar nach Schluß des Startes einfallende Regenbö zwang leider eine Anzahl Boote zur Aufgabe und forderte durch das Kentern eines Bootes und zwei Segechavarien ihre Opfer. Immerhin wickelle sich die Wettsahrt bei mit 3 Sekundenmeter aus Nord bis Nord- westen wehenden Winden, die mit einzelnen Drückern bis zu 6 Se- kundenmeter durchsetzt waren, ziemlich glatt ab. Besonders inter- esjante Kämpfe lieferten sich die Fahrzeuge in der 20- und 15-qm- Rennklasse. Die Zeiten stellen sich in den einzelnen Klassen wie folgt: Tourenkreuzer: S 2(WSBN.) S:2Z,2ö.— 20-Quadratmetcr-Iollenkreuzer: E lg?:l7,0Si 2. 3 124(®G«9U 2:17,30; 3, Z 123(Soff.) 2:29,23; 4. 3 127(ßStt.) 2:30,36.— 15-Quadratmeter.Rennjollen: 1. M 32(WCVR.) 2:21,20; 2. M 161(WSVN.) 2:26,40.— IZ.Quadratmctcr.Jollenkreuzcr: O 2(TSV.) 2:37,25.— IZ-Quadrat. metcr-Wanderjollen: 1. S 96(WSVN.) 2:22,2«: 2. H 131 lFSS.l 2:21,52.— lO.Quadratmeter.Reniiiolien: 1. C 1042 2;ä0,4; 2. Er. Räfchen 3:32,4.— Bereinzmehrkampf: 1. Berlin 12 78,3 P.; 2. Er. Raschen 70 P.— 100 Meter Beliebigschwimmen für iOiänner: 1. Rasch, Senftenberg, 1:18,4; 2. Augustin, Berlin 12, 1:10,6.— SO Meter Brustschwimmen für Männer über 30 Jahre: 1. Loffmann, Berlin 12, 0:48: 2. Riesner, Ber lin 12, 0:51.— Sugcndwasscrballspiel: Berlin 12 gegen©t. Raschen 5:0.