Redaktion und Verlag: Berlin SW 68. Lindenstr. 3 fSV ttl ft IS Postsche-»onio:BerllnZ7SZS.— BanvoMo-BankderArbeuer.Angestellten und Fernspr.: Dönhoff(A 7) 292—297. Telegravnn-Adr.: Sozialdemokrat Berlin.' r? JV' Beamten, Lindenstr. 3, Dt.B.u.Disc.-Gef., Depositen!., Jeruf alemer Str. KS/Kö Zentvawrgan der Soziawemotratifchen Vavtei De«ischl Sfl-flngplW aui den Worwärls Von der Hauswache zurückgeschlagen! Am Sonnabend nachmittag kurz vorI7 Uhr wurde in Berlin in der Friedrichstrahe ein Propagandawagen der sozialdemo- kratischen Partei von einem Haufen uniformierter Nationalsozialisten, die von der Hedemannstrahe herangestürmt kamen, überfallen. Im Anschluß daran stürmte eine Menge von lfZO bis Ävtt Nationalsozialisten ans ein Pfeifensignal hin vom Halleschen Tor und vom Belle-Alliance-Platz her auf den Ein- gang der Lindenstrahe zu. In der Linden- strahe wurden mehrere Personen, die das Abzeichen der Eisernen Front trugen, über- fallen. Der nationalsozialistische Haufe drang dann in den Torweg des„Vorwärts"- Gebäudes ein. Hier kam es zu einem schweren Handgemenge zwischen den eindrin- genden Nationalisten und dem Hausschutz des „Vorwärts". In diesem Handgemenge sielen Schüsse. Zwei Reichsbannerleute und ein Nationalsozialist wurden verwundet. Der Nationalsozialist erhielt einen Bauchschuh, der eine Reichsbannermann einen Beckenschuh, der andere schwere Hiebverletzungen. Tie Nationalsozialisten wurden aus dem Hause hinausgeworfen. Die Polizei zer- streute sodann die Ansammlungen auf der Strahe. Die verletzten Genossen sind Otto Rauser, 37 Jahre alt, und Klaus Meier. Wie der Angriff erfolgte. Augenzeugenberichte über den Sturm. Ein Augenzeuge des Angriffs der Ttationalfozialisten auf das „vorwärts"-haus. ein Angeflelller des„vorwärts'-verlages, berichtet: „Ich befand mich zwischen 4 und 5 Uhr nachmittags im Schultheih-Reflaurant am BeUe-Alliance-Plat; zwischen Ariedrich- und Lindenstrahe. Al» ich Lärm aus der Strohe hörte, ging ich heraus und sah einen Trupp Nationalsozialisten im Sturmschritt in der Ariedrichstrahe. Sie sielen über unseren Propagandawagen her, der in der Iriedrichslrahe. unweit des Lelle-Alliance- Plalzcs stand. Der Fahrer setzte sich gegen die Angreifenden mit «spsn zu den Elternbeiratswahlen! Liste Schulaufbau! einer Eiscnstangc kräftig zur Wehr, das Publi- kum nahm Partei gegen die Nazis und wnrdc darauf von ihnen bedroht. Zch sah. dah der„Alarm"-Händler, der an der Ecke der Friedrich- strahe steht, nach dem„vorwärts" zu lies. Mit ihm kamen zwei bis drei Reichsbannerkameraden zurück. Ein Rationalsozialist gab einen S i g n a l p s i f s ab, daraus stürmten sofort 150 bis Z00 Rationalsoziali st en vom Relle-Alliance-Plah und vom Halleschen Tor her aus die Ecke der Lindenstrahe zu. Sie lösten im Lausen Koppel und Schulterriemen. Einige Führer schienen sie aushallen zu wollen, aber auf neue«ignalpfiffc hin stürmten sie auf die Lindenstraße zu. Ich wurde mit einer Menschenmenge in die Lindenstrahe hineingedrückt und sah zunächst, wie zwischen der Ecke der Lindenstrahe und dem Cafe venezia(ein Razilokal gerade gegenüber dem „Vorwärts") 20 Rationalsozialisten einen Schupobeamten umringten, der einen Mann mit dem Eisernen-Front-Abzeichen vor! den Rationalsozialislen schützte. Ich ging dann über die Strahe nach dem„Vorwärls"-haus und sah, wie links vom Eingang die Rationalsozialisten auf einen Mann einschlugen. Eine große Menschenmenge war zugegen. Zch bekam plöhlich einen Sloh und flog gegen ein Lieferauto, wobei mir der Arm aufgerissen wurde. Als ich aufstand, sah ich, wie im Torweg selbst eine regelrechte Schlacht im Gange war. Die Nationalsozialisten schlugen mit Fahnenstangen in den Knäuel hinein. Plötzlich stürmten einige Nazis heraus. Sie schrien,„sie haben einen in den Bauch geschossen." Sie hielten eine Aulolaxe an. Aus dem Torweg wurde ein verwundeter heraus in die Taxe getragen. Fast zur gleichen Zeit kamen zwei Aebersallivagen der Polizei. Die Polizeibeamlen drückten die Razis weg. Zch hörte, wie die Abziehenden laut riefen, dah sie wiederkommen und blutige Rache nehmen würden. Ein Reichsbannerkamcrad vom Hausschulz des„Vorwärts" berichtet: Der„Alarm"-Händlcr kam zu uns und erzählte uns, dah die Razis unseren Propagandawagen überfallen hätten, wir liefen etwa zehn Mann bis zum Pelle-Alliance-Plah, die Angreiser liefen weg. wir sahen über den Velle-Alliance-Plah etwa 150 uuisor- micrle Razis gelausen kommen, wir zogen uns zurück noch dem „Vorwärls"-Gebäude. Ich sah, wie ein nniformicrtcr Nationalsozialist Gckc Lindcnstraße und Bclle-Alliancc-Platz Wink- zeichen gab. Ich rief:„Kameraden, Achtung!", da stürmten die Nationalsozialisten schon heran. Wir bemühten uns, die Giltertore abzujchliehen, aber die Rationalsozialislen brachen sie auf und stürmten herein. Sie drängten uns zunächst bis in die Ecke des ersten Hofes zurück, dabei feuerten die Nationalsozialisten drei bis vier Schüsse auf uns ab. Daraus rief ein Kamerad:„vorwärts", wir stürmten vor und drängten die Rationalsozialislen bis zum Tor. Dort sielen wieder zwei oder drei Schüsse gegen uns. Zch wurde von Rationalsozialisten umringt, ober von den Kameraden wieder befreit. Schliehlich konnten wir die Rationalsozialislen zum Torweg hinausdrängen. Die verwundeten Kameraden. Die Genossen Mauser und Meier berichten. Roch gestern abend begab sich Genosse Stampfer und ein weiteres Mitglied unserer Redaktion ins Urbankrankenhaus, um sich nach dem vesinden der Opfer des nationalsozialistischen Uebersalles auf das„Vorwärts"-Gebäude zu erkundigen. Bleich aber ruhig liegt der durch starken Blutverlust sehr geschwächte Reichsbannerkamerad Rauser in seinem Bett. Die nationalsozialistische Mördcrkugel ist in den linken Oberschenkel eingedrungen und im Knochen stecken geblieben, wie der Arzt versichert. besteht zur Zeit keine unmittelbare Gefahr— aber nur einige Zenti- meler höher— dann hätte die mörderische Kugel das Leben des Kameraden für immer ausgelöscht. Der Zustand des Schwerverletzten gestaltet nur eine Unterredung von wenigen Minuten. Rauser schildert mit leiser Stimme, wie er von den Hitlcrgardistcn aus dem Hof des „Porwärts"-GcbäudcS aus einer Entfernung von 10 bis 12 Metern niedergeschossen wurde. Rauser stand, wie er berichtet, auf dem ersten hos des Gebäudekomplexes, als plöhlich mehrere Reichsbannerleule. die von der Strohe kamen, im hause Zuflucht suchten. Etwa 200 SA.Leute drängten hinterher und einem großen Teil der Braunhemden gelang es, die Reichsbanncrleute zurückzudrängen und durch die Einfahrt bei einem Handgemenge Mann gegen Mann auf den Hof zu gelangen. Als 5iamerad Rauser Schritt für Schritt zurückwich, feuerte ein in der vordersten Reihe stehender SA.-Mann einen Schuß ab. Das war der erste Schuß, der überhaupt bis dahin gefallen war. Rauser wurde von dem Geschoß in den linken Oberschenkel gc- troffen und brach bewußtlos zusammen. In diesem Augenblick stand Rauser auf der Rück- scite des ersten„PorwärtS"-Hofes, unmittelbar vor dem Eingang, der zu den Räumen des sozial- demokratischen Parteivorstandes führt. Kameraden und Schupo sorgten sür den Abtransport des Verletzten ins Urbankrankenhaus. Der Genosse Klaus Meier, einer von den Jungen, liegt gleichfalls im llrbankrankenhaus. Der Kops ist in einen großen verband gehüllt, der rechte Arm und die linke Rippengegend sind be- slastert. Diesen jungen Genossen haben die Braunhemden buchstäblich niedergetreten. Genosse Meier stand an der Ecke der Lindenstrahe und Belle-Alliance-Platz, als das Lautsprecheraulo von einer grohen Schar Razis angehalten wurde. Die Burschen rissen die Tür zum Führersland aus und schlugen auf den Ehausseur und seinen Begleiter ein. Der Ehausseur erhielt mehrere Tritte gegen den Bauch, halb besinnungslos taumelte der llebersallenc gegen de» eigenen wagen. Klaus Meier und eine Reihe anderer Passanten eilten den Bedrängten zu hilse. Die Razis, in mehrfacher Uebermachl, versuchten, die beiden schwarzrotgoldenen Wimpel, die vorn an beiden Kotflügeln angebracht waren, abzureißen. Um die Flaggen entspann sich ein wildes Handgemenge. Mit roher Gewalt wurden von den Razis die beiden Melallslangen samt der Verankerung aus den Kotflügeln herausgerissen. Aber nur eine Flagge erbeulelen sie, die andere Hollen sich die Republikaner wieder, vor I Heute: RAST! 16 Uhr im Grunewald-Stadion Reichsbanner 15 Uhr! der immer größer«erdenden Tloziübermmht mußte Genosse Meier dann slüchien. Mit mehreren Kopfwunden lief er über den Belle- Alliance-Platz. den 150 bis 200 SA-Lenten. die vom Halleschen Tor im Sturmschritt herankamen, direkt in die Arme. Der einzelne Mann wurde von den Burschen buchstäblich niedergetreten, die Sachen wurden ihm fast vom Leibe gerissen und als Meier schon halb bewußtlos am Boden lag. versehte ihm noch ein SA.-Bandit mit einem Fahnenschaft einen so wuchtigen Hieb über die rechte Mesichtshälste» daß der Backenknochen zer- trümmert wurde. Die Genossen Rauser und Meier werden nach ihrer hossentlich recht boldigen Gesundung nunmehr erst recht tapfer weiter kämpfen in den Reihen der Berliner Arbeiterschaft! Nach dem Zusammenstoß. Parade von Rotverordnungsjacken vor dem.BorwärteftHaus Nachdem die Polizei die Straße geräumt hatte, sperrte sie den Raum vor dem„Vorwärts�-Haus ab und forderte sehr energisch zum Weitergehen aus. Innerhalb des abgesperrten Raumes stand eine größere Anzahl uniformierter National- s o z i a l i st e n, darunter einige mit dem Führerabzeichen der chitlerschen Burgerkriegsarmee. Diese Nationalsozialisten waren, wie sich dann herausstellte, als Zeugen festgestellt worden. sie wurden nach längerer Zeit nach dem Polizeipräsidium gebracht. Die Polizei ließ diese Nationalsozialisten unmittelbar vor dem„Vorwärts". Haus stehen, so daß sich sowohl bei der Belegschaft des„Vorwärts", als auch unter den Bewohnern der Lindenstraße, die zum großen Teil Sozialdemokraten sind oder mit der Sozialdemokratie sympathisieren, der Eindruck befestigte, als ob die uniformierte SA. als Sieger das Schlachtfeld behaupte. Es wäre erheblich klüger gewesen und hätte der Situation mehr ent sprochen, wenn diese Nazis nicht erst nach einer Stunde, sondern sofort zum Polizeipräsidium oder an einen anderen Ort gebracht morde? wären! Nach längerer Zeit und nachdem die Nationalsozialisten sowie eine Anzahl der Reichsbannerkameraden vom Hausschutz des„Vor- wärts* zum Polizeipräsidium gebracht worden waren, trat eine gewisse Beruhigung ein. In den umliegenden Straßen jedoch kam es nach längerer Zeit zu tumultuarischen Szenen. In der Hollmann- strahe übte die uniformierte SA. von einem Nazilokal ans„Straße räumen!" Oer Polizeibericht. Tie Pressestelle des Polizeipräsidiums teilt mit: „Gegen 18.15 Uhr wurde ein Zeitungshändler des „Alarm" an der Ecke Friedrichstraße und Belle-Alliance» Blaß, der schon öfter von den Nationalsozialisten über» fallen wurde, heute von einem Trupp von etwa 3 0 bis 50 Nationalsoziali st en überfallen und mißhandelt. Ter Zeitungsverkäufer flüchtete hieraus nach dem..VorwLrts"-Gebäude. Ex wurde von den Nationalsozialisten verfolgt, die bis in den ersten Hof des..Vorwärts"'GebLud«s ge- langten, wo es zu einem Handgemenge mit dort anwesen- den Reichsbannerleuten kam. denen eS gelang, die etwa 50 Mann starke Gruppe der Nationalsozialisten wieder herauszuwerfen. Bei dieser Gelegenheit kam es zu einer Schießerei, wobei ein Reichsbanncrmann und ein Nationalsozialist verwundet wurden. Wer zuerst ge- schössen hat, steht bisher noch nicht fest." Gegen M-7 Uhr wurde die Lindenstraße vom Belle- Alliance-Plah bis zur Neuenburger Straße für den Fuß- gängerverkehr gesperrt. Acht National sozial! st en sind in Begleitung eines Kriminalpolizeibeamten nach dem Polizeipräsidium zur Zeugenaussage gebracht worden. Der verletzte Nationalsozialist. Bei dem verletzten Nationalsozialisten handelt es sich um einen 2-t Jahre alten Kurt Grosse, der in der Arttlleriestr. 2? im dort i- gen Sektionsheim der NSDAP, wohnt. Freche Lügen der Nazis. Sie wollen die Angegriffenen fein. Von nationalsozialistischer Seite wird ein schamlos verlogener Bericht über den Angriff aus das„Vorwärts"-Bebäude veröffentlicht. Der Bericht beginnt mit der Behauptung, die beiden Fahrer des sozialdemokratischen Propagandawagens hätten die Nationalsozialisten angegriffen. Zwei Mann greifen 50 Mann an— die Lüge ist zu dumm, als daß sie nicht sofort durchschaut werden könnte! Weiterhin behauptet der Bericht, friedlich am„Vorwärts" vor» beimarschierende SA.-Leute seien aus dem„Vorwärts" heraus be» schössen worden. Zur Entlarvung dieser Lüge genügt die Fest- stellung, daß die augreifenden SA.-Bandeu bis i« deu ersten ..Borwärts".Hos eingedrungen sind, daß die Schüsse von den eindringenden Nationalsozialisten vom Tor- »veg aus gegen das erste Quergebäude abgefeuert wurden, daß Reichsbannerkamerad Rauser auf dem „Vorwärts"-Hof unmittelbar vor dem ersten Quer» gebäude von einem dieser Schüsse schwer verwundet wurde. Di« gröbsten nationalsozialsstsschen Lügen können nicht ver- oecken. daß es sich um einen regelrechten Angriff uniformierter und mit Schußwaffen bewaffneter SA.-Leute auf da»„Vorwärt«"-Haus gehandelt hat! Gasschuh! Der Schweizer Nationalrat hat mit 113 gegen 1.Z Stimmen dem Bundesrat zur Beschaffung von Gasmasken 16 bis Millionen Franken bewilligt. Die Ausgabe wird aus etwa acht bis zehn Jahre verteilt. lll.ZL werden 1,350 Millionen für die An- schassung und Unterbringung von Gasmasken ausgewcndet. Dle Türkei wird, einer Genfer WTB.-Meldung zufolge, dem» nächst in den Völkerbund eintreten. Oer mißlungene Was tut die Reichsregierung? „Sie sollen sich nicht zu sicher fühlen in ihren Partei- büros und in ihren Redaktionsstuben im Liebknecht-Haus, in der L i n d e n st r a ß e, bei Ullstein, bei Masse und bei Steinthal!"— hatte der„Angriff" am Mittwoch ge- schrieben. Drei Tage später versuchte ein schießender Haufe von SA.-Leuten in das Gebäude des„V o r w ä r t s" einzu- dringen. Sie waren ganz harmlos durch die Lindenstraße spaziert und dabei aus dem„Vorwärts"-Haus beschossen worden, sagte in einer ersten Meldung das TU.-Büro. Das Märchen, daß die SA.-Leute harmlose Spaziergänger und die Reichsbannerkameraden dagegen tückische Heckenschützen sind, ist ja sehr schön, aber wenn es geglaubt werden sollte. hätte der„Angriff" nicht schreiben dürfen, was er ge- schrieben hat! Auch davon abgesehen, liegt der Fall so eindeutig, daß keine Ausrede hilft. Uniformierte SA.-Leute haben nun ein- mal im Toreingang und in den Höfen des„Vorwärts" nichts zu suchen. Kommen sie trotzdem dorthin, so müssen sie sich darauf gefaßt machen, unfreundlich behandelt zu werden. Sie seien ausdrücklich gewarnt! Ein zweiter Ver- such würde für sie noch viel unangenehmere Folgen haben als der erste! Der Reichsregierung, namentlich den Herren v. P a p e n, v. G a y l und v. Schleicher, stellen wir hiermit die Frage, ob sie ihr bisheriges Verhalten fortsetzen und dafür vor Deutschland und der gesamten Kulturwelt die Verant- wortung übernehmen wollen. Der Ueberfall auf das„Vor- wärts"-Gebällde ist eine Folge der von ihnen betriebenen Politik.- Die Aufhebung des SA.-Verbots, die Aufhebung des Uniformoerbots ist die Ursache. Zahllose blutige Zu- sammenstöße und zuletzt der Ueberfall auf das „Vorwärts"- Gebäude sind die Wirkung. Wir fordern von der Reichsregierung, daß sie fortab die Länderregie- rungen in ihrem Bestreben, Ruhe und Ordnung aufrechtzu- erhalten, loyal unterstützt. Weigert sie sich auch weiterhin, das zu tun, ja beharrt sie bei der Absicht, den Länderregie- rungen ihre Arbeit unmöglich zu machen, so wird sie vor der Geschichte den Vorwurf nicht bloß des Unvermögens, sondern auch des bösen Willens zu tragen haben. Denn so verdien- dct kann kein Mensch sein, nicht zu sehen, wohin die Reise geht. * Die Nationalsozialistische Partei ist in Deutschland eine Minderheit. Das hat die Reichzpräsidentenwahl gezeigt, das haben die Preußenwahlen, die Wahlen in den süddeutschen Ländern gezeigt, das werden die Reichs- t a g s w a h l e n am 31. Juli noch deutlicher zeigen. In einigen kleinen Ländern, wo sie über die Mehrheit verfügt, ist nach den Spielregeln der Demokratie die Regierung auf sie übergegangen. In den anderen Ländern besitzt sie ein ungehemmtes Propagandarscht. das sie zu blutigen Bürger- kriegshetzen mißbraucht. Die Nationalsozialistische Partei macht es wie der Wolf, der das Lamm verklagte, wenn sie behauptet, sie würde verfolgt und unterdrückt. Sie ist im größten Teil Deutschlands eine Minderhest. und da sie eine dumme, rohe und gewalttätige Minderheit ist, die gar nicht daran denkt, sich mit anderen Parteien zu gemeinsamer positiver Arbeit zusammenzuschließen, nimmt sie m i t R e ch t in den größeren Ländern an der Regierung nicht teil. Unternimmt diese Minderheit den Versuch, sich mit Ge- malt eine Stellung zu erobern, die ihr der Volkswille ver- sagt hat, dann muß sie mit Gewalt zurückgeschla- gen werden. Zu dieser Abwehr ist jeder Beamte ver- pflichtet, der den Eid auf bie Verfassung geschworen hat; wer sich um diese Pflicht drückt, ist eidbrüchig. Jeder Beamte, er stehe hoch oder niedrig, hat die Pflicht. Recht und Gesetz zu schützen! Der Tag wird kommen(er ist vielleicht näher, als mancher glaubt), an dem die Sozialdemokratie auch für das beamtete Deutschland wieder ein Machtfaktor von sehr erheblicher Bedeutung sein wird. Die Sozialdemo- kratie wird eines Tages Rechenschaft fordern von allen, die in Zeiten schwankender Machtverhältnisse nicht so zum Staat, zu Gesetz und Recht gestanden haben, wie es ihre Pflicht war! * Die Reichsregierung aber trägt Schuld daran, daß in einer Zeit, in der der Hunger durch das Land schreit, sich ein Bürgerkrieg zu entzünden droht an der Frage, wer in Deutschland eine Uniform tragen darf! Hat man schon irgendwo in irgendeinem Lande ein so erschütterndes Bei- spiel negativer Staatskunst erlebt? Für ein so sinnwidriges Verhalten gibt es keine Rechtfertigung, sondern nur die Er- klärung, daß die Regierung eben nicht frei in ihren Ent- schlüssen ist, daß sie unter einem Zwang steht, der von der Nationalsozialistischen Partei ausgeübt wird. Diese Re- gierung hat in ihrer Antrittserklärung etwas von„Mißwirt- schaft der.Parlamentsdemokratie" geredet, und sie hat den Anschein zu erwecken versucht, als sei sie die berühmte Re- gierung der politisch unbefleckten Spießbürgersehnsucht: die Regierung, die„ü b e r den Parteien" steht. In Wahrheit hat sich noch keine deutsche Regierung so unter der Faust einer Partei befunden wie diese, und noch nie hat die Ab- hängigkeit einer Regierung von einer Partei so schnell zu einer totalen Mißwirtschaft geführt. Nur Bolksfremd- heit konnte diese Regierung dazu verleiten, dem Volk so untragbare Lasten aufzuerlegen, wie sie die neue Not- Verordnung bringt, und zugleich durch Aufhebung des SA,- Verbots ein Element der Erregung in die Massen zu schleu- dern. Jetzt ist es notwendig, Maßnahmen zu ergreifen, die die N'ot der Massen lindern, jetzt ist es notwendig, die Lunte wegzuzi-hen, noch ehe die Flamme das Pulver- faß erreicht hat und das SA.- Verbot wieder in Kraft zu setzen I Wenn die gegenwärtige Reichsregierung durch ihre Bin- dung an die Nationalsozialistische Partei verhindert ist, selber das Notwendige zu tun, so soll sie das einer anderen über- lassen, die bereit und imstande ist, mit den Länderregierungen gemeinsam die Ordnung wiederherzustellen. Das wäre dann der beste Dienst, den sie überhaupt noch dem deutschen Volke leisten kann! * E i n Verdienst allerdings wird man der Regierung der Barone nicht absprechen können: sie hat dafür gesorgt, daß Deutschland wirklich erwacht! Sie hat. mit einem Ruck einen völligen Wandel der innerpolitischen Situation herbeigeführt. Ihr verdanken wir es, daß die N a t i o n a l s o z i a- listen heute als entlarvte Völksbetrüger am Pranger stehen. Ihr verdanken wir die glühende Kampfes- lust, die gewaltige Zuversicht, die heute wieder die Massen unserer Anhänger erfüllt. Diese Kampfeslust und diese Zu- verficht sind frei von Krampf und Nervosität. Die politisch geschulten Massen der Sozialdemokratischen Partei und der Eisernen Front werden sich durch keine Panikmache zu Unbesonnenheiten verleiten lassen. Sie werden allen unbefugten Ratgebern ihr Ohr verschließen. Die Sozialdemokratie und die Eiserne Front be- stimmen ihre Taktik selbst. Die Sozialdemokratie und die Eiserne Front schütten ihre Einrichtungen selbst, sie haben gestern ja gezeigt, daß sie das können! Darum mit kaltem Blut und eisernem Entschluß in die Wahlschlacht. Am 31. Juli soll Hitler erkennen, daß seine Zeit vorbei ist! Goebbels lügt und heht weiter. Die E>A-Leute— unschuldig ileberfallene. Gestern abend sprach Goebbels in einer Versammlung in Schlachtenses. Nach TIL sagte er u. a. „Ein nationalsozialistisches Kabinett würde dem Spul der roten Bürgerkriegshetze in 24 Stunden ein Ende gemacht haben. Wenn es heute möglich sei, daß Nacht für Nacht im ganzen Reich SA.-Männer ihr Leben lassen müßten, daß von der Vessetzung eines ermordeten Kameraden zurückkehrende SA.-Männer aus dem Gebäude des„Vorwärts" in Berlin beschossen würden, daß der Polizeipräsident untätig zusehe. daß obendrein die NSDAP, noch des Mordes beschuldigt werde und eine nationale Regierung dazu schweige, so sei es an der Zeit, in Deutschland allerhand zu ändern. Sei man im Ernst der Meinung, die Nationalsozialisten würden sich auf platonische Rundfunkreden beschränken? Die Anwendung radikaler Mittel gegen den Terror sei am Ende doch noch am christlichsten; es sei christlicher, das Unterweltgesindel zu Paaren zu treiben und damit anständigen' jungen Menschen das Lebsn zu sichern als jenem freien Lauf zu lassen und ihm weiter Gelegenheit zu Mord und Ueberfällen zu geben." Das sagt derselbe Goebbel, der oder dessen Blatt drei Tage zu- vor zum Sturm auf den„Vorwärts" aufgefordert hatte! Wie macht es der Bursche nur. daß er nicht an seinen Lügen erstickt? Die Verantwortung der Reichsregierung Feststellung ves hessischen Slaatspräsiventen Darmstadl, 25. Juni.(Eigenbericht.) Der hessische Staatepräsident Dr. Ad e l u n g äußert« sich am Sonnabend vor Journalisten über die i n n e r p o l i t l s ch e Krise wie folgt: „In Hessen besteht ein Uniformverbot nicht mehr. Da, Demon- strationsverbot hat sich mit Rücksicht auf blutige Zusammenstöße während der Hesstnwahlen wieder notwendig gezeigt. Die Be- sü r ch t u n g e n, die auch die hessische Regierung an die Auflösung des SA.» und Uniformverbotes durch das Reichekabinett geknüpft hat, sind leider in Erfüllung gegangen. In der Zeit politischer Siedehitze, in der die Bevölkerung durch rednerische und journalistische Zügellosigkeiten und Beschimpfungen der Staats- organe in unerhörter Weise provoziert wird, mußte die Wiederzulassung der verbotenen Partciumform natürlich aufreizend wirken und die Zustände noch verschärsen. E« ist charakteristisch, daß die nationalsoziolsstischen Kreise, die sich in hetzerischer Weis« hervortun, nunmehr für ihre Privatarmee das Recht des „Selbstschutzes" verlaygen. Dann selbstverständlich würden auch alle anderen Organisationen dieses Recht für sich in Anspruch nehmen, ein ganz unmöglicher Zustand. Ich habe den Eindruck, daß der Herr Reichsminister de, Innern sich darüber selbst klar ist, welchen gefährlichen Weg es darstellt, di« PolizeigewaU der Länder einzu- schränken und daß damit der Schutz für Leben und Gesundheit der Bürger beeinträchtigt würde. Ich glaube aber, daß das Reichs- kabinett den Nationalsozialisten gegenüber Bin- düngen ei»gegangen ist. denen es sich nicht zu entziehen vermag. Wir leben in der Zeit gesahrvollster innerer Krise. Der Herr Reichspräsident v. Hindenburg hat die Aufhebung de? Uniform- und SA.'Aerbotes an die Voraussetzung geknüpft, daß die Meinungskämpse sich m ruhigeren Bahnen abspielen und Gewalttätigkeiten vermieden würden: wenn sich seine Erwartungen nicht ersüllen salllen, so sei er entschlossen, gegen Ausschreitungen jeder Art vorzugehen. Die Erwartungen des Herrn Reichspräsidenten haben sich, wie vorauszusehen war, nicht erfüllt. Man darf nunmehr erwarten, daß der Herr Reichspräsident, der parteipolitisch nach keiner Seit« hin gebunden ist, die Gefahr erkennt und jetzt seine Maßnahmen trifft." poliiischeZusammenstöße in Magdeburg Magdeburg, 25 Juni. Hier kam e» in der letzten Nacht wieder zu ernsten politischen Zusammenstößen, diesmal zwischen Nationalsozialisten und Reichs- bannerleuten. Die Pressestelle des Polizeipiäsidiums veröffentlicht eine Darstellung. die auch mit den Angaben oan Augenzeugen im wesent- lichen übereinstimmt. Danach geriet ein von Pölizeibeamten beglei- teter 300 Mann starker Zug von Re>clisi>annerieuten in Uniform mit ihnen entgegenkommenden SA.-Leuten in Streit. Die Polizei griff ein, konnte jedoch nicht oerhindern, daß mehr er« Per- sonen verletzt wurden. Allshöhlungsversuche! Infame Treibereien gegen öle preußische Polizei. In einer amtlichen Verlautbarung stellt der preußische Znneuminister das Treiben der Nazipartei gegen die Polizei in das rich- tige Licht. Die Verlautbarung hat folgenden Wortlaut: «In einem Teil der nalionalsoziolistischen presse wird die Mit- teilung verbreitet, der preußische Innenminister habe dem Reichs» innenminister von Gayl einen Besuch abgestattet und ihm die Uebernahme der preußischen Polizei durch das Reich angetragen. Er habe gebeten, möglichst rasch einen Reichs-. kommissar einzusehen oder doch wenigstens die preußische Polizei der Reichsgewalt zu unterstellen, da er die preußische Polizei nicht mehr fest in der Hand habe. von diesen Behauptungen ist n i ch t e i n XD o r t w a h r. In einer Unterredung zwischen den beiden Innenministern hat der preußische Innenminister die Reichsregierung vielmehr dringend gewarnt. ohne durchschlagende rechtliche Gründe die Reichs rufsicht oder gar die Einsehung eines Reichskommissars einem Lande oder mehreren Ländern gegenüber in Anwendung zu bringen. In Preußen sei und bleibe die Polizei fest In der Hand des Ministers. Die Disziplin, insbesondere auch im Offizierskorps, ist nir- gends auch nur im geringsten erschüttert, obgleich es bei gewissen Elementen nicht an Versuchen gefehlt hat, die Autorität der Befehlsstellen zu untergraben, hierher gehören u. a. die Beftre- bungen der Nationalsozialisten, durch die Einsetzung von Unter- fuchungsausschüssen und durch Anträge auf Abberufung von Be- amten Unsicherheit in die Dienststellen der Polizei zu tragen. Im Preußischen Landtag sind wiederholt Anträge eingebracht und teilweise auch angenommen worden, mit denen die Abberufung leitender Polizeibeamter aus ihren Aemtern oder die Einleitung von Dienststrafverfahren gefordert wird. Der preußische Minister des Innern legt Wert auf die Feststellung, daß derartige An- träge und die entsprechenden Beschlüsse des Landtags jeder Rechtswirksamkeit entbehren. Sie haben lediglich demonstrative und agitatorische Bedeutung. Die Anstellung und Entlastung der preußischen Staatsbeamten sowie die Einleitung von dienststrafrechtlichen Mahnahmen ist ledig- lich eine Angelegenheit der Staotsregierung und der Entscheidung durch die gesetzgebende Körperschaft des Staates, d. h. den Landtag, entzogen. Die nach der Preußischen Verfassung und den Gesetzen zuständigen Stellen haben daher allein pflichtgemäß darüber zu entscheiden, ob das Verhalten eines Beamten zu einem Einschreiten Anlaß bietet. Entlassungen von Beamten können im übrigen nur unter den gesetzlich bestimmten Voraussetzungen und Formen er- folgen. Die preußische Staatsregierung ist nicht gewillt, unbegrün- deten und ungesetzlichen Forderungen in irgendeiner Weise nach- zugehen."_ Das ,Maiin"-Lnierview. Eine Erklärung des Reichskanzlers. Ueber das Interview mit dem„Matin" gab Reichskanzler v. Papen folgende Erklärung ab: In einem Teile der französischen Presse ist der Niederschlag der letzten Unterhaltung vor meiner Lllireise aus Lausanne in mißverständlicher Form wiedergegeben worden. Be- sonders gllt das von dem Passus, der von einem Recht Frankreichs aus Kompensationen für den Verzicht auf weitere Repara- tionszahlungen handelt. Schon in der Rede, die ich In der ersten Plenarversammlung geHallen habe, habe ich darauf hingewiesen, daß es sich in Lausann« nicht darum handeln kann, die juristlschen Grundlagen des Reparationsproblems zu erörtern, sondern aus- schließlich die tatsächliche Lage, die zu einer endgültigen Beseiti- gung dieses für die gesamte Weltwirtschast verheerenden Fragen- komplexes zwingt. In diesem Zusammenhange habe ich gegenüber den Vertretern der französischen Presse wiederholt betont, daß die Wiederaufrich- tung der Weltwirtschaft«in Zusammenarbeiten besonders zwischen Deutschland und Frankreich fordere— eine Zusammenarbeit, aus der für Frankreich bessere und greifbarere Bortelle erwachsen wür- den, als die Fortführung irgendwelcher Reparationszahlungen- Oer Staat ist...??? Gihung des Aeichskabinetis. Lausanne und Innenpolitik zur Debatte. Ueber die Kabinettssitzung vom Sonnabend, die von 17 Uhr bis um 21 Uhr dauert«, wird folgende amlliche Mitteilung ausgegeben: Der Reichskanzler berichtete in der heutigen Kabinettssitzung über die von der deutschen Delegation in Lausanne geführten Ver- Handlungen. Die bisherige Haltung der Delegation fand die Villi- gung des Kabinetts. Auch den vom Reichskanzler vorgeschlagenen weiteren Absichten der deutschen Delegation stimmte das Reichs- kabinett einmütig zu. Im Anschluß hieran erstattete der Reichsminister des Innern Bericht über seine Verhandlungen mit den Länderregierungen. Die nächste Reichsratssitzung. Reichshaushalt auf der Tagesordnung. Für die nächst« Vollsitzung des Reichsrates, die für Dienstag- nachmittag S Uhr anberaumt ist, liegt jetzt die Tagesordnung vor. Sie enthält neben dem Reichshauschalt zahlreiche andere Vor- lagen, sp die Verordnung über die Vorführung ausländischer Bild. streifen, die Aenderung des diesbezüglichen Gesetzes u. a. m. Die Reichsratsausschüsse wollen die erste Beratung des Haushalts am Montag beenden und am Dienstagvormittag eine zweite Beratung vornehmen. Schwerer Schießunfall in polen. Rohrkrepierer zerreißt vier Soldaten Warschau, 25. Juni. Aus dem Arlllkerleschleßübungsplah In powurlk bei lwwel ereignete sich währeud eines Scharfschießens der«. Bot- lerie der Offiziereschule in Modzlmicrz ein Unfall, dem vier Menschenleben zum Opfer sielen. Ein Geschütz hat e emen Rohrkrepierer. Der Geschühverschluß wurde auseinandergerissen. Durch die umher- fliegenden Splitter wurden ein Korporal und ein Kanonier aus der Stelle gelötet. Zwei wettere Artilleristen sta'.bcn an ihren schweren Verletzungen im Krankenhaus. Ein Soldat wurde leichter verletzt. „Sind Subvenlionsgesuche da? Lassen Sie die Gesuch- steller eintreten und seien Sie ja recht höflich zu ihnen!" „Ia, Herr Generaldireklor. Ihr Betrieb Ist in Schwierigkeiten? Jia. im Interesse der nationalen Produktion versuchen wir's mit einem Erlaß der Treibstoffsteuer. Wenn das nicht hilft, ließe sich auch an eine Sanierungsaklion denken." „Herr Baron, es ist mir völlig klar, daß Sie bei der jetzigen Wirtschaftslage und unter Berücksichtigung Ihres standesgemäßen Aufwandes Ihr Rittergut nicht halten können. Aber für die notleidende Landwirtschaft haben wir ja die Osthilse und ähnliche Fonds." „Was wollen Sie denn?"—„Ich bin Kriegsbeschädigter und kann mit meiner gekürzten Rente nicht mehr auskommen."—„Tut mir leid, aber der Staat ist keine Wohlfahrtsanstalt.": Interview mit Herriot. Ein Appell an die öffentliche Meinung beider Länder. Paris, 2S. Zum.(Eigenbericht.) Der französische ZNinisterpräsidenl h e r r i o t empfing am Sonnabend nach der Sitzung des französischen Kabinotts den pariser Korrespondenten des„S o z. p r e s s e d I e n st", um sich ihm gegen- über über die Lausanner Reparationsvcrhandlungen zu äußern. herriot begann seine Erklärungen, während er einen ihm von seinem Kabinettsches überreichten mehrseitigen Auszug aus den deutschen Sonnabendzeltungea durchblätterte, mit der Bemerkung, daß die deutschen pressestlwmen sehr ungünstig seien. Er nannte vor allem zwei nationolistlsche Berliner Blätter, deren Aeuherungen hier eine gewisse Bedeutung beigelegt wird, weil das eine als das Organ des Rcichswehrmlnistennms und da» andere als Organ der hinter der Regierung stehenden industriellen Krelie angesehen wird. Dann fuhr der Mlnlsterpräfldenl fort:„Wir haben am Freilag vormillag einen Vortrag de« Rclchssinanzmlnlster» über die wlrl- schaflliche und finanzielle Lage Deutschlands und am Freitag nach- mittag ein Expose des französischen Zinanzminislers über die fran- zösische These in der Reparationsfrage angehört. Die beiden Mit- teilung?» waren objektiv und i n l e r e s s a y t und wurden ohne je de Leidenschaft vorgetragen, wir befinden uns jetzt in einem historischen Moment. Selten haben verantworttlche Staats- männer so großen Schwterigkeiien gegenübergestanden. Ich verteidige natürlich den Standpunkt meines Landes. Aber ich weih auch den deutschen Standpunkt zu würdigen, wenn ich höre, daß es in Deutschland sechs Millionen Arbeitslose gibt, so erfüllt mich das mit großer Sorge und ich würde mich sehr freuen, wenn wir die Mittel finden könnten, diesen bedauerns- werten Menschen wieder Arbelt zu verschaffen. Ich bin et» mit lleberlegung handelnder Mensch, und ich werde alles tun. was in meinen Kräften steht, um eine Einigung mit Deutschland zu erzieken. Ich liebe ernsthafte Arbeit, aber nicht unnütze Phrasen. Da ich seit 27 Zahren Bürgermeister bin und als solcher viele Ehebündnisse be- siegelt habe, weih ich, daß zu einer Hochzeit. In diesem Falle zu einer Verständigung zwischen Frankreich und Deutschland, die Zu- sttmmung beider Parteien notwendig ist. Es genügt nicht, daß die Staatsmänner beider Länder den willen zur Zusammenarbeit haben. die öffentliche Meinung muß uns sagen, ob sie uns helfen will. Dabei muh jede Leidenschaft ausgeschaltet werden, denn wenn man die Angelenheit unter dem Zwang der Leidenschaft behandelt, kommt man zu keinem Ziel. Ich fordere daher alle vernünftigen Menschen. die guten Willens stnd und den Frieden lieben, auf, unsere Bemü- Hungen zu unterstützen. Sie müssen uns helfen, damit wir im Znter- esse unserer beiden Länder und der ganzen Welt über diese schwierige Situation hinwegkommen." Meinungsverschiedenheit im französischen Kabinett über die Hoover- Botschaft. pari», 25. Juni.(Eigenbericht.) Herriot, der am Sonnabend früh aus Lausanne nach Paris zurückgekehrt ist, erstattete in einem Ministerrat, der unter dem Vorsitz des Präsidenten der Republik von 10 bis VA Uhr dauerte, einen eingehenden Bericht über die Lausanner Konserenz. Paul Boncour tat das gleich in bezug auf die Genfer Ab- rüstungstonferenz. Der Ministerrat billigte, so heißt e» in dem Kommunique über die Beratung, die Haltung der französischen Delegation und forderte sie auf, im Rahmen der konkreten Maß- nahmen, die zur Zeit Gegenstand der Genfer Besprechungen sind. die Lösungen der Probleme zu suchen, dle durch den so edlen Wunsch des Präsidenten Hoover ausgeworfen worden sind. Auffällig an diesem Kommunique ist, daß in ihm das Wort „einstimmig" sehlt und sich die Weijungen de» Ministerrat, nur aus das weitere Verhalten der französischen Delegation auf her Abrüstungskonferenz beziehen. Es scheint also innerhalb des Ka- binetts Meinungsverschiedenheiten über die beiden Fragen zu geben. Sozialistische Internationale für Unterstützung der Hoover- Aktion. 3 ii E i ch. 25. Juni. sEigeubericht.)" Das Büro der Sozialistischen ArbeiteE-JnteEnatch. nale er läßt zn dem Appell HooveE» an die Ap> pLstungskouferenz folgende Kundgebung: ..Die VvEfchläge der Vereinigten Staate» haben der AbrAstungstonferenz, die in den technischen Distussione« zu versanden drohte, die Möglichkeit eröffnet, ans der Sackgasse herauszukommen. Die Abrüstungskonferenz steht vor entscheidenden Beschlüssen. Tie amerikanischen Vorschläge sind gewiß keine erschöpfende und daher in allen Punkte« befriedigende Lösung des Problems, bor dem die Abrüstungskonferenz steht. Sie bedürfe« in wichtigen Punkten der Ergänzung, so durch eine weitgehende Herabsetzung der Militärbudgets, das Ver- bot der privaten Herstellung und des privaten Handels mit Waffen und Munition, eine strenge internationale Kontrollorganisation, ein internationales Statut der zivilen Flugschiffahrt. Die Annahme der amerikanischen Vorschläge würde nur einen ersten Schritt auf dem Wege der Abrüstung, eine Herabsetzung der Rüstungen bedeuten. Aber eine Zurückweisung der amerikanischen Vor- schlüge würde die Hoffnungen auf ein Gelingen der Ab- rüstungskonferenz zerstören und die europäischen Regie- rungen mit der Verantwortung beladen, die zur Lösung aller dringlichen Probleme unentbehrliche Mitarbeit der Bereinigten Staaten und die internationale Zusammen- arbeit im Kampfe gegen die Weltwirtschaftskrise zu ge- fährden. Es gilt daher in diesen entscheidenden Tagen, die Regierungen aller Länder zu zwingen, die Mög- lichkeitcn ernsthafter Fortschritte der Abrüstungskonfe- renz nicht zu zerstören. Es gilt, alle Kräfte einzusetzen, um den Widerstand der offenen und versteckten Feinde der Abrüstung zu brechen. Das Büro vertraut darauf. daß die Arbeiterparteien aller Länder die Bedeutung des Augenblicks erkennend überall sofort energische Aktionen einleiten, um für ihre Forderung nach Ab- rüstung und Frieden zu demonstrieren und auf ihre Re> gierungen den stärksten Druck auszuüben, dankst der gegenwärtige kritische Moment zur Durchsetzung ernst- haster Abrüstungsmaßnahmen ausgenützt wird." In 14 Tagen Aufnahme der Türkei in den Vötterbund. Senf. 25. Zun!.(Elgeubericht.) Die Türkei hat an den Völkerbundsrat ein Gesuch um Ausnahme in den Völkerbund gerichtet. Die Ausnahme soll in etwa 14 Tagen ln einer Sonders thung der Vollversammlung erfolgen._* Abgesagte Aufführung. Die für Sonntag im Schauspielhau» angesetzte Studio- Aufführung von Kokoschkas„Geh, mach die Tür zu, es zieht" muß w«gen Erkrankung eine« Hauptdarstellers aus» fallen. Ratenweise Gehaltszahlung hoben Nu» auch Deutschösterretch und seme Bundesländer emzesührt. Am 1. Juli werden 60 Proz., in manchen Ländern noch weniger ausgezahlt. Wochenprogramm des Berliner Rundfunks. Sonntag, 26. Juni. 6: Gymnastik. Anschl. Aus Bremen: Hafen-Konzert. 8: Für den Landwirt. 8.55: Morgenfeier. 10.05: Wettervorhersage. 10.45: Aus Oranienburg: Von der 700-Jahr-Feier der Stadt Oranienburg. 11.30: Aus Leipzig: Bach-Kantate. 12.05: Junge Lyrik. 12.15. Aus Leipzig: Mittagskonzert 14; Elternstunde. 14.30; Chormusik. 15:„Pjotr". von Klabund. Hörspiel. 15.50: Nachmittagskonzert 16.45: Aus Hamburg-Horn: Das Deutsche Derby. 17.50: Vom Volkspark Jungfernheide; Singtreffen 1932. 18.20: Quedlinburg. Eindrücke aus einer uralten Stadt. 18.50: Schubert-Konzert. 19.25: Hans Nüchtern liest aus eigenen Werken. 19.50: Sportnachrichten. 20:..Surcouf" der Freibeuter. Komische Oper von Planquette. Anschl. Wetter-, Tages- und Sportnachrichten Danach Tanz-Musik. Montag, 27. Juni. 6: Gymnastik. Anschl Aus Breslau: Frühkonzert. 11.30: Aus Hannover:� Schloßkonzert. 12.30; Wettermeldungen für den Landwirt. 14; Schallplatten- Konzert. 15.20: Aus Arbeit und Leben. 15.45; Vorbereitungen zur Reise. 16.05: Moderne Feuerbestattung. 16.30: Lieder. 16.45; Chopin-Konzert. 17.10: Russische Gesänge. 17.30: Jugendstunde. 17.50; Von der bildenden Kunst. 18: Ausschnitt aus der 700-Jahr-Feier der Stadt Oranienburg. 18.30: Guter- haltungs- und Tanzmusik. 18.55: Die Funkstunde teilt mit.. 19: Stimme zum Tag. 19.10: Unterhaltungs- und Tanzmusik. 19.25: Hans Friedrich Blunck liest eigene Dichtungen. 19.50: Kammerorchester-Konzert. 20.35: Grenzberichte. 20.55: Ausschnitt aus dem A-Capella-Konzert. 21.10: Aus Frankfurt a. M.: ..\ ormundschaftssache Gerd Junker'". Hörspiel von Auditor. 22.30; Wetter-, Tages- und Sportnachrichten. Danach Tanzmusik. Dienstag, 28. Juni. 6: Gymnastik. Anschl. Aus Hamburg: Frühkonzert. 11.30: Aus Königsberg: Mittagskonzert 12.40: Die Viertelstunde für den Landwirt. 14; Schallplatten-Konzert. 15.20: Aus Arbeit und Leben. 15.45: Konzert. 16,05: Junger Mensch mit 100 Mark. 16.30: Orchesterkonzert. 17.30; Die junge Generation. 17.50; Bücherstnnde. 18.20: Interessantes aus der Strafjustiz. 18.50: Mitteilungen des Arbeitsamtes. 18.55: Die Funkstunde teilt mit... 19: Stimme zum Tag. 19.10: Chorgesänge. 19.35: Schallplatten-Konzert. 20:„Die verhexte Stunde". Ein akustischer Versuch. 21.10: Kammermusik. 22.10: Politische Zeitungsschau. 22.30: Wetter-, Tages- und Sportnachrichten. Mittwoch, 29. Juni. 6; Gymnastik. Anschl. Frühkonzert. 9; Von der Deutschen Welle: Schulfunk. 11.30: Aus Leipzig: Mittagskonzert. 12.30: Wettermeldungen für den Landwirt. 14: Schallplatten-Konzert. 15.20: Aus Arbeit und Leben. 15.45: Die Frau als Arbeiterin in Industrie und Landwirtschaft. 16.05: Aus der Berliner Sommarschau 1932. 16.30; Schlager von Otto Stransky. 17.10: Die junge Generation. 17.40: Pommern als Reiseziel. 18.05: Neues aus den Staatlichen Museen, 18.35: Klaviermusik, 18.55; Die Funkstunde teilt mit... 19; Stimme zum Tag. 19.10; Mitteilungen des Arbeitsamtes. 19.15: Tanz-Abend. 21.20: Aus Breslau„Kriemhilds Rache" Der Nibelungen II. Teil. Von Hebbel. 22.35: Wetter-, Tages- und Sportnachrichten. Danach Abendunterhaltung. Donnerstag, 30. Juni. 6: Gymnastik. Anschl. Aus Dresden: Frühkonzert. 9: Aus Köln: Schulfunk. 11.30; Aus Hamburg: Mittagskonzcrt. 12.40; Die Viertelstunde für den ■— Groijc Tranrinä-FabriK— I ver I verkauft direkt an Private fugenlose Trauringe garantiert massiv, volikavätig nur 4.50 bis 7.50 Mk. Kalaiog gratis I Oes. geschülzt Handzlsellerte Traurlnoe, erslM. Auslührnng. enorm bllllB Garantfescosln. Gravieren gratis solort z. rrmnahtnen N. ArtlllerleslraDe 30 W. Passaner äir. 12 s. Koiinasser Damm 2 Henann Wiese Landwirt. 14: Schallplatten-Konzcrt. 15.20; Ans Arbeit und Leben. 15.45: Der Krebs, seine Bekämpfung und Verhütung. 16.05: Verständnis statt Mitleid. 16.30; Neue Unterhaltungsmusik 17.30: Jugendstunde. 17.50: Dein Kampf ums Recht. 18.15: Victor Wittner liest eigene Arbeiten. 18.35: Heiteres auf zwei Klavieren 18.55: Die Funkstunde teih mit.. 19: Stimme zum Tag. 19.10: Deutsche Volksweisen. 19.35; Vom Rundfunk. 20:„Der Freischütz", Oper von Weber. Anschl. Wetter-, Tages- und Sportnachrichten. Danach Tanz-Musik. Freitag, 1. Juli. 6: Gymnastik. Anschl. Frühkonzert. 11.30: Aus Breslau; Mittagskonzert. 12.30: Wettermeldungen für den Landwirt. 14: Schallplatten-Konzert. 15.20: Aus Arbeit und Leben. 15.45: Mozart und das Jahrhundert der Französischen Revolution. 16.05: Zehnmal Olympische Spiele. 16.30: Unterhaltungsmusik. 17.35; Doktor Ueberall erzählt. 17.55: Das neue Buch. 18.05: Oskar Baum liest eigene Prosa. 18.25: Das Wochenende. 18.55: Die Funkstunde teilt mit... 19: Stimme zum Tag, 19.10; Franz Baumann singt Lieder im Volkston. 19.40: Mitteilungen des Arbeitsamtes. 19.45: Neue Werke für Orchester. 20.35; Wegweiser ins Wochenende. 20.45: Romantische Stunde. 21.35; Aus London; Militärkonzert. 22.30: Wetter-, Tages- und Sportnachrichten. Danach Tanzmusik. Sonnabend, 2. Juli. 6; Gymnastik: Anschl. Aus Königsberg: Frühkonzert. 11.30: Aus Königsberg: Mittagskonzert. 12.30: Wettermeldungen für den Landwirt. 14: Schallplatten-Konzert. 15.20: Jugendstunde. 15.40: Ein Besuch bei Slatin Pascha. 16.05: Populäres Orchesterkonzert. 18: Johannes Nacht liest Aphorismen. 18.15: Als deutscher Student in Frankreich. 18.35. Die Errählung der Woche. 18.55: Die Funkstunde teilt mit... 19: Stimme zum Tag. 19.10; Lieder. 19.40: 10 Minuten Sport. 19.55: Mitteilungen des Arbeitsamtes. 20: Aus Köln: Oeffentlicher lustiger Abend. 22.45: Wetter-, Tages- und Sportnachrichten. Danach Tanzmusik Königswusterhausen Sonntag, 26. Juni. 6: Uebertragung aus Berlin. Anschl. Aus Bremen: Hafenkonzert. Ab 8: Uebertragung aus Berlin. 10.10: Aus Kufstein: Konzert auf der Heldenorgel. 10.45; Uebertragung aus Leipzig. 12.05: Zehn Minuten Lyrik. 12.15: Aus Leipzig: Mittagskonzert. 14: Elternstunde. 14.30: Aus dem großen Jahrhundert deutscher Prosa. 15: Stunde des Landes. 15.30: Junge Generation spricht. 16.15; Aus Gelsenktrchen: 50 Jahre evangelische Arbeitervereine. 16.30: Aus Berlin: Nachmittagskonzert. 16.45: Uebertragung aus Hamburg-Horn. 18; Aus Dresden;„Die Walküre". I. Akt, Von Wagner. 19: Dichterstunde. 19.30: Aus Stuttgart*„Dämmerschoppen bei Lutter und Wegner". Eine Hörfolge. Ab 20: Uebertragung aus Berlin. Montag, 27. Jnni. 16; Pädagogischer Funk. 16.30: Aus Berlin: Nachmittagskonzert. 17.30: Die Kunst des Tierausstopfens. 18. Musizieren mit unsichtbaren Partnern. 18.30: Spanisch für Anfänger. 18.55: Wetterbericht für die Landwirtschaft. 19: Aktuelle Stunde. 19.20: Stunde des Landwirts. 19.35 Die geistige Situation der Zeit. Deutschlandsender: 20: Aus Hilversum: Niederländisches Europa-Konzert. 22.30: Wetter-, Tages- und Sportnachrichten. Anschl. Grenzberichte. Danach Uebertragung aus Berlin. Dienstag, 28. Juni. 16.30; Aus Leipzig: Nachmittagskonzert. 17.30: Die Herkunft unserer wichtigsten Nutzpflanzen. 18: Das Thema in der Instrumentalmusik. 18.30: Englisch für Fortgeschrittene 18.55: Wetterbericht für die Landwirtschaft. 19: Aktuelle Stunde. 20.40: Vortrag Deutschlandsender: 19.30; Aus Leipzig; Unterhaltungskonzert 21.10; Aus Hamburg. Nordisches Potpourri. 22.10: Uebertragung aus Berlin. 22.50: Aus Hamburg; Spätkonzert. Mittwodi, 29. Juni. 16: Pädagogischer Funk. 16.30; Aus Hamburg: Nachmittagskonzert. 17.30: Streifzüge durch tlas Bürgerliche Gesetzbuch. 18: Das Orchester und seine Instrumente. 18.30: Kann Film Kunst sein? 18.55: Wetterbericht für die Landwirtschaft. 19: Weltpolitische Stunde. 19.20: Stunde des Beamten. 19.40: Viertelstunde Funktechnik. Deutschlandsender: 20: Aus Köln-Deutz;„Musika- Abonniert die Zeitung der Annd- unö �ovfarbeiter! Ich abonniere die volle Ausgabe des„Vorwärts", zweimal täglich srei ins Haus zum Preise von 3,25 Mk. pro Monat(pro Woche 75 Pf.) Ich abonniere den„Sonntag-Vorwärts" zum Preise von 55 Pf. pro Monat. (N chizutresfendes ist zu durchstreichen.) Name: Wohnung: -«-trahe Nr. vorn Hof— Quergeb.— SetlenfL— It. links— rechts bei Ausfüllen und einsenden an den Verlag des„vorwärts" Berlin SM 68. Lindenstrahe 3. li?cke5 t)urckejn2il(ter". 22.30: Detter-, Tllls- und Sportnachrichten. Anschl. Uebertragung aus Berlin. Donnerstag, 30. Juni. 16: Pädagogischer Funk. 16.30; Aus Berlin: Nachmittagskonzert 17.30: Die Kulturgeschichte des Tanzes. 18: Moderne Violinpädagogik. 18.30; Spanisch für Fortgeschrittene. 18.55: Wetterbericht für die Landwirtschaft. 19; Aktuelle Stunde. 19.20: Stunde des Landwirts. 19.35: Die Wunderwelt der Strahlen. Anschl. Uebertragung aus Berlin. Freitag, 1. Juli. 16: Hat das Bild noch eine Berechtigung? 16.30: Aus Leipzig: Nach- mittagskonzcrt. 17.30: Das Erbe von Byzanz. IS: Biblische Klaviersonate. 18.30: Volkswirtschaftsfunk. 18.55: Wetterbericht für die Landwirtschaft. 19: Aktuelle Stunde. 19.15: Wissenschaftlicher Vonrag für Aerzte. 19.35; Stunde der Arbeit. Deutscblandsender: 20: Aus München: Sinfoniekonzert. AnschL Uebertragung aus Berlin. Sonnabend, 2. JulL 16: Giuseppe Garibaldi, der italienische Freiheitshcld. 16.30: Au» Hamburg: Nachmittagskonzert. 17.30: Viertelstunde für die Gesundheit. 17.50: 50 Jahre Kieler Woche. 18.05: Musikalische Wochenschau. 18.30: Erlebnis an der Zeichnung, 18.55: Wetterbericht für die Landwirtschaft. 19: Kausalität und Wahrscheinlichkeit. 19.30: Die Wunderfrage. Anschl. Uebertragung aus Berlin. Gewerkschaftliches siehe 3. Beilage. Verantwortlich für Politik: Victor Schiff: Wirtschast: S. Sliagelhöfe«: Gewerkschaftsbewegung: Z. Steiner; Feuilleton: Herbert Lcpsre; Lokales und Sonstiges: Frig Karstadt; Anzeigen: Th. Glocke: sämtlich in Berlin. Verlag: Vorwärts-Verlag(5. m. b. H., Berlin. Druck: Vorwärts-Buchdruckeret und Verlagsanstalt Paul Singer u. Co., Berlin EW. 68, Lindenstratze 1 Hierzu 4 Beilagen. WOTHHM Leipziger Str.(Versand-Abt.) Königstr. Rosenthaler Str. Moritzplatz jleise. W aidl-SCunstsesde neueste Punkt- und Würfelmuster, Meter Voll-Volle gg.. bedruckt, große Musterauswahl, ca. 100 breit, Meter Reinseid. Foulard i oe moderne Dessins, ca. 100 cm breit, Meter■■ mr+J Vistra-Panama O ob gute Kleiderware, ca. 130 cm breit, Meter ÄBBÄB# Damen-Mantel iO tr Diagonal-Fancy-Stoff, ganz gefüttert ImMBB w Poloblusen ar/.pÄ (Kunstseiden-Krepp, pastellfarbig,'/. Ärmel 2.1 S) Damen-Pullover i ob reine Wolle,'/, Ärmel Damen-Pullover 9 on reine Wolle, V, Ärmel, verschiedene Ausführungen Reisekissen Nappaleder, doppelseitig, mit Kapokfüllung, 31x27 Reisekoffer Hartplatte, m. 8 Schutzecken u. 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Wer nur den Tee mit Bier ver- tauschen wollte, riskierte bis zum Freitag aufs Mittagbrot verzichten zu müssen. Das schlechteste Geschäft bei solchen Besuchen machen die Straßenbahnen. Nämlich gar keins. Wenn die älteren Leute aus der Innenstadt ihre in den Bor- orten wohnenden Kinder besuchen, dann machen sie sich mittags auf den Weg. Nach einer Stunde wird ein wenig Rast gemacht; Bänke gibt es genug in Berlin. Dann geht es weiter, und wenn die Kinder nachher fragen:„Wie seid ihr hergekommen?" antworten die Aelteren:„Ganz gut. W i r sind gelaufen. Zurück werden wir wieder laufen, dann haben wir eine Mark gespart." Für vier Fahrscheine erhält man bekanntlich in Berlin zwei und ein halbes Brot. Es wurde eben gesagt: mittags gingen die Besucher von Hause weg. Das können sie auch. Denn wenn sie bis ein Uhr gestempelt haben, sind sie los und ledig jeder Pflicht. Sie könnten jetzt tanzen oder spielen oder müßig gehen; es würde ihnen nur der Magen dabei knurren. Wenn Erwerbslose bis 10 Uhr vormittags schlafen, wollen sie damit ein Frühstück sparen, mit Faulheit hat die Langschläferei nichts zu tun. Aber wir wollten zum Geburtstag gehen. An der Tür der Eeburtstagswohnung wird es um 6 Uhr klingeln. Um diese Stunde kommt der einzige Nachzügler: die Legte, die von allen Besuchern noch Arbeit hat. Es war eine kleine Putzmacherin, die an der Tür schellte, ihr Wochen- lohn beträgt 22 Mark und einige Pfennige... Die Tage von �900. Alle Gespräche an diesen bescheidenen Tafelrunden vom Sommer 1932 beginnen mit der Krise und enden bei der Krise. Dazwischen liegt bei den Aelteren das Erinnern an vergangene Zeiten.„Vor vierzehn Tagen"— sagt ein betagter Rentner—„sind »ir in die Andreasstraße gegangen. Wir haben Frau Steinte beerdigt, unsere alte Nachbarin." Dann taucht mit dem Bild der Frau Steinte die Blütezeit des Kapitalismus auf, die zwei goldenen Zwanzigmartstücke sind wieder da, die die Eisendrehcr jeden Freitag oder Sonnabend nach Hause brachten, und als nachher die Männer die Karten zum Skat mischten, aber nur aus Spaß spielten, weil sie keinen überflüssigen Groschen in der Tasche hatten, machten die Alten trübselige Gesichter und meinten beinahe seufzend:„Wir haben schon mal einen Psennig-Skat gespielt." Fünfzig lange Jahre ist der alte Herr Steinte aus der Andreasstraße bei Dittmann- Fahrzeugbau gewesen; jetzt ist der Herr Steinte längst tot und die Fahrzeugwerke von Dittmann ebenfalls. Damit sind die Alten bei ihrem Lieblingsthema angelangt: alle Hinterhöfe der Berliner Fabrikhäuser werden sorgsam durchstöbert und in Rede und Wider- rede wird nachgeprüft, was aus dieser Bude geworden ist und was aus jener.„Meine Herren"— soll im Süden der Stadt mal ein Unternehmer gesagt haben—„Sie haben mir die Bausteine zu meinem Betrieb geliefert, wenn Sie einmal alt sind, dann soll Ihnen hundertfach vergolten werden, was Sie für das Werk geleistet haben."—„Aber"— fügt einer von der Tafel- runde hinzu—„als wir dann alt waren, war alles aus. die jungen Herren hatten da» ganze vermögen verpulvert." So gibt das Be- gräbnis der Frau Steinte, deren Mann ein halbes Jahrhundert bei Dittmann in Lohn und Brot stand, Veranlassung, noch einmal die große Verlustliste der Berliner Industrie aufzuzählen, und es sind klangvolle Namen darunter: Ade-Automatensabrik. Eisenwerke Gebr. Arndt, Maschinenfabrik Engels u. Wegner, Eisengießerei Keyling u. Thomas, herunter bis zu Schuch u. Co. und Schuchardt u. Schütte. Von diesen Werken ist nichts geblieben als ein bereits leicht vergilbtes Buch der Erinnerung an ebenso heitere wie trübe Tage von einst. Und wenn sich Sonntags in den ersten Nachmittagsstunden diese Veteranen der Arbeit, deren Schweißtropfen den Kapitalismus mit mauern halfen, Ihr Pfeifchen anzünden, dann steht der eine am Weg nach Plötzensee mit einer Wiegeschale und wartet, daß sich die Kinder für einen Sechser wiegen lassen. Der andere dagegen wischt noch einmal über den Spiegel und rückt die Kämme und Bürsten zurecht, denn er ist jener„letzte Mann" auf der Herren- loilette eines Gartenlokals. Und der Mann mit der Waage verdient nicht die Pacht, und der Mann auf der Toilette nicht das Fahrgeld nach seinem Laden. Beide wollen demnächst die Segel streichen. Heimarbeit für Hackepeter. Unterdessen müssen die Frauen gute Miene zum bösen Spiel machen.„Er ißt für sein Leben gern Schabefleisch"— meint die eine—„und da erhält er Sonnabends immer sein Viertel." So übernehmen es die Frauen, das Geld fürs Schabefleisch, den Hackepeter oder die Knobländcr als den Feierabendschmaus vergangener Zeiten zu verdienen. Was sie machen? Sie nähen. Oder jetzt ist die M ü g e n h ä k e l e i modern. Weil alle jungen Mädchen sich Mützen für eine Mark kaufen, wie alle jungen Männer gelbe, rote und blaue Hemden für 1,95 M. tragen. Für das Häkeln einer solchen Mütze zahlt der Textilbaron 12 Pfennige, wenn die Sonne im Osten steht, sitzen die Frauen bereits bei der Arbeit, und wenn sie im Westen versunken ist und die Dämmerung hereinbricht, häkeln sie noch. Ganz flinke Frauen, aber wirklich nur die flinken, schaffen dann wohl in zwölf Stunden zwanzig Mützen; sie haben somit 2,40 M. verdient. Da mußte diesen Frauen, die jeden Abend einen Krampf in den Händen haben, selbst der Textilbaron entgegenkommen: wenn sie die Mützen abliesern, erstattet er ihnen die 50 Pf. Fahrgeld. Der Frau, die Hemden näht, geht es nicht bester, für ein ganzes Dutzend bekommt sie 3,60 M. und obwohl die Tochter mitnähen muß und beide bis nachts um 12 Uhr die Maschine treten und sich die Augen ruinieren, werden es in keiner Woche mehr als 18 M. an Lohn für beide, so daß ihnen nichts weiter übrig bleibt, als am nächsten Morgen mit der Sonne aufzustehen und Zeitungen auszutragen. Dabei hat die kleine Putzmacherin nicht unrecht, wenn sie sagt:„Bei uns gab es auch Heimarbeit. Da kamen die Mädchen, nahmen sich sechs Hüte mit und am nächsten Morgen schon kamen sie mit den sechs fertigen Hüten wieder an. Sie hatten sich aus der Verwandtschaft und der Bekanntschaft all« Putzmacherinnen herbeigeholt, was sie aber der Firma nicht weiter erzählten. Die sagte sich, nun, für eine Nacht ist das Geld, das wir zahlen, ziemlich reichlich und sofort baute sie de» Stücklohn ab, dann noch ein paarmal. So hatten sich die Heim- arbeiterinnen selber gründlich ihre Löhne versaut." Oer Schmachtriemen. Aber das heutzutage meist gebrauchteste Wort heißt: Not- Verordnung. Gleich Stockschlägen auf den Magen hat die letzte Papen-Verordnung die Armen getroffen. Einer von der Tafelrunde, ein junger Mechaniker, längst in der„Ewigen Hilfe", bekommt alle vierzehn Tage 15,70 Mark ausbezahlt. Davon wer- den ihm jetzt 2,35 Mark genommen, so daß nur noch 13.35 Mark pro 14 Tage für den erwachsenen Menschen bleiben. Eine alte Witwe, die neben dem jungen Mann sitzt, bekam bisher jeden Monat ungefähr 24 Mark Witwenrente von der Jnvalidenversiche- rung. Ab Juli werden ihr erbarmungslos 5 Mark abgezogen, sie soll also den ganzen Monat von 19 Mark leben. Wer noch Arbeit hat, dem werden jetzt anderthalb Prozent Beschäftigtensteuer aus- geknallt, für den Armen dazu noch der Wegfall der Hauszinssteuer- Vergünstigung, obendrauf die Salz- und die kommende Schlacht- steuer, dann kann man es verstehen, wenn sich plötzlich der ganze Geburtstagsbesuch derart in Wut geredet hat, daß die Männer mit Heute wählt„Schulaufbau!" Es geht bei den Eltcrnbeiratswahlen um die Zukunft unserer Kinder. heute ist der Tag, an dem in den Schulen die Elternbeiräte gewählt werden, wer da glaubt, daß diese Wahl gleichgültig sei und daß es sich da nur um eine untergeordnete Angelegenheit handelt, der befindet sich in einem verhängnisvollen Irrtum. Es geht nicht um eilten Stimmzettel, es geht nicht um ein nebensächliches, nur beratendes Kleinparlament, nein, es handelt sich um die Zukunft unserer Kinder. Die Sozialdemokratie erstrebt einen S ch u l a u f b a u auf der Grundlage der Freiheit und Gerechtigkeit für alle. Nicht Geld und Stellung, sondern die Fähigkeiten sollen den Lebensweg der Heran- wachsenden bestimmen. Gewiß wälzt die Not der Zeit diesem Streben Steine in den Weg. Gerade deshalb aber ist es Pflicht aller Eltern, zu ihrem Teile einer Entwicklung in unserem Sinne zum mindesten vorzubauen. Dies ist doppelt und dreifach notwendig, weil im Reiche ein« Regierung am Ruder ist, die durch ihre Parole vom„Abbau des Wohlfahrtsstaates" auch den Kulturabbau im Auge hat. Des- halb ist der Kampf um die Schule eine politische Machtfrage. Berlin ist in seinen Leistungen für die Schule den Forderungen des Staätes vorangeschritten, und gerade die Ber- liner Schuloerwaltung bedauert es schwer, daß jetzt durch die all- gemeinen Etatseinschränkungen auch auf ihrem Gebiete Sparmah- nahmen vollzogen werden müssen. Man ist aber bemüht, nur Sonderleistungen abzubauen, aus die Berlin bisher stolz war. Bor allem aber haben die Volksschulen aufgehört, Stiefkinder zu sein. Das ist sozialdemokratischem Einfluß zu verdanken. Gewiß ist es schmerzlich, daß der Etat für unsere Schulen seit 1930 von 151 Mil- lionen Mark auf 109 Millionen Mark zusammengestrichen wurde. Die Notwendigkeit, die ins Ungemessene gewachsenen Unterstützun- gen von Wohlfahrt und Fürsorge für die notleidende Bevölkerung aufzubringen, haben bei dieser Kürzung den Ausschlag gegeben. Gerade die Erkenntnis aber, daß heute für Schulzwecke nur noch weniger Geld aufgebracht werden kann als vor wenigen Jahren, muß dem Wähler eine Mahnung sein, daß wenigstens diese Gelder im rechten wohlverstandenen Interesse unserer Jugend verwandt werden. Die Nationalsozialisten wollen eine Schule, in der unsere Kinder zum Haß erzogen werden. Das Ziel der Christlich-Unpoliti- schen ist es, Untertanen im Sinne einer überwundenen Vergangen- heit zu schaffen. Die Kommunisten endlich wünschen ein Schulwesen, das ausführende Organe einer diktatorischen Doktrin, nicht aber lebende und denkende Menschen heranzieht, wir Sozialdemokraten wollen eine Schule des Aufbaues, die jedem die Bahn zur Entwick- lung seiner Fähigkeiten freigibt. Wir wollen eine Schule ohne blinden Haß, ohne versklavende Unterwürfigkeit und ohne tötendes Dogma. Unsere Kinder sind uns ein heiliges Gut, das wir vor ver- verblichen Einflüssen zu schützen haben. Für die freie Schule der Zukunft! Wer wirklich seinen Kindern dienen will, wer wünscht, daß sie freie, gute und wissende Menschen werden, der gibt heute seine Stimme der Liste Schulaufbau? Bstttettei'n fr*u 52 W. weiß 75 Pf. dauniger Rupf... 3*® geriuene Federn.. 1w •ehr daunige Ware. 520 Stand Betten 1 Oberb-, 1 Unterb., 1 Kissen 11�Zi!..>4S..,s7.�!». Somme r-Obe rbett rot oder rotrosa Inlett, federdicht, mit weichen chinet. 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Ecke Sebastian-Str. Wilmersdorf er- Str. Ecke Bismarck-Str. Frankfurter Allee 304 der Faust auf den Tisch schlagen und die dickbäuchige Teekanne entsetzt in die Höhe springt. * In Berlin sind die Dinge bereits so weit gediehen, daß es eine qualitative Tinschränkung der Lebenshaltung nicht mehr gibt, nur noch eine quantltative. Man muß weniger essen. Vor einem halben Jahr wurde noch der Bohnen- tasfee mit Kornkaffee vertauscht, es mußte auf die gute Butter oer- zichtet und mit Margarine fürlieb genommen werden, an die Stelle des Fleisches zum Gemüse trat der Talg. Aber unter Talg und Kartoffeln, unter Kornkaffee und Margarine geht es nicht mehr: jetzt wird buchstäblich der Schmachtriemen enger gezogen und wenn die Frau Nachbarin gerade in die Küche kommt und sie fleht er» staunt die winzigen fleischlosen Kohlrabiporlionen mit dem Kar» toffelberg darunter, dann meinen regelmäßig die armen chauefrauen verschämt:„Ach, wir sind keine starken Ester!", und wollen doch nur ihr großes Elend verdecken. Dazu treiben die Dinge gefähr- lich weiter: noch ein paar Experimente der Barone und wir stehen vor einer Neuauflage des Kohlrübenwinters von 1917. Wer sich noch diesen Zeiten sehnt, der wähle in ö Wochen Hitler. Wer aber satt zu essen haben will, der entscheide sich für die um Freiheit. Arbeit und Brot kämpfende Sozialdemokrallet Steigende schweineneiscmireise unwahrbsilec Oder üia sctüactüsteuer- Fieischermsistär sucnen Süds. Die gemütlichen Räuber. Oer Llebersall aus Pas Ausflugslokal. was machen vier junge Räuber, wenn ein gelungener schwerer Raub ihnen zu wenig Bargeld bringt? Sie versuchen bereits am nächsten Morgen einen zweiten Raub Überfall, werden haus strafen von S'/ö bis 6Vi Zahren. Der Anstifter kommt mit Zähren davon. Der Staatsanwalt halte 2 bis 4 Zahre i gefaßt und erhallen vor dem Schöffengericht wedding Zucht- Es handelt sich um die Raudüberfälle in ch e i l i g e n f e e auf das Ausflugslokal S. und in Tegel auf die M i l ch h a n d- lung D. im März dieses Jahres. Ter eigentlich« Anführer der Bande I. erfreut sich noch der Freiheit. Eines Tages kommt aber auch er dran. Der geistige Urheber der Raubüberfälle war aber der. Angeklagte Zander. Trotz seiner 22 Jahre hat er eme be- wegte Vergangenlxit: drei Jahre versuchte er sich in Kanada durchzuschlagen, dann kehrte er in« Ellernhaus zurück, fand keine Arbeit, entwendete dem Vater 2900 Mark, brachte sie in acht Wochen in Saus und Braus gemeinsam mit seinem Freund und dem wegen Anstiftung verurteilten Holznagel durch. Durch diesen lernte er Peters und Schmelzer kennen. Man besorgte sich zwei Pistolen und begab sich eines Sonnabends nach Hellixenjee zur Gastwirt- jchaft des S. I. blieb draußen, die drei Komplicen gingen hinein. Der Wirt fragte:„Die Herren wünschen?" und erhielt zur Ant- wort:„W ir wollen Ihnen Geld abnehmen, Sie sind ia Grundstücksmakler, Hände hoch!"„Da hätten S!« im Winter kommen sollen, im Frühling mache ich keine Geschäfte." Die Unter- hastung ging unter Drohung mit Revolvern in diesem Tone gemüt- lich weiter: der Gastwirt, seine Frau, der Sohn und ein Gast wurden durchsucht: als die Räuber die Kaste aufbrechen wollten, zeigte ihnen der Wirt, wie sie zu öffnen sei, die TelephonleUung wurde durchschnitten, ein Nachbar, der ein« Hebamme für seine Frau anrufen wollte, mußte eine ganze Stunde dableiben, bis die j Räuber ihre Geschäfte erledigt hatten: als di« Köchin oben in Ohrt- macht fiel, wurde sie mit Wasser zum Bewußtsein gebracht, man unterhielt sich über di« schweren Zeiten, und um st« für di« Köchin noch schwieriger zu gestalten, wurde sie um ihre 45 Mark Ersparnisse gebracht. Der Rucksack wurde mit 20 Pfund Wurst, verschiedenen anderen Lebensmitteln und Tabak oollgcpackt, dann entfernt« man sich freundlich grüßend. Das Ganze hatte aber nicht gelohnt, die Deute an barem Gelds war mehr als gering. Da erinnerte man sich an Holznagels Tip. Der Miichhändler D. in Tegel sollte„dicke Geld" haben. Am nächsten Morgen begaben sich zwei von den Räubern auf einen Crkundungsgang, ließen sich, obgleich es Sonntag war, eins Kleinigkeit verkaufen, gegen 2 Uhr verlangten P. und Sch. ein halbes Pfund Butter und baten um einen Schluck Kaffee. Sie drangen dabei in die Küche ein, waren beim Kaffee- trinken sehr säumig, der Milchhändier schöpfte BerjSacht und holte von seinem Regal einen Ochsenziemer: im selben Augenblick zog Sch. einen Revolver: aber schon hagelten aus ihn die Schläge mit dem Ochsenziemer nieder. Das Ganze kostete die Angeklagten, wie bereits erwähnt, bis tz'/i Jahre Zuchthaus und ö Jahre Ehroerlust. Bier verpfuschte Leben— um nichts und wieder nichts! Ueberall diskutieren die Berliner Hausfrauen das langsame, aber unverkennbare Steigen der Schweinefleischprcise. Soweit es sich bisher übersehen läßt, sind die marktgängigen Schweinefleisch- sorten um 5 Pfennig pro Pfund gestiegen. Natürlich fragen die Hausfrauen, die nicht nur mit jedem Groschen, nein, mit jedem Pfennig rechnen müssen, warum plötzlich die Schweinefleischpreise steigen. Da haben die Fletschermeister geantwortet:„Na, wissen Sie denn noch nichts von der neuen Sch lacht st euer? Wenn man uns neue Steuern aufbrummt, müssen die Preise steigen!" Allem Anschein nach haben die Hausfrauen das auch geglaubt, was Auf m Grunewald-Stadion! Der Arbeitsr-Turn- und Sport-Bund varanstaitot gemeinsam mit den Organisationen der„Eisernen Front" am 2 6. Juni Im Grunewald-Städion den diesjährigen Reichs- arbeiter-Sporttag. Der Beginn der etfisielien Veranstaltung setzt ein mit einem Aufmarsch der„iisernen Front'' Im Anschluß daran finden die sportlichen Darbietungen, Massengymnastik, Leichtathletik, Schwerathletik. Artistik, Radrennen, Turnen, Radreigen, statt Um 18, SO Uhr Festspiel aller lugcndgruppen der„Eisernen Front" unter Leitung von Martin G I a 1 1 n e r. Die Ansprache hält der Reichstagspräsident Paul Lobe Eintrittskarten zum Preise von 50 Pf. für Erwachsene und 50 Pf. für Jugendliche und Erwerbslose sind In der Buchhandlung viele, Lindenstraße 2, im Bildungssekretariat der SPD,, SW68, Lindenstreße 5, im Gewerkschaftshaus, S0 16, Engelufer 24/25, im Gaubüro des Reichsbanners, Sebastianstraße 54, und an der Kasse des Stadions zu erhalten. markt keineswegs eine Stütze. Uebrigens ist der erhöhte Auftrieb von Kälbern noch größer als bei den Schweinen. Wenn man sich schon bamüht. einen Grund für das Steigen der Schwein-pfteischreise zu fiMn. dann dürften hierfür saison- mäßige Erscheinungen maßgebend sein. Mohrrüben werden mit Schweinefleisch gekocht, und bei der jetzt beginnenden llllohrrübenernte steigt die Nachfrage nach dieser Fleischsorte. Aber jetzt den Hausfrauen zu erzählen, die Schlachtsteuer fei an der Preissteigerung schuld, eine Steuer, die noch gar nicht erhobenwird, dann ist das nur zu vergleichen mit dem provo- kalorischen Vorgehen der Berliner Hausbesitzer, die nach der De- vis«:„Haltet den Dieb!" die Berliner Hausflure mit den von uns schon gekennzeichneten demagogischen Plakaten beklebt haben. Hoffentlich finden jetzt die Hausfrauen die rechte Antwort und sagen den Lügenmäulern, daß man sie mit diesem neuesten Schwindel nicht mehr ins Bockshorn jagen kann. immerhin noch verständlich ist, da niemand verlangen kann, daß jede Frau einen Zettel im Portemonnaie trägt, auf dem alle Termins � für das Inkrafttreten dieser oder jener Notverordnung verzeich- net sind. In Wirklichkeit aber war diese Antwort der Fleischermeister eine dumm« Ausrede, denn die Schlächter wisien nur zu genau, dag die Schlachtsfeuer ia Preußen erst am 1. lluli ISZZ in Srast tritt. Vor- her kann von einer Erhebung der Echlachtsteuer gar keine Rede � sein, und ebensowenig ist diese erst in Aussicht genommene Steuer die Ursache für die Preistreibereien am Schweincflsischmarkt. Diese Preistreiberelen könnten allenfalls noch eine Stütze finden in dem Gutachten, das die Sachverständigen des Retchsernährungsminifteriums in diesen Tagen über die Schweinezählung vom 1 Juni 1932 erstattet haben. Nach diesem Gutachten ist der Schweinebestand in Deutschland von 22 530 000 Stück im Juni 1931 auf 21290 000 Stück im Juni 1932 gesunken. Am stärksten haben die Ferkel abgenommen, nämlich um 526 000 Stück, dann folgen 519 000 Jungschwelne, um die sich der Lestand verringert hat, und auch die Zahl der Zuchtsauen hat sich um 200 000 Stück verringert. Wenn die Fachleute auch angenom- men haben, daß der Rückgang im Schweineoestand Deutschlands größer sein würde, so sind aber immerhin doch 5 Proz. weniger Schweine vorhanden. Marktmäßig hat sich allerdings dieser ver- kleinerte Schwelnebestand noch nicht ausgewirkt, im Gegenteil, der Auftrieb an Schweinen ist immer noch groß. Auch hierüber liegen einwandfreie Zählungen vor. An 89 der bedeutendsten Schlachtvieh- Märkte Deutschlands werden ständig d!e ankommenden Schweine gezählt. Danach ergab sich, daß im Mai 1932 nicht weniger als 01 000 Schweine mehr aufgetrieben wurden als im April 1931. Ja sogar gegenüber dem Mai 1931, als Deutschland noch den enorm hohen Schweinebsttand hatte, sind 11 000 Sckiweine-n»br auf den deutschen Schlachtviehmärkten abgeliefert worden. Vom Auftrieb her finden also die Preistreibereien am Schweinepreis- Zuchthausurteil im Grönland-prozeß. Wegen»Verabredung zum Verbrechen gegen das Leben". Nach mehrtägiger Verhandlung fällte die Berufungskammer de» Landgerichts III das Urteil gegen die neun Kommu- nisten, dle in der Nacht vom 18. zum 19. Januar d. I. in der Laubenkolonie Grönland im Besitze von neun Pistolen angetroffen wurden. Bier Angeklagte wurden wegen unbefugten Waffenbesitzes, Bildung bewaffneter Haufen und Vergehens gegen ß 1 des Republikschutzgesetzes(Verabredung zum Verbrechen gegen da» Leben) unter Versagung mildernder Umstände zu ZuchtHcus- strafen von zwei Sohren sechs Monaten bis drei Zahren und Aer- lust der bürgerlichen Ehrenrechte für die Dauer von fünf Jahren verurteilt, die übrigen fünf Angeklagten zu Gefängnis st rasen von zwei Jahren bis zwei Jahren und drei Monaten. Das Schäffengericht Neukölln hatte die Angeklagten bloß wegen unbe- fugten Waffenbesitzes zu Gefängnisstrafen von einem Jahr acht Monaten und zwei Jahren sechs Monaten Gefängnis verurteilt. Die hohen Strafen, die das Gericht verhängt hat. lösten bei den nächsten Verwandten der Angeklagten Tränen und Ausrufe der Bestürzung aus. Das Gericht hat den Angeklagten nicht ge- glaubt, daß sie, beunruhiqt durch den llsbersall der Nationalsozia- listen auf die Kolonie Felseneck, sich am Abend des 17. Januar in der Kolonie Grönland zum Schutz der Laubenbewohner einge- funden und ihre Waffen, die geladen und entsichert waren, bloß zu Derteidigungszwecken mit sich geführt hätten. Das Gericht war auf Grund der Beweisaufnahme zu dem Schluß gelangt, daß der Kolonieschutz von diesem Anmarsch der Kommunisten nichts gewußt habe und daß diese die Absicht gehabt hätten, die von einer Ber- sammlung heimkehrenden Nationalsozialisten zu überfallen. Das harte Urteil des Gerichts dürfte nicht ohne Einfluß auf die Beurteilung der Vorgänge im Felseneck-Prozeß bleiben, in dem bereits seit zwei Monaten verhandelt wird. In der Kolonie Grön- land sind die Kommunisten nur mit den Waffen in der Hand angetroffen worden, in der Kolonie Folseneck haben die Nazis den Arbeiter Klemke getötet... Wieder GA«Terror in der U-Bohn. Auf dem Hochbahnhof Möckernbrücke wurde gestern, wie berichtet, ein Reichsbannermann von SA.-Leuten zum Zuge hinaus- geworfen und seiner Abzeichen berault. Em Teil der Rowdys konnte durch das alarmierte Ueberfallkommando auf der nächsten Station aus dem Zug heraus fest genommen werden. Ein ähnlicher Vorfall spielte sich kurze Zeit daraus auf dem Bahnsteig der Nordsüdbahn am H a l l e s ch e n Tor ab. Dort wurde gegen 12 Uhr mittags ein etwa 18 Jahre alter Kommunist von 30 SA.-Leuten, die den Zug gerade bestiegen hatten, ohne jeden Anlaß niedergeschlagen und zum Abteil hinausgeworfen. Da sich derartige Ueberfälle zweifelkos in den nächsten Tagen wiederholen werden, sind in jedem Falle di« Bahnhofsbeam- ten zu alarmieren, die ebenso wie die Beamten der Reichs- bahn Polizeibefugnisse haben. AmHus. Der Nein, es ist nicht nötig, die Zelle zu schließen, wozu auch? Wenn die Burschen zu sich kommen, dürfen sie ruhig sehen, durch welches Loch der Vogel hinaus ist. Was sollen die armen Schacher erst noch lange Rätsel raten? Für ihre Gemütsbewegung ist gesorgt durch den Anpfiff, den ihnen Seine bischöflichen Gnaden oerpassen wird. Reg dich nicht auf, Magister, ich tu's ja auch nicht! Ruhig Blut! Beschone die Nerven! Nein, die vier Mann hier sind nicht tot, nein. nicht einmal besoffen sind sie. Ja, sie schlafen; aber einen Schlaf, der noch etliche Stunden dauert. Bis die wieder zu sich kommen und imstande sind, den Jammer aus den Augen zu schütteln, Magister, bist du sicherlich schon halbwegs Ra° dolfs Zelle zu oder noch weiter, kommt ganz darauf an, wo's dich hinbläst. So, die zweite Tür war gleichfalls geschafft, jetzt nur noch die Hauptpforte! Nein, keine Angst vor dem Guardian! Der sitzt so sanft im Pfühl in seiner Pförtner- zelle, wie der Frosch im Frühjahrslaich. Nein, Magister. auch der hat keine aufs Hirn bekommen, sondern nur eine ins Gehirn, und das ist vollkommen unschädlich, unter Ge- währ! Ja, die Pforte muß zu. sonst ist irgendein Nacht- streifer fähig und trägt was hinein zu den Braunkutten. Ach, du kennst die Gegend nicht. Was, als st« dich aus Gottlieben anbrachten, war gerade Nacht? Das gleicht sich aus; jetzt, wo du wieder gehst, ist ebenfalls Nacht. Hier rechts runter und dann, wenn wir an den Graben kommen, j noch einmal rechts! Wo der Sankt-Pauls-Turm steht? Das I kann ich dir sagen. Hier. Magister, gerade in entgegen-! aeetzter Richtung! Wo denkst du hin? Warum diese Ab- � schweifung? Was sollen wir eigentlich beim Sankt-Pauls- Turm? Ich sagte dir ja laut und deutlich: beim geistlichen Klaghaus wartet dein Mann auf dich! Magister! Menschens- kind! Fasse Vernunft! Renn doch nicht mit beiden Füßen in dein Unglück hinein! Hier, rechts hinunter, nichts links! Recht»! Recht»! Recht»! Verdammt, jetzt Hab ich mir dt« Scharwache auf den Hals geschrien! Da, komm, in den Schatten, zwischen die Häuser hinein! Ruhig! Halte den Atem an! Gottlob, die tappen mit ihren Laternen nach dem Obermarkt hin! Das war noch einmal gut gegangen. Zagg Zagula! Magister, mache dreist langsamer, mir klopft das verdammte Herz bis zum Halse hinauf! Sage, du hast mir vorhin keine Antwort gegeben, was willst du eigentlich beim Turme Sankt Paul? Wer ist drin? Jeronym? Ach so. dein Freund, den sie hier auf dem Konzil den Hiero- nymus nennen? Freilich ist der drin. Aber der ist so oer- wahrt. Magister, daß niemand an ihn ran kann. Den halten sie härter im Verließ als sie selbst dich gehalten haben, und das will was heißen. Mit welchem Grund? Die Väter be- haupten, er Hütt' einst ein paar Bullen des Papstes einigen Prager Huren an die keuschen Hälse gehängt; für diesen Tort hängt jetzt sein eigener Hals im Stockeisen. Gewicht? Ein ganz ordentliches. Magister! Das Genick wird ihm krumm von der Last. Rein, legen kann er sich nicht. Er muß im Stehen schlafen. Tag und Nacht steht er aufrecht an seiner Kettensäule. Bis an die Knie ist er eingewachsen im eigenen Kot. Was willst du bei ihm? Du kommst nicht hinein in den Turm, ausgeschlossen! Oder, falls du hineintominst. kommst du bestimmt nicht wieder hinaus! Mach keinen Un- sinn, ich bitt dich! Schrei nicht! Was soll dein verdammtes „Jeronym"? Meinst du, daß er an eine Turmluke kann, um zu dir hinunterzuschauen? Schweig, zum Teufel! Du hetzest uns mit deinem Gebrüll die ganze Wächterbande auf den Hals! Ein Glück, daß noch immer die Hunde heulen! Herr- gott. kann ich dir keinen Knebel in den Rachen stopfen?! Schrei dich in dein Unglück, Mensch, wenn es nicht ander, geht, aber nicht mich! Nein, ich habe keine Lust, für deinen Unsinn einzustehen! Schweig auf der Stelle oder ich haue ab! Dein„Jeronym" soll mich nicht den Hals tosten! Jetzt. wo ich sozusagen über den Rand schaue, darf mich dein tolles Geschrei nicht wieder in die alte Brühe zurückstoßen! Bring ich dich nicht gutwillig zu dem Einaug. mun, dann schlepp ich das Einauge hierher. Die Hauptsache ist jedenfalls, daß du in die richtigen Hände kommst! Sei Gott auf seinem Thron aus Jaspis gesegnet für das Heulen der Hunde! Mag er sie eine volle Stunde weiterwinseln lassen! Oder eine halbe Stunde! Oder eine Viertelstunde! Wenn's gar nicht anders geht, genügen mir auch fünf Minuten weitere Hundeheulzeit! Möge sie kräftig genug sein und dieses Blödians Geheule übertönen! Ja. Zagg. du mußt keuchen und schnaufen. Es ist unoerkennbar, Bursche, dein Gestänge wird alt. Du kannst keinen Staat mehr machen mit deinem Gehäuse der Sünden. Schnellauf ist jedenfalls nichts mehr für dich, Nummer neunzehn! Ah, hier hat es endlich den richtigen Schatten! Hier immer die Mauer entlang, den Rücken an die Steine gerieben. das deckt gegen Sicht! Verflucht, wer geistert dort an der Ringtorbrücke? Es nützt nichts, ich kann keinen Ausweg machen, ich muß an dem Bündel Lumpen vorbei. Cia, eia, also ist das Märchen von der Rattenmutter doch wahr?! Da humpelt die alte Ehrlerin den Graben entlang, und hinter ihr wandelt als lebendiger Schatten ein Schwann voller Ratten! Eia. immer neuer Zuzug kommt an. Aus jeder Doble kriechen sie, aus jedem Kellerloch, aus jedem Ehgraben. Seltsam, weder vor meinem Schritt fürchten sie sich, noch vor dem Hundsheulen. Sie huschen, sie ellen mit, sie drängen sich, sie zwängen sich, als gelte es. einen Trog voll Fressen zu bestürmen. Unheimliche Tiere, diese Nager, aber nützlich! Die Konstanzer müßten sie eigentlich in iljr Wappen setzen; denn ohne sie würde diese gute Stadt am Rhein im eigenen Dreck ersticken. Schade nur, daß die grauen Banditen so eklige, nackte Schwänze haben! Was trägt die Ehrlerin in der Hand? Eine blaue Lade. Was ist das? Ein Toten- bäumchen? Ein Kindersarg? He, Mutter, wohin so spät in der Nacht? Hast du nicht tagsi�er Zeit zu lustwandeln? Wae trägst du da im Arm speyjeren? Rein, verstecken brauchst du es nicht, ich Hab es schon lange gesehen. Was sagst du? Einen toten Rattenkönig? Erlaube, daß ich frage: Was ist das, ein Rattentönig? He, warum so stolz? He, warum so abweisend? He, gefällt dir mein Gesicht nicht? Ist ein ehrlicher Frager nicht eine ehrliche Antwort wert? So fahre denn hm, du alte Vettel! Möge deine spitzzähnige Gesellschaft dich fressen! Oder möge die Scharwache dich unh deinen Rallenkönig packen! Wich hingegen soll sie verschonen! Was es für merk- würdige Dinge gibt, ein altes Weib, dem die Ratten nach- laufen! Der Pfaffe Machno aus Böhmerland hat mir ein- mal vom Hummelheiland erzählt. Ein alter Landstreicher. windig und abgeschabt, der bloß zu pfeifen braucht, daß ihm allerorts Bienen und Wespen und Hummeln folgen. In einer brummenden, summenden Wolke marschiert er dahin. Fein so was, und vor allem praktisch auf Landfahrt, von keinem Häscher, keiner Polizeifauft zu erreichen! Ein Pfiff, und die gestachelte Garde ist da! Ein Pfiff! Wo kam der eb-n her? Wieder muß ich mich in Den schwarzen Schatten rD4 rücken. (Fortsetzung folgt.) Auch Oranienburg 700 Jahre. Oranienburg feierl heute sein siebenhundertjähriges Sladtjubiläum. Es gehört wohl mit zu den Stedten ans dem ©Hn. Barnim und Teltow, die unter dem?. Mörz S232 von den ZNorkgrafen Zohann I. und Otto III. angewiesen wurden, ihr Stadt. recht von Spandan zu nehmen. Damals hieß der Ort Bötzow Bötzow ist die Bartnmstadt, die zuallererst urkundlich genannt wird, nämlich im Jahre 1216. Um 1200 errichteten die askanischen Markgrafen hier an der Havel eine Burg zum Schutze des bis dahin kolonisierten Gebiets und als Stützpunkt für ein Vordringen in das nach wendische Barnimland. Ms um 1231 der Barnim endgültiges Eigentum der Markgrafen wird, da ist im Anschluß an die Burg Bötzow bereits eine bürger- liche Siedlung entstanden. Diese erhält 1232 das Spandauer Stadt- recht. Bötzow blieb für das ganze Mittelalter ein wichtiger Ueber- gangspunkt vom Elm(Havelland) zum Barnim. Um 1400 ist die Burg Bötzow Stützpunkt für die Q u i tz o w s und ihren Anhang. Der Fall der Burgen Friesalk und Plaue befreit die Mark von der Raubritterplage. Um 1Z40 läßt der Kurfürst Joachim II. die verfallene Burg abreißen und an ihrer Stelle ein Jagdschloß erbauen Es beginnt für Bötzow ein Jahrhundert des Niedergangs. Furchtbare Brände suchen die Stadt heim. Zwei, mal. 1Z90 und 1632, brennt sie fast ganz ab, mit Kirche und Schule. Der Dreißigjährige Krieg bringt Mord und Plünderung. Die Pest rafft zn-ti Drittel der Bevölkerung hinweg. Die Stadt beginnt wüst und menschenleer zu werden. Da wird eine Kurfürstin der Retter des Orte». Sie läßt die zerstörten Gehöfte aus Schutt und Asche erstehen. Sie ruft Kolonisten herbei und veranlaßt den Bau eines neuen Schlosses. Sie errichtet Wirtschaften für Viehzucht und Milch- Wirtschaft. Sie gründet schließlich das Waisenhaus. Schloß und Ort erhalten den Namen Oranienburg, weil die Kurfürstin eine oranislbo Prinzessin ist Die napoleonische Zeit brachte Oranienburg unendlä• Lasten und Abgaben. Nach den Freiheitskriegen blühte die Stadt auf. Der Grund dafür lag in dem Ausbau der Oder- Havel-Wasserstraße und in der Anlage der Berlin-Mecklen- burger Chaussee. Die 1806 eingegangene Kattunweberei im Schloß wurde durch eine chemische Produktenfabrit ersetzt, die sich bald zu einem bedeutenden Unternehmen entwickelte und mit deren Geschichte der Name des Chemikers Friedlieb Ferdinand Runge verknüpft ist. der im Schloß 1834 Karbolsäure und Anilin entdeckte. 1877 wurde die Nordbahn eröffnet. Damit begann für Oranienburg eine neue Zeit. Die günstige Wasser- und Bahnver- bindung ließ Fabriken entstehen, und die Lage am herrlichen Lehnitzsee und an ausgedehnten Waldungen veranlaßte zahlreiche Berliner, sich hier anzusiedeln. Oranienburg wurde Villenstadt, besonders als 18gl der Vorortverkehr eingerichtet wurde. Auch der Weltkrieg und seine Folgen haben die Entwicklung des Ortes nicht aufhalten können. Im Jubiläumsjahr hat Oranienburg bereits über 17 000 Einwohner. Verschwundene Dankräuber. 600 Mark Belohnung auf ihre Ergreifung ausgefeht. Der räuberische Uebersall auf da» Bankhaus R o e n i n g in der 3ägetstr. 44 45 kannte noch nicht wellet aufzellärk werden. Die Polizei fahndet nach den beiden ju�eQ Burschen, die als Täter in Frage kommen. Sofort nach Bekanntwerden des Uebersalls wurden Beamte des Raubdezernats an den Tatort entsandt. Die Angaben der über- fallenen Kassierer sind ziemlich lückenhast. Der Borgang Hot sich in höchstens drei bis vier Minuten abgespielt, so daß die beiden im Kassenraum wenig Zeit harten, ihre Gegner zu beobachten. Die Räuber stürmten bis an den Ladentisch heran. Einer schwang sich sofort hinüber. Als ein Beamter der Aufforderung, die Hände hoch- zuHeben, nicht sofort nachkam und versuchte, an die Alarmglocke zu gelangen, mußte er zurücktreten. Der andere Räuber, der inzwischen über den Tisch gesprungen war, zwang den zweiten Kassierer, ein Fach des offenen Schrankes aufzumachen: Hier fand der Räuber einen Briefumschlag mit einer goldenen Damenuhr und einem goldenen Armband. Der Wert dieser Stücke be- trägt etwa 500 Mark. Dos Bargeld, das der Bursche einsteckte, beträgt genau 2 2 9 8 M a r k. Die Räuber schwangen sich ungehindert aus ihre Fahrräder und bogen links in die Oberwall st ratze ein. Der eine der Räuber trug einen braunen Jackettanzug. Beide hatten dunkle Schiebermützen auf. Ihre Größe wird von den Ueberfallenen auf 1,68 und 1,72 Meter geschätzt. Auf ihre Ergreifung ist eine Belohnung von 500 Mark ausgesetzt. Literaturpioniere in Krönt! Der Zentral-Parteiverlag I. H. W. Dietz greift in Berlin mit einem großen neuartigen Werbeplan in den Reichstagswahlkampf ein. Auf die kleine Notiz im„Vorwärts": Wir suchen 100 Kolpor- teure!" hat sich erfreulicherweise eine so große Zahl von arbeits» losen Genossen und Genossinnen gemeldet, daß es nötig wurde. die Bewerbungen in zwei Gruppen zu teilen. Doch das ist uns dennoch nicht genug. Das Ziel soll vier Hundertschaften von Literaturpionieren sein, die in vier Aktionsgruppen in alle Himmels- richtungen unsere Kampfschriften tragen. Die erste Literaturpioniergruppe versammelte sich am Mittwoch zu einer ersten Besprechung im Parteihaus in der Lindenstraße. Zunächst wurden die neuartigen Werbepläne und Werbemöglich- kellen durch die Verlagsleitung dargelegt, die hier im einzelnen nicht wiedergegeben werden brauchen. Die vornehmlichste Ausgabe der Literaturpioniere ist die Agitation für Wahrheit und sozio- listische Ziele. Außerdem aber— und das ist besonders erfreulich— bringt der Literaturvertrieb für unsere arbeitslosen Genossinnen und Genossen eine materielle Sttitzung mit sich, die besonders günstig werden wird dadurch, daß unser Witzblatt„Der wahre Jacob" in neuer Form herauskommt.„Der wahre Jacob" wird von nun an wöchentlich in stark vergrößertem Umfange und trotzdem bei bester Ausstattung verbilligt erscheinen! Die ersten Exemplare werden die Berliner Genossen auf dem„Rast" erhalten. In den nächsten Tagen darf es in Berlin keinen Berkshrspunkt und fein Fabriktor eines Großbetriebes gehen, wo nicht noch ein Literaturpionier hingestM wird. Für jede Versammlung-- ob groß oder klein, intern oder öffentlich, ob von Partei, Gewerk- schasten, Betrieben, Sportlern, Jugend oder nahestehenden Organi- sationen, ob im Norden, Osten. Süden oder gerade im Westen Berlin» sollte in Zukunft ein Literaturpivuer gestellt werden. Noch Hunderte von freiwilligen Helfern werden ge- braucht: denn Riesenarbeitsgebiete liegen vor uns! Genossinnen und Genossen, unterstützt das Werk der Auf» klärungl_ Eine billige Ferienfahrl mit dem„Saldur" nach Hamburg ver- anstaltet in der Zeit vom 19. bis 30. Juli 1932 der Bezirks- ausschuß für Arbeiterwohlsahr t. Das Schiff hat 200 Betten an Bord, elektrische- Licht und sliehendes Waschwasser in jeder Kabine. Für Fahrt. Logis aus dem Schiff, achtmal Mittag- essen, elfmal Morgen- und Abendkafsee oder Kakao beträgt der Preis für Erwachsene 27 W., für Kinder(bis 14 Jahre) 20 W. An- frage und Anmeldung sind zu richten an den Bezirksausschuß für Arbeiterwohlfahrt der Provinz Brandenburg, Berlin EW. 68, Lwdenstr. 3, 1. Hof II. Telefon: Dönhoff 7770 und 7771. Kampf um den Rundfunk. Die wirtschaftlichen und politischen Auseinandersetzungen greifen auch in die Gchiete des Rundfunks über, dem die Arbeterbewegung ein so hohes Interesse entgegenbringt, daß sie sich eine eigene Or- ganisation geschaffen hat. Seit sechs Jahren versucht der A r b e i t e r- Radio-Bund, in Verbindung mit Partei und Gemerkschaften, vor allem aber durch sein Organ„Volksfunk", das Rundfunk- Programm im Sinn einer wirklichen Ueberparteilichkeit zu beeinflussen. Der Reichstagung des Arbeitex-Radio, Bundes, die am Sonnabend in Anwesenheit von Vertretern sämt- licher Gauleitungen begann, ist deshalb erhöhte Bedeutung bei- zumessen. Der bisherige Borsitzende des Bundes und jetzige Ehren- Vorsitzende, Staatssekretär a. D. Kurt B a a k e, gab einen ausführlichen Bericht über die Organisation des Rundfunks und über seine Programmgestaltung, die keinesfalls den Wünschen der werk- tätigen Hörer entspricht, der Hörer, die mehr als alle anderen Volks- schichten dazu beitragen, den Rundfunk zu finanzieren. Gegen etwaige Maßnahmen der Reichsregierung wandte sich der neugewählle Bundesoorsigende, Albert Falkenberg, der Führer des Allge- meinen Deutschen Veamtenbundes, in einem ausführlichen Referat, in dem die Aktivierung des Rundfunks durch die Aktivierung der fortschrittlich eingestellten Hörer gefordert wird. Die weiteren Per- Handlungen hatten vertraulichen Charakter. Die Tagung wird heute fortgesetzt und wichtige Beschlüsse fassen, die die Rundfunkpolitik der freien Arbeiterbewegung von maßgeblichem Einfluß sein dürfte „Orpheus" in der Karl-Marx-Zchule. Mit größter Hochachtung vpr dem Werk und der Keckheit zum eigenen Uebermut, brachte die Oberprima der Karl-Marx- Sch u l e, R eu k ö lln. einen Orpheus im Jazz-Rhythmu» heraus. Dieser Versuch fand freudige Zustimmung bei Freunden� und Gönnern, so daß die Borstellung ausverkauft war und vielen Schau- lustigen nichts anderes übrigblieb, als sich Karten für die Wieder- holung zu sichern. Bei guter Ausnutzung der kleinen Bühne und einem seinen Gefühl für Raumwirkung läßt man das Spiel ab- laufen. Orpheus ist diesmal ein Geiger, der, von der öffentlichen Meinung gehetzt, feinem ungetreuen Weib in die Unterwelt nach- läuft. Doch möchten auch Jupiter und Pluto nicht auf das Weib verzichten, und darum eignet es Jupiter sich aus legalem Wege zu und die flatterhafte Eurydice wird zur eigenen und zur Freude der Götter eine Bacchantin. Man läßt die Gelegenheit natürlich nicht vorübergehen, um den Olymp stark zu aktualisieren und manches stichelnde Wort oerfetzt die Zuschauer in hellste Frohlaune. Gespielt wird sehr gut, und da jeder mit Begeisterung an seinem Platz« ist, ganz gleich, ob er auf der Bühne steht oder im Orchester sitzt, wurde der deutlich verspürbaren besorgten Freude um Gelingen ein voller Erfolg zuteil. Der bekannte LmS-Trenker-Fil»„Die heiligen drei Brunnen" ge. langt vom Dienstag dieser Woche an in der Treptower Sternwarte zur Neuauffuhrung. Wegen der herrlichen Aufnahmen der Lochgebirgsnawr mit P ihren romantischen Söhlen und Schluchten, unterirdischen Tomen und Strömen ist dieser Film besonders sehenswert. Allen Hochgebirasfreunden wird der Film mit seinen lebendigen Bildern wie eine schöne Wanderung durch das Gebirge erscheinen und reine Freude bereiten. v/ievek? ER GEHT DER RUF: DAS HAUS DER 60 SPEZIALABTEILUNEGN GEGRÜNDET 1819• BERLIN C2» SPANOAUER.KDNIGSTRASSE Mieter, wehrt euch! Der Vorstand des Reichsbundes Deutscher Mieter «rläht einen Ausruf, in dem es heißt: In dem schweren Kampfe des deutschen Volkes um seine ele- mentarsten Lebensbedingungen kann und darf die deutsche Mie�xr- schaft nicht abseits stehen. Es geht um das letzte: um das Dach über dem Kopfe. Die Mieter und Miererinnen müssen als Reichstagswähler in die Front des Abwehrkampfes eintreten, um nicht elend zugrunde zu gehen. Gemeinsam mit den Hand- und Kopfarbeitern, gemeinsam mit ollen sozial und fortschrittlich Denkenden muß die gesamte deutsche Mieterschaft dem Fundamental- sag der Reichsversossung wieder Geltung verschaffen, daß die Staatsgewalt vom Volke und nicht von den Kapi- talgewaltigen ausgeht. Hinein also in den Wahlkampf! Fort mit der Reichsregierung von Popen, dem Kabinett der Junker und Barone! Schützt die Lebensinteressen der breiten Massen der arbeitenden Volksschichten! Schützt den Mieterschutz und damit die deutsche Familie! Nieder mit den offenen und oerkappten An- hängern der Diktaturregierung von Papen! Nieder mit den Gegnern der Demokratie! Euer fester Wille wird euch zum Sieg führen! Motorradunglück in Brih. Ein Toter und ein Echwerverlehter. In der Späth st raße in Britz ereignete sich gestern gegen 21 Uhr ein folgenschweres Motorradunglück. Ein mit zwei Personen besetztes Motorrad raste im 60-Kilometer-Ieinpo gegen ein haltendes L a st a u t o. Die Folgen waren furchtbar. Das Rad wurde völlig zertrümmert und der Führer auf der Stelle getötet. Der Begleiter wurde mit lebensgefährlichen Verletzun- gen ins Buckower Krankenhaus gebracht. Die Namen der Verun- glückten sind noch unbekannt.— In Wittenau am Grünlandweg wurde gestern abend ein vierjähriger Knabe Gert Frank von einem Lieferauto überfahren und auf der Stelle ge- tötet. Riesenschlange und märkischer Walfisch. Am Freitag wurde im Aquarium des Zoo eine neu ein- getroffene Riesenschlange aus ihrer Versandkiste in ihr großes Terrarium übergeführt, das trotzdem für diesen Riesenkörper bei- nahe noch als zu klein erschien. Es ist wahrscheinlich die größte Schlange, die in Berlin gezeigt werden kann, denn sie ist, wie Direktor Dr. Heinroth erläuternd ausführte, 7H Meter lang, stammt aus dem malaiischen Gebiet und wird wegen ihres eigen- tümlichen Farbenmusters als Teppich- oder Netzschlange bezeichnet. Derartige Riesenschlangen sind nicht giftig, erdrücken vielmehr ihre Beute, kleine Säugetiere und Vögel, durch Umschlingen, wobei meist keine Knochen gebrochen werden, und werden ungereizt dem Men- schen nicht gefährlich. Weiterhin wurden zwei riesige Welse aus dem T e u p i tz s e e bei Königswusterhausen gezeigt, der eine 1,90 Meter lang und 46 Kilogramm schwer, der andere 1,86 Meter lang und 42 Kilo- gramm schwer. Wer hätte gedacht, daß märkische Gewässer solche Walfische bergen? Das Berliner Aquarium hält es überhaupt mit den Riesen. Es besitzt den größten in Europa gefangenen Riesen- salamander aus Ostasien, der 1% Meter lang und 16 Kilo- gramm schwer ist, es hat den R i e s e n w a r a n von Komodo (Sundainsel), eine äußerst seltene Eidechsenart, der gegen 2'A Meter lang ist. Es hat ferner die größten Alligatoren Europas, die aus Florida und gegen 3,49 Meter lang sind, und es besitzt schließlich die 3,69 Meter lange Königskobro. die größte Gift- schlänge, die es gibt. Hausmusik aus alter Zeit. Im Rahmen der bei W e r t h e i m, Leipziger Straße, veranstalteten Ausstellung„Volkskunst, Hausfleiß, Handwerk" lud die Deutsche Volkskunstkommission zu einem musikalischen Nachmittag Eiserne Front1 gegen Hitler-Barone! Unsere nächste Partei- und Betriebsveranstaltung: Nationalregistrierkassen. Dienstag, den 28, luni, 16,30 Uhr, Betriebsversammlung im Lokal Gambrinus, Neukölln, Kaiser- Friedrich-Straße Ecke Treptower Straße.„Der Kampf um den neuen Reichstag." Referent: Franz Künstler, MdR. BVG.— Nordsüd, MUilerstraße. Dienstag, den 28. luni, 16 Uhr, Belegschaftsversammlung im Lokal Rieß, Müllerstraße 139.„Nazi-Barone und wir." Referent: Gottlieb Reese. S.Kreis— Spandau. Donnerstag, den 30. luni, 19,30 Uhr, öffentliche Kundgebung in der lubiläumsturnhalle Spandau, Askanierring.„Der Kampf um den neuen Reichstag". Referent: Erich Kuttner, MdL C. Lorenz A.-G. Donnerstag, den 30. luni, 17 Uhr, Betriebsversammlung im Birkenwäldchen, Tempelhof, Manteuffel- straße 11712.„Einheitsfront" Referent: Franz Künstler, MdR. Knorrbremse. Donnerstag, 30. luni, 16. Uhr, SPD.-Fraktionsver- sammlung mit Sympathisierenden im Lokal„Zum Treffpunkt", Boxhagener Ecke Bahnhofstraße.„Der Freiheitskampf der Arbeiterschaft". Referent; Hans Marx. Betriebsfraktion der sozialdemokratischen Arbeitnehmer der Stadl Berlin, Zentrale Verwaltungen. Montag, 27. luni, 20 Uhr, im„Hackeschen Hof", Rosenthaler Str. 40/41 (Parterre-Saal), Versammlung.„Die Regierung der Barone und was haben wir von ihr zu erwarten." Referent: Bürgermeister Mielitz. „Hausmusik aus alter Zeit". Das Harlan-Trio(Peter Har- lan, Dr. Coro Auerbach und Hans Schröder) brachte auf dem Spinett, der Blockflöte, Viola und Laute alte deutsche Musik aus dem 16. Jahrhundert und altenglische Weisen aus der Shakespeare- Epoche. Ein reichlich großer, offener Raum in einem Kaufhaus ist ja nun nachgerade nicht der ideale Rahmen für solch intimes Kon- zertieren, und so zerflatterte der zarte Ton am Spinett, ertrank manch schöner, warmer Akkord der baßbezifferten Viola. Wunder- hübsch klang das Zusammenspiel der Instrumente im Flecertote concerute von Johann Motelatt, ein Trio von Laute, Viola und Blockflöte und die Liedvariationen aus dem Fitzwilliam Birginal- book, auf dem Spinett vorgetragen, waren feinste Tonmalerei. Ein Flötenduo„Ich sag ade" und ein Welscher Tanz verdienen noch besonders hervorgehoben zu werden. Wetleraussichten sür Berlin: Wechselnd bewölkt, mit einzelnen Regenschauern, Temperaturen am Tage niedriger als am Sonn- abend, zum Teil frische West- bis Nordwestwinde.— Für Deutsch- land: Im Südwesten meist trocken und ziemlich heiter, am Tage eiwas wärmer: im übrigen Deutschland veränderlich und ziemlich kühl mit einzelnen Regenschauern. Sozialistische ArbeÜm'ugend Groß-V erlin Einicnditngcn für Diese Rubrik nur an Das Inge ndsi kr etariat Perl in 6W 68 SinDenftrafer 2 vorn 1 Treppe rechts. Heute zum RAST, im Grunewald-Stadion! Treffpsatt UM. Uhr vor dein Hauptcingang des Stadions. Für die Teil- nchmcr am Sprechchor ist der Eintritt frei. Alle Gcnoffen, die nam dcr�Prode (also nach tv� Uhr) kommen, müssen 30 Pf. Eintritt bezahle». Rotc-saUen. Kleidung, Fahne» mitbringen. Treffpunkte der Abteilungen: «Semerlschaft-hans! 7-. Uhr Falkenecke.— Balkan: S Uhr Prenzlauer Allee. — Arnimplah: g Uhr Bahnhof Schönhauser Allee.— Köpcnickcr Viertel: 9>-. Uhr Schlesischer Bahnhof.— Neukölln Ii! s Uhr Bergstraße lPaiiage).— Rculölln IV und IX: 9', Uhr Bahnhof Sermannstraße.— Schönemeibc I: 7 Uhr Bahnhof Schöneweide«blauer Kittel, roter Binder).— Sch-ncwcid- II: gi. Uhr Bahnhof Schöncwcide.— Rcichenbcracr Viertel: 13 Uhr Kottbuifer Tor«gr.: Uhr bei Jonckeit zur Elternbeiratswahl).— Werbcbezirk Tiergarten: 9�, Uhr Bahnhof Bellevue. Sportpalast: tM Uhr Bahnhof Bülowslraße.— Werbe bezirk Tcmpclhos: 7l- Uhr Ringbahnhof Tcmpelhof.— Werbebezirk Westen: Achtung! Wir treffen uns bereits um LZb Uhr Reichskanzlerplatz. Blorgen, Alontag, 27. Juni, 20 Uhr: Gewcrkschaftshaus: Waisenstr. 18. Lustiger Borleseabend.— Hansa: Bochumer Str. 8d. Bunter Abend.— Moabit l: Waldenserstr. 26. Bunter Abend.— Moabit U: Bremer Str. 70. Fahrtenerlebnisse.— Sportpalast: Gen- thiner Str. 17. Marsch auf Rom! Marsch auf Berlin?— Arnimplatz: 20 Uhr Funktionärversammlung bei Der Gen. Kulisch.— Arnswalder Platz II: tochön» lanker Str. 11. Außenpolitische Rundschau.— Falkvlatz I: Sonnenburger Str. 20. Sozialistengesetz.— Falkvlatz Ii: Sonnenburger Str. 20. Gemeinschaftserziehung. — Humaunplatz: Gleimstr. 33. Die Sonnenwende.— Nordosten II: Danzrger Straße 62, B. 3. Bunter Abend.— Schönhauser Vorstadt: Sonnenburger Straße 20. Tagespolitik.— Andreasplatz>4 Uhr, Treffpunkt in gewohnter Turnhalle. Uniform. Tambourkorps mit Instrumenten.— Reukölln-Britz. 1. Kameradschaft. Montag, 27. Juni, 29 Uhr, 2. Zug, Mitgliederversammlung bei Jahn, Weserstr. 42. 2. Zug. 29 Uhr Mit» gliederverfammlung bei Wölfs, Kaiser-Friedrich-Str. 173. Rest Langer konnte am vergangenen Sonntag der schlechten Witterung wegen ihre Freunde aus dem Hausboot nicht begrätzen. Sie wird deshalb nochmals am morgigen Sonntag bei schönem Wetter auf dem Juvena-Haus» boot anwesend sein und von II Uhr vormittags an alle Besucher des Iuvena» Hausbootes mit ihren humoristischen Darbietungen erfreuen. Die in bezug aus Sutc und Preiswürdigkcit allgemein als Eipitzenleistung bezeichneten Bocnicke-Zigarren sind zwar vielerorts, doch nicht überall erhält. lich: den Liebhabern dieses begehrten Fabrikates wird daher empfohlen, den Bedarf vor Autritt der Reife zu beschaffen, sei es in dem berühmten Haus» marke-Coronas-Sortiment, der erfolgreichen neuen Haus-Boenicke-Spezialmarke oder in einer der zahlreichen Boenickc-Marken. k« V guter Popeline oderlrikolette, viele Farben, langer Arm.............................. M. Piquestoff, Westenform mit langem Voile- Arm, guter Schnitt....................... M. farbig bedr. Waschkunstseide, schöne Muster uni Kunstseiden-Garnitur bis Gr. 54..... M. einfarbiger Kunstseiden- Marocaine mit langen Ärmeln, Krawatte und Täsdtchen M. 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Hartplatte, Packgurte, Schließ- schlösscr, ectlte Vulkantibreedcen, ca. 70 cm 68 1'! 2': 6-. 29°! 1". 65 31 31 11 21 21 7lf. 297• 49 Jahrgang 2. Beilage des Vorwärts Sonntag, 26. Juni 19Z2 Im Gefängnis ist es besser! Eine Anklage gegen die Not der Zeit. <5s häufen sich die Fälle, daß Menschen in Not die Ein- terkerung der Freiheit vorziehen.„Ts ist eben zu gut im Gefängnis," geifern die Sulturreaktionäre. Nein! Es ist draußen zu schlimm!— Vor dem Schöffengericht Wedding erhielt neulich ein Mann dreißig Tage Gefängnis. Vielleicht hätte ihm der Richter eine Bewährungsfrist zugebilligt. Jedenfalls war von einer sofortigen Verbüßung der Strafe keine Rede. Der Mann erklärte aber, sie unverzüglich antreten zu wollen. Alle Ueberredungskünste des Richters halfen nichts. Er blieb bei seiner Forderung: sofort ins Gefängnis gebracht zu werden. Er wich nicht vom Richtertisch. Und blieb Sieger. Der Justizwachtmeister mußte mit UM zur Geschäfts- stelle, er durfte ins Gefängnis. Ein anderer Fall vor dem Einzelrichter Berlin-Mitte:„Darf ich nicht sofort hinunter- geführt werden, Herr Rat?" bittet der Verurteilte.„Ach so, Sie wollen noch zum Mittagessen zurechtkommen?" Der Verurteilte klein- laut:„Ich habe heute morgen noch nichts gegessen." Er durfte sofort„hinunter". Diese beiden hatten wenigstens noch etwas verbrochen und be- saßen sozusagen ein Anrecht auss Gefängnis. Jetzt aber stand vor dem Schöffengericht Berlin-Mitte ein Dreiundzwanzig- jähriger, der drei Monate Gefängnis für einen Schulfreund verbüßt hatte. Er hatte seine letzte Arbeit auf dem Lande verloren, Krisen- Unterstützung bekam er auf dem Dorfe nicht, also ging er nach Berlin. Die Wohlfahrtsunterstützung betrug 32 M. monatlich, 20 M. kostete die Schlafstelle. Da traf er eines Tages seinen Schulfreund; der sollte wegen einer Ztörperoerletzung auf sechs Monate ins Gefängnis. Ob Hans st« für Ihn nicht absitzen wolle. Weshalb nicht. Gibt es da satt zu eflen?„Selbsttedend." Also meldete sich Hans in Tegel. Und wäre die ganzen sechs Monate dageblieben, wenn nicht ein Zu- fall ihm nach drei Monaten böse mitgespielt hätte. Die Sache kam heraus. Der Freund wurde eingelocht, Hans mußte vors Ge- richt wegen intellektueller Urkundenfälschung, Betruges— er hatte ja unter Vorspiegelung falscher Tatsachen„Logis und Kost" er- schwindelt— und Begünstigung.„Was machen Sie denn da für Sachen?" ermahnte ihn der Richter.„Sie sind doch ein unbe- scholtener Mensch. Und jetzt droht Ihnen Zuchthaus."—„Es war da schon ganz gute Verpflegung," meint der Angeklagte..Was fangen wir aber jetzt mit Ihnen an?"„Ach, wegen mir, ich nehme die Strafe gern an. Ich habe draußen doch nichts." Der Vorsitzende kann es nicht verstehen, daß«in Mensch mit gesundem Verstände ins Gefängnis will. Der Mann muh nicht ganz in Ordnung sein.„Sind Sie mal trank gewesen?"—„Ja, ich habe einen Rachenkatarrh ge- habt."—„Sind Ihre Geschwister und Ellern gesund?"—„Alle ganz gesund." Der Mann ist normal. Daran ist nicht zu zweifeln. Also beantragt der Staatsanwall, die drei Monate, die er für seinen Freund nicht abgesesien hat. Der Mann bekommt sein« drei Monate Gefängnis. Vielleicht hätte auch e r nichts dagegen gehabt, sie sofort anzutreten. Brunnenkur im Zoo. Die morgendliche Brunnentrinkkur im Berliner Zoologischen Garten hat jetzt Hochsaison; auf der einen Seite ist die medizinische Wissenschaft nach Kräften bemüht, dem erneuerungsbedürftigen Organismus mit natürlichen Heilmitteln wieder auf die Beine zu helfen, auf der anderen Seite verhindert die wirtschaftliche Not für viele den notwendigen Kuraufenthalt. Blättert man in dem von der Berliner Brunnenvertriebsaktiengesellschaft herausgegebenen Lexikon, so wird man mit einigem Erstaunen feststellen, daß es nicht weniger als 97 Heil- und Tafelwasser gibt. Der Haupt- erfolg solcher Brunnenkur liegt ja mit in der oeränderten, ganz aus den heilbedürstigen Organismus zugeschnittenen Lebensweise. Bei dieser Gelegenheit ein Wort zur Preisfrage der Tafel- wasser: Es wird so viel und so eindringlich zum Genuß der Mineral- wasser aufgefordert. Dabei kostet beispielsweise ein kleines, etwa zwei Gläser enthaltendes Fläschchen F a ch i n g e r in der Gaststätte 6S bis 70 Pfennige, manchmal auch noch mehr. Wer kann das bezahlen? Und wer steckt den großen Verdienst«in? Sie säen nicht, aber sie ernten Verdächtige Reisende betreut die Bahnhof spoiizei. Im Dienstraum der Ba h n h o f s p o l i z e i ist ein unentwegtes, lebhaftes Kommen und Gehen, auch das Telephon steht kaum einen Augenblick still, es ist immer„was los". Oft sind es Kleinigkeiten, die aus Gründen der öffenllichen Ordnung erledigt werden müssen, dann kommt plötzlich zwischendurch auch wieder ein ganz„schwerer" Fall. „Krrrr" schrillt das Telephon:„Herr Kollege, haben Sie die Depesche Nr. 35 schon erhalten?"„Ja, aber noch nicht gelesen, ich habe hier alle Hände voll zu tun", erwidert der Kommissar vom /I«los Reichsbanners Alle Kameraden heute ins Stadion I Der Gsuvorttand de« Reichsbanners Schwan-Ret- Gold Gau Berlin-Brandenburg gibt für sämtliche Mitglieder des Berliner Reichsbanners folgende Anordnung: Der Reichsarbeitersporttag am Sonntag Im Grunewaldstadion steht in diesem Jahre im Zeichen der Eisernen Front. Das Reichsbanner tritt sur gleichen Zeit um IS Uhr xum Appell an und beteiligt sich dann um IS Uhr am Einmarsch der Eisernen Front In das Stadion in voller StBrke und mit allen Formationen. Antreten: tS Uhr in Bundeskleidung mit voller Ausrüstung(Tornister usw.), mit sümtliehen Wimpein, Ortsvereinsund Kameradschaftsfahnen, im Stadion rechte Seite hinter der Elche. Aufstellung: Zum Appell in Linien xu 2 Gliedern. Vom rechten Flügel ab: Spiellaute, Vortrupp, lungba, Sehufo, Stafe, Sanitäter und Radfo. Kreiswelse hintereinander: Osten, Süden, Westen, Norden. Die Wimpel und Fahnen bleiben in den Formaiionen. Zum Einmarsch In das Stadion in doppelter Gruppenkolonne In der gleichen Reihenfolge wie beim Appell. Zur Besprechung bitten wir die Kreis- und Ortsvereinsführer, bereits um 1 4 U h r im Stadion an der Eiche xu sein. Dienst.„Dann will ich Ihnen rasch den Inhalt sagen. Wir be- kommen einen Anruf aus Königsberg, daß dort ein Mann«ine wertvolle Apparatur gestohlen hat, er soll inzwischen auf Ihrem Bahnhof angekommen sein. Signalement usw." Der Angeredet« legt eben den Hörer aus die Gabel zurück, da kommt ein Beamter mit der Meldung, er hätte einen, der ihm nicht ganz sicher vorkam, nach dem Hospiz abgeschoben: während der Beamte weiter berichtet, fällt ihm der Kommissar blitzschnell ins Wort:„Menjchenskind, den suchen wir gerade, schnell ihm nach." !lm Obdach, um Morphium. Jetzt geht die Tür auf und herein kommt ein junger Mensch, hübsches, aufgewecktes Kindergesicht, sauber und gut gekleidet. Kein ÖbJbach. Wieso und was ist sonst los? Gr kommt zu Fug von Halle, in zwei Wochen soll er Stellung als Landarbeiter antreten, zu Hause kann er nicht bleiben, er verträgt sich mit der Stiefmutter nicht. Dies ürigens ein Fall, der bei herumziehender und herumirrender Jugend ungemein häufig vorkommen soll. Aus- gefressen hat er nichts, die Rückfrage bestätigt seine Angabe, also ab in ein Heim zum Nachtquartier, morgen wird man weitersehen. Nun kommt eine„bessere" Sache. Devise: Giftschmuggel. Diese Fäll« lassen sich ja nun nicht so schnell vom Schreibttsch aus erledigen, da ist der Beamte oft tage- und nächtelang auf der Lauer, da stellen sich schließlich Komplikationen ein, die manchmal der Sache eine ganz andere, unverhoffte Wendung geben. Also, man ist jedenfalls einer Schmugglerbande auf der Spur, die Morphium„verschärfen" will; nicht mehr und nicht weniger als i 20 Kilo, was einem gewiegten Kriminalisten schon genügend sagt.! Die Bande hat sich geschickt verteilt, da sitzt einer in einem Hotel Unter den Linden; das ist natürlich der„Obergauner", der den Dummen„aufs Kreuz schmeißen" will, wie dies im Jargon dieser Spezialisten heißt. Die Ware hat ein Quartett in Händen, das sich hierbei ein tüchtiges Stück Handgeld oerdienen möchte. Als der Kommisiar die Leute endlich ausgespürt hat, geht es zum Kauf- a b s ch l u ß in eine Kneipe, er wiegt die Vanlde durch Oeffnen seiner wohlgesüllten Brieftasche in Sicherheit, will aber vorher erst mal die Ware sehen. Ein Blick auf die Verpackung genügt: das „Geschäft" ist perfekt, im Vorraum sitzen die Beamtenkollegen, ein verabredetes Zeichen und die ganze Gesellschaft wird ins Auto ver- laden: Richtung Präsidium! Mit Kartenzinkern macht man auch öfters Bekanntschaft: wer sein Geschäft versteht, kann dabei reich werden, vorausgesetzt, er wird nicht erwischt. Die Geschäftspraxis dieser Herren ist ganz einfach: mit einer feinen Eisenfeile wird der Rand verschiedener Spielkarten leicht abge- schwungen, so daß sie ein wenig kleiner sind. Beim Kartengeben mischt dann der Herr Mogler nicht in der gewohnten senkrechten Lage, sondern er legt die Karten auf die Tischplatte und mischt horizontal von beiden Seiten, wobei ihm dann schon die richtigen Trümpfe in die griffigen Finger kommen. Die Herren Bleigießer des edlen Würfelspieles wieder füllen Blei in die Würfel! soll beispielsweise die Sechs nach oben kommen, dann wird die Eins gefüllt und so jeweils die gegenüberliegende Ziffer. Auf diese Weise hat sich der„Herr Bankdirektor" gelegentlich eines ländlichen Ausfluges zum„Geländekauf" ein nettes Sümmchen„erwürfelt". Nachdem er großspurig und brieftaschenkräftig als Grundstückskäufer aufgetreten war, sollte der Kauf bei einer gemütlichen Flasche Wein begossen werden. Nun stellte es sich heraus, daß des„Herrn Direk- tors" Zug erst in ein paar Stunden ging und so bot er den hoch- beglückten Parzellenkäufern ein Spielchen an, von dem die ganze Gesellschaft schwere Köpfe und einen um so leichteren Geldbeutel davontrug. Als man zur Besinnung kam, war der Herr Direktor mit seiner ansehnlichen Barschaft längst über alle Berg«. Die spätere Anzeig« eines Geprellten, der aber wenigstens herausbekam, mit wem er die Ehre hatte, lieferte ihn dann der Gerechtigkeit aus. Paßschwindel Ist ebenfalls«in beliebtes und oft begangenes Delikt. Da erwischte man einen Herrn, der nicht weniger als zehn„Paßgarnittiren" auf Lager hatte; die verschaffte er sich, indem er Angestellte suchte, ihnen zunächst unter verlockenden Aussichten die sämtlichen Papiere ab- nahm und nachheh nicht mebr geseben wurde. Eines seiner vielen Opfer erstattete Anzeige, man rückte dem Herrn„Ches" auf die Bude, wobei es sich erwies, daß er deren mehrere hatte, leider aber in keiner der vielen Behausungen aufzufinden war. Ein glücklicher Zufall spielte ihn dann eines schönen Tages doch seinen Verfolgern in die Hände, gerade in dem Augenblick, als er, wohlausgerüstet mit„neuen Pässen", das Weite suchen wollte. Zwischendurch spielte sich noch ein heiteres Intermezzo ab. In dem Hause, das sein Ver- hängnis werden sollte, stürzte wutentbrannt ein Mann aus ihn zu, der die Unterhaltung mit dem Kommissar über die Personalien ge- hört hatte, und schrie:„Na wart«, Du Gauner, wenn ick dir er- wische, ick dreh dir? Ienicke um!" Des Rätsels Lösung: Um die polizeilich« Anmeldung bemerk» stelligen zu können, hatte der großzügige„Weltreüende" seinen Wohnungsvorgänger der Einfachheit halber sterben lassen! Der Deutsche republikanische Schülerbunb, sZreie Nationale Schüler- schast, veranstaltet in den großen srericn auf der Iugendburg Lud- wi'gstein bei Kassel ein Ferienlager, das der geistigen und körperlichen Ertüchtigung der republikanischen Schülerschast dienen soll. Republikanische Schüler� die daran teilnehmen wollen, echalten unverbindlich Auskunft durch die Reichzgeschäftsstelle der Freien Nationalen Schülerschaft, Berlin SW.1l, Bernburger Str. 18, 3 Tr. Geöffnet täglich von 18—19 Uhr. SeCßit die ßeiefteidemie Haußtati ä keit das Passende beschaffen können. 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Der Reichsverband der Industrie hat gestern seine Tagungen fortgesetzt Der darüber herausgegebene Bericht muß auf die deutsche Oeffentlichkeit gerade im gegenwärtigen Augenblick a l a r- mierend wirken, denn das Präsidialmitglied Clemens L a m m e r s hat zu dem Thema„Autarkie— Planwirtschaft— berufsstänischer Staat" Ausführungen gemacht, von denen auch der sehr fragmentarische offizielle Bericht deutlich erkennen läßt, daß der Reichsverband der Industrie mindestens mit einer wirtschaftlichen Verfassungsänderung im Sinne des Faschismus und des korporativen Staates ernst Haft sympathisiert, In der P r ä s i d i a l s i tz u n g berichtete zunächst Direktor K r a e m e r über handelspolitische Fragen, verwies auf die zu- nehmenden Sorgen, mit denen die Industrie die Folgen verfehlter Zollmaßnahmen, besonders bei der Gestaltung des Butter- Zolles, beobachten müsse. Er teilte auch mit, daß bei dem neuen Rahmenlieferungsabkommen mit Rußland die Kreditfristen um etwa ein Zehntel verkürzt werden konnten und daß die deutschen amtlichen Stellen sich bereit erklärt haben, zur Sicherstellung dieser Geschäfte Garantien im Rahmen der Rückflüsse, Demgegenüber fei der Gedanke geistiger Parität, der sich in manchem Streben nach ständischer Gliederung des Volkes ausdrücke, grundsätzlich voll zu bejahen. Lammers schilderte die geistigen Bewegungen, welche den Drang nach einer ständischen Verfassung hervorgerufen oder verstärkt haben, die Verneinung des Klassenkampfes das Streben nach Entprole- tarisierung der Massen, nach ethischer Fundierung der Arbeit, den Eigentumsgedanken und die Abkehr von einem extremen In- dividualismus zugunsten einer organisch-universellen Lebensauffassung, Gedanken, die weitgehend auch in der christlichen Ethik begründet erscheinen, Der Redner gab ferner einen kurzen Ueberblick über die Pläne für den Ausbau des Ständewesens und die Verteilung der Auf- gaben. In diesem Zusammenhang behandelte er auch das Führer- Problem, wobei er die darin liegenden ethischen und nationalen Pflichten stark unterstrich. Den Abschluß bildeten Ausführungen über das Verhältnis zwischen Wirtschaft und Staat, sowie dasjenige des demokrati- s ch e n Gedankens, welcher dem Ständeproblem inne wohnt, zu der autokratischen(selbscherrlichen, D R.) Staatsführung. Der Redner forderte das deutsche Unternehmertum auf, sich in diese Probien: e mehr als bisher zu vertiefen und auf eine geistige Fundierung dieses Kampfes um die Gestaltung der deutschen Wirtschaftszukunft bedacht zu sein," Soweit der Bericht. Wir glauben, daß die O e f f e n t l i ch k e! t f i ch n ich t damit beruhigen darf, daß hier im Hauptausschnß des Reichsverbandes der Deutschen Industrie, in dem sämtliche Vertreter aller Industrie- verbände sitzen, nur ein aufklärender Vortrag gehalten und nur eine Privatmeinung geäußert worden ist. Der legte Satz des Be- Geheimnisse des Mck-Ekandals. Die holländischen Tochiergesellschasten„Metafina" und„Nedahand". Die R e i ch s r e g i e r u n g hat amtlich versprochen, nach der Rückkehr der Minister aus Lausanne über den Fall Gelsenkirchen- Friedrich Flick A u f k l ä r u ng zu geben. Das wird noch einige Tage dauern, denn Herr von Papen fährt nach knapp 24stündigem Aufenthalt in Berlin ja heute noch nach Lausanne zurück. Die Fach- minister sind dort geblieben. Bis zu dieser amtlichen Aufklärung werden also noch einige Tage vergehen. Inzwischen hat sich das Dunkel noch etwas geklärt. Daß kein ausländischer Ueberfremdungsdruck vorlag, scheint seht endgültig festzustehen. Der Erklärung des Berliner Bankhauses Mendelssohn u. Co. für sich und seine ausländischen Kommanditisten, daß es in keiner Weise an Ankaufs- oder Verkaufsverhandlungen der Gelsenkirchener Aktien beteiligt war, ist jetzt von der Niederländischen Hochofen- und Stahlfabriken Matschappjy, deren Direktor Keßler dem Aufsichtsrat der Gelsenkirchener Bergwerks A.-G. angehört, ebenfalls ein D e m e n ti gefolgt. Aus Veröfsentlichungen der „Kölnischen Zeitung" ergibt sich aber auch, daß die inmier angeführten holländischen Kredite bzw. Anleihen noch nicht fällig ge- wesen sind und daß die erste Fälligkeit erst Ende nächsten Jahres gegeben war. Der Eindruck, daß Friedrich Flick sich nur recht- z e i t ig vor jedem Eingriff ausländischer Gläubiger in seine eigene industrielle Konzernmacht sichern wollte, daß er allein deshalb das Herrschaftspaket über den Stahlverein veräußern wollt«, und daß hier die einzige Grundlage für das bekannte Snboentions- geschäft gegeben ist, wird immer zwerselsfreier. Was jetzt über holländische Tochtergesellschaften Flicks und deren Transaktion bekannt geworden ist, macht auch klar, wie es zu dem vom Reich gezahlten Kurs von 90 Proz. kam, und daß Friedrich Flick durch den Verkauf der Gelsenkirchener Aktien zu W Proz. die volle Entlastung aus seinen Verpflichtungen gesucht hat, Die Charlottenhütte, d. h. Friedrich Flick, hatte in Amsterdam die beiden Tochtergesellschaften„Metasina" und„Neda Hand": deren Aktienmehrheit befand sich bei der Charlottenhütte. Die„Meto- s i n a" hat im Juni 1930 unter der Bürgschaft der Charlottenhütte eine Anleche von 3 Millionen Dollar gegeben, die durch Hinterlegung von nominell 10 Millionen Mark Gelsen-Attien und nominell 5 Millionen Mark Maximilianshütte-Aktien besonders ge- sichert wurde. Diese Anleihe ist am 30. Juni 1940 zum Nennwert rückzahlbar, wobei vorherig- Kündigung oorgesehen ist. Die„Nedahand" hat eine Anleihe von 2 Millionen Dollar zu 7 Proz. und ein« zweite Zwei-Millionen- Dollar-Anleihe zu 6 Proz. begeben, von denen die erste zum 31. Dezember 1933 zum Nennwert fällig war. Hier erfolgt« die Sicherung durch nominell 5 Millionen Stahlvereins-Aktien und nominell 5 Millionen Gelsen-Aktien, Ein Gesamtbetrag von 7 Millionen Dollar-Anleihe— rund 30 Millionen Mark— war also durch nominell 23 Millionen Mark verschiedener deutscher Äiontanaktien noch besonders gesichert. Di« Fälligkeiten lassen deutlich erkennen, daß ein Druck zum Verkauf der Gelsen- Aktien nicht vorlag, Die„Frankfurter Zeitung" bringt im übrigen die Mitteilung, daß der Vertrag mit Flick durch Herrn von der Porten(Viag) abgeschlossen sei. Sehr bemerkenswert ist eine Mitteilung der „Rheinisch-Westsälischen Zeitung", die auf die Absichten der gegenwärtigen Reichsregiernng hin- sichtlich des Flick-Geschäfts einige Rückschlüsse erlaubt. Danach werde Reichskanzler von Papen sich eingehend mit dem Flick-Geschäft befassen, und die Möglichkeit einer Revision des Vertrages werde von der jetzigen Reichsregierung untersucht. Interessant ist die Be- gründung dafür. Di« Regierung vertrete den Standpunkt, daß die Freiheit der Wirtschast allmählich wiederhergestellt werden soll. Der Staat habe die moralische Verpflichtung, wenigstens einen Teil der „durch die falsche Wirtschaftspolitik entstandenen Schäden" wieder gutzumachen: dem würde es aber widersprechen, wenn der Staat die entstandene Notlage dazu benutze, entscheidende Schlüsselpositionen an sich zu bringen. Cs handele sich darum, eine Vereinigung des kom- plexes zu erreichen, ohne Ueberführung wesentlicher Teile der Rohindustrie in den Besitz der öffentlichen Hand. Diese in der„Rheinisch-Westsälischen Zeitung" geäußerte Auf- fassung ist außerordentlich interessant. Wenn sie mit den Aus- fassungen der Regierung übereinstimmt, dann wird die Bereinigung des Flick-Geschäftes ein niedlicher neuer Fall des Staates als Wohlfahrtsanstalt des Großkapitals werden. Denn dann wird der Staat nur zahlen und aus eine Kontrolle überhaupt verzichten. Jedenfalls zeigt die„Rheinisch- Westfälische Zeitung" die Richtung, in der die Oeffentlichkeit auf- merksam zu sein Hot. Wie zu erwarten war, ist übrigens der Kurs der Gelsen- Aktien seit dem Bekanntwerden des Geschäftes wieder rapid zurückgegangen. Stand er am vergangenen Montag zum Börsenschluß noch auf 42V» und Dienstag noch auf 41 Proz,, so zeigte der Donnerstag schon einen Kurs von nur noch 31V», der sich bis gestern auf 32X wieder leicht erhöht hat. Man vermutet, daß die Dresdner Bant wieder ein bißchen stützte, um die Künstlichkett des Montagkurses von fast 43 Proz. wieder etwas zu verdecken. richts zeigt besonders deutlich eine positiv« Stellung- nähme für die vorgetragenen Ideen und auch deren Empfeh- lung. Wir fürchten, daß unser Schluß nicht zu weit geht, daß der Reichsverband der Deutschen Industrie, die entscheidende Organi- sation des deutschen Unternehmertums, mit dem Faschismus sympathisiert, und wir halten uns für oerpflichtet, die Oeffent- lichkeit auf die Bedeutsamkeit dieser Möglichkeit hinzuweisen Gerade im gegenwärtigen Augenblick könnt? die Tragweite einer solchen Haltung des Reichsverbandes der Deutschen Industrie gar nicht überschätzt werden. Nach privaten Aeußerungen führender Leute des Reichsoerbandes dürfte man bisher annehmen, daß in den verantwortlichen Gremien des Reichsoerbandes die politische Vernunft noch eine Heimstätte habe und daß der Reichsoerband nicht identifiziert werden dürfe mit jenen großkapitalistischen Heißspornen, die teilweise im eigenen und der Gesamtwirtschaft keineswegs fördsr- lichen Interesse die nationalsozialistische Bewegung moralisch und finanziell gefördert haben. Wir halten es für notwendig, an den Reichsverband der Industrie die Frage zu richten, ob in seiner bis- herigen Haltung, die den verfastungs- und wirtschaftspolitifchen Tendenzen des Brüning-Kabinetts entsprach, ein Wandel eingetreten ist, wie er in dem Bericht über den Lammers-Vortrag zum Ausdruck kommt. Die Oeffentlichkeit hat ein Recht darauf, auf diese Frage eine klare Antwort zu bekommen. Ein Hinweis auf den politisch neutralen Charakter des Reichsverbandes der Industrie könnte in der gegenwärtigen gespannten Lage nicht genügen. Noch mehr arbeitslose Gelder. Die Bankbilanzen von Ende Mai. Die Statistik der Bankbilanzen zeigt auch sür Ende Mai die für Krisen des kapitalistischen Systems kennzeichnende Tatsache, daß es neben den Millionen erwerbsloser Menschen auch Milliarden feiernder Kapitalien gibt, die keine Verwendung zu neuen Wirtschaftskrediten finden können. Die Bilanzen zeigen auch, daß noch keine ernste Beunruhigung durch die gegenwärtigen politischen Wirren bei den Bankeinlegern ein- getreten ist. Die fremden Gelder(Kreditoren) haben sich nämlich noch vermehrt: bei den Berliner Großbanken von 7539 Millionen Ende April auf 7562 Millionen Ende Mai und bei sämtlichen Kredit- danken von 9301 auf 9315 Millionen Mark. Die auf Akzept be- schafften Kredite gingen bei den Großbanken um 21 auf 851, bei sämtlichen Kreditbanken um 23 auf 950 Millionen zurück. Die Anlage dieser Gelder läßt eine Vermehrung der flüssig gehaltenen Guthaben, einen Rückkauf von Wechseln bei der Reichsbank und deutlich die Schwierigkeit erkennen, neue Kredite herauslegen zu können. Kasse, Notenbankguthaben und Guthaben bei anderen Banken sind bei den Großbanken um 12 auf 478, bei sämtlichen Banken um 38 auf 635 Millionen Mark ge- stiegen. Die Wechselbestände haben sich bei den Großbanken um 39 auf 1652� bei sämtlichen Banken um 70 auf 2250 Millionen erhöht. Der weiter rückgängige Außenhandel hat die Vor- schüsse auf lagernde und schwimmende Waren bei den Großbanken um 36 auf 1131, bei sämtlichen Banken um 41 aus 1226 Millionen zurückgehen lassen. Auch bei den lausenden Krediten(Debitoren) zeigt sich eine gewisse Erleichterung: um 27 aus 4062 Millionen bei den Großbanken und um 81 auf 6097 Millionen bei sämtlichen Banken. Reichsbankausweis zeigt dasselbe Bild. Der Reichsbankausweis vom 2 3. Juni läßt auf ein« Fortdauer der Geldflllssigkeit schließen. Nach einem Rückgang gegen-' über der Vorwoche um 112,4 aus 2868,6 Millionen liegen die Wechselbe stände der Reichsbank nur noch um rund 500 Mil- lionen über dem Stand vom 23. Juni vorigen Jahres, obwohl die Akzept- und Garantiebank zum Ende Mai noch immer mehr als 1200 Millionen Finanzwechsel mit Reichsgarantie bei der Reichsbank diskontiert hatte� Die Lombazddarlehen hohen sich weiter um 6,5 aus 102,5 Millionen verringert: die zinsfreien Gelder auf Girokonto zeigen gegenüber der Vorwoche eine Vermehrung von 19,9 auf 400,3 Millionen Mark. Der Notenumlauf ging weiter zurück. Nach einer Ab- nähme um 98,5 auf 3716,9 Millionen ist er um 10 Millionen geringer als zur gleichen Zeit des vorigen Jahres. Rentenbankscheine nahmen um 3,5 auf 397,3 Millionen ab. Die Gold- und Devisenbilanz ist gegenüber der Vorwoche etwas verbessert. Die Goldbestände nahmen um 0,9 aus 823,4, dcckungs- sähige Devisen um 2,2 auf 138,0 Millionen zu. Die Deckung der umlaufenden Roten hat sich ebenfalls von 25,1 auf 25,9 Proz. erhöht. Dänischer 32-M'ttionen-Ausirag fürEngland! wie gefährlich die deutsche Butterzollpolitik für die deutsche Industrie und die deutsche Devisenlage ist. zeigt folgende d e m o n- strative Erklärung des dänischen Gesandten in London über einen nach England gelegten Großauflrog, der ohne die Verärgerung Dänemarks über die deutschen Butterzölle sicher nach Deutschland gegangen wäre und 2 0 000 deutsche Arbeiter aus ein halbes Iahr beschäftigt hätte. Die Londoner Meldung lautet: Der dänische Gesandte in London gibt bekannt, daß zwischen der englischen Firma Dormann Long ä: Co. und dem dänischen Mi- nislerium sür öffentliche Arbeiten in Kopenhagen ein vorläufiges Abkommen für die Konstruktion der Stor Stroem-Brückc zur Verbindung von Seland und Fat st er getrossen wurde. Das Abkommen ist vorbehaltlich einer befriedigenden Ver- einbarung über die Finanzierung des Projekts und eines Kosten- Übereinkommens abgeschlossen. Es unterliegt ferner der Sanktion des Finanzausschusses und des dänischen Parlaments. Die Brücke wird 3 Kilometer lang sein. Die Arbeiten sollen sobald wie möglich, wahrscheinlich bereits im Rovember dieses Iahres, beginnen. Die Kosten sollen sich aus aunähernd 2 Millionen Pfund Sterling(32 Millionen Mark) stellen. Das Reichsarbeitsministerium. Soll es ein Ministerium„driitester Güte" werden? Noch vor der Veröffentlichung der ersten Notverordnung de» Kabinetts Popen hat Dr. Jastrow, Professor der Ztaats- wissenschasten an der Universität, der„Sozialen Praxis" seine Pevenken über„Die Abnqgung des Reichsarbeitz- m i n i st e r i u m s" anvertraut. Zunächst wund« beschlossen, vom Reichsorbeitsministerium Sie Siedlungsabteilung abziürennen und sie dem Er» nährungsministerium anzugliedern.„Aus Kreisen, die als gut unterrichtet bezeichnet werden, wird erklärt, dah in derselben Art die Versorgungsabteilung dem Wehr», die Lohn- und Tarifableilung dem Wirtschoftsministerium zugewiesen werden sollen...." ..Daß die Befürworter der Einschränkung oder Abschaffung(de» Reichsarbettsministerium») von dem Gedanken beseelt seien, die Sozialpolitik in die einzelnen Ministerien so kräftig hineinzutragen, daß es«ine» SpezialMinisteriums nicht mehr bedürfe, wird von keiner Seite bchauptet." Der Abbau der Arbeitslosenversicherung ist auch für Prof. Jastrow ein sichere? Zeichen dafür, daß der Abbau der Soziastrnlitik nicht etwa bevorsteht, sondern bereits eingesetzt hat. „Welcher Tief st and sozialpolitischer Bildung muß erreicht sein, wenn man meint, man könne noch von«Iner Versicherung reden, wo die Aus, Zahlung davon abhängt, ob der Bedürftige auch arm genug ist, um die Auszahlung nötig zu haben. Wie wenig müssen sich auch die Anhänger der Bedürfnis- froge mit der Lage der Volksklaffen, für die sie sorgen wollen, be»' schästigt hoben, wenn sie meinen,«» kämen in diesen Volk-klassen Nichtbedürftige anders als in seltenen Ausnahmen vor... „Noch deutlicher als in Fragen der Arbeiterversicherung zeigt sich dies« Fremdheit der Regierenden gegenüber allem, was Volk ist, in dein zweiten großen Zweige der Arbeitspolltik: Im Arbeiter- schütz. Die Worte, mit denen der neue Reichskanzler statt staat- licher Eingriff« die„gottgewollte organische Regelung der Dlnge" als unantastbar empfiehlt, werden als Verheißung an die Kreise aufgefaßt, die eine Abschaffung oder Mattsetzung der Tarifverträge haben wollen. Es liegt nicht viel daran, ob di«se Auffassung sicher begründet ist. Denn der ganze Arbeiterschutz ist staatlicher Eingrisf, und wichtiger als die Reihenfolge der bevorstehenden Bekämpsungen ist die prinzipielle Begründung, die ihnen schon jetzt mit program» matischer Schärs« vorongeschickt wird, als Kampfansage im Namen der„gottgewollten Ordnung". ..... Es war die Zeit des Sozialistengesetze», wo jeder, 0«r«» unternahm, die besitzenden Voltzklasien über das auf» zuttären, was von den Besitzlosen gedacht und empfunden wird, al» ein Feind der gottgewollten Ordnung hingestellt wurde. Die Ideale unserer Jugend rufen uns wieder. Und sie rufen uns mit frischem, frichltschem Klang. E« geht zum Kampf." „Die erst« Schlacht In diesem Kamvf wird um den Bestand des Arbeitsministsrlnms geschlagen. Da, Ministerium, das im Reich ab- gekürzt„Ernährungsministerium" genannt wird, ist ungefähr da«» selbe, dem man in Preußen den abgekürzten Namen„Landwirt» schaftsministerium" gibt. Wird die Si«dlungsabt«Ilung htt» dem Arbett, Ministerium hierher oersetzt. so ist sie d« n G r o h» grundbe sitzern ausgeliefert, das ist den Kreisen, die bisher erfolgreich destrebt waren, die Siedlungen zu verhindern. Daß die Kriegsverletzten und ihr« Hinterbliebenen im Wehrmini st erium nicht mehr ausreichendes Verständnis finden werden, soll nicht behauptet wvden. Aber im Arbeits- Ministerium befindet sich die„Fürsprgeodteilung" in«iner Atmo- sphäre der hilfreich«» Hand. Da» Wehrminlsterium, wie kein ande- res von der gewalttätigen Einengung durch den Versailler Vertrag bedrückt... wind wenig geneigt sein, für dl« Erhöhung karger Renten neu« Geld«? zu verlangen, wenn es befürchten muß, Be- willigungen für seine Hauptaufgabe damit zu gefährden," «Am deutlichsten sprechen sich die Absichten in der Veränderung aus, über die als geplantes Schicksal der Lohn- und Tarifableilung berichtet wird. Das Reichswirtlchaftsministerium, dem dies» Abteilung zugedacht i«in soll, ist aus dem Bedürfnis hervorgegangen, den wirtschaftlichen Jnt«r«ssen in Handsl und Gewerbe, als deren Träger di« Unternehmer gedacht sind, ein« ausgiebigere Vertretung zu schaffen, als ihnen in dem an- und aueg«iVqch|eii«n Aufgaben» kreis des ehemaligen„Reichsamt» de» Innern" zuteil wurde. Aus diesem Ministerium stammt der Sprachgebrauch, die Wirtschaft zu sagen, wenn man die Unternehmer meint. Das Arbeitsminifterium aber fetzt die Tradition fort, die in Krankenkassen und Versicherungsanstalten, in Gewerbegerichten, Einigung»- und Schlichtungsämtern den Interessen d»r Arbeiter eine gleichberechtigt« Vertretung gemeinsam mit denen der Arbeitgeber geschaffen hat. Dies ist nicht so zu verstehen, als ob im Wirtschaftsministerium nie- mals Arbeiter zu Worte kämen, Aber die Zuziehung von Ar- beitern ist hier ein bloßes Zugeständnis, während im Arbeitsministe- rium der paritätische Gedanke das belebende Prinzip ist und die Luft bestimmt, In der die Attttungsorgane sich wohlfühlen... Daß an der Beteiligung der Arbeiter, wo sie gesetzlich vorgeschrieben oder sonst wünschenswert ist, etwas gemindert werden solle, braucht nicht befürchtet zu werden. Der Arzt verordnet eine Luftveränderung, und die genügt." Weit verbreitet ist die Annahme, daß«» nur noch eine Mög- lichkeit gibt, das Reichsarbeiteministerium zu erhalten: indem man den in Aussicht gestellten Verkleinerungen zustimmt. Ein solche» Ziel würde den Kamps nicht lohnen. Das Reichsarbeltsmlntsterium (und ebenso das preußische Wohlfahrtsministerium) hat schon jetzt einen schweren Stand. Werden ihm Teile genommen, an deren sachgemäßer Erledigung auch andere Ressorts ein Interesse haben, dann Ist es vollen!« um sein Ansehen gebracht. Es wind dann, in gutem Berlinisch ausgedrückt: ein Ministerium„drittester Güte". Es wird ein Ministerium zur verächtlich, und verdächtigmachung der Sozialpolitik. Die Abnagung diese« Ministerium» wirkt schlimmer al, sein« Ab- schaffung." Wjs zweifeln daran, daß die ebenso deutlichen wie tapferen Ausführungen von Professor Jastrow auf die Kreise besonderen Eindruck machen, denen sie gelten. Immerhin, di« Einheit»- front der deutschen Sozialpolitik«? ohne Unter- schied der Partei, di« Jastrow der Sozialreaktion gegenüber als gebildet sieht, wäre auf alle Fäll« zu begrüßen. Neuregelung der Polizeistunde. Dom Standpuntt der Arbeitnehmer. Die bürgerlich« Presse druckt die Einwendungen der gastwirt- schastltchen Unternehmer gegen ein- Neuregelung der Polizeistund« unbesehen ab. Herr M t l o», der Geschäftsführer des Verbandes der Varietäbesitzer, regt sich ganz besonder« im 12-Uhr-BlaU über die Anträge des„Kellnerperbandee" auf. E» handelt sich um Anträge de» Zentralverhandee der Hotel», Restaurant, und Tafö» Angestellten. Der„Fachmann" Milos braucht apch nicht zu wissen, daß es in Deutschland nur 69üst0 Kellner gibt, ober 280000 gewerbliche gast wirtschaftliche Arbeitnehmer. Die gewerkschaftliche Vertretung dieser Arbeitnehmer, der Zen- trolverband der Hotel-, Restaurant- und Cafö-Angeftellten. hat auf ihrem 14. Lerbandstag vom 10. bis 12. Mai 1032 in Dresden be. schlössen, eine Nachprüfung der Regelung der Polizeistunde zu ver- langen. Die Polizeistunde soll vorverlegt werden mit Aus- nähme für geschlossene Veranstaltungen von Ver- einen usw. Die lang» Betriebszeit im Gastwixtsgewerb« hat zur Folge, daß sich die Arbeltszeit der gastwirtschasUichen Arbeitnehmer durch Einlegung von Pausen in die Arbeitszeit über einen uner- träglich langen Zeitraum verteilt. Jahraus jahrein können die gast- wirtschaftlichen Arbeitnehmer erst spät in der Nacht ihre Tätig- keit beenden. Insbesondere ist da« in der Provinz der Fall. Bei der gegenwärtigen Wirtschaftslage haben die gastwirt- schastlichen Arbeitnehmer aber kein Interesse daran, zum Vergnügen der Gastwirte unnötig lange an den Betrieb gesessett zu sein. Wenn die G a st w i r t e lediglich aus Konkurrenzrücksichten ihre Geschäft« nicht rechtzeitig schließen, obwohl ein Bedürfnis zum längeren Osfen- halten der Botriebe für di« Gäste nicht mehr vorliegt, dann müssen eben die Angestellten sich zu«iner Vorverlegung der Polizei- stunde rühren. Bei den Verhandlungen im preußischen Innen» Ministerium haben deshalb der Zentralverband der Hotel-, Restaurant- und Cofe-Angestellten und die übrigen Arbeitnehmer- oerbände verlangt, daß die Polizeistunde in Groß» städten auf 1 Uhr vorvexlegt wird. Dabei kann gan keine Rede davon sein, daß irgendwie weniger Arbettsträste durch eine Bor- Verlegung der Polizeistunde beschäftigt werden. Es werden ebensowenig weniger Arbeitskräfte beschäftigt alz seinerzeit, als die Polizeistunde hinausgeschoben wurde, mehr Arbettsträste beschäftigt word»n sind. Es besteht heut» kein Bedürfnis mehr, weil die große Masse der Bevölkerung auch kein Geld mehr dazu hat, die Betriebe bis 3 Uhr nachts zu frequentieren. Die gastwirtschaftlichen Arbeitnehmer wollen aber den Gästen keineswegs kommandieren, wann sie schlafen gehen sollen. Dennoch haben die Arbeitnehmer das gute Recht ein Wort mitzureden, wenn festgelegt wird, wie lange sie in der Nacht arbeiten, oder auf etwaige verspätete Gäste warten sollen. Eine perle. Wie man sich bei Hugenberg Arbeitsvermittlung vorstellt. Der„Lokal'Anzeiger" vom Freitagmorgen veröffentlicht«inen Artikel mtt der Ueberschrift:„Die.Perle' vom Arbeitsamt" Der Artikel selbst ist eine einzige Perle, denn er gibt Aufschluß über die ebenso brutal« wie dumme und urreaktionär» Gesinnung, di« im Hause Hugenberg herrscht. Da hat also«ine angebliche Frau Sch. beim Arbeitsamt eine Hausangestellte angefordert. Sie findet es zunächst einmal äußerst peinlich, daß man ihr genaue Fragen über den Haushalt stellt. Das Arbeitsamt soll wohl erraten, ob die„Herrschaften"«ine sunge Hilfskraft oder eine erfahren« Hausangestellt« wünschen. Und dann erwartet die„gnädige Frau" einen„Heerhaufen d�e r Wartenden". Denn natürlich wird das Zlrbeitsamt nichts weiter tun, al» alle arbeitslosen Hausangestellten der Frau Sch. schitten. Einige Stunden nach dem Telephongespräch kommt«ine Hausangestellte sich vorstellen. Die Gnädige„ferttgt die junge Dame— in Erwartung der«eiteren Reflektantinnen— selbst- verständlich im dilatorischen Verfahren ab". Als aber nie- mand mehr kommt, klingelt die Gnädige empört beim Arbeits- antt an: „Ich denk«, Sie hoben Hunderte von stellungslosen Mädchen an der Hand! Schickten Sie tatsächlich nur eine ein- z i g«?" Hierauf die Dame vom Arbettsamt:„Wenn Sie Wert darauf legen, kann ich Ihnen gern noch jemand ander, schicken!" Unerhört!„Wir werden inserieren." Selbstverständlich nur im„Lokal-Anzeiger". Erfolg garantiert. Da kann man dann Im„Heerhaufen der Wartenden" aussuchen. Wer noch etwas zuzahlt, bekommt die Stell«. Wie wäre es, wenn die„Gnädige" einmal an alle Kaufhäuser di« Forderung stellte, man solle ihr se einen Ballen Stöfs einer bestimmten Qualität zur Ansicht schicken?— Und was würde die „Gnädige" gesagt haben, wenn das Arbeitsamt, statt eine geeignete Kraft auszusuchen, ihr unterschiedslos ,cha» Heer der Wartenden" auf den Hals geschickt hätte?— Aber für den„Lokal-Anzeiger", der aus di» brutalen Instinkte seiner Leser spekuliert, ist auch die dümmste. Hetze gegen die Arbeitsämter gut genug, um— Reklapie für den eigenen Anzeigenteil zu machen. Oer Verwaliungsrai der Z�eichsanstali. In der ersten Sitzung des neuen Verwaltungsrats am 23. Juni begrüßte der Präsident der Reichsanstatt, Dr. S y r u p, die Mitglieder mit dem Ausdruck des Dankes für ihre Bereitwilligkeit, sich ehrenamtlich zur Verfügung zu stellen. Dem neugebildeten Vorstand gehören als Beisitzer u. a. an: Franz Spliedt und Dr. Bruno BroeckerpomADGA., Fritz SchrödervomAfA-Bund. Clara M l e i n e k vom Deutschen Gewerkschast-bund, Maria Hellersberg vom Gewerkschaftsring. Die Aufgabe der Reichsanstalt auf dem Gebiete der Arbeits» Vermittlung— das jeder Unternehmer sabotieren kann be» schränkt sich aus die Unterhaltung der Stempelstellen und ihre Rolle als Arbeitslosenversicherung ist durch die Notverordnun- gen immer mehr herabgemindert worden Auf die ersten Ueber- sichten zwischen den Beitragsleistungen und den direkten Unterstützungsleistungen nach der jüngsten„Vereinfachung und Verbilligung" darf man gespannt sein, Die Kräfte, die der Reichsanstalt ihren Charakter als Arbeits« losenversicherung erhalten wollen, sind im Verwaltungsrat in der Minderheit. Oas„Dritte 3fcich". Was die Arbeitslosen zu erwarten haben. Bis zum Jahre 1080 hatten die Nazi» nur 12 Abgeordnete im Reichsmg. Ihren Austrieb am 14. September und seither oerdanken sie in erster Linie der Gewissenlosigkeit, mit der sie die Erbitterung aller Opfer der kapitalistischen Wirtschaft ausnutzen. All« Flüche, die gegen den Kapitalismus laut wurden, fingen sie auf. Immer wieder leiern die bezahlten Agenten dieselbe Melodie herunter, in ihren Ver- sammlungen und Zeitungen, auf der Straße, vor dem Arbeitsamt: die Sozialdemokratie schützt im Interesse der Bonzen das Kapital, aber— im„Dritten Reich" wird es den Arbeitslosen gut gehen usw. Leider fallen immer noch unaufgeklärte Arbeitslose jenen abgefeimten Betrügern zum Opfer. vle Nationalsozialisten sind grundsätzlich gegen jede Arbeitslosen- Unterstützung. Sie sind der Ansicht, daß die Arbeitslosen überhaupt keinen An- spruch auf Unterstützung haben. Mit frecher Brutalität erklärt der Nationalsozialist Feder in seinen Erläuterungen zum Partei- Programm:„Es ist nicht S t a a t s a u f g a b e, arbeits- fähige Menschen auf Staatskosten zu ernähren." („Das Programm der NSDAP." S. 16.) Das ist die grundsätzliche Ansicht dieser„Arbeiterpartei": denn Feder hat aus Befehl Hitler« allein darüber zu wachen, daß das Programm richtig ausgelegt wird. Und die» ist wohl der einzig« Grundsatz, den diese Partei nicht oerraten hat. Im Reichstage haben die Nazis ja bekanntlich am 7. Juli 1927 das Arbeitslofenoersicherungsgesetz glatt abgelehnt, ebenso wie di« Kommunisten, Feder sagt an der angeführten Stell«:„Wenn der Staat finanziell an der Froge der Arbeitslosenversicherung scheitert, so haben wir dafür nur ein Achselzucken." Mögen di» Arbeitslosen oerrecken! Die Nazis haben dafür nur ein Achselzucken. Wie wacker können di« Nazi«, wenn sie vor Arbeitern sprechen. gegen den Kapitalismus wettern! Aber man merkt es ihrem Schimpfen an. daß es nur hohle Phrase ist. Feder sagt: Wir haben heut« Millionen Arbeitslose, weil die Republik„eine irrsinnig« Innen- und Außenpolitik" getrieben hat. Als ob Amerika. England, Italien usw. nicht auch Millionen Arbeitslose hätten! Kein Zweifel: All« Arbettslosen, die Hitler wählten, taten es, weil sie gegen den Kapitalismus stimmen wollten; weil sie glaubten. die Nazis seien Sozialisten. Ein sonderbarer„Sozialismus", von dem der Nazi Dr. W a g« n e r den Ruhrindustriellen sagte: Unseren Sozioltsnw» kann seder mitmachen. Die Antwort gab der Dresdener Agttationsleiter der Nazi» schon am 18. Februar 1930 in einem Brief an den Fabrikdirektor Fritschc in Weimar:„Also— verstehen Sie nur recht— wir müssen die Sprache der verbitterten sozialistischen Arbeiter sprechen, um selbige an un» zu ziehen, sonst würben sie sich bei uns gar nicht zu Hause fühlen." Durchschaut der Arbeitslose diesen Dummenfang? Das ist wohl der schamloseste Betrug, der je an Notleidenden verübt wurde! Blickt nach Ztalient „Wir hoben ja ein Vorblld, da» wir ohne weiteres annehmen können, den Faschismus!", sagte Hitler zu dem Abtrünnigen Otto Straßer. Auch das faschisttsche Italien hat eine Millionenzohl von Arbeitslosen. Rur etwa der vierte Teil erhält Unterstützung, und zwar einen Stundenlohn pro Tag, etwa 3,50 Mark in der Woche.: Die gesamte Unterstützungsdauer bstpägt drei Monate, Krisenfürsorge und kommunale Fürsorge für die Ausgesteuerten gibt es nicht. Sie erhallen nur«ine Mahlzeit aus der Wohlfahrtstüche und eine Brotration; aber auch darauf haben sie keinen Anspruch. sonhern sie erhalten sie aus Barmherzigkell, Das ist alles, was sie bekommen. Es ist nach Mussolinis Ansicht auch genug: stolz er», klärt er im Seuat:„Glücklicherweise ist das italienische Volk noch nicht gewöhnt, täglich mehrmals zu essen." Während in Deutsch- l a n d 1931 trotz Notverordnungen für die Arbeitslosen noch sechs- ma l soviel ausgegeben wurde wie für Heereszwecke, waren in Italien die Rüstungsausgaben zwölfmal so hoch wie die Kosten der Arbellslosenfürsorge. Das ist dos Vorbild. das Hiller„ohne weiteres" annehmen will! Run begreift man auch. warum da« Kabinett Popen, hinter dem nur die Nazis stehen, die Arbeitslosenunterstützung praktisch beseitigt und die Fürsorgesätze auf eine Hungerration herabgesetzt hat. Klärt darüber jeden Arbeitslosen auf in seinem Interesse und zum Wohle der deutschen Arbeiterschaft! Sagt ihm, wie es den Ar- bellslosen im„Dritten Reich" ergehen soll, und daß er sich in die Eiserne Front einreihen muß. Sie wird den ganzen HEPVOPPAGENDE QUALITÄTS-MAPHJ | Neue illuatr. ' PREISLISTE P ettch Janen, HAUS BOEMICHE SUMATRA-SPEZIALMADKE• LEICHT- MITTEL 3m 5m flOm*20 ZIGARILLOS 11 Vu cm 13 Cm PF. 6 25 PF 11 � cm �-3 Abbild. VHAUSBOEMCHEm KISTEN ZU SÖST. B BERUH Wö• FRAHZÖSISaiE-STP.21 ZWBGQESCHÄFTE Hitlerspuk verscheuchen! Aber sagt auch, daß für immer der Fluch der deutschen Arbeiterklasse auf den Arbeitern laslet, die heute sahnen- flüchtig werden, die Sache ihrer Klasse im Stich lassen und überlaufen zu den Nazi»! Aus der englischen Textilindustrie« Weitere Verhandlungen statt Streik. Londou. 25. Juni.(Eigenbericht.) Der Zentralrat der Northern Countie» Textile Trade» Fede- ration hat in Blackburn in dreistündiger Sitzung die Maßnahmen beraten, die wegen einer Aenderung der Arbeitsbedingungen in der Baumwollinduftri« unternommen werden sollen. Der Zentralrat glaubt aus Grund des Ergebnisses der Abstimmung, in der sich von 161 939 Arbeitern 78 437 für einen Streit und 61 742 für VerHand» lungen entschieden, einen Streik nicht empfehlen zu können. Der Zentralrat tritt am Montag wieder in Manchester zu» sammen. Inzwischen wird die Lage von den Sekretären der ver- schiedenen Vereinigungen beraten werden. Der Sekretär des Zentralrates erklärte, es bestünden noch zwei oder drei Möglich» leiten, und Verhandlungen mit den Arbeitgebern seien nicht die einzige Alternative. »Freie GewerkschaftseIugend Berlin rscii«augesensoundes, Maurer: Bauabeno im Jugenoyeim T straße, Zimmer 2.— Glaser: Bauabend im Äugendheim Großbeerenftr. 96. ©Iugenvaruppe des Zentralverbandes der Angestellten Heute, eonntoo, beteillstn ftd) alle gugendmitglieder am Rast im »runcwaid.Etaoioa. Treffpunit Uhr an der Podbielski.Eiche im Ctadion. Fahnen und Wimpel mitdringen.— Marge», Montag, finden fol. sende Veranstaltungen statt! Wedding: Jugendheim Zuriner Ecke Seestraße. Runter Abend.— Rordoft ll! Jugendheim Schanlanler Str. 11. stampfliedsr- abend. Leitung: W-ihitack.— Weißen!««: Jugendheim Pistariuzstr. 24, Kurzreferate.— Britz! Städtisches Jugendheim iRathaus), Aussprache: Tages. - �-------- r----- � tk'— mm e. At Einsendungen für diese Rudrt» stnd verlt» SS S». Liadenstratze Z. G Parteinachrichten für Groß-Berlin stet, an das Beztrtzsetretariat 2. Hot, 2 Treppen recht», zu richten Kreis- und Abteilungsleiter? Ti« endgiiltigen Wahlresultate von den Elternbeirats- Wahlen stnd sofort telehhonisrh beim Genossen Rtchard Schröter. Vineta 773. zu melden. Noch fehlende Stimm, zettel sind ebenfalls beim Genosten Schröter. N. 38. Tanziger Straße 33, zu haben. Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Lehrer und Lehre- rinnen, Bezirk Berlin. Iachgemeinschafl der Berufsschullehrer. Vollnrrsammlung am Mittwoch, dem it. Juni 1932, im„Alten Askanier" Anbaltstr. 11, nahe Anhalter Bahnhof. Kulturrraitlo». Ref.! Sra.'- schied»»». Beginn aller Veranstaltungen lv� Uhr, sofern keine besondere Zeitangabe? heute, Sonntag. 26. Juni: l. Kreis. Alle Senossen, dl« nicht zur Wahlarbeit der Elternietratswahlen eingeteilt sind, melden sich im Kresswahllokal, Lophienstr. b. bei Klemens, Nach Schluß der Wahl ist da» Abstimmungsergebnis sofort dorthin zu übermitteln. 18. Ittel«. Achtung. Parteigenosienl Das Lager der Kindelfreunde. Gruppe Weißensie. im Netzebrnch Ist«in Brivatlager einzelner Helfer, die sich bei Durchfstbrung diese» Lager, außerhalb der Organisation stellen. Die Eltern, Bahnhos. Tageeoednung: 1. Berusslchnle und fest« Dr. Strecker, Kultusminister a. D. Z. v«r- llbt. Sie Abrechnung rntt dem Abteilungsiasflep« findet heute zwischen S und 12 Uhr und Montag ab 18 Uhr statt,«ptl. Vertreter schicken. 48. Abt. Die Parteimitglleder treffen sich pünktlich Uhr bei Brodaila, Oppelner Str. 44. 47. Abt. All- Parteimitglieder treffen sich'/ig Uhr zur Wahlardeit hei Sieden wvf. Südschul, siehlendorf. Die sozialdemokratischen Eltern haben b, schloffen, sich au, Protest gegen di« siurückweisutig ihrer Liste an der heutigen Elter», beiratswahl nicht zu beteiligen. E» wird auf dem Beschwerdewege unter ollen Umständen versucht werden, di« ietzt stattfindende Wahl stlr un- oültig zu erklären. 74. Abt. Siedlung. Zum„Rast- treffen sich alle Venoffen iz>/, Uhr am U-Bahnhof. Gemeinsamer Weg mit dem Reichsbanner durch den Grüne. wald. 7g. Abt. Die Parteimitglieder treffen sich heut» 7-/« Uhr hei Retmann, Se- danstr. 17. zur Ellsrnbeiratswabl. 88. Abt. Sämtlich« Parteimitglieder treffen sich zur Wahlhilfe für die Estern- beiratswahlen 8 Uhr bei Dürlich, Begasftr. 1. 92. Abt. Alle Helfer für die Vlternbeiratsrpahlen treffen sich 71$ Uhr im Lokal jSägerbeim�, Wildenbruchstr. 88. 99». Abt. Seh« zur Elternbeiratswahl und wählt.List» Schulaufbau". Wahl. zeit 10—4 Uhr Schul« Parchimer Allee. 127. Abt. Unsere Kandidatenliste„Schulaufbau" ist von der Einheitsfront Naziz-Kozi» Im Wahlvorstand für ungültig erklärt worden. Unsere ParteimitgNeder beteiligen sich nicht an der heutigen Elternbeivatswahl und weisen dementsprechend auch ihre Bekannten usw. daraus hin. Zstorgea, Monlag. 27. Juni: 1. Kreis. Sitzung de» erweiterten Kreisvorstande» an bekannter Stelle. Er. scheinen unbedingt notwendig. 8. Kreis. IS Uhr Kreisvorstandssitzung mit den Abteilungsleitern an de. kannter Stelle. 8. Kreis. Die erwerbslosen Parteimitglieder treffen sich um 1« Uhr bei Krepp, Planufer 78/78.„..... 9. Krei» Kreuzberg. 19 Uhr Vorstandssitzung mit den Abteilungsleitern bei Krepp, Planufer. 7. Kreis. Di« erwerbslosen Tenoffen und Venossinnen treffen sich vom Montag, den 27. Juni bi» einschließlich Freitag, den 1. Juli jeden Tag 8 Uhr nachmittag» zu einer Abhörstund- von vier Porträgen de« Berliner Rundfunk»„Arbeit und Leben über Zeitung, Versammlung, Film und Rundfunk im Jugendheim. Rosinenstr. 4 vorn I.... 9. Kreil. 29 Uhr Kreizvorstandssttzung mit den Abteilungsleitern bei Sanb- mann. Westfälisch« Str. 42..... 11. Krei«. 17 Uhr Iusauimenlunft erwerbsloser Parteimitglieder bei Will. Martin- Luther. Str. SS. 1». Krei». Wichtig« Kreisvorstandssitzung in Köpenick. Schloßstr. 27. 18. Kreis. Ig Uhr Kreisvorstandssitzung. Zll Uhr Kreisfunktionärsitzung bei Galla«. 19. Kreis. 28 Uhr Kreisdelegicrtenverfammlung im bekannten Lokal. 18 Uhr im Rathaus. Kimmer 177, ssraltionssitzung mit den Bilrgerdcpuiiertsn. 48. Abt. 17-20 Uhr Abrechnung der B«.irk,fübrer. auch der Mäimarksn, in der Wohnung des Genoffen Marth. Prinzenstr. 189..... 88. Abt 29 Udr Mitgliederveriammluna bei Beutel. kalfer-Friedmch.Etr. S3, ..Politische Lage". Refercnt wird m der Beriammlung bekanntgegeben. 94. Abt. 20 Uhr Zusammenkunft jüngerer Parteimitglieder bei Schröder, Steinmetzstr. 52.„Der Freiheitskampf der Arbeiterklaffe, Referent: Marcel Komendzmfkt. 99. Abt. Funktionärversammlung im Verfammlunasraum. Hannemannsir. 40. 117. Abi. IS1/. Uhr Abrechnung vom 2. Quartal beim Kassierer. Dienstag. 28. Zun!: Ii. Krei». 19 Uhr Sitzung de? Fünfer-Ausschuffes und der besonderen 0r. ganisaiionsvertreter; 21 Uhr Kreisvorstandssitzung bei Relsch, K abtner «traße 10.— Die Abteilunzskaisierer rechnen sofort Vit Prozent vom 1, Quartal mft dem Kreiskassierer ab.— Ih Uhr im Heim Tilsiter Str. 4/5: Zusammenkunft erwerbsloser Parteimitglieder,»Autarkie ober Weltwirtschaft", Referent: Dr. Hans Cohn. Rwsikalifche Vorträge de» Senoffen Dr Bolfaang Serbert. 12. Krei». Besichrigung des Sroßkraftwerke« Klinaenbcrg u. der angeschlossenen Gewächshäuser: nur für di« bei der Denossiii Rleffel gemeldeten erwerbslosen Parteimitglieder. Die Teilnehmerliste ist geschloffen. Treff. punkt 14> i Uhr Eingang Klingenberg. Fahroerbinhung: Straßenbahn 18. Nächst« Zusammenkunft erwerbsloser Parteimitglieder am Donnerztag, 7. Juli. W i Uhr, in der Friesenstraße. Schule, Sveiseraum. 181. Abt. 1ä Uhr Fusammcnkunst erwerbsloser Parteimitglieder im Jugend- beim, Lindenftr. 47. Ernste und heitere Borträge der Genossin Margaret« ZNittwoch, 23. Juni: 9. Abt. Zusammenkunft jüngerer Parteimitglieder bei Hufenbach, Perle- Abi!"''�.- �rierent: Karl�Döbler, 23. Abk. Zusommenkunit jüngerer Parteimitglieder bei Erunwald, Kameruner Straße 1s:»Organisation und Taktik der KPD.". RekerenttN! Frida Rosenthak. 25. Abt. Zusammenkunft iiinzerer Parteimitglieder 20 Uhr im Jugendheim, Schönlanier Htr. II, Baracke S:„Kampfstellung der SPD. Referent: Marcel«omendzinskt. Neues Lokal! 31, Abt. 20 Uhr in der Schule Sonnenhurge« Str. 20: Zusammenkunft jüngerer Parteimitglieder,„Politlsche Lage". Anschließend politifch-satlrischer Abend.- 49. Abt. sin der Schule SSrlitzer Str. 51 Mitaliedernersqmmluns»Der Kampf um den neuen Reichstag". Referent: Dr. Kurt Liiwenstein, M. d. R. 54. Abt. Im Jugendheim Rosinenstr. 4 Atitglieherversammlung:»Kamps UM den neuen Reichstag". Referent: Kurt Heinig. M.ch. R, 92. Abt. Bez. Halclhorjt. Im Lokal Bock„Zum alten Exer", Haselhorst, Gartenfelder Straße Ecke Berliner Ehaussce: Mitgliederverfammluug, ..Politische Lage und die Aufgaben der Arbeiterschaft". Referent Hans Marl. 79a. Abt. 20 HR, bei Thiele Zusammenkunft jüngerer Paeteimitgiieher,»Eni- wicklunq zum Kapitalismus". Referent Genaue Höpfner. 81. Abt. Die Zusammenkunft jüngerer Parteimitglieder ist umständehglber auf Mittwoch, 29. Juni,»erlegt.„Elemente des Sozialismus." Re. rcnt: Genau, Cohn. Lofal Klabe, Handjernstr 80/81. 82. Abt. 20 Uhr außerordentlich wichtige Funktionärsitzung bei Schellhafe. 88. Abt. U Uhr in den..Lichterfelder Feitfäl«»". gehlendvrf«, Straße 5. Wt, gliederverfammlung. Gen. Redakteur Franz Klilhs:„Die politische Lage und dir Aufgaben her Arbeiterklaffe." 93. Abt. bei Wolf. Wipperstraß«. Mitgliederversammlung. Emil Barth:»Um 182. AfÄ.�oi°'lm� Lokal Neu-Tivoki, Neue Krugall«« 85, Mitglieder««,. sammlung. Das Einheitsfrontmanöver der KPD. Referent: Genosse Sottfurcht. 128. Abt. An Stelle der Mitgliederversammlung am Mittwoch, dem 29. Sunt. außerordentlicke Funltionärsitzung bei Franz, Kaifer.Friedrich-Str. 87, Eck« Trelleborger Straße. 138. Abt. Im Schiitzenbau», Restdenzstroß«. Mitgliederversammlung. Vortrag de» Genossen Richard Joachim. Gäste sind dazu eingeladen. Donnerstag, 30. Juni: 3. Kreis. 18 Uhr an besonnter Stell» Zusammenkunft erwerbsloser Partei- mttalicder. Außenpolitische Informotion. Referent: Dr. Hans Adler. 18. Kreis. 15 Uhr im neuen Sport, und Jugendheim Weißenfcc, Rennbahn- gelände, Rennbahnsiraß«, Zusammenkunft erwerbsloser Parteimitglieder. Das nationalsozialistische Programm in Theorie und Praxis. Referent: Alired Markwitz. 59. Abt. 7. und s. Bez.»0 Uhr Zahlahend hei Reinert, Spandau, Segefelder Straße 188. Freiheitskampf der Arbeiterklasse. Referent: Mar Vrinitzer. 188«. Abt. Sitzung aller Funktionäre bei Marx, ftüher Klos«, Mohlsdorfer Straße l. Kfauenveranstoltungen. 4. K»»>». Mittwoch, 29. Juni, Funftiouärinnensitzung bei Klug, Danziger Straße 71. 5, Kreis. Montag. 27. Juni, 18 Uhr. Funktioniirinnensitzung bei Deifch, Cadiner Straß, 10. Wegen wichtiger Besprechungen muß ied« Abteilung vertreten sein. 8. Kreis. Damvferfabrt am 4. Juli nach Ziegcnbals zum Genossen Mörschel. Adkabrt 8 Uhr von der Echillingsdrücke. Karten sind bei allen Frauen- leiterinnen zu habe». Erwackisenc 50 Pf„ Kinder 85 Pf. Kaffceaufb rüden ftir erwerbslos« Partelmltalieder ftei. Kaffee mitbringen! 13. Kreis. Donnerstag, 30. Juni. 191, Uhr, FunftionärinncstsitzunK bei Pom- mcrenina, Berliner öiraße 180. 12. Kreis. Mittwoch. 29. Juni. I» Uhr. Rcsichtiquna des Botanischen Garten«. Treffpunit 8H Uhr Bahnhof Köpenick. Alle Abteilungen sind dazu«in- geladen. 28. Krei». Dienstag. 28. Juni, besichtiaen wir„Das Saus der Jugend", Neu- kölln, Teuvitzcr Straße 39—48. Treffpunkt 14 Uhr vor dem Eingang. Fahr- Verbindung: Ringbahn Kaiscr-Friebrich-Straße. U-Babn Bergstraße. An- schließend Kaffeelochen auf dem Sportplatz Souncnallee. Morgen. Montag. 27. Juni: Abt. im Gewerkschaftshau», Engelufer, Saal 5. Hans Marx:„Frauan und Politik der G»q»nwort." Abt. im„Rofenthaler Haft. Rasenthaler Straße 11/12. Erich Wendick«: „Wie diskutiere ich mit meinem- Gegner?" Abt. Der Ausflug am Montaa nach der Machnower Schleus« fällt au». DI« Genossinnen wollen sich zahlreich an der Dampferfahrt am 8. Juli beteiliaen. Billett« sind bei dem Genossen Stahl, Potsdamer Straße 188, zu haben. Abi. In der Schule Putbusser Str. 22. Margaret« Bartz:„Wie Weih» ich gesund?" Abt. bei Lenz. Demminer Strnße 10, Marie Kunert. M. b. Zt.!„Wie diskutiere ich mft meinem Gegner?" Abt. Bei Leuichner, Ackerffr. 118. Susanne Räder-Droßmanni„Kampf der ArSeiterschost i'M ihr« Lebenirechte." Abt. bei Lachs«, Lindower Straße 28. Dr. Frida Aleiand«:„Eoztal, 8n, Eorberungen für die Prolesarlerftau.r Abt. Der Frouenabend fällt au». Dafür Peterftsunp rM-'iwpch, g Zuli) am Frauenausftug noch Konradshöbe f..WaIdftreden". Habichtstvatze Eck« Wielanbstraßeft Fahrperbfndung: Linie 28. Abt. bei Wende. Koloniestroß» 147. Ernst Rsunronn:„Kampf der Arbeiter- schuft um ihre Lebensrechte." Abt. 28 Udr bei Schmidt, kniprpdeitraße 109. Referent Genosse Werschnitzk«. Abt. 18 Uhr Koffeekochen im Garten de« Sparftestauvants Tantianstvaße. 19 Uhr Hennv Jatuczvnssi:..Di« politische Lage und die Aufgaden der 3. 5. I. 14. 15. 18. 18. U. 28. 25. 27. 38. 32. 99. 34. 85. 38. 37. 39. 48. 41. 42. 48. 43. 48. 47. 48. 61. 53. 55. 87. Arbeiterkiässe.� Abt. bei Seifert, Pavvelalle« 45. Heinrich Jakubowicz:„Wie diskutiere ich mit meinem Gegner?" Abt. bei Ewest. Große Frankfurter Straße 38. Lisa Albrecht:„Unser Kampf ftir die Freiheit." Abt. bei Wertalla, Hohenlohestraß« 9. Bunter Abend. Vortragend« Mar- Abft� de? �Un mann, Gubener Str. 45. Dr. Elsbeth Weichmann:„Unser Kampf für die Freiheit." Abt. bei Mitt. Volgtftraß» 98. Minna Todenhagen:„Unser Kampf für di« Freiheit." Abt. bei, Busch, Tslsiter Straß, 27. Margarete SchonkalowM:„Wie di»- kutiere ich mit metnem Gegner?" und 38. Abt. in der„Patzenhofer-Brauerei". Landsberger All« 24/25. Käthe Kern:„Unser Kamvf für die Freiheit." Abt. in der„Juristischen Sprechstunde". Lindenstraße 3. Helen« Michaeli«: �Wert der voiitisch geschulten Frau für die Arbeiterklasse." Abt. bei Förster. Dreibundsiraße 11. Erna Kresse:„Wre diskutiere Ich mit meinem Gegner?" Abt. bei Schult. Mariendorfer Straße 5. Luis« Köhler, M. d. L.!„Unser Kampf für Me Freiheit." Abt. bei Höblke, Bergmannstraße 89. Maria Krischet»Die Frau als Trägerin neuer Kultur." »bt. 18 Udr Kaffeekochen im Lokal.Zur arünen Ecke" vpr dem voffspark. Abt. bei Winczier, Reichenberger Str. 184. Bernhard Krüger:„Politik bei den Landarbeitern." Abt. bei Cbwilkowsiii, Wvangelstraß« 87. Nora Henke:„Die diskutiere ich mit meinem Gegner?" Abt. In der Schule Waldemarstrasie 77. Erna Büsina:»Sfteifzüa« durch den Orient."— Billett« für die Doinpferfabri am 4. Juli sind auf dem Frauen- abend zu haben. Abfahrt 9 Udr Schillingsbrücke. Abt. bei Buschmann. Riiterftrasie 33. Mar Eillmeifter:„Unser Kampf für die Freiheit." Abt. bei Schellbach. Königin-Elisabetb-Straße 8. Dr. Wilhelm Lewinfti: ..Gcfänaniswesen— Frsuengefängnl» in der Barnimstraß«." Abt. 18 Udr Kaffeekochen beim Genossen Last. Plötzensee, Straß« 12. Abend» gemütliche« Beisammensein. Abt. bei Reimer, Wilmersdorfer Straße 21. Traven-Abend. Bartvagende Friedel Hall..... «bt. 28 Uhr im Babnhofsrestaurant iWurzbacher) Werbechbend heiteren Ehavokter». Bortragender Dr. Walfgang Serbert. Politische Ansprache Gen. Dr.«öltcr, M. d. R. 89. bi» 73. Abt. bei Kulka. Laiienburger Straße 21. Gertrud Hanna. M- ..Unser Kampf für di« Freiheit." Rezitationen der Genossin Brockmonn. 79» Abi im Ledigenheim Lindenhof. Hertha Sotthelf:„Unser Kampf für die Freiheit." 89.«bt. 28 Uhr bei«chellhafe. Ahornstraße 15». Robert vreuer:»Kampf UM den neuen Reichstag."..._ 85.«bt. bei Happelt. Sottlieb-Dunckel. Ecke Germaniastraß«. Mar Hepdemann, M. d. L.:„Kampf der Arbeiterschaft um ibre Lebensicchte." 88. Abt. 28 Uhr bei Ztohrmann. Hilbertstraß, 19. Walter Raue:„Me di»- kutiere ich mit meinem Geaner?" 91.«it. bei Grimm. Boddinstraße 10/11. Walter Jung:»SozialiRsch« Gr- zlehuna In Schule und Haus." 92. Abt. Ab 14 Udr Kaffeekochen in der.Waldschänke" an der Köuiasbeib«. 88. Abt. in der Lesehalle Nogat- Ecke Ilsestraße. Paula»urgaß:„Die politisch« Laae und die Aufaaben der Arbeiterklasse." 97. Abt. bei»ubki, Leinestraße 1. Eck« Hermannstvaße. Dr. Hans Cohn:„Unfer Komvf ftir die Freiheit." 98. 9lbt. Pünktlich?0 Udr bei Teich, Knefebeckstraße 185.«olllieb Roes«:„Wie dis'utiere ich mit meinem Gegner?" 99, Abt 28 Uhr in der Schule Parchimer All»«. Dr. Roeder:.Bevölkerung». Politik und Deburtenreaelung." 182. Abt. de! Hotz. Baumschulenstraße 72. Dr. Milian Schömann:„Unser Kampf 192. Abt.�AftA.Hoft Im„Neu-Tivoli", Neu« Krugalle«»5, Bunter Abend. Bor. tragende Elfried« Wollmann. 188. Abt. bei Tromter. Frischen. Gck« Luisenstraße,«se Steinkühler:»Kampf für di« Freiheit." 132. Abt. 20 Uhr bei Klug. Dorfftraße L. Paul Bernsteint»Wie diskutier« iE mit meinem Gegner?" 189. Abt. im Jugendheim Schöneberger Straß« 8. Dr. G. Eberlein:.Zampf der Arbeiterklasse um ihre Lebensrechte." 148. Abt. bei Möbius, Ernst- Eck« Droftestraß«. Heiterer Abend. Vortragenden Puggi Züuck. 140a Abt. Kaffeelochen. Treffpunkt 15 Udr Spandau»! Straße Ecke Kanal Nach- zügler im.Waldlater", Tegel. 17 Uhr: Rezitationen der Genossin Jobn. Dienstag, 28. Juni: 28. Abt. 20 Uhr bei Bartelbt, WSrther. Ecke Rnkestraß. Helene Schmitz, M. d. L.:„äsieim! Arbeft im Landtag." 52. Abt. 15 Uhr Besichtigung der Schulfarm Scharfenberg: Treffpunkt 131i Uhr an der Haltestelle der Linie 84 Tauroggener Ecke Osnabrücker Straße. >8. Abt. 20 Uhr bei Lierich. Kantftraße 82. Dr. Hans Cohn:„Das Kommn- mstlsche Manifest." 71. Abt.. 2ü Uhr im„Linhenhof". Paul Bernstein:»Arbeitsbeschaffung und Arbeitsdienslpflicht." 1«.«bt. de! Doehling.«iefholz. Eck- Elsenstraße. als« Steinkühler:»Unser Kampf für die Freiheit." 12). Abt. 38 Uhr bei Porath, Marzahner Straße 31. Dr Wolfgang Herbert: ..Pom Bouisliob zum Chanson" /Vortrag mft Schallpiattenl.... 125. Abt. im Sportresiaurant Berliner Allee 1A. Dr. Paul Krisch«:»Unser Kamvf für die Freiheit." 138. Abt 18.03 Uhr Abfahrt mit den! Omnibus zur Besichtigung. Näheres siehe Notiz des 28. Kreises unter Frauenveranstaltungen. ZNiltwych, 2g. Juni: 98. Abt. 28 Uhr bei Schabeiko, Weichfelsteaße 5. Dora Bergas:.Wie bis- kutiere ich mit meinem Gegner?" 99. Abt. Diesmal pünktlich I9>/. Udr in der„Jdeal-Solle". Hannemannftr. 42, Lichtbildervortrag des Genossen Franz Sofemann:..Ferienfahrt, in die Stu- daier Alpen." Rezftaftonen und Lieder zur Lautc. Auch die Genossen, Jugentmitglieder und Gäste sind herzlich eingeladen...... 115. Abt. im..Tivoli",«eichsclstraße C, Portrag:..Blitzlichter und Lichtblicke." Der vortraaeiibe wirb am Dienstag bekanntgegeben. 118. Abt. bei Morr, Neue Bahiibofstraße 28. Luise Kähler, M. d. L.:»Kampf der Arbciterftass» um ihre Lcbensrechte."„.... 128. Abt. 28 iihr bei Temp-I. Prinzcnallee 45, Dr. Elsbeth Weichmann:„Unser Kampf für die Freiheit." 127. Abt. 28 Udr bei Krämer, Suermonbtstraß« 83. Hein» Löwi:„Die Frauen und die letzten Notverordnungen." 148. Abt. 28 Udr bei Iarius. Fürft-Bismarck-Liraße. Nora Henke:„Die Frau im Berufsleben." Donnerstag, 30. Juni: 98. Abt. 20 Uhr bei Saudmann. W-stfäsifche Straß« 42. Heiterer Abend. Die Vortragende wird am Dinis-aa bekanntgegeben. 74a u»h 741' Abt. 20 Uhr bei Radig. Potsdamer Straße 3. I. P. Mauer:»Umer Kampf für die Freiheit." 181» Abt. 28 Uhr bei Torqe, Platanenstraße Ecke Kaiserweg. Werbeabend. Käthe Kern:»Frauen im Kampf gegen Knechtschaft für Freiheit." 141. Abt. 28 Uhr bei Hoffmann, Edelwcißtftaße 5, Bortrag der Genossin Eli« Steinkübler. Arbeitsgemeinschaft der kinderfreunde Grojj-BeHin. Treffen zum Rast heute. 14>i Uhr, vor dem Haupieingang des Stadions Grunewald. Kreislettersitznng moraen. Montag, 20 llhe, in der Geschäftsstelle. Lindenftr. 2. Die Kreisleiter werde» gebeten,»ollzählig und persönlich zu erscheinen«nd die aenanen Zahlen für die Beteiligung an den Zommerlaaern mitzubringen. Auf diese« Sitzung«erden die Termine der Abfahrt und Rückkehr der Kinder festgelegt. Restsaltenhelscr VlanlcnsccI Morgen, Montag, 19>4 Uhr, Zusammenkunst tm Jugendheim Lindenftr. 4. Mstte. Die Untersuchung der Zelt- und Nestfalsenlogerteilnehmer findet Montag, 27. Juni, statt. Asse treffen sich 12M Udr vor dem Saus« Walsen- firaße 28. Am selben Tage findet 28 Uhr Clisabetbkirchstr. 19 ein« Glternver- sammlung aller Lagerfahrer siatt. Alle müssen erscheinen. Zum Rast treffen wir uns l8lb Uhr U-Bahnhof Stadion. Kreis Wedding. Donnerstag, 38. Juni, kommen alle Teilnehmer der gelt- und Nestfalkenlager zur Schule Piftdusser Str. 22. Genossin Dr. Lewn ist ßur letzten Untersuchung anwesend. Wer nicht zum Abstrich kommt, kann nicht ins Lager. 17 Uhr ist alles da. Quartals- und Lagrrabrechnung ebenda. Bc» rlchtsbogen sind mitzubringen. Am 88. Juli veranstalten wir eine Elternfahrt ° mir dem Damvfer nach Forsthau» Templin. Teilnehmerkarten koste» für Er- wachsen« 88 Pf. und für Kinder 88 Pf. für Hin- und Rückfahrt und stnd bei den Abteilungsleitern zu haben. Prenzlauer Berg. Abt. Freiheit und Hermann Müller. Heute. 18 Uhr Hoch- bahnhof Nordring und lzzh Uhr Danziger Straße. Ircffvunlt zur Beteili. aung am Rast. 28 Pf. mitbringen. Abstrichentnahm« und letzte Untersuchung der Laaerteilnehmer Dienstag. Für die Abt. Viktor Adler. Nordost. Bauvolk um 9 Udr, für Freiheit, Hermann Müller und Hort um 18 Uhr Sberswalder Straße 18. Nachzügler»nd Berhinderte Mittwoch. 15>ch Uhr. Mittwoch ab 18 Uhr, auf dem Erer. Donnerstag. 28 Uhr, Gleimstr. 83—35, für Rote Fallen „Lustiges Monatsende" mit der SAI. Kreuzberg. Wir beteiliarn un» heute an der Kundgebung de» Rast im Stadion Grunewald. Der Kreis trifft sich 14ih Uhr vor dem Hauvtvortal.— Abt. Bergmann. Elternveriammlung morgen, Montag, 28 Uhr. im Heim Porck- straße 11. Alle Eltern der Loaerteilnebmer für Uederfee und Blankensee werden aebeten zu erscheinen.— Abt. Vorwärts. Elternabend Im Heim Manteuffel- straße 7. 28 Uhr. Letzte Aussprache über unsere Sommerfahrten. «haplattenburg. Donnerstag stirb all« Rest-, Jung-»nd Rotsn Falken, die in» Lager fahren. 1414 Uhr Berliner Str. 137 zweck» Untersuchung /Amblila. tariuml. Krei» Schöneberg. Alle Gruppen treffen sich um 14Z4 Uhr Innsbrucker Platz. Wir gehen zum Rast. Die Gruvpenwtmvel nicht vergessen. Eltern sind all». eingeladen. Montag. 27. Juni, NestfaNenbelvrechung für Blankensee um 17 Uhr bei Gen. Lew, Meraner Str. 3, Montag, 27. Juni. Helfersitzung im Jugendheim Lindenhof, pünktlich um 28 Uhr /Arbeitsgemeinschaft). Dienstag, 23. Juni, Rote Falken. Zeltlagerbefprcchung um 17 Uhr bei Gen. Albert Manien, Belziaer Str. 18. 12. Kreis Stealitz. Heute alle Kinder mit den Eltern zum Rast. In dieser Woche alle Heimabende: Ueben und Besvrechung ftir Sommerlooer. Montag, 17 Uhr, Untersuchung bei Genossin Dr. Pinkns, Lichterfelde, Hortensienplatz 1. Treffvunfte: Sieglitz. 1614 Uhr. Rathausvlatz. Sichtcrfeld», 1S>4 Uhr. Bo. tanifcher Garten.— Lankwitz. Bolksschule, Schulstraß». Dienstag, 17 Uhr, Rote. Falken-Ballverfammlung. Donnerstag Jungfalken: Was bedeutet unter Gruß? Neukölln. Montag, 18 Uhr, Besvrechung der Nestfalkenhclfer Ganghofer, straße. Jung, und Rote Falken. Bfttchtveranstaltung am Rast. Treffvunkt um 1314 Uhr U-Bahnbof Rathaus. Falkenkleidung, Wimpel mitbringen. 28 Pf. Un. kosten. Falkenrat tagt morgen. 17U Uhr, in der Baracke. Dienstag, 28. Juni. 17 Uhr, ist Sporttag in der Sonnenallee. Turnzeua mitbringen. Zeltlagerteil- nehmer. Bollversammlung am Mittwoch, dem 29. Juni, 1714 Uhr. im Heim giethenstr. 58. Kassierer müssen für alle ausstehenden Beträge Abrechnung vornehmen. Lichtenberg. Montag. 18 Uhr, im Seim Gunterstraße ftndet eine Zusammen- kunft aller Zeltlagcrfahrer statt.— Abt. Nord. Daselbst findet um 19'.. Uhr eine Elte-nversammlung statt. Betrifft Zeltlager. Kreta Weihensee. Dienstaa. 20 Uhr, bei Siegfried Kaiser, Hobenschönhausen. Am Faulen See 8, Zusammenkunft aller Helfer, die gewillt sind. Borarbeiten zum Lager am Uedertee zu leisten. Gleichzeitig Besprechung zum Volksfest am 8. Juli. — Gruppe Weißense«. Achtung, Eltern! Da» Lager im Netzebruch ist ein Privntlager einzelner Helfer, die sich bi Durchführung btefa Lagers außerhalb der Organisation stellen. Die Eltern, die gewillt sind, ihre Kinder mit zum Laaer Uederfee zu schicken, erluchen wir, sich mit dem Kretzleiter Siegftieo Kaiser. Hobenschönhousen. Am Faulen See 8. In Verbindung»u setzen. Daselbst Regelung einzelner Zuschüsse.— Griivve Hobenschönhausen. Am Montaa alles vitnktstch in der Schulbaracke Dingelftäbtcr Straße zum Ueben für das Bolks- fest am 3. Juli. Eltern, schickt eure Kinder pünktlich. 28. Krei«. Wir beteiligen uns geschlossen am Rast. Kosten: Fahrgeld. Treff- vunkt 18 Uhr U-Bahnhof Seestraße.— Abt. Wittenau. Montag, 27, Juni, Elternarbeitsgemeinschaft. Feitlagerwerbeabend um 28 Uhr im Jugendheim Wittenau. Sterbetafel der Groß-Berliner Partei-Organisation 8. Abt. Unser alter Parteiveteran Karl Buchmann, Luisenufer 7, ist im Alter von 79 Jahren plötzlich»erstorben. Schon während des Sozialisten- gesetzes hat er der Parteibewegung seine Kraft zur Verfügung gestellt. Ebre seinem Andenken. Die Trauerfeier findet am Mittwoch. 29. Juni. 17 Uhr. im Krematorium Gerichtstraße 87/38 statt. Um recht rege Beteiligung bittet 27. Abt. Genosse Paul Schnabel, Kovenhaqener Straße 45, Ist am 21. Juni durch einen Autounfall ums Leben gekommen. Ehre feinem Andenke». Di« Einäscherung findet am Dienstag. 28. Juni. 17 Übe. im Krematorium Gsrichtsttaße statt. Um rege BeteiKauug wird geheten. 77. Abt. Am 28. Juni verstarb plötzlich unser junger Gen. Iwan Rothe, Soltzstraße 28. Er war«in eifriger Mitstreiter, dessen Andenken wir stets in Ehren halten werden. Einäscherung am Mittwoch. 29. Juni, 1514 Uhr. im Krematorium Wilmersdorf. Um rege Beteiligung wird gebeten. __ Der Abte ilungsvorstand. Nrieskasten der Redaktion. H. K.<8. 1. Zuständig ist das Amtsgericht. Sin Mäklerlohn gilt aber nur bann als stillschweigend vereinbart, wenn die dem Mäkler übertragene Leistung den Umständen nach nur gegen eine Vergütung zu erwarten ist. 2. Reichsschuldenverwaltung, Oranienstr. 106.— M. M. in Li.„Borwärt s" vom 18. Juni. — B. g. 71. Ihre Schwiegertochter kann ohne di» Zustimmung ihres Mannes nicht über die Hnpothek verfügen, da diese zum eingebrachten Gut gehört und Verfügungen darüber der Zustimmung des Mannes bedürfen.— 8232. 1. Ja. Die wirtschaftliche Gristen, de» Ersatzpflichtigen darf aber durch die Art der Kosteneinziehung nicht gefährdet werden. 2. Nein. 3. Ja.— W. K. 188. Der Annahmeverttag kann vor jedem Notar geschlossen werden. Kochen Sie MAGGI* Suppen. .......... ii 1■ n■— urnr im Sammeln Sie MA6GI-Gutscheine, es lohnt sich! mmmmmmmmmm—mmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmm Varkciuf sow*H Vorrat Mongonobgob«»orbeholton W O L L WA REN Damen-Pullover wom., 0 qc leichten Spitzenstoffen, zweifarbig................ Stüd Damen-Pullover„„„woH. w.s.en. � on form, zweireihig, V« Aermel....................... Stüde*3 f/\J B AD E-ARTI K E L Badetrikots g«slfiekf/rein»Woll«..,.SIück 2,95 Strandhosen Panama............... stii-k 2,95 Strandanzüge iwiforbig.........»04 3,90 Badeschuhe Lainan.................. Paar 0,75 Bademantel gutnr Frottierstoff, modern« q Muster.............................................. Stuck O fS\J REISE-ARTIKEL marmoriertes Kunstleder, ab- schlossern, ca. 35 cm gross......................... 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Du mußt poch die Mutti nicht so«gern. sonst geht sie kaputt und ist tot." „Mutti guck mal. hier ist ein Loch in der Schürze, da« mußt du zunähen." „Ja. nachher." «Nachher? Na denn wird da» Loch eben noch l o ch« r „Mutti, warum ißt denn der Vati immer so viel Stullen?" „Vati hat solchen Hunger." „Och die ollen Männer«." „Mutti, du faßt meinen Arm so dick(grob) an." „Mutti, ich will Wasser auf die Blumen gießen." „Das kannst du noch nicht!" „Na. da muß ich wohl erst ein» ganz all« Frau sein wie du?" „Mutti, ich will abtrocknen"(Geschirr). „3a!" Eine Tasse fällt hin, kaputt. „Mutti, das war ich nich, das kommt alle» von den olle» Handtuch!" „Mutti, kauf mir ein Pfund Zucker ab." „Was kostet er denn?" „Ist ganz billig, 1 M." „Das ist mir zu teuer." „Zu teuer? Na denn S M." «Mutti, ich will auf den„Bullerlatz" gehen." „Heute kannst du nicht buddeln, es regnet." „Na warum regnets denn immer, wenn ich buddeln will?" „Mutti, der Bär ist so krank." „So, was hat er denn?" „Ach, der hat solche Bauchschmerzen am Rücken!" „Mooott, Feeelitz stäntaaat!" ruft sie unzählige Mal« am Tage. „Mutti, heute haben wir mit Sand geschmissen!" „Da, sollst du doch nicht." „Ra, wenn doch der olle Junge in mein« Kute buddell!" „Wenn dem Jungen der Sand in die Augen gefallen wäre, hätte es ihm sehr weh getan." „Ich Hab ja gar nicht in die Augen geschmissen, bloß auf den Kopf!" „Mutti, warum wackelt denn der Hund immer mit dem Schwanz?" Mutti überhört absichtlich. Was soll sie auch sagen, „Mutti, ich weiß, der Hund macht immer von hinten wink«, winke." In der Straßenbahn. Eine korpulente Dam« steigt ein. „Oooch Mutti, ist die Frau aber dick!" Mutti leise:„Das sagt man nicht so laut!" Eva laut:„Warum denn nicht? Das soll wohl keiner merken?" „Eva, du sollst jetzt artig sein!" „Osch, unartig sein ist viel schönerl" Felix. Felix kommt mit der Zettung angelaufen, auf welcher Strese- mann aus dem Totenbett abgebildet ist. „Mutti, warum hoben sie denn den Mann hier reingemach wenn er schläft?" „Der Mann ist tot." „Tot?? Na, der Kopf ist ja noch dran!" Felix geht mit Mutti oft an einem Kirchhof vorbei. „Mutti, wann stirbst du denn?" „Warum?" „Ich möchte auch so gerne mit einer Hart« und einer Gieß- kann« auf den Kirchhof gehen und die Blumen begießen und den« immer alles so schön harken!" „Mutti, sind die Sterne sehr wett weg?" ,Ja sehr, sehr wett." „Kann denn keiner mal runterf allen?" „Rein!" „Na, warum denn nicht? Ich möchte doch mal richtig sehen wie er aussieht!" „Mutti, die Suppe ist soo heiß, tonnst du denn nicht kalt kochen?" Mutti hat Pudding gekocht und sagt:„Das ißt Dali gern." „Mutti, das hat Vati von mir geettu. ich esse ihn auch so gern!" ü.> j issBBBsaBmsBgsaBmeaasm ALLE BEWAHRTEN HAUSMITTEL Essigsaure Tonerde, Wasserstoffsuperoxyd, Jodtinktur, Glyzerin, Myrrhentinktur» Salben, Tropfen und Tees aller Art kauft man in der Apotheke in bester Beschaffenheit und nicht teurer—! Kauft Heilvnitfel in der Apotheke— Ihr seid es Eurer Gesundheit schuldig I £otar3tolland: öOMll Die Menschen kauern chre Körper in die Grasflächen nieder, legen sich in die warme Sandböschung der Uferwindungen lang und dehnen sich in dem brennenden Sonnenglast. Die kühlende Luft de» Wassers streift über ihre heißen, braun gebrannten Arme und Leine hinweg und fängt sich in den hohen Kieferwipseln fest. Der schmale Strandweg glüht in der Sonne, hinter ihm glitzern die bunten Sonnenflecke auf den hohen rissigen Waldftämmen auf. zwischen denen die leichten Kleider der Wandernden und Lagernden flattern. Man legt sich in der heißen Sandtulle auf die Seite und steckt den Kopf in die Achselhöhle, buckelt sich der glühenden Sonne ent» gegen und stützt das Gesicht auf die Arme, den Blick über die gleißende Wasserfläche wendend, läßt ihn über die grüne Wand der Büsch« und Wälder des jenseitigen Ufers wandern. Dazwischen das grelle Lichtband des widerstrahlenden Wasser«; mit kleinen Wellenkämmen wie in einer blendenden Stahlhaut hinhuschend; mit Kähnen, Paddlern. Motorbooten; weiß« Segler schneiden sich laut- los durch das Wasser vorüber., Di« Sonne drücke einen platt, lacht man vor sich hin; nebenan liegt der andere auf dem Rücken, die Knie hochgezogen und döst in das unentwegte Blau des Himmels hinauf. Erna beugt sich kniend nor und schiebt sich auf den Ellbogen kriechend platt auf den Bauch, dann summt sie irgendeine Melodie. Das sind kein« Stunden, die oergehen, das sind groß« Ruhepausen. Das Mädchen blickt an den spitzen Knien des im Sand auf dem Rücken Liegenden vorbei und schaut in das Menschengewühl. Sie tun alle das gleiche: kommen an mit Decken, Rucksäcken oder kleinen Handkoffern und weiß ein- geschlagenen Eßpaketen, tappen auf einem freien Stück Sandfläche im Kreis umher, wie Hunde, ehe sie sich in«ins Decke legen; dann ziehen sie mit in sich gekehrten Mienen die Kleider aus und rutschen in ihren Badeanzügen nach allen Richtungen über den mtt Beschlag belegten Sandplatz, bis sie die richtige Ruhestellung gefunden haben. Klatschen sich auf die nackten Glieder, schnauben in der heißen Luft wohlig umher, vollführen allerlei körperliche Kapriolen, bis sie endgültig über ihre Freßpakete niedersinken, und dann liegen sie da wie warmes Blei. Irgendwo aus einem schattigen Winkel klingt magere Grammophonmusik herüber, treibt mtt Menschenstimmen, Rufen und Lachen über das Wasser. Drüben steht die Wand des Waldes bis an das schilfige Ufer, darüber das lichtheiß« Blau des Himmels. Das Mädchen hat genug geträumt, richtet sich auf, reibt sich den blau wolligen Badeanzug am Körper vom Sand frei, blickt über die Lagernden hinweg, neben ihr die beiden Männer räkeln sich langsam hoch. Oder ist sie die Frau des einen von beiden? Nicht feststellbar; gleichgültig, ob so oder so. Sie sind aufgesprungen, ner am Waller eilen wie aus das Kommando zu einem Spiel ins Wasser in die aufspritzenden Wellen und schwimmen hinaus. Der Dritte ist zurückgeblieben, bequemt sich langsam dazu, weil nichts anderes zu tun ist, den Kaffee zu kochen. Macht den andern, die noch nicht Kaffee kochen oder dos Getränk in der Thermosflasche mitgebracht haben, ein kleines Theater vor. Dann werden sie zu drttt trinken und essen. Zu drttt tun, als hätte es ihnen prachtvoll geschmeckt, sich zufrieden anlächeln und den andern beim Kaffeekochentheater zuschauen. In den mitgebrachten Büchern gedankenlos schmökern, sich im Sand aalen, aneinanderreihen, über irgendeinen Unfug un- bändig lachen, sich gehörig durchschütteln und wieder langlegen. Männer, Frauen und Kinder in der Runde der Sandbank gucken ihnen sehr interessiert zu. legen dann wieder die Köpfe zurück und beschäftigen sich in kleinen Liegegruppcn mtt sich. Da im legen sich die Drei nbeneinander auf den Bauch um, graben das Kinn in den Sand und beobachten das Spiel der andern. Und die Sonne brät sie von allen Seiten braun. Ihre Strahlen gleiten schräger und klettern die braunen Baumstämme hinaus, lassen sich von der warmen Dünftung des Waldbodens höhertragen, bis die Sonne hinter der jenseitigen Waldwand versunken ist. Bis das gleißende Blau des glasigen Himmels sich gelbt und rötet und im sinkenden Dämmer verdunkelt. Dann wird es in den schmalen Strandwindungen menscheneinsamer und stiller. Die Unentwegten haben grüne oder graue Zeltdächer errichtet. Für eine kurze Zeit- spanne schwirrt das geschäftige Leben der Abendbrotbereitung auf und sickert dann allmählich wieder in die große Ruhepause hinüber. Di« Wasserfläch«, der Wald drüben, der Himmel darüber vertinten sich in der Dunkelhett, durch die die Lichter der heim- fahrenden Boote langsam schwimmen, bis die Schwärze der Nacht wie ein See bis an die Zelteingänge steht und man sich müde in Decken einwickelt. Der Walddust wellt in den Nachtsee, und wenige Schritte vom Zelt, in der Schwärze oerborgen, fließt das Wasser in unsichtbarem Strom an der Sandschräge trag entlang. Irgendwo mag es ein Berlin geben mit seinen heißen, stickigen Strahenschächten zwischen den Warenhäusern, Wohmmgs- und Bürokästen und wirts chaftsbangen Fabrithallen. Irgendwann wieder den Zwang des Kampfes um Existenz, Geltung und Macht, das Menschenschlachten des Bankrotts. Irgendwann— denn es sind nicht Stunden, die hier draußen oergehen, sondern es ist eine einzige große, tiefe Ruhepause. Eine Woche solcher Ruhepause müßte jedem Schreier da drinnen notoerordnet werden... meinte der Freund oder Mann des Mädchens oder der Frau, wie sie zu dritt im Zelt neben- einander eingerollt dalagen. Ach— nicht an da drinnen denken. Und sie schliefen schon.