BERLIN SonnerMg 30. Zuni 1932 Redaktion u. Expedition; Berlin SW 68, Lwdenstr.3 Tel. A7 Dönhoff 292-297 Ers ch e»nt täglich außer Sonntags Zugleich Abendausgab« des„Vorwärts". Bezugspreis für beide Ausgaben 7Z Pf. pro Woche, 9,25 M. pro Monot fdaoon 87 Pf. ruonatlich für Zustellung ins Haus) lrn ooraus zahlbar. Postbezug 8,97 M. einschließlich A> Pf. Postzeitungs. und 72 Pf. Postbestellgebühren. 10 Pf. Nr. 304 B 152 49. Jahrgang fjjbwasfa Anzeigenpreis: Di- Isplt. MiM- ineterzeil« SO Pf. Di« Sieklamezeile tostet 2 Mark. Siabatte n. Tarif. PreuBen verbietet nicht! lieber„uonuerts'-uerbot soll des Reichsgericht entscheiden Der Minister deS Innern, Severins, hat auf da» Ersuchen des Reichsministers des Innern, den ..Vorwärts" und die..Kölnische Bolkszeitung" auf fünf Tage zu verbieten, am LS. Juni d. I. geant» wartet, daß erdiegesehlichenVoraussetzun» gen für Berbotsmaßnahmen gegen diese beiden Zei- tungcn nichtalsgegeben erachte. Der preußische Minister des Innern hat daher gemäß 8 7 Absatz 3 Satz 2 der Verordnung vom 14. Juni 1S32 die E n t» fcheidung des Senats des Reichsgerichts augerufen. Aus der Begründung der Stellungnahme des preußischen Ministers des Innern teilt der Amtliche Preußische Pressedienst das Folgende mit: I. Zum geforderten Verbot des»Vorwärts'*. «Ich vermag nicht anzuerkennen, daß durch die beanstandeten TH löf fettig, na«i Nor fyprr«Nor 6ic iiei�otagiaruns beschimpft oder böswillig verächtlich gemacht würden; auch sehe ich in diesen Veröffentlichungen keine Gefährdung tebeaswichtigerZnteressendes Staates durch die ve. hauptung unwahrer oder entstellter Tatsachen. Soweit das von dem Herrn Reichsminister des Innern angeregte Verbot auf 8 0 Absah 1 Ziffer 2 der Verordnung vom 14. Zuni 1932 gestüht werden soll, muß der Tatbestand der Beschimpfung ausscheiden, weil das Merkmal einer besonders rohen Form nicht gegeben ist. Auch bezüglich des alternativen Tat» bestandes der böswilligen Verächtlichmachung fehlt es schon an dem objektiven Merkmal. Die Auslassungen der Zeitung in der Sondernummer behaupten nun Zwar, daß zwischen der Aushebung des Uniformverbots einer- seit, und den wirtschaftlichen Lasten der Notverordnung vom 14. Zuni 1932(RGBl. I S. 273) andererseits ein politischer Zusammenhang bestehe. Diese Darstellung enthält eine sehr scharfe politische Kritik an den Maßnahmen der Reich,- regierung und des Herrn Reichspräsidenten und soll offenbar die Ausfassung derjenigen Kreise wiedergeben, die von den sozialen Einschränkungen in eigener Verson betroffen werden und außerdem politische Gegner der RSDAP. sind. Diese scharfe Kritik vom Standpunkt derjenigen Staatsbürger, als deren Sprachrohr der „Vorwärts" als Zentralorgan der Sozialdemokratischen Vartei an- zusehen ist. kann ich indes noch n i ch t als Kundgebung ansehen, die den Herrn Reichspräsidenten und die Rcichsregierung als mit einem sittlichen Makel behaftet hinstellen und sie als der Achtung der Volksgenossen unwürdig erscheinen lassen will. Die von dem Herrn Reichsminister de, Znnern für die Stühung des Verbots auf 8 0 Abf. 1 Ziff. 4 der Verordnung vom 14. Zuni 1932(RGBl, l S. 297) gegebene Begründung vermag ich besonders aus recht- lichen Erwägungen heraus ebensowenig als durchschlagend anzuerkennen. Eine Gefährdung lebenswichtiger Interessen des Staates im Sinne dieser Bestimmung könnte, sofern— wie im vorliegenden Zoll— eine Störung der inneren Sicherheit des Staates in Frage steht, nur dann vorliegen, wenn durch die beanstandete Veröffentlichung die Gefahr ernsthafter Gewalttätigkeiten in Gestalt von Aufruhr- bewegungen oder anderer innerer Unruhen hervorgerufen würde. Zu einer weitergehenden Auslegung dieses Begriffs bieten weder die Fassung noch die Vorgeschichte dieser Verordnung irgend- einen Anhalt. Daß aber die Auslassungen in der Zeitung die Hervorrufung von Gewalttätigkeiten der vorbe- zeichneten Art besorgen ließen, vermag ich um so weniger anzuerkennen, als der auf derselben Seite in der mittleren Spalte oben abgedruckte. bestimmt ernst gemeinte Aufruf..Sozialdemo- traten! Republikaner! Bewahrt kaltes Blut!" zur Zurückhaltung und zur Unterlassung von Ge» walttätigkeite« auffordert. Jetzt zeige rotes Berlin! (Zur Lustgartendemonstration am Montag) Wenn wir marschieren, wenn wir marschieren, Wenn unsre Fahnen mit den Pfeilen weh'n, Wenn wir zu vieren, wenn wir zn vieren, Wenn wir zu vieren in der Reihe geh'n, Dann erschallt unser Ruf in die Rund": Freiheit! Freiheit! Freiheit! Wir sind die Eiserne Front! Wenn wir zusammen, wenn wir zusammen Bruder und Schwester im Kampfe steh'n, Wenn wir entflammen, wenn wir entflammen Für unsre heiligen Mensdiheitsideen, Dann erschafft unser Ruf in die Runä FrefhelfT Freiheft! Freiheit! Wir sind die Eiserne Front! Vorwärts, Genossen, vorwärts, Genossen, Recket die Arme und schwöret zur Stund": HeUig entschlossen, heilig entschlossen Steh'n wir zusammen zum Freiheitsbund. Und nun schallt unser»Ruf in die Rund": Freiheit! Freiheit! Freiheit! Wir sind die Eiserne Front! Fritz Wildnng. Meines Dafürhaltens sind also, da das Verbot der Zeitung auch aus anderen Gründen nicht gerechtfertigt werden kann, die gesetzlichen voraussehungen für das von dem Herrn Reichsminister de, Innern gewünschte verbot nicht gegeben. Ich lege die An- gelegenheit daher gemäß 8 7 Abs. 3 Sah 2 dem Senat zur Eni- fcheidung vor, mit dem Antrage, den Erlaß des Verbot« für unzu- lässig zu erklären." II. Zum geforderten Verbot der»Kölnischen Volkszeitung*. „Ich vermag nicht zu erkennen, inwiefern die Ausführungen des beanstandeten Artikels eine Beschimpfung im Sinn« der Ziffer 2 a. a. O,, das heißt eine noch Form oder Inhalt besonders oerletzende rohe Aeußerung der Mißachtung gegenüber dem Herrn Reichskanzler enthalten sollten. Dl« Ueberschrfften„Schwere Mißgriffe des Herrn Reichskanzlers" und„Ist Herr von Papen noch als Delegotionsführer möglich?" stellen lediglich eine Kritik an der politischen Haltung des Herrn Reichskanzlers auf der Laufonner Konferenz dar, diese wird ergänzt durch die Aus- fuhrung, der Herr Reichskanzler habe durch sein Garantieangebot namens aller nationalen Kräfte Deutschlands— unter Anspielung aus die Verschiebung der politischen Kräjt« in Deutschland— eine auswärtige Macht zur Benutzung der inneren deuffchen Schwierig- leiten eingeladen; die am Schluß des Artikels wiedergegebene an- geblich« Meinung in deutschen Rechtskreisen„Dieser Kanzler ist eine Katastrophe" soll das Urteil der Zeitung, der Herr' Reichskanzler fei für die Leitung der deutschen auswärtigen Politik ungeeignet, unterstützen. Mehr als eine solche scharfe, aberdoch fach- Ii che Kritik, wie sie übrigens von Blättern der politischen Rechten noch vor ganz kurzer Zeit im Hinblick auf die Außenpolitik der Regierung des früheren Herrn Reichskanzlers in ungleich schärferer Form voll ig unbeanstandet geübt werden konnte, kann meines Erachtens in diesen Ausführungen keinesfalls gesehen werden. Ob der Herr Reichskanzler durch die Ausführungen des Artikels in objektiver Hinsicht verächtlich gemacht worden ist, kann dahingestellt bleiben. Zur Erfüllung des Tatbestandes der Alternative der Ziffer 2 a. a. O. fehlt es auf jeden Fall an dem erforderlichen subjek. tiven Merkmal der„Böswilligkeit". Eine Kundgebung ist nur dann als eine„böswillige" im Sinne der genannten Bestimmung anzusehen, wenn dem Täter nicht der Kampf um die Sache, sondern der Angriff gegen die ihm verhaßte Person des Gegners zur.Hauptsache wind, wenn also an die Stelle sittlicher Beweggründe solche treten, die selber als sittenwidrig anzusehen sind (vgl. Entsch. d. Pr. OVG. vom 28. Januar 1932 in RBerwBl. 1932 S. 491/32). Trotz oller Schärf« der in dem beanstandeten Artikel geäußerten Kritik liegt es auf der Hand, daß die in ihm enthaltenen Angriffe rein sachlichen und nationalen Motiven, vor allem auch der Sorge um die innere Einheit des deutschen Volkes bei seinem Ringen um die äußere Befreiung entsprungen sind. Daß dos Borhandenfein einer wohlmeinenden Tendenz„Böswillig. keit" auch dann ausschließt, wenn rein objektiv der Tatbestand der Verächtlichmachung vorliegen sollte, wird auch vom Reichsgericht in seiner Entscheidung vom 23. Juli 1931— XII. V. 63/31— Llniversiiät geschloffen! Wegen neuer Hitler-Tumulte. heule vormittag hoben e» die hakenkreuzstudenlen durch ihr freches und anmaßendes Benehmen wieder einmal fertig gebracht. daß der Rektor der Universität die Pforten der bedeutendsten devt- scheu Hochschule schließen und die Vorlesungen absagen lieh, lediglich um schwere Zwischenfälle von vornherein zu verhüten. Es ist bedauerlich, daß bei einem Ueberfall nationalsozialistischer auf republikanische Studenten in der Vorholle der Universität wieder mehrere Komilitonen erhebliche Kopfverletzungen erlitten haben, so daß ihnen Verbände angelegt werden mußten. Die gesamte st u- dentische Linke, einschließlich der Kommunisten und der Iungdeutschen, hat sich trotz der ungeheuerlichen Ve- schimpfungen und Angriff« geradezu mustergültig benommen. Ve- reits gestern hatte die nationalsozialistische Meute«inen Sturm aus die Linksstudenten geplant. Da aber die Republikaner beim Steh- konvent in großer Zahl vertreten waren, wagte es niemand von den Hakenkreuzlern zu provozieren. Das wurde heute nachgeholt, als die sogenannten Couleurstudenten sich korporationsweise ein- stellten. Um 11 Uhr ließen die Nazis Sprechchöre ertönen, dann gröhlten sie das Lied:„Volk, ans Gewehr". Als sich die Situation immer mehr zuspitzte und bereits lälliche Angriffe von den heule in großer Uebermachl I befindlichen Razislndenlen erfolgte, erschien der Rektor in Begleitung des Oberpedells und versuchte durch gütliche Verhandlungen schlichtend einzugreifen. Die Links- st u d e n t e n brachten dem Eingreifen des Rektors größtes Verstand- nie entgegen und erklärten sich bereit, den Anweisungen des Rektors zu folgen. Darob bei der nationalsozialistischen Meute Geheul und Rufe:„Juden raus!"„Marxisten raus!" Das goß aufs neue Oel ins Feuer, und es gelang dem Rektor kaum, sich bei dem unerhört frechen Benehmen der Rechtsradikalen durch- zusetzen. Der Rektor der Universität, der heute wieder einmal ge- sehen hat, wie diszipliniert sich die Linksstudentcn benommen hoben, ohne aus die unerhörten Provokationen der Hakenkreuzler einzu- gehen, dürfte von der„Elite" seiner Hochschule nun endlich ein klares Bild bekommen haben. Zum Schluß verließ die Linksstudentenschaft unter Führung des Rektors geschloffen die Universität in Richtung Unter den Linden. anerkannt. Bei dieser Würdigung darf auch nicht an der Tatsache vorbeigegangen werden, daß die„Kölnische Volkszeitung" sich stets einer sachlichen Schreibweffe befleißigt, die deutsche Außenpolitik vom nationalen Standpunkt immer in loyaler Weise unterstützt und bisher noch niemals Anlaß zu behördlichem Einschreiten ge< geben hat. Der Tatbestand der Ziff. 4 a. a. O. könnte, da er die Behauptung oder Verbreitung unrichtiger oder entstellter Tatsachen zur wesent- lichen Voraussetzung hat, nur in dem Abdruck des Inter- views erblickt werden, das der Herr Reichskanzler nach einer Meldung des„M a t i n" französischen Pressevertretern gewähr: haben soll. Die Tatsache der Veröffentlichung im„Matin", die — soweit ich übersehen kann— von einem sehr großen, wenn nicht dem überwiegenden Teil der deuffchen Presse, und zwar auf Grund einer Mitteilung des zu amtlichen Verlautbarungen der Reichs- regierung stets benutzten Wolffschen Telegraphenbiiras gebracht worden ist, wird wohi nicht bestritten. Insofern liegt also jedenfalls keine Behauptung oder Verbreitung einer unwahren oder enfftellten Taffache vor. Ob der von dem„Matin" veröffentlichte Wortlaut bts Interviews richtig war, konnte von der deutschen Tagespresse unmöglich nachgeprüft werden. Er erschien auch keineswegs so unwahrscheinlich, daß einer deutschen Zeitung zugemutet werden tonnte, die Veröffentlichung des„Matin" ohne weiteres als unwahr oder wenigstens äußerst zweifelhaft zu behandeln. So heißt es auch bezeichnenderweise in der„Deut- s ch e n Tageszeitung� Nr. 176 vom 25. Juni 1932 unter der Ueberschrift„Allergefährlichste Interviews!": „Leider aber fehlt ein festes Vertrauen, daß Papen Derartiges oder Aehnliches gar nicht gesagt haben k a n n." Die Richtigstellung, die der Herr Reichskanzler durch das MTB. über den Inhalt des Interviews hat verbreiten lassen, nötigte die deutschen Zeitungen jedenfalls nicht, ihren Lesern den Text der Derösfentlichung des„INatin" vorzuenthalten: die Ver» öffentlichung der Richtigstellung hatte vielmehr überhaupt erst dann einen Sinn, wenn auch der Text der Veröffentlichung des„Matin" bekanntgegeben wurde. Der selbstverständlichen Pflicht, auch die Richtigstellung zu bringen, ist die Zeitung nachgekommen. Im übrigen ist der Inhalt der Richtigstellung zu der Meldnug des„Matin" über das Interview selbst nach Nr. 177 der„Deutschen Tageszeitung" vom 2K. Juni 1S32 nicht ohne weiteres dazu angetan gewesen, die Meldung des„Matin" über das Interview selbst nach gehörig zu erachten.chsu?g«iant>e zueneiii bekam, der in den Jahren 1927 bis 1929 durchgeführt wurde. Es wird ihm zur Last gelegt, daß er mit Hilse seines bei ihm tätigen Ingenieur Kumlehn falsche Ausstellungen gemacht Hot, durch die die Abrechnungen über die ausgehobcnen Erdmassen auf Grund unrichtiger Prosilangaben falsch gemacht worden seien, und zwar sollen statt 122 566 Kubikmeter Erdmassen 193 6<1 Kubikmeter angegeben worden sein. Kiesling wird beschuldigt, diese falschen Abrechnungen geduldet zu haben. Die Fehler befanden sich nicht nur in den Schlußrechnungen, sondern bereits in den Abschlags- rechnungen, und die Anklage nimmt an, daß die falschen Rechnungen nicht die Folge von Irrtümern und versehen sind, sondern daß sie ans bewußtes Zusammenarbeiten zum Nachteil der Stadt Potsdam zurückzuführen sind. Die Angeklagten bestreiten ihre Schuld. Kiesling und Gerbracht geben zwar zu, daß sie Zuwendungen von Dübner erhalten hätten — und zwar will Kiesling 12 666 M. und Verbracht 966 M. erholten haben—, behaupten ober, daß es sich um ein Entgelt für Nebenarbeiten gehandelt habe. Nach der Anklage sollen die Schmiergelder jedoch ganz erheblich größer gewesen sein. Es ist bei Kiesling ein Bankguthaben von 36 666 M. beschlagnahmt worden, das er auf den Namen feiner Frau bei auswärtigen Banken eingezahlt hatte. Die Sladt Potsdam ist durch die überzahlten Summen um über 200 000!N. geschädigt worden. Außerdem werden den städtischen Beamten auch nach weitere Durchstechereien mit Steinfirmen zur Last gelegt. Kiesling Hot ahne Ausschreibung eine Lieferung von 256 666 Steinen ver- geben, behauptete aber, daß das im Einverständnis mit dem ver- storbencn Stadtbaurat Fischer geschehen sei. Er soll auch von dieser Firma erhebliche Zuwendungen erhalten haben. Vor Eintritt in die Verhandlung lehnten die Verteidiger die von der Staatsanwalt- schoft benannten Sachverständigen wegen Besorgnis der Befangen- heit ab Einsturzunglück im Ztahrgebiei. 5 Schwer- und 12 Leichtverletzte. Essen(Ruht), 30. Zuni.(Eigenbericht.) An der k r o s t w e r k s b a u st c l l e für den Stausee zwischen werden und Hügel ereignete sich ein schweres Einsturz- Unglück, das fünf Schwer- und zwölf Leichtverletzte forderte. Eine etwa acht Bieter hohe Brücke, über die Belonierungs- Material in kleinen wagen lransportiert wurde, stürzte, da ein Zoch nachgab, plötzlich zusammen. Alle aus der Brücke befindlichen Personen wurden in die Tiefe gerissen, ver Sachschoden ist erheblich. Der kommunistische Präsidentschastskondidat in USA.. Toster, war in Los Angeies wegen„Veröacht des Syndikalismus" ver» hastet worden, ist ober Tags daraus wieder freigelassen worden. Obersorstmeister von Bohmhardt, der kürzlich vom Strafgericht in Metz wegen Mißachtung eines Ausweisung-besehls zu einem Monal Gefängnis verurteilt worden war, wurde nun von der B'° rufungskamnier freigesprochen Der Verteidiger Bohmhardts hatte geltend gemacht, daß Bohmhardt den gegen ihn erlaistnen Ausweij'ungsbesehl nicht beachten konnte, da ihm dieser Befehl nicht in der gesetzlichen Form zugestellt worden[eu Böses Erwachen. Da wendet sich der Schacht mit Grausen. Herr Dr Schacht, Reichsbankpräsident o. S. und eifriger AnHanger der Nationalsozialisten, ist aus allen Walken gestürzt. 80 Proz. der hohen Einkoinmen sollen, so sordert es ein Agitationsantrag der Nationallozialisten im Preußischen Landiog, weg- g/steuert werden. Andere Anträge seiner Parteifreunde fordern sogar die Wegsteuerung aller Einkommen über 12 000 M. Dos ist selbst für den stärksten Mann zu viel! Herr Dr. Schacht, den von jeher die großen Einkommen nicht hoch genug, die Löhne und kleinen Gehälter aber nicht knapp genug bemessen sein konnten, hat jetzt gegen seine Parteifreunde eine scharfe Philippika losgelassen. In einem Vortrag vor dem„Wirtjchastsbund Niedersachsen" erklärt Schacht, wenn der gesamte Arbeitsverdienst weggenommen würde, könne sich kein Kapital mehr bilden. Die demagogischen Anträge(Hört, hört! Red. d.„Vorw.") über gesetzliche Be- schränkiing der hohen Einkommen und ihre Wegsteuerung seien oöls-lg sinnlos. Derartige Forderungen könne man nur als völlig unwirtschaftlich und in hohem Maße unsittlich(sie!) ve�eichnen. Aber nicht nur Herr Schacht wendet sich mit Grausen. Auch andere wichtige Freund« und Geldgeber der Nazis, wie Herr Ter verflixie„Vorwärts"- Zeichner! . K v o n G a y l:„Der Mann muß herunter?" Generaldirektor Cuno von der Hopag müssen jetzt schon in einem so exklusiven Kreise, wie der Generalversammlung der Hapag. empörende Anträge derart diskutieren, daß die Direktoren» geholter der Hapag auf AI 000 M. abgebaut werden. Bisher hotte man doch,«ne rmi»»„«, s, �geretzr rmarre,„mir- �wrromTr. und nicht 600 000 M. im Jahr, wie es die böse„Derfentlichkeit wissen wollte. Das böse Erwachen wird also keineswegs auf Herrn Schacht ollein beschränkt bleiben. Oer„beste Kämpfer". Ein Ehrenbold der Hitler-Garde. Bei der Beerdigung des vor einigen Tagen an der deutsch- holländischen Grenz« infolge eines Zusammenstoßes zwischen SA.» Leuten und Kommunisten erschossenen Nationalsozialisten Hambückers sagte der nationalsozialistische Reichstagsabgeord- nete Schmeer aus Aachen in seiner Gedenkrede am Grab: „In Wilhelm Hambückers verliert die deutsche Frei» heitsbewegung einen ihrer besten Kämpfe r." Hambückers ist, wie die„Kölnische Volkszeitung" mitteilt, insgesamt dreizehnmal vorbestraft, und zwar sechsmal wegen Körper- Verletzung, Mißhandlung, Hausfriedensbruch, Bedrohung, Wider- stand und Sachbeschädigung. Wegen Hehlerei erhielt er vier Monate Gefängnis, wegen fortgesetzter Grenzüberschrettung zwei Monate Gefängnis, ebenso wurde er wegen verbotener Ein- fuhr zu hoher Gefängnisstrafe verurteilt. Wegen schwerer Körper- Verletzung erhielt er drei Zahre sechs Wochen Zuchthaus und süns Zahre Ehrverlust, wegen Ausgabe solscher Banknoten drei Zahre Zuchthaus und süns Zahre Ehrverlust. Wegen der ersten Zuchthaus- strase konnte hambückers nicht zum Kriegsdienst einberusen werden. Wirklich, die Hitlerei kann auf ihre Ehrenmänner stolz sein.. Japaner an der Gowjei-Grenze! Ehinesisches Zollamt beseht. uopanische Polizei hat das chinesische Zollamt in Wand- schult an der sibirischen Grenze beseht und die Zolleinnahmen beschlagnahm». Sonntagsvorstellungen in englischen Kinos. Der Gesetzentwurf über die Zulassung von Sonntagsvorstellungen in englischen Kinos wurde vom Unterhaus nach neunstündiger Debatte mit 146 gegen 36 Stimmen in dritter Lesung angenommen und daraus an das Oberhaus weitergeieitet. Der Kampf um die Vorlage, die ein Kompromiß darstellt, war sehr leidenschaftlich geführt worden. Die ..Gesellschaft für Heilighaltung des Tages des Herrn" hatte an iämtliche llnterhausmilglieder und an alle Parlamentsberichterstatter der Presse Protestbriese gesandt. Greta Garbo und Wartene Dietrich, die höchstbezahlten Aus- londerinnen in Hollywood, sollen noch der Meldung einer gut unterrichteten �Newnorker Theoterzeitschriit ausgewiesen werden, well sie die Frist ihrer„gesetzlichen Aufenthaltserlaubnis" über- schritten haben. Die Vertrage, aus Grund deren sie die Einreise- erlaubnis erholten hatten, sind abgelaufen, so daß beide den Be- stimmungen des Einwonderungsgesetzes unterliegen. Ein Film- schauspielerverband in Hollywood soll die Behörden ermahnt haben, dem Gesetz zu seinem Recht zu verhelfen. Tos„Jüdische Zhenter Kollektid" gibt Tonnabend. 8.30 llbr, im Nenaislance-Tbeaier das Zchonspiel:„In sibirische Ge- s a n g e n s ch a s t" von Siski. Regie: Jan Äoetfier-Muller. Ein Alter an die Lungen Schuht unser Crbe, die demokratische Republik De» langjährige Reichstagsabgeordnete des Wahlkreises Magde- burg-Anhalt, der frühere Chejredakteur der Magdeburger„Volksstimme", Paul Bader, hat zum Abschied oon seiner pariamen- tarifchen Tätigkeit folgenden bedeutungsvollen Brief an den Magdeburger Bezirksausschuß der Partei gerichtet: „Genossen, Kameraden! Ich nehme heute politischen Abschied von Euch. Durch länger als drei Jahrzehnte sind wir Schulter an Schulter marschiert. Nun tritt das Alter zurück in die von ihm erzwungene Ruhe. Meine Generation hat in ihren Jugendjahren noch gegen den Diktator Bismarck und seinen militärischen Feudalismus gekämpft. Zwölf Jahre lang war die erwachte Arbeiterschaft Freiwild auf deutschem Boden. Für sie gab es kein Recht, gegen sie gab es nur Willkür. Elfhundert Jahre Gefängnis oder-gor Zuchthaus wurden über die Vorkämpfer der Sozialdemokratie, verhängt. Ze mehr Strafen, je stärker die Reihen. Am Ende des Sozialistengesetzes bildeten die Sozialisten die stärkste deutsche Partei. Bismarck fiel. Der„Heros des Jahrhunderts" war von der Arbeiterschaft besiegt worden. Wilhelm Hohenzollern kam.—„Die Sozialdemokratie überlasten Sie nur mir", prahlte er. Mit dem„gemeinen Recht" wollte er die„vaterlandslofen Gesellen" zu Paaren treiben, die „nicht wert waren, den Namen Deutsche zu trogen", und die daher „den deutschen Staub von den Pantoffeln schütteln" sollten.— Ergebnis: Dreizehnhundert Jahre Gefängnis oder gor Zuchthaus für die Vorkämpfer und die Bekenner der Partei.— Länger, als die geltende Zeitrechnung dauert, haben die Funktionäre der deutschen Sozialdemokratie hinter Kerkermauern geschmachtet, weil sie eine heilige lleberzeugung in ihrer Brust trugen. Sie ließen sich nichts von ihr rauben. Ihr Rückgrat wurde nicht gebrachen, ihre Stirn nicht gesenkt, ihr stolzer Nacken nicht gebeugt. Dank dieses Heldentums der Namenlosen war es möglich, am 9. November 1918 die Deutsche Republik auszurusen. Nach Bis- marck war auch Wilhelm Hohenzollern von der zum Klastenbe- wußtsein erwachten Arbeiterschaft besiegt worden. Die Republik ist dos Erbe, das meine Generation euch, der folgenden, hinierlähk. Die neue Staatsform der Masten wird heute berannt von Mosten, die die Ursachen der kapitalistischen Krise nicht erkennen und die daher hilflos, ratlos geifernden Kurpfuschern nachlaufen. Hinter den Quockfalbern ober verstecken sich die finsteren Mächte von cinfl, Sie junkerlich-schwerindustriellen Nutznießer, di« euch— wie früher uns — die Hundepeitsche der Unterdrückung um die Köpfe knallen wollen. Auf die Schanzen, ihr Jungen! Seid würdig den Alten, die sich nicht geduckt, die die roten Fahnen der Freiheit durch die Jahrzehnte siegreich getragen haben! Schützt unser Erbe, die demokratische Republik! Generationen sinken, der einzelne stirbt—— es lebe und wachse in olle Zukunft die Deutsche, die Internationale Sozialdemokratie! panl Bader." Es wird niemand sei», kein alter und kein junger Kämpfer, der nicht diese Zeilen mit Ergriffenheit lesen wird. Es wird aber auch niemand unter uns sein, der nicht freudig gelobt, dos Werk fortzusetzen und nicht zu ruhen, bis der endgültige Sieg des wahrhaft völkerbefreienden Sozialismus erstritten worden ist! Neues Konzertpublikum- im Kino Bon Kurt London Die sogenannte Kanzertkrise beruht nicht, wie man so oft gerade auch aus Musikerkreisen kört, aus einer Altersschwache der musikali- schen Formen, sondern entstand durch die soziale Ilmschichtung des Konzertpublikums, welches das Hauptkontingent zahlender Konzert- besucher ehedem stellte. Nachdem dos gebildete Bürgertum mehr und mehr verschwunden ist, durch Krieg, Inflation und Deflation aus- gerieben wurde, mußte selbstverständlich eine Konzertkrise auta- motisch einsetzen. Denn jede Farm reproduktiver Kunstgestaltung bleibt abhängig von ihrem Publikum. Die Krise besteht also zweifellos, und es ist fraglich, ob sie jemals wieder zu überwinden sein wird. Die unruhigen Zeiten heutiger Entwicklung werden im Höchstfall vorübergehend den An- schein erwecken, als ob die überkommenen Formen des Kunstbetriebs sich gehalten hätten. In Wahrheit muß mit einer grundlegenden Veränderung gerechnet werden, die sich übrigens nicht etwa allein auf da? Kanzerkwesen bezieht, sondern ebenso auf die Oper und die Sprechbuhne. Die Erfolge des Films und des Rundfunks sind also keineswegs allein technischer Art, sondern haben tiesgehende sozio- logische Hintergründe. Es wäre sehr oberflächlich gesehen, wollte man diese beiden neuen Kunstsormen schlechthin als Mechanik be- zeichnen und ihnen das Lebendige absprechen. Es kommt ja immer daraus an, inwieweit der Mensch imstande ist, seine Seele, seinen Geist hinter die Maschine zu stellen und damit trotz der Technik zu siegen. Und es wird serner die kulturelle und soziale Verantwortung von Film und Rundfunk eine ungeheuer große. Der Film, von dem hier die Rede sein soll, ist sich ihrer im wesentlichen noch nicht bewußt geworden. Die Totsache, daß seine Industrie kaufmännisch ausgezogen werden muß, befreit nicht von Berpslichtungen. Die Produktion selbst dürste sich freilich schwer davon überzeugen lassen: um so mehr haben die Lichtspieltheater die Verpflichtung, Unterlassungssunden der Produktion nachzuholen und der Tatsache Rechnung zu tragen, daß der Hauptteil seines geschmock- lich kultivierten Publikums, das früher die Konzert« und Theater besuchte, nun zum Kino abgewandert ist. Nicht etwa aus Begeiste- rung für die Filmkunst, sondern aus dem Bedürfnis heraus, sich zu zerstreuen und dafür möglichst wenig Geld ausgeben zu müssen. Wenn die Lichtspielhäuser nun die Initiative ergriffen, wenigstens das sogenannte Beiprogramm zu kultivieren und, über den Kurzfilm hinaus, etwa gute lebendige Musik zu machen, trotz Tonfilm und Schallplaftenüberfragungsanlage, wenn ferner ein Teil des Musik- leben? überhaupt in die Kinos verlegt werden könnte, fo würden die Kinotheoter am Ende was das Niveau ihrer Darbietungen be- trifft, die Produktion beschämen und in einer zukünftigen Geistes- gefchichte als derjenige Faktor genannt werden, durch den eine teil- weife Erhaltung überkommener Kulturgüter ermöglicht worden sei. Do? klingt vielleicht pretentiös, ober diejenigen Kreise der Intelligenz, die sich den Besuch von Konzerten, Theatern, Opern heute noch leisten können— sie sind verschwindend klein geworden—, mögen sich klar machen, daß eine Kunstousübung für wenige mehr und mehr ihren Sinn verliert. Daß es heute und in Zukunft daraus ankommt, die Kunst dem Volke nicht nur aus In- schriften, sondern in Wahrheit zugänglich zu machen. Die Formen dieser Kunst sind dabei mehr oder weniger gleichgültig: ob Gemeinschaftsmusik oder Kantate, ob Sinfonie oder Suite: wesentlich bleibt die nackte Verarbeitungsmöglichkeit des Zu- Hörers, dem man bitte frei lassen sollte, ob er sich mit diesen Dingen gesiihls- oder verstandesmäßig auseinanderzusetzen wünscht. Dos Kino ist heute zu einer Art Volksaiisenthalt geworden. Ein Konzert im Kino wird mit Sicherheit leichter besucht werden als im Konzertsaal, dem in weiten Kreisen das Odium der Schwerverständlichkeit anhaftet. Warum nicht die Leute überlisten? Warum nicht eine Wochenschau, einen interessanten Kurzfilm und eine klassische Sinfonie hinterher? Warum nickt ständige Matineen in den großen Lichilpielhäusern, mit Orchestern, die auch dos Abendprogramm bereichern könnten'(Zu- ganz billigen Prenisen, nerfteht sich!) Wenn solche Konzerte einige Groschen kosten, dann möchte man jede Wette holten, daß sie über- füllt wären. Es gibt heute arbeitslose Musiker und talentierte Dirigenten genug, die ohne übertriebene Honorarsorderungen mit Begeisterung mittun wurden: abgesehen von dem rein kulturelle» Wert solcher Unternehmungen könnte der durch die Mechanisierung der Musik entstandenen Arbeitsiosigkeit vieler Musiker wenigstens teilweise gesteuert werden. Wenn dann die Behörden den Borschlog Pros. Schünemanns aufgriffen und denjenigen Theatern, die ein ständiges Orchester hielten, Steuerfreiheit zusagten, so wäre auch ein äußerer Anreiz dazu gegeben, musikalische Kultur in das Kino einziehen.zu lasten. Nun wurden ja in letzter Zeit bereits einige Schritte unter- nommen, die lebendig« Musik im Kino wieder zu Ehren kommen zu lassen. In einigen großen Berliner Kinotheoiern spielte ein Orchester; der große Klangkörper im Ufa-Palast unter Beeees Leitung verdient da an erster Stelle erwähnt zu werden, ohne daß man indessen ver- schweigen darf, daß auch der sogenannten Popularität des Programms eine lintergrenze gezogen ist, deren Beftimmuna man einzig dem Dirigenten überlasten sollte. Dr. Beere Hot übrigens begonnen, noch einer Richtung hm zu arbeiten, die den oben ausgeführten Gedankengängen sehr nahe liegen. Wenn die Ufa ihr Orehester für die kommend« Spielzeit auf- geben sollte, so will er ein eigenes Orchester ausstellen, das als Kollektiv arbeitet. In Stärke van 60 bis 70 Mann wird er ganz billige Konzerte in den großen Kino? aller Berliner Stadtgegenden veranstalten, mit Werken klassischer und romantischer Meister, di« populär im besten Sinne sind und sogar für den speziellen Musik- inieressenten besondere Anziehung bieten, weil in jedem Programm ein modernes Musikstück enthalten sein soll. Strawinsky und Hindemith etwa werden vertreten sein, jungen Komponisten soll die Möglichkeit einer Ausführung geboten werden. Ein vorzüglicher Gedanke also, dessen Realisierung man nur wärmitens unterstützen muß. Ein Gedanke, der, gut ausgeführt,, nicht nur dem Niveau und dem Ruf des Lichtfpielgewerbes dienlich sein wurde, sondern auch für das Musikleben schlechthin zu einem Faktor von Gewicht werden könnte. So scheint sich den» also mehr und mehr die Ueberzeugung Bahn zu brechen, daß man ohne vernünftige Musik im Kino aus die Dauer nicht auskommen kann. Das Konzertsilmprojekt läuft ja auf ähnlicher Linie. Die Schlagerarmseligkeit der letzten Jahre mit ihrer ununterbietbaren Dürftigkeit hat affenbar ihren Höhepunkt überschritten, und die Reaktion, die sich auf diesem Geb!-'� bemerkbar macht, kann man nur begrüßen und fördern, prähistorische Funde. In einer Tiefe von sechs Metern wurden bei Ausschochtungs- arbeiten für den Erweiterungsbau der Thüringischen Staatsbank in Weimar Reste einer prähistorischen P f e r d e a r t, eines Riesenhirsches und eines Rindes gefunden. Gleichzeitig wurde der Stoßzahn eines Mammuts aufgedeckt. Die Funde lager- ten über einer tonigen Schicht, die noch den hinterlaffenen Spuren vor etwa 140 000 Iahren eine typische Sumpflondfchaft aufzuweisen hat. In den Klusbergen bei H a l b e r st a d t ist ein Bronzeschatz, der wahrscheinlich aus dem Jahre 1.300 v. Chr. stammt, ausgegraben worden. In einem Tonfopf mit Deckel, etwa 60 Zentimeter unter dem Erdboden, befanden sich eine große und ein« kleine Gewand- spange, eine Halsberge, ein« Armfpirole und mehrere Hals- und Armringe. Die potinierten Gegenstände, die einer Frau aus der Bronzezeit gehört haben müssen, sind in guterhaftenem Zustande. Schaljapin klagt... Soeben begann vor dem Pariser Zivilgericht Feador Schal- j a p i n s Prozeß, den der greise russische Sänger gegen die Regie» rung der Sowjets angestrengt hat. Dem Prozeß liegt folgender Sachverhalt zugrunde: Im Jahre 1017 übergab Scholjapin dem ihm befreundeten Maxim Gorki das Manuskript seiner Lebens- erinnerungen unter dem Titel„Seiten meines Lebens". Trotz der Weigerung Schoijopins belegten die Sowjets das Werk mit Be- schlag, brachten es im Druck heraus und übersetzten es in mehrere Fremdsprachen. Der Sänger oerlangt 2 Mill. Franken Schaden- ersatz. � las Planetarium am Zo» bat ein Tonftlmgerbt eingebaut. Dadurch wird die Arbeit diesej fnlktckitdenden NnternebwenK erbeblich gefordert. Tak> neue Tonst Imgerai ermöglicht e«, setzt auch Kulturfilme borpifübren. Ali i ersten Tonfilm zeigt do j Planetarium„Rang o", einen der besten Tier- ! filme, den wir haben. Er läuft bi» zum 10. Juli. C« folgt vom 12. bif»um 1 24. Juli:„To« blaue Licht". To« astronomstche Porprogramm zu dem | Film Ranao bebandelt den„durchsichtigen Abendstern". Tie Torfichrungen finden taglich, außer Montags, mn 3, s, 7 und 9 Uhr statt. Skandalöse Mntenkürzung Von Witwenrenten werden ±1 Mark abgezogen Das Kapitel der Hungerrentenkürzungen ist mit den ersten Abzügen aufgerollt, aber noch keineswegs erschöpft. Die Masse der so schwer Gedrückten weiß zwar, daß ihre Hungerrationen stark geschmälert wurden, aber sie weiß noch nicht, wie sie trotz aller bisherigen„Gewöhnungen* und aller erzwungener Künste auf dem Gebiete sparsamster, allerbilligster Lebensweise weiterhin oege- tieren soll. Es gibt Witwen mit Witwenrente, die körperlich noch rüstig genug waren und auch Gelegenheit dazu hatten, sich zu ihrer Witwen- rente noch etwas hinzuzuverdienen. Die als Reinmachefrauen oder sonstwie tötigen Witwen mußten sich in der Alters- und llnvaiidi- tätsversichsrung versichern und erwarben im Laufe der Zeit«ine Zusatzrente in Höhe der Hälft« der üblichen Sätze. Diesen Witwen mit k�facher Rente wurde jetzt die Rente doppelt gekürzt. Die Wiiwenrenie ist um fünf Mark gekürzt worden, der Zuschuß aus der Znvalidenrente, die halbe Invalidenrente also, nicht etwa um die halste, um drei Mark, sondern um volle sechs Mark. Eine Renlenkürzuug um 1t Mark! Eine Witwe, die bisher etwa 38 M. im Monat erhalten hotte, bekommt jetzt nur noch 27 M. im Monat. Selbst in den Landesversicherungsanstalten ist man erstaunt über dies« Wirkung der Notverordnung. Die Notoerordnung besteht nun leider einmal zu recht. Ein offenbares Unrecht aber ist es, auch die halb« Unterstützung um den vollen Satz von sechs Mark zu kürzen. Wir nehmen an, daß es sich hierbei lediglich um«inen Kunst- fehler der Nowerordnung handelt, der bei der Fixigkeit, mit der sie von der neuen Notverordnungs-Regierung herausgebracht wurde, unterlaufen ist. Dieser Fehler muß also schleunigst korrigiert werden. Aus einer Kürzung von sechs oder fünf Mark dürfen nicht fünf und sechs Mark, nicht elf Mark werden. Ein Abzug von insgesamt a ch t Mark ist in diesen Fällen wirklich groß genug. Der Schlag trifft die Rentner um so schwerer, als für die meisten von ihnen der frühere Rückhalt im Familien- Haushalt der Söhne und Töchter durch die riesige Arbeitslosig- keit fortgefallen ist. Von oll denen, die den neuen Kurs am eigenen Leibe verspüren, sind es mit in erster Linie d i e Rentenempfänger, die den Unterschied merken zwischen dem bisherigen„W o h l f a h r t s st a a t" und der kommenden„gott- gewollten* Ordgung. Bis zur lsj�ahl am 31. Juli haben die Rentenempsänger «inen vollen Monat ihrer neuen Erfahrung hinter sich und Ge- legenheit, ihrer Meinung deutlichen Ausdruck zu geben. Dos ist auch das einzige, was sie hm können, um gegen die ungeheuer- liche Zumutung, noch weit mehr zu hungern als bisher, zu pro- testieren. Aufgabe oller sozial oder doch rein menschlich denkenden Aerzt« muß es sein, in den nächsten Monaten auf die Veränderungen des Gesundheitszustandes der Rentenempfänger zu achten, die die Kür- zung des Lebensmittelverbrauchs in Quantität und Qualität her- vorrufen müsien. „Einheitsfront"- Debatte. Auf dem Verbandstag der Schuhmacher. Fn der dem Geschäftsbericht folgenden Aussprache wurde die kommunistische Gewerkschaftspolitik rücksichtslos verurteilt. Möß- n e r- Stuttgart, der gegen die Taktik der Gewerkschaften polemi- sierte, wurde von Kerker- Heilbronn und R a u- Kornwestheim an Hand von Beispielen aus der Praxis der Arbeitskömpfe die ver- brecherische Tätigkeit der RGO. gründlich klar gemacht. Der Verbandsvorsitzende Simon, der wiederholt in die De- botte eingriff, wies Mößner nach, daß gerade in den Bezirken, die von den Kommunisten beherrscht werden, die Faschisten die größten Wahlersolge erringen. Die KPD. wolle ja nicht einmal eine Einheitsfront mit Mößner. So lange der ruffisch« Rubel rolle, gebe es in Deutschland keine Einheitsfront mit den Kommunisten. Was von dem Einheitsfrontgeschrei der Kommunisten zu halten sei, zeige ja das bereits bekannte Rundschreiben des ZK. der KPD. zur Genüge. Man solle, so betonte Simon, bei den Arbeitern doch endlich einmal den Gedanken zu Grabe tragen, daß bei der jetzigen Einstellung der KPD. eine Einheitsfront durch- geführt werden könne. S p l i e d t, der dem Sehnen und Drängen der deutschen Ar- beiter nach Zusammenschluß gegen den Faschismus beredten Aus- druck gab, erinnerte an 1918 und den Kapp-Putsch, als die Kom- munisten die dargebotene Hand ausschlugen. Wie damals, so sei es auch heute. Die Kommunisten könnten gar nicht anders. Sie müßten ihre Wählerstimmen unter Schimpfen auf die Sozial- demokratie holen. Etwas anderes hätten sie nicht gelernt. Die Ein- stellung der Beschimpfung der SPD. sei aber doch da? mindeste, wo? man für die Einheitsfront geltend machen müsse. Im übrigen beschäftigte sich Spliedt in der Aussprache mit der Vierzigstundenwoche. Gegenwärtig sei kein Fortschritt in dieser Frage zu erwarten: denn der Reichswirtschaftsminister Warmbold sei ein Gegner des Eingriffs in die Arbeitszeit. Zum freiwilligen Arbeitsdienst bemerkte Spliedt, es müsse mehr Nachdruck auf das erzieherische Moment für die arbeitslose Jugend gelegt werden als auf den wirtschaftlichen Wert, denn dieser sei noch wie vor recht problematischer Natur. Keine Lohnkündigung im Ruhrbergbau. Der Zechenverband hat von der Möglichkeit, die Lohnordnung für den Ruhrbergbau zum 31. Juli zu kündigen, keinen Gebrauch gemacht. Bekanntlich wurde die Lohnordnung wie auch der Mantel- torif durch den Schiedsspruch vom 3 9. Mai kurzfristig für zwei Monat«. unverändert verlängert. Angesichts der ablehnenden Haltung des neuen Reichsarbeits- Ministers gegenüber der von den Gewerkschaften beantragten Ver- bindlichkeitserklärung war in späteren Verhandlungen des Reichs- arbeitsministers mit den Parteien eins Einigung dahin zustande- gekommen, daß auch der Zechenverband den von den Gewerkschaften bereits angenommenen Lohnfchiedsipruch annahm, die Gewerkschaften andererseits dem vom Zechennerband angenommenen, von ihnen ur- sprünglich abgelehnten Manteltariffchiedsspruch zustimmten. Kündigung von Beiriebsräien. Die Betriebsverireiung darf nicht übergangen werden. Am 4. und 5. September 1931 wurden vor dem Scherl» Verlag in Berlin van den Kommunisten Flugblätter verbreitet, die schwere Beschimpfungen der S P D.- B e- triebsräte im Scherl-Verlag enthielten. Auch der Scherl-Verlag selbst wurde in der üblichen„revolutionären* Weis« mitgenommen. Die Firma hat am anderen Tage einigen Arbeitnehmern einen Revers vorgelegt, den sie unterschreiben und damit bescheinigen sollten, daß sie mit der ganzen Sache nichts zu tun haben und von den kommunistischen Verdächtigungen abrücken. Als sich die RGO.-Betriebsräte Rogan und Wilde weigerten, den Revers zu unterschreiben, wurven sie fristlos«ntlassan. Beide Betriebsrotsmitglieder klagen auf Wiedereinstellung, da ein Grund zur fristlosen Entlassung nicht vorgelegen habe. Auch sei die stündigunq ahne die Zustimmung der Retriebsnertrelvng er- folgt. Das Landesarbeitsgericht in Berlin Hot zugunsten der Kläger entschieden. E? habe kein Grund zur fristlosen Entlassung vorgelegen. Auch durste der Beklagte den Klägern nur mit Zustimmung der Betriebsvertrewng kündigen. Die Entlassung fei au? diesen Gründen rechtsunwirksam. Dos Reichsarbeitsgericht wies die gegen dos Urteil eingelegte Revision als unbegründet zurück. Es bestätigte, daß Betriebsräten ohne die Zustimmung der Betriebsvertre- t u n g nicht gekündigt werden darf. Auch fei n i ch t n a ch- gewiesen worden, daß sich die Kläger an der Flugblatt- Verbreitung beteiligt oder von dem Inhalt des Flugblattes Kenntnis gehabt hätten.(RAG. 192/32.) Nazis gegen Paddler. Ein Ueberfoll auf republikanische Wassersportler. Von Mitgliedern der Havelaktionsgruppe Schwarz» R o t- G o l d, Mitglied im Arbeiter-Turn- und Sportbund, wird uns über folgenden Vorfall berichtet: Einige Mitglieder waren am Sonntag dabei, zwei Boote über den Teltowkanal nach Grünau zu schaffen, weil sie dort zur 2. Bundesregatta gebraucht werden. An der Mochnower Schleuse bevölkerten die Nationalsozialisten mit einigen tausend Mann ein dort befindliches Lokal. Da die Wasser- fahrer das Schleusenbecken mit ihren leichten Booten nicht benutzen brauchen, sondern über eine Slipanlage die Boote auf die andere Seite der Schleuse befördern können, hatten die Nationalsozialisten Gelegenheit, mit unseren republikanischen Wasserfahrern in Bs- rührung zu kommen. Das spielte sich so ob, daß man die s ch w a r z- rotgoldenen Floggen mit Gewalt von den Booten entfernte und Miene mochte, auf den Protest der Wajserfahrer hin mit Handgreiflichkeiten zu antworten. Nur der Besonnenheit der republikanischen Wassersahrer ist es zu danken, daß die Nazis ihre Absicht, mit dem Material großer dort lagernder Steinhaufen die Boote zu zertrümmern, nicht ausführten. Während der schnell angetretenen Weiterfahrt kom den Wasserfahrern der Gedanke, daß von der nahliegenden Kanalbrücke aus ein neuer Angriff durch die Nationalsozialisten möglich sei. Sie baten deshalb den Kanalmeister, für polizeilichen Schutz an der betreffenden Stell« zu sorgen. Merk- würdigerweise lehnte dieser Staatsbeamte aber das Ansinnen mit der Begründung ab, daß ein Ueberfallkommondo gegenüber den Nationalsozialisten wohl auch machllos wäre. Jetzt beginnt also die Unsicherheit auf dem Waffer auch schon. Aber„Zeit zum Eingreifen" ist es noch Herrn v. Gayl noch nicht! * Auf der Havel zwischen dem Wannsee und Spandau ist in diesem Jahr ein Rettungsbvot des Stahlhelms zu beob- achten, das dort patroulliert. Es hat seinen Standort zwischen Gatow und Clodow, unweit des Breiten Horns, wo sich«ine Zelt- kolonie aufgetan hat, deren Bewohner polittsch in der Nähe de» Stahlhelms zu suchen sind. Welche Tättgkeit das Boot auszuüben sucht, bleibt ein Rätsel. Seit Iahren ist nämlich dos Gebiet der Havel in und um Berlin für den Rettungsdienst eingeteilt. Nördlich der Spondauer Schleuse versieht der Arbeiter-Samariter-Bund den Dienst, südlich das Rote Kreuz. Di« Organisationen sind für diesen Dienst amtlich anerkannt. Dazu kommen die Boote der Wasser- polizei, die neben dem Ordnungsdienst selbstverständlich auch bei Gefahr für Leben und Gut eingreifen. Was da der Stahlhelm mit feinem Rettungsbott noch zu suchen hat, bleibt unerfindlich. Wetterbericht für Berlin und Umgebung: Trocken, meist heiter, warm, mäßige Südwinde. Zur Deutschland: Ueberall warm. Im Osten Bewolkungsabnahme. Sonst meist heiter. Nur im äußersten Westen Gewitterneigung. Rundfunk am Abend Donnersfag, den 30. Juni Berlin: 16.03 Verständnis statt Mitleid(Valerie Merck). 16.30 Unterhaltungsmusik. 17,30 Von den kleinen Planeten (Prof. Dr. H. Reichenbadi). 17.50 Dein Kampf um« ReAt (Bezirksverordneter C Perls). 18.15 V. Wittner: Eigene Arbeiten. 18.35 Klaviermusik. 18.55 Die Funtstunde teilt mit. 19.00 stimme zram Tag. 19.10 Volksweisen. 19.35 Vom Rundfunk(Intrn-io.nf Dr. II. Flradi), onnn„l>oi. FrelSdlÜtz", Oper von C. M. von Weber. Wetter-, Tages- und SportnaA- richten. Tanzmusik. Königswusterhausen: 16.00 Pädagogisdier Funk (Prof. O. Völcker). 17.30 Die Kulturgeschichte des Tanzes (Prof. Dr. C. Sachs). 18.00 Musikalischer Zeitspiegel(Marie L. König, Irmg. Veidt). 18,30 Spanisch für Fortgeschrittene (Gertrud von Eyseren, Dr. F. Armesto). 18.35 Wetterbericht. 19.00 Aktuelle Stunde. 19.20 Stunde des Landwirts(Land- wirtschaftsrat Pelzer). 19,35 Die Wunderwelt der Strahlen (Prof. Dr. Gehrke). Sonst Berliner Programm. Vollständige« Europa-Programm im„Volksfunk", monatL % Pf. durch alle„Vorwärts"-Boten oder die Poetanstalten. Seranhnortl. fttt die Redaktion: Rich. Beeostein, Berlin: Änzeiaen: Tl>. Stocke, Beilin. Derlaa: Vorwärts Verlag S. m. b. H., Berlin. Druck: BorwSrts Buch» druckerei und Berlagsanstalt Paul Singer& To, Berlin SS 68, Lindeastr. S. Kierzu 1 Beilage. 4, ßefchäft#-Jtn&iger* (Bezirk Jlorden- Cften Friedrichshagener Baugenossenschaft £.e 4t l.B.H, Hoch- u. Tiefbau BERLIN-FRIEDRICKSHAGEN«KLUTSTR. 8 � mczencks so preiswert wie bei l Holililm-KlaopdaniiUS, 6X9 mit Spezi al-Aplanat 1:8 in Vario nur 18.00 IlDlIlilin-Sprlngimn.cra„Flit-Focps" mit Anastiemat 4.5 in Vario nur 34,75 Klappkamera, 9X12, Ooppelauszug, mit Anastigmat 4.5 in Vario nur 42,73 Rulex bis 1/300 See. nur 55.75, dto. in Compur nur 85,75 FilinpackkassBile, 9x 12 nur 1,85 Verlangen Sie Liste V. kostenlos Zahlungserleichterung Klappkamera in Httalikasseiie. 9 x>2. nur 0,50 fOTfl- 5 1990 [f. 65, teseeM o. FennitL ZZ Klischees Galvanoplastische Werkstätten k.-g. Baum& Co. SW68. Alle jaKobstrafte 144 Telephon: Dönhoff 890— 891 I. Andermann Ges. m. d. H. HZ). Mtmeler Str. SO, Ftraspr. 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Und ob sie kreischen, brüllen, johle», trampeln, als stecke alles strotzende Leben der Welt in ihnen, jene Teile der a k a d e m i- schen Jugend, die an Deutschlands hohen Schulen im Namen des Hakenkreuzes gegen„das System" randalieren, wirken geradezu blutlos, leichenhaft, wie Gespenster einer Vergangenheit, die viel- leicht nie Wirklichkeit war. In welchem Jahr lebt das? 1932? Ach. die Burschenschafter mit dem schwarzrotgoldnen Band, die sich 1832 auf dem Hambacher Fest für ein freies Deutschland begeisterten und im folgenden Jahre die Frankfurter Hauptwache stürmten, standen bei aller unklaren Romantik und ollem brausenden Gesühlsüber- schwang der demokratischen Gegenwort und damit der Zukunft näher als die fchmisicverzierten Sprechchöre mit ihrem geistvollen: Inda, verrecke! Daß sich der Studentenschaft landauf, landab V e r> zogtheit und Verzweiflung bemächtigt, ist kein Wunder, Wenn ehedem der junge Mann aus begütertem Hause oder auch der Sohn kleinerer Leute Gymnasium und Universität durchlaufen und die Examina hinter sich hotte, lag die Lebensbahn glatt und geebnet vor ihm. Als Oberlehrer, als Richter, als Verwaltnngsbeamter hotte er sein auskömmlich und geachtet Brot, und auch die freien Berufe, Arzt, Anwalt, Jndustriesyndikus, ernährten den nicht schlecht, der einigermaßen Geschick und Glück hatte. Heute aber verrammeln Wirtschaftskatastrophe und Abbau auf allen Gebieten dem Nachwuchs aufs hoffnungsloseste den Weg in die Zukunft. Das a k a d e m i- sche Proletariat zählt schon nach Zehntousendcn, wird bald nach Hunderttausendcn zählen, und noch ist kein Ende abzusehen. Verlassen die jungen Menschen jetzt die Hochschule, so finden sich sehr viele von ihnen dem absoluten Nichts gegenüber. Die Stimmung, die sie schon während der Studienjahre bei der Aussicht auf das trostlose Nachher ersaßt, ist ein natürlicher Nährboden des Radika- lismus. Ohnehin ist es das Vorrecht jeder Jugend, radikal zu sein. Aber radikal kommt von dem lateinischen Wort radix— Wurzel. Radikal sein heißt nicht das Maul aufreißen und sinnlose Schlag- worte brüllen, sondern ein Ding an der Wurzel packen, unv niemand au» dem Nachwuchs scheint berufener, sich mit den roßen Problemen der Zeit ernsthaft auseinanderzusetzen als die Stu- denten, die auf der Schulbank und im Hörsaal geistig gedrillt worden sind. Vor einem Jahrhundert dachten die„Unbedingten" der Burschenschaft hinter Karl Fallen in ihrer Art die politischen Fragen ihrer Zeit zu Ende und kamen, deutsch begeistert und christ- lich verschwärmt, wie sie waren, zu dem bündigen Schluß, daß nur die Republik, der Freistaat, die Volksherrschast, die Demokratie dem Vaterland Rettung zu bringen vermöge. Nur die Büraergleichheit, der Volkswille sei Selbstherrsch» von Gottes Gnaden! Ihre Nachtrotter von heute aber verabscheuen Republik und Demo- kratie und jubeln dem„Dritten Reich" entgegen, weil sie hoffen. daß«s den ganzen Privilegienplunder des wilhelminischen Reiches wieder aus der Mottenkiste holen wird. Alles eigene Denken haben sie so abgeschworen, daß sie die blödesten Losungen pathologisch zu wertender Hetzer mit Hingabe aufgreifen. Da Deutsch- land, entwaffnet und wirtschaftlich aus dem letzten Loch pfeifend, beim besten Willen keinen Krieg gegen tausendfache Uebermacht mit der winzigsten Aussicht auf Erfolg sichren könnte, und«in frisch- fröhlicher Krieg doch nun einmal das Hauptstück im Kleinen Kate- chismus der nationalistischen Kinder und Kindsköpfe ist, schwelgen neuerdings die„völkischen" Desperado» in einer regelrechten Unter- gangspsychose. Motto: Immer feste druff, wenn auch alles kaputt geschlagen wird! Der frühere italienische Minister Ssorza, der bekonnte Antifaschist, berichtete unlängst in einer englischen Zeit- schrist, ein junger deutscher Schriftsteller habe ihm anvertraut, er wähle Hitler, nicht i�eil er an ihn glaube,„sondern weil seine Bewegung zu einer Art Erdbeben werden kann. Vielleicht wird aus den Ruinen ein neues Deutschland entstehen". Aus ähnlicher Geisteshaltung heraus wirft Ernst N i e k i s ch, dereinst hochgemuter USP.-Mann, in einer nicht zuletzt der Jugend zugedachten Broschüre die Frage auf, ob der deutsche Mensch nochmal den Weg zu sich finde, und beantwortet sie stramm:„Er wird ihn finden, selbst zwischen den Trümmern Europas hindurch". Und bei der Rcichsgründungsfeier der Allgemeinen Marburger Studentenschast erregte ein Festredner aus Berlin, ein gewisser Dr. P l e y e r, stür- mische? Beifollsgetrampel, als er also die Klappe aufriß:„Wir wollen lieber ein großes, katastrophales Ende, in das auch der kapitalistische, imperialistische Westen hineingcrissen würde, als dieses Leben der Feigheit und Ehrlosigkeit, das wir seit zwölf Jahren geführt haben". Auf ihren Biergelagen sangen und singen wohl noch die Musen- söhne das schöne Lied aus dem Kommersbuch: Laßt uns den Verstand versaufen! Wozu nützt uns der Verstand? Aber die solchen Parolen zujauchzen, brauchen sich nicht mehr anzu- strengen: sie haben keinen Verstand, den sie versaufen könnten. Erd- beben? Wir alle leiden an den Folgen des gewaltigen Erdbebens, das die Welt von 1914 bis 1918 erschütterte, und das da schreit forsch nach einem neuen Erdbeben! Ruinen? Trüm- mer Europas? Wir olle sind umgeben von zuviel Ruinen, oege- tieren zwischen den Trümmern Europas, die der ruchlose Völkerkrieg zurückgelassen hat, und das da verlangt statt Ausbau noch mehr Ruinen und neue Trümmer! Zeitlebens werden wir alle unter den Wirkungen des„großen, lata st ro- phalen Endes" zu ächzen haben, das uns 1918 durch Uebermut und Verblendung der kaiserlichen Machthaber beschert ward, und das da kräht fröhlich nach neuer Katastrophe! Wieviel Gchirnverkleisterung gehört dazu, eine so leere Phrase in den Saal zu schmettern, wieviel Gehirnverkleisterung, eine so leere Phrase als Heilsbotschaft hinzunehmen! Denn was bedeutet„großes, katastro- phales Ende"? In einem neuen Krieg, worauf es offensichtlich an- gelegt ist, kann ein Siebenundsechzigmillionenvolt selbst mit den raffiniertesten Mitteln moderner Dernichtungstechnik nicht bis auf den letzten Säugling ausgerottet werden, so daß eben dos Ende kein Ende wäre.„Ein Held", sagte bei Betrachtung der Ereignisse vom Oktober 1918«in so unzweiselhaster Patriot wie Prosesior Hans Delbrück,„kann lieber sterben als sich ergeben. Ein Schiff»- kapitän kann sich lieber mit seinem Schiff in die Luft sprengen, als die Flagge streichen. Ein Volk aber kann nicht sterben". Wenn es also dorthin käme, wohin gemeingefährliche Geisteskranke in der Politik es treiben möchten, ständen wir noch dem„katastrophalen Ende" vermutlich wieder da. wo wir im Winter 1918/19 standen, und müßten, nur unter weit unheilvolleren Bedingungen, die Hände zum Aufbau rühren. Die einfachste Ueberlegung vermittelt diese Er- kenntnis. Daß sich statt dessen ganze große Haufen derer, die sich als die geistigen Führer der Nation von morgen fühlen, an solchen Ilntergangslosungen aus der Gummizelle erhitzen, ist grauenhaft: daß sogar Studentinnen, an der Berliner Universität nicht weniger als 129,«in H a k e n k r e u z- A m o- zonen-Botaillon bilden und den Radau in der Universität als tobende„Krawallküren" steigern helfen, zeugt wohl von einer unheilbaren, krebsartigen Erkrankung der Teile des Volkskörpers, aus denen sich die akademische Jugend ergänzt. Wohl gibt e» auch, immerhin ein Unterpsond lichterer Zukunft, republikanisch, demokratisch und sozial! st isch gesinnte Studenten, aber sie sind in der Minderheit: die Heil-Hitlerl-Brüller beherrschen das Feld. Nur hat sich bei den letzten Wahlen zu jener privaten Organisation, die sich mit mehr Stolz als Recht Allgemeine Deutsche Studentenschast nennt, gezeigt, daß anscheinend doch die Mehrheit der Hochschüler dem steten Stank und rüden Radau, der den Rechtsradikalinskis als Politik er- scheint, satt hat. In Breslau beteiligten sich nur 36, in Berlin nur 39, in Köln nur 22 Prozent oller Stimmberechtigten— nach dem gesunden Grundsatz:„Macht eich eiren Dreck alleene!" Aber diese Tatsache ollein als Hoffnungszeichen für eine Wandlung der Dinge zum Bessern aufzufassen, verrät vielleicht zuviel Optimismus. vr. Sttreö Werner: Religion. Kirche. Sozialismus „Das Gottlosengejicht der Sozialdemokratie", so lautet die Ueberschrist eines Aufsatzes im„Tag". Dann werden„Sozial- demokratische Kirchenhetzer" geschmäht. Sind diese Vorwürfe be- rechtigt? Zeigt die reine sozialistische Lehre, die doch sonst etwas Auf- rüttelndes, in die Zukunft Weisendes hat, totsächlich so häßliche Züge?„Religion ist Privatsache", so lautet das sozial- demokratische Urteil. Kluge Zurückhaltung, sicheres Taktgefühl sprechen ans diesem Wort. Der Gottgläubige gehe ungestört seinem Glauben nach! Blickt er aber überheblich pharisäerhaft auf andere wegen ihres Nichtglaubens herab, so würde ihn der Stifter der christlichen Kirche zu den Heuchlern zählen. Jesus Christus sagte in der Bergpredigt:„Wenn du betest, so gehe in dein Kämmerlein und schließ die Tür zu und bete zu deinem Vater im Verborgenen." Jesus schied seine reine sittlich-religiöse Lehre absichtlich von der Politik. Die Sozialdemokratie befindet sich in vollem Einklang mit dem unverfälschten, von der Kirche nicht entstellten Ehristentum, wenn sie die Politik von der Religion trennt. Der Glaube an Gott kann und soll keinem Staatsbürger anbefohlen werden. Religion hat mit Politik nichts zu hin, ist eine Sache des Glaubens, nicht des Wissens. Religion heißt Bindung. Nun meint die Religion aller- dings eine doppelte Bindung, die an Gott und an die Menschen. ( Hinsichtlich der Gottgläubigkeit ist der Sozialismus neuttal. Bindung zwischen Mensch und Mensch, die ungeheure Verantwortung des einzelnen für die Gesamtheit ist ein unerschütterlicher Pfeiler sozialistt- scher Lehre. Ohne diese Bindung, die auch Religion ist, ohne Hilfs- ; bereitschast, ohne klares Wissen um die allmenschliche Verbundenheit gibt es keinen Sozialismus. Woher denn aber die Kirchenseindlichkeit in der Arbeiter- bewegung? Weil die Kirche wahres Christentum meist verfälscht hat. Die lebendige Kraft, die im Sozialismus und im Christentum . liegt, ist in der kirchlichen Lehre zum toten Dogma erstarrt. Meist (hat sich die Kirche als Stütze des auf Macht und Besitz gegründeten Klassenstaates bettachtet. Wo sie das tat, wurde sie von der Sozial- demokratie bekämpft. Dabei könnten die christlichen Ideale der die ganze Menschheit ergreisenden Nächstenliebe und des hilfreichen Mitleids Sozialdemokratie und Kirche verbinden. Das Christentum ist mit dem Sozialismus der Gesinnung, nicht dem Parteiprogramm nach innig verbunden. Nicht der Sozialismus, sondern die Kirche muß sich reformieren. Oberste Aufgabe der Sozialdemokratie ist, «ine neue Gesellschaftsordnung zu schaffen, die aufgebaut ist aus Menschlichkeit und Gerechtigkeit. Diese unterscheidet sich von der jetzigen Willkür und Ungerechtigkeit... Die Grundlage jenes zu erstrebenden idealen Reiches ist das materielle, wirtschaftliche Fun- dament planwirtschaftlicher Ordnung. Wollen wir jenes Reich der Gerechtigkeit als Ziel, so müssen wir auch das Mittel der Umwand- lung der Besitzverhältnisse mitwollen. Und wie die Kirche sich zu d>»s»» wuiaabc stellen wird, werden wir auch chr-stebeu. Rellzk Wolftheim: Die Handschrift des Kindes Kmn Wegweiser für Altern und lehrer Es soll nicht von den graphologischen Feststellungen gesprochen werden, die uns über den Charatter Auskunft geben wollen, wenn es bei dieser Gelegenheit auch nicht verabsäumt werden darf, vor einem voreiligen Ausdeuten der kindlichen Schrist zu warnen. Jede Schriftdeutung muß sich, sofern sie überhaupt etwas besagen will, auf ein eingehendes Studium und aus ein umfassendes Studien- Material stützen. Auch wenn wir die Kinderschrist hier vom physiologischen Standpunkt aus betrachten wollen, so darf diese Vorsicht nicht außer acht gelassen werden. In diesem Sinn sollen auch die nachfolgenden Hinweste, denen Darlegungen aus einem Vortrag von Professor Dr. Paul Karger zugrunde liegen, nur als Anregungen gewertet werden. Wer mit Kindern zu tun hat, kann durch die Beobachtung ihrer Schrist manches für das Verständnis der einzelnen Kinder gewinnen. Ganz besonders leicht wird man beim Kind an einer Ver- onderung der Schrift Ermüdungserscheinungen bemerken können, was für Erzieher und Lehrer bedeutsam ist. Gewöhnlich machen sich die Eltern auch gerode dann Sorge, wenn eine bisher gute oder doch genügende Schrist plötzlich nachlässig wird. Es können in körperlicher Hinsicht mancherlei Ursachen mitsprechen, um eine bisher ruhige Hand unsicher zu machen. Wo«in Kind im Rahmen einer Arbeit sich allmählich wesentlich verschlechtert, wo die Schrift zittrig wird, die Zeilen nicht mehr einhält, uißauberer wird, da deutet dies auf ein Nachlassen des Könnens hin, so daß man statt zu strafen dem Kinde möglichst eine körperliche Kräftigung— Erholung— zukommen lassen sollt«. Auch wenn dies, wie heute ia zumeist, nicht immer möglich ist, so wird die Einsicht von den körperlichen Ursachen des Zustandes uns jedenfalls abhalten, das Rind ungerecht zu behandeln und ihm Vorwürfe zu machen. In dem oben erwähnten Vorttag wurde an Hand vieler Schrift- proben nachgewiesen, wie anders die Schrift eines Kindes oft vor einer Erholungspause aussieht als nachher. Freilich muß als inter- cuanteste Beobachtung mitgeteilt werden, daß direkt noch einer Erholungsreste— etwa eine Woche hindurch— sich der sogenannte „Erholungskatcr" bemerkbar macht: es ist dies die Zeit des Ileberganges und der erneuten Eingewöhnung in den Schulbetrieb, in der die Arbeiten nach unbefriedigend sind, bis sich dann sichtbar die verbesserte Leistung zeigt, wenn ein Kind frischer geworden ist. Die Erholung bringt dem Kinde die Fähigkeit zu einer gesteigerten Konzentration, die sich auch aui die Stetigkeit der Schrift auswirkt. �ei H i l f s s ch ü l e r n pflegt sich die Handschrift noch einer Er- bolungsreise aber im Gegensatz zu den Beobachtungen an normalen Kindern nicht zu bessern, ja, häufig kann man»ach den Ferien sogar eine deutliche Verschlechterung wahrnehmen. Als Ursache dieser aufjälligen Erscheinung sieht inan die technischen Schwierig- leiten an, mit denen die Hiljsschüler zumeist zu kämpfen hftbcn, und die nach einer längeren Unterrichtspause durch mangelnd« Uebung von neuem austreten. Daß manch« Ermüdungserscheinungen durch falsche Anforde- runoen und Aufgabenstellungen hervorgerufen werden, läßt sich bei manchen Kindern erkennen, die eine häusliche Arbeit fehlerlos machen, walirend sie ein in der Schule gegebenes Diktat voller Fchler abliejern. Es weist dies auf eine starke Aengstlichkeit hin, die oft, wenn auch nicht immer, in einer falschen Schuldisziplin ihre Ursache Hot, so daß eine zu Hause in Ruhe und ohne Angst angefertigte Niederschrift naturgemäß besser gelingen muß. Auch wo ein Kind nicht interessierenden Inhalt, etwa zusammenlmnglos« Sätze, diktiert erhält, wird es leicht vorkommen, daß die Behcrr- schung der Schrift durch die Schwierigkeit, den Inhalt zu crsassen, behindert wird. Ein sehr intelligenter Jung« von zwölf Jahren erklärte neulich seiner Mutter, daß es ihm— der technisch ungeschickt ist— einfach nicht möglich sei, bei einer Denkarbeit gleichzeitig aus Schrift und Inhalt zu achten. Es gibt Kinder, die bei einer für sie zu schweren Ausgabe die Beherrschung ihrer Muskeln verlieren und dadurch weder die Linien noch den Rand genau beachten können und bis zur Unleserlichkeit„schmieren". Wie stark die Bedingungen mitsprechen, unter denen ein Kind schreibt, beweist das verschieden« Aussehen der Hefte bei verschiedenen Lehrern. Geeignetes und un- geeignetes Schreibmaterial(Papier, Feder, Federhalter) kann übrigens auch eine Rolle spielen. Manche krankhaften Erscheinungen werden.zumeist ooin Lehrer zuerst erkannt, wenn auch vielleicht nicht immer als der Beginn einer Krankheit gewürdigt. So pflegt beim Veitstanz die Ver- änderung der Schrift als erstes Symptom bemerkbor zu werden. Di« Kinder können sich dabei selbst mestt nicht erklären, warum ihnen die Buchstaben nicht so glücken wie früher, warum ihr« Schrift zitttig wird usw. Manche Kinder oersuchen es dann durch ver- größertc Mühe, durch eine Veränderung der Schrist— Krößer- schreiben z. B.—, ohne daß ihr Bemühen erfolgreich ist. Die Muskeln gehorchen eben dem Willen nicht, und wenn dann die Krankheit im vollen Maße ausbricht, erkennen Eltern und Lehrer erst, woher die angebliche Nachlässigkeit kam. Auch ein anderes krankhaftes Symptom zeigt sich an der Schrift: die sogenannten Absencen. Dies oft nur sekundenweise Abwesendscin des Kindes erkennt man an einem plötzlich dazwischen sichtbar werdenden schwächeren Druck eines Buchslabens oder an winzig kleine» Zwischenräumen zwischen den Buchstaben. Wir müssen hier aber deutlich betonen, daß wir solche Anzeichen zwar aufmerksam beachten sollen, wenn sie uns auffallen. Zu Diagnosen dürfen uns aber solche Erkenntnifse nicht verführen, diese sind Sache des Arztes. Unsere Ausgabe wird es nur sein, durch Aufmerksamkeit und dadurch erreichte frühe Zuführung zum Arzt frühe Diagnosen zu«rmög- liehen. Arzt und Erzieher müssen hier, wie überall, wo es um das Kind geht, zusammenarbeiten. Es erscheint uns recht empfehlen?- wert, wie kürzlich vorgeschlagen wurde, eine Schriftenbera- tungsstelle zu begründen, bei der man auffallende Crschei- nungen vorlegen kann. Mit dem Einsetzen der Pubertät machen sich auch bei der Schrift besondere Anzeichen bemerkbar, oft freilich schon che die äußerlich sichtboren Merkmale dieser Entwicklungszeit in Erscheinung treten. Manche Strafe, die man den Kindern erteilt, könnte unter- bleiben, wenn man solchen Zusammenhängen Rechnung tragen würde. Sowohl körperliche als auch seelische Ursachen wirken mit, um der Schrift ein verändertes Aussehen zu geben. Gewolltes Anderssein, verziertes Wesen, Eitelkeit, aber auch Trotz und Auf- lehnung drücken sich in der Art zu schreiben aus. Bei Jungen und bei Mädchen sind di« Aeußerungsformen die gleichen. Wie häufig finden wir auf dieser Altersstufe ein bewußtes Hinwegsetzen über olle äußeren Formen, wie die Schrift aussieht: ob der Rand und die Richtung eingehalten werden, ist diesen Kindern unwesentlich. So ist durchaus nicht alles Flüchtigkeit, was so aussieht, es ist statt dessen nur Ausdruck einer bestimmten Seelen Verfassung. Es ist sicherlich nicht ohne Bedeutung fiir die Entwicklung eines Kindes, wie ihm der Schreibunterricht erteilt wird. Wo ein zu starres Haften an den Schristvorlagen gewünscht wird, bedeutet das für die Kinder Einengung, Zwang und Unterbindung der Selbst- tätigkeit, was auch im Hinblick auf da? Schreiben nicht ohne tieferen Einfluß bleiben kann. Selbsttätigkeit hebt auch bier die Freudigkeit. Man könnte den Kindern sehr viel unnütze Quälereien ersparen, wenn man sie»nicht auf eine Schrist vereidigte", Die größte Regatta Vorschau auf die 2. Bundesregaiia am Sonntag Am Tonnwg. 3. Juli, wird das größte wassersportlrche Ereignis des Arbeiter-Turn- und«Portbundes, die 2. B u n d e s r e g a t t a in Grünau stattfinden. Groß ist das Interesse der auswärtigen Vereins, weit über vierzig haben Meldungen abgegeben. Schon sind Teilnehmer und Schlachtenbummler aus ollen Teilen des Reiches unterwegs nach Berlin, um an der größten Regatta der Arbeitcrwasserfahrcr teilzunehmen. Von Größe und Umfang macht man sich erst einen Begriff, wenn man erfährt, daß nahezu 500 Meldungen abgegeben wurden und 160 Funktionäre zum Aufbau und zur Leitung dieser Regatta benötigt werden. Die Besten der Ruderer und Kanufahrer aus ganz Deutschland befinden sich am Start. Einzelne Rennen sind in der Besetzung eine Sensation, noch nie war ein Ausgang so ungewiß. In den Berliner Vereinen geht die bange Frage, ob Berlin dem Ansturm der Aus- wärtigen standhalten wird? lieber die Besetzung der Rennen ist folgendes mitzuteilen: Im Faltboot-Einer Klasse IX starten gleich zwei Olympiasieger. Rohrbein-Hannooer belegte in Wien einen ersten Plag, Küchler- Zeitz einen zweiten. In diesem besonders scharfen Duell werden die Berliner Massow, Koch und Kotze noch eine Roll« spielen dürfen, zumal der ganz besonders tüchtige Kotze oersuchen wird, seine vorjährige Niederlage wettzumachen. Im Reimen der Falt- boot-Zweier Klasse X startet von Hannover wieder eine Olympia- siegermannschaft, deren stärkster Rivale, die Spremberger Olympia- Mannschaft, höchstwahrscheinlich ihre Siegeschancen zunichte machen wird. Leipzig und vor allen Dingen Dortmund wird unter den ersten zu finden sein. Der unbeschränkte Kajok-Einer Klasse I weist eine fast internationale Besetzung auf. Rottwein-Wvrms, ein Olympiafahrcr, wird große Mühe haben, ehrciwoll abzuschneiden. Der ebenso sympathische wie starke Hübsch-Hos wird natürlich versuchen, seinen vorjährigen Sieg zu wiederholen. In Beyer-Guben sowie in dem Brandenburger und Magdeburger wird er starke Rivalen finden. Im Kajak-Zweier Klosse IV ist die Ammcndorser Mannschaft besonders stark und beachtlich und wird den Berlinern schwer zu schaffen machen. Die stärkste Besetzung weist der Kajak- Zweier Klasse V mit 18 Booten auf. Die Städte Ammendorf, Spremberg, Stettin, Magdeburg und Berlin werden unter den Ersten sein. Der leichte Kanu-Bierer ist eine Angelegenheit von Stettin, Brandenburg und Berlin. Im Kanu-Vierer Klasse VII werden die Stettiner einen schweren Stand haben. Im vorigen Jahre gelang es ihnen ohne Technik, aber mit Kraft zu gewinnen. Wenn sie nichts zugelernt haben, werden die Berliner und Magdeburg sowie Worms unter den Ersten zu finden sein. Die Kanu-Fünfer Klasse VII starten in Berlin zum ersten Male. Es ist dies das Hauptrennen, und so werden die erbittertsten Kämpfe zwischen Stettin, dem Reichs- banner und der FTGB., RennabteilunA erwartet. In dem Ruderrennen starten zwar keine Olympiasieger, weil Rudern seinerzeit eine nationale Angelegenheit war, ober dafür hoben verhältnismäßig viel Vereine mit großen Rennersahrungen gemeldet, daß es überhaupt, eine Frage ist, ob Berliner Vereine wie „Vorwärts" und„Collegia" überhaupt noch eine Rolle in den Rennen spielen können. Der Riemenvierer ist allein von Hamburg mit drei Mannschaften beschickt worden, neben den Städten Dort- mund, Leipzig. Düsseldorf und Brandenburg wird noch der RWA. mitzureden haben. Die Dortmunder machten im vorigen Jahre einen vorzüglichen Eindruck. Sie meldeten als Junioren, setzten auf Protest ihren besten Mann, einen Senior, ohne weiteres ans Steuer und fuhren eine fabelhafte Zeit heraus. Im leichten Riemen- vierer müssen Stettin und Berlin zeigen, was sie gelernt haben. Im Doppelvierer wird Vorwärts-Berlin seinen letzten Sieg gegen RV. 1913 Berlin schwer verteidigen müssen, wenn nicht Branden- bürg einen Strich durch die Rechnung macht. Als Favorit im Gig- achter ist wohl Leipzig anzusehen.„Vorwärts"-Berlin versucht jedoch unter allen Umständen seine letzte Niederlage wieder wettzumachen. Das Hauptrennen der 2. Bundesregattä ist der Renn» achter. Es ist bedauerlich, daß nur die auswärtigen Städte ver- treten find, weil Berlin keine Rennboote hat. Leipzig schickt ein« alte erfahrene Mannschaft, Dortmund, Düsseldorf und Kassel ver- fügen jedoch auch über starke Ruderer. Zwischen diesen Rennen werden, neben dem Stilrudern, die Faltbootsahrer durch sportlich« Vorführungen und Kenterungen beweisen, wie auch sie mit ihren winzigen Fahrzeugen sich dem Wasser gefahrlos anvertrauen. Die Regattorede hält der Bundesführer des Reichsbanners Karl Höltermann. Kasseneröffnung 12 Uhr, Beginn 13 Uhr. Berlins Eiserne Front wird erwartet! IPoUzie! im Wasser Gruppe Miile der Schupo hat die besten Schwimmer Die Berliner Schupo hat draußen in Spandau, am Rande der ehemaligen Festung, in der Schäferstraße ihr ständiges Sommerbad. Diese Haoelschwimmanstolt der Preußischen Polizeischule für Leibes- Übungen war gestern nachmittag das Ziel vieler Sportenthusiasten und Freunde der Polizei, die den alljährlich dort stattfindenden Wettkämpfcn der Berliner Schupo beiwohnen wollten. Als um 16 Uhr die Veranstaltung ihren Anfang nahm, umsäumte ein dichter Menschenwall die Kampfbahn— die Schupo hatte aus Eintrittsgeld Kommandeur Heimannsberg gratuliert dem Sieger im Freistilschwimmen, Buchholz, Gruppe West verzichtet, und dieses Entgegenkommen machte sich„bezahlt". Die Polizei wird sich zweifelsohne wieder zahlreiche neue Freunde ge- schaffen haben. Für die Schwimmer der Berliner Schupo sind die Wettkämpfe in Spandau immer ein besonderes Ereignis. Hier geht es um die Meisterlorbeeren und den vom preußischen Innenministerium ge- stifteten Wonderpreis. Die Polizeischule«pandau verteidigte diesen Wanderpreis wieder erfolgreich. Wie immer bei derartigen Ver- anstaltungen, nahmen an den Wettkämpfen Beamte vom jüngsten Wachtmeister bis zu den älteren Offizieren teil. Die Konkurrenzen. die in sehr flotter und sportlich einwandfreier Weise abgewickelt wurden, lieserten den Beweis, daß die Polizeigruppe Mitte über die besten Schwimmer verfügt. Ein Wosserballspicl um die Meisterschaft der Berliner Schupo endete mit einem Siege der Gruppe W e st. 10« Meter Rücken: I. Hol mann(2. Bereitschaft Schöneberas 1:27.2. 2. Gracbke<3. Bereitschaft Ztord, 1: 33,5.- Dienstgiadstafsel für Polizeigrupven und PotiKeischule für Leibesübungen: 1. Polizeifchute Tpandou 4: 27,2. 2. Po- l>?eiarupoe West 5 Min. 3. Polizeizruvve Nord 5:«4.— 4«« Reter beliebig: 1 Bucht,-!,(1. Bereitschaft West, 3:.57,1 Min.(neue deutsche Palizetdöchst- leiftung,. 2. Borlam<1. Bereitschaft Tiergarten)«: 28 Min.— 4 mal 5« Meter «ruststassel sü- Polijeireoiere: 87. Polizeirevier 2: 50.8 Min. 2.: 124. Re. vier 2; 56,5. 3: bä. Revier 2: 58,8.— 30 Meter beliebig für Beamte über 45?abre: 1. Major Poehl 47.4 Sek. 2. Hauptmann ibeese 47,6 Sek.— KW Meter beliebig: 1. Polizeimachtmeip« Seenna(Gruppe griedrichshain, 1.12 Min 2. Wachtmeister Srüdnke(1. Bereitschaft West) 1,15 Mi».— 4 mal 5« Meter Brustftasscl für Fernmeldedienft: 1. Gruppe Mitte 3.16 Min. 2. Gruppe Süb 3,3«. 3. Gruppe Südost 3,42.— 20« Meter Brust: 1. Wachtmeister Wenk (3. Bereitschaft Linden) 3.N8 Min. 2. Wachtmeister Busse sBereitschast Spandau) 3.1« Min. 3. Wachtmeister Beinowski tSruvpe Nord) 3,14 Min.— 50 Meter beliebig für Beamte über 40?adrc: l. Obcrwachlmeister Hobaff fRevier 87) 41 Sek. 2. Oberleutnant Iablonski(Revier«6) 45 Sek.— 5 mal 5« Reter Brust- stassel für Fahrbereitschaiten: l. Gruppe Nord 3.47 Min. 2. Gruppe Südost 4.07 Min. 3. Gruppe Süd 4.17,1. GchweNftasscl für olle: 1. Gruppe«est 6.27.2 Min. Gruppe Süd 6.33.2.— 3s« Meter beliebig für Beamte über 35 liabrei I. Houptmachtmeisler Peschel sRevier 202) 5.14. 2. Oberleutnant .«anig IGruppe Nord, 5,31.— �raulftasfel>0 mal 30 Meter: I. Gruppe Mitte 3,28.4 Min. 2. Gruppe Süd 3.33.6 Min. 3. Gruppe West 3.47 Min.— Brust. stassel 33 mal 3- Meter: l.Gruppe Mitte 24,21 Min. 2 Gruppe West 24,4« Min. 3. Gruppe Süd 24,44 Min.__ Adtt&iee-k/asset&ail Wciljcnsce— Union 6:5/ Union-Liditcnberg 8:6 Charlottenburg— Möwe 6; 1 Abend für Abend sind Berlins Wasserballmannschaften unrer- wegs, um die Frage nach dem Besten bis zum festgesetzten Termin zu klären. Die letzten Spiele ergaben, daß ssch die Spielsorm fast durchweg gehoben hat und die knappen Ergebnisse sprechen von dem Ehrgeiz, mit dem um die Punkte gestritten wird. Union und W e i ß e n s e e spielten am Dienstag in Weißensee. Wie schon oft bei den Begegnungen dieser Mannschaften, brachte die gleiche Spielweise ein äußerst ausgeglichenes, aber auch sehr hartes Tressen. Beide Sturmreihen waren technisch und taktisch aus der Höhe und standen sich in nichts nach. Die Torerfolge wechselten nach anfänglicher Ueberlegenheit Weißensees fortwährend. Ein un- entschiedenes Resultat hätte der Spielstärke beider Mannschaften entsprochen. Resultat: Siehe oben! Lichtenberg war für Union stets ein schwerer Gegner. Auch im Spiel am Mittwoch in Oberspree legte Lichtenberg zunächst mit großem Elan los und kam durch seine größere Schwimm- schnelligkeit zu einer klaren 3:2 Halbzeitführung. Erst dann setzte sich Unions Ueberlegenheit in taktischer Spielführung durch, aber auch einige Fehler der übereifrigen Lichtenberger Berteidigung trugen dazu bei, daß Union schließlich knapper, aber verdienter Sieger blieb. Unverkennbar blieb jedoch eine leichte technische Der- besserung der Lichtenberger. Biel vorgenommen hatten sich die Möwe leute. die den C h a r» lottenburgern am gleichen Abend in Westend unerwarteten Widerstand entgegensetzten. Schade nur, daß Möwes Sturm noch immer nicht die Durchschlagskraft besitzt, die seiner sonst ausgezeich- neten Spielweise erst den rechten Schliff geben würde. Im Feld- spiel sah man ausgeglichenes Können, doch der Charlottenburger Sturm war vor dem Gegnertor ausschlaggebender Mannschaststeil. Mit ausgezeichneten Schüssen, denen meist präzises Zuspiel voraus- ging, wurden unvermeidbare Ersolge erzielt. Möwe verpaßte mehrere günstige Gelegenheiten und hätte eigentlich dem Spiel- verlauf nach ein günstigeres Ergebnis erzielen müssen. In dieser Woche finden noch folgende Spiele statt: Heute, Donnerstag, Spandau gegen Neukölln in Spandau und Weißens«« gegen Freiheit in Wcißenste. Am Freitag die Be- gegnung Neukölln— Union in Neukölln. Eine Voraussage fällt für das erstgenannte Spiel schwer. Dagegen sollten Weißensee und Union in den andern Spielen siegreich bleiben können. Beginn der Spiele 19 Uhr. „Hotsporf" fischt im Trüben Die bedauernswerten Opscr der kommunistischen Sportdewa- gogie mußten wieder einmal dazu herhallen, daß in ihrem Namen neue Einheitsfrontparolen zusammengeschustert werden. Aus dem Reichsarbeitersporttag im Stadion wurde versucht, ein im Bieder- mannston gehaltenes konfuses Elaborat von der üblichen Länge an den Mann zu bringen. Offenbar glaubten diese Leutchen, daß in der Arbeitersportbewcgung immer noch einige Wirrköpfe herum- funktionieren, die auf den Quatsch hereinfallen. Sie dürsten sich irren, denn allmählich stirbt die Sorte aus. Es würde sich gar nicht lohnen, auf die Sache einzugehen, wenn nicht die Arbeiterschaft von einer tiefen Sehnsucht nach w irklicher Einigung beseelt wäre. Den kommunistischen Arbeitern, die den Blick für die Wirklichkeit noch nicht völlig verloren haben, kann man nur raten, Anschluß an die Eiserne Front zu suchen. Dort allein wird nicht nur mit Begeisterung, sondern� auch mit dem notwendigen politilchen Verständnis gegen den Faschismus gekämpft. Hopsa 3t sucht für 1-, 2 und 3. Mannschaft für Sonnabend Spiele. Anruf Wedding 2465, heute, Donnerstag, ab 20 Uhr. SuucUsUcuc\/eceiuc Uiicu mi: Lchtnng! B«rei»s«orstö»de. Betrifft Eonderzüz« zum ÄtEtäfeft am 9. b» 10. Juli nach Luckrnwald?. All», dir drn Zondrrzug drnutzrn wollrn. müssen bis 1. Sult ihr Fahrgeld entrichten in der Areisgeschalisstelle, Slsasser Strafje 86,88. Der Preis betragt bei 60« Teilnehmern 2,10 Mark, bei nur 30« Teilnehmern 2.30 Mark. Sa empfiehlt sich pro Person 2,3« Marf«inzuzahlen, bei Gestellung -an 6«« Teilnehmern wird der überschüssige Betrag zurückgezahlt. Wer bia Freitagabend nicht den Betrag gezahlt Hai, lann nicht mitfahren. Freie Tariwrfchaft Brij, 1888. Kreiafeftteilnehmer. Sonntag. 3. Suli. 13 bia 16 Übt. Platz Trescburger Ufer, lenie:. Training. Sondervorführungen werden auch geiibi. Befanntgabe der Absahrzriten der Auloa. Rltersriege» 1. Ztreia. Bade- und Schwimmabend am 2. Juli, 17 Uhr. bei Fraternitaa. Dori erfolgt Auagobe der.starte» zur Altcrariegenfahrt. Zum streta. lest in Luckenwalde zeigen die Allerariegcn Hebungen on den Echwedenbiinlen. Stnrmvogel, Gruppe Fricdrichahoi«. Freitag. I. Zuli, 2« Uhr, im Pclera» burger Hof, Peieraburgrr Straße 57: Versammlung, anschließend Lichtbilder. Vortrag. Gitfte willkammen. «asierspartperein„Fraternitaa-. Sitzung Freitag, Restaurant„Sonnet». uhr". Am Sanntag alle Mitglieder zur Bundearcgalta. Meldet Quartiere zur Regatta. Aua allen Teilen des Reichea strömen die Ruderer und stamtfahm nach Berlin. Doch doa Interesse an dieser einzig- artigen Veranstaltung ist im Reiche so groß, daß eine ungeheure Meng- von ,, Schlachtenbummlern" in Berlin eintreffen die edenfolla in Quartieren unter- »na und die 2. Bundesreggiia zu velulpcn. JNtr orauchen Quartiere! An die Mitglieder der Eisernen Front ergeht unser Ruft Stellt Quartier» für eine Rocht zur Berfügung. Meldet an Erich Schulz, Berlin-Lichtenderg, Watan» stratze 13 III. rechta. Balkalpart Rrukälln-Brig. Altera-, Manner» und Iungmädchen-Abieilungen: Freitag, l. Juli, letzter Turnabend in der Halle vor den Ferien. Alle Abteil»»- gen üben während der Ferien auf dem Sannenplatz in der Sannenallee. Touristenuerein„Die Raturirennde". Freitag, l. Juli. Phota-Ardeiiag» meinfchaft Osten: Franlfurter Allee 307: Pholomontage, Wanderfahrt.— PH via. Arbeitsgemeinschaft Neukölln: Bcrgstr. 2«.— Phato.Arbctlagemnnfchaft Franke: Iobanniaslr. 15, Dunkelkammer.— Faltbaotabteilung: Iobanniastr. 15: Unter- haltungaadend.— Abt. Südost: Montenffclstr. 7:..Rriscn durch Aegnvten", Lichtbilder.— Eharlattenburg: Sprcestr. 30;„Reoisioniamua und Radikaliamua in der Arbeiterbewegung.— Treptow: Elfenftr. 3, om Bahnhof: Die Revolution in Spanien.— Britz: Abendfpaziergang stönigahcide. Treffpunkt 19 Uhr am Bufchkrug.— Montag, 4. Juli. Malgemeinschoft: Manteutfelstr. 7.— Photo- Stammgrupve: Iohonniastr. 15: Bildwrttbewcrb:„Vom Uedcriec". Frei« Wasserfahre« stöpenick 1924. Freitag, 1. Juli, 2« Uhr, Sitzung nn Bootahaufe. Gleichgesinnte Wassersportler können nach aufgenommen' werden. Auakunst erteilt: Hana Bochc. stöpcnick, Glienicker Str. 61. Ardeitcr-Sportlcgelilub Borwärta. Trainingaabend jeden Freitag um 2« Uhr in der Sporthalle Alerandrinenftr. 107. Gäste willkommen. Reichadanner-Wassersport. Abteilung. Zug stöpcnick. Eanntng, 9. Juli, Fahrtensperre. Sämtliche Kameraden beteiligen nch an der 2. Bundcaregaiia dea ATSB. in Grünau. Festredner stamcrad Höltermann. Eintrittskarten im Baaiahaua. Abends im Bootadana Beisammenlcin. Freie Faltbootsahrer Berlin. Donncratag, 30. Juni, 20 Uhr. Gruppe Nord- asten: Jugendheim Ehristdurger Sir. 7. Dr. Käthe Franfcnihal: Bub und Mädel in der praletarilchcn Bewegung.- Gruppe Norden: Jugendheim Brunnenplatz, Echönstedistr. 1. Dr. Löwcnderg: Reue Festknltur.— Gruppe Südosten: Jugendheim Große Frankfurter Str. 16. vonner5l«p,30.Iuni Turnus i Die Banditen Frind, Eisinger, Nikolaiewa. Burgwinkel, Griindgens. Westermeier, Egenlauf Kacdl. Gombcrt, Gonszar, Bediner, Heyer, Steier. Danske Anfang 20 Uhr Ende 23 Uhr —>MMM sutns. Flora 3434. Baottien eri. Paul Graetz. Peter Sachse. Jenny& Piccolo. Crocers& Crocers usw. 8»/« Utu talisten Lusiip.iudiBnslavFieitäo vod filix Jouteii Hiisik: Theo Mjrtetnn Regie: Heinz Hilpert. I etting-Thtatei Täglich HlU Uhr Pfadonna wo hisl Da? Erika v. Thollmann. Luise Stdaei Theodor Loo« Josef Wedorn Geweg Mariendorf Aktiva Bilanz per 31. Dezember 1931 1. Bebaute Grundstücke. 2. luTentar........... 3. Kassenbeatand...... 4. Guthaben RM. a) Bank.... h 40MI b) Schuldner 437 364.43 5. Xeuanlagcn u. Materialkonto............. RM. 1 500 550.07 1 000.00 1 259.69 443 770,74 1 947 535.94 RM. f>. Hvpolheken........ 1 391 249.53 7. Gesdiaftsanteile..... 2S 242.50 S. Resenefonds....... 3 243.32 9. Sparguthaben....... 3 711.00 10. Kreditoren......... 495 556.-50 12. Vorausgezahlte Mieten 1 772.*4 13. Gewinn........... 23 760,15 Soll Gewinn- und VeiinsfredinniiD I 947 535«4 Haben RM. A. Unkosten; Betriebsunkosi. 90 729.63 Bad(iremschaftl.) 184,45 B. Geschäftsunkosten...... 6 977.6! C- H.pothekenzinsen...... 38 020.01 D. AoschreihnnKen........ 3(132.79 E. Mietenausfall.......... 1 225.80 F. Gewinn.............. 23 760.15 RM. G. Mieten.............. 144 446.6' H. Diverses............. 1 1 30.00 J. Bankzinsen.......... 276.09 k. Gewinn- und Verlustkonto 18 678.70 164 530.44 164 530.44 Mitgliederzahl am 31. Dezember 1931.— 364. Haftsummen per Dezember 1931— 36 400.00 RM. Der Aulsiditsrat Der Vorstand gez. E. Huhn gez. Fr. Rösner, gez. P. Sdüefner Die BevtsionsKoramission gez. Fr. Richter Rose- Theater SrtSe Fraakfettir Itnli 13? Iii. Wildiul E 7 347? 8.30 Uhr Die eiserne InnGfran Gartcnbtthne 5.30 Uhr Roiuertu. Variete Frohstackstub«— Sie uw Kon Hufc Gutgopflegt« Bter« IM.�tBetten Kinderb.. Polster, ChaiaeL, an 1 Katalog froL BbeamSbalfabrUc i SchlafzLö� Stahimaft� „ �_____„WW__._i lodfln. ItoSS atalog trat Bbenmöbalfabrlk Sohl(ThüiO Gfoßdestillation zum weißen Hirsch i WUertlraße 109.£dte 2rinaen*1ra$e(} 40 Pf. nfeente im vorwärts sichern Erfolg! Freitag. I. Juli, nacbia 4 Uhr Präsidentenprei«