BERLIN Montag 18. M 1932 Redaktion u. Expedition: Berlin SW 68, Lindenstn S Tel. AT Dönhoff 292— 29T Erscheint täglich außer Sonntags Zugleich Abendausgabe de»„Vorwärts». Bezugspret« sitr beide Ausgaben 7S Pf. pro Woche, 8,25 M. pro SRonal(davon 87 Pf. monatlich für Zustellung ins Haus) im voraus zahlbar. Postbezug 8,»7 M. einschließlich «v Pf. Postzeitungs. und 72 Pf. Postbestellgebllhren. „Ibwasdi Anzeigenpreis: Pia Xfptt. MW- Meterzeil« 80 Pf. Die RetlamezetI« kostet 8 Marl. Rabatt« n. Tarif. 10 Pf. Nr. 334 B 162 49. Jahrgang #: Heues DemonstraBonsueriiot nun eines Somtsns: in Ton, Manen wnnzni Wie wir erfahren, hat die Reichsregierung soeben eine Verordnung erlassen, durch die Demonstrationen unter freiem Himmel allgemein untersagt werden. Die Beröffent- lichung der Verordnung soll im Laufe des Tages erfolgen. Die Reichsregierung kündigt noch für den heutigen Nachmittag oder Abend eine Verordnung auf Grund der Ermächtigung an, die ihr in 8 2 der Notverord- «ung vom 28. Juni d. I. gegeben ist, und wodurch für das ganze Reichsgebiet Versammlungen unter freiem Himmel und Umzüge bis auf weiteres Verbote« werden. Ausgenommen von diesem Verbot werden nur solche Veranstaltungen, die in f e st u m f r i e d c t e n Räumen abgehalten werden und nur gegen Eintritts- karten zugänglich sind, etlva im Berliner Stadion. (Für die nächsten Tage ist bereits das Auftreten HitlerS im Stadion angekündigt.) Anficrdcm wird offiziös erklärt, daß die Reichs- regierung weitere Mastnahmen gegen diejenigen erioägc, die Spreng st offdicb stähle für den politischen Kampf verüben und im politischen Kampf Sprengstoffe oder Schustwaffen gebrauchen. Von diesen Mastnahmcn wird weiter erklärt, dast sie— bis zum A n- d i c- W a n d- stellen(!!!) gehen sollen. Ergänzend wird dazu noch erklärt, dast über diese Mastnahmen wahrscheinlich mit den Länderregierungen noch gesprochen werden solle, und dast dazu die Vcrhängung des AuSnahmezu- standeS nicht erforderlich sei, auch nicht in A«S- ficht stehe. Tie Verhängung derartiger Todesurteile würde Zivilgerichten obliegen. Es sei jedoch weder die Verhängung des Ausnahmezustandes noch das Standrecht geplant. Schliestlich lästt die Reichsregierung auch noch er- klären, dast sie die Bewaffnung von Partei» organisationcn auf keinen Fall dulden werde. Blutsonntag in Altona. Hamburg, 18. Juli.(Eigenbericht.) Anlästlich eines TA.-Aufmarsches in Altona a. d. Elbe kam es am Sonntag in den späten Nachmittagsstunden zu schweren, blutigen Unruhen zwischen SA.- Leuten, Kommunisten und der Polizei. Nach den bis- herigen Feststellungen wurden 12 Tote und 45 Berichte gezählt. Unter den Verletzten befinden sich etwa 28 Schwerverletzte. Die S2l. hatte aus der ganzen Provinz Schwcswig- Holstein, aus Hannover und aus Merklenburg ihr« An- Hänger zusammengezogen. In offensichtlich provokato- rischer Absicht zog die SA. durch die Altstadtviertel Altonas, durch die ehemaligen Bordell st rasten auf der Hamburg-Altonaer Grenze, die schon ganz im Zeichen der kommunistischen Wahlpropaganda stehen. Der Vorbeimarsch ging auch durch die Johannisstraste, eine äusterst enge und kleine Straste, in der sich auch das kommunistische Parteilokal befindet. Hier fielen plötzlich Schüsse aus dem Zug, die den 2luftakt zu einer allgemeinen Schiesterei gaben. Tie Kommunisten beschossen aus den Fenstern der Häuser und von den Dächern die Polizei; diese er- widerte sofort das Feuer. Auch die zum Teil mit Schustwaffen versehenen SSl.- Leute schössen nach den Häusern und auf die auf dem Bürger- steig stehenden Menschenmassen. Schon bei dem ersten Zusammenstost wurden mehr als l 5 0 Schüsse abgegeben. Die Unruhen setzten sich dann in den Altstadtstrasten fort und nahmen eine» Achtung I Infolge des angekündigten allgemeinen Demonstrationsverbotes, das sofort in Kraft treten soll, dürfte der Lustgarten- Appell der Eisernen Front abgesagt werden.- In welcher Form eine etwaige Ersatz-Kundgebung veranstaltet wird, darüber werden in der Dienstag-Morgenausgabe des.Vorwärts« endgültige Mitteilungen erfolgen. austerordentlich bedrohlichen Eharaktrr an. Tie gesamte Polizei war aufgeboten und diese mustte später noch zwei Panzerwagen einsetzen. Auch die H a m b u r- ger Qrdnungspolizei wurde herbeigerufen. Tie Kommunisten errichteten in der Kleinen Freiheit auS umgestürzten.Kohlenwagen eine„Barrikade", die von der Polizei beseitigt werde» mustte. In der Adolfstraste wurde ein Ztrastenbahnwagen umgeworfen, weitere Strastenbahnivagrn wurden von den.Kommunisten an- gehalten und die Passanten zum Aussteigen gezwungen. Im Verlaufe der Schiesterei, die sich über mehrere Stun- den hinzog, wurden zahlreiche Personen verletzt in das Krankenlmus eingeliefert, unter diesen bcfan- den sich 3 Tote; 5 weitere starben kurz nach der Einlieferung ins Krankenhaus. Tie Polizei nahm rund 90 Verhaftungen vor. * Ein heule vonnitiag um 10.30 Uhr ausgegebener Bericht des Städtischen Presseamts in Altona bestätigt nunmehr, dast die Unruhen zwöls Todesopfer gefordert haben. Bon diesen konnten bisher zehn namentlich fe st gestellt werden. Unter den Toten befinden sich z w e i Z r a u e n. Zn dos städtische Krankenhans Altona wurden insgesamt 64 B e r l e h t e eingeliefert, von denen?3 bereits wieder entlassen werden konnten. Die Zahl der Schwerverletzten beträgt noch 16. Bei den noch unbekannten beiden Toten handelt es sich um zwei Ulänner im Alter von 20 bzw. 40 Iahren. Einem Bericht des preußischen Innenministeriums über die blutigen Vorgänge in Hamburg-Altona ist zu entnehmen, dast die Veranstalter der Demonstration von der Polizei ausdrücklich daraus aufmerksam gemacht worden sind, daß ein Umzug durch das übelbcleumundete Viertel der Altstadt von Altona recht bedenklich sei. Die Veranstalter b e st a n d e n jedoch daraus, da sie durch die anderen Stadtteile von Altona bereits gezogen seien, nun aber dort hingehen wollten, wo der Gegner sitze. Die Polizei hat den Umzug schließlich gestattet, um nicht den An- schein einer parteilichen Einschränkung der Demonstrationsfreiheit zu erwecken. Bevor der Zug herankam, hat die Polizei Ansammlungen zerstreut und Verdächtige nach Waffen durchsucht. Als der Zug be- schössen wurde, hat die Polizei die Schüsse erwidert und als weiter geschossen wurde, den Zug abgelenkt. Kein einziger Teil- nehmcr des Zuges ist verletzt oder gar getötet worden. Die Polizei hat pflichtgemäß den Zug geschützt. Die schwersten Feuerkämpse spielten sich zwischen der Polizei und den gutbewasfneten Schlitzen ab, als der Zug bereits fort war und die Polizei die betreffenden Straßen abriegelte. Von den bisher festgestellten 11 Toten ist einer National- sozialist, zwei sind als Kommunisten festgestellt worden. zwei sind parteilos, drei Frauen und die letzten drei Leichen sind noch nicht identifiziert. Von den 91 Festgenommen sind 8S Proz. aus Hamburg, ihre Parteizugehörigkeit konnte nicht festgestellt werden, in der Hauptsache sind sie zwischen 20 und 23 Jahren. * Eine heute vormittag mit einer Darstellung über die Vorfälle vom Sonntag von der kommunistischen„Hamburger Valkszeitung" herausgegebene Sonderausgabe ist von der Polizei b e- s ch l a g n a h m t worden. Verlustliste vom Bürgerkrieg. Ergebnis eines Sonntags. Tote Verwunbetc Altona...... 12 64 Greifswald..... 3 25 Pinneberg(Holstein). 4 Leipzig....... 17 Aurich.......« Luckenwalde..... 21 Ehemnitz...... 6 Rhein-Ruhr-Gebiet.. 25 Bayern...... 28 Hannover...... 2 klebriges Reich... 10 Gesamtverlust: 15 Tote 208 Verwundete Lleberfälle in Elmshorn und pmneberg. Hamburg» 18. J.tli.(Eigenbericht.) Mit tvelchen Absichten die SA.-Leute am Sonntag zu ihrem Auftnarsch aus der Provinz nach Altona gekommen sind, beweist folgender Vorfall, der sich in der Nacht von Sonntag auf Montag in dem Städtchen Elmshorn in Schweswig-Holstcin ereignete. Tort geriet ein größerer Trupp SA.-Leute, die in einem LastkraftNmgen von Altona zurückbesördert wurden, mit der dort eingesetzten Altonaer Polizei in Streitigkeiten; ein Beamter wurde durch einen Steckschuß schwerverletzt. Tie Polizei nahm darauf eine Durch- suchung des Lastkraftwagens vor und konnte nicht weniger als 2 5 Schußwaffen, darunter einige sehr schweren Kalibers, und eine große Menge Munition beschlagnahmen. SA.-horden, die sich von Altona aus dem Heimweg nach Elms- Horn befanden, übersielen in Pinneberg das verkehrslokal der Arbeiterschaft. 3n dem Lokal wurde zur Zeit des Aebersalls ein Tanzvergnügen abgehalten. Zunächst gaben die Salzsteuersoldaten mehrere Schüsse ab, durch die zwei Personen schwer und 15 leicht verletzt wurden. Vach dieser Tal schlugen sie aus die anwesenden Personen ein und demolierten sämtliche Scheiben und das Mobiliar. Ein wagen mit Reichsbannerleuten, der sich von Lockstedt aus dem Rückweg nach Hamburg befand, wurde von SA.- Leulcn. die an der SA.-Kundgebung in Altona teilgenommen hallen. mit Steinen und Flaschen beworsen. Auch in Berlin Blutvergießen. Ein Toter, mehrere Verletzte. Leider haben sich auch in Berlin eine Reihe von schweren Schlägereien zwischen Rationalsozialisten und si o m m u- n i st e n abgespielt. Bei einer Schlägerei ist ein Todesopfer zu beklagen, der 24 Jahre alte Angestellte Friedrich Schröder aus der Blücherstraste. Gegen 1 Uhr nachts kam es vor dem Grundstück A l t e I a k o b- st r a ß c 1 zu einer Schießerei zwischen Hakenkreuzlcrn und Kommu- nisten. Der SA.-Trupp kam aus der Gegend der Bärwald- und Blücherftraße und es scheint, daß die Hakenkreuzler über einen kvnnnuntMchen Klebetrupp hergefallen waren. T««ntfpann sich ein« Schlägerei, in deren Verlauf auch Schüsse abgefeuert wurden. Als van Bewohnern der Alten Jakobstrahe die Polizei alarmiert wurde, setzte eine allgemeine Flucht in die Seitenstraßen ein. Auf dem Bürgersteig lag mit einer Schußwunde leblos der Angestellte Schröder, der der SA. angehört. Die Mordtommission der Politischen Polizei ist zur Zeit dabei, die Zusammenhäng« des blutigen Vorfalles zu klären. In der Frucht- und Palisaden st raße wurde am Sonntag ein Passant von Kommunisten belästigt. Als das alarmierte Ueberfallkommando erschien, wurden die Polizeibeamten aus den Fenstern mit Blumentöpfen und Gegenständen beworfen. Die Beamten gaben mehrere Schreckschüsse ab. Eine 38 Jahre alte Frau aus der Palisadenstraße wurde durch«inen Oberschenkelschuß verwundet. Besonders provozierend auf die Arbeiterschaft des Berliner Ostens wirkte der SA.-Aufmarsch am gestrigen Sonntag auf dem K ü st r i n e r P l a tz. Die Zahl der erschienenen Gegner war weit- au» größer als die Gruppe der jhakenkreuzler zusammengenommen und mehrfach schritt die Polizei ein, um die nationalsozialistisch« Kundgebung nicht vorzeitig auffliegen zu lassen. Der umsichtigen Haltung der Polizei ist in der Hauptsache zu danken, daß die Hakenkreuzler mit heiler Haut davonkamen. Bon GA. Leuten niedergestochen In der Hauptstraße in Schöneberg wurden zwei Passanten von SA.-Leuten überfallen und niedergestochen. Die Verletzten erhielten im Auguste-Viktoria-Krankenhaus erste Hilfe. Im Anschluß an den feigen Ueberfall wurde ein NTDAP.-Lokal durchsucht. Bei einem SA.-Mann wurde eine Pistole mit acht Schuß gefunden. Insgesamt wurden 5)l> Rechts- und Linksraditale festgenommen. 40 davon bleiben im Polizeigewahrsam. Aaziübersall aus Volksheim. Peine, 18. Zuli.(Cigenbcrktst.) Unter Verstärkung au» den benachbarten Großstädten Braun» schweig und Hannover veranstalteten die Itazl, hier einen Aus- morsch Vachher patrouillierten sie aus der Straße und benahmen sich frech herausfordernd. Die Polizei schritt zunächst nicht ein. Ein Trupp Reichsbannerleute wurde nachts um V2I Uhr von den Vazis beschossen. Die Reichsbannerleute setzten sich zur wehr und schickten die Ttazis mit blutenden Köpfen heim, wenige winulen später kamen die Valionalsozialislen mit Schnell« st» wagen vor da, Volksheim und versuchten, auch unter Anwendung von Schußwaffen, das Haus der Arbeiter zu stürmen. Sie drangen in die Restaurationsräume ein. Die Reichsbannerkameraden, die im Volksheim waren, wehrten sich gegen die Uebermacht der gelben Horden mit Erfolg. Die Angreifer wurden aus den Zimmern des Volksheims mit blutenden Köpfen zurückgewiesen. Mehrere Reichsbonnerkameraden erlitten Verletzungen. Von den ttazis mußten drei Mann ins Krankenhau» ßeschafst werden. Die Orlspolizei grisf zunächst nur mit vier Mann .'in. Sie suchte beim Reichsbanner nach Waffen, fand allerdings keine. Erst später bemühte sie sich, in dem Lokal, wo die ttazis ein Jest abhielten, eine wassensuchung vorzunehmen. Dabei wurde ein feststehendes Messer und ein Revolver gesunden. Auf da» Volk». heim sind winde st ens 2 5 Schüsse abgefeuert worden, die Fensterscheiben wurden zum Teil demoliert. Die Polizei hol festgestellt, daß die ttationalsozialisten die Angreiser waren. Gtraßenschlacht in Greifswald. G r e i s s w a l d. 18. Zuli.(Eigenbericht.) Zn Greifswald versuchte die SA. am Sonntag während eines Slandartenaufmarsches sich Polizeigewall anzumaßen. Zn einer doppelte» Sperrkette versuchte sie die Straße Lange Reihe abzu» sperren. Die Anmaßung der Salzsteuersoldalen führte zu einer Schlägerei, bei der neun Personen schwer verletzt wurden und ins krankenhau» geschassl werden mußten. Als später SA.-Leule aus Demmin aus einem Lastkraftwagen in der Loiher Straße die von Kommunisten bewohnten wohn» barocken passierten, soll aus sie geschossen worden sein. Di« SA.» Leute sprangen von ihren wagen und drangen in die Baracken ein. Die in der Stadt befindlichen SA.-Leute wurden unterdessen zur Verstärkung herbeigerufen. Es kam zu einem regelrechten Feuergefechl. Drei Personen wurden getötet. Einer der Toten ist ein Student, der der SA. angehört. Greisswalder Polizei und ein Polizeihilsskommando aus Stralsund stellten schließlich die Ruhe wieder her. Z0 Personen, in der Hauptsache Kommunisten, wurden festgenommen. Schießerei bei Kürstenwalde. Jieichckwehr zu Hilfe gerufen. In der Näh« von Fürstenwalde versuchten Kommunisten in der Nacht zum Sonntag auf der Chaussee van Lange nwahl nach Ketschendorf ein Lastauto mit Nationalsozialisten durch Teerfäffer zum Halten ,zu bringen. Es entstand eine große Schlägerei. Vier SA.-Leute wurden erheblich verletzt. Ein Kommunist soll durch einen Schuß verletzt worden sein. Die Kommunisten zogen sich später nach Ketschendorf zurück, wo ihr Versammlungslokal auf Veranlassung des Regierungspräsidenten in Potsdam von einem Zug der 1. Eskadron des Reiter- regiments 9 in Fürstenwalde init drei leichten Maschinen- gewehren umstellt wurde, bis Landjägerverstärkung eingetroffen war. Die Landjäger, unterstützt von auswärtigen Polizeibeamten, nahmen ein« Durchsuchung des Lokals vor. Di« Leibesvisitation der 14S meist Berliner Kommunisten verlief negativ. In dem Lokal wurden jedoch drei Revolver, Dolche, fünf Gummiknüppel und eine Eisenstange gefunden und beschlagnahmt. Die Komiministen wunden sämtlich nach Fürstenwolde geschafft. Weitere Zusammenstöße. In Chemnitz wurden im Perlauf einer Schlägerei zwischen Roten Sportlern und Natioiralfozinlisten zwei SA.-Leute verletzt. Zwei Kommunisten, die von den Nazis in den Schloß- teich geworsen worden waren, konnten gerettet werden. Ani Cafe„Corso" wandten sich die Kommunisten gegen die Polizei; ein Beamter wurde verletzt. Die Polizei gab zwei Schreckschüsse ab. In Jüterbog und in Luckenwalde, aus die es die braunen Salzftcuersoldaten am Sonntag abgesehen hatten, erfolgten gleichjalls blutige Exzesse. Als die Nationalsozialisten in Lucken- «aide, dos eine sozialistische Mehrheit besitzt, in ihren Braunjacken mit Fahnen und Musik einmarschierten, kam es überall zu An- sammlungen. E» entstanden Tumulte, die sich nach und nach zu heftigen Krawallen auswuchsen. Die feindlichen Parteien gingen schließlich mit Steinen auseinander los. Auch Stöcke. Koppel und Messer wurden benutzt. Aus beiden Seiten gab es je fünf Schmer- -'."v. � te'■&? � MMM WWWW ür im Das Parteihaus im Wahlschmuck verletzte. Die Auseinandersetzungen dauerten bis in die späten Abendstunden. In Bayern sind gleichfalls eine ganze Reihe kleinerer Zwischen- säll« zu verzeichnen. In München gab ein Kommunist aus einen Nationalsozialisten einen Schuß ab. Der Kommunist wurde verhastet. In Kempten sah sich die Polizei gezwungen, mit der blanken Waffe gegen Kommunisten vorzugehen. In Koltern bei Kempten hatten Kommunisten gegen anrückende SA.-Trupps Hindernisse aus Käsekisten und Oclfässern aufgebaut. Bürgerkn'egshehe. Aufforderung zum Sturm auf Gewerkschastshaus. ttachdem am 10. Zuli die ttazi» die G e w e r k sch a s 1«- Häuser in Eckernsörde und hagenow gestürmt hatten, ließ die ttazipartei in Meißen am 1Z. Zuli da» folgende Plakat an» schlagen: ängriii Gewerkschaftshaus WgiMt. morgen PrpjSBi). du J5. lu» 1533. Bh«r i> 8 1*t. im tUmbufgcr Hol itKHhi Pu- Gaabeiricbwi-!li-ale Der Arbeiterschosl von Meißen bemächtigt« sich ungeheure Empörung. Die Palizel lieh das Plakat überkleben. Vier Kragen. An das Zentralkomitee der KPD. Die Frage der proletarischen Eiicheitssront wird in allen Ar- beiterkreifen lebhast diskutiert. Dabei erheben die Kommunisten gegen die Sozialdeniakratie die Beschuldigung, daß sie die Herstellung der Einheitssront hintertreibe. Besonders wird der sozialdemo- kratische Parteivorstand angegrissen, weil er'Verhandlungen örtlicher Organisationen über die Einhe-itssront für unzulässig erilört hat. Wir haben in diesem Zusammenhang an das ZK. der KPD. einige Fragen zu richten: I. Zst es wahr, daß auch das ZK. der KPD. Verhandlungen örtlicher Organisationen der KPD. mit den entsprechenden sozialdemokratischen Organisationen verboten hat? 2. Zst es wahr, daß sich das ZK. der KPD. gegen die vre- onstaltung gemeinsamer Demonstrationen erklärt hat? Z. Zst e» wahr, daß das ZK. der KPD. die kommunistischen Betriebsräte eine» großen Unternehmens gerüffelt hat. weil sie einen Ausruf unterschrieben, der sich nur gegen Popen und die ttazi» wendet, aber nicht gegen die Sozialdemokratie? 4. Zst es wahr, daß das ZK. der KPD. trotz allen verlogenen Einheitssronlgeschrel» daran festhält, baß der Hauptstoß gegen die Sozialdemokratie zu richten sei? Wir erwarten, daß das ZK. der KPD. auf diese vier östent- lichen Fragen, die zugleich vier schwer« Anklagen sind, schnellstens öffentlich antwortet! Es liegt in seinem eigenen Interesse, das so rasch wie möglich zu tun und nicht erst zu warten, bis es von seinen eigenen Anhängern dazu gezwungen wird. Auch dem ZK. der KPD. wird nicht mehr unbekannt sein, daß in wetten Kreisen der Partei über die Zweideutigkeit und Wankel- mütigkeit der Führung in der Frage der Einheitsfront große Er- bittcrung herrscht. Wir nehmen an, daß diese Ding« am besten' n aller Oefsentlichkeit ausgeräunck werden und daß heim ZK. der KPD. keine Neigung besteht, sich in eine Dunkelkammer zu verkriechen. Darum unsere vier öffentlichen Fragen, auf die wir eine öffentliche Antwort erwarten. Die kommunistischen Arbeiter warten auch— aber, wie wir bestimmt wissen, nicht mehr lange! „Flieg«, Pfeil, triff, Hammer!'» Arbeiterfanger singen das neue Kampflied. „In offener Singstunde wird heute in den Prachtsälen am Märchenbrunnen das Kampslied der Eisernen Front gelernt.» So etwa stand es in kurzer, eiliger Notiz am Sonnabendabend und am Sonntag früh im„Porwäns". Aber dies« Benachrichtigungen hatten genügt, um eine stattliche Schar alter und junger Sänger und Sängerinnen mobil zu machen und nach dem Märchenbrunnen im Friedrichshain zu rufen. Dieser Marsch soll wichtige Bestandteil des Kampjmaterials für den 31. Juli in Stadt und Land werden, und da müssen selbstverständlich unsere geschulten Arbeiter- sänger die Führung haben und Lehrer der anderen werden. Zu- nächst wurde das neue Kampslied als Dortrag. dann als Marsch- weise geübt, und als die elfte Stunde herannahte, da klappte es: „Drei Pisile zerspalten wie Blitze die Nacht." Wie Hammerschlag aber dröhnte es im Rejrain: „Eiserne Front! Eiserne Front! Eiserne Front! Fliege, Pfeil, triff, Hammer unsrer Hand." Unser- neue Kompsmelodie hat den Vorzug, äußerst einprägsam »u sein, und auch der Text ist leicht saßbar und sein Aufbau so klar, daß wer ihn nur einige Male gebort hat, beim Aufmarsch unserer Arbeiterbataillone mitsingen kann und gern mitsingen wird. Verkehrsunglück in Berlin W. Sieben Personen verletzt. An der Ecke Kurfürsten- und Nürnberger Straße ereignete sich in der vergangenen Nacht ein folgenschwerer Zu- sammensloh zwischen einer A u t 0 d r 0 s ch k e und einem Privat- auto. Die beiden Führer und' jünj Insassen der Fahrzeuge er- litten erhebliche Verletzungen. Zwei Verunglückte wurden auf der nächsten Rettungsstelle behandelt, die anderen Verletzten wurden ins Gertraudten-Krankenhaus übergeführt.— Am Schönhauser Tor geriet die 50 Jahre alte Frau Marie R e n n a ck aus der Berg- straß« 21 heut« vormittag unter die Räder eines Lastautos und wurde lebensgejährlich verlegt. Frau R. fand im Krankenhaus-am Friedrichshain Aufnahme. Llm 4000 Mark beraubt. Nächtliche Schreckensfahrt nach Groß-Glienicke. Eine sellsame Entsührungeassäre spielte sich in de« frühen Morgenstunden des Sonnlag in der F r i e d e l st r a h e 1 in tteu- kölln ab. Dorf wurde der polnische Kaufmann Grünberg von zwei angeblichen Kriminalbeamten, die bei ihm«ine Durchsuchung veranstalteten, v e r h a s t e l und ins Auto gebracht. Die Fahrt ging aber nicht zum Alexanderpiah, sondern das Auto fegte in rasendem Tempo dem Westen Berlins zu und fuhr die Heerstraße hinunter. Die angeblichen Kriminalbeamten hatten bei Grünberg 4 0 0 0 211.„beschlagnahmt". 2700 2N. davon in deutschem Geld«, den Rest in Dollarnoten. Als die Enlsührer mit G. im Auto die Chaussee naä) Groß-Glienicke passierlen. schlugen sie ihn im Wagen nieder und warfen ihn am Kilometer- stein 12, S aus dem fahrenden Wagen hinaus. Die Täter sind entkommen. Da, Berliner Raubdezernat hat noch in den Morgenstunden mit den Ermittelungen eingesetzt. Der Kaufmann Grünberg, der polnischer Staatsangehöriger ist, betreibt in der Friedelstraße 1 in Neukölln ein« Schneiderwerkstatt. In den Kreisen seiner Landsleute ist er eine bekannte Erscheinung. Vor einiger Zeit war«r in eine dunkle Poßaffäre beim Fremden- amt verwickelt. Der Uebersallene hat an Kopf und Gesicht schwere Verletzungen davongetragen und mußte in ärztliche Behandlung genommen werden. Am Sonntagmittog erschienen Angehörige des Grünberg im Polizeipräsidium, um sich über seine Verhaftung zu erkundigen. Sie erfuhren, daß K. falschen Kriminalbeamten in die Hände gefallen war. Drittes Todesopfer in Langenselbold. Der bei den Unruhen am Freitag in Langenselbold durch einen Schuß verletzte Arbeiter Leißner ist im Krankenhaus seinen Verletzungen e r l e g e n. Wer nach Ostpreußen durch den Korridor fährt, urtterkosie es, von, Zug aus zu photographieren, wenn er nicht verhaftet n e-de» will. Giegeszug der Eisernen Krönt Das Freiheitsbanner über Deutschland Nürnberg. 18. Juli.(Sigenbcricht.) Am Sonntagnnchmittag stand ganz Nürnberg unter dem Banner der Eisernen Front. Bon mittags 2 Uhr btd M5 Uhr marschierten Kolonnen durch die Ztadt. Zchon um die.stvölfte Mittagsstunde erfolgte der An- marsch zu den Zammelplähcn. Als die Eiserne Front sich in Bewegung sehte, war die acht Kilometer lange Ztrerke durch die ganze Ztadt von über � st 0 t) 0 Zuschauern umsäumt. Begeisterter Jubel empfing die endlosen Züge der Freihcitsbataiilonc, unter denen sich Tausende von Turnern und über Iststst uniformierte Eisenbahner befanden. Tie Zahl der Marschierenden betrug über 20 ststst. Aamenilich die Zugend begeisterte sich und rih die Zuschauer- menge zu immer neuen Freiheilrufen mit. Der gewaltige Zug. mit Tausenden von Eisernen-Front-Fahnen geschmückt, wurde von der Bevölkerung mit Blumen überschüttet. Es war die stärkste Demonstration des republikanischen Nürnberg seit ms. hunderte von Kommunisten hatten sich unter dem Freihcits- banner der Eisernen Front der Demonstration angeschlossen, nicht Zuleht wegen eines Urteils, das dieser Tage da» Nürnberger Schnell- geeicht gegen zwei Kommunisten aussprach. In diesem Drozeß gegen die beiden Kommunisten, die eines Ueberfalls aus haken- Sie haben Wind gesät... und sie ernten...? kreuzler beschuldigt wurden, erlieft da« Gericht ein Schrecken«. urteil von fünf und drei Iahren Zuchthau». Die beiden Kom- munisten waren von ihrer Partei völlig verlassen und ohne Der- teidigung geblieben. Dieser Vorfall Hot Hunderten von Nürnberger Kommunisten die Augen geöffnet und sie zur Ein- hei«, front der eisernen drei Pfeile gebracht. Die überwältigende Kundgebung der Nürnberger Arbeiterschaft, die die drei Tage vorher stattgesundene Demonstration der Nazi» on Be- teiligungszahl wie an Anteilnahme der Bevölkerung vollständig er- drückte, ha« der Reaktion gezeigt, wie am Zt. Zuli da» Volk»- urteillautenwird. Massenausmarsch in Leipzig. TOO 000 Republikaner demonstrieren. . Zu einer Riesenkundgebung aller Republikaner harte am 16. Juli die Eiserne Front in Leipzig aufgerufen. Heber 100 000 Menschen waren dem Rufe gefolgt. Das grofte Sportplaggetande konnte die Massen nicht ausnehmen, so datz die umliegenden Straßen und Wiesen dicht von Menschen umsäumt waren. An der Kund- gebung wirkte,, 400 Arbeilersänger, 10V Fansareribläfer und zwei Reichsbannerkapellen mit. Nach der kurzen Ansprache Lipinskis sprühte ein Feuerwerk aus. so mächtig, wie es Leipzig noch nicht gesehen hatte. Als in großer Flonnnenichrist die Aussorderung zur Wahl von Sozial- demokraten und die Freiheitspseile erschienen, da durchbraust« das Riesengclände ein zehntousendfaches„Freiheit!". Die Massenkundgebung verlies ohne jede Störung.. Eiserne Front in Magdeburg. Riesenkundgebung der Arbeiterschast. Eine wuchtige Massenkundgebung hielt am Sonntag die Eiserne Front ab. auf der Reichsbannerführer höltermann sprach. 5iölter- mann erklärte, daß die Wahl am 31. Juli durchgeführt werden wird, gerade weil Hitler und Konsorten dies hintertreiben wollen. Für die schweren außenpolitischen Mißerfolge des Kabinetts von Papen sind Hitler und hitler-Wähler verantwortlich. Zeitungsverbot« können die Schuld nicht verwischen. Die deutsche Arbeiterschaft steht geschlossen und geeint in dem einen Willen. Deutschland aus dem Thaos einer völligen Wlrtschaftskatastrophe hinüberzuführen in eine bessere Zu- kunft. heute ober gilt nur dies: Schlagt Hitler am 31. Zuli! Sofort noch der Kundgebung auf dem Domplatz wurde ein großer Demonstrationszug gebildet, der unter dem Zeichen des Losungswortes„Freiheit" stand. Er bestand aus vier Gruppen. Di« erst« Gruppe hatte das Leitwort„M a ch t". Sie stellte die Macht der Eisernen Front dar und wurde gebildet vom uniformierten Reichsbonner Schwarz-Rot-Gold. Dann folgte die Gruppe „Arbeit". Hier marschierten die Gewerkschaften mit ihren hammerschaften. Die Teilnehmer marschierten in den Arbeits- kleidungen ihrer Berufe. Die Gruppe„Kultur" wurde Haupt» sächlich von den Arbeitersportlern gebildet. Den Schluß bildete die Gruppe„Zukunft", hier marschierten sämtliche der Eisernen Front angehörenden oder nahestehenden Jugendnerbände in ilniiorm oder Berbandekieidung auf. wie die Sozialistisch« Arbeiterjugend, die Roten Falken, die Reichsbannerjugend. Zehntausende umsäumten die Straßen, durch die sich die Riesen» demonstration, wie sie Magdeburg in den letzten Jahren nicht erlebt hat. bewegte. Tausendsach schallte der Freiheitsruf durch die Magdeburger Straßen. Hamburg marschiert! Glänzende Kundgebung der tNsernen Krönt. während der Unruhen in Altona marschierte in Hamburg die Eiserne Front zu einer Riesenkundgebung mit anschließender De- monstration aus, on der sich mehr als SO 000 Menschen beteiligten. Die Veranstaltung Ist außerordentlich eindrucksvoll verlausen. Zwischenfälle sind nirgends vorgekommen. Heilmann spricht in Bonn. Bonn, 18. Juli. Der Vorsitzende der sozialdemokratischen Landtagsfraktion, h e i l m a n n, sprach am Sonnabend in der Beethooenhalle. Der Redner griff da» Kabinett Popen scharf an, das er ein Kabinett Hitlers nannte. Nur der Weg der Verhandlung könne Deutsch- land zum Erfolg führen. Nur so würden wir auch den Korridor und das Saargebiet zurückerhalten. Käme die NSDAP, nach dem 31. Juli zur Macht, so gäbe es ein furchtbares Blutbad in Deutschland. Dagegen führe die Sozialdemokratie den Kampf. Es sei ein Kulturkampf, ein Kampf um die Freiheit des Menschen. Severins im Wahlkampk «iel, 18. Juli. Der preußische Innenminister S e v e r l n g sprach gestern hier in einer großen Wahlversammlung. Unter Hinweis auf die blutigen Zusammenstöße zwischen politischen Gegnern in den letzten Wochen erklärte der Redner, daß heute von einem geistigen Ringen der Parteien um die Wähler nicht mehr die Rede sein könne. Die Sozialdemokratie wolle keine Köpfe rollen lassen, sie wolle die Köpfe aufklären und bestrebt sein, den besten Weg ausfindig zu machen, der das deutsche Volk wieder zur Freiheit führ«. Sie wolle den wahren Volksfrieden. Aber wie sie bereit sei, sich bei einem Angriff von außen zur Verfügung zu stellen, so werde sie sich auch vor die inner- politischen Errungenschasten stellen. Am 31. Juli handele es sich um die Frage, ob die Fundamente der Republik weiter bestehen oder zerstört werden sollen. Der Klassenkampf müsse beseitigt werden, aber zuerst müßten die Klassen der AusbeuterundderAusgebeutetenbeseitigt werden. Ende des Tonfilms? Oer Tonfilm aus falschen Wegen Au« Fachkreisen wird uns geschrieben: Bei einer Krise ist e, beliebt, alle Rückgange der Konjunkrur nur aus die Krise zu schieben, ohne ernstlich zu untersuchen, ob nicht auch andere Faktoren, die mit der Krise in keinen, ursprünglichen Zusammenhang stehen, dabei ein« entscheidende Roll« spielen. Selbstverstöndlich ist die allgemein« wirtschaftliche Lage, verknüpft mit Geldmangel und Arbeitslosigkeit, ein wichtiger soft ausschlaggebender Grund für das Sinken der Tonfilmproduktion, andererseits jedoch übersieht man, oder möchte gern übersehen, daß der Tonsilm selbst in seiner augenblicklichen Struktur in allen Pro- duktionsländern einen gefährlichen Zustand der Stagnation erreicht hat und in einem Maße schematisiert wurde, wie es nicht einmal der stumme Film kannte. Die Müdigkeit des Publikums muß auch auf dieses Moment zurückgeführt werden. Als sich der Tonfilm vor etwa drei Jahren zu seinem Er- oberungszug rüstet«, fürchteten die Theater eine Konkurrenz, der sie sich nicht gewachsen fühlten, und tatsächlich projektiert« man sogar Verfilmungen vorbildlicher Berliner Opernausführungen für die Provinz, aber die Projekte blieben Projekte. Den Theatern geschah kein Abbruch. Im Gegenteil, der Tonfilm paßte sich im Lause feiner Entwicklung immer mehr dem Vühnendrama an. Sicht man die Produkrionsverzeichnisse der legten Jähre durch, so über» wiegen Verfilmungen von Operetten, Lu st spielen und S ch w än k e n au» dem ehrwürdigen Archiv der Bühncnliteratur. Eine oberflächliche Modernisierung, das Einfügen von ein paar Schlagern und das holde Lächeln männlicher oder weiblicher Stars sollen den Staub, der sich fingerdick über den Sujets gelagert hat, mit Eleganz fon wischen. Warum lief das Publikum begeistert in den srmnmen Film? Es wollte erstens das Gefühl aufregender Spannung durchkosten und serner für ein paar Stunden in einer Welt leben, die nicht den Gesetzen der Wirklichkeit unterworfen war, sondern ein Traumreich darstellte, gewoben aus den Sehnsüchten und Wünschen der Zuschauer. Der letzt« Faktor ist geblieben und noch im Tonsilm übersteigert worden. Je schlichter sich die Gegenwart darstellt, desto problemloser werden die Stoffe des Films. Man flüchtet sich in eine mehr oder minder heroisch« Vergangenheit oder baut eine mondän parfümierte Welt aus, die keine andere Sorg« als die der Langeweile kennt, und versüßt dann das Ganze mit Jazz- takten, aber das spanneiide, jagende Geschehen, da» srvcher mit fernem fiebernden R h y t h n, u» das Publikum in den faszinierenden Bann zwang, ist verschwunden. Die Handlung rollt in stark verlangsamtem Tempo ab, sie wird ständig durch Songs oder vielfach überflüssig« Dialoge unterbrochen und gehemmt. Der Ton, der eine unerhörte Be- reichcning des Film bedeuten sollte, hat die Handlung verdünnt, und ihre Füll« und Kompriiniertheit aufgehoben. Der breite Strom der Handlung ist zu einem Bächlein versickert. Man fand nur selten ein befriedigendes Kompromiß, denn das akustisch« Moment überwog vom ersten Tage ab zum Schaden der Reproduktion visuelle Vor- gange. Man übernahm wohl die technischen Elemente des stummen Films, aber im Grunde wurde der Tonfilm in seiner szenischen Anlage bühnenmäßig aufgebaut. Die Sänger stellen sich wie auf der Bühne zu einem Duett mrs, die Auftritt« mit Dialogen tragen im Durchschnitt theatralischen Charakter, und warum soll man schließlich eine Kunst aus zweiter Hand genießen, wenn die Originalform in jeder Beziehung schlackenloser ist. Dom Tonfilm fehlt der Mut zum Experiment. Man klebt an dem, was einmal irgendeinen Erfolg errang. Hat sich die Verfilmung einer alten Operette als künstlerischer und finanzieller Mognet erwiesen, so folgt eine Hochflut alter Operetten, auch wenn zufälligerweise ihre Musik nicht zu den erfreulichen Dingen der Welt gehört. Darüber vergessen wird das Suchen nach neuen Erfolgsmöglichkeiten. Guts Filmmanuskripte sind vorhanden, originelle Ideen ebenfalls, aber es bleibt ein Glückszufall, wenn sie tatsächlich zu einem Film oer- arbeitet werden. Aehnlich liegen die Dinge mit den Darstellern. Auch hier Serienfabrikation. Der Typ darf nicht angetastet werden. Nur wenige ganz Große, wie etwa Veidt, Bassermann, Krauß oder Kortner haben dies« bewußte Schemattsienmg erfolgreich durchbrochen, die anderen müssen ständig dieselbe Walze lausen lassen, Der Tonsilm beschränkt sich bisher auf einen zu engen Akttonskrei», er hat noch nicht annähernd die Fülle seiner technischen und künst- lerischen Möglichkeiten erschöpft. Das Haften am Hergebrachten, die Angst vor originellen Sujets, die Schemattsierung der Schauspieler, ihr Festlegen auf eine einzige Note führen zur Ermüdung des Publikums. Ist der Tonfilm am Ende? Bestimmt nicht, wenn er sich endlich von der Schablone löst. proleianatslage und Seiilemenis. 4. Internationale Settlements-Konferenz. Am 16. Juli 1932 ist in W i lh« I m s h o g e n- B e r l i n die 4. Internationale Settlements- Konferenz er- öffnet worden. Die Settlements sind Niederlassungen sozial töttger Gruppen in proletarischen Vierteln mit dem Ziel wirtschaftlicher, gesellschaftlicher und kultureller Hebung der proletarischen Nachbar- schaft. So ließ sich vor 22 Jahren Siegmund Schultz« mit sozial gerichteten Intellektuellen in den proletarischen Vierteln Berlins nieder und gründete hier die Soziale Arbeits- gemeinfchaft Berlin-Ost. Durch ureigene unmittelbare Erkahningen wollte er die wirtschaftlichen und sozial-seelischen Ver- Höllnisse des Proletariats erfassen und dann praktifch-reformierend auf diese einwirken. Er folgte hier vor allem seinen erfolgreichen Vorgängern in England, die soziale Niederlassungen(Settlements) in proletarischen Quartieren im großen Umfange gründeten. Als Siegmund Schultz« sein soziales Werk begann, betätigt« er sich in einer ausgesprochen sozialdemokratischen Bevölkerung. Weltkrieg und Revolution hab«n nun den Osten Berlins wesentlich radikal!- siert. Di« durch die weltumwälzende soziale Krisis herbeigeführte Links- und Rechisradikalifierung, die Siegrmind Schultz« in seiner nächsten Umgebung erfuhr, erlebten olle tätigen Element« der Settlements-Bewegung. Als daher die International« Settlementsvereinigung zu ihrer„B i e rt e n I n t e r- nationalen Konferenz rüstete, stellte sie für ihre Be- sprechungen folgende Hauptthenms auf: 1. Welch? Aufgaben er- wachsen den Settlements au» der wirtschaftlichen Krisi»(besonders der Arbeitslosigkeit)? 2. Inwiefern bedeutet die politische Radikali- sierung der großstädtischen Bevölkerung ein« Veränderung der Aufgaben der Settlements. Ueber diese Fragen werden Männer und Frauen sprechen, die entweder überzeugte Sozialisten sind oder dem Sozialiemu» weit- anschaulich sehr nahestehen. Am Dienstag, abends 8 Uhr, vereinigt die Kongreßteilnehmer ein« öffentliche Versammlung im Preußischen Herrenhause. Die Konferenz schließt dann am Mittwoch mit der Besprechung der Frag« Welch« Aufgaben ergeben sich aus der Gestallung der Borort« und des am Rande der Großstadt entstehenden neuen Siedlungen für die Settlements? Der Konferenz liegen wertoolle gedruckte Reserate vor, die sich gründlich in die wirtschaftlichen, politischen und sozialen Probleme unserer Zeit vertiefen. P. K. Ta» Kabarett der Komiker bleibt ab heut« geschlossen. Wahrend der Ferien ersolgcn verschiedene Umbauten. Vorträge. Mittwoch.« Ubr. behandelt in den Kammeftälen, Tellcwer Zlraße 1, Dr. med. Felix Vonheim da» Ibema ,,T i« K r i I e s r i si I d i e DolkSgesundl Dr. med. Bieber.' Es sprechen jerner: Paul Leo» Item Bund geisttger Veras«. und grau Sängerbundrummel. Versprechen die musikalischen Darbietungen des Deutschen Sängerbundes auf seinem bevorstehenden XI. Bundessest in Frankfurt a. M. eine künstlerisch reichere Ausbeute als damals in Wien, so ist damit für eine kleine Grupp. geistig Anspruchsvollerer vorgesorgt. Für das Gros bleibt alles beim Alten. Für die 70 Proz. Proleten, die sie in ihren Reihen angeblich aufzuweisen haben, genügt es, wenn man ordentlich für Klamauk sorgt. Auf- geklärte Arbeiterschast hat sich ja längst dem DAS. angeschlossen. Die Massen, die der Sängerbund weiter on sich binden will, sind mit Zirkuskunststückcn abzuspeisen. Es muß schon sehr schlimm mit den geplanten Vorbereitungen für das XI. Deutsche Bundessist gestanden haben, wenn dos Bundesorgan nachstehende Notverordnungen zu erlassen sich genötigt sah:„Die künstlerische Durchführung des Festes untersteht einem besonderen Kunstausschuß des Festzug-Ausschuffes. Bunte Sonnenschirme und sonstige ins Karnevalistische ausartende Zusammen st ellungen werden nicht zu- gelassen. Unser großer Dichter Goethe wird durch Vorbeimarsch am Goethe-Denkmal geehrt. Ansprachen werden dabei nicht gehalten." Ueber den bevorstehenden Festzug lesen wir in der„Frank- furter Zeitung":„In 15 Bildern wird die historische Entwicklung des deutschen Liedes unter besonderer Berücksichtigung des Chor- gesanges gezeigt." Allda sind zu sehen:„Hermann der Cherusker und Karl der Große", erstem als Vertreter der Bardensänger, letzterer als Vertreter der damaligen Schulmusik. Dann die Minnesänger. Die Meistersinger vertritt Hans Sachs. Da» Soldatenlied hat noch keinen Repräsentanten gefunden. Bleibt dieser Platz für Adolf Hitler reserviert?„Goethe und Zelter, beide In einem Wogen." Bei der„Gruppe Gewerbe" erscheinen die Vereinigten Frankfurter Brauereien. In Wien führten sie im Festzug sogar Indianer im Kriegsputz mit.(Amerikanische Sangesbrüder hotten sie zum Hüten ihrer Kinder über das große Wasser mitgebracht.) Diesmal will man die„Auslandsdeutschen" nicht an der Spitze de» Festzug«» mar- schieren lassen, sondern auf die einzelnen Gesangsbünde verteilen. Der ehemalige 1. Vorfitzende de» Bundes, Rechtsanwalt Friedrich List, und sein Adjunkt Redlin, der seinerzeit aus der Kaste des Bundes 900 000 Mark, darunter 100 000 Mark vom Reichstag bewilligter Gelder unterschlug, werden freilich nicht mehr sechs- spännig wie in Wien einziehen können. Denn diesmal ist alle«„in bester Ordnung". W. H. Tos Rose-Abonnemeut Spielzeit 1932133 nimmt jetzt schon Neueinzeich. nnnpen entgegen für>2 Verstellungen, von denen 2 onf den©orten entsollen. Eine Neuemfuhrung sind die Voltl-vorstellungen im Abonnement, die Mittwoch 5H Uhr Jtottfiitbcn, bei Preisen von 25 Viennio bis zu l Malt. Di« Abend-Serien bewegen sich zwischen 30 Pfennig und 1,75 Mark, -M' Worum es geht. Denkt daran im Wahlkampf! „Wären nach Anfang 1927 die damaligen Löhne und Gehälter, deren Lage von Stegerwald selbst als das Höchstmaß des Tragbaren bezeichnet worden ist, nicht weitergestiegen, so wären bis einschließ- lich 1931 etwa<0 Milliarden Reichsmark Löhne und Gehälter weniger gezahlt worden. als dies auf Kosten der deutschen Kopitalbildung tatsächlich Ke> schehen ist." „Der Arbeitgebe r", die Zeitschrist der Vereinigung der deutschen Arbeitgeberverbände, brachte diese Klage am 1. Juni 1932 (Nr. 11). Das Unternehmertum spekuliert darauf, daß die„Arbeiter- Partei" der National-„S o z i a l i st e n" das geeignete Werkzeug sei, um die Gewerkschaften zu schwächen, zu lähmen oder gor voll- ends„unschädlich" zu machen. Dieses Ziel, dessen finanzielles Ergeb- nis die Unternehmer auf etwa acht Milliarden jährlich schätzen, ist ihnen die p a a r M i l l i o n e n wert, die sie in dos faschistische Unternehmen der Firma Hitler hineinstecken. Diese Spekulation muß die organisiert« Arbeiter-, Angestellten- und Beamtenschaft im Wahlkampf zuschanden machen. Die„Wirt- schaftskopitäne" wie Lahufen, von Borsig und wie sie alle heißen, müssen sich bei dieser Spekulation ebenso verrechnen wie bei ihren geschäftlichen Spekulationen, die schließlich doch auch auf Kosten der deutschen Kapitalbildung gingen. Ein Sieg des Nazis bedeutete weiteren Druck aus Löhne und Gehälter, ungehemmte Ausbeutung, die volle Abwälzung der sozialen Losten auf die Arbeitnehmerschast, die Beseitigung der Sozialversiche- rung und die Einführung militarisierter Zwangsarbeit. Die Ge- merks chasten würden dabei erledigt werden. Noch ist Zeit, diesen Anschlägen des Unternehmertums im Bunde mit der Nozipartei auf Schritt und Tritt entgegen- zu wirken, damit sie am 31. Zuli gründlich abgeschlagen werben. „St. Lucas." Innungsmeisterblatt treibt Manristenhehe. Das Organ des Reichsverbandes der Glaserinnungen, St. Lucas", bringt in seiner Auegabe vom 13. Juli als Leitartikel einen Auszug aus einem üblen Flugblatt, das der„Deutsche Wirtschaftsbund" in Hamburg herausgegeben hat. Schon der Titel des Machwerks:„Volksgericht über Marxismus und Staatssozialismus. Wer ist schuldig? Bankerott-Parteien oder Kon- kursoerwalter?", das im Hundert um drei Pfennig von einem „deutschen Verlag" in Hamburg versandt wird, läßt auf den Inhalt schließen. Aufgabe der Innungen ist, die Pflege des Gemeingeistes sowie die Aufrcchterhaltung und Stärkung der Standesehre unter den Jnnungsmitgliedern. Das Jnnungsorgan„St. Lucas" aber macht sich unbesehen die üble Hetze zu eigen, durch die alle wirtschast- lichen Folgen des Weltkrieges samt der privatkapitalistischen Miß- Wirtschaft dem„Umsturz" in die Schuhe geschoben werden sollen. Unter anderem wird über kostspielige Bauten geklagt und als Beweis dafür insbesondere 14 Ortskrankenkassenbauten ausgeführt, nach dem Zitat einer„Ostdeutschen Bauzeitung". Wer bei diesen Bauten verdient hat, das sind doch die Bauunternehmer und schließ- lich auch die Glasermeister. Ueberdies werden die Orts- krankenkassen nicht von„Marxisten" verwaltet, sondern von Arbeit- nehmern und Arbeitgebern, ganz abgesehen davon, daß sie der behördlichen Aufsicht unterstchen. Wenn weiter erwähnt wird, daß die künstlichen Stützungen mancher Unternehmungen Unsummen verschlungen hoben, so stimmt das schon. Doch ist das kein Beweis gegen„die deutschen Sozialisten und Republikaner", sondern im Gegenteil ein Beweis für die UnHaltbarkeit der privatkapita- listischen Wirtschast. Doch es geht hier nicht darum, uns mit dem Machwerk ausein- anderzusetzen, aus dem der„St. Lucas" die„Erbfeinde" Bainville und Leon Daudet zitiert, vielmehr dreht es sich darum, ob die Glaser- Innungsmeister sich eine derart tendenziöse Hetze in ihrem Organ gefallen lassen.- Die Kultivierung solchen erbärmliche» Haßgcistes ist das direkte Gegenteil von Gemeingeist und wenn der„St. L u c a s" diesen „Geist" als der Standesehre seiner Mitglieder gemäß ausgibt, so dürften diese sich das einfach nicht gefallen lassen. Für uns gilt am 31. Juli jedensalls mit: haut ihn, den Lucas! Die Lage in Belgien. fast durchweg Streikabschluß beschlossen. Brüssel, 18. Juli.(Eigenbericht.) Am Sonntag sanden in allen Industriegebieten Belgiens Ber- sammlungen der Streikenden statt, um zu den, Beschluß des Ge- neralrats der Arbeiterpartei und der Gewerkschaftszentrale aus sofortige Wiederaufnahme der Arbeit Stellung zu nehmen. Die Stellungnahme der Arbeiter ist nicht ganz einheitlich. Im Distrikt von C h a r l e r o i wurde Uberall fast einmütig beschlossen, die Arbeit am Riontag wieder auszunehmen. Jin Kohlcngebiet des B o r i n a g e wurde gemäß de» Gewohnheiten der Bergarbeiter beschlossen, am Dienstag im ganzen Revier Urabstimmungen darüber vorzunehmen, ob die Arbeit am Mittwoch wieder aufgenommen werden soll. Im Industriegebiet des Zentrums ist die Lage dagegen wenig durchsichtig. Dort beschloß eine Reihe von Bergarbeiter- Versammlungen, die Arbeil nicht auszunehmen, sondern den Kamps um die Rücknahme einer im Juni vollzogenen sechsprozentigen Lohn- senkuirg fortzusetzen. Die Bergarbeiter dieses Gebiets wollen den Kampf unabhängig von den anderen Revieren sichren und verlangen keineswegs von den Arbeitern der anderen Reviere, sich mit ihnen solidarisch zu erklären. Trotzdem ist es nicht ausgeschlossen, daß die Haltung der Bergarbeiter in M i t t e l b e l g i e n auf die Ab- stimmungen im Borinage am Dienstag ihren Einfluß ausübt. In der Eisen- und Metallindustrie wurde allgemein die sosorlige wiederausnahm« der Arbeit beschlossen. In anderen Gebieten, wo Teilstreiks ausgebrochen waren, wie in verschiedenen Steinbrüchen und einzelnen Werken in Brüssel und Umgebung, wurde die Wiederaufnahme der Arbeit ebenfalls beschloiien. Die Arbeitslosenzahl in Ttatun ijt nach amtlichen Angaben im Juni von 968 436 auf 993 997, also um 63 339 zurückgegangen. Rund 268 999 Arbeitslose bekommen Arbeitslosenunterstützung, r u n b 799 999 bekommen keine Unterstützung. qeimalwandcrungen. Die Gesellschaft sür Volksbildung, Berlin NW 49, Lüneburger Str. 21, veranstaltet im Sommerhalbjahr 1932 mehrere Heimatwanderungen. Rundfunk der Wo ehe „Qesinnun gstüdhtige" V eranstaltungen Das Kabinett der Barone hat den Rundfunk den National- sozialisten ausgeliefert. Die demagogischen Reden ihrer Führer, die von den meisten Sendern mit allzugroßer Bereitwilligkeit gebracht werden, werden zwangsläufig über alle Sender laufen, wenn die Neuordnung des Rundfunks sich in der von der Regierung beab- sichtigten Form durchsetzt. Bisher haben die süddeutschen Sender den nationalsozialistischen Phrasenschwall von ihren Hörern ab- gewehrt. Im übrigen Reich dagegen findet das nationalsozialistische Parteibuch bei den Sendern freundliche Ausnahme. Bisher gab es bei wissenschaftlichen Vorträgen wohl gelegentlich heftige Meinungsverschiedenheiten darüber, ob die Vortragsweise eines Redners volkstümlich geirug war, um den betreffenden Stoff den Rundsunkhörern nahezubringen daß er diesen Stoff geistig be- herrschte, war eine Selbstverständlichkeit. Heute ist das anders geworden. In nationalsozialistischer Verbrämung darf jeder Unsinn geredt werden: damit kein Wort davon verloren geht, nimmt man ihn sogar auf Wachsplatten auf. Auf diese Weise er- halten ihn nicht nur die Hörer auch jener Sender vorgesetzt, die aus programmtechnischen Gründen sich nicht sofort an die Sendung anschließen konnten, sondern er bleibt auch sür eine Programmrück- schau aufbewahrt, die ja erst nach dem 31. Juli fällig ist. Man wird dann sehen, wie der Wind weiter weht. Sogar die Befähigung zur künstlerischen Produktion sür den Rundfunk versteht man neuerdings anscheinend, aus dem Haken- kreuzparteibuch abzulesen. Selbstverständlich ist die politische An- schauung eines Künstlers seine persönliche Anlegenheit, solange er sie zu nichts anderem macht, und niemand, der von Kunst etwas ver- steht, wird diese Anschauung den künstlerischen Leistungen als Plus oder Minus anrechnen. Die Nationalsozialisten allerdings vertreten eine durchaus andere Ansicht. Sie verlangen bekanntlich— auch in ihren am endlosen Band produzierten Landtagsanträgen kann man diese Forderungen nachlesen—, daß alle nicht reichs- deutschen oder deutschstämmigen Künstler aus dem Kunstleben zu verbannen feien: diese Forderungen schließen übrigens ausdrücklich alle nach 1918 naturalisierten Staatsbürger ein. Hitler ist ja glücklicherweise kein Künstler; Namen wie Bruno Walter und Blech, die das Ausland bewundernd nennt, wenn es von deutscher Musik spricht, bedeuten den Nazis natürlich nichts. Es scheint ihnen eine Kultursorderung, daß diese großen Dirigenten nebst vielen anderen bedeutenden Musikern, Schauspielern und konsequenterweise doch auch Malern, Architekten und Bildhauern— armer Lieber- mann!— aus dem deutschen Kunstleben fortgewischt werden. Als künstlerische Entschädigung boten die Nazis bisher das H o r st- Wessel-Lied, gesungen von dem nationalsozialistischen Land- tagschor unter Auwis Leitung, dekorative Photos von der Broschen- miniatur bis zum Wandbild von Hitler und Goebbels, und prunk- volle braune Palazzos. Doch in der Stille ist ihnen auch ein Orchesterdirigent gereift, der selbstverständlich jetzt per Rundfunk her- ausgestellt wurde. Es ist der als Führer der nationalistischen Klique an der Staatlichen Hochschule sür Musik nicht eben rühmlich bekannte Professor Gustav Havemann. Gustav Havemann hat als Geiger seine Qualitäten: hätte er in einem Rundsunkkonzert als Geiger mitgewirkt, so wäre das zu verstehen gewesen. Seine Leistungen als Dirigent berechtigen zu einem Auftreten vor dem Mikrophon nicht: darüber konnte es in der musikalischen Abteilung der Berliner Funkstunde auch kaum einen Zweifel geben. Havemann ist jedoch Leiter eines Orchesters, das sich anmaßend„Deutsches Konzertorchester" nennt und das feinen deutschen Geist vom Hakenkreuz bezieht. Wenn dieses Orchester die Parteiveranstaltungen der Nazis verschönt, so mögen seine Darbietungen dort einen relativ beträchtlichen künstlerischen Wert haben; über diese Grenzen hinaus reicht er nicht. Weshatb also wurde ein zweistündiges Sonntagabendkonzert im Programm der Berliner Funkstunde von diesem„Deutschen Kon,zertorchester" bestritten? Ludwig Hosmanns Mitwirkung half auch nicht viel. Die Hörer aber haben wieder einmal eine Hakenkreuzveranftaltung bezahlen dürfen. * Täglich gehen uns Briefe aus unserem Leser- kreise zu, in denen empört zu der Preisgabe des Rundfunks an das Nationalsozialistische Parteibuch Stellung genommen wird. Zu dem Vortrag des Hauptmann Schmidt- Hannooer schreibt ein Leser: „Aus diesem Wege möchte ich den Berliner Rundfunk wissen lassen, daß es heute Tagesgespräch ist, daß, wenn der Rundfunk derartige„Aujklärungsvorträge" zuläßt, wie sie ein Herr Hauptmann Schmidt-Hannover, am Dienstag, dem 12. Juli, in der Aktuellen Stunde sich erlaubt hat, diejenigen, die unter Schwarzweißrot ihre Gesundheit gelassen haben und heute unter den Schwarzweißrot- Anhängern zum Verhungern getrieben werden, den Rundfunk abbestellen müssen. Herrn Hauptmann Schmidt rate ich, daß er sich mit dem Bund Deutschnationaler Frauenoereine in Ver- bindung setzt und bei einer Tasse Kassee seine geistige Kost zum besten gibt. Ein Erfolg dürfte ihm dort sicher sein. Herr Haupt- mann Schmidt, wo waren Sie denn von 1914 bis 1918? Jedenfalls weit vom Schuß und deshalb ist Ihnen wohl Schwarzweißrot so an? Herz gewachsen!" Wir haben diesen Brief herausgegriffen, weil er in besonders knapper Form das Wesentliche zusammenfaßt, was in allen diesen Zuschriften betont wird. Es ist höchste Zeit, daß der Rundiunk sich wieder aus seine sonst so gern betonte„K u l t» r a u f g a b e" be- sinnt, wenn der Hörer ihm überhaupt noch den ehrlichen Willen zu dieser Kulturarbeit glauben soll. Schwer genug ist dieser Glauben schon gemächt. Statt sinnvoll ausbauender Arbeit, macht sich mehr und mehr billiges Gerede breit; statt geistiger Erziehung bietet man immer deutlicher die den Nationalisten genehmen Phrasen und Schlagworte. Statt auf politische Hörererziehung wird aus politischen Drill hingearbeitet. Das Wort„A b r ü st u n g" ist, wie bei politischen und nun- tärischen Spitzen, so auch in den Rundsunkvorträgen heute un- modern. Wenn von der Forderung nach Rüstungsgleichheit die Rede ist, so kaum je im Sinn« einer internationalen Verständigung über die Abrüstung, sondern fast stets nur unter Betonung des deutschen Rechtes auf A u f r ü st u n g. Auch Erich Marcks, Major im Reichswehrministerium, sprach aus diesem Gesichtswinkel im Programm der Berliner Funkstunde über„Die Rüstung der anderen". Er wies daraus hin, daß Frankreich 33 Proz. der gesamten Staatsausgaben für den Militäretat verwendet, aber man merkte ihm den. Kummer darüber an, daß in Deutschland„nur"� 19 Proz. dafür zur Verfügung stehen. Es müsse jedem Staat überlassen bleiben, nach seinem Ermessen für die Sicherheit des Landes Sorge zu tragen, sagte der Redner. Selbst wenn, wie er es zu wünschen schien, für Tanks und Luftwaffen allgemeine Rüistungs- beschränkungen ausgestellt werden würden, gäbe das ein Herrliches Wettrüsten, sofern nur in einigen Staaten Militaristen�die Füh- rung hätten oder mitbestimmten. Wer Weltfrieden will, Fortschritt, Aufftieg der Menschheit, kann nur eins erhoffen: Weltverstän- digung über einen weitgehenden Abbau aller K r i e a s m i t t e l. Es muß jedem klar denkenden Menschen irr- sinnig erscheinen/ wenn heute, wo Millionen Menschen in Hunger und Elend verkommen, ein Staat den dritten Teil seiner Gesamt- ausgaben statt dem Ausbau der Vernichtung widmet; aber ist der zehnte Teil dafür nicht noch viel zu viel? Statt eine Belehrung zu geben über die Mobilisierung von Heer, Industrie und Volk, die uns aus dem Weltkrieg noch in schrecklicher Erinnerung ist, härte Herr Hauptmann Marcks sich Donk erwerbe» können, wenn er die „Rüstung der anderen" an den Werten gemessen hätte, die aus den dafür verwendeten Mitteln sich zum Wohle der Menschheit schassen ließen. Der Rundfunk kann eins der wirkungsvollsten Werbemittel für den Friedensgedanken fein, nicht nur in„seinem" Volk, sondern, dank seiner Eigenart, in der ganzen Welt. Der Rundfunk, der systematisch den Gedanken des Weltfriedens propagiert, wird, von welchem Lande die Wellen immer ausgehen, ein wichtiger Test des Weltgewissens. Aus diesem Grunde ist auch der englische Kinder-Weltsriedenstag, der„Tag des guten Willens", von so außerordentlicher Bedeutung; denn er pflanzt in den Geist seiner jugendlichen Hörer nicht nur das Saatkorn des Friedens, er unterweist sie auch, es bewußt zu pflegen und zur Entfaltung zu bringen. Noch vor einem Jahr hat die Deutsche Welle eine ergreifend schöne Veranstaltung um diesen„Tag des guten Willens" ausgebaut. In diesem Jahre mußte er sich mit zehn Minuten am Beginn einer gleichgültigen Jugendstunde begnügen. Tes. e Buch otfgang Merrtnann: ä)eUtfche SSailkunfl des 19. und 20. Jahrhunderls Wir sind nicht sehr verwöhnt mit fesselnd und allgemeinver- stündlich geschriebenen Kunstbüchern; am wenigsten aus dem Gebiet der Architektur. Wolfgang Hermanns„Die Baukunst des 19. und 29. Jahrhunderts" aber ist ein ungewöhnlich glänzend ge- j'chriebenes Buch, mehr als das: es ist aus einem so durchdringenden, so überlegenen Verständnis der großen Bau- und Kulttirfragen heraus gewachsen, daß es das allgemeinst« Interesse für seinen Gegen- stand erweckt und auch dem Kenner neue und erstaunliche Perspek- tiven eröffnet. Das alles ist um so erfreulicher, als hier im wesent- lichen ein neuer Mann auf den Plan tritt, von dem man noch kaum gehört hat, und sogleich mit einem Meisterwerk. Man sollte mit diesem Ehrentitel sparsam umgehen; hier aber ist er am Platz, die Art, wie Herrmann seinen Stoff überblickt und dialektisch ausein« anderlegt, ist schlechthin meisterhaft. Das Vergnügen, das die Lektüre seines Büchleins bereitet, kommt gleichmäßig aus der Lust an neuen Erkenntnissen und an vollendeter Form der Darstellung; seine sach- lichen Ideen sind so überzeugend wie seine sprachlichen Formu- liemngen endgültig und formvollendet, voll von allerbesten neu- artigen Prägungen. Dazu gehört, wie selbstverständlich, die Be- schränkung aus das Wesentliche des Stosfes, auf die maßgeblichen Künstlernamen von Erdmannsdorf bis Schinkel und Moller und auf ihr« Hauptwerke. Dieses erste Bändchen, das die deutsche Architektur bis zu Schinkels Tod(1841) behandelt, erweckt höchstens Appettt auf das zweite, das die Zeit bis zur Gegenwart umfassen wird. Ausstattung und Bildmaterial ist ebenso vorbildlich in dem Rahmen der ausgezeichneten„Jedermanns-Bücherei" des Berlages Ferdinand Hirt in Breslau. Paul F. Schmidt. Weiler für Berlin: Wechselnd wolkig, nur vereinzelte Schauer; ziemlich kühl, mäßige westliche Winde.— Für Deutschland: An ber Ostsee noch wiederholte Schauer bei langsam abflauendem Winde, im übrigen Reiche allmähliche Wetterbesserung, aber noch kühl. Bcrantwortt. für die Redaktion: Rich.«ernstem, Berlin; Anzeigen: Th.«toite. Berlin. Verlag: Norwärts Verlag G. m. b. H.. Berlin. Druck: Vorwärts Buch. druckerei und Verlagsanstalt Paul Einger& Co.. Berlin SW es Lindenstr. 8. Hierzu 1 Beilage. ■- Zlte&lez. Ltdilsptele usw plAza Nähe Schles. BM. Sa.z". Slgs.J.S.B" U.| E 7 Weichsel«31 Der ttdBie Bauer 1 Inserate tm A vorwärts eichern Erfolg! koze-llieslet jnh iranilortgi Stntt 137 'U. Weidinl£ 1 UV 6 und 9 Uhr Die eiserne Innglran Gartenbtthne i Uhr Konzert u.Variete Drei arme kleine Mädels Pumpen Kobianh& Co. Pumpenfabrit Berlin N 65 Rwnidendorfer Strri« 95. Uuirtnnq-* DAban u nrKlamrmarKm WfiflT iftl«ailahren d Sp�riöhfrfl Conrad Müller BiumenMen jeder Art liefert preiswert Paul Golletz voiMats Robart Merer Mariannenstr.» "1"kirtinr"Tl Alexanderplatz Nauo Königsir. 43 Restaumnt Berlins Ii uernauie| Crdlaeitfsfalanen FreftheiisiBieil« äußerst preiswer rllner Falamenf«■■»ril« Flicfaer£ Co., WalUtraHe 1$ | Fanrransr"™] Ballonräder 34,—, 42,—, 45,—, 55,—, verchromte 65,—. Werner. Adalbertstr. 9, Kott busser Tor. Fohrräder 35,—, 39,—, 42,—, 45,—. 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KPD. oder Nazi??— Mensch, ick rede bei beedel! Ick rede... Ich rausche wie HITLER persönlich an. Kostüm: Gottes Stellvertreter. Für Zuschlag erzähle ich von e... eth... ethischen Zielen. Die Kuhköppe sieden... Ich rede mir Schwielen. Wahlreden sind: Rausch von schlechtem Aether..., KPD. oder Nazi??— Ick pfeife uff beede!! � Ick rede... Neulich sprach ich bei den mittleren Bürgerparteien. (Die sind politische Unterswfe...) Da stand ich da und stand ganz allein. Es war wie ein stummer Gesangverein... Ich machte ooch noch die Zwischenrufe!! Ich und ran:„Der Bürgerblock ist Rettung vor Moskau, vor Hitler, Ick rede... Einer sagte, ich wäre: politische Korruption. Und darin wör Deutschland jetzt groß... Wenn ich sowas von weitem hör, loche ich Hohn. Mein Charakter selbst ist aus Eisenbeton. Ich bin bloß arbeitslos... KPD. oder Nazi?— Mensch, ich arbeet bei beede!! Ick rede... Manchmal wachs ich mir selber zum Kehlkopse raus. ... Der politische Musikautomat! Mein Gehirn sieht streng automatisch aus. Die Partei wirft was rein. Ich spucke sofort Programme aus... An mir lernt noch jeder Staat! Was wollen Sie?— Ich schleppte auch lieber Kohlen, Statt das deutsche Stimmvieh heranzuholen... Ich rede bald Kopssalat. KPD. oder Nazi??— Von mir aus: Beede!! Ick seh ja zum Jlick nich, wat ick rede... Ick rede... Insoweit ist alles im klaren. Man ölt mich. Und ich liejcre die Waren. Bloß worüber ich niemals das Staunen verliere: Daß die ooch noch glauben, was ich deklamiere!— ßtandgCoMen$ut �Caftt! Di« jetzige Reichsregierung ist nicht verjüngt, sondern verjunkert. * Konzentrationskabinett? Ja, Konzentration der Republik» feinde! * Nicht„herrlichen Tagen" führt uns v. Pape» entgegen, sondern sreiherrlichen. * Fünf Mitglieder des Popen-Kabinetts sind„von": hoffentlich sind sie bald auch da— von! * Steuererlaß wurde versprochen— stimmt, es sind mehrer« neue Steuern— erlassen. -i° Die„Wehrhoheit" ist nicht die einzige„Hoheit", noch der sich die Deutschnotionalen sehnen. * Hellseher Goethe! Wie heißt es im„Faust":„Der trocken« Schleicher.. * Gleich zwei SA. beschert uns v. Papen: Nazi-Sturm-Ab- teilungen und Loziol-Abbau. » Mecklenburg hat den Nazis«ine absolute Mehrheit be- schert, es verdient sein Wappen. i- Noch eine Reichstogsauflösung, und wir haben die— Reichs- auflösung. * Nach dem 31. Juli kommt der A u g u st, aber nicht der— August Wilhelm. e- „Deutschland erwache!" � Die Nazischreier sollten es lieber endlich einmal zur Ruhe kommen lassen! H. P. fieno öftCiiMaegert 'Hafte fleptun In Brasilien sind van neuem mehr als 6!4 Millionen Sack Kaffee ins Meer versenkt worden. Wie ich soeben erfahr«, beabsichtigt der bekannte Unternehmer Neptun, Generaldirektor der Atlantik A.-G., der Stillen Ozean A.-G. usw. eine epochale Neuerung einzuführen: Cr wird die ganze Ostküste Amerikas als Cafe einrichten. Die Preise werden äußerst niedrig gehalten sein, da der Inhaber des Cafes nur die Z u b e- r e i t u n g des Kaffees vorzunehmen hat. Infolge der Wirtschaft- Ein Waßisptucti— ein Watiupmcfi Spagietgang mit Scume dutcft* Heute/ 1W{ftudoif Hejnner „Die Vernunft ist immer republikanisch", ein Wahlspruch ist das — ein Spruch zur Wahl: ein Wahrspruch obendrein: ein Spruch, den wir wahr machen müssen. Gottfried S e u m e hat ihn geformt: einer von uns— denn immer und überall ist der „Freiheit"-Ruf erhoben worden. Als Seumes Ruf zum erstenmal erklang, stand Preußen ein Jahr vor Jena— 1805. Ehe wir uns von Seume durch Staat. Wirtschaft, Justiz, Politik führen lassen, ein Blick auf sein Leben: diesen Kampsweg ohne Sieg. Der Bauernsohn wird 1763, am Ende des Siebenjährigen Krieges, geboren. Man entdeckt und fördert den begabten Jungen: steht er erst auf der Kanzel, sieht man ihm seine Herkunst gewiß nach. Seume, der geborene Freidenker, wehrt sich aber mit Riesenmut gegen die geheiligte Tradition, studiert Sprachen und Philosophie: der Proletarierstudent bekommt den Magistertitel— aber kein Amt. Eines Tages wird er von Werbern gefangen und mit zwölftausend übers Meer geschafft. Die Freiheit im Herzen, muß er als Söldner gegen die junge amerikanische Freiheit kämpfen. Daran hat er lebenslang gelitten:„Seht, wir Wilden sind doch bessere Menschen." Dann muß er für Rußland gegen Polens Freiheit kämpfen, sieht die Großen der Erde aus erschreckender Nähe: mit Republi- kanerougen. Er durchschaut das Unwesen des Kapitalismus, den Fluch von Militärs und Staatsdilettanten. Er wandert durch Rußland, Finnland, Schweden, Deutschland, Italien, Frankreich. findet und oersteht überall das Volk in seiner Not. Innerlich frei, lebt er abhängig in seiner knechtischen Zeit: stirbt 1810, ohne die Aufhebung der Leibeigenschaft durch Stein zu erleben. In ihm lebt die Solidarität aller Unglücklichen. Er meint einmal:„Jedes gute Buch müsse näher oder entfernter politisch sein." Nun. dann hat er uns ein gutes Buch hinterlassen.(Keine„Werke", sondern Beob- ochtetes.) Seume hat für uns gelebt. Für die Vorkämpfer von 1848 kam feine Freiheitserkenntnis noch zu früh. Vom Staat:„Ich halte dafür, daß in einer wohlgeordneten Republik am meisten Menschenwürde, Menschenwert, allgemeine Gerechtigkeit, allgemeine Glückseligkeit möglich ist." Also setzen die Feinde alles daran, jede Ordnung zu zerstören, und zwar die inneren Feinde. Denn„eine Nation hat immer mehr nötig, gegen ihre inneren Feinde... zu wachen als gegen ihre äußeren. Selten ist eine Nation durch ihre äußeren Feinde zerstört worden." Die inneren machen sich die verhaßte Volksrepublik dolchstoß- und schießgerecht, das—„System"! Das Dritte Reich soll dafür gewiß ein„Staatskörper" werden:„denn man hat bis jetzt wenig daran gedacht, auch Seele hineinzubringen." Als Wirtschaftsform fordert Seume den Staatssozialis- mus und bekämpft jedes Privileg: Vorrecht ist Unrecht:„Das erste Privilegium ist der erste Ansatz zum Krebs des Staatskörpers." Das Privilegium von heute ist braun— Jacke wie Hose. Seume höhnt: „Der Dummkopf wird ein Mann im Staate, denn sein Herr Dater saß im Rate. Das ist das Privilegium." Dieser Staat ist keine Wohlsahrtsanstalt, aber er sollt« es sein:„der Staat sollte die Wohlhabenheit aller zu fördern suchen, fördert aber nur den Reich- tum der einzelnen", den der Geldgeber, der Privilegierten. Wer hat, dem wird gegeben: zum Lohn für seine national„sozialistische", d. h. antisoziale Gesinnung.„Wer sein Vermögen nicht mehr ver- walten oder verwalten lassen kann, hat für sich und den Staat als Bürger zuviel." Guter Seume, die Unvernunft ist eben immer antirepublikanisch, und saniert werden heißt: sich gesund stoßen. Die Kleinen hängt man, die Lahusens läßt man— verteidigen, und der Staat übernimmt die privilegiert heruntergewirtschafteten Aktien- pakete zum Papen-Kurs. Dabei ist„für den Staat nichts ver- derblicher und in dem Staat nichts ungerechter als eigentliche Staatspapiere. Die Inhaber der Staatspapiere gehären meistens zu den Reichen oder wohl gar zu den Privilegierten. Die Zinsen werden wieder aus den Staatseinkünften bezahlt, die meistens von den Aermeren bestritten werden": laut Notverordnung... das ist das Privilegium. Auch die Justiz hat eins: Die Unabsetzbarkeit ihrer Richter. Das Reichsgericht ist sogar unfehlbar wie der Papst. Seume hat recht—„je mehr Gesetze, desto weniger Gerechtigkeit". Aber„wir Volk",„wir wollen keine Gnade, wir wollen Gerechtigkeit. Gnade gehört bloß für Verbrecher", und weil ein Republikaner wie Carl von Ossietzki kein Verbrecher ist, so gibt es keine Gnade für ihn, aber auch keine Gerechtigkeit, sondern l'A Jahre Gefängnis: das ist das Privilegium, die lex Ossietzki, deren Opfer Tausende sind. „Wer keine Ungerechtigkeiten vertragen kann, gelangt selten zu An- sehen in der Gegenwart, und wer es kann, verliert den Charakter für die Zukunft." Und der Mann, der gerichtsnotorisch eine falsche eidesstaatliche Versicherung abgegeben hat, bleibt straffrei, weil er überhaupt gar keinen Charakter besitzt. Das ist— die Legalität. Noch nicht genug, sagt Herr von G a y l. Wer keine Unge- rcchtigkeiten vertragen kann und so republikanisch ist, keine zu dulden, der wird mit Verbot bestraft. In das Weltecho zum„V o r w ä r t s"- Verbot klingt Seumes Stimme:„Wenn etwas hart bestraft wird, so beweist das gar nicht, daß es unrecht ist: es beweist bloß, daß es dem Vorteil der Machthaber nachteilig ist! Oft ist gerade die Strafe der Stempel der schönen Tat." Es ist den Machthabern tief zuwider, daß die Vernunft republi- kanisch ist, daß sich von den Millionen Vernünftigen„niemand fürchtet, zu sagen, was die Sache ist". Seume, der„Freiheit"-Rufer und Gerechtigkeitssucher, durchschaut die Macht.„Wo die Regierung militärisch wird, ist es um Freiheit und Gerechtigkeit getan." In Paris erlebt er 1805 Napoleon, den schwergerüsteten Diktator Europas und hört vom Volk:„Die Generale nannte man les man«eurs öe Iz PepudHyuc"(die Fresser. D. Red.). Und ihre Opfer? Die Invaliden, denen aber Bonaparte nicht die Renten kürzte. Das blieb dos Kabinettstückchen von Benito Hitler. Die Kriegsopfer,„die guten Getäuschten, glauben vielleicht immer noch. für Freiheit und Gerechtigkeit gefochten zu haben und verstümmelt zu sein." Die Infamien national„sozialistischer" Wahiplakate scheinen eine ewige Völkerkrankheit zu sein. Seume warnt:„Die Kriege sind meistens Völkerinfamien, die erst durch die Friedensschlüsse recht liquid wurden: oft auf einer Seite, oft auch auf beiden." Lausanne hat bewiesen, daß die letzte Völkerinsamie(Infamie der Machthaber gegen die Völker) keine Sieger, sondern nur Verlierer zurückgelassen hat. Wenn wir aber die nächste Infamie, den Gistgaskrieg, nicht vorher erwürgen, dann wird es nicht einmal mehr Ueberlebende geben. Das Volk will ausbauen, die Machthaber drosseln Ver- ständigüng und Siedlung. Wir wollen Arbeit: von Notverordnungen werden wir nicht satt. SA. über uns:„Leider scheint jetzt für Deutschland die einzige Hoffnung in der Zerstörung zu sein. Unsere Leiden kommen nicht von außen, sondern von innen." Aus den 31. Juli folgt der 1. August. 1914 bedeutete das den Krieg. Heute ist das Volk Eine Eiserne Front: zum Frieden gerüstet. Fürchterlich ist der Blutweg. Am Tag der Entscheidung muß er ein Ende haben. Wir bekennen uns— Dank dir, Gottfried Seume!— zur Vernunft, und die ist: immer republi- kanisch. lichen Krise ist es ihm nämlich gelungen, die R o h st o f f e zu den denkbar billigsten Preisen einzukaufen, nämlich— u m s o n st! Der Kaffee selbst wurde ihm von Brasilien gratis ge- liefert: die Großhändler ließen 985105 Kasseesäcke ins Meer werfen: die Großfarmer aus Kanada steuerten 100 000 Büchsen kondensierte Milch bei, und die erforderlichen Mengen Zucker stellt« Kuba zur Verfügung, das bekanntlich wegen seiner Ueberproduktion gewaltige Mengen von Zucker und Zuckerrohr den atlantischen Fluten übereignete. Falls sich das Unternehmen rentiert, will Neptun, wie ich höre, ein ähnliches Etablissement in seiner kleinen europäischen Filiale, der Ostsee, einrichten: Hier rechnet er damit, daß in Kürze d i e nicht absetzbaren Mengen deutschen Brannt- weins aquadestilliert werden. Die Ostsee soll dann als Bar ge- führt werden: von Finnland hat Neptun bereits auch ein An- gebot erhalten: die Regierung will ihm die riesigen, bei Schmuggelversuchen beschlagnahmten Mengen Alka- hols kostenfrei überlassen. Auch über die Beschaffung von Backwaren für seine neuen Be- triebe macht sich Herr Neptun kein« Sorgen. Er rechnet mit Be- stimmtheit damit, daß die wahnsinnige Menschheit ungeheure Quantitäten von Getreide, Mehl, Kakaobohnen und Früchten, deren normaler Verkauf die Weltmarktpreise zu sehr drücken könnte, dem- nächst noch ins Meer versenken wird. $eoYg Sefiwatgt £in Staat im Staate Helmut Wickel, ein junger Wirtschastshistoriker, der mit viel konkretem Wissen um die realen Triebkräfte unseres Erdballs plastische und anschauliche Darstcllungsmethoden verbindet, hat im Bücherkreis ein Werk über die JG.-Farbenindusirie herausgebracht. („3 G.- D e u t s ch I a n d. Ein Staat im Staate.") Der Autor bleibt mit seinem neuen Werk auf der populärwissen- schastlichen Linie, seine Aufhellung der materiellen Hintergründe unserer monopolkapitalistisch beherrschten Welt ist allgemein ver- ständlich. Die Brauchbarkeit seiner Arbeitstechnik hat er schon zuvor in seiner wirtschastsgeschichtlichen Monographie über den Zündholz- trust Ivar Kreuzers bewiesen. Er hat schon zu einer Zeit mit kritischer Feder den Nimbus des gigantischen Hochstaplers an- gezweifelt, als noch alle, die heute den Kreuger-Skandal literarisch ausschroten, jegliche Kritik gegen diesen Siegfried des Kapitals als schamloses Sakrileg eines marxistischen Ketzers empfanden. Mit seinem neuen Buch wirst Wickel grelles klares Licht aus den profanen Blicken so sorgfältig verborgenen Aufstieg und Macht- kämpf jener Firma, die heute die stärkste Position im Geflecht der deutschen Wirtschaft hält. Wickel schreibt keine trockene, gelehrsame Abhandlung, er trisst den Ton einer spannenden, aktuellen Re- portage. Ein Gang durch das Leuna-Werk und eine rasche und treffende Uebersicht des Wachstums der Chemie im Zeit- räum der bürgerlichen Entwicklung bereiten vor auf das Kernstück des Buches: das Chemiekapital übernimmt das politische Kommando in Deutschland. Auch der Ausbau der wunderbarsten aller Wissenschaften gebiert unter der Fuchtel des Kapitalismus Elend und Unterdrückung. Nachdem aus der Goldmacherkunst, der Alchemie, über die Anfangs- gründe chemischer Erkenntnisse der europäischen Medizin, am Vor- abend der bürgerlichen Revolution, Lavoisiers Theorie die Grund- läge der modernen chemischen Wissenschaft gelegt hatte, konnte das Jahrhundert der kapitalistischen Welteroberung zu neuen Eni- deckungen und neuen chemischen Möglichkeiten schreiten. Zahllose Menschenopfer zeichnen den Weg dieses chemischen Triumphzuges. Von den Krappbauern Frankreichs, die von den Teerfarbcn aus- gerottet wurden, über die verhungerten Indigokulis Indiens, bis zu den Hunderttausenden Soldaten, die den Fortschritt der Chemie auf den vergasten Feldern des Schreckens im Weltkriege mit Ge- sundheit und Tod bezahlten— ein unübersehbares Leichenfeld! Der neue Phönix, der in Deutschland aus dem Trümmerhaufen des K�es aufsteigt, der Konjunkturgewinner aus Blut und Tränen,' heißt I G.- F a r b e n, der deutsche Chemietrust. Wie Wickel diesen Aufftieg schildert, seine Methoden mit Zeugnissen der Chemie-Herren selbst belegt, den Kampf zwischen den neuen Farben- mönnern und der alteingesessenen Herrschast der Schwerindustrie klarlegt, das ist der wichtigste, aktuellste und brauchbarste Teil seiner Arbeit. Was wir, wenn wir mit offenen Augen leben, jeden Tag deutlicher und deutlicher erleben, das erklärt uns Wickel. Warum der Einfluß des Chemietrusts auf die Regierung ständig wächst: warum Dr. h. c. Hermann Schmitz, dem Finanzberater Brünings, der in Aussicht gestellte Posten des Reichssinanz- Ministers längst nicht verlockend genug erschien, um seine Stellung bei der IG.-Farben dafür preiszugeben: warum Herr Warm- b o l d als Vertrauensmann des Chemiekapitals im Kabinett der Barone sitzt: und warum die internationale Zusammenfassung des europäischen Kontinents zu einer Großmacht mit imperialistischem Vorzeichen so zielbewußt und energisch angestrebt wird. Wer sich um die Erkenntnis der Zusammenhänge im politischen Geschehen der letzten Monate bemüht, darf an„JG.-Deutschland" nicht vorübergehen. Mit sozialistischer Weitsicht und schlagender Gegenständlichkeit beweist das Werk die Wechselwirkungen zwischen Wirtschaft und Politik am Exempel des Farbentrusts. Arbeiter- Fußball Baumsdiulenweg Sieger im Biiizturnier Fußballblitzturnier in Lichtenberg! Trotz des schlechten Wetters hatten sich dach noch fast Still Zuschauer eingefunden, sind sie wurden nicht enttäuscht. Mannschaften, die von allen als Favoriten ange- sprachen wurden, mußten Niederlagen einstecken. So ging es Lichten- berg I, so erging es den Pankowcrn. Einzig die Baumschulen- w e g e r konnten mit dem Gewinn des Turniers den Platz verlassen. Sie kämpften im wahrsten Sinn« des Wortes in jedem Spiel. Die Pankower hatten reichlich Pech, daß sie gegen Lichtenberg II nur unentschieden spielten und gegen Baumschulcnweg nur knapp mit 2: 1 verloren. Im Spiel gegen Baumschulenweg verloren sie nur deshalb, weil ihr Torwart einen schon gefangenen Ball wieder fallen ließ, den die Baumschulenwegcr dann mühelos einsenden konnten. Lichtenberg I hatte eigentlich reichlich Glück. Nur durch zwei Elfmeter war es ihnen nioglich, das eine Spiel zu gewinnen und das zweite unentschieden zu gestalten. Ein Lob muß dem Lcr- anstalter zugesprochen werden: Erst acht Monate besteht der Verein. Wenn er es trotzdem auf sich genommen Hot, ein solches Turnier zu veranstalten, hat er dieses Wagnis gut hinter sich gebracht. Die einzelnen Spiele zeitigten folgende Ergebnisse: Lichten- berg l gegen Pankow: Die Lichtenbcrger, die während des ganzen Spiels mehr für sich hatten, mußten trotzdem eine knappe 2: l» Niederlage einstecken. Baumschulenweg gegen Lichtenberg II: Die Baumschulenwcger waren stets die tonangebend« Mannschaft. Durch ein Selbsttor des linken Verteidigers ging Lichtenberg in Führung, doch nur eine Minute später war der Ausgleich hergestellt. Pause 2: 1. In kurzen Abständen schraubten die Baumschulenweger da- Ergebnis auf 4: 1. Daß die Lichtenberger gegen Pankow ein un- entschiedenes Resultat von 1: 1 herausholen würden, glaubte wohl niemand. Ja, die Lichtenberger gingen sogar in der 7. Minute in Führung. Aber bereits 5 Minuten später hotten die Pankowcr gleichgezogen. Dabei blieb es auch bis zum Schluß. Das Treffen Lichtenberg I gegen Baumschulcnweg gewannen die Lichtenbcrger erst eine Minute vor Abpfiff mit 2:1. Die Baumschulenweger haben diese» Spiel unverdient verloren, zumal der Torwart geradezu unmögliches leistete. Dann kamen die aussichtsreichsten Partner zu- sammen: Pankow und Baumschulcnweg. Die Pankower gingen mit gutem Angriffsgeist in den Kamps. Während die Seiten noch mit dem Ergebnis von 1: 1 gewechselt wurden, gelang es den Baum- schulenwegern in der zweiten Halbzeit da- Resultat auf 2:1 zu stellen. Der Clou des Tages war die Begegnung der beiden Namens- vettern Lichtenberg I und Lichtenberg II. Wer wird hier Sieger bleiben? Die ersten hatten wohl immer mehr vom Spiel, konnten jedoch gegen die gute Hintermannschaft der zweiten nichts erreichen. Erst ein Elfmeter brachte sie zur Führung. Kurz vor Schluß ge° lang den zweiten dann doch noch der Ausgleich. Das Ergebnis des Turniers: Sieger Baumschulenwcg 4:4 Punkte. Es folgt Pankow und Lichtenberg I mit je 3: 3 Punkten und Lichten- berg II mit 2:4 Punkten. Hansa 31 hatte sich in letzter Minute Vorwärts- W e d d i n g verpflichtet. Die Hanseaten mußten mit beiden Mann- schaften Niederlogen einstecken. Hansa gegen Vorwärts 2: 6, zweite Mannschaften 0: 3. Minerva gewann gegen Friedenau hoch mit 10: 0. Acfaüec-H&id&ail Ein Spiel gegen Dänemarks Frauen. Während in letzter Zeit überall im Bundesgebiet durch Bundes- mcistcrschafts. und Städtespiele durch die Deutschlandreise der Schweizer Länderhandballmannschast und ähnliche Großkämpse Hoch. betrieb im Arbeiter-Handball herrschte, sind die Handball- anhänger der Rcichehauptstadt etwas still gewesen. Um so erfreulicher aber ist es, daß es der FTGB., Bezirk Süden, gelungen ist, eine gegenwärtig zu Propagandaspielen durch Deutschland reisende dänische Frauen-Handballmonnschast zu verpflichten. Im Rahmenprogramm sind mit der FSV. Fichte für Südens 1. Jugend und dem Volkssport Neukölln für Südens I. Männer zwei Ortsrioalen verpflichtet worden, mit denen zwar freundschaftlichste Bande bestehen, aber auf dem Spielfeld dach schon manch harter Strauß ausgetragen wurde. Trotz dieser fesselnden Vorkämpse wird sich das Hauptinteresse auf das Frauenspiel„Boldklubben Hermes- Kopenhagen"— FTGB.-Süden konzentrieren. Das Spiel findet um 18 Uhr auf dem Platz am Urban statt. 93 " Bundesmeisterschaften Die größte Radsportschau der Welt in Halle. Der Arbeiter-Rad- und Kraftsahrer-Bund S o l i d a r i t ä t trug am Ib. und 17. Juli in Halle an der Saale seine Bundes- Meisterschaften aus. Diese Wettkämpse waren die größte Radsportschau der Welt, denn sie umfaßten 56 Wettkampf- arten des Rad- und Motorradsports. Es haben daran teilgenommen 1300 Wettkämpfer und Wettkämpferinnen aller Altersklassen, die schon die Bezirks-, Gau- und Gaubundmeisterschasten errungen katten. In Halle konnten also nur starten die Besten von den 600 Bahn- fahrcrn, 2000 Straßenwettfahrern, 1800 Radpolospielern, 7000 Rad- ballspielern und 30 000 Saalfahrcrn des Bundes Solidarität. Das Programm für die größte Radspartschau umfaßte 26 Reigcnwettbewerbe, 14 Kunstsahrcrvorsührungen, 31 Radball- unh Radpolospicle, 8 Straßcnwettbcwerbc, 18 Bahnrennen und 6 Motorradfahrerwcttbewerbe. Nachdem schon im Verlaufe der Woche aus allen Teilen Deutsch- lands die Feftteilnchmer eingetroffen waren, traf am Freitag der Hauptschub der Wettkämpfer und Zuschauer per Bahn, auf Lost- wagen, zumeist aber auf Rädern in Halle ein. Am Sonnabend fand die Eröffnung der Veranstaltung statt. Die Mannschaften standen nun bereit zu den Wettkämpfcn. Der imposante F e st z u g der 1300 Wettkämpfer am Sonntag- mittag vom Volkspork nach der Radrennbahn wurde von riesigen Zuschauermassen bewundert. Das Wettsahren der Radfahrer und Motorradfahrer auf der Straße oM Sonntagnormittog und die Bahnrennen am Nachmittag verliefen mustergültig. Bei den Rad- ball- und Radpolospielcn wurden durch bewundernswerte Leistungen die Zuschauermassen zu stürmischen Beisallzkundgebungen hingerissen. Mit einem Aufmarsch aller Wettkämpfer am Sonntagabend im großen Saale des Aolksparks wurde die große Feierlichkeit der Bekanntgabe der Bundesmsister eingeleitet.— Nach einer Schilderung des großartigen Verlaufs der Wettkampfoeranstaltung dankte der Bundesvorsitzende Niemann allen Wettkampfteilnehmern, Schiedsrichtern und Helfern aus dem Bunde und der Ortsgruppe Halle. Mit einem von den Massen begeistert gerufenen dreifachen „Frischaus" wurde die Veranstaltung geschlossen. Die Bundesmeisterschaften wurden errungen von den nachstehend genannten Fahrern und Mannschaften: Vierer-Schulreigen, Zugend: München 51,50 Punkte; Fnhrerinnen: Hanno- ver 80 P.— Sechser-Schulreigen, Jugend: Schwenningen iLo«> Zg P.: Fahre- rinnen: Frohnlach zS.M P.— Achter-Lchulreigen, Fahrcrinncn: Sandhof 57, Z0 Punkte: Zugend: glkl(Loot 40 P.— Zwölfer-Schulrcigen. Zugend: girchheim 54,50 P.— Bierer. Kunftrcigen B, Fahrer: Zornwestheim 69,44 P.j B, Fahrerinnen: Frankfurt, Bornheim 67,7» P.: A: Nauheim 84,72 P.— Lechscr-gunft- reigen B; Gablen, 66,48 P.; A: Erfurt 83,67 P.— Achtcr.gunftreigen B:(Sörlih 87,07 P.; A: Schwanewede 73,08 P.— Bierer. Steuerrohrreigcn: gornweftheim 83,02 P.— Sechscr-Steuerrohrreigin: Petsa 79,93 P.— Achter-Steuerrohrreigen: Frankfurt. Altstadt 72,90 P.— Bierer-Einradr-igen: Steindach i.?. 87,68 P.— Sechser-Einradreigen: Zostheim 81,83 P.— Achier-Einradreigen: Frankfurt-Altstadt 82,20 P.— Sechser, öchinuckreigen: Sulzgries 64 B.— Achtcr-Schmuck- reigen: Breslau 67 P.— Zwölfer-Schmuckreigen: Planih 37 P.— Zwölfer- Farbcnreigen: Ehemnift 62 P.— Einer-gunfifahref»: Zirndorf 18,73 P.— Zweier-Aunstfahren: Pirna 13,83 P.—«hruppen.gunftfahrcn. Freiburg i. B. 17,06 P.— Zweier-Nadballspiel: Einsiedel.— Dreicr-Naddallspiel: Braunadorf. — Eechscr-Radballspiel: Einsiedel.— Zwcicr.Radvolo: Altrin: Spielerinnen: Oberhöchstadt.— Dreier-Radpolo: Griesheim.— Etraßinwettbewerbe. Motorrad- fahrcr-Zuverläfsigkeitofahren: 200 Kilometer, Klaffe L. Klaffe C; Klaffe A.— Motorradfahrer. Tcnipofahren: 10.Kilometer:.Eegrens-stuttgart 7 P.: 21 gilo, Meter: A. Molgedci.Zönigsbcrg 3 P.: 3 Kilometer: S. Wedel-Weiterstadt 17 P.— Radfahrer. Zuverläffiakeltsfahren: 30- Ailometer. Mannschaftsfahren: Berlin 81 Min. 3 Sek.— 30.gilometer-Ein,el 1900. Meter-Siasette: Mannheim 19 Min. 18 Sek.— lOO-Meier-Langsamfahren: H. lZrth.Höchsi 18 Min. 19 Sek.— Bahnrennen. 2. Filameier. Rennen:®. liausier. Denkendork.— lO.gilomeier.Rennen: Reihel-Steiiin 18 Min. 33 Sek.— l.flilo. meier.Rennen: M. Mrner.NUrnbera 1 Min. 21 Sek.— ä.Ailometer.Rennen: Hassert-Mutterstedi 8 Min. 10 Sek.— 20.Ailometer,Mannschaf!sre>inen.— oxlOOO.Meier.Stafeite: Nürnberg 7 Min. 48 Sei. Schwimmfest in Rathenow Erfolge der Berliner Arbeätersch wimmer Zur Feier seines zehnjährigen Bestehens hatte am Sonntag der ,.W asserspartverein Rathenow" eingeladen. Neben den Vereinen aus Wittenberge und Potsdam waren als Vertreter Berlins die Vereine Hellas und Charlotten bürg an- wesend. Ale Auftakt war ein Aufmarsch durch die Stadt vorgesehen, der aber in letzter Stunde durch die Polizei verboten wurde. Grund: Demonstration von ortsfremden Notverordnungsj-icken. In den Schwimmkonkurrenzen stellten erwartungsgemäß die stärkeren Berliner Vereine abwechselnd de» Sieger. In der Eräff- nungstraulstasettc führte Charlottenburg vom Start ab und gewann vor Hellas. Bei der L-Klasse siegte Potsdam vor Rathenow und Charlottcnburg-Iugend. Mehr als bei den Stafetten stelltOfposirh bei den Einzelkonkürrenzen verschiedene Nachteile der Schwimmbahn heraus. So ist es erklärlich, daß die Startenden weit hinter ihren jeweiligen Zeiten zunickblieben. Im 200-Mcter-BrustIchwimmen, konnte der Bundesbeste Fr. K r ü h n- Charlottcnburg nur 3:12,8 und im 100-Kraulschwimmen der.-V-Klasse Ernst Grühn nur 1:07 erreichen. Die Zeit von Pohle-Hellas im 100-Meter-Rücke>i< schwimmen 1:25,8 bestätigte das Gesagte. In der Männer-Lagen- stafctte 3X100 Meter gab es, nachdem Eharlottenburg beim Brust- schwimmen noch leicht in Führung lag, bei den Rückenschwimmern ftiarsen Kampf. Die ablösenden Ki auler starteten zu gleicher Zeit. Nach anfänglichem Widerstand konnte Eharlottenburg sich frei machen und ein Stück vor dem gegen Schluß lustlos schwimmenden Hellasmonn anschlagen. Dritter wurde eine si-Mannschaft von Wittenberge Die Frauen Rathenows zeigten bei einem Figuren- liegen gutes Können. Iin Schwimmen sah man gute Leistungen von Peters-Potsdam, die das Frauenbrustfchwimmcn über 100 Meter und die Frauenbruststafette als Schlußmann in einer mit Char- lottsnburg kombinierten Stafette als Sieger sah. Da» Rückenschwimmen der Frauen war eine Rathenower An- gelegenheit. Sieger wurde Schreiber vor Schulenburg. Der Nachwuchs hatte Gelegenheit, in einem Iuaendbrustichwimmen der männlichen Jugend über 100 Meter und einem Kraulschwimmen über die gleiche Strecke seine Kräste zu beweisen. Sieger in der Brustlage wurde bei der �.-Klasse G u t l o w j k i» Hellas, bei der si-Klasse Morgener- Wittenberge. Bei den Kraulern T e s k e- Hellas und O e r t w i g- Hella». Spannende Wasserballspiele be- schlössen das Fest. Erüffniingskroiilsiafcif« 6x30 Meter, 9 lasse 4: 1. Charlaiienbuxg 3:13,3; 2. Kella» 9:22. Älass» B: 1. Pot«dam 8:31,2; 2. Rathenow 3:88,4.— Männer. hrustschwimmen 200 Meter. Klaffe B: 1. St. Brnauer(Eharlotienbnrg) 3:10,3: 2. Steffen(Poiäbom) 8:23.— Münnerkrnulfchwimwen. Klasse B: 1. Albrechi (Eharlottenburg) 1:18,4; 2. Stiiraett(Hello») 1:19; 3. Willherg l Rathenow) 1:19,2. — Rännerlagenstafette 3x100 Meter: 1. Eharloiicnburg 3:38,4; 2. Hella- 4:08,3. — Iugendlogensiafette 4x60 Meter: 1. Eharlottenburg 2:49,2: 2. Hella» 2:30.4.— Fraucnbrusistafelic 4x30 Meter: 1. Poisdam-Charloltenburg kombiniert 3:24,6; 2. Rathenow I 3:83. ... und in kinsterwalde Die Arbeiterschwimmer in Fin st erwalde hatten zu ihrem zehnjährigen Jubiläum die„Freien Schwimmer Spandau 18" zu Gast geladen. Die Spandauer konnten einige schöne Erfolge erzielen, so besonders in den Staffeln und bei den Wasserballspiclen. Im Rahmen des Festes wurde das Endspiel um die Wosserballmeister- schoft des 16. Kreises ausgetragen: Senftenberg und Spremberg trennten sich nach wechselvollem Spiel Mit 6: 2 Toren für Senkten- berg. Vor Beginn der Wettkämpfe demonstrierten die Schwimmer und die anderen Festtetlnehmer durch Finsterwolde. 6x30.Mrirr.Kraulstafetie: 1. Spandau 3:28: 2. Sprcmbcrg 3:38.— Zuacnd- lagenstafeti« 4x30 Mrtrr: I. Sprsmberg 2:49: 2. Spandau 2:31.— lOO-Mcirr- Kraulschwimmen für Männer. Klaffe B: 1. Kannowade lSpandau) 1:17: 2.(Säbel fLauierbergl 1:17,6.— Bruftschwellsiofeiie 30, 100, 200, 100, 30 Meter: i. Sprem, berg 8:04; 2.(Huben 8:07: 3. Spandau 8:18.— Kraillstofette 10 50 Meter: 1. Spandau 6:04,8;». Spremberg 6:19,4,— Wasserballfpiele: Spandau II— Finst erwalde 1 3: 8 11: 2): Spandau 1— Leipzia-Süd 1 3: 0(3: 0): Spandau I— Au». wahlmannfchaft 3. Bezirk, 18. Kreis 4:0(2:0). Deutsche Rad-Meisterschaften Erich M51Ier und Hans Dasch sind Meisfer Der Haupttog des 48. Deutschen Bundesseste- de» Bunde» deutscher Radfahrer in Nürnberg hatte am Sonntagnach- mittag mehr als 10 000 Zuschauer nach der Bahn am Reichel»- dorfer Keller gelockt, wo die'Bahnmeisterschaften beendet wurden. In der Meisterschaft der Amateure über 1 Kilometer setzte sich der Titelverteidiger Hans Dasch. Berlin, in gutem Stil« durch. Im Entscheidungslauf mit dem Breslauer Frach ging Dasch sofort resolut an die Spitze, die er nicht mehr abzugeben brauchte. Den dritten Platz sicherte sich der Kölner Merken? leicht gegen Arndt- Krefeld. Der Breslauer Frach entschädigte sich für diese Niederlage durch einen Sieg in der Zweisitzermeisterschaft, die er mit Mertens- Köln, als Partner an sich brachte. Die Spannung der Zuschauer erreichte dann ihren Höhepunkt, als die acht ouserwählten Dauerfahrer zum Kamps um die S t e h e r m e i st e r s ch a f t an- traten. Weltmeister Sawall hatte Startnummer 1 gelost, hinter ihm standen Möller, Hille, Schäfer und die anderen. Lange konnte sich der Titelverteidiger jedoch der Führung nicht erfreuen. Schon in der 17. Runde kam Erich Möller in großer Fahrt aus: ein kurzer Kampf und Sawall mußte die Spitze dem Hannoveraner überlassen, die dieser bis zum Ziel nicht mehr abgab. Der führende Möller war stets überlegen und gewann schließlich mit einem Vorsprung von fast drei Runden gegen Sawall, ebenso weit zurück folgte Arewer als dritter. Die Tour de France Etappe Pcrpignan— Montpellier Nachdem der Belgier Vorwaecke wegen eines Schlüsselbein- bruchs auf die Fortsetzung der Fahrt Jotte verzichten müssen, starteten am Sonnabend früh noch 71 Fahrer zur 7. Etappe der Tour de France, die von Perpignan über nur 168 Kilometer nach Montpellier führte. Die Akteure gönnten sich nach den An- strengungen der Fahrt durch die Pyrenäen Ruh», und so wurde diese Etappe ein« gemütliche Spazierfahrt. Es gab auch recht wenig Defekte, lediglich die beiden Franzosen Pitt und Archambaud büßten beim Wechseln ihrer Reifen eine bzw. zwei Minuten ein. Die übrigen 69 Fahrer, darunter auch alle Deutschen, trafen geschlossen nach einer Fahrzeit von 5: 33: 17 am Etappenziel in Montpellier ein. Der spurtschnelle Berliner Kurt Stapel kam diesmal nicht Achtung, Eiserne Front! Die Reichsregierung hak ein allgemeine» Demansirasionsverbol erlassen. Arbeitersportler, beachkek den poliiischen Teil dieses Blakles und des morgigen„Vorwörls"! rechtzeitig aus dem dichten Rudel heraus, und auch von den anderen Deutschen konnte sich keiner plazieren. Den Endspurt und damit die wertvolle Zeitgutschrift von vier Minuten gewann wiederum der Belgier B o n d u e I. Die übrigen 63 Fahren wurden gemeinsam aus den 7. Platz gesetzt. Das Gesamtklassement hat sich auf dieser Etappe nur ganz unwesentlich geändert, ebenso das Länder- klafsement. In der Einzelwertung führt noch wie vor Leducq, und zwar mit 61: 40: 16 vor Stöpel mit 61: 45: 21 und Pesenti mit 61: 51-.02. Beim Aufruf zum Start zur 8. Etappe der Tour de France fehlten Le Gass und Alexandre, so daß am Sonntag früh nur noch 69 Fahrer aus die 206 Kilometer lange Fahrt durch die Steinwüste Südfrankreichs von Montpellier nach Marseille gingen. Es gab wieder zahllose Defekte, von denen fast jeder Fahrer betroffen wurde. In einem geeigneten Augenblick machten sich die beiden Außenseiter Orecchia und Buttasochi davon und erreichten das Ziel auf der Radrennbahn in Marseille mit über eineinhalb Minuten Vorsprung vor der elfkäpsigen Spitzengruppe, in der sich Leducq, Stöpel, Thierbach und ander« starke Fahrer befanden. Weitere 36 Fahrer einschlüßlich Max Bulla, Sieranski und Alten- burger kamen drei Minuten später unter Führung von Speicher ein, die übrigen Deutschen endeten weit im Hintertreffen. In der Einzelwertung hat Stöpel seinen zweiten Platz hinter Leducq auch aus dieser Etappe behaupten können. läeiuez Spod f/ou üiecM Ben Großen Prel» von verlin. der am Sonntag aus der Grunewaldbahn gelausen wurde, gewann Walkenflug vor Aoentin und Mio d'Arezzo. Olympiadahnrennen verregnet. Die Leitung der Berliner Olympiabahn sah sich gezwungen, die sür Sonntag angesetzten Rad- rennen wegen der starken Regenfäll« abzusagen. Ein neuer Termin ist noch nicht bekannt. Deutscher Sieg im Davispokal gegen Italien. Nachdem der Davispokalkampf gegen Italien schon am ersten Tage 2:0 für Deutschland stand, siegten am Sonnabend die deutschen Tennis- fpigenspieler Prenn-v. Tramm auch im Doppel gegen das italienische Paar de Stefani-del Bona in glatten drei Sätzen 6:3, 6:3, 6:2. Mit diesem dritten Punkt haben unsere Spieler den endgültigen Sieg Deutschlands über Italien sichergestellt und sind damit Sieger der Europazone geworden. Die Jnterzonenrunde gegen Amerika wird in der nächsten Woche in Paris ausgetragen, wohin sich die deutsche Davispokalmannschast bereits am Sonntagabend begab. Ecuracciol» siegt wieder Am Sonntag wurde vor rund 150 000 Zuschauern der Große Preis des Automobil-Clubs von Deutschland aus dem Nürburg- Ring ausgefahren. Der deutsche Fahrer Earacciola aus dem italienischen Wagen Alsa Romeo siegte in der Klasse I in der 25 Runden gleich 570,250 Kilometer gefahren werden mußten, in 4: 47: 22,8 Stunden, gleich 119,3 Kilometerstunden, vor dem Italicner Nuvolari(Alsa Romeo) 4: 47: 53,4 Stunden, gleich IIS Kilometerstunden. Rundfunk am Abend Montag- den 1 S. Juli Berlin: 16.03 Gedanken Uber das Nadi-Wodienende IG. Hodistetter). 16.30 Streichquartett. 17.05 Gesänge 17.15 Zigeunermelodien. 17.30 Mit Dichtern auf Reisen(M. Hausmann, H. Kasack). 17.55 Neues Bauen am Rande der Großstadt(Stadtbaurai Dr.-Ing. M, Wagner). 18.25 Psychologie de» Haftbefehls(Prof. Dr. M. Alsberg, Amisgerichtsrat Dr. A. Un- ger). 18.50 Mitteilungen des Arbeitsamtes. 18.55 Die Fnnk- stunde teilt mit. 19.00 Der Nationalcharakter als Grundlage der Nationalkultur(Dr. J. Goebbels). 19.35 Militärkonzert 21. 00 i ages- und Sportnachrichteu. 21.10 Stunde in Japan. 22,20 Wetter-, Tages- und Sportnachridiien. Serenadenmusik. Königs wustorhausen: 16.00 Die rechtlichen Grundlagen der religiösen Erziehung(Dr. E. Schließke). 17.30 Die großen Philosophen als Erzieher(Professor Dr. A. Dietrich). 18.00 Das heimliche England (Dr. W. von Kries). 18.30 Handwerk und Volkskunst (Dr. Hahm). 18.55 Wetterbericht. 19.00 Aktuelle Stunde. 19.20 Zweckmäßiger Bau von Viehställen(Baudir. Scheel- haase). 19.35 Schwierigkeiten der englischen Aussprache mit praktischen Lautdexnonstrationen(Prof. W. Doegen). 20.00 Aus Hamburg: Operetlenstvmde. 21.00 Tages- und Sport- Nachrichten. 21.10 Aus Hamburg:„Sachsenwald." Sonst Berliner Programm. Vollständiges Europa-Programm im..Volksfunk", monafj. 96 Pf. durch all©„Vorwärts"-Boten oder die Poetanstalten.