BERLIN Montag 25. Znli 1932 Redaktion u. Expedition: Berlin SW 68, Lindenstr.Z Tel. A7 Dönhoff 292—297 Erscheint täglich außer Sonntags Zugleich Abendausgabe des„Vorwärts". Bezugspreis f ü r b e i d, A u s g- b- n 7Z Pf. pro Woche, z,gz M. pro Monat(davon 87 Pf. monatlich für gustellung ins Hau») im voraus zahlbar. Postbezug 8,97 M. einschließlich «> Pf. Postzeitungs. und 72 Pf. Postbestellgebllhren. 10 Pf. Nr. 346 B 168 49. Jahrgang Anzeigenpreis: Die Isplt Willi. meterzeile 30 Pf. Die Retlamezeil» tostet 2 Mark. Rabatte n. Tarif. m Keine einstwelllpe uerWaunBl Die Entscheidung des staatsgericiitshots Leipzig, 33. Juli. Der Staatsgerichtshof hat die Anträge auf Erlaß einer einstweiligen Verfügung zurückgewiesen. Dr. Bumke gab für die Entscheidung des Staatsgerichtshofs folgende Begründung: Der Staatsgerichtshof für das Deutsche Reich hat heule zu entscheiden, ob der Antrag auf Erlaß einer einstweiligen Verfügung, die im vorliegenden Versahren gestellt worden ist. zulässig ist. Daß der Staatsgerichtshof grundfählich für sich die Befugnis in Anspruch nimmt, im Lause eines Verfahrens vorläusige Anordnungen zu lressen, ist wiederholt ausgesprochen worden. An dieser Ausfassung hält der Staatsgerichtshof fest. Ossen geblieben ist bisher die Frage, ob im Rahmen einer verfassungsrechtlichen Streitigkeil innerhalb eines Landes eine einstweilige Verfügung zu erlassen ist. Dies kommt hier nicht in Betracht, da es sich nicht um eine verfassungsrechtliche Streitsrage eines Landes handelt, sondern um den Streit zwischen dem Reich und einem Lande. Gerade in einem solchen Streit ist, und zwar auf Antrag der Reichsregierung, eine der beiden einstweiligen Verfügungen erlassen worden, zu denen sich allein bisher der Staatsgerichtshof entschlossen hat. Damit ist grundsätzlich anerkannt, daß bei Streitigkeiten dieser Art zwischen dem Reich und einem Lande eine einstweilige Verfügung des Staalsgerichtshofes in Frage kommen kann. Diese Meinung auszugeben, sieht der Staatsgerichtshof keinen Anlaß. Ueber die Anträge aus Erlaß einer einstweiligen Verfügung kann der Staatsgerichtshof aber nur entscheiden, insoweit er für die Streitigkeit, um die es sich bei dem Verfahren in der Hauptsache handelt, zuständig ist. Diese Frage nach der Zuständigkeit für die Hauptsache ist von Amts wegen nötig. Die Antwort stüht sich bei Anrufung des Staatsgerichtshofes auf Artikel 19 der Reichsver- sassung, nach dem. wenn nicht ein anderer Gerichtshof zuständig ist. der Statsgerichtshof für das Deutsche Reich über Streitigkeiten staats- rechtlicher Art zwischen dem Reich und einem Lande zu entscheiden hat. Daß es sich um keinen Streit privatrechlticher Art handelt, be- darf keiner Frage. Es ist davon auszugehen, ob die antragstellenden abgefehlen preußischen Staalsminister befugt sind, in dem gegenwärtigen Ver- fahren das Land Preußen zu vertreten. Allerdings find die Mit- glieder des preußischen Staatsministeriums, in deren Kamen die Klage geführt wird, ihres Amtes oder wenig st ens ihrer Amtsfunklionen enthoben. Diese Enthebung aber ist erfolgt in Durchführung der Verordnung des Herrn Reichspräsidenten vom 20. Zuli. Um die Rechtsgültigkeil dieser Ver- o r d n u n g handelt es sich in dem vorliegenden Versahren. Es treffen deshalb dieselben Erwögungen zu, aus denen der Staats- gerichtshof in dem Streitversahren wegen Eingemeindung in West- Preußen zu der Auffassung gelangt ist. daß die Rechtsparteilichkeit der Gemeinden für das Streitversahren. in dem es sich um die Gültigkeit der auf dieselben vernichtend wirkenden Vorschriften handelt, hier fortbestehend zu gelten hat. Der Staatsgerichtshof hat In feiner bisherigen Rechtsprechung die Auffassung vertreten, daß eine von ihm erlassene einstweilige Verfügung die endgültige Entscheidung nicht vorwegnehmen darf, daß sie besonders nicht auf der Grundlage ergehen konnte, daß der Staatsgerichtshof sich dem Rechtsstandpunkt des einen oder des anderen der streitenden Teile vorläufig zu eigen macht. Dem Mcsen und der Bedeutung des Staalsgerichtshofes wird nicht entsprochen. wenn er sich aus Grund einer vorläufigen Deutung zu einer Rechtsansicht bekennen wollte, die er nach gründlicher Erwägung bei der Entscheidung zur Hauptsache wieder aufheben muß. An diesem Standpunkt muß festgehalten werden. 3n diesem Rahmen ist e s z u l ä s f i g. eine einstweilige Verfügung zu erlassen, wenn diese Zwangsregelung eines einstweiligen Zustandes, ur Abwendung wesentlicher Kachteite nötig erschein«. Das Ziel einer solchen vorübergehenden Regelung ist ein möglichst vereinfachtes, reibungsloses, die Belange beider Teile schonendes Verhältnis in den wechselseitigen Beziehungen bis zur Entscheidung herbeizuführen. Angesichts dieses Zweckes der einstweiligen Verfügung erscheint es dem Staatsgerichtshof nicht angängig, die von dem Lande Preußen begehrte Verfügung entsprechend dem in der Verhandlung neusormulierten Anträgen zu erlassen. Der Präsident gibt dann noch einmal den Wortlaut dieser Reuformulierung bekannt, über die während der Verhandlung am Sonnabend berichtet wurde, und fährt dann fort. Die Fortsetzung der Begründung, die bis zum Redaktionsschluß noch nicht vorlag, geben wir in der Morgenausgabe. * Notwendige Bemerkungen. Die Ansicht der preußischen Negierung. Durch die Entscheidung des Staatsgerichtshofes ist der Rechtsfrage in keiner Weise vorgegriffen. Die preußische Staatsregierung darf nach wie vor erwarten, daß ihrer Rechtsauffassung Rechnung getragen wird. In der Rechtsfrage konnte der Staatsgerichtshof keine Eni- scheidung treffen, weil das Gesetz über den Staatsgerichtshof vor- schreibt, daß keine Entscheidung in der Rechtsfrage vor Ablauf einer Frist von 14 Tagen erfolgen darf. Preußen war zwar bereit, auf diese Frist zu verzichten, das Reich war aber nicht zu einem Ver- zieht zu bewegen. Danach war der Staatsgerichtshos also überhaupt nicht in der Lage, sich in die Verhandlung zur Hauptsache einzulassen. Eine«in st weilige Verfügung konnte der Staatsgerichts- Hof nach seiner Praxis und Auffassung wiederum nur erlassen, wenn durch diese einstweilige Verfügung keine rechtliche Entschei- d u n g s e l b st weder nach dieser noch nach jener Seite hin ge- troffen wird. Der Staatsgerichtshof hat aber keinen Weg gefunden, eine solche Entscheidung abzugeben, die nicht zugleich«ine Rechts- frage entscheidet. Besonders hielt sich der Staatsgerichtshof nicht befugt, eine tatsächliche Gewaltenteilung im Sinne der preußischen Anträge von sich aus vorzunehmen, weil jede Teilung der Gewalten, also jede Uebergabe von bestimmten Befugnissen an den Reichskommissar oder an die alten preußischen Minister bereits wiederum eine Entscheidung über die Rechtsfrage in sich gehalten hätte. Praktisch war diese Entscheidung deswegen von der preußischen Regierung bedauert, weil sie gewünscht hätte, die Beamten als- bald aus ihren Gewissenkonflikten zu erlösen, in denen sie sich jetzt nohirnotwendig befinden müssen. Rechtlich hegt die preußische Regierung das Zutrauen, daß der Staatsgerichtshof bei der Entscheidung über die Hauptsache ihrer Auffassung bei» treten wird. Protest bei Bracht. Wegen Neidenburg und Bunzlau. Die Abgeordneten Wels und Stampfer sprachen heute morgen beim Oberbürgermeister Dr. Bracht vor, um gegen die in Preußen herrschende Unsicherheit schärfsten Protest zu erheben. Sie wiesen insbesondere auf den Fall in Neidenburg hin, wo der Reichstagsabgeordnete Iaecker im Beisein eines Polizeioffiziers von Nazis viehisch mißhandelt worden war und auf den SA.-Sturm auf das Gewerkschafts- Haus in Bunzlau. Der als Reichskommissar fungierende Oberbürgermeister Dr. Bracht sagte— wie in solchen Fällen üblich— Prüfung zu. lest den.itmiusns-i Breuer noch in Hast. Letzt auch noch Strafantrag wegen„Hochverrats". Genosse Robert Breuer wird immer noch in Schutzhaft gehalten. Ter Reichswehrminister, bei dem sich die Anwälte des Inhaftierten, Rechtsanwälte Neu» mann und ftlee, beschwert haben, wird im Laufe des heutigen Tages über die Beschwerde entscheiden. Inzwischen ist anscheinend von dritter Seite beim Oberreichsanwalt gegen Breuer wegen seiner Rede in den Spichernsälen in Wilmersdorf ein Straf- antrag wegen Hochverrats li!) gestellt worden. Ein Haftantrag liegt dem Oberreichsanwalt bisher nicht vor, so daß anzunehmen ist, daß die Er» mittlungen des Obercichsanwalts jetzt ihren üblichen Weg gehen werden. Haftbefehl dürfte vom Oberreichsantvalt kaum zu er» warten fein. Die Verteidiger Breuers haben sich alsbald mit dem Oberreichsanwalt in Verbindung gesetzt und ihm auch sofort eine eidesstattliche Versicherung des Genossen Steinhofel, des Leiters der Versammlung in den Spichern- sälen, übermittelt. * Auch Polizeimajor Encke befindet sich immer noch in hast. Dagegen erfreut sich der Polizeiwachtmeisler Schuhmacher, der Encke zu einer Aktion zu verleilen suchte und ihn dann denunzierte. noch immer der Freiheit! Verboten! Letzt auch die„Berliner Volkszeitung". Die„neue Ordnung" und die„grundsätzlich neue Staats- führung" wirken sich aus. Jetzt ist auch die„Berliner Volkszeitung" o e r b o t e n worden wegen eines in der Sonntagnummer erschienenen Aufsatzes„Herren und Lakaien", in dem der Satz vorkommt:„Ein General befiehlt in diesen schicksalsvollen Tagen, was wir sagen und schreiben dürfen..." Die„Berliner Volkszeitung", die 1848 von Aron Bernstein, dem Onkel Eduard Bernsteins, gegründet worden ist, hat hinsichtlich des Verbotenwerdens bereits eine lange Praxis. Schon ihrem Be- grllnder wurde in den Jahren der preußischen Reaktion das Blatt mehrfach verboten. Und während des Sozialistengesetzes gehörte sie zu den wenigen bürgerlichen Blättern, die von Bismarcks Bann- strahl getroffen wurde. Ihr jetziges Verbotensein bezeichnet die gegenwärtige„neue Ordnung" also deutlich als eine— sehr alte Ordnung. Braunschweig, das Idealland. Zehn Personen schwer verletzt— Polizei gegen Republikaner. Braunschweip, 23. Juli. lEigenbericht.) Als Razis von einer militärischen Uebung zurückkehrten, drangen sie gegen die Wohnsiedlung B e b e l h o s vor, um von den dort aus- 200 gesteckten Fahnen der Eisernen Front fast zwei Dutzend zu stehlen.. Die Fahnen, die im Parterre hingen, wurden zerrissen bzw. mitgenommen. Die herbeigerufene Polizei kam— wie immer in Braunschweig— zu spät. Abends wurden Reichsbannerleule nach dem Bebelhof befohlen, da die Razis gedroht halten, wiederzukommen. um auch noch Transparente abzureißen. Zn diesem Falle arbeitete die Polizei aber sehr prompt: sie ver- hastete 84 Reichsbannerkameraden, die in der Waschküche des Bebelhofes untergebracht waren. Auf dem Hofe des haftlokols muhten sie mit erhobenen Händen so lange st ehe n, bis einige von ihnen umfielen. Sie wurden in Haft behalten und sollen am INonlagnachmittag dem Schnellrichter vorgeführt werden, weil sie angeblich eine verbotene Versammlung veranstaltet haben. Wahlterror im Ordnungspreußen SA. knüppelt vnester nieder- Tote und zahlreiche Verletzt« Antwort aus Merseburg. An Herrn Oberbürgermeister Dr. Bracht. Voll ReAionillAgpräsiavllt von Harnack. „In den Teilen des Landes, in denen das Gefühl, ge- recht regiert zu werden, bei überwiegenden Teilen des Volke» nicht mehr bestand, mußte schleunigst die Staats- autorität durch die Entfernung von Persönlichkeiten, die sich objektiven Entschlüssen nicht immer fähig gezeigt haben, wiederhergestellt werden." (Oberbürgermeister Dr. Bracht im Rundfunk.) Ich habe dem Herrn Reichskanzler erklärt, daß ich mir die Rechtsausfassung der verfassungsmäßigen Regierung Preußens zu eigen mache und demzufolge die Rechtsgültigkett meiner Versetzung in den Wartestand b e st r e i t e. Inzwischen hat der Herr Bevollmächtigte des Reichskommissars die eingangs wieder- gegebene summarische Begründung für die Maßregelung poli- tischer Beamter veröffentlicht. Hiernach muß ich annehmen, daß (nach Ansicht des Reichskommisiars) auch der mir anvertraute Re- gierungsbezirk zu den Landesteilen gehört, in denen„bei über- wiegenden Teilen des Volkes" das Gefühl, gerecht regiert zu wer- den, nicht mehr bestand. Ich gebe ohne weiteres zu, daß ich unter meinen Bezirkseingesessenen manchen politischen Gegner habe, und ich weiß, daß dieser und jener glaubt, ich habe ihn ungerecht be- handelt. Aber ich stelle es auf das entschiedenste in Abrede, daß sie mit ihrem Glauben im Rechte sind. Dr. Bracht hat davon ab- gesehen, die Zahl der Träger jener unfreundlichen Gefühle irgend- wie festzulegen. Ihm genügt die Feststellung, daß sie„überwiegen". Legt man die letzten Wahlergebnisse zugrunde, so würde Dr. Bracht ein„Ueberwiegen" der regierungsgegnerischen Kräfte nur dann herausrechnen können, wenn er sich auch zum Sprachrohr der k o m m u n i st i s ch e n„Gefühle" gegen die verfassungsmäßige Regierung macht. Ein leitender Beamter soll seine Verwaltung im Rahmen der vom Staatsministerium erlassenen politischen Richtlinien führen. Für Einzelentscheidungen sind jene Richtlinien ebenso maßgebend, wie die bestehenden Rechtsnorme». Die sorgfältige Beobachtung der im Volke umgehenden Stimmungen, die Schonung berech- tigter Empfindungen ist gleichfall» Aufgabe des leitenden poli- tischen Beamten im Volksstaat. Aber er wird rücksichtslos hin- weggehen müssen über die Stimmungen und Empfindungen derjenigen, die ihn an der Einhaltung einer klaren und recht- lich begründeten Linie hindern wollen. Ich glaube, über die Wechselwirkung zwischen Führer und Geführten im Bezirk Merse- bürg eingehender unterrichtet zu sein, als der bisherige rheinische Oberbürgermeister, und ich glaube weiter— trotz meiner persönlichen Beteiligung— diese Wechselwirkung objektiver würdigen zu können, als mancher seiner derzeitigen Berater. Die wichtigsten Crkenntnismittel für Umfang und Art der „Gefühle" innerhalb eines Gebiets sind und bleiben die Aeußerungen der politischen Instanzen und die Wahlergebnisse. Diese Er- keuntnismittel besagen für den Bezirk Merseburg, daß in ihm starke vcrfassungsgcgnerischc Gruppen der radikalen Linken und der radi- kalen Rechten am Werke sind, die zusammenaddiert tatsächlich„über- wiegende Teile" darstellen. Beide Gruppen haben mir gelegentlich Ungerechtigkeit vorgeworfen. Wünscht Dr. Bracht, ich hätte einer der beiden Gruppen Konzessionen machen sollen, um„überwiegende Teile" des Bezirks auf meine Seite zu ziehen? Das hätte mich in unlösliche Konflikte mit dem Staatsministerium und mit meinem eigenen staatspolitischen Gewissen geführt! Konzessionen an die K o m m u n i st e n wird Dr. Bracht jeden- falls nicht wünschen. Daß sie nicht erfolgt sind, beweist ein Blick in die letzten Jahrgänge des Klassenkampf. Hier figuriere ich meist als Sozialfaschist, als Söldling der Bourgeoisie oder als Ka- pitalsknecht. Zwischen den Kommunisten und mir bestehen keinerlei äußere oder innere Bindungen— wenngleich ich mich niemals zu einer solchen Verfemung meiner kommunistischen Bezirkseingescssenen verstanden hätte, wie sie jetzt der Herr Reichskanzler ausgesprochen hat. Welche Methode der Bekämpfung die wirksamere ist, wird die Zukunft lehren. Sollte ich den Nationalsoziali st«n Konzesstonen machen? Der Herr Reichskanzler hat es in seiner Rundfunkrede verurteilt, daß die Regierung Braun-Severing die„aufstrKendc nationalistische Bewegung" den staatsfeindlichen Parteien zugezählt habe. Ich frage mich, ob etwa das Auftreten der National- fozialisten im Bezirk Merseburg eine positivere Bewertung gerechtfertigt hätte. Diese Frage muß ich auf das bestimmteste verneinen. Die Hitler-Leute haben hier unter der Führung eines wegen seiner psychopathischen Veranlagung aus dem Staats- dienste ausgeschiedenen Mannes gegen den Volksstaat, gegen feine verfassungsmäßigen Organe und gegen alle politisch Anders- denkenden einen Kampf entfesselt, der an Skrupellosigkeit und Roheit mit den Methoden der Kommunisten wetteifert. Deshalb habe ich die Machtmittel des Staates immer wieder genau so gegen die Nationalsozialisten einsetzen müssen wie gegen die Kommunisten. Es kommt hinzu, daß ein Entgegenkommen niemals moralische Eroberungen gezeitigt hätte. Bei ihrer militaristischen Einstellung erblicken die Nazis in einem Entgegenkommen erfahrungsgemäß ein Zeichen der S ch w ä ch c. S t ä r k e ist aber geboten im Inter- esse der Staatsautorität, Stärke auch einer lokalen Mehrheit gegenüber. Eine Reichsregierung, die s e l b st nur über eine be- scheidene Minderheit verfügt, wird dafür besonderes Verständ- ms haben. Bleibt noch festzustellen, daß mir auch die Deutsch- nationalen nicht grün sind. Ich habe mit Oberstleutnant Duesterberg einen ernsten Konflikt ausgefochten. Duesterberg hatte die vaterländische Ehrenhaftigkeit meines inzwischen Heimgegangenen Vaters vor der Oeffentlichkeit meines Bezirks in den Staub ge- zogen. Das war der Ausgangspunkt des Streits, in dessen Verlauf mir schließlich einmal die Galle übergelaufen ist. Unbeschadet der politischen Gegensätze haben sich aber zahlreiche rechtsstehende Bezirkseingesessene aller Stände vertrauensvoll um Rat und Hilfe an mich gewandt. Man frage diese Männer und Frauen, ob ich ihnen nicht stets voller Unvoreingenommenheit, ja mit wärmster Anteilnahme entgegengetreten bin! Man weife mir die Ge- legenheiten nach, bei denen ich mich„objektiver Entschlüsse nicht immer fähig" gezeigt haben soll! Schließlich sei dem Herrn Bevollmächtigten des Reichs- kommissars noch eine Frage gestellt: Glaubt er, daß der Wechsel der Regierungsgewalten, der in so ungewöhnlichen Formen voll- zogen wurde, bei„überwiegenden Teilen des Volkes" das Gefühl geweckt hat, es werde minmehr gerecht regiert? * Nachschrift der Redaktion: Die Aussühningen des Genossen von Harnack haben wir ym so lieber veröffentlicht, als sie im großen ganzen nicht nur für den Merseburger Fall gelten, sondern vielmehr in allen Fällen gleichen Rechtes dasselbe Urteil angebracht ist. Neisse. 2S. Zuli. Der SA.-Terror in Schlesien hat sich in der letzten Woche wieder außerordentlich verschärst. Anläßlich der hiller- Kundgebung in Neisse stich eine SA.-Autokolonne von etwa 10g Mann auf einen Pater, der in der gleichen Richtung aus seinem Rade fuhr. Als die Horde an den Pater vorbeifuhr, schlugen einige von den Burschen unter groben Schimpsworlen mit Knüppeln auf den katholischen Priester ein, der vom Rade stürzte. Ohne sich weiter um den vom Rade Geschlagenen zu kümmern, fuhren die anderen Kraftwagen unter dem Gejohle ihrer Insassen vorbei. Der Borsall hat in dem stark katholischen Landesleil außer- ordentliche Erregung hervorgerufen und dürste Hitlers Wohlchanccn alles andere als verbessert haben. Die„neue Ordnung". EalzsteuersolSaten schlagen Flugblatwerteiler nieder! Eisenach, 25. Juli.(Eigenbericht.) Gestern vormittag wurden in Neuenhof bei Eisenach fünf sozial- demokratische Flugblattverteiler von etwa hundert unifor- mierten Nationalsozial st en überfallen und mit Dolchen und Schlagringen bearbeitet. Alle wurden verletzt, einer durch Dolchstich schwer. Der Bevölkerung der Stadt Eisenach bemächtigte sich, als die Vorgänge hier bekannt wurden, eine große Erregung. Als nnt Nationalsozialisten besetzte Autos in die Stadt einfuhren, wurden sie von großen Massen mit dem Aus- druck der Entrüstung begrüßt. Die Nazis wurden von der Polizei vorsorglich geschützt, damit sie nicht übel behandelt würden. In ver- schiedenen Teilen der Stadt kam es noch zu Uebergriffen der Ratio- nalsozialisten. Als die Nationalsozialisten durch Eisenach fuhren, gaben sie vom Auto aus Schüsse ab. Ein älterer Mann wurde durch Prellschuß verletzt. Bei den Zusammenstößen am Abend wurden noch sechs Nationalsozialisten schwer verletzt. E>A. schießt einen Kommunisien nieder. Täter festgestellt. Düsseldorf, 25. Juli.(Eigenbericht.) Am 13. Juli wurde in Düsseldors-Oberkassel ein Kommunist durch einen Schuß in die Schlagader getötet. Als Schützen wurden jetzt zwei Nationalsozialisten festgestellt. Sie bestreiten die Tat nicht, behaupten aber, in Notwehr gehandelt zu haben. � Sechs Verlehte in Neumünster. Reumünster, 24. Juli. Eine Anzahl SA.-Leute. die am Sonntagvormittag im weft- lichen Stadtteil Wahlzettel verteilten, gerieten in der Lerchenstroße mit politischen Gegnern ins Handgemenge. Sechs Personen wurden zum Teil schwer verletzt. Vier der Mißhandelten wurden mit Stich- und Hiebverletzungen ins Krankenhaus geschafft. Bisher wurden fünf Personen als der Tat dringend verdachtig o e r h a f t e t. Vettere Opfer des Wahlkampfes. In verschiedenen Landesteilen kam es am Sonntag gleichfalls zu Zusammenstößen. Aus Dortmund wird ein Toter, aus Trier gleichfalls ein Toter gemeldet. In Elmshorn wurden drei National- sozialisten schwer verletzt: in Westfalen drei Personen verwundet. Bei einer Schießerei in Leiferde wurden 1l) bis 12 Personen ins- gesamt verletzt. Es wird weiier verhaftet! Duisburg, 25. Juli. Anläßlich des gestrigen Gautages der Nationalsozialisten sah sich die Polizei zu einer groß angelegten Aktion gegen die Kommuni st en veranlaßt, die zu einer Gegenkundgebung auf- gerufen hatten. Die Polizei nahm im Bereich des Oberhausener Reviers etwa 15V Kommunisten aus Essen und Mülheim, die sich aus dem Wege nach Duisburg befanden, in Schutzhaft. Auch wurden in einigen Stadtvierteln Haussuchungen nach Waffen vorgenommen. In der Nacht zum Sonntag und in den frühen Morgenstunden des Sonntags nahm die Polizei noch etwa 126 Kommu- n i st e n, darunter viele Funktionäre, meistens aus ihren Wohnungen heraus, in Haft, um einer Gegenaktion gegen die Nationalsozialisten vorzubeugen. Vor Beginn der Hitler-Kundgebung wurden aus einer Gruppe vor-dem Stadion heraus 14 Personen f e stg e n om m e n.� Außerdem nahm die Polizei zwei Personen in Schutzhaft, die mit Schußwaffen angetrossen wurden. Otto Braun gegen papen. Er fordert Freigabe deei Rundfunk«!. Der preußische Ministerpräsident Otto Braun, zur Zeit an der Ausführung seines Amts durch Gewalt verhindert, hat an den Ur- Heber dieses Zustandes, Herrn von Papen, folgenden Brief gerichtet: „Aus Ihrem Schreiben vom 21. d. M. entnehme ich, daß Sie die Berechtigung zu meiner Enthebung vom Amte des preußischen Ministerpräsidenten aus Z 1 der Verordnung des Reichspräsidenten herleilen, die wiederum auf Artikel 48 Absatz 1 und 2 der Reichs- Verfassung gestützt wird. Inwieweit der Reichspräsident berechtigt ist, Bestimmungen der Reichsverfassung im Verordnungswege außer Kraft zu setzen, ist im Absatz 2 des Artikels 48 fest um- schrieben. Dazu gehören n i ch t die Bestimmungen, die die stoot- liche Selbständigkeit der Länder und das Recht ihrer Bolksvertre- tungen, ihre Regierungen zu bestimmen, gewährleisten. Durch meine AmtsentheSung ist daher die Reichsver- fassmig wie die Verfassung des Landes Preußen verletzt. Ich muß daher gegen diese Maßnahme wie auch gegen die militärische Besetzung meines Dienstgebäudes zur Verhinderung meiner Amtstätigkeit Verwahrung ein- legen und mir alle Rechte vorbehalte». Wenn Sie meine Frage nach den Gründen für Ihr Vorgehen gegen mich mit dem Hinweis auf Ihre Rundfunkrede vom 20. d. M. beantworten, so erscheint mir dieser Weg, einen immerhin nicht unbedeutenden Staatsakt, wie es die Amtsenthebung des Regierungschefs des größten deutschen Landes darstellt, durch den Rundfunk zu begründen, recht merkwürdig. 3ch muß daher verzichten, aus Ihre von irrigen Boraussetzungen ausgehende Be- gründung hier einzugehen, belrachie es aber als das einfachste Gebot der Gerechtigkeit, auch mir Gelegenheit zu geben, im Rundfunk zu gleicher Tageszeit vor dem gleichen Forum zu Zhren Ausführungen Stellung zu nehmen. Für eine baldige Rachricht, wann das geschehen kann, wäre ich dankbar." Großfeuer an der Grenze. 21 Anwesen niedergebrannt.— Zwei Vermißte. Durch eine furchtbare Brandkatastrophe wurde der größte Teil des an der Grenze gelegenen österreichischen Pfarrdorfes K o l l e r s ch l a g vernichtet. In zwei Gebäuden brach gleichzeitig Feuer aus, das sich mit rasender Geschwindigkeit über das Dorf ausbreitete. Feuerwehren aus Oe st erreich und Bayern eilten herbei, um sich an den Löscharbeiten zu beteiligen. Trotz der größten Anstrengungen gelang es den Wehren das Feuer erst einzudämmen, nachdem 21 Anwesen den Flammen zum Opfer ge- fallen waren. Zwei Personen werden vermißt, während drei andere mit schweren Brandwunden und Rauchvergiftungen ins Krankenhaus geschafft werden mußten. Zahlreiches Vieh kam in den Flammen um. Da das Feuer in zwei Häusern ausbrach, die auf verschiedenen Seiten der Dorfstrahe liegen, wird Brandstiftung vermutet. Bluttat in Marzahn. Sittlichkeitsverbrecher schießt sein Opfer und Verfolger nieder Eine furchtbare BluHal ereignete sich heute früh gegen 9 Uhr in der Röhe des Friedhofes von Marzahn. Dort wurde die junge Frau des Schachtmeisters k o k o t l aus Lichtenrade von einem gut gekleideten Manne in der Röhe der Rieselfelder— unweit des Lahnhofs Marzahn— angefallen. Die Frau wehrte sich. Der Mann zog eine Pistole und gab auf die Frau mehrere Schüsse ab, die sie schwer verletzten. Durch die Schüsse waren Arbeiterinnen auf dem Friedhof aufmerksam geworden. Sie riefen einen gerade des Weges kommenden Molkereilehrling heran, der den slüchligen Altentäter verfolgte. Bei dieser Verfolgung erhielt der Lehrling einen Schuß in den Oberschenkel, so daß er zu- sammenbrach. Alsdann richtete der FlüchMng die Pistole ge- g e n s i ch s e l b st. Er soll noch aus dem Transport zum Kranken- haus verstorben sein. Landjäger und Arzt wurden sofort geholt. Nach dem bisherigen Befund hat der Unbekannte versucht, sich an der Frau des Schacht- meisters zu vergehen. Als sie ihm Widerstand entgegensetzte und laut schrie, gab er auf die unglückliche Frau mehrere Schüsse ab. Die beiden bedauernswerten Opfer des Mannes, die Frau des Schachtmeisters und der Molkereilehrling, wurden ins Krankenhaus gebracht. Zur Untersuchung des Vorganges wurde ein Beamter der Berliner Mordinspektion nach Marzahn entsandt. Bei dem Attentäter handelt es sich um einen Mann in mittleren Iahren,' dessen Personalien noch nicht feststehen. Todessprung in den LandVehrkanal. Am Maybachufer spielte sich heute vormittag ein aufregender Vorsall ab. Ein Mann schwang sich plötzlich über das Geländer der Uferböschung und sprang in den Landwehrkanal. Rettungs- versuche einiger Passanten blieben erfolglos. Von der alarmierten Feuerwehr tonnte der Selbstmörder schon nach kurzer Zeit geborgen werden, die Wiederbelebungsversuche blieben aber ohne Erfolg. Der Tote ist ein 33jährig«r Kutscher Otto Bahnisch aus der Kaiser-Friedrich-Straße in Neukölln. Familienzwistigkeiten sollen oas Motiv zur Tat sein. Die Ermordung Paul Ooumers. Heute Prozeß gegen Gorguloff. Paris, 26. Juli. Der Mörder des Staatspräsidenten Doumer steht heute vor dem Pariser Schwurgericht. Man erwartet das Urteil für Mittwochabend. Im Großen Schwurgerichtssaal ist sür die Diplomaten und sür hochstehende politische Persönlichkeiten eine besondere Tribüne er- richtet, der Presse ist weitestgehend Raum gelassen. Für hohe Ge- richtsbeamte und Rechtsanwälte sind besondere Plätze vorbehalten. Der Rest des Zuhörerraums steht dem Publikum offen. Den Gerichtshof bilden der erste Präsident des Schwurgerichts, Dreyfuß, der zweite Schwurgerichtspräsident und zwei Beisitzer. Die Anklage vertritt Generalstaatsanwalt Donat-Guigue mit zwei Etaatsanwälien. Die Anklageschrift umfaßt 12 Schreibmaschinen- seiten. Der erste Teil behandelt den Anschlag auf den Staatspräsi- denten und das Vorleben des Mörders, der zweite Teil d i e Gründe, die Gorgulow zu seiner Tat getrieben haben können. Der Generalstaatsanwalt wird die T o d e s st r a f e verlangen. Den Geschworenen werden zwei Fragen vorgelegt: 1. Ist Gorgulow schuldig, am ö. Mai 1932 den Präsidenten Paul Doumer ermordet zu haben? 2. Handelt es sich um einen vorsätzlichen Mord? Kurz vor 12 Uhr trat der Angeklagte Gorgulow zwischen zwei Polizeibeamten ein. Er ist ein Hüne, dessen Ruhe im lebhasten Gegensatz zur Nervosität der Zuschauer steht. Der Vorsitzende, ein siebzigjähriger Mann mit langem weißen Bart im roten Samttalar, betrat als Erster den Saal, gefolgt vom Generalstaatsanwalt Donnat-Guige und den Beisitzern. Mit tiefer klarer Stimme erklärte der Vorsitzende die Verhandlung für eröffnet. Bomben aus Gao Paulo. Der Flughafen von Sao Paulo, wo die Aufständischen ihr Hauptquartier ausgeschlagen haben, wurde am Sonntag von zehn Regierungsflugzeugen mit Bomben belegt. Anschließend wurden auch mehrere Orte in der Umgebung von Sao Paulo, darunter die Stadt Teubate, von Flugzeugen bombarviert. In der Nähe von Sao Paulo ist eine Schlacht im Gange. Die Aufständischen behaupten, die Regierungstruppen geschlagen und ihren Oberbefehlshaber, General Tavora, gefangen zu haben. Die Regierung bestreitet das entschieden. Regierungsflua-euge habe» den italienischen Dampfer„Capacito" verhindert, 26 OOO Gallonen russisches Petroleum zu landen. In Rio de Janeiro fordern große Stuöentenkundgebungen den Rücktritt des Präsidenten. Hitler-Kürzung der Arbeitsrenten Die Erwerbslosen aus äußerster Hungerration— Am Sonntag wird abgerechnet! Eine neue Welle der Empörung geht durch Berlin. Seit heute morgen werden an den llassenschaltern der Arbeitsämter Berlins nur noch die gekürzten Unter st ühungssähe zur Auszahlung gebracht. Ta- mit werden die Erwerbslosen Berlins auf Hungerration geseht. Die Erregung der Erwerbslosen über den Unter- stühungsraub ist beispiellos. Teils durch Zeitungsmeldungen, teils durch Mitteilungen der Arbeitsämter sind die Erwerbslosen Berlins bereits seit einer Woche davon in Kenntnis gesetzt worden, wie hoch im Einzelfall der Unter- stützungsabbau ist. Trotzdem haben die Arbeitsämter noch einmal die wesentlichsten Bestimmungen der Hungernotverordnung vom 14. Juni 1932 zum Anschlag gebracht. Die Schlußsätze des Anschlags lauten: „Dir bitten zu beachten, daß nach dem neuen Recht die Eni- scheidung über die Zahlung der Unterstützung selbst wie über die höhe derselben nicht mehr bei den Arbeitsämtern liegt. Es ist also zwecklos, die Angestellten oder das Arbeitsamt sür die Festsetzung oder Ablehnung der UnterstühungssShe verantwortlich zu machen." Bor jedem dieser Anschläge haben sich große Gruppen von Ar- beitslosen gebildet. Alle vergleichen die neuen ab heute gezahlten Unterstützungssätze mit den bisherigen: viele hoffen noch immer, Seine Aufgabe „Das haben mir die Arbeiter in den letzten 50 Iahren abgezwackt.— Davon darf nichts übrig bleiben, verstehst Ou� daß ein derartiger Abbau doch nicht möglich sein könne. Man versucht, zu den Angestellten der Expeditionen zu gelangen, um Ein- spruch zu erheben. Die Angestellten können den erbitterten Erwerbs- losen jedoch nur immer wieder erklären, daß kein Zrrtum vorliegt, sondern daß die neuen Hungersätze durch die Papen-Regierung verordnet sind. Sobald sich ein Angestellter vor den Kassenschaltern oder auf den Treppenfluren sehen läßt, wird er sofort von Dutzenden von Ar- beitslosen umringt, die ihm alle ihre entsetzliche Not klagen wollen. Die bereits abgefertigten Arbeitslosen stehen in Gruppen auf den Straßen und zählen kopfschüttelnd das ihnen nach dem Abbau ausgehändigte Geld. „Erst war von 10 Prozent die Rede, jetzt haben sie mir 34 Prozent abgezogen!" sagen die Arbeitslosen. Bier, fünf oder sechs Mark nur noch halten viele Erwerbslose in Händen. In der vorigen Woche hatten sie noch 14, 16 und 29 M. erhalten. Rücksichtslos wird nach den neuen drakonischen Bestimmungen auch der minimalste Rentensatz oder die gering- fügigste Unterstützung angerechnet. Am schlimmsten find die jüngeren Leute dran, die sich heute morgen den Weg zum Arbeits- amt umsonst gemacht haben. Hunderten von ihnen ist die Unterstützung rundweg gestrichen worden. Aber auch bei den älteren Erwerbslosen gibt es genug Fälle, denen man nach den neuen Bestimmungen nur noch eine oder zwei Mark und wenige Pfennige auszahlen konnte. Trotzdem halten die Hunderttausende von abgebauten Erwerbs- losen bewundernswürdige, beinahe kaltblütige Disziplin. Die zum Schutz der Arbeitsämter heute morgen ein- gesetzten verstärkten Polizeikräfte verhalten sich ohnedies sehr zurück- haltend. Einige vollkommen Verzweifelte machen den umher- stehenden Gruppen aufgeregter Arbeitsloser den Vorschlag zum Hungerstreik.„Niemand sollte die neuen Sätze annehmen, hungern müssen wir so oder so. Wenn wir in den Hungerstreik treten, muß man uns wenigstens hören!" sagen einige. Mit diesem verzweifel- ten Schritt suchen die Erwerbslosen eine Revision der Abbaube- stimmungen zu erzwingen. Die Mehrzahl der diskutierenden Ar- beitslosen aber sagt zähnekrnirschend: „Laßt man, nächsten Sonntag wird abgerechnet!" Es fällt auf, daß nirgends ein Hakenkreuz zu sehen war. Die Salzsteuersoldaten hatten es überall vorgezogen, unkostümiert ihre Unterstützungen abzuholen und schleunigst ZU verschwinden, ohne sich in eine Diskussion einzulaisen. Die Eiserne Front dagegen hat ein wirkungsvolles Flugblatt herausgebracht, das bereits seit der vorigen Woche in Massen an die Erwerbslosen verteilt wird. Zn diesem Flugblatt wird der Zusammenhang zwischen den Razi» und dem llnlerstühungsrmib klar aufgezeigt. Bei den Maiwahlen 1928 hatten die Nazis 2,6 Proz. aller Stimmen. Damals bekam ein Erwerbsloser bei 60 M. Wochenlohn noch 22, SS M. Unterstützung. Bei den Septemberwahlen 1930 er- zielten die Nazis 18,3 Proz. der Stimmen. Der Unterstützungssatz sank auf 18,90 M. pro Woche. Am 24. April 1932 jedoch erreichten die Nazis 36,6 Proz. der abgegebenen Stimmen, und die Unter- stützung sank im Höchstfall f ür den höchstenllohnten Ledigen auf 11,70 M. Dabei wurde unter der Regierung Hermann Müller 1928 noch 26 Wochen lang,„Alu" gezahlt: heute unter der Regierung Papen aber mir noch 6 Wochen lang. Nach Ablauf dieser sechs Wochen haben nach den neuen Be- stimmungen die Wohlfahrtsämter die Hilssbedürftigkeit des einzelnen Erwerbslosen zu prüfen. Da die erdrückende Mehrzahl aller Er- werbslosen Berlins aber bereits schon länger als 6 Wochen Unter- stützung bezieht, mußten fast überall die Wohlfahrtsämter die Hilfs- bedürftigkeit erst bescheinigen. Diese Riesenarbeit bei über einer halben Million Unterstützungsfällen in Berlin konnten die Wohl- fahrtsämter aber bisher nur zu etwa S0 Proz. bewältigen. Tausende und aber Tausende von Erwerbslosen wissen also gar nicht, ob sie überhaupt die jetzigen Tabellensätze zu bekommen haben. Durch Anrechnung von Renten oder dergleichen könnten sie plötzlich voll- kommen vom Unterstützungsbezug ausgeschlossen werden. Um diese Massen nicht zur Verzweiflung zu treiben, haben die Ar- beitsämter die Kassenangestellten angewiesen, an die Betroffenen bis zur Entscheidung der Gemeindebehörden über die Hilfsbedürftig- keit des einzelnen die jetzigen sogenannten Tabellenfätze auszuzahlen. Also einem Familienvater mit einem Kind wurden statt bisher 18 M. heute noch 14,70 M. ausbezahlt! Aufmarsch der Arbeitsopfer. Maffenprotest gegen die Nentenkürzungen der Papen-Iiegierung. Alle Reaktionäre haben in diesen Tagen vor der Wahl plötzlich ihr soziales Herz entdeckt: alle laufen sie den Arbeitsinvaliden, über- Haupt den Sozialrentnern nach und versprechen diesen armen, alten Männern und Frauen das Paradies auf Erden. Soweit sich natio- nalsozialistische Wohlfahrtsprüfer eingeschlichen haben, gehen diese „Prüfer" sogar soweit, den alten Leuten Geld zu schenken, damit sie für die Nazis stimmen. Daß diese„Prüfer" jeden Antragsteller auf Unterstützung, der ihnen in die Hände fällt, im Sinne der Nazis bearbeiten, erscheint beinahe selbstverständlich. Dazu kommen die 5)ugenberger, die jetzt landauf, landab Rentnerkundgebungen ver- anstalten, sich aber am Montag nach der Reichstagswahl nicht ein- mal mehr daran erinnern werden, daß sie Rentnerversammlungen abgehalten haben. Deshalb trat die Eiserne Front auf den Plan. Der zu ihr gehörende Zentralverband der Arbeitsinoaliden und Witwen Deutschlands hatte zu einer zentralen Kund- gebung nach Kliems Festsälen aufgerufen und in Massen waren die Arbeitsopfer diesem Rufe gefolgt. Dabei bringen diese bedauernswerten Alten, die an Stöcken und Krücken in die Riesen- Versammlung kamen, schon ein schweres Opfer, wenn sie die SO Ps. Fahrgeld nach der Hasenheide bezahlen, für die sie sich ein ganzes Brot kaufen könnten. Aber welche Begeisterung selbst unter den Ar- beltsopfern, welche unverbrüchliche Treue zur Sozialdemokratie auch in schwerster Zeit. Als Genosse Kurt G ä b l e r sein interessantes Referat beendet hatte, als er zum Schluß die alten Männer und Frauen aufforderte, auch diesmal der Sozialdemokratie ihre Stimme zu geben, auf daß den Rentnern und Witwen ein ruhiger und sonniger Lebensabend beschieden sei, da erhob sich die Versammlung von ihren Plätzen, kein Ende wollte der Jubel nehmen und be- geistert stimmte alles in das dreifache„Freiheit". Die Sänger trugen ergreifend das schöne Lied:„Brüder, zur Sonne, zur Freiheit" vor. Genosse Bogt sprach ein zündendes Schlußwort und abermals donnerten die Freiheitsrufe in den Sonntagmorgen. * Die Charlottenburger Parteigenossen hatten zu einer Nachtvorstellung des Kriegsfilms„Niemandsland" ins P i c a d t l l y eingeladen. Das große Kino, das über zwölfhundert Personen faßt, war lange vor Beginn bereits bis auf den letzten Platz gefüllt. Auf der Schallplatte erklang das Lied der Eisernen Front. Genosse Fritz Schröder sprach zu den Massen über den Kampf, in dem wir jetzt stehen. Seine Worte, mit lebhaftem Beifall und brausenden Freiheitsrufen aufgenommen, wiesen anfeuernd und begeisternd in die Zukunft. Lebhaste Pfui-Rufe ertönten, als er auf die Verhaftung des Genossen Breuer zu sprechen kam. Dann rollte der Film„Niemandsland" ab. Eindringlich wurde hier an dem Schicksal der fünf Soldaten das sinnlose und entsetzliche Morden des Krieges gezeigt. Unter dem überwältigenden Eindruck der Vor- fllhrung sang die Masse stehend, mit emporgestreckter Faust, das alte Kampflied, die Internationale. Außerordentlich bezsichnend für die Kampfweise unserer Gegner war der Versuch, die geordnete Durchführung der Veranstaltung zu stören. Wahrscheinlich nationalsozialistische Helden hatten die Polizei, die Feuerwehr und die Rettungswache alarmiert, die alle drei nach- einander am Picadilly erschienen. 11. Deutsches Gängerbundesfest in Frankfurt am Main Im Gegensatz zu der mageren musikalischen Ausbeute, die wir als Ergebnis des X. Festes in W i e n— Schubert- und Anschlußrummel— festzustellen hatten, zeigte das Fest in Frankfurt am Main, in dessen Mittelpunkt, nach außen hin Goethe, Zelter und Kaun standen, erste Ansäge zu einer musikalischen Umorientierung. Wesentliche Fortschritte würde allerdings erst die Einsicht bringen, daß das Ideal des Chorsingens nicht im Männer-, sondern im Gemischten Chor liegt. Erst nach Ueberwindung dieser Männervorherrschast wird es dem(klein)bllrgerlich eingestellten Deutschen Sängerbund möglich werden, wirkliche, musikalische K u l- t u r p o l i t i k zu treiben. Aber der Anfang ist gemacht. Das musikalisch Bedeutsame lag vorwiegend bei den Gemischten Chören. Erstmalig erscheinen sie auf den Plan. Von Armin K n a b s„Zeitkranz", nach Gedichten des großen flämischen Dichters G. G e z e l l e, hörten wir eine vorbildliche Wiedergabe durch den Kasseler X-Cappells-Chor unter Robert L a u g s. Herbe, asketische Musik, der Dauer beschieden sein wird. Auch seinen Männer- chören gibt Armin Knab eine besondere Note. Starte eigenwillige Melodiespanne. In diesen zehn Gemischten und drei Männerchören war höherer Gewinn für das Fest, als in den gekrönten, mit Staats- mittel» bedachten Werken. Der Sängerchor des Lehrervereins Frankfurt a. M. und die Frankfurter Singakademie(Fritz G a m b k e) setzen sich für ein Oratorium von Otto I o ch u m ein: „Der jüngste Tag". Die Dichtung von A. M. Miller steht uns welt- anschaulich fern: musikalisch nicht ohne Bedeutung hat das Werk starke Bindungen: an Mussorgsky(!) und Gustav Mahler. Auch Wagner und Bruckner und Debussy gehen um. Immerhin ist dabei soviel Eigenes, daß man mit der Verteilung eines Staatspreises an diesen vorwärtsstrebenden jungen Musiker einverstanden sein könnte, aber würde der heutige Staat(Reich und Preußen haben insgesamt Preise von 10 000 M. gestiftet) mit gleicher Toleranz ein Werk preis- bedenken, das aus der Gesinnung und Weltanschauung der A r- b e i t e r sch a f t spräche? Dagegen gilt es schärfsten Protest einzulegen gegen ein gleichfalls mit Staatsmitteln bedachtes Werk von Georg Msllius: ,3 oh deutscher N o t". Es ist ein schlimmes Zeichen für die jahrzehntelange unzulängliche Erziehung der bürgerlichen Sänger und ihres Publikums, daß dieser üblen Kolportagedichtung und -musik in einem Sonderkonzert in der großen Festhalle ein Sonder- erfolg beschieden war. Der ungünstige Eindruck wurde kaum merklich gemildert durch zwei ciiklische.A-csppella-Werke„Deutschland" und„R u h r z y k l u s". die die Berliner Lehrer unter Hugo R ü d e l zur Ilrausführung brachten. Schade, daß eine in gesanglicher Hinsicht so Bedeutendes leistende angesehene Vereinigung in ihrer Literaturwahl sich auf einem solchen Fest nicht über Kaun und Mol- denhauer hinaussindet! Die B- r l i n e r Lehrer sollten sich an ihren Nürnberger Kollegen(Fritz Binder) ein Beispiel nehmen. So- gleich nach Erscheinen der einem Arbeiterchor gewidmeten „Flamme" von Erwin L e n d v a i— also bereits vor über einem Jahrzehnt— erkannten die Nürnberger die Ausgabe, Zeit- verbundene Musik zu pslegcn. Auch in Frankfurt setzten die Nürnberger sich mit großer Liebe für ein neues Werk von Lendvai ein:„Kosmische Kan- täte"(Goethe). Einem eingangs nur mühselig folgenden Publi- kum rangen sie im zweiten und dritten Teil des Werkes ehrliche. einmütige Anerkennung für diesen neuen, klanggesättigten Lendvai ab, der auch in der Kantate„Bon der Befreiung", einem monumentalen Werk, Uraufführung durch den Saar-Sängerbund, den Nachweis erbrachte, daß ein ganz großer Meister dem Männer- chor über Johannes Brahms hinaus Aufgaben zu stellen weiß. Bittere Wahrheit, daß wirklichem Können von Staatsseite keinerlei Anerkennung wird, was uns nicht wunder nimmt: wenn Musiker wie Herr Mellius entdeckt werden, muß Lendvai unterliegen! Homburg-Neuenkirchen, Saargebiet(Matthias Beck) wartete mit der Alt-Rhapsod!e von Brahms auf. Wie kann ein Dirigent, der einen Brahms so vorbildlich zu gestalten weiß, sich in der Literaturwahl so oergreifen, daß er ihm einen Molden- Hauer„Im Herbst", Musik übelster musikalischer Marke, folgen lassen kann? Rühmlicher Erwähnung bedarf der Eingangschor zum 1. Hauptkonzert, in dem die Bünde Ausland, Baden, Hannover, Nassau, Ostpreußen und Pfalz Mozarts Freimaurer-Kantate„D i e Seele des Weltalls" sangen, serner eine Stille Stunde der Madrigalvereinigung Darmstadt. 33 Konzerte in vier Tagen, 32 fanden innerhalb dreier Tage statt, abzuhören, übersteigt den besten Willen eines Musikreferenten. Das Besprochene kann nur als Versuch eines Querschnittes gewertet werden. Zusammenfassend: gesanglich wurde durchweg ausgezeichnet musiziert. Der Anlage der Programme wird aber in Zukunft größere Beachtung geschenkt werden müssen. Schlechtestes und Bestes— vom Ueberfluß an Mittelware ganz zu schweigen— reiben und stoßen sich. IV. H. „peier Gchlemihl." Hörspiel von Leo Matthias. Im Jahre 1827 schrieb Chamissos Freund Eduard Hitzig an Fouque:„Nie werde ich die Stunde vergessen, in der ich es(das Büchlein von Peter Schlemihl) Hoffmann vorlas. Außer sich vor Vergnügen und Spannung hing er an meinen Lippen, bis ich voll- endet hatte: nicht erwarten tonnte er, die persönliche Bekanntschast des Dichters zu machen, und, sonst jeder Nachahmung so abhold, widerstand er doch der Versuchung nicht, die Idee des verlorenen Schattens in seiner Erzählung: Die Abenteuer der Sylvesternacht... ziemlich unglücklich zu variieren." Damals, dreizehn Jahre nach ihrem Erscheinen war diese romantische Erzählung schon ins Fran- zösische, Holländische, Spanische und Englische übersetzt. Sie hat ihren Reiz bis heute bewahrt. Aber so großes Vergnügen auch die Lektüre noch immer zu gewähren vermag, so spröde erweist sich das Thema be! dem Ver- such, es zu variieren. Leo Matthias hat ihn unternommen, und zwar von vornherein so ungeschickt wie nur möglich: sein Hörspiel „Peter Schlemihl" erweckt den Eindruck, als habe ein Kind Chamissos kunstvoll kluges Märchen primitiv umgeformt. Bilder aus der Gegenwart und Doktor Doolittle-Geschichten sind mit Fetzen des Chamissoschen Stoffes verschmolzen, ohne daß der Hörer den Sinn dieses seltsamen Gemisches zu begreifen vermag. Eine Dichtung ist es ganz gewiß nicht geworden. Die Funkgemeinschaft der Deutschen Bühnengenossenschaft, die das Werk im Programm der Funkstunde ausführte, hatte damit eine wenig erfreuliche Wahl getroffen. Sie sollte nicht, wie sie dies in der letzten Zeit tut, ihre Hörspiele so konsequent aus der epischen Literatur beziehen: sie scheint dabei geringes Glück zu haben: ihre bisher beste Veranstaltung vor dem Mikrophon war die vortresf- liche Aufführung von Rosenows handfestem Theaterstück„Kater Lampe".— lj. Der Entdecker des Herz-hormons gestorben. Infolge eines Herzschlages starb in Innsbruck der Universitätsprofessor Drs Ludwig Haberlandt, der Entdecker des Herz-Hormons, im 47. Lebens- jähr. Haberlandt ist der Sohn des Berliner Botaniker» Geheimrat Dr. Gottfried Haberlandt. Im Dritten Reich. Was die Arbeitslosen zu erwarten haben. Die jüngste Notverordnung der von Eitler tolerierten Regierung zur weiteren Einschränkung der Unterstützungssätze der Arbeitslosen gibt zwar einen Vorgeschmack dessen, was die Arbeitslosen im Dritten Reich zu erwarten haben, allein die„Nationalsozialisten" werden dagegen einwenden können, daß sie diese Verordnung nicht erlassen haben. Wir gestatten uns daher aus dem Buch:„Deutsches Arbeitslosendienstjahr statt Arbcitslosenwirrwarr" von Karl Schöpte (Verlag I. F. Lehmann in München) einige Sätze anzuführen, die den Arbeitslosen zeigen, wie sie von dieser Seite eingeschätzt werden und was man mit ihnen vorhat. Sterben Arbeitslose am Genießen? „Das eine steht fest: Durch den Erwerbslosenzustand wird in dem Menschen trotz seiner wirtschaftlichen Bcdrängtheit die Dergnügungs- und Genußsucht geradezu angestachelt. Sie ist die unnatürliche Entspannung von einem unnatürlichen Dasein... Aus dem objektiv unsittlichen Zu st and eines langen erzwungenen und doch bezahlten Nichtstun erwächst das Unsittliche einer wilden Genußsucht. Joh. Müller kennzeichnet das Lebenszerstörende an letzterer mit folgenden Worten: „wer lebt, um zu genießen, der wird am Genießen sterben: denn wir sind nicht dazu da, um zu genießen, sondern um zu leben und die Aufgaben zu erfüllen, die uns gestellt werden..(Schöpke, Arbeitsdienstjahr S. 38.) Das Recht auf Arbeit. „Unter dem Zwange der Not und im Dienste überragender Forderungen des Gemeinwohls vermag das Reich das Recht auf Arbeit nur durch gesetzliche Einführung der allgemeinen Arbeits- Pflicht zu verwirklichen. Das Reich soll nicht nur seinen sinan- ziellen Haushalt, es muß vor allen Dingen seinen Menschenhaushalt ordnen. Es gibt keinen anderen Weg mehr als die Einführung der Arbeitspflicht."(NSDAP Monatsheft 19/31 S. 475.) „Eine feine und schöne Frauenarbeit." „Nicht zuviel, aber gut und gründlich!" wird es auch bei diesem Zweige der Grundschulung heißen. Auch hier müssen einige wenige Fertigkeiten sitzen. Was die Frau z. B. können muh, ist: gut hacken. Hacken von Gemüse, Getreide, Kartoffeln, Rüben usw. ist eine feine und schöne Frauenarbeit. Sie kann gewissermaßen m i t Anmut und mit Rhythmus durchgeführt werden. Umge- kehrt kann jemand, der es nicht richtig abgesehen oder gelernt hat, zeitlebens falsch hacken... Natürlich wird man im Februar für Hackübungen stets einige Ar Boden schnee- und eisfrei machen... Vorgeübt werden ferner: Bodenarbeiten im Knien, Jäten, Ver- ziehen, Harken, Kartoffeln verlesen und ernten..."(Schöpke, Arbeitsdienstjahr S. 131/132.) Die Iwangssparkasse. „Wir kommen hiermit auf das Gebiet der Sparsamkeit. G. Hartz hat unzweifelhaft recht, wenn er in seinem Buch„Irr- wege der deutschen Sozialpolitik" sagt:„Sparen ist das Losungswort für die wirtschaftliche Befreiung Deutsch- lands und gleichzeitig für die wirtschaftliche und soziale Besserung der Lage der Arbeitnehmerschast... Die Pflichtsparkasse ist der äußere Weg dazu..."(Schöpke, Arbeitsdienstjahr S. 179/189.) Soll von dem Taschengeld von 39 bis 59 Pf., das Oberst a. D. Hierl den Arbeitsdienstpflichtigen zubilligt, noch etwas für die „Pstichtsparkasse" einbehalten werden? Zum Glück ist der Z 39 des Herrn Hierl noch nicht in Kraft, der Gefängnisstrafe nicht unter drei Monaten dem androht, der es unternimmt, in der Oeffentlichkeit in Wort, Schrift, Bild oder in anderer Weise„den deutschen Arbeitsdienst" der Nazis „verächtlich zu machen oder sonst herabzuwürdigen". Am nächsten Sonntag anworten wir: Stivimkreuz in die oberste Reihe des Stimmzettels! Sozialer Abbau bei der BVG. Nach dem Muster privatkapitalistischer Unternehmungen. In der BVG. bestand bis vor kurzem die Einrichtung, Arbeiter und Angestellte, die 25 oder 49 Jahre im Dienst der Gesellschaft stehen, in einer kleinen Feier zu ehren. Ein Saal im Verwaltungs- gebäude am Leipziger Platz wurde mit frischem Grün geschmückt, Musiker und Sänger der BVG. verschönten die Feiern mit ihren Darbietungen und die leitenden Herren nahmen die Gelegenheit gern wahr, wenigstens einmal während einer langen Dienstzeit ein Zusammensein zu haben, das nicht durch des„Dienstes ewig gleich- gestellte Uhr" streng geregelt war. Jetzt hat man oerfügt, daß diese intimen Feiern abgeschafft werden: den Jubilaren wird aus ihren Dienststellen von den Vor- stehern das übliche Jubiläumsgeschenk mit mehr oder weniger großer Anteilnahme in die Hand gedrückt— und damit Schluß. Die BVG. spart dadurch die Kosten der Ausschmückung des Saales. Neuerdings hat man die schön eingerichtete Kantine in den Omnibuswerkstätten in Treptow für den vollen Verpflegungsbetrieb geschlossen und läßt sie nur noch als Kaffeeküche bestehen. Ein geringer Beitrag zu den Unkosten der Kantine, wie ihn jeder größere Betrieb leistet, wird eingespart. Vielleicht kümmern sich die Sozialdemokraten, die in der Ver- waltung der BVG. zur Zeit freilich nur noch im Aufsichtsrat vertreten sind, auch einmal um folgenden Beschluß der Direktion: „Das Erholungsheim in Brunshaupten wird während der Monate Oktober bis Juni geschloffen!" In diesem der BVG. gehörenden Erholungsheim können die Angestellten zu mäßigen Preisen ihren Urlaub verbringen. Damit während der nicht sommerlichen Zeit das Haus nicht unbenutzt Unterhaltungs- und Verwaltungskosten verbraucht, schickte die BVG. Erholungsbedürftige, besonders aus den Reihen des Fahrpersonals, dorthin. Diese„Pflastermüden", die beim Fahr- personal infolge des schweren Dienstes zahlreich sind, wurden vom Arzt ausgesucht und auf Kosten der Gesellschaft vier Wochen lang nach Brunshaupten geschickt. Diese soziale Einrichtung, die der Ge- sellschaft bei einem Lohnetat von jährlich 79 Millionen Mark nur einige Zehntausend Mark kostete, soll jetzt also abgebaut werden, d. h. das schöne Erholungsheim in Brunshaupten steht während der nichtsommerlichen Zeit unbenutzt da. Der BVG. geht es in der gegenwärtigen wirtschaftlichen Not- zeit schlecht. Die Einnahmen sind rapide zurückgegangen. Man muß also sparen. Mit dem Abbau sozialer Leistungen Geschäftsunternehmen sanieren zu wollen, das ist die Auffassung privatkapitalistischer Unternehmer, die bei einem kommunalen Unternehmen nicht Platz haben sollte. Das Personal, die Gewerkschaften und auch die sozialdemokratischen Mitglieder des Aufsichtsrates, den man hierbei vollkommen ausgeschaltet hat, werden sich jedenfalls noch eingehend mit den neuesten Verfügungen besaßen. Rundfunk dcrWochc Geistige Kost türs Volk Der Rundfunk ist unter der Papen-Schleicher-Regierung das offizielle Regierungsorgan geworden, das den deut- scheu Hörern für zwei Mark im Monat frei in den Lautsprecher ge- liefert wird: jenseits der deutschen Grenzen kann man es, sosern man Wert daraus legt, unentgeltlich haben. Eigentlich müßte aus werbetechnischen Gründen in Deutschland seine Lieserung ebenfalls kostenfrei sein; in Amerika bezahlen die Firmen, die, zwischen den oft sehr hochwertigen Unterhaltungsdarbiet�ngen, durch den Rund- funk Reklame für sich machen, alle Kosten der Rundfunksendungen, und nicht die Hörer. Und das ist schließlich nicht mehr als recht und billig. Nur unter diesen Voraussetzungen hat der Hörer kein Recht, sich über einseitige Reklame zu beklagen. Die Mitteilung, daß Chikagoer Corned Beef das einzige eines Kulturmenschen würdige Nahrungsmittel ist, dedeutet bei solcher Rundfunkorganisation die selbstverständliche Krönung eines Beethoven-Konzertes oder einer schwungvollen Boxkampfreportage; denn nur um die Hörer für jene Mitteilung an den Lautsprecher zu locken, werden diese Veranstal- tungen gesendet. Dabei geben sich die amerikanischen Sendegesell- schaften große Mühe, ihre Programme so gefällig und abwechslungs- reich wie nur möglich zu gestalten: denn bei den Hörern, die nichts für den Rundfunkempfang zu bezahlen brauchen, fehlt der ökonomische Antrieb, der den deutschen Hörer noch immer wieder den Rundfunkapparat einschalten läßt. Zwei Mark im Monat sind heute sehr viel Geld: man möchte dafür doch wenigstens etwas haben. Die tiefe Verstimmung, die jetzt in immer weiteren Kreisen der deutschen Rundfunkhörer um sich greift, ist nur zu gut zu verstehen. Der Hörer war bis vor kurzem gewohnt, den deutschen Rundfunk als einen Mittler freien Geistes anzusehen, als Verbreiter objektiver Wissenschaft und objektiven Wissens. Daß in der einzelnen Veranstaltung bisweilen eine bestimmte Gesinnung, eine bestimmte Anschauung zum Ausdruck kommen muhte, war selbstverständlich, ja, es war sogar eine Voraussetzung für die Ob- jektioität, die in der Praxis schließlich doch immer nur als möglichst genauer Näherungswert aus einer richtig zusammengestellten Summe subjektiver Faktoren angestrebt werden kann: der Begriff „Vielseitigkeit" läßt sich bildhaft am besten anschaulich machen als facettierte Oberfläche eines Körpers von annähernder Kugelgestalt, der der vollkommenen Rundung um so erfolgreicher zustrebt, je größer die Anzahl der einzelnen Facetten ist. Immer breitere Schichten der Hörer zu solcher Erkenntnis zu bringen, war die wichtigste Grundlage aller Hörererziehung. Die deutschen Sender hatten bereits ein gutes Stück Arbeit auf diesem Gebiet geleistet und an ihrer geistigen Entwicklung die der Hörer, an der geistigen Entwicklung der Hörer die eigene gesteigert. Noch waren das alles Anfänge. noch störten viele Mängel, viele Fehlgriffe die stetige Entwicklung des Aufbaues. Doch das Ziel, dem er zustreben mußte, schien er- kannt. Auch ohne übertriebenen Optimismus konnte man hoffen, daß dieses technische Wunderinstrument den Menschen in absehbarer Zeit ein geistiges Weltbild zeigen würde, dessen Buntheit in sinnvoller Ordnung eine Einheit darstellt, ein Weltbild, dessen Ge- staltungsetappen Verstehen und Verständigung heißen. Mit der Freihcrrnregierung ist der national- sozialistische Geist in den deutschen Rundfunk beherrschend eingezogen. Einen warmen Platz hat er allerdings bei den meisten Sendern schon lange gehabt: aber die kulturfördernden Kräfte waren stärker als er, solange sie sich einigermaßen frei regen konnten. Jetzt jedoch ist man bei den Sendern hurtig am Werk, Vernunft und Intellekt, die auf dem nationalsozialistischen Index stehen, durch das erwünschte regierungstreu nationalsozia- listisch-militaristische Gefühl zu ersetzen. Statt eines Weltbildes wird ein nach Bedarf und Gewöhnung zu verengender Horizont für Untertanen errichtet, auf den sich die jeweils er- wünschten Perspektiven bequem projizieren lassen. Wirhörten früher in regelmäßigen Abständen zu wichtigen Vorgän- gen die Zeitungskommentare der verschiedenen politischen Richtungen — wenn auch im allgemeinen in reichlich später, also für die meisten berufstätigen Hörer recht unbequemer Stunde. Heute hören wir zu günstigster Zeit beinahe allabendlich die Spitzen der Regierung, die in diesem Falle das Volk sogar so bevorzugen, daß sie ihm ihre geheimsten Kenntnisse zuerst verraten. Die preußische Regie- rung erfuhr bekanntlich die Gründe für ihre Absetzung erst aus der Rundfunkrede Herrn von Popens. Auch die Mitteilung von der Milderung des Demonftrationsverbots wurde von Herrn von Gayl zuerst per Rundfunk bekanntgegeben. Soviel Herablassung muß bei jedem braven Untertanen unbedingte Gläubigkeit an den Inhalt der Regierungsreden auslösen, die seinem Geist keinerlei Anpassung an Vielseitigkeit mehr zumuten, die seinen Verstand keinesfalls zu kritischen Vergleichen herausfordern wollen, sondern die nur eins erwarten: von keinen intellektuellen Zweifeln getrübten Glauben. Der Rundfunk tut von sich aus sein bestes, den Intellekt nicht zu nähren. Eine solche Fülle inhaltloser Vorträge, wie sie jetzt in immer steigender Anzahl auf die Hörer losgelassen werden, haben wir bisher noch nie erlebt. Das national- sozialistische Parteibuch und die n a t i o n a l s o z i a l i- stische Gesinnung erobern das Mikrophon mit den partei- amtlich bereitgestellten anderthalb Dutzend Phrasen, die in beliebiger Gruppierung immer wieder zwischen die verschiedenen Redesalate gemischt werden. Militärkonzerte machen sich breit und immer breiter und bilden den Geist des Volkes.„Patriotische" Feiern scheinen ausgesprochen zum Zweck der Rundfunküber- tragung wie Pilze aus der Erde zu schießen. Daß sich die Gefeierten dabei wie Marmorpuppen der Siegesallee präsentieren, entspricht dem Zweck dieser Veranstaltungen, die von heldischem Geist überquellen wie die Volksschullesebücher aus der Aera Wilhelms II. Aber selbst die Sehnsucht einer Haupt- mannsseele nach der Monarchie konnte ja in dieser Zeit, in der die Regierung so energisch für Nationalsozialismus und Verfassung eintritt, zur Hebung der Weltgeltung der D e u t s ch e n R e p u b l i k durch das Mikrophon verbreitet werden: um uns Freunde in Oester- reich zu werben, wurde in dieser Rede sogar die Notwendigkeit des Anschlusses betont: unter der schwarzweißroten Fahne. Man sollte meinen, daß. wenn ein Hauptmann schon nicht über die primitivsten Geschichtskenntnisse oerfügt, doch die zuständige Stelle beim Rundfunk diese hätte haben müssen. Wäre das der Fall ge- wesen, so wäre solche ProvokationOesterreichs wenigstens unterblieben. Selbst die amtlichen„untendenziösen" Nachrichten des Dradag (Drahtlosen Dienste. A.-G.) bekommen neuerdings ihre charak- teristische Prägung. Die durch den Rundfunk verbreitete F a l s ch> Meldung über ein„freiwilliges Zurücktreten des Polizeipräsidenten Grzesinski wurde bekanntlich nicht dementiert. Welchen Meldungen des Rundfunks soll der Hörer da noch Vertrauen entgegenbringen? Er wird schließlich für die glaubwürdigsten Bekanntgaben die Wettervoraus- sagen halten müssen. Es ist für den freien Staatsbürger heute nur noch sehr selten ein Vergnügen, den Rundfunkapparat einzuschalten. Gewiß: noch kann er hier und da einen gehaltvollen Vortrag erwischen, noch hier und da künstlerisch hochwertige Darbietungen: doch die ausgesprochen zeitverbundenen Themen werden schon nahezu vollständig von der rechtsgläubigen Gesinnungswalze erfaßt und platt- gedrückt. Die bisher letzte Notverordnung, die den Belagerungs- zustand dekretiert, beschränkt ausdrücklich das Recht der freien Meinungsäußerung: die meisten deutschen Sender haben sich dieses Rechts schon seit längerer Zeit freiwillig begeben. Herr Scholz, der Referent für Rundsunkfragen im Reichsinnenministerium, der jetzt auch offiziell zur Nationalsozialistischen Partei übergetreten ist, kann mit ihnen zufrieden sein. 1«. Rundfunk am Abend Montag, den 25. Juli 1932. Berlin: 16.05 Andreas Gryphius und unsere Zeit (K. Rauch, Irmela v. Dulong). 16.30 Klassisdie Musik. 17.30 Auf einem Frachtkahn(W. Türk). 17.50 Von der bildenden Kunst(A. Segal, H. J. Jeretzki). 18.15 Neue Wege im Einzelhandel(Ober-Reg.-Rat a. D. Dr. J. Tiburtius, C. E. Weill). 18.40 Oda Schaefer; Eigene Gedichte. 18.55 Die Funkstunde teilt mit. 19.00 Reden zur Reichstagswahl: Christlich-Sozialer Volksdienst(Simpfendörffer) und„Landvolk"(v. Hauenschild). 20.00 Konzert. 21.00 Tages- und Sportnachrichten. 21.10„Liselott von der Pfalz"(Lustspiel). 22.40 Wetter-, Tages- und Sportnachrichten. Tanzmusik. Königs Wusterhausen: 16.00 Pädagogischer Funk (Schulrat Arens). 17.30 Die großen Philosophen als Erzieher (Prof. Dr. A. Dietrich). 17.55 Das heimliche England (Dr. W. v; Kries): 18.20 Handwerk und Siedlung(Prof. Lehmann). 18.40 Stunde des Landwirts(Dr. Münzberg). 18.55 Wetterbericht. 20.00 Aus Frankfurt a. M.: Das deutsche Volkslied. 20.45 Aus Frankfurt a. M.: Die deutsche Freiheitsidee(E. G. Kolbenhever). 21.10 Aus Frankfurt a, M.: Orchesterkonzert. 22.20 Wetter-, Tages- und Sportnachrichten. 22.40 Aus Leipzig: Unterhaltungsmusik. Sonst: Berliner Programm. t( Vollständiges Europa-Programm im„Volksfunk*, monatl. 96 Pf. durdi alle„Vorwärts"-Boten oder die Postanstalten. 90. Abteilung. Unser Genosse Karl Gorlett, Weserstr 204, ist gestorben. Beisetzung: Dienstag, 26. Juli, 18 Uhr, in Baum- fchulenweg. 9. kreis Wilmersdorf. Heute, 1914 Uhr, im Kleinen Saal des Viktoriagartens, Wilmersdorf, Wilhelmsaue IIA Frauenwerbe- Veranstaltung. Kabarett der Volksbühne, Ansprache der Genossin Minna Todenhagen: Unser Kampf für die Freiheit, Rezitationen der Genossin Else Bredig. Oessentliche Kundgebung. Dienstag, 26. Juli, 29 Uhr, im Lehrer- vereinshaus, Alexanderplatz 41. Tagesordnung: Der Nationalsozialismus der Feind der Volksgesundheit. Es sprechen: Dr. Ernst Simmer, Dr. Fritz Weiß, Hermann Schulz (Sektion Gesundheitswesen), Dr. Käte Frankenthal, Dr. F. Boen» heim und Dr. M. Hodann. Gegnerische Aerzte sind zur Diskussion eingeladen. Gejamtverband der Arbeitnehmer der öffentlichen Betriebe und des Personen- und Warenverkehr«. Sektion Gesundheitswesen. Verein sozialistischer Aerzte, Ortsgruppe Groß-Berlin. Welter für Berlin. Anfangs trocken, ziemlich heiter und warm, später Eintrübung und aufkommende Niederschlagsneigung. Winde aus südlicher Richtung. Für Deutschland. Im Osten und Süden trocken, meist heiter und warm: von West nach Ost fortschreitende Eintrübung mit leichten Regensällen und etwas Abkühlung. Perantwortl. für die Redaktion: Rich. Berustci». Berlin; Anzeigen: Th. Glocke. Berlin. Verlag: Vorwärts Verlag G. m. b. H., Berlin. Druck: Vorwärts Buch druckerei und Zerlagsanstalt Paul Singer& Co.. Berlin SW 68. Lindenstr. Hierzu 1 Beilage. plAza Nähe S etiles. Bhf. 5ii.B>c,Stg!.2.S,8,5ll.| E 7 Weichsel 40.11 Der tideie Bauer Rose- Theater GroBi Fraokfnrtit Strali 13) Itl. Wiiihsii E 7 342) 8.30 Uhr p. DervulHan l l a r d verdrängte den Holländer S n o« k sofort von der Führung. Dann stieß Sawall vor, passierte Paillard, der jedoch nicht locker ließ und seine Spitzenposition wieder holte. Dabei ging der Franzose berechtigterweise innen durch, da Sawalls Schrittmacher ihm ständig den Weg versperrte. Inzwischen hotte auch Saldow seinen Schützling Metze gut heran- und an Sawall vorbeigeführt, um Paillard wiederholt anzugreifen. Der Franzose mußte nachgeben. Lange konnte jedoch Metze die Spitze nicht halten. Thollembeek ging nämlich zum Angrisf über und übernahm nun die Führung. Sawall war inzwischen in die fünfte Position zurückgefallen und Krewer, Gilgen und Snoek waren über- rundet, al« der Regen einsetzte und zum Abbruch des Rennens zwang. Wäre bei der Abwicklung der Fliegerwettbewerbe nicht so gebummelt worden, so hätte man das Dauerrennen trocken unter Dach Und Fach bringen können. Sra&cr Stehelprci, von®crlln, KW jtilomttci(bd HU AIlvmet